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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die saufenden Neffen und offenherzigen Nichten des Neobiedermeier

| 121 Lesermeinungen

auf die frechste Weise anzugreifen, die bestehenden socialen Verhältnisse herabzuwürdigen und alle Zucht und Sittlichkeit zu zerstören
Aus dem Verbot des deutschen Bundestages der Schriften von Heinrich Heine.

Früher war neben dem Schloss Tegernsee ein billiger Supermarkt. Er stammt aus jener Epoche des Niedergangs, die hier auf die letzten Glanzzeiten der 70er Jahre folgte: Als Gunter Sachs mit Brigitte Bardot noch oben in der Sassa Bar anzutreffen war, als heute fast vergessene Versandhausmogule in Schlösschen residierten und Bob Marley vergeblich seinen Krebs kurieren lassen wollte, wäre so ein Schandfleck nicht denkbar gewesen. Aber das Jet Set reiste dann lieber in die Schweiz, der See wurde zum Altendomizil, die Preise für Immobilien sanken, und es war absehbar, dass die gebrechlich gewordenen Karohemdenwanderer, die mit dem Zug noch aus München kamen und auf Almen keuchten, auch irgendwann aussterben würden. So kam es denn auch, und mit ihnen verschwand auch die Kundschaft des Supermarkts. In anderen Regionen würde nun vielleicht ein T€di folgen oder noch etwas Schlimmeres, aber hier ist das etwas anders: Seit ungefähr zehn Jahren geht es aufwärts mit der Region. Und deshalb eröffnet hier jetzt die ganze Vielfalt der Region: Spezialitäten, Schnäpse, Pralinen. Und Trachten.

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Und das in einer Form, die für moderne Städter kaum denkbar ist. Der Karl Jäger eröffnet nicht nur einen Laden am Schloss, nein, die Herzogliche Hauptverwaltung Tegernsee hat dem traditionsreichen Trachtenhaus angeboten, direkt neben dem Hauptsitz der Herzogsfamilie Wittelsbach also seine Geschäfte zu machen. Das ist natürlich etwas anderes als ein Pop-Up-Store in einer vom sozialen Wandel schwer gebeutelten Region. Es ist auch nicht ganz billig, denn es ist deutsche Handarbeit seit 140 Jahren. Früher gehörte es hier dazu, dass man eine reich bestickte Miesbacher Joppe vom Jäger im Schrank hängen hat. Das kommt gerade wieder.

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Ich habe übrigens derer drei. Sagenhafte Stücke. Man lernt die erst richtig schätzen, wenn man wirklich in den Bergen wohnt: Robust, regenabweisend, warm, winddicht und bequem. Gestern Nacht war ich stundenlang damit Sternschnuppenbestaunen. Man kann damit vom Leonhardstein herunterklettern und direkt auf einer Hochzeit erscheinen und ist immer passend angezogen. Der Schnitt – ich habe dazu extra bei Frauen recherchiert – ist so kurz, dass ein männliches Gesäss, so es wohlgeformt ist, darunter gut zur Geltung kommt. Ich hatte übrigens auch schon mal vier, aber eine hat mir dann ein Bekannter nach einem Abend im Biergarten nicht mehr geben wollen. Die auffälligen Stickereien und Hirschhornknöpfe erlauben es Männern, etwas aus dem Gewohnten zu fallen, ohne dabei gleich geckenhaft zu wirken: So will es das Gesetz der Tradition und den feschen Hintern nimmt man zumindest billigend in Kauf.

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Das ist keinesfalls eine neue Entwicklung, sondern eine Wiederholung der Ereignisse der Biedermeierepoche mit ihren Regeln, Vorschriften und der Besinnung auf das Häusliche. Auch damals war die Mode eher freudlos, aber man entdeckte nicht nur das Landleben, sondern auch die Kleidung der Ureinwohner, und da ging dann schlagartig einiges, was daheim undenkbar gewesen wäre. Man kokettierte mit dem einfachen Leben und seinen verminderten Ansprüchen an Moral. Sitte und Strenge, man gab sich etwas legerer und liess das Brusttuch viel weiter offen, als es für die eigentliche Landbevölkerung schicklich gewesen wäre. Es gibt eine ganze Gemäldegruppe, die Städterinnen in ländlicher Verkleidung zeigt: Das hatte mit inneralpiner Realität nichts zu tun. Aber sehr viel mit den unterdrückten Sehnsüchten, Wünschen und Begierden dieser Epoche nach Natürlichkeit und Lebensfreude.

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Linke Politiker nun erkennen durchaus in unserer Gegenwart den Wunsch, sich der Globalisierung und ihren Zwängen durch eine neue Häuslichkeit und Rückzug ins Private zu entziehen. Zähneknirschend hat man den Erfolg der protestantischen Landlust im Norden akzeptiert, Plakate mit familiären Themen gedruckt und eine gewisse Rückbesinnung auf das Regionale zur Nachhaltigkeit und zu Bio erklärt, damit es in den eigenen Wertekosmos passen mag. Aber es gibt natürlich Grenzen des Krötenschluckens, und die sind erreicht, wenn die Tradition nicht nur im Verborgenen gepflegt, sondern offen, bunt und lebensfroh nach draussen getragen wird. Jedes Jahr findet sich dann eine, die sich einen gewaltigen Schiefer einzieht: Letztes Jahr war es die Grünen-Abgeordnete Sylvia Kotting-Uhl, Spezialgebiete Endlager und Elektrosmog, die sich bei Twitter über die CSU-Politikerin Doro Bär und ihr Dirndl im Bundestag beschwerte. Dieses Jahr war es die SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi – die selbst im Dirndl hier als Urbayerin durchgehen und sofort zur Bierkönigen vom Reutberg gewählt werden würde – die die Garmischer Einwohner beim G7-Treffen in Elmau als „ein bisschen zu viel Disneyland“ verhöhnte und sich an den ein oder anderen Asterix-Comic erinnert fühlte.

jaee

So kann man das auch sehen, aber wenn wir einmal – nur theoretisch bitte, mir ist bewusst, dass die linksfeministisch-sexistische taz andersdenkende Frauen wörtlich mit „Vorderschinken“ vergleicht – über das Gebot der Toleranz reden wollen, so stellen doch viele mittlerweile fest, dass man andere nicht wegen der Kleidung diskriminieren sollte. Das mag noch irgendwie angehen, wenn die Träger selbst mit der Kleidung fremdeln, und sie ihnen aufgezwungen wird. Aber das ist hier ganz sicher nicht der Fall. Wer sich so in seiner Freizeit oder zum Tanzfest zusammenrichtet, der will das so. Sei es aus Gründen der Tradition wie in Garmisch. Oder eben, und hier kommen wir zurück an den Tegernsee, weil er sich von dieser Kleidung eine gewisse Aura erhofft. Eine gewisse legere Lässigkeit, die sich dennoch der Tradition bewusst ist. „Sprezzatura“ nennt man das im Italienischen, und nördlich der Alpen findet es, wenn man will, eine andere Ausformung. Das heisst noch lang nicht, dass ich Polyesterdirndl oder peinliche Ausschnitte mag. Bei Gelegenheit werde ich das auch intolerant und diskriminierend ausbreiten. Aber bis dahin wundert es mich überhaupt nicht, wenn nicht nur Trachtenvereine auf solche Aussagen wütend reagieren, sondern auch viele Jüngere und Progressive. Da will es sich eine Politikerin ganz einfach machen – und trifft auf eine nicht nur komplexe, sondern auch rauflustige Welt, für die es keine Rolle spielt, wer sich hier als neue Religionspolizei betätigt.

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Ich merke das hier an vielen Kleinigkeiten. An den Preisen für gebrauchte Lederhosen und neuen Dirndlschneidereien. Vor acht Jahren war ich auf der Neureuth regelmässig einer der Jüngsten. Heute ist da ein ganz anderes, viel jüngeres Publikum, Familien, die ihre Kinder schon im ersten Lebensjahr hochtragen. Natürlich fährt bei der Hitze gerade jeder gern an den See, wo es acht Grad kühler als in München ist, aber viele finden hier auch genau das, was ihnen gefällt. Saubere Ufer, ein blaugrüner See, Bier, Bänke – man rutscht da so rein. Man wird mitgenommen, es wird zur Gewohnheit und irgendwann sagt dann mal jemand den verhängnisvollen Satz: „Geh, schlupf da doch mal rein“. So war das auch in Bad Ischl unter dem Kaiser, so war es in Tegernsee unter dem König, und wenn der Herzog jetzt den Jäger zu sich einziehen lässt, ist das eben auch so ein Zeichen einer Veränderung. Es ist viel älter als ein Supermarkt, aber auch gleichzeitig viel moderner. Und dank Frau Fahimi und der grünen Endlagerexpertin ist das auch etwas rebellisch und ein wenig unkorrekt. Des muass koa Schodn ned sei, und auch im Biedermeier konnte man in der Sommerfrische ein wenig über die Stränge schlagen und Lieder von Heine singen. In Berlin trinken sie Tegernseer Hell. So fängt das an, so ist es passiert, so schnell ist die Linke korrumpiert

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Diesmal, das muss man verstehen, ist es etwas anderes als die Landhausmode der Epoche von Kohl und Strauss. Diesmal sind es nicht die Alten, die Verhuzelten und die Ewiggestrigen vom Musikantenstadl. Im fernen Berlin merkt das keiner, aber es gibt da so etwas wie eine „Reclaim your Heimat“-Bewegung. Ich weiss, viele winden sich vor Abscheu beim Gedanken an die Massen, die ein Andreas Gabalier anzieht, fordern einen Boykott von FreiWild und die Abschaltung volkstümlicher Musik im TV– da ist aber immer noch genug Hubert von Goisern und La Brass Banda für alle. Da gehen Menschen freiwillig hin und finden das gut. Sie spielen Kocherlbälle nach, und nehmen sich die Freiheiten und die Romantik, ohne die Zwänge und Moral zu akzeptieren, von wem auch immer sie verkündet werden. Für all diejenigen, die jetzt schon mit dem Neobiedermeier nicht umgehen können, ist es eine zusätzliche und schwer verdauliche Herausforderung, auch noch fröhlich sein zu müssen und Berge anzuschauen.

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Aber: Man gewöhnt sich dran. Heutzutage endet das nicht mehr im Endlager des Beichtstuhls oder bei den Gebirgsschützen, sondern da, wo man tun kann, was man will, wo einen keiner blöd anschaut und wo man noch eine Halbe nehmen kann. Das ist alles nicht mehr so leicht, mit diesen globalisierten Ansprüchen, von der letzten verbliebenen Freiheit, der Lactosefreiheit nämlich, bis zum lückenlosen Lebenslauf, aber hier ist es ja Tradition und gleich beim Herzog und deutsche Wertarbeit und Bio und regional und da kann doch kein Kettenhund der Anforderungshöllen etwas dagegen haben.

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121 Lesermeinungen

  1. Don, das merken Sie jetzt erst :-)?
    Ich weiss es seit mehr als 10 Jahren, als ausgerechnet bei damals 20 Jahren jüngeren und drunter deutsche Schlager, Schunkeln und die Biergartenbankgemütlichkeit wieder Oberwasser hatten. Und sich ausgerechnet meine Generation die Augen rieb, die wir mit Frankie goes to Hollywood, Kate Bush, Prince oder Cure die Spiessigkeit unserer Vorfahren endgültig heroisch überwunden hatten.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • HvG
      Ja, ich habe vor 25 Jahren (so lange ist das schon her?) auch erstmal gezuckt, als ich erstmalig Hubert von Goisern auf die Ohren kriegte. Sowas war man als damals junger Kerl nicht gewohnt, da stimme ich TH vollkommen zu. Am erstaunlichsten fand ich aber die Reaktion älterer Kollegen und Freunde, die damit auch sofort was anfangen konnten … Da hat sich wirklich etwas Neues aufgetan, was man nicht schlecht zu finden braucht. Und nein, ich meine nicht Helene Fischer.

      Gruß aus dem steppenähnlichen Nordbayern,

      AC

    • Hubert von goisern erreicht übrigens gerae das Rentenalter, aber immerhin, die saat geht auf. Das war damals schon recht schräg, was der gemacht hat – aber auch genau richtig. Nur, sowas verstehen natürlich auch wieder viele nicht.

  2. Hubert v. G.
    und dieser A. Gabalier pluralisieren (nicht polarisieren) doch die kleidungsstile unserer musikmacher auf schönste und tragen doch einzigartig zu multikulti bei, da ist H.v.G. doch ein einsamer botschafter, der, dies gegen alle kritiker des mainstream-breis auch noch überall war, wovon er spielt und singt und redet. und das nicht auf kosten der üppigen (wenigstens die ist üppig) nebenkostenpauschale einer bundestagsabgeordneten.

    aber zur kleidung: ja die tracht macht bei auftritten sinn, auch die bunten muster im hemd von H.v.G. (oder david lindley im bunten indianerschlafanzug) und vergesst mir trotz aller taz die latzhosen nicht und ehrt sie: LOWELL GEORGE, der ungezügelte hemmungslose wilde südstaatler, bei seinem legendären filmore-east auftritt trug sie, zum anlass ganz in weiss. da kommt die ganze kraft des südens !

    und erst recht, schauen sie es sich an: LOWELL GEORGE: „tribute in my pocket“, wie heisst es im text bei youtube so schön: L.G. with stupid german reporters !

    was sich sagen will: ehrt die vielfältigkeit. nach david lindley kam bei den EAGLES der (ich wage es kaum zu schreiben !!!) DON Henley und dann wurden anzüge und krawatten modern bei denen, igitt ! das ist uniformierung.

    aber so wollen es sicher viele der pseudomodernen, die damen die genannt wurden inbegriffen.

  3. Schöne neue (Mode) Welt
    Bei aller Sauerei da draußen in der Welt, der Autor schreibt einfach so schön aus seiner „Heimat“.

    „Saubere Ufer, ein blaugrüner See, Bier, Bänke“; da titelte am 17.01.2015 – die Schweizer Zeitung Blick.ch in ihrem Bericht zum Tegernsee : „Wo sogar Schwitzen Erholung ist“.

    Und was Don Alphonso da zur Kleidung schreibt ist auch richtig.

    In einigen Jahren wird da eine vollkommen neue Modevariante entstehen. Jetzt ist es ja noch so, daß die Leut´ aus Waakirchen im Kegelstüberl nicht mit den Asylanten nebenan gemeinsam auf der einzig vorhandenen Toilette pinkeln wollen. Na ja, manche sind im Gegensatz zu unserem geschätzten Autoren doch a biser´l eng dirt, in seiner Heimat.

    Und das mit der angeblichen Vergewaltigung der jungen Frau wurde von dieser ja auch nur falsch verstanden, denn wie bei der „TegernseerStimme“ vom 13. August 2015 zu lesen ist: „Als er zudringlich wurde und die 19-Jährige oberhalb der Kleidung zu streicheln begann, wehrte sich das Mädchen und der Tatverdächtige ließ von ihr ab.“

    Das hat das Madl nur falsch verstanden.

    Da sind wir auch wieder bei der schicken Bekleidung. Der junge Nochasylant und Tegernseerneubürgeranwärter hat da nur mal den Stoff befühlen wollen, denn eigentlich ist er schon, voll in seinem Integrationbemühen, dabei sein neues Standbein am Tegernsee zu planen.

    Stellen wir uns nur einmal die neuen Trachten vor, die bald dort entstehen werden. Lederhosen im osmanischen Pluderhosenstil; liebevoll mit Hirschmotiven bestickt.
    Burkadirndel mit buntem ostafrikanischem Muster! Und das gewohnte „Schariwari“ an Dirndl und Leserhose glitzert mit Schamanengehänge; da trifft sich Wildsauzahn und Schrumpfkopf.

    Es geht einfach nur immer aufwärts im Tegernseertal.

    Und dieselbe Zeitung schrieb am 04.08.2015 ja: „Landkreis ist sicher“

    Ja, das hat man auf einer eigens einberufenen „Sicherheitskonferenz“ festgestellt und die jüngsten Vorfälle im Zusammenhang mit sogn. Asylbewerbern seien lediglich: „wenige bedauerliche Einzelfälle.“

    Ehrenamtliche sollen Asylbewerber jetzt bei der Integration unterstützen. Ja, so steht das dort.

    Vielleicht können die Ehrenamtlichen bei der kommenden „Tuchfühlung“ und der „Durchrassung“ der heimischen Mode behilflich sein, auf daß wir in Zukunft noch lieber unsere Ferien am Tegernsee verbringen.

    Mit freundlichem Gruß
    B.Klingenberger

    • Zum Thema Holzkirchen kommt auch noch etwas.

    • Titel eingeben
      Ich habe damals auf Drängen von Mdme. einen Janker gekauft, als es nach München ging. Den fand ich erst seltsam, mittlerweile und mit besserer Vertrautheit mit dem Ort, finde ich den eigentlich ziemlich gut. Nicht mehr deplaziert, wie anfangs. Vielleicht kommt noch ein Steireranzug hinzu, und ja, dessen Geschichte kenne ich, drum zögere ich (Alternativvorschläge werden gern geprüft).

      In eine Lederhose bekommen sie mich aber nicht.

    • Ich würde das nicht so voreilig ablehnen. Ich habe heute deb Oberland-Triathlon Biergarten von Reutberg -> Mit dem Cabrio an den Schliersee -> Tretbootfahren dortselbst in der Hirschledernen absolviert und das war schon recht fein.

  4. Titel eingeben
    Völliges offtopic und excuse my french, aber die Bazis tragen Arschzeigerjoppen? So wie Stewardessen? Ich lach mich schlapp :)

    • Die Hirschlederne kostet neu, wenn sie gut gemacht ist, über tausend Euro, die will man natürlich zusammen mit der Stickerei zeigen. Die Überlappung liegt bei drei Fingern, es geht also schon Richtung „Bolero“.

  5. So viel Zeit muss sein...
    „Protestantische“ Landlust? What? Schauen Sie bitte mal genau hin, in welcher Westfalenstadt der Verlag sitzt. Mit Protestanten haben wir nix am Hut.
    Mit Dirndl auch nix, aber das wissen Sie ja. Die überlasse ich weiterhin gern den CSU-Bratzen, Oktoberfestbesucherinnen und Flachlandtirolern, damit die sich krass „rebellisch“ fühlen können. Bitte sehr…

    • Pardon, das war mir nicht klar. allerdings wikt das Heft aus bayerischer Sicht schon etwas streng, weshalb es hier bei uns ja auch südlichere Varianten gibt, wie etwa Servus in Stat und Land. Die fahren einen deutlich anderen, bergorientierten Stil.

      Gibt es denn im Norden keine ähnliche Bewegung? Es muss ja nicht immer Dirndl sein – obwohl es das genauso auch im Norden gab.

    • Grenzen des Krötenschluckens
      Text eingeben

    • Ja, und, kommt noch ein Text?

    • Grenzen des Krötenschluckens
      „…so stellen doch viele mittlerweile fest, dass man andere nicht wegen der Kleidung diskriminieren sollte.“
      Aber eben nicht alle…

    • Nein, es wird wohl immer welche geben, die da ganz tief in die Sanitärkeramik greifen. Manche unterschäzzen auch einfach, wie tief as teilweise noch in den Menschen drin ist – – besonders, wenn sie solche Erfahrungen selbst nicht gemacht haben. Das ist auch so ein Punkt, wo ich Risse in der Gesellschaft sehe: Menschen mit und ohne Tradition.

    • Ich will damit aber auch nicht sagen, dass ich jede Tradition toll und begrüssenswert finde.

    • weiter nördlich gibts dann eben
      Möbel im Gründerzeitstil, Bollenfleisch und Dampferfahrten zu diversen Ausflugsgaststätten, die schon Oma+Opa kannten. Verrät man sich aber durch allzu eifriges Pilgern und auffällige Kleidung, krauchen einem leider die Zugezogenen gleich hinterdrein und trampeln und brabbeln im Nu alles platt, siehe Friedrichshain/Kreuzberg – ob da es da wohl noch viele Einheimische gibt? Wenigstens soviel wie Hunde oder Drogendealer?

    • Gab es da je Einheimiche? Die verlinkte Kattascha jedenfalls lebt in Niedersachsen und kennt sich da auch prima aus. Macht da aber keine lauten Töne drum.

    • @Don Alphonso
      Oh, mein Urgroßvater, angestellt bei einem Berliner Theater, hat beispielsweise im Friedrichshain gelebt; ich habe eine Monatskarte von ihm aufgehoben. Und er war auch nicht der erste aus diesem Familienzweig. Im übrigen ist er innerhalb Berlins umgezogen. Aber als Einheimischer geht er wohl durch – und ich desgleichen. Keiner außerhalb Berlins kann so schön vulgär-französische Anmerkungen machen, wenn ihm eine Sache spanisch vorkommt.

    • Gut, das gibt es natürlich auch -aber eben auch enorm viele, die dorthin gezogen sind, in den, sagen wir mal, letzten vier Generationen.

    • beim Zuhause darf man pedantisch sein
      Die „hierher Gezogenen“, die sich ein Steuersparmodell zugelegt haben oder ein Passivhaus in suburbia hell auf dem ehemaligen Flugplatz, die werden nicht – einheimisch, wie es die Hugenotten oder die Voigtländer mal geworden sind – ganz egal, wie lange es dauert. Nachdem ich eine Weile sehr weit weg war, kam mir einiges hier wunderschön vor; Sie dürfen gerne spotten, ficht mich gar nicht an. Aber ich wohne auch weder im Steuersparmodell, noch im Passivhaus und habe keinen Baumarkt-Ranunkel in meinem Garten, sondern Fliedergebüsch.

    • es ist wirklich sehr schön. Das ist das Besondere, es ist fast überall in diesem Land schön.

    • Im Norden...
      Die Frage ist ja, was man als „Norden“ bezeichnet. Münster würden zwar viele als zu Norddeutschland gehörig bezeichnen, hat aber nichts mit der Küste zu tun. Die Küste hat eigene Trachten, die weiter südlich gelegenen Gebiete wieder andere. Natürlich gibt es Trachtenvereine. Aber eine Renaissance außerhalb dieser würde ich nicht sehen. Es ist auch in meinen Augen die Frage, inwieweit die von Ihnen aufgeführten Kleidungsobjekte nicht eher Trachtenmode sind als echte Tracht. Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Tracht_%28Kleidung%29#Tracht_als_Trend.

      Übrigens gehört das Magazin „Servus“ (genau wie Servus TV) zur „Red Bull Media House GmbH“.

  6. Urbayerinnen
    sind die wirklich so.

    Ich kenne die SPD-Generalsekretärin nur von Bildern und hatte
    den Eindruck wäre sie ein Mann, würde ich ihr lieber nicht im
    Dunkeln begegnen.

  7. Nur, wenn man Holzschuhe mag
    …die gehören nämlich zur Tracht im Münsterland (die ich ansonsten nicht sonderlich reizvoll finde).

    Da war die Oktoberfest-Welle, zu der die Nicht-Bayern dann Tchibo-Dirndl tragen, doch um einiges erfolgreicher im Norden, leider.

    • Oh, ich sehe gerade die Bilder und. das. ist. nicht. wirklich. sexy. Näher an Taliban denn an Heidi, fürhte ich. Tja. Schwierig.

  8. Danke..
    …für den ‚Kettenhund der Anforderungshöllen‘. Wenigstens einmal am Tag soll man ja grimmig lachen, dass hat schon Heine verordnet.

  9. "...dass ein männliches Gesäss, so es wohlgeformt ist, darunter
    gut zur Geltung kommt. “ Soso, glutei maximi als erkennbare Formhinterschinken also – igitt! Und Sie empören/wundern sich, dass man zivilisierterenorts Abwehrmaßnahmen dagegen

    ( https://stuetzendergesellschaft.wordpress.com/2013/11/21/der-sadomasoskandal-der-frankfurter-banken/ )

    ergreift?!

    • Man muss das Gesamtpaket sehen und da gibt es halt solche und solche Stellen und manche mögen es und andere nicht. aber mei.

    • Zum Gesamtpaket des Besuches der bald wieder dräuenden
      Frankfurter Buchmesse gehört dann wohl oder übel auch ein spezieller

      (Styro)Po(r)…

    • Ich weiss gar nicht, ob ich komme. Frankfurt ist immer noch belastend.

    • Einfach wegbleiben
      Ach, wenn Ihnen die Fahrten nordwärts immer solche Kopfschmerzen bereiten, dann machen Sie sie doch nicht. Ich lese lieber Geschichten über bröckelnde Gebäude in Italien als darüber, wie schrecklich die Welt doch nördlich von Bayern ist.

    • Hmja, ich musste mal wieder nach Tongeren in Berlgien auf den Flohmarkt, und Belgien ist ja hübsch.

  10. Schattenseite des Neobiedermeier....
    …Deiner armen Halben wird leider eine standesgemäße Lagerungszeit verwehrt…

  11. Der Norden...
    … hat sich je nach Region die Trachtenherrlichkeit bereits unmittelbar in den frühen 1800er Jahren abgeschminkt. Ich kenne Aufzeichnungen aus dem Dorf meines Vaters in Holstein aus dem Jahr 1850, in denen darauf hingewiesen wurde, dass die Trachten und Standesgewänder direkt mit der Übernahme der freiheitlichen Gesellschaftsordnung durch zweckmässige Arbeits- und Alltagskleidung ersetzt wurden. Das mag sich hier und da unterschiedlich dargestellt haben, aber grundsätzlich gilt ein beispielloser Pragmatismus in dieser Gegend, der Kleidungsstile eher im Zusammenhang mit Berufsfeldern zitiert (Zimmerleute, Fischer, Schützen). Es gab halt keinen bayrischen König, der das Ganze frühzeitig als identitätsbildend für seine Zwecke entdeckte.

    • Doch, das war auch bei uns in den Städten so – da hat niemand Tracht getragen. aber Bayern war ein sehr von Landwirtschaft geprägtes Land, und als die Industrialisierung kam, gab es schon staatlicherseits geförderte Trachtenvereine, die sich um die Tracht kümmerten. Das ist der eigentliche Unterschied.

  12. taz und Trachten
    Dass die taz links ist, habe ich immer für ein Gerücht gehalten und finde mich darin auch bestärkt dadurch, dass ein gewisser Herr Bollmann für die FAZ schreibt und eine Frau aus den höheren Etagen der taz, deren Name mir jetzt leider nicht einfällt für die Deutsche Welle in die USA geht. Aber wer weiß? Vielleicht gehören die beiden einer gewissen fünften Kolonne an. Doch scheint mir eher, dass sie für ihre Arbeit bei der taz ihren wohlverdienten Lohn erhalten (vergleichbar der Figur des Ludvik Cibulka aus dem leider nicht sehr gelungenen Roman „Eine Liebe in Prag“ von Jean-Michel Guenassia [nebenbei bemerkt: grauenvolles Lektorat]).
    Ja, und Trachten… Wenn man aus einer trachtenfreien Ecke Deutschlands kommt, wird es schon schwierig. Und wenn man als Deutscher und Nichtbayer im Ausland nur auf Bier, BMW und Bayern München reduziert wird und die Menschen im Ausland, weil sie denken, dass es deutsch ist, zu entsprechenden Gelegenheiten Plastikdirndl in ihrer billigsten Ausprägung tragen, dann tut es schon weh. Viel schöner und stilvoller finde ich japanische und koreanische Trachten. Diese Trachten haben Klasse. Die Japaner und Koreaner können auch viel besser Filme, in denen ihre Trachten voll zur Geltung kommen. Deutsche Filme über das Mittelalter? Im schlimmsten Fall so was wie „Die Wanderhure“. Im besten Falle… Da fällt mir jetzt nichts ein. Aber vielleicht ein Streifen von der DEFA? Von Degato mit Sicherheit nicht.

    • Die sexistin, die den Vorderschinkenvergleich gebracht hat, ist dann auch bald bei Spiegel Online. wo man offensichtlich auch nicht gemerkt hat, dass die Frau ganz gern ihre eigenen Privatfreundinnen abfeiert. Aber wenn es um Feminismus geht, gelten natürlich klassische Regeln nicht.

      Vielleicht übertreibem die Japaner auch? So richtig fesch wir das mittelalter bei uns ja nur in den höchsten Kreisen und selbst da herrschten nicht immer beste Sitten. DAs Hofzeremoniell im eigentlichen Sinne erfanden erst die Päpste in Avignon. Die echte Tracht der Bayern ist mehr eine gezielte Wiedererfindung des Biedermeier, per se also von Anfang an nichts allzu Echtes. Daher auch die Anklänge ans Rokoko – das Dirndl ist eine Art vereinfachtes Kleid jener Epoche.

    • Japanische Tracht
      Na ja, man muss da wohl auch bei der japanischen Tracht unterscheiden. Die Alltagskleidung für die niedrigeren Kasten war auch in Japan eher funktionsbezogen (z.B. der Jimbei für Männer). In Filmen sieht man aber in der Regel die höhergestellten Kriegerkasten oder Adelige, die sich natürlich in besseren Gewändern kleiden konnten.

    • Die Japaner haben halt so einen bestimmten Stil, auch Niedriges und scheinbar Belangloses schön darzustellen.

    • Ostasien
      Interessant ist, dass hier nur wieder Korea und Japan bei den Trachten erwähnt werden. Dabei ist die älteste Kultur in der Gegend die Chinesische. Sehr viele Dinge in der koreanischen und japanischen Kultur (Teile der Sprache, Musikinstrumente, Gerichte, Philosophie, Religion, etc.) basieren auf Importen aus China, die übernommen und teilweise in eine eigene Richtung weiterentwickelt worden sind. Leider hat sich China durch die Kulturrevolution vom Rest der Welt abgeschottet, es wurde sehr viel Kultur im Land zerstört und alles, was nicht zum „kommunistischen Körper“ passte, versucht auszutilgen. Daher ist viel Wissen in der Bevölkerung verloren gegangen, was jetzt erst langsam wiederentdeckt werden muss. Diese „Austilgung“ ist in Japan nicht passiert, weshalb die eigene Kulturgeschichte dort noch stärker in der Bevölkerung präsent ist. Ich hoffe, dass man sich in China auch irgendwann wieder der eigenen kulturellen Errungenschaften der ganzen Vergangenheit besinnt – und zwar nicht, um damit auf die eigene Geschichte im Sinne des „guckt mal, wie toll unsere Geschichte ist“ hinzuweisen, sondern um daraus die schönen und das Leben bereichernde Aspekte zu extrahieren und in das moderne Leben zu überführen.

      Zu Ihrem Satz mit dem „Niederen und Belanglosen“: ich denke, Sie meinen „Wabi-Sabi“, eins der Konzepte der japanischen Ästhetik.

    • Ja, aber auch die Fähigkeit in Farbholzschnitten, scheinbar Alltägliches zur Kunst zu machen.

    • Ästhetik
      Es ist eben eine eigene Ästhetik, die hier die Grundlage bildet. Man darf nicht vergessen, dass die ostasiatischen Kulturen einen anderen Entwicklungsweg hinter sich haben, der an vielen Stellen vom Buddhismus geprägt ist und der auch andere Fragen an den Künstler sowie den Betrachter richtet, als es in der Christlich-Abendländischen Tradition üblich war. Dass dadurch das Ergebnis ein anderes ist, ist nicht verwunderlich.

  13. pfüa di (oder so ähnlich)
    Meine russische Gattin ist von der bayerischen Sprache ganz begeistert und will die unbedingt lernen. Sie hat in letzter Zeit alle Folgen von „Der Bulle von Tölz“ gesehen.

  14. da capo
    lieber Don,

    Sie brennen ja einwahres Feuerwerk ab;
    danke!

  15. Lodenzwang
    Schön, endlich mal wieder ein nicht so Verbissenheit generierendes Thema.

    Ich find die bestickten Joppen ja net schlecht. Auch, wenn sie mich ein wenig an die Uniformen der C.S.A. erinnern, zumindest im Offiziersrang. Ob zwischen den Boppes und dem xx-Wirbel noch eine fingerbreit Luft gehört, um Ersteren standesgemäß präsentieren zu können … vermutlich Geschmackssache. Das entsprechende Training für den männlichen Knackarsch kann man ja bei Jean Claude van Damme nachlesen.

    Ob sich eine Frau Generalsekretär (ich benutze dies bewusst genderneutral) im Dirndl nicht wie „nie fühlt sich das Schw … so fremd wie in des Bauern Oberhemd“) geeignet präsentieren würde, überlasse ich den flinken und kundigen Augen Ew. Liebden.

    Wobei es eigentlich ois ziemlich Wurscht ist, wenn man zu fortgerückter Stunde einer greislichen Ziefern in die Hände fällt.

    Ich habe da eher einen ganz einfachen Geschmack und erfreue mich des lodenfreien Anblicks einer Hamburger Deern in der aktuellen Ausgabe eines der FAZ weit entfernten Herrenmagazins.

    • Wenn sich sogar die claudia roth in so etwas einfügt, kann das nicht so schwer sein. Die Garmischer haben sie wohl für nächstes Jahr eingeladen und vielleicht kommt sie ja und merkt, dass es dort genau so passt.

      Die Bestickerei kann man sich übrigens auch heraussuchen. Für härtere Wege habe ich auch eine ohne Eichenlaub.

  16. Ich hör die schon im Strahl reihern...
    …wenn dann nächstes Jahr auch noch rotzfrech und ohne Gesinnungsabsolution des Spiegel bei Ingolstadt das Reinheitsgebot gefeiert wird. Mit Blasmusik und Django3000 und Typen, die auf Bairisch rappen. Da kommt mit Brasswiesen, Antistadl und weiteren etwas ganz unverkrampft und fröhlich wieder, was urbane Frusteliten nicht verstehen können, nicht verstehen wollen und bei Strafe des Zusammenbruchs einer Lebenslüge auch nicht verstehen dürfen.

    • Ja, da gibt es dann auch ein grosses SdG-Special. Dunkel gebraut und eiskalt serviert.

    • Reinheitsgebot
      Das Reinheitsgebot, in der Tat eine der größten Lebenslügen in Deutschland überhaupt. Eigentlich sollte es verboten werden, dass man das Ding immer noch zu Werbezwecken einsetzt.

    • Warum? Danach wird doch immer noch gebraut.

    • Reinheitsgebot
      Nein, die Brauvorschrift von 1516, auf die man sich heute so gerne bezieht, wird natürlich so nicht umgesetzt. Danach wäre nämlich nur Gerste, Hopfen und Wasser zulässig. Hefe wurde nicht erwähnt und Weizen sollte nur für das wichtigere Brot verwendet werden. Außerdem wurde die Brauvorschrift noch im gleichen Jahrhundert aufgeweicht, als nämlich Koriander und Lorbeer erlaubt wurde, später kamen noch Salz, Wacholder und Kümmel dazu. In den vielen Jahren danach wurden mehrfach weitere Verordnungen zum Thema Bier erlassen, es ging hin und her. Der Begriff „Reinheitsgebot“ kam erst im 20. Jahrhundert auf und war später mehr oder weniger eine Maßnahme, um den deutschen Biermarkt vor Importen aus dem Ausland abzuschotten. Heute regelt die Bierverordnung und kein „Reinheitsgebot“, was in Deutschland als Bier bezeichnet werden darf. Übrigens darf jede Brauerei in Deutschland Bier mit Bier verschneiden (das war noch nie verboten) und z.B. aus hellem Bier mit Zusatz von sog. Farbebier ein dunkles Bier zaubern. Das ist alles erlaubt und nicht deklarationspflichtig. Ebensowenig muss der Einsatz von PVPP zur Bierklärung deklariert werden, weil dieser „Lebensmittelzusatzstoff“ zu (hoffentlich) 100% wieder rausgefilert wird. Soviel also zum „Reinheitsgebot“. Übrigens ist die Nutzung der Bierverordnung von 1516 für die Werbung willkürlich, da es bereits in den Jahrhunderten davor andere Verordnungen gab, so z.B. 1348 in Weimar.

    • Wie auch immer: Es gibt saubere Brauereien und eine Gelegenheit für ein Fest solte man nicht verstreichen lassen. Da ist man hier italienisch und bevorzugt den Sieg der saftigen Legende über die nüchterne Wahrheit.

  17. Nicht Risse in der Gesellschaft ...
    …, sondern in Ihrem Artikel, Sir.
    Eben, Menschen mit und ohne Tradition. War da nicht noch etwas mehr zwischen Biedermeier und Don Alphonso?
    Leider bin ich des Süddeutschen nicht mächtig und verstehe nicht alles. Aber die Dokumentationen im Fernsehen, in denen Dirndl und knackige Lederhosenärsche zum schmückenden Beiwerk der Nazis zählten, gehören zu meiner Wahrnehmung der bayuwarischen Kleiderordnung.
    Oh, mein bayrischer Gott, was schreibe ich denn da! Sir, Sie können das gar nicht wissen, denn Sie haben ja keinen Fernseher!
    Mögen Sie nicht an Frau von der usw. herantreten und diese Edelkluften mit Filzspitzhüten und knackarschbedeckenden Lodenmänteln zur Standardbekleidung der …wehr antragen? Gefühlte Feinde jeglicher Religion und Hautfarbe würden sich beim Anblick solcher Gebirgsjägereinheiten totlachen!

    Mit fielen Grüßen,

    Bernard del Monaco

  18. Tracht und mehr
    Mei,
    aus meiner Münchener Zeit hab ich sowohl einen Janker (einen schlichten) als auch einen Lodenmantel und einen Hut mit Hubertusspange und Gamsbart.
    Die Janker erinnern mich entfernt auch an kakanische Offiziersjacken aus dem 19. Jahrhundert, gerade die Variante mit dem schmalen Bortenkragen ohne Umschläge. Da könnte der Don mit seiner Biedermeiertheorie schon richtig liegen.
    Aber ein wirklich schöner Artikel, meine Hochachtung!

    • Danke. Wenn man es ganz genau nehmen wollte, müsste man vielleicht Empire sagen, aber egal wie, es ist ein „Mashup“ verschiedener Elemente, und damit natürlich auch eine Spielwiese. Ich mag das eigentlich, selbst wenn ab und zu schlimme Unfäle dabei herauskommen.

  19. Liebe Bayern !
    Ihr seid frei !
    Ihr dürft anziehen was ihr wollt !
    Es sei mir als chronical optimizer aber gestattet, darauf hinzuweisen, dass bei den derzeitigen hochsommerlichen Temperaturen von über 35° eine weiss gefärbte Lederhose eine sinnvolle Alternative sein könnte. Sollte dies traditionstechnisch nicht möglich sein, so empfehle ich, kurz über dem Knie ein 10mm Loch in die Lederhose zu bohren und es mit einem Hirschhornstöpsel zu verschliessen. Diesen müsste man in regelmässigen Abständen herausziehen, was jedesmal durch ein zünftiges „Ozapft is !“ begleitet werden könnte. Würde man den austretenden Strahl aus Schweiss und Körpersekreten mit einer Maß auffangen, wäre jeder Lederbehoste automatisch Inhaber einer Privatbrauerei.
    Nein, ich mache keine Patentrechte geltend. Licht zu bringen, wo Dunkel herrscht, war und ist mir immer ein besonderes Vergnügen …

    • Es ist in den Bergen keinesfalls so heiss – gerade jetzt ist es draussen sogar richtig kühl.

  20. Nicht sehr realistische Ursachen Forschung....
    Ich befürchte dieser Trend hat banalere Ursachen. Wer Tag für Tag um die Ohren gehauen bekommt, dass Merkel die mächtigste Frau der Welt ist und sich griechische Politiker einen Dreck darum scheren dürfen, was das eigene Volk will, ja dann nistet sich in simplen Gemütern die Idee ein, stolz darauf Deutscher zu sein. Und nicht vieles ist deutscher als Lederhose und Dirndl.
    In der Tat, genau wie Don Alphonso schreibt: Näher an Taliban als an Heidi (aber das schreibt er erst ganz verschämt in der Kommentar Abteilung)

    Nun, was solls, die Währungen und Ökonomien kollabieren weltweit und die menschliche Zivilisation hat auch im 21.Jahrhundert noch kein anderes Mittel gegen so was gefunden…. als den Krieg. Da hilft die Besinnung auf deutsche Werte wie die Beschriebenen.
    Warten wir es ab.

    Aber eines bitte, Don Alphonso und dies stösst mir nicht zum ersten Male auf: „Linke Politiker nun erkennen durchaus….
    Es ist ihre Definition von „links“. Links ist was anderes.

  21. Tracht!
    Tracht kommt mir vor wie Einheitskeidung. Wie Internatklamotten. Ich weiß nicht.

    Wenn alle dasselbe tragen. Ist das was?

    Ein non-konformistischer Schützenfest-Nichtmöger.
    Mitten in Bayern. Skandal.

    • Es gibt da alles mögliche, insofern ist das nicht uniform – so wie ein Gebirgsschütze laufen ja nur die wenigsten rum.

  22. Lang-S
    Der Jäger beweist Tradition allein schon, weil er noch weiß, wann in der Frakturschrift ein sogenanntes langes S erforderlich, z. B. bei „sch“. Diees Wissen ist sehr selten geworden.

  23. Ringsgwandl
    Nix mitnehma.

  24. Bayrische Niedertracht
    Bayrische „Tracht“ ist hier in Ostdeutschland unbekannt. Wohl aber kennt man bayrische Niedertracht: Kein atomares Endlager in Bayern, Stromleitungen aus dem Norden durch Nachbarländer, Flüchtlinge in den Osten usw.

  25. Seppelhose
    In Westdeutschland und Berlin (West) gab es bis in die fünfziger Jahre die „Seppelhose“ (man beachte die norddeutsche Schreibweise) als weit verbreitete praktische Kinderkleidung. Sie war ein Überbleibsel jener süddeutschen politischen Bewegung, die hier das Preußentum verdrängt hatte und die ich nicht weiter beschreiben muß. Auch ich wurde gezwungen, ab April dieses Kleidungsstück zu tragen und führe meine rheumatischen Kniebeschwerden darauf zurück. Glücklicherweise wurde dieses die Notdurft erleichternde Stück süddeutscher Folklore durch „Blue Jeans“ und Rock’n’Roll ersetzt. Den Amerikanern vor allem sei Dank.

    • Titel eingeben
      Ach Schrotsäge,
      Ihre Kniebeschwerden sind wohl eher psychosomatisch.
      Wenn die Jahreszeit kühler wurde, knöpfte meine Mutter meine Lederhosenträger allerdings einfach mit Hirschhornknöpfen an die Nietenhosen, wie Blue Jeans damals hießen!

    • Mei, die Jeans ist heute wieder eine uniform un gar nicht mehr rebellisch. Man kann also durchaus wieder Sepplhosen tragen. Die waren aber doch deutlich anders, weil sehr viel kürzer und mit Umschlag an den Beinen.

      Ich fahre enorm viel Rad und da sind die Knie auch in der Luft und Beschwerden habe ich keine.

    • Jeans als Uniform?
      Die Jeans ist heute eine Uniform? Das sehe ich eher weniger, da man sie heute viel weniger als Ausdruck einer rebellischen Kulturauflehnung begreift. Man kann heute Jeans tragen, muss aber nicht.

    • Die ganzen Rentner hier tragen das llerdings auch. Es ist nichts Besonderes mehr.


  26. Das letzte Mal, als ich mit den jungen, sich auf die traditionellen Werte besinnenden Trachtenträgern zusammenkam, ist mir noch in nachdrücklicher Erinnerung. Es war um Zug von Stuttgart nach Freiburg, zur Zeit des Cannstatter Wasen. Schon der Bahnsteig in Stuttgart war vollgekotzt, im völlig überfüllten Zug fläzten sich dann dann fesche Madln und Buam in Dirndln und Lederhosen (in Baden!), die meist mit glasigen Augen vor sich hinstierten, oder, wenn sie noch rudimentärer Sprache mächtig waren, über ihre Heldentaten im Bierkrugstemmen vor sich hinlallten. Den Gesprächen der Madln, von denen einige nicht ganz so dicht waren die Buam (wahrscheinlich waren sie dazu abkommandiert, den Rest mit dem am Bahnhof parkenden Auto auf die Elternhäuser zu verteilen), konnte man entnehmen, daß es sich dabei nicht um den gesellschaftlichen Abschaum der Rheintalkäffer handelte, sondern um die zukünftigen Stützen der Gesellschaft. Insofern: Das paßt schon alles.

    • Das sind Ausnahmen. Ich weiss, es gibt solche Exzesse, aber niemand gibt 2000 euro für eine Lederhose as und 700 für einen Janker, damit die dann so ruiniert werden.

  27. Das heisst noch lang nicht, dass ich Polyesterdirndl oder peinliche Ausschnitte mag.
    Text eingeben

  28. Apropos peinliche Ausschnitte
    Besser Vorderschinken als Dörrobst.

  29. Nein, nein, Sir!
    Das meine ich nicht. Nicht Einvernahme sondern aktive Gestaltung.
    München ist die Hauptstadt von Dirndlland, und war die “Hauptstadt der Bewegung“…Dachau, Nürnberg, Bad Tölz.
    Daraus mache ich Ihnen keinen Vorwurf. Aber das Ur-Deutschnationale in den Hohen Bergen- und den flachen Tälern steckt auch nicht wenig in den Brusttüchern und Hirschledernen. Was bin ich froh, dass wir jetzt ein anständiges Bundesland haben.
    Erneut meinen Respekt! Nicht jedes Blog lässt divergierende Meinungen in der Debatte zu. Weiterhin viel Erfolg und eine glückliche Hand bei Ihren Artikeln.
    Mit fielen Grüssen,

    Bernard del Monaco

    • Deutschnational. Hu.

      Es gibt bei uns in Kreuth sehr viele Migranten aus tirol und der Steiermark – anktjohanser heisst etwa eine Dirndlnäherei, und das ist kein bayerischer Name. Es gibt starke genetische Bezüge ins Böhmische und nach Polen, weil früher von dort viele Dienstleute kamen, und haufenweise Italiener, weil viele Bautrupps vom Südrand der Alpen kamen, dito auch Musiker und Obsthändler. Durchquerbare Alpentäler sind eigentlich das genaue Gegenteil von genetischen Sackgassen – das wird erst anders, wenn es in die Seitentäler geht, da sitzen dann die Erbhöfe. Die Jachenau zum Beispiel ist so eine Region, da wird bis heute gern untereinander geheiratet. Aber das Tegernseer Tal hat eine andere Geschichte, wie auch Teile von Miesbach unter den Maxlrainern. Man kann das natürlich ausblenden, aber je genauer man hinschaut, desto weniger uniform wird die Geschichte. Auch wenn das viele Krachlederne nicht hören wollen, das stimmt schon.

      Ansonsten war der bayerische Nationalismus auch nicht zwingend deckungsgleich mit dem Dritten Reich. Viele Leute, die sich in der Weimarer Republik nicht gut fühlten, waren dann auch vom NS-Staat wenig angetan. Das macht nichts besser, ist aber auch nicht unwichtig.

  30. Titel eingeben
    Tracht ist gar sehr fein, allerdings fände ich es geradezu lächerlich, mir das Tragen derselben anzutun. Als Kurpfälzer bin ich zwar, naturgemäß, dem Hause Wittelsbach traditionell und durchaus innig verbunden, herrschten dasselbe doch Jahrhunderte auch in meiner Heimat und geriet dann über unseren letzten Kurfürsten Carl Theodor zu Königen in Bayern, zudem wurde ja auch König Max von Bayern noch in meiner Heimat geboren und sprach bekanntermaßen breitestes Pfälzisch und vermochte die Zunge seiner südöstlicher gelegenen Landesteile zeitlebens nicht zu meistern. Dennoch würde ich keine fremde Tracht tragen, selbst eingedenks des Faktums, daß eigentlich die ganze alte Kurpfalz besser vorgestern als übermorgen in Erinnerung an schönste Erbverbrüderungszeiten wieder an Bayern gegeben gehört, schon um hier die doch eher hochrheinisch-alemannisch orientierten Badener und, vor allen anderen Dingen (!), die elenden, hergelaufenen, vermaledeiten Württemberger, vulgo Sauschwaben endlich loszusein. Wo war ich? Ah, Tracht, also, nein, man kann das eigentlich nicht außerhalb Bayerns tragen, das wirkt aufgesetzt und immer irgendwie lächerlich, aber in Bayern und an Bayern ist es durchaus oft sehr schön anzusehen. Von dieser garstigen Theresienwiesenveranstaltung mit den ganzen zugereisten Bekloppten in ihren peinlichen Polyesterfummeln da mal abgesehen, das ist eher Sauflochtradition für ganz Arme.

    Die Jungschen machen sich also die Trachten, die Musik, die Traditionen wieder ganz neu zu eigen? Ja bitte, sehr schön. Alles besser als das, was was man hier (selbst an Feiertagen oder bei sog. „eleganten“ Veranstaltungen) im allzu links-ich-mach-was-mit-Medien-lastigen Berlin sogar in den besseren Bezirken tagtäglich an augenkrebsgefährlichen Zumutungen hinsichtlich dessen, was Menschen heutzutage unter „Bekleidung“ verstehen erleiden muß. Man möchte eigentlich nur noch „nein, Stil ist nicht das Ende des Besens“ zeternd durch die Stadt wüten. Oder das ganze geschmacksbefreite Volk wahlweise unter Bergen von billigem altem Tweed oder Loden begraben, damit man das Elend nicht mehr sehen muß, pardon.

    Gegen offenherzige Traditionspflege, schöne Trachten und entspannte Neuausrichtung derselben anhand der sich wandelnden Zeitläufte in jeder Generation ist nichts einzuwenden, solange die Sache nicht zu banalem alpenländischem Landlust-Kitsch verkommt – und eine altbekannte dumpfe Erdenschwere und Borniertheit gewisser Zeiten nicht wieder Raum greift.

    • Zu meiner nächsten Besprechung in Frankfurt komme ich dann grad aus Fleiss richtig bayerisch angetan. Mal schaun, ob die mich damit in die Hellerhofstrasse lassen.

      Dieses Problem, dass es mit der Tracht nicht passt, haben wir hier natürlich nicht. Ich möchte aber zu bedenken geben, dass zumindest das Dirndl im frühen 20. Jahrhundert im ganzen deutschen Sprachraum die FFreizeitkleidung schlechthin war, und weilo ich gestern danach geschaut habe, muss ich auch sageb: Da gibt es schon welche, die gar nicht so furchtbar auffällig sind und auch im Pfälzer Wald sein könnten.

      Fatale Auswirkungen hat so etwas auf Kinder: Die finden das sehr oft sehr viel toller, als es den Eltern lieb ist.

    • Arbeitskleidung
      Das Dirndl können Sie auch in Las Vegas im Hofbräuhaus finden. So wie sich die Jeans auch weltweit verbreitet hat. Das ist Mode und hat Gott-sei-Dank nichts mit weltweit verbreitetem Bayerntum zu tun – auch wenn der eine oder andere der Meinung ist, dass eine Lederhose in Texas Ausdruck bayerischer Lebens- und Gedankenwelt ist.

    • Ja, aber es kommt hier halt wieer. Heute bin ich in rosenheim über das hier gestolpert:

      http://s377673361.website-start.de/

      Das ist es. Dass sowas wieder kommt.

  31. Werter Don, ist alte Rennräder kaufen und fahren eigentlich auch Biedermeier ? ....
    …. denn Stahl fährt die hippe Jugend von heute doch viel lieber, als das ganze neue Carbon-Gedönse, mit elektronischen Schaltkomponenten. Wenn ich beim Rennradel -zum Gangwechsel- auch noch den Akku laden muss, da hörts bei mir dann leider auf.

    Ich bin -als Bergfahrradfahrer mit japanischen Gruppen- zwar erst spät auf den Trichter gekommen. Seit einiger Zeit suche ich (zwecks Diversifikation gegen die Geld- und für die Fettverbrennung) , meine Euros in hübschen alten italienischen Rennradteilen anzulegen – der Banker würde das ob der überschaubaren Beträge wohl eher „Beimischung“ nennen.

    Ich meine diejenigen aus den 70igern und 80igern, als die italienische Firma noch -sehr zu Recht wie ich finde- so stolz auf sich war, dass sie auf jede noch so kleine Schraube presste, dass das Ding ganz gewiss doch ihr Patent sei. Das gibts beim neuen Kram von denen auch nicht mehr. Der Stolz -er ist dahin- dafür gibts hässliche Ganzcarbonkettenblätter, klobige Doppelsonstwas-Vorderradbremsen und Funktionskleidung, die zumindest immer noch der hübsche Name ziert.

    • Fairerweise muss man sagen, dass auch solche Teile Massenware gewesen sind. Ich sehe zwar auch eine Preisentwicklung nach oben, aber das kann auch nur eine Mode sein, die bal wieder abebbt. Dazu kommt speziell in Deutchland das miserable Angebot – nicht umsonst kaufen viele in Italien, wo es erheblich billiger ist.

    • Für Preisentwicklungen bin ich ein guter Kontraindikator ...
      … wenn ich anfange zu kaufen hat der jeweilige Markt meist seinen Höhepunkt gesehen. Es ist derzeit dchon eine Mode, aber ggf. will sich der heute jungen Arzt oder Architektin dann in etwa 10 bis 15 Jahren ggf. doch noch sein / ihr Traumradel mit den alten Teilen zusammenbauen.
      .
      Ist mir eigentlich gleich, wohin die Preise gehen -aufwärts wäre natürlich nett- mir gefallen die alten Teile und besonders auch die alten Werkzeuge (da geht ja kaum etwas mit Standard-Baumarkt-Werkzeugkoffer)

    • Man sollte damit einfach Spass haben. Das ist alles.

  32. Heimatliebe
    Ich kaufte mir damals keinen Janker für eine gewisse Zeugnisübergabe, einige Preußen und Schwaben taten das. Ich kann nicht genau sagen wieso, wie im Artikel beschrieben ist er ja nicht so unpraktisch.War es fränkischer Stolz ? Mit erschrecken sehe ich wie die Jungen anfangen Lederhosen und Dirndl für fränkische Tracht zu halten. Wahrscheinlich ist es das: Der Ärger über den bayrischen Kulturimperialismus.
    Was mich am Artikel auch an das Verhalten der Einheimischen wiederfinde: Die ständige Vergewisserungsfrage an die Zugezogenen: „Gell hier ist es wunderschön“.
    – „Ja sicher.“ Aber da man die Frage überall hört denkt man sich mit der Zeit: „Und woanders ist es auch schön“. Aber so ist das halt:Wo deine Füße stehen, ist der Mittelpunkt der Welt.

  33. Deshalb Royal Enfield (jetzt auch mal etwas Schleichwerbung von mir!)
    Auch in Deutschland verfügbar! Hier in Indien gibt es die Classic 500 EFI noch ohne Lambdaregelung. Das garantiert mehr Drehmoment am Berg! Heute morgen haben ich mir einen Edelstahlkuhfänger angebaut und diesen mit einer Tour um die Parsik Hills eingeweiht.

    • Praktisch
      So ein Kuhfänger ist auch in Malabar Hills oder am Marine Drive recht praktisch.
      Ist denn der Monsoon schon vorbei?

    • Der Monsun
      Er ist noch nicht vorbei. Auch wenn er zumindest im Bundesstaat Maharashtra bisher recht schwach war. Aber das macht ja das Besondere aus. Deshalb fährt ja der Inder auch mit Sandalen. Die können nicht durchnässen.

  34. Pingback: lasertest

  35. Semper podelis
    Die gute alte Seppelhose – so manche gerechtfertigte Strafexpedition hat sie erfolgreich gemildert.

  36. Enfield
    Neben dem wunderschönen Motorrad darf die Lee Enfield natürlich auch nicht unerwähnt bleiben. Ein Edelstahlkuhfänger ist bei der Niederschlagung eines Sepoyaufstandes allerdings möglicher Weise unspektulärer.

    • Royal Enfield und Tegernsee
      Royal Enfield ist jetzt ein indischer Motorradproduzent. Den Slogan „Made Like A Gun“ hat man behalten. Da sind die Inder nicht so politisch korrekt.

      https://en.wikipedia.org/wiki/Royal_Enfield#/media/File:Royal-Enfield-Logo.jpg

      Vom Tegernsee nach Indien besteht eine Verbindung über die Firma Eicher. Eicher war der Markenname der bis 1998 existierenden Gebrüder Eicher Traktorenfabrik in Forstern in Oberbayern nur 80 Kilometer vom Tegernseer entfernt. Nach finanziellen Problemen wurde die indische Gebr. Eicher Traktorenfabrik 1982 zusammen mit den Markenrechten in Indien von der indischen Tochterfirma übernommen. Bis heute werden in Indien von der Eicher Goodearth Ltd. nicht nur Traktoren, sondern auch LKW und eben Motorräder unter dem Markennamen Royal Enfield gefertigt. Hier schliesst sich der Kreis.

    • Danke für die Geschichte, die kannte ich noch nicht.

  37. bei kaltem Kaffee und Topfengolatschen vom türkischen Bäcker,
    im Hitzgwandl (uraltes, sonnenverblichenes Dirndl, Leiblrock ohne Bluse und Schürze, aber mit Rokkokodecolletee) und erschöpft nach zwei Wochen bei 38 Grad
    (nie, nie wieder ein Wiener Sommer!, der hier immer schon pannonisch war) kann ich nur sagen: in Tracht (auch mit Bluse drunter) kann man hier nicht auf die Straße, man käme in den Verdacht des Klassismus, und hätte Reaktionen zu gewärtigen als hätt man mit „Grüß Gott“ gegrüßt.
    Es gibt hier zwar ein Pseudooktoberfest, aber die bayrischen Folkloreteile bleiben beim Aldi in meinem Bezirk, immer hängen und werden reduziert und nochmals reduziert (dann hab ich gleich ein halbes Dutzend Strickjankerln, die ganz passabel waren, gekauft, für Kinder denen ich eigentlich welche stricken wollte/sollte….)

    • Bleibt man bei der Jitz wirklich in wien und fährt nicht ins Weinviertel? Da soll es doch so schön sein. Und kühler.

    • ja, das Weinviertel ist schön,
      in so heißen Sommern sind dort aber auch nur die Kellergassen kühl.
      Es gibt im Weinviertel sehr gute Lagen/Böden und Weine (nicht nur solche die versektet werden).

    • Und wie ist das weiter oben, auf den Höhen? Ich dachte, da wäre es deutlich kühler.

  38. Eicher Traktoren
    Das Eicher-Museum in Forstern ist einen Besuch wert und dann in der Sauschütt Brotzeit machen.

  39. taz und bier aus altbayern
    Ich bin wahrscheinlich nicht der einzige Genosse der taz, der der DW dankbar ist. Das habe ich der Frau, die bald in Washington arbeitet gesagt, dass ich Sie als Chefredakteurin nicht mag. Aber G-tt sei Dank hat der Aufsichtsratsvorsitzende und Andere mit der Neubestellung und der zwischenzeitlichen Doppelbesetzung das ganz gut gemanagt. Gleichwohl auch wenn die o.g. Frau diametral dem Projekt taz widersprach war es keine schlechte Zeit. Sie war professionell, gleichwohl war das m.E. eine zeitweise „feindliche“ Übernahme.

    Tegernseer Bier habe ich letzthin sogar in Amberg? Gesehen. Egal, meine Empfehlung ist auch wenn aus Neumarkt i.d.O. Glossnerbier, gibt es auch als Biobauern.

    Ansonsten. Ich bin noch ein Altvater aus einer Zeit, wo man sich schämt solche oberbayrische Verkleidung zu tragen. Aber…

    • die Zeiten ändern sich halt und diesmal nicht zum schlechten.

      Ich mag den dauerbeleidigten, nie ambivalenten und immer hochmoralischen Ton der taz nicht. Das ist mit einer neuen Generation von Internetwinslern deutlich schlimmer geworden.

  40. taz
    Der Mangel an Ambivalenz. Da gebe ich Ihnen Recht. Aber die Taz besetzt Themen, die niemand besetzt wie Hassenburg. Auch die Bücher und Beilage von LeMonde Diplomatique sind gut. Und sie hat eine nachhaltige Finanzierungsform und weiß wie man das Spektrum einer Zeitung so ausdehnt, dass man wahrgenommen wird und überlebt. Z.B. mittels Pantherpreis oder Gesellschafterversammlungen, die mehr sind als….

    • Irgendwie fehlt mir halt der Spass. Es. ist. alles. so. schrecklich.. Das kann doch keiner lesen, ohne depri zu werden. Obwohl ich inhaltlich oft damit übereinstimme, pecke ich das nicht.

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