Home
Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Wie sich die Deutsche Bank vor Negativzinsen retten kann

| 48 Lesermeinungen

Wer keine Negativzinsen will, muss konsumieren - ausgerechnet Banken fordern einzahlende Kunden zur Verschwendung auf. Das ist gegen die deutsche Natur, aber eine geniale Strategie rettet den Ruf der Sparernation.

2+2=4. Oder 5, oder irgend sowas.

Die guten alten Zeiten starben mit denen, die sie erlebt haben. In den guten alten Zeiten ritt der Prinzregent durch die Stadt, und die blauweissen Fahnen wehten im Azur des bayerischen Himmels. In der guten alten Zeit war das Bier billig, das Brot frisch und die Kinder durften mit den Goldtücken der Eltern Schusser spielen. Die gute alte Zeit hatte zwar auch viele schlechte Seiten, aber die bekamen die Vermögenden und Honoratioren nicht mit. Dann kam der grosse Krieg, die schlechte Zeit, der Hitler und der zweite grosse Krieg und die nächste schlechte Zeit. Alles zusammen etwa 40 schlechte Jahre, und in dieser Zeit konnte man den schönen Tagen hinterher trauern, als das Geld noch Gold und der Prinzregent ein gütiger Monarch war. Aber diese Generation der Jahrhundertwende ist gestorben, und die heutigen alten Damen können ganz andere, weniger gute Geschichten erzählen. Wie etwa die von Mantel der Flüchtlinge.

Denn die Flüchtlinge aus dem Osten kamen mit Nichts aus ihrer alten Heimat hier an. Sie hatten, wenn sie von den kommunistischen Regierungen in die Züge gesetzt oder durch die Wälder getrieben wurden, nichts ausser dem, was sie am Leib trugen. Deshalb bekamen sie in der amerikanischen Besatzungszone bevorzugt die Kleidung aus den Care-Paketen. Und sie bekamen später von der Stadt, jener einstmals schönen, vom Prinzregenten geehrten und in den letzten Kriegstagen in Trümmern versunkenen Stadt, Einkaufsgutscheine für warme Winterkleidung. Sie konnten also in ein Geschäft gehen und sich dort, hinter den vernagelten Löchern der ehemaligen Schaufenstern, einen Mantel holen. Die Hiesigen dagegen sparten lieber und wendeten den alten Mantel, der noch da war. Und so kam es dann, dass die Kinder der Flüchtlinge von den Einheimischen um die neuen Mäntel beneidet wurden.

Kinder verstehen die grossen Zusammenhänge nicht, aber sie lernen schnell. Was sie damals gelernt haben, waren Sprüche wie „Das geht schon noch“ und „Das kann man schon noch essen“ – oder, wie meine listige Grossmutter gerne sagte: „Auch Schimmel ist nur ein Speisepilz“. Ein anderer ihrer Sprüche für die Nachfolgenden war „Ihr wisst ja gar nicht, was Sparen ist“, und tatsächlich stand sie, wenn es nicht gerade um Anschaffungen wie barocke Häuser oder Grundstücke ging, meistens auf der Kostenbremse. Ich habe davon einiges gelernt, ohne dass ich es wollte – die Marotte, dass ich im Winter, wie gerade jetzt, in meiner Wohnung in einen kleineren Raum umziehe und den allein heize, ist so ein Sparautomatismus. Ich kann keine alten Fahrradschläuche wegwerfen, wenn sie nicht mindestens drei Löcher hatten, und Schlitze in Mänteln repariere ich mit eingeklebten Plastikstreifen – seitdem ich den Trick einmal bei einem alten Rad von 1951 entdeckte, bin ich da vollkommen skrupellos. Es hat so lange gehalten, das hält schon noch – noch so ein Spruch meiner Grossmutter.

Nun lebe ich sicher nicht sparsam und auch die alten Damen am Tegernsee sind bei den Ausgaben, zumindest öffentlich, nicht wirklich zurückhaltend. Offen gesagt, sind wir in einem soliden Gleichgewicht aus Bedürfnissen und Besitz angekommen – weniger wäre erträglich, mehr würde neue Schwierigkeiten nach sich ziehen. So gibt es beispielsweise bei der bewohnbaren Fläche einfach eine Obergrenze von gut 250 m² pro Person und maximal drei Wohnorten – ich habe mehrfach zwischen drei Orten gelebt und das bedeutet wirklich Stress, wie auch mehr als 8 Zimmer pro Person etwas zu viel sind. Aber da rutscht man halt so rein, wie man eben auch noch diesen Mantel da nimmt und in Mantua merkt, dass man kein passendes Hemd für den Empfang am Lago Maggiore dabei hat, und das sammelt sich an und beginnt, das Dasein zu verkleben. Man kann eventuell noch mit sinnlos überdimensionierten Hallen, Treppenaufgängen und Terrassen die Flächen vergrössern, und die Kapazitäten mit begehbaren Kleiderschränken erweitern. Aber die Generation, die in Deutschland den echten Reichtum besitzt, kommt nun mal noch aus der Mantelwendezeit und hat ein Gefühl dafür, wann es genug ist und die Verschwendung beginnt.

Und nun also wird die Deutsche Bank per Interview vorstellig und andeutet, dass man bittschön besser kein Spargeld mehr auf die Bank bringen soll, denn das führt zu Negativzinsen. Man soll es doch besser ausgeben, das gefällt diesem Institut der organisierten Vermehrung von Geld weitaus besser. Beruflich bin ich ab und zu in Frankfurt, wo die auch ihr Hauptquartier haben. Das ist so eine Stadt ohne Geschichte, im zweiten Weltkrieg niedergebombt und danach aufgesiedelt mit Erfolgsmenschen, die sich eine bessere Zukunft erträumten und nun, eingepfercht in niedrigen Renditeobjekten, auf hoch gebaute Renditeobjekte schauen, und den nordbayerischen Abwasserkanal unter dem Namen Main kennen und ihn für einen hübschen Fluss halten. Ich kenne die Preise der dortigen Restaurants und den Trend, sich in einen grossen Raum einen teuren Küchenblock zu stellen, auf dem allenfalls mit Mineralwasser gekocht wird – wie gesagt, Frankfurt liegt am Maindelta, wie Kalkutta am Gangesdelta liegt, da würde ich auch das Leitungswasser meiden. Aus Frankfurter Sicht kann man das vielleicht wirklich noch etwas mehr für den Konsum tun und noch eine Uhr kaufen, damit die Tage schneller vergehen, und neue Vorhänge, damit die Stadt dahinter verschwindet.

Unter bestimmten Voraussetzungen ist es manchen also tatsächlich möglich, noch mehr Geld auszugeben. Aber dieser Wunsch wendet sich nun mal an die Privatkunden, die wirklich viel Geld haben, frage ich mich hier bei uns – und durchaus nicht allein – für was? Viertautos? Ein neuer Schrank für neue Handtaschen? Noch mehr Schmuck für Schatullen, in denen schon der Schmuck der letzten 4 Generationen schläft und dazu die alte Rolex, die dringend mal gereinigt werden müsste? Es gibt einfach keine Notwendigkeit.

Aber.

Es gibt die Creditreform. Das ist ein Unternehmen, das die Bonität von Mietern prüft, die ernsthaft denken, sie hätten in Zeiten wie diesen Anspruch auf schimmelfreien Wohnraum. Die Creditreform legt jedes Jahr einen Schuldenatlas vor, und der zeigt immer das gleiche Bild: Bei uns im Süden haben nur die geringsten Probleme mit geliehenem Geld – vor allem, weil man das nicht braucht. Anders sieht das in der Mitte und im Norden aus. In Bremen etwa hat jeder Fünfte Probleme, seine Schulden zu bedienen. Vielleicht bin ich etwas beschränkt, aber das zeigt doch ganz deutlich, dass dort diejenigen sind, die sich genau so verhalten, wie die Deutsche Bank das gern sehen möchte. Da sind wirklich Menschen, die ihr Geld nicht auf die Bank tragen, sondern es vielmehr davon entfernen. Nachdem mit unsereins einfach kein Staat der Ausgaben zu machen ist, wäre daher mein Vorschlag: Die Deutsche Bank soll all die Überschuldeten als Kunden übernehmen, denn die geben das Geld nachweislich aus. Und zwar so, dass auch überhaupt keine Gefahr besteht, dass es jemals wieder zurück kommt und der Bank zur Last fallen könnte.

Das sind zwar Verlustgeschäfte, aber die Deutsche Bank kann zur Finanzierung des Kreditelends ihre gut verdienenden Mitarbeiter heranziehen – denn die sind ja auch solche Erzschurken, die das Geld bei der Bank anlegen. Die Deutsche Bank sollte also, bevor Negativzinsen eingeführt werden, ein Exempel an den eigenen, sparenden Mitarbeitern und Aktionären statuieren, denen, sagen wir mal, ein Drittel des gebunkerten Vermögens und Renditen abnehmen und den Creditrefom-Knallroten geben, unter generösem Verzicht auf Rückzahlung – eben raushauen, verschwenden, verprassen, so wie das die Deutsche Bank von uns gern hätte.

Das macht natürlich keinen besseren Eindruck als bei uns, wenn wir alle fünfzig dreissig zwanzig drei Jahre eine neue Küche kauften: Der Ruf der Bank wird im ersten Schritt leiden, man wird sie für einen Verschwender halten, und die Kunden werden, erst Stück für Stück und mit neuen Hiobsbotschaften in einem Bank Run, ihre Anlagen in Sicherheit bringen. Wie wir aus der Finanzkrise wissen, betteln Banken in solchen Situationen ihre Privatkunden mit äusserst günstigen Konditionen und horrenden Zinsen an, weil sie sonst nirgendwo mehr Geld bekommen. Damit ist dann auch die Gefahr der Negativzinsen gebannt, und soweit ich das sehe, sollten eigentlich alle zufrieden sein. Die Armen in den schlechten Regionen können mehr ausgeben und haben gute Laune, wir bekommen den Zins, die gütige Deutsche Bank vermeidet bei der entscheidenden Zielgruppe den schlechten Ruf als Anlagerisiko durch Negativzinsen, die Wirtschaft floriert und die Angestellten in Frankfurt sind nach so einer neuen Bankenkrise sicher froh, überhaupt noch eine Arbeit zu haben, mit der sie ihre Wohnrigipsschachtel am Abwasserkanal bezahlen können, und nicht ebenfalls Ärger mit der Bonität bekommen. Und damit ist dann die Welt wieder fast so schön wie unter dem Prinzregenten, jeder bekommt, was er verdient und wer nichts verdient, hat diesmal sogar auch etwas bekommen. Also ich finde die Idee jedenfalls bestechend.

Also, im Sinne von „schlüssig“ und nicht im Sinne von „mit Luxemburger Politikern auf gutem Fuss“.

HINWEIS:

Mit gutem Fuss geht es auch zum Kkommentieren ins Kommentarblog.

0

48 Lesermeinungen

  1. Die blauweissen Fahnen
    „unser Banner Weiß und Blau. [unsre Farben, Weiß und Blau]“

    aus Wikipedia Bayernhymne

    • Echte Bayern erkennt man daran, dass
      sie „weiß-blau“ sagen. Alle anderen (Adabeis) sagen blauweiß. Und echte Bayern mit Diplom wissen, dass in der Heraldik „weiß“ eigentlich für Silber steht.

    • schon recht
      Herr Langen, aber in Erlangen und außenrum sagt man schon mal blauweiß oder blauweißer Fetzn wenn die Landesfahne weht.

  2. Was ist denn...
    …das für ein Unsinn? Solch einem Text kann ich nicht einmal Humorvolles entziehen…und Sinnvolles im Sinne von Hilfreichem schon gar nicht.
    Und was hat der Autor gegen Frankfurt…davon jedenfalls keine Ahnung!

    • Hier regiert nicht Humor, sondern Ironie und Arroganz!
      Und in Frankfurt hat er sich vor rund einem Jahr den Steiß verkühlt (Suchbegriff: „Der Sadomasoskandal der Frankfurter Banken“), das hat naturgemäß Folgen, das walte das zukünftige Delta des Mains!

    • Ach
      Hamburg, meine Perle, ist bei ihm auch nicht gerade gut angesehen. Dabei weiß er gar nicht, was ihm entgeht……..Zwischen Kaffeebaronen an der Elbchaussee ließe es sich auch gut schreiben. Und zur Erholung dann im Treppenviertel, unten am Strande, könnte er den Müßiggang pflegen, den Ozeanriesen zuwinken, Queen Mary….ein schier unerschöpfliches Potenzial im Gegensatz zu dem brotlos…äh bootlosen Ambiente des Tegernsees.

  3. genial
    einfach genial !

  4. Zeitalter der Herrschafft der Zahlen
    Es steht zu befürchten, lieber Don,

    daß wir alle gänzlich größere Problem bekommen werden, als allen lieb ist. Eines verbirgt sich sorgsam unter dem Mantel der „Philosophie der Mathematik“. (Suchmaschine ihrer Wahl)

    Ich habe zugegebenermaßen Jahre benötigt, um dahinter zu kommen, dabei steht es bereits in der Wikipedia. Das Problem ist und bleibt der GLAUBE, die Welt der Rationalität, ohne daß die Leute auch nur im geringsten ahnen, was sie anbeten.

    Leider hatte Immanuel Kant nicht den Mut, sich seines Verstandes wirklich zu bedienen. Das Unglück des Menschen hat einen Namen: Vernunft. Transzendentale Begriffe, die mit Wirklichkeit so viel zu tun haben wie das kirchliche Konzept Gott.

    Nicht nur in Bayern, auch in Baden-Württemberg ist das göttliche der Erziehung zum „guten“ Menschen in der Vernunft verankert. Wer nicht gehorcht, wird bestraft. Ok, Hegel war halt ein Schwabe und kein Saupreiss, das war die Herrschafft der Preissn ja auch nicht.

    Die Ausbildung zum dressierten haarlosen Affen
    Für „Bildung und Forschung“ mangelt es leider am Stoff, den es gar nicht gibt.
    Franz Maria Arwee

    So ist das, mit den Göttern, sie geben eben nur dem Gehorsamen ein Zuckerle.

  5. Bravo!!!!
    Welchen Ruf hätte diese Bank denn noch zu verlieren? Seit der Ermordung Alfred Herrhausens ist doch nur noch Peanutsgröße im Vorstand zu unterbieten. Andererseits war es durchaus unterhaltend zu beobachten, welcher Kunde sich damals bei Dämmerung und Nebel, als unter 100000 DM Eigner, zur Resterampe Deutschen Bank 24 hereinschleichen musste. Dieser wirklich genialen Vorstandsidee! Ansonsten pflegten meine Altvorderen zu raten: Frag Deinen Banker und mach dann das Gegenteil davon!

  6. Link kaputt
    Der Link zum schuldenatlas-jpg der creditreform funktioniert nicht. Nehmen Sie doch diesen zum pdf…
    http://www.creditreform.de/fileadmin/user_upload/crefo/download_de/news_termine/wirtschaftsforschung/schuldneratlas/Analyse_Schuldneratlas_2014.pdf

  7. ... wollte die FAZ ...
    … nicht eigentlich auch sparen? Ich sehe hier nicht unerhebliches Potential.

    (Ach nee – die Blogger werden ja so unterirdisch bezahlt … na gut, war ein Versuch)

  8. Was da zur Zeit abgeht...
    ist sowieso eine gigantische Umverteilung von den sogenannten „reichen“ Ländern zu den „armen“ -bezahlt u. a. von den Sparern und Rentnern -auch zukünftigen- in Deutschland. Derweil schwadronieren linke Ideologen immer noch davon, dass Kapitaleinkünfte quasi von Gesetzes wegen höher seien als Arbeitseinkünfte. Und: über 50 % des deutschen Dax-Aktienkapitals liegen im Ausland, immer mehr mittelständische Firmen sind Ziel ausländischer Aufkäufer. Währenddessen sehen deutsche Sparer hilflos zu, wie ihre Altersvorsorge in Griechenland, Portugal, Italien oder Spanien versickert. Einen italienischen Investmentbanker zum EZB-Chef zu machen, ein klareres Signal dafür, was beabsichtigt ist, gibt es wohl nicht. Am Ende wird eine Situation erreicht sein, in der in Europa nichts mehr zu verteilen sein wird. Die Negativzinsen stellen ja nur eine Verdeutlichung des ohnehin laufenden Prozesses der Enteignung der Sparer dar. „Die Inflation ist zu niedrig“ – das ist für jemanden wie mich, der sein ganzes Leben mit dem Credo verbracht hat, Inflation sei des Teufels, eine ganz unglaubliche Aussage. Gerade weil sie ganz unverhohlen die Entschuldung ganzer Nationen durch Enteignung der Sparer zum Ziel erklärt.

    • deutlicher Trend
      Sie sagen es, oder wie fefe wieder mal passend verlinkte: Seit der Finanzkrise hat sich die Zahl der Milliardäre verdoppelt. Meint: Das Potenzial/Geld ist da, aber es sammelt sich nur (sammelt? wird mit politischer Gewalt gerafft & geklaut) in den Händen einiger… wie sagt man: Gangster? Bankster? Abstauber? Cleverle?, Steuer“vermeider“ also Betrüger? …

  9. Uiuiui! Negativzinsen werden einen anderen Effekt haben ...
    … nämlich den, dass das Geld umgeschichtet wird in Fonds und Aktien.
    wir werden nicht in goldenen Zeiten elbe, da die Vermögenden schon alles haben, den dritten Jakuzzi und das vierte Auto. Da trickelt nix down zum Wohle aller.

    Negativzinsen betreffen in der Menge eher die institutionellen Bankkunden. Sie werden gezwungen sein, umzuschichten. Spitzenidee. Dann verdient die Bank wieder: Depotgebüren, Umschichtungsgebühren und all das, woran Lieschen Müller nicht denkt, wenn sie an Aktiengewinne denkt …)

    In Folge davon wird das deutsche Geld vermehrt wieder in der Bank selbst verdient und an der Börse versenkt. Das war schon immer ein bombiger Platz zum Versenken, wenn man zu gierig war. Außer man entscheidet sich konservativ und weniger spektakulär für ganz langweilige, Niedrigerrendite-Anlagen wie Firmen, die es schon seit 50 Jahren gibt …

    Der Mittelwohlhabende wird sein Geld noch mehr in Bau und Grundstücke investieren, weil er als Deutscher Aktien nicht so wirklich mag (nur um die 14% aller Einlagen sind Aktien in D)

    Dem Ärmeren wird es keinen Deut besser gehen.
    Prinzregent go home.

    • Zynische Idee. Die Ärmeren, die mit Schulden, haben schon jetzt ...
      … nichts, was sie sparen könnten.
      Also auch nichts, was sie über ihre Miete und das Nudelessen hinaus ausgeben könnten.
      Und ich denke, Banker, so wenig real sie sonst unterwegs sind, wissen das auch.

      Man kann diese Ärmeren aber immer noch über saftige Konsumentenkredite (immer hübsch, die liebe Firma Easy-Credit) nochmal schön auspressen bis der Kuckuckkleber kommt. Das kann man.

      @ Oliver Hebgen
      Der Don kann ja nix dafür, dass er von Geld nix versteht. ;-)

      Die FAZ ist mir jedoch ein feines Blättchen.
      Wird nicht müde zu behaupten, Lehman-Papiere wären hübscher im Ab-Rauch als eine Immobilie.
      An die FAZ selbst müsste man mal ran, ich denke, da sitzen die Mietmäuler, ähm die, die so tun, als ob sie alles, aber in Wirklichkeit nichts verstünden.

      Gruß
      Der Kater

  10. Alles zusammen etwa 40 schlechte Jahre, in denen aber auch der ein- oder andere, der nicht mit dem
    Mäntelchen einer kommunistischen Ideologie oder sonstiger Behinderungen überzeugungstechnischer Art wie dumme Gewerkschafter oder wie angehende Funkamateure an den Privatradiostationen der internationalen Freiheit geschlagen war, sehr wohl ein stattliches Vermögen machen und sicher in der Provinz in guten Immobilien oder abseits der großen Bomberströme gelegenen Gewerbebetriebsanteilen anlegen konnte, und auch weiterhin insgeheim eben doch oder gerade deswegen ein guter Bürger sein und bleiben. Nur ein wenig schlauer sein, als der Rest, das musste man schon sein können. Und Wohltäter des Sportvereins und der Blasmusik und das Brauchtums.

    Wobei bei den Fahrrädern ist Bayern in der Tat schon etwas besonders, der Rest der Republik wäre eher so, er würfe keine alten Fahrradschläuche weg, bevor sie nicht mindestens drei Flicken hätten – und auch dann wäre Gummi immer noch viel zu sehr ein wertvoller Rohstoff, der sich mit ein wenig Einfallsreichtum noch zu ungeheuer viel anderem Nützlichen verwenden ließe. Für Ambossunterlagen z.b..

    Und zur Mantelwendezeit gehörte im allgm. auch noch die Gebrauchtreißverschluss-Horteschublade. Sauber austrennen war früher nun einmal keine große Kunst. Und der Hausmeister hatte noch mindestens bis in die späten 1950ger hinein allen seinen Kindern immer alle Schuhe selber besohlt. Hatte der so ein DIY-Kästchen für. Nur war das schon aus dem Kaisereich, und da hieß es noch anders.

    Und viele dachten vermutlich bislang, die Uhr ginge so, das die Nächte länger dauerten, schon wieder daneben, tsss.

    Die ihr Geld nicht auf die Bank tragen, sondern es vielmehr so davon entfernen, das die Bank nun wieder aktiv dahinter herlaufen muss. Das nennt man „neudeutsche Wertschöpfung“ und „Erhöhung des Bruttosozialprodktes“. Aber auch solche Erhöhungen wären nicht überall gleich, nur weil alle solchen ihren Betrag nach endlich doch positiv wären? Aber immerhin, die Bank soll im Schritt leiden.

    Und die „Wohnrigipsschachtel am Hochwasserkanal“ ihrer inneren Natur nach schon auch mit Outdoor-Pullovern von Jack Wolfskin zu tun haben dürfte, „Wild in Freiheit“ sozusagen? Sonstige Vorschläge unerwünscht.

    Und man sollte ggfls. auch all die anderen, die auch aus dem Süden herkämen, in ihrer Widerstands- u. Durchsetzungsfähigkeit ggfls. nicht unterschätzen, und wäre es nur aus dem Luxemburger Süden. http://www.industrie.lu/index.php/de/industrie-langage.html Evtl. würde Bayerns Freiheit inzwischen sogar längst bald mehr an der Petruss verteidigt, als noch an der Spree?

  11. Titel eingeben
    doppelt genial!!

  12. Lieber hätte ich als nächstes die Frage beantwortet bekommen,
    wofür um´s lieben Himmels willen ich mein Geld ausgeben soll.

  13. Pressezensur im Nachbarsalon
    Offensichtlich bin ich persona non grata im Weltblock nebenan, denn man ließ auch diesen Kommentar nicht zu (-:
    .

    @Berthold – Vor einigen Jahren war ich mal in Frankfurt bei einer Veranstaltung der Atlantik-Brücke und der FAZ. Abends gab es ein Dinner an dem der Herr des Euros (Trichet) eine Rede hielt. Ich hatte eine Karte für das Dinner, aber bin lieber alleine Essen gegangen. Auf dem Rückweg zum Hotel, spät abends in der Goethestrasse, sah ich einen Clown auf der anderen Straßenseite mir entgegenkommen. Der hatte eine Gitarre unterm Arm und setzte sich – als er fast auf meiner Höhe war – hin und fing an, an seiner Gitarre zu zupfen. Das hat mich neugierig gemacht. Ich überquerte die Goethestrasse und als ich so ganz alleine in der leeren Strasse vor ihm stand, sagte er: ‘Für Sie habe ich was Besonderes’ und sang das Lied vom universal soldier. Dann kam ein Pärchen, stellte sich dazu und schließlich ging ich weiter. Als ich bei der Oper um die Ecke bog, schaute ich nochmals zurück. Der Clown winkte mir zu und begann seine Gitarre wieder einzupacken.
    .
    Der Clown war total angemalt und ich könnte nicht sagen, wer es war. Gesungen hat er sehr gut und war sicherlich eindrucksvoller als des Trichet’s Rede.

  14. man kann auch Wörter sparen beim Satzbau ....
    Weltleitwährung …. privat …. Illuminati …. Deutschland …. Kolonie …. Massenmedien …. Schreibknechte …. Zinsknechte …. Armut …. Knüppel …. Kleinholz …. Neuanfang

  15. Wohlstands(ver)Steigerung
    leben als Provisorium,
    beginnend mit erstmal was essen,…Stuhl, Tisch,..Raum,…o. erst Platz ,..dann Raum mit Dach>
    endlich, ein Haus,.nie mehr weg, raus,..dann vielleicht doch,…hin und wieder,..ein Garten, o.Wohnung mit Balkon,mal rau ,..nur kurz..später dann Urlaub,..am besten mit Auto nach Bayern, ….Mallorca..
    Malediven.o. ein 2tes Haus(kleines) in…. nicht so weit weg..
    ..eine unterkellerte Bedürfnispyramide:..eine unterkellerte Bedürfnispyrmide mit Balkon und
    gesichertem Luftraum;
    am sauberen, begrünten See in Frankfurt, fünf Minuten mit dem E-bike zur Arbeit

    • Toller Text
      Aber die Welt ist nun einmal ein Provisorium – in der nur die Goetter dauernd heimisch sind. Daher helfen kluge Worte auch nicht, sondern nur gefaltete Hände und Einfältige – und einfältige Gesaenge vielleicht auch?

  16. Viel Feind, viel Ehr
    Die Frage ist natürlich, was hat die worldpress gegen meine harmlose Antwort an BertholdIV? Die Begegnung mit dem Clown auf der Frankfurter Goethestrasse ist wahr, so unwahrscheinlich sie auch klingen mag. Ich würde sie jederzeit vor Gericht bezeugen. Aber auch wenn sie nicht wahr wäre, sie ist absolut harmlos – keine Beleidigung gegen irgendjemand, nicht einmal gegen den Islam oder Erdogan – also absolut kein Grund zur Zurückhaltung!
    .
    Ich bin nicht einmal auf Dons böse Bemerkungen über die Deutsche Bank eingegangen, obwohl sie mich nicht nur köstlich amüsiert haben, sondern ich auch einiges, sehr substanzielles, hinzufügen könnte. Ich finde unseres Gastgebers Artikel immer sehr amüsant. Sonst würde ich seinen Blog auch gar nicht lesen.
    .
    Während ich meinen selbstgebackenen Apfelstrudel als Nachtisch beim Abendbrot aß, fiel mir die neuste Fraktur von Berthold Kohler ein:
    .
    http://www.faz.net/aktuell/politik/fraktur/erdogan-gegen-greser-lenz-anmerkungen-13253788.html
    .
    Vielleicht sollte ich der worldpress Ablehnung als Kompliment nehmen: „Viel Feind, viel Ehr!“

    • Kommentartext woanders schreiben und dann ins wordpressschreibfeld kopieren
      Wird der Commento nicht angenommen: nochmals hineinkopieren und absenden. Kommt ein Hinweis wegen Kommentardoppel, ist der Kommentar immerhin angekommen, hängt jedoch in moderazione fest. Also Text wiederum hineinkopieren, dann aber geringfügig verändern (z. B. ergänzen mit „75er Versuch“). Sind Sie denn drüben überhaupt schon als D. T. freigeschaltet oder lediglich als L. H.? Oder haben Sie gar einen anderen Netzbriefkasten angegeben?

  17. Jemanden, der sich sein eigenes Vermögen über Jahre selbst aufgebaut hat und eine derartige Arroga
    zum Ausdruck bringt, würde ich, ich bitte den Ausdruck ausdrücklich zu entschuldigen, schlicht weg als A….loch bezeichnen. Für einen, der sein Immobilienvermögen lediglich den Anstrengungen seiner Vorfahren verdankt, spare ich mir hier weitere Worte.

  18. Nur Bares ist Wahres?
    Sehr schön, geehrter Don. In Spanien ist man da schon weiter. Kauft man dort ein Auto und zahlt bar, muß man 1.500€ bei einem bspw. Citroen C3 mehr bezahlen als bei Finanzierung des selben. Barzahlung ist da überhaupt kein Thema. Na, was solls, am Ende kommt eh alles in den großen Topf und Juncker schwingt den Löffel, der von Draghi finanziert wird.

    • Der Datenhunger
      ist größer als der Geldhunger?

    • Naja, mit Daten kann man mehr Geld verdienen. deshalb benutze ich ja auch ghostery und kann das nur empfehlen.

    • Empfehle mir
      mich zurückzulehnen und warte darauf, dass sich die
      Interessenten ins Chaos optimieren.
      ( im Kommentarblog geklaut)

    • Auch Geld
      Don, also Geld wollen die Autohäuser und Banken schon auch verdienen, und das tun sie, denn sie bekommen es ja quasi umsonst bei der Zentralbank. Und über ein paar Jahre mit 12% bspw. finanziert kann man da kräftig verdienen inkl. der abzuschließenden Restschuld-Versicherungen etc. Die Daten sind dann noch gute Draufgabe. Der Barzahler muß halt Aufschlag zahlen für entgangene Gewinne.

    • Es lebe die kapitalistische Planwirtschaft
      … die sozialistische ist sowas von überholt.
      Die können es einfach nicht. Arbeiten sie doch
      noch mit 5 oder 10 Jahresplänen.
      Im Kapitalismus sind wir weiter.
      30, 50 -ach was- wir planen locker für 100 Jahre,
      wenn wir erst alle Daten zusammen haben.

      Nur Geduld!

      Zeit ist teuer, nur deswegen müssen wir jetzt
      so richtig hinlangen.
      Die Enkel und Urenkel werden dafür im sozialistischen
      – äh, kapitalistischen Paradies.

      Aufruf an Alle!
      Kauft nicht bei den Andern.

  19. Was für ein wortreiches Echauffieren
    http://www.youtube.com/watch?v=tgU-DRUt2hY

    freundliche Grüße

  20. Wasser
    Das Frankfurter Wasser können Sie bedenkenlos trinken. Wasser ist in Deutschland das am besten kontrollierte Lebensmittel. Allenfalls an der Wasserhärte werden sich hessisches, bayrisches und sächsisches Wasser unterscheiden, aber das ist eine Geschmacksfrage. Man muss hierzulande nirgendwo filtern und man muss auch nirgendwo mit Mineralwasser aus dem Plastiktank kochen. In der Suppe merkt man ohnehin nichts mehr vom Unterschied …

    • Das war mehr ein Witz, weil die SZ letzthin ein weithin geshitstürmtes Rezept hatte, nach dem man Nudeln in einem teuren Mineralwasser kochen sollte, und da habe ich nochmal auif FFm heruntergerechnet. München hat ja ein bekannt sehr gutes Wasser.

    • Und manche zwei
      hatten auch schon mal im Landwehrkanal ihre Binnengrenze.

  21. Goldtücken
    Was bitteschön sind Goldtücken?

  22. Wieder ein Beitrag von 10/8 zur öffentlichen Sex-Zwangsbeglückung
    …bleibt U-N-S nichts anderes übrig, als ‚auf‘ die Gründe
    zu achten, die sie daran hindern.

    Es ist wohl zuviel von den UNS verlangt, die Gründe einfach
    zu achten.

    • Auch Spanner
      …bin gespannt, wann diese Gouvernanten wieder
      ihr Schürzchen wechseln

    • Diese Melba da ist keinProblem für Männer, sondern eines für Frauen. Als Mann kann man diese Köroerandiemedienverkäuferin auslachen, als Frau dagengen muss man sich gegen die Zumutung schützen. und es geht der ja explizit daram, Frauen zu sagen, was sie tun sollen.

      Ich muss mal was über die und ihr business machen. Das ist ja das Lustige an der frau – würde sie es ernst meinen, würde sie einen anderen job machen.

  23. Titel eingeben
    Die Formulierung „Offen gesagt, sind wir in einem soliden Gleichgewicht aus Bedürfnissen und Besitz angekommen – weniger wäre erträglich, mehr würde neue Schwierigkeiten nach sich ziehen.“ ist ganz wunderbar.

    (ich wünschte, ich könnte das von mir sagen – und mehr noch, die übrige Menschheit ebenso – aber das ist ein anderes Thema)

    Auf die Sache mit den reparierten Fahrradreifen bin ich auch schon gestoßen. Genommen wurde hierfür ein passend zurecht geschnittenes textiles Trageband einer (ansonsten schon vollständig kaputt benutzten) großen Einkaufstasche. Hält ganz wunderbar – und zu meiner aufrichtigen Verblüffung. Eigentlich dachte ich ja, dass ein neuer Reifen fällig wäre (zuvor quer und richtig krass aufgeschlitzt).

    Genau betrachtet ist das krasse Sparen, das aus Kriegselend, Rübenwintern, Nachkriegsarmut und HartzIV herrührt, eine etwas zwiespältige Angelegenheit. Wenn es gesellschaftlich nicht mehr notwendig ist (Verteilungsfragen einmal ausgeblendet), ist das ja eigentlich ein gutes Zeichen.

    Wobei, nun, darüber ließe sich streiten: Hätten die Horden von Lehmannpapierverkäufern hierzlande eine ebenso kritiklose Käuferschaft vorgefunden, wenn sich noch deutlich mehr Menschen für das Einkleben von soliden Textilbändern in kaputten Fahrradreifen interessieren würden? Anders herum betrachtet ist allgemeine Armut womöglich ein zuverlässiges Mittel gegen gesamtwirtschaftliche Finanzkrisen und erfindungsreichen Angeboten von Banken, aber, nun, ich sage es ganz direkt:

    Eher unschön.

  24. Titel eingeben
    Lieber Don Alfonso, ich kenne sie erst seit gestern, habe mich aber doch schon durch einige Artikel gewissenhaft durchgearbeitet. Jetzt nur so viel. Einst kam ich aus der Stadt, mit dem Prinzregenten, dem Friedensengel und saß weinend am Straßenrand in der großen Stadt der Deutschen Bank. Tja und was passierte, ich entdeckte dass es hier in der Nähe Parks von Lenee gibt, Straßen durch die der Kaiser ritt, man die Rigipsschachtel auch umgehen kann und Stuckdecken findet, wenn man nur sucht, ach ja und zur Einschulung gabs das bodenlange Dirndl und für den kleinen Exilsohn den Janker. Damit sie nicht ganz vergessen woher die Mutter kommt, so geographisch natürlich nur, oder vielleicht auch soziologisch? Freue mich auf weiteres….

Kommentare sind deaktiviert.