Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Noch besser als würdevoll Kinder schlagen

| 68 Lesermeinungen

Herr, es ist nur Pappelholz, ganz weich.
Don Camillo

Seiner Heiligkeit Papst Franziskus hat es nun also gefallen, sich nicht ganz ablehnend zur körperlichen Züchtigung von Kinder durch Eltern zu äussern, und er tat dies in Rom. In Berlin hätte er vielleicht angesichts liberaler Erziehungemethoden auch bewerten müssen, wie das Schlagen der Kinder gegen ihre Eltern zu bejubeln ist; ein Verhalten also, für das man uns in meiner Kindheit in Bayern sauber zusammengefaltet hätte, das aber heute recht normal zu sein scheint, und unter dem Schlagwort „freie Entfaltung der Persönlichkeit“ eher als Tugend denn als Verstoss gegen Anstand und Sitte aufgefasst wird. Natürlich mag es der Berliner nicht, wenn so ein römischer Papst die Weltbedeutung seiner Metropole nicht anerkennt und vergisst, liberale Methoden ausdrücklich zu loben, und auch nicht erwähnt, dass jede Unverschämtheit des Kindes ADHS ist und ADHS nur Ausdruck der nicht erkannten Hochbegabung, weshalb momentan die Kritik am Heiligen Vater nicht verstummen mag.

salmoa

Natürlich könnte man sich im katholischen Bayern – und wie man vielleicht weiss, wohne ich in jenem Jesuitenseminar, das seinerzeit fast schon ein zweites, ketzerverbrennendes Rom war – einfach hinstellen und auf die unergründlichen Wege Gottes vertrauen, denen zufolge dreisten Heiden, lautstarken Ungläubigen und den Ketzern der lutherischen Lehre später im Jenseits für die Kritik eine Behandlung droht, die weitaus übler als die paar Watschn ist, die hier in Bayern als gelebtes Brauchtum des geselligen Beisammenseins gelten. Ein Volk, das früher zu Lichtmess traditionell Stechereien mit dem Hirschfänger abhielt – „Licht aus, Messer raus“ war ein oft vernommener Aufruf in die Gaststätten – hat nun einmal eine andere Auffassung zum Grenzwert, der Fürsorge von Gewalt trennt. „A Watschn“ ist wangenrötend nett, „A Fotzn“ ist an der hämatombildenden Grenze und „oane einebetonian“ richtet sich gegen den festen Sitz der Zähne und wird wirklich als feindlicher Akt gewertet. Man sieht also, dass angesichts des sprachlichen Feingefühls meiner Landsleute durchaus eine genauere Erläuterung des christlichen Erziehungsgewaltbegriffs durch den Papst von Nutzen ist.

Und man sollte bei allem Entsetzen vielleicht auch nicht vergessen, dass es hier Lehrern noch ein den Ochzga Joahn vom letzten Jahrhundert auf dem Lande passieren konnte, dass Eltern beim Elternabend erklärten, welche Art Schläge sie angemessen finden und welche davon man dem Lehrpersonal überlassen möchte. Schlimm waren diese Zeiten, aber mancher Lehrer, der sich heute mit dem Anwalt der Eltern herumschlagen muss, weil deren Bratzen keinen Übertritt an die Gymnasien bekommen, wird im direkten Vergleich fast etwas milde werden. Wie auch immer, die Zeiten ändern sich und es ist zu vermuten, dass die generelle Wertschätzung des Kindes auch weiterhin nicht berücksichtigen möchte, dass da auch nur die Zukunft der Zerstörung des Planeten heranwächst.

salmob

Das fängt schon im Kleinen an. Was ich immer wieder höre, ist der Ärger um die Gnaschigkeit des Nachwuchses. In der Jugend meiner Eltern kannte man das nicht, da war man froh, wenn man überhaupt etwas hatte. In meiner Jugend wurde zwar nach den Vorlieben gefragt, danach dann aber gegessen, was auf den Tisch kam. Heute dagegen wird verweigert, nicht aufgegessen und zurückgeschickt, dass man sich als nicht Betroffener nur wundern kann. Natürlich sollte das Herz für die Kindlein schlagen und bei den alten Leuten berücksichtigen, dass sie ihr Leben schon hatten. Aber letzthin war ich beim Kloster Reutberg zwischen einem alten Ehepaar, das die Portion nicht schaffte und sich den Rest einpacken liess. Und überforderten Eltern, deren Kinder das Essen erst kaputtspielten, hineinspuckten und dann aufstanden, um das Elend jenen zu überlassen, die dafür zu zahlen hatten. Ich bin der Meinung, dass die alten Herrschaften ruhig länger diese Welt bevölkern sollten und ich weiss auch, dass mich meine Eltern bei so einem Kinderverhalten – also, ich kann das nur vermuten, bei uns war klar, dass man sich so etwas nicht leisten kann. Da blieb man auch sitzen und entschuldigte sich, wenn man sich erhob.

Das neue Verhalten ist dann tatsächlich der entwürdigende Moment des Umgangs mit der Schöpfung. Viele weniger heilige Väter schauen dann verzweifelt und fragen sich, warum sie Bratzen etwas biologisch Gutes bestellen wollen, wenn die nur den Dreck der Fastfoodketten und Süssigkeitenmultis in sich hineinstopfen, aber die Rohrnudel nur anstochern, die Haut auf der Vanillesosse beklagen und dann nach dem iPad krähen. Da könnte einem im vorgewaltausübenden Umfeld schon mal die Hand ausrutschen oder zufälligerweise ein Watschenbaum umfallen. Schliesslich ist so ein Verhalten auch noch teuer, und so kommt man tatsächlich vielleicht nicht mehr von Federn auf Stroh, aber auch nicht zur eigenfinanzierten Immobilie im Voralpenland. Ich finde, es gibt schon Momente, da könnte man darüber reden, wie man dafür sorgt, dass die Würde der Eltern nicht so abgefotzt wird.

salmoc

Ich bin bekanntlich wohlgeraten und mein Benehmen wird allgemein gerühmt, und das Erfreuliche ist, dass zu diesem Ziel einen Mittelweg zwischen der Faust des Heiligen Vaters und dem modernen, hilflosen Versager mit sanfter Biofrau und den Nurdasbestefürdiekindern gibt – nämlich das, was meine Eltern mit dem Rotzlöffel gemacht haben, der ich gewesen bin. Ich hatte natürlich auch so meine Marotten und deshalb haben wir Bergurlaub gemacht. Auf einem Bergbauernhof, beim Louis. Und der Louis hat in seiner grossen, schwarzen Küche für alle gekocht. Mit drei Gängen, aber halt nur jeweils ein Essen am Samstag. Man mag vielleicht denken, dass eine grössere Auswahl fein gewesen wäre, und so wurde man am Sonntag auch belohnt. Was am Vortag übrig blieb, wurde nochmal verkocht. Und was dann verweigert wurde, wurde am Montag wieder aufgetragen. Freitag wurde meist nicht frisch gekocht, da wurde alles zusammengekocht, was im Laufe der Woche übrig blieb. Das war früher im schönen Südtirol so und auch in Bayern, da hat man nichts verkommen lassen und am Ende ein Gröstl gemacht.

Einmal, ich erinnere mich noch genau, weil ich dachte, ich würde sterben, war am Samstag etwas übrig geblieben, das dann im Freitaggröstl war und danach war ich sehr krank, aber ich habe überlebt und sogar dem Lausbub, der ich war, war einsichtig, dass es nur einen Weg gibt, dem Gröstl zu entkommen: Indem ich vorher alles wegputzte. Man muss dazu wissen, der Hof vom Louis lag am Berg und da konnte man zwar Preiselbeeren zupfen, aber nicht zu einem Supermarkt. Man bekam auch genug. Und ich habe zwangsweise aus Angst vor dem Gröstl alles probiert und dort zum ersten Mal den heute heissgeliebten Kaiserschmarrn gegessen, den ich bis zu diesem Zeitpunkt ohne Probieren abgelehnt hatte, weil ich lieber Pfannkuchen und Marmelade wollte. Das Verhalten haben mir die Salmonellen im Gröstl ausgetrieben, und keiner musste mich deshalb würdevoll schlagen. So eine Salmonelle kam wohl öfters vor, da hat ausser dem Erkrankten keiner ein Gschiess sich keiner Gedanken drum gemacht und ein paar Tage später bekam ich schon wieder Eis in Brixen. Ein Guter hält es aus und einen Schlechten muss man auf diese Art und Weise dann nicht im Bergwald aussetzen.

salmod

Gut. Gröstl mag ich bis heute nicht. Aber auf ewig wird die Frage im Raum stehen, wie man den richtigen Weg bei der Aufzucht beschreitet, so uns denn nicht der Russe ins Haus fällt und den Krieg beschert, von dem bei uns immer die Rede war, wenn man sich zu sehr anstellte. „Es müsste mal wieder ein gscheider Krieg kommen, dann wirst Du …“ war auch so eine in Bayern übliche Drohung, bei der sich keiner etwas dachte, und die heute vermutlich wieder sprachfeinfühlige Antidiskriminierungsmütter in Trab setzen würde, auf dass kein Kinderohr ein Trauma bekommen sollte. Das will ich natürlich auch nicht, und würde deshalb die Salmonelle einfach als gottgegebes, homöopathisches Naturprodukt werten wollen. Die Schöpfung weiss schon, was sie tut, man mus ihr nur Wirkungsmöglichkeiten geben – dann geht es auch ohne Schläge, Rizinus und Kapitulation vor der Unmoral der Kinder.

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68 Lesermeinungen

  1. hinterherschießen ist unsportlich
    pflegte mein erster Kommandant an Bord zu sagen, wenn wir nach einem – übungsweisen – Anflug durch die Marineflieger die Geschütze noch nachschwenkten. Nun ist die inkriminierte Äußerung unseres heiligen Vaters (erwähnte ich schon dass wir stramm katholisch sind?) ja schon einige Tage her. Was mir an der deutschen Aufregung auffällt – kaum jemand macht sich klar dass die katholische Kirche Weltkirche ist. Ja, in Deutschland kann man bei Beleidigung der Mutter die Gerichte bemühen, möglicherweise fällt die Genugtuung sparsam aus bei reichlichem Aufwand, aber immerhin. In Argentinien, in Nigeria, in anderen Regionen wo es immerhin katholische Kirche gibt, mag das schon schwieriger sein. Immerhin scheinen selbst Staatsanwälte in Argentinien zuweilen unerklärlich aus dem Leben zu scheiden.
    Auch Erziehung von Kindern ist in der wohlsituierten liberalitas bavariae, ja vielleicht sogar im neuschwäbischen Prenzlauer Berg, situationsangepasst gewaltfrei möglich. Ob das im Hinterland Patagoniens, wo Internet-Entzug nicht zur Disziplinierung taugt, auch gilt?
    Oder wo sonst ein Kirchlein seine Glocke zur Messe erschallen lässt.
    So ganz gewaltfrei war meine Erziehung auch nicht, der Direx unseres altehrwürdigen Gymnasiums verabreichte mir einmal eine schallende Ohrfeige, aber wir haben es alle gut überstanden.
    Insofern, es relativiert sich manches, und die ausführliche Wiedergabe der Ansprache des Hl. Vaters im Osservatore Romano (oder auf der Homepage des Vatican) ist dann doch weniger skandalträchtig als man dem publizistischen Aufschrei entnehmen konnte. Dass die Schlussbemerkungen des Hl. Vaters, begleitet von einem Lächeln, vermutlich sogar ironisch gedacht waren, er also das geschilderte nicht als adäquat oder gar vorbildlich darstellen wollte, konnte sich hier mancher mangels Kursivdruck überhaupt nicht vorstellen.

    • eine bitte
      realistisch sein: so bitte schreiben: in nigeria, wo es NOCH katholische kirchen gibt…………danke !

  2. Endlich ein nichtsentimentaler Papst
    Denn die Sentimentalität ist es, die uns zerstört. Sentimentaler Relativismus war es auch, der das Züchtigungsrecht der Eltern gegenüber ihren Kindern abgeschafft hat. Der gesellschaftliche Zusammenhalt wird zerstört, die Kinder werden zu halbgebildeten Schwachmatikern, die sich nur noch wahlweise abstechen oder penetrieren können. Auch das Reden oder Schreiben in vollständigen Sätzen beherrscht nur noch eine Minderheit.
    Niemand und schon gar nicht Kinder haben ein Recht darauf, immer gerecht behandelt zu werden und permanent glücklich zu sein. Sie müssen lernen ein paar Schläge wegzustecken. Ebenso sollten sie sich beizeiten an Langweile gewöhnen. Eine erste Übung, das Lesen des obigen Artikels. So, jetzt ist mein Sohn dran. Und nächsten Sonntag geht es wider zum Symphony Orchestra of India, das Verdi-Requiem. Und ja, dieser Beitrag ist grundsätzlich ernst gemeint. Betreten Sie doch mal in Deutschland eine Buchhandlung, wie ich es im Dezember zu Besuch aus Indien tat. Alles was sich noch verkauft sind Werke wie „Meine Kampf mit dem Speiseröhrenkrebs“ oder „Meine Urgroßeltern haben mich missbraucht“. Deutschland ist heute ein Land, in dem die Öffentlichkeit nach der weinerlich-sentimentalen Emotion verlangt. Pegida ist weinerlich, die Antifa ist weinerlich und selbsternannte Kinderschützer schon lange.

    • Eine Gesellschaft weinerlichen Selbstmitleides und betreuter Unmündigkeit,
      wir sind da auf einem guten Wege, in allen Bereichen. Statt des Ausganges aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit der freiwillige Einzug in die kindliche Regression. Es sind immer andere schuld, ich muss vor jeder Versuchung als Erwachsener geschützt werden, mache ich etwas falsch, lag das niemals an mir, besoffener Sex ist Vergewaltigung und Spekulationsverlust bei der Geldanlage Bankenbetrug. Kaufe ich etwas, was ich nicht will, wurde ich verführt. Treffe ich eine unglückliche Berufsentscheidung, war´s der Kapitalismus. Lese ich eine mir unangenehme Meinung, ist das strukturelle Gewalt.

      Die Abkunft des Menschen vom Affen ist wahrlich ein Grund zum Fremdschämen. Für die Affen.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  3. lieber eltern als garkeine.............
    denn wo bleibt der artikel über die bewusst und willig dauerhaft kinderlosen, die räuber der rentenkasse und finanzoptimierer, die sind es doch, die nach der eigenfinanzierten immobilie im voralpenland emsig streben, die selbstoptimierung ins grenzenlose treiben………..sie leben zwar nicht im ADHS-wahn, der im übrigen vor allem von ärtzen befeuert wird, sondern belasten unsere krankenkassen dann mit ihren kostspieligen karrriere-, ichhabeesdochversäumt- und egoneurosenbehandlungen so ab mitte 40. und schmarotzen von der rentenkasse und treiben die immopreise in die höhe.
    da lässt es sich leicht über überforderte eltern witzeln, aber die haben die herausforderung doch angenommen, während die andere gruppe leicht amüsiert und noch mit schadenfreude herabschaut, vorläufig, denn auch hier gilt: wer zuletzt lacht, lacht am besten.

  4. Bratzn ...
    Oha! Die sogenannten „Bratzn“ haben einfach andere Geschmacksnerven…/papillen whatever als Erwachsene.

    Wer Kinder hat oder hatte, weiß das. Sachen wie Fisch, futzlige faserige Rindstückchen, fette Fleischränder, Paprika oder Rosenkohl oder Meerrettich und Graupensuppe sind so Sachen. Wer da als Eltern kein Verständnis hat und das Kind dann schlägt (Kopfnuss auch Schläge) oder zum Essen zwingt (stundenlag vor dem Teller mit dem allmählich stinkenden Fisch sitzen lasssen, gehört der Elternführerschein entzogen.

    Von Vanillesoße habe ich das allerdings noch nie gehört. Nach Vanille duftete bereits die Muttermilch und man kennt kein Baby und kein Kind, welches Vanille nicht mag, außer es ist körperlich krank.

    Ein Don weiß das natürlich nicht. Hat ja auch keine Kinder.

    Kinder finden übrigens alle den Alkohol (auch den „sanften“ = niedrig gehaltenen) bäh. Selbst in der Kommunions- oder später Konfirmationszeit, wo ihnen in Bayern wie selbstverständlich stellenweise heute noch Alkoholsachen als „Initiation“ wg. des tollen Anlasses von „Erwachsenen“ angedient werden, finden Kinder bis 14 NORMALERWEISE (wenn sie nicht schon vorher durch selten dämliches Un-Umfeld wie frühsaufende Mitschüler, freidrehende Clique oder Onkel/Eltern versaut sind) Wein z. B. als unangenehm heiß in der Speiseröhre und im Magen (Aussage meist: „es brennt!“)
    Das ist natürlich udn vollkommen normal. Ihr Körper erkennt den Alkohol als Magen- und Nerven-/Gehirngift. Was er auch ist.

    Erst als junge Erwachsene, wenn sie sich aus Gruppendruck den Dreck schönsaufen, haben sie sich daran durch „Übung“ gewöhnt.
    Grade in Bayern. Darum mag ich das Pro-Bayern-Getue nicht, wo man das ja echt Üble so hübsch als Folklore verpackt.

    Man verpackt in Bayern auch heute noch Ableger der Schwarzen Pädagogik als Folklore.

    Ein echt hässlicher Umstand.

    Also bevor man ein Kind als verwöhnte Blage bezeichnet und den dazugehörigen Elternteil als den „geschlagenen“, sollte man sich besser mal informieren. Was Berliner oder Münchenener Eltern betrifft, die sich von ihren Kindern schlagen lassen, da möchte man mir gerne eine saubere Statistik liefern, sonst blödes Strohargument.

    Ich kann nicht glauben, dass der Don da so rumbayerntümelt. Was soll das.

    Und außerdem: Will er, dass die Ernährungs-Dogmatiker jetzt aufschlagen zwecks Klick-Exponentiualstrategie. Anscheinend schon. Das kann er haben – und wird er. Solche Shitstorm-Kameraden hatte ich selber auf meinem Blog als ich harmlos über Gemüse und Weißworscht schrieb. Am besten gar nicht anfangen, die schreiben zu lassen, oder auch auch nur irgendeinen Pupser der dauerpupsenden Rohköstler freizuschalten. Selten dämliche Bande, die ihre Religionen durchsetzen wollen und sauber das Blog verköteln. Nein danke!

    Ich bedanke mich für die Ausmerzamkeit.
    Der Gast

  5. Gendertr'ten?
    „was der Kulturbetrieb aus den sich gegenseitig Aufträge zuschiebenden Schmarotzerinnen macht, kann ich auch gerne mal beschreiben.“
    .
    Au ja! Gerne.

    • Oh jaha!
      Dann bitte gleichsam über die Schmarotzer schreiben, die elternhauslich wohlsituiert, sich ebenfalls alles zuschieben (lassen). Sonst nicht diskussionsfähiges Argument.

      Denn merke: Quod licet Iovi, non licet bovi.

      Abgang
      Vorhang!

    • berufungskommissionen
      gerne trage ich mal erlebnisse aus berufungskommissionen mit sog. gleichstellungsbeauftragtinnen vor…………einen grossen vorteil hat es, die sitzungen können sehr kurz sein, weil gleich klar ist, wer überhaupt nur in frage kommt………..und wo hinhaltender widerstand nur zeitvergeudung zuungunsten einer prickelnden vorlesung über das schon immer vorhersehbare ende des euro ist

  6. Don, so etwas können Sie im Deutschland von heute nicht schreiben!
    Das geht einfach nicht. Jetzt droht Ihnen, ach was, ist Ihnen die Exkommunikation aller Befindlichkeitsneurotiker, Traumataschützer und Pyschater dieser Republik samt deren Anhang sicher. Feministenbashing ist ja (noch) eine lässliche Sünde, aber die durchscheinende Behauptung, eine Watschn habe noch keinem Kinde geschadet kommt – und das nur ganz knapp – direkt nach Vergewaltigung und jedenfalls weit vor Serienmord.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Watschn schaden, egal ob Haupts oder Don das Gegenteil behaupten.
      Aber macht, was ihr wollt.

    • Herr Haupts,
      Kinder schlagen, ist dass Ihr Ernst. Herr Haupts!!
      Hoffentlich nicht, hoffentlich nur satirisch gemeint, weil Sie zuviel Büro-Leerlauf als gelangweilter, da zu intelligenter Projektmanager – und zuviel leere Freizeit als IT-Superfuzzie haben.

      -/-

      Was für ein rechtkonservativer Anti-Aufmarsch hier, pegido-pegidi … lalala.. Ich glaubs ja nicht.

      Oh Gott, wenn ich der Don wär, würd ich das FAZ-Blog so langsam einstampfen. Esprit fehlt sowieso schon lange hiero, in den Kommentaren sowieso. Der reaktionäre Staub rieselt aus diesen digitalen FAZ-Blog-Gebälk, der Holzbock tickt – warum sich also als Don mit Leuten herumschlagen, deren rechtes Weltbild wie das von dem soziolologisch sattsam bekannten Dauer-8%-Basissumpf schon längst gefestigt ist und die hier Stammtisch-mäßig beim Non-Bier herumbramarbasieren. Bedienung! Noch a Non-Maß, aberrr dalli!

      Ich schätze Don, es ist nur wegen dem Geld (der FAZ). Auch ein Erbe braucht Flüssiges, bis es soweit ist. Was sonst.

    • Titel eingeben
      Ich habe auch nur ganz wenig davon abbekommen, hat aber trotzdem immens geschadet! Pauschalurteile in beide Richtungen sind einfach nicht viel wert. Zu glauben, dass man sein Kind immer so gut einschätzen kann, dass man genau weiss, was schadet und was nicht ist Selbstüberschätzung. Ich finde das gesetzliche Verbot physischer Gewalt enorm wichtig, weil es einen Sollwert festschreibt und die Leute zwingt so weit es nur irgends geht ohne Gewalt auszukommen. Bei wirklichen „einmaligen Ausrutschern“ oder den kleinen Klapsen, passiert ja ohnehin trotz Gesetz nichts. Kein Grund also sich zu echauffieren. Dass die Welt nun gerade am Bairischen Wesen in dieser Frage genesen kann… also für diesen unterschwellig gemachten Vorschlag kann ich den Autor nur müde belächeln.

  7. Der Papst himself ...
    … oh Gottchen der, der hat auch nicht immer Recht.

    Bereits seine Aussage: „Wer meine Mutter beleidigt, erwartet einen Faustschlag“ ist grenzwertig.

    Denn: Beleidigen ist zwar unschön – (fast) jeder Mann liebt seine Mutter abgöttisch, wer lässt gerne ungestraft seine Mudda beleidigen. Aber gleich mit körperlicher Gewalt eine Idee zu haben und diese dann shariafreundlich zu propagieren als Gestalt des öffentlichen Ansehens, ist nicht lustig. Auch nicht im Sinne von Camillo, dem Gudsten. Welcher als fiktive Filmfigur ein Kid seiner „lustig“ prügelnden Nachkriegszeit war.

    Papa Francesco ist bei mir unter Beobachtung. Bis jetzt hat er als pragmatisches Schlauerle, der er ist, nur viel Symbolpolitik und viel Leuchttum-PR betrieben. Wo ist das Walk The Talk, wo schmeißt er ´- nicht nur PR-trächtig – endlich konsequent Leute raus, die den Ruf seiner „Firma“ nachhaltig schädigen. Wo schützt er nicht nur Kinder, sondern auch Tiere. Warum heißt er eigentlich Franziskus. Bruder Wolf, Schwester Katze …

    Ja klar, ich selbst liebe Don Camillo & Peppone (auch Bomber & Paganini, wem das noch was sagt, herrlicher Film), ich liebe Schlammschlachten mit Schirm-prügelndem – ansonsten seriös tuendem Bürgermeister, man beachte die lustige Fallhöhe …) auf dem Fußballfeld von Hintertöfte gegen Großdingharting. Doch das geht im echten Leben gar nicht. Man muss bitte als reifer Mensch unterscheiden zwischen lustig-satirischem, geistigem, subliminalen Abreagieren und echter Gewalt, hombre!

    Mir machen strukturelle Gewalt generell, auch die verbale Gewalt, mehr Sorgen. Da sollte man seine Kinder stärken statt schwächen. Egal was im damaligen Don’schen Kindererziehungshaushalt damals war, es war gehobener Ingolstadt-Middle-Class-Bubble. Nicht repräsentativ, sondern anekdotisch, single case study. Nicht relevant.

  8. Wenn große Menschen kleine schlagen, ...
    Der Papst hat uns jetzt kundgetan,
    dass Schlagen manchmal richtig sei,
    wenn es geschieht zum Kindeswohl.

    Wenn es die Würde nicht verletzt,
    dann stünde es den Vätern frei,
    auch ab und an mal auszuhol‘n.

    Natürlich nur aus gutem Grund
    gebührend und gerecht.
    Und nur mit allerbestem Ziel.
    Und auch nicht ins Gesicht.

    Franziskus, Stop! Ich schreie: NEIN!
    Ich sag mit viel Bedacht:
    Wenn große Menschen kleine schlagen,
    dann geht es nur um Macht.

    Mein Video-Gedicht-Kommentar
    http://goo.gl/xGzqnE

    • ja
      Genau so ist es und nix anders es geht um Macht !
      Die Kinder versuchen nix anderes als einen Machtkampf, und wenn die Eltern aus falsch verstandener Rücksicht diesen aufgeben, oder auf das Psychische „runterziehen“ haben sie meistens, auf die lange Sicht, verloren. Das heißt nicht, daß Kinder verprügelt werden sollten.

    • Titel eingeben
      @soistes: Wie wahr. Die ganze Diskussion um das Züchtigungsrecht der Eltern (und zwar nur der Eltern!) oder dessen ja mittlerweile in Deutschland vollzogene Abschaffung wird, wie so oft, hochemotional und wenig überlegt geführt. Dabei macht es sehr wohl einen Unterschied, ob wirklich geprügelt wird, gar mit Stock oder Gürtel, oder eben eine Ohrfeige verteilt wird. Beides ist Gewalt, aber für ersteres braucht es eine Portion Sadismus, wenn es sich um ein Kind handelt, zumal das eigene.

      Kinder brauchen Grenzen, müssen Grenzen erfahren und spüren, sonst werden die von Herrn Haupts andernorts trefflich beschriebenen Berufsweinerlichen draus. Und Grenzen zieht m.E. auch eine überraschende, etwas schmerzbehaftete Intervention durch die Eltern. Alles andere sind Psychospielchen.

      Das „mir hat es nicht geschadet“ Argument ist sicher alt, aber ich bringe es doch: die paar Ohrfeigen von meinen Eltern sind heute überwiegend vergessen, und wo ich es noch weiß, verstehe ich heute auch, warum (man sollte z.B. einem Bauern nicht das halbe Obstbaumfeld verwüsten und Bäume abhacken, ahem). Nicht vergessen und auch nicht verziehen habe ich hingegen die einmalige „lineale“ Züchtigung durch eine Lehrerin, auch wenn das weit über 40 Jahre her ist.

      Nicht hilfreich ist es hingegen, wie es häufig geschieht, alles in einen Topf zu werfen und platt abzulehen. Es ist diese Art von Leuten, die man mit „Triggerwarnungen“ vor geschriebenem Text warnen muss. Die vor allem lautstark kreischen können und nicht verstehen wollen, vermutlich auch nicht können, dass das Leben komplex ist und einfache Wahrheiten, zumal im Bereich des Zwischenmenschlichen, sehr, sehr selten anzutreffen sind.

  9. Because I'm hard, you will not like me. But the more you hate me, the more you will learn.
    Das Problem begann damit, dass der (Sozi-)Staat in die Familie eingedrungen ist, d.h. er hat das Familienoberhaupt entmannt indem er ihm die Entscheidungsmacht und die Mittel zur Erziehung entnommen und dann die Erziehung in die Hände von Juristen und Pädagogen übergeben hat.
    Danach durfte man nicht mehr Grenzen aufzeigen oder gar Schläge verteilen, nein, man musste den Kleinen die Freiheit der Selbstfindung ermöglichen, mit den Kleinen in einen Diskurs treten und sie zu der richtigen Entscheidung hinleiten.
    Das hat mit Erziehung natürlich nichts mehr zu tun. Es ist eher deren Parodie. Aber das war beabsichtigt, man wollte keine Steuerung der Kleinen durch die Familie, sondern die Sozialisation sollte erst in der Schule durch jungen Pädagoginnen beginnen….
    Kinder an die Macht. Dachten auch die Roten Khmer. Und, yep, was die kleinen Wonneproppen damals so alles an Menschlichkeit, Liebe und Frieden auf den Killings fields verbreiteten haben…..wundervoll.

    Whatever, mein Prof sagte dazu immer nur:
    Piaget lesen, bitte Piaget lesen. Ansonsten Fresse halten.

  10. ich lese immer heiliger Vater
    Wusste gar nich, daß Señor Bergoglio Kinder hat.
    Und von einer Heiligsprechung durch seine Parteiorganisation habe ich auch noch nichts gehört!

  11. Kinder, die ihre Eltern schlagen...
    … tun das, weil´s wohl sein muss.

    Anders kann man sich das nicht erklären. Kenne ich von zu Hause jedenfalls nicht. (Die umgekehrte Variante übrigens auch nicht – wohlverdiente Kläpse auf den Allerwertesten nicht mitgezählt. Ups, pardon… trigger warning vergessen…)

    • Die wohlverdienten Klapse auf den Hinternkenne ich auch.
      Dreimal in meinem Leben als Kind. Und ich wusste jedes mal genau, warum ich sie bekam.

      Waren mir sehr, sehr viel lieber als die Gewissensgespräche, die sich später einschlichen. „Kannst Du mal erklären …. Hast Du daran gedacht … Weisst Du, dass Deine Mutter … “ Brrrrr. Dann schon lieber ein paar kräftige Klapse auf den Hintern und gut war. Kriegte ich nur nicht mehr, als ich älter als 12 war.

      Nein, ich glaube nicht, dass jede Form körperlicher Gewalt immer schadet. Aus meiner eigenen wie der Erfahrung meiner Schulkameraden.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

  12. Bratzen?!
    Die Bratzen muss ich mir merken! Was für ein trefflicher Begriff! In Berlin scheint die antiautoritäre ADHS Erziehung jedenfalls nicht nur zu blauen Flecken bei den ElternInnen sondern auch zu Steinewürfen auf die Polizei und Hass auf die Heimat zu führen. Die Berliner sollen ihre Bratzen ruhig watschn. Es werden ihnen viele Menschen danken.

    • Titel eingeben
      Also zu schlägen greifen zu müssen ist immer die Kapitualtion vor den eigens gesetzten Grenzen. Kinder lernen vor allem durch Nachahmung, deshalb schlagen auch vor alem die, die früher selbst geschlagen wurden. Also die die hier so undifferenziert mit dem „hat-mir-auch-nicht-geschadet-Argument“ um sich werfen, haben Glück gehabt, wenn das stimmt. Natürlich KANN das gut gehen, ich würde es aber nicht zur Regel erheben. Schließlich heisst das unterm Strich, wir haben physische Gewalt als etwas kennengelernt, was durchaus ein akzeptables Mittel der Konfliktbewältigung ist. Je nachdem, wie intensiv sich das bei den Schreibenden eingeprägt hat, ist das durchaus ein davongetragener Schaden.

  13. Das kleinere Übel?
    Ich kam ohne Schlagen aus.
    Doch es gibt schlimmeres als Schlagen. Kälte, Ferne, anhaltenden Liebesentzug, Entwertung (Hätte ich bloß keine Kinder..)

    Kinder, Hunde und Mitarbeiter sollte man immer sofort, mindest zeitnah zur „Untat“ strafen. Dann ist die Einsicht da, das „Vergehen“ noch akzeptiert und nicht rationalisiert.Die schnelle, kurze Strafe ist dann erledigt, vorbei. (ego te absolvo)
    Doch: kleineres Übel, nicht gut. Es geht ohne Schläge und ohne Grausamkeit. Kinder wollen lernen, wollen Freude machen, sehen sich nach Anerkennung.
    Und gegessen wird, was es gibt und wann es dieses gibt.

  14. gut und böse
    ….der Papst hat die Mafia kriminalisiert und ausserhalb der Kirche gestellt.
    In vielen Drittweltländern gehört körperliche Züchtigung (noch) zum Erziehungsaltag-unterstelle ich mal.
    Wahrscheinlich herrscht auch eine anders gelagerte Lebenshärte vor, dem diese Verhaltensgangart folgt.
    Durch die nun vom Papst ausgesprochene Verharmlosung der körperlichen Züchtigung hat er von den ausführenden Eltern Schuld bzw. deren Last genommen. Ganz gleich wie ich hier und jetzt im persönlichen Umfeld „Verprügeln“ bewerte(..eigentlich unmöglich…).
    So habe ich diese päpstlichen Ausführungen verstanden.

  15. Niemals Kinder schlagen
    Soll der Papst zuruecktreten,als heiliger Vater.
    Oder sich offiziell entschuldigen…
    Er hat in keinster weiss als Fuehrungskraft solche Aussagen zur Aufrufungnder Gewalt auszusprechen ohne diese zu reflektieren,Und offiziell zu entschuldigen..

  16. hosianna
    Unser Bundestag hat die mosaisch- islamische Beschneidung von Kindern für zu recht für wertvoll erachtet und in ein entsprechendes Gesetz gegossen.

    Im fairen Wettstreit darum, wer am besten jungen Seelen den Willen des Herrn einbrennt, will natürlich die Kath.Kirche nicht hintanstehen und pocht auf Gleichberechtigung.

    Des einen Skalpell ist des anderen Weidenrute.

  17. Jungmütter ! - päpstlicher als der Papst muß nicht sein!
    Sehr geehrter Herr Don Alfonso,

    beim Lesen Ihrer Zeilen fragte ich mich, ob man denn wirklich zu allem etwas sagen muß, aber nachdem Sie den Reigen hierzu hier in der FAZ eröffnet haben und ich ein wenig das Privileg genieße privatisierend in der Fremde zu leben, will ich auch meine Gedanken beitragen.

    Die zu diesem Beitrag Anlaß gebenden Äußerungen des Herrn Papst, zeugen doch von dessen Realitätsnähe zu seinen Clubmitgliedern.

    Wenn ich heute gezwungen bin in einen dieser Discounter zu gehen und all die jungen, hilflosen Mütter in ihrer zur Standardbekleidung gewordenen Legging, passend zur restlichen Plastikbekleidung, mit ihrem lärmenden, undisziplinierten Nachwuchs an der Kasse vor mir stehend beobachten kann, so kann ich die katholische Pädagogikurzschnellanleitung vom Vertreter an Gottes statt, gut nachvollziehen.

    In einer Zeit, in welcher es noch keine Verhütungsmittel gab, brachte Rousseau die Früchte seiner Vergnügungen gleich ins Findelhaus.

    Das war gut und vernünftig, denn sonst hätten wir heute keinen „Contract Social ou Principes du Droit Politique“.(welchen diese immerguten Mütter des dritten Standes, mit ihrem eingefrorenen Lächeln, in der Regel auch nicht kennen müssen.)

    Und mancher dieser Mütter, die ohne die Oma und andere gutmütig „Dumme“, NIE zu einer eigenständigen Kinderbetreuung in der Lage wären, würde es auch besser anstehen vom Verstand zu leben, anstatt sich Kinder zu halten.

    Unabhängig von den heutigen, nicht erfüllbaren, Erziehungsansprüchen, stellt sich auch die Frage nach einer Verantwortlichkeit gegenüber diesen Kuschelzeugungskindern.

    Jene, die in den 50er / 60er event. auch noch kurz danach, in einfachen Verhältnissen geboren wurden, gestattete der Staat noch Vermögen zu bilden. Vielleicht für ein kleines Reihenhaus.

    Kindern, die heute in einfachen Verhältnissen gezeugt und im Sinne der katholischen Kirche zwangsgeboren werden, gibt der neue sozialistische Merkel Staat lediglich die Möglichkeit zu existieren – Vermögen bilden ist selbst für einen Facharbeiter nicht mehr drin.

    Nicht jeder wird unverdienter Weise mit einer Erbschaft gesegnet werden.

    Da hat sich Entscheidendes im politischen Menschenbild geändert.

    Mir scheint der Herr Papst hat die Nöte der Jungmütter erkannt, bietet eine praktikable Lösung an und im Deutschen Recht wird sich sicher alles zu „vis absoluta“, „vis compulsiva“ familienfreundlich zurechtrücken lassen, womit alle ihr Leben etwas leichter gestalten können.

    Und wenn ich wirklich wieder einmal an der Kasse anstehen muß ist es auch wieder ruhiger.

    Mit freundlichem Gruß
    B.Klingenberger

  18. Also meine geliebten Parasiten
    … essen auch nicht alles. Aber wenigstens schmeckt ihnen das Fastfood-Zeug nicht. Es sollten halt immer einfachste Gerichte aus ordentlichen Zutaten sein. Kartoffeln mit Butter und Salz zum Beispiel. Oder Nudeln mit Olivenöl.
    Statt einer Watschn gibt es bei uns eine klare Ansage. Fertig. Alles gut. Grenzen erkannt, Eltern und Kinder happy. Seit einiger Zeit fragen sie sogar artig, ob sie aufstehen dürfen (nur wenn alle Kinder aufgegessen haben).

    Und doch: Ich ahne Arges, wenn die lieben Kleinen in die Pubertät kommen. Das wird ein harter Kampf. Den ich aber mit Freude auf mich nehme, denn man bekommt ja solo viel zurück. Wie es angeblich so trefflich in Erziehungsratgebern steht.

  19. Wer als Kind nie eine Watschn gefangen hat ...
    … der fängt sie schon noch – später im Berufsleben.
    .
    Damit die „späte Watschn“ nicht zu „oane einebetonian“ wird, kasteit sich das pazifistische Elternvolk mit Privatkindergarten, – schule, – uni und -clubs zur Status-, Beziehungs- und Brutpflege.

  20. La transformation de la société
    Eigentlich ist dies kein Thema für mich und sicher auch nicht für Frau Despina.

    Jeder hat ja sein Recht sein Geld auszugeben wie er mag. Und mancher findet, obwohl schwer zu glauben, sein Glück in der Reproduktion und in den darauf folgenden 25 Jahren das Servicepersonal seiner Nachzucht zu dürfen.

    Und was die Kosten für so ein – Erben – Kind betrifft hat Don Alfonso ja schon alles geschrieben.
    ( http://blogs.faz.net/stuetzen/2014/08/22/teures-kalifat-der-afd-ein-drittkind-schenken-4580/ )

    Ein Kind schlagen … ? Bei den Kosten? Gute Güte!

    Ich trete ja auch nicht gegen meinen 356er Speedster.

    Das sind ja alles Investitionen!

    Aber, meine Herren, bedenken sie, wenn sie sich wieder einmal über ihr Gemächt besonders lebendig fühlen, daß Frau Despina und ihre freudenspendenden Kolleginnen auf Dauer preiswerter sein dürften und der niveauvolle Ausgang dürfte Ihnen hier sicher sein.

    Geben ihnen ihre Kinder dieselbe Gewissheit ?

    ObjectBe

  21. Ferner Beobachter
    Im englischsprachigen Raum sagt oder sagte man: Spare the rod and spoil the child:

    Spare am Stock und verderbe das Kind.

    Also nicht nur Deutsche, Bayern oder Katholiken haben darueber nachgedacht.

  22. konsequenter Katholizismus
    Ach bitte! Wenn ein Vertreter einer Religion, deren Hauptdogma darin besteht, dass ein Vater-Gott seinen (nichtehelichen) Sohn zum Zeugnis seiner Liebe (!) von ein paar Roemern an ein Kreuz nageln laesst bis er krepiert, und zwar ohne dass der Junge etwas nennenswert falsch gemacht haette, dann ein wenig handfeste Zucht auch beim gemeinen Menschen fuer angebracht haelt, ist das doch nur konsequent. Wenn ich mich recht erinnere ist das auch im Einklang mit der alttestamentarischen Lehre (Sprichwoerter Salomonis?).

  23. Titel eingeben
    Das elterliche Credo nach dem gegessen wurde, was auf den Tisch kam, war nichts anderes als eine Ideologie, geboren aus der Knappheit und sogar Not, kurzum vorkriegs- bzw. -kriegs bzw. nachkriegsgeprägter Essenschwachsinn, transportiert bis in die siebziger Jahre. Dieser Unsinn fand eines wenig schönen Tages ein abruptes Ende.
    Der ganze Rosenkohlkartoffeldreck flog gegen die Esszimmerwand.
    Ende, Schnauze voll. Wozu ungeliebtes und/oder ekelhaftes Zeugs mampfen müssen, wenns fürs gleiche Geld leckere Sachen im Überfluß gibt? Nach der Reaktion hatten sogar diese armen Kriegsopfer kapiert, dass die häusliche Essenpolitik dringender Reformen bedurfte. Warum sollte das Kind Rosenkohlkartoffeldreck essen? Der Vater verweigerte ja auch einen Hamburger. Es war ernst. Und selbst bei elterlicher Fehleinschätzung der Aktion, Watschn oder gar Fotzn auf den Rosenkohlwurf wären keine Option gewesen. Merke: wer widerlichen Rosenkohldreck an die Wand schmeißt, der läßt sich nicht ungestraft schlagen. Würdevoll oder würdelos. Egal von wem. Nein.

  24. Gewaltfrei: Geht nicht
    Schläge sind nicht gut, solange es andere Mittel gibt. Darüber kann man sich einig sein.
    Jedoch sind Worte nur Schall und Rauch.
    Niemand kann eine andere Person durch Worte von etwas abhalten oder zu etwas zwingen, wenn dieser sich verweigert.
    Das einzige was in dieser Welt wirklich funktioniert ist Gewalt.
    Im kleinen wie im großen. Die Welt wird nicht gesteuert von den klügsten, wortgewandesten sondern den stärksten und gewalttätigsten.
    Das ist nicht schön aber leider eine Tatsache.
    Meine Frau hat unserem 3,5 jährigen 3x ausschimpft weil er auf das Balkongeländer klettert, er hat aber nicht hören wollen.
    Erst das herunterreissen vom Geländer mit anschliessenden Schlägen auf den Allerwertesten, brachten den sofortigen Erfolg. Das ist mir lieber als ein totes Kind auf der Betonterasse unter unserem Balkon.
    Natürlich wurde der Sohn kurz nach dieser schockierenden Erfahrung in den Arm genommen und getröstet. Da war alles wieder gut und er hatte die Lektion gelernt.

    Gruß Jake

    • Titel eingeben
      Diese Art von körperlicher Grenzziehung ist, v.a. wenn das (Klein-)Kind sich und/oder andere gefährdet, das einzig verbleibende und gebotene Mittel.

    • Komischerweise war das bei uns teilweise sehr anders – so wie ich skifahren und bergsteigen gelernt habe, würde man heute vermutlich das Jugendamt rufen. Oder was bei uns an der Schule als vertretbar beim Skifahren galt – Vollgas durch den Bergwald und immer abseits der Pisten – das wäre heute unvorstellbar.

  25. Titel eingeben
    „Watschen“ in der Kindererziehung machen den Prozess möglicherweise einfacher für den Erziehenden. Jene, die hier so vehement beschönigend für den „Watschen“ (als Euphemismus für „Schlagen“) eintreten, vergessen dabei, dass die Erziehung des Kindes nicht den Eltern dienen soll, sondern dem Kinde und damit am Ende der Gesellschaft. Wer aber Gewalt säht…

    Mit Spott wird hier darüber berichtet, man müsse „den Kleinen die Freiheit der Selbstfindung ermöglichen, mit den Kleinen in einen Diskurs treten und sie zu der richtigen Entscheidung hinleiten“. Da ist aber kein Spott angebracht. Dabei entsteht zwar mehr Aufwand, aber der ist die Mühe wert. Denn entwickelte Persönlichkeiten sind nun mal die Säulen unserer Gesellschaft. Jenen, die jetzt antworten: “Ich wurde auch geprügelt, und aus mir ist auch was geworden!“, kann ich nur entgegnen: Wer weiß, was aus ihnen noch hätte werden können. Menschen entwickeln sich nämlich nicht auf Grund von Gewalteinwirkung, sondern höchstens trotzdem.

    Verzogene Kinder gab es übrigens zu jeder Zeit und sind kein neuzeitliches Phänomen, das gilt auch für Kinder, die ihre Eltern schlagen. Gewalt von Kindern gegen Eltern kommt dabei vorrangig in den Familien vor, in der Gewalt als Mittel zur Konfliktbewältigung eine Tradition hat.

    Auffällig dabei ist, dass jede Generation das Maß an Gewalt in der Erziehung verteidigt, dass sie selbst erleiden mussten. Mein Großvater musste, wenn er etwas ausgefressen hatte, mitunter draußen schlafen oder barfuß im Schnee stehen (von „dresche“ natürlich nicht zu sprechen). Er und sein Bruder waren sich darin sehr einig, dass es mir und meinen Geschwistern gut tun würde, wenn wir ebenso bestraft würden.

    An alle, die Gewalt in zwischenmenschlichen Beziehungen weiter verteidigen (insbesondere gegenüber Unterlegenen), kann ich nur eins erwidern: Treffen sie sich mal mit mir, dann gebe ich ihnen auch ein paar Watschen, wenn sie sich nicht genehm verhalten, rein erzieherisch natürlich. Ich bin sicher, bei jedem hier finden sich noch Optimierungsmöglichkeiten.

    Gruß, F

  26. Dialog
    „Watschen“ in der Kindererziehung machen den Prozess möglicherweise einfacher für den Erziehenden. Jene, die hier so vehement beschönigend für den „Watschen“ (als Euphemismus für „Schlagen“) eintreten, vergessen dabei, dass die Erziehung des Kindes nicht den Eltern dienen soll, sondern dem Kinde und damit am Ende der Gesellschaft. Wer aber Gewalt säht…

    Mit Spott wird hier darüber berichtet, man müsse „den Kleinen die Freiheit der Selbstfindung ermöglichen, mit den Kleinen in einen Diskurs treten und sie zu der richtigen Entscheidung hinleiten“. Da ist aber kein Spott angebracht. Dabei entsteht zwar mehr Aufwand, aber der ist die Mühe wert. Denn entwickelte Persönlichkeiten sind nun mal die Säulen unserer Gesellschaft. Jenen, die jetzt antworten: “Ich wurde auch geprügelt, und aus mir ist auch was geworden!“, kann ich nur entgegnen: Wer weiß, was aus ihnen noch hätte werden können. Menschen entwickeln sich nämlich nicht auf Grund von Gewalteinwirkung, sondern höchstens trotzdem.

    Verzogene Kinder gab es übrigens zu jeder Zeit und sind kein neuzeitliches Phänomen, das gilt auch für Kinder, die ihre Eltern schlagen. Gewalt von Kindern gegen Eltern kommt dabei vorrangig in den Familien vor, in der Gewalt als Mittel zur Konfliktbewältigung eine Tradition hat.

    Auffällig dabei ist, dass jede Generation das Maß an Gewalt in der Erziehung verteidigt, dass sie selbst erleiden mussten. Mein Großvater musste, wenn er etwas ausgefressen hatte, mitunter draußen schlafen oder barfuß im Schnee stehen (von „dresche“ natürlich nicht zu sprechen). Er und sein Bruder waren sich darin sehr einig, dass es mir und meinen Geschwistern gut tun würde, wenn wir ebenso bestraft würden.

    An alle, die Gewalt in zwischenmenschlichen Beziehungen weiter verteidigen (insbesondere gegenüber Unterlegenen), kann ich nur eins erwidern: Treffen sie sich mal mit mir, dann gebe ich ihnen auch ein paar Watschen, wenn sie sich nicht genehm verhalten, rein erzieherisch natürlich. Ich bin sicher, bei jedem hier finden sich noch Optimierungsmöglichkeiten.

    Gruß, F

  27. Titel eingeben
    „Auffällig dabei ist, dass jede Generation das Maß an Gewalt in der Erziehung verteidigt, dass sie selbst erleiden mussten. …“

    Tatsächlich? Und als Beleg für die steile These den eigenen Opa zitiert? Bisschen dürftig.

    • Vielleicht sollte ich sagen, dass ich selbst sowas nicht erlebt habe und Gewalt auch ablehne. Aber auf der anderen Seite kenne ich auch Fälle, da hat genau so eine immer vergebende Haltung dazu geführt, dass manche aufs falsche Gleis kamen. Nicht ganz zufälliog war einer der räuduigsten Schläger an der Schule einer derjenigen, dem die Eltern alles durchgehen liessen. Vielleicht schreibe ich das mal auf, die betreffende Person ist schon lange tot und es ist mal eine andere Sicht auf das Westviertel.

    • Titel eingeben
      Irgendwie kennt doch fast jeder seinen Biff Tannen.

      Auf meiner Schule in der vermeintlichen Vordertaunusidylle gab es auch so einen. War von einigen Schulen geflogen. Machte ein bisschen auf Nazi, war später eher Hooligan. Vor dem hatten auch die Lehrer (m.E. berechtigt) Angst.

      Die Eltern? Wir glaubten damals, die seien so geworden durch ihr Kind. Heute würde man Ursache/Wirkung wohl andersherum sehen.

    • Wir hatten einen ganzen Haufen von denen. Unterprivilegiert, kulturell komplett desinteressiert und vom Dorf. Keine gute Mischung. wenn sie dann noch einen anführer mit reichen Eltern finden.

  28. Erziehung unterliegt der kulturellen Vererbung.
    Sie bietet je nach eigner Schmerzerfahrung und Erkenntnisfähigkeit
    eine Chance zum Dazulernen.
    Ich glaube (als zu früh „abgeschobenes“ Kind) dass Kinder bis zum Alter von 3 J. Nestwärme als stabilisierende Grundlage brauchen.
    Fremde „Tanten“ die einem (gutgemeint?) zu Leibe rücken, kann man
    bereits sehr früh hassen;
    man ist als Kind ein kleiner Mensch, der „spürt“.

    Ein Klaps, a Watschn, aber auch diese übergriffige „nette“ Tätschelei
    gehört verboten! Diese Vermarktung der süüüßen Kinder ebenso.

    Deswegen plädiere ich für das Erziehungsmotto:
    „Offenheit und Ehrlich währt am längsten.“
    Kinder haben ein Gespür für Krampf oder Wahrhaftigkeit.
    Man kann etwas größeren Kindern sagen, dass man eine „alte“ Erziehung geerbt hat und darüber nachdenkt,
    wie man es besser machen kann.

    Maximen: „An der Kasse werden keine Süßigkeiten gekauft“
    „Man schlägt keinen Schwächeren“ usw.
    müssen natürlich vorgelebt werden.
    Das Kind/die Kinder erleben, dass Mama+Papa sich um das Wohl der Kinder sowie der Familie als Ganzes bemühen.

    Äh… in der Pubertät wird mehrere Jahre manchmal
    (fast) alles außer Kraft gesetzt.
    Wo ist bloß die Liebe und all das Gemeinsame hin?
    Es wird gefightet, was das Zeug hält!
    Hoffentlich hält das Fundament des erarbeiteten Vertrauens.
    Grenzen. Kompromisse. Konsequenzen > ein starkes Programm.
    Monopoly-Spielen bis einer heult.
    Nur mit Humor als Kraftspender kann man aus dem
    verwirrenden Tohuwabohu herausfinden.
    Wenn alles gut gegangen ist,
    hat man Glück gehabt.
    Oder einen Schutzengel.

    P.S. Balkone unterliegen der Bauvorschrift für
    kleine Kinder„unüberkletterbar“ zu sein:
    Unterer Abstand: =< 4 cm: kleiner als Kinderfuß
    Geländerstäbe = 90 cm: höher als Kleinkind.

    • Ich halte das teilweise auch für eine Ausweichdebatte, um sich ein Feindbild zu machen. Was ich hart finde, sind die teilweise krass überzogenen Erwartungen an Lernfortschritte. Da wird niemand geschlagen, aber hier noch zu was gezwungen und wenn das nicht getan wird, ist es ganz bööööse. Gerade am Tegernsee erlebt man zudem absolut übervorsichtige Eltern, jeder Kratzer, jede Beule ist ein Anlass, die Bergwacht zu holen. Man könnte darüber nachdenken, ob das alles noch passt, aber wehe, der Papst sagt ein böses Wort…

  29. Kinder sind Privatsache !
    Ob Menschen der Meinung sind ihre Kinder gewaltfrei im Sinne des Staates zu erziehen oder nach den Regeln der Kirche erscheint mir vollkommen gleichgültig.

    In diesem Land ist geregelt wie oft ich in der Woche meinen Grill anwerfen darf, damit ich meinen Nachbarn nicht belästige.

    In diesem Land ist geregelt wie oft ich in der Woche meinen Rasenmäher anwerfen darf.

    In diesem Land ist geregelt wielange ich bei welcher Lautstärke Radio hören darf, damit ich meinen Mitmenschen nicht zur Last werde.

    In diesem Land ist fast alles geregelt und das eine oder andere macht auch Sinn.

    Mir ist nur nicht nachvollziehbar, weshalb ich das Geblöke von Kindern an der Ladenkasse zu ertragen habe nur, weil dieser Mensch seinem Kind keinen Schokoriegel kaufen mag und es auf dem Wege der Vernunft, oder sonst wie, auch nicht zum Schweigen bringt.

    Ich bin es leid diese Belästigungen ertragen zu müssen !

    Machen „Sie“ dies mit oder ohne „Watschn“ Es ist ihr Kind – ihre Privatsache !

    Und kommen sie mir jetzt bitte nicht mit dem Argument, daß ihr Sprössling mein Rentenzahler sein wird. Der Gedanke der Eigenverantwortung wurde mir in die Wiege gelegt.

    • Naqja, die Nagware an der Kase ist wirklich etwas, das ich verbieten würde. Konsequent

      Wie auch Zigaretten, Alkohol, Glücksspiel, Massentierhaltung, Privatfernsehen, Youtube, Handys unter 22 und vieles andere. Bei mir ginge es zu wie in einem sexuell freizügigen Gottesstaat.

    • Titel eingeben
      Der Beitrag ist lustig! Nun das beste ARgument, weshalb sie auch weiterhin das „Geblöke“ von Kindern an der Ladenkasse und auch sonswo weren ertragen müssen ist wohl: Sie waren auch mal eins und haben sicher auch mal „geblökt“ und anders getn um Mitmenschen zu verärgern. …und soviel „Eigenverantwortung“ Sie auch mitbringen mögen, innerhalb dieses Systems ist es nunmal Tatsache, dass die die jetzt Kinder sind ihre Renten bezahlen werden und übrigens auch Arbeitsimmigranten und deren Kinder usw… Es sei denn sie haben sich an einen entlegenen Ort zurück gezogen und ihr ganzes Leben in keiner Weise von der Sozialgesellschaft profitiert und es dabei dennoch geschafft sich genug für ihren gesamten Lebensabend zurückzulegen. ollte das der Fall sein – und NUR dann – nehme ich alles zurück und behaupte das Gegenteil :-)

  30. Die Gewalt des Gehorsams
    Solange die Dispositive auf Glauben aufbauen, wird sich auch am Ergebnis nichts großartig ändern. Das ergibt sich sehr schön aus den Texten der einzelnen Kommentatoren, denen die Folgen des eigenen Glaubens und damit des Gehorsams nicht ansatzweise bewußt wird.

    Der geistige Dünnpfiff, daß Maulschellen Argumente seien ist einfach zu göttlich.
    Es ist ein riesiger Unterschied, ob ein Mensch als Autorität oder als autoritär wahrgenommen wird. Bereits den Unterschied können einige hier nicht erkennen. Autorität kommt mit Wissen, nicht mit Glauben.

    Wer Gehorsam fordert, setzt nicht auf Verständigung, der will Anweisungen geben und züchtet sich genau die braune Brut, die er selbst ablehnt.
    Leute mit Minderwertigkeitskomplexen bauchen eben ihre Anweisungen, von wem auch immer diese kommen mögen.
    Ich kann hier immer wieder auf Arno Gruen verweisen, auch wen ich einige Begriffe anderst verwende.

    Ansonsten gilt, was der Franz Maria Arwee sagt:
    http://pastebin.com/3UugGdDh

    • Man würde sich vom Papst da vielleicht mehr Debatte und genauere Ausführung wünschen. aber des einen Folter ist nun mal des anderen Erziehung. Ich habe mich mal mit Jugendtrafen in Mauritius beschäftigt – mein lieber Scholli Trotzdem geht es da auch nicht anders zu als bei uns im früher christlichen abendland.

  31. Wunderbare Jugenderinnerung, Don!
    Einziger Widerspruch: Ihre Ablehnung des Gröstls. In Kärnten, wo Bajuwaren sich eifrig mit Slowenen mischten, ist dieses Gericht nicht ausgestorben — eine Delikatesse! Gibt’s sogar noch in manchen Almhütten.

    Das ausg’sottene Suppenfleisch, von gestern, oft aber schon a poa Tag‘ alt, feinblättrig geschnitten, mit Erdäpfeln, Zwiebeln, Essiggurkerln (naürlich ungesüßt), Knofel, Kapern, Salz und Pfeffer unter häufigem Umrühren mild gebrutzelt … möglicherweise waren Sie schon als G’schrapp ein Vegetarier?

    Wenn ich an meine Oma denke, der Herrgott hab‘ sie selig, sehe ich sie am holzbefeuerten Herd, das Gröstl nicht aus Nase und Augen lassend. Und an Sonntagnachmittagen kam der Hochwürden zu Besuch, küsste der Oma die Hand, was sie überhaupt nicht mochte, und fragte die Enkerln streng, warum sie heut nicht in der Kirche erschienen seien. Worauf ihm ein Stamperl Obstler eingeschenkt ward, um die Sünde zu tilgen. (Ein Job, um den ich mich riss, da ich mit acht Lenzen der jüngste Ministrant war; also genoss ich eh für die seltenen Sonntage, an denen ich AWOL war, große Nachsicht. Aber mit dem Obstler war alles verziehen und vergessen.)
    Und nach dem dritten Obstler fragte der Hochwürden die Oma mit verhaltener Stimme, weitab vom Donnerhall mancher Predigten, ob sie vielleicht noch ein Resterl Gröstl hätt‘.
    Sie hatte, kein Sterblicher weiß woher. Als Oma hochbetagt starb, zwei Jahre vor dem Hochwürden, vergoss dieser an ihrem offenen Grab heiße Zähren, die ihn während seines Nachrufs übermannten.
    Es wird nicht nur zweg’n des Röstls gewesen sein, hoffe ich.

    • Danke. die Sache ist halt, dass ich damals wirklich zu sterben meinte und das hat mir die Lust dann wirklich verdorben – ich bekomme übrigens auch bei Blaukraut und Karotten das Würgen. Das lässt sich jeweils mit einem bestimmten Erlebnis verbinden. Nicht schön, aber es ist halt so. Ausserdem koche ich immer frisch und anbraten ist nicht so mein Ding.

      Aber natürlich, jeder wie er mag. Ich kenne welche, die schleichen am nächsten Morgen in die Küche und löffeln die Gorgonzolasosse aus, und das ist es, was ihnen am besten schmeckt.

  32. Kann man hier mal
    die ganzen „Gäste“ durchnummerieren?
    Gast 1
    Gast 2
    Gast 3
    Damit ich weiß,
    wem ich gerade antworte.
    Hierfür bin ICH zu blöd.

    • Ja, das ist wirklich blöd und ich kann das, wenn hier von selbst keine Akzeptanz kommt, auch erzwingen und Namen zuweisen.

  33. Schlag den Raab
    Ein „human-issue“ – Beitrag, das heisst, man darf dazu irgendwas aus seinem persönlichen Erleben beisenfen, ohne auf Bedeutung und Relevanz achten zu müssen, ohne seinen Beitrag argumentativ gegen mögliche Erwiderungen aushärten zu müssen.
    Wie angenehm. Also, bei meinen zwei Jungs hatte ich nie das Bedürfnis, sie schlagen zu wollen, egal wie widerborstig, krakeelend, unverschämt, beleidigend oder wie auch immer sie sich verhielten. Es wäre mir gar nicht in den Sinn gekommen – laut schreien , ja, ungerechte Erziehungsmassnahmen, ja, aber Kinder schlagen? Das verstehe ich bis heute nicht, wie man das schafft.

    Aber vielleicht hatte ich diesbezüglich nur Glück mit mir.

    • Ich denke auch, dass es im vorfeld andere Möglicjkeite gibt wobei ich ja nicht betroffem bin. Oft liegt das vielleicht auch an den fehlenden Möglichkeiten, kinder kaputt zu spielen, gerade in den Städten wenn sie genug auslauf haben, haben sie weniger Energie, daheim etwas zu ruinieren, und mehr Hunger.

    • Bewegungsradius der Kinder
      Das mit den „kaputt spielen“ und Kinder müde machen, stimmt sicherlich. Im Internet gibts eine Karte eines Engländers, in der der Autor die Bewegungsradien seiner Vorfahren, jeweils als Achtjährige, in Sheffield beschreibt. Der Urgrossvater entfernte sich noch 6 Meilen zum Angeln von Zuhause, sein Grossvater in den 50zigern noch 1 Meile, seine Mutter eine halbe Meile, sein Sohn darf nur 300 yards von Zuhause weg („end of the street“).
      Die Meinung, dass auf den Lande die Kinder sich mehr bewegten, ist wahrscheinlich der Landschaftserfahrung im bayrischen Oberland geschuldet, mit seinen Wiesen. Hier in Niederbayern gibts in der Stadt wesentlich mehr Möglichkeiten, denn das Land ist ausgeräumt; die Neubausiedlungen sind von riesigen Äckern umgeben, die bis 10cm an den Gartenzaun heranreichen, Platz gibts eigentlich oft nur noch vor der Doppelgarage. Grosse Teile Niederbayerns sind modelliert nach den Ansprüchen der Intensivlandwirtschaft und des Autoverkehrs, da gibts oft keine Geheimnisse mehr zu entdecken.

    • Das ist natürlich schade -allerdings wollte ich eh mal einen Beitrag nach dem Motto schreiben „Wenn kiner, dann hier“. Denn hier gibt es wirklich alle Möglihkeiten. Allerdings ist daheim an der donau auch gleich der zig Kilometer lange Eichenwald, insofern hat man da schpn Möglichkeiten.

  34. Foregone conclusion !!!
    …nun ja der Schlaeger ist doch immer ein Grosser, derweil der Verschlagene ein Kleiner ist. Ist doch klar wer gewinnt… an uneven contest ! A foregone conclusion. Nur aufpassen wenn der Kleine gross genug ist Opa’s Colt 45 zum Spielen zu benutzen. Wehe was da passieren koennte. Und dazu die Frage wie gut das so geht wenn die Schlauen sagen „Spare the rod, spoil the child.“ Hat bei mir gar nicht funktioniert, bin immer noch „a spoiled child“ nur etwas aelter und es ging ohne Pruegel. Hallejulah.

  35. Alle, die vor zwei Jahren dafür eingetreten sind,
    dass Eltern ihre Kinder gesetzlich erlaubt an den Genitalien verstümmeln dürfen (aber nur die männlichen), die müssen jetzt ganz still sein.

    DAS wäre einen Blogbeitrag wert gewesen, nicht irgendwelches „damals-war-alles-besser-mir-hat-das-auch-nicht-geschadet“-Gejammere.

  36. Titel eingeben
    Ich weiß nicht. Der Text ist so weit von meiner Lebenswirklichkeit als Vater weg, daß ich ihn nicht verstehe.

    Man kann Kinder sehr gut gewaltfrei erziehen, ohne daß sie deswegen unerzogen würden. Dafür braucht man vor allem Zeit. Zeit, zu verstehen, denn Kinder, die sich verstanden fühlen, akzeptieren auch vernünftige Grenzen. Und Zeit, diese Grenzen auch (gewaltfrei) durchzusetzen, denn Kinder testen, ob die Grenzen auch ernstgemeint sind und brauchen dann ein Gegenüber, das halbwegs konsequent (aber gewaltfrei) ist. Zum konsequent sein gehört es auch, halbwegs ausgeschlafen (oft nicht so einfach) und konzentriert zu sein, denn Kinder finden oft erstaunliche Auswege.

    Kinder mögen nicht jedes Essen. Da muß man dann einerseits akzeptieren, daß auch Kinder einen bestimmten Geschmack haben (ich wurde im Kindergarten gezwungen, aufzuessen bis ich gekotzt habe — das sollte man niemandem antun), und bei einfacher Unlust bleibt das Essen dann eben bis zur nächsten Mahlzeit stehen und muß dann aufgegessen werden.

    Das sind ganz einfache Dinge, auf die man auch recht einfach kommt. Da so einen Bohei draus zu machen, wie Du es in diesem Artikel tust, ist ein Kampf gegen Pappkameraden.

    Zumal — und da wird es mit dem Papst echt problematisch — ich Bekannte habe, die als Kinder mit Verweis auf die Bibel übel geschlagen wurden. Daß sich solche Leute darauf berufen werden — und da geht es dann um mehr als eine Watschen — ist das große Problem mit dem Papstspruch und weitaus schlimmer als ein paar unerzogene Westmütter in Prenzlauer Berg.

    • Titel eingeben
      Bester Beitrag der ganzen Diskussion! Schön, dass es sie noch gibt, die unaufgeregten, vernünftigen und zupackenden Mitbürger, die auch wissen wovon sie reden. Vielen Dank dafür,

      Inga

  37. reden
    Ich glaube, Erwachsene, die als Kinder nicht geschlagen wurden, schlagen auch ihrerseits keine Kinder. Ist einfach nicht in ihrem Verhaltensrepertoire. Andererseits müssen sie nun reden und reden … und an dessen potentielle Wirkungen glauben. Manchmal gehen die Wirkungen aber auch andere Wege und rechtfertigen sich damit selbst.

    In einem kleinen Café sitzen an einem Nebentisch Mutter, Vater und deren kleiner Sohn. Der Vater und das Kind sagen gar nichts. Dafür redet die Mutter die ganze Zeit auf das Kind ein, darüber wie man sich besser benimmt, wie man Rücksicht nimmt, wer sich warum, bei einer bestimmten Gelegenheit verletzt gefühlt hat usw. Man merkt, dass es ihr gut tut, dass es ihr gefällt, den Diskurs der Erziehung und des richtigen Verhaltens zu führen, ganz wie eine Theatermonolog, ohne Unterbrechung und argumentatives Hindernis. Ohne das angebliche Fehlverhalten des Sohnes hätte sie den Text nicht gebracht und sich damit nicht richtig aktualisieren können. Auch wenn ihre Rede nicht den Effekt bei ihrem Kind haben mag, den sie sich erhofft und das Kind eher leicht verstört zurücklässt, ist sie doch Teil ihrer Selbstverwirklichung als abgerundeter Persönlichkeit.

    Man kennt die Leute nicht und hält sich zurück, aber wäre es nicht schön gewesen, die Regie zu ändern und über den Tisch hinweg zu sagen: „Oh, Mann, geben Sie ihm ein Watschn und halten endlich den Mund!“

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