Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Wohnen ohne Millionen

| 30 Lesermeinungen

Wo wohnen hier eigentlich die Nichtmillionäre?

Diese Frage höre ich oft. Da sitze ich also mit Freunden und Bekannten auf der Bank in unserem kleinen Yachtclub, geniesse den Ausblick, und in ihrem Kopf entsteht der Eindruck, dass das alles viel zu gut ist, um echt zu sein. Da muss es doch mit all dieser silbrigen Luft, dem Blick auf die Berge, dem kristallklaren Wasser und dem Kitzeln der Sonne auf der Haut einen Nachteil geben. Es gibt immer einen Nachteil. Der naheliegende Nachteil ist, dass der Tegernsee seit dem Dritten Reich den Spitznamen „Lago di Bonzo“ trägt und tatsächlich keine alltägliche Wohnlage ist. Mal eben zum See gehen können nur ein paar tausend – oft keiner echten Arbeit ausser dem Vermögensbesitz nachgehender – Menschen, und der Rest wohnt nicht hier. Das ist keine Absicht, das ist nun mal so, aber wenn man sich nicht daran gewöhnt hat, stellt man natürlich solche Fragen.

haushama

Ich privat würde das alles ja einfach still geniessen, so wie ich es jetzt nach vier Wochen am See auch wirklich tue, und mich lieber mit den Enten und Schwänen beschäftigen, als mit denen, die keine Millionäre sind und nicht hier wohnen. Wobei es nicht stimmt, es gibt durchaus viele, deren Vermögen kleiner ist, und inzwischen haben wir hier auch Asylbewerber, mit denen ich mich ganz leicht und politisch unkorrekt aus der Frage herauswinden könnte. Ich könnte auch sagen, dass eine Million heute nicht mehr viel ist und eigentlich gar kein Kriterium, aber das erscheint dann doch etwas feige. Die harte Wahrheit ist, dass Nichtmillionäre auch sehr oft Nichttegernseer sind. Und für die gibt es natürlich auch Ecken im Oberland, die man kaum als privilegiert bezeichnen würde.

haushamb

Diese Wiesen hier etwa. Diese Wiesen liegen zwischen dem Tegernsee und dem Schliersee. Egal, wohin man schaut: Nur Wiesen. Es gibt eine sehr reizvolle Rennradrunde zwischen Tegernsee und Schliersee, die ist voll mit derartigen Wiesen, mit denen kann man bei uns die Kühe füttern: Aber das Ziel ist nun mal der See und niemand würde sagen, er fährt eine Runde Tegernsee-Hausham-Schliersee. Hausham nämlich ist der Ort, zu dem diese Wiese gehört, und wenn jemand unbedingt wissen will, wo man hier lebt, wenn man nicht begütert ist: Hausham ist die Antwort. Hausham ist das Ruhrgebiet des Oberlandes. Denn unter diesen Wiesen liegt Kohle, deren Abbau sich schon lange nicht mehr lohnt, und so sieht Hausham heute auch aus. Es gibt dort sogar blockartige Gebäude und eben keinen See, und die Immobilien sind so billig, dass es in Berlin angeblich Penthouses geben soll, die etwas teurer sind. Nachdem man aber auch hier eher kauft als mietet, spüren das die Ruhrgebietsbewohner gar nicht.

Und man muss schon mit Tegernseer Augen hinschauen, um die Unterschiede zu erkennen. Der Trachtenladen etwa hat kein Habsburg wie in Rottach, sondern nur Meindl-Lederjanker der Preisklasse unter 2000 Euro. Es ist nicht so wie in Gmund, wo auf 700 Einwohner ein exklusiver Inneneinrichter kommt. Es sind nur drei Kilometer zum Schliersee, und schon recken sich Fördertürme in den Himmel an der Stelle, wo auch grosse Supermärkte sind, und MichiApostrophS Copy- und Dartshop bietet seine Dienste an. Es gibt Döner. Es gibt eine Metzgerei namens Wurstkutschn. Hausham ist normal und immer noch eine gute Wohnlage, und deshalb wohnen hier die Nichtmillionäre gerne. Ich nehme an, auch Sie, liebe Leser, wollen jetzt lieber insgeheim ein Bild des Schliersees sehen, als MichiApostrophS Copy- und Dartshop, bitteschön:

haushamc

Aber. Obwohl Hausham nicht reich ist und keinen See hat und deutlich weniger Millionäre, die an den öffentlichen Wegen zu ihren Villen ein Schild mit der Aufschrift „Privatstrasse“ anbringen, ist es nicht vergleichbar mit dem Szenario, das ich letzte Woche Malte Weldings Buch entnommen habe: Dass nämlich Eltern mit Kindern von Staat und Gesellschaft alleine gelassen werden. Es gibt in Hausham die Lebenshilfe, und wenn Eltern den Eindruck haben, dass die Entwicklung ihrer Kinder nicht optimal verläuft, hilft die. Kostenlos. Man muss den Nachwuchs nur vorbei bringen, dann macht die Lebenshilfe das, und zwar mit einem Angebot, das sich sehen lassen kann. Von Nichttegernsee-Aussen betrachtet würde man sagen, dass es da einen hübschen Ort namens Hausham gebt, in dem in einem modernen, schönen Gebäude zwischen Tegernsee und Schliersee kostenlos das Beste für die Kleinsten und Schutzbedürftigsten getan wird.

Und damit die Eltern auf dem Weg dorthin – die Frühförderung ist durchaus idyllisch gelegen – schnell und leicht finden, werden in Hausham Strassenschilder dafür aufgestellt. Da denkt jemand in der Verwaltung mit und sagt sich: Die Eltern sind vermutlich aufgeregt und verunsichert, schreien ihre Chauffeure vielleicht an, und die lassen wir nicht lange mit dem Kind nervös durch den Ort kurbeln – wir stellen Schilder auf. Oder falls sozial schwächere Eltern mit dem Bus kommen: Die müssen nicht lang laufen. Die sehen sofort, wohin sie ihre Schritte führen müssen.

haushamd

Weil das aber das Ruhrgebiet des Oberlandes ist, gibt es auch Saubuam, hunzvareggde, die im Berliner Stil etwas an das Schild kleben. Und dann kommt die Gemeinde und lässt das wieder freikratzen.

Es ist genau dieses Detail, warum ich hier gern lebe. Nicht, weil es auch im hiesigen Ruhrgebiet schön ist, auch die Ärmeren vom Reiz der Landschaft profitieren, selbst wenn sie gerne am Abend Dartsendungen im TV betrachten und Döner essen, es eine Lebenshilfe gibt, deren Angebot kostenlos und weitere Dienste inklusiv sind, und weil dann noch die Gemeinde daherkommt und sagt, da helfen wir und machen ein Schild. Sondern weil im Falle eines Beklebens jemand kommt und das Schild wieder säubert, damit Eltern die Frühförderung finden. Ich finde das überhaupt nicht spiessig, sondern dankenswert. Das berührt mein Herz. Ja, es ist nur Hausham und dahinter sind die Fördertürme, hier wohnen ganz normale Menschen mit ganz normalen Problemen, die ihren Leberkäs in der Wurstkutschn kaufen statt ihren Kaviar am Yachtclub – aber dieses Schild, es bleibt sauber und hilft denen, die es brauchen. Und die, die es beklebt haben, bekamen eine Kette um den Hals und in Österreich, hinter der Valepp, da haben wir sie in einer Feierstunde in einer Schlucht als Bärenleckerli angehängt.

haushamf

Es ist ein winziges Detail. Man nimmt das normalerweise einfach so hin, ich komme hier laufend vorbei, bei meiner Seenrunde, bei der Spitzingseeausfahrt und bei meiner Tour über die Neureuth und die Gindelalm, die oben zu sehen ist. Das Schild stand hier schon immer, dass es beklebt und gleich wieder gereinigt wurde, ist dagegen neu. Manche wundern sich, warum unsere eigenen Armen ihr relativ benachteiligtes Schicksal so ertragen und nicht gegen die rebellieren, denen sie das Essen zubereiten, die Medikamente verkaufen, als Alte pflegen oder den Müll wegräumen. Das Schild und der Umgang damit ist die Antwort. Selbst im armen Hausham, dessen Söhne auswandern müssen, um andernorts Regisseure werden zu können, in einem Ort ohne jeden See und im Schatten der Berge

wird dieses scheinbar belanglose Schild aufgestellt und gesäubert.

So leben hier die Armen. Jetzt wissen Sie es, und das nächste Mal reden wir dann wieder über die echten Probleme des Dasein, wie etwa, dass die kleinen Tüten beim Konditor Wagner an ihre Grenzen kommen, wenn man mehr als dreihundert Gramm Pralinen einfüllen lässt. Das ist nämlich wirklich so.

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30 Lesermeinungen

  1. 300 Gramm ??
    Ich darf doch sehr bitten…
    300 Gramm ?
    In einer Tüte ?
    Tüte ?
    Irgendwie ist das alles nicht mehr so wie es sein sollte…

    • Wir sind halt auch umweltbewusst und reduzieren Verpackung.

    • Titel eingeben
      Oh je, was wollen Sie denn mit bloss 300 Gramm. Den Nachmittag rumkriegen?

    • Tüt da ta
      Erscheint mir auch etwas überkalibriert …

      Aber, hier im gutbürgerlichen Appendix der alten Oma FAZ ist hier wohl tatsächlich eine Verpackung für edles Konfekt gemeint.

  2. Broken Windows Theorie, lieber Don, Ihr Schild ist nur ein Spezialbeispiel.
    Aber Ihre Frage ist allgemein berechtigt:

    Wieso lässt es sich die deutsche Unterschicht so klaglos gefallen, insbesondere von der Politik im Stich gelassen zu werden? In ihren Vierteln sind soziale Not, Kriminalität und deren Vorstufe (Verwahrlosung) am höchsten, trotzdem patroullierten z.B. in Hamburg in den späten achtzigern mehr Polizisten in Uhlenhorst als um den Mümmelmannsberg. Die Auswirkungen des Oberschichthobbys „multikulturelle Gesellschaft“ spüren natürlich nicht die Hobbyisten, sondern wieder praktisch ausschliesslich die Viertel der Ärmeren in Deutschland (sonst wär das Hobby auch schon lange out). Und in den Schulen werden ihre Kinder von der deutschen Lehrermittelschicht schnellstens aussortiert, auch wenn sie intelligenter sind, als deren eigene Kinder (vermutlich besonders dann …).

    Trotzdem schmeissen sie nicht mit Brandsätzen auf Polizisten – das tun die Wohlstandsverwahrlosten aus der Mittelschicht.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Bemühen Sie Ihre Phantasie ...
      … und stellen Sie sich vor, Sie wären Teil der „deutschen Unterschicht“.

      Schwierig, ja.

      Aber wenn Sie sich in den Alltag, das Lebensgefühl und die Lebenserfahrung von alleinerziehenden Kassiererinnen, Rentnern mit ergänzender Sozialhilfe, Arbeitslosen und -suchenden mit oder ohne Familie hineindenken und vor allem -fühlen, dann werden Sie sich die Antwort auf Ihre Frage womöglich selbst geben können.

    • Es gibt darüber unenlich viele Berichte – namentlich von Journalisten und Verbänden, die selbst überhaupt nicht so leben. Da redet dann keiner von „Stellen Sie sich mal vor“. Ich übernehme den schweren Part der radikalen Ehrlichkeit. Man kann daS GEMEIN finden, sicher. Aber mich da hieinfühlen und dann schreiben geht schlecht.

    • broken windows und Dinge (und Menschen!) verwahrlosen lassen,
      da kann ich der Versuchung eines Selbstzitats nicht widerstehen http://foersterliesel-foersterliesel.blogspot.co.at/2011/09/blog-post_24.html

  3. Gehobenes Sprachmilieu dank der "Zugereisten"
    Am Tegernsee hat sich offensichtlich allerhand gewandelt, seit die letzten original-bayrischen Wallberg-Lackeln durch die Zugereisten vertrieben wurden. Verbotene Pfade tituliert man heutzutage fürnehm „Privatstraße“. Einstmals hieß es:
    „DIESER WEG ist kein Weg. Wer es trotzdem tut, zahlt fünf Mark und fließt in die Gemeindekasse.“

  4. Die Metzgerei
    heißt doch gar nicht Wurstkutschn, sondern WurstkutschGRAVISn.

    Sind Sie sich, verehrter Don Alphonso, eigentlich sicher, dass das Frühförderungsschild von Amts wegen gesäubert wurde und nicht etwa nur der Niederschlag die Hanuta-Aufkleber aufweichte?

    • Titel eingeben
      Naja,
      und am Ende ist es doch wieder ganz anders, als wir dachten. Da hat dann nämlich ein besonders verrufener Journalist mit undurchsichtiger, komplett durchideologisierter Agenda *selbst* das Schild sorgsam freigekratzt, einzig mit dem Zwecke, einen launigen Blogbeitrag darüber zu verfassen.

      Und warum tat er das? Nicht, um Zeilengeld zu schinden, sondern aus dem rein intellektuellen Vergnügen, noch kurz davor über problematische Praktiken im Journalismus (in Zusammenhang mit mitunter etwas überdrehten feministischen Kampagnen gegen „rape culture“) berichtet zu haben. Welche größere Freude könnte es einem kritischen Journalisten in diesem Zusammenhang bereiten, als anschließend höchstselbst sich in den Adelsstand der Roß- und Kurfälscher (und Schildfreikratzer) zu versetzen?

      Nun aber, da ich das alles hier offen lege (jedenfalls der bloßen Möglichkeit nach) verkürze ich die klammheimliche Freude des ansonsten sehr geschätzten Autoren – sollte es denn so gewesen sein, wie ich es hier schrieb.
      ;-)

  5. über den dächern von zürich
    der ganze zwiespalt der FAZ zeigt sich heute, in der online – ausgabe ein beitrag über gelungene sanierung, in Zürich, der hauptstadt von dem, was mann oder frau auch finanzkapitalismus der besten art nennen könnten…(andere klassifizierungen will ich hier vermeiden, jeder sollte aber seiner fantasie freien lauf lassen, wie wir das noch nennen könnten)…………..ausgerechnet dort wird etwas schön und sauber und grosszügig saniert, einfach vorbildlich.
    für wen schreibt die FAZ solche beiträge ? das ist doch so ausserhalb der normalen welt, ja für deutsche bürger auch mit tegernsee-konto und -vermögen einfach in einer anderen liga.
    der hype dort wird von quellen gespeist, die uns zum glück fremd sind und auf kosten des rests der welt gehen.
    warum nicht über eine gelungene sanierung in berlin, frankfurt, flenburg, bad wiessee schreiben ????

  6. Aber, aber, wir wollen doch kein Bild vomSchliersee sehen, sondern
    was aus „unserem kleinen Yachtclub“:

    https://swobble.de/img/user/1/14/3375/pictures/1312798633.jpg

    http://www.rhein-zeitung.de/cms_media/module_img/647/323806_1_popup_323806_1_org_b_bas_tueftler_sonnen09.jpg

  7. Titel eingeben
    ja bei diesen kommentaren ist es angenehm am see zu sitzen und über schweizer quellen(etwa der cern?ergebniswert) zu philosophieren

    dabei läßt sich gut die enten und schwäne beobachten

  8. Lodenzwang
    Mir deucht, dass die aus sogen. ‚Edelkonfektion‘ stammenden Janker und Seppelhosen schon seit einer Weile nur noch etwas für Düsselhamburgersaupreissn und Besucher der Käferschänke auf dem Oktoberfest sind.

    Die Frühförderung setzt hoffentlich auch hieran an.

    • Nein, so schlimm ist das hier nicht, nur ist ein Lodenmantel im winter einfach praktisch.

  9. Mal anders, mir gefällt's
    …nur viele Leute verstehen wirklich keine Ironie.

  10. Entspannung
    Ich lese dieses Blog seit nunmehr einem Jahr, und ich habe es durchwegs genossen. Sie gehen mit konservativen Standpunkten in einer Entspanntheit um, die es eine Freude macht, Ihre Beitraege zu lesen. Vielen Dank, und auf dass Sie uns noch eine Weile erhalten bleiben.

  11. Titel eingeben
    Lieber in Hundham a Haus ham als in Hausham a Hund ham, hat mein Kollege in München früher immer gsagt.
    Ich bin da auch immer recht zügig durchgefahren, wenn ich am Wochenende auf die Brecherspitz wollte und wenn ich grad bei dem Wetter aus meinem Bürofenster schaue und mir vorstelle ich könnte da irgendwo in den Bergen… Naja, lassen wir das. Aber das unterschwellige Gefühl, dass das am Tegernsee nicht so richtig echt sein kann, hatte ich auch immer. Irgendwann muss von diesen Kulissen mal eine umfallen, hab ich mir gedacht…

    • Das ist eine richtige Beobachtung und so um 2000 schien es auch so weit: Enorm überalternde Gesellschaft, viel Krankenkassenausnehmerei, Wegbrechen der reichen Gäste und keinerlei Nachwuchs. Ich war dort ja oft zu Gast und das ist schon aufgefallen

      Seitdem derrappelt sich die Region aber wieder, was vor allem mit der Nähe zu münchen und dem Boom der Outdoorsportarten zu tun hat. Als ich hergezogen bin, waren fast nur alte Leute am Berg, heute ist das voll mit Jungen. Und die sind das dann auch, die mit Home Office vor der Entscheidung stehen: wohnung in München oder Villa am See? Deshalb stehen die Kulissen jetzt weitaus besser.

      Hausham ist leider irgendwie zersiedelt, hat aber auch sehr reizvolle Ecken.

    • Und der Spruch ist super, den muss ich mir merken.

    • Titel eingeben
      Die Preise in München sind halt so, dass für viele die Rechnung aufgeht: In der Innenstadt wohnen und eine Stunde mit U Bahn, S-Bahn, Strassenbahn, Bus pendeln, oder Tegernsee und Umgebung mit 1 x die Woche Home Office und BOB Jahresticket. Nicht unbedingt für weniger Geld, aber wer auf die Stadt und ihre Möglichkeiten nicht so viel Wert legt, dafür aber auf Feld, Wald, See und die Wege dazwischen, der kann da gut bedient sein.
      Grad bei so einem Wetter wie heute kommt man da schon ins Grübeln (schreibt einer, der in der Stadt im Büro sitzt und einen Blick auf Gleise werfen kann, wo ab und an eine BOB vorbeifährt).

  12. Klassenkampf von oben?
    Da ist der Herr Alphonso wieder am wegbeissen. Siehe hier:
    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/ab-wann-ist-man-reich-ein-spitzenverdiener-spricht-13360028.html
    Nota: Geboren zu sein oder sogar reich geboren zu sein, ist nix worauf man stolz sein sollte.

  13. Als geborener Haushamer...
    … (und einer, der dort fast 30 Jahre gelebt hat) darf ich sagen: Fein beobachtet. Ich habe meinen Zivildienst in Gmund abgeleistet und dort eine Zeitlang anderweitig gearbeitet und kann Herrn Meyers Beobachtungen (auch die früherer Kolumnen) durchaus bestätigen. Erstaunlicherweise hat man Mitte der 80er viele dieser Entwicklungen schon vorausgesehen, aber dank einer oberbayrischen laissez-faire-Haltung nichts dagegen unternommen. Wenn ich aus meinem nordeuropäischen Exil in die alte Heimat besuchsweise zurückkehre, bin ich jedesmal auf’s Neue erstaunt, wie wenig sich dann doch verändert hat, sowohl menschlich als auch die Umgebung betreffend. Selbst ein nunmehr grüner Landrat vermag hier nur punktuell ein Umdenken anzuregen. Zur Umsetzung muss man ihm fairerweise noch viel Zeit lassen. Waar ja no scheener…

  14. Millionäre sind auch nicht mehr...
    …es gibt so viele schöne Orte, da würde ich mich doch nicht zwischen Berggipfeln ohne Meerblick einsperren lassen.

  15. Arm oder reich....wo bleibt die Ästhetik?
    Es tut mir leid, wenn ich die angeregte Diskussion kurz unterbrechen muss, aber dieses Anliegen erscheint mir doch zu wichtig, um schweigend zu verharren.

    Herr Donalphonso,

    ich lese sehr gerne Ihre Kollumne, bin nun aber doch sehr entäuscht. Das Rad auf dem Bild weiß ja grundsätzlich zu gefallen, und mir ist bewusst, dass die Auffahrt zum Spitzingsattel steil ist und lang sein kann, aber muss man ein Rennrad denn wirklich derart verunstalten? Es mag sein, dass eine Mountainbike-Kurbel bequemer die Auffahrt hoch zum Spitzingsee ermöglicht, aber sie müssen stets bedenken. Maximal die hälfte der Strecke geht’s bergan, die andere Hälfte geht’s bergab! Gerade eine Person Ihres Standes weiß doch um die Wichtigkeit der Etikette, daher bitte ich Sie eindringlich, diesen Frevel zu beenden.

    Hochachtungsvoll
    Ein irritierter Leser

  16. Förderung, achja...
    grad gestern, endlich mal wieder Sonnenschein, hab ich mir so eine Institution, in der gefördert wird, angesehen, ein Schlößchen an der Stadtgrenze, rundum Garten mit Schaukeln, Beeten, Werkstätten, – das konnte ich empfehlen! Denn ich empfehl nix, was ich mir nicht vorher angeschaut hab. Aber die Familie will den zu Fördernden da nicht hinlassen, denn sie verlöre damit die – tatsächlich nicht ganz unbeträchtlichen, fast zweimal die Grundsicherung betragenden – finanziellen Förderungen für ein behindertes Kind. Deswegen soll es weiter einfach den ganzen Tag in der Küche sitzen bleiben, Rauch und Erwachsenenprobleme inhalieren und, so bald es stark genug ist, ein bißl pfuschen (in einer Wäscherei zum Beispiel) gehen. Mittelstandskinder kosten, Unterschichtskinder bringen. Aber das hab ich erst hier, in der Vorstadt, eingesehen.

  17. Rosenmüller
    „Beste Zeit“, „Beste Gegend“. Danke, Don Alphonso.

  18. Yachtclub
    Werter Don,
    wenn ich mich recht entsinne hat die Kunstfigur doch nur ein altes Faltboot. Kommt man damit am Tegernsee schon in den Yachtclub. Und ueberhaupt, fuer eine richtige Yacht (oligarch style) waere der Tuempel doch bestenfalls gross genug, um vorsichtig zu wenden.

    Auch faszinierend ist die Kombination „Copy und Dart Shop“. Ich hab‘ mal inMainz gewohnt, da gab es einen Ängel und Dart Shop“… Fische mit Wurfpfeilen erlegen waere doch auch ein schoenes Hobby.

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