Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Keine Angst vor alten Weinen

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Mit dem Alter werden sie vielleicht nicht besser, aber sicher interessanter: Hinter bröckelnden Etiketten und Korken können sich schöne Überraschungen verbergen.

Nach den Kakerlaken im Brot und dem Ärger mit der Familie würde man in Bayern sagen: Schwoammasowe – Schwemmen wir es hinunter! Das sollte man mit dem edlen Tropfen, den Wein- und Gastblogger Christoph Raffelt nun den Stützen der Gesellschaft einschenkt, natürlich nicht machen. Ganz langsam geniessen, bitte.

Der Wein ist das Gefäß der verherrlichten, transzendierten, sublimierten Zeit. Was vom Zeitpunkt der Abfüllung, der den Jahrgang bezeichnet, bis zum verschwenderischen Moment des Entkorkens mit jener Flüssigkeit geschieht, ist eine ständige Assimilierung, Alchemie und Verwandlung.
Michel Ofrey, Theorie des Sauternes

Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich das Glück, dass mich ein Freund dazu eingeladen hat, in einer kleinen Runde einige gereifte Weine zu trinken. Für jemanden, der bewusst und gerne Wein trinkt, ist das immer eine besondere Gelegenheit, sich mal wieder darüber klar zu werden, wie viel mehr Wein sein kann als ein einfaches Konsumprodukt. Komplexität, Tiefe, Geschichte und Kultur schlummert in solchen Flaschen und es kann ein außerordentliches Erlebnis sein – vorausgesetzt, man hat Lust, sich darauf einzulassen.

Auch wenn ich mich seit nun zwei Jahrzehnten mit Wein beschäftige – ich stutze kurz, aber ja, es sind schon zwei Dekaden – würde ich mich nicht für einen Weinsnob halten. Zwar hat sich die Anzahl jener Weine, die ich für außergewöhnlich halte, deutlich erhöht, doch probiere ich das meiste davon in Verkostungssituationen die meist ausgesprochen unromantisch sind. Das, was ich zu Hause trinke, bleibt dagegen in einem preislich deutlich begrenzten Bereich. In den ersten zehn Jahren habe ich mir eine klare Preisobergrenze – damals 15 DM – gesetzt, die ich auch nur zwei Mal gebrochen habe. Damals hatte ich die Chance, ziemlich günstig an eine Sechserkiste guten Priorat-Weins zu kommen. Mitte der Neunziger war der Wein aus diesem alten, wiedererweckten und zu Ruhm gekommenen spanischen Weinbaugebiet noch selten zu bekommen und immer teuer. Also habe ich für meine Verhältnisse damals tief in die Tasche gegriffen – der Preis lag bei knapp 30 DM – und habe mir die Weine dann in den Keller gelegt. Einige Jahre später wurde die erste Flasche geöffnet und aus der Öffnung drang ein scharfer und zugleich muffiger Geruch. Trinkbar war weder die erste noch die zweite noch jede weitere Flasche. Eigentlich altern die relativ alkoholischen Weine aus dieser heißen Gegend ganz gut und ich bin überzeugt, dass es nicht das Alter war, das den Wein vernichtet hat sondern irgendein Weinfehler. Die zweite Inkonsequenz hieß Penfolds BIN 389. Diese australische Marke kam Anfang der Neunziger gerade erst auf den deutschen Markt, und unterhalb des weltberühmten Flagschiffes namens »Grange« gehört der BIN 389 mit zu den besten Abfüllungen dieser großen Kellerei. Heute kostet so ein Wein ca. 35 Euro pro Flasche, damals waren es 22 DM. Es dürfte ca. vier Jahre her sein, dass ich die letzte der drei erworbenen Flaschen getrunken habe – mit viel Genuss.

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Die Entscheidung, mir für die ersten Jahre eine Grenze zu setzen, war, im Nachhinein betrachtet, eine ausgezeichnete. Die Leidenschaft für Wein verführt sehr schnell und ich bin mir sicher, ich hätte mir ziemlich früh Flaschen gekauft, die nicht nur nicht in mein Budget gepasst hätten sondern die ich mir letztlich gekauft hätte, um mich vor mir selber wichtiger zu machen. Beurteilen können hätte ich sie nicht, denn das muss gelernt werden und dabei hilft ausschließlich Erfahrung. Einmal, ziemlich zu Anfang, hat mir jemand eine Flasche Léoville Las Cases geschenkt. Die Weine dieses Châteaus gehören mit zum Besten, was man im Bordeaux erwerben kann. Ich hatte die Flasche liegend ins Regal gelegt, irgendwann hervor geholt und geöffnet. Dass sich bei solchen Weinen, die häufig ungefiltert abgefüllt werden, ein Depot von Trubstoffen am Boden bildet, das aufgewirbelt wird, wenn man die Flasche schwenkt, war mir damals noch nicht bekannt. Also habe ich entsprechend nicht darauf geachtet und wahrscheinlich etwas überheblich einen trüben, ja trübsinnigen und enttäuschenden Tropfen ausgeschenkt und war zunächst einmal der Meinung, der Wein wäre hinüber gewesen.

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Mittlerweile weiß ich es besser und kann mit solchen Flaschen umgehen, aber das hat gedauert. Irgendwann habe ich dann auch die Preisgrenze aufgehoben – je tiefer ich mich in das Thema vertieft habe, desto notwendiger wurde irgendwann die Beschäftigung mit Gewächsen, deren Qualität über das normale Maß hinausgeht oder hinausgehen sollte.

Angenähert habe ich mich an solche Weine allerdings nicht über den Kauf, sondern über Proben, die verschiedene Weingeschäfte in meiner Umgebung teils mehrfach im Jahr angeboten haben. Es war notwendig, eine gewisse Scheu zu überwinden, um mich dort durch die verschiedenen Weine zu probieren, von einem Tisch zum nächsten – mich zu trauen, das ein oder andere Wort mit dem ein oder anderen anwesenden Winzer zu wechseln, denn das kann durchaus erhellend sein. Neben der deutlichen Erweiterung des Horizontes hatten diese Besuche allerdings einen besonderen, vorher gar nicht bedachten Nebeneffekt. Ich lernte Menschen kennen, die genauso besessen sind wie ich selbst, die sich stundenlang damit beschäftigen können, den Riechkolben ins Glas zu halten, Weine tropfenweise über die Zunge rinnen zu lassen und auch noch darüber zu reden. Solche Menschen zu finden, ist im Alltag nicht so einfach und entsprechend war meine Leidenschaft lange Zeit eine einsame. Nach einiger Zeit jedoch hat sich aus den regelmäßigen Besuchen und der Begegnung mit anderen Gästen eine kleine Gruppe gefunden, die sich nun regelmäßig trifft, um Flaschen zu öffnen und gemeinsam zu probieren. So ernsthaft wir bei der Sache sind, so viel Distanz haben wir dabei zu uns selbst. Denn ein solcher Abend, bei dem es natürlich nicht ausschließlich um Wein geht aber doch zum überwiegenden Teil, wäre ohne eine ironische Selbstbetrachtung kaum zu rechtfertigen. Wie unangenehm fehlende Distanz zum Thema sein kann, wird schnell klar, wenn man in die Kommentarspalten verschiedener Weinblogs oder -foren schaut. Die Anzahl an Cholerikern und komplett spaßfreien Kommentatoren ist dort mindestens so hoch wie in den Foren von High-End-Boxen und -Plattenspielern, also sehr hoch, und die Anzahl beleidigender oder beleidigter Kommentare ist erschreckend. Auch wenn es sicher genügend Fragwürdiges und Diskussionswürdiges in der Weinbranche gibt, wundere ich mich immer wieder, wie verbissen dort gekämpft wird als befände man sich im Stellungskrieg. Ich selber habe es mittlerweile fast vollständig aufgegeben, mir all das anzutun und verlagere mich zunehmend auf das Lesen englischsprachiger Weinblogs, die mir offener und respektvoller erscheinen, auch wenn dort genau so ernsthaft diskutiert wird.

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Als ich das erste Mal einen Wein getrunken habe, der fast doppelt so alt war wie ich, war ich durchaus ergriffen. Es war ein Rivesaltes, ein südfranzösischer Wein, dessen Gärung ähnlich dem Port per Alkoholzufuhr gestoppt wird. Diese Weine werden teils Jahrzehnte lang in Fässern oder Glasballons gelagert, um dann irgendwann auf die Flasche gezogen zu werden. Der Wein war also frisch verkorkt und hatte ein blütenweißes Etikett – im Gegensatz zum 1934er Léoville-Barton, den wir als Höhepunkt des eingangs erwähnten Abends probiert haben. An diesem Abend wurden sämtliche Weine blind verkostet, wir wussten also zunächst nicht, was wir im Glas hatten. Ich habe den Wein damals auf Mitte der 70er Jahre geschätzt, und ihm eine gewisse Müdigkeit attestiert. Ich fand den Wein gut, aber nicht herausragend. Als dann klar wurde, was wir ihm Glas hatten, war ich beeindruckt und ich habe den Wein ganz anders wahrgenommen. Ich mag es sehr, Weine zu probieren, ohne irgendein Wissen und Voreingenommenheit mitschwingen zu lassen, doch solchen Weinen wird man damit im Zweifel nicht wirklich gerecht.

Selbst wenn sie ihre beste Zeit möglicherweise hinter sich haben – wohlgemerkt, es ging nicht darum, Essig zu trinken und ihn schön zu reden, nur weil er alt war, vielmehr war der Wein noch erstaunlich gut -, beschwören sie doch ein Geschichte herauf. Es gibt kaum Genussmittel, die sich so lange weiterentwickeln, höchstens Honig, wenn er dunkel und kühl gelagert wird. Dieser Wein hat also den Krieg überdauert, ist nicht von deutschen Soldaten beschlagnahmt und zum Obersalzberg transportiert worden, wie so viel andere Bordeaux-Gewächse, er hat den eisernen Vorhang und die Neuordnung Europas verschlafen, wurde nie neu verkorkt, wie man deutlich sehen kann und irgendwann hat ihn jemand aus den Tiefen eines Kellers hervor geholt und an einen Spezialitätenhändler veräußert, wo ihn der Gastgeber der Runde erworben hat. Solch ein Wein kostet übrigens keine Unmengen. Vielleicht etwa das Doppelte von dem, was ein frischer Jahrgang kostet, jedoch nur ein Bruchteil von den neueren Jahrgängen der obersten Riege der Bordeauxweine.

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Neben den altehrwürdigen Flaschen fanden sich an jenem Abend Weine, die im Alter von zwanzig, dreißig oder mehr Jahren wirkliche Strahlkraft besitzen, wie zum Beispiel die 1976er Beerenauslese aus dem Kanzemer Altenberg, einer Saar-Lage, ausgebaut von van Othegraven, jenem Weingut, dass mittlerweile im Besitz von Günther Jauch ist. Dieser präzise salzig-süße, ungemein frische Wein bildete den Abschluss eines Abends, dessen größte Überraschung für mich ein 1977er Malbec aus Argentinien war. Dass im Bordeaux, an der Saar, im Burgund oder im Piemont Weine gemacht werden, die Jahrzehnte überdauern können, war mir nicht neu. Dass dies jedoch auch schon in Argentinien zu einem Zeitpunkt der Fall war, zu dem hier in Deutschland so gut wie keiner gewusst haben dürfte, dass dort überhaupt ernsthaft Weinbau betrieben wird, hatte ich so noch nicht erfahren.

Natürlich ist es ein großes Privileg, Menschen im Freundeskreis zu haben, die Weinkeller besitzen, in denen sich solche Weine befinden, zumal, wenn man selbst einen solchen Keller aus welchen Gründen auch immer nicht sein Eigen nennt – was bei den meisten der Fall sein dürfte. Trotzdem ist es gar nicht so schwer, an gute, gereifte Weine zu kommen, die häufig nicht teurer sind als jene Jahrgänge, die gerade erst auf den Markt kommen und noch gar nicht trinkbar sind. Um einen besonderen Abend zu gestalten, kann ich es nur empfehlen, sich mal auf einen solchen Wein einzulassen.

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123 Lesermeinungen

  1. Mal wieder ein sehr...
    Mal wieder ein sehr lesenswerter Bericht. Ich kann es gut nachvollziehen, so lagert im Weinkeller meiner Eltern noch immer eine Rheingauer Trockenbeere aus meinem Geburtsjahrgang für mich. Ich weiß nur nicht, wann ich ihn trinken soll. Es fehlt der Anlass. Vielleicht sollte der Grund am Leben zu sein und gesund, Anlass genug sein.
    Ein sehr trauriges Erlebnis hatte ich hingegen einmal mit einem roten Baron de Rothschild aus dem Jahre 1952. Den fand ich im Erblass meiner Oma, der wurde dann fast 5 Jahre nach ihrem Tod geöffnet, war aber nur noch brauner Essig. Da war ich natürlich enttäuscht.

  2. "entsprechend war meine...
    „entsprechend war meine Leidenschaft lange Zeit eine einsame.“
    Das kenn‘ ich als Musikliebhaber auch: Guter Geschmack macht sehr einsam.

  3. Einen 76er aus Hattenheim...
    Einen 76er aus Hattenheim werde ich in einigen Monaten anläßlich eines Familienfests öffnen und ich bin auch schon sehr gespannt, was das geben wird.
    Das war ein heißer Sommer damals, an den ich mich allerdings nicht so recht erinnern kann… aber auch dafür gibt es ja die alten Tropfen!

  4. Dies ist ein...
    Dies ist ein wunderbarer,informativer Beitrag!
    Ich bin ein passionierter Weintrinker, ohne mich jedoch als grossen Kenner
    hervorzutun.Da hilft dann immernoch der „Johnson“,ist aber nicht ausreichend.
    Ich lebe in Spanien,und es ist nicht immer leicht,bei den agebotenen Mengen einen
    guten Wein in einem guten Preis-Leistungsverhältnis zu finden.

  5. @Herr Schwarz: Ich nehme mir...
    @Herr Schwarz: Ich nehme mir bewusst keine besonderen Anlässe mehr, um einen schönen wein aus dem Keller zu holen. Irendwann hat man dann einfach den Zeritpunkt verpasst und dann schmeckt der Wein nicht mehr. Ein Abend mit Muße ist da alle mal mehr wert.
    .
    Der 52er war kein Weinjahrgang im linken Bordeaux, vor allem keiner für lagerfähige Weine, dafür war das Wetter rund um die ernte zu nass und kalt. Wäre es eine Flasche 53er gewesen und die gut gelagert, hätten Sie heute noch Ihre Freude dran.

  6. wer möchte kann eine...
    wer möchte kann eine wunderbare „wein“karte der welt im kopf haben – und immer nur reisen, eben von einem kontinent zum anderen, von einer gegend in die nächste, eben von weingut zu weingut, von mensch zu mitmensch. und wechselt mit den jahreszeiten die hemisspähren, wie die lagen: einfach wunderbar!
    .
    ja, es gibt so viele richtige lebensweisen!
    .
    in dem zusammenhang: auch wir waren von der neuübersetzung angetan. http://www.amazon.de/Der-gro%C3%9Fe-Gatsby/dp/B004YQR7XY

  7. Wieder eine schöne...
    Wieder eine schöne Einführung in die zauberhafte Welt des Weins von Ihnen. Ich selbst wurde während einer Wohnmobilfahrt durch die Provence zum Genießer und zum Liebhaber südfranzösischer Weine.
    Eine Frage habe ich zur Lagerung: Sollte im Keller eine bestimmte Temperatur nicht überschritten werden, oder ist eine gleichbleibende Temperatur wichtiger? Unser Keller ist mit ca. 16-18 Grad recht warm.

  8. Vielen Dank für das positive...
    Vielen Dank für das positive Feedback!
    .
    @muscat: Handelt es sich beim dem 76er auch um eine Auslesequalität?
    .
    @salonsurfer: Das geht viellecht gerade noch so mit dieser Gradzahl, optimal ist es sicher nicht. Aber wichtiger dürfte tatsächlich die Konstanz sein, bei Temperatur und Luftfeuchte.

  9. Schön schön, möchte ich...
    Schön schön, möchte ich sagen.
    Nun, ich beurteile Wein letzlich nach: schmeckt mir, schmeckt mir nicht.
    Schimpfen Sie mich einen Banausen, ein Schroten; wie auch immer.
    Viel Schatten, wenig Licht; viel BlaBla, wenig Sicht.

  10. Der Antipode der "Angst vor...
    Der Antipode der „Angst vor Alten Weinen“ ist die blindgläubige Anbetung verrotteter Etiketten. Exemplarisch sei das vergnügliche Desaster benannt, als eine Batterie von Bouteillen aus einem – angeblich vom amerikanischen Botschafter zu Zeiten der Französischen Revolution angelegten – Pariser Weinkeller von sogenannten Connaisseurs coram publico ausgeschlabbert wurden …
    Alles schwelgte und es war dann doch nur eine Plörre aus heutigen Zeiten.
    Warum aber auch sollten der Wein aus der Heckenwirtschaft oder der cantina soziale nicht ein ebenso unterkanditeltes Vergnügen bereiten ?

  11. Ja, es ist eine Auslese und...
    Ja, es ist eine Auslese und sie wurde vor ca. 10 Jahren auch nochmal neu verkorkt.

  12. Wie leid sie mir doch tun, die...
    Wie leid sie mir doch tun, die -kenner, die -möger, die -genießer!
    Sie wissen nicht, was sie erwartet.
    Merket, Vernunftbegabte dieser Erde, die ihr allzuviele durchaus nicht seid:
    Ein halbes (h-a-l-b-e-s!) Glas eures geschätzten Schlotzgesöffs täglich genügt, um euch einem Krebs (z.B. BRUSTKREBS) verläßlich näherzubringen. Vgl. dazu die wiss.-med. Alkoholforschung.
    Euer wortreicher Schwelgereinebel, den ihr um diese kulturelle Errungenschaft veranstaltet, ist schlicht läppisch; so läppisch wie Entstehung von Tumorzellen es eigentlich ist. Auch diese sind kulturell „errungen“.

  13. @Frundsberg: Aber natürlich...
    @Frundsberg: Aber natürlich bereiten die Weine aus der Heckenwirtschaft oder der cantina sociale viel Freude, vor allem wenn sie gut gemacht sind und dann auch noch im Urlaub genossen werden. Nur wollte ich speziell mal auf die Möglichkeit hinweisen, sich auf einen älteren Wein einzulassen ohne jetzt im Snobismus zu versinken. Einfach so, aus Spaß und Lust, nicht wegen der Etikettentrinkerei.

  14. @ jeeves.
    Jeder denkt, er...

    @ jeeves.
    Jeder denkt, er selbst habe den guten Geschmack.
    Ich bin Fan von Charles Mingus und kann ihn überall heraushören,
    und leide unter (für mich) unsensiblen percussions.
    Andere jauchzen wenn es ordentlich kracht. Bleib ich halt weg.
    Ich hatte mal das Glück – Albert Mangelsdorff nur auf seinem Mundstück
    spielend – erleben zu dürfen. Unvergesslich.
    Einsam… nö…dankbar.
    Keine Angst vor Alten die weinen.

  15. ..wenn es um die ganz...
    ..wenn es um die ganz teuren/feinen Gewächse geht, möchte ich mich bedeckt halten; das kleine Abenteuer kann auch schon die Empfehlung eines Winzers sein, dem Wein mal ein, zwei o. mehr Jahre zu geben.
    Oder, die ganz Besonderen, für gute Freunde und schöne Anlässe, liegen geblieben, vergessen und dann nach 5 o. mehr Jahren im Keller wiederentdeckt.
    Ob rot o. weiss, Nahe, Rheingau, Mosel o. Aosta(ein hohes Anbaugebiet)- mit Bedacht getrunken ist der Wein ein wichtiges Kulturgut.
    Es macht Spass, sich manchmal zu Zweit ein Piffchen zu teilen, wenn es darum geht,
    den Geschmack zu erforschen (Ahr)..oder mit vielen gemeinsam am Tisch den einen o. anderen Eiswein durchzureichen, obwohl die meisten doch lieber trocken trinken..es der niedrige Preis aber ermöglicht, in die höheren Nummern vorzudringen.
    Solang´ der Gastgeber o. Wirt merkt, dass die Zielsetzung eine kulinarische, sprich- geniesserische ist, wird er ein Auge zudrücken.
    Ein elitäres, abgrenzendes konsumieren von Wein lehne ich ab!
    Nachdem eine Flasche im Ausguss gelandet ist(ungeniessbar) wurde ein unter Freunden gestarteter Versuch belohnt, alte W. aus dem Kellergünstig weiterzureichen und zu testen. Zwei Probanten, ein Cote d ór und ein Mosel knapp 20 j. alt waren klasse- rose´o. Weissherbst-.
    Der Franzose zudem sehr interessant mit nur leichter Firnis(!?)
    Eine weitere schöne Erinnerung an nicht ganz alte Weine war die Aktion eines kleinen italienischen Geschäftes in der Nachbarstadt.
    Die hatten ihre Bestände zu alt werden lassen und mussten nun überlang gelagerte Rote aus Umbrien, Campagne usw. für geringe Beträge veräussern.
    Manchmal war der Korken so brüchig, dass man die gesamte Flasche zu filtern hatte.
    Ein gepflegter alter soll halt umgekorkt werden.
    Als Ergebnis bleibt zu vermelden, daß alle probierten Sorten nach meist 6-7 Jahren(noch) so gut>besser?!? waren und es die Fairness geboten hätte, einen höheren Preis zu zahlen…….
    ….vielleicht ein wenig lang geworden jetzt…..

  16. Blubberklaus, wie halten Sie...
    Blubberklaus, wie halten Sie es denn mit der Prävention? Leben im keim- und karzinogenfreien Sauerstoffbunker?

  17. Sind "Wine and Cheese parties"...
    Sind „Wine and Cheese parties“ schon passé? Oder wieder „in“?

  18. Mist, morgen fängt ja die...
    Mist, morgen fängt ja die Fastenzeit an… und ich kann heute wegen fieser Erkältung noch nicht mal Abschied feiern.

  19. Werter Blubberklaus, das mag...
    Werter Blubberklaus, das mag ja alles sein, aber warum gehen Sie uns damit auf die Nerven?
    Ich denke, das weiß hier jeder, aber wenn ich dann auf ein Leben zurückschaue ohne Wein, Weib, Gesang, Gin Tonic und Cohibas, freue ich mich dann dass ich 90 geworden bin? Nöööö, lieber in Maßen genießen und sich des Lebens freuen.
    @muscat-> darauf ein Glas Hendrick’s mit Tonic?
    Beschwipse Grüße aus dem Norden,
    Moritz

  20. <p>@di: Ein elitäres,...
    @di: Ein elitäres, abgenzendes Konsumieren finde ich ebenfalls überflüssig. Ich hätte zumindest keinen Spaß daran. Solch eine alte Flasche Bordeaux wie oben beschrieben ist für mich auch ein Sonderfall aber ich muss sagen, hin und wieder macht das schon viel Spaß. Etwas Besonderes ist es, zu einem bekannten Moselwinzer zu fahren, der eine eigene Karte für gereifte Wein hat um mir dort ausgezeichnet gereifte 15 Jahre alte Spätlesen auszusuchen, die auch nicht mehr kosten als die frischen Abfüllungen.

    @fionn: Das weiß ich nicht, davon habe ich bisher nicht gehört.

    @muscat: In der Fastenzeit trank der Mönch dann Bier.

  21. Guter Wein, in Massen...
    Guter Wein, in Massen genossen, kann auch in groesseren Mengen nicht schaedlich sein.
    .
    (Zitat: Margot Kaessmann/ Andreas Rebers)

  22. Blubberklaus: "Wie leid sie...
    Blubberklaus: „Wie leid sie mir doch tun, die -kenner, die -möger, die -genießer! Sie wissen nicht, was sie erwartet. Merket, Vernunftbegabte dieser Erde, die ihr allzuviele durchaus nicht seid: …“
    *
    Der Blubberklaus kriegt nichts mehr, er verträgt das nicht. Als ob Blubbern nun so viel gesünder wäre….!

  23. Commentar. Ahh Lady Chatterley...
    Commentar. Ahh Lady Chatterley post Coitus.

  24. sorry OT, aber hoffentlich...
    sorry OT, aber hoffentlich kandidiert er:
    http://taz.de/Linke-und-Piraten-wollen-Kabarettist-als-Praesi/!88187/

  25. @Der_Tiger: Merci beaucoup...
    @Der_Tiger: Merci beaucoup für die NZZ-Links zu JG. Sehr gutes Gespräch der erste; beim zweiten konnte ich jedoch keinen relevanten Treffer finden?
    .
    Das könnte spannend werden. Gauck zitiert Schiller mit den schönsten Träumen von der Freiheit im Kerker. Mein Liebling ist nun einmal der alte Henri Heine: Die Freiheit ist eine Kerkerblume.

  26. Ich habe mal in einem...
    Ich habe mal in einem Spanischen Weinladen der geschlossen wurde in den Resten gesucht und 12 bis 15 Jahre alte Rotweine zu E5/Flasche gefunden. Der Brandy war E10 und eine bekannte Marke. Die Flaschen waren auch nicht mehr ganz so voll. Gegen den Rat und Widerstand meiner Partnerin habe ich dann aber doch gekauft. Der Wein war fuer mich noch trinkbar, die Partnerin lehnte nach dem ersten Schluck aber ab. Ich habe alle Flaschen treu genossen (musste ich schon aus Prinzip) aber seitdem ist der Traum vom koestlichen alten Wein dahin. Die gleiche Erfahrung habe ich auch einmal beim Bier gemacht. Ein paar Jahre auf dem Buckel sind schon nicht schlecht aber mehr ist dann doch nicht foerderlich.

  27. Ich denke, die ganz krassen...
    Ich denke, die ganz krassen OT-Kommentare wie zu Bundespräsidenten wären auch im Kakerlakenbeitrag gut aufgehoben.

  28. Ich habe hier noch ein paar...
    Ich habe hier noch ein paar Flaschen aus den 70er Jahren, die verabreiche ich das nächste Mal dem Holgi! Kein 2003er Franzose mehr, sondern obskures Zeug aus dem Rheinland. Gibr eigentlich irgendein Kriterium, nach dem man vorgehen kann?

  29. Seit einigen Monaten mache ich...
    Seit einigen Monaten mache ich zusammen mit einem Freund auch eine monatliche Blindverkostung, um uns langsam heranzuarbeiten.
    Es ist wirklich spannend, was wenn man zwei verschiedene Weine aus unterschiedlichen Anbaugebieten und unterschiedlicher Rebsorten vergleicht, ohne vorher das Etikett zu sehen.
    Danke für Ihren schönen Beitrag.

  30. Weil ich die Preisobergrenze...
    Weil ich die Preisobergrenze von 15 DM ganz interessant finde: Was wäre denn wenn man heute anfängt, sich ernsthafter mit Weinen zu befassen, so eine Grenze, unterhalb derer man auch noch vernünftige Weine kaufen kann? Mit umgerechnet 7,50 € kommt man wahrscheinlich ja heute nicht mehr weit…

  31. Hallo Herr Raffelt,
    vielen...

    Hallo Herr Raffelt,
    vielen Dank für Ihren wirklich lesenswerten, ja in jeder Hinsicht grossartigen Beitrag!
    Toll, dass sich endlich einmal jemand für die faszinierende Welt gereifter (reifefähiger!) Weine stark macht und dabei ohne die dann gelegentlich auftretenden Snob-Allüren auskommt. Dies ist ein viel zu selten in (den vielen oft fragwürdigen) deutschen Weinblogs, Weinzeitschriften und Büchern diskutiertes Thema. Den allermeisten Weinfreunden wird diese extrem spannende Welt wohl für immer verschlossen bleiben, da sie einen Wein schon nach zwei Jahren als altersbedingt ungenießbar betrachten oder aber Weine von Rebsorten oder aus Regionen erwerben, die einfach nur sehr begrenzt positiv altern und reifen können.
    Ein tatsächlich hochwertiger Wein sollte aber in der Lage sein, nach einigen Jahren oder Jahrzehnten der Reifung neben mehr Bekömmlichkeit auch (u.a. infolge größerer Komplexität) einen grösseren Trinkspass zu bieten. Dies ist aber sogar vielen Weinjournalisten und Weinkritikern schlicht unbekannt…
    Nochmals DANKE für einen wirklich informativen, exzellenten Beitrag!!!
    Weiter so!
    PS: Sehr bedauerlich, dass auch hier unter den Kommentatoren sich wieder einige der unsäglichen Oberlehrer, Besserwisser und Genussfeinde finden. Ist das ein deutsches Phänomen??? Kenne ich so aus den USA, Frankreich oder England nicht…

  32. @Wolff: Nee, muss nicht sein....
    @Wolff: Nee, muss nicht sein. Aber kommt halt auch immer drauf an, was man da so kauft und wie es gelagert wurde. Das hat viel mit Vertrauen und Kenntnis der Händler zu tun. Wenn die Flaschen stehend gelagert wurden (beispielsweise) und immer schön im Laden unter Kunstlicht, dann wird der Wein auch nicht alt.
    .
    @Don Alphonso: Bei obskurem Zeuchs aus dem Rhein land aus den 70ern könnten sich die Auslesen, also die Weine mit viel bis sehr viel Restsüße gehalten haben, trockene Weine dürften hinüber sein. ansonsten sind Kriteria schwierig. Man muss sich mit der Qualität der Weingüter, der Jahrgänge, der Quailtät der Lagerung ein wenig auskennen, ansonsten ist es schwierig. Bei meiner aufforderung, es mal mit altem Wein zu probieren, würde ich mich erst mal auf Händler verlassen, die viel davon im Angebot haben. Und der, dem das dann Spaß macht, wird sich dann imtensiver damit beschäftigen, denke ich.

  33. Sehr schöner Beitrag! Mir...
    Sehr schöner Beitrag! Mir gefällt wie Sie Ihre Genese vom Anfänger zum Kenner nachzeichen..bei fast allen Wein“kennern“ die ich gehört oder gelesen habe, könnte man meinen sie wären schon als Master of Wine zur Welt gekommen..
    Auch die schlechten Manieren in deutschen Weinblogs/Weinkolumnen kann ich bestätigen, dort wird gepöbelt und gerungen, als ginge es um die Herrschaft im uns bekannten Teil des Universums und nicht um ein Genussmittel.

  34. @ Christoph Raffelt.

    A wine...
    @ Christoph Raffelt.
    A wine and cheese party is a really good way for people interested in wine to enjoy a social evening together. The costs are covered by the guests paying for an invitation to such evenings hosted by an expert like yourself.
    Each Wine & Cheese Party can be „themed“ to focus on some specific wines/regions/occasions/ dinner or lunch menu etc.
    P.S. I had a university friend whose family were wine merchants and I went to several of his wine & cheese parties and that was how I was able to afford to taste a premier grand cru (Chateau Latour) – unforgettable.
    http://ezinearticles.com/?How-To-Throw-A-Wine-and-Cheese-Party&id=90699

  35. ..die Geschichte mit den...
    ..die Geschichte mit den günstigen Spätlesen von der Mosel(aber nicht so alt und sehr trocken in meinem fall) war mir bekannt.
    Erwähnenswert hier noch(auch nur eigene Erf.) die Grosszügigkeit und das Entgegenkommen der Winzer beim Kauf.

  36. Welche delirante Unlogik immer...
    Welche delirante Unlogik immer wieder, wenn es um das Thema essen & trinken geht! Gelalle bis in die Grammatik hinein. Man meint allen Ernstes Begriffe zu haben und hat doch nur Worthülsen. Und die Totschlageworthülse „Genußfeind“ darf natürlich auch nicht fehlen.

  37. @Don Ferrando: Ja, das finde...
    @Don Ferrando: Ja, das finde ich auch. Solche Blindverkostungen werden häufig als versnobt abgetan. Ich selber habe jedoch nirgendwo mehr von Wein verstanden als in Blindverkostungen. Es ist genau dieses konzentrierte Herantasten, welches sehr erleuchtend sein kann.

    @Zitronenbaum: Mit 7.50€ kommt man nicht mehr allzu weit, das stimmt, auch wenn man durchaus schöne Qualitäten auch für diesen Preis bekommen kann. Charaktervoll und besonders kann es aber schon ab 10 Euro werden. In meinem ersten Artikel hier bei den Stützen habe ich über Winzer am Mittelrhein gesprochen. Dort findet man, beispielsweise bei Müller und Weingart in Spay ausgezeichnete Riesling für unter und um die 10 Euro. Am Freitag war ich an der Mosel bei Martin Müllen, dort gilt das gleiche und er verkauft sogar gereifte Qualitäten für einen vergleichsweise kleinen Preis. Das ist sehr empfehlenswert, sich dort mal was zu bestellen. Beim Kommentator direkt unter Ihrem Beitrag, Herrn Niedwodniczanski, der der Inhaber des Weingutes van Volxem ist, finden Sie ausgezeichnete Basisqualitäten ab knapp über 10 Euro. Bei Hanspeter Ziereisen, einem von mir sehr geschätzten badischen Winzer, der sich mit Herrn Niewodniczanski Messestände teilt finden Sie Weiß-, Grau- und Blauburgunder oder hervorragende Gutedel für das gleiche Geld.

    @Roman Niedwodniczanski: Danke für das positive Feedback. Ich sehe das genau so wie Sie. Hochwertige Weine brauchen definitiv ein paar Jahre, bis sie sich entfalten. Und das gilt nicht nur für die teuren Weine. Das gilt auch für Guts- und Ortsweinqualitäten, die bei guten Winzern auch länger auf der Hefe liegen und Raum und Zeit brauchen. Das habe ich gerade kürzlich erst wieder festgestellt als ich einen Saar Riesling alte Reben Fuder 4 und eine Busch Grauschiefer 2007 aus dem Keller geholt habe.

  38. Wovon man nicht alles...
    Wovon man nicht alles Brustkrebs kriegt. Praktisch vom Leben … grusel.

  39. Perfekt!57, das klingt...
    Perfekt!57, das klingt wirklich sehr verlockend. Aber wieso in dem Zusammenhang den Gatsby? Soweit ich mich erinnere trinkt man da heimlich Scotch aus Teetassen.

  40. @Yoig Sothoth: Danke! Es gibt...
    @Yoig Sothoth: Danke! Es gibt in der Tat Menschen, die haben eine so gute Nase, dass sie sie nur wenig schulen müssen, für die meisten anderen ist es jedoch ein langer Weg der Erfahrung, dem sich niemand entziehen kann, der in seinem Bereich was werden will, denke ich.

    @fionn: Ok, that’s exactly what we do here in Bonn. Wine & Cheese, the evenings are themed and the costs are covered. That’s the best way for us to taste also more expensive wines.

    @di: Viele Winzerbetriebe dort sind noch klassische landwirtschaftliche Betriebe, verwurzelt in der Tradition von Gastfreundschaft, ja. Ich erwähnte ihn gerade schon, wenn es Sie interessiert, schauen Sie mal in Traben-Trabach oder im Web bei Martin Müllen vorbei, da finde Sie auch weniger trockene, gereifte Rieslinge von ausgezeichneter Qualität.

  41. Das war wieder ein sehr schön...
    Das war wieder ein sehr schön geschriebener Beitrag, Herr Raffelt. Vor allem, da mir alte Weine bisher immer zu viel Scheu eingeflößt haben, als daß ich mich drangewagt hätte. Schade, daß gerade heute die Fastenzeit beginnt.

  42. @Blubberklaus: jetzt aber ab...
    @Blubberklaus: jetzt aber ab ins Seifenschälchen, am Eßtisch hat Blubbergeschäume nichts verloren.
    @Herr Raffelt: mit Interesse lese ich über die Faktoren, an denen es liegt, daß man einen Wein lang aufheben kann. Lagerung war mir klar (weshalb ich die Versuche meiner Schwiegereltern, Wein lange aufzuheben „weil er ja so wertvoll ist“, immer ausgesprochen unsinnig fand, denn sie haben keinen dauerhaft kühlen Ort dafür. Entsprechend wird es dann nur alt und schlecht, nicht gereift.), Jahrgang und Machart im Weingut habe ich nun als Information hinzugewonnen. Auch die Sache mit dem Bröselkorken ist bedenkenswert. Ich habe mal einen 20 Jahre alten Portwein getrunken, der hat gefetzt. Hätte ich gern noch eine Flasche nachgekauft, war dann aber weg. Aber für Port sind 20 Jahre wohl garnix. Frage: wie verhält es sich mit trockenem Weißwein, sagen wir mal, Riesling? Der hat ja nicht so viel Alkohol und nicht so viel Zucker. Kann sich der überhaupt mehrere Jahre halten, wenn man Glück hat und es bei der Ernte schön sonnig und trocken war?

  43. Hallo Hr. Raffelt, mit...
    Hallo Hr. Raffelt, mit Argentinien kann ich bestätigen. Ich war Anfang der 90er dort unterwegs und u. a. bei Michel Torino in Cafayate – mußte die Bilder erst wieder vorkramen -, eine herrliche Bodega am Fuße der Anden. Ein traumhaftes Klima, ebenso gültig für Chile, wo ganz hervoragende Weißweine schon in Ende der 80er gemacht wurden, die ich in Venezuela mitsamt dem Fischreichtum genoßen habe. Viel Europäer und eben franz. Weinbauer sind dorthin, weil sie das erkannten. Natürlich auch zu Kriegszeiten aus polit. Gründen. Daher auch sehr viele Rebsorten aus Frankreich dort.
    Bei alten Weinen – spiele ja selbst schon in der 2. Halbzeit – ist, finde ich, wichtig, die Herkunft und Lagerung zu kennen. Manchmal haben sie im Schaufenster oder Auslage gelegen bei viel Licht und hohen Temp. Das ist Gift, und sie sind meist sauer oder umgekippt. Alt gleich gut, ist natürlich Unsinn. Viele Weine, wie z. B. ein roter Burgunder, sollten auch jung getrunken werden, das Florale läßt doch deutlich nach. um Lagern brauchen die einfach Gerbstoffe/Tanine. Der 86er St. Emilion auf dem Bild war natürlich ein Jahrhundert-Jahrgang.
    Ich bin der Meinung, daß die Weine früher länger brauchten, um trinkreif zu sein. Heute werden sie zu sehr getrimmt auf einen Geschmack hin und sollen schneller fertig sein…Aber das hatten wir ja hier schon mal.
    Auch meine ich, man solle nicht immer besondere Momente und Anlässe hernehmen, um einen guten Tropfen zu öffnen. Denn ob er gut ist, weiß man erst, wenn er auf ist. Ersatz sollte auch immer parat sein, sonst steht man am Ende ohne da. Hinderlich ist auch ein quasireligiöses Degustieren und zuviel Palaber darum. Diese zwanghafte Suche nach Aromata ist bisweilen lächerlich. Das ist bei unseren europ. Nachbarn etwas natürlicher, weil es schon ewig zur „Kultur“ gehört.
    Vorsicht ist im übrigen bei Versteigerungen alter und namhafter Weine geboten. Die Asiaten importieren bspw. mehr Chateau Lafitte, Latour etc. als überhaupt hergestellt wird. Etikettenschwindel und Betrug hiern ohne Ende. Gehe immer zum Weinhändler deines Vertrauens:-)
    Sehr schön geschrieben von Ihnen, um Interessierte heranzuführen.

  44. Hier, damit es weiter blubbert...
    Hier, damit es weiter blubbert und weil es gerade so schön passt: http://www.time.com/time/magazine/article/0,9171,2017200,00.html

  45. OT: Unter obiger Adresse...
    OT: Unter obiger Adresse veröffentlicht Microsoft „German Landscapes theme“ für Windows 7, irgend jemand freut sich da bestimmt drüber. Weinberge sind allerdings keine bei, wieso eigenntlich nicht?

  46. Wer sich allzu intensiv mit...
    Wer sich allzu intensiv mit einem Thema beschäftigt, verliert den naiven, unverstellten Zugang, das Staunen und Freuen, die Spontanität. Man wird zum Kenner zwar, aber ohne Kenntnis vom wahren Glück – denn alles Wissen und Können lenkt ab vom Wesentlichen: den Genuss. Das gilt für die schönste Nebensache der Welt ebenso wie für das Naturerlebnis oder den Wein-, Kaffee-, Schokoladen-Konsum. Daher: Es lebe die Unwissenheit!

  47. <p>@colorcraze: Ich hole mal...
    @colorcraze: Ich hole mal ein bisschen aus. Süßweine kann man ja per se sehr lange lagern, was bei manchen am Zucker und bei anderen am Zucker und Alkohol und bei manchen am Alkohol und der Oxidation liegt. Deutsche Auslesen Beeren- und Trockenbeerenauslesen haben dabei sehr wenig Alkohol denn es wird nur ein kleiner Teil des Zuckers vollreifer Trauben in Alkohol umgewandelt. Bei Port gibt es zwei Arten. Die Jahrgangsportweine, bei denen die Gärung irgendwann durch die Zugabe von Alkohol unterbrochen wird. Eine zu Hohe Menge an Alkohol töten die Hefen bei diesem Prozess ab. Vintage Ports werden etwa so lange im Holz ausgebaut wie Bordeaux und dann auf die Flasche gefüllt, wo sie sehr lange reifen können. Dann gibt es die Tawny Ports. Hier ist das Prinzip, dass sie ewig lange, also viele Jahrzehnte im Fass liegen, wobei auf Dauer das Meiste des Weines verdunstet. Der Wein oxidiert, da er die ganze Zeit mit Luft in Kontakt ist. Was bei anderen als Fehler angesehen würde ist hier also Prinzip. Diese Weine werden dann irgendwann abgefüllt und entwickeln sich in der Flasche nicht mehr weiter, die sollte man dann auch irgendwann trinken.
    .
    Bei trockenem Weißwein, Riesling oder Chenin Blanc oder Chardonnay kommt es sehr darauf an, was für einen Wein der Winzer machen will. Sagen wir, wir haben ein sehr gutes Jahr mit vollreifem, gesundem Lesegut, dann stellt sich die Frage, ob wieviel Ertrag der Winzer aus seinem Weinberg rausholt. Man kann ja von einem Rebstock ein oder drei Flaschen rausholen oder nur eine halbe. Wenn der Winter aus einer sehr guten Lage einen sehr guten Wein machen will entscheidet er schon früh, Teile der Blüten rauszuschneiden, damit die Rebe nicht zu viel trägt und das, was bleibt Macher konzentrierter wird. Wenn er also seinen begrenzten, gesunden, vollreifen Ertrag dann in den Keller bringt, entscheidet er noch, wie lange er seinen Wein nachher auf der Hefe liegen lässt. Lässt er ihn lange auf der Hefe liegen und rührt die Hefe zwischendurch noch mal auf, wie es m Burgund gerne gemacht wird, dann hat der Wein mehr Chancen, älter zu werden, wird er im Holz ausgebaut und bekommt es Sauerstoff ab, gilt das gleiche. Dann kann so ein trockener Wein auch sehr alt werden, ich habe letzten Freitag eine trockene 1991er Auslese getrunken, die war tipptopp. Eine trocken ausgebaute Riesling-Spätlese kann übrigens mittlerweile doch auch schnell mal 13.5% Alkohol haben.

  48. jean-jacques – Das...
    jean-jacques – Das interessante an der Theorie des Professors Pfeiffers für künstliche Intelligenz ist, dass er von einer verteilten Intelligenz mit einer zentralen Steuerung ausgeht. Nun ist das nicht nur beim Menschen so, sondern auch bei menschlichen Gemeinschaften. Und die Frage ist immer, wo ist die Steuerung. Bei der Kandidatenauslese zum Bundespräsidenten lag die Steuerung offensichtlich nicht im Gehirn von Frau Merkel. Wo aber lag sie dann? Und überhaupt, wie funktioniert die Steuerung der deutschen Bundesregierung?

  49. @Elsa. Danke. Aber das Schöne...
    @Elsa. Danke. Aber das Schöne bei gereiften Weinen ist ja, dass sie auch nach der Fastenzeit noch trinkbar sein werden.
    .
    @Ephemeridenzeit. ich kann mich sehr über schöne Weine freuen. Über große Gewächse und über einen einfachen Bardolino am Gardsee im Urlaub. Und ich bin da überhaupt nicht Ihrer Meinung. Ich kann heute, mit etwas Ahnung, viel häufiger über Weine staunen als zu der Zeit als ich unwissend und überfordert vor den Regalen stand. Ich denke nicht, dass man naiv bleiben muss um sich unverkrampft freuen zu können.

  50. Dies ist ein wunderbarer...
    Dies ist ein wunderbarer Bericht und eine Homage an die reiferen Jahrgänge. Ich vergleiche alles beim Wein mit dem Menschen. So sind die heute so begehrten Jungweine alle gleich, spritzig, leicht, eben wie kleine süße Kinder, die gerade laufen lernen. Wie die Kinder entwickelt auch der Wein im Verlaufe des Reifens seinen Charakter.
    Es ist schade, dass heutzutage der erste Blick auf den Jahrgang, dann die Rebsorte und dann auf den Zusatz trocken, halbtrocken fällt. Zwischendurch wird auch die Frage des Preises gestellt. Dann probiert. Alles Kenner!!??!!
    Wir haben einen 1991er Rauenthaler Wülfen, Riesling Auslese halbtrocken. Traumhaft, hat aufgrund des Jahrgangs keine Chance.
    Ich würde mir wünschen, dass die Weintrinker und -Kenner öfter einmal unvoreingenommen an den Wein herangehen und somit auch genießen können.

  51. @Herr Raffelt: Ja, natürlich...
    @Herr Raffelt: Ja, natürlich haben Sie Recht. Und dennoch: Die erste Liebe war die Intensivste – alles neu, unbekannt, aufregend. Der erste Schritt in eine gotische Kathedrale war die größte Sensation. Der erste Gipfelsturm noch an der Seite des Vaters das glücklichste Ankommen auf der Bergspitze. Denn das Staunen verlegt sich mit zunehmendem Wissen in andere Gefilde. Man ist mehr und mehr beeindruckt vom Können, von den Verhältnissen, von der Machart, aber im Eindruck schwingt zunehmend der Intellekt seinen Taktstock mit – und dominiert das unverstellte Gefühl. Weshalb auch sonst müssten die einen immer höhere Gipfel erklimmen und die anderen immer seltenere Weine trinken? Weil man stets das Neue suchen muss, um das Alte – nämlich das Glücksgefühl des ersten Mals – zu finden.

  52. Herr Raffelt, ich schrieb von...
    Herr Raffelt, ich schrieb von Logik und nicht von widersprüchlichen Alt-Argumenten, von denen der von Ihnen empfohlene Artikel lebt. –
    colorcraze, Sie Wüterich, ein Name kann gut und gerne das ausdrücken, wogegen sich der darunter geschriebene Text wendet.
    Allgemein: Der hier waltende Genußbegriff ist in seiner Hypertrophie ungenießbar.
    Er benötigt, um zu „leben“, die feindliche Abgrenzung. Was dem Mittelalter der Antichrist war, ist der Spätestmoderne der Genußfeind.
    Nach meiner Erfahrung ist genießen, wörtlich „seinen Teil nehmen“, mit wissen geradezu symbiotisch. Wer mich für sauertöpfisch hält oder meint, sich an dem was ich vorbringe, schnodderig schadlos halten zu dürfen, hat Elementares nicht begriffen; z.B. daß es im Sinne einer gewinnbringenden Lebensführung geboten sein muß, von kindlich-kindischen Gewohnheiten zu lassen. Denn was ist weintrinken anderes als die umgeformte, verfachsprachlichte Kindheitsgewohnheit, Schlabberwasser (Limo) zu trinken?
    Noch einmal: „Genießen“ ist ein Reflexionsbegriff, kein Gemütsruhekissen.
    Wer!!! hier wohl blubbert!

  53. OT: Falls jemand der älteren...
    OT: Falls jemand der älteren Weintrinker mal wieder einen vernünftigen Satz mit seinen Enkeln wechseln möchte, sollte er unbedingt sein Sprachtempo erhöhen und wissen, was ein „NOOB“ ist… :-)

  54. @Roman Niewodniczanski: Ach...
    @Roman Niewodniczanski: Ach ja, P.S. noch, ich habe es ja oben auch schon kurz angerissen, aber ich lese mittlerweile auch lieber auf englischsprachigen Seiten, vor allem in den Kommentaren, sie sind deutlich entspannter, wenn auch, und das ist ja auch völlig ok, klar und hart in der Sache.

  55. ..bei Bonnets gibt´s den ein...
    ..bei Bonnets gibt´s den ein oder anderen Tip, eine kleine Geschichte und preiswerten Wein!..Ist doch so;.. oder?..Im übrigen kann man in Walluf schön weggehen!
    Genussmässig und so….

  56. @Agathe Bonnet: Ja, Das finde...
    @Agathe Bonnet: Ja, Das finde ich auch schade und einschränkend. Es gibt so viele schöne Weine aus Jahrgängen, die allgemein als schlecht gelten. Man sollte den Winzern vertrauen, die trotzdem weine aus diesen Jahren anbieten. Häufig werden Jahrgänge auch schnell kurz und klein geschreiben und dann erweisen sie sich später als viel besser. Wer Wein mag, sollte dem Wein und sich Zeit lassen.
    .
    @Epheneridenzeit: Ja, das stimmt, es ist ein schmaler Grad und natürlich bin auch ich in meiner Auswahl insgesamt höherpreisiger geworden und bin immer auf der Suche. Allerdings, ich freue mich immer weider diebisch, wenn ich schöne, einfache Weine finde.
    .
    @nico: Danke. Ja, einen guten Weinhändler zu haben ist wichtig, aber gar nicht so einfach zu finden. Für Versteigerungsweine fehlt mir das Geld, aber ehrlich gesagt auch das Interesse. Das ist ja dann eigentlich nur noch Spekulation. Sollen die Asiaten und wer auch immer die ganzen teuren Bordeaux-Gewächse abgreifen, ich kaufe mir hier und da ein gereiftes Gewächs mit weniger Prestige, dafür mit mehr Genuss, denn genießen kann ich auch nur, wenn für mich die Balance zwischen Qualität und Preis stimmig bleibt, ich möchte nicht wegen einer Flasche Wein Verzicht üben. Daher mag ich die Weinrunden bzw. wie ich jetzt weiß, Wine&Cheese Partys, weil man dort, wenn man zusammenschmeißt, schon mal do eine Flasche wie den Angélus aufmachen kann (auch wenn dieser spezielle Teil einer Einladung war). Bzgl. Südamerika war mir schon klar, dass dort schon länger Weinbau betrieben wird, nur hatte ich vorher keine Möglichkeit, ältere Qualitäten zu probieren. Das war schon wirklich ein beeindruckender Wein, der Estrella.In Argentinien habe sie ja erst vor nicht allzu langer Zeit herausgefunden, dass das Meiste, was sie als Merlot verkauft haben eigentlich Malbec ist, der immer zu früh geerntet wurde. Mittlerweile wird der Malbec zur Nationalrebe und Verkaufsschlager, das finde ich sehr nett.

  57. @Ephemeridenzeit(?)
    .wenn hin...

    @Ephemeridenzeit(?)
    .wenn hin und wieder Eintopf serviert wird, weiss man dass Schnitzel zu schätzen!
    Oder steckt mehr dahinter?
    ..gerade im Bereich der-ich nenne es mal Weinkultur-gibt es das Einfache häufig in der Gastronomie und bedeutsamerweise(?) dies ohne Peinlichkeit.

  58. @Blubberklaus: Oh, da wird der...
    @Blubberklaus: Oh, da wird der Ton aber aufgebracht, enerviert fast… Wer ausschenkt, darf auch selbst vom Gebotenen kosten, nicht wahr?
    .
    Nichtsdestotrotz teile ich aber Ihre Idee, dass Weintrinken letztgültig auch keinem anderen Wunsch folgt als dem des kindlichen Genuss-Strebens. Anderer Meinung bin ich aber bei der Schlussfolgerung: Ich glaube nicht, dass Wissen den Genuss veredelt. Nein, er verändert ihn nur, indem er ihm gewissermaßen eine Kopfnote verleiht. Das jedoch ist nicht immer von Vorteil.

  59. @Ephemeridenzeit: ja wenn man...
    @Ephemeridenzeit: ja wenn man neusüchtig ist und nach einem „Kick“ giert. Ich verbinde mit Freude und Genuß eigentlich eher, daß etwas gut gelungen ist, das kann auch gern die ewiggleiche Weinsorte sein, die aber gerade mal besonders fein ausgefallen ist. Und da mag man dann schon auch mal drüber reden, warum das nun so gut geworden ist und seine Freude in Worte fassen.
    @nico: „quasireligiöses Degustieren“ – als ich noch im Markgräflerland wohnte, wurde oft und gerne über die Norddeutschen mit dem Weinthermometer gespottet. Solche Auswüchse sind mangelnder Umgangserfahrung mit der Materie geschuldet, im Verein mit „Prestige“-Vorstellungen. Der Quasigeiz, zum Kochen keinen guten Wein nehmen zu wollen oder „den superbesonderen Tropfen an einem besonderen Tag aufzumachen“ (und mit etwas weniger Glück ist der dann schlecht, wie ganz richtig beschrieben. Wein ist eben kein unbegrenzt lagerbares Gold, sondern ein Lebensmittel, und als solches verderblich.), gehört da auch dazu.
    @Blubberklaus: „“Genießen“ ist ein Reflexionsbegriff, kein Gemütsruhekissen“ Nein, eben genau andersrum. Es ist diese dürr-verkopfte, den Körper abschneidende Fehlhaltung, die solche Läppischkeiten wie Etikettentrinken und Weinthermometer im Glas hervorbringt, weil die Freude über einen guten Geschmack auf der Zunge einfach kein erfreutes Lächeln hervorzubringen vermag.
    @Herr Raffelt: aha, sehr interessant. Jetzt haben Sie mir noch ein paar Kriterien an die Hand gegeben, daß ich im Laden mal nach bestimmten „Richtungen“ fragen kann. (Ich würde das auch nie anders machen als bei jemand das Probieren anfangen, der den Eindruck macht, daß er von Weinlagern etwas versteht und sich mit dem „Ausstellen“ seiner Weinflaschen zurückhält)

  60. @Herr Raffelt:...
    @Herr Raffelt: Versteigerungsweine sind für Lackaffen, Weinrunden für Weintrinker :-)

  61. @yast: jö, solch antike...
    @yast: jö, solch antike Kürzel aus der Steinzeit hatte ich bereits verdrängt…

  62. (OT Tiger): also, es gibt da...
    (OT Tiger): also, es gibt da die Zwangsmitgliedschaft in der Atlantikbrücke, es gibt Rösler, den manche als chinesischen Stakeholder ansehen, dann gibt es den Einfluß der Finanzen, also der Londoner City… wenn man die Steuerung der Bundesregierung sucht, wird man in Deutschland wohl kaum fündig werden.

  63. @Herr Raffelt: das mit der...
    @Herr Raffelt: das mit der Oxidation im Faß wußte ich so noch nicht. Macht sich das denn irgendwie einheitlich geschmacklich bemerkbar, wenn man den Wein „Luft ziehen“ läßt, im Unterschied zum gleich Abfüllen und Verkorken? Und die längere Hefezeit, merkt man das auch, oder wirkt sich das eher auf den Alkoholanteil aus?

  64. @colorcraze: Mein Einwand gilt...
    @colorcraze: Mein Einwand gilt nicht totalitär; er ist nur als die andere Seite des Etiketts gemeint… Wer Freude am Wissen hat, soll sie haben. Aber verkopftes Herangehen kann auch den Zauber nehmen. Intellektuelle sollten sich das immer einmal wieder vor Augen halten.

  65. Blubberklaus: Ihr Wille, die...
    Blubberklaus: Ihr Wille, die anwesenden „genussvoll den Wein Trinkenden“ von der Unvernunft nicht nur ihres Trinkens an sich, sondern auch der Unbedachthheit bzw. Unreflektiertheit ihrer Begründungen, dies zu tun (dixit Marx: Ideologie), zu überzeugen (?), aber: weshalb deswegen denn überhaupt so beharrlich?
    Betrachten Sie den Irrglauben der Weintrinker, durch Trinken des Weines irgendeine Form von Genuss zu erhalten als etwas Negatives, die Umwelt beeinträchtigendes? Es ist ja wohl nicht so, dass Sie damit durchsetzen wollten, „ein jeder lebe so lange es nur geht“. Selbstverständlich, Rausch ist nichts per se rationales, zumal er stets ein Risiko in sich birgt, es ist ein Überschüssiges und auch Überbordendes – darin gleich allem Kulturellen, d. h. ein der Natur durch Arbeit und Deutung durch den Menschen Abgerungenes und gewissermaßen auch über sie Hinausgeführtes.
    Dass es der Kultur dadurch vom Menschen gleichsam eingeschrieben ist, dass sie sich über ihn hinaus entwickeln, ihm also über den Kopf hinauswachsen kann (was ja durchaus auch für den Wein gilt, ne?); ihm somit entgleitet und ihn ob ihrer dadurch erst zu voller Reife gelangenden Eigengesetzlichkeit (die sie noch von ihrem natürlichen Ursprung in sich trägt) trügen mag, dass er sie noch in der Hand hätte, ohne sich jedoch von ihr zu lösen vermögen – das nannte ja schon G. Simmel „das Tragische in der Kultur“ (und spannte darin wohl durchaus einen Bogen zu Nietzsches Diktum von der „Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik“, denn wo Wein ist, da ist auch Tanz und Gesang, also erneut: Rausch), worin jedoch ich nichts an sich Negatives erkennen mag.
    Man mag behaupten: alles Selbstbetrug. Selbstverständlich! Alle Konventionen, alle Prozesse zur Reduktion von umweltlicher Komplexität sind letztendlich solcher, denn sie sind ja im Grunde „nur“ Behauptungen. Der Mensch steht ja gewissermaßen eigentlich stets außerhalb der Gesellschaft, welche ihn und welcher er sich beugt, damit er einen Ort hat, wo er sein kann bzw. vor allem, wo er „was machen“ kann. Ich sage dennoch: daran mag ich nichts an sich Schlechtes erkennen. Zumal ja die Zwei-, Drei- und Mehrsamkeit des Weingenusses (wenn Sie so wollen: des „seinen Teil an der Gemeinsamkeit des Rausches“-Habens; wozu auch das entsprechende Sprachspiel der Weinkenntnis gehört, sollte diese sich nun in einer Behauptung des notwendigen Zusammenspiels von Kenntnis und Genuss oder in der von demjenigen von Unkenntnis und Genuss bestehen) meines Erachtens von Autor und Kommentatoren immer wieder betont wurde und auch niemand hier zu den Götzenanbetern der Flaschenetiketten gehört – was auch ich unsäglich albern und töricht fände (ach, kaum isser nominiert, schon gehen mir die Quasi-Gauckzitate ins Blut über).
    Aber wahrscheinlich schwadroniere ich da links und rechts an Ihnen vorbei. Den pejorativen Titel des „Genussfeindes“ weisen Sie ja aber von sich – was ist’s also, was Sie beklagen bzw. strikt kritisieren wollen?

    Herr Raffelt, ich danke Ihnen vielmals für diesen sowohl unterhaltsamen als auch durchaus lehrreichen Gastbeitrag (gleiches gilt auch für die Damen und Herren, die in den Kommentaren das Blog-Gespräch ergänzend fortführen). Ganz also im Sinne Horazens „docere et delectare“, wie ja Wein und Worte meines Erachtens sehr schön zusammenpassen. Es ist natürlich einerseits Konvention, das Trinken von Wein und geistige sowie auch gesellschaftliche Gehobenheit miteinander gleichzusetzen, was meines Erachtens jedoch auch ein Gutteil nur eitles und böses Geschwätz sein kann – andererseits ist eben ein guter Wein schlicht und ergreifend das: ein guter Wein, ein köstliches Gesöff (und nicht halb so voll mit Industriegewäsch wie z. B. überzahlreiche Limonaden).
    Wobei ich mich sofort an R. Brasillachs Pseudo-Biographie Vergils erinnere, worin der Autor u. a. davon schreibt, dass Vergil und sein Konkneipant Horaz (wie auch die Römer überhaupt) damals den Tag mit Wein begonnen und beendet hätten, da er meist viel sauberer gewesen sei als das Wasser in Rom. Leider erinnere ich mich nicht mehr wörtlich an die durchaus schönen Formulierungen Brasillachs, er spricht jedenfalls vom Erleben des Tages gewissermaßen als eines nie endenden, köstlichen Taumels, der zugleich von einer tiefen, zufriedenen Ausgeglichenheit und einem Wohlwollen des Blickes auf die Welt geprägt sei.
    Außerdem erinnere ich mich auch, wo wir’s gerade von Askese haben (manch ein Asket mag ja den fröhlich Berauschten sagen: flieht nicht aus der Welt, die ihr zuschanden habt werden lassen!), an eine Geschichte aus Boccazens Dekameron, in dem eine junge Muslima, neugierig gemacht von den Christen in ihrer Stadt, einen Einsiedler in der Wüste aufsucht, um von diesem zu erfahren, wie man am Besten Gott diene. Man kennt den Boccaz ja, eines kommt zum andern, eh man sich’s versieht, hat der Asket dem Mädchen beigebracht, dem Herrgott diene man am Besten, indem man den „Teufel zur Hölle jage“; was vom Asketen als – nun ja, sie wissen schon, was – erklärt wird. Weil das Mädchen jedoch großen Gefallen daran findet, den Teufel zur Hölle zu jagen, der Wüstenheilige aber nur von Kräutern und ab und an ein paar Wildäpfeln lebt, hält er das nicht lange aus und verliert seine Adeptin an einen stattlichen Kaufmann aus ihrer Heimatstadt, der den Job auch gerne übernimmt, aber deutlich besser im Futter steht.
    Soviel dazu.

  66. Es gab einmal Zeiten, da trank...
    Es gab einmal Zeiten, da trank man seinen Kaffee und fertig. Meine Mutter gehörte noch dazu, die täglich sich auf ihre Tasse ‚Gefilterten‘ zur Nachmittagsstunde freute. Heute wird auf jeder mittelmäßigen Stehparty über Bohnen und Zubereitung und Maschinen und Mühlen und Röstverfahren und Tassenwandstärke und Herkunftssorte und Wasserhärte gefachschwurbelt, dass es auf kein Filterpapier geht. Alles was nicht irgendwie Crema hat und Schaum, ist igitt! Ist ’no-go‘! Ist ‚geht-ja-gar-nicht‘ (würg)! Warum eigentlich? Geschmack bleibt Geschmackssache – und wenn man in Harztälern noch echten Cappuccino mit Sahne und Schokosträusel mag und in lippischen Gasthäusern das Kännchen mit Dosenmilch: Na und? Es lebe das Europa der Regionen! Und nicht dieser einheitsbreiige Pseudo-It-Geschmack aus Werbeprospekten, die eine Pseudo-Kaffee-Kultur predigen und alles Abseitige verunglimpfen. Und so lasse ich mir in Wien gerne einen Fiaker bringen und in Bologna einen Espresso und im Harz eben Kaffee mit Sahne und Schokosträusel – auch nach einem Geschäftsessen!

  67. @colorcraze: Die längere...
    @colorcraze: Die längere Hefezeit merkt man zunächst beim jungen Wein an der deutlichen Hefenote, auf den Alkohol hat die Hefe keinen Einfluss. Weine, die lange auf der Hefe liegen werden häufig später ungefiltert abgefüllt um die mögliche Lagerzeit noch zu erhöhen, diese schmecken dann entsprechend länger hefig. Eine Oxidation hat einen eeutlichen einfluss auf den Geschmack eines Weines.Bei einem „normale“, also nicht aufgespriteten Wein finden sich deutliche Aromen von reifer Birne, die vieles andere überlagern können. Es gibt winzer und Konsumenten, die das gerne mögen, in einem gewissen Maße finde ich persönlich das auch ok. Bei mtawny-Port liegt der aufgespritete Wein in großen Holzfässern und verdunstet über Jahre bis Jahrzehnte und die Berührungsfläche mit der Luft wird immer größer, diese Weine schmecken komplett anders als herkömmliche Weine. Sie können das mal probieren wenn Sie sich von Niepoort den Fabelhaft Ruby und den Fabelhaft Tawny zulegen und nebeneinander probieren. Das sind zwei kleine Flaschen und Niepoort macht sehr schönen Port.

  68. @Ephemeride: oh weh, Sie...
    @Ephemeride: oh weh, Sie Armer, sind Sie von Markenfuzzis, die sich einen unnützen Ramschmaschinenpark in die Küche stellen, umgeben? Das ist in der Tat schwer auszuhalten. Es gibt bei Kaffee aber einen deutlichen Generationenunterschied: die Über-60jährigen sind zeitlebens der Kaffeesahne treu geblieben, weichen evt. auch auf echte Sahne aus, wer jedoch 50 oder darunter ist, nimmt Milch (warm, kalt, geschäumt, aus der Tüte, Frischmilch, H-Milch, egal: Milch.). Das ist der wirkliche Unterschied. Liegt möglicherweise an dem Unterschied zwischen Nachkriegs- und Wohlstandsgeneration, und dem damit einhergehenden Verhältnis zu Fett. In schlechten Zeiten ist Fett sehr begehrt und gilt geradezu als Wohlstandsgarant, in guten Zeiten als Ballast. Und eine Abneigung gegen sauren, schwächer gerösteten Kaffee meine ich bei den jüngeren Generationen auch festzustellen, dafür werden Röst- und Bitterstoffe scheints etwas mehr geschätzt.

  69. @Herr Raffelt: aha, das mit...
    @Herr Raffelt: aha, das mit der Hefe klingt so, als sollte man diese Weine dann auch wirklich erst trinken, wenn die sich ziemlich verflüchtigt hat. Zwar habe ich ab und an die seltsame Neigung, einen Würfel Backhefe zu essen, und mag auch Hefegebäck sehr (vor allem, wenn es fruchtig-alkoholisch getränkt ist…hmmm!), aber im Wein will ich Hefegeschmack eigentlich nicht wirklich haben. Also bei solchen Sorten lang genug lagern? Und der oxidierte Wein schmeckt „birnig“, wenn ich sie richtig verstehe? Hm, das wäre ja dann ein ziemliches Obstweinaroma? Na, jedenfalls, wenn ich mal wieder am Weinladen vorbeikomme, frage ich mal nach, was sie so da haben… so ein birniger Wein wäre vielleicht was für Süßspeisen…

  70. @geraeuscharbeiter: Haha! -...
    @geraeuscharbeiter: Haha! – Aber das mit der „Gehobenheit des Weins“ gilt nach meinem Dafürhalten nur außerhalb von eingefleischten Weingegenden. Innerhalb dieser ist es ganz alltäglich und nichts besonderes, schon gar nicht distinktives, Wein zu trinken. Man denke nur an die Tetrapaks mit durchaus trinkbarem einfachem Wein in Frankreich oder Italien. Recht haben Sie auch mit der Erwähnung des Wortes „Zufriedenheit“. Das ist ein recht ruhiger Zustand, und der paßt auch ganz gut zum Wein, den man gewöhnlich nicht in übermäßigen Mengen in sich hineinschüttet.
    @Ephemeridenzeit: naja, mit Logik und Mathematik kann man keine Gastronomie betreiben.

  71. @colorcrace – In Berlin mag...
    @colorcrace – In Berlin mag man die atlantischen Beziehungen als Zwangsmitgliedschaft empfinden. Aber bei Friedrich Merz und der Atlantikbrücke sieht man das wohl anders. Vor zwei Jahren hab ich Merz da mal getroffen und ganz direkt gefragt, ob er noch Interesse an Politik hat. Er hat es mit einem sehr amüsierten Lächeln so glatt verneint, dass ich es nicht glauben konnte. Und dieses Interview ist ja wohl nichts anderes als Politik:
    .
    http://www.atlantik-bruecke.org/ueber-uns/interview-mit-friedrich-merz/
    .
    Rössler als chinesischer Stakeholder ist wishfull thinking einiger. Ich glaube sowieso nicht, dass der Coup mit dem Gauck auf seinem Mist gewachsen ist. Für so etwas ist der junge Mann noch viel zu jung. Dahinter steht der Brüderle und lacht darüber jetzt sicherlich genauso vergnügt wie bei Mainz bleibt Mainz letzten Freitag – als alle in Berlin sich die Haare rauften.
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    Bei allem Respekt für die Londoner City, der Frankfurter trau ich mehr zu.

  72. Sehr geehrter Herr Raffelt!...
    Sehr geehrter Herr Raffelt! Bitte entschuldigen Sie, dass ich nicht über Ihre Weine kommentiere. Aber ich versteh halt nichts davon und bin nur ein stiller Genießer.

  73. Ich bin nun wahrlich kein...
    Ich bin nun wahrlich kein ausgewiesener Weinkenner, unseren „Tischwein“ bestellen wir beim Winzer in Gau Algesheim für 3,- € die Flasche Rotwein, aber ich genieße es mit Freunden ein gute Flasche Wein zu trinken. Sie muss nicht übermäßig teuer sein, da verlasse ich mich auf den Rat in der Weinhandlung. Es herscht dann aber eine besondere Stimmung, die Trinkgeschwindigkeit wird langsamer, eine Entschleunigung findet statt und diese Momente sind schön – eine kleine Portion „Luxus“, die es zu genießen gilt.
    Hier eine Geschichte um ein Vater-Sohn Gespräch, dass ohne den guten Roten wohl so nicht stattgefunden hätte (nichtkommerzieller Link) –
    http://goodnewstoday.de/gute_nachrichten/2010/11/26/chateauneuf-du-pape-mit-papa/

  74. @geraeuscharbeiter: Ihre...
    @geraeuscharbeiter: Ihre philosophischen Weinbetrachtungen aus Antike und Orient haben mir großen Lesespaß bereitet. Und sie erinnern uns daran, selbst bei den mystischen Sinnsuchern des Islam, den Sufis, wurde die irdische und göttliche
    Trunkenheit in poetischen Versen besungen.
    .
    Ja, noch immer hält sich das Vorurteil hartnäckig, die Weinkultur seit etwas für bessere Kreise. Besonders beliebt bei den bis Vierzigjährigen. Doch schon eine Flasche Wein, überreicht als Geburtstags-Geschenk, kann dieses Vorurteil in genießendes Wohlgefallen verwandeln. Und wenn alles stimmt, erzeugt schon das erste Glas in geselliger Runde diesen leicht euphorischen und transzendierenden Schwebezustand – it’s uplifting.
    .
    @Zitronenbaum
    Es gibt sie schon, vortreffliche Tafelweine ab 6 Euro aus Südfrankreich und Spanien. Und sie bieten eine gute Möglichkeit, bei einer gemeinsamen Verkostung mit Freunden die eigenen Geschmacksvorlieben auszuloten. Bestens dazu geeignet sind
    sogenannte Probierpakete von Weinversendern wie Silkes Weinkeller, Velbert für Spanien „8 Fl. Probierpaket – Prämierte Rotweine 1″ und von Pinard de Picard, Saarwellingen für Deutschland und Frankreich „Phantastische Alltagsweine“ (Rot- und
    Weißwein).
    .
    Die dort angebotenen Weine sind aus eigener Erfahrung als Einstieg wirklich gut geeignet und widerlegen den ‚elitären‘ Ruf aufs Schönste. Ansonsten ist natürlich der lokale Händler Ihres Vertrauens immer der beste Ansprech- und Verkostungs-Partner.
    .
    Noch eine Frage an den Weinexperten Raffelt: Gilt auch für synthetische Korken das Gebot, Flaschen niemals aufrecht zu lagern?

  75. @Tiger: aber Wein trinken tun...
    @Tiger: aber Wein trinken tun Sie schon, odrr? Ist doch so ein harmonisierend-tonisierendes Getränk. (Wenn mans nicht gerade zum Frühstück einnehmen muß…)
    Sonst dünkt mich die Personalie eher wie „Restekiste“ – das, was vom letzten Mal übrigblieb…

  76. Junge, Junge,
    einige hier...

    Junge, Junge,
    einige hier haben wirklich ’ne Menge Zeit + Geld.
    Suche noch immer einen Mäzen, um etwas Sinnvolles zu bearbeiten. Ich glaube, hier findet man einen edlen Ritter mit gutem Herzen dank guter Tropfen.

  77. @geraeuscharbeiter: Und dank...
    @geraeuscharbeiter: Und dank auch an Sie für den Kommentar. Die Burgenbewohner des Mittelalters sollen ja ebenfalls mehrere Liter Wein am Tag getrunken haben, aus selbigen Gründen wie die Römer. Allerdings war der Rebsaft wohl deutlich dünner. Dafür haben wiederum die Römer ihren Wein mit Blei versetzt, als Süßungsmittel, und sind langsam daran verreckt. Unter diesem Aspekt ist natürlich auch ein halbes Glas täglich schwer zu verdauen.
    .
    @Der Tiger: Kein Problem. Schließlich bin ich hier Gast und die Themen sind normalerweise andere. Ich bin schon sehr erfreut über die Reaktionen.
    .
    @Salonsurfer: Ich glaube bei synthetischen Korken ist es egal. Ich persönlich habe den Eindruck, dass diese allerdings – im Gegensatz zum Drehverschluss – doch wirklich für sehr einfache Qualitäten eingesetzt werden, zum überwiegenden Teil. Nur in Frankreich findet man ihn hier und da auch bei einem etwas anspruchsvolleren Wein. Entsprechend sollten die meisten mehr oder weniger direkt verzehrt werden.
    .
    In der Tat findet man bei den von Ihnen genannten Versendern gute und günstige Weine. Zum Einstieg würde ich auch immer zusätzlich Jacques Weindepot empfehlen, einfach schon, weil man vor Ort probieren kann. Das wird erst später langweilig wenn man schmeckt, dass die Weine zum größten Teil doch recht stromlinienförmig sind. Ein hervorragendes Angebot inklusive Probierpaketen findet man ausserdem bei Gute Weine Lobenberg und bei Kössler & Ulbricht, auch Weinhalle genannt. Die dort angebotenen Weine haben auch gerne mal mehr Charakter und sind oft regionaltypischer.

  78. Lieber Herr Raffelt,

    danke...
    Lieber Herr Raffelt,
    danke für den aufschlussreichen Beitrag. Als Weintrinker, aber nicht Weinkenner.
    Ich hatte vor einigen Jahren das Vergnügen, ein Jahr in der Toskana zu leben. In einem Dorf am Ende der Welt. Dort hat man völlig selbstverständlich den mehr als trinkbaren und schmackhaften Tafelwein aus dem Tetrapak gekauft. Den gab es sogar in der winzigen Brotzeitvariante mit Trinkhalm. Regionale Produktion (der Wein).
    Manchmal schien den Leuten dort das Gewese der Touristen um den Rotwein befremdlich. Um die Ecke in Montalcino hatte man begriffen, dass im Namen Geld steckt und schon am Ortseingang begrüßten einen die Karren mit Angeboten, die einem orientalischen Bazar gestanden hätten: der mindestens doppelte Preis einer Flasche, die auch nach hunderten von Kilometern im Heimatland gleich schmeckt.
    Mittlerweile wird vermutlich der Brunello auch in bemoosten Dachsparren angebaut, der Name zählt ja. Einen Sprung über den Bach gab/gibt es superben Rosso für einen Bruchteil.
    Das wissen Sie natürlich und wir haben auch noch nicht von Terroir gesprochen, aber ich trinke grade Wein und -Herrjeh!- man gerät dabei so leicht ins Lamentieren.
    Dass ich das trotzdem online stelle, möge allen Genussvermeidern ein Fanal sein: es ist möglich, alkoholische Substanzen zu konsumieren, und dabei der Ortographie halbwegs zu folgen.
    Was halten Sie von Apulien überhaupt? Ich hatte da bei Bekannten einige interessante Weine, nicht alle gut, aber überwiegend. Lauert da eine -weil preislich noch deutlich niedrigere- neue Toskana?

  79. @Ephemeridenzeit, wenn die...
    @Ephemeridenzeit, wenn die Neugier abhanden kommt, dann kann man das Feld wechseln: Käse, Whisky, Schokalade, Tee, … alles hochimensionale, ebenso der sinnlichen Erfahrung, wie der gedanklichen Ordnung zugängliche Räume.
    .
    Die Frage nach der Subjektivität dabei: Sammler und Schatzsucher, Geograph und Hedonist. Ich glaube, man tut Kindern Unrecht, wenn man all diese Motive nicht schon in ihnen ansiedelt und ich kann mich daran erinnern, dass sie in mir zumindest mit 6-7 Jahren schon so versammelt waren. Gewiss, manche Felder sättigen und erschöpfen sich mit der Zeit. Ich kenne vermutlich noch immer die Namen aller Dinosaurier, die ich mit 6 gelernt habe, aber eine Leidenschaft fürs Leben ist daraus nicht geworden.
    .
    Vermutlich geht es aber auch nicht so sehr um die Intellektualisierung des Gegenstands und die Bildung der eigenen Urteilsfähigkeit, sondern um die der anderen, die wieder Willens in einem selbst arbeitet. Die Urteile dieser Kaffeetanten mit ihrem Schaum kann man getrost vergessen, aber wenn man diese hinter sich gelassen hat, dann warten dahinter Meinungsführer und Profitester. Autoritätsfiguren, deren Urteile, wie im Falle Robert Parkers beim Wein, auch gleich die Preise mitbestimmen. Es ist alles auch ein Geschäft und damit stehen Werbung, Geldgier und Überlebenswille im Raum und plötzlich wird der Geschmack von Konkurrenz getrieben und politisch. So dicht wollte man das alles dann doch nicht an sich herankommen lassen.
    .
    Was die kindliche Egozentrik unterscheidet ist das Fehlen von „Geschmackssicherheit“. Das ist ein seltsames Wort, dass den sozialen Wert des Geschmacks benennt. Da will niemand hinter den anderen zurückstehen. Was diese Sicherheit verbürgt, kann aber niemand sagen.
    .
    Sayres Gesetz „academic politics is the most vicious and bitter form of politics, because the stakes are so low“ kann man guten Gewissens auch auf den Geschmack übertragen. Gerade weil es um fast nichts geht, kann es nicht zum Kompromiss kommen.

  80. @Ephemeridenzeit, @Dreamtimer:...
    @Ephemeridenzeit, @Dreamtimer: Die Medaille wird, egal ob es um Kaffee, Wein, Schokolade oder sonstige Prosukte geht, immer zwei Seiten behalten. Auf der einen Seite bin ich froh, über die Auswahl, über die Möglichkeit zu wählen und immer wieder neu zu endecken. auf der anderen Seite ist dies ein schieres Luxusprobelm des Überangebotes in dem immer weiter differenziert werden und ein neuer Markt geschaffen werden muss am an das Geld der gut Verdienenden zu kommen. Im letzten Beitrag hatte ich mich mit deutschem Gib beschäftigt. Gerade der Monkey 47 ist ein reines Kunst- bzew. Marketingprodukt mit erfundener Geschichte und großem Vermarktungsaufwand. Gleichzeitig fasziniert mich, mit welcher Detailversessenheit und und, ja auch Liebe zum Produkt die Macher da ran gegangen sind, und das Produkt ist wirklich der Rede wert, es ist sehr gut. Da schlagen wirklich zwei Seelen in meiner Brust und die eine will sich von der anderen trennen. Natürlich bin ich total zufrieden bis glücklich, wenn ich in irgendeinem abgelegen Kaff nach einem schönen Urlaubstag einen Wein der hiesigen Cantina kriege oder ein gutes Bier und dann bin ich vor allem auch darüber glücklich, dass ich mich nicht entscheiden muss, ich nehme einfach das, was da ist und meist ist es einfach und gut. Doch lässt sich das im Alltag kaum hervorrufen. Simplify your Life bleibt meist nur ein Slogan der Ratgeberindustrie.
    .
    @Don_Mailand: Ich denke, das Apulien ein Gebiet neben der Toskana ist, mit anderen Vooraussetzungen und anderen Weinen. Der Rebsortenspiegel basiert eigentlich auf Primitivo und Negroamaro. Auch wenn es 100.000 Hektar Sangiovese gibt, gibt es dort bisher nicht die ausdrucksstarken Weine der Toskana, würde ich sagen. Für gute Weine ist das ein sehr gutes Gebiet, zumal man günstig und gut produzieren kann. Ich bin gespannt, ob es dort irgendwann auch wirklich besondere Weine geben wird.

  81. @Ephemeridenzeit: Freude am...
    @Ephemeridenzeit: Freude am Wissen ist schon in Ordnung. Deswegen finde ich es ja auch gut, wenn Herr Raffelt hier welches vermittelt, etwa zum vom Winzer mitgesteuerten Rebenertrag, oder worauf man achten sollte, wenn man an trinkbare, teilweise eigentümlich gut schmeckende, gelagerte Weine kommen will. Das sind aber alles aus der Praxis gewonnene Erfahrungswege, und müssen das auch sein, da es sich um den Umgang von Menschen mit einverleibbarer Materie handelt, nicht um abstrakt konstruierende Geistigkeit. Man kann dabei weder vom Eigensinn der Rebenpflanze noch der Leiblichkeit der Menschen, die unterschiedlich geprägte Geschmackssinne und Geselligkeitsvorlieben haben, absehen. Wenn man das doch tut, wie Blubberklaus, der ja dann auch zwangsläufig nur zur Verneinung gelangt, schüttet man das Kind mit dem Bad aus, weil dann jegliche Bezugsparameter ausfallen, an denen sich ein gemeinschaftlicher Umgang festhängen kann.
    @Raoul: der Preis bei ihrem Winzer wird die meisten, die Wein nur im Laden oder allenfalls mal bei einer Verkostungsfahrt über die größeren Weingüter kaufen, erstaunen, aber ich nehme an, daß ihr Winzer seinen Wein vor allem direkt im Ort verkauft. Darüber, wie er schmeckt (vermutlich ganz annehmbar), ist mit dem Preis jedoch nichts gesagt.
    @Dorn_Mailand: haha, das ist eine hübsche Schilderung, wie in einer eingefleischten Weingegend mit Wein umgegangen wird. Man trinkt ihn selbstverständlich begleitend zum Essen, weniger um sich die Kante zu geben oder ein Fest besonders zu machen. –
    Apulien… von dort hab ich vor einigen Wochen diesen Primitivo probiert, der mancherorts etwas gepusht wird. Ich konnte mich mit dem Geschmack aber nicht sonderlich anfreunden, war mir zu rustikal. Woanders habe ich, allerdings bereits vor Jahren, mal einen anderen apulischen Wein probiert, ich meine, der war aus einer anderen Rebsorte oder auch aus einer Mischung von Rebsorten, und den habe ich als sehr gut in Erinnerung. Weiß aber leider nicht mehr, welcher das war. – Ich mag weder übertriebenen Holzgeschmack (neue Fässer, bäh) noch Hefegeschmack im Wein. Solche eher heftig-rustikalen Sorten wie australischer Syrah/Shiraz oder apulischer Primitivo kann man zu Känguruhgulasch oder Steak mit Knoblauchbutter nehmen, aber zu Gemüse, Käs und elaborierteren, milderen Speisen würde ich eher zu anderem greifen.

  82. @ geraeuscharbeiter /...
    @ geraeuscharbeiter / colorcraze / ephemeridenzeit et al.
    Ob ich mich mit dem, was ich hier schreibe „durchsetzen“ wolle?
    Nein, ich gebe nur Hinweise und zeige Sachverbindungen auf, aus denen vielleicht ein Impuls abtropfen möchte.
    Das Wort „durchsetzen“ ist meinem Wesen eher fremd, ich höre es immer mit leichtem Schauder in den Sportnachrichten. Weiter unten kommt aber eine Stelle, wo es paßt, bitte weiterlesen!
    Das Wort „verkopft“ ist gefallen, unentbehrliches Ingredienz jedes Genußdiskurses. Ein armes Wort, zusammengesetzt aus Angst, Verzagtheit und wohl auch Wut. Es gehört zu meinen Idiosynkrasien, sprich, ich habe es noch nie leiden können. Verkopft ist die Geisterbahn: überall Köpfe. Verkopft ist der Henker: nur mein Kopf interessiert ihn.
    Die mit dem Wort „verkopft“ gemeinte Kopf-Bauch-Dichotomie, so auftrumpfend wie sie gehandhabt wird, halte ich für undifferenziert. Sie mag einst, wie der allererste Jazz, ihren Witz gehabt haben, sie hat ihn längst nicht mehr. Jeu fait, jeu passé.
    Es sagte mal einer, war es Kluge, er denke mit dem Knie. Das nenne ich ein Verhältnis, eine Körper-Welt-Relation!
    Mit dem Knie (oder der Hüfte, oder dem Supraspinatus was weiß ich) ist nicht nur gut denken, sondern ist auch gut empfinden (so denn denken und empfinden voneinander zu trennen sind). Und ist das „Knie“ krank, leidet auch mein Gefühlsleben, meine kulturelle und emotionale Präsenz.
    Musik höre ich anders – ich werde ihr weniger gut gerecht – wenn ich körperlich angeschlagen bin. Das scheint zu bedeuten, Emotionalität und meßbare Körper-lichkeit sind interdependent. Das ist wichtig für die hier geführte Diskussion, in der Heiterkeit, Unverkrampftheit, fröhliches Nichtwissen/-wollen fahrlässig mit Emotionalität verknüpft und dann mit feindseligem Karacho gegen Intellektualität ausgespielt werden.
    Nun bin ich nicht körperlich angeschlagen, kann also für Natur und Kultur ungeschmälert präsent sein, kann mich „über die Natur hinausführen“ lassen. Schönes Wort, geraeuscharbeiter: „hinausführen“! Es erinnert mich gleichermaßen an Emily Dickinsons wie Baudelaires spezifisches Verständnis des Wortes „transport“/“transport“: (zu) etwas durchdringen; Wonne empfinden.
    So freue ich mich auf den Besuch der Lorrain-Ausstellung.
    So blicke ich, immer noch verwundert, auf die Weihnachts- und Neujahrswochen zurück, als ich fast jeden Tag, bis zu einem Dutzend mal nacheinander, den Eingangschor der 5. WO-Kantate gehört habe und von einer Verzückung in die andere „transportiert“ worden bin. Neu gehört, muß ich sagen, denn ich kenne das Stück, mitwirkend wie hörend (Harnoncourts Kassettenaufnahme), schon sehr lange. Aber was heißt bei Bach schon kennen! Sein Unmittelbarkeits-potential ist unerschöpflich.
    Bach war ein Meister des Messens und des Proportionierens, ein willentlich emovierendes Strukturgenie (delectare, movere, docere – seine Prinzipien). Er hätte nur ungläubig dreingeblickt, wenn ihm jemand gesagt hätte: „Es lebe die Unwissenheit!“, oder: zuviel Wissen sei der Spontaneität, dem Zauber der aller-ersten, und primordial zu bewahrenden, Genußüberwältigung abträglich. Bach weiß auch nach dem n-ten Hören noch zu überwältigen – den freilich nur, der sich nicht zwischendurch von kulturellem Schwachsinn hat korrumpieren lassen, oder der nicht dem kulturellen Verrat schon immer seinen Tribut gezollt hat, wie mancher bei der F.A.Z. Ratio und Emotio sind bei Bach ungeschieden.
    Verfressener und weintrinkender Kopfarbeiter, der er war, wußte er seine integrative Intelligenz nicht auf seine Gesunderhaltung zu wenden. Das war damals kein Thema. Es gab keine diesbezügliche Diskursatmosphäre mit entsprechenden Impulsen. So hat sich, eigengesetzlich (oder naturgesetzlich, wem das noch hinreichend selbsterklärend klingt), der losgelassene Gegen- spieler der Kultur „durchgesetzt“ (hier paßt das blöde Sportwort). Bach stirbt, für seine Physis und für seine geistige Konstitution erheblich zu früh, an den Folgen seiner objektiv-diätetischen Fehler. Opfer eines Augenstechers wird er obendrein. – Wem das nicht Komplexitätsgrund genug ist, um nachdenklich zu werden …
    Nicht wenige werden jetzt dennoch sagen: Sei doch froh, der Mann hat den Wein und das „gute“ Essen eben als Betriebsmittel benötigt. Ohne das hätte er seine Schätze gar nicht zustandebringen können, und du könntest dich heute nicht von ihnen „transportieren“ lassen.
    Vorsicht! Wovor ich warne, ist, es genauso halten und machen zu wollen. Es muß einen Sinn haben, daß wir heute in anderen Zeiten leben, solchen, in denen man es, bitte schön, besser wissen kann & sollte (besser wissen, nicht besserwissen). Mein Wissensbegriff hat die Selbstaneignung zur Voraussetzung – das an den Nörgler mit dem polnischen Namen.
    Von diachronen Überblendungen – à la schon die alten Ägypter haben Bier gebraut, tun wir’s ihnen nach; schon die alten Römer haben Wein gesoffen, tun wir’s ihnen nach – ist Abstand zu nehmen. Nur die Kunstmittel zählen, will man sich auf Künstler und andere Könner der Vergangenheit nutzbringend beziehen; deren Lebensführung zählt nicht. Wie könnte sie!
    Eine „den Körper abschneidende Fehlhaltung“, so rügt geraeuscharbeiter diejenigen Genießer, die sich nicht „spontan“ und „unverkrampft“ ihrem Genuß überlassen könnten. Damit treffen Sie ungewollt den Punkt. Maßnahmen, die in den Körper einschneiden, gehört die Zukunft, man mache sich nichts vor. Die Ersatzteil- und Amp.-Chirurgie boomt. (Ich schelte mich sogleich für diese verstörende Einlassung. Komme mir beinahe vor wie ein schreibender Kinderschänder, allerdings gegenüber Teilnehmern, die in puncto genießen – seinen Teil nehmen – nicht erwachsen werden wollen.) Der Diabetes macht die Runde, und er zieht seine Kreise immer weiter. Ob Hartzvier-Ehrensöldner oder komplexitätsfetischistischer Wertungsschmecker, vulgo Restaurant- und Wein- kritiker – der Diabetes klopft überall an. Und er ist nur ein Beispiel von unüber- schaubar vielen Krankheiten, die fast sämtlich vermeidbar sind.
    Aha, die Dosis macht das Gift? – Nun, in der wissenschaftlichen Alkohol- forschung nimmt man an, daß es überhaupt keine Trinkmenge Alkohol gebe, die unbedenklich wäre.
    Der „Irrglaube der Weintrinker“ besteht nicht darin, daß sie Genuß empfinden, sondern daß sie ihn für authentisch halten. Authentisch ist aber nur die Frucht, die Traube, die bis zum Verzehr Traube bleibt. Nicht mehr authentisch ist die durch einen hochtechnischen Prozeß getriebene Traube. Wein mögen & verzehren ist degustativer Analphabetismus.
    Das Alphabet der Natur bleibt unverstanden, aber, blödes Wort zum zweiten, es setzt sich immer durch, auf jeder Lebensstufe, und müsse es sich durch Krankheit erst die ihm zukommende Aufmerksamkeit verschaffen. Warum also – und dies ist der einzige Grund meiner Einlassungen – nicht lernend und erfahrend mit ihm in Beziehung treten, statt ihm einen trotzigen Schmähkick nach dem anderen zu geben? Das Alphabet der Natur hält viele Möglichkeiten „tiefer Ausgeglichenheit“ bereit, da braucht es nichts Gekeltertes und Gegorenes. Ich brauche keinen Wein, um mich an Musik und an Bildern zu berauschen. Wein ist ein Torpedo gegen Ratio und Emotio. Er hindert beide daran, sich zu erweitern und zu erneuern – und fördert die Re-Infantilisierung.

  83. Alltag-Reisealltag
    ..guenstige...

    Alltag-Reisealltag
    ..guenstige und einfache Weine gibt es in Italien sehr viele.
    Wenn man dort um eine spannende Reise zu machen ´grad mittendurch fährt/Rad.
    Dann hat man im Idealfall jeden Mittag und Abend ein Viertelchen dastehen und wenn man nicht protestiert, eine ganze Flasche.
    Diese kann i.d.R. angebrochen zurückgelassen werden(keiner weiss, was dann geschehen ist)..auch bei den besseren ging das/-als bekannter Gast!
    Abgesehen von dem riesigen Anbaugebiet um den Kalterer See, sind das pro Reise mindestens 6-7(=>als) Anbaugebiete, mehr o. weniger bedeutend,
    wobei hinzuzufügen ist, dass der ein oder andere Agriturismo in kleinen Mengen -bio- selbst produziert;>das können Perlen sein, sind aber (noch) nicht so lagerfähig!
    .,..“bitte nicht mitnehmen“..
    Feiner wird es dann in Toskana , Piemont und den Ausläufern Richtung Schweiz und Frankreich.
    Allerdings kommt er dort dann als Tischwein in einfacherer Form zum Essen hinzu.
    Aber auch dabei kann es Ausnahmen geben; spannend bzw. interessant bleibt es allemal und abends sollte man sich auch die Zeit nehmen zum Fragen o. probieren.
    Jetzt- zuhause und im Winter bleibt eigentlich alles wie hinter einem Vorhang, sonst würde ich mir auch ´mal die Mühe machen, einzelne Namen zu zitieren, was aber eigentlich auch nicht die Absicht des Beitrags darstellt.
    Nun, aber es ist auch noch nicht fertig!
    Nach dem grossen,(o.kleinen) san bernardo oder auf der anderen Seite San Bernadino, Nuven, St. Gotthard/dort weniger, beginnt der Weinanbau in der Schweiz.
    Das dort gereichte muss bestellt werden und ist oft nicht eben billig, aber auch allemal
    interessant! Um den Genfer See, Bieler See usw…gibt es einiges zu probieren.
    Zuviel des Guten geht gar nicht, es muss ja noch geradelt werden und in der Schweiz wär´das zu teuer…0,1l bitte, heisst hier das Zauberwort und der aufwendig produzierte Schweizer Wein(Hanglage und o. Stiele gek.) erfordert(von mir) Geduld.
    An was ich mich spontan erinnere, von den vielen Kleinen,..ist der lacrima christi >Vesuv,
    .da bin ich `mal in eine Weinprobe reingerasselt und Tage danach an einem geselligen Abend bei Capriati(fontanelle), als der feiernde Nachbartisch mich miteinbezog und ich selbst nicht bezahlen durfte, die Weinkarte wurde mir ent(nommen)rissen und ich hätte gefälligst das zu trinken, was auf den Tisch käme!
    Wohlgemerkt, es handelt sich bei alledem, was ich hier aufzähle um bezahlbares!
    Es gab aber auch nichts billiges und auch nichts im pappkarton>liegt an einem selbst..
    ..diese Weinsache ist(/kann sein) schon so eine kleine Welt..für sich;..vielleicht ist es das, was ich sagen möchte..
    Abschliessend…
    ..gerade in Kiedrich(mehr o. weniger Heimat) hat im Gegenzug ein kleiner,..uns bekannter Winzer auf Schein und Sein im Weinbau hingewiesen.
    In teils privater Runde hat er den wirtschaftl. und Prod. Teil des Gewerbes (für uns)transparent gemacht und da war für Romantik kein Platz(mehr)!
    „Die Bilder in unseren Köpfen entsprechen nicht der Realität!“-sinngem. Zit.-
    Wo man da selbst bleibt, muss man als Winzer(oft) und als Gast/Reisender.. dann sehen….
    ..net soviel trinken….z.B..
    .und sich Zeit lassen..

  84. Die Geschichte mit dem...
    Die Geschichte mit dem Preislimit erinnert mich irgendwie an meine eigene Geschichte … Außerdem fürchte ich, dass ich jetzt an dem Punkt bin, wo ich mich zu Probentrinkabenden treffe, auch wenn ich mich vor den freakigen Weinkennern fürchte … Da würde ich doch lieber mit overkorkt und holgi ne (oder zwei) gute Flaschen probieren :-)
    Und wenn ich einen Versender (für mich nicht, ich kann hinfahren) in die Diskussion werfen darf: Weinzeche. Leider nur selten gemixte Probierpakete

  85. @colorcraze – meine...
    @colorcraze – meine Personalie als Restekiste zu bezeichnen, ist außerordentlich treffen. Ich fühle mich in dieser mit Resten bestückten Kiste außerordentlich wohl. Aus Resten etwas zu machen, regt die Phantasie viel mehr an, als immer nur das Beste zu haben – wie Don in seinem anderen Blog fabelhaft beschreibt.
    .
    Aber Weinreste und alten Wein habe ich nicht. Wein muss ich mir regelmäßig neu kaufen. Zwei Gläser Rotwein zum Abendessen, meinte meine Ärztin beim letzten Besuch, scheinen mir offensichtlich gut zu bekommen

  86. @Dreamtimer, da haben Sie die...
    @Dreamtimer, da haben Sie die Wein-Gemengenlage sehr schön beschrieben. Bei geselligen Runden/Essen im Urlaub kann auch ein beim französischen Weinhändler abgefüllter Kanisterwein gut munden. Und beim Weinpapst oder Kritiker Robert Parker scheiden sich in der Tat die Geister.
    .
    Mit seiner Vorliebe für fruchtig-opulente Weine bleiben dabei lokale, rebsortenspezifische Eigenschaften auf der Strecke, so seine Kritiker. Doch die Verkäufer lieben die Parker-Punkte-Bewertungen, passen sie doch hervorragend in unsere Zeit der Rating-Agenturen und machen die Werbung so einfach. Man nenne in einem Weinladen nur seinen Namen und sofort gibt es eine muntere Pro/Kontra-Diskussion.
    .
    Wie sehen Sie das mit der Parker-Bewertungen, Herr Raffelt – sind sie förderlich oder einengend?

  87. Bach ging in der Mittagspause...
    Bach ging in der Mittagspause i.d. Ratskeller zum Schoppen(bayern 4(3) klassik )….
    und kam danach (zu)spät;
    ..ansonsten wird er um Klarheit bemüht gewesen sein;
    die reinsten Gewässer sind die hungrigsten…;

  88. So viele schöne Kommentare...
    So viele schöne Kommentare und Beschreibungen. Da ich heute am Tage wenig Zeit habe nur kurz ein, zwei antworten.
    .
    @egghat: Das sollte mal zu realisieren sein, zumal ich vorhabe, in Kürze zu podcasten, und diese Podcasts dürfen gerne vom eigentlichen Thema abschweifen…
    .
    @Salonsurfer: Ich finde den Parker-Punkte-Hype mehr als einengend. An diesen Menschen hat sich ja eine ganze Weinindiutrie drangehängt, die Weine genau so macht, wie er sie gut findet. Vor allem im Bordeaux hat sich der Stil deutlich gewandelt – auch wenn ich den Eindruck habe, dass es glücklicherweise langsam zurück geht. Für die Verkäufer idt das natürlich ne schnelle Mark, zumal 90 Parker-Punkte-Weine auch zunehmend im Discount auftauchen. Ich probiere sie immer mal wieder und frage mich dann, woher er ofer seine Bewerter die Chuzpe nimmt, diese Weine so hoch zu bewerten. Wobei das beim Diskounter eh immer etwas gefährlich ist, weil die so viel Chargen kaufen, dass die Weine durchaus unterschiedlich schmecken können. Parker und seine Mitstreiter, es gibt da so ein paar Flying Winemaker, sind halt Ausdruck der Globalisierung die vieles immer gleicher macht. Aber es gibt genügend Gegenbewegung, deshalb ist mir nicht bang.
    Darüber hinaus gibt es zum Glück diverse hervorragende Weinkritiker, auf deren Urteil ich viel mehr Wert legen kann.

  89. @Tiger: daß Sie die...
    @Tiger: daß Sie die BuPräs-Wahl als Ihre Personalie bezeichnen, verblüfft mich jetzt schon – sind Sie Mitglied der Bundesversammlung? – Oder reden wir einfach aneinander vorbei und verstehen uns miß?

  90. @colorcraze – warum sollte...
    @colorcraze – warum sollte ich Mitglied dieser Versammlung sein? Es weiß doch sowieso jeder (jedenfalls hier im Blog), dass ich gar kein Wahlrecht in Deutschland habe, weil ich zu lange im Ausland lebe.
    .
    Aber die Vorstellung, dass mich jemand anrufen würde und auffordert, an dieser Versammlung teilzunehmen, finde ich höchst amüsant. “Leider”, würde ich antworten, “an dem Tag könnte ich sowieso nicht. Da habe ich ein Rendezvous mit der European Fine Art Fair in Maastricht.”

  91. @Blubberklaus: „Ich brauche...
    @Blubberklaus: „Ich brauche keinen Wein, um mich an Musik und an Bildern zu berauschen.“ Wenn ich Ihnen etwas aufs Wort glaube, dann das, denn das kenne ich. Nur, ob man „das Alphabet der Natur“ besser verstehen kann, wenn man körperliche Interaktion mit anderen und mit dem Stofflichen abschafft, und sich stattdessen mit einer außenstehenden Beobachterposition begnügt, bezweifle ich doch sehr. Das wäre nämlich wie eine Art Traum beim Schlafen (Geist sehr aktiv, Körper nicht), und läge somit noch vor dem infantilen, nämlich im vorgeburtlichen Zustand. Anders gesagt: man muß auch den Körper im Umgang mit Stoffen erziehen. Nicht mit jedem, sicher, aber doch mit vielen, und das Mittel dazu, um eine einigermaßen gangbare Art festzuhalten oder zu verbreiten, ist die Kultur – zur Selbstverständlichkeit gewordene Rituale und Sprechweisen, die der Herstellung von Gemeinsamkeit dienen. Nein, wir leben nicht mehr zu Zeiten des Barock mit seinen brutal langen und kalten Wintern und heißen Sommern und mit seiner Unfallträchtigkeit im Alltag, wo man in jedem Lebensalter mit plötzlichem Abgang rechnen mußte. Aber wir sollten uns auch nichts vormachen über das heute gepflegte Siechtum, das ist größtenteils einfach mangelnde Lebenszuversicht, der Rest instabile Kultur und ABM-Maßnahmen für Ärzte und Pharmaindustrie. Der Silikonlippen- und Schnippelunfug wird genauso ein Ende nehmen wie die Schnürtaillen, die sich mit einer Hand umfassen lassen – aussterben und vergessen. Man wird sich wieder daran erinnern, daß Mäßigung und Regelmäßigkeit für Stetigkeit sorgen und dies doch eigentlich mit eine Wurzel der Gesundheit (=Resultat vieler Anlagen, Prägungen und Einflüsse) ist… ach ja, und ansonsten halte ich Genuß für eine Form von Mäßigung. Im Unterschied zum Rausch (ob stofflich oder sonstwie induziert), der einen „das Andere werden“ läßt, bleibt der Genuß den Gegenständen verhaftet und hält sie fest.

  92. @Herr Raffelt: Erzählen Sie...
    @Herr Raffelt: Erzählen Sie ruhig noch ein wenig mehr von der „Gegenbewegung“ (die aber wohl zum größten Teil weniger Gegenbewegung als Winzer/Weinhändlerlebenskontinuität ist)! Daß egghat noch eine Quelle genannt hat, finde ich ganz gut, vielleicht könnten Sie auch zu di’s Anmerkung „die Bilder in unseren Köpfen entsprechen nicht der Realität“ noch etwas ergänzen?

  93. @Tiger: es gibt ja...
    @Tiger: es gibt ja verschiedene Arten Wahlrecht. Bundesversammlung ist speziell, weil ein Teil der Mitglieder von den Landtagen direkt das Stimmrecht bekommt, und daß diese Personen „das bürgerübliche Wahlrecht“ haben müssen, steht mW nirgends.

  94. Sehr schöner und...
    Sehr schöner und inspirierender Beitrag. Sie zeigen einen wundervollen Weg, sich tiefgründig in ein faszinierendes Thema einzuarbeiten. Andererseits empfinde ich auch meine derzeitige, oberflächliche Beziehung zum Thema Wein als gar nicht so unangenehm und „stressfrei“. Die Liebe zur Jazz-Musik im weiteren Sinne macht mir bspw. jegliches Pop-Gedudel unerträglich, usw. usf.
    .
    Als 18-jähriger verblüffte mich die geschmackliche Entwicklung nach dem Entkorken 30-jähriger Barolos aus dem Weinkeller meines Vaters. Irgendwie empfand ich: das ist der Wahnsinn! Ein dort ansässiger Bekannter mit besten Beziehungen führte mich später ein wenig in den Piemont ein und führte meine Begeisterung für insbesondere Barolo fort.
    .
    Es ist einfach irgendwie auch schön, etwas vorbehaltlos für das Ultimative zu halten. Wie als Münchner etwa das Augustiner. Blindverkostungen sind dazu unnötig, ja unerwünscht. Man trinkt ein Stück Heimat, eigene Kultur, wie Dorn_Mailands Toskaner ihren regionalen Landwein aus dem Tetrapak. Und irgendwie ist auch genau das am schönsten.
    .
    Nun liegen sie im Keller, die Bruno Giacosas und Bartolo Mascarellos. Meine Frau trinkt keinen Alkohol und ich selbst schaffe eine Flasche in drei Tagen, wenn ich mich anstrenge in zwei. Kein Anlass kommt daher, zu einem üblichen Abendessen ist mir das alles zu komplex und die spitzenmäßigen Giacosa Spumantes sind auch alle schon ziemlich dahin nach 15 Jahren – ich konsumiere sie natürlich trotzdem in Würde…

  95. @colorgraze – Warum sollte...
    @colorgraze – Warum sollte ich nach Berlin fahren, um an so einer Veranstaltung teilzunehmen? Ehrlich gesagt, die TEFAF in Maastricht ist viel interessanter (Don würde mir da sicher zustimmen). Der einzige, in dessen Macht es stände, mich nach Berlin zu beordern, ist Herr Seehofer. Wenn der anriefe und fragte, ob er mich in seiner Funktion als vertretender Bundespräsident dem Bundestag als Kanzlerkandidat vorschlagen könnte, würde mir mein Kantsches Pflichtbewusstsein verbieten, “nein” zu sagen. Ich könnte mich nicht einmal mit der “kein Wahlrecht” Ausrede drücken, denn um Kanzler zu werden, braucht man – meines Wissens – erstaunlicherweise kein aktives Wahlrecht.

  96. Vielen Dank für Ihre...
    Vielen Dank für Ihre ausführlichen Anworten, Herr Raffelt. Gerade habe ich online bei „Gute Weine Lobenberg“ herumgestöbert und wirklich verlockende Weinangebote gefunden, mit sehr informativen Beschreibungen zu Winzer und Weinen. Doch leider gilt auch dort: „Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt, wer hat soviel Pinke-Pinke, wer hat soviel Geld?“
    .
    Wenn Sie noch gute Webseiten/Blogs von Kennern und Weinkritikern empfehlen können, würde ich mich über die entsprechenden Link-Adressen sehr freuen.

  97. Guter Artikel. Wirklich...
    Guter Artikel. Wirklich schade, dass es immer diese verdriesslichen Negativ-Poster geben muss – und das scheint wirklich in Deutschland extrem zu sein.
    Nur kurze Anmerkung zu aufgetauchten Fragen. Konstante Temperatur ist besser als schwankende, je kühler desto gut. Das ist allerdings nur wichtig, wenn man Weine länger als 20 Jahre oder so lagern will. Da auch gleich ein Tipp: Wer wirklich alte – sagen wir über 30 Jahre alte Bordeaux kaufen will, fährt meist besser eine Abfüllung von britischen oder holländischen Negociants zu kaufen. Erstens, weil die immer die besten Fässer vorab kauften und daher die schwächeren in Bordeaux blieben. Und zweitens, weil die Keller in Bordeaux deutlich wärmer sind.
    Sonst ist noch viel wichtiger, dass er dunkel lagert. Licht ist ganz schlecht, speziell Neon-Leuchten. Stehend oder liegend ist prinzipiell auch relativ egal, da in der Flasche sowieso 100% Luftfeuchtigkeit herrschen.
    Es gibt auch inzwischen Untersuchungen über mehr als 30 Jahre, die zeigen, dass selbst Rotwein auch unter Schraubverschluss hervorragend altert. Kork ist damit endgültig am aussterben, was auch nicht schadet, werden doch deswegen Jahr für Jahr Millionen Flaschen weggeschüttet, weil der Kork nicht perfekt war.
    Das nur als Ergänzung. Lieben Gruss aus Wien. Helmut O. Knall. wine-times.com

  98. OT Ich erlaube mir mal alten...
    OT Ich erlaube mir mal alten Griechen-Wein in neue Schläuche zu giessen:
    .
    Dass die Fetas es nicht ernst meinen mit dem Eintreiben von Steuern Ihrer reichen Oberschicht, so dass allen Ankündigungen letztlich das Fundament fehlt, erkenne ich an folgenden einfachen Sachverhalten:
    .
    Es wurde eine „Liste der Schande“ publiziert. Warum ging diese Liste mit Name, Geburtsdatum- und -ort nicht an die EUR-Länder (inkl. Schweiz) mit der Massgabe sämtliche verbundenen:
    – Konten und Depots zu sperren und zu melden?
    – Grundstücks- und Yachtkäufe der letzten 5 Jahre zu melden?
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    Die Fetas haben kein Grundbuch, in das eine Zwangshypothek eingetragen werden könnte? Warum nicht ersatzweise 25% auf den Verkaufspreis als Steuer einbehalten?Um Unterverbriefung zu vermeiden wird über das Land eine Mindesterlöskarte (ähnlich unseren Einheitswerten) gelegt!
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    Mit derlei Massnahmen wäre ernsthaftes Bemühen erkennbar. Stattdessen nur Symbolik, Theatralik und Kürzungen bei den Schwächeren um sie auf die Strasse zu treiben.
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    Die Fetas meinen es mit Ihrer reichen Oberschicht -die an den Importen der letzten Jahrzehnte prächtig verdient und das Geld auf Auslandskonten deponiert hat- einfach nicht ernst!

  99. <p>@weinspitz: Danke für das...
    @weinspitz: Danke für das Feedback und für die weiteren Ausführungen. Zum Schraubverschluss: ich habe den Eindruck, dass in Australien praktisch gar kein Kork mehr verwendet wird. Und ergänzend dazu laß ich gerade ein Posting von Jamie B. Goode in seinem Blog Wineanorak.com, wo es um eine Margaux-Verkostung mit Kellermeister ging. Das Interessante daran: Es wurden Versuchscuvée probiert und dabei wurde klar, das Margaux schon seit vielen Jahren Versuche mit Schraubverschluss macht und sehr zufrieden ist. Über kurz oder lang wird er sich durchsetzen. Irgendwann wird eines der wirklich namhaften, traditionellen Güter den schritt wagen und dann wird es wahrscheinlich einen Dammbruch geben.
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    @salonsurfer: Bei Lobenberg gibt es auch eine ganze Reihe günstiger Weine, die viel Spaß im Glas bieten, gerade wenn man südfranzösische Weine mag: Domaine de la Fondreche, Cascavel, Janassse, Saint Cosme, Gassac etc. Schauen Sie mal in die Blogroll meines privaten Blogs, da sind, denke ich, ein paar schöne dabei…
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    @mawu: Alte Weine von Giacosa im Keller zu haben ist großartig. eine der Wene, der oben angesprochenen Verkostung war eine 1978er Barbaresco Santo Stefan Reserva Speciale. Ein fantastischer Wein.

  100. Die Zeit des Schnüffelns und...
    Die Zeit des Schnüffelns und Süffelns von alten Weinen und aller, ich sage Euch aller Ausschweifungen ist bis Ostern auszusetzen. Tuet Buße und Euer wird das Himmelreich sein. Ja, ja so soll es sein (Amen)#….danach, wenn Ihr denn nicht anders glaubt zu können……… Bitte sehr.

    Aber wundert Euch nicht.

  101. Köstlich@: Dafür verdienen...
    Köstlich@: Dafür verdienen die Pariser Coiffeure um so mehr am Blondieren ihrer Gemahlinnen und Mätressen, die en gros eingeflogen werden. Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sichs ganz ungeniert. Darauf einen Retsina.

  102. @colorcraze: Vielleicht ist...
    @colorcraze: Vielleicht ist »Gegenbewegung« der falsche Begriff, weil das, was passiert nicht explizit gegen Parker gerichtet ist. Doch ist es auch nicht nur eine Winzer- und Händlerlebenskontinuität. Es ist eine verstärkte Hinwendung zu traditioneller bzw. natürlicher Weinbereitung. Das Thema Vin Naturel bzw. Natural Wine ist in Frankreich, England und den USA momentan sehr populär (ich rede dabei immer von einer überschaubaren Menge von Menschen, die sich sich intensiv mit Wein auseinandersetzen). Hier in Deutschland ist bio populär, aber noch nicht der Begriff des Vin Naturel. Bei Parker und Konsorten liegt der Fokus vor allem auf der Kellerarbeit. Unter der Vorraussetzung, dass das Traubenmaterial, was aus dem Weinberg kommt 1a ist, wird gerne an vielen Stellschrauben gedreht um konzentrierte, füllige Weine zu produzieren. Die anderen legen sehr viel mehr Wert darauf, Weine zu erzeugen, die authentisch das Mikroklima und den Boden wiederspiegeln, auf denen die Reben gewachsen sind. Und von diesen Erzeugern gibt es halt immer mehr, nicht nur in Deutschland. Aber da mich dieses Thema momentan intensiv beschäftigt, werde ich dazu in Kürze einen eigenen Artikel verfassen.
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    Zu den Bildern in unseren Köpfen, die nicht der Realität entsprechen: Ich denke, es gibt bei vielen immer noch eine romantische Vorstellung vom Weinbau, und die ist eben nur noch sehr begrenzt vorhanden, diese Romantik. Zum einen hat viel Technik einzug gehalten in den Kellern. Wein kann heute produziert werden wie Cola, das heisst, sie können Rebmaterial in seine Bestandteile zerlegen und später wieder zu zusammensetzen, wie Sie es gerne haben möchten. So haben Sie jedes Jahr exakt den selben Wein, ohne Jahrgangsschwankungen. Die weine von Gallo in unseren Supermärkten werden gefertigt wie Industrieprodukte. Bei den kleineren Erzeugern ist das noch anders, aber auch da gibt es viel Tricksereien, die möglich sind und nichts mit Romantik zu tun haben. Ausserdem kämpfen viele der kleineren Erzeuger ständig um das nackte Überleben. Winzer, die weniger bekannt sind, die nicht im Verband der Prädakatsweingüter sind und vielleicht nicht mal in den einschlägigen Bewertungen von Gault Millau oder Eichelmann auftauchen, haben es halt sehr schwer.

  103. @Tiger: nachdem ich jetzt...
    @Tiger: nachdem ich jetzt gegoogelt habe, was die TEFAF ist und was es dort zu sehen gibt, finde ich Ihre Prioritätensetzung völlig akzeptabel.

  104. Diese Probierpakete sollten...
    Diese Probierpakete sollten gerade selbstvermarktende Winzer in Deutschland viel häufiger machen. Mit zwei oder drei Kollegen zusammentun und eine 12er Kiste gemeinsam packen und verschicken.
    (Das ist vielleicht sogar eine Geschäftsidee …)

  105. Die von Ihnen genannten...
    Die von Ihnen genannten französischen Weingüter, Herr Raffelt, sind wirklich klasse, habe davon schon einiges im Keller. Und das Thema Industriewein oder Vin Naturel verspricht wirklich spannend zu werden, freue mich schon auf Ihren Artikel dazu. Vielleicht später dann noch eine kleine Fasskunde – welchen Einfluss hat die Lagerung in großen und kleinen Weinfässern, aus altem oder neuem Holz.
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    @Krck01: Tja,wir sind alle kleine Sünderlein – ob mit Wulff oder Gauck. Aber ein bisschen Vorfreude beim Jagen und Sammeln wollen wir uns doch gönnen, für die zu erschnüffelnden Ostereier :-)
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    @weinspitz: Besten Dank für Ihre ergänzenden Erläuterungen, dann hat wohl der Schraubverschluss eine große Zukunft. Hoffentlich werden die Plastikkorken wieder verschwinden, solche Flaschen sind oftmals schwer zu entkorken.

  106. ......mit jener Flüssigkeit...
    ……mit jener Flüssigkeit geschieht, ist eine ständige Assimilierung, Alchemie und Verwandlung. S.o. Eingangszitat.
    Genau: Das Wunder der Transsubstantiation, die bei der Konsekration der Heiligen Messe erfolgende Wesensverwandlung von Brot und Wein in den Leib und das Blut Christi.

    Anstoß nehmend wünsche ich allen hier Kommunizierenden ein schönes WE ;-)

  107. @Tiger, 22.03 am 23.2.
    Hicks,...

    @Tiger, 22.03 am 23.2.
    Hicks, jetzt sind Sie wirklich ins Weinfass gepurzelt.

  108. @colorcraze – es freut mich,...
    @colorcraze – es freut mich, dass ich Sie mit der Maastrichter European Fine Arts Fair bekannt machen durfte. Ich meinerseits habe mir noch einmal die BuPrä Bundesversammlung durch den Kopf gehen lassen. Soweit ich verstehe, kann sich die Linke nicht auf Beate Klarsfeld einigen. Wenn es aber nur einen Kandidat gibt, braucht man diese Veranstaltung sowieso nicht

  109. salonsurfer@: Aber sicher, ich...
    salonsurfer@: Aber sicher, ich gönne Allen alles. Demzufolge beneide ich auch niemanden. Noch nicht einmal um einen vollen Gewölbekeller uralter Provenie-zien und Raritäten.

  110. ...Bilder in...
    …Bilder in Köpfen..;
    treffend ausgeführt ; unser Winzer beschrieb noch die A/L- Bedingungen der Leiharbeiter aus….() ?!?..
    .Was ich aus meiner persönlichen Erfahrung nicht kenne; ist die Abhängigkeit der kleinen
    Betriebe von Traditionen. Da wird ge/und vererbt; eingeheiratet und nur! so kann überlebt werden.
    Das Bild war zum Teil so düster, dass ich es nicht verstand.
    Selbst grosse Betriebe im Rheinh., die wir besucht haben und die von sich aus über ihre Geschäftssituation, die Marksegmentierung etc. berichteten, malten keine
    positives Bild.
    Erstaunlich aber die Offenheit, mit der privates und existenzielles preisgegeben wurde.
    War irgendwie bewegend! Unter unseren Naturschützern, um kurz abzuschweifen, gilt der heimische Winzer als oberster Landschaftsgärtner/pfleger und ist unterstützenswert!
    ..der Satz: „wer soll das eigentlich alles trinken?“..stammte von einem Winzer
    .

  111. @egghat: das finde ich auch...
    @egghat: das finde ich auch eine gute Idee.
    @Herr Raffelt: das klingt ja sehr vielversprechend, was Sie da zu „Vin naturel“ sagen. Da freue ich mich schon auf Ihren nächsten Artikel.

  112. Quousque tandem abutere, Don...
    Quousque tandem abutere, Don Fonsi, patientia nostra?

  113. @weinspitz: vielen Dank für...
    @weinspitz: vielen Dank für die klare Darlegung der Erfahrungswerte! Das verschafft Orientierung.
    @Köstlich: es könnten ja auch die entsprechenden EU-Staaten von sich aus das Geld repatriieren, wenn die Liste öffentlich ist. Tun sie aber auch nicht, denn der obere Klüngel hängt zusammen.

  114. Der Tiger24. Februar 2012,...
    Der Tiger24. Februar 2012, 14:45 @: Wozu noch die Wahl, wenn eh schon feststeht wer es (diesmal) sein wird? (Das Haltbarkeitsdatum von Bupräsis ist mittlerweile verdammt kurz.)

  115. @Colorcraze: Eigentlich sollte...
    @Colorcraze: Eigentlich sollte es doch das Anliegen des Schuldners sein, seine entflohenen Schäfchen mittels (nicht deutschem) Schäferhund wieder nach Hause zu treiben. Dann hätten sie auch mehr Feta zum Export.
    .
    @Krck01: Beim Beispiel Retsina wundert mich die Handelsbilanz nicht.

  116. Überwiegend höchst fahrige...
    Überwiegend höchst fahrige Gesellschaft, das hier. Darauf einen Biber! – Klar: Wer auf Alkohol setzt, hat vertippt.
    Eins noch.
    @ colorcraze. Träumen/schlafen: Geist sehr aktiv, Körper nicht.
    Ob das stimmt? Im Schlaf ist der Körper, das Soma, sehr aktiv. Es sorgt z.B. mit komplexester Arbeit für die Entgiftung — derjenigen Substanzen, die ihm abends und tags zuvor in Genußform wohlwollend (weil man’s sich wert war) zugemutet worden sind. Und daß das Soma die Traumbilder beeinflußt, wenn nicht generiert, sollte doch einen geeigneten Einstieg in eine Diskussion des Stofflichen und des Nichtstofflichen bieten. Im übrigen ist der Alkohol vom Abend frühestens am nächsten Vormittag, äh, abgebaut, ja, so sagt man glaube ich: abgebaut. Und da sich jeder, der Alkohol verzehrt, einen Mineralienmangel zuzieht, können etwa auch die Muskeln im Schlaf ziemlich komisch aktiv sein. Dem Alphabet der Natur nach dürften sie das aber nicht. Verdrießlich, gell? –
    „Genuß, eine Form von Mäßigung“ – d’accord. Leider aber kennt beim Alkohol das Soma, mit zunehmendem Alter zumal, den Unterschied zwischen Maß und Unmaß auch dann nicht, wenn der Genießende meint, er tue sich (und seiner geselligen Runde) einen Gefallen.
    Damit verabschiede ich mich. Geniessen Sie’s alle. Es musste mich geben.

  117. Blubberklaus, Ihr Sprachduktus...
    Blubberklaus, Ihr Sprachduktus scheint mir nicht unvertraut – sind Sie etwa ein umherschweifender Flaschengeist aus feudalistischen Zeiten? HansMeier555 jedenfalls, hat hier noch nicht vorbeigeschaut und das macht er doch sonst immer.

  118. Nenee, Meier ist schaerfer und...
    Nenee, Meier ist schaerfer und stilistisch besser.

  119. Lieber Herr Raffelt, wenn ich...
    Lieber Herr Raffelt, wenn ich mich, abgesehen von zwei launigen Einwuerfen, jeden Kommentars enthalten habe, so liegt es daran, dass das Thema mich ausserordentlich interessiert, ahnungslos und lernfaul wie ich bin.
    In diesem Sinne: Vielen Dank.
    .
    PS: Einige Kommentare waren wieder mal sehr erhellend. Find ich gut.

  120. <p>@egghat: Nicht so einfach...
    @egghat: Nicht so einfach mir der Geschäftsidee. Wenn sich mehrere zusammentun, um solche Pakete anzubieten muss einer alle Weine vor Ort haben. Und eigentlich nicht nur die aus dem Probierpaket sonder mehr. Das ist ne schwierige Kiste mit der Online-Selbstvermarktung. Nicht nur in diesem Bereich.
    .
    @salonsurfer: Wein im Holz auszubauen fördert in einem gewissen Maße die Langlebigkeit des Weines über eine stattfindende Microoxydation, da der Wein durch die Poren des Holzes immer auch mit der Umgebungsluft verbunden ist. Nehme ich große Fässer, also mit mehreren hundert oder tausend Litern, dann will ich eigentlich nur diesen Effekt haben, nicht aber den Holzton im Wein schmecken. Wenn ich den haben will, nehme ich Barriques, also kleine Fässer mit 228 Liter Volumen. Wenn ich französische Barriques nehme, ist der Holzton reduzierter als bei amerikanischer Eiche. Jetzt kann ich, um den Holzton noch zu verstärken, die Barriques toasten, also von innen anflämmen. Je länger ich das tue, desto stärker wird der Kokos-Vanille-Ton im Wein. Außerdem bestimme ich den Stil natürlich noch zusätzlich dadurch, ob ich nur neue Barriques nehme oder mische. Ich bestimme allerdings nicht nur den Stil, sondern immer auch die Frage, wie der Wein altern soll und wann er getrunken werden kann. Wenn ich Wein ausschließlich in frisches Holz lege, kann ich ihn die ersten fünf bis zehn Jahren eigentlich nicht mit Genuss trinken. Dafür kann er aber sehr lange lagern.
    .
    @colorcraze: Im nächsten Artikel mache ich einen Abstecher an die Mosel, bevor ich danach zum Vin Naturel komme.

  121. Vielen Dank für Ihre klaren...
    Vielen Dank für Ihre klaren und sehr verständlichen Erläuterungen zur Fasslagerung, jetzt kann ich die Beschreibungen der Anbieter richtig interpretieren. Und wie Filou schon schrieb, es war auch eine anregende Kommentarenrunde hier versammelt. Bis hoffentlich bald, lieber Herr Raffelt.

  122. @salonsurfer, @filou: Ja. das...
    @salonsurfer, @filou: Ja. das fand ich auch. Schließlich bin ich hier mit meinem Thema nur zu Gast und ich kann eigentlich nicht erwarten, so viel Aufmerksamkeit zu erhalten mit meinem Wein. Stattdessen kreiste der Kommenrarthread ziemlich konsuquent um meinen Artikel. Das finde ich wirklich beeindruckend. Also, sehr gerne bis bald.

  123. Vielen Dank für diesen...
    Vielen Dank für diesen wunderbar schön zu lesenden Bericht – es macht direkt Lust aufs stöbern in alten Beständen- wobei ich da leider nicht immer wirklich Erfüllung im geschmacklichlen Sinne fand.. Da ist mir ein 6 Jahre alter manchmal lieber, aber die Überraschung ist natürlich nicht dementsprechend groß .. Freue mich übrigens schon auf mehr Herr Raffelt! Vielleicht kann man ja von der Kulinaria & Vinum wieder mehr erlesene Getränke Berichte von Ihnen erwarten?

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