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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Das Spiel des Throns, der Recamiere und des Holzbretts

| 78 Lesermeinungen

Um viere fuara foad, um finfe wora doard.
Bayerische Redensart über die Endlichkeit des Daseins.

Zwei Quadratmeter.

Zwei Quadratmeter ist der effektiv nutzbare Raum für einen Menschen, und da muss er schon recht ausgebreitet herumliegen, etwa so wie der ehemalige Chef von Arcandor in einem Klinikbett, wo er auf seine Entlassung gegen Sicherheiten warten soll. Soll ein Mensch mit Gewalt grossflächiger verteilt werden, wird es eher diätfördernd, und auch der halbe Quadratmeter, auf den Flüchtlinge auf Schiffen zusammengedrängt werden, sind auch nicht gerade dauerhaft erbaulich. Mit einem wirklich grossen Sofa und einer zusätzlichen Katze schafft man vielleicht drei Quadratmeter, und über den Stuhl, auf dem Herr Piech sass, wissen wir lediglich den Umstand, dass er ihm weggezogen wurde. All die Klassenunterschiede des Menschen sind zwar sehr deutlich erkennbar, spielen sich aber letztlich auf einer doch vergleichsweise kleinen Fläche ab. Oder anders gesagt: Es geht darum, wie man die winzige Krume der Welt, auf der man sich gerade befindet, so angenehm wie möglich zu gestalten.

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Ein Beispiel, weil es gerade vorbei fliegt: Das Ding da oben hat vermutlich eine erste Klasse und Leute mit Senatorkarten und Laptops und einem Ziel, das sie so eilig erreichen müssen, dass sie die Buchung so eines Aluminiumvogels buchen. Da sind sie dann da oben und schauen hinunter, sehen rechts dem Hauptalpenkamm und links die bayerischen Voralpen, und neben ihnen schiebt eine gezwungen freundliche Person einen rumpelnden Aluwagen und reicht auf Plastiktabletts vorgekochtes Zeug, das man am Boden nicht einmal einer Ente im See zumuten würde. Als passionierter Teetrinker weiss ich genau, warum ich nicht gerne fliege: Tee ist meine Droge und wäre meine Droge Crack, käme es wegen der verschnittenen Qualität zu einem Gemetzel, was sich da oben niemand wirklich wünschen kann. Trotzdem lese ich immer wieder, wie erfreut junge Berufstätige sind, wenn sie endlich so eine Senatorcard haben, und millimetergenau berechnet ein wenig mehr Platz für ihre Beine in so einem Fluggerät bekommen.

Es mag für ein Flugzeug tatsächlich gar nicht schlecht sein – allein, kein Mensch käme je auf die Idee, sich am Boden in so einen Sessel zu setzen und sich dergestalt abspeisen zu lassen. Die gleichen Leute, die mich über ihre Senatotcard informieren, würden Zeter und Mordio schreien, würde man sie so in ein Restaurant oder ein Hotelzimmer pferchen. Wir lernen daraus: Luxus ist immer situationsabhängig und eben jene, die oft die höchsten Ansprüche vor sich her tragen, und zwar mit Vorliebe an andere und die Gesellschaft, sind gar nicht so, wenn sie dann letztlich das Maximum haben, das sie bekommen können: Lounge an einem hässlichen Nichtort namens Flughafen und kein Chippendalesofa an Bord. Auch keine Silberkannen und dafür minderwertiges Geschirr.

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So kann man den einem zur Verfügung stehenden Raum also auch ausfüllen, oder auf einem einsamen Hotelbett mit Businessrabatt in einem Hochbunker, dessen Waben alle nach den gleichen Nützlichkeitserwägungen gestaltet werden: Minimale Reinigungszeit, Möbel, die an Abschreibungsfristen angepasst werden, irgendwelche Gediegenheit vortäuschende Dekoration und oben ein Restaurant, von dem aus man wieder auf die Niederungen des Daseins blicken und sich noch einen Cocktail einschenken lassen kann – nur nicht umdrehen und sehen, dass das Elend hier oben nur etwas besser lackiert ist. Man wird, was man erlebt, und wenn ich dann ab und zu im Netz die Innenräume sehe, in der solche Menschen ihre zwei Quadratmeter persönlichen Platz haben, dann sieht das oft ähnlich zweckmässig und austauschbar dekoriert aus. Das Regalsystem von USM Haller wie bei der Vertreterausstellung, die Sessel wie in der ersten Klasse des Flugzeugs und die chromglänzenden Freischwinger wie im Besprechungsraum des Chefs. Und natürlich ein pflegeleichter Fussboden in Schmutzfarben. Und eine Putzfrau, wie im Büro.

So kann man die zwei Quadratmeter, die man maximal besetzt, natürlich auch gestalten, und sich schon mal einen Chefsessel dazu stellen. Vielleicht bin ich ja arg triebgesteuert, aber bei solchen Wohnungen frage ich mich dann immer, wie das wohl wird, wenn man zum interessanten Teil des Daseins kommt, etwa, wenn man minimal zu zweit diese beiden Quadratmeter aufsucht, oder sich einmal den halben Kühlschrank gönnt. Dann aber fallen mir wieder die abnorm hohen Single- und Scheidungszahlen bei modernen Grossstädtern ein, die strukturierten und makellosen Lebensläufe bei Partnerschaftsportalen, die Ansprüche an das Gegenüber und die prozentgenauen Ähnlichkeiten, und schon finde ich derartige Räume nicht weiter überraschend: Sie sind durchaus geeignet, um ein Singledasein mit der nötigen Stilsicherheit zu bestehen. Kein Nippes, keine Fehler, am Abend rührt man sich noch einen Cocktail und findet sich durchaus elitär, während im Gang schon der Rollkoffer auf neue berufliche Herausforderungen wartet. Da passt alles, da braucht man keine Exzesse mehr, wo doch alles so zweckmässig wie im Leichenschauhaus ist. Da hat man übrigens auch zwei Quadratmeter.

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Aber da will man natürlich meistens nicht hin, zumindest nicht so bald. Man glaubt an eine individuelle Zukunft, so wie der Rekrut im ersten Weltkrieg dank der Heldengeschichten an den individuellen Kampf dachte, an Mut und Kraft, und weniger an das maschinelle Töten des Maschinengewehrs. Wir sehen heute langjährige Recken wie Middelhoff und Piech fallen, wir hören ihre Siege und Niederlagen, und für die Angestellten der Postbank geht es aufgrund einer Entscheidung um Alles oder Nichts, wie schon bei den Managern von VW und den Kassiererinnen bei Karstadt. Aus irgendwelchen absurden Gründen jedoch glauben viele, ihre zwei lumpigen Quasratmeter der Zukunft mehr beim Aufsichtsrat sehen zu wollen, wo die aufregenden Schlachten toben, denn dort, wo sie zumeist bleiben. Ich bekomme das hier ja nicht so mit, aber da hinten in der Mitte vom oberen Panorama geht es hoch zum Achenpass, und in Rottach steht direkt an der Strasse ein Denkmal. Mit vielen, vielen Namen und dahinter ein Kreuzerl und Zahlen von 14 bis 18 und liegen tun sie, wenn sie nicht völlig zerfetzt oder verschüttet wurden, in langen Reihen fern der Heimat auf zwei Quadratmeter, irgendwo zwischen Verdun und Isonzo. Wenn wir hier schon über Klassen und Privilegien sprechen: Recht viel unterprivilegierter kann man trotz Gedenkstein nicht sein, und jeder, der etwas Hirn hat, sollte sich eigentlich sagen: Genau andersrum sollte es sein.

Und an diesem Andersrum bin ich auch. Unten am kleinen Yachtclub. Der Flieger ist oben, das Denkmal im Schatten des Hirschbergs, die Manager woanders, die Sonne scheint und die Enten wüssten gern, ob sie etwas von meinem Strudel haben könnten. Das klingt ebenso einfach, wie es schwierig ist, überhaupt erst einmal so weit zu kommen, und das genau so zu tun, aber sonderlich problematisch ist das ab einem gewissen Vermögen nicht. Ich mache das freiwilig, drüben in Bad Wiessee werden sie nach dem Zusammenbruch dazu gezwungen. Einer von denen hatscht leicht krumm mit seinen Stöcken an mir vorbei, geht auf den Steg, setzt sich auf die harten Holzbretter und bleibt sitzen. Das sind fei keine schlechten zwei Quadratmeter, wenn man das mit anderen vergleicht.

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Er bleibt auch lang genug sitzen und findet das gut so, wie es ist. Die Enten fallen über Kinder mit Pommes hier, hinten rauscht die Espressomaschine, es ist etwas windig und nicht zu warm. Da oben ist der Himmel langsam wieder makellos blau, die Kondensstreifen haben sich aufgelöst, aber die Gedanken, wie man seine zwei Quadratmeter in ein anderes Büro, an einen anderen Schreibtisch und Rechner bekommt, die bleiben. Irgendwo da hinten hinter der Endmoräne, wo man den Manager und seine Entscheidungsgewalt fürchtet und nicht erkennen mag, dass er das alles und seine zwei Quadratmeter auch nicht gerade so einsetzt, dass er jetzt einen schönen Tag hätte.

Gestern Abend stand ein Bentley Coupe in Seeglas.

Auf dem Behindertenparkplatz.

Man sollte dem Schicksal so wenig Chancen wie möglich geben, seine unstete Natur zu beweisen, und vorher wenigstens noch die richtigen zwei Quadratmeter finden.

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78 Lesermeinungen

  1. tee als droge
    ja, die airlines servieren lauwarmes waschwasser als tee, kann einem aber auch in der gehobenen gastronomie passieren………das sind grobe misshandlungen………….
    dann lieber südliches marokko, ein gesöf wunderbarer art aus einem alten topf………..da war das wasser heiss genug und die beigemischte pfefferminze tut ein übriges zum belebung.
    ja, ich meine für den ex-chef von arcandor reichen zwei quadratmeter völig aus, er hat ja jahrelang den ausreichenden platz in flugzeugen und hubschraubern auf kosten dritter ausreichend genossen, warum mann ihn aber schon interprozessual härter bestraft als den ex-chef von bayern münchen ist eines der vielen rätsel der deutschen justiz und warum der ex-chef von heidelberger druck, air berlin,deutscher bahn und berlin flughafen und anderer firmen, die wir hier nicht nennen wollen, da es sie wahrscheinlich schon lange nicht mehr gibt immer noch nicht auf die zwei quadratmeter reduziert wurde, ist mir ein rätsel, aber wahrscheinlich hat er irgendwo eine tante oder einen onkel.

    • Titel eingeben
      Heißes Wasser, Luftdruck, Geschmackssinn, Tee, Flugzeug, das passt nicht zusammen. Auch wenn die Bedienung wirklich nett, die Tasse aus Porzellan und der Sessel gemütlich mit viel Platz um die Beine herum ist.

      Und müsste es eigentlich nicht eher eine Säule von zwei Kubikmetern sein (1x1x2), auf die man abstellen müsste? Bei Herrn Calmund oder Frau Wittler vielleicht derer drei. Und diese m^3 bewegt man dann wahlweise über viele andere qm Grundfläche, stolpert dabei vielleicht über alte Rennräder, Bilder, Silberkannen und am Strand über sich sonnende scheinbehinderte Bentleyfahrer.

    • Die Debatte über Korpulenz wollte ich genau auf diese Art und Weise vermeiden.

      Natürlich passt flugzeug nicht zum Tee. Das ist eben so und deshalb fliege ich nicht gern.

    • Tee kann im Flugzeug nicht schmecken
      Dort entspricht der Luftdruck in der Kabine einer Höhe von 2400 m über dem Meer. Da kocht Wasser schon bei 90 Grad Celsius… das kann nichts werden, auch nicht mit den feinsten Blättern.

  2. Falschparker - niemals!
    Ich lege wert auf die Feststellung, dass ich meinen Bentley nicht auf Behindertenparkplätzen abstelle. Auch fahre ich leider viel zu selten aus dem windig kühlen Norden in die bayrische Seenlandschaft.
    Den Ausführungen des Don kann ich mich gern anschließen, mir kam eine Geschichte aus der russischen Literatur in den Sinn, wenn mein Gedächtnis nicht trügt von Tolstoi, So viel Erde braucht der Mensch. Man könnte sie gelegentlich nachlesen.
    Mit herzlichen Grüßen aus dem ähm Hauptslum

  3. Erstaunlich, dass Sie bei Ihrer Eisenrohrsammelleidenschaft Ihre wenigstens
    zeitweilig wichtigsten zwei Quadratmeter Zweidimensionalität unter sich völlig ausgelassen haben: Das Fahrrad, nicht auf dem Boden liegend, sondern senkrecht auf der Fahrbahn stehend … oder gibt’s darüber noch mal eine separate Geschichte?

    PS: Wieviele sind’s denn bis dato? 100? Und: Haben Sie schon ausgiebig Weidezaunüberqueren geübt?

  4. un a baradies ists...
    wenn ned a jeder nei kommt. Valentien? Polt? wes nimma.

  5. Bentley Coupe auf dem Behindertenparkplatz
    … ist auch dann verständlich, wenn die Behinderung an sich nicht echt: Denn Behindertenparkplätze sind breiter als die sonstigen, und Lack-, ja sogar Blech-Schäden an einem Bentley teuerer als bei den gewöhnlichen anderen. Schäden zu vermeiden durch mehr Platz (an der Sonne) ist doch lobenswert, nachhaltig usw.

  6. etwas wenig draco
    und auch wenig daenerys sollte das auch klick bait sein?
    aber was red ich, der Titel ist ja spiel und des throns nicht game und of.

    mel ursus

  7. Also...
    ich ziehe die Fäden meines Sterns auf meinem previlegierten Petristuhl…
    Max Bahr…3,95…zusammenklappbar…0,5 m² Stoff…maximal…
    optimal:=)

    Gruß
    W.H.

  8. Mit dem richtigen Thron...
    …macht das Spiel auch Spaß:
    http://www.zeit.de/2015/15/toiletten-toto-intelligente-junichi-tani-japan

  9. Fleisch und Blut
    Münchau motzt gegen die deutsche Familie und „den absurden Spuk bei VW.
    Als ob der Vorstand von so einer Branchenprimus AG vertrauenswürdiger wäre.

  10. An der Quelle
    Und dann die Connection Middelhoff-Marseille.
    Was steckt da denn dahinter?
    .
    In der wirklichen Kinowelt würde jetzt eine die Kaution zahlen um ihn anschliessend bei sich auf der Villa als Poolreiniger zu beschäftigen oder so.

  11. Der Mensch auf Reisen
    Er hat sich immer eingeschränkt. Über die Motive kann man natürlich streiten. Lieber Don, Sie verpassen etwas. Außer der Lufthansa First Class gibt es noch anderes. Derzeit genieße ich die Fahrt mit der Royal Enfield durch den indischen Straßenverkehr. Die richtigen zwei Quadratmeter kann man wechseln. Es gibt Menschen, bei denen nicht nur das Schicksal unstet ist!

  12. Das Fass des Diogenes war noch kleiner
    Wenn mir der verdammte Besitz auf die Nerven geht oder man mir den verdammten Besitz streitig machen will, denke ich an Diogenes in seinem Fass, das wahrscheinlich noch kleiner als 2 Quadratmeter war. Irgendwo in Griechenland in einem von der Sonne gewärmten Fass liegend vor mich hin zu philosophieren, stelle ich mir traumhaft vor. Was schert mich dann noch der verdammte Besitz!

  13. Ach,
    werter Don, dabei kommt es den meisten Menschen doch nicht darauf an, auf welchen zwei qm sie sich im Moment befinden, sondern wo sie sich in Zukunft befinden wollen. Das treibt den Mensch doch seit Jahrtausenden ins Unglück und zu McKinsey.
    Jetzt klotzen wir mal zehn Jahre richtig ran und setzen uns dann mit dem Geld zur Ruhe und dann hat man doch ein Reihenhaus im Taunus und Scheidung wäre Privatinsolvenz. Und nochmal zehn Jahre später will man die Kinder nach Cambridge schicken, die sollen es schließlich mal besser haben und für noch mehr Geld noch mehr arbeiten dürfen. Der Mensch wird nicht glücklich, nur weil er mehr Milliarden hat, als er halbwegs vernünftig ausgeben kann und weil er den größten Autokonzern Europas lenkt. Denn es könnte ja der größte Autokonzern der Welt sein und ein paar Prozent mehr könnte er auch abwerfen.
    Dabei wäre es so einfach. Blick auf die Berge, Tasse Tee. Und die Ehrgeizigen lassen einen in Ruhe…

    • Das ist richtig – die Sache ist nur: Es gibt ja auch in Deutschland mehrer Millionen Menschen, die sich da alles problemlos leisten könnten, ohne sich deshalb aufzuarbeiten und ihre Haut an Beraterfirmen zu verkaufen. Ab einem gewissen Punkt bringt mehr Geld nur noch mehr Geld und vielleicht Prestige, aber darum kann es doch auch nicht gehen. Vor allem nicht vor dem Hintergrund, dass man ab dem fünften Jahrzehnt deutlich abbaut und ich sehe ja all die alten Millionäre hier rumlaufen: Die sind zwar reich, aber lahm, faltig und unzufrieden. Man muss wissen, wann es reicht. Aber genau das wird nicht vermittelt, statt dessen kommt der ganze Quatsch von Work-Life-Balance. Sobald man lebt, braucht man das alles nicht mehr.

  14. Genial
    @Prinz Matecki – Es erleichtert mich, aus Ihrem Kommentar schließen zu können, dass sie nicht der Gehandikapte sind.
    .
    @Don – Wenn dieser Piech wirklich so genial ist, wie ihr Kollege Apfel schreibt, dann hat er vielleicht vor (entgegen der Meinungen der Presse) statt seiner Frau Ursula, Ursula van Leyen zu installieren. Diese rührige Dame wohnt schließlich bei VW gleich um die Ecke. Da Frau v. Leyen selbst gesagt hat, dass sie nicht den Bundeskanzlerinnenposten anstrebt, und die notwendige Entscheidung über G-Gewehre ja schon gefallen ist, stände sie für diesen Job sicherlich zur Verfügung. VW käme dann echt groß raus mit einer Superquotenfrau.

    • Ich kann mich ja noch an die Zeit erinnnern, als der Lopez-Skandal in aller Munde war. Vermutlich hat es teilweise bei Audi und VW wirklich einen wie Piech gebraucht, um die Marken nach vorne zu bringen, aber der Erfolg hat da viele Väter und die Konzentration auf einen Mann ist da halt sowas wie der Flugzeugführer des ersten Weltkriegs: Propaganda, vermischt mit Panegyrik.

      Generell würde ich nie irgendwas glauben, was in der Presse zu Automobilen steht. Erfahrung aus einer Autostadt.

  15. Titel eingeben
    Haben wir im Beitrag doch glatt die Recamier vergessen!
    .
    http://en.wikipedia.org/wiki/La_maja_vestida#/media/File:Goya_Maja_ubrana2.jpg

  16. "Kein Nippes, keine Fehler"
    Vielleicht ist es ja tatsaechlich so, dass eine bayerisch-barocke Ausstattung nicht jeder Seele den gewuenschten Frieden gibt, sondern dass andere ihre Ruhe eher in der eleganten Kargheit finden, die einrichtungstechnisch typischerweise den Skandinaviern zugeschrieben wird. Dass sich selbige Kargheit, weil praktisch, auch in der Geschaeftswelt wiederfindet, mag bald Zufall sein, bald Absicht. Eine pauschale Unterstellung von Geschmacklosigkeit ist hingegen Unfug.

    • Ich sage nicht, dass es geschmacklos ist – ich finde es nur unpersönlich und kalt. Katalogwohnungen, die keine Eigenschaften erkennen lassen, vielleicht, weil es sie mitunter auch nicht gibt.

    • „Quadratisch. Praktisch. Gut“. (Ritter Sport)
      Solche quadratisch-praktische Wohnungen und Häuser kann man häufig in deutschen TV-Krimis „bewundern“. Sogar das kleine ’schicke‘ Radio im Hintergrund ist immer das gleiche Modell.

  17. Titel eingeben
    Werte Frau Dr. Heuse. Ich weiß ja nicht, wieviele Fahrzeuge Sie diesem Herrn Piech bisher abgekauft haben. Bei mir sind es fünf. Es wird kein sechstes Auto von dieser Marke geben. Wer immer sich auch hinstellen mag, diese Marke sei der Ausbund deutscher Wertarbeit, dem schicke ich meine Vertragswerkstatt-Rechnungen gerne zu. Dieser Laden ist ein Sauhaufen.

    • auf der einen Seite werden Reparaturen seltener -auf der anderen Seite werden sie enorm teuer. Un gleichzeitig will man nicht, dass sich andere auch nur an Kleinigkeiten versuchen. Das ist schon etwas nervig, und der Espresso, den man beim Warten bekommt, ist teuer bezahlt,

    • motorenprobleme
      nun meine freunde und freundinnen, die motorenprobleme des konzerns, der immer der menge nach gerne der grösste der welt wäre, sind ja aktenkundig und mann oder frau surfe dazu mal im internet. wer vor grössenwahn die solide maschinenbautechnik vernachlässigt oder aus seinen autostadt-ufo heraus die kunden nicht mehr sieht, der gehört abgestraft. das was da passiert ist klassische schnöde gewinnmaximierung auf kosten dritter.

  18. Danke
    Sehr schön gesagt. Wiedermal.

  19. Dann schon lieber einen alten Celica
    Folkher Braun – Ich hatte nie einen Wagen aus dem Piech-Stall. Mein liebstes Auto war ein Celica. Den hatte ich Jahre bis jemand ihn mir zu Schrott gefahren hat. Nur einmal musste ich ihn zur Reparatur bringen – zum Austauschen der Zündkerzen. Jetzt fahre ich seit über zehn Jahren den selben Mercedes. Er fährt sich sehr bequem. Aber was die Qualität der Technik betrifft, hat er mich von den Vorzügen deutscher Wertarbeit nicht überzeugt. Ich habe gewissermaßen ein Abonnement. Seit der letzten Reparatur geht (manchmal) der Scheibenwischer an, wenn ich den Winker benutzte. Intermittente Probleme sind besonders pervers.

  20. Beim heutigen Fiegen auf Kurzstrecken werden Passagieren Verhältnisse zugemutet,
    gegen die es übertragen auf Legehennen sofort massive Proteste geben würde. Ich muss(te) für Jahre im Schnitt einmal pro Monat fliegen. Und könnte gerne darauf verzichten, das gilt auch für die Business-Class auf Langstreckenflügen. Echter Luxus sieht, der Don hat vollkommen Recht, anders aus. Auch wenn er den Platz in modernen Fligern überschätzt – 2 qm hat maximal die Business Cass auf Langstreckenflügen. Bei den besten Anbietern.

    Um überhaupt dahin zu kommen, muss man durch durch im Einzelfall versagende Maschinen-Checkprozeduren an Automaten, überfüllte Abfertigungshallen, moderne Beliebigkeits-Betonarchitektur, im günstisten Fall gelangweilte Sicherheitsleute am Ende einer 20 Minuten Warteschlange, kilometerlange Übergänge zwischen Terminals, weltweite Einheitsbrei-Anbieter in den KonsumTempelnSümpfen von fehlsichtigen Designern mit Hörproblemen. Und. Und Und. Ja, dagegen ist der Platz auf einem Steg in einem schönen See bei Sonnenuntergang hundertmal besser. Sollten Sie Angeber mit „Senatoren“-Status in Ihrer Bekanntschaft haben – lachen Sie diese einfach aus.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  21. Korr: Diogenes in der Amphora
    @Don – Darüber hatte ich noch nie ernsthaft nachgedacht. In meinem Kinderbuch mit griechischen Geschichten war eine Abbildung, da lag der Diogenes in einem Holzfass (so wie ich es vom Kloster Eberbach kannte). Dass das wieder nur eine Kinderveräpplung war, ist mir bis heute nie aufgefallen. — Vielen Dank! Sich den Diogenes in einer großen Amphora vorzustellen, ist schließlich nicht nur wirklichkeitsnäher, sondern auch viel klassischer.
    .
    @ Dictionaftis – Ich kann den Link leider nicht abrufen. Mein Schirm verschwindet im unendlichen Grau.

  22. Zwei Quadratmeter ...
    … in Hongkong können ganz schön viel sein.

    http://www.fr-online.de/panorama/hongkong-zwei-quadratmeter-zum-leben,1472782,29300120.html

  23. qm im Flugzeug
    Ich musste mal dienstlich nach Canberra, Australien, über Singapore, da fand ich die Business schon angenehm. Luxus ist das auch nicht. Der findet in der First statt, mit Abholung und individualisiertem check-in, Limousinen – Fahrt zum Flugzeug und bei den besten Airlines einem Kabinen – ähnlichen Bereich mit Sessel und für die Nacht mit einem Bett, mindestens eine Airline hat in dem Bereich auch Duschen für den Morgen. Der etwas besser als Legehenne behandelte business- Px steht vor dem Brod WC Schlange um sich trocken behelfsmäßig zu rasieren (nass ist wegen der teils bedenklichen Wasserqualität in Flugzeugen nicht wirklich zu empfehlen) und „Katzenwäsche“ zu betreiben.
    Immerhin konnte ich schlafen, die Verpflegung war erträglich (bei Quantas werden in der Business Teile des Hauptgangs tatsächlich an Bord gekocht, mit Koch) und die Weine gut (für die „Bettschwere“). Aber angekommen im Hotel habe ich dann erst mal „Leistungsduschen“ gemacht, die Strecke Frankfurt – Singapore – Sydney – Canberra zieht sich halt.

    • Hmja. Wenn man da hin muss. Meine privaten Interessen sind halt räumlich so begrenzt, dass es oft auch anders geht. Nach Sizilien würde ich wohl immer noch fliegen, nach Neapel eher nicht. Ausserdem mag ich heruasfordernde Städte. Das Glück, durch Agrigent zu kurven, ist einzigartig.

  24. diese letzten zwei Quadratmeter kommen aus der Mode,
    wie ich im Bekanntenkreis, der die Asche seiner Eltern in Donau, Wald und Flur verstreut, beobachte und wie heut in einer Straßenbahnzeitung von deutschen und holländischen Ferienhausbesitzern, die sich zum Mißvergnügen der Einheimischen gern auf Tiroler Almen verstreuen lassen, zu lesen ist….

    • Tiroler Almen sind aber auch wirklich schön – wenn, dann dort. Ausserdem gab es da in prähistorischer Zeit auch die Brandopferplätze der Laugen-Melaun-Kultur – da fällt das kaum auf.

  25. düppel düppel
    Ich fürchte mich vor Lärm und sorge mich um das Wohl der Haselmaus.

  26. Der Reiz des Fliegens
    @Frauke Amgelin – geht auch nicht. Jetzt bin ich aber wirklich neugierig was hinter diesem Link steckt.
    .
    @Don – Fliegen ist nur eine Frage der Geduld und Einstellung – Ich habe mich so oft (aus beruflichen Gründen) auf dem fliegenden Quadratmeter aufgehalten, dass ich mir Platinum for Life bei AirFrance/KLM erflogen habe. Es gefällt mir noch immer. Ich gucke aus dem Fenster, beobachte Leute, die ich sonst nicht treffen würde, amüsiere mich über die Meckerer (letzte Woche hat sich eine dicke reiche Frau darüber beschwert, dass ich in die Businessklasse hinaufgradiert war, weil die Economy überfüllt war). Man kriegt was serviert und braucht nicht zu kochen. Wein gibt es auch. Und nach 1 Std bin ich in Frankfurt, nach 9 Std in Vancouver, nach 11 Std in San Franscisco usw. – wo es so ganz anders ist als Zuhause.

  27. Kindheitserinnerungen
    @Externet – Herzlichen Dank! Der Link hat geklappt. Jetzt erinnere ich mich auch, welches “Kinderbuch” ich seinerzeit las. Meine Mutter hatte eine Auswahl von Werken von Wilhelm Busch. Die habe ich schon vom Kindergartenalter an regelmäßig betrachtet, denn in den Fünfzigern des letzten Jahrhunderts gab es selbst in den gebildeten Kreisen sehr wenig Kinderbücher nach heutigem Standard. Die fromme Helene hat mir immer besonders gut gefallen. Aber auch Diogenes und die bösen Buben von Korinth haben mich beeindruckt. Darin war die Holzfass Zeichnung zu:
    Nachdenklich liegt in seiner Tonne
    Diogenes hier an der Sonne.

  28. @Trotzkopf gegen Winnetou
    Haben Sie Nesthäkchen gelesen oder den Trotzkopf oder doch gleich lieber den Winnetou?

  29. BC
    Boahh. Business Class Gepose. Na gut, war bei den Stichworten zu erwarten.

    Zum Glück haben ja einige Firmen mittlerweile begriffen, was das für ein schwachsinniger Kostenblock ist.

    • Ein guter Anfang.
      Was sind BWL-Funktionsfrettchen in der Airline-Holzklasse?
      Ein guter Anfang.

    • Titel eingeben
      Fliegen Sie mal mit meinen 1,93 Mtr. Länge in der Economy Amsterdam-Hongkong und wiederholen Sie das. Ich würde mich btw. einfach weigern.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Business-Class ist abwägbar
      Dem einen erscheint Business-Class als Kostenblock, dem anderen ist es wichtig, dass sein Mitarbeiter relativ frisch am Ziel ans Werk gehen kann. Wenn man schon „nur“ auf den Kosten herumreitet, sollte man in Betracht ziehen, wieviel einen der Mitarbeiter kostet, der sich erst einmal einen Tag lang von den Reisestrapazen erholen muss, wenn er in der Economy über 8, 10 oder mehr Stunden eingepfercht war, gegenüber dem Aufpreis der Business-Class.
      Zugegeben, bei vielen ist es ein Statusmerkmal, in der Businessclass zu reisen. Und eben eine Abwägungssache des Arbeitgebers, wie oben schon geschrieben.

  30. Titel eingeben
    Und wie günstig man das mit videokonferenzen ersetzen kann.

  31. Glück
    Ich glaube, wer erkannt hat, dass das Glück in einem drin schlummert und vielleicht noch eine Ergänzung durch einen Menschen an der Seite erfährt, hat alles gelernt, worauf es ankommt. Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass man dann auch im Flugzeug oder vor einem Billy-Regal glücklich sein kann. Dann ist man see- und apfelstrudelunabhängig.

    • Das kann natürlich auch sein und je älter ich werde und je mehr Krankheiten ich an anderen sehe, desto mehr verstehe ich meine Grossmutter, die meinte, Gesundheit ei das Wichtigste.

      Alles andere ist wirklich zweitrangig.

    • Titel eingeben
      Der diesen Kommentar verfassende Ü40 mag dazu eine banale Anmerkung abgeben, die gleichwohl in ihrer Bedietung unterschätzt wird: Gesundheit ist eine notwendige, aber eben nicht hinreichende Voraussetzung für Glück.

      Was zum Glück zusätzlich dazu gehört, definiert wohl jeder anders. Selbstverständlich spielt dabei Vermögen im Sinne von Geld, aber eben auch im Sinne von „ich vermag“ eine Rolle – was nutzen finanzielle Mittel, wenn man in oft nur vermeintlichen Verpflichtungen gefangen bleibt. Aber man sollte auch nicht vergessen, dass wir in Deutschland unter Bedingungen leben, die selbst dem „Hartz-er“ Lebensumstände und damit potentielles Glück ermöglichen, wie es dem weit überwiegenden Teil der Weltbevölkerung niemals möglich sein wird. Typischerweise wird man leichter glückliche gesunde aber arme Leute finden als (dauerhaft und/oder ernsthaft) kranke, dafür aber reiche Leute.

      Und der Mensch vergisst zu gern, mich eingeschlossen, dass erst die Gesundheit kommt und dann der Rest. Der Beginn der Ü40 Phase erinnert einen aber daran, wenn es gut geht, sanft. Oder, wie es einem Bekannten eines Kollegen neulich ging, in form eines stressbedingten Herzinfarkts mit letalem Ausgang. 45 Jahre.

    • Der klassische Schirrmacher-Ansatz?
      Von beiden Seiten her brennen. Mit Light-Cola und Zigaretten.
      Für was auch immer.

      Hoffentlich war es das wert.

      Anwort auf:
      “ … in form eines stressbedingten Herzinfarkts mit letalem Ausgang. 45 Jahre.“

  32. Na klar.
    Text eingeben

  33. Videokonferenzen und Realitätsverlust
    Ich habe seit 13 Jahren Erfahrungen mit Videokonferenzen und nutze solche bei bestimmten Themen auch heute noch, die Technik ist inzwischen auch besser als 2002 und die Wiedergabe hier vernünftig.
    Gleichwohl ist nach meiner Erfahrung der persönliche Kontakt, im Zweifel auch die gemeinsam eingenommene Mahlzeit in der „Verhandlungspause“ bei kritischen Themen nicht zu ersetzen.
    Weder die Emotionalität bestimmter Aspekte, noch die Einnahme der Rolle der anderen Seite für das Abwägen von Kompromissen noch das Verständnis für die Rahmenbedingungen der Anderen funktionieren aus der Sicherheit und Bequemlichkeit des klimatisierten Konferenzraums in der VTC, der Videokonferenz. So jedenfalls meine 5 Cent in den letzten Jahren.

  34. In den Genen fest verankert.
    Es ist die Gier. Mehr oder was besseres haben zu wollen als andere, nur um der Distinktion willen. Die Menschheit ist sozial gesehen asozial und schon immer so gewesen.

    Und ja, meine Katze braucht derzeit das ganze Sofa, ca. 4 m² für sich.
    Ich lass ihr das gerne. Denn sie hat auch nicht dieses humanoide Anspruchsgehubere. Nur dieses charmante Mrrp!
    Bin überzeugt, lass ich gelten.

  35. Nicht alles ist elektronisch lösbar
    @Don – Es kommt darauf an, wozu man unterwegs ist. Reparaturen, Installationen von Hardware und komplizierte Unterhandlungen kann man zum Beispiel in der Regel nicht per Video Konferenz machen. Da ist es notwendig, persönlich zu erscheinen — und zwar so gelassen wie möglich.

  36. Dazu meine 5 Cent
    @Prince Matecki – Nicht zu vergessen: der kleine Spaziergang zwischendurch mit dem Leiter der Gegenseite, ein kurzer Smalltalk Auge in Auge mit seiner über viele Dinge entscheidende Sekretärin, den nicht offiziellen Gedankenaustausch an der Kaffeemaschine mit dem zuständigen Ingenieur, den man sonst nicht persönlich treffen würde, ein kurzer Gang zum Chef des Leiters der Gegenseite — aber der eigene Chef zu weit entfernt, um sich ständig einzumischen.

    • Stimme Ihnen zu
      Auch in RL ist es schwierig an die Leute, die tatsächlich mit der Sache befasst sind
      – wie Ihren Ingenieur – heranzukommen.

  37. Der Inhalt zählt, nicht die Verpackung
    @Kastanie – Ihr Kommentar hat mich beim Abendessen sehr beschäftigt. Warum sollte man vor einem Billy Regal nicht glücklich sein? In unserem Esszimmer steht ein solches 4-spaltiges IKEA Regal voller Bücher aus verschiedenen Phasen unseres Lebens. Wenn mein Blick über das Sammelsurium der Buchrücken streift, bin ich immer glücklich. Die Tatsache, dass wir uns vor 35 Jahren nur IKEA leisten konnten oder wollten, ist für mich völlig irrelevant.

  38. Soziale Netzwerke ergänzen
    Moderne Videokonferenztechnik wird es bald erlauben, auch Einzelpersonen zwischendurch mal anzuchatten, vielleicht sogar in der Kaffeeküche oder halt über Facebook, Email, Youtube, Warcraft, oder eben, dingens, E-Mail.
    .
    WEnn sonst gar nichts hilft: Warum nicht eine mit Füller geschriebene Postkarte, wo zwischen zwei Glückwunschformeln der relevante Powersatz steht?

  39. There are many ways to skin a cat
    @HW555 – Das eine schließt das andere nicht aus. Auch im Zeitalter der Videokonferenz wirken nicht nur Postkarten, sondern auch ein kleines Büchlein mit persönlicher Widmung.

  40. Demut
    Manche Dinge im Leben lassen sich nur mit einer Portion Demut ertragen. Dazu gehört sicher die Zelle, aber auch das Flugzeug, sofern man nicht selber sich im Pilotensitz befindet. Zwischen Start und Landung einfach hinsetzen und eine Auszeit nehmen, dann geht das schon mal. Zur Farce wird das erst, wenn man daraus ein Event machen will. Mit Meilenkarte, Lounge, Notebook-Arbeit, und immer der Gedanke, man verpasst trotzdem was Wichtiges.

  41. Comme la douceur.
    Dans un son
    mystérieux je
    sens le sourire
    d’un matin
    fugitif, le chant
    du soleil et
    la voix délicate
    d’une feuille très
    heureuse.

    Francesco Sinibaldi

  42. Titel eingeben
    Welch schöne Variante der Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral. Wenn auch verspätet, aber dennoch rechtzeitig vorm Feiertag gelesen.

  43. die Bogumilen
    weil ich mich andernorts nicht einloggen mag hier: mehr Historisches und weniger Gefühliges zu den Bogumilen wäre schön zu lesen. – Übrigens hab ich den damals noch ganz jungen Jasper von Altenbockum, als er den altgedienten Balkankorrespondenten der F.A.Z., ein Schweizer, nachdem dieser in Pension gegangen war eine ganze Weile ersetzte, sehr geschätzt.

  44. Nun ja ...
    Vieles ist technisch wünschenswert, manches nicht. Zum Beispiel, dass zigtausende Büroschwengel jeden Tag für Kurzkonferenzen durch die halbe Welt jetten. Im Internetzeitalter und bei den Möglichkeiten, die sich hieraus ergeben, ist dies einfach nur noch ein Anachronismus. Außerdem hat der ganze Tourismus das Verhältnis zwischen den Kulturen nicht unbedingt verbessert.
    Mir ist es extrem zuwider, mein persönliches Befinden ökonomisch entschuldigten Zwangsverhältnissen unterzuordnen und mich in einen fliegenden Sarg zu begeben. Je größer diese Kübel sind, desto wahrscheinlicher auch der Fall, dass sie irgendwann abschmieren. Quod erat demonstrandum. Der Turmbau zu Babel sollte uns darin erinnern, dass Gigantomanie immer irgendwann ihre Abfertigung erfährt.
    Sicherlich haben Flugzeuge nichts mit den Sklavenschiffen (-> Amistad) zu tun, wir wollen ja auch nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, aber es bleibt mir immer rätselhaft, wie sich intelligente Menschen mehr oder minder einpferchen lassen.
    Nun ja, die Hersteller von Thrombosestrümpfen wollen schließlich auch leben.

  45. Diese 4 Absaetze vom Don fassen die Essenz der Lebensgestaltung meisterhaft zusammen
    Ab einem gewissen Punkt bringt mehr Geld nur noch mehr Geld und vielleicht Prestige, aber darum kann es doch auch nicht gehen… und ich sehe ja all die alten Millionäre hier rumlaufen: Die sind zwar reich, aber lahm, faltig und unzufrieden. Man muss wissen, wann es reicht. …statt dessen kommt der ganze Quatsch von Work-Life-Balance. Sobald man lebt, braucht man das alles nicht mehr.

    Kann man es besser und praegnanter sagen? Ich glaube nicht! Dieser ganze Work-Life-Balance Kram ist fuer Sissies. Wer wirklich fuer eine Sache brennt, der macht einfach sein Ding oder eben nicht.

    In der Tat eine schoene Variante der Anekdote von Boells Heiner!

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