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Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Der Riesling und der Schiefer

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Keine Tricks, keine Panscheieren, aber Veredelung durch den richtigen Boden: An der Mosel wird das Schiefergestein zum wichtigen Bestandteil des Geschmacks eines besonderen Weines

Dieses moderne Leben zwingt zu so vielen neuen Kompetenzen: Man muss Sushi-Arten richtig aussprechen können, um zu sagen, dass man sie nicht mag, man muss Apple-Produkte kennen, um zu sagen, dass man sie nicht besitzen möchte, man sollte mal wieder eine deutsche Jungautorin lesen, psychisch labil und mit Osthintergrund aus einem Wettbewerb; das ist dann auch immer schön krank und kann beim Sushiessen nach Apple besprochen werden. So viel für so ein kleines Hirn wie meines. Und dann auch noch Fachwörter wie Terrior, von denen ich nichts verstehe, weil sie mit Wein zu tun haben, den ich nicht trinke – aber während ich auf Jungautoren, Sushi und Apple allergisch reagiere, mag ich es, wenn es mir vom Weinexperten Christoph Raffelt hier im Gastbeitrag erklärt wird.

We need wines that tell us in no uncertain terms, „I hail from this place and this alone, not from any other, for only here am I at home.“
Terry Theise, reading between the wines

Dieser Satz hat mich beeindruckt. Geschrieben hat ihn ein Amerikaner, der zwar nicht alleine, doch maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass Riesling und Veltliner in den USA unter Weinfreunden eine gewisse Popularität erfahren. Zwar wird auch in den USA Riesling angebaut, doch für jemanden, der wirklich dieser Rebe verfallen ist, reicht die Bandbreite dieses kleinen Gebietes nicht aus. Da helfen auch die immer besser werdenden Tropfen aus Australien und Neuseeland nicht weiter, da muss die das Alte Europa ran.

Nun ist es allerdings nicht so, dass Terry Theise in den USA ein Riesling-Fan geworden ist, um danach nach Europa zu reisen, und dort im großen Stil Riesling einzukaufen. Vielmehr hat er den Riesling, der ihm bis dahin praktisch unbekannt war, Ende der Siebziger in Deutschland für sich entdeckt. Er hat viel probiert, hat Erfahrung gesammelt und irgendwann damit begonnen, Weine in die USA zu importieren. Es dürfte für diese Weine, die so gar nicht dem nordamerikanischen Weinideal entsprechen, nicht einfach gewesen sein, Freunde zu finden. Doch Theise hat beharrlich kleine Schritte gemacht, um seine Idee von Wein populärer zu machen. Sein nun erschienenes Buch reading between the wines ist eine Hommage an die Idee des Terroirs und einer Rebsorte, die, wie wenige andere, dieses Terroir im Wein erfahrbar machen.

Bild zu: Der Riesling und der Schiefer

Der Terroir-Begriff gehört wohl zu den am meisten penetrierten Begriffen der Weinwelt. Er muss in der Weinwerbung dafür herhalten, dass aus einem normalen, angepriesenen Wein ein besonderer, angepriesener Wein wird. Er ist schnell Teil des Vokabulars, dass den Weinkenner über den Normaltrinkenden hebt, das Abziehbild des Herrschaftswissens eines Weinsnobs. Dabei mag ich den Begriff eigentlich sehr gerne. Es ist nur die Frage, womit man ihn füllt. Gemeinhin wird er als Synonym für den Boden verwendet, auf dem der Wein wächst. Ich halte es da mehr mit dem Winzer Reinhard Heymann-Löwenstein, der neben dem Boden die Faktoren Klima, Rebsorte und Winzer mit dazu nimmt.

Löwenstein spricht dabei vom System Weinberg als Kulturleistung – und grenzt diese Art Weinherstellung von jener ab, die im Heimatland Terry Theises und überhaupt in der New World vorherrscht, auf dem alten Kontinent jedoch ebenso massenweise anzutreffen ist. Es geht hier um die Frage, ob der Wein der Ausdruck seiner Herkunft sein soll, ob man also schmecken können soll, wo der Wein herkommt, von wem er stammt und aus welchem Jahr oder ob wir viel lieber eine gleichbleibende Qualität kaufen wollen, die uns nicht, vor allem nicht negativ überrascht, wenn wir uns einmal für ein bestimmtes Geschmacksmuster entschieden haben. Beide Ideen stehen heute nebeneinander. Für den Chefweineinkäufer eines Lebensmittelhändlers ist die Frage leicht beantwortet. Er muss dem Kunden eine gleichbleibende Qualität liefern, egal, welche Jahresschwankungen es gibt. Auch bei den großen Weinhändlern mit Dutzenden von Depots dürften allzu große Jahrgangs- und damit einhergehende Charakteränderungen nur ungern gesehen sein.

Wie aber ist es mit uns Weintrinkern? Der größte Teil der Weintrinker ist Konsument. Er trinkt Wein wie Bier und Cola, er konsumiert ein Getränk, dass er sich irgendwann aus einer großen Auswahl als passend herausgefiltert hat, und bleibt dabei. Ihm ist es egal, wo der Wein herkommt und wie er gemacht wurde. Das ist völlig legitim. Erstaunlicherweise geht auch heute noch die große Mehrzahl der Menschen davon aus, dass Wein ein praktisch unverfälschtes Naturprodukt sei. Die Tatsache, das hunderte verschiedener, spezialisierter, teils genmanipulierter Hefen den Charakter des Weins entscheidend ändern, dass es in Australien üblich und erlaubt ist, Kastanienmehl in den Rotwein zu schütten und sich manch ein Allergiker über seltsame Hautreaktionen nach Weinkonsum wundert, dass Wein nicht mehr in teuren Holzfässern gelagert, sondern mit Eichenholzchips versetzt wird, man nennt es dann oaked, interessiert die wenigsten.

 

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Dem gegenüber steht der Terroirwein. Ein Wein, der einen, wenn man sich mit ihm auseinandersetzt, ahnen lässt, in welcher Landschaft, oder zumindest auf welchem Boden er gewachsen ist und welche Idee der Winzer vom Weinmachen hat. Das hat natürlich durchaus etwas mit Romantik zu tun, vielleicht auch etwas mit Naivität in einer globalisierten Welt, manche mögen das auch als elitär ansehen, doch dem würde ich teilweise widersprechen. Tatsache allerdings ist, dass ein verschwindend geringer Teil der Weinkonsumenten sich tatsächlich mit solchen Weinen auseinandersetzt. Im Discounter findet man solche Weine nicht, die verkaufen aber schon fast 60% allen Weins in Deutschland. Dann kommen die Lebensmitteleinzelhändler, dann die großen Versender und Ketten, die solche Weine auch nur zu einem relativ geringen Prozentsatz im Programm haben. Wohlgemerkt, ich rede hier nicht von irgendwelchen abgefahrenen Freakweinen, sondern vom klassischen deutschen, handgemachten Riesling, dessen Winzer in diesem Wein bewusst die Einmaligkeit seiner spezifischen Lokalität widerspiegeln will. Einen guten Weinhändler zu finden, ist schwierig, in die Weinbaugebiete zu fahren und den Schritt über die Türschwelle eines noch unbekannten Winzers zu wagen, erfordert Überwindung.

Es kommt nicht von ungefähr, dass ich Theise und Löwenstein in einem Satz erwähne, denn Löwenstein stammt von der Terrassenmosel, genau gesagt aus Winningen. Wenn Theise über Riesling redet, spricht er vor allem vom Mosel-Riesling. Das Tal der Mosel gehört sicherlich zu den beeindruckendsten Weinbaugebieten der Erde. Nur selten ist Weinbau so extrem, sind die Hänge so steil, sind die Flächen, auf denen Rebstöcke stehen, so zergliedert, erfordert es soviel Handwerkskraft, um der Erde diesen Rebsaft abzutrotzen. Dabei wird die ganze Anstrengung in den seltensten Fällen adäquat bezahlt.

Dies mussten und müssen viele Moselwinzer schmerzlich erfahren. Es ist nicht einfach, den selbst produzierten Wein einfach ab Hof zu verkaufen. Kaum einer der dort verwurzelten Winzer hat Marketing gelernt. und wenn man keine wirklich exponierte, berühmte Lage hat, wird man selten glücklich. Zwischenzeitlich wurde das Heil, wie in vielen anderen deutschen Weinbaugebieten auch, im Massenertrag auf den einfacher zu bewirtschaftenden, flacheren Bereichen gesucht, während die ursprünglich angelegten, steilen Terrassen langsam verwahrlosten. Dass der Massenertrag die deutschen Winzer auf Dauer nicht glücklich macht, ist mittlerweile klar, für viele Moselwinzer jedoch kam diese Erkenntnis zu spät. Im Bereich Mosel kommt erschwerend hinzu, dass der spezifische Stil der Weine, die traditioneller Weise immer auch ein gewisses Quantum an Restsüße beinhalten, nicht mehr so stark gefragt ist. Wenn schon Riesling, dann trocken, lautete jahrelang die Devise. Folglich haben viele das Winzerhandwerk aufgegeben, oder können es nur noch im Nebenerwerb ausführen.

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Einer, der mit Leib und Seele Riesling macht und dabei von Anfang an auf Qualität gesetzt hat, ist der oben angesprochene Winzer Reinhard Heymann-Löwenstein. Sein Betrieb ist nicht nur mit besten Lagen gesegnet, er holt auch sehr viel aus diesen Lagen heraus. Darüber hinaus ist er einer, der seine Weine auch verkaufen kann, er nimmt eine klare Position ein, die vielleicht nicht immer und jedem gefällt, aber das ist es ja, das sollen die Weine ja auch nicht – dafür haben sie eben Charakter, wie er selbst.

Ich hatte kürzlich  in unserer kleinen Bonner Weinrunde die Gelegenheit, eine ganze Reihe an verschiedenen Jahrgängen aus seiner Spitzenlage Lage Winninger Uhlen zu probieren. Auch wenn sein Gutswein, Schieferterrassen genannt, schon sehr klar verdeutlicht, was Löwenstein unter Terroir versteht, wird es in den Weinen aus dem Uhlen noch einmal deutlicher. Bis ins Jahr 2000 hat der Winzer aus den besten Teilen seines Uhlener Besitzes einen Lagenwein produziert. Ich konnte die Jahrgänge 1998, 1999 und 2000 probieren, sie zeigen deutlich, wieviel Potential auch in ziemlich trockenen Rieslingen steckt, wie komplex und tief diese Weine werden, wenn sie so gemacht werden, dass sie auf das Altern ausgelegt sind. Spannend für die Terroiridee wird es jedoch ab dem Jahr 2001. Seit diesem Jahr vinifiziert Löwenstein aus dem Winninger Uhlen drei Lagenweine, den Uhlen Blaufüsser Lay, den Uhlen Laubach und den Uhlen Roth Lay.

Viele haben damals gedacht, der Löwenstein würde jetzt abdrehen und den großen Reibach machen. Ob die Entscheidung marketingtechnisch ein Hit war, kann ich dabei gar nicht beurteilen. Dass es Sinn macht, zeigt die Probe der drei 2001er Weine. Wir hatten drei Rieslinge aus dem gleichen Hang, aus dem selben Jahr, vom selben Winzer vinifiziert. Es sind die gleichen Riesling-Klone, doch sind es drei völlig unterschiedliche Weine.

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Die Rebstöcke wachsen auf Schiefer aus der Devon-Zeit. Wie der Name Blaufüsser Lay schon andeutet findet sich hier blau leuchtender, also dunkler Schiefer mit sehr viel Tonanteil und 10% Kalkpartikel. Der Wein von diesem Untergrund wirkt eher kühl und zurückhaltend, er duftet nach Blüten, die Frucht ist wenig ausladend, es dominiert die Mineralität des Schiefers, die dem Wein eine starke innere Spannung verleiht. Der Uhlen Laubach verdankt seinen Namen der sogenannten Laubach-Devon-Schieferschicht. Der Schiefer hat einen Anteil von bis zu 40% Kalk, was sehr ungewöhnlich ist, weil Schiefer eigentlich aus zusammengepressten Sedimenten besteht, die meist unter 1% Kalkanteil besitzen. Dieser Kalk findet sich auch im Wein wieder, der Wein wirkt dabei crèmiger als der erste. Wer Chardonnay von den Kalksteinböden des Burgund kennt, wird den Wein durchaus vergleichbar finden, auch wenn hier vom Schiefer eine andere Mineralik dazu stößt. Der Wein aus der Lage Roth Lay ist völlig anders, wie auch der Boden. Hier dominiert Quarzit mit hohem Aluminium und Magnesiumanteil, hinzu kommt viel Eisenoxid. Der Wein selbst wirkt säureärmer, er duftet viel stärker nach Kräutern und zwar nach einer Kräuteraromatik, wie man sie in gutem Gin findet. Dazu kommt etwas von Veilchen und Süßholz.

Dies sind drei ausgesprochen ungewöhnliche, sehr prägnante und charakterstarke Weine. Es sind Weine, die das ganze Potential des Zusammenspiels von Boden, Klima und Handwerk offenbaren. Und man findet selten ein bessere Gelegenheit, den Einfluss, den die individuelle Bodentypizität auf den Riesling hat, direkter zu erfahren.

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100 Lesermeinungen

  1. Werter Don...
    Werter Don Alphonso,
    eigentlich geniesse ich bislang, jedenfalls groesstenteils, Ihre Kolumnen,
    doch hier outen Sie sich selbst als Weinsnob bzw. verhinderter „Kennner“
    und betreiben obendrein noch Schleichwerbung.
    In memoriam des Titels Ihres Blogs bitte ich mit diesmal noch
    vorzueglicher Hochachtung um ein „Back to the roots“.

  2. Pardon, aber da steht breit...
    Pardon, aber da steht breit GASTBEITRAG drüber. Das heisst, wer den Beitrag gelesen hat, wird sehen: Den habe nicht ich geschrieben, sondern nur eingeleitet. Aber wer noch nicht mal das nicht sieht – wer versteht dann, ob das Schleichwerbung ist?

  3. Prost! :-)...
    Prost! :-)

  4. lieber Christoph Raffelt,...
    lieber Christoph Raffelt, schön, dass sie die runde wieder einmal beglücken. dass mir stahlige weine besonders behagen, haben sie sich recht gut gemerkt, vielen dank dafür. den blaufüsser lay, den haben sie wohl für meine wenigkeit ausgesucht, nicht wahr? wissen sie, wie man unauffällig erst einmal nur an eine flasche zum probieren kommt, ohne gleich an die mosel zu müssen? gin mag ich zwar gerne, doch klingt der dritte doch ein wenig nach cuvée mal au cheveux – geschmackssache. eine weinansprache ist also doch nicht völlig sinnlos…

  5. Unverkennbar ein Gastbeitrag,...
    Unverkennbar ein Gastbeitrag, die Schweiz wird nicht mal im Kleingedruckten erwähnt. Dabei, man darf dies nicht vergessen, gehört immer auch eine Flasche Wein in den LV Aktenkoffer, als Tarnung für die Euroscheine oder aber als Henkerstrunk, sofern man die Gabelung am Bodensee in Richtung helvetischer Jordan einschlägt. Prosit!

  6. Wie und womit penetriert man...
    Wie und womit penetriert man einen Begriff?

  7. War es nicht immer seine Nase,...
    War es nicht immer seine Nase, mit der unser Don das noch unasphaltierte terroir nordrömischer Provinzen zu penetrieren trachtete, nachdem ihn sein bockiger Drahtesel über die Stange geworfen hatte?

  8. rumgejuckel.....dieses...
    rumgejuckel…..dieses neuzeitliche analysieren von alltaeglichkeiten nervt. neulich beim tuerk. obsthaendler hat ein mitdreissiger-paar dem armen mann, der um 4 uhr aufsteht solch qualifizierte fragen zu den trauben gestellt, dass mir uebel wurde ( waehrend sie die ganze zeit kostenlos diese trauben gefressen haben ).
    kommt mir alles vor, wie ein hund, der sinnlos an einem bein rumjuckelt.
    was man halt so macht, in einer arbeitsarmen zeit….

  9. Liebe donna laura, so ist es....
    Liebe donna laura, so ist es. Extra mal etwas Stahliges. Wo man ihn in kleinen Mengen bekommt? Vielleicht direkt ab Weingut? Früher gab es ihn bei mir in der Nähe in einem ganz ausgezeichneten Weingeschäft, das leider das Zeitliche gesegnet hat.
    Nun habe ich mal nachgeschaut und bin bei K&M Gutsweine in Frankfurt gelandet, ein sehr verlässlicher Weinladen, bei dem man auch online bestellen kann.

  10. Sehr geehrter Herr...
    Sehr geehrter Herr Raffelt,
    ich bin ja eher Fan des roten Weins und da auch eher Fan der Franzosen und Italiener. Das hat mein Kriminalhauptkommissar also von mir geerbt. Dennoch muss ich gestehen, dass mir Ihr Beitrag hier echte Lust auf ein Glass des von Ihnen besprochenen Rieslings macht!
    Bringen Sie doch mal was über Deutsche Rotweine mit Fülle und Charakter, das wäre interessant.

  11. @?: Ich würde sagen, ich kann...
    @?: Ich würde sagen, ich kann einen Begriff penetrieren, in dem ich ständig neue Inhalte reinstecke, die dort eigentlich nichts zu suchen haben. Es ist, zugegebenermaßen, ein wenig umgangssprachlich.

  12. Ich interessiere mich auch...
    Ich interessiere mich auch für Spezialitäten der Regionen, damit meine ich – was wird angeboten als „Beilage“ / accompaniment – nicht nur Nüsse….

  13. Ganz schön wenn man in...
    Ganz schön wenn man in Deutschland auf die Lagenbezeichnung die ,,Terroir“wieder zurückkommt, mit deren Abschaffung in Deutschland der Niedergang des guten Rufs deutschen Weins begann. Alte Weinkarten des Rheingaus aus dem 18. und 19. Jrht. listeten fleissig noch jede Parzelle und ihre Eigenart. Allerdings fällt es schwer der Hype, welche so manche Neureiche, (nicht Sie, werter Autor), jetzt um das wiederendeckte ,,Terroir“ veranstalten, nicht auf den Leim zu gehen. Rund um das ,,Edel“-Attribut kann man in Deutschland doll abzocken. Auch die Grenzen zum Esotherischen beim hineininterpretieren der Bodenqualität sind fliessend. Das lässt sich besonders gut in Frankreich studieren.

  14. Olè, Senor Raffelt!...
    Olè, Senor Raffelt!
    „Terroir“ ist wie „Nachhaltigkeit“. Und „eigentlich“. Man könnte es auch Heimat, Land, Boden nennen wie in Spanien das tierra. Terroir aber hört sich eben feiner an – solange man das I nich vergißt.
    Schöne Liebeserklärung an das Handwerk. Die Winzer werden´s Ihnen danken.

  15. Ich jasse (spielen mit...
    Ich jasse (spielen mit Jasskarten in der Schweiz) nicht, doch ich spiele gern Bridge. Ein Glas Wein gehört dazu sowie Knabbereien wie Mostbröckli (Carpaccio) aus dem Appenzellerland.

  16. @donalphonso.
    .ob ich jung...

    @donalphonso.
    .ob ich jung bin, weiss ich gar nicht; apple hype ist schlimm, aber mit meinem komme ich seit Jahren klar; sushi, vom billigsten mit japanischen Freunden im Frankfurter supa/depato-ja gerne und dann übern´ Römer schlendern o. in die Schirn, eine der wenigen Dinge an die ich mich in F.a.M. gern erinnere…als Einleitung zu lang, geb´ ich zu..
    Der Zufall will es , dass ich gerade 2-, Pardon- jetzt nur noch eine Flasche 99er Moselriesling Spätlese hier bei mir stehen habe-Ostergeschenk-
    Ca.8% Alkohol, etwas Firnis, Winzer Bohn l., Burgen, Trierer Max. Kreutzberg(lage)
    Ich dachte zunächst, man könnte ihn nicht mehr trinken, schmeckt sherrymässig, aber nach zwei Tagen, zu Rahmkart. u. gep. Rinderzunge fand ich ihn lustig-wir haben sogar danach zusammen telefoniert; nach den alte Weine Tests gibt es immer feed backs;
    -Terrior
    Wenn wir in Lorsch sind, machen wir uns das bewusst, Assmanshsn., ähnlich und an der Mosel gibt´s ja nur solche Steillagen; um aber bestimmungssicher zu sein, muss man viel üben.
    Davon abgesehen erscheinen mir 80% der diesbez. erlauschten Gespräche und zum Teil auch das Geschriebene aufgesetzt.
    Und manchmal komme ich mir selbst doof vor, wenn´s in der Strausswirtschaft/priv. Feiern mit mehreren am Tisch zu kulinarisch zugeht, will sagen, mein Redebeitrag nicht mehr von mir ist.

  17. @Herr Schwarz: Das werde ich...
    @Herr Schwarz: Das werde ich gerne aufgreifen, da gibt es ja durchaus viel Potential.
    .
    @fionn: Sie meinen, was regionale Speisen angeht?
    .
    @Der Gärtner: Ja, da haben Sie recht. es ist eine Gradwanderung zwischen der Suche nach Authentizität und Originalität, Esoterik, Kitsch und Banalität. Den Kommentar von @miner kann ich nachvollziehen, ich hatte es schon in meinem Gin-Artikel in diesem Blog hier angesprochen, in einer Überflussgesellschaft muss man wohl ständig neue Marketingideen aus dem Hut zaubern um noch gehört zu werden. Da kommen dann 24-Stunden Deos oder solche, die keine Flecken im Hemd hinterlassen, Einzellagen-Schokoladen und was weiß ich.
    Im Bezug auf Weine finde ich, haben die Einzellagen durchaus ihre Berechtigung, wenn man was draus macht, sprich, wenn der Winzer auch das Typische dieser Lagen herausarbeiten will. Und da gibt es genügend, für die das eine absolute Leidenschaft ist. Dabei sind das grade auch an der Mosel richtige Handwerker, die mit Neureichentum und modernem Marketing nicht viel am Hut haben.
    Die Lagenbezeichnungen sind Segen und Fluch zu gleich, denke ich. Denn für jene, die sich nicht auskennen, ist es ein Dschungel. Früher – und im französischen Burgund ist es ja heute noch so – stand die Lage so im Vordergrund, dass oft nicht mal die Rebsorte au dem Etikett stand.
    der VdP, der Verband der Prädikatsweingüter versucht momentan, eine Ordnung zu schaffen, die ein Kompromiss ist. Es gibt nach noch drei Kategorien von Weinen. Die einfachen Gutsweine, die Ortsweine und die Lagenweine. Das wäre dann ähnlich dem Burgund. Viele Winzer, die gerne schon in einfacheren Qualitäten auch die Lage angeben wollen, weil sie ihre Weine schon sehr lagentypisch finden, wehren sich dagegen.
    .
    @nico: wenn ich richtig liege ist das spanische Pendant eher der Begriff terruño. Er beinhaltet das Gleiche wie Terroir plus einem weiteren Aspekt: Dass der Mensch, der auf diesem Boden aufwächst und ihn bereitet zum terruño gehört und nicht das terruño zum Menschen.

  18. @ Christoph Raffelt.

    Re...
    @ Christoph Raffelt.
    Re mein Kommentar um 08.51h. Ich meine Knabberein, Häppchen, die zu einem Glas Wein serviert werden – as an accompaniment. Welche wären typisch in Deutschland?

  19. Och, ich finde hübsch, wenn...
    Och, ich finde hübsch, wenn jemand erklärt, was man eigentlich am Wein finden kann. Gehört ja auch zu den Nahrungsmitteln, bei denen es von einer gewissen Achtung vor sich selber zeugt, nun ja, auf Qualität zu achten. Damit meine icke jetzt nur, dass es mir schmeckt und es wahrscheinlich das ist, was es vorgibt zu sein. Rind von meinem Schlachter riecht und schmeckt nach Rind. Wenn ich es nicht verballere, ist es auch noch recht zart und nicht trocken. Ob das Vieh jetzt eine Prim’Holstein Veteranin aus der Altersklasse ü 7 war oder ein handgezüchteter Biobulle von südlichen Magerwiesen ist mir recht egal: ich kann es nicht beurteilen.
    Weinkenntnis ist eine Kulturfähigkeit, die ein Europäer besitzen sollte. Wir haben esallerdings aufgegeben, da sie uns fehlt und Herr Icke mit einer Alkoholunverträglichkeit geschlagen ist: er wird auch nach geringem Konsum (ein grösseres Glas Sekt ist nun für einen kräftigen Kerl keine Absturzmenge) krank als hätte die Nacht durch Fusel gesoffen.

  20. An vielen Stellen spricht...
    An vielen Stellen spricht einem der Artikel von der Seele: Wein aus bestimmten Regionen, der in der Gastronimie eine landestypische Küche begleiten sollte, ist nunmehr zum preisigen Lifestyle-Artikel verkommen, regelrecht totbewertet. Man muss nicht dahin zurück, ihn als Lebensmittel zu sehen, aber es bleibt ein kaum vergleichbares Produkt mit starkem Lokalkolorit. Diesen Kontext gastronomisch wieder zu entdecken wird die Herausforderung sein.

  21. Sehr geehrter Herr Raffelt!...
    Sehr geehrter Herr Raffelt! Auf einen Beitrag von Ihnen hatte ich schon seit einiger Zeit gewartet. Ich habe nämlich eine Frage an Sie, den Weinkenner.
    .
    Zu Weihnachten bekam ich einen Krimi geschenkt; “Ein Riesling zum Abschied” (von Paul Grote). Empfehlen würde ich ihn nicht, und ich bekam ihn wohl, weil ich mit meinem Vater regelmäßig in den Rheingau fahre und wir beim Fürst Metternich natürlich mit Riesling anstoßen (aber nie viel trinken).
    .
    In diesem Buch, das in Johannisberg spielt, wird viel über Wein gefachsimpelt. Unter anderem steht irgendwo, dass es einem guten Riesling gut täte, wenn die Flasche vier Tage offen steht, bevor man sie trinkt. Bei mir hält sich eine offene Flasche nie vier Tage, vor allem wenn der Riesling gut ist. Aber bevor ich eine Flasche verkommen lasse, um den Wahrheitsgehalt dieses Krimis zu testen, wollte ich lieber bei Ihnen anfragen, ob das stimmt.

  22. Schwellenangst bei Winzern?...
    Schwellenangst bei Winzern? Kenn ich nicht, ehrlich…
    Letztes Mal sind wir an irgendeinem Samstag Nachmittag in Müden an der Mosel bei einem rotnäsigen, gutgelaunten und leicht angeschickerten Exemplar aufgelaufen. Mitgenommen haben wir von ihm mehrere Kartons einer trocken ausgebauten Spätlese und eines überraschend vollmundigen Dornfelders (beides 2009, glaube ich). Zwei tolle Weine, nicht teurer als 6 € die Flasche.

  23. @ Herr Schwarz
    Falls Sie es...

    @ Herr Schwarz
    Falls Sie es auch mal „fruchtiger“ probieren möchten: sehr „rund“ und auch trocken noch sehr „füllig“ sind die Roten aus der Ortenau, bekannte Namen sind dort etwa Sasbachwalden oder Kappelrodeck. Vom Typ her (natürlich) deutlich anders als Italiener oder Franzosen, aber dafür auch sehr gut mal ohne Begleitmenü zu genießen.
    Da es selbst beim deutschen Weinrecht Anpassungen gibt, darf(!) man seit einigen Jahren auch an der Mosel Rotwein anbauen. Persönlich bekannt ist mir Albert Henn vom Weingut Henn-Schwaab in Kinheim (Nähe Bernkastel an der Mittelmosel), der neben verschiedenen Lagen Riesling auch einen wunderbar leichten Rivaner und eben auch erstaunlich kräftigen Rotwein produziert. Der ist leider nicht „lagenrein“ (das Risiko war sicher anfangs zu groß, eine Lage damit neu zu bestocken) und verkauft sich daher wohl etwas unter Wert.
    An der Mosel lohnt es sich aber meines Erachtens allemal, auf Verdacht bei einem Winzer zu probieren. Nach meiner Einschätzung ist im Schnitt das Preis-/Leistungsverhältnis deutlich besser als im Rheingau.
    Dort sind die Weine sicher sehr gut, aber noch besser ist das Marketing, das seit den Zeiten der wohlhabenden Engländer und der Rheinromantik funktioniert (also seit bestimmt 150 Jahren, literarisch festgehalten z.B. im „Felix Krull“).
    An der Mosel gibt es neben den vielen Einzelkämpfern eben leider auch die lausigen Monster-Großkellereien (ich wage hier die Namen nicht zu schreiben), die eben für den Normalbedarf die Preise verderben.
    So bleibt den Handarbeitern oft nur der Galgenhumor: „Eigentlich ist das mit den Steillagen auch wieder ganz praktisch, da muß man sich so bücken, wenn man hangaufwärts arbeitet.“

  24. Lieber Herr Raffelt,
    besten...

    Lieber Herr Raffelt,
    besten Dank für diesen Beitrag.
    Ich bin gerade daran, einen alten, seit 50 Jahren brach liegenden Hang rekultivieren zu lassen. Auch terrassierte Steillage, allerdings nördliche Toscana.
    Die Einheimischen raten mir ab, wieder Weinstöcke zu pflanzen, aber ich will es trotzdem probieren.
    Ihr Beitrag hier gibt mir Auftrieb. Es wird natürlich kein Riesling gesetzt, sondern Merlot statt des üblichen Sangiovese!

  25. Sehr schönes Beispiel....
    Sehr schönes Beispiel.
    Wieviel der Winzer am Wein ausmacht kann man in Winningen auch schön bei einem kleinen Spaziergang von Gut zu Gut erleben, nebst einiger schöner und demokratisch bepreister Überraschungen, auch vom Uhlen.

  26. Noch ein Nachtrag zum...
    Noch ein Nachtrag zum Schiefer: es gibt ja die Behauptung, daß der Wein mancher Rebsorten davon profitiert, wenn die klimatischen Bedingungen „eigentlich“ nicht gut genug sind. Die Mosel liegt (noch?) am nördlichen Rand des für Weinbau geeigneten Bereichs. Daher sind dort die Steillagen so wichtig (die Sonne strahlt dadurch steiler auf den Boden). Die Reben werden so aufgebunden, daß sie möglichst wenig Schatten auf den Boden werfen – und oft wird zusätzlich noch auf die Erde eine Lage des Schiefers verteilt, so daß die Oberfläche gleichmäßig dunkel ist und sich entsprechend aufheizen kann. Meine Gewährsleute behaupten, daß man dort direkt am Boden schon Temperaturen bis zu 70 Grad gemessen hat.

  27. Besten Dank Herr Raffelt, für...
    Besten Dank Herr Raffelt, für Ihren wohltuend sachlichen und informativen Beitrag zum Mosel-Riesling. Der Begriff Terroir wird ja leider von einigen Versandanbietern etwas esoterisch überstrapaziert, dort gibt es dann lange Abhandlungen, wie die Träubchen bei Mondschein biodynamisch gedüngt und per Handlese ausgewählt werden.
    .
    Was halten Sie eigentlich von den Aktivitäten des Günther Jauch auf seinem Weingut in Kanzem an der Saar? Laut Spiegel-Artikel ist jetzt der Saar-Wein in aller Munde. Und wie unterscheidet sich der Riesling von dort?
    .
    http://www.spiegel.de/reise/deutschland/0,1518,826756,00.html

  28. Weinconnaisseure unter sich ...
    Weinconnaisseure unter sich ;.)
    Immer unterhaltsam für den Laien, wenn sich Weinkenner austauschen.
    Sehr unterhaltsam auch die Ergebnisse von Studien.
    Weinexperten größtenteils unfähig:
    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-63947536.html
    Teurer Wein schmeckt besser:
    http://www.stern.de/wissen/mensch/hirnforschung-teurer-wein-schmeckt-besser-607804.html

  29. Es gilt noch immer: "Man soll...
    Es gilt noch immer: „Man soll Gott für alles danken, insbesondere Wein aus Franken.“
    Mal ehrlich, alles andere ist -rein rieslingtechnisch- doch eher ‚terr*r‘ als ‚terroir‘.
    Rotweine und Rennräder gibt’s freilich auch anderswo. – LG

  30. Danke für diesen leider allzu...
    Danke für diesen leider allzu wahren Beitrag!
    Meine nähere Verwandtschaft winzert an der Mosel; die entsprechenden Probleme – Steillage plus Marketingmängel – kenne ich aus nächster Nähe. Vor kurzem nochmal 15 Kisten bestellt, vom Moselkristall bis zur Steillage. Der 2011er wird gut: 96 Oechsle. Habe reserviert…

  31. lieber Christoph Raffelt,...
    lieber Christoph Raffelt, nachdem ich versuchte, bei der angegebenen weinhandlung eine flasche zu erwerben, was zwar einerseits vordergründig ging, andererseits stand in den agb jedoch, dass nur komplett befüllte kartons versendet werden – d.h. mindestabnahmemenge sechs flaschen -, sehe ich mich gezwungen, auf eine weinprobe verzichten. kochweine habe ich genug im keller, flaschen zu € 23 landen bei mir trotz eventuellen ungefallens nicht im ofen, sie zu verschenken bedeutet, noch süssere weine zurückzuerhalten, und die mosel ist eindeutig zu weit. sechs flaschen eines von mir nicht verkosteten getränks sind zu riskant, fünf andere nehme ich nicht hinzu, denn der weinkeller ist nicht schlecht bestückt – zumal der gault-millau ein wenig von süsse und honig parliert… c’est dommage. ich denke, so wie mir geht es auch anderen, und dies macht die vermarktung sicher nicht einfacher.
    .
    lieber Herr Schwarz, hinsichtlich der weinpräferenz sind wir d’accord. die italiener – ex tiroler – verlieren jedoch leider in letzter zeit ein wenig, fast kann man nur noch auf bioweine zurückgreifen, will man folgen vermeiden.
    .
    lieber miner, dies enerviert allerdings auch meine wenigkeit. man kann gar nicht vernünftig sitzen, denn der experte im spezialstühleladen erklärt, dass man zeit seines lebens falsch sass, er wundert sich über mangelnde rückenschmerzen, droht aber für den fall eines nichtkaufs schon mal mit einer operation im höheren alter, am besten wegen bandscheibenvorfalls mit irrevesibler nervenschädigung etc. pp., man müsse schon einmal über rollstühle nachdenken. man hat zeitlebens den falschen kopfhörer, die matratze muss man alle fünf jahre wechseln, und auch da schlafen die techniker nicht, der farbanstrich muss durchlässig sein und atmen, ach, mit diesem untergrund besser nicht? besser versiegeln? und die dämmung? den schimmel kann man ja dann heraushacken. der kamin sollte oberhalb abwärme abstrahlen, aber er tut es nicht? hm, also noch einmal abreissen. was, das handy ist schon fünf jahre alt? die strahlung, sie werden hirntumor bekommen, sie kauffauler dödel! diese sonnencreme ist richtig, alle anderen führen zu hautkrebs. der luftdruck ist falsch eingestellt, die zündung auch. die messer liegen falsch, man hält die gabel nicht richtig, ach, wie in den gehobenen amerikanischen kreisen? amerika, wie kann man nur – usw. usf.
    im prinzip schaltet man dann nur noch auf durchzug, sowie selbsternannte experten sich zu wort melden.

  32. Oh wie spannend sich das alles...
    Oh wie spannend sich das alles anhört. Und wie unerreichbar der Preis. 3 Flaschen, zusammen 100 Euro. Meine Frau bringt mich um ;-)

  33. wir haben frueher hoechstens...
    wir haben frueher hoechstens weingueter konsumiert – so wie man das als finanziell unabhaengiger eben macht: an x-beliebigen die. oder do. frueh (wenn bloss keine ferien sind, oder die bueros dummerweise sonst wie geoeffnet) zwischen ende mai und ende september ab auf „die blade“ und rueber richtung reims, da gibt es genuegend flaeche und keller und landstrassen zu bestaunen. wenn man mag. und mit dem spaeten sonnenuntergang im ruecken zwischen 21 und 23:30 zurueck. so zur zeit der sommersonnenwende nach langen tagen bestens empfohlen. (und ein kerzlein in der kathedrale anzumachen nicht vergessen zu haben, schon manchmal reisendes freundlicher hauptzweck)http://fr.wikipedia.org/wiki/C%C3%B4te_des_Blancs
    .
    „The heart of the Champagne region lies 90 miles (145km) northeast of Paris near the Belgian border. It is generally divided into three parts – the Montagne de Reims, the Vallée de la Marne and the Côte des Blancs.“ und von „unseren deutschen“ faehrt da sonst nie einer – und schon kaum selbststaendig oder spontan auch nur bloss mal so zwischendurch hin, tss…. . http://www.intowine.com/champagne1.html

  34. @fionn: Ehrlich gesagt, ich...
    @fionn: Ehrlich gesagt, ich weiss es nicht, was so typisch wäre. Ich selber serviere meistens Käse. Je nach Sorte Wein einen entsprechenden Käse. Dazu Brot. Grissini oder so was kommen auch schon mal auf den Tisch.
    .
    @icke. Nee, für den Genuss ist ja erstmal egal, Hauptsache es schmeckt. Egal ist es aber nicht, wenn das Rindfleisch auf zwei Drittel einschrumpft. Dann würde ich schon mal schauen, wo es herkommt.
    .
    @Der Tiger: Bei vielen Weinen, die Sorgfalt gemacht wurden, stimmt das. Sie entwickeln sich über Tage hinweg weiter. Ich war kürzlich bei einem Winzer, der hatte seinen Wein geöffnet, wieder verkorkt und liegend in einen Weinkühlschrank gelegt. Der Wein war zwei Monate offen und wirkt frisch wie am ersten Tag.

  35. @Don Ferrando. In meinen...
    @Don Ferrando. In meinen nächsten Artikel möchte ich über eine Gruppe von Leuten schreiben, ein Freund von mir ist dabei, die einen Hang an der Mosel, nun ja, einige Parzellen, rekultiviert haben. Ja, machen Sie! passt der Boden denn zu Merlot?
    .
    @Paulchen P. Ja, und außer Heumann-Löwenstein gibt es noch andere gute dort, wie immer. Aber ihn habe ich erwähnt wegen der drei Weine aus dem gleichen Hang.
    .
    @astroklaus. Die Temperaturangabe kann ich nicht bestätigen, das weiss ich nicht. Aber ansonsten würde ich Ihnen voll zustimmen, ja. Hier im Norden, also Rhein, Ahr, funktioniert es nur mit den Flüssen und den Hängen.
    .
    @salonsurfer. Es gibt natürlich biodynamisch erzeugte Weine die entsprechend gedüngt werden und nach Mondphasen bearbeitet werden. Es gibt sehr viele, sehr spannende Weine, ich würde definitiv sagen, überproportional viele sehr gute Weine aus dieser Ecke. Zu Jauch: Er hat das Weingut von seiner Tante, es heißt van Othegraven und dort wird schon lange sehr guter Wein erzeugt. Im letzten Artikel hat Roman Niewodniszanski kommentiert. Ihm gehört das Weingut van Volxem, eines der herausragenden Weingüter an der Saar. Dass die Saar in aller Munde ist, finde ich richtig, es gibt dort einfach viele sehr schöne Weine die vielleicht insgesamt etwas salziger daher kommen als die Mosellagen. Auch nicht zu unterschätzen ist das kleine Gebiet der Ruder mit einigen ausgezeichneten Erzeugern.

  36. "spannend"? Hier drei Mal...
    „spannend“? Hier drei Mal dieses Modewort. Füllwort für Sprachlose. Früher: cool, dufte, knorke, schnaffte…

  37. Verblüffend ist auch wie...
    Verblüffend ist auch wie lange sich (offenbar solide gemachte) Weine in der Flasche halten. Deutschen Weißen sagt man ja gemeinhin nicht unbedingt eine besonders lange Lagerfähigkeit nach, aber bei meinem „Härtetest“ sind mir bislang nur wenige ausgefallene begegnet.
    (Mein Vater war früher als Agrarjournalist viel unterwegs und zusätzlich zum Vortragshonorar gab’s oft zum Jahresende noch ein lokales Weinpräsent. Da er die Weißen wegen der Säure zunehmend weniger verträgt und ohnehin fast nur Badischen trinkt, blieben viele Flaschen lange liegen: Nahe, Mosel, Rheinhessen, Rheingau, Franken… Wenn ich zu Besuch bin, stöbere ich da gerne etwas und habe schon viele sehr löbliche Flaschen gefunden. Leider sind es halt meist nur ein oder zwei pro Winzer – was man halt so verschickt.)
    Was „Terroir“ angeht – das wird ja wie gesagt in Frankreich eher noch mehr betont als in Deutschland, nicht nur beim Wein. Wir haben mal in der Gegend von Cognac eine ausführliche Tour von Kellerbesichtigungen gemacht – und konnten uns dann zunehmend weniger das breite Grinsen verkneifen, wenn ausnahmslos überall mit wichtiger Miene verkündet wurde, daß sich das Haus NNN in der außerordentlich glücklichen Lage sähe, über die besten Lagen der Region zu verfügen…. (und dabei wird ja gerade beim Cognac sehr ausführlich verschnitten…)

  38. Ich als Rumtrinker kann dazu...
    Ich als Rumtrinker kann dazu nur Bender aus Futurama sinngemäß zitieren:
    „bringen Sie eine Flasche von Ihrem besten und teuersten Rotwein. und vom Weißwein auch. Und servieren Sie in einem Blecheimer, aber rühren Sie vorher gut durch!“
    Ich werde in diesem Leben wohl nicht mehr verstehen, warum etwas so köstliches wie Traubensaft (aus dem man die Hanglage etc. sicherlich besser herausschecken könnte, wenn man wollte) einfach vergammeln lässt.
    Vielleicht liegts auch am Alter, aber in meinen Augen brachte mein bester Kumpel mal alles über Wein wisseneswertes in einem Satz auf den Punkt: „Den habsch für 2,99 bei Lidl geschossen, schmeckt geil und ballert ordentlich!“ Nachsatz: „Da hole ich mir morgen ne Kiste von, sobald mein Schädel das zuläßt!“
    Ein -zugegebenermaßen- wenig konstruktiver Artikel zu einem recht speziellem Thema. Was kommt eigentlich als nächstes? Die Alcoholica weiter durch und dann Käse, Wurst und Brotsorten?
    Ich werde es jedenfalls lesen, solange es so unterhaltsam vorgetragen wird.

  39. zu 13:59, letzter Absatz: Das...
    zu 13:59, letzter Absatz: Das ist ja toll. Das wusste ich noch nicht. Wieder ‚was gelernt. Ich koennte-echt ohne Quatsch-gewissermassen meine Roten auf „gute Erziehung“ ueberpruefen? Herr, schenke mir Disziplin! Aber den Test werde ich wohl doch mal machen.

  40. Wenn schon wir selbst keine...
    Wenn schon wir selbst keine Heimat mehr haben, dann soll wenigstens unser Wein eine haben. Hübsch! Ich bin dabei.

  41. @Donna Laura. Ja, das tut mir...
    @Donna Laura. Ja, das tut mir leid. Am einfachsten wäre es, es gäbe einen lokalen Händler mit solchen Weinen. Der Löwenstein jedenfalls ist schon häufiger anzutreffen und hat kein Problem mit der Vermarktung.
    .
    @egghat: Das ist das Problem. Alternative: Weinkarte in Spay am Mittelrhein. Der macht (ich habe es im allerersten Artikel hier beschrieben) es mit drei verschiedenen unterlagen des Bopparder Hamm. Die Weine kosten so um die 12,-
    .
    @perfekt57. Ja, da fährt kaum jemand hin. Aber ich, nächsten Montag. Und ich fahre natürlich nicht zu den Großen sondern zu den unabhängigen Terroristen.

  42. Schöner Gastbeitrag. Dank an...
    Schöner Gastbeitrag. Dank an Herrn Raffelt. Ich trinke eher selten Alkohol, aber wenn gerne Riesling und werde mal versuchen an eine Probe Laubach und Roth Lay zu kommen, um in geselliger Runde nachzuempfinden, was uns der Gastschreiber mitteilen wollte.
    Beinahe genial finde ich, wie es unser Gastgeber immer versteht, nur mithilfe der Rechtschreibung zwischen seinem und seines Gastes Terroir zu unterscheiden.

  43. @astroklaus: In der Champagne...
    @astroklaus: In der Champagne ist das ja auch so. Da sprechen die Großen von den großen Lagen und dem Terroir und der Champagner besteht aus 40 Einzellagen. Aber da ist das Konzept ein anderes. Jedoch auch dort entdecken die Großen den Champagner aus Einzellagen. Nachdem die unabhängigen Winzer ihnen das vorgemacht haben. Und ja, ich bin auch immer wieder überrascht von der Lagerfähigkeit trockener deutscher Weine. Bei den Süßen ist es ja eh kein Problem.
    .
    @KueheUmschubbsen. Danke sehr! Es freut mich, wenn Sie es trotzdem gerne lesen mögen.

  44. Mir kommt kein Wein ins Hause,...
    Mir kommt kein Wein ins Hause, der nicht unter Berücksichtigung der Mond- &Gestirnskonstellationen erzeugt wurde und bei dem mittels biologisch-dynamischen Präparaten der kosmische Rhythmus im Wein zur vollen Entfaltung gebracht wurde!

  45. Vermutlich werden Sie, Veil of...
    Vermutlich werden Sie, Veil of ignorance, weiterhin Wasser trinken ‚müssen‘.

  46. Der gleiche Winzer...
    Der gleiche Winzer präsentiert 3 unterschiedliche Böden -> da trinkt man -nur zum Probieren- auch gerne mal drei Flaschen am Abend!
    .
    Ich liebe den Riesling.

  47. Christoph Staffelt: "Der...
    Christoph Staffelt: „Der Terroir-Begriff gehört wohl zu den am meisten penetrierten Begriffen der Weinwelt.“
    *
    Man könnte also genausogut vom ‚Kernel‘ des Rebensaftes sprechen und feststellen, dass es sich bei Winzern quasi um die Hacker unter den Landwirten handelt?

  48. @egghat: Ich meinte Weingart...
    @egghat: Ich meinte Weingart in Spay. Die Autokorrektur, Du verstehst?

  49. Vor 10 Jahren habe ich in Genf...
    Vor 10 Jahren habe ich in Genf das Buch „Les Châteaux Viticoles du Pays de
    Vaud“ gekauft.
    ISBN 2-8265-1083-5
    Uebrigens, „Pays de Vaud“ = Kanton Waadt.
    Es gibt 42 châteaux viticoles im Kt Waadt – le château de Vincy gehört seit 2008 dem Architekt Lord Norman Foster!
    Top-rated for their wines are the following châteaux
    Chateau Chardonne 17,9 /20
    Chateau les Cretes (Clarens) 17,2
    Chateau Maison Blanche (Yvorne) 17,2
    Chateau Luins 17,0
    Chateau Vinzel 17,0
    Hat Chrisoph Raffelt schon Erfahrung mit Schweizer Weinen gemacht?

  50. Ich trinke immer gern ein...
    Ich trinke immer gern ein Champagne Cocktail (a cube of sugar in the glass, plus a dash of brandy and fill up with champagne).
    Hat Herr Raffelt noch mehr Rezepte die er mir geben könnte?

  51. Sehr geehrter Herr...
    Sehr geehrter Herr Raffelt!
    Vielen Dank für Ihre Auskunft, die leider etwas zu spät kam. Vor zwei Tagen war ich auf dem Johannisberg beim Fürsten Metternich mit meinem Vater. Auf Grund eines kleinen Missverständnis mit der Kellnerin bekamen wir zwei (statt einem) Karäffchen sehr guten Riesling. Mein Vater trinkt sowieso und der vielen Medizinen wegen nur drei Schluck auf unser Wohl. Ich trinke normalerweise ein Karäffchen minus 3 Schluck, denn ich fahre. Also mussten wir ¼ Liter Riesling stehen lassen. Es tat mir sehr leid. Aber wenn ich Ihre Auskunft schon gehabt hätte, hätte ich die Kellnerin gebeten: “Geben sie mir bitte den übriggebliebenen Wein in einer übriggebliebenen Flasche zum Mitnehmen.” In Kanada hätte ich gesagt “a doggy-bag for our left-over wine please”.

  52. Gerade im Web als pdf-Datei...
    Gerade im Web als pdf-Datei aufgestöbert – geballtes Wissen für das nächste Weinseminar: Faszination der großen Terroirs – Die 1. Lagen RÖTTGEN und UHLEN
    .
    http://www.heymann-loewenstein.com/Neu/Presse/Uhlen_und_Roettgen.pdf

  53. <p>@yast2000: Ja,...
    @yast2000: Ja, quasi.
    .
    @fionn: Bei mir im Keller liegt eine Flasche Pinot von Christian Hermann aus Graubünden. Dazu kenne ich Weine von Marie-Thérèse Chappaz aus dem Wallis, Pinot von Gantenbein, ebenfalls aus Graubünden, dann die Rebsortenkollektion von Chandra Kurt, also autochthone Sorten wie Humane und Haida. Dann kenne ich noch Malanser Weine und welche von der Staatskellerei Zürich, zum Beispiel den Gamaret. Aber Sie wissen es bestimmt selbst, die Schweizer trinken ihre kleine Produktion an Weinen lieber selbst, hier in Deutschland bekommt man nur wenig (aber immer noch mehr als guten deutschen Wein in der Schweiz).

  54. @ Cristoph Raffelt 20.12h ...
    @ Cristoph Raffelt 20.12h
    Ja, die Bündner Herrschaft – Gantenbein in Fläsch, Blauburgunder, pinot noir.
    Ich zitiere:
    >>Da in der Herrschaft eine Jahresdurchschnittstemperatur von 8 Grad Celsius herrscht, die Rebe aber bei einer Durchschnittstemperatur von 11 bis 16 am wohlsten fühlt, braucht man einen zusätzlichen Ofen, um die Rebe zur Reife zu verhelfen. Der FOHN war der Retter in der Not…..<< * Und Madame Chappaz in Fully/Valais* * "Schweizer Weinführer" - Die besten Winzer und ihre Weine AT Verlag, CH-Aarau ISBN 3-85502-437-5

  55. Da der Don sich...
    Da der Don sich -bewundernswert konsequent- „der Arbeit“ entzieht, für alle „Zurückgelassenen“ anbei -OT- die folgendenden Links:
    .
    http://www.ftd.de/lifestyle/outofoffice/:out-of-office-burnout-fuer-alle/70021656.html
    .
    und „nicht hilfreich“:
    .
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,826513,00.html
    .
    Hat leider nix mit Weisswein zu tun … ausser dem oft auftretenden sauren Nachgeschmack von „Brave new World“. Da kommt mir doch die Gall up!

  56. Zurück zum Riesling: Ich...
    Zurück zum Riesling: Ich beisse beim Riesling lieber auf Granit als auf Schiefer!

  57. Christoph Raffelt @yast2000:...
    Christoph Raffelt @yast2000: „Ja, quasi.“
    *
    Es ist nämlich schon auffallend, dass sich viele Geistesgrößen aus dem Silicon Valley nach getaner Karriere in Kalifornien einen Weinberg kaufen und anschließend dort werkeln, als gelte es, die Welt neu zu erfinden. Wahrscheinlich wäre es eine tolle Geschäftsidee, mal ein Computergame namens „World of Vinecraft“ herauszubringen, weil sich dann für Wein auch Leute interessieren würden, die nicht ausschließlich damit ihre Harmoniesucht betäuben wollen. Ich selbst habe noch nie einen ernstzunehmenden Text über Wein gelesen oder einen Menschen ein wirklich intelligentes Statement („Pelzig im Abgang!“) über Wein abgeben sehen, obwohl es zu jeder anderen (und weitaus gefährlicheren Droge) dutzende Bücher oder Websites gibt. Es gibt übrigens auch keinen bedeutenden Film über Weinbauern oder Winzer, fällt mir gerade auf. Woan liegt das eigentlich?

  58. Ja, die Erde, auf der er...
    Ja, die Erde, auf der er wuchs, kann den Wein prägen. Und ja, der Riesling ist besonders gut geeignet, um diese Unterschiede zu verdeutlichen. Insoweit ist die Kernaussage des Artikels richtig, aber weder neu, noch überraschend.
    Überrascht hat mich vielmehr das selbstverliebte Wortgeklingel in vielen Kommentaren. Das ist ja schlimmer als am Stammtisch im Golfclub.
    Die beiden sachlichen Fehler sind den Damen und Herren Weinexperten interessanterweise aber entgangen:
    1. „(…) der oben angesprochene Winzer Reinhard Heymann-Löwenstein.“
    Er heißt Reinhard Löwenstein, seine Frau Cornelia Heymann-Löwenstein. Namen sind Nachrichten. Lernt jeder Praktikant in der Lokalredaktion am ersten Tag. Ein Blick auf die Internetseite hätte zur Verifizierung genügt. Nennt mich pedantisch – mich ärgert solch eine Nachlässigkeit.
    2. „Ich konnte die Jahrgänge 1998, 1999 und 2000 probieren, sie zeigen deutlich, wieviel Potential auch in ziemlich trockenen Rieslingen steckt, (…)“.
    Was ist trocken? Reinhard Löwenstein lehnt diese Begrifflichkeit ab, würde sie niemals aufs Etikett schreiben. Wenn also in diesem Zusammenhang der Begriff fällt, dann hebt er auf den Restzucker ab. Und so verstanden sind Löwensteins Weine alles andere, aber niemals trocken. Das war einmal, aber das ist verdammt lange her – weit vor 1998.

  59. frau laura

    ja, es mag eine...
    frau laura
    ja, es mag eine schwierige zeit sein, die uns hier um die ohren weht. aber meines erachtens gibt es immer noch aufgaben, die ein mensch erfuellen koennte. 
    man koennte zB. einfach etwas erschaffen, was andere menschen gebrauchen koennen. dieser schlichte gedanke mag aktuell nicht en vouge sein, und in zeiten, in denen high potentials beim einrichten ihres citylofts gecoached werden, muss es wahrscheinlich auch eine abhandlung darueber geben, dass wein sanft nach zartbraunem labrador schmecken koennte, wenn der rebstock anbei eines hundeklos am suedosthang gedeihet…….oder eben nach schiefer oder lehm oder glykol.
    mikroanalyse von laengst bekanntem langweilt halt, wuerd sie das nicht tun, koennte man damit ja geld verdienen. und auch texte haben ihren eigenen geschmack, den sie beim genuss der zeilen hinterlassen. ich persoenlich mag am wenigsten texte mit einem fulminanten teint von styropor…vor allem, wenn sie auch noch falsch ettiketiert wurden. 
    aber, was schreibe ich hier….? mich langweilt ja bereits mein eigenes geschribsel. somit trinke ich jetzt ein kuehles bier, ganz ohne schiefer, katzengold oder gar basalt und leg mich ab…..      

  60. @Hades am Weltpunkt: Das ist...
    @Hades am Weltpunkt: Das ist ziemlich genau die Produktbeschreibung von Demeter Wein; der Waldorfschüler unter den Weinmanufakturen. Auch der Anthroposoph braucht während seiner Urschreitherapie einen edlen Tropfen, um seine Kehle zu benetzen.

  61. <p>@Stephan Malow:In der Tat,...
    @Stephan Malow:In der Tat, das Kernthema ist für jene, die sich intensiver damit beschäftigen weder neu noch überraschend. Ich schreibe jedoch hier als Gast über Weinthemen für Menschen, die nicht dezidierte Weintrinker sind. Entsprechend versuche ich Sachverhalte zu erklären, in einer nachvollziehbaren Art und Weise und für jene, die es lesen mögen. Wenn Sie den Text gelesen haben, wird Ihnen aufgefallen sein, dass ich normalerweise nur Löwenstein schreibe. Im Gegenzug: Schauen Sie doch bitte mal bei Amazon oder einem Buchhändler Ihrer Wahl auf den Umschlag eines Buches mit dem Titel »Terroir«. Dann sehen Sie, dass es ein Mann namens Reinhard Heymann-Löwenstein geschrieben hat. Er selbst nimmt es dann wohl auch nicht genau – und ich gehe dabei davon aus, dass er genügend Einfluss auf die Schreibweise seines Namens gehabt haben sollte. Was die Einordnung des Süßegrades angeht: Ich habe sie als ziemlich trocken bezeichnet. Was ist denn dagegen zu sagen? Löwensteins Weine haben sehr unterschiedliche Restzuckergrade, aber diese fand ich ziemlich trocken. In den 2000ern sind sie üppiger geworden und haben teils mehr Restzucker. Mittlerweile findet die Lese früher statt, um die Weine wieder schlanker werden zu lassen. Er selbst würde sie auf dem Etikett auch nicht als trocken bezeichnen. An dem Abend, als ich mit ihm diese und noch einige andere Jahrgänge probieren konnte hat er die Weine aber natürlich selber in Kategorien eingeordnet, da kommt man ja kaum umhin.

  62. @Köstlich: Ich mag ja das...
    @Köstlich: Ich mag ja das Rotliegende auch sehr gerne.

  63. urschreitherapie, sich um...
    urschreitherapie, sich um 22.43 u ablegen – auch in der auszeit unseres lieben, geschätzten gastgebers, dem man bereits oder vielmehr noch casanova-qualitäten nachsagt, entbehrt der blog seiner freuden nicht.
    .
    das dixiehäuschen für den unpässlichen besten freund des menschen, mag er auch grüngelber labrador sein, und seine auswirkungen auf den saft, der wahrheiten auf die sprünge helfen soll, sollte nicht verschwiegen werden. allerdings habe ich das wort ’nussig‘ noch selten gelesen (das spannendste dabei war altes leder): http://www.youtube.com/watch?v=3NLZ8I8MC_k.
    amüsanterweise entsinnt man sich der kaffeeprobe von windsbraut, die doch wohl den von katzen umgearbeiteten kaffee versuchte.
    .
    noch einen kleinen espresso zum ende des tages? zum desinfizieren gäbe es noch ein wenig cognac.
    .
    lieber Christoph Raffelt, zu letzgenanntem werden sie doch in nicht zu ferner zukunft sicher einmal einen beitrag leisten, j’espère?

  64. Ganz wunderbarer Beitrag! Um...
    Ganz wunderbarer Beitrag! Um die ‚Schleichwerbung‘ etwas zu neutralisieren (ein guter, trockener oder feinherber Riesling eignet sich nach mächtigen Rotweinproben dazu ganz ausgezeichnet) noch ein Tip:
    Das Weingut Knebel – ebenfalls in Winningen – baut ebenfalls nach in etwa gleichen Prinzipien seine Rieslinge in z.T. gleichen Lagen wie Heymann-Löwenstein an – und die sind m.E. nicht schwächer – kosten nur weniger…

  65. Ach ja, der Wein...
    Der...

    Ach ja, der Wein…
    Der Erstkontakt wurde mir leider durch von ihnen angesprochenes Allergie Problem vergrätzt.
    Es ist aber keine Haselnuss Allergie, die Allergikern häufig Probleme macht (Das vielleicht bei manchen auch), es ist eher das im Wein enthaltene Histamin im Verbund mit der den Abbau dieses Stoffes behindernden Wirkung von Alkohol.
    Bei mir war die Reaktion etwas in der Art von einem einwöchigen Kater und einer Art Grippe, wer nicht so stark reagiert und nur Hautreaktionen hat, dem sei Weißwein empfohlen, der macht angeblich weniger Probleme als roter, warum auch immer. Vermutlich liegts an den Trauben.
    Von Sekt sollte man sich wegen des Koffeins im Verbund mit Alkohol auch fernhalten, wenn man bei Wein solche Art von Problemen hat.

  66. @yast
    ...die werkeln nicht nur...

    @yast
    …die werkeln nicht nur im Weinberg, sondern schicken(ny-times)ihre Kinder auch auf Waldorf-Schulen..

  67. Jochen Daams, von Knebel hatte...
    Jochen Daams, von Knebel hatte ich vor einiger Zeit mal was geschenkt bekommen. Die können was. Uhlen Riesling aus 2010 – war sehr fein!
    .
    köstlich, über dieses „Work hard – play hard“ habe ich gestern auch lachen müssen. Die Leute, die so ein Manager-Mickymaus-Geturne mitmachen, sind wirklich zu bedauern.

  68. @don.alph.
    pardon, meine...

    @don.alph.
    pardon, meine Freischaltung für Kommentare.
    Wie kann das gehen?
    Beim Versuch einzuloggen wurden meine Daten nicht mehr erkannt und auf erneutes freischalten verwiesen>bed. neues (faz.-Leserbr.)B.-konto einrichten. ????

  69. di @yast "...die werkeln nicht...
    di @yast „…die werkeln nicht nur im Weinberg, sondern schicken(ny-times)ihre Kinder auch auf Waldorf-Schulen…“
    *
    Schön, wenn man noch zu Lebzeiten seine Sünden wieder gut machen kann. Aber auch eine Urschreitherapie setzt voraus, dass es etwas gibt, für das es sich zu schreien lohnt. Wenn nicht, ist Alkohol natürlich eine lohnende Investition…

  70. Sehr geehrter Herr Raffels...
    Sehr geehrter Herr Raffels (Ihre Antwort, gestern, 13:59): Schrumpfte das Rind beim Zubereiten auf 1/3 zusammen, ginge ich zum Schlachter uund fragte ihn, warum ich das Fleisch beim Discounter nicht für 1/3 des Preises kaufen soll. Wenn der Schlachter mir Charolais (oder Limousine oder was auch immer dran schreibt) lässt er mich nämlich auch das Schildchen bezahlen.
    Gäbe es hier einen Weinhändler, würde ich davon ausgehen, dass er mich nicht nur berät, sondern selbstverständlich und, im Unterschied zum Discounter oder selbst Supermarkt, auch kosten lässt. Im frz. Code civil (hierzulande anzuwenden) sind überigens der Kauf von Wein und Öl insofern Sonderverträge als sie erst durch die Zustimmung nach Verkostung zustandekommen, und nicht schon, wie sonst hier üblich, durch Einigung über Gegenstand, Menge und Preis.

  71. @Donna Laura: Ich habe es,...
    @Donna Laura: Ich habe es, ehrlich gesagt, nicht so mit den Weinbränden. Es gibt da tolle Sachen, aber (Achtung Kitsch!) wenn ich nicht gerade nach einer langen Schneewanderung am Kamin ein gewärmtes Glas vorfinde, bevorzuge ich immer Wein.
    .
    @Jochen Daams: Ja, Danke. In der Tat sind die Knebel-Weine auch ausgezeichnet. Mir wird das mit der Schleichwerbung auf Facebook auch schon vorgeworfen. Demnächst mache ich das wieder etwas neutraler, bzw. schreibe über mehrere Winzer. Nur sollten die Artikel hier gar nicht so lang werden, also ist das immer ein Problem.
    .
    @Owen May: Mir sind mal vom Histamin die Hände eine Zeit lang angeschwollen. Das hat sich zum Glück nicht gehalten. Rotwein dürfte mehr Histamin haben weil der Wein ja auf den Traubenhäuten liegen bleibt und die Gerbstoffe dort rausgewaschen werden.

  72. @icke: Ja, so sehe ich das...
    @icke: Ja, so sehe ich das auch mit dem Rind. Beim Weinhändler ist das mit dem Probieren ein kleines Problem. Er wird ja immer eine ganze Anzahl Flaschen geöffnet haben, damit man probieren kann. Ich würde allerdings jetzt nicht davon ausgehen, dass er extra eine Flaschen von Löwensteins Uhlen aufmacht, oder sogar alle drei erwähnten, damit S,ie probieren können. Der nächste käme dann und wollte die letzten drei Jahrgänge Château Margaux probieren um herauszufinden, welcher ihm eher zusagt. Selbst in Jacques Weindepot, wo man ja ziemlich viel probieren kann, gibt es mittlerweile Preisobergrenzen, wenn ich das richtig mitbekommen habe.

  73. Christoph Raffelt, dass sich...
    Christoph Raffelt, dass sich jemand mal eben so 3 Buddeln Chateau Margaux öffnen liesse, wäre wohl Missbrauch. Aber man könnte mittels einer wohlgeordneten Kundenkartei gewiss organisieren, dass dann auch noch andere Interessenten da sind und sich der Spass lohnt. Ob die Verkostungskosten dann umgelegt werden, oder es gratis geht, da die meissten der Probierer gute Kunden sind, dass hängt vom Flair und Können des Händlers hat. Der seine Marge doch auch dadurch verdienen sollte, dass er seinen Kunden etwas bietet, was die so nich oder nur unter unverhältnismässigen Schwierigkeiten können. (Unfähige Verkäufer sind ebenso schrecklich, wie Klempner, die nicht Löten können)
    Und vielleicht hat der Händler ja auch untervermarktete aber wunderbare Weine, die ihm auch ohne Etikett abgekauft werden.

  74. @Herr Raffelt: aha, Gestein...
    @Herr Raffelt: aha, Gestein kann auch einen Unterschied machen. Tja, es ist sehr schade, daß es den Weinladen hier nicht mehr gibt, in dem man probieren konnte und der von seinen Touren immer mal recht eigensinnige Gewächse mitbrachte. Dieses „alle müssen auf den Marketing-Zug aufspringen“ finde ich gräßlich. Mir fehlt zunehmend die kleinteilige „Untergrund-Struktur“, die sich generationenlang hält, und sich nicht „avanti dilettanti“ jedesmal „neu erfindet“, sondern auf ihrem „posto“ bleibt. Bei der Marketing-Fraktion habe ich immer den Verdacht, daß sie aus der Weinherstellung eine rationalisierte Industriewissenschaft machen wollen, anstatt bei der Kunst, Erfahrung und Entdeckerfreude zu bleiben.

  75. @Herr Mahlow: heiraten ist...
    @Herr Mahlow: heiraten ist doch wohl kein Verbrechen, oder??
    @Herr Raffelt: was war das für ein Wein, den man so gut aufheben konnte? Auch ein Riesling?
    @astroklaus: danke für die Erklärung mit dem Schiefer und den Hängen, gerade sowas finde ich sehr interessant. Offenbar muß man an den Moselhängen mit recht viel Überlegung zu Werke gehen. Daß 70 Grad nicht zu heiß sind, überrascht mich, aber andernseits habe ich auch noch nie in irgendeinem Weinberg Temperatur gemessen und kenne die Vorzugslebensbedingungen der Rebe nicht.
    @Don Ferrando: ich wünsche gutes Gelingen! Vielleicht gehts ja mit der anderen Sorte (Merlot statt Sangiovese).
    @fionn: haha, Trauben anföhnen, das habe ich ja noch nie gehört. Das ist schon ein sehr „häusliches“ Verhältnis zu den Trauben. Aber wahrscheinlich werden sie dann auch gut bzw. recht süß, wenn sie vom Menschen so freundlich behandelt werden.

  76. "Demnächst mache ich das...
    „Demnächst mache ich das wieder etwas neutraler, bzw. schreibe über mehrere Winzer.“
    .
    Das würde dann auch anderen Winzern und ihren Steillagen zugutekommen. So wie ich Ihre Artikel verstehe, Meister Raffelt, möchten Sie ja zu eigenen Verkostungsabenteuern anregen und dabei das jeweils Exemplarische (einer Rebsorte) herausstellen. Bin schon neugierig auf den angekündigten Industriewein-Report.

  77. miner 12. April 2012,...
    miner 12. April 2012, 08:00
    Rumgejuckel….?
    Das sind die gleichen Öko-, Esoterik-, Nachhaltigkeitsapostel,
    die mit dem SUV 30 km fahren, um 10 BIO-Eier zu besorgen,
    von glücklichen freilaufenden Hühnern, (jedes davon wird von Hand gestreichelt)
    um sich dann zu wundern, dass die mittlerweile Dioxin enthalten.
    Und dieses Jahr fliegen wir nicht zu den Malediven,
    sondern aus Solidarität nach Griechenland,
    und bei Aldi gibt es jetzt Himalayasalz. Soll sehr gesund sein, kostet allerdings. ;-)

  78. "casanova entbehrt freuden?"...
    „casanova entbehrt freuden?“ sehr richtig wahrscheinlich. wir stimmen zu.
    .
    und ausserdem war ja c. auch in erster linie literat.
    .
    und das tal der mosel fanden wir schon oft todlangweilig. eben weil es nicht in italien liegt. oder am suedrand der pyrenäen. (aber mosel trinken kannn man ja zu recht ueberall.)
    .
    und gruesse und urlaubsgruesse. http://www.catedraldegirona.org/
    .
    http://banyoles.cat/controller.php?p_action=show_page&pagina_id=9&inst_id=293&pare_id=286&lang=DEU http://www.tamariu.com/deut/prin-rest.html

  79. Sehr geehrter Herr...
    Sehr geehrter Herr Raffels,
    bei uns im Umfeld tauchen im Getränkeeinzelhandel immer wieder Weine auf,
    die mit 87-90 Parkerpunkten bewertet wurden, 5 6 7 Euro, sogar bei Aldi,
    ist der Parker senil geworden, oder was ist da los?
    Ich habe alle probiert, also hm, ahem, ?
    Gibts es überhaupt Gütesiegel oder Listen, denen man trauen kann?
    Man kann ja nicht immer direkt zum Winzer fahren ;-)

  80. @icke: Wir hatten hier viele...
    @icke: Wir hatten hier viele Jahre einen Weinhändler, der seine Kunden mehrfach im Jahr zu ausgezeichneten gesponserten Proben eingeladen hat. Gesponsert heißt, dass man als Kunde einen Betrag von € 20 zu zahlen hatte, dafür aber einen horrenden Mehrwert an Wein erhalten hat. Der Traditionshändler mit drei Filialen hat seine Pforten im letzten Jahr dicht gemacht, weil es sich einfach nicht gelohnt hat. Die Leute sind gekommen und haben probiert und unterm Strich haben immer zu wenige bestellt. An der Qualität der Weine hat es definitiv nicht gelegen. Es ist also schwierig. Gute Händler, würde ich behaupten, werden Ihre Kunden jedenfalls immer wieder zu Verkostungen einladen.

  81. @colorcraze: Es gibt auch...
    @colorcraze: Es gibt auch diese Untergrundkultur, die ist nur schwerer zu finden, das liegt ja in der Natur dieser Kultur. Sie meinen den Wein, den der Winzer so lange geöffnet hatte? Ja, das waren Rieslinge von Martin Müllen. Das muss aber nicht nur bei Riesling so sein, das hat viel mit der Machart zu tun, beispielsweise, wie ertragreich der Wein ist, wie lange er auf der Feinhefe gelegen hat usw.
    .
    @salonsurfer: Eigentlich sollte oben „Teil 1“ drüber stehen da ich noch über ein paar andere Projekte schreiben möchte. Beispielsweise hat sich ein Freund von mir mit ein paar anderen zusammen getan, um eine Steillage zu rekultivieren, etwas weiter die Mosel runter. Es war gar nicht mein Ziel, einen Winzer alleine herauszustellen, allein, die Artikel werden bei mir tendenziell immer zu lang.

  82. @Herr Raffelt, das mit den...
    @Herr Raffelt, das mit den teueren Weinen ist eben so eine Sache: bezahlen Sie locker mal 1000 Euro pro Flasche, ohne diese probiert zu haben? Gute Händler bieten z.b. für einen Jahrgang spezielle Degustations-Events an, an welchen auch sehr teuere Weine (wie z.b. ein Margaux) probiert werden können… und es lohnt sich dann eben doch, wenn später ein paar Flaschen gekauft werden.
    Persönlich bevorzuge ich allerdings den Malescot Saint Exupery, z.b. den 2009er, der ist schlicht hervorragend gelungen und erst noch sehr preiswert! Einen Riesling benutze ich nur für Saucen oder zum Kochen, da macht er sich allerdings sehr gut.

  83. @mediensegler: Ja ja, die...
    @mediensegler: Ja ja, die Parkerpunkte und der Discount. Das mit den Punkten hat sich irgendwann verselbständigt. Parkers Idee war ja ursprünglich, dem gemeinen, unerfahrenen Bürger eine Hilfe an die Hand zugeben, besseren Wein einkaufen zu können, das war so Anfang der 80er. Da sah die Weinlandschaft noch ganz anders aus und die Durchschnittsqualität war deutlich schlechter. Es gab kaum Weinführer und wenig Kriterien, nach denen man Wein kaufen konnte. Heute bekommt man jede Menge Weinführer und noch viel mehr Wein. Allerdings hat sich die Durchschnittsqualität deutlich verbessert, deutlich. Auch im Lebensmitteleinzelhandel und bei den Discountern sind die meisten Weine wohl zumindest weinfehlerfrei, wenn auch selten lecker, behaupte ich mal. Allerdings gibt es wiederum mittlerweile ja riesige Edeka und Rewe und was weiß ich, wo ganz integrierte Weinhandlungen gibt, das ist dann noch mal was anderes. Für die Diskounter sind diese Bewertungen barer Umsatz und sie nehmen gerne Weine ins Programm, die nicht teuer sind und viele Parkerpunkte machen. Die kommen meist aus Spanien und Parkers man für Spanien steht, zurückhaltend gesagt, in der Kritik. Er fährt halt gerne sehr teure Autos. Zudem kommt noch erschwerend hinzu, dass bei den günstigen, hochbewerteten Weine des Parkers Liebe zu viel Alkohol, Volumen und Überreife viel offensichtlicher wird, als sonst ohnehin schon. Es gibt schon Listen oder Bücher, die gut sind. Stuart Pigottes kleiner Weinführer, zum Beispiel, oder Eichelmanns deutsche Weine, der Gambero Rosso für Italien. Unter Strich aber würde ich behaupten, der beste Weinführer ist eine Weinhändler des Vertrauens.

  84. Ceaser IV: Sehr schade für...
    Ceaser IV: Sehr schade für den riesling. Was den Bordeaux und die Händler angeht: Ich habe es gerade weiter oben an @Icke schon formuliert. Malescot habe ich schon lange nicht mehr getrunken. Sollte ich dann wohl mal wieder machen.

  85. Sehr geehrter Herr Raffelt!...
    Sehr geehrter Herr Raffelt! Wenn ich alle diese schönen Beschreibungen des Weinkaufs und –genusses lese, wünsche ich mir, eines Tages einmal Zeit und Muße für so etwas zu haben. In der Zischenzeit bleibt mir nichts anderes übrig, als von Zeit zu Zeit darüber zu lesen…. Vielen Dank!

  86. ..wenn man einen Weinhändler...
    ..wenn man einen Weinhändler des Vertrauens hat, der Freund, die Freundin o. gute Bekannte jeweils auch, wie in einem Fall, dann ist man schon zu mehreren kann vergleichen usw..
    Eine bessere Vorraussetzung ist kaum möglich für entspannten und oft auch spontanen Kauf(man kommt sonntags ´mal kurz vorbei). In der Szene , ich meine damit ein wichtiges Anbaugebiet mit allem Brimborium wie gelegentl. Ausschank etc., kennt man die meisten ohnehin persönlich oder vom sehen. Für mich war bspw. sogar die Bopp . Hamm ein Begriff, nicht weil berühmt , sondern aufgrund privaten Radtrainings; ich lebe selbst wesentl. weiter oberhalb (in Sichtweite) des Rheins.

  87. @mediensegler: Auch mir kamen...
    @mediensegler: Auch mir kamen nach eigener Verkostung einige Parkerpunkte schon etwas spanisch vor. Gerade den gut recherchierten Artikel (mit Links) von M.W. Pleitgen auf „Weinakademie Berlin“ gelesen.
    .
    http://www.weinakademie-berlin.de/discount-und-die-punkte-sind-von-parker
    .
    Da kommt in der Tat einiges zusammen, so erzählte mir kürzlich ein Weinhändler des Vertrauens, dass bei Bordeaux-Parker-Bewertungen kleine Eurogaben die Auswahl-Chancen erhöhen. Viele Hintergründe zu Parker und der Abdankung seines Spanien-Testers Jay Miller liefert das Blog Jim’s Loire.
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    http://jimsloire.blogspot.de/2012/04/campogate-robert-parkers-car-crash.html
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    Was also wirklich zählt, sind das eigene Geschmacksurteil und natürlich auch die Beiträge von Christoph Raffelt hier.

  88. Und noch ein kleiner Link-Tipp...
    Und noch ein kleiner Link-Tipp zur Einschätzung von goldenen Medaillen und deren Ausrichter, im Blog Baccantus sehr informativ beschrieben: Fluch und Medaillensegen – alles glänzend?
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    http://baccantus.de/2011/10/26/fluch-und-medalliensegen-alles-glanzend/

  89. Salonsurfer: Danke für die...
    Salonsurfer: Danke für die Blumen :) Das sind jedenfalls schon mal drei gute zusätzliche Blogs über Wein. Besonders hervorheben würde ich da den winedoctor und the wineanorak.

  90. Ich trinke nun mal gern pinot...
    Ich trinke nun mal gern pinot noir, so machte ich zum Osteressen eine Flasche 2007 Hautes Côtes des Nuits von einem rennomierten (franz) Abfüller auf, der Wein war mit einer französischen Silbermedaille geehrt. Trotzdem ein recht flaches Gesöff, das ich für manchen Dernauer Kreuzberg oder andere deutsche Spätburgunder odre Pinot Noir hätte stehen lassen. Man macht also so seine Erfahrungen und versenkt Geld dabei. Gut, 2007 war im Burgund kein besonders gutes Jahr, das letzte wirklich gute Jahr für Roten dort war 2005, davor 1999, aber versuchen sie das mal im Nordosten im Handel zu erwerben. Und Versand ist für jemand wie mich der viel dienstlich unterwegs ist keine praktikable Alternative.
    Was alterungsfähige und mit etwas Restzucker begabte Rieslinge angeht hatte ich hier schon mal auf die Bischöflichen Weingüter bzw. Priesterseminar Trier hingewiesen. Das ist zum Essen allerdings eher was für einen Fisch-Gang, nicht zum Braten oder gar Steak.

  91. Ja, Herr Raffelt, das macht...
    Ja, Herr Raffelt, das macht wirklich Freude: angeregt durch Ihren Beitrag und Kommentare finde ich thematische Ergänzungen und Erweiterungen im Internet und kann sie hier gleich wieder einbringen, ein echter Mehrwert für uns Wissensdurstige. Und die spanischen Parker-Geschichten wurden ja durch engagierte Blogger in Umlauf gebracht.
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    So, jetzt werd ich mal den Schnabel halten.

  92. salonsurfer 14. April 2012,...
    salonsurfer 14. April 2012, 12:55
    Vielen Dank für die Links.
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    Christoph Raffelt 13. April 2012, 20:18
    Danke für Ihre ausführliche Erklärung, ich wußte doch, dass da was faul ist. ;-)

  93. Cesar IV 13. April 2012,...
    Cesar IV 13. April 2012, 20:08
    Also, hüstel, die 1000 Euro Flaschen nehme ich sehr gerne für meinen Edelgulasch,
    übrigens ohne probiert zu haben, da ist die Überraschung dann größer,
    und zum Super.Edel-Gulasch serviere ich dann Kröver Nacktarsch.

  94. ...
    http://www.youtube.com/watch?v=r5DtL3LI87E
    .
    http://www.youtube.com/watch?v=yWYMsDGIh1w&feature=relmfu
    .
    http://www.golfplatjadepals.com/index.php?module=restaurantlacosta&lang=cat
    .
    die konkurrenz wird halt groesser ueberall auf der welt. wahrscheinlich auch deshalb wirken fast 30% der flaechen an der mosel, z. b. wenn man von kaiserslautern aus kommend den hochmoselabstieg runter faehrt zur rechten, wie ungenutzt, also brachliegend.
    .
    interssant also, dass und wie das genannte weingut versucht sich durch qualität und markting im ueberlebensklampf zu behaupten. (die gesichter der inhaber auf deren homepage ja auch noch jung genug, wie man den eindruck gewinnt).
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    gíbt ja inzwischen sogar auch über generationen alt eingesessene franz. winzer (arte und 3sat berichteten), die in frankreich alles verkaufen und in chile neu anfangen: eben genau so, wie sie sich alles eigentlich vorstellen. eben genau so eigentlich, wie es hier nicht mehr moeglich ist. und dort innert kuerzester zeit hoehere qualität produzieren, als zuvor in frankreich:
    .
    eben weil sie auch dort, also in chile, mit ihrem sachverstand zuallererst „terrroir“ erwerben – und dann lage. und dann alles andere. und war es frueher so, dass 90% betrieb waren und 10% „showroom“ – so wird bei der neugründung die betriebsgroesse mind. verdoppelt – und alles andere wird dann nochmal so groß.
    .
    und man baut wie bekannt direkt auch noch eine landepiste mit dran: fuer die kunden, die mit dem eigenen flieger und mit freunden angbl. direkt aus kalifornien kommen. eben auch das wochenende noch mit dranzuhaengen. und weil es amerikaner sind, aufgeschlossen, neugierig, vorurteilsfrei, so sagt man, testen die auch gleich noch durch osmose qualitativ erhoehte weine im eines zu eins vergleich mit: „amerika, du hast es besser“, denkt manch einer dabei sicherlich. denn hand aufs herz, wer waere da nicht evtl. auch mal ein bißchen neugierig? wenigstens so was in spitzenqualität mal gekostet zu haben? (und die amerikaner kaufen auch und richtig, probieren anscheinend nicht bloß.)
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    aber mosel bleibt natuerlich mosel. (wobei unsererer erfahrung nach die wenigsten deutschen wissen, dass die mosel bald mehr ein franzoesischer fluss ist, als ein deutscher, zu vielleicht 40% verlaueft sie durch d, 60% aber betraegt die lange ca. von der quelle in den vogesen bis zur deutschen grenze bei perl. aber nur am rande)

  95. Man darf hier gern andere...
    Man darf hier gern andere Meinungen vertreten, aber Kommentare, die alle Beteiligten pauschal beschimpfen, werde ich nicht freischalten.

  96. @perfekt57: Letzeburg nicht zu...
    @perfekt57: Letzeburg nicht zu vergessen, die an den Ufern ebenfalls Wein anbauen. Dieser Teil der Mosel bei Perl, Schengen etc. wird dann allerdings von Auxerrois und Elbling dominiert. Auch hier gilt: Es gibt dort einiger sehr gute Winzer, die dem meist traurigen Tröpfchen Elbling neues Leben eingehaucht haben. Das wird zwar immer ein vergleichsweise einfacher Wein bleiben, doch wer beispielsweise gerne Spargel ist, findet hier für wirklich wenig Geld einen ausgezeichneten, säurearmen Essensbegleiter. Empfehlen kann ich da die Weine von Stefan Steinmetz.

  97. @ DA heute 09.11h
    Absolut. ...

    @ DA heute 09.11h
    Absolut. Ordnung muss sein.
    Re Weine, les vins du terroir passen am besten à la cuisine du pays imo.

  98. @mediensegler: haben Sie schon...
    @mediensegler: haben Sie schon mal eine feine Morchelsauce, nach dem Andünsten mit Riesling abgeschreckt versucht? :-)
    Was die edlen, teueren Bordeaux Weine angeht macht es in der Spitzenküche sehr wohl Sinn, denselben edlen Tropfen beim Kochen zu verwenden und natürlich anschliessend auch zu servieren… allerdings mit entsprechender Zurückhaltung, grad in der oberen Preisklasse. Für Gulasch würde ich davon abraten, da dürfte auch ein 5 Euro Wein zum gleichen Resultat führen…

  99. @ 15. April 2012, 10:27 - back...
    @ 15. April 2012, 10:27 – back to the roots – zurück zum thema also: stromauf, also oberhalb, gibt es natürlich wahrscheinlich doch eher mehr cattenom, als qualitätsweine, wie die vorgestellten. Obwohl wir dem lucemburger winzern durchaus nicht zu nahe treten wollten.
    .
    einen eindruck zu teilen – und weil der da-blog das thema so ungefähr hier verschiedentlich hatte: wer, wie wir hier wohnenden, häufiger die A1 von südwesten aus zurückkommend befährt, hält genau zu dem zwecke verscheidentlich auf dem autobahnparkplatz „mehringer höhe“ (siehe ggfls. google maps):
    von dort aus – also von hoch oben herab und herüber – hat man bei häufig gutem wetter erstklassigen genießerblick auf mehre kilomter sonnigster mosellagen (fotos bei google earth an derselben stelle. z.b. #11 von 53). und ob man auf die 60-70% der fläche blickt, die noch bebaut werden, oder die 30%, die längst unbebaut bleiben, rein die frage, wie beim glas: ist es halb voll oder halb leer? – um so besser, dass es auch weiterhin menschen gibt, die sich auf das maximal mögliche konzentrieren.

  100. Schöner Beitrag über einen...
    Schöner Beitrag über einen Winzer und dessen Weine, die es wirklich verdient haben. Dass Löwenstein selbst auch ein kluger Kopf ist, hat er ja mit seinen Zeitungsbeiträgen und Büchern schon bewiesen. Und er hat auch einen Blog zum Thema Terroir, der zwar etwas abgehoben ist, aber dennoch sehr lesenswert.
    http://terroirblog.de

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