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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Vertrauen als kostenpflichtige Option

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Reiche heiraten Reiche, kennen nur Reiche und schotten sich ab: Oft genug aus Angst, von Ärmeren hintergangen und ausgenutzt zu werden. Dabei hat jeder Kopf in besseren Kreisen bestenfalls höhere Preise.

Do reg I mi goa ned auf.
Bayerische Lebensmaxime

Man kann es positiv sehen: Endlich weiss ich, wie im ersten Stock in der Zeit vor 1845 die Decke bemalt war.

Negativ betrachtet ist es jedoch so, dass der Deckenverputz von 1845 heruntergebrochen ist. Und das direkt in der Nacht, bevor die neue Mieterin kommen sollte. Die Decke hat jetzt über 167 Jahre gehalten, wenngleich sie auch etwas wellig war. Sie wurde vor ein paar Tagen restauriert und mit einer neuen Putzschicht versehen. Etwas Farbe, Feuchtigkeit und neues Gewicht reichten aus, dass die Belastung zu gross wurde, und so krachte die Decke quadratmeterweise herunter. Darunter Ranken, Palmetten und andere Zier in bunten Farben. Immerhin, 167 Jahre Treue ist nicht schlecht, und in diesem Fall liegt die Verantwortung klar in der Gegenwart: Für die Biedermeierzwecke hat die Decke gehalten, und es konnte niemand wissen, dass später einmal jemand mehr als Farbe auftragen würde.

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Diese paar Kilo dünner Mörtel jedenfalls waren zu viel. Das ist ein wenig wie bei Menschen und ihren Beziehungen; man glaubt, es hält, man kennt sich ja schon so lange, man kann bestens mit den kleinen Macken leben, und was soll da schon passieren. Und dann kommt eine Petitesse, und alles kracht zusammen. Man ist dann überrascht, welche kleinen Anreize da mitunter schon ausreichen, dass man die volle Ladung abbekommt. Manche hintergehen einen nicht mal für Geld oder geldwerte Vorteile oder einen Rabatt beim Leasing eines Skoda Yeti, sondern für Blödsinn wie Werbegeschenke, Pressereisen, Einladungen zu Events, Rumstehen in der Flughafenhalle vor Blechbuffetnäpfen und anderes Zeug, bei dem man sich fragt, warum die das eigentlich nötig haben. Nun; vermutlich haben sie es nötig.

Sie wollen halt auch mal, hört man dann als Begründung. Es scheint da so eine Theorie zu geben, die auf niedrigem Niveau jene Marotte der Reichen persifliert, die alle gar nicht reich sein wollen und die echten Reichen ein Dorf weiter finden. Diese Theorie besagt, dass man schon immer irgendwie benachteiligt ist, keinerlei Unterstützung und Zuwendung und Beziehungen hat, selbst auf sich achten muss, und weil das so ist und einem nichts ngeschenkt wurde, hat man auch das Recht, in einer Konkurrenzsituation einem anderen etwas wegzunehmen, was er sich anderweitig durch seine soziale Stellung sehr viel leichter leisten kann. Dem fällt das ja gar nicht auf. Die Tarife, die zu solchen Verhaltensweisen führen, sind nach meiner Beobachtung schockierend niedrig. Auf der einen Seite herrscht dann die Meinung vor, dass der andere das deshalb hinnehmen könnte, weil es wenig ist. Und auf der anderen Seite setzt das komplexe Überlegungen in Gang, die letztlich dazu führen, dass man sich als Klasse nach derartigen Erfahrungen doch eher abkapselt.

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Denn diese „dem macht das nichts aus“-Wurschtigkeit kommt ganz anders an. Natürlich macht es nichts aus. Natürlich kann man sich das meiste, was einem da vorenthalten wird, problemlos anderweitig beschaffen, und selbst bezahlen, und nicht verpflichtet sein. Die Frage ist aber: Wenn der andere schon wegen solchen Petitessen bereit ist, einen zu hintergehen – wie ist das erst, wenn es einmal wirklich um etwas geht? Ist die kleine Spitze, die man da spürt, nicht vielleicht doch die Spitze eines langen Messers, das bei Gelegenheit  – Geld, Macht, Karriere – noch etwas tiefer gesteckt wird? Und ist die Argumentation da nicht schon vorgezeichnet? Beim Werbegeschenkfüller mag es noch lauten, dass er selbst einige bessere Schreibgeräte hat, aber wenn es dann um einen Posten geht  – wer kann garantieren, dass die moralische Argumentation der Intrige nicht heisst, der Posten wäre so wichtig für das weitere Leben und der andere habe doch qua Geburt schon so viel?

Das sind, nebenbei gesagt, auch jene Gedanken, die man sich im Privaten ausgeprochen ungern macht. Zu gerne nämlich glaubt man, glaube ich, dass es ein gewisses moralisches Grundgerüst gibt, das durch gutes Benehmen abgesichert ist. Dieses Konzept erlaubt es uns glücklicherweise, Dinge anzusprechen und Konflikte auszutragen, ohne brutal und hinterhältig werden zu müssen. Niemand muss bei uns in der Theorie sagen, dass er etwas haben will. Idealerweise wird so etwas über eine Ablehnung kommuniziert, die nicht ganz so entschieden wie die der anderen Seite ist. Oder über vorsichtige Signale, dass die vorgeschlagene Lösung nicht unbedingt überglücklich macht. So ist es beiden Seiten problemlos möglich, sich entweder ohne Gesichtsverlust zurückzuziehen und zu erwarten, dass der andere das nächste Mal die Verpflichtung empfindet, ebenfalls nachzugeben, oder den Konflikt wenigstens zivilisiert und so auszutragen, dass sich der andere nicht aus dem Weg gedrängt fühlt. Zur Belohnung erhält man durch diese Rollenspiele auf beiden Seiten die Bestätigung, dass man einer Schicht angehört und ihre Regeln zu berücksichtigen weiss, im Gegensatz zu vielen anderen, die einem nicht vorgestellt wurden. Das, Sie ahnen es, ist einer der Gründe, warum bei uns am Tegernsee der Beruf des Journalisten so wenig angesehen ist, dass ich lieber „Autor“ sage.

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Das impliziert, dass der zivilisatorische Verputz durchaus in der Lage ist, zumindest innerhalb der Klasse einiges an Belastungen auszuhalten, so lange es die richtigen Belastungen sind. Fairerweise muss man natürlich zugeben, dass solche Verhaltensweisen um so leichter fallen, je weniger eine Rücksichtnahme für das eigene Leben bedeutet. Und es ist diese Mischung aus schlechten Erfahrungen mit jenen, die die zivilisatorischen Regeln nicht kennen, und jenem angenehmen Gefühl des Vertrauens, dass der andere es ja gar nicht nötig hat, einen übers Ohr zu hauen – es ist dieser sauersüsse Giftcocktail, den man auch hier leider viel zu oft zu trinken bekommt. All die Millionäre und Reichen, die einem Maddof und anderen Finanzbetrügern auf den Leim gegangen sind, haben das geglaubt: Die sind so reich, die haben es doch gar nicht nötig, uns wie eine Weihnachtsgans auszunehmen. Das sind doch Ehrenmänner mit Benehmen und Handschlagqualität, herzlich warm wie ein Kachelofen. Warum sollte jemand, der allen Überfluss hat, sich damit den Tag kaputt machen, mir ein paar Euro abzugaunern? Das ist eine hübsche Theorie, und sie ist schön, denn sie ist mit der Illusion überzuckert, das alles wäre ein Gesellschaftsspiel unter Gleichrangigen. Selbst, wenn dabei immer mindestens einer verliert; seien es die Hungernden in Afrika, die mit Getreidespekulationen hinter der Hedge der Aktiendesaster krepieren, sei es der Reiche, der am Ende feststellen muss, dass sein Geld in Kickbacks, Kanzleien und Karibikyachten verschwand; sei es, dass der Geldjongleur alle betrügt und nur seine Eigeninteressen verfolgt, weil er tief drinnen auch denkt, die können sich das schon leisten – sei es, wie es will: Am Anfang sieht das alles sehr hübsch und regelkonform aus. Gar nicht nach Geschäft und Maximalzins, sondern eher nach Sicherheit und Vertrauen.

Es muss so sein, denn es garantiert dem Klassenangehörigen seinen Stand. Und es muss so sein, denn es garantiert dem Betrüger, dass der Klassenangehörige zu seinen Freunden geht und sagt, dass er sein Geld, pah, Geld, nicht einer Bank anvertraut, deren Sachbearbeiter zum Geburtstag läppische Standardmünzsammlungen oder Bröckerlkunst aus einem Förderprogramm schickt. Er geht zu einem von ihnen. Broschüren, Prospekte, Vorträge, nichts ist so verführerisch wie die Vorstellung, dass man sich keine Sorgen machen braucht: Es bleibt unter Leuten, die wissen, was sich gehört. Bei denen man nicht wie beim Klempner auf Heller und Pfennig nachrechnen muss. Man kauft kein Finanzprodukt, sondern Ruhe und Zufriedenheit. Was soll da schon passieren, da wird einem die Decke nicht auf den Kopf fallen.

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Das gibt es nach meiner bescheidenen Erfahrung auch in Versionen wie „Inneneinrichter der Stars“ und 200% Budgetüberschreitung, als Ehepartner bis dass die bessere Gelegenheit sie scheidet, als exklusives Restaurant, in dem Fische angeblich biologisch aus einem Bergbach kommen, der durch Staumassnahmen ausgetrocknet ist, als Galeristen mit besten Verbindungen zur Sammlung Jägers, und das alles mit präzise angepassten Verhaltensweisen. Dezent, zurückhaltend, höflich, keinesfalls so billig und obszön wie die Gier nach einer Probepackung Kosmetika oder einer Testrunde im neuen Opel Astra. Es ist fraglos fair, weil man den Betrug in einer gesellschaftlich akzeptablen Form dargereicht bekommt, mit Bitte und Danke, und ohne das Gefühl, dass einen nicht ganz so Bevorzugte auslachen, weil sie es denen da oben mal wieder richtig gezeigt haben, und die auch nicht den Mut haben, ihnen daraufhin ins Gesicht zu sagen, was sie davon denken.

Damit haben sie übrigens nur teilweise recht; genau genommen ist das Verhältnis von Aufwand und Gewinn in solchen Fällen so ungünstig, dass man sich damit erst gar nicht abgibt, sondern einfach Konsequenzen zieht. Man verputzt das Debakel kräftig und zieht eine neue Decke ein, man sagt nichts direkt und sorgt dafür, dass sie es irgendwann schon mitbekommen, man lernt dazu, und man muss auch sagen: In Zeiten, da man sich schlecht über das Personal auslassen kann, weil allenfalls noch freundliche Putz- und Kinderfrauen vorhanden sind, ist das degoutante Benehmen von unterschichtigen Karrieristen und Upgradern auch ein nettes Thema. Dass der Sohn der hochangesehenen D.s übrigens jemand ist, von dem man sich besser keine Finanzdienstleistungen andrehen lassen sollte, das hat sich sicher schon rumgesprochen… Nein? Oh. Ich wollte nicht, also wirklich… nein, also das sind natürlich nur Gerüchte, und ich kann dazu nichts sagen, wirklich, nein, also, jedenfalls, die P.s sagen, sie wüssten von den K.s dass…

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263 Lesermeinungen

  1. Meine unschöne Erfahrung:...
    Meine unschöne Erfahrung: Anlageberater die sich an Absprachen nicht halten – ggf. sogar zum Vorteil des Kunden – nehmen es auch sonst nicht so genau mit den Regeln der Kunst. Da können die Teppiche noch so dick und die Schnittchen noch so edel sein – die Verluste laufen an ausschließlich im Portemonnaie des Anlegers.

  2. Wenn ich das vierte Bild...
    Wenn ich das vierte Bild richtig verstehe: Kein Handschutz, keine Schutzbrille, keine Dunstkiepe, keine richtige Arbeitsjoppe, die linke Hand irgendwo an der Wand zum Abstützen gekrallt: Bester D.A.: die meisten Unfälle geschehen im eigenen Haushalt. Haben Sie wenigstens Ihre Blutgruppe beim Notarzt- Dienst hinterlegt?
    fragt fb

  3. Der Wunsch nach einer...
    Der Wunsch nach einer Probefahrt im Opel Astra ist vielleicht armselig, aber doch nie und nimmer „obszön“.

  4. @fb: Tja, und mit dem rechten...
    @fb: Tja, und mit dem rechten grossen Zeh hat er gerade auf den Auslöser seiner Kamera gedrückt – kurz: unser Journalist macht wieder Mist! – Tja, und sonst habe ich die Galerie der kleinen Vorteilnahmenl Wulffscher Art mit Vergnügen zum Frühstück genossen – jetzt warte ich geruhsam beim Tee auf die aufsteigende innere Empörung…

  5. Leider funktionieren diese...
    Leider funktionieren diese Rollenspiele – wie beschrieben – nur dann, wenn beide Seiten mitmachen. Und gerade von Deutschen (aber auch anderen Kontinentaleuropäern) habe ich oft gehört, daß diese Art des Umgangs miteinander „unehrlich“ und „falsch“ sei, und man die beste Aussicht auf Erfolg nur durch direkten Umgang miteinander hat.
    Derjenige, der sich nicht an die Regeln hält, hat oft den Eindruck, dem anderen Mitspieler überlegen zu sein – weil der eben keine harten Worte wählt und auch Ablehungen so verpackt, daß beide das Gesicht wahren können. Aber wer kein Gesicht zum wahren hat, dem ist das natürlich egal.

  6. Lieber Don, und offensichtlich...
    Lieber Don, und offensichtlich sind die Tarife, die dazu führen, Handwerksfirmen, denen Arbeitssicherheit egal ist, mit Arbeiten zu beauftragen, in Bayern auch entsprechend niedrig. Anders kann ich mir das letzte Photo in Ihrem Beitrag kaum erklären. Informieren Sie sich bitte bei einer Fachfirma über die notwendigen sicherheitstechnischen Maßnahmen, denn auch Sie als Bauherr tragen hier Verantwortung zur sicherheitsgerechten Ausführung. Mich würde mal interessieren, auf was für einer Gerätschaft der Arbeiter (oder sind das etwa Sie?) steht? Da machen es ja selbst in Russland inzwischen viele Firmen besser.

  7. Dieses "Ran an den...
    Dieses „Ran an den Mann“-Verhalten kam erst vor 10, 15 Jahren soweit auf, dass man nicht umhin konnte, davon Kenntnis zu nehmen. Dieses nehmen, ohne gebeten zu werden, dieses sich selbst vorstellen, wenn andere gerade reden. Früher wäre so etwas darauf hinausgelaufen, dass solche Leute den Rest ihres Daseins in der Frettchenklasse um das Kostenlosbuffet anstehen, aber ehrlich gesagt sehe ich da durchaus einen weitgreifenden Wandel – man hat sich irgendwie daran gewöhnt, man übersieht die Warnzeichen, man denkt sich, naja, der kann halt nichts dafür, das ist so, das hat nichts zu bedeuten – bis man am Ende feststellt, dass es eben sehr wohl was zu bedeuten hat.
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    Dass die so sind, ist also nur ein Teil des Problems; dass man nicht frühzeitig in einer Sprache, die solche Leute verstehen, den Riegel vorschiebt, ist der andere Teil. Aber so etwas muss man halt auch mal erst lernen; in aller Regel schneidet man sie dann einfach.

  8. <p>Ich verstehe diese...
    Ich verstehe diese Nachfragen nicht. Wir haben hier hochstabile Systemleitern aus Aluminium, weil wir die hier auch brauchen, von den Dachrinnen über den Weinstock bis zu den Innenräumen. Wir haben eine Firma, die Denkmalschutz als Spezialgebiet macht, und wenn man nicht mal mehr ein paar simple Löcher für Metallschienen bohren darf, dann weiss ich auch nicht. Hoffe, das Thema ist damit durch und wenn nicht, dann sorge ich per Nichtfreischalten dafür. (Im Ernst: In letzter Zeit hat sich hi8er mitunter ein Ton in meine Richtung eingeschlichen, der mir doch erheblich den Spass an der Sache nimmt)

  9. In anderen Ländern (dem...
    In anderen Ländern (dem vielgeschmähten England zum Beispiel) ist diese Art des Umgangs miteinander weitaus verbreiteter (natürlich nicht überall, aber man sucht sich natürlich auch seine Umgebung aus). Ich finde, daß man auf diesem Wege oft deutlich mehr erreichen kann, weil letztendlich alle beteiligten zufrieden sein können, wenn auch für den Preis eines kurzzeitigen Nachgebens.
    Früher war ich der Ansicht, daß insbesondere die Diplomatie genau diese Rollenspiele verwendet, um Erfolge zu erzielen – das scheint man in den letzten Jahren aber auch aufgegeben zu haben.
    Allerdings gibt es kaum eine akzeptable Möglichkeit, mit Menschen umzugehen, die sich eben an diese Regeln nicht halten – zumindest wenn man nicht in der Lage ist, sie zu ignorieren. Dann kann man entweder seinen Prinzipien treu bleiben und die daraus folgenden Unannehmlichkeiten akzeptieren, oder sich auf das Niveau des Anderen begeben – beides keine idealen Lösungen.
    Sich vorstellen, wenn andere reden, bedeutet aber wenigstens ein sich vorstellen. In vielen Fällen gibt es das auch nicht mehr. Schließlich ist „man“ ja wer und hat es geschafft – was auch immer – und dafür sollte man bekannt sein.

  10. Lieber Don, hier ein kleiner...
    Lieber Don, hier ein kleiner Leitfaden, wie es richtig geht: http://www.zeit.de/2012/05/DOS-Immobilien-Esch
    „family office“ ist doch nur allzu niedlich. Erinnert mich an das Treiben von Gier und Eitelkeit in der Villa Andrea in Königsstein.

  11. HansMeier555: "Der Wunsch nach...
    HansMeier555: „Der Wunsch nach einer Probefahrt im Opel Astra ist vielleicht armselig, aber doch nie und nimmer ‚obszön‘.
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    Und auch das stimmt nicht: Armselig ist, jemandem etwas zu klauen, der selbst nichts hat.

  12. [Edit: Ich mache so etwas nur...
    [Edit: Ich mache so etwas nur ungern, aber für meine eigene Sonntagsruhe habe ich oben ein Bild geändert.]
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    Gux, andererseits kann man natürlich auch fragen, ob dieses Verhalten nicht auch ein relikt aus einer Zeit ist, da man keine Alternativen hatte. Man wusste, dass die Menschen, mit denen man es zu tun hatte, Jahre und jahrzehnte um einen sein würden. Die soziale und örtliche Mobilität war beschränkt; man sieht das ja an meiner Familie recht schon, seit gut 170 Jahren in ein und demselben Haus. Da lann man sich im Viertel auch keine Ausrutscher leisten. Insofern ist dieses Benehmen auch einem Gutteil dem Sozialdruck geschuldet, der heute einfach nicht mehr da ist. Verscherzt man es sich heute mit jemandem, hat man 20 andere, die davon nichts wissen und mit denen man die Lücke auffüllt. Insofern mag es menschlich unerfreulich sein -es ist aber sozial durchaus machbar, ohne grössere Konsequenzen. Was natürlich auch die Hemmschwellen herabsetzt, und die Preise, ab denen sich so etwas in der sozialen Gleichung lohnt.

  13. jean-jacques, in der New...
    jean-jacques, in der New Economy pflegte man zu sagen „There is no such thing as a free lunch.“ Manche Leute lernen das aber leider nur auf die harte Tour. Wobei man andererseits sagen muss, dass dieses scheinbar freie Essen sich oft genug gekonnt als herzliche Gastfreundschaft tarnt.
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    HansMeier555, das hängt von der Definition ab. Aber armselig ist es vermutlich auch.

  14. specialmarke, ich bin mir...
    specialmarke, ich bin mir sicher, dass da noch mehr kommen wird. Noch viel mehr. Werde den Eindruck nicht los, dass diese Person einfach genommen hat, was sie kriegen konnte. Insofern glaube ich auch nur noch begrenzt an die Theorie, dass er den Kredit bei Frau Geerkens nehmen musste, weil er sonst nichts hatte. Wer so ein Nehmer ist, der hat sicher.
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    nico, ich muss ehrlich sagen, dass solche Komplexe nochmal eine ganz andere Welt als die Meinige sind; das ist dann immer eine Frage der Relationen, was man als reich, vermögend und begütert bezeichnen möchte. Sind es die oberen 25%? 10%? 5%? 1 Promille? Nach allem, was man so über Esch liest, ist die Sache wirklich schwer zu verstehen, wenn man Klassengrundsätze anwendet. Ich ahne, dass die Sicht auf diese Person eher wie auf eine Art Faktotum war, das sich abwuselt. Ich fand den Umgang mit Frau Schickedanz für dieses Land beschämend, denn jahreland tanzte man auf ihren Bällen und lobte ihr soziales Engagement, nur um sie jetzt fallen zu lassen. Ich sehe das – wie alle – auch nur von aussen. Was bleibt ist, daraus zu lernen.

  15. <p>Meine Eltern haben einmal...
    Meine Eltern haben einmal in einer Wohnung gewohnt – die war Teil eines 19.Jht Hauses, und der este Besitzer war Kapitän in der Flotte Lord Nelsons der1805 the Battle of Trafalgar gewann.
    Eines Nachmittags kam ich zurück nach Hause und als ich die Küchentür öffnete,
    kam der Hund (ein Labrador namens Ted) wie ein KUGEL aus der Küche.
    Der Deckenverputz war heruntergebnrochen. I looked up and saw that the ceiling was covered with many long strips of wood about 1,5cm wide, which criss-crossed the ceiling and the plaster had covered that.

  16. Don Alphonso, vielen Dank für...
    Don Alphonso, vielen Dank für die Antwort – ich denke, das ist eine sehr nachvollziehbare Begründung. Allerdings hat man in vielen Bereichen auch über längere Zeit mit den selben Menschen zu tun. Mein berufliches Umfeld ist klein genug (was den Personenkreis angeht), und es gibt genug Möglichkeiten, Fehlverhalten zu sanktionieren – auch indirekt.
    Aber ist es nicht auch menschlich gesehen angenehmer, einen freundlichen Umgang miteinander zu pflegen? Ich konnte der Idee, man solle immer direkt sein (und lieber andere verletzen als unehrlich zu sein), nie etwas abgewinnen. Ich habe nichts davon, andere vor den Kopf zu stoßen, und Kritik wird freundlich verpackt in der Regel besser akzeptiert. Aber vielleicht sieht das jemand, der in einem Dorf aufgewachsen ist (wo die o.g. soziale Kontrolle auch heute noch funktioniert) anders als ein Stadtmensch.
    Auf jeden Fall ist das ein sehr interessanter Text zu einem ebensolchen Thema.

  17. Darf ich die Paperbacks by...
    Darf ich die Paperbacks by Bill Bryson (Amerikaner und Schriftsteller,
    in GB wohnhaft und seit einigen Jahren sogar Rector of the University of Durham!! – Bestsellers in GB include
    „The Lost Continent“ (gemeint wird die USA)
    „Made in America“ (from the „Mayflower“ to the present time in the USA – immigration, travelling in the USA, eating in the USA. „sex and other distractions“, American English today and much more).

  18. Sehr guter, wichtiger Beitrag....
    Sehr guter, wichtiger Beitrag.
    Immer wieder, über Ecken, erfährt man vom Reingefallensein.
    Erst vor ein paar Tagen habe ich selbst Fragmente einer solchen Geschichte im net recherchiert, weil mir der Reingefallene (verzweifelt, und nun auch noch lebensbedrohend erkrankt) zwar vor Jahren von großen Plänen, einem höchst agilen Geschäftspartner aus uns beiden unbekanntem Umfeld, erzählt hatte, in meiner Kleingeistigkeit – so nannte er das damals verärgert – hab ich ihm abgeraten und ihn gewarnt, aber ich bin ja keine Geschäftsfrau. Nach einigen Jubelmeldungen („davon verstehst du nix“ – und ich verstehe ja tatsächlich nicht viel davon) hörte man nix mehr, und jetzt ein breakdown ohne Erklärungen. Wer reingefallen ist haßt sich selbst und kann darüber nicht sprechen. Natürlich werde ich ihn nicht damit konfrontieren, daß ich nun Bescheid weiß, ich werde es auch nicht rumerzählen, oder wenn, dann anonymisiert als Warnung.
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    Passiert es einem selbst, macht man sich jahrelang Vorwürfe, wie man nur so dumm sein konnte. Zumeist war man nicht dumm, sondern etwas zu bequem, man ließ sich von einem anderen, der sich erbötig machte, hereinlegen.
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    Verträge im angestammtem Umfeld bieten doch etwas Schutz, verleugnen Sie nie aus dümmlicher Kleintuerei Ihre zahlreichen Cousins und Neffen die Juristerei betreiben. Konsultieren Sie diese Cousins und Neffen. Seien Sie – auch im eigenen sozialen Umfeld – vorsichtig mit Leuten die unter Geschwisterkonflikten und Geschwisterneid leiden. Manchmal tun einem diese Leute wirklich leid, es kann sein, daß sie tatsächlich hinangestellt wurden und man ist dann geneigt besonders großzügig mit ihnen zu sein um ihnen eine bessere Erfahrung zu ermöglichen. Aber gewisse neurotische Neidformen sind unheilbar, Neider sind wirklich destruktiv und man muß sie diskret und konsequent auf Distanz halten.
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  19. Ich sehe gerade einen großen...
    Ich sehe gerade einen großen Raum ohne verputzte Decke vor mir, im Vordergrund einen Schuttberg, dahinter Ohrensessel, Stehlampe, Beistelltischchen, Silberkanne und im Sessel eine nicht erkennbare Person sitzend mit einer aufgeschlagenen Tageszeitung: „Dahinter steckt immer ein kluger Kopf!“

  20. Ach was, die Decke kam von...
    Ach was, die Decke kam von selbst herunter?! Sie wollte wohl auf den Status quo ante zurück. Was haben Sie nun gemacht? Streben und Rigips drunter, oder trauen sie sich an die Arbeit der Rekonstruktion des Originalzustands? Die farbliche Fassung, die da mal gewesen sein muß, ist jedenfalls bemerkenswert – Ultramarin und Siena gebrannt, scheint mir jedenfalls so vom Digitalbild. Würde mir ja liebend gern noch mehr Bilder davon ansehen, um zu verstehen, wie das Muster insgesamt war, denn das Detail gefällt mir gut. (Und man kanns nicht nur unter-, sondern auch übertreiben mit der Arbeitssicherheit)

  21. lieber don, ein elegant...
    lieber don, ein elegant verfasster artikel zu einem thema, das an eleganz leider zunehmend verliert; die von ihnen festgestellet zeitspanne von zehn, fünfzehn jahren würde ich mitunterschreiben.
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    zur gewohnheit habe ich es mir gemacht, recht strikt den tanz des höflichen durchzuhalten, komme, was da wolle, solange es im bekanntenkreis stattfindet und sich niemand anschickt, dies zu nutzen, um mir oder meinen liebsten auf der wohlgeborenen nase herumzutanzen und unsere ohnehin eng kalkulierte zeiteinteilung zu den eigenen zwecken verschieben zu wollen.
    zuweilen ist dies nicht ganz auszuschliessen, was man stellenweise noch halbwegs ignorieren kann, oder einfach mit zeitweiliger nichterreichbarkeit quittiert, solange, bis das dreister werdende gegenüber vor zorn in den (eigenen) telefonhörer beisst. das kühlt das mütchen in der regel gründlich ab.
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    in belangen, die etwas mit pekuniären austausch und dienstleistung im weitesten sinne zu tun haben, fallen von mir inzwischen relativ frühzeitig klare worte. nicht von ungefähr hat ich vor über einem halben jahr damit begonnen, unqualifiziert arbeitende handwerker hinauszuwerfen, die noch glauben, dass ihnen ihr teilweise schlimmes, nicht folgenloses gepfusche noch bezahlt werden wird (nun ja, der anwalt im haus erspart die axt).
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    was so ungeheuer nervt, ist dieser treue augenaufschlag, dass man doch alles gut gemeint habe, und dass nur irgendetwas im aussen befindliches schuld am negativen ausgang von ereignissen sein könne. als höflicher mensch murmele ich noch nicht einmal etwas von intrinsischer unfähigkeit, sondern ärgere mich zunächst, über mich selbst, so vertrauensselig gewesen zu sein, nicht ganz zu unrecht.
    was so ungeheuer nervt, ist aber auch die annahme des gegenübers, dass mir das überhaupt nichts ausmachen könne, so ein schönes haus, so schöne pferde, so schöne autos, so schöne kinder, da könnet man gerne doch gelassen bleiben und die ungerechtfertigte rechnung begleichen, allein aus gerechtigkeitsgründen, weil, ihm selbst ginge es ja gar nicht so toll wie mir.
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    wer auf gerechtigkeit im leben wartet, kann lange warten.
    und wie lange muss einen jemand triezen, bis man ‚endlich‘ auf seiner stufe angelangt sei – ? ist dies dann die strafe der sozialen ungerechtigkeit und diese triefnase ein erzengel des ausgleichs – ? eben. unmöglich. zudem erzähle ich ganz ungerne etwas von uns belastetenden dingen, die gibt es auch, nicht zu knapp, aber auch nichts für den wochenmarkt, wirklich nicht.

  22. <p>colorcraze, wenn ich zwei...
    colorcraze, wenn ich zwei Monate Zeit gehabt hätte, hätte ich das gemacht. Aber, wie schon erwähnt: Es gibt eine neue Mieterin, die hier herein muss, und die kann ich nicht für auf der Strasse erfrieren lassen. Ausserdem tut so eine Offenlegung nicht wirklich gut, wenn man in so einer Wohnung wirklich wohnt. Für den Bestandsschutz ist die jetzige Lösung die Beste. Bei der Freilegung müsste man alle 20, 30 Jahre wieder restaurieren. Aufnahmen habe ich gemacht, die Überlegung, die jetzt im Raum steht, ist eine Reonstruktion auf der neuen Decke.
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    Ich lese die gedruckte FAZ nur im Urlaub, momentan jedoch: Evelyn Waugh.
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  23. Folkher Braun: "Wenn ich das...
    Folkher Braun: „Wenn ich das vierte Bild richtig verstehe: Kein Handschutz, keine Schutzbrille, keine Dunstkiepe, keine richtige Arbeitsjoppe, die linke Hand irgendwo an der Wand zum Abstützen gekrallt…“
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    Obacht! Knöllchen-Horst ist wieder unterwegs…

  24. liebe Foersterliesel,...
    liebe Foersterliesel, geschwisterneid ist auch eine solche monstranz, die gerne herumgetragen wird, in der hoffnung, dass sich schon ein paar ‚mitfühlende‘ deppen finden werden, die bereit sind, sicher dahinter einzureihen und fadenscheinige argumente zu stützen.
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    ab einem bestimmten alter ist man jedoch selbst für seine eignenen handlungen verantwortlich, da gibt es keine gerechtfertigten entschuldigungen mehr.
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    nun, man registriert den neid, versucht, diese neigung nach kräften zu ignorieren, begrüsst diesen charakterzug aber nicht.
    meistens sehen neider in gesellschaft nicht gut aus, was sie leider nicht stört. irgendwie muss da eine soziale blindheit zu verorten sein, die v.a. dadurch entstehen konnte, weil ihnen nie jemand so richtig auf die finger schlug.
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    leider droht diese spezies nicht auszusterben.

  25. @FB – Handschutz, das ist,...
    @FB – Handschutz, das ist, was mir gestern gefehlt hat, als ich bergeweise rohes Holz von unserm Speicher zum Nachbarn trug. Wir brauchen den Platz, und er feuert damit seinen Kamin. Nachher musste ich viele Splitter aus den Fingern pullen und Tippen am Computer war noch schmerzhafter als jetzt.
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    Das Holz bekommt der Nachbar umsonst. Er ist Polizist und hat nicht vor, niederländischer (Minister) Präsident zu werden.

  26. Hat nicht der Kapitän der...
    Hat nicht der Kapitän der „Hybris“ ausgesagt er wäre in das Rettungsboot gestürzt?
    Ohne Zutun?
    Wer wollte da dem Mörtel Vorwürfe machen?
    Er hat ja, der Arme, nichts gewusst. Die Verhätnisse, das muss man verstehen.

  27. fionn, manchmal flucht man...
    fionn, manchmal flucht man natürlich – aber dann will man es letztlich doch nicht anders haben. Und zudem hat man eine schöne Geschichte zu erzählen. Das passiert beim neubau nie, denn wer redet schon gerne über Schimmel und falsch angeschlossene Wasserhähne?
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    Foersterliesel, das amüsante in solchen Fällen ist dann auf der anderen Seite die Kleinlichkeit, mit der dann alles abgerechnet wird, wenn es in die Gegenrichtung gehen soll. Man kann oft gesagt haben, komm, passt schon – wenn es dann mal darum geht, dass man Forderungen hat, wird jede Petitesse in Erinnerung gerufen. Grosszügigkeit ist dann eine Einbahnstrasse, die man beseer schnell verlassen sollte. Die Erfahrung zeigt leider, dass da nur selten Änderungen zu erwarten sind.

  28. Schön beschrieben, wie...
    Schön beschrieben, wie Vertrauen entsteht – durch die selbstverständliche Benutzung der gleichen kulturellen Codes – und wie man diese Kenntnis ausnutzen kann. Und wird! Ich habe nur einen Einwand: Seltst wenn ich jemandem hundertprozentig vertraue, funktioniert mein Irrealitätssensor. Sprich, wenn mir jemand 20% Rendite, Wunderheilungen oder Laufen übers Wasser verspricht, nehme ich bei Vertrauten zu ihren Gunsten an, sie täuschten sich selbst.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  29. Gux, tatsächlich erscheint es...
    Gux, tatsächlich erscheint es mir als eine Frage der richtigen Balance; es gibt einfach Menschen, die zarte Hinweise durchaus im Normalfall verstehen, aber schlagartig schwerhörig oder taub dafür werden, wenn es um ihre eigenen Interessen geht. Dann trampeln sie einfach drüber weg. Und ja; Es ist enorm unerfreulich, wenn das im eigenen Nahumfeld passiert. Eigentlich müsste man misstrauischer werden, aber dann fragt man sich natürlich, ob man die Welt damit nicht in die Richtung dieser Menschen schubst. Daher halte ich eigentlich Selektion für sinnvoll. Wenn Klassengrenzen dabei helfen: prima. Wenn nicht: Da muss man sich eben was einfallen lassen.
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    donna laura, ich sehe auch nicht, warum sich jemand bei solchen Vorgängen schlecht fühlen sollte: Sich ins Recht setzen ist die angenehmste Taktik, die man sich da vorstellen kann. „Wenn Du mir das goibst, bist Du ein netter Vermögender und keines dieser knausrigen Scheusale, das willst Du doch sicher nicht sein, oder“, ist da so eine Taktik. Apelle an Grosszügigkeiten, an Edelmut, die ganze Liste runter.
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    Aber was soll ich sagen: Das hat dann irgendwann sein Ende, und belastet auch nicht weiter.

  30. tiberiat, man würde ja auch...
    tiberiat, man würde ja auch gerne verstehen. Man kann auch vieles nachvollziehen. Man ist blöderweise auch so erzogen, alles wohlwollend zu berücksichtigen. Man möchte ja keinesfalls ein Gnack sein, kein Raffzahn und kein elender Karrierist. man möchte durchaus, dass es den anderen gut geht. Und keinerlei Anlass für Sozialneid geben. Man möchte sich nicht exponieren, und wird prompt angreifbar.

  31. Liebe Donna Laura,
    das Ganze...

    Liebe Donna Laura,
    das Ganze geht auch andersherum:
    Dass der hochnoble Auftraggeber sich sehr direkte, rüpelhafte Fisematenten erlaubt.
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    Den kleinen Dienstleister aus den weniger besseren Kreisen kann man ja herumschikanieren. UND dazu noch herummeckert, er habe kein Vertrauen. ER. Aha! (Was ist mit meinem?)
    Würde mal so sagen, von Anfang an schwierig bis zickig im Umgang gewesen, dazu beratungsresistenter als ein Staubfeudel, aber frech behaupten, er wäre z. B. nicht richtig beraten worden. Mir als Erklärbär ist das doppelt bitter, denn ich berate in der Regel fast zu viel anstatt zu wenig.
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    Schlecht bis gar nicht briefen, nicht einmal Mindestahnung haben von der Materie, was man eigentlich genau beauftragt, dann Beratung für gratis abluchsen, sie dennoch nicht annehmen (hängt schwer miteinander zusammen: was man nicht bezahlt, schätzt man auch nicht), dann nörgeln zetern zicken und nachtreten, bis der Arzt kommt. Wenn sie merken, dass ich mich im BGB ebenfalls a bissi auskenne, wird sofort clever gemutmaßt, ich hätte schön öfter üble Rechtsstreitigkeiten wg. Aufträgen gehabt. (Hatte noch nie welche.) Und weitere Unterstellungen, bei denen man sich um seiner psychische Gesundheit willen besser die Ohren zustopft und sich einen Schluck Portwein gönnt. Das ist die Gemengelage, die ich nicht allzuoft, aber dennoch das eine oder andere Mal erlebe. Von feinen Herrschaften, die am Anfang recht nobel daherkommen.
    .
    Das alles kommt durchaus davon her, dass sich Auftraggeber und Auftragnehmer noch nicht allzulange kennen. Gebongt. (Wenn ich sie besser gekannt hätt, hätte ich vermutlich einen feien nbogen darum herum gemacht…) Ist aber nicht umgehbar, denn wenn man nur für die arbeitet, die man gut kennt, ist der Umsatz allzusehr überschaubar.
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    Der Hauptgrund, dass doch das eine oder andere Mal in der Basiskommunikation bereits schief läuft, ist für mich ein Gewichtigerer als das Nichtkennen:
    Keine Augenhöhe, kein Respekt, kein Zuhören, kein sich Zeit nehmen für Rückfragen des Dienstleisters und seine Rückfragen nicht ernst nehmen, von wichtigen Feedback-E-Mails nur die erste Zeile lesen, den Rest ignorieren, Wiederholungsmail und freundliche Erinnerungsmail auch ignorieren (kein Schnack, das, vor allem nur die erste Zeile lesen, das machen viele …).
    .
    Meine Conclusio: Eher persönlichkeitsbedingt, denn schichtbedingt; und eher von einer gewissen klassischen urdeutschen Auffassung gegenüber Dienstleistern, die noch aus der ostelbischen Gutsherrenzeit stammt. Und die sowohl von Kleinbürgern als auch von Gutbürgerlichen noch gerne geteilt wird.
    Denn Schuld hat ja NUR und IMMER der Auftragnehmer, und der Kunde hat immer Recht … http://kunden.ausderhoelle.de/
    .
    Das alles hat auf den ersten Blick nichts bis wenig mit dem Geschleime an freien Bufetts, dem Lakaientum und der Selbstbedienungsmentalität an den „Besseren“ zu tun, die ES ja verschmerzen könnten. Doch wer als mäßig unbekannter Dienstleister höflich und dezent zeigt, dass er sich nicht als Lakai der „Besseren“, der Westviertler, auffasst, kriegt deren sehr direkte Hacken sofort zu spüren.
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    Manchmal möchte ich solchen den Merkbefreiungsschein ausstellen, der alte Musterantrag schlummert noch hier: http://www.leo.org/information/freizeit/fun/merkbefrei.html
    Wohl bekomms.

  32. Don, in einigen Jahren gibt es...
    Don, in einigen Jahren gibt es bestimmt modulare digitale Bilderrahmen, die man mühelos in Deckengrösse bestellen kann, als Flexischirm auch für wellige Decken. Darauf lässt sich dann jedes Wunschbild zaubern, in frei programmierbarer Abwechslung. Wahrscheinlich auch just-in-time bei geeigneter Videoausstattung und Auflösung. Fraglich ist nur noch die Art der Förderung. Auf jeden Fall über den Strompreis.

  33. "... es gibt einfach Menschen,...
    „… es gibt einfach Menschen, die zarte Hinweise durchaus im Normalfall verstehen, aber schlagartig schwerhörig oder taub dafür werden, wenn es um ihre eigenen Interessen geht.“
    .
    Das kenn ich sehr sehr gut. Selektive Schmerzbefreitheit.

  34. Torsten Haupts, man muss wohl...
    Torsten Haupts, man muss wohl leider auch einsehen, dass Menschen sich im Laufe der Zeit ändern; die Nachobenheiratung ist so ein Fall. Um mal ein historisches Beispiel zu nehmen: Cosima Wagner. Als uneheliches Kind von Liszt bemakelt, erst mit von Bülow verheiratet, und als Wagner dann seinen Mäzen hatte, schwupps, wechselte sie vom Dirigenten zum Komponisten. Was lernt man daraus? man sollte Menschen nicht unbedingt vollkommen vertrauen, bevor man nicht weiss, wie sie reagieren, wenn sich ihre Möglichkeiten ändern. Um mal beim Journalismus zu bleiben: Redakteure machen Dinge, über die sie sich als Freie noch masslos aufgeregt haben – zu Ungunsten von Leuten, mit denen sie sich damsls aufgeregt haben. Kurz: Ausbleibender Betrug ist vielleicht auch nur die fehlende Gelegenheit dazu.

  35. (Pardon, falls ich zu zynisch...
    (Pardon, falls ich zu zynisch sein sollte)

  36. @ DA - Re the ceiling - is...
    @ DA – Re the ceiling – is that just the beginning?
    Re your Mieterin – Fortsetzung folgt?

  37. Schade, dass er nicht mehr...
    Schade, dass er nicht mehr über die Decke geschrieben hat. Die Anzahl haftvermittelndern Hiebmarken pro Quadratmeter hättte uns bald mehr interessiert. Und deren durchschnittliche Breite und Tiefe. Weil auch Ausführungsgleichmäßigkeit womöglich etwas über Zeit und (vorbereitende Handwerkskunst sagt.
    .
    Der Rest ja eh klar. Wir sind hier schließlich bei der FAZ. Hinsichtlich sozialer Intelligenz in dem Zusammenhange wahrscheinlich – und zwar bzgl. der sich versuchsweise vermittelnden Zusammenhänge gefühlt ca. eine Zenerpotenz höher in dieser Gesellschaft – Inge Klöpfers „Friede-Springer-Biographie“ sehr anbieten.
    .
    Die Hiebmarken werden übrigens heute noch genau so gerne genommen. Aber wahrscheinlich etwas ungleichmäßiger. (*g*)
    .
    Und die Nachricht selbst bleibt auch weiterhin Kommentar:
    .
    http://www.focus.de/kultur/diverses/auszeichnungen-sloterdijk-freundeskreis-stiftet-neuen-kulturpreis_aid_707543.html
    .
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,813318,00.html
    .
    Leider immer noch bemerkenswerter Weise kann es eine Frau, die sich dazu aufmacht, am Ende eben doch hnbekommen, einen Großteil der dummen Männerkorruption zu eliminieren. Und nähme es drei bis vier Jahrzehnte.
    .
    Und: Frau Friede Springer war, Achtung – Bezug zum Blog, offensichtlich Axel Cäsars beste herzensgute Investition, die er je getätigt; wenn man so will, „nahezu aus dem Nichts“.
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    Und Grüße.
    .
    Und ach ja: Bekämen wir die Analyse der druntererfindlichen Deckenkunst ggfls. noch nachgeliefert? Wirkt schließlich interessant: Die alte Farbe (geringe Qualität, weil von früher?) ist schließlich an der alten Decke geblieben, nicht mit dem neueren Putz zusammen runtergekommen nicht wahr? Da, finden wir, schuldet er uns und der Community evl. noch weitergehenden Betrachtungen, möglicherweise?
    .
    („Und es war wahrscheinlich weiterhin der Zbg., der uns erstmalig in unserem Kulturkreis auf die mögliche Zwienatur allen „abendländischen Aktivitätkommandos“ hinwies“, meint man womöglich auch noch. Kontemplation! Buddha! Verzicht! Aber wer könnte sich auch schon an sowas halten? Versuchung muss daher am besten immer wechelseitig sein – und ausgewogen eben.) (Google:“ Mass und Wert“)

  38. Meine Lösung (denn ich tue...
    Meine Lösung (denn ich tue mich da als Ursozi extrem schwer, nur klassenbezogen zu denken):
    Meine nichtswürdigen Kreise tun gut daran, diejenigen kategorisch auszufiltern, die bereits in der Anfangskontaktphase schlecht über ihren vorangegangenen Dienstleister reden. Ein schweres Nogo.
    Ferner gibt es diverse gestaffelte, aber unsichtbare Kostenaufschläge für vorauszusehende Anzeichen von fortgeschrittener Beratungstaubheit und vorraussichtlich überhohem Kommunikations- und Pamperungsbedarf.

  39. "Kurz: Ausbleibender Betrug...
    „Kurz: Ausbleibender Betrug ist vielleicht auch nur die fehlende Gelegenheit dazu.“
    Ja. Nein, nicht bei allen. Es gibt noch immer Menschen, bei denen Erziehung, Selbstachtung, Klassengrundsätze oder was sonst funktioniert. Nur sind die in der Minderheit, das muss man einfach wissen. Es bewahrt vor Zynismus, wenn man das weiss. Menschen sind, wie sie sind – am besten sind sie, wenn sie sich selbst von Versuchungen möglichst fernhalten. Von mir selbst wusste ich das schon lange, inzwischen ist es auch allgemein wissenschaftlich bestätigt :-).
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  40. ..was sollen nur all die...
    ..was sollen nur all die Stahlgerüste in den Kellern, den Hauseingaengen, den Fluren, den Hinterhausdurchfahrten; oder die grosszügigen Holzverschalungen in den italienischen Ortschaften gross und klein??..
    Bis man ´mal ´drauf kommt, „aha!“ hier bebt die Erde!..oder hat ´grad´eben.
    Und der Gastgeber macht ´nochmal vor , wie es klingt in einem solchen Moment:
    „……“!!!!..langanhaltend.
    Soetwas verändert das Klima, eine solche Gegenwärtigkeit von Natur beeinflusst die Lebenssituation und auch das Alltagsgefühl……daran muss ich denken, wenn der Putz bröckelt…
    und beim Sofa mit Buch-Stillleben-denke ich an an einen Ausspruch der Japaner:“ Man setzt sich nicht auf tote Tiere!“..
    Nun, ich sitz´ eben auf meiner toten Kuh und lerne Vok. ()-jap. Verben/Komposita..
    und dort -Jap.- soll die Erde ja auch beben.
    Kurzum, es bebt eben manchmal..bebebebebebe べべべべべべ>übersetzt!
    Thema verfehlt!1

  41. oh ja, lieber don, es ist...
    oh ja, lieber don, es ist offensichtlich, dass auch sie zeitweise das vergnügen hatten.
    die ungleichheit in der aufrechnung ist durchaus ein kennzeichen.
    mein lieblingsargument ist, dass man zu seinem geld ohne mühe kam.
    (es gibt da einen vollbärtigen witz: wie kommt man zu einem kleinen vermögen?
    indem man mit einem grossen anfängt.)
    .
    mir schweben da ein paar unschöne, dumme geschichten aus den nullerjahren vor, die nicht viel mit unmöglichen geschäften zu tun hatten, sondern recht realistisch umgrenzt erschienen und die man vergessen könnte, vor allem, weil sie einen selbst nicht gefährdeten, nur um ein paar euros und um ein paar nerven brachten. nur der jeweils andere sieht nun einigermassen alt aus, ohne dass man viel dazutun musste, gewonnen hatte dabei seltsamerweise keiner, ausser den rechtsanwälten und steuerberatern. bekannte tragen einem ungefragt zuweilen etwas über diese personen zu, das man als nicht wirklich angenehm bezeichnen dürfte, vor allem, weil man ja nicht der einzige war; einer wird heute noch von der staatsanwaltschaft gesucht, ein anderer, kleiner fisch meldet eine privatinsolvenz nach der anderen, immer mit kleinen ‚episoden‘ dazwischen, an, der nächste meldet sich immer bei seinem psychiater an, und solange er noch geld hatte, bekam er noch einen termin – omnia mutantur, nos et mutamur in illis.
    .
    als die geschichte ihr jeweils bedauerliches ende nahmen, wurde es für den gegenpart wohl recht ungemütlich, so dass dieser tatsächlich sich recht zickig und wie ein in die enge getriebener hund benahm. gegen ende wurde meist dann geheult, dass man doch vertrauen haben sollte, und überhaupt, was man doch für ein geiziger korinthenpinscher sei und wieso man nicht noch ein paar tausend… ach ja.
    irgendwann hat man nur noch verstehend zur kenntnis genommen, dass es eben mal wieder so weit war. naja. zumindest hatte man mehr kurzweil, als wenn man bei der bank einen dieser *hüstel* totsicheren, steuersparenden fonds gezeichnet hätte. nur da wäre der gegner ohne gesicht gewesen…
    .
    quintessenz ist, dass nun niemand mehr anzukommen braucht, wenn er einen kredit haben möchte. schliesslich möchte man nicht auch noch freunde verlieren.
    .
    liebe Vroni, was fange ich nur mit ihrem kommentar und vor allem mit ihrem ‚Wohl bekomms‘ an; für ihre kuriose kundschaft kann meine wenigkeit so gar nichts.
    dass es von allem sogar mehr als nur zweiten seiten gibt, ist sonnenklar.
    .
    lieber don, zuweilen kann man gar nicht zynisch genug sein.

  42. @Don - "Man möchte sich nicht...
    @Don – „Man möchte sich nicht exponieren, und wird prompt angreifbar.“
    Hat man das einmal begriffen, wird Reden und Handeln viel einfacher. Danach kann man das tun und sagen, was man für richtig hält. Anstatt das, von dem man glaubt, andere wollten es hören und es würde einem das Leben erleichtern. Mit entsprechend bösem Willen kann man alles gegen einen verwenden, selbst Jesus oder Buddha stünden heute unter automatischem Eigennutzverdacht.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  43. "Aber versetzen sie sich doch...
    „Aber versetzen sie sich doch mal in meine Lage, lieber F.“ Das habe ich frueher oft gemacht, mich in die Lage anderer versetzt. Am Ende hatte ich immer weniger als vorher.
    Spaeter dann lautete die Antwort: „Ihre Lage geht mich nix an.“ Seitdem bleibt was ueber.
    Und in manchen Faellen muss man zaehneknirschand sagen: „Ab mit Schaden…“

  44. perfekt!57: "... Wir sind hier...
    perfekt!57: „… Wir sind hier schließlich bei der FAZ. Hinsichtlich sozialer Intelligenz in dem Zusammenhange wahrscheinlich – und zwar bzgl. der sich versuchsweise vermittelnden Zusammenhänge gefühlt ca. eine Zenerpotenz höher in dieser Gesellschaft – Inge Klöpfers „Friede-Springer-Biographie“ sehr anbieten. …“
    *
    Wir wollen aber auch nicht vergessen, dass soziale Intelligenz einen ordentlichen Satzbau nicht zwingend ausschließt. FAZ, Zehnerpotenz, gefühlte Zusammenhänge und eine sich anbietende Friede-Springer-Biografie: Sprechen Sie … jetzt!

  45. Bei uns ist das mit dem...
    Bei uns ist das mit dem Mißtrauen genetisch. Die Ausnahmen (also Personen, denen man vertraut), sind rar und kommen überwiegend aus der eigenen Familie. Klingt banal, ist aber so.

  46. Liebe Donna Laura,
    was sollen...

    Liebe Donna Laura,
    was sollen Sie anfangen damit. Dass es mehr gibt als nur eine Seite.
    .
    Das Wohl bekomms war auf den Merkbefreiungssschein gemünzt und alle, die ihn lesen.

  47. Jüdischer Witz:
    Der Vater...

    Jüdischer Witz:
    Der Vater setzt sein Kind auf den Baum und sagt: Spring, spring, spring in meine Arme!
    Das Kind springt und der Vater läßt es auf den Boden fallen. „Siehst Du, nicht mal den engsten Verwandten darf man trauen…“

  48. Herzliche Grüße von Ihrem...
    Herzliche Grüße von Ihrem Weihnachtsgansbefüller. Vertrauen gegen Vertauen.
    Wir wollen nur Ihr Bestes.

    Bitte nicht atmen, bitte nicht atmen, bitte nicht atmen, bitte nicht atmen, bitte ni…..

  49. (Goldzahn Sucks-Mitarbeiter...
    (Goldzahn Sucks-Mitarbeiter haben wir übrigens keine in der Familie; von anderen schneeballsystembetreibenden Ex-Rotzbremsenträgern ganz zu schweigen.)

  50. @ThorHa
    Auch heute würde man...

    @ThorHa
    Auch heute würde man Jesus wieder kreuzigen.

  51. Filou@: Tut mir leid, auch ich...
    Filou@: Tut mir leid, auch ich habe eine Familie zu ernähren…

  52. Wo kämem wir den da hin, wenn...
    Wo kämem wir den da hin, wenn ich jedem….? Denken Sie positiv, das Glas ist doch noch halb voll mein Lieber.

  53. Schaun Sie mein lieber Herr...
    Schaun Sie mein lieber Herr Filou, wir wollen doch gemeinsam eine win-win-Situation erarbeiten. Nicht wahr? Stellen Sie sich doch bloß mal die sich daraus entstehende Perspektive für uns beide vor. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass Sie…

  54. Ich gehöre ja zu der Sorte,...
    Ich gehöre ja zu der Sorte, die, wenn was schiefgelaufen ist mit einem neuen Handwerker oder beauftragten neuen Programmierer oder auch mit einem Kunden, sich zuerst selbst die Schuld gibt.
    .
    Meist: Kommunikation irschendwie falsch eingeschätzt, falsch angepackt, dem Einen nicht deutlich genugt etwas gesagt, dem Anderen nicht nett genug. Die Krux ist: die Grenze, ab wann man nett und ab wann man superdeutlich sein muss, bleibt heutzutage nie an der gleichen Stelle :-) Sie muss jedesmal neu erspürt werden bei neuem Umgang. Ein bisschen helfen ausführliche Gespräche zum Abschätzen am Anfang, oder etwas Menschenkenntnis, manchmal hilft das alles aber nicht. Die ausführlichen Anfangsgespräche wurden vielleicht als unerheblicher aber unnütz zeitraubender Small Talk aufgefasst (Small Talk klingt vielleicht so, ist aber selten wirklich unerheblich unbd unnütz) und nicht ernst genommen. Die immer verbesserbare Menschenkenntnis (oh vermutlich ein liebenswürdiger Sanguiniker … ) kann versagen, wenn man nicht weiß, ob der andere nicht woanders gerade ein ziemlich fettes Problem hat. Dann war die Liebensgewürzigkeit nur ein kurzes Sonntags-Intermezzo …
    .
    Die alte Dreier-Regel, die ich beigebracht bekommen habe: erst sehr charmant indirekt etwas sagen, dann recht höflich etwas sagen und wenn immer noch nicht, dann sehr bestimmt höflich etwas sagen, funktioniert nur, wenn andere diese Dreier-Regel auch kennen (wollen).
    Und das habe ich mittlerweile auch gelernt: Um Gottes Willen in allen drei Stufen nicht allzu tough-ehrlich sein. Kein Gegenüber will wirklich Wahrheiten wissen. :-)

  55. "... für ihre kuriose...
    „… für ihre kuriose kundschaft“.
    .
    Nicht: kurios.
    Sondern völlig normal. Wenn es sich um ungeübte Auftraggeber handelt, die ich noch nicht kenne. Sie kommen halt zwischendurch immer wieder mal vor. Gauß’sche Normalverteilung. Ich habe erst vor kurzem gelernt, dass ich in meiner Branche noch eine Glückliche bin.

  56. Wenigstens ist die Mieterin um...
    Wenigstens ist die Mieterin um einen Mordsschreck rumgekommen, wei das Zeug vor ihrem Einzug runterkam. Mad-off’s Ponzi – Schema hat nur das Geldsystem nachgespielt. Ein Staatshaushalt funktioniert ganz genauso, aber nur bei einer Neuverschuldung von 0,0. Man gönnt ihm ja, dass er die nächsten 150 Jahre auf den neuen Dollarnoten die Unterschrift des Zentralbankchefs in Vertretung unterschreiben darf, aber realistisch gesehen war er nicht schuldig. Die von ihm Betrogenen wurden zum großen Teil leider durch den Staat klammheimlich entschädigt. Das gesamte heutige System ist Betrug, und zwar ein gut gemachter, dafür um so größerer. Wer Geldgeiern vertraut, hat aus der mehrtausendjährigen Geldgeschichte überhaupt nichts gelernt. Macht letztlich nichts, langfristig sind wir alle tot und das letzte Hemd hat keine Taschen. Ein Schotte wollte von seinen drei Söhnen 300 Pfund ins Grab gelegt kriegen. Dann starb er. Zwei legten je 100 Pfund rein. Der dritte nahm die raus und legte dafür einen Scheck über 300 Pfund rein.

  57. seltsamer...
    seltsamer Artikel……hmmmm…….wirklich seltsamer Artikel.

  58. Don, bitte bleiben Sie...
    Don, bitte bleiben Sie zynisch, denn nur so lassen sich die Dinge auf den Punkt bringen.
    Mit der Schickedanz und ihrem Niedergang durch den familyboy in Person des Poliers hab ich erwähnt, weil Sie so eindrücklich von „…Sicherheit und Vertrauen“ schreiben. In der Tat mutet es merkwürdig an, bedenkt man Klassengrundsätze. Vielleicht hat er diese aber dadurch überbrückt, daß er ihr seine Hilfe „ganz im Vertrauen“ angedient hat, als deren Sohn in Not im Ausland war – also auf einem Feld, das in diesen Kreisen gemeinhin wenig beackert wird. Das war die Einstiegskarte, um blindes Vertrauen der Finanzverwaltung durch Esch herzustellen. Wenn alles so war. Und hat dabei noch die „altehrwürdige“ Bank in den Abgrund gerissen, die dann von einer noch ehrwürdigeren geschluckt wurde. Vertrauen wird da oben wohl ganz schwer, weil die Luft zu dünn, um dieses zu tragen. Und das Spiel mit der Eitelkeit erleichtert natürlich auch den Betrug – ob bei Madoff, Dr. Schneider oder in „Streng Geheim“.

  59. Lieber Don, das war als...
    Lieber Don, das war als konstruktive Kritik gemeint. Aber nachdem wir hier in Russland, ich bin unter anderem auch im Immobilienbereich taetig, einige Unfaelle hatten, sind wir sehr streng geworden. Arbeiten auf Leitern bis maximal 30 min und 3 m Hoehe, darueber hinaus Geruest mit mindestens 1 m Gelaenderhoehe etc. Schauen Sie sich doch mal das folgende Dokument an und vergleichen Sie es mit der Praxis Ihres Handerkers: http://downloads.bistummainz.de/4/376/1/14503094688502976706.pdf Das sind aus meiner Sicht Mindestanforderungen. Arbeiten auf Leitern ueber 2 m sind in vielen internationalen Grossunternehmen inzwischen vollstaendig verboten.

  60. @Kcrk01: Tut mir Leid, ich...
    @Kcrk01: Tut mir Leid, ich spare auf ein Hoergeraet

  61. HansMeier555: "Auch heute...
    HansMeier555: „Auch heute würde man Jesus wieder kreuzigen.“
    *
    Richtig, aber dann stünde Pontius Pilatus heute auch in Deen Haag vor Gericht.

  62. Kleine Deviation: Oppenheim...
    Kleine Deviation: Oppenheim und die Kölner. Die direkten oder indirekten öffentlichen Garantien der Stadt Köln für die Mietzahlungen der Oppenheim-Esch Objekte bildeten das wirtschaftliche Rückgrat des Rendite-Modells Esch. 2005 sehr hübsch aufgespießt vom großartigen Team der Kölner Stunksitzung. Damals noch unter „sizilianische“ Verhältnisse gebucht, würde man heute wohl eher sagen: griechische Verhältnisse.
    .
    In dem Stück „Der Zettel“ treten auf:
    Don Oppenheim, Padrone der „Familie“
    Lolo Ruschmario, „Die Lippe“, „mein Buchhalter“ (ehem. Oberstadtdirektor)
    Frederico Schramma, 2005 Oberbürgermeister, „unser Mann von der Stadt Köln“
    Piccolo Alfredo Nevius-Spumante, „meine Pressepartner“, alias Neven-Dumont
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=7jYpCVSRNEg
    .
    Es ist für Köln ein großer Segen, dass einstweilen diesem Halunken-Netzwerk der Zutritt zur Spielwiese verweigert wird.

  63. Das Bild hängt schief!...
    Das Bild hängt schief!

  64. Noch zum Unterschied zwischen...
    Noch zum Unterschied zwischen Geiz und Neid:
    Geizige sind harmlos, zwar sind sie auch durch Großzügigkeit nicht zu beschämen und zu erziehen, aber wenn man erst mal erkannt hat, mit wem man es da zu tun hat, ist es keine großes Problem, denn Geizige sind in ihrer Passion selbstgenügsam. Neidische hingegen brauchen jemanden dem sie was neiden können und hängen sich an den Beneideten. Was geneidet wird kann
    eine lächerlich kleine Differenz oder einfach Alles und Jedes sein. Neider begnügen sich leider nicht bloß mit Jammern und dem Erzeugen von Schuldgefühlen beim anderen, oft versuchen sie mit wirklich destruktiven Methoden die Differenz zum anderen zu applanieren.
    Wenn man in der Kinderstube ein Fortdauern der unter Kindern üblichen Neiderei bemerkt soll man sich dem kleinen Neider widmen und ihm aus dieser Fixierung unbedingt herauszuhelfen versuchen.
    Ich selber bin – im Rahmen meiner sehr bescheidenen Möglichkeiten – gern verwöhnend und großzügig, man fühlt sich einfach angenehmer dabei; mich stören auch Geizige nicht wirklich, falls sie nicht auch geizige Schlawiner und Betrüger sind. Daß Freundschaften Karrieren oft nicht überleben und die überlebenden sehr oft sehr karrierebezogen sind, ist eine traurige Tatsache.

  65. @yast:
    Pontius Pilatus stünde...

    @yast:
    Pontius Pilatus stünde genausowenig in Den Haag, wie Barak O , der Bin Ladin liquidieren ließ!

  66. Echte Knickstiefel sind ja...
    Echte Knickstiefel sind ja noch lustig. Wenn man sich kennt, entwickelt sich daraus ein Gesellschaftsspiel mit hohem Unterhaltungswert, denn es bereitet ausserordentliches Vergnuegen, seinen geizigen Partner liebevoll ueber den Tisch zu ziehen. Sagte ich mal, dass meine Angetraute Hoellaenderin ist…?
    .
    Neider, ach wuesste ich, was ein Neider ist. Es muessen ihrer sehr viele sein. Man selbst merkt es erst dann, wenn man erfeahrt, dass ein guter Freund unter der Hand einem anderen guten Freund die schaebigsten Dinge ueber einen selbst erzaehlt.
    Darauf muss man stolz sein, denn Mitleid kriegst du geschenkt. Neid muss man sich erarbeiten (oder ein guetiger Gott versah einen mit neiderweckenden Privilegien).
    .
    Leider ist es so, dass man sich zur Entledigung seiner Neider selber der schaebigsten Mittel, Intriganz z.B., bedienen muss. Damit begibt man sich allerdings auf ein Niveau, auf das man niemals herabsinken wollte.
    Ein Dilemma.
    Also ein kurzer Krieg um des Problemes Herr zu werden. Was sein muss, muss sein.

  67. Vroni, liebe Vroni, ach... man...
    Vroni, liebe Vroni, ach… man plaudert doch nur ganz harmlos und frei jeglichem sinn und verstand, lesen doch nur einmal genau, was ich schreibe. wenn sie es nur wollen, dann bleibt es kein traum. zumindest haben sie mir ein klein wenig beim einsparen der vergnügungssteuer geholfen.
    .
    cher Filou, lassen sie uns eine sammelbestellung aufgeben, das gibt rabatt.
    .
    lieber HansMeier555/15.42, er wird immer wieder gerne gehört, dieser witz.
    .
    liebe Foersterliesel, den unterschied muss man in der tat sehen. aus kleinen neidern werden grosse neider und eine halbe landplage. geiz ist dagegen oftmals nur eine frage der perspektive. bei produkten made in bangladesh werde ich besonders geizig, aus sicht der boutiquenbesitzerin, und mittlerweile auch bei keifenden zeitgenossen, die nur mein bestes wollen. man muss ja nicht.

  68. @Foersterliesel - "Daß...
    @Foersterliesel – „Daß Freundschaften Karrieren oft nicht überleben“
    Ich halte es für ein kleines Wunder, wenn sie überleben, auch wenn der eine Karriere macht und der andere nicht. Denn da greifen so viele Keile gleichzeitig: Man verliert den gemeinsamen Blick auf die beruflichen Ungerechtigkeiten durch „die da oben“, man entwickelt auf natürliche Weise unterschiedliche Vorlieben für Freizeitaktivitäten, Geld spielt auf einmal eine andere Rolle, der „Zurückgebliebene“ braucht ein gusseisernes Selbstbewusstsein, dass er ausserhalb des Berufes entwickelt hat, man muss gut verankerte gemeinsame Interessen haben, die durch den Beruf nicht beeinflusst werden. Etc.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  69. @HansMeier555 - Jesus:
    Für´s...

    @HansMeier555 – Jesus:
    Für´s Kreuzigen bräuchte man heute Leidenschaft :-). Viel wahrscheinlicher ist eine Kurzzeitkarriere als B-Promi und Talkshowthema und danach die Versenkung in der Obskurität.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  70. Des Geizhals täglich Brot,...
    Des Geizhals täglich Brot, ist des Neiders Tod. Oder so ähnlich.
    Schön ist zuweilen die Erkenntnis, daß die Geizkragen dieser Welt am allyoucaneat-buffet essen gegen jede Vernunft, andernorts aber den Freier geben.

  71. @don ferrando:
    Alleine dafür...

    @don ferrando:
    Alleine dafür hat Obama den Friedensnobelpreis verdient. Und das ist ernstgemeint.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  72. liebe Donna Laura,
    daß Sie...

    liebe Donna Laura,
    daß Sie trash aus Bangladesh vermeiden ehrt Sie!
    .
    lieber Filou,
    ich finde Holländerinnen ganz besonders; Sie haben offenbar Gück! Sicher kennen Sie die Bücher von Connie Palmen.
    .
    liebe Vroni,
    unangenehme Kunden ziehen lassen, die kosten mehr als sie bringen. Ich weiß das ist leichter gesagt als getan, leider. Alles Gute!

  73. Re Vertrauen.
    Vertrauen ist...

    Re Vertrauen.
    Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Gilt in der Deutschschweiz auch :-)

  74. lieber Thorsten Haupts,...
    lieber Thorsten Haupts,
    „gusseisernes Selbstbewußtsein“ – ja.
    Auch in der Phase des Berufseintrittes zerbrechen schon viele studentische Freundschaften; man stellt plötzlich fest daß Freunde zwar auch in der Studentenbewegung waren, daneben aber lange schon ein Parteibuch hatten, sie nannten das Entrismus. Und dann gibt es auch diese Sache mit dem Stallgeruch, Nestflüchter aus konservativen Familien, haben für Tätigkeiten die ihrer Studienwahl entsprechen, den falschen Stallgeruch; vielleicht durch ein postgraduate und besooondere Ergebenheit zu übertünchen, vielleicht.

  75. Heute nacht ist überigens der...
    Heute nacht ist überigens der Super-Bowl 2012! Leuten, denen sprichwörtlich die Decke auf den Kopf fällt, können schon mal die legendären Werbe-Spots der Halbzeitpause vorab schauen… (siehe Link)

  76. Liebe Försterliesel,
    das ist...

    Liebe Försterliesel,
    das ist doch nur ein kleiner Teil, der immer mal wieder vorkommt.
    Raten Sie mal, was ich mit denen tue: ziehen lassen.
    Mittlerweile merke ich sie schon im Anflug.
    .
    Was ich mit der Geschichte ausdrücken wollte (kam vielleicht nicht ganz so richtig rüber): Das Misstrauen Dienstleistern gegenüber ist in den letzten Jahren um einiges gewachsen. Aber meins auch. Manche Dinge sind schwieriger geworden, es ist nicht mehr witzig. Die Madoffs dieser Welt, die großen und kleinen Lumpen haben ihre Spuren hinterlassen.
    .
    In der Provinz toben sie wohl noch, gerade aktuell diese Meldung aus meiner ländlichen Heimat gelesen: „Die Polizei warnt vor Abzocker-Firma. Gewinnversprechen. Das Schreiben einer dubiosen Treuhandgesellschaft aus Niedersachsen entpuppt sich als Köder zu einer als Kaffeefahrt getarnten Verkaufsveranstaltung.“
    .
    Kaffeefahrt? Ähm. Immer wieder erfinderisch, um jetzt ans Geld der mittelvermögenden Rentner zu kommen. Die Großvermögenden haben ihr Lehrgeld schon bezahlt, die kriegt man nicht mehr, aber man denkt, in der Provinz geht scho noch a bissi was. Ich kenne in meiner alten Heimat aber niemanden, der sich auf so etwas einlässt.

  77. Vertrauen ist sehr einfach...
    Vertrauen ist sehr einfach erreichbar, die Piraten, um ein naheliegendes Beispiel zu erwähnen, zeigen es gerade in der Politik: bedingungslose und wechselseitige Offenheit. Lesen Sie frau Weisbands Interview-Aussagen in dem Spiegel-Gespräch mit Peter Altmaier. Peter Altmaier ist übrigens auf Ihrer Seite, er ist eher der Teil der Gesellschaft die noch Verstecken spielt und das als Selbstschutz deklariert: Mensch kann doch in und mit der Öffentlichkeit nicht frei sprechen! Doch Mensch kann und bekommt, wenn Mensch es damit Ernst und wahrhaftig meint auch eines zurück: Vertrauen. Denn, wie Sie, Don Alphonso, das auch schreiben, selbst wenn Eines 20 oder mehr Jahre eng mit anderen Menschen zusammenlebt, ist Eines vor Enttäuschungen und Überraschungen nicht sicher, wenn es ein Zusammenleben in Verschlossenheit und Misstrauen ist, wie es leider noch weitgehend gelebt wird. Die Gründe dafür sind auch klar.

  78. Filou@: Sie sollten unbedingt...
    Filou@: Sie sollten unbedingt die Krankenkasse wechseln. Ich hätte da was für Sie. Mit 80% Selbstbeteiligung im Sozialtarif sind Sie doch sicherlich gut bedient.

    Ist Vertrauen kaputt, so die Kontrolle auch.

    Foersterliesel@: Intrinsich gesehen mag das für Sie gelten, die Jungs und Mädels müßen doch schliesslich auch mal…

    Thorha@: Eine Kriegsrede halten nach Erhalt des Friedensnobelpreises ist allerdings schon ein denkwürdiger Knaller. Chapeau.
    Friedenskuß auf Ihre beiden Paus-Wänglein.
    Gruß Ihr K.

  79. Will noch jemand...
    Will noch jemand Nachschlag…?

  80. Das mit dem bösen Menschen...
    Das mit dem bösen Menschen auf 30 qm und Bildklau habe ich nicht verstanden. War das eins von Ihren Stücken? Ein alter Kirchenmann oder eine Ihrer Rokokokokotten? Wäre schade.

  81. Klarstellung: Die...
    Klarstellung: Die Verallgemeinerung: … auf ihrer Seite… bedeutet, auf der Seite der Klassengesellschaft, der Verteidiger einer Klassengesellschaft, denn diese Schichtung einer Gemeinschaft braucht innere Abgrenzungen und eine davon ist das Misstrauen. Was die Unverschämtheit einer Annäherung ohne den Umweg über Konventionen und Höflichkeiten angeht, ist das, denke ich, kein jüngerer Vorgang sondern einer, der nun mindestens schon seit dem Erscheinen der Lebendigkeit immer wieder passiert, so polternde selbstgewisse und unkonventionelle Kerle und Frauen haben oft die Geschichte geprägt, beileibe nicht Jedes, aber Einiges, Alexander, Cäsar, Napoleon, Hitler, Schröder … die Liste ist in alle Richtungen ziemlich lang und bitte halten Sie mir den Adolf nicht vor, auch nicht den Schröder, der kommt gerade wieder heftig in Mode, Sarkozy und Fukuyama sei Dank. Vergelts Gott.

  82. @ThorHa
    .
    Von wegen Passion....

    @ThorHa
    .
    Von wegen Passion. Heute wäre das outgesourct,
    Pontius Pilatus würde einen privaten Dienstleister beauftragen und die nächste Akte aufschlagen.

  83. Oben Ranken und Palmetten,...
    Oben Ranken und Palmetten, unten ein Teppichboden aus dem Abholmarkt? Das würde ja schön zum Kontext passen.

  84. "bedingungslose und...
    „bedingungslose und wechselseitige Offenheit“
    Pruuuust. Empfehlung zu schnellem öffentlichen Selbstmord? Lassen Sie da mal ein paar „Imageberater“ dran (das sind die Jungs, die man in der eigenen Nachbarschaft grusslos schneiden würde). Hinterher sind sie tatsächlich in jeder Beziehung nackt, leider auch ebenso erfolglos. Es gibt nichts und niemanden, den man nicht mit genügend Böswilligkeit kleiner bekommt, notfalls wird frei erfunden und häufig genug wiederholt …
    Und ich habe meine Zweifel, ob bedingungslose Naivität die richtige Voraussetzung für Erfolg wird. Bei genauem Lesen kannten auch Buddha und Jesus ihre Kundschaft erheblich besser :-).
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  85. @ vroni: Auch wenn einige...
    @ vroni: Auch wenn einige Andere etwas verständnislos vor Ihren Schilderungen stehen – ich kann da leider voll mitfühlen, das deckt sich bis in’s Detail mit Katastrophenfilmen, bei denen ich mehr als eine Nebenrolle spielen durfte.
    .
    Mit der Zeit wurde man natürlich vorausahnender und konsequenter in der Parade, aber als Fazit darf ich im Rückblick feststellen:
    .
    Wer bescheissen will, ist leider immer einen Schritt voraus.
    Kundeneinschätzung per Bauchgefühl deckt sich fast immer mit späteren Erfahrungen.
    Berufe mit einer funktionierenden Gebührenordnung sind immer im Vorteil, also sollte man sich eine solche auch in den übrigen Berufen abzeichnen lassen.
    Charme und Freundlichkeit (Tit for Tat) vermeiden oft eine Auseinandersetzung, bei der am Ende nur die Anwälte was verdient haben.
    und noch eine Platitüde: Glücklich die Leute, die ihrem Geld nicht hinterherzulaufen brauchen.
    .
    Wohl dem, der in einem funktionierenden Netzwerk beheimatet ist, der erhält viele Informationen den entscheidenen Augenblick früher.
    .
    Ihre Beschreibungen: voll korrekt.

  86. Das die Situation in den...
    Das die Situation in den letzten 10 bis 15 Jahren übler geworden ist, könnte mit dem Schwinden der quasi todsicheren Geschäfte zusammen hängen, dass das Zauberwort, mit dem alle berührungsfrei reich wurden, fast ganz verklungen ist:
    Provision!!!
    .
    Heute gibt es keine anonymen Margen mehr zum verteilen, heute muss man auf softe Resourcen wie Freunde und Familien zurückgreifen, wenn man ein besonders rentables Geschäft angraben möchte.
    .
    Aktien. Lebensversicherungen. Containerschiffe. Ost-Immobilien. Time-share-Immobilien. Oldtimerautos. Silberkannen. usw.
    .
    Und das ist sicher eine aus allen Metiers vertraute, bittere Erfahrung: Ein Freund/Partner hilft einem, ein paar ordentliche Deals abzuwickeln, gerät in Schwierigkeiten, ohne dass man es selbst ganz mitkriegt, und zockt einen ganz drastisch bei einem grösseren Geschäft ab, das man mit einem anderen, den man nicht gekannt hätte, nie riskiert hätte.
    .
    Man kämpft eben im allgemeinen wie die Kaulquappen in einer austrocknenden Pfütze, während nur ein paar wenige Prestigefrösche ihren Nachwuchs in klimatisierten Pools mit Prosecco und Kaviar grossziehen…

  87. lieber The Great Artiste,...
    lieber The Great Artiste, anonyme gewinne sind zumeist noch innerhalb von institutionen möglich, weshalb dort auch noch nach kräften reibungswärme – einmal quer über den konferenztisch – betrieben wird.
    .
    Доверяй, но проверяй – ob das allerdings noch ausreicht, ist die preisfrage. die zweite preisfrage wird sein, wohin der weg noch führen wird. ei, wer weiss…

  88. Wer nur "bedingungslos" liest...
    Wer nur „bedingungslos“ liest und das „wechseleitig“ überliest oder zu tief hängt und dann auch noch das „wahrhaftig“ versteckt, der ist sicherlich nicht naiv. Naivität ist ein Merkmal der Kindheit, also von Menschen, die wenig wissen und wenig erfahren sind, aber voller UrVertrauen, falls es nicht von misshandelnden Erwachsenen verdrängt wird. Der ist erschüttert, enttäuscht und misstrauisch. Ich bin das auch. Aber ich bin auch offen und mutig, davon wieder zu lassen, loszulassen, wieder Vertrauen zu fassen. Und das (Heil)Mittel dazu ist, neben dem unbedingten Wissen, dass diese Schöpfung (des Vertrauens) wieder möglich ist: wechselseitige wahrhaftige Offenheit. Ein langer Weg. Aber Wir sind schon längere gegangen, bis Wir ein iPad in der Hand hielten, auch Tschaikovskis ViolinKonzert wurde anfänglich als unspielbar zurückgewiesen, es ist eines der schönsten und meistgespielten Heute. Wirkliches Vertrauen ist ein enormes Glücksgefühl und die Basis für wirkliche Freiheit, dafür lohnt es doch zu arbeiten und zu kämpfen, oder Herr Haupts.

  89. Sehr geehrter Herr...
    Sehr geehrter Herr Lützenich,
    das las sich für etwa 5 Sekunden richtig gut (ach, die Wärme in meinem Bauch), bis ich meinen Verstand (er sei verdammt) wieder einschaltete:
    1) Wie, bitte, funktioniert in einer 1:N Beziehung (also der zwischen einem Repräsentanten und seiner Wählerschaft) wechselseitig?
    2) Wer überprüft wie das „wahrhaft“? Webcam samt Mikro im Bauchnabel eingebaut?
    3) Was bringt Sie auf die schräge Idee, jeder misstrauische Erwachsene sei als Kind von Erwachsenen misshandelt worden? Ich nicht, ich habe meine Erfahrungen als Erwachsener mit Erwachsenen gemacht (darunter auch einige herausragend gute) und durch Beobachtung.
    4) Basis für wirkliche Freiheit? Hmmm. Welche? Die Kantsche – Freiheit als freiwillige Einsicht in die Notwendigkeit? Die Marcuseische – Freiheit als schrankenloser Individualismus mit dem Ziel, dass es einem selbst gut gehe?
    Und der Gegensatz heisst übrigens nicht Vertrauen gegen Misstrauen. Sondern begrenztes, gemessenes, abgewogenes Vertrauen gegen grenzenloses Vertrauen aka Naivität oder grenzenloses Misstrauen aka Zynismus.
    Wechselseitige wahrhaftige Offenheit in einer selbstgewählten Beziehung (welcher Natur auch immer) – gerne. Wechselseitige wahrhaftige Offenheit als Pflicht für eine Beziehung aller Gesellschaftsmitglieder zu allen? Ich habe schon weniger grauenhafte Utopien gehört.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  90. @DA: das klingt sehr...
    @DA: das klingt sehr vernünftig – Bestandserhalt gegeben, Mieterin kann einziehen, und evt. fällt eine Inspiration für die Unterzugdecke ab. *Photos! Photos!*
    @donna laura: oh je, jetzt kommt das Projekt in die Frustphase. Aber wenn die überstanden ist, ist dann gut…
    @Vroni: ich bewundere Ihre Standfestigkeit, mit solchen Auftraggebern zurechtzukommen. Bei mir wird es bei solchen von Anfang an nichts, weil ich sofort, wenn ich das Gefühl habe, „die wissen nicht, was sie wollen, und Geld wollen sie auch nicht ausgeben“, einen Rückzieher mache.
    @DA „Ausbleibender Betrug ist vielleicht auch nur die fehlende Gelegenheit dazu.“ Leider recht oft, fürchte ich. Ich bekam jedenfalls schon als Kind eingebimst, man müsse immer ständig hinterhersein…
    @Filou: jo, so kommt man durch.
    @muscat: haha!
    @Artist: das mit der Pfütze ist ein trefflich Bild.

  91. Beste Der Tiger,

    den Vorhalt...
    Beste Der Tiger,
    den Vorhalt gegen DA hatte ich ironisch gemeint, weil wir im blog zur Holzversorgung so lange über das (Selbst-) Mordinstrument Kettensäge diskutiert hatten. Ich bin beruflich leider oft mit Unfallszenarien beschäftigt, und weiß deswegen, wie Rijksdienst RDW, de Arbeidsinspectie oder die Korps Landelijke Politiediensten in Sachen Lkw- Verkehr (meine Branche) so ticken. Dagegen sind unsere Berufsgenossenschaft Verkehr, das Bundesamt für Güterverkehr, die Gewerbeaufsicht und unsere Polizei zahnlose Ungeheuer. Ich selber habe mal vor 32 Jahren beim Anschließen der Entladeleitung bei einem Tankauflieger Methanol in´s Gesicht bekommen. Die Folgen merke ich noch heute. Ich kann bei der kleinsten Windbewegung heulen wie ein Schlosshund. Insofern will ich ja keinen abhalten, freihändig Löcher in Decken zu bohren. Mit den Bröseln im Gesicht mag er sich selbst beschäftigen.

  92. Liebe colorcraze,
    "... einen...

    Liebe colorcraze,
    „… einen Rückzieher mache.“
    .
    Mach ich doch auch.
    Da gibts doch keine Standfestigkeit zu bewundern. :-)
    Wer nichts zahlen will, da wird auch nichts draus.

  93. Ich musste erst mal...
    Ich musste erst mal nachschauen, was dieser Super Bowl ist, und ich muss sagen: Eine Oper wäre mir lieber, wenn es nicht gerade Wagner ist.

  94. Eine Frage: Ist es Zufall,...
    Eine Frage: Ist es Zufall, dass dieser Beitrag zeitgleich mit dem Interview von GW von Fromberg in der FAS erscheint?
    Wer die Systeme Madoff oder Esch besser verstehen will, dem sei der Dokumentarfilm „Die Hochstapler“ empfohlen; zeigt Jürgen Harksen, der die bessere Hamburger Gesellschaft um Millionen erleichtert hat. (Gibt es auch in einer Verfilmung, Wedel/Tukur).
    Der Wunsch nach rentablen Geldanlage, nach renditeträchtigen Investitionen stachelt bei vielen Menschen die Gier an. Der Satz „Ich habe ihm vertraut“, der im Zusammenhang mit Madoff oder Esch so oft gefallen ist, ist doch eine diskrete Umschreibung für „Mir mangelt es an Menschenkenntnis“, oder klarer „Ich bin ein Depp, ich hab nur an das Geld gedacht“.
    In den letzten Tagen las ich von zwei Fällen, in denen Anleger ihren Berater verklagt haben. Dieser hatte zwex Steuerersparnis zum Immobilienkauf geraten, incl. Kreditaufnahme. Natürlich Schrottimmobilien. Im Prozess stellt sich dann heraus, dass die „Investoren“ die Immobilien nicht einmal besichtigt hatten. Ist das dann noch ein Fall von Vertrauensmißbrauch durch den Berater? Oder nicht vielmehr sinnvolle Umverteilung des Geldes von den Deppen zu den Skrupellosen, die allen Beteiligten etwas bringt (Erfahrung die einen, Reichtum die anderen)?

  95. Vroni: "Die Krux ist: die...
    Vroni: „Die Krux ist: die Grenze, ab wann man nett und ab wann man superdeutlich sein muss, bleibt heutzutage nie an der gleichen Stelle :-) Sie muss jedesmal neu erspürt werden bei neuem Umgang.“
    Es klingt für mich durchaus so, als würden Sie in dieser Rolle aufgehen. Sensibilität wird benötigt, denn alles ist ein Einzelfall und alles wird persönlich genommen. Ist der Kunde eine Primadonna, ist der Dienstleister ein Parasit? Wer kann das entscheiden?
    .
    Die Kompetenzen, die eine postindustrielle Kultur auszeichnen, liegen jenseits der Schriftkultur, mit ihrer Betonung des vertraglichen, der Dokumentation von Lastenheft und Pflichtenheft und anderen Äußerlichkeiten. Statt einer distanzierten Rationalität und den Ritualen der Professionalität soll der „Kunde abgeholt“ werden, wo er ist. Die Segmentierung nach Klassen, die uns Don hier vorstellt, folgt keinem Machtgradienten, sondern dem Muster der Segmentierung nach Zielgruppen, die sich angesprochen fühlen wollen in ihren spezifischen Bedürfnissen. Die Reichen sind dabei eine unter vielen, die uns so leicht gar nicht in den Blick kommt. Vielleicht haben wir den Fall Maddoff mit Schadenfreude beobachtet, aber letzlich entzieht sich alles was uns betrifft auch der Lesbarkeit und der Kontrolle und kein Benimmcode wird daran etwas ändern. Wir hoffen vielleicht noch auf den sozialen Graphen, den Druck, den das Netzwerk von Bekannten ausübt, das wirksame Gerücht, den Image-Schaden und auf Qualitätskontrolle von unten. Die sozialen Muster der dritten Welt, in der nie vom sozialen Graphen abstrahiert wurde, retten die erste. Vielleicht klappt das ja sogar, wie durch ein Wunder.

  96. Und doch haben die...
    Und doch haben die Vertrauensseligen recht. Denn die innere Ruhe und Gelassenheit, die sie sich durch das Verdrängen ermöglicht haben, hat ihnen mehr Lebensglück beschert als es dem Mammon möglich gewesen wäre.
    .
    Es gibt die Akkumulation, aber es gibt auch die Entropie.
    .
    Die alten Germanen waren viel reicher als wir. Ihre größten Schätze haben sie ihren Vorfahren ins Grab gelegt.

  97. „In letzter Zeit hat sich...
    „In letzter Zeit hat sich hier mitunter ein Ton in meine Richtung eingeschlichen, der mir doch erheblich den Spass an der Sache nimmt.“
    Ist mir auch aufgefallen. Ich irrte mich als ich glaubte, die „Ich weiß besser als die FAZ, was in die FAZ gehört“-Fraktion würde irgendwann zu Kraft und Größe finden, sich einfach fernzuhalten.

  98. Don Alphonso: "Ich musste erst...
    Don Alphonso: „Ich musste erst mal nachschauen, was dieser Super Bowl ist, und ich muss sagen: Eine Oper wäre mir lieber, wenn es nicht gerade Wagner ist.“
    *
    Das ist auch eine Oper, nur eben eine Sportoper. In Berlin kennen wir das unter dem Stichwort Pokelendspiel, wenn plötzlich 50.000 buntbeschalte, leicht verpeilte, aber absulut liebenswerte Fans aus Wessiland feiernd durch die Innenstadt ziehen.
    *
    Der Superbowl ist für seine ‚Commercials‘ bekannt, die den gegenwärtigen Geisteszustand der Amerikaner exakt abbilden. Nach den Spots von diesem jahr scheint es ihnen echt gut zu gehen: sehr frauenorientiert, kein Rassismus, kein „oben und unten“, die sportlichen und die bürgelichen Werte der 60’s werden thematisiert.

  99. @Lutz, genauso ist es. Nehmen...
    @Lutz, genauso ist es. Nehmen Sie die Fälle der damaligen Bayrischen HypoVereinsbank und andere, die seinerzeit über Drückerkolonnen Schrottimmobilien an Ahnungslose verscherbelt haben. Die meisten „Investoren“ haben dabei nur oder höchstens den Prospekten vertraut. Eine Besichtigung, die jeder vor einem Kauf eines PKW macht, hätte denen die Augen geöffnet. Obrigkeitsdenken ist da auch oft die Ursache der Naivität: Die Bank wird mich doch nicht betrügen. Doch, macht die. Wer zahlt sonst die dicken Perser.
    Allerdings ist das auch Profis wie der Deut. Bank passiert, die es nicht für nötig hielten, die Zeil-Passage zu besichtigen, bevor sie zuviel Millionen für zuwenig Fläche raustat. Aber waren ja nur peanuts.
    Gorden Gekko sagte schon markige Worte zur Gier, an denen was dran ist. Gier ist gesund.
    Und so ist es auch bei Kaffeefahrten: Die da mitfahren, werden erst dann beschissen, wenn sie ne Heizdecke oder eine Magnetfeldtherapie kaufen. Ohne dies wird ihnen der Tag moderiert für unter 10€. Diese Leute fahren oft mehrmals mit und wissen all das. Und viele kaufen auch bewußt dort, weil sie schön besprochen werden. Viele der der 20Mio. Rentner haben aber auch viel Zeit und sind dort in Geselligkeit. Man sollte das nicht ausblenden. Kaufen muß niemand dort. Das Abkochen im Netz finde ich da weit einseitiger. Für jedes auch noch so unmoralische Angebot muß es einen Abnehmer geben. Und ob dessen Motivation ehrbarer ist?

  100. Überall und irgendwie und...
    Überall und irgendwie und sowieso…
    *
    Omar al-Raschid Bey:

    »Sein böses Tun trägt ihm gute Früchte.
    Durch Bündnis oder Waffenstillstand nach außen leidlich gesichert,
    von Weib und Knecht im Jagen unterstützt, gewinnt er Zeit zur Überlegung.
    Er beginnt an den kommenden Tag zu denken und lernt allmählich
    sich die Nahrung für den Notfall zu sichern.
    »Er gewöhnt sich sein Gebiet bedachtsam abzujagen; er hegt und
    erhält sich den Bestand nach Möglichkeit für die Zeiten des Mangels;
    er schont das tragende Weibchen, sorgt für den heranwachsenden
    Wurf und zähmt ihn, um ihn besser zur Hand zu haben.
    Was er nun ehrlich erworbenes Eigentum nennt, behütet er
    sorgsam und schützt es entschlossen gegen hungernde Mitbewerber;
    schützt seine Herden mit Gefahr seines Lebens gegen fremde Fresser –
    zum Fraß für sich.
    »So im Gefühle gesicherter Nahrung schaut er mit Befriedigung und Wohlgefallen auf die anwachsende Herde und liebt sie mit aufrichtiger Liebe. Erbarmungsloser Räuber und treuer Hirte!
    Beides wächst aus derselben Wurzel und wird nur
    mit anderen Namen genannt – nur Worte, bloße Lautverschiedenheit.

    http://gutenberg.spiegel.de/buch/5227/2

  101. Interessant wie DA...
    Interessant wie DA gelegentlich ins französich (mit z.B. mit „Petitesse“) wechselt! Raffiiniert.

  102. So kann das dann innerhalb der...
    So kann das dann innerhalb der Familie, eines Clans aussehen mit dem Vertrauen:
    http://www.elpais.com/articulo/deportes/padres/han/dejado/nada/hablo/familia/elpepudep/20120205elpepudep_13/Tes
    Einst erfolgreichste Sportlerin Spaniens, wohl behütet und abgeschirmt, bleibt ihr nix als Steuerschulden. Lebenspartner wurden von den Eltern vergrault. Bis sie heiratete. Nun redet sie über den Betrug.

  103. @ nico (05. Februar 2012,...
    @ nico (05. Februar 2012, 11:08), Don Alphonso (05. Februar 2012, 11:27)
    Re: Madeleine Schickedanz
    .
    Was ich von Herrn Esch halte, möchte ich der hochgeschätzten Leserschaft ersparen, und konzentriere mich daher auf ein anderes Thema: Was kann man als vermögende Eltern aus dem allzu häufigen Versagen der Erben lernen?
    .
    Die simple Wahrheit ist, dass Erben nur selten als Lenker oder Aufseher des Unternehmens taugen, das ihre Eltern aufgebaut haben. Schon alleine deswegen, weil sie normalerweise andere Talente und Interessen haben. Unterdrückt man diese zugunsten einer „geordneten Nachfolge“, kommt es zu den im ZEIT-Artikel genannten Verwerfungen: Lebensuntaugliche Erben überlassen das Schicksal ihrer Unternehmen ambitionierten Beratern, verlieren schließlich komplett den Überblick und gleiten nicht selten in Depressionen und in eine surreale Scheinwelt ab.
    .
    Ich halte daher den Ansatz von beispielsweise Warren Buffett und Bill Gates, die eigenen Nachkommen lediglich mit einer exzellenten Ausbildung und einem niedrigen Millionenvermögen als Startkapital zu beglücken, für nachahmenswert. Ein solches Vorgehen liegt letztlich im Interesse aller Beteiligten.
    .
    Der Erblasser weiß, dass sein Lebenswerk auch nach seinem Tode professionell weitergeführt wird, während die Erträge einem guten Zweck dienen, den er selbst festgelegt hat. Das Unternehmen hat so bessere Chancen, weiterhin erfolgreich tätig zu sein, was Arbeitsplätze sichert. Die Gesellschaft als Ganzes kann sich wiederum darüber freuen, dass wichtige Anliegen, für die keine öffentlichen Gelder zur Verfügung stehen, signifikante Unterstützung erhalten.
    .
    Auch den Erben ist letztlich geholfen, da sie nach ihrer Façon selig werden können und nicht auf das Spielfeld des Vorfahren gezwungen werden, wo sie im direkten Vergleich meist nur verlieren können. Ohne die Belastung, für Milliarden von Euro und für zehntausende Mitarbeiter verantwortlich zu sein, startet es sich doch wesentlich unbeschwerter ins Leben, und eine gute Ausbildung gekoppelt mit ein paar Millionen Startkapital stellt immer noch eine hervorragende Ausgangsbasis für eigene Unternehmungen dar. Oder auch für süßes Nichtstun, das dann immerhin keine Existenzen vernichtet.
    .
    Im Ergebnis würde ich dies auch Madeleine Schickedanz von ganzem Herzen wünschen, obwohl (oder gerade weil) sie nun keine junge Erbin mehr ist, sondern bereits eine betagte Dame. Es wäre weder fair, sie nach einem Leben im Luxus nun auf Hartz-IV-Niveau herabzusetzen, noch ist einzusehen, warum sie ihre unverdient ererbten und letztlich verdummten Milliarden komplett oder weitgehend zurückbekommen sollte. Würde man sie im Rahmen eines Vergleichs verpflichten, knapp die Hälfte ihrer ausstehenden Verbindlichkeiten zurückzubezahlen, wäre sie schuldenfrei und es würden ihr einige Millionen bleiben, um in Würde und ohne Ängste ihren Lebensabend genießen zu können.
    .
    Anderen Erblassern sei ihr Schicksal eine deutliche Warnung! Wer als Vater bereits früh erkennt, dass er seiner Tochter noch nicht einmal mit 10 Mark für den Gang zum Bäcker trauen kann (siehe ZEIT-Artikel), sollte ihr nicht sein Lebenswerk (in Form eines Unternehmens mit zahlreichen verdienten Mitarbeitern und deren Familien) anvertrauen. Es geht auch anders, siehe oben.

  104. fionn, es gibt im bayerischen...
    fionn, es gibt im bayerischen enorm viele französische lehnwörten. zum Beispiel „Saxndi“ als Fluch, der sich von sacre dieu ableitet. Oder Trottoir für Bürgersteig. Petitessen gehört da auch dazu.

  105. Allerseelen, die Beschreibung...
    Allerseelen, die Beschreibung der lebensuntaiuglichen Erben fand ich völlig überzogen, wie auch die Vorstellung, das Family Office würde generell die Menschen entkoppeln. Da hat die Zeit etwas grundsätzlich missverstanden; jedes gute Familiy Office lässt volle Wahlfreiheit, wann man selbst etwas übernehmen will. Die eigentliche Ursache für solche Einrichtungen ist einfach das deutsche Steuerrecht; mit einem Office ist im Todesfall nicht der Streit sofort da, sondern eine gewisse Phase, in der sich ein Clan sortieren kann, oder dass jemand sich übervorteilt fühlt. Es hat also durchaus gute Gründe, so etweas zwischenzuschalten – und sicher nicht nur die Inkompetenz der Erben.

  106. Letzten Sommer in Starnberg...
    Letzten Sommer in Starnberg frühstückte ich einmal bei der Bäckerei MÜLLER.
    Da gabs köstliche Semmeln…und sooo nett anzuschauen mit dem
    eingebackenem Siegel.
    VERTRAUENSSELIG, wie man halt so ist … im Sommer … am Starnberger See….
    wäre ich nie darauf gekommen, dass die Würze aus Mäusekot und Kakerlaken besteht. :-)
    Jamei… des is Globalisierung…Mehl aus China…ois is jezad aus China.
    Da kafa ma nacha hoid a Hendl zwengs Antibiotika – nacha bassierd scho nix.
    Do reg I mi goa ned auf….

  107. Komisch, der Müller war in...
    Komisch, der Müller war in meinen Augen immer nur so eine Art Supermarktaufpuster, aber keine Bäckerei (wenn Bäckerei in München, dann wüsst ich eine Adresse im Lehel am englischen Garten). Ohnehin unbegreiflich, warum man in Bayern zu Ketten geht.

  108. wenn Mißtrauen sich...
    wenn Mißtrauen sich generalisiert:
    http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/714122/Die-Russen-von-nebenan?from=simarchiv

  109. Hallo Herr Haupts, falls Sie...
    Hallo Herr Haupts, falls Sie Zeit haben, lesen Sie bitte das Gespräch zwischen Marina Weisband und Peter Altmaier im Spiegel ( http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-83679106.html ) und auch das Interview mit Camila Vallejo in der gestrigen FAS ( http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/camila-vallejo-das-gesicht-des-kommunismus-11637668.html ), daraus wird, denke ich, klar wohin die Entwicklung politisch, also im Binnenverhältnis zwischen den Menschen geht. Ich vermute, Vertrauen ist ein Gefühlszustand, der aus dem Näheverhältnis zwischen Familie und Freunden herauswachsen möchte, Wir Menschen wollen das. Schluss mit der (übertriebenen?) Abgrenzung, und den daraus entstehenden Verletzungen (siehe Don Alphonsos Beitrag). Denn, mit dem alten Misstrauen gegenüber (je)dem/(je)der Anderen, das absolut natürlich ist!, kommen Wir nicht weiter, das aber braucht ein verändertes Verhalten, und das ist aufwändig und dauert, aber … Nennen Sie mich Gutmensch oder naiv. Gerne. Mich reizt die Aussicht auf weniger verschlossene Türen und Menschen, also auf mehr Teilhabe, Aufmerksamkeit und mehr wechselseitige Wärme. Guten Tag.

  110. @Allerseelen: Das ist in der...
    @Allerseelen: Das ist in der Form reine Adabei-Propaganda, daß die Erben nie was taugen. Die Fuggers z.B. gibt es bis zum heutigen Tag, und die gegenwärtige Chefin des (seit langer Zeit größtenteils Sozial-)Unternehmens wurde eben schon als Kind vom Vater immer in die Betriebe geschleppt, um die kennenzulernen. Natürlich ist es sinnlos, ein Kind zwingen zu wollen, das Geschäft weiterzubetreiben. Aber wenn die Eltern in der Lage sind, den Kindern die Fortführung realistisch zu vermitteln und den Kindern Familiensinn mitgeben, dann findet sich üblicherweise ein Nachfolger in der Familie. Man muß diese Nachfolger aber selbstverständlich behutsam aufbauen, und das ist jahrzehntelange Arbeit!

  111. Die oft zitierte Gier ist...
    Die oft zitierte Gier ist nichts weiter als die materielle Kompensation sexuellen Versagens.

  112. @nico "Umverteilung des Geldes...
    @nico „Umverteilung des Geldes von den Deppen zu den Skrupellosen“: ja, das passiert oft. Wie mein Vater das beschrieb: „es steht jeden Tag ein Dummer auf, man muß ihn nur finden“. Aber es widert einfach an, daß es die zynisch Skrupellosen sind, und nicht die weitsichtig-wohlwollend Intelligenten, die die Ernte einsacken.

  113. @yast: tät ich nicht so...
    @yast: tät ich nicht so sehen. Die Rabiatheit kann mit Nachwuchs unter den Fittichen durchaus deutlich zunehmen.

  114. @Lützenich, Haupts: ich...
    @Lützenich, Haupts: ich bleibe bei der bewährten Form von abgestuftem Vertrauen, das ich für richtig halte. Es funktioniert im Leben nicht, daß jeder alles von allen wissen kann und soll. Und drüber reden, woran man gerne teilhaben möchte, ist etwas anders, als es zu tun.

  115. @DA: "Ohnehin unbegreiflich,...
    @DA: „Ohnehin unbegreiflich, warum man in Bayern zu Ketten geht.“ Jawohl! Geißeln Sie diese Unsitte aufs Schärfste!

  116. @Oliver-August Lützenich:
    Das...

    @Oliver-August Lützenich:
    Das Gespräch zwischen Weisband und Altmaier hatte ich schon vorher gelesen. Und ich nenne Leute überhaupt nicht mehr irgendetwas, Etikettenkleben überlasse ich (inzwischen) anderen. Sie sehen eine Aussicht, ich sehe einen Abgrund, das ist alles.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  117. "Ohnehin unbegreiflich, warum...
    „Ohnehin unbegreiflich, warum man in Bayern zu Ketten geht.“
    Natürlich kann man durch die halbe Stadt fahren, um morgens ein paar Brötchen zu kaufen. Wenn diese Art von „spending up“ die Art von Spaß ist, die man im Leben sucht, warum nicht?

  118. Leere Tische – fand ich...
    Leere Tische – fand ich emfehlenswert für die SdG am Montag:
    http://www.nzz.ch/nachrichten/hintergrund/tableau/jacqueline_hassink_tische_der_macht_1.14762156.html

  119. colorcraze @yast: "tät ich...
    colorcraze @yast: „tät ich nicht so sehen. Die Rabiatheit kann mit Nachwuchs unter den Fittichen durchaus deutlich zunehmen.“
    *
    Ich meinte gar keinen Nachwuchs, sondern dass sexuelles Unerfülltsein wegen seines unterbewussten Charakters sich dann ein anderes Feld der Anerkennung sucht: „Es war schrecklich, Herr Richter! Wir kauften Sachen, die wir nicht brauchten, mit Geld, dass wir nicht hatten, nur um Leuten zu imponieren, die wir eigentlich nicht ausstehen konnten.“

  120. Ich hoffe doch, dass der...
    Ich hoffe doch, dass der größere Kronleuchter durch den Deckenabsturz keinen Schaden davongetragen hat?

  121. vor einigen jahren konnte man...
    vor einigen jahren konnte man sich des abends über die leuchtreklame des mehlwurmanbieters müller am münchner hauptbahnhof freuen: das ‚er‘ war ausgefallen. wie überaus passend.
    .
    liebe/r Allerseelen, in der tat, was wäre dieses blog ohne vorurteile. Don Alphonso und colorcraze ist m.e. zuzustimmen.
    .
    lieber Nörgler, falsch ist das nicht, was sie da sagen.
    .
    liebe colorcraze, mit dem lenin-diktum war kein projekt gemeint, denn diese sind derzeit alle glücklich abgeschlossen, nein, vielmehr sinnierte ich über die angesichts des seit ca. 15 jahren raubeiniger werdenden geschäftsgebarens (denken sie allein einmal an eine grosse deutsche bank und ihr ursprüngliches renditeziel von 25 %, aber auch an kleine betriebe, die zunehmend auf kante nähen) gesellschaftliche entwicklung von vertrauen und angemessenheit des vertrauens, misstrauen sowie dessen begründung, die fortschreitende, dystopisch erscheinende [danke, sterngucker] entwicklung und die wirkung auf das menschliche miteinander.
    .
    kampfeltern, liebe colorcraze, sind eine wahre pest. zuweilen kommen m.e. als unsozial einzustufende eigenschaften durch elternschaft so richtig zur vollen blüte.
    .
    – pardon, lieber yast2000, zwar hat sie wohl nicht verstanden, wie sie es meinten, aber diese steilvorlage muss man doch gleich nutzen.
    gleichwohl ist ihre sublimierungsthese nicht gänzlich von der hand zu weisen, auch wenn sie m.e. nicht das kunstschaffen begründen kann.
    jedoch, was wäre, wenn jede/r in sexueller hinsicht wollte, könnte und täte, wie er/sie möchte (schlimme perversitäten ohne zustimmung eines mündigen gegenübers einmal ausgenommen)?
    wenn sexualität weitgehend tabubefreit und verfügbar wäre (verzeihen sie bitte die fast sträfliche kürze meiner ausführungen), was würde sich ändern?
    wären menschen gelassener, würde der konsum zurückgehen?
    .
    dies kann nicht im sinne der binnenachfrage sein.* also runter mit den rocksäumen, hoch mit den tabus!
    —–
    * allergikerhinweis: dieser satz entstand in einem betrieb, in dem auch ironie verarbeitet wird.

  122. "Ohnehin unbegreiflich, warum...
    „Ohnehin unbegreiflich, warum man in Bayern zu Ketten geht.“(DA)
    .
    Wenn ich nicht selbst Brot backe, kaufe ich gerne bei einer Münchner Bäckereikette, die außer Natursauerteig, Mehl, Wasser und ggf. Gewürz nichts verwendet. Das Mehl auch aus kontrolliertem Anbau. Alles zertifiziert und sogar koscher!
    Hat natürlich nichts mit Müller zu tun.
    .
    Soweit es das Thema Vertrauen betrifft, hatte ich gerade am Samstag ein schönes Erlebnis: der Schneider, bei dem ich mir einen Anzug anmessen ließ, lehnte eine Anzahlung geradezu fast brüsk ab. Nach 40 Jahren im Geschäft habe er genug Menschenkenntnis, um auf eine Anzahlung zu verlangen.
    Andernfalls hätte er mich als (Neu)Kunden gar nicht angenommen. Visitenkarte und Handschlag genügten.
    .
    Früher gab es soetwas auch bei Bankgeschäften, bevor es Berater und Bänker gab und man noch mit „seinem“ Bankier zu tun hatte. Man kannte sich, die Eltern und Großeltern kannten sich auch schon und es gab tatsächlich noch den“ehrlichen Kaufmann“.

  123. Jaja, lieber...
    Jaja, lieber Dreamtimer,
    „[statt] den Ritualen der Professionalität soll der „Kunde abgeholt“ werden, wo er ist.“
    .
    Ja, diese herrliche^^ Coaching-Formulierung der Coacher und NLP-ler!
    Was aber tun wenn wiele „Kunden“ weder wissen, wer sie sie sind (echt, gibt es), noch wo sie sind, noch abgeholt werden werden wollen. :-) Also tue ich das auch nicht, ich krieche nicht in deren limbisches System hinein. Die kommen zu mir, und ich überlege mir dann, ob ich mit ihnen etwas Gescheids anfangen kann. Und ein NLP-ler mit seinem ganzen Coaching-Gschmarri, der meine Kundengewinnung auf den Kopf stelt, kommt mir in die Bude! :-)

  124. Schöner Text und ein kleiner...
    Schöner Text und ein kleiner Hinweis an den Herrn des Hauses: Der Link auf den Kachelofenartikel führt hierhin und nicht auf den Kachelofenartikel.

  125. @Donna Laura - "wären...
    @Donna Laura – „wären menschen gelassener, würde der konsum zurückgehen?“
    Ich fürchte nein :-). Schon alleine deshalb, weil bei der relevanten Zielgruppe, die normalerweise 50+ ist, das Thema nicht mehr soooo hoch aufgehängt ist. Unabhängig davon ist es eine menschliche Grunderfahrung, dass die Befriedigung eines Bedürfnisses blitzschnell in „selbstverständlich“ verschoben und nur durch ein noch unerfülltes ersetzt wird. Der Erregungslevel bleibt derselbe (nein, DER nicht).
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  126. donna laura: " .... jedoch,...
    donna laura: “ …. jedoch, was wäre, wenn jede/r in sexueller hinsicht wollte, könnte und täte, wie er/sie möchte …“
    *
    Die Gier würde natürlich einen neuen, anderen Weg nehmen als den sexueller oder materieller Natur. Doch zunächst wäre der Mensch wäre emanzipatorisch: Er würde materiell teilen lernen, da er ja körperlich (übrigens auch gleichgeschlechtlich) teilt; er würde sich vor allem intellektuell weiterentwickeln, insofern er dazu die Befähigung mitbringt. Er würde lesen und sich die wichtigen Fragen der Menschheit in das Bewusstsein rufen. Er würde am Ende nicht so ein idiotisches, „selbstbestimmtes“ Leben führen, dessen einziges Ziel ein sozialverträgliches Ableben zu sein scheint.
    *
    Er würde lernen, dass gerade die Freiheit erlernt werden muss und dass der Weltschmerz die andere Seite der Medaille seines Glücks ist. Er wäre auf sich selbst zurückgeworfen und könnte nicht mehr gierig sein.

  127. DA: "Ohnehin unbegreiflich,...
    DA: „Ohnehin unbegreiflich, warum man in Bayern zu Ketten geht.“
    *
    Für einen Berliner noch viel unbegreiflicher ist, warum man in Bayern ‚in‘ Ketten geht… :-)

  128. Liebe KarolaKettenhemd,
    danke,...

    Liebe KarolaKettenhemd,
    danke, vielleicht können Sie dann auch damit etwas anfagen:
    http://www.atissuejournal.com/wp-content/uploads/2011/04/bewareamateur.jpg
    .
    [Daher isses falsch, solche da abzuholen, wo sie stehen; das Gegenteil ist richtig: abhauen, wenn man sie kommen sieht. Das gelingt jedoch in der nordeutschen Tiefebene besser als im bergigen Bayern :-) ]

  129. egghat, danke für das Lob und...
    egghat, danke für das Lob und den Hinweis!

  130. @Don Alphonso (06. Februar...
    @Don Alphonso (06. Februar 2012, 10:48)
    .
    Sicher, eine als Eigentümerin ihres Unternehmens gescheiterte Erbin gleich pauschal als „lebensuntauglich“ zu bezeichnen, wie im ZEIT-Artikel geschehen, ist überspitzt. Natürlich gibt es gute Gründe dafür, auf die Dienste eines Family Office zurückzugreifen, und zweifellos geht es in vielen Fällen gut (oder zumindest nicht so spektakulär daneben wie in diesem extremen Fall).
    .
    Trotzdem, „A fool and her money will soon be parted“. Mein eigentlicher Punkt ist der, dass sich der Erblasser eines Milliardenvermögens sehr genau überlegen sollte, ob seinen Nachfahren eine erfolgreiche Weiterführung zuzutrauen ist.
    .
    Wenn dies bejaht werden kann, und Beispiele dafür gibt es natürlich auch, ist das prima, aber man sollte es eben nicht für eine Selbstverständlichkeit halten und auch über Alternativen nachdenken, die es ja gibt.
    .
    Mir ist nicht ganz klar, wen Sie gestern (05. Februar 2012, 11:27) meinten, als sie kritisierten, dass jemand Frau Schickedanz fallenlässt. Der Ausgang des Verfahrens ist doch noch völlig offen, wer hätte denn bisher in welcher Weise zu ihren Gunsten darauf Einfluss nehmen sollen?

  131. Vroni: "Ja, diese herrliche^^ ...
    Vroni: „Ja, diese herrliche^^ Coaching-Formulierung der Coacher und NLP-ler!“
    .
    Ich dachte, die Formulierung wäre mittlerweile Mainstream, ähnlich wie die Leistung, die man nicht erbringt, sondern „abruft“, wie eine E-Mail. „Er hat seine Leistung nicht abgerufen“, aber sie ist natürlich noch da. Ansonsten, weiterhin viel Erfolg mit Ihren verwirrten Kunden :)

  132. Ohne Verbote und Tabus würde...
    Ohne Verbote und Tabus würde es doch keinen Spaß machen.

  133. Laura: "Doch zunächst wäre...
    Laura: „Doch zunächst wäre der Mensch wäre emanzipatorisch: Er würde materiell teilen lernen, da er ja körperlich (übrigens auch gleichgeschlechtlich) teilt; er würde sich vor allem intellektuell weiterentwickeln, insofern er dazu die Befähigung mitbringt.“
    Die delikate Frage ist die, wie und zu welchen Teilen geteilt wird und welchen Teil ich gebe und abbekomme. Das ist natürlich die ökonomische Grundfrage, nicht die, ob man überhaupt teilt. Ihr gegenüber kann man sich dumm verhalten, also z.B. über die Gier klagen oder etwas weniger dumm, indem man Leuten, die Frage nach der Teilung stellt. Aber vermutlich traut man sich das nicht. Man stelle sich vor die Standardantwort wäre die, dass man schon bereit wäre zu geben und zu teilen, wenn nur nicht Assis, Türken und Neger etwas abbekommen. Gerade Letzteres mag in den USA die Einstellung breiter Bevölkerungsschichten zur Sozialhilfe prägen. Die Erneuerung des Gesellschaftsvertrags ja, aber nicht ohne Vorbedingungen und nicht ohne jeden Ausschluss. Das kommt auch in Sloterdijks Äusserungen zur freiwilligen Gabe nicht vor. Vermutlich ist es doch besser auf den anonymen staatlichen Zwang zu setzen, den man gleichzeitig beklagen kann.

  134. HansMeier555: "Ohne Verbote...
    HansMeier555: „Ohne Verbote und Tabus würde es doch keinen Spaß machen.“
    *
    So reden Teenager, und die gehen auf den Rummel, um Spaß zu haben. Aber das genau ist der springende Punkt: Wo Sex mit Tabus belegt ist, schlafen Kinder miteinander. Wenn dann volljährige Kinder miteinander schlafen, ist dann die materielle Gier der Ersatz für Erfüllung; es ist also neurotisches Verhalten, und kein sozialer Bestandteil des Kapitalismus. Freie Menschen sind weder gierig, noch verklemmt.

  135. Dreamtimer: Sorry, aber...
    Dreamtimer: Sorry, aber Begriffe wie „Assis, Türken und Neger“ würde ein Peter Sloterdijk nie in den Mund nehmen, Sie können ihn also unmöglich gelesen haben…

  136. lieber yast2000/13.50 u, meine...
    lieber yast2000/13.50 u, meine parvität sähe sich ausserordentlich erfreut, wenn der mensch i.a. nicht zuvörderst damit beschäftigt sei, wie er/sie an die erfüllung seiner/ihrer sexuellen bedürfnisse gelangt, sondern dass er/sie davon ausgehen kann, dass sie ihm/ihr erfüllt werden, weil man eben über das thema sex zu sprechen gelernt haben wird und die relativ hohen hürden fallen. hierbei geht es nicht im totkauen in lila-latzhosen-martin-manier, sondern im wie auch immer angemessenen tonfall zu formulieren, was man mag, auch, was man nicht mag.
    dann wäre wohl genug zeit vorhanden, wie sie sagen, sich ganz entspannt mit anderen dingen zu befassen. vielleicht bestünde die möglichkeit, dass man viel mehr auf sich selbst bezogen seinen anderweitigen interessen nachgeht, nicht aber sofort das nächste geschäft aufsucht, um bei der fahndung nach optimierung irgendeines im prinzip seltsamen gadgets (grösser, kleiner, bunter, teurer, was auch immer) den konsum von der mülltonne geweihten gegenständen anzukurbeln.
    .
    auf alle fälle hätte man – und vor allem frau – mehr spass im leben.
    .
    lieber HansMeier555, leider ist yast2000/17.02 u zuzustimmen. tabus sorgen für ein prickeln, dass man auch ohne tabu, nur unverfälschter, da nicht übertüncht, erfahren könnte. man könnte anstatt sexuelle tabus fortzuschreiben auch beispielsweise einmal schwarz strassenbahnfahren.
    .
    lieber Thorsten Haupts, soso, ab 50+ lässt es also nach… weiss nicht, aber schade…
    vielleicht sind deshalb die seniorentickets für den öffentlichen nahverkehr vergünstigt.
    .
    liebe/r Dreamtimer, *ähem* ihrem ‚Neger‘ würde ich gerne einmal etwas abgeben… (*hüstel*)

  137. @Yast, D.Laura, ThorHa,: Da...
    @Yast, D.Laura, ThorHa,: Da reden wir ja mal wieder drüber.
    Würde beipflichten, viel Schrott kann man uns nur verkaufen, weil sonst in unserem Leben nichts los ist.
    Das Tabu, über Sexualität vernünftig zu kommunizieren, drängt Sexualität in eine Ökonomie aus Macht und Zwang.
    .
    Was kann ich mir leisten für mein Attraktivitätspaket? Und da hilft es dann gewaltig, sich mit teueren Schuhen, Kleidern, Brillen, Uhren, Schmuck, Autos, Yachten und Schlössern aufzuwerten. Da muss dann so eine arme Qualle wie Kim.Com zum genialen Gauner aufsteigen, oder irgendwer an der Wallstreet den ganzen Reis von Laos verzocken.
    .
    Eine weniger hoch gehängte, gegenwärtigere Sexualität für alle, denke ich, würde uns mehr erinnern, am Ende nur mehr oder weniger hübsche Viecherl zu sein, und so manche Profilneurose im Ansatz ersticken. Das unbestritten revolutionäre Moment der 68 ging ja auch von einer liberaleren Sexualität aus, auch wenn man über die Folgen gewiss diskutieren kann.
    .
    Auf alle Fälle würde ein egalitäres Moment in die Gesellschaft getragen, da sexuelle Attraktivität Klassengrenzen völlig ignoriert und auch von den Modediktaten geprägte Aussehens-Hackordnungen in einem gar nicht so schmalen Spielraum unterlaufen könnte. Kurz: Geil muss nicht reich und schön sein.
    .
    Darum ist es wichtig, den Deckel drauf zu halten. Sprachlosigkeit, Peinlichkeit, Verlegenheit zementieren die gesellschaftliche Herrschaftsordnung. Wie heisst es so schön:
    Wer möchte schon mit seinen Hosen in der Kniekehle erwischt werden?

  138. <p>Alles richtig, verwässert...
    Alles richtig, verwässert aber die Hypothese: Wenn man sexuelles Versagen in Deutschland einfach voraussetzt und nicht in Frage stellt, ist dann die asoziale Gier das Sublimat für nicht gehabte gesellschaftliche Anerkennung? In Frankreich gibt es auch z.B. auch Gier, aber man hat nicht den Eindruck, dass die Menschen dort sich nicht den Liebesfreuden hingeben würden; die Konflikte dort sind eher kastenbedingt. Wir haben auch gierige Russen erlebt, aber diese kopieren eigentlich nur einen westlichen Lebenstil, den sie nicht erlernt haben. Gierige Italiener neigen offenbar dazu, den Staat zu bescheißen, aber das hat nichts mit Sexualität zu tun. Die Deutschen haben eigentlich alles und bringen kulturell auch eine Menge mit, neigen aber Ausfällen, die mit „mangelnder Ausgelebtheit“ treffend umschrieben sind.

  139. @Allerseelen, das ist was dran...
    @Allerseelen, das ist was dran mit der profess. Fortführung des Erbes. Aber oft klappt das ja noch nichtmal zu Lebzeiten. Nur ist so ein Kaufhaus-Konzern eine ganz andere Hausnummer als ein Softwaregigant, der auf 90% aller Rechner weltweit rechnet. Kaufhäuser sind seit dem Erscheinen der discounter und dem Enstehen der Einkaufszentren am Stadtrand ohnehin dem Tode geweiht. Mit oder ohne Profi. Schlecker und Tochter hat es auch erwischt. Habe mich immer gefragt, nachdem auch Hertie seinen Niedergang erlebte, wie lange das noch geht: Zuviel Personalkosten, Instandhaltungskosten, Schnäppchenmentalität, Internet, Parkplatznot. Kein Markt weltweit ist so dicht wie der deutsche. Deshalb hat sich auch Wal-Mart mit Deutschland verkalkuliert, und mußte abziehen. Da versprachen dann Esch und Middelhoff Hilfe mit guten Referenzen. Welche Wahl hatte Sie in der Phase? Und welcher Profi hätte es in der Phase anders gemacht. Man wollte die Immobilien, nothing else. Jeder andere Schlächter sah das als Filetstück. Sie war unter Wölfen, und jeder andere Profi wäre es auch gewesen.

  140. naja, es ist ein bisserl...
    naja, es ist ein bisserl komplizierter, es wird nicht so sehr der erfolgreiche (und physiologisch korrekt befriedigende) Vollzug begehrt, sondern das Begehren des begehrten Anderen; wen man begehrt, der soll zurückbegehren, das treibt uns letztlich alle an

  141. lieber yast2000/13.50 u,...
    lieber yast2000/13.50 u, vielen dank noch einmal für ihre mit freuden zu lesenden ausführungen!

  142. @colorcraze, von Menschen mit...
    @colorcraze, von Menschen mit Weitsichtigkeit, Wohlwollen, Intelligenz und Ehrlichkeit wollen die meisten eben nix hören, nicht beim Geld – nur in der Liebe soll es ehrlich zugehen. Wir wollen eben auch mal dazugehören. Der Mensch ist geneigt, an die Lüge und Illusionen zu glauben. Er will beschi..en werden. Warum geht ein rational denkender Mensch denn Lotto spielen? Oder kauft noch bei 90€ Telekom-Aktien? Oder vertraut einer Bank seine Finanzverwaltung an? Das würde der oben beschriebene nie raten.

  143. "Dreamtimer: Sorry, aber...
    „Dreamtimer: Sorry, aber Begriffe wie „Assis, Türken und Neger“ würde ein Peter Sloterdijk nie in den Mund nehmen, Sie können ihn also unmöglich gelesen haben…“
    .
    Das habe ich auch nicht behauptet. Die drastische Sprache stammt natürlich von mir und ich habe sie nicht, auch nicht versteckt, Peter Sloterdijk zugeschrieben. Ich würde mir eher auf die Zunge beißen, bevor ich Verklausulierungen wie „Ausländerfeindlichkeit“ oder ähnliche Worte ohne Anführungszeichen benutze, einen Gebrauch, den ich Sloterdijk allerdings auch nicht unterstellen würde.
    .
    Laura: „liebe/r Dreamtimer, *ähem* ihrem ‚Neger‘ würde ich gerne einmal etwas abgeben… (*hüstel*)“
    .
    Aha! Und den anderen nicht? *g*

  144. sicherlich ist es komplexer,...
    sicherlich ist es komplexer, liebe Foersterliesel, ein wahrhaftes gegenüber ist m.e. die voraussetzung für mannigfaltige befriedigung. ohne geht es zwar auch, doch eher zeitlich begrenzt.
    .
    lieber yast2000, die umsetzung des sexuellen verlangens wird kaum die gier besänftigen helfen; ob sie sie jedoch beflügelte, muss dagegen keineswegs als sicher gelten. es kann auch nicht ziel sein, die gier zu besänftigen, sondern vielmehr, die zufriedenheit mit dem leben an sich zu erhöhen.
    damit ist mitnichten eine sedierung zur bequemlichkeit der mächtigen gemeint, sondern viel eher das entfesseln des animalischen potentials und der lebenslust des tiers namens mensch, das erleben eines mehr im vergleich zum, wie sie schreiben, ’selbstbestimmten‘ leben, das eigentlich nur ein hamsterrad an keksschachtel für die leiche danach neben zahllosen anderen ist.

  145. @donna laura
    .
    Das Tabu meint...

    @donna laura
    .
    Das Tabu meint nicht unbedingt die typisch bürgerliche, viktorianische Verklemmtheit. Es gibt ja auch Verbote, von denen man einsieht, dass sie zu recht bestehen.
    Nicht alles war besser unterm ancien régime, manches schon.

  146. @ Vroni 14:37: Kurz und knapp...
    @ Vroni 14:37: Kurz und knapp und zutreffend gefasst, der Link.
    .
    Mit einer Einschränkung, meine Liebe: Bekennende Amateure sind eher zu informieren und zu führen im Vergleich zu Möchtegern-Professionals. Das sind die wahren Ahnungslosen, die bereits ein Angebot vorliegen haben, dies und vor allem die Termini auswendig gelernt haben, sich dabei noch als bedeutend aufspielen und lediglich Informationen schnorren wollen. Zeit- und Nervendiebe.
    .
    Ich gebe zu, daß ich in solchen Fällen von durchaus liebenswürdig ohne merkbare Zwischenstufen zu liebenswürdig eisig runterschalten kann – womit wir wieder beim Wetter wären.
    .
    Zum Problem wurde früher mal der erste Bürohund (45 kg), der den Stimmungsumschwung merkte und den Herrschaften unaufgefordert den Ausgang versperrte.

  147. liebe/r Dreamtimer, ich wollte...
    liebe/r Dreamtimer, ich wollte mir gerne noch etwas für später aufheben…
    .
    lieber HansMeier555, von welchen verboten sprechen sie?

  148. @ Foersterliesel 19:29...
    @ Foersterliesel 19:29
    Natürlich haben sie recht, das Zurückbegehrtwerden ist der Kern des Übels. Da stellt die Frau sich selbst die Falle …

  149. "Blog ohne...
    „Blog ohne Unterleib“.
    .
    Vielleicht zum 1.Mai was über Eschatologie, Wollust und Marktwirtschaft?

  150. liebe Donna Laura,
    nicht...

    liebe Donna Laura,
    nicht _irgendein_ Gegenüber, sondern jener Andere, dessen Begehren wir begehren
    (schönen Abend allseits, verabschiede mich in die Badewanne, draußen schneits, die Stadt ist leiser geworden)

  151. "typisch bürgerliche,...
    „typisch bürgerliche, viktorianische Verklemmtheit“
    Ah? Tatsächlich? Ich habe den Viktorianismus ja immer für die perfekte, weil gesellschaftlich akzeptable, Tarnung für jede Art von Unmoral gehalten.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  152. Liebe @colorcraze: Erwischt!...
    Liebe @colorcraze: Erwischt! (Teilhabe) Das hat etwas mit der persönlichen Grundausstattung zu tun, also sowohl mit der Ausstattung an Kapital (ich würde gerne noch mehr Reisen, in Theater und Ausstellungen, und … gehen, aber mein Budget ist bescheiden), als auch der Herkunft (pers. Prägung), also mit den Menschen, die Eines in die Lebendigkeit und die Gesellschaft eingeführt haben; egal in welche „Schicht“ Eines gezeugt wurde, Was einen liebevollen, fördernden und integrativen Start genehmigt bekommt, hat es leichter mit der Teilhabe, auch ohne viel Geld. Was diesen Genuss nicht hat/hatte, und das sind sehr! Viele, Das bleibt oft nur der Wunsch und das Reden davon. Aber ich vermute, Sie bezogen das in Ihren Satz mit ein. Sie schrieben: „Es funktioniert im Leben nicht, daß jeder alles von allen wissen kann und soll.“ Ganz davon abgesehen, dass die Kapazität der menschlichen Merk- und Erinnerungsfähigkeiten fast unbegrenzt ist, wenn Wir die Schranken der fehlenden Organisation des internen Wissens herausnehmen, so geht es für das Einzelne ich jeweils nur darum, mit all den anderen Menschen, mit denen Es lebt und zu tun hat, offen, aufmerksam und wahrhaftig umzugehen und nicht mit Allen, und das ist doch wohl Jedes auch mit der noch begrenzten Kapazität möglich, aber ich vermute, so war das auch von Ihnen gemeint?
    Niklas Luhmann schrieb: „Vertrauen ist ein Mechanismus zur Reduktion sozialer Komplexität.“ Früher war es einfacher, da war noch Schichtung, Namensgebung und Uniform, da war auf den ersten Blick klar, Was was und woher Es war und Heute? Aus diesem Gefühl heraus hat Don Alphonso vielleicht diesen Beitrag geschrieben? Die Frage ist also, wie erreichen Wir die Reduktion der Komplexität, also das wechselseitige Vertrauen in all der Vielheit und Vielfalt, die Wir inzwischen sind? Einigeln und Abgrenzen kanns doch wohl wirklich nicht mehr sein.
    @Thorsten Haupts: Das Sie ein Etikettierer sind, kommt nicht von mir, so Frei schätze ich Sie längst ein.
    Hat das mit dem Abgrund, mit dem Alter zu tun? Ist wirklich eine harmlose Frage, ist ja möglich, dass Mensch mit zunehmendem Alter mehr auf den Boden schauen muss, um nicht über etwas zu stolpern, vielleicht engt sich ja mit dem Alter das Blickfeld etwas ein, kann ja sein, weiss nicht? Oder, weil die Zukunft um riesige Mengen grösser ist, als die Vergangenheit oder erst recht die Winzigkeit des Jetzt … schon wieder vorbei … Jetzt. Ja, die Aussicht ist Gigantisch, Wahnsinn, Unglaublich, was noch alles geht und wie wenig schon vorbei ist, wenn ich da einmal von mir persönlich absehe, ich bin auch schon 53, aber Abgrund? Ich geniesse mehr und mehr die Aussicht; fallen Sie nicht in den Abgrund! Und Bitte, nehmen Sie es sportlich. Danke, Ihnen Beiden, für die Aufmerksamkeit.

  153. Wau....
    Wau.

  154. Liebe Donna Laura,
    es gibt...

    Liebe Donna Laura,
    es gibt Verbote, die zwar schon im Dekalog auftauchen, sich aber auch unabhängig davon einfach aus der Familiensituation ergeben. Und überhaupt. Denken Sie nur an den Herrn von Boetticher.
    .
    @ThorHa
    Kommt schon hin.

  155. Romeo und Julia....
    Romeo und Julia.

  156. @yast: na, dann meinen sie...
    @yast: na, dann meinen sie aber wahrscheinlich die generell mit dem Leben Unzufriedenen. Das sexuelle Unerfülltsein gibt sich mE irgendwann, das ist nur ein Teilbereich (ein wichtiger, freudiger, wenn mit Ergebnis versehen lebenslaufändernder, gewiß, aber eben nicht gesellschaftlich ALLES).

  157. Hallo! Hier doch! Huhu!
    Mich...

    Hallo! Hier doch! Huhu!
    Mich heimlich in Deine Seele schlich!
    Ja, ich bin Dein Tabu!
    Oh! Bitte, bitte! Brich mich!
    *
    Denn wenn Du es nicht tust,
    also niemand Dein Geheimnis weckte,
    Dein ganzes Leben sei verrußt,
    und endest in einer Sekte!

  158. @HM(„Nicht alles war besser...
    @HM(„Nicht alles war besser unterm ancien régime,“) Aha soso, geben Sie es also doch zu.
    @donna laura: das haben Sie jetzt aber schön beschrieben, was das zufriedene Leben ausmacht. Sich ein Stück ausweiten können, dabei einiges zu erfahren, und doch nichtabrutschende Festigkeit zu erleben.
    @Försterliesel „wen man begehrt, der soll zurückbegehren, das treibt uns letztlich alle an“ ja, so ist es, diese Art Gegenseitigkeit ist ein großes Glück im Leben.
    @yast 18:19: ich glaube, die Gier gilt eigentlich etwas anderem, nicht unbedingt Sexuellem. Man kann sie ein Stück weit einschläfern, indem man „was anderes tut“ – u.a. Sexuelles, irgendwelche Arbeiten, Schwätzen im Café, Aufbau eines Lebenswerks -, aber das verdrängt sie nur. Sie kommt letztlich wohl daher, daß man – wie unterdrückt auch immer – das Gefühl hat, sein Schicksal verfehlt und nicht angemessen genutzt zu haben. Also etwas wirklich Bedeutendes verpaßt zu haben.

  159. oh, da kann ja ein Schäfchen...
    oh, da kann ja ein Schäfchen richtig fremdsprachen! wow!
    .
    lieber Oliver-August Lützenich, bei luhmann dient amüsanterweise fast alles zur reduktion von komplexität.
    .
    lieber HansMeier555, ‚du sollst nicht nach dem esel der nachbarin schielen?‘
    – mit ‚du sollst keine falschen versprechungen abgeben‘ ergäbe sich allerdings eine kurve zum vertrauen zwischen den menschen in partnerschaftlichen belangen.
    .
    sehen sie, es ist doch so, dass wenn der kleine christian es generell nicht so schwer gehabt hätte, zum zug zu kommen, hätte er seine kleine freundin nicht anschwindeln müssen.
    und wenn die gesellschaft und der kleine christian in der gesellschaft gelassener gewesen wäre, so hätte er sich nicht um kopf und kragen schniefen müssen.
    .
    vielleicht hat er auch beide geliebt, wer weiss. so etwas soll es geben. das leben besteht zum grossen teil aus schicksal, da kann einem dies und anderes schon einmal zustossen.
    natürlich kommt das nicht gut an, s.o.
    .
    wenn die gesellschaft und der einzelne in ihr gelassener wäre, dann wäre vieles undramatischer.
    wie heisst es so schön: wenn sie es wollen, bleibt es kein traum.

  160. liebe colorcraze, dennoch ist...
    liebe colorcraze, dennoch ist es schade, wenn sie zu den zarten fältchen unerfülltheit hinzugesellt.
    sex ist nicht alles, gehört aber zu den grundlegenden bedürfnissen von lebewesen (nun gut, einen schweren fall wie einen panda können sie nur schwerlich von seinen bambusblättern zu anderen vergnügungen weglotsen), weswegen man die wucht dieser kraft nicht unterschätzen sollte.
    .
    andernfalls läuft man der yast2000schen sublimierung in die weit geöffneten arme.
    .
    im übrigen gibt es im französischen einen hübschen begriff: mal baisé.

  161. colorcraze: "@yast: na, dann...
    colorcraze: „@yast: na, dann meinen sie aber wahrscheinlich die generell mit dem Leben Unzufriedenen.“
    *
    Nein, was ein rechter yast ist, der macht sich das nicht so einfach! Mir geht es darum: Die Seele des Bundesbürgers der alten Bundesrepublik ist sonderbarer Weise echt an die Begriffe „Wachstum“ und „Wohlstand“ gekoppelt, während ihm weltliche Freuden nicht so viel bedeuten, das Kinderkriegen auch nicht und Freiheit verschäht er ganz, so lange seine soziale Sicherheit gewährleistet ist. Das ist ein recht sonderbares Verhalten, welches nur damit erklärt werden kann, dass nach Kriegsende sein Freiheits- und Demokratiebegriff seelisch an den Wiederaufbau gekoppelt war. Andererseits waren ihm Sexualität und Freiheit weniger wichtig, was dazu führte, dass die Sexualmoral auf den Stand vor der Nazizeit zurückfiel, bevor die 68er dem ganzen Spuk ein Ende machten.
    *
    Heute aber, wo es Nichts wiederaufzubauen gibt, es allen gutgeht und das Land wiedervereinigt ist, verfällt der Wessi in gepflegte Depressionen, weil seine Sexualmoral aus dem Kaiserreich stammt. Als Ersatz dient die materielle Gier, die weltliche Freuden und gesellschaftliche Anerkennung ausgleichen soll; deswegen habe ich die ‚Hypotenuse‘ aufgestellt: „Die oft zitierte Gier ist nichts weiter als die materielle Kompensation sexuellen Versagens.“ Quod erat demonstrandum.
    *
    Note: ……….

  162. @donna laura („das 'er' war...
    @donna laura („das ‚er‘ war ausgefallen“): *prust* manchmal zeigt es sich deutlich.
    @Herr Lützenich: ich bin ja öfters mal hin und weg von Ihren rhapsodisch-poetischen Ausführungen, aber ich frage mich halt hier im Leben, wie geht das hier in der beschränkten, beinharten Realität weiter? Es können nicht alle nur der Luft und der Liebe leben, es muß ja auch wer noch ein paar Pläne für morgen und übermorgen machen, und diese müssen doch auch in die Realität umgesetzt werden…

  163. @Don Ferrando: ich verzichte...
    @Don Ferrando: ich verzichte gern auf Zertifizierungen aller Art (von ISO 9000 über Bio und koscher/halal zu sonstirgendeinem Senf), wenn es einfach nur gut ist und schmeckt.

  164. (noch zu Don Ferrando): das...
    (noch zu Don Ferrando): das Brot, das es zu Pfingsten mal in Boitzenburg gab, das hätte ich gern jetzt. Das war RICHTIG gut. Gemischt aus Roggen- und Weizenmehl, relativ gut gesalzen, eher hell und großporig. Davon konnte man gut und gerne eine Menge essen, was mir bei Brot (sehr) selten passiert, Belag oder Zuspeise hätte nicht gestört, war aber auch nicht nötig, da es soviel Geschmack hatte – aber in keiner Weise aufdringlich, was bei Broten mit Gewürz nach 2, 3 Scheiben meist der Fall ist -, daß man es ohne weiteres „einfach so“ essen konnte. Das ist vielleicht ein Kriterium für „gut“, wenn man etwas „einfach so“ in größeren Mengen essen kann, und das auch öfters, und es hängt einem weder zum Hals raus noch erfordert es zwanghaft irgendetwas Zusätzliches.

  165. donna laura: "... andernfalls...
    donna laura: „… andernfalls läuft man der yast2000schen sublimierung in die weit geöffneten Arme.“
    *
    Liebe Donna Laura, glauben Sie mir: Es gibt wirklich Schlimmeres, als einer Sublimierung in meine weit geöffneten Arme zu laufen! Als da wären: Neurose, Armut, Krankheit und Tod. Von fehlender Liebe ganz zu schweigen….!

  166. sehen sie, liebe colorcraze,...
    sehen sie, liebe colorcraze, sie verstehen, was ich meine: „aber das verdrängt sie nur. Sie kommt letztlich wohl daher, daß man – wie unterdrückt auch immer – das Gefühl hat, sein Schicksal verfehlt und nicht angemessen genutzt zu haben. Also etwas wirklich Bedeutendes verpaßt zu haben.“
    .
    und genau dies wäre absolut bedauerlich. man lebt nur einmal.

  167. @yast/donna laura: sicher...
    @yast/donna laura: sicher gehört das Spiel der Geschlechter mit zu einem zufriedenen Leben, und unterhält die Zufriedenheit. Beliebig ausweitbar ist es aber nicht. Es müssen sich schon die Richtigen treffen, sonst wird es belanglos.

  168. [omfg -
    liebe colorcraze,...

    [omfg –
    liebe colorcraze, *pruuust*: „Sich ein Stück ausweiten können, dabei einiges zu erfahren, und doch nichtabrutschende Festigkeit zu erleben.“
    .
    pardon, aber ich lese die ganze zeit butt plug. doch, doch, und nicht nur das. der gott der sodomiten (nichtdeutscher sprachgebrauch bitte) verzeihe mir, bitte.]

  169. liebe colorcraze, es kommt wie...
    liebe colorcraze, es kommt wie stets darauf an. möglicherweise von einer luxuriösen warte aus beurteile ich die szenerie, denn ein grösseres glück als gary cooper konnte mir nicht widerfahren, doch bin ich der festen ansicht, dass es mehr als nur ein, zwei ‚richtige‘ partner im leben geben kann (ohne das schröder-fischer-schema zu begrüssen).
    .
    wenn ich allein an den kaum merkbaren geruch, den ein mann unwillentlich, doch fortwährend verbreitet, denke, so bin ich mir sicher, inzwischen zu wissen, wie ein mann duften muss, um mir zu gefallen. wenn man dann noch verschiedene desiderate hinsichtlich des charakters in betracht zieht, so bekommt man kein schlechtes bild der auswahlmöglichkeiten. glauben sie mir, bitte, trotz meiner unverbrüchlichen verbundenheit mit gary, bin ich gut und gerne einer reihe von männern begegnet, die wohl keine schlechten gefährten gewesen wären, wirklich gute menschen, mit hirn, herz und hintern, und es steht zu vermuten, dass dies (dem) anderen ähnlich ergehen dürfte. nur wird davon zumeist nicht gesprochen, um den partner nicht zu kränken.
    nicht so selten ist sich die holde weiblichkeit auch nicht bewusst, was sie braucht, sondern sie will etwas; etwas, das vielleicht nicht passt.
    vermutlich geht es dem anderen geschlecht ganz ähnlich.
    .
    nichtsdestotrotz, es wäre eine illusion zu glauben, in langjährigen lieben änderte sich nichts, und die aufregung wäre so gross wie in den ersten zwei, drei jahren. neue impulse zu setzen, muss da nicht das schlechteste sein. ein mensch ist so fragil, dass er m.e. mehr als zwei arme brauchen kann, die ihn in seinem leben halten, mehr als zwei arme, die ihn retten. was er nicht braucht, sind kränkungen und zurücksetzungen von seiten des partners.
    .
    lieber yast2000, ihre werte urheberschaft der sublimierungsthese in dieser diskussion wollte ich nur ungern unterdrücken.

  170. @donna laura
    .
    Sehen Sie, das...

    @donna laura
    .
    Sehen Sie, das ist es eben. Wie weit würde man kommen ohne falsche Versprechungen, ohne Täuschung und Verstellung, die zu recht verpönt sind?
    Zugleich verteidigen wir unsere „Privatsphäre“, welche ja keine andere Funktion hat, als uns eben doch einen gewissen Spielraum für unaufrichtiges oder zweideutiges Verhalten zu belassen. Auch dafür gibt es beste Gründe.
    .
    Don Juan ging es nicht um die Körper der Frauen, sondern um die pure Lust am Verführen. Unbescholtene Damen traf er an, reuige Sünderinnen ließ er zurück. Und labte seinen Stolz an ihrer Scham. Was sich heute für Castingsendungen bewirbt, würde ihn kaum interessieren.

  171. Und ausserdem, Donna...
    Und ausserdem, Donna Laura,
    .
    haben Sie doch Ovid gelesen. Der rät dem Jüngling, seinem Schwarm in solchen Fällen alles zu versprechen. Weil Jupiter solcher Schwüre nur lacht!
    .
    Apropos Jupiter. Wir wissen wohl, wie unser Kontinent zu seinem Namen kam.

  172. Vielleicht war Sappho ja...
    Vielleicht war Sappho ja anderer Meinung?
    .
    Auch Luther hat nicht alle seine Gelübde gehalten.
    Schon stand er da konnte nicht anders.

  173. HansMeier, ganz recht, da...
    HansMeier, ganz recht, da „stand“ er den Katholiken in nichts nach.

  174. HansMeier555 @donna laura: "...
    HansMeier555 @donna laura: “ Zugleich verteidigen wir unsere „Privatsphäre“, welche ja keine andere Funktion hat, als uns eben doch einen gewissen Spielraum für unaufrichtiges oder zweideutiges Verhalten zu belassen. Auch dafür gibt es beste Gründe.“
    *
    Im Internet? In einem öffentlichen Blog? Privatsphäre? Zweideutiges Verhalten? Überaus erfolgreiche Kunstfiguren ohne Unterleib? – Ist es nicht mehr so, dass es sich um eine öffentliche Flucht aus dem Privaten und Sexuellen in die Öffentlichkeit handelt, vom nicht bezähmbaren Hang zu Guttenbergschen Feudalismen und mittelalterlichen Eigentumsverhältnissen ganz zu schweigen? Zahlt der Konversative hier nicht einen unnötigen, fürchterlichen Preis? Ist Berlin nicht deswegen eine solche moralische Erlösung, weil die Politiker in dieser supertoleranten Stadt sich hier in aller Ruhe ausleben können? Hat das nicht sogar ein Herr Westerwelle, ein Herr Seehofer und all die anderen begriffen, während ein Herr Bötticher u.a. an der provinziellen Moral seiner Bevölkerung gescheitert ist? Und glaubt jemand, dass das in Paris, London, Madrid oder Rom anders ist?
    *
    Jeder Mensch zahlt einen Preis für das Leben, das er führt. Ich sage das ohne jede Häme: Der Preis der neuen Länder ist bekannt, die Bundesbürger des gebrauchten Teils von Deutschland zahlen mit einer mittelalterlichen Lebens- und Sexualmoral, die seine Lebensgier steigert und sich dann materiell Bahn sucht. Wer in der Eiffel, am Tegernsee, an der Elbpromanade oder in Bogenhausen wohnt, muss einfach reich sein, sonst hat er keine Chance! Reich sein ist aber nicht der Garant für ein interessantes Leben, manchmal kommt einfach die Decke runter. So etwas kann in der deutschen Provinz echt existenziell sein… :-)
    *
    „Die oft zitierte Gier ist nichts weiter als die materielle Kompensation sexuellen Versagens.“

  175. Wenn die Gier Kompensation...
    Wenn die Gier Kompensation für sexuelles Versagen ist, was ist dann sorglose Freigiebigkeit?

  176. @yast 2000:
    "... die...

    @yast 2000:
    „… die Bundesbürger des gebrauchten Teils von Deutschland zahlen mit einer mittelalterlichen Lebens- und Sexualmoral, die seine Lebensgier steigert und sich dann materiell Bahn sucht. …“ Sie haben angesichts dieser heftigen Wertung bestimmt nichts gegen die Replik, die Unterstellung unausgefüllten Lebens komme meistens von den Verlierern des Wettbewerbes um die Sonnenplätze? Und diene der spirituellen Kompensation des eigenen Versagens?
    Mit derartigen Unterstellungen kann man in Debatten alles und jedes belegen. Und Leuten krädtig vors Schienbein treten. Hier in der erkennbaren Hoffnung, im Blog wolle sich keiner als provinzieller Spiesser outen.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  177. berlin sei ja arm, aber...
    berlin sei ja arm, aber angeblich sexy.
    .
    lieber HansMeier555, man sollte griechischen und römischen göttern und den worten ihrer herolde nicht unverwandt vertrauen.
    .
    wenn sich alle beteiligten des hedonistischen bewusst wären, ohne gleich ihr ganzes leben umwerfen oder gar die hohlsten versprechungen machen zu müssten und schlimmer, so tun müssten, als ob sie die versprechungen auch noch glauben schenkten, wäre schon einmal viel erreicht auf dem weg zur freude, aber auch zur ernsthafteren dimension der ekstase, die letztlich mit dem tod, vielmehr der bewusstheit um die vergänglichkeit, verbunden ist.
    .
    selbstverständlich sorgte dies für eine gewisse unberechenbarkeit im leben, die nicht jeder verträgt; nicht umsonst wird in erzählungen zudem chaos und gefahr mit dem jüngsten göttersöhnchen assoziiert. aber befragen sie doch einmal den urheber der gynaikokratie (wobei ich dessen conclusio bekanntlich nicht mitmache; überhaupt ist dies recht besonders).
    .
    gleich mit jedem regengusse
    ändert sich dein holdes tal,
    ach, und in demselben flusse,
    schwimmst du nicht zum zweitenmal
    .
    ceterum: das ganze gefährdet den binnenmarkt.
    also ein hoch auf die verklemmheit und die unfreiheit.
    .
    leben bedeutet risiko und gefahr. das kann doch kein regent wollen, der über seine schäfchen wacht, nicht, dass diese noch schabernack trieben.
    dass man sein goldenes vlies so zu opfern bereit ist, erscheint unverständlich…

  178. HansMeier555: "Wenn die Gier...
    HansMeier555: „Wenn die Gier Kompensation für sexuelles Versagen ist, was ist dann sorglose Freigiebigkeit?“
    *
    Das ist eben der Punkt: Es gibt die sorglose Freigiebigkeit nicht mehr, seit sich Bundesbürger nur über ihren materiellen Reichtum definieren, und nicht mehr über ihren Glauben, ihr Wissen oder ihre Persönlichkeit. Deswegen heißt der Artikel ja auch „Vertrauen als kostenpflichtige Option“, eigentlich eine exakte Beschreibung der Prostitution. Er handelt aber von einer Zimmerdecke…

  179. Glückwunsch dem Don. Er hat...
    Glückwunsch dem Don. Er hat ein paar Kulturgüter davor gerettet beim Mayer als Degussa – Barren im Hort zu verschwinden. Aber fehlt was in der Aufzählung ? Vielleicht das Eiphone ? Keine Sorge, das wird nicht nur eine mickrige Internet-Blase.

  180. Hallo Vroni, wunderbare...
    Hallo Vroni, wunderbare Schilderung aller drei Seiten, sehr kompetent, lebenserfahren und weise. Kein Grund (von niemandem) hier anzumerken, wie überaus lebensklug man doch ist, daß man a) glücklicherweise über solche Kunden nicht klagen kann, sie b) sowieso rechtzeitig erkennt und aussortiert und c) in der glücklichen Lage ist, solch „kuriose“ Kunden gar nicht erst kennenlernen zu müssen, weil man keinen Kunden, sondern einen Anwalt als Axt im Hause hat. Im letzteren Fall wurde vergessen zu erwähnen, daß der „kurioseste“ Beruf unter der Sonne (als Kunde UND Dienstleister) der eines Anwaltes ist.
    .
    Eventuell wäre das jetzt der Zeitpunkt über einen neuen Gastkommentar nachzudenken: die ich ja für eine besonders intelligente Form halte mit Dauerthemen entgültig zu Potte zu kommen und sie auf diese Weise gründlich zu entzaubern (Kommentieren ist bestenfalls wing-tsun*, ein Gastbeitrag ist heruntergelassene Hose auf Kniekehlenhöhe).
    @yast, sehr aufregende Postings und Erkenntnisse – immer wieder.
    @HM555: jüdische Witze erzählen ist prekär (nicht obszön und auch nicht armselig)
    *In einer weit verbreiteten Version der Entstehungsgeschichte von wing tsun wird beschrieben, dass die Nonne Ng Mui (chinesisch 吴梅 Wú Méi) versuchte, ein Kampfsystem für körperlich Unterlegene zu entwickeln.

  181. Allerseelen, Frau Schicedanz...
    Allerseelen, Frau Schicedanz hat sich sozial ungewöhnlich stark engagiert, und auf ihren Bällen wollten alle tanzen. Auch Journalisten. Und dann wurde sie als Dummchen durch die Medien getrieben. dabei ist Kapitalanlagebetrug eine Sache, die auch Richter und Straatsanwälte danach nicht im vollen Umfang begreifen. Der Betrüger kann sich Strategien ausdenen und sich in einer Art und Weise absichern, dass seine Absichten kaum zu durchschauen sind. Und ob es Betrug ist… da sind wiederum die Gerichte sehr ift sehr kundenfeindlich gewesen. Ein Vermögen wie das von Schickedankz jedenfalls braucht einen Apparat, der das besorgt, und dem man vertrauen können muss. Und dieses Verttrauen wiederum kann auch durch soziale Kontakte entstehen. Im Fall von Oppenheim gibt es ja auch noch andere, denen es ans Eingemachte geht.

  182. @colorcraze 23:43
    Ich glaube,...

    @colorcraze 23:43
    Ich glaube, daß Brot resp. Lebensmittel generell dann schmecken, wenn sie möglichst natürlich belassen werden. Es sei denn, der Geschmackssinn wurde schon durch zuviel E XXX verhunzt.
    Zertifikatgläubig bin ich auch nicht. Aber es tut gut zu wissen, daß ich nur das im Brot habe, was ich will.

  183. @donna laura:
    Noch immer...

    @donna laura:
    Noch immer würde eine Mehrheit von Menschen Sicherheit gegen Freiheit tauschen, wenn es eine so klar erkennbare und harte Wahl gäbe. Auch bei uns.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  184. tja, lieber ThorHa,...
    tja, lieber ThorHa, meinetwegen, solange die sicherheitsliebenden dies nicht unter moral subsumieren und den freiheitliebenden den schwarzen peter zuschieben.

  185. Lieber Istvan,
    danke für die...

    Lieber Istvan,
    danke für die lobenden Worte.
    Wie soll man sagen, ich halte es für eine zutiefst bürgerliche Reaktion, dass man so reagiert. Ich kenne das sehr gut. :-)
    .
    Die schlimmsten: Kollegen.
    Colorcraze und KarolaKettenhemd hier mal ausgenommen, die sind da relativ ehrlich.
    .
    Das ist eigentlich das Interessanteste: Wenn einer in meiner nunja etwas verkorksten Branche auf Ungereimtheiten hinweist, zu antworten, ja bei mir passiert so was nie!! Irgendwas musst du falsch machen … Dieses sich die Hucke schönreden erinnert mich fatal auch an den Wettbewerb unter Müttern, wer das klügste, kreativste (natürlich Hochbegabung, wenn es im Unterricht stört und nicht aufpasst) und am besten erzogenste Kind hat (hat sie nicht von uns, das muss die Kleine im Kindergarten aufgeschnappt haben ….)
    .
    Für Lebenserfahrene ein Zeichen dafür, dass sie so etwas sehr wohl kennen. Und den Klassenkampf von der Seite probieren.
    .
    Kreative und Mütter. Komischer Kombi? Nicht wirklich. Klassenkampf von der Seite gibt es immer bei Unsolidarität.
    Unsolidarät und in die Tasche lügen bei Müttern kannte ich schon, da war meine Kleine noch richtig klein. „Was sie schläft nachts nicht durch? Meiner schläft problemlos durch, seit er 4 Wochen alt war….“ Et patati et patata.
    Ich liebe solche Mütter, immer so empathisch.
    .
    Bei Gnadenlosperfekt-Müttern heutigen Zuschnitts reichte heute ein unangemeldeter Besuch um einen wahren Einblick zu bekommen, aber so herzlos bin ich nicht .. :-) )
    .
    Andere Branchen, vor allem die kaufmännische oder der Maschinenbau, kennen eher das Jammern. Das ist für Schlaue ein Zeichen, dass es ihnen sogar gut geht.
    .
    (Bitte liebe Donna Laura, nicht angesprochen fühlen, das war jetzt nur ein Branchen- und Lügenmütter-Verriss. Letzteres ist eine sehr späte, private Abrechnung an ganz bestimmte Personen von früher. Damals habe ich tatsächlich unter solchen Dumpfbacken gelitten.)

  186. "mit Dauerthemen entgültig zu...
    „mit Dauerthemen entgültig zu Potte zu kommen und sie auf diese Weise gründlich zu entzaubern“.
    .
    Das ist nicht nett, Istvan.
    Entzauberung bitte nur mit dem Florett, der leichten schmackhaften Wattebäuschchen-Wurftorte.
    Möchten Sie lieber Buttercreme oder Sahne?

  187. Bundesbürger sind jetzt alle....
    Bundesbürger sind jetzt alle. Doch der Unterschied zwischen Freigeborenen und Freigelassenen besteht trotzdem irgendwie fort.

  188. 1. Wenn mir die Decke...
    1. Wenn mir die Decke herabfallen würde, wäre ich wahrscheinlich ähnlich melanchonisch. Je wichtiger und unentbehrlich sich Personen fühlen, desto ungehobelter werden deren Manieren; eine recht christliche Lektion. Könige des guten Benimms sind nach wie vor die Briten.
    2. Bei mir ist die Heizung nachts aus, unerklärbar; habe ich erst in diesem Winter und letzte Nacht wieder bemerkt, als sich mein Weibchen, eiskalt, an mich drückte. Eine gute Isolation hilft doch sehr.
    3. Zum letzten Gewinn im Lotto stellte ich einmal wieder fest, wie zufällig er zu fallen pflegt; die Frage nach einer gerechten Verteilung lässt sich vor diesem Hintergrund eigentlich gar nicht stellen. Zwangsläufig muss die journalistische Deutungshoheit scheitern. Sechs Euro fünfzig.
    4. Den eigenen Marktwert kennt jeder, doch die Prognose in der langjährigen Ehe – bleibt Prognose. Nach meiner Erfahrung entscheidet sie im Zweifel nach Hausfrauenart, und man rechnet fest damit. Da hat sich nichts geändert.
    .
    Damit hätte ich im schnellen Rundumschlag diesen und die letzten drei Blogbeiträge kommentiert. Man kommt kaum hinterher dieser Tage, doch das anregende Lesevergnügen entschädigt den Aufwand. Man möchte ab und an gern mit einem „Miep!“ dabei sein. Aber wie sagt meine Frau so gern: Birds have no brain, stupid!

  189. @donna laura - Freiheitsliebe...
    @donna laura – Freiheitsliebe mit Moral ersticken:
    Das ist in der Sexualität das Gefecht von 1970. Heute ist das Einfordern einer Sexualmoral öffentlicher Selbstmord, ausgenommen der Grenzbereich zu Kindern (Jugendliche zwischen 14 und 16).
    Sprich, die Moralapostel haben ihr Wirken auf andere Gebiete verlegt. Und es dabei sogar geschafft, moralinsauer als progressiv gelten zu lassen – super Öffentlichkeitsarbeit.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  190. HansMeier555: "Bundesbürger...
    HansMeier555: „Bundesbürger sind jetzt alle. Doch der Unterschied zwischen Freigeborenen und Freigelassenen besteht trotzdem irgendwie fort.“
    *
    Manche haben sich auch selbst in die Freiheit entlassen, und …tja: Das Thema war Freigiebigkeit, also Toleranz, Liebe, Solidarität, Sexualität. Zugegeben, nicht alles im Westen war schlecht! Aber die Menschen, die ich vorfand, die waren niemals frei geboren: Das war die bewusstlose Barrikade einer Revolte, die man nur lallen kann!

  191. Liebe (Plural) Yast und...
    Liebe (Plural) Yast und Meier,
    ha! Ich stamme vermutlich nur von Freigelassenen ab.
    Die nächste Steigerung wäre nur, dass ich Australier wär.

  192. Vroni: "ha! Ich stamme...
    Vroni: „ha! Ich stamme vermutlich nur von Freigelassenen ab. Die nächste Steigerung wäre nur, dass ich Australier wär.“
    *
    Dann müssten Sie Ihre Vorfahren auf britische Strafgefangene ummodeln! Von so etwas abzustammen, kann witzig sein, muss aber nicht…

  193. lieber ThorHa, ihr wort in...
    lieber ThorHa, ihr wort in gottes ohr – allein kämpft man hier im eigenen umfeld noch durchaus mit moralansprüchen der gesellschaft, egal aus welchem jahrzehnt diese stammen könnten, und selbst die eltern haben noch gestöhnt (klar, so auch, aber auch unter dem joch). nicht jeder ist so fortschrittlich, und hier schon einmal gar nicht, stadtnah, aber dörflich, mit eifersüchtigem auge, dass der andere ja nicht… sicherlich wissen sie bereits von den individuellen auswegen, die sich im rahmen unserer burg ihren weg bahnten (hausfreund, opernbegleiter, hausfreundin usf.)? nun, ornamente der ausflüchte.
    .
    moralinsauer als progressiv erscheinen zu lassen, wird, wie sie zu recht sagen, nicht ohne erfolg versucht, ist jedoch in etwa so ähnlich überzeugend, wie die behauptung, dass ein sharan oder ein touran traumautos seien – oder ‚panzermama‘ heidi und von der leyer umwerfende vamps, denen man augenblicklich verfiele.
    .
    darf ich fragen, was sie mit einfordern einer sexualmoral und speziell hinsichtlich der kinder zwischen 14 und 16 meinen? es erschliesst sich mir nicht so ganz.

  194. @donna laura:
    Hmmm, die...

    @donna laura:
    Hmmm, die Antwort scheint auf Sie und Ihr Umfeld nicht zu passen :-). Was ich meinte, war, dass heute zumindest öffentlich geschlachtet würde, wer auf Hedonisten, Schwule, Lesben, Gummifetischisten, Seitenspringer, Monogame, Polyamoristen, wen auch immer öffentlich losgehen würde. Zumindest in der veröffentlichten Öffentlichkeit ist jede Art der Sexualmoral passe. Die einzige Ausnahme, wo sich Seualmoralisten noch ordentlich austoben können, ist bei Kopulationskontakten zwischen Erwachsenen und Jugendlichen zwischen 14 und 16 (nach Böttcher korrigiere ich auf 17), denn das ist tatsächlich ein schwieriger Grenzbereich.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  195. @donna laura: zu Niklas...
    @donna laura: zu Niklas Luhmann. Ja, einem Soziologen und Philosophen kann es nur darum gehen, das Durcheinander zu ordnen und die Vorgänge/Handlungsabläufe zu vereinfachen. Dieser Aufgabenstellung bin auch ich herzlich zugeneigt, aber das merken Sie ja.

  196. lieber ThorHa, dann geht die...
    lieber ThorHa, dann geht die ‚veröffentlichte Öffentlichkeit‘ tatsächlich gründlich an einem teil ihrer zielgruppe vorbei.
    .
    in meiner famille geht es noch, auch wenn man zum thema eher über das schweigen kommuniziert, weil es den einen oder anderen heftigen kirchgänger – als schwarzes schaf – leider auch gibt (unangenehme zeitgenossen, geiz, neid – eben alles ausser wollust). nicht wenige würde man als ausgemachte schwerenöter bezeichnen, doch wenn man sich die freunde der famille ansieht und erst recht das umfeld der erweiterten bekanntschaft und nachbarschaft – alles konservativ. die finger mag man ja überall haben, aber die zunge hüllt sich in eisernstes schweigen, und wehe, eine/r fällt aus der rolle und vergreift sich am schwatzhaften osteopathen. im zweifel hat nicht einmal die perle den blassesten schimmer zu haben. und falls doch, so kennt man jemanden mit guten argumenten.
    soviel zum persönlichen.
    .
    vermutlich muss man sehr stark zwischen medien und der gesellschaft unterscheiden.
    in den medien besitzt zum beispiel jeder ein smartphone, in – meiner – gesellschaft besitzt dies nur eine sehr überschaubare anzahl erwachsener über 25.
    von computern haben wir hier gerade mal die ahnung, dass er strom, netzzugang und ein paar programme und einstellungen braucht, weshalb ich es besonders charmant finde, so gut wie keine bannerwerbung sehen zu müssen.
    .
    allerdings ist es tatsächlich die frage, ob ich es tatsächlich schätzen würde, wenn sich der freundliche blumenhändler, so anfang zwanzig, zunehmend für meinen jüngsten, 13(*), begeistern würde…
    gerade bei jugendlichen gibt es dergestalt viele entwicklungsstufen, bei denen der eine fast erwachsen scheint und der andere noch ein gackerndes vollküken (*) mit jeder menge flausen in der birne ist.

  197. lieber Oliver-August...
    lieber Oliver-August Lützenich, das hat er schon nicht falsch gemacht. das vergnügliche an luhmann ist die terminologie, die in der tat sehr simpel gehalten ist, so dass man luft gewinnt, den überblick sich zu verschaffen, irrtümer hin oder her. kürzlich hatte ich das ausserordentliche vergnügen, einen seiner ehemaligen doktoranden, längst arriviert, zu treffen, und man versicherte mir, wie simpel das meiste sei – wovon ich bereits ausging, aber bei der fülle der kommilitonen, die irgendwie versagten, wurde man selbst verunsichert, ob man nicht doch falsch lag. simplicitas simplicitatum…

  198. lieber ThorHa, nehmen sie im...
    lieber ThorHa, nehmen sie im angesicht meiner schwiegermutter einmal einen gummifetischisten in den mund – und wir würden alsbald erben*…
    —–
    * denn mein schwiegervater würde sich noch vor ihrem herzinfarkt vermutlich einfach totlachen…

  199. @ vroni 16:06: Das Lob an...
    @ vroni 16:06: Das Lob an colorcraze und mich hat mich wieder aufgebaut. Nur das Wörtchen ‚relativ‘ hätte ich gerne relativiert. Wo sonst als hier könnte man die Mördergrube ausschütten, ohne gleich schief angeguckt zu werden?
    .
    Der Cordon, den Kollegen genau wie die Supermütter zwecks öffentlicher Wertschätzung um sich herum aufbauen, bricht nach meiner Erfahrung in den meisten Fällen mit einem kleinen Piecks, an der richtigen Stelle notabene, in sich zusammen. Bei den perfekten Kunden genauso.
    .
    Es gab da mal diese x-te Verhandlung, ganz fortgeschrittenes Stadium, mit einem arroganzgestählten Geschäftsführer. Den fragte ich zwischendurch mal freundlich, off topic, SMS sei Dank, was er denn davon hielte, daß sein Mutterkonzern gerade vor einer Stunde die Insolvenz angemeldet hätte und ob ihm das wirklich nichts ausmachen würde. An der Reaktion konnte man erkennen, daß das ganz neu für ihn war. Die war vergleichbar mit Schorsch Dabbelju in der Schulklasse am 11. September.
    .
    Solche Sternstunden gibt’s leider Gottseidank selten.
    @ istvan: außer Feudalsemantik und Tegernseeromantik gibt’s hier kaum Dauerthemen, die man nicht auch bei Ihrem Friseur zu hören bekommt. Es empfiehlt sich vielleicht, gnadenhalber auch mal zwischen den Zeilen zu lesen oder, jetzt sind Sie dran, ein noch interessanteres Thema zu eröffnen. Bis dahin erfreuen Sie sich doch einfach an unserem Geplauder wie an einem Soufflé. Mit Draufhauen erzeugen Sie nur unnötigen Feinstaub.
    .
    Wer mit dem schweren Säbel kämpfen will, muß ihn erst mal hochheben können.
    .

  200. @colorcraze: immer wieder bin...
    @colorcraze: immer wieder bin ich überrascht, wenn das, was ich schreibe, als die Schwärmerei eines Schmetterlings zwischen Blüten und Blättern wahrgenommen wird. Sie schrieben von Luft und Liebe und das irgendwer doch in dieser beinharten Realität konkrete Pläne machen muss und nehmen mich dabei wohl aus, Danke für das hin und wegg, aber ich bin kein Schwärmer, selbst von Träumereien halte ich wenig, ausser von den wirklichen, aber trotzdem sind meine Betrachtungen noch eher leichtfertig, als schwerwiegend, das zeigt auch Ihre Reaktion, da darf ich wohl an der Sprech-/Schreibweise noch etwas ändern, damit, was Wir/ich erfahren haben, was Wir/ich daraus schlussfolgern und Wir/ich als Änderung oder Umsetzung für wichtig erachten, auch als solches Ernst genommen wird, wenn auch vielleicht mit dem nötigen Widerspruch.
    Eines wird mir aber immer klarer, ohne dass ich Selbst vorangehe, mit dem, was ich an Änderung wünsche und auch für menschlich geboten erachte, bleibt alle Idee und Forderung blosse Schwärmerei und das Geschriebene leichtfertig. Das Schwerwiegende braucht die gesamte Person als Vertretung und nicht bloss den Gedanken. Handlung kommt vor Schönheit. Uralte Erkenntnis, ich weiss, dann wars das hier für mich: Gute RaumZeit noch.

  201. Schwächelt der Bildermarkt?...
    Schwächelt der Bildermarkt? Ich sehe an des Dons Wänden seit Tagen nichts Neues!?

  202. Unterhaltsame, passende...
    Unterhaltsame, passende Geschichte, Fahndung nach „Dr.Kloiber“:
    http://www.internetwache.brandenburg.de/sixcms/detail.php?id=921139&template=detail_pressemeldung
    „…steht in dringendem Tatverdacht, gemeinsam mit weiteren Beschuldigten als Verantwortlicher der Firma „EIB- Evantus Invest Beteiligungsgesellschaft“ aus Wien im Zeitraum Mai bis November 2004 mehrere hundert Geschädigte vorrangig aus dem süddeutschen Raum bzw. Österreich und der Schweiz um insgesamt ca. 18 Millionen Euro betrogen zu haben…“
    Fluchtort: eine Luxuswohnanlage in Ulan-Bator, aktuell mit -27° so gemütlich wie Oberstdorf.

  203. Nach Weihnachten ist das...
    Nach Weihnachten ist das Angebot immer lausig.

  204. Irgendwie scheint man bei...
    Irgendwie scheint man bei diesem Thema leicht über losgeknotete Schlipse in Fettnäpfen zu stolpern, so dass ich an alle appellieren würde, Piekse nicht als schwere Säbel wahrzunehmen. Jeder hat seine Art, und immer wieder ein bisschen anders, und um Literaturnobelpreise wird woanders gekämpft.
    .
    Gerade yast 2000 hat doch diesmal mit sehr konkreten Gedanken eine fruchtbare Diskussion losgetreten, wenn mir manchmal eine gewisse Theorielastigkeit in seinen Ausführungen Mühe bereitet hatte.
    .
    Gier als frustrierte Sexualität. Gier als materialisierte körperliche Macht. Fremdes Vertrauen als immer wichtigeres Asset der eigenen Vermögensbildung.
    Da ist wohl viel Wahres dran, was unseren Umgang mit einander schwierig macht, und ich würde ThorHa widersprechen, sexuelle Fiaskos sind sicher keine Konflikte von 1970.
    Frömmelei und Verklemmtheit sind aus Angst, sich zu nehmen, was man möchte, sich zu trauen, was man für ok hält, doch wieder schwer angesagt.
    Da gibt es einen sehr kräftigen Mainstream, in den die eingetragene homosexuelle Partnerschaft zwar integriert ist, aber der sonst alles ausser der sequentiellen Monogamie im abgeschlossenen Privatbereich als `jugendgefährdend` verdammt.
    Pr0no ist weniger persönliche Sexualität als mechanisierte Triebabfuhr mit den selben, immer gleichen Ritualen und Requisiten.
    .
    Aber selbst nur einen nackten Hintern oder eine nackte Brust im normalen Fernsehprogramm zu entdecken, ist mittlerweile zur Rarität geworden.
    Sexualität findet nur noch jenseits unserer codierten Filmsprache statt; drastischste Beispiele, wenn das Leben von Beate Uhse oder eine Schmonzette über eine Hard Core Produktion völlig ohne explizite sexuelle Bilder auskommen.
    .
    Es ist wirklich viel leichter, als Carsten Drückemeyer sich an Veronika heranzugraben, als eine erotische Komödie auch nur an irgendeinen Sender zu verkaufen, wenn da auch nur ein bisschen Haut unterhalb der Gürtellinie für die Witze eingeplant war.
    Wir sind cool verklemmt, hip sprachlos in unseren erotischen Phantasien, und verlassen uns für unsere partnerschaftliche Attraktivität blind auf unseren Hierarchie-Status in der gesellschaftlichen Hackordnung.

  205. @HM555: Freigelassene und...
    @HM555: Freigelassene und Freigeborene – excuse me, Mr. Officer, aber das Ständewesen war eine gesellschaftliche Konvention. Und auf Ganze gesehen doch arg wenig hilfreich gewesen der allgemeinen wie persönlichen Wohlfahrt.
    .
    “We hold these truths to be self-evident, that all men are created equal, that they are endowed by their Creator with certain unalienable Rights, that among these are Life, Liberty and the pursuit of Happiness.“

  206. Lieber Thorha,
    stolzer...

    Lieber Thorha,
    stolzer Aussenseiter!
    Irgendwie stört es Sie doch, dass Ihre Ansichten und Werte in der veröffentlichten Öffentlichkeit zu wenig Unterstützung finden.

  207. Komisch, nach Dr. Ackermann...
    Komisch, nach Dr. Ackermann fahndet keiner. (Aber was sind heutzutage auch schon 25 Mrd. €.)

  208. The Great Artiste: "... Jeder...
    The Great Artiste: „… Jeder hat seine Art, und immer wieder ein bisschen anders, und um Literaturnobelpreise wird woanders gekämpft. … Gerade yast 2000 hat doch diesmal mit sehr konkreten Gedanken eine fruchtbare Diskussion losgetreten, …: Gier als frustrierte Sexualität. Gier als materialisierte körperliche Macht. Fremdes Vertrauen als immer wichtigeres Asset der eigenen Vermögensbildung.“ – Danke!
    *
    Hypothese 2: „Das ‘Dschungelcamp’ ist gewissermaßen der Bioporno einer umweltbewussten Generation; es wird nicht mehr industriell gevögelt, sondern ökologisch korrekt und sanft gebumst.“

  209. @ staff aureus gestern...
    @ staff aureus gestern 22.51h
    Meine Mutter hat einen Cousin, der bei den SAS (Special Air Services) war. Einmal machte er ein Stopover bei uns auf dem Rückweg nach Hause. Er hat folgendes erzählt: Once he was sitting in an airport lounge in Zürich having a coffee – he had to pass time waiting for another flight out. Another traveller was also having a coffee und they started to chat.
    Then some time later he was sent to Ulan Bator where he was to start a mission but he had to be approved first at an interview in Ulan Bator.
    When he came into the room for the interview one of the group (who in fact was the chairman) said „My friend!“ and gave my mother’s cousin a big welcome.
    The chairman was the man at Brussels airport.

  210. @jean-jacques
    .
    Ebenso...

    @jean-jacques
    .
    Ebenso self-evident wie dass mit „all men“ natürlich nicht alle Menschen, nichtmal alle Männer gemeint sein können.

  211. @ Don: "Da ist das Angebot...
    @ Don: „Da ist das Angebot immer lausig.“ Das korreliert mit gebrauchten Fiatfelgen, während das Angebot von kaltgedengelten Silberkannen auf niedrigem Niveau stabil sein dürfte. Setzen wir jetzt auf den Kandidaten der Tea-Party oder warten wir auf die nächste Abwrack-Prämie, das ist hier die Frage.

  212. @ The Great Artiste:
    Sehr...

    @ The Great Artiste:
    Sehr schon: ‚Sequentielle Monogamie‘. Hört sich schon so technizistisch an, wie’s vermutlich auch abläuft. Wohl mehr der Not gehorchend und nur ganz versteckt dem eigenen Triebe.
    .
    Die wirkliche Verklemmtheit finden Sie doch im Moment exzessiv im Rheinland. Besuchen Sie mal eine Hausfrauensitzung (oder bei anderer Veranlagung eine Herrensitzung), da werden Sie immer noch derartig mit Verbalerotik vollgestopft, daß Sie allein schon darüber lachen können (hilfreich sind diverse Alkoholika vorab). Sie werden froh sein, wenn wenigstens optische Zurückhaltung herrscht.
    .
    Die sexuelle Befreiung der Siebziger war a) nur eine Mutprobe für Anfänger und b) eine Marketingblase.
    .
    Die Prüderie 2.0 wurde nach der Entdeckung von Aids erfolgreich eingeführt, nachdem die schlüpfrige Kommerzialisierung dieser angeblichen Befreiung in den Siebzigern allgemein auf Unbehagen stieß und schon damals mit Prüderie 1.0 halbherzig bekämpft wurde. Noch heute ein Minipli-Rayban-Comedian-Thema.
    .
    Alles eine Wellenbewegung, wie im richtigen Leben. Die Karnevalssitzungen wurden mit Hilfe von Prüderie 2.0 ja auch schon erfolgreich entschärft.

  213. @HansMeier555:
    Sollte das so...

    @HansMeier555:
    Sollte das so rübergekommen sei, ist das ein Irrtum. Meine Stellung ist die der beiden Muppet-Senioren, die das Bühnengeschehen sarkastisch aber vollkommen folgenlos kommentieren. Selbst gewählt, ich hätte schon lange in der aktiven Politik mitspielen können.
    Ich wäre mir nur mit dem Aussenseiter nicht ganz so sicher. Meine Lebenserfahrung sagt mir, dass zumindest einige von mir vertretene Positionen möglicherweise weiter verbreitet sind, als es der veröffentlichte Mainstream gerade wiederspiegelt :-).
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  214. @The Great Artiste - "und...
    @The Great Artiste – „und verlassen uns für unsere partnerschaftliche Attraktivität blind auf unseren Hierarchie-Status in der gesellschaftlichen Hackordnung.“

    Und wenn schon. Das entspricht exakt dem beobachtbaren und beobachteten Verhalten von 50% der Menschheit – der Frauen – in Online-Datingbörsen. Alles, was einen niedrigeren sozialen Status oder einen niedrigeren Ausbildungsstand hat, wird weggeklickt. Und da es überall, wo es die Wahl gibt, historisch schon immer die Frauen waren, die die Regeln der Partnerwahl bestimmten, ist Ihre Feststellung also nur die Beobachtung der Anpassung an die Realität.
    Was je nach Gemütslage entweder schreiend komisch oder abgrundtief traurig ist. Es könnte sich die Vohersage erfüllen, die ich vor vielen Jahren der Frauenreferentin eines Allgemeinen Studentenausschusses machte: In letzter Konsequenz scheitert die Emanzipation an den Männerauswahlkriterien der Frauen :-).
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  215. KarolaKettenhemd: "Die...
    KarolaKettenhemd: „Die sexuelle Befreiung der Siebziger war a) nur eine Mutprobe für Anfänger und b) eine Marketingblase. … Die Prüderie 2.0 wurde nach der Entdeckung von Aids erfolgreich eingeführt, nachdem die schlüpfrige Kommerzialisierung dieser angeblichen Befreiung in den Siebzigern allgemein auf Unbehagen stieß und schon damals mit Prüderie 1.0 halbherzig bekämpft wurde.“
    *
    Absolut richtig! Die alten Bundesbürger hatten Angst vor dem Human Immunodeficiency Virus (HIV), aber gegen die Immunschwäche ihres Charakters taten sie gar nichts mehr! Und als dann 1989 sich die Schleusen öffneten und es galt, den besten und aufgeklärtesten Teil der alten Bundesrepublik zu exportieren, gab es nur noch sexuell frustrierte, selbstsüchtige Manager, die den Osten mit ihren Drecksprodukten heimsuchten wie einen Wirbelsturm. Das Ganze war noch nicht mal politisch motiviert, sondern purer Neid auf eine sexuell sorglose und relativ freie Gesellschaft, die die DDR bis zu ihrem Ende tatsächlich war. Dort war die Kirche für den Widerstand zuständig, und nicht für Genehmigungen von Kondomen.

  216. Ich bin eine schweigende...
    Ich bin eine schweigende Mehrheit.

  217. @yast: Bioporno ist auch...
    @yast: Bioporno ist auch schön, sanft bumsem im schlammigen Teich voller Fischeingeweide. Wenn dann der Eimer Kakerlaken über die Narbe des Silikonbusens krabbelt, gruselts den letzten, dass man sich leider Nachwuchs nicht aus dem Automaten ziehen kann.
    @ KarolaKettenhemd: Prüderie 2.0. Ja.
    Wir haben uns so daran gewöhnt, dass der Designer-Gürtel eine geistige Maginotlinie bildet, unterhalb der es nur eklig, abstossend und unhygienisch wird.
    Wer kennt eine nett anzuschauende Geschichte, undramatisch, unblutig, nicht pervers ( im Sinn das da eine/r zu Dingen gezwungen wird, die sie/er bestimmt nicht will – Perversität in erster Linie als Zwang), in der nicht abgeblendet wird, wenn es `etwas`zu sehen gibt?
    Wir haben uns daran gewöhnt, dass sexuelle Bilder offenbar immer ausbeutend und unterdrückend gegen die Dargestellten gerichtet sind.
    Pr0no als die Regel der Kapitalistischen Sexualität. Die Frau als Beglotz-Ware. (Noch schlimmer: das Kind).
    Dabei ist die erotisch phantasievolle Verführung auf der Strecke geblieben.
    .
    Sollen die geölten Rindwürste Chippendale etwa Geschlechter-Gerechtigkeit bedeuten, wenn sie ihre Stummelchen sowieso nicht zeigen?
    .
    Sex ist wieder so schmutzig wie 1962.

  218. @yast2000 - DDR
    "... sexuell...

    @yast2000 – DDR
    „… sexuell sorglose …“
    Stimmt!
    “ … und relativ freie Gesellschaft, … “
    Pruuuust. Und das war meine mit Abstand höflichste Äusserung zu dem Thema.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  219. Re mein Beitrag 09.35h -...
    Re mein Beitrag 09.35h – Berichtigung
    Line 3. „an airport lounge in Brussels“..

  220. Re: The oldest business in the...
    Re: The oldest business in the world.
    Essen und Köln als Vorbild
    http://www.blick.ch/news/schweiz/zuercher-pruefen-sex-boxen-fuer-den-strassenstrich-id57357.html

  221. ThorHa: "Pruuuust. Und das war...
    ThorHa: „Pruuuust. Und das war meine mit Abstand höflichste Äusserung zu dem Thema.“
    *
    Pruuuust? Der Mann heißt Valentin Louis Georges Eugène Marcel Proust, wenn man auf der Suche nach der verlorenen Zeit als Grummelopa aus der Muppet-Show schon mitreden will! Aber Sex, da ist es wie mit der Intelligenz: Als Nichtbetroffener kann man da schwer etwas zu sagen…

  222. cher Filou, 50+?...
    cher Filou, 50+?

  223. lieber ThorHa, wobei man m.e....
    lieber ThorHa, wobei man m.e. auch die männchen unserer spezies beobachten kann, wie sie ihr statussymbol auto, fahrrad, musik-, büchersammlung, tragbare computer usw. noch einmal extra aufzupeppen geneigt sind; auch um die alberne hackordnung innerhalb der gockelriege neu zu sortieren.
    .
    leider muss man ihnen, zumindest teilweise, bezüglich der annahme recht geben, dass – ein teil der gesellschaftlichen – emanzipation an den auswahlkriterien der frauen im hinblick auf die männer scheitert – u.a. deswegen gab es die politische lesbenschaft, soweit ich mich nicht komplett täusche, kind, das ich damals war.
    .
    wie gesagt, meine wenigkeit hat in recht jungen jahren glücklicherweise sehr gut ausgewählt, einen hübschen mann aus ähnlichem hause, sehr intelligent und unkompliziert zugleich (männer können ja solche diven sein!!), einen partnerschaftlicheren ehemann kann man sich nicht vorstellen, doch sehe ich etliche damen, die immer wieder auf irgendjemanden hereinfallen, der ihnen etwas von ihrer einzigkeit
    (nicht einzigartigkeit wohlgemerkt, das wäre wenigstens ehrlich) vorschwärmt, und gelobt, wie toll und erfüllend das leben mit ihnen,
    einer als frosch getarnten kröte, werden würde.
    .
    dabei ging es eigentlich mehr oder weniger nur um das eine, plüschaugen inclusive. hormone sind ja etwas schönes, aber als richtig schlecht würde ich es nicht bewerten, wenn beide geschlechter noch ein wenig des inhalt ihres kopfes dabeihätten.
    schliesslich raufte man sich zusammen, weil man eben schon einmal zusammen war, und wer weiss, ob noch eine besserer kommen würde, und nahm kompromisse hin, die je nach charakter und zeitdauer der tortur durchaus als unhinnehmbar gelten können.
    .
    ich empfinde solche gemengelagen als sehr unbefriedigend und traurig anzusehen, und insofern bin ich sehr für ein unkompliziertes aushandeln gewisser angenehmer tätigkeiten, wofür so mancher noch taugen mag, doch als partner gibt manch einer nicht viel her, wenn allein schon beispielsweise die auswahl des restaurants zum machtspiel wird. von diesen männlichen gestalten gibt es leider ein paar zuviel; seufz, früher gab es noch matrosenschaft und skorbut…
    .
    der fehler beginnt dann, wenn man sich sagt, dass man mit jemandem zusammensein muss, dass man sich nicht alleine im leben einrichten mag, und dass gewisse aktivitäten besser im rahmen einer beziehung stattfänden, die sich zuweilen auch nur aus einer f4ckb4ddybeziehung ableitete.
    .
    le désir ist ja das thema beider geschlechter.

  224. @yast2000:
    Jeder ist zu einer...

    @yast2000:
    Jeder ist zu einer eigenen Meinung berechtigt …
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  225. @yast2000:
    Ich vergass: Mit...

    @yast2000:
    Ich vergass: Mit der Intelligenz haben Sie natürlich 100% Recht. Die hat bei Ihnen dazu gereicht, eine Diktatur als „relativ frei“ zu bezeichnen, allen Westdeutschen eine characterliche Immunschwäche zu bescheinigen und allen Westdeutschen einen Neidkomplex unterstellen. Ich möchte tatsächlich nicht intelligent sein, wenn das ein Produkt von Intelligenz sein sollte. Was ich nicht annehme.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  226. Da haben sich zwei gefunden....
    Da haben sich zwei gefunden.

  227. Lieber ThorHa,
    "Alles, was...

    Lieber ThorHa,
    „Alles, was einen niedrigeren sozialen Status oder einen niedrigeren Ausbildungsstand hat, wird weggeklickt.“
    .
    Den einen Grund meint man zu kennen:
    .
    Viele Frauen schauen aufs Geld und wollen versorgt sein. Es ist zwar eine Schande, dass im 3. Jahrtausend von den X-Trägern so berechnend gedacht wird, aber so ist es nun einmal. Mir passt das auch nicht, und ich habe „meine Männer“ noch nie wg. ihres Geldes „gefunden“.
    Es ist auch nicht so, dass die Verdienstmöglichkeiten Frauen hundertpro gleiche Bedingungen einräumen. Die Kinderzeit wirft sie zurück mittels der Falle Teilzeit (ist übrigens wirklich eine, besonders für Frauen in mittelständischen Betrieben: weniger Verdienst, aber oft fast genauso viel arbeiten müssen wie Vollzeitbeschäftigte…) Lassen wird das mal so stehen, es wird in Gazetten bis zum Gähnen mit allen Pros und Kons durchdiskutiert.
    .
    Der andere Grund wird jedoch fast nie diskutiert:
    .
    Frauen fürchten oft, dass Männer nicht damit klarkommen, der finanziell oder sozial „Unterlegene“ zu sein, und dies an ihr per unterdrückter Wut auslassen werden. Ihre Furcht ist begründet. Es wird sehr oft eine überschaubare „Mésalliance“ mit allen Höhen und Tiefen. Kleine Höhen am Anfang wegen des Kicks, danach nur noch Tiefen.
    .
    Wer sich als Mann also beklagt, dass die „höheren“ Damen ihn von Anfang an übersehen würden, muss er sich als Mann mit all seinen Ansprüchen udn Träumen fragen: Pack ich eine solche Beziehung überhaupt?
    .
    Wird es ihm auch später noch passen, dass die Leute ihn ab und zu versehentlich z. B. mit dem Titel seiner Frau anreden? Wird er es in 2 Jahren auch noch witzig finden? Wird es ihm nicht nur jetzt, sondern auch in zwei, drei, vier Jahren gefallen, wenn SIE die (teueren) Urlaubsvorschläge macht statt Camping mit ihm zu gehen und großzügig einfach seinen Zuzahl-Anteil mitbezahlt. Oder wird er innerlich langsam aufgefressen und fühlt er sich in zwei Jahren nicht allmählich wie ein Versager und nicht wie ein glücklich Liebender?
    Die Antworten muss er in sich selbst finden.
    .
    Ich persönlich mag keinen mit Minderwertigkeitskomplexen Beladenen länger um mich haben. Egal ob Mann oder Frau. Der Umgang mit ihnen ist schwierig, um nicht zu sagen ein heikler Eiertanz.
    .
    Doch selbst mit einem vom Status her gleichen oder „überlegen“ Mann sehe ich das: manche (eigentlich) modernen Frauen, mit allem ausgestattet, was ein emanzipatorisches Leben möglich macht, tendieren im 3. Jahrtausend (!) immer noch dazu, sich IHM gegenüber nicht allzusehr hervorzutun, um IHN nicht zu kränken. Sie loben seine kleinsten Wunderwerke wie wahre Mamis. Er beachtet hingegen kaum ihre Erfolge oder ermutigt sie. Diese „Power“-Frauen machen sich ihm gegenüber kleiner als sie sind, in allem, in ihren Reden, in ihren Humoreinlagen, in ihrer Gestik. Sehe ich oft auf Einladungen mit Altbekannten und neuen Gästen, in Vernissagen, auch auf ungezwungenen Barbequeues. Ich frage mich dann, warum tuen sich Frauen das an, warum sind sie so unterwürfig, so samthandschuhig und tun so übertreiben bescheiden, gehen fast nie aus sich raus? Weil SIE weiß, oder nur ahnt (fälschlich?), befürchtet, dass er sonst sauer wird? Seine erotische Männlichkeit, seine männliche Identifikation leiden wird? Kann nicht sein. Oder doch?
    .
    Eine Antwort darauf habe ich noch gefunden. Echt nicht. Ich finde es rätselhaft bei Frauen wie bei Männern, das Unterlegen-Überlegen-Ding. Man muss aber auch nicht alle Rätsel bis zum Lebensende lösen, das wäre langweilig.

  228. Filou: "Ich bin eine...
    Filou: „Ich bin eine schweigende Mehrheit.“
    *
    Sie haben es wirklich gut, Filou! Ich schwanke noch zwischen krakeelender Minderheit und diskriminiertem Außenseiter, dabei hätte ich es gar nicht nötig…

  229. @Vroni:
    100% dáccord wegen...

    @Vroni:
    100% dáccord wegen des „anderen Grundes“. Eines der wenigen Dinge, die ich bis an mein Lebensende nicht verstehen werde – warum es Spass machen soll, sich mit Unterlegenen/Unterwürfigen zu umgeben.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  230. Cher donna laura,
    ich habe...

    Cher donna laura,
    ich habe instinktiv im Leben vergleichsweise früh entschieden, mich von Menschen möglichst fernzuhalten, die es mit sich selbst nicht aushalten. Ich wusste nur damals noch nicht, wie viele das sind :-).
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  231. Was macht eigentlich...
    Was macht eigentlich Rosinante?

  232. Ein allgemeiner Gedanke zum...
    Ein allgemeiner Gedanke zum Mann-Frau-Ding:
    Ich warne ja häufig davor, sich viel zu wünschen, weil der Wunsch erfüllt werden könnte. Genauso ist das mit der mal grenzenlos begeistert begrüssten de facto Auflösung der lebenslangen Zweierbeziehung aka Ehe. Denn bei Licht betrachtet hat der Mann eindeutig weit mehr gewonnen, als die Frau. Klar, ihm ist eine kochende Putzfrau nicht mehr unbezahlt zugänglich. Dafür aber kann er das tun, was er eh am besten kann – bindungsos UND ohne schlechtes Gewissen oder missbilligende Blicke von Schmetterling zu Schmetterling ziehen. Solange attraktiv genug. Frauen scheinen (im Durchschnitt in einem weiten Spektrum) anders gepolt zu sein. Und brauchen nach wie vor wohl ein festes nest zwecks Aufzucht von Nachwuchs. Schwupps – zumindest nach meiner Wahrnehmung haben die Klagen von Frauen über die Bindungsunfähigkeit von Männern erheblich zugenommen. Wobei sie noch in der Klage auf einen PR-Trick hereinfallen – wenn Männer von Unfähigkeit sprechen, meinen sie fast immer Unlust.
    Gruss,
    Thorsten Haupts, abschweifend

  233. Donna Laura (08. Februar 2012,...
    Donna Laura (08. Februar 2012, 15:18), ach Quatsch!
    .
    Solche Debatten gingen mir immer auf den Keks und sind Zeichen sexueller Frustration (wenn’s hier nur um Sex gehen sollte).
    .
    Ich moechte Ihre Meinung dahingehend-wahrscheinlich unvollkommen-zusammenfassen: Intelligenzgesteuerte Triebhaftigkeit.
    .
    yast (16:07), ich hatte es immer gut. Irgendwas geht immer. Man muss nur nicht ALLES gehen lassen.
    .
    Ein gesunder Jagdtrieb und ein paar gute Hunde…(Tom Jones, Zwischen Bett und Galgen)

  234. @ThorHa: nicht so scharf, SO...
    @ThorHa: nicht so scharf, SO frei ist man hier nun auch nicht, eingeklemmt zwischen Bausparvertrag und Autoraten.
    Ich würde es auch als eine indirekte Freiheit sehen, wenn man über manches nicht nachdenken muss. Wenn es weniger Handykataloge zu lesen gibt, hat man mehr Zeit, sich mit seinem Partner zu unterhalten…
    Nur blöd wenn man immer vom neuen Eifon träumt.
    Vieles aus unserer schönen tollen Warenwelt stürzt uns aber nur in Schulden und beschert uns nur zweifelhafte Genüsse.
    Ich will hier nicht dem Sozialismus das Wort reden, die üblen Seiten würden lange langweilige Buchseiten füllen, aber das Paradies haben wir im Kapitalismus mit Coca Cola auch nicht geschaffen.
    Und in mancher Hinsicht kann eine Mangelwirtschaft ihre subjektiven Erfolgserlebnisse und Glücksmomente vielleicht unbeschwerter austeilen, als die Überflussgesellschaft, wo es einer gewissen Klugheit bedarf, sein Erreichtes zu schätzen und zu lieben, und nicht zu verachten, weil es keine Villa mit Yacht und Ferrari geworden ist.

  235. ah, cher Filou, mille fois...
    ah, cher Filou, mille fois pardon, das war nur ein verunglücktes scherzlein.
    .
    lieber ThorHa, ‚abschweifend‘, ich kenne dagegen männer, die sich breit über die eigene beziehungsunfähigkeit (alias -unlust) und die ihrer freunde auslassen. abgesehen davon, dass dies ein merkwürdiges gebahren ist, denn man spricht nicht über jemandem in dessen abwesenheit, so erscheint dies zuweilen recht infantil: ich will von allem das beste – nicht unlegitim, denn die treppe wird von oben gekehrt -, und bedauerlicherweise schwingt unsicherheit mit, die gründlich vernebelt wird mit der haltung, dass man selbst dergestalt fantastisch ist, dass die dazugehörigen damen noch froh sein dürften… oje.
    wie gesagt, mich betrifft es ja nicht, zum glück.
    .
    lieber HansMeier555, und plindos?

  236. @The Great Artiste:
    Durchaus...

    @The Great Artiste:
    Durchaus kein Widerspruch. Mit einer Ausnahme. Ich war mit einem (ganz kleinen) Opfer des Regimes befreundet. 4 Jahre Abitur-, Ausbildungs- und Studienverbot (aufgehoben nur nach einem Deal des Vaters mit der Obrigkeit). Wegen des Absingens des Deutschlandliedes auf einer besoffenen Feier als Siebzehnjährige … Von ihrem Vater weiss ich, dass nach heutigen deutschen Kriterien praktisch alle Offiziellen der DDR natürlich vollkorrupt waren (ständige Vorteilsnahme im Amt wegen Mangelwirtschaft). Er war einer der letzten selbständigen Unternehmer der DDR. Mit unter 10 Angestellten gab es die bis zum Ende, wenn auch in den letzten Jahren vor dem Untergang vornehmlich in Sachsen. Von den Erzählungen einiger echter Regimeopfer mag ich nicht reden, ich habe damals 2 kennengelernt.
    Und dann relativiert sich das doch, mit der eingeschränkten Freiheit wegen Bausparvertrag und IPhone-Wünschen. Es ist nicht dasselbe – und mich wird nie jemand davon überzeugen können, es sei irgendwie dasselbe.
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  237. Bei ebay steht ein Satz...
    Bei ebay steht ein Satz Winterkompletträder mit Contis für meine betagte französische Luxuslimousine, einen Winter gefahren, derzeit noch bei 1 €.
    No Country for Old Men.

  238. @ThorHa & yast2000
    Was sagt...

    @ThorHa & yast2000
    Was sagt der Rheinländer oft, wenn’s verbissen wird: Leeve un leeve losse. In diesem Sinne wünsche ich Euch gedeihliches Auskommen in Dons Blog, das sich mit seinem Pluralismus so wohltuend von vielen Rechthaber-Foren unterscheidet. Und wie es unser Meister nebenan bereits formulierte: „Gegenintuitives Denken lebt eher von der Phantasie als von Werten, und es hilft einem Gestus von Freiheit und Spiel, sich gegen den Ernst der Verbesserungs-Ethiken durchzusetzen.“ Missionare allerdings sollten dieses Blog besser meiden.

  239. Ein Aluminiumguss mit...
    Ein Aluminiumguss mit hochwertigem Autolack beschichtet.

  240. @Yast 2000, langsam kann ich...
    @Yast 2000, langsam kann ich Ihre Begeisterung für Frau Merkel nachvollziehen.
    .
    Das westdeutsche Establishment derart am Nasenring durch die Arena zu ziehen, ist bisher nicht mal einer ‚Sieger-/Supermacht‘ gelungen. Das muss man würdigen.
    .
    Nur…, Gewinner sehe ich keine.
    .
    Immerhin kann lt. FAZ Herr Sarkozy Merkels Erscheinen in Paris – in Feldgrau- würdigen.

  241. Fünf+ Kerzen auf dem...
    Fünf+ Kerzen auf dem Knuspertischchen? Haben Sie wenigstens Löschpapier?

  242. Im Vertrauen gesagt, gerade...
    Im Vertrauen gesagt, gerade Ihnen würde ich auch nichts anvertrauen wollen. Mein Vertrauen setze ich nur in G…t.

  243. yast2000@: Sie irren mein...
    yast2000@: Sie irren mein Lieber. Bedenken Sie doch, der Mensch ist von Geburt an Mängelwesen. Jeder lausige Köter kann z. B. sofort laufen und benötigt keine Windeln. Wir dagegen sind vom Anfang und dann nochmal zum Ende hin meistens incontinent, sprich wir brauchen Windeln. Im Vertrauen gesagt: Sie, gerade Sie haben es womöglich, bewahre, einmal bitter nötig ;-)

  244. @Filou: Bei all ihren sonst...
    @Filou: Bei all ihren sonst sehr geschätzten Beiträgen, ist denn Triebhaftigkeit ohne Intelligenz die bessere Lösung?
    Ich fürchte, da kann man dann schnell mit zwei Klumpen Silikon vorm Bug in einem Teich voller Kakerlaken und Fischeingeweide landen. Oder mit zwei Schreihälsen in einer Roller-Resopal Küche in Bunny Hill oder Marzahn.
    .
    Wir sind so schlau wie wir sind, wir sehen soviel wie wir sehen,( ihren Äusserungen, Donna Laura, entnehme ich, dass es in beiderlei Hinsicht nicht unerheblich über dem Durchschnitt liegen könnte), so dass dann die Enttäuschung über den weit verbreiteten erotischen Analphabetismus einfach um so heftiger ausfallen muss.
    In welcher gemischten Sauna sitzt heute noch attraktives junges Gemüse auf der Stange? Welcher Fernsehbericht über Swingerclubs etc. lässt einen nicht die lustvolle Zellteilung herbei wünschen? Das wirkt immer wie die Varietes des 19. Jahrhunderts, mit der vollbärtigen Frau und dem dreibeinigen Tangotänzer.
    .
    Öffentlich sichtbare Erotik ist absolut uncool geworden, weil da nur alte Säcke unter ihren Hängebäuchen nach den letzten Zuckungen wurmfortsätziger Lebensformen suchen.

  245. donna laura@: Boshaft gefragt:...
    donna laura@: Boshaft gefragt: Meinen Sie nun Gebahren (im Sinne von Bahre)oder Gebaren? Ersteres hätte doch was bei näherem Nachschmecken, n’est-il pas ?

  246. Der Scharfrichter: "Ist der...
    Der Scharfrichter: „Ist der Kopf erst einmal ab, gibt es keine Nachfragen mehr.“
    Solche Zustände wollen wir doch wohl nicht mehr.

  247. ...was hilft es den oberen...
    …was hilft es den oberen Schichten Totalversagen mit einer Phantomwelt aus Benimm-Moral-
    und Konsumregeln kaschieren zu wollen und ein Organigramm nach dem anderen zu erstellen?

  248. @Thorsten Haupts. Klar. Den...
    @Thorsten Haupts. Klar. Den schaurigen Teil würde ich nie bezweifeln. Ist nicht das Gleiche. Anecken und richtigen Ärger bekommen war in der Diktatur immer viel leichter und schlimmer.
    Aber an der besten aller Welten haben wir hier auch noch eine Menge zu verbessern. Eine neidfreie, wirklich intelligente Sozialdemokratie wäre gefragt.
    .
    @salonsurfer: JA! Pluralismus. Kabbeln. Pieksen. Aber nicht predigen, missionieren, bekehren.

  249. Ja, Plindos. Und Dipsy, das...
    Ja, Plindos. Und Dipsy, das scharfe Gewürz.

  250. @The Great Artiste - "Aber an...
    @The Great Artiste – „Aber an der besten aller Welten haben wir hier auch noch eine Menge zu verbessern.“
    (Mit leiser Trauer) Sicher. Wenn wir damit bei uns selbst anfangen. Viele von uns. Wie hoch setzen Sie die Chance an – 0,1 oder 0,001%?
    Gruss,
    Thorsten Haupts

  251. HansMeier555, 22:49: DAS waren...
    HansMeier555, 22:49: DAS waren Zeiten! Und Kommentatoren. Wer kennt die Zeit, nennt ihre Namen? Tempora mutantur et et illi mutantur in illis.

  252. @HM555 (10:50):...
    @HM555 (10:50): RRRRRRRRRrrrrrrrrrrrrrrraaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhhhhh! Wo Er recht hat, hat er recht.
    .
    Zu Ihren Gunsten spricht leider: In den wohlsituiertesten Stadtvierteln der schönsten Stadt der Welt besuchen 80-86% der Kinder das Gymnasium; in the least sauvory part of Cologne the quota is only about 10%. Womit kann man den respektiven Eltern bitte einmal den Kopf waschen?!?!

  253. Great Artist, wahrscheinlich...
    Great Artist, wahrscheinlich haben Sie mich missverstanden. Das Eine tun wollen-und es doch lassen, mit Blick auf den naechsten Morgen, die naechsten Wochen, gar einige Jahre.
    .
    Jemanden koerperlich zu begehren, sich vorzustellen, wie es sein koennte, wenn…
    …und doch verzichten, weil der Verstand ueber dem Begehren steht. Rein in die Kiste, raus aus der Kiste? Was richtet es mit mir an? Was richtet es mit dem Subjekt meiner Begierden an? War es nur DAS, was mich trieb?
    .
    Wuerde ich alle Varianten (Ursachen und Wirkungen) des Zusammenfindens aufzaehlen, kaeme ich ins romanhafte. Dafuer bin zu klein.
    .
    Ich jedenfalls haette mir gelegentlich gewuenscht, etwas oefter die Intelligenz benutzt zu haben, bevor ich nach zwei Tagen, emotional ueberfordert, jemand ruede die Tuer verweigert haette.
    Denn was wissen wir von den Wuenschen und Hoffnungen des/der Anderen?
    .
    Wir wuerden gerne glauben, das im Sex das reine Vergnuegen laege. Nix da! Immer, immer ist mehr dahinter. Manchmal Banales, manchmal …
    …ach was. Wir ahnen es.

  254. E.R. Binvonhier @yast2000:...
    E.R. Binvonhier @yast2000: „Das westdeutsche Establishment derart am Nasenring durch die Arena zu ziehen, … das muss man würdigen.
    *
    Ich versuche nur zu helfen, doch in den Köpfen des real existierenden Kapitalismus scheint eine unglaubliche Verwirrung zu herrschen; auf Lust und Liebe zu verzichten, nur um am Himmelstor mit dem fetten Klingelbeutel anzutanzen, das ist schon bedenklich…

  255. @DA: Catania ist eine Stadt -...
    @DA: Catania ist eine Stadt – Taormina nur Kulisse seiner selbst. Es gibt in T. eine durchaus affordable Villa Schuler, nix dolles, aber in Fußweite des Theaters und mit schlicht-geschmackvollen Zimmern sowie einer grandiosen Frühstücksterasse mit Blick zwischen Palmen auf das Gestade und den Ätna.

  256. Krck01: " ... Solche Zustände...
    Krck01: “ … Solche Zustände wollen wir doch wohl nicht mehr.“
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    Wer ist „wir“? Was soll diese verbale Geiselnahme…?

  257. @Filou:
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    "Was machen wir nach...

    @Filou:
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    „Was machen wir nach der Orgie?“ (Baudrillard)

  258. Wird es nicht immer dann...
    Wird es nicht immer dann unangenehm, wenn
    das Jagdfieber (gilt für m+w) erloschen ist?
    Lästig, wenn plötzlich im heiteren wilden Spiel –
    der eine zum klebrigen Honigkuchenpferd wird.
    .
    Gilt dies nicht auch für unsere O/W-Beziehung?
    Als sie – immer die anderen :-) – unerreichbar schienen,
    was haben wir sie da geliebt.
    Aber wie es so ist: wenn die/der Geliebte einem
    zu sehr auf die Pelle rückt….geht man eben selbst
    3 Schritte zurück – um die alte gewohnte Distanz
    wieder herzustellen….
    20 Jahren seine Enttäuschung zu pflegen ist ungesund.

  259. HansMeier555: "Was machen wir...
    HansMeier555: „Was machen wir nach der Orgie?“ (Baudrillard)
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    Ach! Die Tragödie ist geschrieben, und was erschrecket gar mein Herz?
    Der Meier zucket immer noch! Ganz ohne jeden Schmerz!

  260. @Filou: Verstehe ich. Ein...
    @Filou: Verstehe ich. Ein bisschen weiter als das unmittelbare Vergnügen zu sehen, ist wichtig. Man kann nicht behaupten, bei Sex sich nicht nahe zu kommen, und bei allen Beteiligten keine Wünsche, Träume und Enttäuschungen loszutreten.
    Deswegen lassen wir es ja so oft bleiben.
    Ich möchte nur für eine Öffentlichkeit plädieren, in der Erotik gegenwärtiger wäre. In der ein wenig mehr Abwechslung, ein wenig mehr Phantasie und ein wenig mehr Erlebnis undramatisch und ohne Geschrei und Tränenströme möglich wäre.
    .
    @ThorHa: 0,0001? Gute Frage. Ich glaube, das ist ein Teil vielleicht auch Sinn dieses Blogs.
    Themen an die Oberfläche spülen, die unterschwellig zwar vorhanden sind, aber in den Kreisen der Macher, Entscheider, und Alphatiere kaum gegenwärtig sind, weil sie ihre 31ft.Performance, den AMG-Mercedes, die Jugendstilvilla im Hochtaunus, die Hotelübernachtungen in San Francisco und ihre Zweit-, resp. Drittbeziehung längst haben. Oder gehabt haben.
    Natürlich alles wahrscheinlich eine Nummer kleiner, aber es geht bei uns zu sehr um den quantitativen Erfolg ( wohin bin ich aufgestiegen) als um den qualitativen Genuss ( Was mache ich mit den paar Jahren, die ich überhaupt habe.)
    Memos schreiben? Redaktionskonferenzen leiten? Champagner im Edelpuff bestellen? Ein bisschen angesagtes Gekleckse für 6 Mio. ersteigern?
    Dem Konkurrenten den Stuhl unter dem Hintern wegsägen?
    .
    Ich glaube, es geht besser. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 95%.

  261. lieber The Great Artiste,...
    lieber The Great Artiste, artig danke ich leicht errötend ob ihres überaus schmeichelhaften komplimentes, und auch für ihre ritterlichkeit mein merci!
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    lieber yast2000, vermutlich gibt doch mehr dagoberts als man vermuten mag.

  262. Great Artist (09. Februar...
    Great Artist (09. Februar 2012, 12:16), mehr Erotik in der Gesellschaft? Gerne!
    Darum findet man mich bei Alter Musik, alten Schnaepsen und Bildern an der Wand, die wir abhaengen muessen, um angekuendigte Besuche nicht ins Gruebeln zu bringen.
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    Liebe Foersterliesel…!

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