Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Ein ganzer Mann

| 254 Lesermeinungen

Hoch, weiblich und vor allem historisch korrekt: Für bürgerliche Opernfreunde sind Kastratenrollen auch heute noch mitunter fast eine Zumutung, widersprechen sie doch gewohnten Mustern des Aufführungsbetriebs. Venezia Fröscher kennt jedoch gute Gründe, warum man sich besser wieder an den nur scheinbar weibischen Originalklang gewöhnen sollte.

Keine Weibsperson bei hoher Strafe darf Musik aus Vorsatz lernen.“
Papst Clemens IX, 1668

Praeludium

Don Alphonso (in einem Teufelskostüm im Stil der spanischen Hofmode):

Ein wahrhaft überirdisches Vergnügen!
Wäre es, könnte man unbelastet auch über schwerste Themen schreiben. Allein, mitunter versagt mir die digitale Feder. Die Finger verkrampfen sich zu Klauen. Es zieht die Zehennägel ein, dass die Füsse als Klumpen zurückbleiben. Sehen Sie (deutet auf den rechten Bocksfuss), das passierte, als ich nacheinander über Ikea, Alban Berg, Kinderkriegen und eine Testfahrt im Opel Astra schreiben wollte. Das zahlt keine Krankenversicherung, kein Eurorettungsfonds, kein Bankenretter! Die haben gerade andere Sorgen. Jedenfalls, eine schwere Behinderung reicht mir, und nachdem mir ein gewisses Thema sicher auch jede Menge Schmerzen, diesmal (mit einer typischen Gebärde) wo-an-ders bereiten würde – hat sich dankenswerterweise die junge Dramaturgin Venezia Fröscher bereit gefunden, die entsprechenden Schritte und Sch… Sch… (verzieht das Geschicht) Schnitte beim Thema der musikalisch von mir sehr geschätzten Kastraten und warum das so sein muss vorzunehmen.

Bild zu: Ein ganzer Mann

Geht etwas verklemmt ab, die Autorin Venezia Fröscher betritt im Rokokokostüm die Blogbühne, es zupft eine Viola da Gamba, und sie hebt an:

Sinfonia

Da saß ich nun, ich theaterunschuldiges Ding, damals noch Studentin der Musikwissenschaft. Man hatte mich gefragt, ob ich nicht für ein freies Opernprojekt als Regieassistentin arbeiten wolle. Irgendwie war mein Name bis zu diesem barockbegeisterten Regisseur durchgedrungen: „Venezia, das Souvenir ihrer Eltern eines Italienurlaubs, die will Theater.“ Und nun saß ich in dieser riesigen Industriehalle, fußballfeldgroß, neben mir am Regiepult jener barockaffine Regisseur und zwei dicke Klavierauszüge. Erster und zweiter Teil von Alessandro Scarlattis Oper Caino overo il primo omicidio aus dem Jahr 1707. Der erste Mord der Menschheit sollte also in dieser kulturfernen Industriehalle inszeniert werden. Vor mir standen zwei Damen, die Sängerinnen von Kain und Abel, rechts auf dem später rotlackierten Orchesterpodest thronte ein einsamer Cembalist.

Bild zu: Ein ganzer Mann

Entfesselte Koloraturen, energetisch wie Wasserfälle, fluteten den Raum; Melodiebögen tanzten schwerelos und graziös. Die beiden Brüder, jung, spielerisch, noch sorgenfrei traten mir musikalisch vor Augen: Kain und Abel, ihre Stimmen leuchteten klar und warm wie ein Frühlingstag, eingebettet in das zarte Geflecht der Cembalobegleitung. Ein Wohllaut voller Eleganz, Leidenschaft und Filigranität. „Halb zog er mich, halb sank ich hin“ – dieser Scarlatti, dieses Feuerwerk an barocker Musik verwandelte die kalte Industriehalle in den ästhetischsten und wärmsten Ort auf Erden. Von da an war ich ihnen verfallen: sowohl den Barockopern und Oratorien als auch ihren Alt- und Sopranstimmen, die eine männliche Figur verkörperten. So wurden Kastraten und Countertenöre zu meinen persönlichen Helden. Männer in meiner Umgebung schüttelten mit leicht schmerzverzerrtem Gesicht die Köpfe: „Was willste denn mit denen? Das sind doch keine Männer.“ „Das denkt ihr.“ – ist dann immer meine Antwort.

Atto primo – Der männliche Körper

Spätestens mit der romantischen Oper verdrängte der Tenor den barocken Kastraten. Nun war er, diese „hohe-C-Schleuder“ à la Caruso, Alfredo Kraus, Pavarotti oder Jonas Kaufmann, der virile Liebhaber und der tonschöne Held auf der Opernbühne. Was wäre eine Wagneroper ohne den Heldentenor? Ein Trauerspiel. Der Tenor wurde zur männlichen Paraderolle der romantischen Oper. Für ihn lohnt es sich seitens der Operndamenwelt zu kämpfen, zu morden, zu rächen, zu leiden und sogar zu sterben. Ein Tenor verkörpert in der romantischen Opernwelt das, was beispielsweise einem Brad Pitt oder Sean Connery attestiert wird: Männlichkeit. Der attraktive Mann, der Frauenheld, ist energetisch, potent, muskelstark und stimmlich sonor. Denn es ist die Stimme, die uns Auskunft über die Körperbeschaffenheit und das Geschlecht gibt.

Bild zu: Ein ganzer Mann

Diese Wahrnehmung von Stimme und Körper funktioniert für uns dabei über bürgerlich-naturalistische Maßstäbe. Wir kategorisieren anhand der biologischen Körperbeschaffenheit, was männlich oder weiblich ist, und koppeln dabei das jeweilige Geschlecht gleichzeitig an bestimmte Kleidung, geschlechtsspezifische Verhaltensweisen und eine bestimmte Stimmhöhe. Das ist der Grund, weshalb wir einen Mann eben nur dann als männlich begreifen, wenn er eine nicht weiblich hohe Stimme hat. Dies trifft auch auf den in hohen Lagen singenden Tenor zu, der trotz aller Höhe nie in den Stimmbereich einer Frau wechselt. Dieses Zuordnungssystem gilt für die Alltagwelt, wie für das Opernrepertoire des späten 18. bis 20. Jahrhunderts und die Popmusik. Die Wise Guys trällern es beispielsweise auf ihren CDs: „Bässe sind die Krone der Schöpfung aller Sänger, Bässe kommen tiefer und bleiben abends länger.“ Je tiefer, je männlicher. Die Kategorisierung von Stimme und Geschlechtlichkeit ist variabel, weil sie vom jeweiligen Welt- und Menschenbild einer Epoche abhängig ist.

Atto secondo – Das Weib habe zu schweigen

Andere Epochen, andere Männlichkeiten und andere Stimmhöhen. In den Pausen von Barockopernveranstaltungen höre ich es mit einiger Regelmäßigkeit: Verwirrt reflektieren die Opernbesucher über das gerade gehörte Musikerlebnis. „Und wer ist nun wer? Ist das eine reine Frauenoper; da muss es doch auch einen Mann geben?“ Als Kenner des eher bürgerlichen Opernrepertoires des 19. Jahrhunderts wähnt man sich betrogen: Es taucht nicht der bekannte Tenor auf, und zu allem Überfluss singt der einzige männliche Held von der guten Seite mit einer weibischen Stimme. Die Bösewichte sind sowieso schon immer alle in der tieferen Stimmregion unterwegs gewesen. Plötzlich sind alle Konventionen hinfällig, die uns helfen, das richtige Geschlecht der jeweiligen Stimme zuzuordnen. Unsere Kategorien von Stimme und Körper greifen hier nicht mehr, denn wir befinden uns im Barock und da gelten andere Zuweisungen.

Bild zu: Ein ganzer Mann

Die katholische Kirche legte sich im 16. Jahrhundert selbst ein Ei, als sie den 1. Paulusbrief (1. Kor. 14,34) wörtlich nahm und jegliche frauenproduzierten Töne aus der Kirche verbannte: Mulieres in ecclesia taceant. So einfach wussten sich die klerikalen Männer den aus weltlichen Ehen berühmten Diskussionen zwischen Mann und Frau zu entledigen. Allerdings evozierte diese Entscheidung einen schwerwiegenden Nachteil: Für kirchemusikalische Werke, die eine oder mehrere hohe Stimmen – Alt oder Sopran – vorsahen, fehlten nun die entsprechenden Sänger. Auch die Knabenchöre konnten diese klaffende Lücke nicht ausnahmslos füllen. So griff der Klerus in seiner musikalischen Notlage zu einer drastischen Maßnahme: Das göttliche Motto „seid fruchtbar und mehret euch“ (Genesis 1,28) ignorierend lieferten sie junge Knaben vor ihrer Pubertät an das Messer und opferten mit einem gezielten Schnitt deren Männlichkeit für einen ausbleibenden Stimmbruch. Das hieß den Erhalt einer lebenslang haltenden Sopran- bzw. Altstimme. Innerhalb des Barock erstrahlten diese scheinbar „unmännlichen“ Sänger zu musikästhetischen Stilikonen. Sie waren die gefeierte und bestbezahlten Sänger auf den barocken Opernbühnen. Sporadisch fanden sie sogar noch Einsatz in Klassik und Romantik. In neuerer Zeit – der letzte Kastrat, Alessandro Moreschi, starb 1922 – macht es eine andere Gesangstechnik möglich, den hochsingenden Männern ihre Zeugungsfähigkeit zu erhalten: Der Countertenor. Im vollen Besitzt seiner Männlichkeit nutzt er seine Falsettstimme, intensiviert also seine Kopfstimme und produziert dadurch ebenso hohe Töne wie ein weiblicher Alt, manchmal sogar wie ein Sopran.

Atto terzo – Kastration als Attraktivitätsgarant

Freud psychoanalysierte durch das Fehlen des männlichen Geschlechtsorgans die Weiblichkeit: Der vorpubertäre Junge könne sich den Penismangel der Frauen und Mädchen nicht anders als durch deren Kastration erklären. Demnach wird Männlichkeit ausschließlich über das Vorhandensein des entsprechenden Geschlechtsorgans definiert. Ansonsten bliebe der Mann eine Frau. Obgleich den barocken Kastraten ein entscheidendes Merkmal der Männlichkeit fehlte, sie galten zu Barockzeiten nicht etwa als „halbe Männer“ oder gar als „Frauen“. Im Gegenteil. Obwohl die Kastration meist dicke Bäuche und überlange Gliedmaßen hervorrief, dezimierte dies ganz und gar nicht sein männliches Sexappeal. Auch nicht das Fehlen des entscheidenden Geschlechtsorgans, das den Mann zum Mann macht. Innerhalb der Opernhandlung war dem Kastraten als Primo uomo, und nicht etwa als prima donna, die Rolle des Helden, des Herrschers und/oder Liebhabers der obersten Kategorie zugedacht. Seine hohe Stimmlage transportierte emotionale Intimität und Sensibilität.

Bild zu: Ein ganzer Mann

Eine Herrscherfigur im Barock, die aus ihrer diktatorischen Herrscherrolle heraustrat und innerhalb der Opernhandlung als privater Mensch gezeigt wurde, wurde – ganz logisch nach barocken Maßstäben – mit einem Kastraten besetzt. Eine der ersten Opern der Operngeschichte, Claudio Monteverdis L’incoronazione di Poppea setzt diese Ästhetik kategorisch um: Der ausgesprochen zynische und gewalttätige Herrscher Nerone ist mit einem Altus besetzt, Poppea, seine nach bürgerlichen Vorstellungen nicht minder moralisch fragwürdige Geliebte, ist ein Sopran. Nerone ist somit eine Kastratenpartie und steht innerhalb der Opernhandlung, trotz hoher Stimme, für pure Männlichkeit und Sexappeal. Immerhin betrügt Poppea ihren Mann Ottone mit Nerone, nicht nur weil Macht sexy macht. Und das erste Liebesduett der Operngeschichte „Pur ti miro, pur ti doro“ ist deswegen ein Duett zwischen Sopran- und Altstimme. Kein lesbisches Liebesduett, sondern eines voller sexueller Energie flirrendes zwischen Mann und Frau: Die beiden Stimmen imitieren des anderen Melodiemotivs, sie umgarnen sich, nähern sich in melodischen Parallelen einander an, bis sie sich umschlingen, um schließlich im Schlusston auf identischer Tonhöhe miteinander zu verschmelzen. Und da ist die Kastration überhaupt kein Hindernis.

0

254 Lesermeinungen

  1. Heut hab ich einen Feisthirsch...
    Heut hab ich einen Feisthirsch beim Mittagäsen gesehen, bald werden sie röhren, und an ihrer Stimme werde ich sie einschätzen können. Der alte Bass? Der aufgeregte Tenor, der herausfordert?

  2. "mit einem gezielten Schnitt"...
    „mit einem gezielten Schnitt“ – es sollen ggfls. auch schon mal mehrere gewesen sein. Und evtl. auch schon mehr bloß fast gezielt. Wie bei allem, was häufig gemacht wurde.
    .
    Und von Moreschi waren wir auch schon immer Fan, es gibt schließlich von ihm noch erhaltene Aufnahmen, obwohl er in ihnen gar nicht so besonders überzeugend klingt. (es gibt ihn inzwisachen sogar bei Ybe http://www.youtube.com/watch?v=VfxuO2Jvk5s wirklich süß hilflosdas, nes pas?)
    .
    Und auch alte Ehepaare könnten da wohl auch von künden, wenn es nach 50, 60 Jahren auf die achtzig zuginge, und vieles mehr Umamrnung wäre als tatsächliches inneinander. Was aber sicher aber der Innigkeit keinen Abbruch tut.
    .
    Gelungenen Beitrag Erinnerungen aufzufrischen, Ausblick zu nehmen.
    .
    Und der Sohn sagt: „Der konnte überhaupt nicht singen.“

  3. Schoen waere es wenn jetzt die...
    Schoen waere es wenn jetzt die passenden Musikbeispiele verlinkt wuerden. Aber vermutlich kriegt man dann Arger mit dem Urheberrecht.
    Vielleicht rafft sich der eine oder andere Kommentator auf, dies zu tun. Kommentatorinnen antuerlich auch.
    .
    Die schnoede Verstuemmelung der Knaben wird von mir stets erfolgreich verdraengt.
    .
    Paul Esswood, kennt jemand noch Paul Esswood? Der erste Countertenor den ich je hoerte, und dann noch in einer Intrigantenrolle im Ariodante (vermutlich)-danach war ich dieser Stimmlage verfallen.

  4. Und sollte es sich um einen...
    Und sollte es sich um einen sogenannter „Perückenhirsch“ handeln, also die kastrierte Version, sollte es auch hörbar sein …

  5. <p>Pur ti miro, pur ti doro...
    Pur ti miro, pur ti doro ist verlinkt, Kain und Abel trage ich gerade nach, Trottel, der ich das vergessen habe.

  6. @ Fonsi. Mein Rat : Eine...
    @ Fonsi. Mein Rat : Eine kalte Dusche nehmen.

  7. Stets war es die liebevolle...
    Stets war es die liebevolle Fürsorge der Kommentatoren, die mir den Blogberuf als besonders annehmlich erscheinen liess.

  8. Na bitte, Paul...
    Na bitte, Paul Esswood:
    http://www.youtube.com/watch?v=OZ30NkqTGTU
    .
    (Diese Arie ist auf meiner Vinylen mit einem Kratzer markiert)

  9. Es gibt sogar den Versuch, der...
    Es gibt sogar den Versuch, der für den Farinelli-Film unternommen wurde, die Kastratenstimme zu imitieren. Hierfür wurde im Tonstudio ein Sopran mit einem Countertenor übereinandergelegt. Das stimmliche Ergebnis: wenig überzeugend und eher der Meinung des Sohnemannes zuzuordnen: „Der konnte gar nicht singen.“ Meine Überzeugung: Die „echten“ Kastraten konnten vielleicht nicht auf die herkömmliche Art lieben, aber singen, das konnten sie sicherlich. Und nicht nur ich wären zu Tränen gerührt gewesen: Was ein Mann.
    Danke für den Hinweis auf youtube. Wobei ich zugeben muss, dass ich für die testosterongeschwängerten Melodien Tostis, dann doch einen ganzen, tenoralen Mann bevorzugen würde.

  10. @ Filou: Noch eine...
    @ Filou: Noch eine Kastraten-Infizierung? Nachvollziehbar. Paul Esswood – ich hatte es mit D. Daniels …

  11. In meiner unordentlichen...
    In meiner unordentlichen Bildungskiste kramend, meine ich zu erinnern, dass Kastraten bei den Damen als Liebhaber hochbegehrt waren, eildieweil das Abentuere definitiv keine Folgen haben konnte.

  12. In diesem Zusammenhang...
    In diesem Zusammenhang erinnert sich vielleicht noch jemand an den Film „Farinelli“. Interessant die musikalische Lösung. Man kombinierte elektronisch einen Counter und einen weiblichen Sopran.
    Eines der Probleme heute ist die Tatsache dass es so gut wie keine Counter gibt, die alle Spitzentöne damaliger männlicher Soprane schaffen. Für entsprechende Rollen bleiben dann oft nur Frauen als Hosenrolle.
    Auch geben die Counter eine falsche Vorstellung von der Stimmgewalt der Kastraten. Die konnten hoch, aber mit Brust- bzw. voix mixte und nicht Kopfstimme! Von Farinelli ist ein Wettstreit in der Lautstärke (!) mit einem Trompeter auf einem Markt überliefert…..

  13. @filou: bei jpc.de kann man...
    @filou: bei jpc.de kann man wenigstens auszugsweise Paul Esswodd mit Bachs Kantaten hören oder ganz, wenn man die 6 CDs kauft.
    http://www.jpc.de/jpcng/classic/detail/-/art/Johann-Sebastian-Bach-1685-1750-Kantaten-BWV-10-12/hnum/1816134
    … ohne Kratzer …

  14. @Venezia (mit so einem Namen...
    @Venezia (mit so einem Namen MUSS man zur Musik kommen, mit meinem wirklichen Vornamen waere ich ein verstossener Moench. Nee, nicht Martin.)
    Das begann zu Anfang der Aera Harnancourt, als mir bei seinem L’Orfeo das Interesse vom Instrumentalen zur Barockoper ging. L’Orfeo als Initiationsritus. Beim Sohn war es dann, weil gut verstaendlich, Gay/ Pepusch. Oh, let us take the road!
    http://www.youtube.com/watch?v=i2E7p59sRvQ
    Kastraten konnten sich Gay/ Pepusch wahrscheinlich nicht leisten. Beggars Opera ist ja auch kein Hochkunstwerk.

  15. Wer hören möge, der gebe...
    Wer hören möge, der gebe doch einfach mal bei youtube die Namen folgender hochstimmiger Herren ein, die ich ad hoc anzubieten habe:
    Andreas Scholl
    David Daniels
    Philippe Jarroussky
    Matthias Rexroth
    Jochen Kowalski
    Robert Crowe
    Michael Chance
    Alfred Deller
    und der „Nachwuchs“ z.B. bei den Göttinger Händel-Festspielen
    Kai Wessel
    Yosemeh Adjei

  16. @Filou: Ja und obgleich sie...
    @Filou: Ja und obgleich sie wohl körperlich nicht gerde schön waren (überlange Gliedmaßen, dicke Bäuche) standen sie bei den Damen hoch im Kurs. Aber Männer, die auf der Bühne stehen, haben einfach einen erhöhten Sexappeal-Faktor.

  17. @Venezia: Bach und P.E. bei YT...
    @Venezia: Bach und P.E. bei YT reichlich:
    http://www.youtube.com/watch?v=vKm22OeEnrY

  18. "Sie waren die...
    „Sie waren die meistgefeiertsten und höchstbezahltesten Sänger…“ Höchstverehrtester Don, seit wann kommt bei Ihnen die deutsche Grammatik derart unter die Räder?

  19. liebe Venezia...
    liebe Venezia Fröscher,
    Fehlwuchs oder ein verkümmertes Geweih beim Hirschen geht auf einen Hormonmangel zurück, er beteiligt sich dann – wegen zu niedrigem Testosteronspiegel – auch nicht an der Brunft. Die Stimmen der Hirsche, wenn man Zeit hat sich einzuhören, sind sehr unterschiedlich, nicht nur Höhe, auch Intensität, Tempo der erfolgenden „Wortmeldungen“, etc sind individuell.
    Und Flaubert hat ja in der education sentimentale geschrieben, daß Männer übers Auge und Frauen übers Ohr erobert werden…

  20. @ prince Matecki: Richtig, die...
    @ prince Matecki: Richtig, die Kastraten konnten mir ihrem vollen Körper, quasi wie eine Frau singen und hatten somit auch die Sopranlage. Die meisten Countertenöre sind Alti, wobei es mit beispielsweise Ph. Jarousski einen wirklich hohen Sopran gibt. Wenn ich mir das einzige erhaltene Tondokument eines Kastrate anhöre, Moreschi, empfinde ich ihn allerdings als nicht gerade stimmgewaltig. Ein schwieriger Vergleich, denn wir können es leider heute nicht mehr nachvollziehen, wie ein Kastrat auf der Opernbühne wirklich geklungen hat. Vergessen darf man nicht, dass wir es bei diesen Partien nicht mit „dramatischen Stimmen“, wie sie uns im romantischen Repertoire begegnen, zu tun haben. D.h. die Besetzungsgröße eines Barockorchesters ist im Vergleich zu einem romatischen Opernorchester weitaus schlanker, so dass es da mit der Lautstärke der Stimme keine Schwierigkeiten geben sollte. Zumal es meist nicht so sehr auf die Stimmlautstärke ankommt, denn viemehr auf das Timbre. Eine hohe, strahlende Stimme schwebt über dem Orchesterapparat und ist aufgrund ihres Timbres schon besser wahrnehmbar für uns, weil wir grundsätzlich mehr diskantlastig hören.
    Interessant ist, dass die Hosenrollen, wie Cherubino in Mozarts Figaro, oder Massenets Chérubin, für Mezzosopranistinnen vorgesehen sind – aber das ist ein anderer Diskurs.

  21. Ja, ich bin nur froh, dass ich...
    Ja, ich bin nur froh, dass ich nicht in Castrop-Ruxel entstanden bin, sondern ein Mitbringsel meiner Eltern aus Venedig bin. Denn mit den Namen ist man dann für die Musik unbrauchbar … Namen verpflichten.
    Händels Opernakademien waren nur der italienischen Opernform verpflichtet und da waren Kastraten obligatorisch und wurden vom englischen Publikum auch verlangt. Händel reiste eigens nach Italien um für teure Gagen die Kastraten anch London zu engagieren. Die Qualität und Populärität seiner Opernproduktionen stieg und fiel mit den engagierten Kastraten – keine italienischen Kastraten, kein Erfolg. Pepuschs Opern allerdings waren eine neue Form der Operlandschaft in London, sie waren auf Englisch und hatten ganz andere Sujets. Das Publikum erwartete hier einfach gar keine Kastraten, nichts Artifizielles, sondern bodenständiges Kunsthandwerk zur reinen Unterhaltung. Daher bin ich mir nicht sicher, ob es wirklich nur eine Geldfrage war, dass in The Beggar’s Opera keine Kastraten auftraten.

  22. Aber das wollte ich eigentlich...
    Aber das wollte ich eigentlich zuallererst sagen: Venezia Fröscher ist ein wunderhübscher Name!

  23. Frisches Countertenorales aus...
    Frisches Countertenorales aus Italien: Franco Fagioli.

  24. <p>rittervomgeist, danke für...
    rittervomgeist, danke für den Hinweis, das ist ein Datenbankversionsfehler – ich hatte das geändert, aber wenn man zu schnell nochmal editiert, ist es wieder drin. Meine Schuld.

  25. @Foersterliesel: Ich fühle...
    @Foersterliesel: Ich fühle mich geschmeichelt. Wobei ich ja für meinen Namen eigentlich nichts kann. Ich versuche ihn ehrenhaft zu tragen.

  26. @ Foersterliesel: Röhren...
    @ Foersterliesel: Röhren Hirsche mit niedrigem Testosteronspiegel höher?

  27. @ Don Alphonso &...
    @ Don Alphonso & rittervomgeist: Der Teufel steckt ja bekanntlich im Detail.

  28. Foersterliesel 17:18, das...
    Foersterliesel 17:18, das erkleart mir alles. Leider zu spaet. Ich habe einen sogenannten Nervbariton. Da wird die Balz sehr beschwerlich.
    .
    Nunja, Leo Slezak erklaerte sich das so: Den einen wird was untenrum entfernt, den Tenoeren wird vor der Opernkarriere das Hirn amputiert. Bei Slezak blieb offensichtlich der Literaturteil des vorderenn Hirnlappens unbeschaedigt. Oder lags am trepanierten Publikum?

  29. @ Venezia 18:14, bei Katern...
    @ Venezia 18:14, bei Katern zumindest ist da kein Unterschied.

  30. Nunja, nicht alle barocken...
    Nunja, nicht alle barocken Opernorchester waren klein, man vergleiche den Sitzplan des Dresdner Hofopernorchesters in Diderots Encyclopédie, u.a. gab es zwei Cembali (für den Dirigenten und zum b.c. spielen im Orchester) und die Emporen (also nicht tief im Graben) für trombae und tympani (so schrieb J S Bach in die Partituren = Pauken und Trompeten) waren doppelt vorgesehen.
    Mit mißfällt die neuerdings oft vertretene Auffassung, Bach habe „one for a part“, also pro (Ochester und Vokal) Stimme für ein Instrument geschrieben. Das ist ausweislich historischer Dokumente nicht wahr, mindestens fürs vokale. Es haben sich nämlich Präfektenzettel erhalten, auf denen die als Präfekten eingeteilten Thomaner die Namen der Jungs notierten, die in einem Gottesdienst in einer der Leipziger Kirchen sangen (der Chor war auf die diversen kirchen auftgeteilt). Mindestens zu Anfang einer Präfekten-Tätigkeit notierten die auch die Stimmlage (S A usw) so dass wir wissen dass es mehrere waren!

  31. ps Jörg Waschinski z B singt...
    ps Jörg Waschinski z B singt auch hohen Counter, siehe auch:
    http://www.joerg-waschinski.de/index_f.html
    (Auf der Seite auch ein Klangbeispiel)

  32. @ DA Yours of 15.37h
    Ich...

    @ DA Yours of 15.37h
    Ich erwarte zunächst einen Beitrag von Ihnen zum Thema FGM (female genital mutilation). Bis bald .. Fonsi!

  33. liebe Venezia Fröscher, meine...
    liebe Venezia Fröscher, meine wallache haben den artikel geliebt, als ich ihn ihnen vorlas. weniger könne auch mehr sein.

  34. liebe Venezia,
    junge Hirsche...

    liebe Venezia,
    junge Hirsche röhren höher, je älter desto tiefer die Stimme. Wenn der Hormonspiegel zu niedrig ist, so daß ihr Geweih nicht richtig wächst, röhren sie gar nicht. Aber zusätzlich zu diesen Basisfaktoren gibt es noch Temperament und Erfahrung und die Situation: wer aller ist da? Wer auf dem Weg? Wir belächeln zwar die Bilder mit dem röhrenden Hirsch (die gibt es sogar als türkische Wandteppiche) aber die Brunft ist schon eine sehr beeindruckende Szenerie.

  35. Aber was Sie sagen, und wie...
    Aber was Sie sagen, und wie Sie´s sagen, bester Filou, das geht doch gewiß nicht nur Madame und der Katzendame ins Ohr!

  36. Für Klumpfüße gibt es...
    Für Klumpfüße gibt es hervorragende Schuster für jedes Detail, danach können sie wieder laufen, die diavolos, wie moderne Halsabschneider vulgo EFSF- oder Eurobondsvertreter.
    Mit der Pritsche lassen sie sich leider nicht scheuchen.
    ..
    Sind sie nicht ein Graus, die modernen Aufführungen in ausrangierten Industrie-hallen, die Darsteller in Straßenanzügen, dem „kleinen Schwarzen“ oder T-shirts?
    Monteverdi p. e. hatte sicher andere Räume im Sinn.
    ahttp://www.youtube.com/watch?v=p2X-vuz_wjo
    ..
    il mondo dei castrati
    http://www.youtube.com/watch?v=tqUoCD_-gp0&feature=results_main&playnext=1&list=PL5D7B97F7350FCD57

  37. liebe Donna Laura,
    warum...

    liebe Donna Laura,
    warum eigentlich haben Sie die beiden kastrieren lassen, oder haben Sie sie schon so erworben?

  38. liebe fionn,
    die...

    liebe fionn,
    die Dritte-Welt-Gynäkologie ist eine sehr traurige Sache. Viele Frauen erleiden Infektionen durch die Incision, aber viele leiden auch unter Geburtsverletzungen, unter Fisteln und deren Folgen.
    http://www.afrika.info/aktuell_detail.php?N_ID=1120
    http://www.endfistula.org/public/

  39. "Röhren Hirsche mit niedrigem...
    „Röhren Hirsche mit niedrigem Testosteronspiegel höher?“
    .
    Eindeutig ja. Auch der Erektionswinkel ist kleiner (also „niedriger“). Und „der unbedingte Durchsetzungswille“ lässt evtl. auch nach. Und eben auch der Körperfettanteil wird höher:
    .
    Junge Männer mit ca. 24 und einem Testosteron von „9“ oder „10“ haben z. B. einen Körperfettanteil von unter 10%. Und genial wie dumme Männer nun einmal sind, gibt es da über viele Lebensjahre einen relativ linearen Zusammenhang: T. nimmt mit durchschnittlich ca. 1,5% pro Jahr ab- und der Körperfettanteil entsprechend zu. 30 Jahre später sind es 45% mehr (*g*). Und auch der Winkel fällt entsprechend. Und auch für „work-out“ gilt: mit T „5“ bildet man auf Trainingsreiz hin entsprechend nur halb soviele neue Muskeln wie bei „10“. Wachstum und Spiegel relativ linear aneinander gekoppelt. „Iß Möhren – und du bleibst schwach“ wäre aber auch nicht richtig.
    .
    Männer sind nun einmal so vorhersehbar… .
    .
    http://www.ebay.de/itm/Absolut-Mann-Gerald-Bosch-Rolf-Dieter-Hesch-2002-/250885791904?pt=Sach_Fachb%C3%BCcher&hash=item3a69f560a0
    .
    http://de.wikipedia.org/wiki/Testosteron U.a. „Testosteronersatztherapie“ und „Testosteron als Dopingmitte“.
    .
    Die Sache funktiniert halt in beide Richtungen: http://www.google.de/imgres?imgurl=http://www.spox.com/de/sport/mehrsport/0807/Bilder/Kratochvilova-Jarmila-514.jpg&imgrefurl=http://www.spox.com/de/sport/mehrsport/0807/News/Kratochvilovas-Weltrekord-haelt-seit-25-Jahren.html&usg=__MhQy5cSOymnnAWyngxhE59qeZaU=&h=297&w=514&sz=31&hl=de&start=0&zoom=1&tbnid=2ZSMxw6LtbzvZM:&tbnh=159&tbnw=200&ei=haxjTtSzIofKsgbHloWfCg&prev=/search%3Fq%3Dludmilla%2Bkratochvilova%26hl%3Dde%26sa%3DX%26rlz%3D1T4GZAZ_deDE412DE412%26biw%3D1280%26bih%3D832%26tbm%3Disch%26prmd%3Divnso&itbs=1&iact=hc&vpx=388&vpy=113&dur=1016&hovh=171&hovw=295&tx=173&ty=116&page=1&ndsp=23&ved=1t:429,r:1,s:0&biw=1280&bih=832
    .
    Oder wenn „normale Frauen“ „gegen Testosteron“ laufen: keine Chance. http://www.youtube.com/watch?v=-bnZjD7PlGI (ab ca. Sekunde 40 wirds ganz deutlich)
    .
    Bleibt aber eben umgekehrt auch keine weibliche Brust mehr übrig, wenn Frauen T. nehmen (und trainieren). http://www.youtube.com/watch?v=7YDlbHHICsU

  40. @prince Matecki: Da ist Herr...
    @prince Matecki: Da ist Herr Andrew Parrot ganz anderer Ansicht. Haben Sie seine Abhandlung „The essential Bach“ gelesen? Die Musikwissenschaftsgeister scheiden sich hier. Eingestanden, es lässt sich anhand historischer Dokumente einiges an dieser einstimmigen Besetzungvariante wiederlegen,da haben Sie recht. Allerdings hörte ich mal in einer romanischen Kirche, St. Maria im Kapitol, Andrew Parrott mit Ensemble in dieser Besetzungsform Bach interpretieren und ich muss sagen, dass esmir gefallen hat: voller Filigranität und das gemeinsame Musizieren, das kammermusikalsiche wird viel stärker betont.
    Die Frage, die ich mir immer stelle: Gibt es bezgl. der historischen Aufführungspraxis ein Richtig und ein Falsch? Eher wohl ein: So könnte es gewesen sein oder so. Solange es der Musik nicht abträglich ist …

  41. beste Foersterliesel, immanuel...
    beste Foersterliesel, immanuel und moses wären unweigerlich in der wurst gelandet…

  42. @Filou: Ja, die Vorurteile...
    @Filou: Ja, die Vorurteile gegenüber Sängern. Wußten Sie, dass sich ein Bass lediglich mit einem kräftigen Räuspern einsingt, während die Sopranistin Dreiklänge aufwärts singt mit dem Text: Ich – ich – ich. So das gängige Klischee, das aber auch unter Opernsängern gerne als Witz vorgetragen wird.

  43. @Venezia Fröscher In der...
    @Venezia Fröscher In der Liste der Countertenöre fehlt leider Derek Lee Ragin – zu hören z.B. hier: http://www.youtube.com/watch?v=NJIlzh_Auc4 Aus seiner und Ewa Malas Godlewskas Stimme wurde … „Farinelli.
    Ebenfalls erhellend: Sich die unterschiedlichsten Einspielungen beispielsweise der Händel-Arie „Lascia ch’io pianga“ anzuhören. Das Spektrum der unterschiedlichen Stimmen diverser Countertenöre und Sopranistinnen ist beeindruckend. Und leider nicht immer überzeugend.

  44. Krasses Thema.
    Wo wurden die...

    Krasses Thema.
    Wo wurden die armen Knaben rekrutiert ?
    In katholischen Waisenhäusern ?
    Wer hat da schnipp-schnapp gemacht? Der örtliche Metzger, der Gesangslehrer oder perverse Mönche ?
    Was wurde aus den armen Jungs die keine Karriere gemacht haben ?
    Ich bitte um Aufklärung.

  45. @fionn: Wenn das irgendwelchen...
    @fionn: Wenn das irgendwelchen Einfluss auf den musikalischen Beitrag haben sollte, ließe sich über einen solchen Beitrag reden. Aber soweit ich informiert bin, werden Frauenstimmen durch diese Maßnahme nicht tiefer …

  46. lieber perfekt!57, sie werden...
    lieber perfekt!57, sie werden heute abend eine ganze reihe von herren einigermassen frustriert mit ihrer möhre zurücklassen.
    .
    beim sportvideo sieht man einen typischen fall von sexualdimorphismus.
    es lebe auch der kleine unterschied.
    es ist damit nicht gesagt, dass dieser, äh, so klein sein muss, dass man eine lupe-
    *hüstel*.
    vorhang bitte.

  47. @Grand Guignol: Ja ,aber...
    @Grand Guignol: Ja ,aber wußten Sie, dass Händels Opern in zeitgenössischen Kostümen aufgeführt wurden? D.h. ein Giulio Cesare trat nicht etwa in der antiken Tunika auf, sondern im barocken Gehrock. Warum meinen wir dann immer, es wäre für Händel ein Unding, wenn er sähe, dass Seine Opern so „verschandelt“ werden. Ich kann die Aversion gegen das Regietheater gut verstehen, aber solange eine moderne Inszenierung im Sinne der Handlung, der Thematik und v.a. der Musik handelt, gibt es von meiner Seite keine Einwände. Es sei denn, sie gebiert Undinger, die einfach nicht im Libretto zu lesen sind oder einfach auch nicht erhellend. Ich habe als Dramaturgin die Erfahrung gemacht, dass sich Barockopern sehr wohl in ein modernes, zeitgenössisches Gewand kleiden lassen. Sie lassen das zu, weil sie mit überzeitlichen Themen agieren, was man beispielswesie von einem „Eugen Onegin“ von Tschaikowsky nicht behaupten kann.

  48. Hach! genau dafür sind...
    Hach! genau dafür sind Sonntag Abende und „Die Stützen“ da!!! Bravi! Da capo!
    .
    @Donna Venezia: Es mögen die Herren Kastraten zwar damenseitig durchaus ihre Verehrerinnen gehabt haben – das gewisse Manko war als solches aber doch ein Angriffspunkt. Meines bescheidenen Wissens zu Folge verließ Farinelli getroffen den Hof, als ein neuer König ihm zu verstehen gab, „Kapaune“ schätze er nur auf dem Tisch.
    .
    @Don Alphons: Sie können es schon nicht mehr hören und auch nix dafür – aber wenn die Links sich in einem Neben-Fenster öffnen ließen… sorry!
    .
    @all: Hier noch einmal „Pur ti miro“ mit Philippe Jaroussky in einer etwas weniger keuschen Fassung mit arg eingängig musizierendem Barock-Ensemble.
    http://www.youtube.com/watch?v=J2gwS6pawdU

  49. @Grand Guignol: Ich sah in...
    @Grand Guignol: Ich sah in Düsseldorf mal eine Inszenierung von Christof Loy. er hatte Nerone mit einer Frau besetzt und monteverdis Meisterwerk endete mit einer lesbischen Liebesszene, während der sich die beiden Damen die BHs vom Körper rissen und in den Liebestod per Adernaufschneiden gingen. Das war auch mir dann zuviel! Weil es eben genau an der Idee dieser Szene, der Idee von Sinnlichkeit und Erotik völlig vorbei ging. Und wenn man Nerone mit einer Frau besetzt, heißt das gerade nicht, dass man dann ein homosexuelles Paar mit Poppea und Nerone kreiiert. Und der Liebestod war völlig Fehl am Platze!

  50. @Foersterliesel: Dann bin ich...
    @Foersterliesel: Dann bin ich biologisch im Bilde. Countertenöre röhren ja glücklicherweise meist nie so unangenehm, aber so ein Bassbariton ist da schon anders. Da kann es teilweise so klingen wie im Walde.

  51. lieber Reiterjunge, in der tat...
    lieber Reiterjunge, in der tat eine üble geschichte. zahlreiche kamen bei dieser prozedur um ihr kleines leben, der rest, der dummerweise nicht singen konnte oder keine schützende hand über sich wusste, wurde in anderen berufen nicht eben berühmt oder landete auf der strasse.
    .
    der gastgeber initiierte eine liedchenkaskade eines schrecklichen ohrwurms; es ging glaube ich ’schni-schni-schnippi‘, handelte von eiern und kleinen krokodilen. unsäglich, daher wird auf das verlinken verzichtet.

  52. lieber Reiterjunge, in der tat...
    lieber Reiterjunge, in der tat eine üble geschichte. zahlreiche kamen bei dieser prozedur um ihr kleines leben, der rest, der dummerweise nicht singen konnte oder keine schützende hand über sich wusste, wurde in anderen berufen nicht eben berühmt oder landete auf der strasse.
    .
    der gastgeber initiierte eine liedchenkaskade eines schrecklichen ohrwurms; es ging glaube ich ’schni-schni-schnippi‘, handelte von eiern und kleinen krokodilen. unsäglich, daher wird auf das verlinken verzichtet.

  53. "Die Kirche hat sich ein Ei...
    „Die Kirche hat sich ein Ei gelegt“ – wahrhaftig: es gibt kein vollkommeneres Instrument als die menschliche Stimme. Und erst recht den weiblichen Sopran. Nicht umsonst ist die Königin der Instrumente, die Violine, in ihrem Klang der fraulichen Stimme nachempfunden. – Hatte bisher geglaubt, die Kirche sei erst in Reaktion auf die Revolution verbürgerlicht und damit verspießert. Was war denn Anlass zu dieser etwas unglücklichen Schlussfolgerung aus dem Paulusbrief?

  54. @Foersterliesel & donna laura:...
    @Foersterliesel & donna laura: Ich hörte, Hengste würden, indem man sie zu Wallachen mache, ruhiger im Temperament. Ob das für den Homo sapiens auch gilt entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.

  55. @Reiterjunge
    In evangelischen...

    @Reiterjunge
    In evangelischen Waisenhäusern.

  56. Ja, Andrew Parrot kenne ich,...
    Ja, Andrew Parrot kenne ich, seine Einspielung der h moll Messe (BWV 232) habe ich. Das wird zum Teil sehr als Glaubenskrieg geführt hinsichtlich der Besetzung, ähnlich wie 50 Jahre lang die Frage Cembalo oder Orgel als Continuo Instrument in der geistlichen musik Bachs ( mit Arnold Schering als erster vresuch das nüchtern aufzuklären: „Bachs Liepziger Kirchenmusik“ bzw „Das Leipziger kirchenmusikalische Leben zur Bachzeit“).
    Auch J Rifkin, von dem ich auch Aufnahmen habe, ist „one for a part“.
    Dabei werden dann alle Vermerke in den Partituren / Chorstimmen zu ripieni / concertisten (Solo, Tutti) als nachträglich diffamiert, obwohl sie schrifttechnisch bestens untersucht sind (wegen der Festlegung der Chronologie der Kantaten seit den 50er Jahren anhand der Handschrift der Kopisten) (es gibt kaum Handschriften und Wasserzeichen der 1. Hälfte 18 Jh die inzwischen so gut untersucht sind…). Solche Vermerke würden beim Musizieren mit einem Solisten pro notierter Stimme ja keinen Sinn machen.

  57. @Lichtmalerin: Vielen Dank,...
    @Lichtmalerin: Vielen Dank, für den Hinweis. Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigtkeit. Vergleiche von Arieninterpretationen sind immer erhellend! Cleopatras Arie in Händels Cesare ist übrigens mit einem andere Text „Lascia la spina“ auch in Händel Trinfo zu hören. Das ist das Original. Händel hat ja gerne bei sich selbst geklaut.

  58. Mich amüsiert die...
    Mich amüsiert die Vorstellung, wie der werte Don im Mephistostil seinen großen Auftritt hat und beim Bewusstwerden des heiklen Themas kleinlaut die Bühne verlässt. Diese Dramaturgie ist fulminant gelungen!

  59. @jean-jacques: Der Herr König...
    @jean-jacques: Der Herr König war ein Kunstbanause. Diese Kapaune versetzten z.B. das Londoner Publikum zu Händelzeiten in jubelnde Begeisterung. Natürlich darf man nicht vergessen, dass irgendwann sich auch der Kunstgeschmack änderte. Andere Stilepochen, andere Stimmideale.

  60. @Reiterjunge: donna laura hat...
    @Reiterjunge: donna laura hat das schon wunderbar erklärt. Hinzufügend: ES gab auch Familien, die ihre Söhne, um ihnen einen Karriere und somit ein gutes Leben zu ermöglichen unters Messer legten. Sie wußten einfach, dass er mit ohne mehr Ruhm ernten würde, als mit mit.

  61. @jean-jacques: Die katholische...
    @jean-jacques: Die katholische Kirche haderte ja schon immer mit der Frau. In den Nonnenkonventen kam extra ein Mönch, um das Offertorium durchzuführen. Man traute es den Frauen wohl nicht zu. Was expliziet der Anlass war für diese unglückliche Interpretation entzieht sich meiner Kenntnis. Wenn man aber weiß dass um 1698 die Oper durch päpstlichen Erlass verboten wurde, ist auch die Auslegung des Paulusbriefes nicht weiter verwunderlich. Der Bildersturm auch nicht. Glücklicherweise gibt es hin und wieder auch positive Nebeneffekte, wenn die katholische Kirche etwas verbietet: Durch Opernverbot wurden zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Rom zahlreiche großartige Oratorien (quasi als Opernersatz) komponiert. Händel trug z.B. mit seiner ersten Version des Il Trionfo del tempo zu dieser Gattung bei. In Venedig kümmerte sich übrigens kaum jemand um das päpstliche Opernverbot. Je weiter weg vom Vatikan, je größer der Ermessensspielraum und der Wildwuchs.

  62. liebe Donna Laura,
    brava!...

    liebe Donna Laura,
    brava!

  63. @prince Matecki: Sie sind vom...
    @prince Matecki: Sie sind vom Fach. Profi oder sehr belesener Liebhaber?

  64. @Prinzessin auf der Erbse:...
    @Prinzessin auf der Erbse: Jeder Mann verzieht immer scherzvoll und mitfühlend das Gesicht bei diesem Thema und humpelt lieber davon.

  65. @Venezia Fröscher Ob sich...
    @Venezia Fröscher Ob sich dieses Konzept „mit ohne statt mit mit“ vielleicht auf den ein oder anderen Zeitgenossen – jenseits der Musik – übertragen ließe? ;-)

  66. @prince Matecki: Das stimmt,...
    @prince Matecki: Das stimmt, es gibt da bezüglich der Interpretation der Quellen bei Rifkin und Parrott einige Ungereimtheiten. Aber finden sie das musikalische Ergebnis tatsächlich so unhörbar, von der historischen Korrektheit mal abgesehen? Wenn ich mir da die frühen künstlerischen Ergebnisse von Harnoncourt anhöre, ist es der umgekehrte Fall: historsisch wohl korrekt, aber musikalisch kein Ohrenschmaus.

  67. @Venezia Fröscher
    ich glaube...

    @Venezia Fröscher
    ich glaube auf die Paulusbriefe, auf die sie ansprechen: das sind ganz einfache fälschungen/pseudoepigraphie, z.b. kollosser
    sehr kurz und prägnant: http://www.amazon.de/Das-Neue-Testament-Gerd-Theissen/dp/3406479928
    wenn ich die in der kirche vorgelesen habe, habe ich das nie als paulusbrief bezeichnet.

  68. @Lichtmalerin: Nun ja, van...
    @Lichtmalerin: Nun ja, van Gogh hat mit nur einem Ohr auch besser gemalt als viele andere …

  69. @bertholdIV: Vielen Dank für...
    @bertholdIV: Vielen Dank für den Hinweis auf Theißen. Ist Korrinther denn ebenso eine Fälschung wie Kolosser? In meinen Musikwissenschaftskreisen kusierte immer der Begriff „Paulusbrief“, aber ich lasse mich da gerne eines besseren und v.a. korrekteren belehren.

  70. @Venezia Fröscher
    sorry ich...

    @Venezia Fröscher
    sorry ich hatte den text von don alphonso nicht gelesen: zu 1 kor 14,33b-36 liegt natürlich anders, der brief ist natürlich von paulus. die frage ist ob der texteinschub s.o. sekundär ist…viele exegeten tendieren zu sekundär (widerspruch zu 11,2 etc).. aber die fachdiskussion ist ja bekannt und all die argumente

  71. Die Fortschritte der...
    Die Fortschritte der Gentechnologie werden auch der historischen Aufführungspraxis demnächst neue Horizonte eröffnen.

  72. Dann lag ich also doch...
    Dann lag ich also doch richtig. Wobei die Interpretation des genannten Abschnittes als Resultat für die Musikausübung in der kath. Kirche sekundär ist. Die Interpretation des Vatikans im 17. Jh. war eindeutig und auch durch die captatio benevolentiae des Paulus nicht zu beeinflussen. Was mich eher wundert ist, dass sie nicht ganz auf Frauenstimmen (also auch auf Kastraten) und somit auf die Gattung Oratorium in S,A,T,B-Besetzung verzichtet haben. Sie hätten ja auch nach dem alten Gregoriansichen Gesangsritus weiterverfahren können. Wollten aber zur zusätzlichen Messfeier das Oratorium und das entwickelt sich eben recht früh schon mit hohen Frauenstimmen. War es für die kath. Kirche vertretbar Kastraten zu produzieren und so in die göttliche Schöpfung einzugreifen? Alles für die Kunst?

  73. Mit Harnoncour, Verzeihung...
    Mit Harnoncour, Verzeihung Graf Harnoncourt de la Fontaine Unverzagt, bin ich groß geworden, und Karajan.
    (Im Chat würde ich hier einen Smiley einfügen).
    Nein, nur ganz gut belesen, ein Sanitätsoffizier der ein wenig singen und die Orgel schlagen kann.
    Die klanglichen Ergebnisse sind ja sehr unterschiedlich, aber gegen manches von Karl Richter ( der Standard meiner Jugendzeit) war Harnoncourt schon sehr erhellend, gerade die Matthäuspassion und die Kantaten, auch die missa. Dagegen gefielen mir Johannespassion und Weihnachtsoratorium von ihm weniger. Immerhin beeindruckend, er brachte Knaben dazu die Arien und Rezitative ganz annehmbar zu singen.
    (Der Eingangschor des Weihnachtsoratoriums in der alten Aufnahme bei Hanrnoncourt ist historische AP at its worst, stampfen der betonten Tektzeiten für Zählschwache)

  74. @bertholdIV: Übrigens, der...
    @bertholdIV: Übrigens, der Text ist incht von Don Alphonso, sondern von meiner Wenigkeit, Venezia Fröscher.

  75. @HansMeier555: Zweifelthaft,...
    @HansMeier555: Zweifelthaft, ob sich die Gentechnologie dafür interessiert, wenn es bereits Countertenöre gibt … Da ist ja schon der moderne Kastrat. Genetisch müßte nur das Wachstum der Stimmbänder unterbunden werden, so kann der Mann seine Männlichkeit behalten. Verfügen Sie über zukunftsweisende Pläne?

  76. @prince Matecki: Chapeau, Herr...
    @prince Matecki: Chapeau, Herr Principe! Wer sich als singender und orgelschlagender Sanitätsoffizier mit den Besonderheiten der historischen Aufführungspraxis so einschlägig beschäftigt, ist ein wirklicher Liebhaber, der ist ein kennender Liebhaber und weiß weit mehr, als mancher unliebender Kenner.
    Das für sie Harnoncourt erhellend war, kann ich gut aus eigener Erfahrung begreifen. Es hat solche Leute gebraucht, um den Karajanschen Klangkaskaden zu entkommen und endlich die Adornosche Arroganz, „hätte Bach einen Steinway gekannt, hätte er für diesn komponiert“ zu überwinden. Wobei ich in heutiger Zeit einen Rückschrittt bemerke: Was beispielsweise Biondi mit einem Villazon künstlerisch gemein hat, ist mir ein Rätsel.

  77. Liebes Fräulein...
    Liebes Fräulein Fröscher,
    .
    das würde zumindest den literarischen Qualitätssprung erklären.
    Ich nehme an, Sie kennen das: ISBN 978-3869061252.

  78. Die Ansicht, dass...
    Die Ansicht, dass Countertenöre ähnliches leisten, ist wohl v.a. politisch korrekt.

  79. Dass sich Edison nicht ein...
    Dass sich Edison nicht ein paar Jahrzehnte früher zu seiner Erfindung bequemen bzw. der VAtikan seine unerwarteten Humanismusanfälle nicht ein paar Jahrzehnte später bekommen konnte.
    .
    Der Hochleistungssport macht es nicht wett.

  80. Il signore Balatri - ein...
    Il signore Balatri – ein negatives Beispiel dieser Maßnahme für die Kunst, aber ein lesenswertes. Sicherlich verkennen wir heute das grausame Schicksal, das diesen Männern wiederfuhr. Sie machten im Idealfall zwar große Gesangskarriere und ernteten Ruhm und Anerkennung, allerdings zeugungsunfähig zu sein und somit nicht durch ein Kind, also die Reproduktion, in die Ewigkeit eingehen zu können, ist grausam. (Darunter hat Herr Balatri zumindest wohl u. a. gelitten.) Zumal wenn man bedenkt, dass diese Menschen sicherlich religiös und gläubig waren. Für mich ist es daher ein Rätsel, wie die kath. Kirche das ausnahmslos unterstützt hat.

  81. Ja, und diese ganze...
    Ja, und diese ganze Maschinerie bzw. Schneidemanie bestand bis ins 19. Jh. – natürlich in abgeschwächter Intensität.
    Countertenöre leisten musikalisch ähnliches oder fast gleiches, nicht aber menschlich bzw. leidend.

  82. Mit dem heutigen Publikum...
    Mit dem heutigen Publikum hatten sie gemeinsam, dass sie nicht wussten, was ihnen entging.

  83. Den Eindruck, dass manches bei...
    Den Eindruck, dass manches bei heutiger hist AP (oder „informierter“, auch so ein p.c. Begriff) nur noch mechanisch ist, dazu gern mit „höher schneller weiter“ (vor allem auch schneller…) gearbeitet wird, den Eindruck habe ich auch bisweilen. Und was Stars angeht, da fragt man sich wirklich was manche Chefs entsprechender Ensembles reitet wenn sie sich solche Leute holen. Dann doch lieber Barbera Streisand mit „lascia, ch io pianga“.

  84. Kastration ist barbarisch,...
    Kastration ist barbarisch, keine Frage. Mir kommt da die wahrscheinlich als reaktionaer verschrieene Theorie in den Sinn, naemlich, dass kulturelle Hochleistungen aus der autoritaeren Beschraenkung geboren werden. Des Kuenstlers Wille den Hochmoegenden ein Schnippchen…
    …irgendwie merke ich, das ich falsch liege. Das Musikverbot fuer Frauen ging von der Kirche aus. Das Kastrieren von Knaben zum Ergoetzen des weltlichen und geistlichen Publikums wurde eben von derselben Kirche, wenn nicht gefoerdert, so doch geduldet.
    Hmm!
    Andererseits: Was waere so manches Musikstueck, wenn es in den bestimmten Tonlagen NICHT fuer Kastraten notiert waere? Was entginge uns, wenn es nicht so waere?
    Da sass ich nun, und hoerte eine kurze Arie von Cavalli (Ercole Amante) und fragte mich, wie um Gottes Willen, waere diese eine Figur, anders zu besetzen gewesen als mit einem Kastraten, resp. einem Countertenor? Oder bin ich hier wieder auf die eigenwillige Interpretation der Dramaturgie hereingefallen?
    .
    (Ich gehe mal auf die Suche bei YT. Kann sein, dass ich fuendig werde. Dann wird deutlci, was ich meine. Hoffe ich.)

  85. die kirche ist nun auch...
    die kirche ist nun auch kurios.
    .
    damen wird befohlen, in der kirche den mund zu halten, wohl weil sie die pfaffenhirne durcheinanderwirbelten – aber das konnten diese nur wissen, weil sie viel kontakt mit der holden weiblichkeit hatten.
    deren männer waren in der weltgeschichte unterwegs, um sich auf den kreugzügen i.a. verhouwen zu lassen, und weitaus ungebildeter und unbelesener als ihre gattinnen.
    damit dies nicht weiter auffiel, wurden eben die eigentumsverhältnisse auf die herren hin zementiert, züchtigungsrecht dito, ehebruch konnten nicht die herren, sondern nur die damen begehen, deren liebhaber, falls man ihrer habhaft wurde, beim o.g. gesangswettbewerb nach restkräften hätten mitmischen können, wären sie noch jünger gewesen, weiterhin galt es als dame, intellektuell völlig unauffällig die festivitäten optisch und gesellschaftlich zu bereichern, um keinem mächtigen herrn seine lücken aufscheinen zu lassen (frauen, seid besser schön als klug).
    .
    wenn also ein pfaffe die anwesenheit einer dame als dergestalt gefährdend einstufte, dass, weil sie so verlockend sei, sie sich ein tüchlein über die weissen schultern und ein häublein auf das goldhaar überzuziehen habe, und sich nicht etwa der mann zu disziplinieren habe, weil er dazu nicht in der lage sei, so erscheint es unlogisch, zwischen den geschlechtern die in der kirche allgemein übliche klassifizierung vorzunehmen.
    wenn der weibliche gesang als so verführerisch empfunden wurde, dass sich selbst kleriker dem nicht entziehen konnten, so musste man ihn wohl verbieten, wenn man sich nicht zu beherrschen befähigt sah, denn als liebhaber wollte man wohl nicht enden, s.o.
    .
    man regt sich stattdessen darüber auf, dass, um kunst in ihrer mannigfaltigkeit weiterhin einigermassen geniessen zu können, urplötzlich kleine jungs wichtiges einbüssen.
    (erst etwas zu verbieten, um dann doch wieder einen ausweg zu finden, nicht ohne unglück aus dem weg zu gehen: im prinzip war dies vergleichbar mit dem ersten steuerschlupfloch.)
    .
    .
    im prinzip hätte die kirche als wichtiges gesellschaftliches element eigentlich
    die wechselseitige faszination der geschlechter positiv darstellen können.
    .
    .
    und wenn man countertenor und weibliche stimmlagen vergleicht – es klingt doch unterschiedlich.

  86. Gefunden! Ab 2:36.
    Die...

    Gefunden! Ab 2:36.
    Die Darstellung liebenwuerdiger Naivitaet geht nur mit der Stimme eines Countertenors.
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=F8gPKU3qgjE
    .
    Das mag ich wirklich.

  87. cher Filou, da sitze ich nun,...
    cher Filou, da sitze ich nun, in einem kleid von cavalli, und sehe, dass sich unsere beiträge überschnitten…
    .
    wenn es etwas nie gegeben hätte, dann hätte man es kaum vermisst. es steht stark zu vermuten, dass man nie für diese warme, einhüllende klangfarbe irgendetwas auf papier gebannt hätte. eine rechtfertigung? non.

  88. Nein, lieber Filou, ganz im...
    Nein, lieber Filou, ganz im Gegenteil!
    .
    Kastration ist nicht barbarisch, sondern eine Zivilisationserscheinung.
    Barbaren tun so was nicht, dafür sind sie viel zu unverdorben und zu naturverbunden. Und haben einen anderen Musikgeschmack.

  89. @donna laura
    .
    Die...

    @donna laura
    .
    Die teutonischen Protestanten sind schuld, die waren es nämlich gewesen, welche im 16. Jh. die weibliche Präsenz im Vatikan unablässig skandalisert haben.
    Daher muß man diese Dekrete als Notwehrmaßnahme begreifen: Frauen mussten von der Bildfläche verschwinden, damit die bigotten Bürgerlein endlich aufhören neidisch zu tuscheln.
    .
    Wir bewerten solche Eingriffe als heute Inhumanität bzw. als schwere „Verletzung der Menschenwürde“, aber uns wiederum bewertet man dafür ja auch nicht zufällig als weltfremde Gutmenschen bzw. Fanatiker der politischen Korrektheit. Wir sind ja auch gegen Atomkraft, Apartheid und Organhandel strikt voreingenommen, ohne die vielen Vorteile zu sehen.
    .
    Wo doch hunderttausende gerne auf Gesundheit, Würde, Nieren und sicher auch auf Sex verzichten würden, um nur einmal olympisches Gold, regionalen Promi-Status oder wenigstens eine unkündbare Beamtenstelle zu genießen.

  90. HansMeier, jaja, aber...
    Donna...

    HansMeier, jaja, aber…
    Donna Laura, jaja, aber…
    .
    Als Romantiker vom Saalestrand (Es ist dort huebsch, nur die Leute sind eklig. Analog zu Bayern), glaube ich zu wissen, dass im Menschen eine unausgesprochene Sehnsucht lebt und die Kunst sie anfuehlt, ausspricht und in den herrschenden Verhaeltnissen die rechte Form findet das auszudruecken.
    .
    Cut!
    Und dann die Frage, warum ist die Musik dieser Zeit so herzerwaermend schoen, obwohl die Verhaeltnisse so furchtbar waren? Dann: Warum ist die heutige Kunst in fast allen Sparten so unertraeglich haesslich und langweilig, obwohl es uns eigentlic so gut gehen soll?
    .
    Ueberblendung.
    Steht Filou vor einem Poster von Lady Gaga und popelt in der Nase.

  91. @filou: den Hercole amante...
    @filou: den Hercole amante haben Sie schon früher mit Gewinn hier uns untergejubelt ;-) großartig!!!
    @Donna Veneziana: Danke für Ihre Antwort. Sehr interessant, das Opernverbot! Das müsste man sich einmal näher ansehen. (der Vollständigkeit halber: „Bildersturm“ ist nun nichts genuin katholisches, right?)

  92. @prince Matecki: Harnoncourt...
    @prince Matecki: Harnoncourt hat ganz Ausserordentliches geleistet für die Bach-Interpretation!

  93. Ein etwas eigenwilliges...
    Ein etwas eigenwilliges Orchideenthema im wüsten Dschungel des erotischen Analphabetismus…
    Ich fürchte, hätte die Kirche die gegenseitige Faszination der Geschlechter kultiviert, hätten unsere Vorfahren bestimmt seit Generationen mehr Spass gehabt, aber wir hätten auf eine Menge prächtiger Kirchenbauten und Oratorien, sowie auf viele kaminwohlige Gruselgeschichten der Inquisition verzichten müssen.
    .
    Die Südsee war das Paradies für die europäischen Eroberer – war aber nicht durch opulente Architektur, Kleidung oder Musik hervor getreten.
    Man lebte halt im Club Mediteranné, warum sich also stressen?
    .
    68 wurden die BHs verbrannt, aber 2011 würde nur 1% der Frauen unter 40 ‚oben ohne‘ noch als ihre normale Badekleidung tragen.
    Und nur 12% der Männer halten eine kleine Badehose für o.k, statt sich die Weichteile mit einem zur Short umgearbeiten Surfsegel zu kühlen. Fühlt sich klatschnass sicher toll an.
    .
    Dafür kann sich der gehobene Polokragenfrosch immerhin wieder einen Mercedes Flügeltürer mit 517 PS für deutlich unter 200.000 Euro kaufen, während sein Komplementärgesellschafter S-Bahn-Prügelheini einen leicht angesoffenen Handwerker zu Brei schlägt, weil der eine Sekunde zu lange auf den Plastik-Nuckel am Fake-Goldkettchen geglotzt hatte, der für Prügelheini der Orden seiner Street-Credibility ist.
    Make love, not war (auch nicht im Börsenderivat-Revier) ist abgedroschen, aber immer noch so viel besser wie es die Musik der 60,70er war, wenn man das mit dem gnadenlosen Gewimmer der deutschtümelnden Betroffenheits-Quäken vergleicht.
    „Mails checken, dann Welt retten‘ etc. ist auch Kastratengequietsche, aber da ist was zwischen den Ohren, statt zwischen den Beinen entfernt worden…
    z.B ‚Born to run‘ von Springsteen 1975 hat eigentlich schon eine Menge der heutigen Probleme thematisiert, aber mit was für Bildern, was für einer Dynamik…
    Oder Neil Young, und viele andere…
    Warum nicht gleich mit der pösen, pösen Rap-Version von Schni-Schna-Schnappi ein Vermögen machen und dann mit einem Private-Equity Fond verzocken? Und ein paar Leute mehr arbeitslos machen, dafür ein paar Bankstern ein paar Liter Diesel für die Yacht spendieren.

  94. lieber HansMeier555, nun, den...
    lieber HansMeier555, nun, den teutonen brachten die staufer das unglück, denn bis zu den saliern war die weibliche präsenz in höheren funktionen noch einigermassen vorhanden.
    .
    ceterum censeo, die damen haben den verstand, die herren das gemüt und die leidenschaft.

  95. Zum Schluss, da meine Katze...
    Zum Schluss, da meine Katze mich zu Bette fordert:
    http://www.youtube.com/watch?v=F8gPKU3qgjE
    .
    Gewidmet allen Frauen, die alles ueber Maenner zu wissen glauben. Sie haben recht.
    .
    An alle Maenner: Jungs, es ist leider nicht anders. Wir muessen zusammenhalten!
    .
    (Wenn nicht der Priester uns kastriert, dann schaffen es unsere Frauen ohne Messerchen scharf. La lotta continua!)
    .
    Nacht allerseits.

  96. geehrter HansMeier555,
    ich ...

    geehrter HansMeier555,
    ich finde Sie sollten nicht mehr so viel auf Protestanten herumhacken.
    Es fängt an zu nerven .

  97. Clemens IX, Ikea und der...
    Clemens IX, Ikea und der Pleiterettungsfond in einem Absatz: da fehlt mir die üppige Pracht der Christina von Schweden, deren Testosteronspiegel leider nicht überliefert ist, aber ihre Abendessen mit Papst+Pecorino.Hosenanzüge konnten auch schon früher regieren.Vielleicht eine Anregung, wenn der Hausherr auf excursiones in Innsbruck war, und seine jesuitischen Archive studierte ?

  98. Ob der T-Spiegel bei...
    Ob der T-Spiegel bei Christina, und auch bei Ihrem Nachfolger Karl X.Gustav, vielleicht so hoch war, weil man(n) am Hofe stets die staatlichsten Hirsche verspeiste?
    Nutri-Doping ?

  99. Ich lese Ihren schönen Text...
    Ich lese Ihren schönen Text Don,… und erinnere Algabal, Heliogabal, Elagabal:
    „Wenn um der zinnen kupferglühe hauben
    Um alle giebel erst die sonne wallt
    Und kühlung noch in höfen von basalt
    Dann warten auf den kaiser seine tauben.
    Er trägt ein kleid aus blauer Serer-seide
    Mit sardern und saffiren übersät
    In silberhülsen säumend aufgenäht ·
    Doch an den armen hat er kein geschmeide.
    Er lächelte · sein weisser finger schenkte
    Die hirsekörner aus dem goldnen trog ·
    Als leis ein Lyder aus den säulen bog
    Und an des herren fuss die stirne senkte.
    Die tauben flattern ängstig nach dem dache
    »Ich sterbe gern weil mein gebieter schrak«
    Ein breiter dolch ihm schon im busen stak ·
    Mit grünem flure spielt die rote lache.
    Der kaiser wich mit höhnender gebärde ..
    Worauf er doch am selben tag befahl
    Dass in den abendlichen weinpokal
    Des knechtes name eingegraben werde.
    Stefan George: Algabal, 98

  100. Danke für das Lob, aber der...
    Danke für das Lob, aber der Text ist nicht von mir, sondern, wie erwähnt, von Venezia Fröscher, die sich aber sicher auch freut.

  101. @spezialgeyer
    .
    Dann sollen...

    @spezialgeyer
    .
    Dann sollen sie gefälligst einen Ablaßbrief kaufen.

  102. Wenn der Barbar zum ersten Mal...
    Wenn der Barbar zum ersten Mal die Zivilisation sieht, denkt er sich: „Total pervers“.

  103. (Die spinnen, die Römer)...
    (Die spinnen, die Römer)

  104. Ich lebe wohl leider in der...
    Ich lebe wohl leider in der falschen Zeit… passiert mir schonmal dass ich, wenn ich lange Texte gelesen oder geschrieben habe, völlig verinnerlicht, einen Telefonanruf annehme, mich ordnungsgemäß mit meinem Nachnahmen melde, und dann mit „Guten Tag Frau… ich möchte Herrn… sprechen“ konfrontiert werde. Nach diesem Beitrag hätte ich vor 300 Jahren ein sexy Superstar sein können, und ganz ohne Schnitt. So leider, in der heutigen Zeit, findet mich nur mein dicker schwuler Friseur, der übrigens als Countertenor singt, sexy und knuddelt mich immer ganz feste.

  105. "dass im Menschen eine...
    „dass im Menschen eine unausgesprochene Sehnsucht lebt und die Kunst sie anfuehlt, ausspricht“ – cher Filou, sicherlich. „und in den herrschenden Verhaeltnissen die rechte Form findet das auszudruecken“ – dies auch. eine ameise findet immer ein löchlein zum zuckervorrat.
    .
    männer werden übrigens von frauen nicht kastriert, im gegenteil*. was wären sie, entsprechende orientierung vorausgesetzt selbstverständlich, ohne sie, die frauen! ach, und umgekehrt!

    * zudem wurden sie – indirekt – von den klerikern kastriert, die sich selbst ihrer eigenen eier nicht vergewissern durften.
    aggression?
    eierneid?
    aber nicht doch, doch nicht bei himmelvoll beseelten…
    .
    man kann bestenfalls mit fug und recht behaupten, dass ein zusammensein mit einem anderen menschen auch stets das eigene sein verändert, und dies trifft auf beide seiten zu.
    .
    in einer multioptionalen welt kommt es einem so vor, als ob man auch tausend andere möglichkeiten zu leben hätte.
    in der theorie, der grauen, ist dem auch so, allein das leben selbst besteht aus einer spur, aus einer option, da muss man sich entscheiden und mit den konsequenzen, auch mit den positiven, leben, aber nicht in permanenz umentscheiden.
    letzteres wäre entschieden lebensuntüchtig.

  106. @Frau Fröscher: Apropos...
    @Frau Fröscher: Apropos Regietheater. Es gibt ja mittelgroße Theaterhäuser in der mittelgroßen Provinz, in denen die Zuschauer jedes Abweichen der Inszenierungen in zeitgenössische Kreativität mit Boykott bestrafen. Auch in meinem privaten Umfeld hetzt die altvordere Generation über jede Telefonzelle auf der Bühne, bis die Mundwinkel reißen. Und ein bei jedem Schlachter toleriertes Rehfleisch wird mit der stillen Post zu einem auf der Bühne höchst-live hingemetzelten Tier… Das sind dann offensichtlich die unschönen Zeichen der Diktatur der Alten: Je mehr von den Silberlöckchen die Abos bezahlen, je weniger Überraschendes und Zeitgeistliches wird auf der Bühne zu finden sein.

  107. Im Inhalt verschieden, in der...
    Im Inhalt verschieden, in der Form sehr ähnlich: Das Reden und Schreiben über Fußballgrößen und das Reden und Schreiben über Opernsänger. Überall Wissens-Brillantine.

  108. @HansMeier555: Ich finde, Sie...
    @HansMeier555: Ich finde, Sie dürfen gerne weiter die Lustfeindlichkeiten der Evangelen aufpieken. Wenn die Taliban ein Vorbild hatten, dann die Calvinisten.

  109. @HansMeier555: Das gilt nicht...
    @HansMeier555: Das gilt nicht nur für die Barbaren. Das denken sich wohl alle Lebewesen, wenn sie uns sehen. Wenn Zivilisationserkrankte beispielsweise nichts anderes mit ihrer Zeit anzufangen wissen, als bei dreißig Grad im Schatten zum Marathonmärtyrer zu werden. Während sich das Schwein, sofern ihm die Gnade einer Freilichtmuseumsexistenz geboten wird, ganz genüßlich im Schlammbad schläft. Und die Katze im schattigen Baume sich räkelt.

  110. Wahabiten und Neocons, Taliban...
    Wahabiten und Neocons, Taliban und Evangelikale, wo ist da der Unterschied.
    .
    Auch bei der „Entführung aus dem Serail“ ahne ich, im Lichte dieses Beitrags, ein Potential für Neuinterpretrationen.

  111. Kicher.... ob des vorletzten...
    Kicher…. ob des vorletzten Bildes. Verzeihung. Aber ich hielt das Thema Penisneid schon immer für überschätzt.

  112. @prince Matecki: Geehrter...
    @prince Matecki: Geehrter Principe, mit einem Guten-Morgen-Gruß an Sie, bin ich Ihnen von gestern Abend noch eine Antwort schuldig: Man geht neuerdings in Extreme: Gardiner noch schnellerer Mozart, Harnoncourt dagegen ein Figaro, der zum einschlafen war. Man ist wohl der Meinung, dass man die Aufmerksam des Publikums nur erhaschen kann, wenn man ein musikalische Extravaganz macht, andererseits entdecke ich immer wieder ein „Weichspülen“ – es ist mitlerweile so schön geworden, dass es schon langweilig ist. Wo sind kleinen Ecken und Kanten, die rubati, die die Interpretation der Alten Musik lange Zeit so interessant und spannend gemacht hat? Aber haben Sie mal Ph. Rousset gehört? Sein Stabat mater mit Scholl und Bonney ist ein Genuß auf höchsten Niveau.

  113. @donna laura: Es war Damen...
    @donna laura: Es war Damen u.a. auch verboten Cello zu spielen. Cembalo, Harfe, das war im privaten Rahmen noch für die Gelüste der Männer zu ertragen, aber ein Cello zwischen den Beinen einer Frau machte sie nervös …

  114. zu 05. September 2011, 00:53,...
    zu 05. September 2011, 00:53, Himmel, das war der falsche Link. Also nochmal. Sowas kommt von sowas.
    .
    Zum Schluss, da meine Katze mich zu Bette fordert:
    http://www.youtube.com/watch?v=0ro56Zy5-Uc
    .
    Gewidmet allen Frauen, die alles ueber Maenner zu wissen glauben. Sie haben recht.
    .
    An alle Maenner: Jungs, es ist leider nicht anders. Wir muessen zusammenhalten!
    .
    (Wenn nicht der Priester uns kastriert, dann schaffen es unsere Frauen ohne Messerchen scharf. La lotta continua!)
    .
    Nacht allerseits.

  115. liebe Venezia Fröscher,...
    liebe Venezia Fröscher, männer macht an frauen fast alles nervös, wenn sie nichts gewohnt sind.
    .
    daher auch die verbote und gebote – sonst kommt man zu nichts anderem. dann allerdings ist man nichts mehr gewohnt – die welt dreht sich im kreis.

  116. @Ephemeride: Da haben Sie ja...
    @Ephemeride: Da haben Sie ja zur morgendlichen Stunde etwas wahres gesagt. Erstaunlicherweise sieht es bei vielen jungen Menschen bzgl. Regietheater allerdings nicht anders aus. Ich entdeckte in Berlin häufig, dass die jungen Leute sich lieber eine verstaubte Tosca ansahen, als in eine moderne Inszenierung von z.B. Busonis Faust zu pilgern. Solange wir das Theater nur als Stätte des Genusses, der Kulinarik betrachten, passiert da wenig. Würde Theater als Begegnungsstätte mit Marktplatzmentalität wahrgenommen werden, die zur Diskussion einlädt und nicht zum Zurücklehnen und Konsumieren einlädt, sähe unsere Gesellschaft evtl. in Teilen anders aus.

  117. Hinweis: Also ich liebe ja...
    Hinweis: Also ich liebe ja verstaubte Inszenierungen:
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=XzErPt-GKtk&feature=related

  118. Früher hat man Kastriert und...
    Früher hat man Kastriert und das führt man hier jetzt auf, Heute ist unsere Gesellschaft bzw, sind Eltern nicht wirklich verantwortungsvoller. Wo ist der Unterschied?
    Kinder werden schon als Kleinkinder auf Erfolg und Leistung gedrillt und es werden bei Teenagern oftmals optische Korrekturen vorgenommen. Eine Brustvergrößerung oder Fettabsaugung bei 14-jährigen ist nicht so ungewöhnlich in gewissen Kreisen.
    Es werden in vielen Ländern Mädchen beschnitten und mit dem vordringen des radikalen Islams werden alle Erfolge der jüngsten zeit wieder zunichte gemacht.
    Im Islam und Judentum werden Jungs beschnitten, was zu oft zu Entzündungen und sogar zum Totalverlust des Gliedes führen kann und damit stellt
    Es ist nichts dagegen zu sagen wenn sich Erwachsene operieren lassen, aber bei Kindern und Jugendliche geht das zu weit.

  119. @HansMeier555: Entführung mit...
    @HansMeier555: Entführung mit Talibanhintergrund – da wären wir dann voll im Regietheater. Übrigens hat es diese Versuche bereits gegeben: Es brachte wenig neue Erhellungen und konzentrierte sich mehr auf die Anderartigkeit, das Befremdliche, die Angst vor den Anderen. Ist Mozarts Entführung nicht auch eine Auseinandersetzung mit möglicher Einigkeit in der Andersartigkeit? Das Exotische zieht sexuell an: Konstanze ist dem Bassa gar nicht so abgeneigt.

  120. @P.V. Comazon: Ich bin es, die...
    @P.V. Comazon: Ich bin es, die Autorin und ich danke für das Lob und freue mich, wie der geehrte Don zu früher Morgenstund schon weitblickend vermutete, darüber.

  121. @Alphonso & Filou: Verstaubt...
    @Alphonso & Filou: Verstaubt geht erstaunlicherweise besser mit romantischen Opern, aber verstaubte Barockperrücken bei einer Musik, die so tänzerisch, so energiegeladen ist? Da muss man sich bewegen, tanzen … wie wäre es hiermit: http://www.youtube.com/watch?v=K5KlgvD22UE
    Sasha Waltz

  122. @Venezia
    .
    hach, ich meinte ja...

    @Venezia
    .
    hach, ich meinte ja nicht die Taliban, sondern wollte eher eine (auch gesangliche) Aufwertung der Rolle des Türhüters Osmin. Jemanden in dieser Rolle eine Basstimme zuzuordnen anstatt diejenige, zu welcher er doch bestimmt ist, das war schon damals der politischen Korrektheit geschuldet.
    Der Aufkläricht hatte bereits alle Weltfrüchte mit seinem Mehltaub belegt, und das schon im Rokoko.
    .
    Schon damals lief es ja so, dass niemand mehr sagte: Wir lassen unser Kind kastrieren, sondern immer andersrum: Leider hat unser Sohn durch eine bedaurliche tragische Erkankung /Unfall … diese Verletzung davongetragen, jetzt soll er doch wenigstens schön singen lernen.
    Und solange der Papst und andere Impresarien solche Leute engagierten, riß auch der Strom der Bewerber nicht ab. Berufsverbot!

  123. Die stimmphysiologische...
    Die stimmphysiologische Forschung (so hörte ich grad im Küchenradio, ich hab tatsächlich nur ein Radio, jetzt gibts Schubertiade Hohenems, gesponsert von Novomatic, ach , so profitiere auch ich nolens-volens vom kleinen Glücksspiel, das unsere Konservativen – nicht unbezahlt? – begünstigt haben und das unsere wackeren Sozialdemokraten abzuschaffen nicht mehr den höchst wünschenswerten sozialreformerischen Impetus haben), also die Physiologen haben mit Damhirschen und Hunden experimentiert und herusgefunden, daß die Hirsche und die Hunde als einzige Tiere den gleichen Kehlkopfaufbau wie wir Menschen haben und also auch imstande wären Arien zu singen. Mein Vater sang seinen Hunden vor und sie fielen stimmhaltend ein, mein derzeitiger Hund singt nicht, gibt aber sehr modulierte Laute, denen ich entnehmen kann was ihn bewegt und was er will (im Wald schweigt er, außer bei Totverbell). Und das sehnsüchtige und imponierende Röhren der Hirsche ist meinen Ohren ohnehin eine Aria.
    http://oe1.orf.at/programm/283158

  124. Ich hätte einen sehr...
    Ich hätte einen sehr ansprechenden Mix aus Verstaubt und Modern: http://www.youtube.com/watch?v=xoGdyjZoME0
    modernes Bühnenbild mit barocken Zitaten, dazu historisierende Kostüme. Die Figurenregie war zeitgemäß, als kein Divenhaftes Rumstehen auf der Bühne, sondern Aktion! Händels Tamerlano in München

  125. @ sttn: Und heutzutage dienen...
    @ sttn: Und heutzutage dienen die meisten operativen Eingriffe meist der Schönheit und diese ist ja nun bekanntlich völlig relativ. Im Barock hätte man den Damen wohl lieber etwas mehr Speck auf die Hüften gespritzt, denn wie heute abgesaugt. Sogar auf er Opernbühne hat dieser Schönheitswahn Einzug erhalten: nach Möglichkeit sollen Sänger Modelmaße haben: Das Auge hört ja mit. Frage ist nur, woher dann die Stimme kommen soll. Töne brauchen Resonanzraum – es muss ja nicht gleich der feiste Tenor sein, aber abgemagerte Sopranistinnen singen meist, wie sie aussehen.

  126. lieber Hans Meier555,
    waren...

    lieber Hans Meier555,
    waren Ihre Ferien schön? Energetisierend jedenfalls scheinen sie gewesen zu sein, denn Sie sind wieder groß in Form und wir (also ich jedenfalls) estimierens!

  127. @Frau Fröscher: So sehe ich...
    @Frau Fröscher: So sehe ich es auch. Es sollte im Theater nicht um ‚verstaubt‘ oder ‚modern‘ gehen, sondern um Blickwinkel, Anregungen, Diskussionsanlässe. Höchst befremdlich finde ich die Pausengespräche, die nur noch die bereits erwähnte Telefonzelle im Blick haben als ‚unpassenden‘ Fremdkörper – und gar nicht mehr das Stück als solches oder die Leistung der Künstler.

  128. @HansMeier555: Ich verstehe....
    @HansMeier555: Ich verstehe. Wobei musiktheoretisch betrachtet, der Osmin kein Kastrat hätte sein können. Er ist der brummige, böse Exot und als unfreundlicher Bösewicht in der Opernstimmdramaturgie als Bass oder zumindest Bariton zu besetzen, da ändert auch sein Eunuchen-Dasein nichts an der Konvention. Als Kastrat hätte er eine positive Konnotation gehabt und das hätte ja dramaturgisch nicht gepasst. Kastraten waren ja immer die Guten! Aber ich muss gestehen, es wäre eine interessanter Versuch!

  129. @Donna Laura: In der...
    @Donna Laura: In der wöchentlich erscheinenden Frauenpresse wird ein ähnliches Männerbild gepflegt: Im Grunde genommen sind sie alle gleich, wird da gerne kolportiert, und wenn man Knöpfchen A drückt, macht das Männchen Männchen. Und wenn man Knöpfchen B drückt, macht das Männchen was anderes. Nur Mario Barth und seinesgleichen sind in ihren Geschlechter-Bildern noch eintöniger.

  130. @P.V.Comazon: So weit ich...
    @P.V.Comazon: So weit ich weiss, war Heliogabal der Titelheld des einzigen Theaterstücks von Antonin Artauds Theater der Grausamkeit, das wirklicher sein wollte als die Realität ( das kennt man sonst nur von Religionen und psychopathologischen Störungen).
    Leider ist es mit der Priesterschaft nix geworden bei Artaud, dafür mit der anderen Option um so heftiger. Armer Kerl.
    Und auch der historische Heliogabal hat weit weniger poetisch geendet, auf der Flucht vor seinen eigenen Truppen mit meuchelmörderischer Absicht soll er sich mit seiner Mutter in den Latrinen des Palsts ertränkt haben.
    .
    Wie so oft klaffen Realität und Dichtung ein bisschen auseinander.

  131. @ HansMeier555: Mozart hat...
    @ HansMeier555: Mozart hat übrigens in seiner letzten Oper „La Clemenza di Tito“ Kastraten besetzt: Sesto und Annio waren ursprünglich Kastratenpartien, heute werden sie zumseist mit Hosenrollen besetzt.
    So abgeneigt war man den Kastraten zu Mozartszeit dann wohl doch nicht. Immerhin war die Oper für die Krönung von Kaiser Leopolds II. zum König von Böhmen vorgesehen. Hätte man da nicht politische Korrektheit walten lassen sollen?

  132. @donna laura, 10:24: Das ist...
    @donna laura, 10:24: Das ist wohl wahr! Wenn es sich dann auch noch um diese katholischen Priester handelt, die ein seltsames Verhältnis zur Sexualität hatten und haben, dann sowieso. Lieber alles ausmerzen, was Freude bringt. Selbstkasteiung pur!

  133. @ Ephemeride & Donna...
    @ Ephemeride & Donna Laura:Mein Eindruck ist, dass es Sitte geworden ist, Männer gegen Frauen (und umgekehrt) auszuspielen. Herr Barth fördert dieses sexualisierte Geschlechterbild perfekt. Neuerdings gibt es Fernsehspiele in denen Männer gegen Frauen antreten. Was wird da für eine Information transportiert?

  134. Man müsste neofeudal, d.h....
    Man müsste neofeudal, d.h. neoliberal argumentieren: In der 3. Welt gibt es Kinder, die aufgrund einer Erkrankung, dafür in Frage kommen und denen wir die Zukunft, den Weg zu Wohlstand, Ruhm und Reichtum nicht mit unseren bigotten Tabus verbauen dürfen.
    Im weiteren Verlauf der Diskussion kann man die Berufsverbotanhänger dann gerne auch als „zynisch, verlogen, kolonialistisch, snobistisch, weltfremd, irrational, moralinsauer, bestitzstandwahrend“ etc. titulieren, weil ihnen ihre Prinzipienreiterei wichtiger ist als die Lebenschancen aufstrebender Jugendlicher aus anderen Kontinenten, deren Konkurrenz sie fürchten.
    .
    Beginnen müsste man das Plädoyer mit der Feststellung, dass das Berufsverbot ein „linkes Dogma“ darstellt, das wir alle nun erst mal in einer ergebnisoffenen, rationalen, unideologischen Diskussion hinterfragen müssen.
    .
    Vielleicht könnte die Schweizer Weltwoche den Anfang machen, gefolgt von der ZEIT, und immer gepusht vom Perlentaucher… ?

  135. Man kann ja auch behutsam...
    Man kann ja auch behutsam modernisieren: Wie Leporello Donna Elvira am Ende die Beine spreizt, das ist neu. Und barock.
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=FOeC5N1fVJ8&feature=related

  136. Mit Purcell wird momentan...
    Mit Purcell wird momentan sowieso viel Schindluder getrieben. Grollend erinnere ich mich eines King Arhur in Salzburg. Keine Oper kommt ohne Stahlhelm und Gestapomantel aus.
    Vor vielen Jahren musste in London ein Belsazar im Konzentrationslager spielen.
    Je mehr Zeit vergeht, um so antifaschistischer werden die Regisseure, die deutschen allemal.
    .
    Aber jetzt mal eine andere Frage, liebe Venezia: warum kommen in der franzoesischen Oper des 17ten und 18ten Jahrhunderts fast keine Kastraten vor?
    Oder bin ich da im Irrtum?

  137. @Venetia 11:23 ,...
    @Venetia 11:23 , stimmt!
    (Kopfkratz)

  138. Ach, eigentlich ist die...
    Ach, eigentlich ist die Rollenklischee-Spielerei mit Männlein und Weiblein doch anregend und unterhaltsam – wäre sie nicht allzu häufig so öde vorgetragen. Aufsitzrasenmäher versus Schuhladen, gäääähn. Hier wäre Don Alphonsos Wunsch nach behutsamer Modernisierung jedenfalls angebracht.

  139. liebe Venezia Fröscher, diese...
    liebe Venezia Fröscher, diese entwicklung erscheint beunruhigend wie auch auf niedrigstem niveau stattfindend. niemand wird dabei irgendetwas gewinnen können.
    nur die Filousche frauenlyrik/männerleid-arie regt da zum lachen an, kopfnickend.
    .
    liebe/r Ephemeride, von männchenmachen war ja nicht rede – im ganzen artikel steht nichts davon, ganz im gegenteil.
    .
    natürlich sind sie nicht gleich, in ihren charakterlichen ausprägungen, und das wäre auch ein ausgemachter unsinn, dies zu behaupten.
    .
    das amüsante ist, dass es gerade die herren sind, die in traulicher runde zu solchen geständnissen hinreissen lassen – in der (m.e. wechselseitig bestehenden) hoffnung, sich recht bald wieder an mehr offenherzigkeit in der gesellschaft gewöhnen zu dürfen.
    .
    aber die zeiten sind ja leider anders, da würde ich The Great Artiste voll zustimmen.
    .
    man kann natürlich versuchen, es sich vorstellen, wie es wäre, wenn es auch eine seit jahrtausenden betriebene kultur des begehrlichen blickes der frauen auf männer gäbe
    – die blicke gibt es, sie fallen nur nicht weiter auf, wenn man es nicht möchte.
    (vielleicht sollte unser lieber gastgeber in seinem grünen salon nebenan weniger fahrradrahmen ins netz stellen, sondern lieber seine fahrradhosensammlung – mit lebendem modell. ich glaube mich dunkel an ein unmögliches gästeexemplar zu erinnern. lieber don, wir möchten auch die schönen hosen sehen!)
    .
    vielleicht würde es ein wenig nervös machen, auf der strasse lauter charmanten, jungen, schlanken, muskulösen, gestylten, leichtbekleideten männern zu begegnen
    – solchen zum beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=TqlAOJGKplM
    ach, seufz, leider, es ist so nicht…

  140. Liebe Donna Laura,...
    Liebe Donna Laura, entschuldigen Sie, ich habe mich etwas irrtümlich durch Ihren Beitrag hinreißen lassen zu einer mehr ins Allgemeine greifenden Unlust-Äußerung. Von Männchenmachen haben Sie durchaus kein Lied gesungen, das stimmt. Übrigens auch nicht von Frauchenmachen (in beiden Fällen gemeint als: Mache ich dies, macht das andere Geschlecht stereotyp das, wie der Hund mit dem apportierten Stöckchen).
    Und ich stimme Ihnen voll und ganz zu: Die Nervosität zwischen Mann und Frau kommt ganz woanders her als uns Privatsenderei und Wochentitel kolumnenhaft einreden wollen. Die kommt eher von schönen Hosen!

  141. Gefällig sind sie anzusehen,...
    Gefällig sind sie anzusehen, aber plötzlich, klitsch, klatsch, ohrfeigen sie den Bundeskanzler.

  142. @Filou: Die gibt es da auch,...
    @Filou: Die gibt es da auch, aber in Frankreich bevorzugte man eher die Stimmversion des haute-contre, also einen sehr hoch singenden Tenor (der übrigens körperlich nichts einzubüßen hatte). In rameaus Platée gibt es z.B. eine solche Stimmabart. Das Kastratenphänomen ist tatsächlich ganz eng an die italienische Oper bzw. das Oratorium gekoppelt.

  143. @Don Alphonso: Ja bitte!...
    @Don Alphonso: Ja bitte! Andeutungen sind doch sowieso viel erotischer als Tatsachen. Erwähnte Poppea, die ich mal sah, zeigte eine Vergewaltigung mit einer Flasche, es war so realistisch und so ekelig, das war sogar mir als Regietheateraffine zu viel!

  144. @Ephemeride: Ja,...
    @Ephemeride: Ja, Rollenklischees sind unterhaltend und letztlich spielt jede Oper oder auch der Film damit. Aber in der Populärkultur hat das ein Ausmaß angenommen, so meine empfindung, die ist langsam wirklich öde langweilig und bringt keine neuen Erkenntnisse oder bringt uns in der „Mann-Frau-Emanzipations-Debatte“ um keinen Deut weiter.

  145. @Venezia, Platée? Ich kenne...
    @Venezia, Platée? Ich kenne leider nur die eine von der Opera Garnier mit Minkowski und dem ziemlich guten Paul Agnew. Da ist mir nichts aussergewoehnliches aufgefallen. Welche Rolle singt da Haute-Contre? Nach der naechsten Weinlieferung werde ich zu Nachforschungszwecken nochmal im froschreichen Morast wuehlen. Passt auch prima zu 12:12, die Platée.
    Auweiha, ich dachte immer, dass das Thema seit dem entschiedenen Eingreifen des Erzengel Gabriel erledigt sei.
    http://www.youtube.com/watch?v=PgqpJlV1JuI&feature=fvsr

  146. liebe/r Ephemeride, oder von...
    liebe/r Ephemeride, oder von solcherlei: http://www.youtube.com/watch?v=m_UH4wqzeyk&feature=results_main&playnext=1&list=PLA0D9533DA7EDBCF2, http://www.louisa-models.de/site/models.php/Nir_Lavi. oder jenem (süsse, äh, nase): http://www.youtube.com/watch?v=L8dhWZHuZrE
    .
    lieber HansMeier555, keiner von ihnen heisst klarsfeld.

  147. @Venezia

    .
    Aber Sie haben...

    @Venezia
    .
    Aber Sie haben recht, man ist immer wieder erstaunt ob der Fähigkeit des ältern Kinos (30er, 40er, 50er und frühe 60er Jahre), mit subtilen Mitteln erotische Spannung zu erzeugen.
    .
    Was ich gar nicht verstehen kann, ist wenn heutige Regisseure gleich in den ersten 15 Minuten von ihren grenzenlosen Freiheiten Gebrauch machten. Ist das nicht schlimmste Spoilerei?
    .
    Zweifellos war auch der Sex viel besser unterm ancien régime.

  148. zu 12:40, die Verheissung ist...
    zu 12:40, die Verheissung ist immer schoener als die Erfuellung.
    Ausnahme: Pralinen.

  149. Platée selbst, die fette...
    Platée selbst, die fette Unke, ist eine solche Haut-contre-Partie. Eine ganz lustige und großartige Oper.
    Zum Hören z.B. hier: http://www.youtube.com/watch?v=YproZ3B3K1Q
    Zum Lesen z.B. hier (als Einstieg): http://en.wikipedia.org/wiki/Plat%C3%A9e
    Und der froschreiche Morast passt so himmlisch zu meinem Nachnamen ;-)

  150. @Filou: Habe gerade bemerkt,...
    @Filou: Habe gerade bemerkt, daass ich Ihnen als youtube-Link eben genau diesse Minkowski-Einspielung gesendet habe. Ich bitte um Entschuldigung. Aber vielleicht haben Sie hiermit eine Bereicherung?
    http://www.youtube.com/watch?v=MrKz5DRopWE
    mit Colin Lee und René Jacobs

  151. @HansMeier555: Es ist eine...
    @HansMeier555: Es ist eine Grausamkeit unserer Zeit, dass man tatsächlich glaubt, die explizite Darstellung von Sex und Körpoer sei erotisch. Das ist Pornographie. Mit Erotik hat ads wenig zu tun. Im Kopf spielt sich doch viel mehr ab und ich glaube, dass man damit einen Opernbesucher viel mehr an die Inszenierung binden kann, als nacktes Fleisch, Vergewaltigungen etc. direkt zu zeigen. Letztlich wissen doch alle, dass es nur gespielt ist. Was soll dann das ganze? Aber das Kopfkino …

  152. das thema erinnert ein wenig...
    das thema erinnert ein wenig an ein rentnerkaffeekränzchen, bei dem man sich genüßlich über krankheiten austauscht, von denen man gottseidank verschont geblieben ist. fanden also die opernbesucher tatsächlich die stimmen so faszinierend oder war es eher der gedankliche kitzel, daß für diese schöne stimme etwas geopfert werden mußte…?

  153. Und immer dieser ordinäre...
    Und immer dieser ordinäre Hype um Gewicht und Körpermaße.
    .
    Als wären nicht die Anmut der Bewegungen, der Stimme, die Körperhaltung, geschmackvolle Kleidung, die Konversation und auch die Mimik viel wichtiger.
    .
    Nur haben die armen Kinder ja niemanden, der ihnen das rechtzeitig sagt, da schon ihre Mütter ohne Tischtuch aufgewachsen sind und sich während der Oper ungeniert einen Kaugummi reinschieben.

  154. Neulich sah ich eine wirklich...
    Neulich sah ich eine wirklich hübsche Einser-Absolventin aus Oxford. Aber beim Essen sprach sie mit vollem Mund.

  155. "Pur ti miro, pur ti godo"...
    „Pur ti miro, pur ti godo“ statt „ti doro“

  156. 1,1111
    .
    sic!...

    1,1111
    .
    sic!

  157. War das der Durchschnitt der...
    War das der Durchschnitt der Oxford-Trulla?

  158. @Venezia
    Ja, eine Grausamkeit....

    @Venezia
    Ja, eine Grausamkeit. Vermutlich eine Strafe für unsere Sünden.

  159. Ist es nicht ein wenig...
    Ist es nicht ein wenig zwanghaft, Erotik ein jedes Mal vom Pornografischen trennen zu wollen? Hier hui, dort pfui? Hier intelligent, dort dumpf? Hier herrliches Kopfkino, dort Fastfoodtriebe? Kommt nicht eher das eine nicht ohne das andere aus, so wie der Geist nicht vom Bauch zu trennen ist? Zum Schluss nämlich geht es um das Körperliche, alles andere wäre Realitätsverweigerung.
    .
    Und reduziert auf die kleine Theaterwelt: Was wäre denn gegen explizite Bilder einzuwenden, wenn gleichzeitig Nichtexplizites gesprochen würde (oder anders herum)? Im Sinne des hier schon zitierten Flauberts: Verführung durch Auge und Ohr?

  160. liebe/r Ephemeride, volle...
    liebe/r Ephemeride, volle zustimmung meinerseits. http://4.bp.blogspot.com/_0s_x_REntK4/Sc6RwZg-ORI/AAAAAAAAEOg/C0PkI9yPqsY/s1600-h/77283_OQMEUBEHBQUNBKG.jpg

  161. @Ephemeride
    .
    Es geht nicht um...

    @Ephemeride
    .
    Es geht nicht um Moral, sondern um Ästhetik.
    .
    Gerade weil es sowieso immer ums Körperliche geht, muss das ja nicht unbedingt gezeigt werden. Der Zuschauer muß sich so oder so in die Darstellerin verlieben, auch wenn er sie nicht unverhüllt zu sehen bekommt.
    .
    Und wenn doch, dann soll es doch wenigstens noch ein ganz klein wenig freudige Überraschung auslösen.

  162. Erotisch ist, wenn die...
    Erotisch ist, wenn die Weibsperson durch eine leichte Veränderung des Blicks, der Stimmlage oder der Kopfhaltung anzudeuten vermag, dass sie dem Drängen ihres Verehrers möglicherweise weniger bedingungslosen Widerstand als bisher entgegensetzen wird, wenn er sich nicht zu grob und nicht zu blöde zeigt, und auch sonst nichts dazwischenkommt, so dass man immer noch gespannt darauf sein darf, ob und wie er den neuen Spielraum nutzen wird.

  163. @muscat
    Nein, das war der Kurs...

    @muscat
    Nein, das war der Kurs des CHF um 14:21

  164. liebe Ephemeride,
    durch...

    liebe Ephemeride,
    durch Explizites ins Ohr gesagt wär ich nicht verführbar, und die meisten anderen Frauen wohl auch nicht. Und auch viele Männer verschließen sich den Reizen optisch allzu expliziter Art. Wir sind doch auch Kulturtiere und wir wählen, denn unsere Wahl bestätigt unser Selbstbild und das ist für uns viel wichtiger. Das Explizite kann als Witz, oder als vereinbarter kleiner Tabubruch acceptabel sein, der Einbruch des Expliziten aber müßte verdrängt werden, oder wir gerieten ins neurotische Quirx.

  165. liebe Donna Laura,
    vermutlich...

    liebe Donna Laura,
    vermutlich ist es eine Generationsangelegenheit und ich hänge noch zu sehr dem Naturschönen an, aber Ihr Bildchen von 14.42 mißfällt. Rasiert, geölt, tätowiert und mit Gummilippe (und so einem dummem Gschau) – nein.

  166. @Don Carlos: Es ist leider...
    @Don Carlos: Es ist leider nicht mehr möglich, einen barocken Opernbesucher zu fragen. Aber vielleicht war es beides: musikalsicher und gedanklicher Genuss.

  167. @Geppetto: Sie haben so recht!...
    @Geppetto: Sie haben so recht! Wie immer: Der Teufel steckt im Detail.

  168. Wird es Herbst?...
    Wird es Herbst?

  169. @Venezia, dem Herrn Jacobs...
    @Venezia, dem Herrn Jacobs verdanke ich so manche heitere Stunde. Diese hier zum Beispiel:
    http://www.youtube.com/watch?v=PfpLDQe6rQw
    Obszoenes kommt auch vor. Man beachte die linke Klappe zur Unterbuehne. Mir kaeme da noch die Frage, ob ich Zeus beim Bumsen zusehen moechte…
    .
    Ah, Agnews Stimmlage nennt man Haute-Contre. Meiner reichlich toleranten Aufmerksamkeit entgeht so manches.

  170. @Ephemeride: Viele Regisseure...
    @Ephemeride: Viele Regisseure meinen, der zumeist italienische Text transportiere für das deutsche Publikum wohl zu wenig der Deutlichkeit, d.h. es müssen die deutlichen Bilder her, damit der Text verständlich wäre. Hier wird es dann zumeist für den Zuschauer eher ärgerlich, denn erhellend. Denn meine Phantasie hätte mir wohl tausendmal bessere Bilder geliefert als die des Regisseurs. Die Frage wäre dann: Was verführt das Auge und sind diese Verführungen nicht durchaus subjektiv? Sicherlich muss die Trennung zwischen Pornografie und Erotik nicht zwangsläufig dichotomisch sein: hier hui, dirt pfui. Ich plädiere nur für mehr Phantasie und wenigerdirekte Bilderflut.
    Schlussendlich geht es um das Körperliche, das stimmt, aber hier übt der zeitlichbedingte Geschmack einen großen Einfluss aus. Wir empfinden heute etwas ganze anderes als körperlich anziehend, als vor 300 Jahren. Und wenn ich davon ausgehe, dass dieser Geschmack nicht nur zeitlich unterschiedlich ist, sondern auch noch von Mensch zu Mensch, dann ist es vielleicht weitaus besser für den einzelnen Zuschauer verständlich, wenn er sich seine eigenen Bilder machen kann aufgrund eines Regie-Impulses. Dann würde sich auch diese Trennung zwischen Pornografie und Erotik aufheben.

  171. @HansMeier555: Also doch...
    @HansMeier555: Also doch Ablass oder Beichtspiegel?

  172. Natürlich, in einer...
    Natürlich, in einer kastrierten Gesellschaft wie der unsrigen, kann man durchaus mit der angesagten Thematik rüissieren…O tempora! o mores!
    ..
    Könnte ja noch Verständnis dafür auf bringen, daß die Chargen in heutiger fad-bunter Kleidung aufträten, wenn es denn hinreissende, zeitgenössische Werke (ohne ennui) gäbe. Lasse mich gern vom Gegenteil überzeugen.

  173. @Filou: Genussvoll, Ihr Link...
    @Filou: Genussvoll, Ihr Link zu Jacobs. Das erhöht den Glücksfaktor! Wie dieses hier: http://www.youtube.com/watch?v=5Frq7rjEGzs
    Jordi Zavall – wenngleich keine Oper …

  174. @Filou: Zeus verwandelt sich...
    @Filou: Zeus verwandelt sich ja meist in eine andere Gestalt, wenn er sich phallustieren möchte …
    Paul Agnew ist ein Tenor, da liegen Sie durchaus richtig. Bei dem Begriff Haute-contre handelt es sich um die Bezeichnung für die Tessitur, also der Stimmumfang, den die Partie vorsieht 8in diesem FAll also Platée). ES handelt sich hierbei um eine extrem hohe Tenorlage, die zumeist nur mit Falsett angesungen werden kann. Das gibt es nicht nur im Barock, sondern z.B. auch bei Rossini im Belcanto, Lindoro in der L’italiana in Algeri wäre so ein Fall.
    Hören Sie doch mal Herrn Jean-Paul Fouchécourt, auch er ist des Haute-conte-singens mächtig und hier hört man recht deutlich, dass er viel im Falsett singt. Hören Sie doch mal die Arie „Ah ! Faut-il en un jour“ aus Hippolyte et Aricie. Leider finde ich bei youtube keine Aufnahme mit Fouchécourt, aber ich kann diese mit David Tricou anbieten: http://www.youtube.com/watch?v=gZIZf9JaBG8

  175. @Grand Guignol: Benjamin...
    @Grand Guignol: Benjamin Brittens „A Midsummernights Dream“ zwar kein Kastrat, aber ein Countertenor: http://www.youtube.com/watch?v=NNm9SZwgfvc
    oder die Oper Akhnaten von Philip Glass, ein Duett für Countertenor und Alt:
    http://www.youtube.com/watch?v=JfFMdllASbM

  176. Sagen Sie mal, liebe Venezia,...
    Sagen Sie mal, liebe Venezia, da Sie eine ausgewiesen Spezialistin sind: Ich hab‘ da so eine „Flugzeugoper“ (warum ich die immer im Flieger anschaue, soll mir ein Raetsel bleiben), Lully „Persée“, Hervé Niquet, Tafelmusik Baroque Orchestra, eine kanadische Produktion in franzoesischer Sprache. Der auftretende Mercure hat einen leichten francocanadischen (Quebec) Akzent.
    Um was es da geht, ist mir selbst nach zehnmaligem Betrachten nur insofern klar, als das es um Tugend, Treue, Untreue, grausam
    es Schicksal und wundersame Erettung geht. Auch kommt ein Seeungeheuer vor, das lustigste Geschoepf seit Urmel aus dem Eis.
    .
    Meine Meinung schwankt zweifelnd zwischen unfreiwilliger oder absichtlicher Komik, ironischer Dramaturgie, oder total verhauenem Bemuehen. Ich kriegs nicht auf die Reihe.
    Es kann natuerlich auch so sein, das diese Oper ein Spass fuer den inneren Kreis des Versailler Hofes war, bei dem jeder, der sich fuer talentiert genug hielt, seinen Auftritt hatte.
    Ich hab jedenfalls viel Spass daran.
    .
    YT-Stichworte: Lully Nique Persée. Ich moechte nichts verlinken, denn man muss sich selbst durchklicken.
    .
    Falls Sie auf den Take mit dem Seeungeheuer treffen sollten, gruessen Sie das Biest von mir. Wir Zwei sind schon richtig dicke Freunde.

  177. Den Koloraturbass verbietet ja...
    Den Koloraturbass verbietet ja leider die Physik, aber immerhin gibt es in der Opernliteratur der Klassik (Don Giovanni) und Romantik (Berlioz‘ Faust) den ein oder anderen Helden im Baritonfach (wobei der Faust verm. auch von einem tiefen Tenor gesungen werden kann). Interessanterweise sind diese beiden einzigen Beispiele, die mir spontan einfallen, am Ende verdammte Personen. Hat das was zu bedeuten. Wer jugendlich und trotzdem tiefstimig ist, ist schon verdammt?

  178. Von den USA bis nach Libyen...
    Von den USA bis nach Libyen sind es 10 Flugstunden, so viel Zeit wird die Bombe zum Ticken schon haben.

  179. Die Verdienste des Grafen H....
    Die Verdienste des Grafen H. gerade für J S Bach hatte ich ja gar nicht bestritten, siehe oben meine Aussagen zu Matthäuspassion und h-moll Messe.
    Wobei die Spieltechnik alter Instrumente seit den frühen 60ern ja schon Fortschritte gemacht hat, gerade deswegen (und nicht nur seines Kontos willen und der Plattenfirma zu liebe) hat H. ja die Großwerke später alle noch einmal, ohne Knaben(chor und -Solisten) eingespielt.
    Die Händel – Opern in der Bayrischen Staatsoper habe ich – Sanitätsakademie sei Dank! – fast alle gesehen, einschließlich des szenischen Oratoriums Solomon.
    Die delativ modernen Inszenierungen teils mehr, teils weniger gelungen.
    Die Problematik der Tempi beim alten Grafen habe ich bei der Arte – Übertragung der seinerzeitigen Nozze Premiere selbst erlitten. Da halte ich die alte Erich Kleiber Aufnahme aus Wien (noch vor Solti) nach wie vor für unerreicht.
    Rousset kannte ich schon als begnadeten Cembalisten vor rund 15 Jahren, also diese Eule brauchen Sie mir nicht nachzutragen.
    Ich kenne einen jungen deutschen Tenor, der leider viel Musical singt, aber für haut contre Partien des belcanto die Höhe noch in mixte / Kopfstimme ohne Falsettieren mitbringt. Leider scheuen sich Intendanten, solche jungen Leute zu verpflichten weil sie nicht so „Brot und Butter“ Repertoire – tauglich sind.

  180. Wer ruft nach mir? Achso, mein...
    Wer ruft nach mir? Achso, mein Namenspatron war gemeint. Trotzdem schön, daß er Erwähnung findet. Im übrigen ist hier schon soviel gesagt, daß zu sagen fast nichts mehr übrig bleibt. Von mir zunächst der Hinweis auf die einschlägige Roman-Trilogie von Monaldi & Sorti rund um den Kastraten Atto Melani. Als „Soundtrack“ empfiehlt sich die CD „Die Kunst der Kastraten“ u.a. mit zwei Stücken des erwähnten Melani.
    http://www.bayermusicgroup.de/numbayerrecords/br100062.htm
    Vielleicht noch ein Wort zum Regietheater in der Oper: ich finde es überflüssig. Ich brauche keine szenische Interpretation. Für die Interpretation kann ich als Zuschauer schon selbst aufkommen. Schon ganz und gar überflüssig sind irgendwelche Aktualisierungen quer zum eigentlichen Inhalt der Oper. Man kommt sich immer vor, als würde man wie ein Hund mit der Schnauze in den Futternapf gestupst. Ein Beispiel wäre die Bayreuther Neuenfels-Inszenierung von Lohengrin. Ich kann mir förmlich vorstellen, wie das Konzept dafür entstanden ist. Nach der dritten Flasche Rotwein hat einer gelallt: eigentlich sind die Brabanter alles Laborratten. Gut, das ist ein Witz, allerdings ein schlechter. Muß man für so eine Bagatelle drei Dutzend Kostüm- und Bühnenbildner in Bewegung setzen? Ein Satz im Programmheft hätte auch gereicht. Die „Platée“-Inszenierung zeigt, daß es besser geht. Und witziger.

  181. Aber verehrter T.I.M.,...
    Aber verehrter T.I.M., mitnichten, siege Haendel, Messiah, „Why do the nations so furiously…“ das sind achtel / sechzehntel Triolen, die man in tremolierende Streicher hinein singt, wenn das nicht Koloratur ist….

  182. @Werte Foersterliesel, es...
    @Werte Foersterliesel, es ginge ja auch nicht um den Holzhammer, zumal in dressierterer Umgebung wie beispielsweise einem Theater. Es ginge aber durchaus darum, das Text und Bild durchaus eine unterschiedliche Sprache sprechen dürfen – gleichzeitig. Und dabei das nackte Wort oder der nackte Körper nicht automatisch so etwas wie Vulgarität provozieren muss, nur weil es respektive er unverhüllt daher kommt.
    @HansMeier555: Nein, Moral ist da weit und breit nicht ins Spiel gebracht worden. Und Ästhetik ist auch nichts anderes als ein Synonym für Lust.

  183. Savall, guten Abend, haben Sie...
    Savall, guten Abend, haben Sie inzwischen den Ercole? Der ist lustig, witzig. Weiter oben finden Sie die Schlussszene.
    Ercole ist meine Parkoper, also wenn im Hotel das Rauchverbot mich einem Roten ins Freie verbannt.

  184. liebe Venezia Fröscher, wo...
    liebe Venezia Fröscher, wo man doch einmal in den genuss eines angeregten gesprächs mit einer dramaturgin kommt, wollte ich gerne eine frage, die nichts mit kastraten, richtigen männern und einzelnen inszenierung, wohl aber mit ihrem berufsalltag zu tun hat. zuweilen wohne ich sog. einführungen bei, nicht unbedingt in provinzhäusern mit dem schlechtesten ruf und den langatmigsten aufführungen. was auffallend ist, dass sich recht viele höherbetagte ebenso dorthin schleppen, nur um zwei meter vor der eifrigen dramaturgin in einen heilsamen tiefschlaf zu verfallen, um gegen ende aufgeschreckt, vielleicht mit einem kleinen grunzer und einer typischen kopfbewegung, aufzuwachen.
    wie geht man damit um, und geht dies nicht irgendwann doch auf die nerven?

  185. @T.I.M.: Sehr interessante...
    @T.I.M.: Sehr interessante Theorie, die Sie da aufstellen. Faust ist übrigens bei Berlioz ein Tenor, der Méphisto ist der Bariton bzw, Bass. Zumeist sind ja die Bässe die Bösewichter, was bei Méphisto ja auch perfekt passt. Baritone können auch häufig die Freunde- (Posa in Don Carlos) und/oder Väterfiguren (z.B. La Traviata) einnehmen. Ich wage mal die Theorie, dass Baritone und Bässe einfach mehr geerdet sind, als Tenöre. Die Tendenz der Tenöre geht allein stimmlich ins himmlische, ätherische, während der Bariton stimmlich doch eher bodenständig, geerdet, Tendenz in Richtung unten hat. Die Bässe sind schon im Barock immer die Schurken, sie kommen stimmlich aus der Tiefe und somit aus der Hölle, wohin Don Giovanni als Bariton zum Beispiel dann ja auch fährt. Eine sehr mittelalterlich/kirchliche Ansicht übrigens. Ich würde daher sagen, wer aus der Hölle kommt bzw. das Böse (das kann im Fall Don Giovannis auch das tugendlose sein) in sich trägt, ist tiefstimmig. Sehen sie z.B. Jago in Verdis Otello oder Scarpia in Puccinis Tosca sind die ganz üble Sorte der Bariton-Schurken, quasi das Teuflische in persona. Jago singt in seiner „Credo“-Arie im 2. Akt:
    Credo in un Dio crudel che m’ha creato
    […]
    Dalla viltà d’un germe o d’un atòmo
    vile son nato.
    Son scellerato
    perchè son uomo;
    e sento il fango originario in me.
    Ich glaub‘ an einen grausamen Gott, der mich geschaffen hat.
    Aus einem niederem Keim, aus einem Atom bin ich geboren.
    Ich bin ein Bösewicht, weil ich ein Mensch bin und ich fühle den
    Urdreck in mir.

  186. Ach, Ephemeride,
    .
    ein Hauch...

    Ach, Ephemeride,
    .
    ein Hauch Pornographie mag sich einstellen. Bloß kommer nicht zu früh und verzieh sich dann auch wieder.

  187. Wie lang es wohl dauert, bis...
    Wie lang es wohl dauert, bis sich in Bern wieder einer vor die Presse stellt?

  188. @ Filou: Geehrteste, haben Sie...
    @ Filou: Geehrteste, haben Sie Dank, dass sie mir eine Mitwisserschaft an allen tausenden Barockopern attestieren, aber bei der Fülle der Werke, muss auch ich hin und wieder meine Wissenlücken eingestehen. Soweit ich sporadisch weiß, handelt es sich um eine Tragédie und hat das 4. Buch von Ovids Métarmorphosen als Grundlage. Es geht um Perseus und die Hochzeit mit Andromeda und die Grausamkeiten der Medusa – lustig hört sich das ganze jedenfalls nicht an. Bei Ovid würden sie also wegen der Handlung Rat finden. Das ganze ist in einen Prolog und 5 Akte eingeteilt.
    Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters, das mir vorliegt, listet diese Oper übrigens. Haben Sie eine Bibliothek ihres Vertrauens, dann könnten Sie dort die Handlung nachlesen.
    Und ich werde mir mal ihren Link einverleiben. Möchte auch Bekanntschaft mit diesem niedlichen Ungeheuer machen. vielleicht ist das Ungeheuer vom Regisseur frei erfunden?

  189. @donna laura: Beste, was habe...
    @donna laura: Beste, was habe ich ob ihrer wunderbaren aus dem Theaterleben erzählenden Szenerie gelacht! Ich muss gestehen, dass ich diese Schnarchnasen in der Regel zum Glück weniger in meinen Einführungen hatte und wenn, habe ic hsie versucht wach zu bekommen mit Charme, Witz und netten Anekdoten. Dann wachten sie meist auf, weil alle um sie herum lachten. Ich glaube, es liegt teilweise auch an eher drögen Dramaturgen, die meinen, sie müßten so reden, dass es möglichst niemand versteht und Informationen darbieten, die ebenfalls so speziell sind, dass man erst mit einem Lexikon oder Studium diese begreifen kann. Ich möchte nicht gegen meine Kollegen wettern, sie machen alle einen guten und v.a. anstrengenden Job, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sein Publikum meist abholen sollte, dann schlafen sie auch nicht ein!

  190. Die artifizielle Dichotomie...
    Die artifizielle Dichotomie „ganzer <>halber“ hat in der Landwirtschaft dazu geführt, daß man sich dazu mittels der wundersamen Fleischvermehrung mit dem gekrümmten Messerchen bemühte. Das Resultat sind die Kapaune und die Ochsen. Ganz anders dagegen der nahe Orient. Für die Wächter der Serails kamen nur Eunuchen in Frage, z. B. kräftig gewachsene Nubier.
    http://www.youtube.com/watch?v=e9GyeFBZozg

  191. liebe...
    liebe Ephemeride,
    unterschiedliche Sprache von Bild und Text, aber gewiß, ein paar schöne Inszenierungen im Sprechtheater sind mir schon in Erinnerung, allerdings auch viel Müll, aber in der Oper mach ich oft die Augen zu, konzertant reicht mir. Daß die Sänger neben der gewaltigen körperlichen Leistung des Singens auch noch rumturnen und dabei halbnackt super aussehen sollen, ist schon eine beinahe inhumane Zumutung.
    .
    Im übrigen Dank für die vielen links, die kenntnisreichen Beiträge und dieses spezielle blog-Projekt!

  192. Venezia Fröscher@:Sehr...
    Venezia Fröscher@:Sehr liebenswürdig Ihr Hinweis. Ahnte ich´s doch, daß mir jemand diese Beiden nennen würde. Der Link von Glass (die GEMA wills nicht) war mir nicht zugänglich, nachstehend der Ersatz.
    http://www.youtube.com/watch?v=BcEcvsUFsCg

  193. Ovid! Jaja, so weit und tief...
    Ovid! Jaja, so weit und tief reicht meine Kenntnis nicht. Aber bittesehr, Drama, Entsetzen, rettender Held, menschliche Wogen…
    und das Ungeheuer:
    http://www.youtube.com/watch?v=GpwRVzFUeA8&feature=related
    .
    Gruess dich Kumpel! Immer noch irgendwas mit Wasser?

  194. Die Dame des ersten Porträts...
    Die Dame des ersten Porträts muß m. E. unter leichterer Basedow-Erkrankung gelitten haben (Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) unter a. m. einer Beteiligung des Auges (endokrine Orbitopathie).Der in Merseburg tätige Arzt Carl von Basedow beschrieb 1840 diese Dysfunktion.

  195. Die Dame des ersten Bildes...
    Die Dame des ersten Bildes hängt bei mir in der Wohnung und hat den spöttisch-ironischen Blick einer ihr stark ähnelnden Ex-Geliebten, wenn man ihr Dinge vorgeschlagen hat, die ich in diesem Rahmen nicht ausführen möchte.

  196. @Filou: Das Ungeheuer ist ein...
    @Filou: Das Ungeheuer ist ein Traum – reizend! Da vermutet man eigentlich nichts dramatisches, eher niedliches. Aber versuchen sie mal Pipers Enzyklopädie, das wird ihnen, auch ohne Ovid lesen zu müssen, weiterhelfen.
    Das ganze ist sechsbändig und leider nicht gerade günstig (daher lieber mal in der Bibliothek vorneischauen), aber für Opernliebhaber wirklich mehr als hilfreich und weitaus umfangreicher, auch was Barockopern betrifft, als der Harenberg-Opernfüher.
    http://www.piper-verlag.de/sachbuch/buch.php?id=9332

  197. @Foersterliesel: Da haben Sie...
    @Foersterliesel: Da haben Sie etwas Wahres ausgesprochen und jeder Sänger wird sie dafür lieben. Versuchen sie mal Handstand zu machen und eine Koloraturarie zu singen … Es scheitert ja meist schon am Handstand!

  198. Ja, Filou, den „Ercole...
    Ja, Filou, den „Ercole amante“ habe ich mittlerweile auch gesehen, wie auch den „Bourgeois Gentilhomme“. Alles sehr schönes Theater. Geht doch, möchte man sagen. Solche Inszenierungen kommen mir heutzutage avantgardistischer vor als eine Konwitschny- Csárdásfürstin in Stacheldraht und Schützengraben. Zum Zusammenhang zwischen Wiener Operette und dem 1. Weltkrieg hat Karl Kraus schon alles gesagt. Wieso muß sich also Konwitschny als Rentnerschreck produzieren? Billiger epigonaler Skandal mit Ansage. Erkenntnisgewinn nahe Null.
    Ich hab übrigens nochmal nach dem Persée-Ungeheuer geschaut. Es ist wirklich allerliebst (4. Akt, Kapitel 36 auf der DVD, „Á s’exposer pour moi“).

  199. Das kann passieren daß manch...
    Das kann passieren daß manch Einer die Augen übergehen…bei so viel Kultivierheit des Hauses.

  200. Achherrje, meine Damen und...
    Achherrje, meine Damen und Herren, Sie müssen mehr Schundfilme schauen! „Kampf der Titanen“, da gibt es die ganze Perseus-Medusa-Andromeda-Geschichte in Farbe und Breitwand. Das Ungeheuer heißt übrigens Ketos und wird von Poseidon losgelassen. Der alte Gustav Schwab wird ja in seinem Grab ganz unruhig!

  201. @Grand Guignol: War das mit...
    @Grand Guignol: War das mit Glass und Britten ein von Ihnen initiiertes Wissensquiz in die Blogrunde?
    Ich hätte da noch ein paar Opern mit Countertenor in petto:
    Thomas Adès, Tempest
    Eötvös, Tri Sestri
    Adriana Hölszky , Der gute Gott von Manhattan
    Detlef Glanert, Caligula

  202. "um schließlich ... identisch...
    „um schließlich … identisch … miteinander zu verschmelzen“ – und zwar kastriert – also von fremden mächten von klein auf – aber gewaltsam so bestimmt – also von schuldgefühlen relativ entlastet – und zum höheren zwecke der kunst – also zur reinen lust zu feige – doch zu lieben – womöglich sogar aus übergroßer liebe – zu einem gegenüber – aufs eigene geschlecht unbewußt – sogar verzichten zu wollen – anzubieten …
    .
    ein bemerkenswerte blogphantasie, immerhin.
    .
    und man fühlt sich, irgendwie wg. der höhe der zeit, irgendwie herausgefordert, als eine art antwort oder stellungnahme zu obigem, eine ins heutige, also ins postmodern-globale gewandelte, verlängert-überdrehte variante sozusagen, von „katzelmacher“ zu drehen, eine art „katzelmacher II“ sozusagen.
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=9vvF6mOovhQ
    .
    „Es ist besser, neue Fehler zu machen, als die alten bis zur allgemeinen Bewusstlosigkeit zu konstituieren. — Die Gruppe trifft sich, manchmal alle zusammen, manchmal nur einzeln, trinkt zusammen, ödet sich an und wird aggressiv. Dabei versuchen sich die Frauen gegenseitig vorzumachen, in glücklichen Beziehungen zu leben, „etwas zu fühlen“. Die Fassaden werden von … ausgestellt, Gesagtes und Sichtbares treffen unbarmherzig aufeinander, die Kluft ist unüberbrückbar. „Aus einem Nichts an Handlung hat Alphonso-Fassbinder unter Verzicht auf traditionelle Mittel einen bemerkenswerten Blog gemacht… Innere Leere ist selten überzeugender dargestellt worden.“
    .
    http://de.wikipedia.org/wiki/Katzelmacher_(Film)
    .
    Dies ist keine Kritik! Bitte unbedingt weiter machen, weiter schreiben!
    (Und man hofft, dass immerhin HansMeier555 sich über den „Alphonso-Fassbinder“ freut.) (Also „Innere Leere“ versus „Kastrat“ würde einen Spannungsbogen suggieren wollen?)

  203. Den Spruch des Papstes werde...
    Den Spruch des Papstes werde ich in meine Zitatensammlung aufnehmen.
    .
    Das erste Zitat, an das ich mich erinnern kann, war folgender. Ich war vielleicht acht Jahre alt, als ich unbedingt zur freiwilligen Feuerwehr in Kronberg wollte. Meine Eltern bemühten sich, Argumente zu finden, um es ihrem Töchterchen auszureden. Kein Job für Frauen, zu gefährlich etc.. Schließlich dachte ich ein schlagendes Argument gefunden zu habe: ‘Mutter (wie waren sehr altmodisch in der Anrede), du hast doch gesagt, Frau Hoppe, unsere Zahnärztin, war Feuerwehrfrau im Krieg.’ Darauf die Antwort: ‘Lisbeth, meinst Du wir wollen Krieg, nur damit du Feuerwehrfrau werden kannst?’
    .
    Vater: ‘Lisbeth, Frauen können nicht Bürgermeister werden. Stell dir vor eine Frau wäre Bürgermeister in Hamburg gewesen als die Sturmflut war und sie hätte gerade ihre Periode gehabt. Als Bürgermeister muss man immer verfügbar sein. Wenn Frauen ihre Periode haben, sind sie unpässlich.’
    .
    ‚Vater, ich möchte Physiker werden wie du.’ – ‘Ich gebe zu, von euch dreien, bist du die, die am logischsten denken kann. Aber Frauen, die Physik studieren, landen in der Bibliothek. Wenn du Bibliothekarin werden willst, werde Bibliothekarin. Das kostet mich viel weniger als ein Doktor der Physik.’
    .
    usw. usw.

  204. @ Savall: Schande, wir schauen...
    @ Savall: Schande, wir schauen ab jetzt mehr Schundstreifen, das bildet! Nicht wahr, Filou? Wir sind überführt – Schundfilmbanausen, die wir sind.

  205. Anfragen nach mehr bitte an...
    Anfragen nach mehr bitte an die FAZ, weil ich will ja auch noch weiter langweilen.

  206. Ich gehe ja mit den naiven...
    Ich gehe ja mit den naiven Augen eines Kindes an Themen, die ich nicht kenne. Da kommt es schon mal vor, dass das Kind Dinge auf eine Art wahrnimmt, die den Grossen mit heiligem Ernst…
    Medusa, du unglueckliches, Unglueck verheissendes Wesen, komm, wir gehen ein Bier trinken. Danach verrate ich dir, wo mein Bruder seinen Friseurladen hat.
    .
    Auftritt Medusa. Das geehrte Publikum wird gebeten sich angemessen zu fuerchten.
    http://www.youtube.com/watch?v=Abq3nJwOMtQ&feature=related

  207. Don! Das ist ein "hindurch"!...
    Don! Das ist ein „hindurch“! Also weiter!
    .
    Nachfolgenden Link hatte wir natürlich unbedingt vergessen! „Wg. der verschiedenen Perspektiven und Zuträge natürlich.“
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=UxSfbG_BRJU
    .
    Das kann man ja heute kaum mehr auseinanderhalten. Und überhaupt alles in Summa… .

  208. Venezia Fröscher@: I bewahre,...
    Venezia Fröscher@: I bewahre, bin doch nur ein kleiner Kasper. Kompetenz wem Kompetenz gebührt. Auf den Zahn fühlen darf nur der Zahnarzt. (Ach du grüne Neune, da muß ich auch noch hin…)

  209. 50 Cent...
    50 Cent

  210. @Filou: Naivität und...
    @Filou: Naivität und Unbedarftheit ist für das Musikhören – meiner Meinung nach – ganz essentiell! Beneidenswert, wenn Sie das können. Ich würde gerne mal ganz unvoreingenommen, ohne Rückstände, einer Musikdarbietung beiwohnen und sehen, was sie bei mir bewirkt, ohne dass ich gleich wieder bewerte, analysiere und kommentiere … Mir gefällt Ihre Masche!

  211. Die Leit sand heitzutag a so...
    Die Leit sand heitzutag a so abgebrieht duarch deni Horrorfülme un ois, deni grausts eh no net amoi mehra vo dem Gorgonenkepfal net. Ein Schmöh.

  212. Liebe Venezia, Savall wollte...
    Liebe Venezia, Savall wollte vermutlich nur andeuten, dass die Inhalte antiker Literatur zum x-ten mal kommerziell verwurstet werden. Das ist aber nicht wirklich schlimm, denn die Verpackung verfuehrt zum Habenwollen, dann muss gefressen werden, denn man hats ja schon bezahlt. Zack, haben sich mit Haendels hochwertiger Moralpropaganda Teile des Alten Testamentes in irgendeine Ecke der Seele eigenistet. Davon wird man nicht fromm, aber das Medikament wirkt.
    Also nichts gegen Schundfilme, die alte Themen zur Rosinenschnecke umbacken.
    .
    Ich begebe mich auf Glatteis, Sie merken es.

  213. Savall, ich ahne was man zum...
    Savall, ich ahne was man zum Regietheater und seiner Sinnenfeindlichkeit sagen kann. Nur eine Ahnung:
    Der geistvolle Liebhaber legt das Maedchen seines Herzens auf’s Bett und vernascht die Dame so kunstvoll als moeglich.
    Der intellektualisierte Liebhaber legt die Schoenheit auf einen Tisch und seziert sie.

  214. @prince Matecki: Aberaber -...
    @prince Matecki: Aberaber – mein Einwurf pro Harnoncourt war schlicht Applaus per Tastatur.
    @Filou: Wo haben Sie DEN armen Kerl denn jetzt ausgegraben!?! En plus; on peut le comprendre tres bien! Merci! Weiterhin viel Vergnügen in den Nichtraucher-Herbergen!

  215. Ein Tenor, der als Musiker und...
    Ein Tenor, der als Musiker und Mensch sehr weit weg war vom „Normalen“, ist Freddy Mercury, der heute seinen 65. Geburtstag gefeiert hätte.
    .
    Darum hier – das fast schon counter-verdächtige: „It’s a hard life“ by QUEEN mit Freddy in einem ebenfalls fast barocken Video: http://www.youtube.com/watch?v=uHP-qgzUVLM&ob=av3n

  216. man entschuldige den nachtrag:...
    man entschuldige den nachtrag: von „cityleaks gehört?“ Es sind „Short Cuts“, launige Momentaufnahmen der … Gegenwart.
    .
    http://www.30works.de/cms/front_content.php?idcat=19
    .
    Oder „captain borderline“? (schrecklicher name, kann man kaum lustig nehmen, aber so nennt man sich nun mal.) leben. heute. jetzt.
    .
    http://www.cityleaks-festival.de/ ab 5.9.11
    .
    und jakob hein sagt „von vegetarischer ernährung bekommt man penisabfall“(nicht von uns, sondern sagt der wirklich!) http://www.jakobhein.de/buecher.php („wurst & wahn“), „Geheimorganisation „Karnivore Kameraden“ versus „seit wann hat es der Umwelt geschadet, dass es Tiere gibt?“
    .
    und grüße.
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=ZLzGb3xEEdI&feature=related

  217. Ach, Fräulein...
    Ach, Fräulein Fröscher,
    gehört nicht auch die Naivität der Rezeption zur historischen Aufführungspraxis mit dazu? Bestand das Publikum doch aus vergnügten Dilettanten und nicht aus verknfiffenen Besserkönnern.
    Bis im 19. Jh. das vom Perfektionswahn besessene Bürgertum den Ballsaal besetzte und auch das gebildete Zuhören zur Pflicht erklärte.

  218. Noch ein P.S. an die...
    Noch ein P.S. an die Ethikkommission:
    .
    Niemand hat die Absicht, Kinder zur Kastration zu zwingen, das ist eine infame Unterstellung. Aber umgekehrt wäre es doch ebenso grausam, denjenigen, die den Verlust bereits erlitten haben, jetzt mit zynischen Berufsverboten eine Karriere zu verbauen. Man würde ja nicht die Täter sondern die Opfer bestrafen! Das aber ist im Grunde doch ein klarer Verstoß gegen das Menschrecht auf künstlerische Selbstverwirklichung behinderter Mitmenschen. Wir halten es für unsere vornehme Pflicht dafür zu sorgen, dass die Opernbühnen und auch der Vatikan ihre Diskriminierung von Behinderten endlich einstellen.
    .
    Wir sehen das ähnlich wie mit den Folterverhörprotokollen. Wir selber lehnen Folter natürlich strikt ab, aber wenn das Verhör schon stattgefunden hat und wertvolle Informationen enthält, dann haben wir die Pflicht, diese auch zu verwenden…

  219. Lieber prince...
    Lieber prince Matecki,
    natuerlich kann auch ein Bass schnelle Koloraturen singen, aber nur in dem Sinne, dass er seine Stimmbaender genauso schnell beherrscht wie bspw. ein Sopran. Das Problem ist aber, dass sich ein Ton erst ’sauber‘ anhoert, wenn er eine bestimmte Zahl ganzer Schwingungen anhaelt. Da der Bass in Frequenzen um 100 Hz, der Sopran aber eher um 400 Hz singt (ganz grob), kann der Sopran also viermal so viele ’saubere‘ Toene im gleichen Intervall singen, er klingt also klarer. Ob es noch zusaetzliche Effekte, wie z.B. laengeren Nachklang, gibt, soll lieber ein richtiger Saenger beantworten.
    Liebe Venezia,
    fuer den Faust hab ich sowohl die Stimmbezeichnung Tenor als auch ‚Heldenbariton‘ schon gelesen. Soll wohl heissen, ein Tenor, der nicht lyrisch sein soll, aber auch nicht die metallischen Hoehen eines Wagner-Heldentenors singen koennen muss. Bass = Boesewicht ist glaub ich auch nicht immer eine treffende Beschreibung. Gerade Mephisto ist bei Berlioz ’nur‘ ein normaler Bariton, bei Gounod bestenfalls ein Bassbariton (a propos Regietheater: Wenn jeder Mephisto die Mimik eines Boris Christoff [YT – le veau d’or] haette, koennte man auf jede weitere Requisite ganz verzichten). Und der Bass steht ja auch fuer die Weisheit (Eremit, Hans Sachs, Sarastro) , die Herrschaft (Grossinquisitorszene im Don Carlos, Heinrich der Vogler, Marke, Wotan), die (gerechte!) Rache (Aegist, Komtur), Gott, das Alter … Und mit Mime faellt mir auch noch ein ganz erbaermlicher BoeseWICHT ein, der zur Abwechslung mal Tenor ist.

  220. Liebes Fräulein Fröscher,...
    Liebes Fräulein Fröscher,
    .
    haben Sie Alice gefragt, ob sie für dieses Thema nicht auch in der EMMA Platz fände?
    .
    Tun Sie uns einen Gefallen und testen Sie die Reaktion.

  221. Was ist das: Es sinkt nach...
    Was ist das: Es sinkt nach Beschneidung eine Oktave tiefer?

  222. Gegen kommerzielle Verwurstung...
    Gegen kommerzielle Verwurstung der Antike ist nichts einzuwenden, Filou, denn es ist die in der Realität wirklich funktionierende Form der Antikerezeption. Die Schule kann und will es nicht mehr leisten und deshalb gibt es keinen abrufbaren Fond von gemeinsamen Kenntnissen und kulturellen Symbolen. Dem mit einer vordergründigen Aktualisierung entgegenzutreten ist aber schlicht hilflos. Die Interpretation gehört ins Programmheft und nicht auf die Bühne. Oper ist Fest, keine Volkshochschule.
    .
    Einen Literaturhinweis zum Thema hätte ich noch: Johannes Tralow, Der Eunuch. Dort wird gezeigt, daß aus einem kleinen Mangel große Macht erwachsen kann.

  223. @Grand Guignol: Zahnarztbesuch...
    @Grand Guignol: Zahnarztbesuch – da sind Sie nicht zu beneiden. ein Opernbesuch wäre da wohl schmerzfreier gewesen? Versuchen Sie’s mal mit Philip Glass, auf mich wirken diese Endlosschlaufen immer beruhigend …

  224. Lieber Tiger,
    sagen Sie uns...

    Lieber Tiger,
    sagen Sie uns doch noch schnell, bevor Sie in den Schnellzug nach Karlsruhe steigen: Halten Sie das BVG für unabhängig?

  225. @HansMeier555: Der olle Wagner...
    @HansMeier555: Der olle Wagner hat uns die Freude und Leidenschaft am einfach Konsumieren von Musik genommen. Das wirkt bis heute nach! Ein ganz anderes Erlegnis und Musikhören in italienischen oder spanischen Kulturtempeln. Das lebt, das brodelt, das ist Sinnlichkeit pur. Ich saß einst in Lucca (in der wunderschönen Geburtsstadt Puccinis) im kleinen und feinen Opernhaus, es wurde La Bohème gegeben. Was eine Leidenschaft, was eine Mitleben mit den Figuren seitens des Publikums. Neben mir saß eine italienische Mamma, sie sang jeden Satz leise mit und weinte zum Opernende bittere Tränen über Mimis Tod. Es war herzzerreißend. Finden Sie das mal in den Kulturlernanstalten in Deutschland.

  226. @Venezia
    .
    Man darf nicht...

    @Venezia
    .
    Man darf nicht alles Wagner anlasten. Wir sind so nicht. Wir sind ein Kleinbürgervolk, vom Perfektionswahn besessene Handwerkerenkel.

  227. @HansMeier555 – Ihre Frage,...
    @HansMeier555 – Ihre Frage, ob ich das Bundesverfassungsgericht für unabhängig halte, hat mich amüsiert. Ich habe gerade einen Brief an den Herrn Präsident des Bundesverfassungsgericht Prof. Dr. Voßkuhle abgeschickt, in dem steht:
    .
    ‚Hiermit stelle ich fest, dass ich auf mein Schreiben vom 24. August 2011 an Sie keine Antwort bekommen habe. Damit bin ich von der öffentlichen Urteilsverkündigung morgen ausgeschlossen, obwohl ich mich einen Tag nach Bekanntgabe des Termins anzumelden versucht habe.
    .
    Für korrektes Verhalten seitens des Bundesverfassungsgerichts halte ich das nicht.’

  228. @Venezia
    .
    In Deutschland gibt...

    @Venezia
    .
    In Deutschland gibt es das im Musical, Mamma mia oder so, da ist diese Art von Rezeptionshaltung erlaubt.
    .
    Ansonsten wie gesagt: Wir sind ein Kleinbürgervolk, und ich als Kleinbürger kann meinen Zugang zur Hochkultur mir selbst und anderen gegenüber nur dadurch beweisen, dass ich sie mitsamt ihrer Naivität zuverlässig ausgrenze.
    .
    Faustregel: Was meinen spießigen Eltern auch gefallen hätte, das darf ich niemals anerkennen!
    So habe ich schon eine Komponistin getroffen, die stolz darauf war, niemals Johann Straussens Fledermaus gehört zu haben.

  229. Liebe Venezia Fröscher,...
    Liebe Venezia Fröscher, „Ombra mai fu“, gesungen von Jochen Kowalski, war meine Einstiegsdroge in diese Musik. Vielen Dank für diesen Beitrag und die erhellende Diskussion!

  230. Es ist wie bei Groucho Marx:...
    Es ist wie bei Groucho Marx: Ich würde niemals ein Werk als „Große Kunst“ anerkennen, das jemand wie ich genießen kann.

  231. Mal ganz langsam, lieber Don....
    Mal ganz langsam, lieber Don. Bei faz.net haben wir interaktive 911-Spielchen. 911-Festspieltage auch hier. Warum ist das böse nur bei anderen Blättern?

  232. Werter Tiger, natürlich sind...
    Werter Tiger, natürlich sind Sie nicht von der öffentlichen Urteilsverkündung morgen ausgeschlossen – genausowenig wie alle anderen Leute, die sich das Spektakel im Fernsehen oder Internet anschauen möchten.
    http://www.digitalfernsehen.de/ARD-uebertraegt-Urteilsverkuendung-zum-Euro-Rettungsschirm.65883.0.html

  233. So! Das war richtig nett hier....
    So! Das war richtig nett hier. Venezia, vielen Dank, besonders fuer die schnellen Antworten.
    Tschuess, bis zum naechsten mal!

  234. E.R. Langen, ich meine damit...
    E.R. Langen, ich meine damit alle und schliesse keinen aus. Pietätloser Clickdeppendreck.
    .
    Wegen Filous Frage „zum nächsten Mal“ – wird das explizit gewünsct? Wenn ja, bitte ich um Meldung.

  235. @Hansmeier555 – Als ich beim...
    @Hansmeier555 – Als ich beim Bundesverfassungsgericht anrief, um mich anzumelden, kam es mir tatsächlich so vor, als bäte ich um einen Stehplatz für Hartz4 Empfänger beim Bayreuther Wagner Ring. Ich weiß allerdings nicht, ob es da solche Stehplätze gibt. Als ich seinerzeit in Wien studierte, gab es diese Stehplätze und sie waren billiger als die Brickets für einen Abend. Also ging ich in alles, was sich anbot: vom fliegenden Holländer zur Fledermaus bis zum Diener zweier Herren…. Man musste sich (seinerzeit) nur anständig anziehen (langer Rock bei Premiere), dann hatte man es im olympischen Theaterhimmel kuschelig warm und unterhalten wurde man auch noch.

  236. @muscat - Persönlich...
    @muscat – Persönlich teilnehmen oder im Fernsehen zugucken, ist nicht dasselbe. Was das öffentlich rechtliche Fernsehen zeigt, ist nicht automatisch das, was mich interessiert, zum Beispiel die Reaktion des Publikums oder der Richter, die im Moment nicht im Mittelpunkt stehen. Das ist genauso, wie der Unterschied zwischen einem Fußballspiel im Stadium oder auf der Glotze.
    @Don – Mit Ihrer Bitte: ‘Wegen Filous Frage „zum nächsten Mal“ – wird das explizit gewünsct? Wenn ja, bitte ich um Meldung’ … kann ich nicht so recht etwas anfangen.

  237. @Don
    Es wird. Explizit....

    @Don
    Es wird. Explizit.

  238. Ja, einen Venezia-Beitrag...
    Ja, einen Venezia-Beitrag würd ich mir explizit nochmal wünschen.

  239. zu 15:57: Ich bitte...
    zu 15:57: Ich bitte darum!
    .
    236 Kommentare, davon ca. 68 von der Autorin, macht ca. 168 netto in 48 Stunden-das ist fuer ein Debut keine schlechte Quote bei einem etwas abgelegenen Thema.
    .
    Weitermachen!

  240. Die Schoengeister wussten...
    Die Schoengeister wussten schon warum sie sich gerne in Mitteldeutschland aufhielten.
    Der Sachse an sich ist der geborene Schoengeist, wenn mal von Walter Ulbricht (Leipzig) und Reinhard Heydrich (Halle) absieht.

  241. Der Tiger, das bestreite ich...
    Der Tiger, das bestreite ich nicht.
    Doch für Höflichkeiten werden die in Karlsruhe nicht bezahlt; und das ist auch ganz gut so.

  242. liebe Der Tiger,
    die billigen...

    liebe Der Tiger,
    die billigen Stehplätze in der Wiener Oper (z.Z. ca. 3 Euro pro Karte, mindestens eine Stunde vor Vorstellungsbeginn bei der Stehplatzkasse anstellen) gibts noch, aber auch im Burg – und im Akademietheater und für Arbeitslose gibt es den sog. Kulturpaß, der zu verbilligtem Eintritt in Theater, Museen und auch Kinos berechtigt.
    .
    Der Beitrag von Frau Fröscher hat viel Freude gemacht!

  243. Bin zwar spät, aber vielen...
    Bin zwar spät, aber vielen Dank für den Beitrag und die angeregte Diskussion.
    Und bitte weitermachen.
    .
    Als ich als Kind Instrumentalunterricht bei einem der örtlichen Philharmoniker bekam, lag meine Unterrichtszeit immer so vor der jeweiligen Vorstellung, dass mein Lehrer mich anschließend mit in den Orchestergraben nahm, wo ich dann über die Rampe hüpfte und mir einen freien Platz im Publikum suchte. Und das so ziemlich jede Woche über etliche Jahre.
    .
    Es war eines dieser großstädtischen Opernhäuser mit guter, solider Qualität, aber nicht wirklich der Nabel der Welt. Es gab noch beides parallel, Inszenierungen mit opulenten Kostümen und Bühnenbildern (finanziell unterstützt vom Förderverein) und sehr reduziertes aber auch verdichtetes Regietheater. Und weil es beides gab, lernte ich zu unterscheiden.
    .
    Jetzt möchte ich die nächste Generation zum ersten Mal mit in die Oper zu nehmen. (Konzerterfahrungen, mit dem Erlebnis, direkt produzierte Musik mit allen Sinnen zu erleben, haben meine Kinder schon reichlich gesammelt.) Dabei fällt mir nun auf, dass viele der heutigen Inszenierungen eher karg angelegt sind, es fehlt mir die Sinnenhaftigkeit, die mich selbst als Kind so fasziniert hat und die ich gern weitervermitteln möchte.

  244. @ Filou
    Dem kann ich nur...

    @ Filou
    Dem kann ich nur zustimmen!

  245. Beste Leser und Kommentatoren...
    Beste Leser und Kommentatoren meines Debuts,
    auch ich möchte das Lob, den Dank und die Freude an diesem Blog gerne auch an Sie weitergeben! Es war mir ein Vergnügen mit Ihnen! Auf ein Wiederlesen in bälde!

  246. @muscat – Ich bin kein...
    @muscat – Ich bin kein Jurist und möchte deswegen nicht entscheiden, ob es eine Frage der Höflichkeit ist. Die Idee, mich zu beschweren stammt von einem Richter, und eben jener Richter hat sich am vergangenen Samstag erkundigt, ob ich eine Antwort in irgendeiner Form bekommen hätte.

  247. @Don Alphonso: Zur Frage von...
    @Don Alphonso: Zur Frage von 15:57 gibt es vom fünften Zwerg von links in der elften Reihe, der vom Thema wirklich nichts versteht, auch ein explizites ja.

  248. Das ist fein, Schluchten-Ossi....
    Das ist fein, Schluchten-Ossi. Dann kann ich ja vielleicht sogar mal 7 Tage am Stück die Bloggerei sein lassen :-)

  249. ...
    Coda!
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=5jF4YO_Ssso
    .
    Bis demnächst in diesem Theater.
    .
    Formons un spectacle nouveau!

  250. Als später Nachtrag und...
    Als später Nachtrag und Schlusskadenz: ein männlicher Sopranist mit „echter“, erhaltener Diskantstimme, also nicht falsettierend. Er dürfte dem Klang und Möglichkeiten der Kastratenstimmen wirklich nahe kommen.
    Radu Marian:
    http://www.youtube.com/watch?v=D7Zzsg4rk9k
    @jean-jacques
    Vielen Dank für die Erinnerung an den wunderbaren Freddy Mercury …

  251. Geehrte Leser,
    ein kleiner...

    Geehrte Leser,
    ein kleiner Nachtrag zweier moraltheologischer Funde:
    1. Matthäus 3,10 (auch bei Lukas 3,9) heißt es „Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt. Darum: jeder Baum, der nicht gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.“
    2. Kastraten war der Eheschluss seit dem vom Tridentinum kirchlich verwalteten Monopol der Ehe verboten. Affären wurden geduldet, es gibt sogar historische Belege für Anträge auf Heiratserlaubnis, aber ein Kastrat blieb die Gründung einer unter kirchlicher Weihe gesegneten Familie untersagt. Altersarmut und Einsamkeit ließen viele Kastraten im Alter den Weg in eine geistliche Gemeinschaft wählen.
    Welch ein hoher Preis für eine Kunstfigur!

  252. Venezia, ist es fuer einen...
    Venezia, ist es fuer einen ehemals erfolreichen, gefeierten Saenger so schrecklich am Ende seiner Tage sich dem Geistlichen zuzuwenden, zumals Religositaet eine ganz andere Bedeutung hatte als heute?
    Was aber ist mit den Katastraten geschehen, die nicht der strahlende Stern der Musikwelt wurden?
    Von der Welt wegen des Aussehens verlacht, ist auch da der Gang ins Kloster ein grosser Trost.
    Das Leben damals scheint mir nicht besonders kinderfreundlich zu sein. Eine Hinwendung zum HErrn blieb wahrscheinlich der einzige Weg, der endgueltigen Selbstvernichtung zu entgehen.
    Obwohl…
    .
    …und schon beginne ich wieder zu verdraengen.

  253. @Venezia,

    deine...
    @Venezia,
    deine detaillreichen Ausführungen und deine profunden Kenntnisse zu selbst den ungewöhnlichsten Perspektiven oder Fragestellungen sind wie immer unübertroffen grandios! Eben, eine echte Barock-Lady! Auch wenn meine Kenntnisse angesichts dieses geballten Wissens fast nur einem Kommastrich gleichen, schätze ich diese Leidenschaft, dieses Engagement nach wie vor sehr…

Kommentare sind deaktiviert.