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Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Singen wie die Franzosen

| 163 Lesermeinungen

Hauptsache laut und voll: Mit dem akustischen Rammbock bahnt sich der moderne Startenor seinen Weg in Herzen und Ohren der Zuschauer. Dabei gibt es auch genug andere Methoden, um das Publikum zu begeistern.

Vorbemerkung: Ausgelaugt von Buchmessenerlebnissen nimmt der normale Autor dieses Blogs eine Auszeit bei angenehmeren Kloakeninhalten und dem Gurgeln der maroden Rohre in seinem alten Gemäuer, und überlässt es der Dramaturgin Venezia Fröscher, hier die Leserschaft fundiert in einem Gastbeitrag mit dem Thema Aufführungspraxis und vielen Youtubelinks zu erfreuen:

Das Zubehör eines Sängers: Ein großer Brustkorb, ein großer Mund, 90% Gedächtnis, 10% Intelligenz, sehr viel schwere Arbeit und ein gewisses Etwas im Herzen.
Enrico Caruso

Als Entspannungs- und Verblödungstaktik stellte ich letztens den Flimmerkasten an und wurde zufällig Zeuge, wie die Öffentlich-Rechtlichen ihrem Bildungsauftrag nachkamen: Sie strahlten die Verleihung eines Klassikpreises zur besten Sendezeit aus. „Erstaunlich“, dachte ich, „und dass mal nicht zu einer Tageszeit, zu der sonst garantiert niemand durch das kulturelle Programm belästigt wird.“

Ich goss mir noch ein Gläschen Côte du Rhône ein, biss genüsslich in meine Bruschetta und richtete mich gemütlich auf meinem Chesterfield zu einem Abend mit Wein, Musik und Gesang ein. Aber gleich in der ersten Sendesekunde wurde ich jäh aus meinen Bildungsträumen gerissen. Was war das? Ich hatte es anders gelernt. Aber das Fernsehen belehrte mich nun, die Polonaise aus Tschaikowskys Eugen Onegin sei für „einen Moderator und zwei Komparsen komponiert worden“. Ich stellte mich auf meinem Sofa auf einen „heiteren“ Fernsehabend ein.

Bild zu: Singen wie die Franzosen

Die Minuten tröpfelten dahin, zogen sich, wurden elastisch und dehnbar. Sehr dehnbar. Dafür verkleinerte sich die Weinmenge in der Flasche. Ganz erstaunlich. Längere Minuten und Stunden und Tage und immer weniger Wein. Dann war es vorbei, und ich zog Resümee: Eine Flasche Rotwein reicht nicht. Es gab viele Töne. Und ich hatte Lust auf eine Reise in die Rezeptionsgeschichte der Kunstmusik. Hätte das Publikum vor 100 Jahren diese anpreisende Art der musikalischen Interpretation ebenso mit Applaus gepriesen? Trotz aller Bemühungen, der Veranstaltung eine Anmutung von kulturellem Anspruch zu geben, war es eine Werbeaktion für die bei den großen Plattenfirmen, und die unter Exklusivvertrag stehenden Künstler der Klassikszene.

Dem Publikum wurden die „Stars“ der klassischen Musikszene kredenzt, und das Publikum aß brav die Kost auf. Ein Musiker, der das verkaufssteigernde Prädikat „Star“ besitzt, enthält zwangsläufig alle Komponenten einer niveauvollen musikalischen Darbietung. Es ist wie im Supermarkt: Wo Bio draufsteht, ist garantiert Öko drin. Mir kamen die Musiker wie kulturelle Masttiere vor. Aphoristisch erwähnte es Carl Valentin passend: „Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“

Eben diese Arbeit will das Publikum beim Künstler auch sehen. Der Schwierigkeitsgrad des Musikmachens will gespürt, miterlebt und körperlich nachvollzogen werden. Die Musikinterpretation wird damit zu einem physischen Kraftakt. Wie ein Gladiator scheint der Künstler in das Musikamphitheater zu steigen. Kraftvoll lässt er sein Instrument erklingen, jeder Ton ein sonorer Schönklang mit tonrundem Stimmkörper. Wert wird fast ausschließlich auf die Intensität in der Tongebung gelegt, weniger auf Eleganz, Raffinement und Kunstfertigkeit in der Interpretation.

Bild zu: Singen wie die Franzosen

Musik sollte mehr sein. Ein Notentext will ausführende Interpretation, sonst bliebe er lediglich eine Folge hieroglyphischer Kritzeleien auf Papier. Er muss Klang werden. Hierfür braucht es seitens des „Übersetzers“, also des Musikers, Stilempfinden und Technik. Zumal ein Komponist auch nicht nur einfach Melodien notiert hat. Einem Notentext sind weitaus mehr Angaben zu entnehmen. Tempo oder Lautstärke. Und sollte man dem Notentext tatsächlich, wie in den Niederschriften des Barock, so gut wie ausschließlich die Tonhöhen entnehmen können, dann weiß Musiker dank seiner stilistischen Sicherheit, was er zu tönen hat.

Es scheint, als habe der Körperkult der Konsumwelt mit all seinen perfekten Leibern nun auch Einzug in die Kunstwelt erhalten. Einer Welt, die ihre Schönheitswerte an Körperlichkeiten orientiert, ist der Ästhetizismus einer Kunstwelt verschlossen. So gelten nun auch im Kulturtempel die Maßstäbe der Konsumwelt. Bei den Helden des hohen Cs – den Tenören – ist die Verwandlung zum singenden Supermann besonders hörbar. Ohnehin ist eine Opernstimme wohl nur dann eine wirkliche, wenn sie laut und bullig klingt. Nur ein körperreicher Ton, ist ein guter Ton.

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Diese Vorliebe für physisches Musizieren wirkt sich zwangsläufig auch auf das Repertoire aus. Insbesondere französische Opern, deren Ton nicht zwingend den neuen Idealen entspricht, scheinen außerhalb der „Grande Nation“ ausgestorben zu sein. Wer kennt oder singt hierzulande Arien aus Lakmé von Léo Delibes  oder aus Les pêcheures des perles? Nicht zu vergessen La jolie fille de perth von Bizet oder Giacomo Meyerbeers Oper L’africaine. Vielleicht, weil sich der Musikstil à la française gegen dieses kraftvoll-körperliche Musizieren verwehrt? In Frankreich des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts sind musikalische Äußerungen wie Coco Chanels Nr. 5 – wie ein zartes Parfum. Gleich einer Ahnung von Eau de Toilette umschweben den Hörer die Töne. Ein Klanghauch von Raffinement, Eleganz. Und immer diese Distanz. Wie in der barocken Dacapo-Arie wird hier keine direkte Emotion vermittelt, sondern ein Affekt.

Dieser „affektierte“ Musikstil ist aber dem heutigen Publikumsgeschmack fremd. Die umjubelten Sänger der Vergangenheit Alain Vanzo oder Edmond Clément  scheinen aus einer anderen Gesangwelt zu kommen. Ihre Interpretationen der Arien aus Les pêcheurs des perles oder Werther klingen distanziert. Entrückt in luftiger Leichtigkeit. Für heutige Ohren mag es eher wie mit halbem Stimmband oder mit halber Stimme gesungen klingen. Aber ein mezza voce oder ein Falsett ist eine Gesangstechnik – kein stimmliches Defizit. Diese Technik ist auf heutigen Konzert- und Opernbühnen so gut wie nie zu finden. „Star“-Tenöre wie Rolando Villazón, Marcelo Alvarez oder Jonas Kaufmann  zeigen ein ganz anderes Verständnis von Stimme, Stil und Interpretation.

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Der Wechsel vom delikaten zum körperlich-runden Tonklang vollzog sich scheinbar in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. In den 1910er Jahren sang ein Beniamino Gigli die Arie aus Gounods Faust noch in jener schlanken Tonmanier. 20 Jahre später ist nicht nur die Stimme, sondern auch der interpretatorische Stil jener Arie „Salut, demeure chaste et pure“ ein anderer. Dem heutigen Publikum stünde diese Art wohl weitaus näher: Klingt fast wie Vittorio Grigolo. Warum dieser Geschmackswechsel? Die Antwort wüsste vielleicht Enrico Caruso. Er war einer der ersten Sänger, der dieses runde, körperhafte Klangideal einführte. Der Pariser HNO-Arzt Alfred Tomatis machte eine Entzündung bzw. Operation an Carusos rechtem Ohr für dessen Stimm- und Stilwechsel verantwortlich. Das rechte Ohr setzte krankheitsbedingt aus. Mit dem gesunden linken Ohr aber schien der Tenor die produzierten Töne anders wahrzunehmen. Er passte seine Töne dem Hörgefühl an und dadurch änderte sich der Stimmklang. Dem großen Vorbild Caruso eiferten viele Sänger nach und das Publikum zeigte sich einverstanden.

Bekommt das Publikum also das zu hören, was es verdient? Es gab Zeiten, da stand in jedem Bildungsbürgerhaushalt ein Fortepiano. Da musizierte man fernab vom heutigen Fernseh- oder Radiokonsum. Eigenhändig eröffneten sich so die Hausgebrauchsmusiker musikalische Räume. Traf bildungsbürgerlicher Hörer dann im Konzert- oder Opernhaus auf die Profis, konnte er deren Leistungen schnell über den Vergleich zu seinen eigenen Stümpereien am Instrument beurteilen. Auf diese Weise spielten sich Paganini, Liszt und all die Virtuosen des 19. Jahrhunderts zu Legenden. Es hat zu Paganinis Lebzeiten nicht an Bemühungen gefehlt, dem Geheimnis solcher Virtuosität auf die Spur zu kommen. Paganani sagte man einen Kontrakt mit dem Teufel nach. Heute reicht schon der Kontrakt mit den Musikvermarktern.

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163 Lesermeinungen

  1. Was heißt hier "sagt man...
    Was heißt hier „sagt man nach“!? Der Kontrakt galt. Und das bisschen Seele, je nun.

  2. Der Teufel ist vermutlich auch...
    Der Teufel ist vermutlich auch netter als so ein Major-Label-Chef.

  3. Mir wird Bocuse verkauft, aber...
    Mir wird Bocuse verkauft, aber aufgetischt wird Fastfoood. Warum akzeptiert man fade Speisen?

  4. Tartini hatte auch keine...
    Tartini hatte auch keine Berührungsängste bei Monsieur le Baron de Samedi (vulgo Teifi)
    http://www.youtube.com/watch?v=LnvUS0QxDYo&feature=related

  5. Demjenigen, der sich noch...
    Demjenigen, der sich noch intensiver mit dem spannenden Thema „Ohr und Stimme“ des Dr. Tomatier auseinandersetzen möchte, sei zum Einstieg das mitgegeben: http://www.aufdemhoevel.de/tomatis.html.
    In meinem Bücherregal befindet sich ein Tomatis: „L’oreille et la voix“ – auf Französisch.

  6. liebe Venezia Fröscher,...
    liebe Venezia Fröscher, nichts ist umsonst. man darf nicht den preis eines double golden arch menüs zahlen und dann ferran adrià erwarten. ersterer gastronomiebetrieb ist im übrigen im massengeschäft erfolgreicher, dies dürfte in mehrfacher hinsicht zu denken geben.

  7. So virtuos spelte man vor 111...
    So virtuos spelte man vor 111 Jahren in bürgerlichen Privathäusern im Salong gern dem dezent hüstendelm Publikum vor. Die Tuberose verschwendete dazu den schmachtenden Duft.
    ernhttp://www.youtube.com/watch?v=4vwjiTj7uPA

  8. Zur nachrangigen Erinnerung...
    Zur nachrangigen Erinnerung ins Poesiealbum des Nobile Don Alphonsus: Cloacas Augiae purgare.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Cloaca_Maxima

  9. Ich habe daselbst einst...
    Ich habe daselbst einst versucht, den Kampf mit dem Teufelstriller aufzunehmen. Ich scheiterte kläglich und es kam auch kein Pudel des Weges; der Teufel blieb aus. So blieb es mir vergönnt, eine Karriere als Teufels-geförderte Geigenvirtuosin zu erfahren.

  10. Venezia Fröscher@: Das,...
    Venezia Fröscher@: Das, Verehrteste, wissen die chinesischen Akupunkteure in ihrer Tradition schon seit 4000 Jahren. So können sie beispielsweise via Ohrläppchen-stechen Probleme der Niere therapieren und vieles andere mehr.
    http://www.naturheil-web.de/html/ohrakupunktur.html

  11. Liebe Donna Laura, da haben...
    Liebe Donna Laura, da haben Sie recht, Qualität hat ihren Preis. Leider schwindet gelegentlich im Rahmen der Discounter-Mentalität die Bereitschaft für Qualität auch entsprechendes zu zahlen. Auf der anderen: wenn mir ein Gourmet-Menü ankündigt wird, bei dem der Preis auch entsprechend ist, und letztlich finde ich auf meinem Teller kein Gourmet, dann – ja dann? – geh ich wohl nicht mehr hin und das Restaurant macht über kurz oder lang zu.

  12. Herzlichen Dank für die...
    Herzlichen Dank für die links. Zum Heulen schön. Und auch noch ohne Autotune!

  13. Soo enorm ist der...
    Soo enorm ist der Preisunterschied zwischen Discounter und anständiger Ware gar nicht, vor Allem in Deutschland. Was margen frisst ist das ganze Marketing+Optimisationsbrimborium.

  14. Unmaßgebliche Meinung: Es...
    Unmaßgebliche Meinung: Es könnten die Franzosen überhaupt in Bezug auf Lobgesänge viel mehr von den russischen und deren Interpreten lernen. Sowohl bezüglich deren Texte, Intonation als auch deren Melodei.
    http://www.youtube.com/watch?v=MDE57DWFFhw
    http://www.youtube.com/watch?v=RKshbAYacnA
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kulturnachrichten/sowjetnostalgie-gar-gern-hat-es-der-leonid-11498479.html

  15. "Nett" ist eigentlich nicht...
    „Nett“ ist eigentlich nicht die Kategorie.

  16. Nun hat der Helge...
    Nun hat der Helge übertrieben. Aber hey, die Rolle als Diktator stand ihm gut.

  17. Das sind schwere Stunden für...
    Das sind schwere Stunden für Silvio Berlusconi.

  18. Ich kam im zarten Alter von 18...
    Ich kam im zarten Alter von 18 an die Barockmusik wie die Jungfrau zum Kind: nur mal probieren-und zack…
    .
    …gerade die emotionale Distanziertheit in der Darbietung und beim Empfaenger (das Wort „Rezipient“ erschiene mir hier etwas zu prétentieux) ist mir erst viel spaeter aufgefallen, mehr bei der franzoesischen Oper denn bei der englischen. Vielleicht dachte man in dieser Zeit mehr nach, statt auf die Vibration der Lenden zu achten? Gut, dass ist meine diffuse Spekulation.
    .
    Ich muss mich leider kurz verabschieden. Ein beschiedenes Fest erfordert meine noch bescheideneren Kuechendienste. Falls ich danach noch nuechtern genug bin, melde ich mich zurueck. Ein kleines Divertimenti kann nicht schaden. Bitte Herr Konzertmeister:
    http://www.youtube.com/watch?v=JtAUq-SorKM
    .
    (Wer weiss wie mit welchen Instrumenten diese hoenhischen Meergeister bei 1:49 dargestellt werden? Ich weiss es nicht. Klingt wie kunstvoll auf dem Kamm geblasen.)

  19. DA@: Er wird das Blaue vom...
    DA@: Er wird das Blaue vom Himmel herunter versprechen und RAI wird mit Lobgesängen untermalen. Er schafft das schon, wie er das ganze Land schafft.
    Da bräuchte es schon allüberall Herkulesfähigkeiten….

  20. Werter Spectator: Es scheint...
    Werter Spectator: Es scheint mir hier weniger um das Phänomen der nervlichen Verbindung zwischen Ohrläppchen und Niere zu gehen. Die Theorie von Tomatis fokussiert sich weniger auf die Nervenbahnen in unserem Körper, als vielmehr auf die Verbindung zwischen Gehör und Psyche. Es ist doch erstaunlich, wir reden von Links- und Rechtshändern, von Links- und Rechtsfüßlern, sogar bei den Augen haben wir unterschiedliche Dioptrien – aber bei den Ohren sollen wir angeblich immer beide gleichwertig benutzen? Die einzige Spezies, die sich etwas intensiver mit dem Hören auseinandersetzt, ist berufsbedingt der Musiker. Ansonsten messen wir dem Hörorgan ja wenig Beachtung bei, es sein denn, wir lassen uns Ohr mit Nadeln für eine bessere Nierentauglichkeit versehen. Tomatis‘ Theorie: Das Hören ist unser am frühesten entfalteter Sinn. Die Basis aller Erfahrung bildet der Klang, der dem Embryo durch den Körper, vor allem durch die Stimme der Mutter, vermittelt wird und auf den er reagiert. Klingt etwas esoterisch? Für mich war es erstaunlich zu hören, dass Tomatis mit seiner Methode Sängern in ihrer Stimmkrise helfen konnte. Er spielte ihnen u.a. mit dem Computer bearbeitete Klänge der mütterlichen Stimme vor, wie sie sie wohl im Mutterleib wahrgenommen haben und löste bei ihnen damit die Stimmkrise. Ganz verrückt auch, dass wenn er kein mütterliches Stimmmaterial vorfinden konnte, weil beispielsweise die Mutter bereits verstorben war, benutzte er Mozart. Mozarts Musik hat, so Tomatis, ähnliche Qualitäten wie die vom Fötus erfahrene Stimme im Mutterleib. Also Vielleicht doch etwas mehr als nur Nadel in Ohr gegen Nierenschmerz? Es könnte natürlich sein, dass sich Tomatis auf die asiatische Medizin bezog …

  21. Wenn Berlusconi genügend...
    Wenn Berlusconi genügend zahlt findet sich sicher immer jemand, der seinen Gesang lobt und vergöttert. Wie weiland bei Herrn Nero.

  22. @Spectator: Bei Ihrer Liebe...
    @Spectator: Bei Ihrer Liebe zur russischen Musik wird Ihnen sicherlich auch das gefallen (oder kennen sie es bereits?): Rachmaninoffs Liturgie für des hl. Chrysostomus, op. 31:
    http://www.youtube.com/watch?v=W6ebE9GBSdQ
    http://en.wikipedia.org/wiki/Liturgy_of_St._John_Chrysostom_(Rachmaninoff)

  23. Mir wird von dem ganzen...
    Mir wird von dem ganzen „Marketing+Optimisationsbrimborium“ regelmäßig schlecht!

  24. Ihrem ersten link werden wir...
    Ihrem ersten link werden wir auch gern ans Rheinufer folgen, liebe Venezia, und dann allen weiteren! Dankeschön!

  25. Jeder hat seine...
    Jeder hat seine Sensibilitäten, so dass ich nicht behaupten könnte auf diesem Feld den Big Mac vom leicht angebratenem Angusrindtartar ( passen sie auf das -g- auf…) auf getoastetem Sesamdinkelbrötchen mit Iceberg-Salat, Cornichons und Sauce Bernaise unterscheiden zu können, was mir bei einem Burger durchaus gelänge, wobei mir zur rechten Gelegenheit sogar auch so ein geschmähter Plastikfleischklops prima schmeckt. Aber ich esse auch Haribo…
    .
    Aber es ist der allgemeine Zug der Zeit, der connaisseur windet sich mit Schmerzen, und der sogenannte Liebhaber grunzt zustimmend…
    Esst mehr Schei$$e, Millionen Fliegen können nicht irren.
    So viele Kochsendungen, so viele aufgemachte Convenience-Food Packungen…
    .
    Und ein Oldtimer ohne Stern vorne dran ist nur halb so viel wert.
    Warum sollte der Kuschelklassikkonsument ein besser Mensch sein?

  26. Liebe Frau Fröscher,

    schön,...
    Liebe Frau Fröscher,
    schön, wieder von Ihnen zu hören. Diese Geschmacksveränderung oder -Verwirrung, die sie beschreiben, scheint bisher an mir vorbei gegangen zu sein. Aber ich schaue auch nicht Echo Klassik (oder wie das heißt) und auch die „Star“-CDs der Deutschen Grammophon meide ich. In der Alten Musik geht doch aber ganz im Gegenteil die Ästhetik in Richtung schlank und körperlos. Stimmen und Streicher mit wenig Vibrato, vor allem die Frauen sollen möglichst körperlos/knabenhaft singen – wenn sie neben den Countertenören, die ich persönlich scheusslich finde, denn überhaupt noch eine Chance haben.

  27. Sehr verehrter Don! Sie sind...
    Sehr verehrter Don! Sie sind offensichtlich nicht der Einzige, der auf einer Reise nach Frankfurt aufregendes erlebt. Bei Köln auf dem Hinweg warf mir jemand das Endstück eine Einkaufwägelchen in den Weg. Ich fahre allerdings aus Erfahrung sehr konzentriert, konnte also rechtzeitig um die Eisenstange mit Rädchen herum manövrieren. Auch in der Riesenpfütze Heizöl am Eseleck auf dem Rückweg bin ich nur ein wenig herumgerutscht, bevor ich den Fuß vom Gas nahm, aufs Bremsen verzichtete und das Auto vorsichtig aus der Patsche rollen ließ.
    Aber gegessen haben wir – wie immer – sehr gut!

  28. VF: "Als Entspannungs- und...
    VF: „Als Entspannungs- und Verblödungstaktik stellte ich letztens den Flimmerkasten an und wurde zufällig Zeuge, wie die Öffentlich-Rechtlichen ihrem Bildungsauftrag nachkamen…“
    *
    Sehen Sie, Frau Fröscher, da liegt genau der Haken: Über Klassik, Jazz, Marketing und diese Kulturpolitik kann man ja stundenlang sinnvoll streiten, solange man tatsächlich über Hochkultur redet. Aber eine Fernsehsendung zum Anlass zu nehmen, um über drogenabhängige Dumpfdödel und Preisverleihungen zu diskutieren ist in etwa so originell, wie einem Kindergeburtstag vorzuwerfen, dass der nicht gleiche dramatische Fallhöhe erreicht wie eine Macbeth-Aufführung. Kein als normal zu geltender Deutscher hat heute mehr einen Fernseher oder schaut ernsthaft eine organisierte Fernsehsendung, es sei denn, es wird Fußball, Prêt-à-porter oder eine Mondlandung live übertragen. Deswegen hieß das ‚Fernsehen‘ mal ‚Fernsehen’… :-)

  29. Interessant, das mit Carusos...
    Interessant, das mit Carusos Ohr. Tja, manchmal sind’s die banalsten Dinge, die „dahinter stecken“.
    Ich kenn‘ einen deutschen Musiker (der in den USA etwas bekannter ist, jedenfalls bei einem bestimmten Nischenpublikum für „andere“ Musik), von dem hat mir einer seiner früheren Mitspieler mal verraten, dass der auf einem (fast) Ohr gar nichts hört, und das schon immer; niemand merkt’s, kein Johurnalist, kein Fan. Nur bei Gesprächen, da sieht man seine Kopfschieflage, jedenfalls bemerkt’s derjenige, der um das verheimlichte Ohr-Handicap weiß.
    Nun frag ich mich: Hat die Musik, die er all die Jahre gemacht hat, damit zu tun, resp. ist seine Musik (nur?) wegen seines Ohrs so wie sie ist?
    Nun ja, er konnte in den letzten knapp 40 Jahren gut davon leben. Es gibt inzwischen reichlich Musiker, die seit 30 Jahre ähnliches versuchen. Mit beiden Ohren.
    .

  30. Don: Ich habe in den Seventies...
    Don: Ich habe in den Seventies so zwei, drei Major-Label-Chefs beruflich kennen gelernt; ich war auf der anderen, der Musiker-Seite. Die waren alle nett.

  31. Geehrte Filou, letztes Mal...
    Geehrte Filou, letztes Mal glänzten Sie als als Amazone im Sattel, diesmal als Köchin! Wünsche Ihnen viel Vergnügen – insbesondere mit dem Wein. Wie geht es übrigens ihrem PS und v.a. Ihrem Allerwertesten?
    Damit Ihnen das Kochen leicht geht und die Hüfte fleißig mitschwingt, empfehle ich: Rameau Ouvertüren mit Phillip Rousset – swingt wie Hölle!
    http://www.youtube.com/watch?v=WUkOXm_eZqI

  32. @Filou: Und zum Dessert des...
    @Filou: Und zum Dessert des Rätsels Lösung. Bei dem kuriosen Instrument handelt es sich wohl um eine trompetet marine. Seltsamerweise kein Blas-, sondern ein Streichinstrument.
    http://www.youtube.com/watch?v=oXai31rKtqo&feature=related
    Oder hat jemand einen anderen Vorschlag?

  33. monsieur Filou wird sich über...
    monsieur Filou wird sich über diese verwechslung sicherlich trefflich amüsieren – wo er doch schon einmal le chef mimen darf…

  34. @Foersterliesel: À votre...
    @Foersterliesel: À votre santé!

  35. Nun, verehrte Signora Venezia,...
    Nun, verehrte Signora Venezia, muss ich aber mal eine Lanze brechen für den armen Jonas Kaufmann: der ist nämlich der einzige Tenor und ich hab sehr viele davon gehört – der das singen hat können in der Premiere der „Carmen“ an der Scala, was Bizet geschrieben hat: ein diminuendo al niente zum Schluss des „Carmen, je t’aime“. Auf Stütze, nicht geschummelt. Suchen Sie das doch mal bitte auf einer Aufnahme von Gigli!
    Im übrigen hab ich noch vor ein paar Wochen im Kaisersaal der Würzburger Residenz mir vorgestellt, wie Musik geklungen haben könnte, die irgendwie Neumann- und Tiepolo-adäquat sein möchte. Auf vibratofreies Gefiepe undsoweiter bin ich nicht gekommen. Das heisst nicht, dass immer wild drauflosgedieselt werden sollte.
    Der Text des Schlussduettes der „Incoronazione“ geht, o Don Alphonso, Pur ti godo, pur ti MIRO, um beim Original zu bleiben………….

  36. Werte Barocke Hörerin, Sie...
    Werte Barocke Hörerin, Sie haben es erraten, was mir da in der Glotze kredenzt wurde. Sie sind die Erste, die es den Subtext entschlüsselt hat. Es echote gewaltig …
    .
    Wie Sie sie so treffend formulieren: „Diese Geschmacksveränderung oder -Verwirrung“ – ich möchte es gar nicht so sehr als Verirrung degradieren. Über Geschmack lässt sich ja glücklicherweise bekanntlich streiten.
    .
    Was mich letztens erstaunte, war allerdings, dass ich neuerdings meinem Radio Klänge vernehme, die ich bei Historischer-Aufführungspraxis-Ästhetik nicht vermutet hätte. Leider kann ich mich nicht mehr erinnern, wer mir da was vorspielte. Ich war allerdings verblüfft, auch hier findet langsam das pompösere Klangbrauchtum Einzug: mehr Vibrato, körperreichere Klänge. Die Fraktion der Anti-Vibrato-Nutzer und Klangasketen scheint auszusterben.

  37. @yast2000: Ich wollte das Ding...
    @yast2000: Ich wollte das Ding schon längst mal abgeschafft haben. Aber … Nun, Sie haben ja recht und ich bin wieder einmal, naiv wie ich war, an das Gute im Fernseher glaubend, „verdummdödelt“ worden … Hätte ich auf Sie gehört, wäre das nie passiert.

  38. @Jeeves: Interessant, was sie...
    @Jeeves: Interessant, was sie da in unsere Runde werfen! Ob sein Handicap Auswirkungen auf seine Musik hat? Ich könnte mir vorstellen, dass sein Handicap Einfluss auf die Art hat, wie er mit seinen Ensemblemitgliedern musiziert. Also wie er seine Musiker um sicher herum gruppiert (damit er sie besser hören kann) oder welche Tonlagen er verwendet. Vielleicht lässt er bestimmte Frequenzen aus, weil er sie schlechter hört?
    Welches Instrument spielt er denn?

  39. filou, divertimento. Wenn ist...
    filou, divertimento. Wenn ist eines. Wenn sind viele, divertimenti. Wünsche viele.
    .
    Schepenes, zu Ihrer Zeit wars doch genauso. Amun, Re, egal. Hauptsache die Musik wurde bezahlt.

  40. donna laura & filo@: Ach je -...
    donna laura & filo@: Ach je – ein Fettnapf! Ich bitte um Entschuldigung!

  41. @MSP: Herr Kaufmann ist auch...
    @MSP: Herr Kaufmann ist auch ein von mir ein hoch verehrter Künstler! Ich beabsichtige auch keinesfalls, in gute und schlechte Sänger einzuteilen. Das wäre vermessen und wenn ich mich erdreiste, dies zu tun, dann in der Stille meiner Privatsphäre. Vielmehr möchte ich auf die unterschiedliche Manier in der Interpretation von Musik aufmerksam machen. Jeder Zeit sein Interpretations- und Stimmgeschmack. Leider resultiert daraus, dass man manche Werke gar nicht erst zu Gehör bekommt, weil ihr Stil den gemeinen Geschmack nicht mehr trifft.
    PS.: Kaufmann war bei gesehener Preisverleihung NICHT von der Partie.

  42. Paganini, nehmenwer 'n...
    Paganini, nehmenwer ’n Divertimento. Is dat OK?

  43. Frau Fröscher, ich finde ein...
    Frau Fröscher, ich finde ein bisschen mehr Vibrato in der Alten Musik nicht schlimm. Es ging doch eigentlich nur darum, das nervtötende Dauervibrato des 20. Jahrhunderts loszuwerden. Im Barock war nach meiner Kenntnis das Vibrato eine Verzierung, ähnlich wie ein Triller. Und wenn es um Musik aus der Zeit der Klassik oder Romantik geht, liefern manche Alte-Musik-Ensemble ein derart harsches Gekratze und Gesäge ab, dass ich dann im Zweifelsfall doch lieber Grumiaux höre (aber nicht Mutter).
    Wer hat denn eigentlich einen Echo-Preis bekommen. LangLang? David Gerrett? Anne-Sophie Mutter?

  44. @Barocke Hörerin: Ich stimme...
    @Barocke Hörerin: Ich stimme Ihnen uneingeschränkt zu! Ein bisschen Vibrato in der alten Musik ist nicht schlimm. Aber bitte das Verständnis um ein filigranes Musizieren soll nicht verschwinden.
    Preise haben erhalten, wenn ich mich recht erinnere: Orlando Villazòn, Vittorio Grigolo, Thomas Hampson, Simone Kermes, Countertenor Metha …

  45. Handel's Water...
    Handel’s Water Music!!
    http://www.youtube.com/watch?v=Kuw8YjSbKd4

  46. Und so klingt dann Händel...
    Und so klingt dann Händel romantisiert: http://www.youtube.com/watch?v=6rQkkzXslPw
    Vielleicht spielen wir ihn in ein paar Jahren auch wieder so, nachdem schon die Opernstimmen immer physischer werden? Wem’s gefällt …

  47. Auch du meine Güte! Der Link...
    Auch du meine Güte! Der Link ist ja „echt krass“. Klingt wie Wagner. Nur gut, dass die nicht alle auf der Themse fahren und vom Boot aus spielen müssen. Nein, das kommt so nicht wieder, dazu weiß man heute einfach zu viel über Barockmusik. Wobei gerade Händel ja oft sehr große Besetzungen hatte und auch seine Operndiven am Vibrato vermutlich nicht gespart haben.

  48. Ich schreibe gerade am...
    Ich schreibe gerade am Libretto für eine absurde Oper mit dem Arbeitstitel: Muammar. Die Hauptrolle werde ich selbst übernehmen (in aller Bescheidenheit), als Buffo spielt Silvio Berlusconi sich selbst (mit viel Viagra und viel Vibrato).
    Komposition übernimmt Moritz Eggert. Sein „Dr. Popels fiese Falle“ halte ich für einen Meilenstein der modernen Oper.
    http://www.youtube.com/watch?v=5DsYw1_zHH8

  49. Venezia Fröscher: @yast2000:...
    Venezia Fröscher: @yast2000: “ … Hätte ich auf Sie gehört, wäre das nie passiert.“
    *
    Sehn se, jenau dat wollte ick sajen! So nich, Frau Fröscher! … Un jetze bitte ßu die Muhsike!

  50. H. Schneider, nur als...
    H. Schneider, nur als mögliche Inspirationsquelle:
    http://www.youtube.com/watch?v=LnJR71DPEu8
    Schostakovitsch komponierte diese wunderbar surreale Oper „Die Nase“ nach Gogol. Für Ihre Berlusconi-Thematik evtl. passend: Eines morgens wacht ein Mann auf, seine Nase ist verschwunden. Einfach aus dem Gesicht weggelaufen. Sie stiftet allerlei Unfrieden … Vielleicht könnte man Berlusconi die Nasenrolle anvertrauen. An der Nase eines Mannes – sie wissen schon.
    Es gab vor Jahren so eine herrliche Inszenierung an der Berliner Staatsoper, zu der Jörg Immendorff die Bühnenausstattung beisteuerte. Ich erinnere mich noch an eine überdimensionierte Nase, die ständig auf der Bühne herumspukte.

  51. @yast2000: Jawoll! Mein...
    @yast2000: Jawoll! Mein Bekenntnis: Ich habe genug (www.youtube.com/watch?v=rDmmb9DVH_E) hätte ich mal auf Sie und den alten Bach gehört …

  52. Wir können uns nicht helfen,...
    Wir können uns nicht helfen, aber von der Art der raschen Folge von Rede und Gegenrede fühlen wir uns heute unwillkürlich irgendwie an rosa Wattebäuschen erinnert. Ein Hauch von Douglas liegt in der Luft. Ein wenig so etwas wie Chanel No. 5 für Arme. Oder viel Geräusch um nichts.
    .
    Und Caruso – war das nicht der „Angstmann“ mit den durch den überdosierten Dauergebrauch von Äther betäubten Stimmbändern? („und er schob dann seine „Droge“ aufs Ohr?“ – also deren Gebrauch?)
    .
    Und wir gehen jetzt erst einmal zur Rückenmassage. Uns kräftig durchwalken lassen.
    .
    Und „Beelitz Heilstätten – Das Davos des Nordens“. Garantiert auch mit Patientenkonzert. Wie heute die FAZ-Online.
    .
    Wobei die neueste gesellschaftliche Errungenschaft ja „Fragerechtsentzug“ heißt. „Als Waffe gegen zuviel Staatsanwalt.“ (*g*). Aber nur am Rande. (*gg*)
    .
    Und slow-food nach Art des BigMäc: Mit Text und Musik nach Art der gaanz langsamen Entstehung doppelt garniert. Einfach perfekt.
    .
    Und bei Bedarf einfach mehr Genie verwenden.

  53. Also nehm Se mir dat nich...
    Also nehm Se mir dat nich übel, liebe Napolina, abba mir is Ihre Muhsike zu schwülstich! Ick steh swar ooch uff son büsschen öffentlichet Leiden, dann aba doch mehr mit solche Sonngs:
    *
    http://www.youtube.com/watch?v=qR81ArciG9I

  54. Die Bilder oben passen nicht...
    Die Bilder oben passen nicht zum Text.

  55. Ich wollte einen Bildwitz auf...
    Ich wollte einen Bildwitz auf die lauten Tenöre machen – wenn es nicht geklappt hat, mache ich es das nächste Mal wieder konventionell (Und ein nächstes mal wird es geben).

  56. Alle sind weg, die Ruhe ist...
    Alle sind weg, die Ruhe ist eingetreten. Liebe Frau Froescher, das Pferd hat am Ende tapfer den Gnadenhof erreicht. Das Neue hat keinen Aschenbecher, was ich sehr beklage. Pferde ohne Cendrier sind wie Cowboys ohne Colt. Man fuegt sich.
    .
    Trompete Marine, das ist genial. Auf sowas kommt man nur wenn man jung und frech ist. Lully, scheint mir, hat das nicht oft verwandt. Im Alter sowieso nicht. Diese bloeden Reminiszenzen auf die Antike. Quinault! Das letzte Mal war ich 1990 im Quinault. Ein Sch***film.
    .
    Auf Umwegen zeigt das Beispiel des furchtbar volumineusen Ormandy wie recht ich hatte, als ich mir englisch tembrierte Lautsprecher anschaffte; ich will es schlank und ehrlich. Das Klangbild des 19ten Jhdt. ist ueberladener Kitsch des reichgewordenen oder reichtuenden Buergertums. Was frueher Sprachkunst war, wurde zur wortreichen Blase, was frueher ein reich dekoriertes Moebel war, wurde zum industriell erzeugten Vorzeigeobjekt des Spiessers. So auch in der Musik dieser Zeit. Die lustigen Voegel, wie z.B. Jaques Offenbach erkannten das sehr gut. Ich liebe diese Szene:
    http://www.youtube.com/watch?v=G1yX9AjacYg
    Ist Dekadenz nicht etwas Schoenes? Sie ist es, wenn es darum geht, eine Epoche einen Abgesang zu goennen.

  57. Don Alphonso: "Ich wollte...
    Don Alphonso: „Ich wollte einen Bildwitz auf die lauten Tenöre machen…“
    *
    Witze macht man aba nun mal nich mit de Brächstange! Da muss man viel subbtieler rangehn…

  58. @ Filou: Ihr Wort zum Freitag....
    @ Filou: Ihr Wort zum Freitag. Damit in unseren hochkulturfremden Zeiten überhaupt noch jemand Zugang zur Kunst findet, dann muss sie eine Karikatur ihrer selbst sein. Nur der Kitsch bzw. die Übertreibung scheint verständlich zu sein. Schauen Sie mal hier: http://www.youtube.com/watch?v=ptAFOM9dwd4

  59. Liebe Venezia Froescher,
    sie...

    Liebe Venezia Froescher,
    sie fragen, ob das Publikum zu hoeren bekomme, was es verdiene. Womit hat das Publikum denn verdient, dass es zur Zeit keinen einzigen wahrhaften Heldentenor gibt? Es ist ja nicht so, dass nur die „leichten“ Stimmen fast aussterben.
    Sollte man nicht generell von einer problematischen Zeit im Tenorfach als solches sprechen? Zumindest bei den Damen hab ich ganz und gar nicht das Gefuehl, dass die leichten, agilen, sanften Stimmen aussterben. Und auch im Baritonfach wuerde ich einen der momentan gefragtesten Vertreter, R. Pape, eher in die lyrische als dir Testosteronecke stellen (wobei das mit dem „leichten Bass“ natuerlich so eine Sache ist).
    Die Frage nach dem Wechselspiel zwischen beliebtem Repertoire und bevorzugtem Gesangsstil ist vermutlich ein selbstverstaerkendes Huhn-Ei-Problem. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es die entsprechenden Stimmen nicht mehr gibt – man bekommt sie bloss nicht zu hoeren.
    PS: Vanzos Interpretation der Perlenfischer-Arie ist sehr schoen und nach meinem Empfinden passender als beispielsweise die Bjoerlings (http://www.youtube.com/watch?v=_QFgPtmM7Ps&feature=related), im Allgemeinen tendiert mein Geschmack aber auch zu volleren Stimmen. Michel Hamel, den Sie verlinkt haben, klingt fuer mich schon fast unmaennlich (und das fuer einen Schmied). Dann doch lieber direkt tiefere Lagen:
    http://www.youtube.com/watch?v=C5kKQfM_EgU&feature=related

  60. Veramente Meraviglioso!...
    Veramente Meraviglioso!
    Ein wunderbares Beispiel haben Sie da rausgesucht, Frau Fröscher. In meiner Oper „Muammar“ werden ganz ähnlich Ihrem Beispiel bulgarische Krankenschwestern auf die Bühne geschleift. Diese hatten Muammars Männlichkeit verhext und sollen nun unter Folter den Fluch zurücknehmen. Selbstverständlich tun sie es nicht. Das wird eine Blutorgie! Das Publikum wird rasen vor Entzücken.

  61. Venezia, meine Nichte in...
    Venezia, meine Nichte in Kanada wuerde das moegen. Und ich versuche ihr schon seit Jahren, vergebens natuerlich, etwas anderes beizubiegen.
    .
    Orff, oh jeh, und Carmina Burana, das ist Drama fuer die karriereorientierte, nach oben strebende Frischakademikerklasse, die sich nicht traut, ihre Seele nach unten zu oeffnen. Dabei kann das sehr nett sein, trifft leider statt des Kopfdreiecks (Auge, Ohr, Seele) nur das Dreieck Sentiment, Ahnungslosigkeit und die vage Vorstellung von Erotik.
    Aber, da sind wir ganz Macho, da treiben wir die Jungdoktorin in eine Retrodisko:
    http://www.youtube.com/watch?v=J-GkwIRbLw8
    Mit viel Liebe und Zuneigung werden wir ihr zeigen, was wahre Wollust ist. Barockmusik ist Wollust.
    .
    Vanne pastori!
    .
    (Muss ins Bett. Diese Getraenke…)
    Na denn Gute Nacht. Immer wenn’s lustig wird, muss ich in’s Bett.

  62. zwei kleine OT-Nachtraege:
    -...

    zwei kleine OT-Nachtraege:
    – Lang Lang (weil sein Name weiter oben mal gefallen war) wird sicher zu sehr gehyped. Durfte gerade eben aber ein wunderbares Liszt-Konzert von ihm hoeren, und auch wenn das gut aufgelegte Phila Orchestra sicher das seine dazu getan hat, das war schon eine bemerkenswerte Vorstellung. Und wieso sollte man „E-Musik-Kuenstlern“ nicht auch einen Abglanz der (vielleicht albernen) Attitueden goennen, ohne die man einen Popmusiker garnicht ernst naehme?
    – zum neue Musik Thema vom letzten mal: Ich muss dringend mehr Schostakowitsch hoeren.

  63. "Es gab Zeiten, da stand in...
    „Es gab Zeiten, da stand in jedem Bildungsbürgerhaushalt ein Fortepiano.“
    Das dürfte sich heute nicht anders verhalten, wir sprechen ja, ob nun 1811, 1911 oder 2011, von vielleicht 5% der Gesamthaushalte. Allerdings haben die 5% ihre Stil und Werte prägende Kraft verloren. Das nennt man gemeinhin Demokratisierung.
    Dass man in diesen Häusern jenseits von Fernseh- und Radiokonsum musizierte lag schon alleine daran, dass es Fernsehen und Radio noch nicht gab. Die Vorlagen holte man sich woanders — und zumindest um 1900 waren sie nicht weniger schwülstig und laut als heutzutage. „Melodien für Millionen“ eben, und das in jeder Hinsicht.

  64. @H. Schneider: Wann ist...
    @H. Schneider: Wann ist Premiere?

  65. Singen wie die Franzosen -...
    Singen wie die Franzosen – here’s the real thing!
    http://www.youtube.com/watch?v=9uWyiFzwYGI

  66. was für´s andere Ohr:
    Dusty...

    was für´s andere Ohr:
    Dusty Springfield: son of a preacher man
    http://www.youtube.com/watch?v=dp4339EbVn8

  67. "Eben diese Arbeit will das...
    „Eben diese Arbeit will das Publikum beim Künstler auch sehen. “
    Lieber D. Alphonso. Ihrem Blog sieht man auch an, dass Sie hart arbeiten mussten. Diese Kenntnisse, dieser (Musik)Geschmack, diese feine Ironie, diese Stilsicherheit, diese Belesenheit. Was musste es für Überwindungen kosten, immer weiter zu arbeiten, das Gelesene zu reflektieren, sich dabei selber in Frage zu stellen, Texte auch weiterzulesen, auch wenn vielleicht der eine oder andere doch arg langweilig war. Sie stehen den von Ihnen beschriebenen Künstlern in nichts nach. Gruß A.Bert

  68. T.I.M@: Einen schönen guten...
    T.I.M@: Einen schönen guten Morgen! Habe in der Nacht noch mal auf die Suche nach Tenören gemacht. Sollten Sie recht haben und das Tenorfach stirb komplett aus? Tenöre haben es ja in unserer Welt nicht leicht. Es ist für sie wie Hochleistungssport. Der Kammerton wird immer höher, mittlerweile stimmen die Orchester teilweise auf 445Hz (man begann mal bei 440), das heißt auch, dass die hohen Töne immer „höher“ werden. Zusätzlich erwartet der Zeitgeschmack, dass alle Töne voll ausgesungen werden, also kein Falsetto oder ein misto rinforzato – volle Bruststimme bitte. Das macht es natürlich nicht leichter und bewirkt zudem, dass letztlich irgendwie alles gleich physisch klingt. Versucht einer mal die Ausnahme hat er Schwierigkeiten akzeptiert zu werden. Zum Beispiel Jonas Kaufmann (hier hätten Sie ihren Heldentenor) der die Gralserzählung aus Lohengrin (www.youtube.com/watch?v=LacV8ZpHTYk) so sanft singt, dass viele Wagnerianer erbost waren, weil ihnen das Heldische fehlte. Oder ein Juan Diego Florez. Er ist wohl der einzige wirklich erfolgreiche und gefeierte leichte Tenor. Allerdings gilt das nur, wenn er Rossini und die ganzen leichten Belcanto-Partien singt. Vor nicht gar so langer Zeit versuchte er sich an Rigoletto (www.youtube.com/watch?v=ScPcB39XgzI). Das Publikum mochte es nicht. Man mag darüber streiten, ob der Rigoletto schon ein solche romantische Oper ist, dass sie mit lyrischen Tenören besetzt werden sollte. Die frühen Verdis haben enge Verbindungen zum Belcanto. Was sagen Sie zu Florez‘ Interpretation von La Donna è mobile?

  69. @Filou: Katerstimmung?...
    @Filou: Katerstimmung? Wünsche Ihnen viel Erfolg, Ihre Nicht „umzubiegen“ und in die wahre musikalische Wollust zu offenbaren. Haben Sie es schon einmal mit TOSCA versucht, da haben Sie Krimi, Spannung und Wollust in einem? Sicherlich würde ihr auch dieses hier gefallen: Herr Grigolo (der Tenor dieser Carmina Burana-Inszenierung) kam ursprünglich aus der Popmusik-Richtung: http://www.youtube.com/watch?v=44EhG7WDAF0&feature=results_video&playnext=1&list=PL2623F0B8CAD65134

  70. @Gabriele: Die arme Dusty...
    @Gabriele: Die arme Dusty konnte ja garnicht tanzen! Und ist das was sie da auf dem Kopf hat?
    @Venzia Fröscher:Ich wäre neugierig zu erfahren, was passiert wenn sie in ein Museum gehen und vor einem Ready Mades Marcel Duchamps (z. B. der Flaschentrockner um es harmlos zu halten)stehen. Haben sie dann auch ein so tiefes Verständniss des Kunstbegriffs?
    Ist das Ringen und das Leiden des Künstlers um die Kunst nicht ein Überbleibsel der Romantik?

  71. Frau Fröscher Zitat:"Die...
    Frau Fröscher Zitat:“Die Theorie von Tomatis fokussiert sich weniger auf die Nervenbahnen in unserem Körper, als vielmehr auf die Verbindung zwischen Gehör und Psyche“ …dies scheint bei mir auf merkwürdige Art und Weise statt zu finden:
    NUR bei Keith Jarrets Köln Concert. Ich muss da JEDES MAL heulen.
    http://www.youtube.com/watch?v=wivo94ylmhE
    Es macht mich fertig: Die schönen Töne, die leichte Tonfolge… ab 7:18 ist das
    Taschentuch nass (höre es deshalb nur 1x im Jahr)
    ich weiß nicht was es ist: es steigt so eine merkwürdige Sehnsucht – in mir auf.
    Wer weiß mehr, woran sowas liegt, wer hat ähnliche Gänsehautmusikerfahrung?

  72. Tenornachschlag
    Celso Albelo...

    Tenornachschlag
    Celso Albelo http://www.youtube.com/watch?v=HokatGd5glQ
    Stefan Cifolelli http://www.youtube.com/watch?v=L1pSnkefS54

  73. Venezia Fröscher@: Sehr...
    Venezia Fröscher@: Sehr Verehrte! Da ich nun gerade sehr fromme Erwartungen hege hinsichtlich des nahenden Wochenendes :-) bedanke ich mich für den Hinweis zu Rachmaninow mit einem Chorwerk von ihm.
    Um den Bogen nach Westen hinzubekommen, ein Hinweis zu St. Saens. Das Dampfbetriebene Grammophon habe ich ausserdem für Caruso angeworfen. Zing.
    ..
    Filou@: In der hiesigen Philharmonie wird noch ein barocker Paukist gesucht, wie wärs? (Ersatzweise ein Kammbläser.)
    ..
    http://www.youtube.com/watch?v=YRi8WURgP1g
    http://www.youtube.com/watch?v=Z1nlwBOBx1Q&feature=related
    http://www.youtube.com/watch?v=aef9DGvZ8Qo

  74. gabriele@: Und für Sie, meine...
    gabriele@: Und für Sie, meine Beste, habe ich beim Kramen eine reizende Gänse-hautmusikerfahrung gefunden. Das Pianoforte mußte danach neu gestimmt werden.
    Ebenso die Strings. Lustig ist es. Man spürt so richtig, wie Ihre Namenscousine mokant anmerkte, das Leiden und Ringen des Künstlers um die richtige Tonhöhe und den gedehnten Takt zu finden. Auch die Moderne ist sensibel. Was ich bei diesem Stück allerdings mißlich finde ist das Fehlen eines großen Schiffshorns.
    http://www.youtube.com/watch?v=4SmXNDYlNJM&feature=related

  75. Werte Frau Spangenberg, Ihre...
    Werte Frau Spangenberg, Ihre spannende Frage ist nicht so einfach in einem Satz zu beantworten. Vielleicht soviel: Mir geht es weniger an einem historisierten und – Sie haben da, meine ich, vollkommen recht – einem Kunstbegriff der Romantik festzuhalten. Es geht mir weniger um das Original, das Genie, das Künstlerleid und einen akademische Kunstauffassung. Vielmehr bin ich eine Suchende. Ich suche in der Kunst, welcher Natur auch immer, etwas zu finden: Antworten, Aufforderungen – kurz: Inspiration, gerne für Geist UND Seele. Das kann auch ein Ready made von Duchamp sein. Besonders spannend in diesem Kontext die derzeitige Affäre um den Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi http://www.zeit.de/2011/41/Kunstfaelscher-Beltracci. Er hat, ähnlich wie ein Duchamp auf seine Art, die Bildende Kunstwelt hinters Licht geführt und die große Frage aufgeworfen: Was ist Kunst? Das Original? Der große Name? In der Musik verhält es sich dann noch ein wenig komplexer, denn das Original wäre lediglich der Notentext, der aber bleibt stumm. Erst durch den Interpreten wird er zur klingenden Kunst und da erwarte ich beim ausführenden „Künstler“ eine gewisse handwerkliche Fertigkeit (also Technik) und ästhetisches Verständnis (also Musikalität und Stilempfinden) in der Ausführung. Sonst könnte ich mir auch den Männergesangsverein um die Ecke anhören. Der macht selbstverständlich auch eine schöne Arbeit, aber als Quelle der Inspiration hat das für mich wenig zu tun. Klingt nach einem sehr akademischen Kunstbegriff? Weniger, ich bin immer gerne bereit, Musik auch nur als Unterhaltung, der Schönheit Willen zu genießen und mich daran zu erfreuen. Aber dann doch bitte auch mit einem entsprechenden Anspruch. Allerdings ist dieser Anspruch natürlich ein persönlicher und somit subjektiver – ich habe nicht die Wahrheit gepachtet.

  76. @Spectator:Verzeihung, wenn es...
    @Spectator:Verzeihung, wenn es so ankam: mokant war das nicht gemeint.
    Die Frage ist echt.
    High Art und Low art.
    Das Ringen um den Kunstbegriff.
    Wie empfindsam waren die Künstler bevor Vasari seine Texte schrieb?
    Warum sollte die Moderne nicht sensibel sein?
    Und die Photos spassen doch sehr gut zum Inhalt des Textes.
    Und Dustys Musik ist auch schön.

  77. Liebe Frau Fröscher:
    Ja, ich...

    Liebe Frau Fröscher:
    Ja, ich LIEBE die Frage nach dem Original!
    Das hiesse in der Musik, müssten im Grunde zwei Künstler aufeinandertreffen wobei dann jedesmal ein neues Original entstünde? Ziemlich aufregend.
    An Herrn Beltracchi habe ich auch während dieser Diskussion gedacht, hat er uns zum Glück von der Idee des „Auges“ befreit. Nur her mit dem akkademischen Kunstbegriff!

  78. @ Spectator:Danke...
    @ Spectator:Danke Danke.
    Gänsehautmusikerfahrung -wie Sie es meinen- ist für mich ja eher Rachmaninow.

  79. Kuns is watt nit jeda kann....
    Kuns is watt nit jeda kann. Isch han mall ne Werbejäg komponäät för een Ajentuur,
    do säht dä Scheff för misch, alls isch ehm dat vürschpelle dät, sät dea för misch:
    „Leven Härr, isch will keen Kuns, ´ sch moß Jäld vadeene!“ Do liejen Wällten zwische dä Aanschprüch. Jong dat kann isch da sache.
    http://www.youtube.com/watch?v=DbtC76cXHiE&feature=related

  80. Da wurde um 11:48 Uhr etwas...
    Da wurde um 11:48 Uhr etwas sehr Wichtiges gesagt. Es geht bei mir sogar weiter: Wenn mir etwas gefaellt, ist es mir wurscht, wer was wo singt oder spielt. Ich kann mir weder die Namen von Saengern merken, noch die der Orchester und Dirigenten. Ich will das auch garnicht, denn das erzeugt bei mir Erwartungen, die sicher irgendwann etnttaeuscht werden muessen. So kann ich damit Leben, dass Paul Agnew in Lully’s Armide einen Klassejob gemacht hat: Er lag fast die ganze Oper lang auf Louis‘ Bett und poofte. Dass die d’Oustrac nackicht hinter einer Gardine prima aussieht…
    .
    (Das kommt davon, wenn man in Quimper einen Plattenladen aufsucht, dessen mauerbumige Verkaeuferin von allen Troestungen fern hinter der Kasse sitzt und laut Fados hoert. Das verhiess nichts Gutes-und ich Dussel sah die Schrift nicht an der Wand. So kaufte ich also die Armide-DVD und wurde nicht enttaeuscht.)

  81. Leven Frau Venezia Fröscher@:...
    Leven Frau Venezia Fröscher@: Allso deffiniteff: Dem Duschambb singge Pißpott is keen Kunss. Domet dat emol klaa ess. Dat Dünge hatte domols däm Max Ernst singe Sanitärfritze us Vasehn lejejelosse, en Bonn-Gaurheindoref, in da Filla Anita. Do mänt dann de Duschambb, dea woar at ze Besooch do, dat is keen Kuns dat Dinge lejezulosse. Ab da wuad ä neu Säkulum einjeläutet. Dat Lügge hät bis hück nit opjehüät: Dem Schönen, dem Juten, dem Wahren jewidmet!

  82. Liebe Frau Spangenberg,
    ja,...

    Liebe Frau Spangenberg,
    ja, korrekt, in der Musik hätten wir es mit zwei Künstlern zu tun: dem Komponisten und dem Ausführenden. Was aber ist dann das Kunstwerk? Der Notentext oder erst die klingende Musik? Da scheiden sich die Wissenschaftsgeister …
    Ich bewege mich viel in Bibliotheken und arbeite viel mit historischen Notenmanuskripten. Da stellt sich mir immer die Frage: ist das, was mir hier vorliegt bereits das Kunstwerk? Allein das Papier und die handgeschriebenen Tintennoten machen es dazu. Aber es ist dann wohl eher ein Buch-, denn ein Musikkunstwerk. Werden diese Manuskripte erst dann zur Musikkunst, wenn ich sie transkribiert habe und sie durch ein Ensemble zum Klingen gebracht werden? Wer ist dann der Autor, der Komponist oder der Musiker?

  83. Gabriele Spangenberg@: Es lag...
    Gabriele Spangenberg@: Es lag mir fern Sie treffen zu wollen, mir lag mehr an Ihrer Reaktion ;-) Gerade die neuen Verfahren der Kompositionsform finden auch ihr geneigtes, begieriges und sensibles Rezipientenohr. Ihres und meines.
    http://www.youtube.com/results?search_query=stockhausen+helicopter&aq=2&oq=Stockhausen

  84. @Venezia Fröscher

    "Ganz...
    @Venezia Fröscher
    „Ganz verrückt auch, dass wenn er kein mütterliches Stimmmaterial vorfinden konnte, weil beispielsweise die Mutter bereits verstorben war, benutzte er Mozart.“
    Das macht mir eine Anekdote vom Indiz zum Beleg: als meine Schwester schwanger war, sagte sie mir mal beiläufig, daß das Kind immer wie andächtig still sei, wenn sie Mozart höre. Haben andere Mütter das nicht auch schon bemerkt ?

  85. Wir sind in der Tat, wenn man...
    Wir sind in der Tat, wenn man sich das cross over der hier gebotenen Kommentare samt den gebotenen Beispielen näher ansieht und anhört, zu wahren Virtousen der gelehrten Epigonenphilosophie, will sagen der Musikgeschichte geworden. Aber das Jahrhundert steht ja erst an seinem Beginn.
    Liebe Frau Fröscher: Des öfteren wurde bei dem werten Herrn Don Alphonso der Hinweis auf William Gaddis geboten in Zusammenhang mit dem Kunstfälscherprozess-um Beltracci und die ominösen Campendonks : Die Fälschung der Welt.“
    Von ihm auch irgendwie passend zur Thematik: „Das mechanische Klavier“.
    (Vorischt: Nervtötend, aber hervorragend.)

  86. Wie ist das eigentlich mit...
    Wie ist das eigentlich mit Musikfaelschern, gibt es sowas?

  87. Dezent sei auf france-music im...
    Dezent sei auf france-music im webradio, und dessen hervorragende Musikbesprechungen, hingewiesen. Auch dessen oftmalige Begeisterung für die deutschsprachigen Komponisten ist höchst erwähnenswert.
    http://sites.radiofrance.fr/francemusique/accueil/

  88. @KL: Mir ist sogar zu Ohren...
    @KL: Mir ist sogar zu Ohren gekommen, dass Kühe bei mozärtlicher Musik besonders viel Milch geben sollen.

  89. Liebe Venezia,
    Jonas Kaufmanns...

    Liebe Venezia,
    Jonas Kaufmanns Stimme mit ihrem dunklen Timbre mag ich sehr gerne. Und seine Interpretation der Gralserzaehlung ist auch stimmig; es steht ja ausser Frage, dass er das auch ganz anders haette singen koennen, wenn er gewollt haette. Trotzdem wuerde ich Kaufmann nicht als „richtigen“ Heldentenor bezeichenen, NOCH nicht.
    Man vergleiche
    http://www.youtube.com/watch?v=eMmZwoLZNQ8
    http://www.youtube.com/watch?v=z8CYkkgFzG4
    Das staehlerne (was man gar nicht unbedingt moegen muss) gehoert fuer die meisten dann doch dazu.

  90. @Filou: Ohja! Viele unerhörte...
    @Filou: Ohja! Viele unerhörte Komponisten haben Werke unter anderem Namen unters Volk gebracht. Das nahm solche Auswüchse an, dass irgendwann das Copyright eingeführt wurde. Bleiben wir beim Beispiel Mozart. Als die Musikwissenschaftler begannen, kritische Werkausgaben von Mozart zu erstellen, stießen sie immer wieder auf Manuskripte und v.a. Drucke, die die Komposition Mozart zuschrieben. Zum Beispiel die sinfonia concertante für Bläser, KV 297b. Es existiert weder ein Autograph, noch ein Erstdruck, nur eine Partiturabschrift und diese besagt, dass der Komponist Mozart sei. Lange Zeit hat man also angenommen, diese concertante sei, wie auch die sinfonia concertante für Violine und Viola KV364, in Paris von Mozart komponiert worden. Trugschluss! Ist gar nicht Mozart, klingt aber so.
    .
    Sogar bei Instrumenten hat man das lange Zeit auf diese Art betrieben. Ich habe noch eine alte Geige von meinem Großvater. Im Korpus ist ein Zettelchen eingeklebt, auf dem der Name des Geigenbauer notiert ist: Guarneri. Hier gilt: Steht Guarneri drin, klingt auch nicht so.

  91. @ Spectator:UND mein Auge,...
    @ Spectator:UND mein Auge, welches bei mir das sensiblere und gierige Organ ist. Volltreffer! wie konnten sie so sicher zielen?Ich bin begeistert! Vielen Dank!
    @Venezia Fröscher:sie bringen jetzt noch eine Ebene ins Spiel. Wow.
    Allerdings frage ich mich ob das Manuscript eines Komponisten ein Kunstwerk ist oder einfach ein „Werk“. Kommt es nicht auf die Intenzion des Künstlers an? Und seine Intention war das musikalische und nicht das visuelle? Ist das Papier, oder das Pergament und die Tinte nicht einfach nur Träger, Vehikel des Kunstwerks? Sowie die Leinwand und das Pigment auch an sich keine Kunstformen darstellen sondern nur Träger für die Idee des Künstlers sind?
    Ein Original, eine Signatur, muss ja nicht ein Kunstwerk sein um zu begeistern.

  92. @Filou, zum Xerxes von Lully &...
    @Filou, zum Xerxes von Lully & den „Kammbläsern“ fand ich folgende Beschreibung einer NAXOS-CD:
    „Le Ballet de Xerxes (übrigens komplett)
    Le Ballet Royal des Plaisirs
    L’Amour malade
    Ballet du Temps
    und die Chaconne aus Le Bourgeois Gentilhomme
    Wirklich zufrieden bin ich mit der Aufnahme nicht. Zu weich, zu kraftlos wird hier gespielt.
    Vielleicht liegt es auch an der Aufnahmetechnik.
    Gepatzt wurde auch noch. In den Balletteinlagen für Cavallis Xerxes gibt es den Satz „Les Matelots“ dort verlangt Lully eine „Trompette Marine“ das ist ein Instrument, das dem Trumscheid sehr ähnelt und wirklich wie eine Trompete klingt.
    Hier wird auch nicht ganz deutlich was man nun gemacht hat, ist das nun eine Tröte aus dem Scherzartikelladen, oder hat man es auf einem Kamm geblasen ??? “
    .
    Zum Trumscheit gibt’s bei Wikipedia ’ne Erklärung und sogar ein Bild.

  93. @T.I.M.: Kennen Sie Johan...
    @T.I.M.: Kennen Sie Johan Botha? Das könnte Ihnen evtl. auch gefallen.
    http://www.youtube.com/watch?v=NrjnelUsbZI

  94. @G. Spangenberg: Das würde...
    @G. Spangenberg: Das würde ich vollauf unterschreiben: das Papier, die Leinwand, ist der Träger der Künstlerintention. Demnach würde das Gemälde erst durch den Betrachter zur Kunst? D.h. das Kunstwerk bedarf des Rezipienten. In der Literatur verhält es sich ebenso. Seltsamerweise ist aber in der Musik ein dritte Komponente zwischengeschaltet: der interpretierende Musiker. Wobei man natürlich auch fragen könnte, ob der Notentext nicht auch, indem ich ihn stumm lese, bereits Kunst ist?

  95. @ G. Spangenberg: Vielleicht...
    @ G. Spangenberg: Vielleicht sollten wir uns von einer andren Seite nähern und fragen, was ein Kunstwerk denn ausmacht. Wenn wir davon ausgehen, dass ein Kunstwerk autonom ist, quasi eine „Welt für sich“ bildet, dann trifft das auf den Notentext natürlich nicht zu. Auf den Schrifttext übrigens auch nicht. Der Notentext wäre dann bloßes Zeichensystem und erst durch die klangliche Reproduktion des Textes entsteht ein Kunstwerk. Wo aber steckt dann der Komponist? hier kommt dann die Frage nach der Text- bzw. Werktreue ins Spiel. Soll die Intention des Komponisten in der klingenden Musik stecken, muss der ausführende Musiker mit seiner Interpretation zurücktreten. Natürlich stellt uns das wieder vor weitere Fragen, denn was ist denn mit der Intention des Komponisten. Kann ich die immer aus dem Notentext ablesen und würde das nicht dazu führen, dass letztlich die klangliche Reproduktion des Notentextes immer gleich klingt? Langeweile würde sich im Musentempel breit machen. Also bedarf es der Interpretation des Musikers: hier gibt es dann Variablen in der Interpretation und somit Bedeutungsvielfalt. Was aber ist Interpretation? Von einem Schauspieler wird man eher sagen, er spiele Hamlet, als dass er sie interpretiere. Auch von einem Orchester würde man wohl lieber sagen, es spiele eine Sinfonie, nicht es interpretiere eine. bei einer Geigenvirtuosin wird man aber schon viel eher davon ausgehen, dass sie Mozarts Violinkonzert interpretiere. Diese Nuancen des alltäglichen Sprachgebrauches besagen noch nicht zwangsläufig, wie es sich mit der Frage nach der Interpretation verhält. Auffällig ist, dass heutzutage meist bei Solisten und Dirigenten von Interpreten gesprochen wird, evtl. auch noch bei Kammermusikensembles wie Streichquartetten.
    .
    Das Thema ist ein Fass ohne Boden.

  96. und welcher tenor konnte in...
    und welcher tenor konnte in den letzten fünfzig Jahren das französische repertoire so kultiviert singen, wie der fast vergessene nicolai gedda? http://www.youtube.com/watch?v=ZcTlAOeAfGM&feature=related

  97. Venezia Fröscher@: Das ist...
    Venezia Fröscher@: Das ist doch genau die Blase in die der Kunstfälscher Wolfgang Beltracchi analog zu der Frage hineingestochen hat. Der Glaube an das hochzuadorierende Genie. (Welches es m. E. zweifelsohne gibt, welches aber das Geröhre in seiner Bescheidenheit nicht benötigt), wenn da Campendonk drauf signiert und begutachtet wurde, ist das (gefälligst) auch einer (und bringt ersatzweise die Kohle wie gefordert). Wenn eine verschollen Parititur von W.A.M. gefunden wurde und seine Klaue einigermassen wiedererscheint-hach-mir ziehts den Boden unter den Fiessen wech. Junger Mann, junge Frau ham´Se denn überhaupts nen Namen?
    ..
    Wir können es ja mal anders herum versuchen:
    Synfonia für zwölf handverlesene Roboter, programmiert mit stuxnet. (Urheberechtliche Frage gefällig?)
    „What magical trick makes us intelligent?
    The trick is that there is no trick. The power of intelligence stems from our vast diversity, not from any single, perfect principle.“
    – Marvin Minsky: „The Society of Mind“ einer der geistigen Vorväter von KI.

  98. Ja, ein schönes, dickes,...
    Ja, ein schönes, dickes, fettes, blubberndes Fass!
    Leider muss ich jetzt Koffer packen, das verbraucht meine gesamte Denk-kapazität.
    Aber es wird ja nicht das letzte Mal sein, dass wir hier über den Kunstbegriff diskutieren.

  99. Ach ja: Ein Kunstwerk ist in...
    Ach ja: Ein Kunstwerk ist in jedem Falle autonom.
    In der Musikwelt gibt es viellecht aber Paralellwelten für ein Kunstwerk?

  100. Eine Nacht lang war filou...
    Eine Nacht lang war filou krank,
    jetzt kommentiert er wieder …
    .
    Versteht man schon, lieber Rotwein als Totsein.

  101. @Spangenberg: Parallelwelten,...
    @Spangenberg: Parallelwelten, die sich aber gegenseitig bedingen und ohne die andere nicht können. Erfolgreiches Kofferpacken und auf ein Dacapo für die Diskussion über den Kunstbegriff.

  102. @legatissiomo: Nicht zu...
    @legatissiomo: Nicht zu vergessen Alfredo Kraus. Man mag es kaum glauben, aber bei dieser Aufnahme hier http://www.youtube.com/watch?v=XmnyF7Wzw48 war Kraus über 70.

  103. @S. Prüchek-Lopf: "Die...
    @S. Prüchek-Lopf: „Die Philosoffen war’n alle besoffen. Sie sah’n der Wahrheit ins Gesicht und waren hackestrunze dicht.“
    http://www.youtube.com/watch?v=aDQJAJPeosw

  104. Ich wuensche nicht, dass so...
    Ich wuensche nicht, dass so ueber mich geredet wird.

  105. Am Sonntag kommt übrigens ein...
    Am Sonntag kommt übrigens ein Beitrag über Wein.

  106. Jahaha, dann zeige ich mal...
    Jahaha, dann zeige ich mal wieder allen, wovon ich auch keine Ahnung habe.

  107. @DA 19:50
    Endlich!
    Mit dem...

    @DA 19:50
    Endlich!
    Mit dem Cotes du Rhone hat uns Venezia Fröscher ja schon den Mund wässrig gemacht !

  108. <p>Ich nenne es die...
    Ich nenne es die „Stützen-Geniesser-Woche“: Musik aus Frankreich und Wein aus deutschen landen, und zuim Schluss ich dann noch zum Thema Sex. Wie sich ihn unsere Grossmütter für uns gewünscht haben.

  109. Nur mal so zwischendurch als...
    Nur mal so zwischendurch als Lebenszeichen:
    Ja, doch, die Unterschiede in der Interpretation über die Jahrhunderte sind sehr interessant, nachzuvollziehen (man könnte jetzt noch fleißig spekulieren, warum das so kam…). Find ich durchaus gut, daß hier mal über solche Musik gesprochen wird, auf diesem Niveau (das einen als Kenntnislose/n wenigstens richtig neugierig macht!). Aber zum Mitreden fehlt mir halt einfach genügend absolvierte Hörzeit.

    Aber den K*** die Rhone hättet Ihr jetzt nicht erwähnen sollen… oh je oh je, war _das_ ein Abend, auf der Berghütte hinten im Graubündnerland… da krieg ich schon beim Drandenken wieder Aspirinmangel… und wie der Wirt über den „Huurechrach!!“ geflucht hat, weia..

    Ansonsten, tutto normale, Wilmersdorfer einen ganzen Block gesperrt und mit Lastwagen mit Filmequipment belegt, gedreht wurde der 16. Babelsberg-Film im Wilhelm Hoeck (wo sonst). Und die zyprische Botschaft gibt Blättchen heraus (jetzt eingestellt), auf denen von Erdgasbohrungen die Rede ist. Vor der UNO hätten sies gesagt!!

  110. @DA 19:50: aber daß sie mir...
    @DA 19:50: aber daß sie mir ja das außereuropäische Glump auslassen!

  111. Da ist man mal kurz unterwegs,...
    Da ist man mal kurz unterwegs, um einen kleinen Abendspaziergang zu tätigen nach all der Sitzerei vor dem PC, kommt wieder und das Thema ist nun bei Wein, Weib und Gesang angekommen. Großartig! Es lebe der Genuss!

  112. colorcraze, offtopicen ist...
    colorcraze, offtopicen ist hier ja ausdrücklich erlaubt.

  113. @colorcraze
    Ich dachte lange...

    @colorcraze
    Ich dachte lange Jahre auch so, bis mir meine Mutter erzählte, daß in ihrem Elternhaus in den 1930er Jahren schon chilenischer Rotwein gereicht wurde.
    Dadurch emotionalisiert, trinke ich auch dann und wann gerne einen Schluck aus Chile.
    Eine Münchner Weinhändlerin allerdings meinte zu mir, die Chilenen seien nuttig im Vergleich zu Bordeaux und Burgogne!

  114. Es tut mir leid, ich muss noch...
    Es tut mir leid, ich muss noch mal stören:
    vergesst bitte die lebenden Künstler nicht.
    Tim Curry – I Do The Rock – Original Video
    http://www.youtube.com/watch?v=cUsQj_ha0zU

  115. (Und ein nächstes mal wird es...
    (Und ein nächstes mal wird es geben).
    .
    Wir bitte sehr darum! Seine außerordentliche Qualität ist ja bekannt. Naturtalent eben. Herausragend. Wie die Erfolge zeigen. Und falls es doch hie- u. da so etwas wie „Anmerkungen“ gegeben haben sollten, nun, dann würden wir solche eher der Tatsache zugeschrieben wissen wollen, dass es sich hier um einen Blog im Bereich der FAZ handelte und nicht – sagen wir mal – um einen solchen im Bereich der FR.
    .
    Um ihn ausdrücklich zu loben: Bisher – und man hatte es schon längst und immer ausdrücklich in sich vermerkt – hat er nicht nur jedem „Druck“ (wenn man so sagen wollte) standgehalten – sondern – quasi auf den Punkt gebracht – jedesmal mit neuem/weiterem „Wachstum“ reagiert (falls solches nötig gewesen wäre). („sich , wo notwendig, selbst neue, resp. ergänzende Streben und Stützen eingezogen“ oder so wäre zu abgeschmackt und ganz sich unpräzise gewesen, meinen wir)
    .
    Und Channnel No 5: „Zart“? Das da die Herren der Schöpfung bis jetzt und nicht gleich sofort wiedersprochen hätten bis im Moment?
    Kurz und gut: Die reine Anwendung von C-Five auf pure Körper – einer sagts dem anderen – wir räuspern uns dazu selbstverständlich gebührend still und leise und sehr vorsichtig und durchaus auch in einem gewissen Masze hermetisch, so ganz entre nous eben, C-Five und sonst nichts – war eher noch nie nicht „leicht“ oder „zart“, so gewisse gehabte olfaktorische Erinnerungsreize unseres „nasalen Tastsinns“, meinen wir; vor allem, wenn die benannte reine Anwendung besagten Duftes in Kombination mit einem großen stofflichen Nichts überall an und auf aller Haut einem gewissen Hang zu einem tatkräftig gepaarten Dualismus nicht verleugnen konnte. Und echt ganz dicht womöglich auch noch.
    .
    Und auch Eskimos waren schon mal traurig. http://www.youtube.com/watch?v=pz-V8HVWa_g
    .
    Und eine Titelauswahl der eigenen CD-Sammlung abgeschrieben zu haben machte dem Journalisten auch noch wirklich keine Nachricht. (So meint der Laie. Das hier ja auch nicht der Fall)
    .
    Und das Deutsche Volk braucht keine Führung, das läuft auch so in die Irre. Und nur Dr. Don läuft nicht mit.
    .
    Und Don hat recht: Es gibt Sachverhalte in der äußeren Welt über die versucht auch die literarische Existenz schon einmal hinwegzusehen.
    .
    Und Zeitgeist: Und dann gibt es darüber hinaus – und es werden womöglich immer mehr – solche, welche eigentlich fast nur noch als Beeinträchtigungen zu existieren wünschen.
    .
    Am Rande: Und wo Herden entlanggetrampelt sind wächst nun mal eine Zeit lang kein Gras mehr. (Warum es, wenn die Völker erst einmal in Bewegung gekommen sind, dem Lauf der Geschichte auf ein bißchen mehr oder weniger öko dabei evtl. auch schon mal doch nicht so ganz viel wichtig ankommen gewesen sein mag.)
    .
    Und von Rechtschreibung haben wir keine Ahnung – sonst wären wir Duden geworden.
    .
    Und Genie ist die willensbasierte Fähigkeit zur absoluten Außerordentlichkeit. (Falsch: Genie ist die willensbasierte Fähigkeit zur absoluten Außerordentlichkeit, gegossen in Pflicht und Bescheidenheit.)
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    Und die Spießer von gestern sind die Spießer von heute. (Wobei viele der heutigen Westviertelspießer bereits in dreissig Jahjre alten Miele-Küchen aufgewachsen sind. Aber nicht nur dort. (*g*))
    .
    Und wie ist es mit dem Buchstaben und dem Papier? („Halb zog es ihn, hab sank er hin“, logisch.)
    .
    Und das poltische Mittel der Zukunft ist das Internet. („Was Du erschautest durch Deine Väter rechts und links, kannst Du getrost liegen lassen.“)
    .
    Und Italien: Westviertels Tarnanstrich.
    .
    Und junge Blogerinnnen. „Eisprung braucht Küche“, weiß der Chauvi sicher. (Was er aber nicht weiß: Es handelt sich hierbei recht eigentlich um ein herausragendes Beispiel der Rationalität der Vernunft ebenso wie der Rationalität der Unvernunft.)
    .
    Es gibt ja die positive und die negative Vorsehung. Und es war ganz sicher eine gute Vorsehung die Don zur FAZ brachte.
    .
    Und er schreibe also unbedingt weiter – sich selbst getreu – eben so, wie es sich bekanntermaszen gehörte – und getreu dem guten alten Motto, „dass am Ende nur das ganz das Allgemeine wäre, was zuvor das ganz Persönliche gewesen“. Denn auch der Kosmos ist nun einmal weniger, als „die Welt an sich“. Und eine solche trägt er in sich. Erkennbar.
    .
    Und Grüße.

  116. @Don Ferrando: mir kommt das...
    @Don Ferrando: mir kommt das immer vor wie das Lob der Funzel durch jemand, der 10 Sorten Licht hat. Selbstverständlich trinke ich in Australien australischen Wein und in Amerika kalifornischen oder chilenischen. Aber doch nicht HIER, außer es wär zu Besuch bei Leuten von dort, die mir ihr Zeugs mal vorführen wollten. (Im Gegenzug würde ich ihnen selbstverständlich europäisches aufnötigen)

  117. @jeeves,also das mit dem...
    @jeeves,also das mit dem Kammblasen ist so abwegig nicht. Ich komme darauf zurueck. Venezia erwaehnte die Trompete Marins und brachte ein Beispiel. Es scheint ziemlich schwierig, damit flott zu spielen-heutzutage. Woher kriegt man auch 16 professionelle Spieler fuer diesen Exoten her?
    Es lag vermutlich in der Intention des Komponisten, ein Bild vom mutigen Matrosen und den Gefahren des Meeres, dargestellt durch boesartige Nixen (Scilla und Charybdis, Gesaenge der toedlichen Seejungfrauen) zu malen. Trompete Marins gibt’s nicht mehr, aber wie waere es mit Jagdhoernern, deren Klang, besonders in der Stimmung des 16ten Jhdt. besonders barbarisch klang. Damit es nicht zu sehr nach Sautod klingt, wurden die Hoerner gestopft. Das koennte klappen.
    Wie gesagt: es geht um den Effekt bei einer Studioaufnahme in diesem Jahrhundert. Koennen Sie sich den Spass vorstellen, den 10 ausgebildete Musiker haben koennen, wenn sie nach langer Suche nach geeigneten Kaemmen und passendendem Transparentpapier, vergnuegt diese 30 Sekundensequenz einueben? Ich kann das. Und es ist in Ordnung so. Das Ergebnis zaehlt: die hoehnischen Nixen, wie boesartige Maedchen nun mal sind, singen persiflierend: Wir kriegen euch doch, wir kriegen euch doch, wir haben jeden gekriegt, und wenn ihr ueberlebt, war es kein Glueck, sondern unsere Verachtung, dass wir euch schonten.

  118. @perfekt: das Chanel No 5...
    @perfekt: das Chanel No 5 haben sie jetzt ganz andeutungsweise umschrieben, ich selbst könnte da, ähm, sagen wir mal… auch recht deutlich werden, wie sich dieses… naja, nennen wir es mal Parfum… in äußerst durchdringender Weise auszubreiten vermag.

  119. @Filou: wenn Sie so...
    @Filou: wenn Sie so weiterschreiben, nötigen Sie mich noch, Lautsprecher an meinen wohlweislich stummgeschalteten Rechner anzuschließen. Das mit dem Kammblasen und Artverwandtem fängt ja richtig an zu jucken vor Heiterkeit.
    @Don Ferrando: mpf, um 1930, wahrscheinlich war da aus Rioja, Bordeaux, Italien und Griechenland wenig zu bekommen. ^^Odr^^… ihre werte Verwandtschaft stammt nicht aus einer Weingegend (meine jedenfalls nicht, ich habe es als Selbstverständlichkeit im Markgräflerland gelernt)… die haben dann so seltsame Exotenanwandlungen.

  120. @Filou und Jeeves: Ich hatte...
    @Filou und Jeeves: Ich hatte schon überlegt, um wieder in ihre Rätselrunde einzusteigen, ob es sich vielleicht um eine Art Drehleier handelt?
    http://www.youtube.com/watch?v=J_15f4jUoSY
    mit diesem Ding könnte man dann auch etwas schneller spielen, aber es näselt mir ein bisschen zu wenig. Bitte zu beachten, wenn man den kleinen weißen Steg umklappt, dann fängt das Ungetüm an zu näseln.

  121. Jeeves, zu den Mermaids: ich...
    Jeeves, zu den Mermaids: ich haette das kindliche „Aetsch-Baetsch“ einflechten sollen.
    .
    (Naja, mehr als sonst bin ich heute nicht gaenzlich Herr meines Verstandes.)
    .
    @colorcraze, Sie sollten es tun. Ohne Musik ist das Leben nicht ganz rund.

  122. @colorcraze:
    Habe gerade mal...

    @colorcraze:
    Habe gerade mal im alten Merkbuch meiner Großmutter gesehen:
    Bei einer Feier im Oktober 1919 wurde 1917er Gau Bischofsheimer und St. Julien kredenzt.
    Man trank also sowohl deutsch als auch französisch.
    Der Chilene kam wohl später, als die Versorgungslage wieder besser war. Das war damals noch extravagant.

  123. Venezia, ich bin ja...
    Venezia, ich bin ja ahnungslos, aber die Drehleier war’s sicher nicht. Die ist zu lahm, ausserdem habe ich die Vermutung, kann sie den Ton nicht so lange halten. Moment, stimmt das was ich da sage? War’s ein Dudelsack oder die Leier, welche Monteclair zu Bemalung von idyllischen Schaeferszenen verwendete. Oder wars ein anderer? Nein, Leier und Dudelsack gehoeren ins laendliche, dort wo die Schafe koetteln und Schaeferinnen sich unschuldig gegen geringes Entgelt verfuehren lassen.
    .
    Wie auch immer, boese Maedchen koennen nur durch Kammblaeser adaequat dargestellt werden. Das sagt ein braver Junge, der an diesen Geschoepfen immer noch leidet.
    .
    @colorcraze & Don Ferrando, bitte stellen ihre Saeuferphantasien ruhig, bis der Weinbeitrag kommt. Dann erst ist Lese. Das ist ja wie vor dre Koelner Kultkneipe Lommertzheim. Da standen die Leute schon eine Stunde vor Eroeffnung (16 Uhr) wartend vor der Tuer.

  124. am rande nochmals eine etwas...
    am rande nochmals eine etwas kritische begleitung: „Traf bildungsbürgerlicher Hörer dann im Konzert- oder Opernhaus auf die Profis, konnte er deren Leistungen schnell über den Vergleich zu seinen eigenen Stümpereien am Instrument beurteilen.“
    .
    Ähhm… richtig argumentiert? (Seit wann enfaltet sich eigentlich neuerdings die Beschränktheit auf die Fülle? Zumal aus sich selbst heraus und auf Grund eigener Leistung? (der Hörer konnte doch wohl eher seine eigen Leistungen besser beurteilen, wollte er auch gesagt haben)
    .
    „Es hat zu Paganinis Lebzeiten nicht an Bemühungen gefehlt, dem Geheimnis solcher Virtuosität auf die Spur zu kommen.“ Blödsinn (sorry) – auch damals war schon alles offenbar und offenbart. Gerade weil es keine dämlichen Ablenkungen wie Internet oder BUNTE gab, auch keine nennenswerte Medizin, dafür aber viel ggeübt, edacht, geweint und früh gestorben wurde.
    .
    „Paganini sagte man einen Kontrakt mit dem Teufel nach.“ Aber nicht als Erklärung, sondern wg. des schönen Schauderns bei sich selbst.
    .
    „Heute reicht schon der Kontrakt mit den Musikvermarktern.“ Wofür? Um 5.000 oder 10.000 Stunden Üben gespart zu haben? Eher wird heute härter und ausdauernder trainiert als je zuvor. Weil die Karrieremöglichkeiten so gut sind. Weil die Welt der Markt ist. Und so viel Geld winkt auch. Es liegt in D häufig eher nicht an den Musikern, sondern eher wohl an der Dummheit eines alten Publikums von gestern, welches Häppchen will, nicht sich selberweiter noch Ausdauer abverlangen. Spielen täten die Musiker auch lieber was anderes. Die Nachfrage ist Schuld am Angebot. Die Musiker spielen leider allzuhäufig, was alternde Westviertel gerade noch so ertragen können. Und am liebsten bloß in Auszügen,“ listeners e. p. digest“ sozusagen. und wer wil les ihnen verdenken? (elderly people)
    ..
    Und ist so neu nicht.. man lese thomas mann, „das wunderkind“.
    .
    und stimmt alles so nicht, alles vorurteil, nicht kenntnis. wer regelmässig das monatsprogramm (per post eintreffend in ergänzung des bereits vorhandenen jahresprograms) einer großinstitution einer europäischen hauptstadt auf der höhe dieser zeit im jetzt studiert, kommt, wie wir sicher zu wissen meinen, zu ganz anderen ergebnissen: da wird nach art der matrixstruktur alles aus der weltkultur geboten nach zeilen und spalten intelligent und kunstvoll verwirkt, relativ total die ganze bandbreite aller möglichkeiten des jetzt geboten. luxemburg z.b. wäre da mit führend, „wenn geist und geld und guter geschmack und weltkenntnis zusammenkommen.“ stünde der met ungefähr in nichts nach. zumindest arbeitet man da sehr und und äußerst konsequent daran mit führend an der weltspitze zu sein. hier, mit dem pfeil rechts durchclicken: http://www.philharmonie.lu/de/publikationen/saison_broschuere_preview.php?year=2011/2012 Und dreisprachig. (Zehn Farben, sieben Spalten) (Einmal ganz durchclicken bitte! Hülfe gegen Vorurteile und Unkenntnis) (Die Welt ist nicht blöde, nur die doofen Deutschen sind es.) (1x ganz durchclicken, sonst zählts nicht!) (Sindja all together auch bloß 232 Seiten für diese Spielzeit -“ früher waren es sicher viel mehr“.) http://www.philharmonie.lu/de/home/home.php
    .
    (Und die verzweiflung von J.-C. Juncker mit den dummen Deutschen können wir manchmal gut verstehen.)

  125. Mal reingekuckt z. B. Seite...
    Mal reingekuckt z. B. Seite 16/17 und überhaupt? 30.8. Chicago Symphonie/Muti – 17.9. Isreal Philharmonic/Mehta, Mahler 5 – 2.10. Royal Concergeboew/Harding -Lang Lang Piano Grieg, anschl Beethoven Eroica …? Sieben Konzerte ganz normal 1032,- Euro im Vorverkauf fürs Ehepaar im Ersten Parkett – und der Winter ist gerettet. Eben inkl. Lang Lang usw.. Es gibt noch Westviertel – überall. (Sobald die Kinder endlich alle studieren wieder jeden Winter. Und füreinander.)
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=CkD3V2kVQJo

  126. geehrter Filou , so ...
    geehrter Filou , so ergehts einem der es gut meint , und dann noch
    ein Auto ohne Aschenbecher . Was haben Sie denn dieses Mal ange-
    stellt ?
    @ D.A.: an lhren Photos habe ich überhauptnichts auszusetzen , die
    halten selbst einen Amateur wie mich interessiert und neugierig für
    das Kommende . lst doch gut , oder ? mfG.T.

  127. @filou: Ich hätte eigentlich...
    @filou: Ich hätte eigentlich auch auf Drehleier getippt. Zum einen hatte sie in der französischen Barockmusik – gerade auch bei Lully – einen festen Platz, im übrigen kann sie eigentlich als einziges Instrument einen Ton beliebig lange halten, solange der Arm des Spielers nicht erlahmt. Es gab unterschiedliche Bauarten und der Klang läßt sich sicherlich auf verschiedene Weise manipulieren, zum Beispiel durch Dämpfer, wie sie auch der Geiger kennt – aber Kammblasen ist sicherlich eine gute Alternative…
    (ich habe Ihr Klangbeispiel leider nur auf einem ipad angehört – das klang eher nach Kamm)

  128. @filou: Klangbeispiel zur...
    @filou: Klangbeispiel zur Marintrompete…

  129. @specialmarke (bin in grosser...
    @specialmarke (bin in grosser Eile), zauberhaft! Koennte doch Trompette Marins gewesen sein. Ich weiss ja auch nicht, was aus so einem Monster herauszuholen ist.
    Also doch TM, denn wenn Lully TM vorschreibt, wird man sich kaum etwas anderes erlauben..
    (Dickkoepfig: Klang doch mehr nach Kamm.)
    Danke!

  130. @Venezia. "Ich könnte mir...
    @Venezia. „Ich könnte mir vorstellen, dass sein Handicap Einfluss auf die Art hat, wie er mit seinen Ensemblemitgliedern musiziert. Also wie er seine Musiker um sicher herum gruppiert (damit er sie besser hören kann) oder welche Tonlagen er verwendet. Vielleicht lässt er bestimmte Frequenzen aus, weil er sie schlechter hört. Welches Instrument spielt er denn?“
    Nun es handelt sich mehr oder weniger um elektrische/elektronische Popmusik, es gab also reichlich Laut(!)sprecher. Aber jetzt fällt mir ein und auf: Er stand oder saß im Trio mit seiner elektrischen Gitarre und Keyboards nie in der Mitte sondern immer auf einer (immer der gleichen) Seite. Obwohl er der Boss war. Ich vermute, sein gesundes Ohr war also immer den Kollegen zugewandt. Die „Frequenzen“ waren wohl nicht sein Problem, sondern nur die Richtung.
    Aber ich will nicht weiter auf dem armen Mann rumreiten. Ich fand’s nur interessant, welche außermusikalischen Dinge die Musik wie wir sie hören, beeinflussen. Und da ich mein ganzes Leben schon in der Branche arbeite, fielen mir da so einige Dinge auf, die Außenstehende musikalisch deuten, die aber manchmal (eigentlich oft) ganz banale menschliche (oder technische oder den Umständen geschuldete) Ursachen haben. Eben wie der oben beschriebene Geschmackswechsel des Caruso.
    Komplette neue Stile wurden nebenbei zufällig erfunden, nur weil man PINK FLOYD (oder den Blues, oder sonst ein Vorbild) nicht ordentlich nachmachen konnte.
    .

  131. @perfekt!: "(Die Welt ist...
    @perfekt!: „(Die Welt ist nicht blöde, nur die doofen Deutschen sind es.)“
    Achwas?! Ich dachte, die Römer… quatsch, die Amis (& Belgier) wären das?!

  132. Ich betreue gerade blutjungen,...
    Ich betreue gerade blutjungen, abenteuerhungrigen Besuch aus Wessiland (irgendwelche Käffer rings um Karlsruhe) bei seinen ersten, tapsigen Schritten durch das „gigantische!“ Berlin: Will damit sagen, wir sind keine per se schlechteren Menschen, nur weil wir Stevie Wonder den total angesagtesten Harfenspielern aus mittelalterlichen Punkrock-Bands vorziehen…

  133. Bei der ganzen Kamm-Debatte...
    Bei der ganzen Kamm-Debatte stelle ich mir nur die Frage, in wieweit ein solches Instrument solch prägnante Töne erzeugen kann, wie gehört. Vielleicht sollten wir uns alle mit Butterbrotpapier bewaffnet ins Badezimmer begeben und den Selbsttest machen. Produziert ein Kamm solch laut bzw. prägnante Töne? Technisch verstärkt sicherlich, was ist dann aber bei der Live-Aufführung?

  134. @Venezia Fröscher: Zwölf...
    @Venezia Fröscher: Zwölf Kammbläser, die für ihren Auftritt aufstehen und an die Rampe treten wie ein Bläserchorus einer Swing-Bigband – das sollte doch reichen…

  135. ...und falls es Marintrompete...
    …und falls es Marintrompete war: der Klang des Instruments ist recht weitreichend. Immerhin handelt es sich ja um die Flageolett-Töne auf einer dicken, fast zwei Meter langen Saite mit relativ hoher Spannung, durchaus in der Größe der tiefsten Saite eines Kontrabasses…

  136. @Klaus
    .
    wir hatten da in der...

    @Klaus
    .
    wir hatten da in der eile wohl ein paar „“ weggelassen (*g*) „doofe“ deutsche natürlich lediglich. („Und die Verzweiflung von J.-C. Juncker über „die dummen Deutschen“ konnten wir manchmal auch schon gut verstehen.“)
    .
    @ Fröscher. Das Badezimmer lässt tief blicken. Kommt davon wenn man keinen Keller oder Garten hat. Und auch keine Garage. Und zu so einer Aufführung kommt erst gar keiner. Und die, die doch kamen, laufen nach kürzester Zeit.
    .
    Junge Damen und der „Anti-Kamm“. http://www.youtube.com/watch?v=WxxditSA3_o Aber was reden wir, Dekadenz ist nicht ernsthaft. Aber trotzdem schön.

  137. @ Venezia Fröscher: Mit...
    @ Venezia Fröscher: Mit Trumscheit (Marintrompete) gehen auch prägnante Töne…

  138. @Jeeves: Da sagen Sie was....
    @Jeeves: Da sagen Sie was. Manchmal will man der holden Kunst mehr andichten, aber zumeist – und das entdecken wenige – hat es eher menschliche oder ganz banale Ursachen. Im Theater ist mir das häufiger mal begegnet: manchmal wurde die Kunst eben mehr durch praktische und technische Dinge bestimmt, denn durch einen ästhetischen oder intellektuellen Anspruch. Das Publikum hat das so gut wie nie bemerkt und die Theaterleute hüllten sich in Schweigen.

  139. @Klaus: Also die Belgier haben...
    @Klaus: Also die Belgier haben all die leckeren Unanständigkeiten, die so herrlich dick machen: Bier, Fritten und Schokolade. Da können sie so blöd doch nicht sein, oder?

  140. Habemus Geigam: Es geht mit...
    Habemus Geigam: Es geht mit der Trompette Marins.
    Geeeeeenau!
    http://www.youtube.com/watch?v=oXai31rKtqo&feature=results_main&playnext=1&list=PLF756C3BDC9B9703B
    .
    Froescherin, Glueckwunsch, Treffer!

  141. @enezia F.
    .
    Nichts für...

    @enezia F.
    .
    Nichts für ungut, wir wollten nicht apodiktisch sein, waren es aber einmal mehr leider eben doch.
    .
    Und selbstverständlich, so unser persönlicher Eindruck, wird der Anteil des Erlebten, welcher nicht durch uns neu – und damit relativ einzigartig, sondern lediglich Generationenabfolge, also „Wiederkehr des ewig Gleichen“- im Laufe der Zeit wahrscheinlich als immer stärker überwiegend empfunden. (Stießen neulich mal wieder auf Nico und „All tomorows parties“. http://www.youtube.com/watch?v=iPqaH-yVGAs )

  142. Die Herren, jedem sein...
    Die Herren, jedem sein Plaisirchen oder auch seine Gedanken und Meinungen. Immer gern. Aber sagen Sie mal, haben Sie Ihre Kämme nicht im Bad? Davon mal abgesehen, im Badezimmer musiziert es sich am besten: da ist die Akustik so schön hallig. Sie sind doch hoffentlich auch Duschmusikanten?!
    .
    PS.: Habe ich jetzt etwas gewonnen? Eine Waschmaschine, oder so?

  143. @specialmarke: Ach du meine...
    @specialmarke: Ach du meine Güte. Von dem Klang bekommt man ja eher angst! Das klingt wie eine Erkältung.
    Dass bei einem Trumscheit der Ton prägnant ist, davon habe ich keinen Zweifel mehr. Überzeugt. Aber wie wollen Sie in Zeiten knapper Kulturkassen nur 9 (oder mehr) Kammbläser auf die Bühne bringen?
    .
    Ich las gerade, dass der Trumscheit auch Nonnengeige oder Nonnentrompete genannt wurde, weil – das kennen wir ja bereits vom Kastraten-Thema – die Damen nicht nur nicht in der Kirche etwas zu sagen hatten, sondern auch kein Blasinstrument spielen durften. Daher dieser trompetenhafte Ersatz. Was hat die katholische Kirche eigentlich nicht noch alles verboten, was auf Erden Freuden bringt?

  144. Venezia Fröscher: "Was hat...
    Venezia Fröscher: „Was hat die katholische Kirche eigentlich nicht noch alles verboten, was auf Erden Freuden bringt?“
    *
    Kondome sind überbewertet.

  145. @Jeeves: ich bin völlig...
    @Jeeves: ich bin völlig überzeugt, daß Neues oftmals genau so zustande kommt, wie Sie beschreiben. Nur daß es dann einen so großen Ausbreitungserfolg hat, macht es zur „neuen Mode“.
    @Filou: „saufen“, ts. Hier werden Viertele geschlotzt, wie sich das in der Zivilisation gehört.
    @Venezia, specialmarke: Die Instrumente werden ja immer doller. Trompete marin, Drehleier, Trumscheit… zumindest unter Trumscheit kann ich mir was vorstellen. 2 Meter, sagen Sie? Das würde ich gerne mal „live“ anhören.

  146. yast2000, aus Sicht des...
    yast2000, aus Sicht des Spermiums: Mag sein.
    .
    Aus Sicht des Libertins, der einer bleiben möchte: GANZ. SICHER. NICHT!

  147. Don Alphonso: "yast2000, ......
    Don Alphonso: „yast2000, … aus Sicht des Libertins, der einer bleiben möchte: GANZ. SICHER. NICHT!“
    *
    In seiner ursprünglicheren antiken Bedeutung ist der Begriff ‚Libertin‘ eine Gruppenbezeichnung für Sklaven, denen man die Freiheit geschenkt hat. So sind die „Libertiner“ in der antiken Schrift aus dem 1. Jahrhundert, dem Neuen Testament (Apg 6,9), jüdische freigelassene Kriegsgefangene, die durch römische Eroberung in die Diaspora gingen und später eigene Synagogen in Jerusalem hatten. Der Begriff kommt in der Neuzeit vom spanischen libertino, ursprünglich hijo de liberto und bezeichnete den Sohn eines freigelassenen Sklaven.

  148. @Venezia: sonst, mal zum...
    @Venezia: sonst, mal zum Eingangstext. Sie stellen ja 2 verschiedene Gesangsarten gegenüber. Zunächst dachte ich, hm, man könnte das zum Teil mit deutscher und französischer Klangtradition erklären, die ja aufgrund verschiedener Vorlieben und Aufführungspraxen sich herausgebildet haben, aber dann dachte ich, daß es vielleicht doch mehr noch mit dem heutigen Zeitgeist zu tun hat, oder auch mit den heutigen, durch ziemliche Matschlautsprecherbeschallung geprägten Hörerfahrungen. –
    Danke auch für die Nennung von Tomatis, von dessen zwar eigenartigem, aber keineswegs abartigem und bei näherer Betrachtung durchaus einleuchtendem Ansatz zum Verhältnis des Menschen zu seinen Ohren hatte ich noch nichts gehört gehabt. Wenn ich mal wieder auf jemand mit Hörsturz treffe, werde ich es weitersagen.

  149. Einen Freiflug auf unserem...
    Einen Freiflug auf unserem Fön vielleicht?
    .
    Ein weites Feld das alles. Singen wie die US-Amerikaner eben evtl. zur Zeit auch wieder recht aktuell. (… und was für Texte die früher schon so ganz normal hatten, fast direkt gefährlich…)
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=I5Dt0_zAcHo&feature=related und lyrics: http://www.lyricstime.com/crosby-stills-nash-and-young-long-time-gone-lyrics.html
    .
    damals http://www.youtube.com/watch?v=4mCKLt7A6sA&feature=related und heute: http://www.youtube.com/watch?v=9XWmwvT8bCw&feature=related http://lyricsplayground.com/alpha/songs/a/almostcutmyhair.shtml („Haare schneiden lassen“ war damals gleichbedeutend mit nicht mehr gegen den Krieg – und womöglich gar noch Soldat zu werden) (lange Haare als „Freak flag“, und die tägliche „paranioa“ eben)
    .
    („Hallo Begum – sag‘ Aga zu mir“ – was einer auch nur geflüstert schon immer gut gefiel. Und auch ganz ohne Musik lagernd.)
    .
    Und aus Sicht des Libertins würden auch wir auch so kombiniert wissen wollen: „Das unsinnige Gehirn denkt ja ständig genialisch – und umgekehrt.“ („…das genialische Gehirn denkt ständig Unsinn.“ Wie schön!)

  150. @yast2000
    .
    Sie treffen den...

    @yast2000
    .
    Sie treffen den Nagel am Kopf: Ein „jüdische freigelassener Kriegsgefangener“ genau das ist er doch, unser Herr Dr. Don. Was anderes könnte er auch sein, von insgeheimer Herkunft? U. a. nur aus früher/er Verletzung und Außenseiterposition erklären sich seine Bildung und geübten Talente, oder nicht?

  151. Ach, nicht nur die...
    Ach, nicht nur die alleinseeligmachende hat so einiges verboten, auch Bach bekam Probleme als einmal eine Frau auf dem Empore sang anstatt eines Thomaners.
    Allerdings bei der tromba marina ist das viel Klitterung und wenig präzise Erklärung. Die liegt nämlich andernorts.
    Barocke Naturtrompeten waren sehr schwierig zu spielen und hatten nur in der 3. Oktov halbwegs brauchbaren Tonreihen, darunter nur bestimmte Terz- und Quart und Quintintervalle.
    Deswegen gab es keine chromatischen Tonreihen und damit war bestimmte Musik darauf nicht spielbar. Das besserte sich erst als die Ventile aufkamen.
    Aber weder Bach noch andere Barockkomponisten wollten bestimmte Melodien oder affektgeladene Stimmen in Stücken immer nur als D Dur Dreiklangfolgen verkomponieren! Also wurden Auswege gesucht. Bach etwa schrieb für Zink
    (leiser aber wegen der Grifflöcher mit fast kompletter Tonfolge) oder für „tromba da tirarsi“ – siehe Harnoncourts Anmerkungen dazu bei seiner ersten kompletten Einspielung der Bach – Kantaten.
    Bei concerti für Streicher (und b.c., damals allgegenwärtig) bot sich ein solches Instrument wie das Trummscheit an, weil groß lagen die Töne in einer nicht zu großen Höhe und waren dennoch (relativ) durchdringend.
    .
    Aber von den für bestimmtes (französisches) Repertoire erforderlichen lyrico Tenören oder dem tenore di gracia sind wir ein weites Stück weg gekommen.
    Nicolai Gedda (manch einem etwas zu „weiß“ in der Höhe) mit der Arie des Postillion von Lonjumeau ist ja oben schon erwähnt worden.
    Aber wer kennt die Regimentstochter von Donizetti im Original der Erstaufführung als „fille du regiment“? Daraus „Ah mes amis qeul jour de fete“?
    Mit wie vielen Cs? Und wer singt so was heute noch?
    (Übrigens hat Pavarotti das als junger Tenor in den 60ern mit allen Spitzentönen gemacht…)

  152. @colorcraze: Sie treffen es -...
    @colorcraze: Sie treffen es – darauf wollte ich hinaus: Ich persönlich werde den etwas abartigen Gedanken nicht los, dass wir uns das alles selbst eingebrockt haben. Dieser Geschmack in Bezug auf den Gesang und auch das Repertoire spiegelt einen Zeitgeist wieder. Leider scheint dieser diktatorisch, zumindest extrem den „Mainstream“ beeinflussend.

  153. princeMatecki, ich hatte Sie...
    princeMatecki, ich hatte Sie viel frueher erwartet. Wieviel Allotria waere mir erspart geblieben.
    Spaet kommt er, doch er kommt.

  154. Werter Principe, Juan Diego...
    Werter Principe, Juan Diego Florez sang vor ca. drei Jahren in Wien mit Natalie Dessay die „File du régiment“. Er wiederholte sogar „A mes Amis“ – das machte dann zusammen 18Mal hohes C. Es ist geprüft, ich war dabei.

  155. Je später der Abend, desto...
    Je später der Abend, desto ehrenwerter die Gäste. Oder sollte ich sagen: desto schöner?
    .
    @Prince Matecki: Verstehe ich Ihre interessante Anmerkung über die tromba marina richtig, wenn ich davon ausgehe, dass sie also als Ersatz für die Naturtontrompeten verwendet wurden? Ähnlicher Bläserklang, aber bessere harmonische Möglichkeiten? Da haben Sie bei mir eine Wissenslücke aufgetan, die ich gerne – zu fortgeschrittener Stunde – schließen würde.

  156. Vielen Dank, Frau Fröscher....
    Vielen Dank, Frau Fröscher. Neulich in Madrid haben sie immerhin Meyerbeers „Hugenotten“ konzertant aufgeführt. Und wenn ich bei Tenören ins Träumen geraten will, bleibe ich beim frühen Ferruccio Tagliavini – hier aus den „Perlenfischern“, 1948:
    http://www.youtube.com/watch?v=JFXiHta3Qos

  157. @Paul Ingendaay: Sehr gern....
    @Paul Ingendaay: Sehr gern. Vielleicht kennen Sie dann auch den Tenor Vittorio Terranova? Er organisiert, mittlerweile von der Opernbühne abgetreten, den Tagliavini-Wettbewerb in Graz.

  158. Vielen Dank!...
    Vielen Dank!

  159. perfekt!57: @yast2000 "Was...
    perfekt!57: @yast2000 „Was anderes könnte er auch sein, von insgeheimer Herkunft? U. a. nur aus früher/er Verletzung und Außenseiterposition erklären sich seine Bildung und geübten Talente, oder nicht?“
    *
    Vom affektiven Standpunkt haben Sie vollständig recht. Emanzipatorisch ist es nur ein Drittel der ganzen Wahrheit, die ich nicht verraten werde, da der Mensch, der sich hinter Don Alphonso versteckt, bei mir unter Naturschutz steht. Er wird es irgendwann selbst herausfinden, wenn er sich tatsächlich treu bleibt.

  160. yast2000: "... Er wird es...
    yast2000: „… Er wird es irgendwann selbst herausfinden, wenn er sich tatsächlich treu bleibt.“
    *
    Die Gefahr, die bei der Treue zu sich selbst besteht, liegt in der Verhärtung der Seele, die von einer kommunzierenden Gesellschaft ständig auf die Probe gestellt wird. Das kann im krankhaften Extremfall so weit gehen, dass man völlig ernsthaft damit beginnt, seine eigenen, zuvor geäußerten Gedanken zu kommentieren. Man muss die Menschen davor warnen….!

  161. Gratuliere! Der olle Spruch...
    Gratuliere! Der olle Spruch vom Geduldigen, der am Fluss sitzt und nach 5 Jahren des Feindes Leiche vorbeischwimmen sieht, läge nahe.
    .
    Spannender aber: wie heißt die Katze?

  162. Verehrte Frau Fröscher,
    ja...

    Verehrte Frau Fröscher,
    ja genau so hatte ich damals meinen Musik-Geschicht-PRof verstanden, es gab immer wieder Versuche trompeten-änliche Töne mit anderen Instrumenten in vergleichbarer Intensität und schneidender Ansprache zu erzeugen, vor allem um chromatische Tonleitern zu spielen. Bach brauchte das weil die Choralmelodien die er in manchen Kantatensätzen in der „tromba prima“ spielen lässt sich naürlich nicht an die Naturtonreihen halten.
    Daher seine Verwendung der aufgeführten Alternativen („tromba da tirarsi“, letztendlich eine kürzere Posaune die mit Trompetenmundstück gespielt wird)
    Die Zunfttrompeter in deutschen Städten und an Höfen haben sich vehement gegen solche Praktiken gewehrt und Privilegien dagagen erstritten, die Häufigkeit mit der solche erhalten sind spricht – nach Aussage des Profs – dafür dass die Verstöße häufig gewesen sein müssen.
    Mit dem Aufkommen von Ventilen und der kompletten Familie mit Horn, Kornett und Trompete (in verschiedenen Maßen, B- und hoch B „Bach-Trompete“ in den 1950ern!)war das dann alles obsolet und geriet in Vergessenheit.
    Auch die Klarinette verdankt sich etwas solchen Bestrebungen, clarin = hohes Register, die Trompeten werden bei Bach und Zeitgenossen in der Partitur auch als „clarini 1-3“ bezeichnet. Noch A Schweitzer hat in seinem Bach Buch um 1900 vorgeschlagen, die Trompeten-Stimmen im Weihnachtsoratorium und h moll Messe mit Klarinetten ausführen zu lassen!

  163. Die Sängerin Beverly Sills,...
    Die Sängerin Beverly Sills, spätere Leiterin der New York City Opera, hatte eine ähnliche Definition der Tenöre: das riesige Vakuum zwischen den Ohren.

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