Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Gib dem Gentrifizierer Zucker

| 26 Lesermeinungen

Keiner will in Bruchbuden hausen, jeder will ein Marmorbad: Immer neue Ansprüche prestigesüchtiger Mieter werden dafür sorgen, dass aus dem schnöden Makler ein hochbezahlter Helfer bei der rücksichtslosen Durchsetzung eigener sozialer Ziele wird.

Wer ein Kamel haben will, muss mit dem Höcker leben.

Sie haben doch sicher auch gehört, dass die segensreichste aller grossen Koalitionen ganz schnell die Reform des Mietmarktes auf den Weg bringen will.

Und wenn Sie auf der Landstrasse von Tegernsee durch das österreichische Inntal nach Kufstein gefahren sind, um sich in der Bohne Tirols den Himbeertopfenstrudel und den himbeertopfenstrudelblonden Nachwuchs der dortigen Habsburg-Manufaktur-Träger anzuschauen, dann kamen sie auch an diesen absurden Wahlplakaten vorbei, auf denen feiste Männer in etwas schrägem Deutsch predigten, Miete müsste leistbar sein. Als Mitarbeiter einer sprachkorrekten Tageszeitung möchte man trotz gefürchteter Rechtschreibschwäche aussteigen und „leist“ durch „bezahl“ ersetzen, allein schon, weil sich Mieter mitunter sehr viel Wohnraum leisten – ohne ihn dann angemessen und rechtzeitig zu bezahlen.

Das Thema ist stets lauwarm wie der Topfenstrudel und wird gerade auch heiß wie ein Kapuziner, weil mir wohl in dieser aufgeregten Zeit der Hatz auf Eigentümer eine Neuvermietung zufällt. Was mich etwas stört, ist der Umstand, dass man mich mit dem „leistbar“ gewissermassen von hinten moralisch erdolcht, denn das ist eine Vernaderung der finanziellen Wünsche und eine klare Sonderbehandlung: Niemand plakatiert, die Krankenkasse müsste bezahlbarer werden, die Rundfunkzwangserpressungsabgabe sei unmoralisch oder die Billigproduktion von Fleisch gehöre verboten und ihre Beteiligten sollten Leberkäse essen, bis sie freiwillig Veganer bei Sonnenblumenkern-und-Eiswürfel-Diät werden. Man lässt es an uns heraus. Wir kriegen den schlechten Ruf, die unmoralische Beurteilung und Sondergesetze, weil, an irgendeinem muss man es halt herauslassen.

Naja. Es muss trotzdem nicht mein Problem sein. Jemand naht zu meiner Rettung. Makler machen das inzwischen so: Sie schicken, wenn sie etwas auf sich halten, an ausgewählte Haushalte – also auch an meinen – Post. Die sieht dann so aus, dass dort drin eine Art Scheckkarte ist. Mit der werde ich allein schon durch die postalische Zustellung so eine Art Partner und Komplize des Maklers, ich muss sie nur noch nutzen. Und ich habe, so steht dort zu lesen, damit sofort ein Anrecht darauf, dass der Makler zu einem mir genehmen Zeitpunkt erscheint, meine Immobilie kostenlos begutachtet, und mir dann sagt, was er mir empfiehlt. Ganz falsch liegt er mit seiner Post nicht, denn wer heute am Tegernsee lebt, der hat meist an anderen Orten auch noch die ein oder andere Mietshauskleinigkeit. Und es wird mich nicht erstaunen, dass er bei einer sehr guten Lage in München, klein aber lukrativ, sagen wird: Ich. Lieber Eigentümerkomplize, würde das gern an den Mann bringen.

Dann geht das halt seinen Weg. Der Makler hat nicht nur diese hübschen Plastikkarten für mich, die wirklich etwas her machen, er hat auch im gleichen, todesseriösen Dunkelblau Anzeigen. Da steht dann in etwa: Sie sind anspruchsvoll und suchen nach der idealen Immobilie in der dynamischen Wachstumsregion München (Übersetzt: Sie wollen nicht mir Kreti und Pleti und Passauer Bald-Ex-CSU-Spitzenpolitikern ohne Dr. zu Hunderten als Bittsteller, mit der Schufaauskunft in der Hand, in einem nach Rosenkohl riechenden Gang stehen, nicht im hintersten Moosach bei den Güterzügen wohnen, und wurden mit einer dicken Prämie nach München gelockt?) Wir haben den Zugang zu Münchens Toplagen für Ihre Bedürfnisse. (Übersetzt: Wir verschicken am Tegernsee Plastikkarten an alte, faule Leute, die keine Lust haben, sich von geschleckten Salesgierschlündern und Marketingfrettchen dumme Sprüche wegen zu kleiner Spiegel für die Begutachtung ihrer Botox- und Straffungsorgien anzuhören.) Vertrauen Sie ganz unserer Expertise, wir sind bekannt für die schnelle und diskrete Abwicklung auch ausgefallener Wünsche. (Übersetzt: 3 Monatsmieten und dann haben wir noch so Bearbeitungskosten und Steuern auf alles und wenn es Ihnen nicht passt: Es gibt in dem Metier auch Grattler, die Telefonnummern sammeln und Vermietern dann auf die Pelle rücken, damit sie Ihnen zwei Schrumpelzimmer in Neuperlach anbieten können und erzählen, die Ecke ist das St. Pauli von München, nah an den Bergen – Claim „mit dem Ofenrohr ins Gebirge schauen“ – und schwer im Kommen.)

Kurz, noch bevor das Gesetz in den Ausschüssen ist, wird es schon umgangen. Was Sie da gerade aus dem Regierungsviertel gehört haben, war ein leitender Beamter, der so tat, als würde er kotzen – allein, denen war sicher auch schon vorher klar, dass in einem Markt mit seltenen Gütern der Anbieter am längeren Hebel sitzt, und die Spielregeln bestimmt. Makler sind nun mal gezwungen, auf Seiten der Anbieter zu sein, denn die haben das Angebot und wenn sie nicht mitspielen, schicken mir jede Woche drei andere auch ihre Plastikkarten, Glückskekse oder kleine Weihnachtsgestecke. Die Zeiten, da man als Eigentümer den Makler aufsuchen musste, sind einfach vorbei, das läuft jetzt gehoben und luxuriös ab, und genauso werden die Makler dann auch mit den Mietkunden umgehen, wenn sie das freie Angebot nur stark genug reduziert haben und bei den Spitzenlagen alternativlos sind. Nichts gegen Moosach oder Unterschleisshein: Freie Angebote in schlechten Ecken zeigen den Kunden, was sie erwartet, wenn sie nicht den Profi bezahlen.

Das ist gar nicht so schlimm, nur etwas teurer. Dafür werden die Vermittler den Mietern neue Gefühlswelten eröffnen. Freundlichkeit kostet nichts und ein Kaffee ist auch nicht teuer, und aus meiner eigenen Erfahrung als Vermieter kann ich hier sagen: Es gibt unglaublich viele Zuschriften von Leuten, denen der absichtsvolle Gentrifizierer voller Lust aus allen Knopflöchern trieft. Natürlich jammern alle über teure Mieten, aber wenn es dann darum geht, die beste Wohnung zu ergattern, werden Karrierepfauenräder geschlagen und Einkommensversprechen produziert, gegen die jeder CSU-Generalsekretär wie ein altdeutscher Kommerzienrat erscheint. Denn dieses Publikum hat überhaupt nichts gegen Gentrifizierung, ganz im Gegenteil: Das ist die Speerspitze der Entwicklung. Das sind die Typen, die ihren Urlaub finanzieren, indem sie die Wohnung zum Oktoberfest zu Höchstpreisen vermieten und am Wochenende auch, wenn sie an den Gardasee fahren. Und das ist auch die aufstrebende Schicht, die intuitiv versteht, dass sie hier nicht einen Makler bezahlt, sondern sich vom Real Estate Assistenten die ideale Comfort Zone für ihre Ziele massschneidern lässt. Das sind die Leute, die sagen werden: „Was? Zu einem ordinären Makler? Ach was, das kann man vergessen, was nichts kostet, ist nichts. Also wir haben da den Dr. Maximilian von Xxxxxx engagiert, der wurde uns von meinem Chef, dem Johnny empfohlen, und der Maxl hat uns in zwei Wochen die perfekte Solution für unsere Life Performance , he Ober wo bleibtn das Essen dallidalli also war ich also“

Die Vorstellung, man könnte die Gentrifizierung stoppen, indem man die Lasten neu verteilt, läuft am eigentlichen Kern der Gentrifizierung vorbei: Diejenigen, die das betreiben wollen, die keine Disco und keine Kita ertragen und keinen Lidl und keinen Clubmateengpass, wollen das ganze Viertel nach ihren Vorstellungen sozial säubern. Diese Säuberung vermitelt breiten, niederen Schichten das Gefühl, sie gehören dazu, egal ob sie jetzt 25 Euro Miete/m² bezahlen, oder 30 Jahre lang den Wohnungskredit abstottern, oder beim Afterwork drei Runden bezahlen. Sie schämen sich nicht für ihr Verhalten, die wollen nicht in Schlangen stehen, sondern geschmeidig daran vorbei kommen und die anderen auslachen. Was sie suchen, ist der kleine Vorteil, der sie vor die Konkurrenz setzt, und wenn das teuer ist – ist es immer noch billiger, als zu verlieren und im falschen Viertel bleiben zu müssen. Ein paar tausend Euro für das Recht, eine Wohnung mieten zu können, mögen teuer erscheinen, aber sie erscheinen günstig, wenn sie in die richtige Lebensplanung investiert werden. Und dass sie am Ende das Gefühl haben, es würde sich für sie rechnen, dafür sorgt schon die schlanke Assistentin vom Maxl, die nebenbei unabsichtlich fallen lässt, wer sonst noch ihre Dienste in Anspruch nimmt: Ganz wichtige Leute verkehren hier. Sie zahlen keine Maklerprovision, sie bekommen eine Rechnung, die beweist, dass sie oben angekommen sind. Erst gentrifizieren sie sich, und dann ihr Umfeld.

Ja, und ich könnte das genau so machen lassen. Mich in Kufstein mit den Gründern des Cafes darüber unterhalten, wie sie die Wandmalereien konserviert haben, mir ihre Kaffeerösterei vorführen lassen und sagen, hier, direkt neben dem Inn, könnte doch auch eine Radtour über Innsbruck, Landeck, Nauders, Zernez, St. Moritz, Silvaplana und Como zu alten Grandhotels beginnen. Ich mache mir keine Gedanken wegen einer Wohnung, ich überlasse es dem Mann der Karte, dafür den besten Preis und die gerissensten Performer der Aufsteigerklasse zu besorgen, und wenn dann irgendwer sagt, Mieten müssen leistbar sein – dann ist das nicht meine Sache, denn die wollen das so und können das auch.

Nur habe ich leider Vermieterblut in den Adern, ich liebe das, und es einem Makler überlassen, wäre in etwa so schäbig wie einen Himbeertopfenstrudel stehen lassen. Mal schauen, auf wie viele Topleister dann 1 angenehmen Menschen kommen werden. Ich werde dann aus diesem Best-Bestiarium berichten.

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26 Lesermeinungen

  1. filou
    Beachten Sie bitte das c in Dr. Marcus von Bentheim-Burg.

    • Seit Jahren...
      …wurde Herr vB-B hier nicht mehr vorstellig. Seine Zeit scheint er gut genutzt zu haben: Er promovierte und in der Folge hat er sich ein edles C. statt des schnöden K’s in den Vornamen geschrieben.

      Grüssen Sie bitte den Herrn von mir. Nicht nur ich denke mit Freude an ihn zurück.

    • Titel eingeben
      Das ist halt der Unterschied zwischen MvB und Ihnen, Sie zollen albernerweise einer Promotion Aufmerksamkeit. Hätten Sie das jetzt nicht mit gebührendem Schweigen gnädig übergehen können, wie das Tattoo von der Zirkusprinzessin?

    • MvBB
      weilt in Davos, wie wir alle. Nachher werden wir noch ein wenig entspannen. Und dann werden sich Putzi oder Marcus bei Ihnen melden, lieber filou.

    • Titel eingeben
      Aber bringen Sie ihm auch einen ordentlichen Calvados mit, wenn Sie ihm schon in die Tür fallen.

  2. hans
    An wen hat der Don denn seine Bude am See vermietet, derweil er auf Teneriffa weilt? Einem Anti-Antifa, weil ihm doch der Stift geht?

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    „… dass sie hier nicht einen Makler bezahlt, sondern sich vom Real Estate Assistenten die ideale Comfort Zone für ihre Ziele massschneidern lässt.“

    You made my day mit Schmunzeln, denn beim Awareness Speech gilt auch weiterhin: gut verdenglisiert ist halb vermarktet. Und Kluntje, ähm, rock candy gibt’s natürlich gratis dazu, wer darin keine win-win situation erkennen will, hat es voll verpeilt.

  4. hier auch hier auch!
    Solche kleinen in Plastik eingeschweißten Kärtchen findet man tagtäglich an zig Autos in Berlin mit dem Tenor: „wolle Sie Auto verkaufe?“ Das sind in der Regel genau so windige …

    • Nein, in dem Fall ist es der lokale Stadthalter einer internationalen Kette für gehobenes Publikum. Dieses „Preis-Auf-Anfrage“-Klientel.

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    Vermieten ist ehrliche Arbeit und Leistung unter erschwerten Umständen. Sie machen es richtig, wenn Sie es selbst machen. Für andere Vermieter ist es vielleicht teurer und gesünder, die Vor- und Nachteile dieser Arbeit einem Verwalter zu überlassen.
    Ein Tip einer guten Bekannten mit vielen Häusern: Leerstände nur im Haus bekanntgeben. Die Mieter kooptieren neue Bewohner so gut und effizient wie ein Club.
    Persönlich habe ich keine Mietwohnung und will keine Erwerben. Einstellungsgespräche habe ich im Beruf schon zuviele.

    • Ja, das ist wirklich eine gute Sache.

      Nur habe ich es auch schon mal erlebt, dass jemand wirklich grösstes Interesse an einem guten Nachmieter hatte, weil das Objekt direkt neben dem ihrer eigenen Eltern lag. Weil es schnell gehen musste, hat sie uns quasi die erste Mietwillige aufgedrückt. Und sich blenden lassen. Mit dem Ergebnis, dass jetzt eine ruhige Nachbarschaft eine Art Verdun wurde, weil die Betreffende, vorsichtig gesagt, schwierig ist. Inzwischen denke ich, dass ich ein ganz gutes Händchen habe.

  6. Eine Themaverfehlung
    Sogenannte „Immobilienmakler“, die wahllos Kaufanfragen an Leute senden, denen teilweise die angesprochenen Behausungen gar nicht gehören, sind doch leider ein eher alter Hut. Marktpreise lassen sich mit entsprechenden Zeitungsmeldungen ja ebenso manipulieren. Welcher Anteil der ADAC Mitglieder – sind es nun 16, 19 oder doch nur sechs Millionen ?- verfügt über Immobilienbesitz am Tegernsee ? Was u.a. das „Makeln“ von Ermittlungsergebnissen angeht: Seit Jahren benutzen zahlreiche Internetdienste grob fahrlässig Emailadressen als ‚Benutzerkonten‘, ohne hier dem armen Anwender auch nur eine Wahl zu lassen. Nachdem nun 16 Millionen widerrechtlich angeeignete Emailadressen konfisziert wurden, baut der ‚Makler‘ nun eine Webseite, auf der ‚zur Sicherheit‘ … tata … Emailadressen eingegeben werden sollen. Wäre es da nicht sehr viel besser, beispielsweise in einem ersten Schritt, zunächst nur den ersten Teil der potentiell betroffenen Emailadresse abzufragen ? Solche rein serverseitigen Abfragen bedürfen nämlich ausdrücklich nicht des Versands von Emails, mithin eines limitierenden Mailservers. Stattdessen werden ‚Bestätigungsmails‘ verschickt, oder halt eben auch nicht. ‚Gebt dem Gentrifizierer Zucker‘, fordern Sie ? Nun, angesichts seiner augenscheinlichen Diabetes ist das vielleicht ebenso keine wirklich gute Idee. Süße Gifte sind der Untergang !

  7. prestigesüchtige Mieter
    gemeint sind wohl neureiche Lofthopper. Wenn diese Kundengrüppe mal nicht stark begrenzt ist. Auch der Vermieter einer 4.000-€-Location weiss Konstanz zu schätzen. Und wenn sich die Vermieter in einem sozial abgestiegenen Quartier einig sind, brauchts den Makler, den Entmieter und seine osteuropäischen Freunde – und die hilfreiche Kanzlei meines Freundes. Was gibt es da zu meckern? Die Politik will und kann das nicht aufhalten. Im Gegenteil, in München ist es gerade die Kommunalpolitik, die den Sozialen Wohnungsbau verhindert, Gelder nicht abruft, keine Baugebiete plant und Bebauungspläne zur Abstimmung bringt. Sie verknappt seit Jahren das Wohnungsangebot und hat oft ein SPD-Parteibuch unterm Kissen. In Berlin ist es ähnlich, aber hier wird wenigstens auch noch etwas gebaut, nette, kleine Wohnanlagen mit Shopping-Zentrum, verkehrsgünstig gelegen, dort, z.B. wo früher die Amis ihre Feste feierten, 650.000,- € aufwärts, 150qm, so die kleine, sonnige ETW. Für die sonstige Plebs – Medianeinkommen plus 20.000,- € p.a. verfügbaren Haushaltseinkommen – gibt es gewöhnliche Durchschnitts-Mietwohnungen ab 15,- €/qm kalt. Wo bleibt der Rest der 65% der Mieter? Im Marmorbad? Da helfen auch keine Plastikkärtchen mehr. Zur Wohngeldstelle gehts hier gleich rechtsrum.

    • Meine Erfahrung ist, dass man diesen Typus in den prestigeträchtogen Lagen in grossen Mengen zu sehen bekommt. Das letzte Mal waren das mehr als die Hälfte. Ich glaube, das nimmt dann in den weniger begehrten Randbereichen schnell ab, aber da, wo die Kollegen sagen „Oh, da wohnst Du“ herrscht an denen kein Mangel. Und weil das so ist, sind die auch recht stilbildend.Es gibt einfach viele, die so sein wollen, Karriereseiten lesen und versuchen, so zu wirken.

  8. Plastikkarten
    verfügen für viele über eine bisweilen erstaunlich intuitive Bandbreite.
    Gleichwohl bleiben sie was sie sind: Plastikkarten.
    eben

  9. ach, da fällt
    grad noch ein wundervolles Kabinettstück von E.A.Poe ein, dem Polanski einen wenigerschlechten Film gewidmet hatte: Polanski hatte das Teil „Der Mieter“ genannt.
    Skiribizien dürfen doch erlaubt sein oder etwa nicht?

  10. Auch mal runterschlucken?
    Ich fuer meinen Teil wuerde es ja sehr begrüssen wenn der jetzt zigfach durchgekaute Brocken „EinZimmerWohnung-in-supadupa-Lage-Muenchen“ einfach mal runtergeschluckt wuerde und wir hier mal wieder etwas anderes machen koennten.

    Oder gibts etwa nichts anderes mehr?

  11. Schwach
    Verschwurbelt, sprachlich verunglückt und substanzlos. Verehrter Herr Hochwohlgeboren, das Partizip macht noch keinen Adel und die Parenthese noch keinen anspruchsvollen Text. Klar ist, dass Makler Möglichkeiten finden werden, ihre Einnahmen zu retten oder zu sichern.

    Aber es wird trotzdem ein deutliches Signal gesetzt, wenn wieder das Prinzip einkehrt, dass derjenige die Leistung bezahlt, der sie auch bestellt. Umgehungen sind immer möglich, aber zunächst einmal wird es dazu führen, dass sich viele Eigentümer gut überlegen werden, ob sie wirklich einen Makler benötigen, um ihre Zweizimmerwohnung in der Innenstadt zu vermieten. Und noch etwas wird gerne vergessen: Gute (= zahlungskräftige, seriöse und angenehme) Mieter sind ebenfalls gut nachgefragt. Und wer seine Bude zu teuer anbietet und ausschließlich über Makler, der muss sich nicht wundern, wenn er sie zwei Jahre später abgewohnt zurückbekommt und der Mieter wegen jeder kaputten Glühbirne im Hausflur Alarm schlägt und bei einem Heizungsausfall über zwei Stunden seinen Anwalt einschaltet. Leben und leben lassen. Ich vermiete selbst. Meine Mieter sind alle seit 2004/2005 im Haus. Und wenn eine Glühbirne im Flur kaputt ist, tauschen sie sie aus.

    • Naja, was Sie als „verschwurbelt“ bezeichnen, ist halt die inhaltliche Instabilität, die alle meine Texte auszeichnet. Geradlinig kann jeder, aber das ist nicht der Grund, warum dieses Blog hier so gerne gelesen wird. Natürlich zahle ich mit dem Ridiko, dass manche damit nicht klarkommen, aber die Vortteile überwiegen.

      Ausserdem gibt es da noch das arabische Sprichwort:

      „Wer den Pfeil der Wahrheit abschiesst, sollte die Spitze in Honig tauchen.“

      Das mache ich mit dem Palawer. Ein Beitrag mit dem Motto „Auch Mieter haben ihre Schattenseiten“ allein wäre nicht so arg unterhaltlich.

    • Auszeichnung?
      Pardon: Inhaltliche Instabilität ist keine Auszeichnung. Tegernseer Schnöseligkeit ist als Perspektive eine nette Idee, aber sprachliche Unfälle werden dadurch nicht zu literarischer Kunst.

    • Am Beispiel begründen hilft den Lesern, Ihr Urteil nachzuvollziehen – das nur als kleiner Ratschlag. Es ist nun mal so, dass es trotzdem gern gelesen wird, Nicht von jedrmann, aber doch von einigen, die es sehr schätzen. Gerade wegen solcher „Unfälle“. Beschwerden können Sie natürlich auch gern an die FAZ richten, aber da sind Sie nicht der erste, und am Geschmack der Leser kann man da auch nichts ändern. Allerdings haben wir hier ja auch andere Blogs für andere Geschmäcker.

    • Titel eingeben
      Auch auf die Gefahr hin hier als Jubelperser angesehen zu werden, aber genau wegen dem verschwurbeltem Still und der sogenannten sprachlichen Unfälle mag ich diesen Blog überaus.
      Stringente Sätze und juristisch einwandfreie Schriftsätze habe ich den ganzen Tag in der Arbeit.

  12. muß gerade aus beruflichen Gründen nach München
    ziehen :-(, brauch kein Mamorbad und große Spiegel, nur ne Wohnung wo mein ein Stück Himmel sieht und Nachts um 3 noch etwas lauter Monteverdi hören kann.

    Falls sie was passendes haben können sie ja Bescheid geben.

    ihr Don Alberto

  13. Angst
    Ich mache eher die Erfahrung, dass diese upper middleclass „Gentrifizierer“ nicht lustvoll unterwegs sind, sondern angstmotiviert. Angst vor sozialem Abstieg bzw. „nicht-genug-Aufstieg“, Angst vor dem Verderb ihrer Kinder durch minderbegabte und mindersituierte Altersgenossen, Angst vor Verbrechen, Angst….vor eigentlich allem, was das Leben so bereit hält.

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