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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
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Was Fracking für das deutsche Vaterland leisten wird

27.02.2013, 14:13 Uhr  ·  Salzsäure, Biozide, Borsäure und Ameisensäure: Mit feinen Methoden und Zusatzstoffen soll Fracking uns Deutschen zu grossem Nutzen gereichen. Man wird sich wundern, wie dieses stolze Volk das goutieren mag.

Von

WwwwruummduduDumduDumduDum
Galoppmarsch Prinzregent Luitpold

Der ein oder andere wird sicher die patriotische Meldung gelesen haben, dass eine formschön politsch-ökonomisch passende Studie belegte, wie Fracking ganz wunderbar für dieses Vaterland sei. Und was soll ich linientreu sagen: Selten ein Nutzen, wo nicht auch ein Nutzen dabei ist. Werfen wir nur einen Blick auf die idyllischen Donauauen meiner vielgerühmten Heimatstadt, wo sich heute über einem ehemaligen Sumpf das Viertel ausbreitet, das man das Westviertel nennt und in dem man, dem Klassismus huldigennd, residiert. Es wohnen angeblich auch noch woanders Menschen, sie müssen es tun, denn sie kommen an Wochenende vorbeigefahren und bevölkern unseren See, ohne um Erlaubnis zu fragen – aber man kennt sie nicht. Ein hübsches Viertel ist das.

Hier wohnen die linientreuen Honoratioren einer bayerischen Kleinstadt, die sich für ein wichtiges Wirtschaftszentrum hält, und dass sie Besitzerin dieser schönen Einbildung wurde, verdankt sie den bayerischen Herrschern, die im 16. Jahrhundert begannen, die Stadt zur Landesfestung auszubauen. Im 19. Jahrhundert wurden hier Unsummen versenkt, die paar lumpigen Schlösser vom König Ludwig sind gar nichts gegen die aberwitzigen Fehlinvestitionen in Festungen, auf die gar nie nicht ein Schuss abgegeben wurde, weder von Breiss noch Franzos oder gar Österreicher. Aber das hatte auch seine Vorteile, denn damit kamen Arbeiter in die Stadt, und die mussten essen, weshalb ein Vorfahr direkt an der grossen Baustelle der Flanderlkaserne ein ehemaliges Jesuitenseminar erwarb, um dort eine Bäckerei mit Brezen2go zu betreiben. Das hat sich gelohnt und auch jetzt schreibe ich hier in jenem Anwesen diesen Beitrag. Und weil so eine Festung zum Zerfetzen, Verstümmeln und Niedermachen anderer Menschen auch Kanonen braucht, wurde hier eine Giesserei eröffnet, mit der für die berühmte Metallindustrie der Startschuss gegeben wurde.

Das Startschiessen machte man natürlich nicht in der Stadt, sondern in der Schiessstätte. Die lag westlich der Altstadt im unfruchtbaren Donautal, und neben den Geschützen der bayerischen Armee übte hier auch die aus Honoratioren zusammengesetzte Bürgerwehr – es sind nur 150 Kilometer nach Österreich und der Breiss war in Frankfurt, man konnte nie wissen. Auch meine Vorfahren schossen gern, und man muss sich das Ganze den Erzählungen zufolge eher wie eine Art Landpartie vorstellen, erst ballern und dann Torte. Natürlich war so eine Ödnis nicht gerade der schönste Platz, also begannen die Damen der Herrschaften, Parzellen zu mieten und zu kaufen, Bäume anzupflanzen und kleine Lauben zu errichten. Das ging bis Anno 14 gut und dann nicht mehr, die Ballerei hörte eine Weile auf, um dann noch einmal von 1938 bis 1945 von der Wehrmacht betrieben zu werden, und dann war endgültig Schluss mit dem Krach und dem deutschen Vaterland.

Geblieben sind die Strassennamen Probierlweg und Schiessstattweg, und natürlich die Grundstücke der Damen. Und als man nach dem Krieg aus der Stadt zog, war es nur natürlich, dass die Honoratioren dort bauten, wo sie fern aller Abgase, die Nase nach Westen in den frischen Wind gereckt und die Petrochemie im Rücken, am Auwald ihre pittoresken Gärten bebauten. Und von dort aus immer neue Flächen in Besitz nahmen, bis zum See, wo es am schönsten ist. All die verschossene Munition hat nichts gebracht, aber darüber kamen die besseren Kreise in einem Viertel zusammen und waren zufrieden. Bis zu jenem Sommertag vor 7 Jahren, als plötzlich Leute auf den Wiesen auftauchten, in Schutzkleidung Löcher gruben, Rohre einbetonierten und hinter Absperrungen und Atemmasken sagten, dass sie nichts sagen könnten und keine Gefährdung der Bevölkerung bestand. So sah das zwar nicht unbedingt aus. Aber wir leben nun mal in einem Land, da man glauben soll, dass Fracking ganz wunderbar für die Nation ist, weil Rohstoffförderung noch jedes Land von Nigeria bis zum Kongo reich und glücklich gemacht hat – vielleicht glauben da auch manche, dass Spezialfahrzeuge des Katastrophenschutzes mit ABC-Ausrüstung hier nur ein Picnic machen.

Nun ja. Das hat hier, zugegeben, auch bei den normalerweise absolut vaterlandstreuen AKW-Freunden keiner glauben wollen, und in dem Viertel, in dem die herrschende Klasse lebt, machte dann auch bald die Runde, dass man eben auf einem ehemaligen Waffentestgelände lebte. Und Recherchen Anlass zur Vermutung gaben, dass die Militärs in patriotischer Gesinnung auch LOST und andere körperlichen Unannehmlichkeiten ausprobiert hätten. Was für den Wert der Bauten in diesem Viertel eindeutig keine gute Sache gewesen wäre, aber, zum Glück, hat sich dann doch herausgestellt, dass nichts im Boden war. Zumindest nichts, was man heute, mit modernen Methoden hätte nachweisen können. Dennoch waren es ganz finstere Tage im Viertel, und das Gefühl, dass da unten etwas sein könnte, das einen langsam vergiftet, das niemand einschätzen kann, das im Grundwasser lauert und die nächste Geburt zu einem Drama werden lässt, diese Gefühl bedrückte die Menschen. Was sollte man tun, wenn es so wäre? Wegziehen? Alles aufgeben? Das Land, die Geschichte, das Leben, die Sicherheit, die so trügerisch war? Man fühlte sich so verloren in der Heimat. Diese Tage gaben mir einen kleinen Eindruck von dem, was passieren würde, wenn nun wirklich ein Konzern ankäme und sagte: Es stört doch sicher keinen, wenn ich für’s Vaterland da in den Boden, wo doch kein LOST war, einen Cocktail mit Salzsäure, Essigsäure, Ameisensäure, Borsäure und Bioziden reinblase?

Das gäbe einen Bürgerkrieg in Bayern.

Da würde man ins Armeemuseum gehen und die alten Geschütze doch noch zu ihrem Recht kommen lassen

Es mag sein, dass unter Bayern gigantische Vorkommen von Schiefergas lagern. Es mag sein, dass sich das alles etwas anders darstellt, wenn man in einer grossen Stadt in einer Mietwohnung leben und in einer PR-Agentur für Fracking arbeiten muss, und ja, auch in meiner Familie gab es Leute, für die man sich schämt, die b’suffa Kohlamone (die dem Alkohol zusprechende Kohlenhändlerin Monika) zum Beispiel, die auch im Bereich Energieversorgung tätig war. Es mag sein, dass sich Fracking ganz nett liest, wenn man sich so eine Broschüre bei einem in Sachen Kosten und Nutzen exakt durchgerechneten, dreigängigen Businessdinner der Gifteindrücker durchliest. Aber es verkennt vollkommen die Ängste und Sorgen der Menschen und Hausbesitzer, unter deren Leben das passieren soll. Mag sich die Union mit der gleichgeschlechtlichen Ehe von den Konservativen verabschieden, so verabschiedet sich der Freund des Vaterlandes mit dem Fracking von den Parteien, die das nach dem Ende der Atomkraft gleich wieder durchdrücken. Auf dem flachen Land gelten andere Gesetze, und man weiss auch, wie sicher und wissenschaftlich garantiert das Atommülllager Asse war: Genauso gut wie Fracking. Wer glaubt, dass Energiekonzerne die Wahrheit über die der Bevölkerung aufgebürdeten Risiken sagen, glaubt auch, dass brutale Massentierhalter Skrupel haben, Billigeier mit einem Biostempel zu versehen.

Das Geld, das Gas, die Firma und die Verantwortlichen würden gehen, das Gift und die Schäden im Boden würden bleiben. Und weil Politik in diesem Vaterland nicht nur in Berliner Ministerien und Frankfurter PR-Agenturen gemacht wird, und weil man mit solchen Geschichten hier in Bayern traumatische Erfahrungen wie Wackersdorf oder den Transrapid oder die Studiengebühren oder die Gentechnik oder die dritte Startbahn für München hat, macht hier in Bayern die CSU das einzig Sinnvolle: Sie versteht, dass man das Land, das man liebt, nicht mit Säuren und Bioziden ausschäumen sollte, wenn man nicht zur Brauchtumspflege zusammen mit den anderen Brunnenvergiftern im Volkszorn verbrannt werden will. Mit Fracking findet vielleicht die FDP eine Wahlkampfspende, aber die CSU hat alles zu verlieren. Doch, ich finde auch, dass Fracking gut für mein Vaterland ist. Es macht uns deutlich, was Heimat, Verantwortung und Bewahrung der Schöpfung bedeutet, und es wird zeigen, wo die Grenzen der Ökonomie und ihrer Berechnungen sind. Da nämlich, wo die Urängste vor den Brunnenvergiftern anfangen.

HINWEIS

Nachdem es hier noch erhebliche Probleme beim Administrieren und Nutzen der Kommentare gibt (Überschriften, Benachrichtigung etc.) biete ich alternativ den gleichen Beitrag auch in kommentarfreundlicher Version an, wo man gepflegt plaudern kann.

 

 

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (76)
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12 Booooster 27.02.2013, 13:47 Uhr

Ich geh' dann mal rüber…

Denn die Kommentarfunktion hier ist ein Schmarrn… Nur für den Fall, dass ich es noch nicht sagte.
Und für's Protokoll: Ich verkneife mir in Zukunft auch das auf der FAZ klickträchtig nachschauen, ob es was neues von den Stützen der Gesellschaft gibt. Sorry, FAZ. bestimmt ein dutzend Klicks weniger am Tag.

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Anmeldung zur Benachrichtigung?!?

Servus!
Abgesehen davon, dass die Neugestaltung des Blogs seitens FAZ eine Katastrophe ist...aber Hauptsache, man hat was gemacht.
Wo kann ich mich anmelden, dass ich auch in Zukunft eine Benachrichtigung bekomme, dass es etwas Neues von den Stützen gibt?!?

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41 Herbert Kircher 27.02.2013, 16:01 Uhr

Dipl Ing

Ich habe selten einen so schrägen, dummen, hirnlosen Artikel gelesen. Seit wann dürfen solche Schwachköpfe sich in der FAZ entleeren ??

Antworten (9) auf diese Lesermeinung

11 E.R.Binvonhier 27.02.2013, 16:18 Uhr

Leider

Liegt mir das gepflegte Plaudern nicht so.
Deshalb schlage ich vor, die Bevölkerung in D drastisch zu reduzieren. die Ressourcen reichen
dann für Alle viel länger.
Im Übrigen würde ich nicht nur den Energiekonzernen inkl. Halliburton empfehlen die Überzeugungen und Erfahrungen des 19.Jhdt. endlich mal in die Tonne zu treten.

3 E.R.Binvonhier 27.02.2013, 16:29 Uhr

....

wenn man nicht selbst in die Tonne getreten werden möchte, oder es einem als Teil einer
altersmüden Gesellschaft selbst egal ist.

6 Christian Emde 27.02.2013, 17:10 Uhr

Dipl.Kfm.

"...Bewahrung der Schöpfung", DON. ich wusste gar nicht. dass Sie Kreationist sind!:-;
Würde mich jedoch freuen, setzt Schöpfung doch einen Schöpfer voraus!

48 Mark Möschl 27.02.2013, 17:14 Uhr

Ein Schluck

Wer mal an diversen ländlichen Orten in den USA einen Schluck aus der Wasserleitung genommen hat (und es bleibt bei dem Schluck, das Versprechen gebe ich) der weiss, daß es Orte gibt wo man offensichtlich keinerlei Interesse an sauberen Trinkwasser aus dem Wasserhahn hat. Der einzige Vorteil den das Fracking dort erbracht hat ist, daß man jetzt weniger Chlor nehmen muss um das Wasser zu desinfizieren, denn es kommt von ganz alleine völlig keimfrei aus dem Boden. Wer allerdings weiss, daß 60% allen Land-Lebens IM BODEN stattfindet und NICHT ÜBERN BODEN, der sorgt sich um den Verstand der Amerikaner.

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manchmal braucht es den heiligen zorn

... gut, daß er sich hier nicht zurückhält! danke, don.

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0 Jürgen Braun 27.02.2013, 22:51 Uhr

wobei womöglich manchem einfiele, was schon geschrieben stünde.

"Wie viel traurige, bildlose Obelisken sah ich nicht zu meiner Zeit errichten, ohne daß irgend jemand an jenes Monument gedacht hätte." (wobei - vor allem die der gegenrevolution stehen immer am längsten, man weiß *g*)
.
"Es ist freilich schon aus einer spätern Zeit, aber man sieht immer noch die Lust und Liebe, seine persönliche Gegenwart mit aller Umgebung und den Zeugnissen von Tätigkeit sinnlich auf die Nachwelt zu bringen. Hier stehen Eltern und Kinder gegeneinander, man schmaust im Familienkreise; aber damit der Beschauer auch wisse, woher die Wohlhäbigkeit komme, ziehen beladene Saumrosse einher, Gewerb und Handel wird auf mancherlei Weise vorgestellt. Denn eigentlich sind es Kriegskommissarien, die sich und den Ihrigen dies Monument errichteten, zum Zeugnis, daß damals wie jetzt an solcher Stelle genugsamer Wohlstand zu erringen sei." http://www.zeno.org/Literatur/M/Goethe,+Johann+Wolfgang/Autobiographisches/Campagne+in+Frankreich+1792
.
"Die Schicksale des Hauses während des Bombardements waren höchst wunderbar. Mehrere Granaten hintereinander fielen in das Familienzimmer, man flüchtete, die Mutter riß ein Kind aus der Wiege und floh, und in dem Augenblick schlug noch eine Granate gerade durch die Kissen, wo der Knabe gelegen hatte. Zum Glück war keine der Granaten gesprungen, sie hatten die Möbeln zerschlagen, am Getäfel gesengt, und so war alles ohne weiteren Schaden vorübergegangen, in den Laden war keine Kugel gekommen.
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Daß der Patriotismus derer von Longwy nicht allzu kräftig sein mochte, sah man daraus, daß die Bürgerschaft den Kommandanten sehr bald genötigt hatte, die Festung zu übergeben; auch hatten wir kaum einen Schritt aus dem Laden getan, als der innere Zwiespalt der Bürger sich uns genugsam verdeutlichte.
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Man hörte die Kanonade bei Thionville und wünschte jener Seite guten Erfolg. Abends erquickten wir uns im Lager bei Pillon. Eine liebliche Waldwiese nahm uns auf, der Schatten erfrischte schon, zum Küchfeuer war Gestrüpp genug bereit.
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Auf dem großen grünen, ausgebreiteten Teppich zog ein wunderliches Schauspiel meine Aufmerksamkeit an sich: eine Anzahl Soldaten hatten sich in einen Kreis gesetzt und hantierten etwas innerhalb desselben. Bei näherer Untersuchung fand ich sie um einen trichterförmigen Erdfall gelagert, der, von dem reinsten Quellwasser gefüllt, oben etwa dreißig Fuß im Durchmesser haben konnte. Nun waren es unzählige kleine Fischchen, nach denen die Kriegsleute angelten, wozu sie das Gerät neben ihrem übrigen Gepäcke mitgebracht hatten. Das Wasser war das klarste von der Welt und die Jagd lustig genug anzusehen. Ich hatte jedoch nicht lange diesem Spiele zugeschaut, als ich bemerkte, daß die Fischlein, indem sie sich bewegten, verschiedene Farben spielten. Im ersten Augenblick hielt ich diese Erscheinung für Wechselfarben der beweglichen Körperchen, doch bald eröffnete sich mir eine willkommene Aufklärung. Eine Scherbe Steingut war in den Trichter gefallen, welche mir aus der Tiefe herauf die schönsten prismatischen Farben gewährte. Heller als der Grund, dem Auge entgegengehoben, zeigte sie an dem von mir abstehenden Rande die Blau- und Violettfarbe, an dem mir zugekehrten Rande dagegen die rote und gelbe.
.
Wer Luxemburg nicht gesehen hat, wird sich keine Vorstellung von diesem an- und übereinander gefügten Kriegsgebäude machen.
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Alles dieses ging unter anhaltender Begleitung des Kanonendonners vor. Von jeder Seite wurden an diesem Tage zehntausend Schüsse verschwendet, wobei auf unserer Seite nur zweihundert Mann und auch diese ganz unnütz fielen.
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Ich hatte so viel vom Kanonenfieber gehört und wünschte zu wissen, wie es eigentlich damit beschaffen sei. Langeweile und ein Geist, den jede Gefahr zur Kühnheit, ja zur Verwegenheit aufruft, verleitete mich, ganz gelassen nach dem Vorwerk La Lune hinaufzureiten. Dieses war wieder von den Unsrigen besetzt, gewährte jedoch einen gar wilden Anblick. Die zerschossenen Dächer, die herumgestreuten Weizenbündel, die darauf hie und da ausgestreckten tödlich Verwundeten und dazwischen noch manchmal eine Kanonenkugel, die sich herüberverirrend in den Überresten der Ziegeldächer klapperte.
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Ganz allein, mir selbst gelassen, ritt ich links auf den Höhen weg und konnte deutlich die glückliche Stellung der Franzosen überschauen; sie standen amphitheatralisch in größter Ruh und Sicherheit, Kellermann jedoch auf dem linken Flügel eher zu erreichen.
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Mir begegnete gute Gesellschaft, es waren bekannte Offiziere vom Generalstabe und vom Regimente, höchst verwundert, mich hier zu finden. Sie wollten mich wieder mit sich zurücknehmen, ich sprach ihnen aber von besondern Absichten, und sie überließen mich ohne weiteres meinem bekannten wunderlichen Eigensinn.
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Ich war nun vollkommen in die Region gelangt, wo die Kugeln herüber spielten; der Ton ist wundersam genug, als wär' er zusammengesetzt aus dem Brummen des Kreisels, dem Butteln des Wassers und dem Pfeifen eines Vogels. Sie waren weniger gefährlich wegen des feuchten Erdbodens; wo eine hinschlug, blieb sie stecken, und so ward mein törichter Versuchsritt wenigstens vor der Gefahr des Ricochetierens gesichert."
.
ansonsten: er hat es nicht verstanden. wenn die unsren konzerne in den usa mit dabei sein wollen oder müssen (wie könnten sie dort abseitsstehen? bei ihrem sonstigen tüchtigen mittun dort?), dann müssen sie es hier wenigstens versucht haben. und auf - leider - unüberwindliche widerstände gestossen sein. in der dummen bevölkerung. unser boden ist ja weich. aber sonst? dumme hartschädel halt. fortschrittsfeinde allesamt.
.
und falls sich ihre attacke hier wider erwarten durchsetzte - um so besser. die asse war schießlich auch nötig. unsere kleinbürger an ort und stelle protest-zu-verwickeln. der aufmüpfer ansichtig zu werden, sie früh-zu-entdecken.
.
und die, dies angeht, lesen hier eh nicht - oder in vollkommen gegenteiliger absicht.

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3 Jürgen Braun 27.02.2013, 23:06 Uhr

uund ob das volk das überhaupt merkt. wenn doch die fracking-zäune im stile wackersdorf nachem-

pfunden sind.
.
die kanzlerin war ja jetzt auch in der türkei. und zwar um nicht in europa -und schon gar nicht in der nähe von italien - zu sein, als dort gewählt wurde, das der zweck dieser reise, und genau dann: "was da passierte in italien, damit hatte ich nichts zu tun. ich war ja nicht da. musste ja woanders nach unseren tapferen soldaten sehen." und wir sahen auch dahin. staatskunst halt. so geht die. (und nicht etwa selber sich beim fracking fürs volk dazwischen schmeißen. das kann das ja auch besser selber. wie don zeigt. und warum dem die empörung nehmen? empörung fokussiert doch so schön die schwachen charaktere.)
.
heute erneut 55 min. hessel im radio wdr5 tischgespräch. wiederholung von vor zwei jahren - lohnt sich allemal als podcast ganz anzuhören. die wunderbare jugendlichkeit dieses liebenswerten und liebevollen mannes noch im alter von 93 begeistert!
.
http://www.wdr5.de/sendungen/tischgespraech/s/d/13.07.2011-21.05/b/claudia-dammann-im-gespraech-mit-stephane-hessel-autor-diplomat-und-ehemaliger-widerstandskaempfer.html (am unteren rand)

1 derCaptain 27.02.2013, 23:09 Uhr

Gasthaus zum Bayrischen...

...in Greding! Da hat schon mein Uropa gegessen und getrunken!

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Vaterland, stolzes Volk, Deutschland,

aus und vorbei. Die Ökonomie, die Technokraten haben es weggerechnet und werden Fracking herbeirechnen, so wie die Windmühlen oder Stromtrassen.
Widerstand zwecklos.
Es ist weg, das zu beschützende Vaterland.

18 Dennis Idaczyk 27.02.2013, 23:34 Uhr

"Ein gutes Wasser muss durch einen tiefen Stein" sollte man vielleicht abändern.

Ein gutes Wasser war nie lange und tief im Erdreich. Je Gasquelle werden schließlich zwischen acht und 19 Millionen Liter Frischwasser benötigt. Pro Tag. Und das ist dann verseucht. Die Klärkosten könnte man aber auf die Kommunen umlegen. Nur mal so als Vorschlag.

11 Zentraler Bundesverband für jenseitige Angelegenheiten e.V. 27.02.2013, 23:35 Uhr

H 2 oh ...

Soviel 'Schemie', 750 Komponenten, angefangen von Azeton und Acrylamid, über Borsäure und Kerosin hin zu Xylen sollte doch spätenstens in Kombination mit einer transatlantisch privatisierten Wasserwirtschaft auch den letzten Dödel stutzig machen (was es aber ganz offenbar nicht tut). Es handelt sich hier einfach um eine völlig andere Hausnummer als beispielsweise privatisierte Telefonanschlüsse. Hier würde sogar das Bayrische Reinheitsgebot von 1516 nicht mehr viel ausrichten. - Nun, seinerzeit war man wenigstens pragmatisch, und man überführte entsprechende Apologeten unter Inkaufnahme einer eher geringen Emission von Kohlendioxid in einen anderen Aggregatszustand. Auch Teufelszeug kann also Abwärme produzieren, die man ggf. nutzen sollte: ...Vade retro, Satanas !

Warum die Hektik ?

Lasst das Gas doch einfach im Boden !

Mit jedem Jahrzehnt, das verstreicht, wird das Gas mehr wert. Da es ja immer weniger davon (nachweislich) gibt.

Lasst doch die US-Amerikaner ersteinmal herausfinden, wie schädlich die Technik in Wirklichkeit ist. Wenn dann in 20 - 25 Jahren das US-gas alle ist, und es tatsächlich zu keiner Schädigung der Umwelt gekommen ist, haben wir immer noch unser Schiefergas und können es zu höchsten Preisen verkaufen. Schließlich haben die USAler dann immer noch nicht gelernt mit den Ressourcen der Natur sorgsam umzugehen und brauchen immer noch exorbitant Energie zum verschleudern.

Dann können wir ja gerne liefern!

Jetzt zu fördern, wenn der Gaspreis wahrscheinlich ersteinmal sinken wird (da die Nachfrage der USA auf dem Weltmarkt ja erst einmal wegfällt) ist doch dumm.

Locker bleiben. Warten. natur genießen und unsere Enkel das große Geschäft machen lassen!

Dann können die vielleicht sogar damit unsere Schulden (plus Zins und Zinseszins) bezahlen ... schön wär´s.

Antworten (1) auf diese Lesermeinung

6 Ralf Brames 27.02.2013, 23:49 Uhr

Fracking

Alles richtig, was gut und teilweise amüsant über Fracking und dessen Risiken geschrieben wurde und findet meine uneingeschränkte Symphatie. Doch ich prophezeie, wenn die Zeit gekommen, wird alles aus dem Boden geholt, was geht, weltweit, auch hier in Deutschland ,sprich Bayern. Grund: Man wird dadurch möglicherweise Schlimmeres verhindern können, nämlich Kriege um die letzten bis dato bekannten fossilen Energien, die auf herkömmliche Art gefördert werden!

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0 Jürgen Braun 27.02.2013, 23:53 Uhr

und wer früher lebendig geboren wurde, brauchte weiter schon keine besonderen anstrengungen mehr.

und man mus seinen sozialstatus hin- u. wieder radikal ändern, um ganzheitlich neue erfahrungen zu machen.
.
und der chaos computer club ist die zukunft der bundeswehr. also zumindest von 50% davon. (1) (lob der freiheit also. und der andersartigkeit. ohne sie hätten wir nicht so viel ccc. und damit schon jetzt bald wieder militärisch-devensive überlegenheit. (?!))
.
und hier ist die faz – und nicht das kunterbunte spassmobil. (wenn die spassmobile trauer tragen)
.
und die alle in berlin aufgestellten spielautomaten nehmen zusammen 400.000 euro ein. pro tag. (weshalb herr gauselpohlmann unter falschem pseudonym im internet die suchtbeauftrage stalkte – sie wollte die spielsucht einschränken.) (denn mehr als 50% der spieler sind chronisch spielsuchtkrank)
.
und pudding statt eagles nest? (bielefeld – wie die engländer sich am ende von den amis bf. als englische zone andrehen lassen konnten, hatten wir eh noch nie verstanden.) ( es waren die russen, *g*)
.
und die immobilie ist zuvornehmest vertragsverhältnis. an die lebendigkeit angehangen. (warum benedikt ganz oben für das leben betet.) (ok, nicht deshalb. aber. die kapitalmärkte hängen am menschen.
.
und luxus ist frei von nützlichkeitserwägungen. und vollkommener luxus fühlt sich so. (und solch' gefühl ist weiblich. lob der emanzipation also. der des mannes.)
.
und grüße auf den col du moribund. falls man vobeikommt.
.
(1 – 50% von den leistungen einer armee gehen zukünftig in richtung internet, man weiß.)

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Wunderbar

Ich habe ja schon einiges von Ihnen gelesen, meist fand ich es eher albern oder gar lächerlich, aber diese Zeilen sind einfach richtig und stimmig. Gerade das " Das Geld, das Gas, die Firma und die Verantwortlichen würden gehen, das Gift und die Schäden im Boden würden bleiben." ist die treffenste Beschreibung der Verharlosung des fracking (Pressgiftförderung).

Danke dafür von einem Waldbewohner.

Klasse Artikel

Klasse Artikel! Sei zeigen sehr amüsant auf, wie wir weiterhin hirnlos unsere Umwelt versauen können. Ich frage mich, warum wir nicht gleich Atommüll fürs Fracking nehmen? Dann haben wir zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Allerdings wird man in Bayern schon dafür sorgen, dass das nur in anderen Bundesländern passiert...

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2 Lothar Strenge 28.02.2013, 01:07 Uhr

Viel Text, wenig Ehr!

Hallo Alphonso,
man muss diesen Text nicht einmal ganz durchlesen und weiß schon vorher, es lohnt sich nicht. Besser wäre, interessantere Ideen, Techniken zur Sprache zu bringen, die neben den Solar- und Windrädern ganz neue Zukunftsmöglichkeiten böte, allein Sie wissen nicht was Trumpf ist.
Das ist das Problem aller deutscher Schreiber - Schade.

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1 René Artois 28.02.2013, 01:29 Uhr

DANKE DON!

Nichts hinzuzufügen. Nicht verbesserungsfähig!

Es geht immer nur um Geld

Wer sowieso nicht am Gewinn beteiligt ist, kann leicht den um Reinheit des Trinkwassers besorgten Gutmenschen spielen. In Deutschland gehôrt dem Staat bekanntlich alles, was unter unserem Grundstück liegt. Aber in den USA gehört dem kleinen Bauern in Norddakota auch alles was tief im Boden steckt. Über Nacht wurden dort allein im vergangenen Jahr Tausende zu Millionären. Was kümmert sie das Wasser -- sie ziehen sowieso nach Monte Carlo.

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0 Schlaubie Schlompf 28.02.2013, 04:19 Uhr

Yo

Intellektuelle Menschen lesen die Überschrift und gehen bitte ohne Umwege zur den Kommentarseiten :-)

Verehrter Don - Ja so ist es !

... und genau so wird es kommen !
Laßt uns alle mit den Füßen abstimmen und den Frackern bei der nächsten Beiratssitzung oder Hauptversammlung den Geldhahn zudrehen !

8 Hermann Luyken 28.02.2013, 06:37 Uhr

Objektivität?

Ich finde diesen Beitrag alles andere als objektiv. Schon mit den Wörtern "Salzsäure, Biozide, Borsäure, Ameisensäure..." wird hier Schlimmes suggeriert. Dabei produziert der Herr Autor selbst Salzsäure, da er sie ja für die Verdauung braucht. Und jede Ameise produziert Ameisensäure. Schlimm, wie sich heutzutage das Wort "Gift" journalistisch vermarkten lässt.

Antworten (2) auf diese Lesermeinung

@Herbert Kircher

Menschen wie Sie sollten Ihr Haus direkt am Bohrloch haben und Trinkwasser direkt aus dem Fracking Bohrloch beziehen. Wer nur ein kleinwenig sein Hirn zusammennimmt kann dem erstklassigen Aufsatz von Don nur applaudierend zustimmen. Selten ein solches Glanzstück gelesen!!!

3 Für die Umwelt 28.02.2013, 07:15 Uhr

Fracking..

... Würde die Büchse der Pandora öffnen, sieht man am Beispiel der Asse. Die Chemikalien liessen sich wahrscheinlich nie wieder aus dem Boden entfernen. Was tun, wenn diese in das Grundwasser aufsteigen?

Doku

Dokumentationen über Fracking

http://www.youtube.com/watch?v=62F06UHaLng
http://www.youtube.com/watch?v=vi0u9it6GEY

4 the_chief 28.02.2013, 10:28 Uhr

Alle auf die Anklagebank!

StGB:

§ 324 Gewässerverunreinigung
§ 324a Bodenverunreinigung
§ 330 Besonders schwerer Fall einer Umweltstraftat
§ 330a Schwere Gefährdung durch Freisetzen von Giften

Bei Urteilen, die nur Geldstrafen, Bewährung und anderen wenig bis gar keine abschreckende Wirkung haben -> ab ins Zeughaus und dann zur Niederlassung des Betreibers, wahlweise Wohnhaus des Vorstandes etc. und schoen "gefrackt".

Unglaublich, wie dumm und/oder korrupt unsere Regierung ist

Das ist doch mal was Neues:

Erst mal was reinpumpen,um dann was auszupressen.
Mich haben sie ausgepresst,ohne vorher was reingepumpt zu haben.

Dr. chem.

Schauen Sie sich bitte dies an:
http://thearchdruidreport.blogspot.nl/2013/02/the-end-of-shale-bubble.html

0 P.Seudonym 28.02.2013, 10:52 Uhr

Kein E-Mail-Versand mehr ???

Entweder wurde mein Abo zurückgesetzt oder der E-Mail-Versand der Arktikel wurde eingestellt.

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2 Kein FAZ Leser 28.02.2013, 11:23 Uhr

FAZ

btw, kennt jemand eine wirtschaftlich kompetente deutsche Zeitung?

Antworten (1) auf diese Lesermeinung

1 Robert de la Cueva Ziegler 28.02.2013, 11:27 Uhr

Anti-Fracking

Natuerlich sollte Fracking die Einstimmung der jeweiligen Grundbesitzer voraussetzen. Aber, wenn dann ein paar Grossgrundbesitzer entscheiden Fracking unter ihrem jeweiligen Besitz zuzulassen, dann ist das eigentlich doch deren Sache.
Wenn natuerlich Gemeinden oder gar Kreisverwaltungen Entscheidungen treffen, dann kann das schnell ins Auge gehen.
In England ist das einfacher, da dort viele Feudalherren noch die Abbau- und Mineralienrechte ihrer jeweiligen einstigen Laendereien besitzen und somit Frackinggenehmigungen problemlos blockieren koennen (ein weiteres Argument fuer die Monarchie).
Vielleicht waere es an der Zeit auch in Deutschland noch einmal nachzudenken wer der wahre Eigentuemer von Land ist - und alles was daruneter sein mag.
Waldbesitz koennte da als gute Richtlinie dienen.

0 Jürgen Braun 28.02.2013, 11:29 Uhr

mein gottt, was ein deutscher ernst sich hier gleich auftut, dabei kommt doch hier fracking gar nich

und beinhaltete auch gar keine vertane chance. (1)
.
und @gastgber: seine höhen verleihen die besondere aussicht.
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oder, man hatte verstanden: "pudding oder eagles nest" war voranstehend natürlich die beabsichtigte variante. muss es doch - bezug kommt auch aufs sofa - hier doch eher "pudding & eagles nest" heißen. und zwar rein "adlerhorst" in des ursprünglich reinen sinnes einer schutz und fernsicht-bedeutung nur.
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und ganz sicher schreibt der fortgeschrittene top-tourist immer nur zu maximal pentagon-verträglichen zeiten, also 4 p.m. us-amerikanischer ortszeit. nie, wenn da nacht ist. denn nachtschichten sind immer schlechter besetzt.
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unvergessen auch, das james stirling u.a. zur eröffnung dieses baus wie immer unterschiedlich-farbige socken trug, je einen knatsch-kommunisten-roten und einen quietsch-umwelt-grünen zum schwarzen anzug. (aber früher war dasganze deutschländle noch tolerant? gebildet? und leistungsfrei?) http://static.guim.co.uk/sys-images/Observer/Pix/pictures/2011/3/17/1300380696823/stirling-stuttgart-007.jpg (wir schickten augenzeugen)
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1 energie gibt es schließlich im überfluss. nur wer den preis noch bezahlen kann und warum (noch), steht noch nicht fest. aber die süddeutschen mittelstadtwestviertel am ende solcherart auch noch zu erweiterten fellachen-hochburgen von der überall-gloal-gleich-fraktion zu machen, das hätte wohl schon etwas. wo man böden ausbeutet ist schließlich egal. und unsere bausubstanz darüber auch schon längst nicht mehr das, was sie mal war. sagen wirs doch ehrlich: im grunde sowieso längst erneuerunsbedürftig. und das bodenwackeln ersetzte so doch bloß die abrißbirne. spart kosten, fördert den entschluss.
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und @ zeitgeist - "no budget, no soldiers - no soldiers, no cry" - wir stellen fest, selbsverständlich funktioniert der zeitgeist nach dieser vereinfachten melodie. (und was wäre falsch daran? in der demokratie ist es schließlich unser land) (also in der theoretischen demokratie natürlich nur) (und warum man für angriffe dankbar sein muss.)
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und der chaos computerclub ist die mutige speerspitze der bundeswehr der zukunft. (wer hätte das gedacht?) (und warum wir verückte abweichler zukünftig nun wirklich nicht mehr tolerieren wollen.) (beteiligt zu über 50% an jedem zukünftigen militärischen erfolg) (wir bitten um nachsicht: erneut der link, weil sich internet und öffentliche darstellung heute überall überschneiden: so sieht das in zukunft aus. die drohne ersetzt die airbase. in rasender geschwindigkeit. und alles rechtsstaat, alle teampersonen zusammen haben sich's gegenseitig so geschworen. darum kann auch keiner "mord" sagen (2). es war so angeordnet. http://www.youtube.com/watch?v=unv9C2t7f5c&feature=player_embedded ) (2 - unsere ehefrau sagt es aber voller empörung doch. das aber schon wieder ein anderes feld.)

0 Jürgen Braun 28.02.2013, 12:16 Uhr

man muss das womöglich lediglich richtig verstehen: beim "fracking" handelt es sich doch nur um

einen top-down absolut richtigen und notwendigen angriff auf das deutsche volk.
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auch wir finden das womöglich schon bald immer mehr klasse, da es sich doch hierbei höchstwahrscheinlich um eine von fr. dr. merkel mit den höchsten spitzen der verbände so abgesprochene "nicht-parallel-sondern-voraus-aktion" handelte.
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schließlich verwandelt sie uns alle zusammen mit solchen maßnahmen immer mehr entlang ihrer korrekturfrei vorliegenden route von der "einheitsvolk-doktrin" (?). also insgeheim so feststehenden doktrin, so der subjektive eindruck:
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"alle völker sind gleich - nur manche kanzlerinnen sind gleicher".
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und sie hat ja recht: was unterscheidet objektiv einen arbeiter, qualifizierten angestellten oder klein-mittelständischen zulieferer-gmbh-besitzer der bei bmw oder mercedes in süddeuschland arbeitet oder liefert von einem solchen in spartanburg, usa? ok, spartanburg ist konservativer und fleissiger. und wählen dürfen die auch. und selber ihren supermarkt auswählen. und bestimmen, wo sie wohnen wolllen. was will da deutschland also noch?)
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"behauptetes fracking" konzentrierte also. auf den gewohnten lebenskreis. bei sich selbst. verwirrte nicht durch unnützen überblick.
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und machte durch von kluger obrigkeit voraussehbar mit eingeplante kleine erfolge der demonstranten und anwohner selbstbewusst und zukunftstauglich. und hülfe, den blick bei sich zu behalten. also nicht nach spartanburg, usa zu blicken. (ok, dahin schon, wenn es denn unbedingt sein müsste. aber nicht viel weiter daneben, ins elend womöglich.)
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wahrscheinlich käme sonst noch manch einer auf die idee, das hier womöglich politisch wirkende unterbewusstsein einer ostkanzlerin könnte hier eben nicht viel mehr, "als von einheitsfront auf einheitsfolk und schließlich einheitsvolk-doktrin" zu schließen. wäre doch auch eine logische weiteretnwicklung - eben für ein von tieferlebten osterfahrungen her vorgeprägtes unterbewusstsein - also vielleicht?
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und "einheitswestviertel" würden doch dazu am ende evtl. auch noch bestens passen? die sind auch vorhersehbarer. und haben es leichter. kulturelle vielfalt bedeutet auch immer unnütz viel individuelle anstrengung (1). kann man klug vermeiden lernen. und hierbei und hierzu von oben klug geholfen zu bekommen auch.
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denn manche fürsorge ist nun enmal echt fürsorglich. und ruht am besten tief gegründet.
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(1 klugheit lässt sich beweisen: "wer klüger war, ließ sich schon immer früher vom kollektiv von der überlast seines individual-ich's befreien - und begriff das gerne und freudig auch selbst als eine solche befreiung! welt-einheitsvölker sind fortschritt!") (am ende wehren sich auch alle überall auf der welt gleich, schon weil sie alle (dies dumme- gestrichen) internet haben, das wäre doch toll!)

1 Kain Gruener 28.02.2013, 15:05 Uhr

Frack me if you can...

Nachdem alles was aus Amerika kommt seit dem zweiten Weltkrieg nahezu unreflektiert in Deutschland übernommen wurde und wird ist es wohl kein Wunder, daß Fracking der Weisheit letzter Schluß ist und auch hier ausprobiert und kommen wird.
Andererseits werden wir sonst gezwungen sein das Frackinggas aus Polen zu kaufen, so wie wir momentan den Atomstrom aus Temelin importieren und die tschechische Regierung laut über einen Ausbau Temelins nachdenkt. D.h. wenn es bei uns nicht gemacht wird, dann eben im Nachbarland. Grundwasserströme und Wolken kennen leider keine politischen Grenzen...

Werter Don, habe vor kurzem einen Bericht...

Werter Don, habe vor kurzem einen Bericht über Fracking in Virginia gesehen! Die Folgen für die Umwelt sind verheehrend! Enormer Frischwasserbedarf, Einsatz giftigen Quarzsands und viel Chemie! das Grundwasser der Nachbarn ungeniesbar. Chevron liefert Trinkwasser an Haushalte! Auflagen zum Datnschutz werden ignoriert! In meinen Augen hochkriminell! das darf man in D nicht zulassen! Gruß FS

0 gelegentlich 28.02.2013, 21:25 Uhr

Fracking ist bloß Wahnsinn

Die Umlaufzeiten im Grundwassersystem liegen höher als 30 Jahre. Es gibt dort eine einzigartige, bisher noch gar nicht richtig bekannte Flora und Fauna, die wir, richtig: zu erforschen beginnen. Und da flächendeckend solche Giftbrühe hinein geben? In einem Land, in welchem man bisher nicht einmal den toxischen Giftmüll aus 150 Jahren Industriegeschichte aufgeräumt hat, was etwa 2 BSPe kosten würde? Solch ein Prometheus gehört sicherlich in die Sicherheitsverwahrung - und Gustl Mollath natürlich raus.

1 E.R.Binvonhier 28.02.2013, 21:48 Uhr

Ist doch alles o.k.

Wir verkaufen unser Grundwasser einfachen an die Konzerne - die üblichen Verdächtigen - und
die verkaufen uns unser täglich Wasser in ihren bottles.

0 E.R.Binvonhier 28.02.2013, 22:55 Uhr

Hauptsache

wir ernähren uns weiterhin gesund und mögen keine Mohrenlampen.
15 Jahre sollten ausreichen die gewünschte Bevölkerungsreduktion
zu erreichen.
Alles muss natürlich komplett wissenschaftlich 'Begleitet' werden.
Die Nachwelt soll doch auch noch auf ihre Kosten kommen.

Jo mei, narrisch sann's, alle miteinandt.

Wenn man unter der bajuwarischen Scholle kein Schiefererdgas, oder -öl finden täten würde, sondern Braunkohle, wie zB. im spät-preussischen Nordrhein oder im urpreussischen Brandenburg, ja, dann würde man die Heimat nicht "aufschäumen" sondern ratzfatz abbaggern, und komisch, das würde mutmaßlich niemanden stören, obwohl jenes welches wohl sicher die brutalste aller Heimatvernichtungen ist, denn im ersten Fall ist diese zwar leidlich vergiftet, aber immerhin noch vorhanden, während man im zweiten Fall nur noch vor einem großen, gähnenden Loch steht, wo ja, ach früher noch der süßen Kindheit Krippe stand. Aber für soviel Rührseligkeit hatte man, bzw. hat man in den deutschen Braunkohletageabbaugegenden der Republik interessanterweise nur wenig Sensibilität übrig, denn da hängen ja auch viele zehntausende Arbeitsplätze von hochqualifizierten Bergbaufacharbeitern mit Gewerkschaftsmitgliedsausweis und SPD_Parteibuch dran und mit denen will man es sich ja schließlich nicht verscherzen. Da müssen dann rückwärts gewandte Sentimentalitäten gnadenlos den wirtschaftlichen Erfordernissen weichen. Insofern: "Glück auf, Glück auf, der Fracker kommt."

3 Don Alphonso 01.03.2013, 13:28 Uhr

Entschuldigung

Ein Haufen Kommentare kommt jetzt erst, weil er leider als Spam identifiziert und von mir händisch ausgetragen werden musste. Es ist sicher nur ein schwacher Trost, wenn ich sage: Mich selbst hat es auch erwischt. Ich bin in meinem eigenen Blog Spam.

Schlimmer als die neoliberale Pest kann...

Schlimmer als die neoliberale Pest kann Fracking auch nicht werden.

Der Fracking Spuk geht vorbei, wenn sich...

Der Fracking Spuk geht vorbei, wenn sich rausstellt, dass keine Notwendigkeit für fracking besteht. Dass es schlicht nicht wirtschaftlich ist, weil es bessere Alternativen gibt. Es gibt genug Erdgasreserven, die Technologie ist unangemessen teuer. Die Fracker würden unter normalen Umständen einfach pleite gehen. Solche Veranstaltungen wie "Sachwerte" gab es in den 80-er Jahren des vorigen Jahrhunderts auch. Dann purtzelten die Preise und die Anlagen zur Rohstoffgewinnung lagen als rostende Schrotthaufen in der Landschaft. Das wird wieder passieren, weil es keinen Mangel gibt. Zeigen die Frachtraten (Baltic Dry für Schüttgürer, Harper für Containerschiffe und Baltic Tanker clean&dirty für Öl bzw. Ölprodukte), alle total am Boden. Es ist eine ziemlich kranke Hysterie um "Werte", die von der Wirtschaft zur Zeit in geringerem Umfang als vor 2007 benötigt werden. Die Weltwirtschaft liegt noch ziemlich am Boden, anders kann man das nicht nennen. Die Finanzbuden probieren finanicial repression, wegen der Billiglöhnerei ist niemand da, der sie aus ihren Fehlinvestitionen freikaufen könnte.

Was soll es? Die Rothschilds können eine Hausse machen, aber eine Baisse nie verhindern. Werden wir nach den nächsten zwei drei Monaten erleben. Die Dummschwätzerei der vergangenen Jahre hat ein neues Hoch geistiger Insuffizienz erreicht. Dazu gehört auch sowas wie Leistungsschutzrecht. Genauso wie CO2-Steuer, jeder atmet nun mal.

Das neue Blog ist übrigens eine Katastrophe....

Das neue Blog ist übrigens eine Katastrophe. Das trifft nicht für die Kolumnen des Autoren zu.

Antworten (1) auf diese Lesermeinung

ist eine Kunstfigur, die seinem Verfasser nicht vollkommen unähnlich ist.