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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Moralische Empörung als neuer Extremsport im TV

| 125 Lesermeinungen

Der Beitrag „Richtig sitzen mit Spinaltrauma, Wärmflasche und Ibuprofen“ muss aufgrund der Wahrung des Heldenanscheins für den Autor leider entfallen.

Das ist hübsch. Es ist schon als Bild hübsch, aber in Wirklichkeit, wenn man den Rosmarin riecht, die Sonne mild die Haut erwärmt und die Wölkchen behäbig ziehen, und aus der Ferne ertönt das Glöckchen einer kleinen Abtei, da drüben auf dem Hügel – das ist schon erhebend.

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Es ist allerdings nicht jedem vergönnt, hier zu sein. Es reicht nicht, die Buchmesse schwänzen zu können und noch eine Woche im Palazzo dranzuhängen, um die Gegend zu erkunden und diesen Ort zu finden. Der Ort ist gut zwei Stunden mit dem Rad vom Palazzo entfernt, dazwischen liegen einige Berge, und mit dem Rad oder den eigenen Beinen sollte man auch unterwegs sein: Nur so erreicht man nämlich diesen Punkt, der für motorisierten Verkehr unzugänglich ist. Es ist erhebend. Aber man sollte dafür etwas leisten. Und man darf mit seinen Privilegien nicht geizen. Es mag nur eine Aussicht sein, aber der Aufwand, in diesen Genuss zu kommen, ist nicht ganz gering.

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Es ist Kultur, es ist gutes Essen – auf dem Weg hierher ist ein phantastischer Hofladen mit jungem Pecorino so weich wie die Lippen einer schönen Frau – es ist ein elitäres Vergnügen, und es ist Sport. Sport im Sinne der alteuropäischen Tradition, als Beitrag des eigenen Körpers zum besonderen Moment. So ritt man im Morgennebel aus, so erstieg man Berge, so überquert man die Alpen und wenn man weiter geht, kommt man auch auf dem Weg nach Rom hierher, und ist isoliert und überwältigt. Ich weiss, vor ein paar Tagen schrieb ich noch über das Vergnügen, sich mit 7000 anderen im Matsch zu suhlen, aber die Wahrheit ist, dass man dabei auch für sich alleine zu bestehen hat. Ausserdem verteilt sich das Fahrerfeld in dieser wunderbaren Landschaft, so dass auch ein Soziopath wie ich teilnehmen kann. In dieser Form ist es meistens schön und mitunter überwältigend. Ich kann absteigen und mir das stundenlang anschauen.

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Was ich nicht kann, ist mich mit Tausend anderen in eine Arena sperren lassen, um dort Fahnen zu schwenken. Ich habe es nicht so mit Fahnen, ich leiste mir den Luxus, selbst zu denken. Und wenn ich so denke, dann möchte ich auch keine Schlachtgesänge anstimmen. Das Erstere hilft normalerweise, das andere zu überwinden, was fein für unsere Zivilgesellschaft ist. Mich interessiert nicht der Ort, an dem das Auto des Schiedsrichters steht, und die damit angedeutete Drohung empfinde ich als unwürdig. Bedaure das sagen zu müssen, aber ich bin in dieser Hinsicht anders und zu gut erzogen worden, und lege Wert darauf, die entsprechende Distanz zu Fussball zu halten. Das ist inzwischen vergleichsweise einfach und liegt am sog. Sommermärchen, das momentan auch unter dem Namen „Schwarze Kassen“ der Bevölkerung erinnerlich gemacht wird. Das ist jetzt fast zehn Jahre her, aber bei uns daheim gab es neben dem Public Viewing so viel Public Rioting, dass man das Gschleaf zum Viewing heute ins Stadion sperrt, und das ist weit draussen vor der Stadt.

Ich habe das alles wirklich nicht als Märchen erlebt. Neben den enttäuschten Fans, die ihre Weinflschen am frisch renovierten gotischen Portal unseres Münsters zerschlugen, musste ich auch die Hinterlassenschaften des Märchens vor dem Haus wegräumen. Das war zu keinem Zeitpunkt angenehm und seitdem bin ich der Meinung, dass die anderen gern viewen dürfen, wenn die hausbesitzenden Bürger kostenlos Stacheldraht gestellt bekommen. Im Reichshauptslum Berlin machten Frauen, die heute als Feministinnen gelten wollen, eine Fussballlesung mit anzüglichem Titel in einer von einem Brausehersteller gemieteten WG, um eine Brücke von den Arbeitern der Beine zu den Arbeiterinnen am Text zu schlagen. Wer wissen will, wie im ersten Weltkriege die Legende der das Deutschlandlied singenden Soldaten im Kugelhagel bei Langemarck entstehen konnte: So, wie sich gleichschaltende Medien im Hurrapatriotismus damals das Sommermärchen erkennen wollten.

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Und jetzt soll da in sehr peinlicher Manier eine schwarze Kasse gewesen sein – wer hätte das im Land von Kohls Versprechen je denken können. Der damals Verantwortliche will nur wenig dazu öffentlich sagen, und die bisher bekannten Erklärungen der Herren Netzer, Zwanziger, Beckenbauer und Niersbach klingen nicht sehr schlüssig. Wurde eigentlich schon gefragt, was die Politik wusste? Wie auch immer, die schnöde monetäre Seite dessen, was landläufig auf Sofas mit Chips oder Fahnen schwenkend als Sport gilt, zeichnet sich unschön mit immer neuen Fragen ab. Als Freund des Radsports, der von seiner gedopten, professionellen Abart in Misskredit gebracht wurde, und als Kenner der dortigen Skandalkaskade, die Sportler, Funktionäre und Verbände gleichermassen umfasste, würde ich auch die Behauptung so eines einzigen, millionenschweren Einzelfalls nicht vorbehaltlos glauben. Es ist ein Milliardengeschäft, und warum es nur im Weltverband schmutzig zugegangen sein soll, und andere brav und gesetzestreu waren, bei ihren besten Beziehungen zur Politik, das mag mir nicht wirklich überzeugend erscheinen.

Und würde ich das alles nicht mit bezahlen, wäre es mir auch egal. Leider jedoch bin ich mit der Rundfunkszwangsabgabe dabei, und folglich bei den Kosten für die Übertragungsrechte und der Schleichwerbung, die mit den ausgestrahlten Spielen nach meiner bescheidenen Meinung gemacht wird. Seit Tennis nicht mehr oft im TV gebracht wird, ist der Sport auch weitgehend in Vergessenheit geraten, die Radsportbegeisterung hat nach den EPO-Skandalen zu begrenzter Berichterstattung geführt, ohne dass es das Leben der Gebührenzahler verschlechtert hätte. Formel Eins zieht auch nicht mehr. Ausserdem gibt es heute genug Sender, die nichts ausser Sport bringen. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen und vielleicht in der Folge noch mehr bekannt werden, könnte man doch darüber nachdenken, ob man die Zeit im öffentlich-rechtlichen Programm nicht anderweitig füllt. Für mehr Federico Fellini und Eric Rohmer könnte ich mich beispielsweise durchaus begeistern. Am Tegernsee darf man, im Gegensatz zur Toskana, praktisch überall fahren, es tauchen dort auch immer wieder Fussballspieler mit nicht angemessenen Fahrzeugen und Spielerfrauen auf: Umverteilte Mittel könnten auch meine Heimat schöner machen.

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Auch spricht nichts dagegen, sportliche Grossereignisse für uns weniger korrupt zu gestalten, indem man sie von Anfang an den vermögenden Schurkenstaaten und Diktatoren überlässt. Man muss dann gar nicht mehr ethisch in den Schlamm nachziehen. Man kann sich weiterhin gefahrlos moralisch empören, was im deutschen Journalismus neben Sport, Reise und Auto ebenfalls ein lukratives Betätigungsfeld ist. Selbst der Nationalchauvinismus des Sports kann dortselbst gute Dienste leisten: Den Weltmeistertitel in ethisch richtiger Empörung haben wir doch spätestens seit der Grenzöffnung, mit der wir den Schurken Orban global blamierten, und die paar Milliarden für Erdogan, damit er sich um die Flüchtlinge kümmert, zahlen wir mindestens mit so gutem Gewissen wie der DFB für das kulturelle Begleitprogramm des Sommermärchens.

Kurz, ich würde es sehr begrüssen, wenn man den Sport in dieser globalisierten Welt wirklich dem freien Spiel der Märkte vom TV-Besitzer Berlusconi über den russischen Oligarchen bis zu Herrn Blatter überlässt: Die wissen, was sie tun, und wie man es richtig macht. Wir konzentrieren uns ganz auf die moralischen Ansprüche im Sport, und stellen sie sehr plakativ heraus. Die anderen haben dann vielleicht ihr staatlich verordnetes Sommermärchen, aber wir haben ethisch reine Ganzjahresfeiern des richtigen deutschen Wesens. Man muss nun mal Prioritäten setzen, wenn man aus Angst vor Enthüllungen nicht alles haben kann.

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125 Lesermeinungen

  1. Sport ist nun - wo massentauglich - seit vielen Jahren Showbusiness.
    Obwohl ich dem letzteren vielleicht Unrecht tue – von Schmierereien und Doping hört man da nicht so viel. Jedenfalls nicht soviel, wie im „Spitzensport“. Von daher schliesse ich mich als Demokratieabgabenzwangsfehlfinanzierer deutscher Sommermärchen dem Don gerne an. Ob den journalistischen Erfindern des Sommermärchens die jetzt schon fast hinterhältige Mehrfach-be-deutung des Wortes „Märchen“ wohl schon mal auffiel? Ich fürchte – nicht.

    Gruss,
    Thorsten Haupts,
    gute Besserung wünschend

  2. Lyotard - Abschied von den großen Erzählungen 4.0. Mr. Obama - "Zauberlehrling der Vorsehung"?
    Google: „Die Erzählung des Westens über sich selbst bricht in sich zusammen. Man kann es mit jedem Tag deutlicher fühlen: Hier kommt etwas an sein Ende. Die große Erzählung der unter dem Namen “Der Westen” verbundenen Nationen und deren selbst reklamierten Stellung in der Welt zerbricht an den Fakten.

    So erscheint im Mainstream die Welt derzeit auf den ersten Blick als ungeordnet und chaotisch. Doch das berechtigte Misstrauen in die dortige Berichterstattung wächst und eine größer werdende Zahl von Menschen versetzt sich inzwischen selbst in die Lage, aus den einzelnen Fragmenten eine konsistente Deutung herzuleiten. Dieses aus den Fragmenten zusammen getragene Bild muss allerdings jeden Glauben an den Westen in seinen Grundfesten erschüttern.

    Aber es lassen sich noch weitere Vorgänge in dieses Bild integrieren, TTIP zum Beispiel. Da verhandeln Leute, die niemand kennt im Geheimen eine neue Ordnung. Niemand hat sie gewählt und sie unterliegen keiner Kontrolle. Diejenigen, die von uns gewählt sind, die Parlamentarier, haben praktisch keinen Zugang. An dieser Stelle kann man eigentlich aufhören zu argumentieren. Das ist das Gegenteil von demokratisch, das ist das gängige Verfahren in totalitären Systemen.

    Und jedes neue Leak zu TTIP bestätigt die Befürchtung, dass es hier weniger um Freihandel als vielmehr den Umbau des Westens in eine postdemokratische Konzern- und Bankendiktatur geht, in dem die Parlamente weitgehend entrechtet sind, weil sie die Regeln von TTIP beachten müssen, bevor sie Gesetze und Verordnungen erlassen. Marktkonforme Demokratie ist keine.

    Das Verfahren zu TTIP verhöhnt jede Form der Demokratie, wie auch die Vorgänge in der Ukraine und in Syrien jede Achtung vor internationalem Recht und den Menschenrechten verachtet. Und die, die hier verachten, sind die westlichen Eliten wohlgemerkt. Der Terror, unter dem die Welt leidet, geht von hier aus. Der Westen ist ein Angriffsbündnis auf die Freiheit des Einzelnen und auf die Solidarität der Gemeinschaft mit ihm.

    Man muss das so deutlich sagen, denn ein anderer Schluss ist gar nicht mehr zu ziehen. Der Westen, sein Wirtschaften und seine Politik generieren das Leid, vor dessen Folgen in Form von Terror und Migration er meint sich durch Massenüberwachung, höhere Zäune, Militär und Gewalt schützen zu müssen. Es ist ein Teufelskreis.

    Dahinein passt auch der konzertierte Unwillen zahlreicher staatlicher Organe den NSA-Skandal aufzuklären.

    Dahinein passt auch die Vorratsdatenspeicherung, die, obwohl im Kern verfassungsfeindlich wie ein Zombie alle paar Jahre eine Auferstehung erlebt und untot durchs Parlament getrieben wird.“

    Da scheint wohl etwas dran.

    Und bliebe endlich nur noch „Das Kommen der Renaissance der Nicht-digitalen Wohung auszurufen“ – vermutlich schon bald der Megatrend – im Flur, gleich im Eingangsabereich ein metallisch rundherum ausgeschlagener Schrank, dahin käme alles, direkt nach dem Betreten, was mobil und digital wäre. Und innen sowieso nur solches, was nicht-digital. Plattenspieler und Grammophon, Analog-Kühlschrank und Handkurbel-Brotmaschine, Mensch-ärgere-Dich-nicht und Schach zwischen designfreien Echtholz-Gebrauchsmöbeln, kunststofffreien Stoff-Gardinen und einer netten Chaiselongue. Küchenofen für altmodisches Waldholz vom Handbeil. Nein, kein Eskapismus, man weiß schon genau, was vorgeht. Nur, das muß ja nicht immer und überall sein.

    • IMmer derselbe aufgewärmte Quark...
      Ja, das stimmt alles, aber die WAHRE Ursache lässt sich in zwei Sätzen zusammenfassen:

      JEDE dieser Regierungen, die solche Sauereien zulässt, wurde von den betroffenen Völkern freiwillig, in demokratischen, legitimen Wahlen in die Machtpositionen gewählt, in denen sie solche Sauerein zulassen können.
      Wo soll da ein Problem sein, wenn diejenigen, die ein Problem verursachen, irgendwann die dadurch entstehenden Rechnungen bezahlen müssen?

      Immer dieses alberne, selbstgerechte Gejammere….

    • Titel eingeben
      @Gast: TTIP/“Westen“ ist zwar off topic, wie man heut‘ so (amerikanisch?) sagt. Aber trotzdem sehr richtig und: Danke.

    • .
      weitgehend meine rede seit zeiten und seit wochen hier. das demokratieproblem der eu treibt auch die paralemntarier um, und falls diese nichts dagegen unternehmen oder unternehmen können, wer hat dann fug, recht und befähigung. da kann man viel dagegen wählen oder es sein lassen, dagegen wettern oder es sein lassen, gleichsam schon einerlei, da kann man sogar dumm sein oder klug, es machte keinen unterschied.

      ceterum i do not take my mandate from the european people, sagte eine wichtige verhandlerin.

      ceterum sagte merrkel, dass die demokratie marktkonform sein solle, soweit ich korrekt memoriere, auf mutmasslicher basis von lektüre der nachdennkseite.

    • Nicht nur--- aber auch----
      Zahlreiche EU-Länder hatten in den vergangenen Wochen von dem Recht Gebrauch gemacht, den Anbau von Genmais auf nationaler Ebene zu verbieten. Diese Entscheidung der nationalen Regierung ist nun nichtig. Das EU-Parlament lehnte diesen Vorschlag der EU-Kommission ab.

      Reaktionen der Bürger auf sowas konnte ich keine finden…. brav.

  3. Am deutschen Wesen soll die Welt genesen
    In der Psychologie gib es Wahnvorstellungen, in der Geschichte den Hexenwahn, nun den Wahn in Deutschland, ethisch und moralisch auf dem Weg der Tugend zu sein und dann die Welt zu belehren, dass sie sich bitte auch so zu verhalten soll. Wie dumm, dass sich nur die anderen Länder nun nicht danach richten wollen.

    In der FAZ habe ich gerade gelesen, dass sich Flüchtlinge geweigert haben, in Schweden aus dem Bus zu steigen angesichts der kargen Winterlandschaft und wieder zurück nach Deutschland wollen. Sie haben es sich eben anders vorgestellt. Das spricht doch für Deutschland – wir überbieten selbst Schweden.

    Schade ist, dass alle Sommermärchen nicht halten, was sie versprechen. Das Sommermärchen der schon längst vergangenen WM nicht und auch nicht das diesjährige Sommermärchen der Willkommenskultur. Bärchen am Hauptbahnhof werden nicht mehr geschwenkt und verschenkt.

    Übrig bleibt ein übler Nachgeschmack, der im Fall des Fussballs einen ausgewählten Kreis betrifft, aber im Fall der Flüchtlinge ein ganzes Land. Es werden weiterhin munter Turnhallen und Sporthallen konfisziert – und dann hat sich auch bald erledigt, dass es ein zweites Sommermärchen geben könnte, denn wenn man nicht mehr trainieren kann, dann wird es auch keine sportlichen Spitzenleistungen mehr geben – und dann haben sich auch die schwarzen Kassen erübrigt.

    Im übrigen frage ich mich bei der ganzen Berichterstattung in der letzten Zeit, wo eigentlich die Meinung des Zentralrates der Juden geblieben ist. Haben die keine mehr zu Thema – was ich nicht glaube – oder will man diese Meinung nicht mehr hören. In jedem Fall erinnere ich mich, dass – vor ein paar Jahren – es zu allen Themen immer auch eine Stellungnahme von Seiten der jüdischen Organisationen gegeben hat – manchmal war mir dies fast zu viel, aber angesichts der Geschichte Deutschland nun eben unumgänglich. Und nun, wo ich sie mir wünsche, finde ich keine Pressemitteilungen dazu. Kann man da mal recherchieren? Vielen Dank!

    • de.wikipedia.org/wiki/Zentralrat_der_Juden#Geschichte
      „… Die Vertreter des Zentralrats forderten mehr Anstrengungen im interreligiösen Dialog, um Vorurteile auf allen Seiten abzubauen. Mit Sorge sehe man den verbreiteten Antisemitismus gerade unter jungen Muslimen. Viele Flüchtlinge kämen aus Ländern, in denen Israel zum Feindbild gehört; diese Ressentiments würden häufig auf Juden generell übertragen. Die Vertreter der CDU machten deutlich, dass jegliche Form von Antisemitismus entschieden bekämpft werden müsse. Das Existenzrecht Israels sei Teil der deutschen Identität. Auch die muslimischen Verbände trügen hier Verantwortung. …“ 27.10.2015, juedische-allgemeine.de/article/view/id/23721

    • Das ist von Land zu Land unterschielich und es gibt immer noch Unterschiede zwischen der Propaganda und der Realität. Wenn junge Araber sich ausleben wollen, ist Israel nämlich die grosse Partyzobe, speziell für Schwule, aber auch bei anderen Vergnügungen.

    • NUN, werter Externet....
      Wenn die Herrschaften das tatsächlich ernst meinen, kann man dem Zentralrat nur raten sich mit seinem Anliegen unüberhörbar an die israelische Regierung zu wenden!

  4. Brauche kein Fussball
    Also ich hoffe ja, dass Fussball durch die WMs in Russland (vielleicht wird die ja dann sogar wieder mal boykottiert) und Katar viel an Ansehen verlieren und irgendwann nicht mehr so überbewertet sein wird. Ich kann diesem Sport ja ohnehin wenig abgewinnen, das ist doch meistens todlangweilig.
    Das Sommermärchen 2006…ja, das war schon irgendwie nervig. Ich habe damals noch studiert und sogar neben dem Seminar für Klassische Philologie, das ich damals nutzte, wurde einer dieser public viewing-Leinwände aufgebaut, wo dann auch die außeruniversitären Massen hinströmten…Sport ist einfach in Deutschland immer noch überbewertet.
    Gute Besserung für den Rücken!

  5. Wunderbare Photos
    Über große Graphik-Anzeigen-Bilder würde ich mich sehr freuen.

  6. lieber ein nettes fussballspielchen
    werter DON, stellen wir uns einmal vor: das staatsfernsehen sendet nun gar keine fussballspielchen mehr:

    noch mehr missionarische einbalsamierung und erzieherische indoktrination…noch viel mehr parallelgeschaltete verlautbarungen aus der zentrale…noch mehr triefendes sendungsbewusstsein….und sabberndes speichellecken….das wollen wir doch nicht……….noch mehr von diesem tatort-schwachsinnsgedöns……noch mehr talkshows mit feministinnnen, umweltrettern, friedenbotschaftern, ernährungsbesseressern, a-sexualberatern, zirkustierbefreiern, gutbezahlten menschenrechtsbeauftragten…SED rechtfertigern..und eifrigen kosumentenschützern……noch mehr sendezeit für A.M. oder U.v.d.L…oder gar Claudia Roth…oder den entrüstungsspezialisten Volker Beck…………..? NEIN DANKE !

    ich kann nicht glauben, dass sie das ernsthaft wollen, aber es würde so kommen.

    dann lieber schon der kämpfende indianer Vidal im mittelfeld oder Chicharito in der sturmspitze…………

    • Halbzeitpause
      Leider haben Fußballspiele eine Halbzeitpause, da kann die Indoktrination ja dann nachgeholt werden. Damit erreicht die Aktuelle Kamera, der Vergleich stammt vom „bösen“ Broder auf der Achse, dann auch total renitente Zielgruppen. Auf dass keiner ohne Umerziehung auskommen muss.

  7. man muss leider fast immer Prioritäten setzen,
    das ist doch das Problem. Ob es sinnvoll ist, seine Prioritäten von „Angst vor Enthüllungen“ bestimmen zu lassen, muss wieder jeder für sich entscheiden; die Leichen in meinem Keller kann ich immerhin noch zählen. Aber den moralischen Anstrich für gedopte Gladiatoren und Wettbetrüger auch noch selber zu bezahlen, macht irgendwann mal schlechte Laune, verdirbt die Sitten und macht alles zunichte: Welcher kleine Verein, der Zwangsmitglied beim DFB ist, soll denn angesichts dieser Misere noch ein positives Bild vom Sport vermitteln können? Eins, dass die Eltern überzeugt, ihr Kind dort Fußball spielen zu lassen? Genau das ist aber nötig, dass die jungen Leute gemeinsam spielen und Sport treiben. Oder jedenfalls wäre das schön. So wie es sein sollte! Wie auch immer.

  8. Wunderschuhe
    In diesem inzenierten Sommermärchen gab es den Sendboten Louis-Dreyfus mit seiner Schatzkiste und den Wunderschuhen, doch niemand will ihn getroffen, gar die Schatulle geöffnet haben – und auch der Bayern-Uli weiß von nichts. Mal sehen, was das unhappy end noch so bringen wird :-(

  9. Deutschland ist in der Welt angekommen
    so ein Autor auf FAZ.NET unter dem Tital „schaffen wir das?“.
    Er hat 40 Jahre in Indien gelebt und u.a.stolz, dass ein gebürtiger
    Inder OB in Bonn ist.
    Mich würde beeindrucken, wenn er oder ein anderer Deutscher es zum
    OB in Neu Delhi geschafft hätte und man sagen könnte Indien ist in
    der Welt angekommen.

    So bleibt es dabei ‚…,aber wir haben ethisch reine Ganzjahresfeiern
    des richtigen deutschen Wesens‘.

    • Nicht Neu-Delhi, sondern Kalkutta
      Ich kann einen deutschen Hafenmeister in Kalkutta anbieten, der in Berlin in der Nähe der Heilig-Kreuz-Kirche begraben liegt. Name, Geburts- und Sterbedatum sind mir aber leider entfallen.

    • Nein, das glaube ich nicht
      …ein deutscher Hafenmeister in Kalkutta.

      Soll das etwa heissen, vor unseren heutigen
      globalen Helden ist schon mal wer in Indien
      gewesen?

    • Es gehört nicht zum historischen Grundwissen, das vielleicht noch in der Schule
      vermittelt wird – aber wir hatten die „Globalisierung“ unter anderen Rahmenbedingungen schon mal. Die wurde 1914 abrupt abgebrochen und AFAIR haben wir erst um 2005 in normalisierten Preisen wieder das Handelsvolumen erreicht, das man 1913 schon kannte.

      Europa wurde für einige Jahrzehnte nach 1918 grausam provinziell.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Das gab es schon mal
      Sonia Gandhi ist als Italienerin zur Welt gekommen.

    • @Thorsten Haupts
      Sie sind der Erste, der mich von den Vorzügen der Globalisierung,
      wenigstens für Deutschland und Europa, überzeugt hat.

      leider ist zu erwarten, dass sich 1918 wiederholen wird.
      letztendlich können die Europäer wohl doch nicht damit
      umgehen und die USA haben sich auch nicht mit Ruhm
      bekleckert.
      Irgendwas scheint an der Herangehensweise nicht zu stimmen.

    • Mutti könnte sich doch auch in Syrien und Afghanistan noch zur Wahl stellen ...
      …. war nur so ein Gedanke; Utopie halt, aber warum sollte Utopie eigentlich nicht gedacht werden?
      .
      Man bedenke nur die „demokratischen“ und „korruptionsbefreiten“ Möglichkeiten, die sich aus „Tutti for Mutti“ in diesen Ländern – finanziert aus der Sonderzahlzone DE (zur möglichst raschen Angleichung selbiger an die Sahelzone) noch ergeben könnten.

  10. Rohmer und Blatter....
    Eric Rohmer? Igitt, igitt…. Welch entsetzlicher Langweiler…

    „Auch spricht nichts dagegen, sportliche Grossereignisse für uns weniger korrupt zu gestalten, indem man sie von Anfang an den vermögenden Schurkenstaaten und Diktatoren überlässt.”

    Aber das tut man doch! Fussball WMs und Olympiaden sind seit Jahrzehnten AUSNAHMSLOS gekauft und finden auch nur mehr in Schurkenstaaten statt. Das erste Land das dabei erwischt wurde, waren (Überraschung!) die USA in Lake Placid.

    Jeder der zwei und zwei zusammenzählen kann, WEISS, dass das IMMER so ist.
    Es ist ein Irrtum anzunehmen, dass Ihre Zwangsabgabe kleiner ausfallen würde, wenn man keine WM veranstaltet. Ganz im Gegenteil bringt eine solche WM mehr Geld ein, als sie kostet.

    Sehr gefreut hat mich, dass ich hier den Gedanken wiederentdecken durfte, den ich bei dem Thema seit langem stets von mir gebe:

    „Kurz, ich würde es sehr begrüssen, wenn man den Sport in dieser globalisierten Welt wirklich dem freien Spiel der Märkte vom TV-Besitzer Berlusconi über den russischen Oligarchen bis zu Herrn Blatter überlässt: Die wissen, was sie tun, und wie man es richtig macht.”

    So unsympathisch mir Herr Blatter ist, er hat den Fussball weltweit weitergebracht und macht seinen Job nicht schlecht.
    Es sind wie immer Gut-Menschen, die ganz wie schon die Inquisition, auf nicht existierenden Idealen bestehen, und die das Ganze in ein solches Drama verwandeln.
    JA, diese Leute sind ALLE korrupt, ohne Ausnahme!

    Es ist ungefähr wie beim Krieg gegen Drogen, wenn man das ganze einfach legalisieren würde, also so lässt, wie es sich natürlich entwickelt, löst sich der grösste Teil des Problems von ganz alleine.
    Aber wer wiedergewählt werden will, der muss nun mal den Blöden die Möglichkeit belassen, an das zu glauben was ihre Hirne unter einer heilen Welt verstehen..
    Wenn Länder wie Brasilien oder Süd Afrika Unsummen für anschliessend ohnedies nicht mehr benötigte Super-Stadien in dem korrupten Business zum Fenster raus (bzw in die eigenen Taschen) schmeissen, so sollte man solche Verantwortlichen aufhängen. Wenn der Emir von Katar das macht, bitte, warum denn nicht?
    Die haben genug Geld.

    Wenn sich die FIFA Leute dabei mit dem Geld die Taschen voll stopfen, so unterscheidet sich das durch nichts, von den Chinesen, Argentiniern oder Nigerianern, die sich die Taschen mit dem Geld von Siemens oder Daimler Benz voll stopfen. Man verdient an der Vermittlung profitabler Geschäfte… was so ungefähr das Letzte auf dieser Welt sein dürfte, das man je verbieten wird.

    • Ich mag iese Ruhe in seinen Filmen, die langen, guten Gespräche und die Zuneigung der Personen.

    • Bei den Römern waren "Brot und Spiele" noch gratis
      Oder warum nicht „Solaris“ um 20:15, natürlich das Original von Tarkovsky?

      Letztlich muß ich auch die Zwangsgebühren für neuartige Volksempfänger bezahlen, obwohl ich weder indoktriniert noch mit Fußball sediert werden möchte. Ich sehe mir höchstens ab und zu den Schleudergang meiner Waschmaschine an. Aber was soll’s – ich teile das Schicksal vieler großer Geister. Mußte nicht auch Schiller zu seiner Schmach die Kosten für die Festungshaft aus eigenem Säckel bezahlen?

    • Man verdient an der Vermittlung profitabler Geschäfte
      Was sagt mir das.
      Dienen diese Säuberungsaktionen dazu, dass andere an die Tröge
      wollen, oder wird es einfach nur eng.

    • Titel eingeben
      „die langen, guten Gespräche und die Zuneigung der Personen“ sind bei Monsieur Malles „Mein Essen mit André“ weniger langweilig als bei seinem Kollegen Rohmer.
      Und, natürlich immer remarquable: Truffaut.

  11. Evtl. hätte Mitteleuropa historisch eben halt nur mal wieder einen Wechsel der Perspektive gebrauch
    – sozial dynamische Zeiten sähe man eben von den Rändern, resp. Übergangszonen viel besser, als lediglich aus der „Zentralperspektive“.

    Und Frankfurt am Main, das wäre dann z.B. die „Zentralperspektive“, gut geeignet für ereignisarme, eher ruhigere, gleichmässigere Entwicklungsperioden – der Tegernsee, das wäre aber fast schon auf der (Staats-)Grenze – also fürs „soziale Messinstrument Mensch“ und seine unbewussten Vergleichswünsche in solchen Zeiten eher viel besser geeignet?

    Wir sehen seid geraumer Zeit schon die FAZ und den Don-Alphonso-Erfolg in ihr in dieser Zeit wohl vermutlich so unterwegs, verfolgen das Experiment, welches die Zeit mit beiden unbewussten Parteien anscheinend anstellte, mit Sympathie. Wobei, alles wäre nicht möglich ohne Herrn Dons spezfische Fähigkeiten und Talente, selbstverständlich nicht.

    Wie gesagt, hin- und wieder gälte es auch die FAZ zu ermuntern, sogar sie.

    Wer für die Menschen nichts tun kann, tut etwas fürs Geld.

    Rußland vs. „NATO-Kabinettsarmee“? Rußland gewinnt, sie sind diesmal psychologisch in der Position der Sansculottes. Merkwürdig was die Geschichte alles hervorzubringen vermag – und wir können wohl sagen, wir sind dabeigewesen, nachdem wir es bemerkten.

    • Nun, der Tegernsee liegt ja etwas im Windschatten der grossen Politik. Aber die Entwicklung nach der Eroberung der BRD durch die StaSi kann natürlich auch global nicht gefallen. Da muss man schon umdenken.

    • !
      Here we go … die Stasikeule! Ein Freund von mir bringt nun schon geraume Zeit damit zu, sich mit Opfern der Stasi zu beschäftigen. Ich hab nur ein paar formale Randbedingungen für ihn recherchiert und erklärt, dass ich darauf keine Lust habe; man kann da m. E. nicht ernsthaft helfen, nur anerkennen, was passiert ist. Aber natürlich helfe ich ihm persönlich, soweit ich das ertrage. Und siehe da: Auch Jahre nach dem Ende der DDR wird alles daran gesetzt, dass Opfer auch gefälligst Opfer bleiben, heute sind sie noch dazu Objekt des Voyeurismus Dritter. Der Gang vor Gericht endet leider regelmäßig mit einer Retraumatisierung; neulich musste ich mir einen Beschluss vorlesen lassen, dessen zynischer Inhalt mich bald zum speien brachte. Und nein, die Richter sind bestimmt keine Stasis mehr. Das sind wohl häufig nicht mal welche aus der DDR, weshalb man ihnen jetzt am liebsten auch noch Gutachter … ! Also, wenn da mal jemand aufgeräumt hätte – ich hätte nichts dagegen gehabt. Viele andere auch nicht. Die meisten vermutlich nicht! Aber man kriegt eben nicht immer, was man gerne haben will. Man muss es aber immer wieder probieren.

  12. Frau Dr. Murksel gesammeltes Schweigen
    Hat irgendjemand geglaubt, dass es bei der Vergabe der WM ohne „Zahlungen“ für was auch immer abgegangen ist? Spätestens seit Bernie Ecclestone die Formel Eins übernommen hat, glaube ich an nichts mehr im großen Sport. Ecclestone! Wir dürfen auch nicht vergessen, dass in unserem schönen Land bis 2006 Bestechung im Ausland steuerlich absetzbar war. Aber nur im Ausland. Man muss sich einmal vorstellen, was das bedeutet: Korruption ist nur im Inland strafbar, das Ausland darf man bescheissen. Zum Wohle des Exportweltmeisters. Der nur ein Weltmeister darin ist, Waren gegen Schuldscheine oder grün bedrucktes Papier zu „verkaufen“. Auch diese Fiktion halten wir eisern aufrecht. Firmen wie Siemens hatten auch deshalb große Probleme, weil bis dahin die sog. Schwarzen Kassen für diesen Zweck legal waren. Finanzvorstände, die deshalb den Freitod wählen, scheitern auch an dieser deutschen Doppelmoral. Wie wir Deutschen wohl schon immer einen Hang zu genau dieser hatten und deshalb so oft scheiterten. Wir sind der zweitgrößte Waffenproduzent der Welt und liefern auch Waffen in Krisengebiete, wenn es uns politisch nutzt. Wir laden das Flüchtlingsproblem jahrelang in den Ländern der EU mit Aussengrenzen ab und erheben uns dann moralisch über diese, wenn sie am Ende sind und Zäune bauen. Orban ist böse. Auf Lesbos kamen letzte Woche 40 000 an. Und Frau Dr. Murksel fragt Tsipras, na Alexis, bist du jetzt zufrieden mit den paar Millionen für Hot Spots? Hot Spots sind Einrichtungen wo auch Flüchtlinge WLAN haben? Was für ein Zynismus auch in der Sprache. Alexis, jetzt der gute Grieche, weil er uns wenigstens vorübergehend ein paar „Flüchtlinge“ vom Leibe hält. Über Erdogan nicht zu reden. Frau Dr. Murksel auf dem goldenen Thron neben dem Sultan. Heuchelei pur. Überhaupt die Sprache, die der staatlich, heißt von Zwangsgebührenzahlern, alimentierten Sender: Der Bundesinnenminister warnt…, die Amerikaner warnen China…, nur Frau Dr. Murksel warnt niemand. Sie hat sich sprachlich jetzt noch mehr auf das Niveau der Hausfrau zurückgezogen, nicht alle Deutschen sind gut, ohne Integration bekommen wir böse Probleme, ich will nur Kanzlerin der guten Deutschen sein. Politik als inszenierte Moralmesse, wer hat die größte, mit doppeltem Boden. Gut gegen Böse. Aber wenigstens redet sie jetzt mit ihren Untertanen, während sie ansonsten lieber schweigt oder schwurbelt. Lässt alle die mühselig und beladen sind zu uns kommen. Wir sind die Guten, aber nur der helle Teil Deutschlands, der das Spiel mit der Doppelmoral nicht aufdeckt. Der keine Bedenken hat, der begeistert Fähnchen schwingt und an Märchen glaubt. Politik als DIE ANSTALT der Moralapostel. Und Frau Dr. Murksel gesammeltes Schweigen.

    • Damals, zu Zeiten der Enscheidung, war der Genosse der Bosse noch im Amt. a könnte ich mir aber auch viel vorstellen.

    • Doppelmoral und Scheitern
      In der Regel scheitert man nicht daran, dass man zuviel Doppelmoral hätte. Wenn sie auffliegt, gibt das zwar ein hässliches Bild, aber sonst kommt man weiter mit ihr. Dies gilt für alle Bereiche, wo der Achtungsgewinn einen Vorteil verschafft. Und es gilt außer für Doppelmoral auch für so ziemlich alle anderen vorteilsverschaffenden unschönen Züge – wenn man denn das Decorum dabei wahren kann oder sich der eigenen Macht halber nicht mehr darum bekümmern muss. Im gewöhnlichen Glauben, dass die gute und die schlechte Tat vergelten würden, steckt die animistische Vorstellung des gerechten Weltenrichters, dessen Urteilssprüche man aber auch beim eifrigsten Hinhören nicht aus dem Gelärm der Welt erlauschen kann. Natürlich hat so mancher trotzdem solche akustische Halluzinationen, aber nur, weil er sie braucht. Wie sagt doch Dietrich Grabbe so schön: „Der Mensch denkt sich den Sinn hinein, wenn er die Weltgeschichte liest, weil er zu feig ist, ihren grausen Willen kühn sich selber zu gestehn.“

      Beliebter allerdings sind Sätze, die nach dem Schema gebaut sind: „Aber (ein unangenehmes) X kann doch gar nicht sein, da wäre doch (ein hehres) Y verletzt.“. Palmströmsche Sprüche, mit denen man von einem Sollen auf ein Sein schließt. Sozusagen ein Doppelfoul gegen das Humesche Gesetz. Damit schließlich doch auch noch etwas Sportliches zur Rede komme.

    • Ts, ts, ts....
      Ausgerechnet der Liebhaber exquisiter Torten will dem reformierten ex-Juso den Zugang zu teuren Weinen und Zigarren….

      Der Mann hat viel für die Erben des Landes getan, da hat er sich ein kärgliches Zubrot aus Zürich verdient!

      Wie meinte der Spiegel(!) neulich:

      „Vielleicht ist es unmöglich, anständig zu bleiben unter den Bedingungen eines gnadenlosen Kapitalismus – und erst recht
      unter den Bedingungen einer durch und durch korrupten Fifa.“

  13. TV Kompetenz?
    Sir, ich bin ergriffen!
    Woher kommt plötzlich diese Sachkenntnis in Sachen TV-Programm?
    Ich glaube mich erinnern zu können, dass man bezüglich Fernsehen eine recht distanzierte, um nicht zu sagen, eine erhabene Haltung aus Mangel des Besitzes eines einschlägigen Gerätes, darstellte. Aber vielleicht lässt es bei mir einfach nur ein wenig nach.

    Mit fielen Grüssen,

    Bernard del Monaco

    Nachtrag:
    Sir, das Ding mit dem doppelten Kommentar ist zu meinen Beiträgen nicht mehr aufgetreten. Sollten Sie an entsprechender Stelle kräftig in die Pedale getreten haben, möchte ich mich sehr herzlich bedanken.
    Bernard del Monaco

    • Ich habe, es war mir ein Vergnügen.

      Ich habe seit fast dreissig Jahren kein TV-Gerät mehr und hatte es schon immer mehr mit Büchern.

    • TV Programm
      Natürlich ist insbesondere die Finanzierung durch Zwangsgebühren zu verurteilen, aber da das oberste Gericht sowas für angemessen hält und Widerstand in diesem Lande gegen die Obrigkleit (noch) undenkbar ist, dürfen die senden was sie wollen….
      Wohl nicht überraschend halte ich die Anstalt für unerwartet gut, Don, versuchen sie es mal hier_:

      https://www.youtube.com/watch?v=8-mgQVcMLOg

      Gerade weil ich fern der Heimat lebe finde ich Sendungen wie frontal21, monitor oder Report Mainz sehr praktisch als Korrektiv gegen ein Aufkommen von Heimweh. Und ich bin ja noch dazu Gebühren befreit…

  14. Und aus der Wolke schallten diese Worte :
    Ich bin das Rennrad, dein Gott !
    du sollst keine anderen Sportgeräte haben neben mir
    denn siehe :
    eher kommt ein Kamel durch ein Nadelöhr als ein Weichei ins Ziel
    wer seinen Körper liebt der züchtigt ihn
    gehst du zum Rade so vergiss die Schmerztablette nicht
    und wenn dein Sattel dich hindert dann schraub ihn ab
    denn es ist besser für dich ohne Sattel ins Ziel zu kommen
    Amen, ich sage euch:
    wer von euch ohne Sünde ist der trete den ersten Ball
    Fussballer, hat dich keiner verurteilt ?
    dann verurteile auch ich dich nicht
    aber gehe hin und kicke nicht mehr …

    • Ich mache das alles sehr gemütlich und wenn es mal weh tut, denke ich an diejenigen, die von der Arbeit am Rechner einen Haltungsschaden bekommen. Das ist erst bitter.

  15. zwar hier o.t. - aber:
    über Merkels Motive wird ja allerorten gerätselt, Broder in der „Welt“
    scheint mir am nächsten dran zu sein: tja, Leninismus und Voluntarismus…
    .
    Schöne, sehr schöne Bilder, lieber Don, und ebenfalls schön, daß Sie Eric Rohmer erwähnen – danke!
    .
    Aber übertreiben Sie es nicht ein klein wenig mit der midlife – Selbstquälerei am Radl?

    • Das war reine Dummheit wegen einer Fehlstellung des Sattels und hatte mir dem Radeln nichts zu tun, liebe Donna Laura. Kein Mitleid.

    • Nie am Sattel sparen.
      Ja, ja Rennradfahrer und Orthopäden wissen, der Sattel ist der wichtigste Teil am ganzen Rad. Hier darf nicht gespart werden.

    • Historischer Brooks Professional. Recht viel teurer geht es nicht.

    • @Foersterliesel
      Broder wird doch aber nie verstehen, was die Kanzlerin umtreibt. Das geht ja von vornherein nicht, der hat schließlich die ganz falsche Brille auf der Nase und die ist da festgewachsen. Denn er hat sich selber an die Spitze der Nahrungskette definiert, das ist eben seine feste innere Überzeugung. Während die Kanzlerin ebenso fest daran glaubt, das man sich diesen Platz selber erobern muss.

      Im übrigen ist es so schwer nun auch nicht: Altkanzler Schröder, den wenigstens Sie verstehen sollten, immerhin ist er ja einer von den Ihren, hat den Fokus der deutschen Politik auf die Außenpolitik gelenkt und die Innenpolitik … na, „gelatscht“ scheint mir irgendwie der richtige Ausdruck dafür! Wenn man danach das Amt übernimmt, kann man auch nicht sagen – alles neu macht der Mai, das geht ja nicht. Man muss dann zumindest halten und die Kanzlerin hat eben beschlossen, noch einen draufzulegen. Wenn Sie mir das nicht glauben wollen, dann schreiben Sie dem Altkanzler mal eine Email und fragen, ob er was gegen die Außenpolitik der Kanzlerin einzuwenden hat? Der wird Ihnen höflich und empathisch und unter Werbung für seine Partei – einen gewaltigen Vogel zeigen. Und auf den Außenminister verweisen, der heißt Dr. Steinmeier und ist SPD-Mitglied! Gebeutelt hat es wiederum – die Innenpolitik; irgendwohin muss man ja hin mit dem Druck in einem geschlossenen System. Das können Sie im Energieerhaltungssatz nachlesen; es gibt kein perpetuum mobile. Das mit dem Druck wäre zwar auch geräuschloser gegangen; es soll Orte geben, da kann man beim Spazierengehen denken, solange man den Mund hält. Aber woanders eben nicht und nun knirscht es gewaltig. So gewaltig, dass Herr Seehofer damit kokettiert, beim großen BVerfG zu fragen, ob das wohl alles noch der Wille des Volkes sein kann? Und das wird ihm vermutlich bescheiden, dass es viele, viele, viele Belege für Willkommenskultur gibt! Im Hellen eben!! Die im Dunkeln, die sieht man nicht … aber das ist die Dreigroschenoper, und die kennen Sie nicht (ich mag sie nur nicht)! Sich auf eine andere Debattenführung einzulassen, wäre jedenfalls Kamikaze, da dann um so größere Not herrschen und der Machtverlust drohen würde. Aber wer weiß dass schon. Auf Neros Einsicht konnte Rom ja auch nicht sinnvoll spekulieren.

    • liebe(r) auch egal,
      also, ja, – schon im letzten thread habe ich die von Ihnen dort artikulierte große Erbitterung/Verbitterung wahrgenommen, – perennierende Antagonismen und Fremdheiten also.
      .
      Zu mir persönlich: ich lebe in Wien, habe wenig Sympathien für Schröders und Konsorten und habe Broder, der ja früher viel in Wien war, erlebt und finde (wenn ich mal was von ihm lese, das woanders verlinkt war) daß er sich im Alter verbessert hat.
      .
      Für ihren persönlichen Seelenfrieden rate ich Ihnen, sich nicht dauerhaft im Antagonismus niederzulassen; sehen Sie sich doch als
      Ethnologen, sehen Sie sich neugierig um und bestaunen Sie wie verschieden man die Dinge angehen kann.

    • .
      lieber don, danke für die herzliche zuwendung, allein zeichnete die liebe foersterliesel aus wien für die fürsorgliche ermahnung und nachfrage nach ihrem lädierten st-, pardon, ihrer lädierten gesundheit verantwortlich.

      natürlich vertraut man darauf, dass ein guter das aushält. aber trotzdem eine gute und rasche genesung!

    • Werter Don, zum Thema Sattel ...
      … ich fahre jetzt einen alten „Arius“ und darauf fühlt sich mein Hintern wirklich wohl. Einen gelochten „Assos“ verwahre ich – einfach weil er so schön ist und überdies -ganz anders als sein menschliches Pendant- keine Weinflaschen an Ihrer Pforte zertrümmern kann.
      .
      Ein Brooks Swift musste einige tausend KM geritten und gepflegt werden, um sich ähnlich gut anzufühlen.

  16. Die Unsterblichkeit der Seele
    TDV sagt:
    28. Oktober 2015 um 02:41 Uhr
    Ja, das stimmt alles, aber die WAHRE Ursache lässt sich in zwei Sätzen zusammenfassen:
    Immer derselbe aufgewärmte Quark…
    Immer dieses alberne, selbstgerechte Gejammere….
    Nein der Gast hat recht mit allen Aussagen über den TTIP.
    Aber Sie wiederholen ständig die Pseudo-Wahrheit die in Wirkllichkeit eine glatte Lüge ist, dass es die NWO-Verschörung nicht gibt und der Wähler schuld daran ist das alles so ist wie es ist, weil er so dumm ist alle 4 Jahre sein Kreuz auf einen Wahlzettel zu malen.

    Der TTIP ist der vorläufige Höhepunkt und gleichzeitig ein weltweites Exempel wohin die Reise geht. Aus Hinterzimmern* aus wird die Welt regiert und unterjocht. Die parlamentarische Demokratie ist tot!

    * Hinterzimmer ist eine Metapher für Elitäre Clubs im Feudalherrenstil versteckt hinter einer schlichten Eingangstür mit Sichtkontrolle. Hier treffen sich Volksvertreter, Politiker, EU-Abgeordnete, Lobbyisten. Diese befinden sich in jeder großen Stadt. Eintritt nur für Mitglieder. Jahresbeitrag hohe 4-stellige Beiträge pro Location und Jahr.

    TDV sie sind enttarnt als Agent der NWO-Verschörung.
    Geben Sie endlich Ruhe. Sie quälen den Geist mit Ihrem Quark.

    Da steh‘ ich auf dem Hügel, und schau‘ umher,
    Wie alles auflebt, alles empor sich dehnt,
    Und Hain und Flur, und Tal, und Hügel
    Jauchzet im herrlichen Morgenstrahle.

    • Erzälen Sie bitte keinen Bullshit? Das hier ist eine Demokratie,
      und jeder kann sich, wenn er möchte, engagieren. Die jetzigen Regierungen sind Folge unserer Wahl (bei der letzten z.B. meiner) oder Folge unseres Nichtengagements.

      In den Hnterzimmern sitzen gewählte Volksvertreter. Mag ja sein, dass Ihnen die Erkenntnis weh tut – ich hatte sie, seitdem ich wahlberechtigt bin. Gebe ntürlich zu, es ist immer einfacher, es auf dunkle Mächte zu schieben. Nennt sich Selbstbetrug und wurd benötigt für die eigene Psychohygiene.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Titel eingeben
      Keiner spricht von „dunklen Mächten“, Herr H. — man kennt die Täter, diese „Weltbeherrscher“ (sagt USA von sich selbst).
      Es ist zum Beispiel die USA (dort der militärisch-industrielle Komplex) und die NATO (also auch USA Regierung & Militär).

    • Verehrter Klaus, Sie sind das perfekte Personal für die Refeudalisierung Europas
      und ich gebe offen zu – wenn Sie eine Bevölkerungsmehrheit repräsentieren (nicht ausgeschlossen), dann haben Sie sich Ihre Fürsten auch redlich verdient. Sie brauchen Sie nämlich zum Glücklichsein.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • .
      das verläuft etwas indirekter. wahlen in der vergangenheit installierten abgeordnete; schleichend wurde gearbeitet an der geschäftsordnung und zusätzen zur geschäftsordnung und weiteren zusätzen zu zusätzen zur geschäftsordnung udnnd weiteren zusätzen, dazu kommen paragraphen, absätze, mehrheitlich einschränkungen des kompetenzrahmens und verlagerungen von kompetenzen auf nicht demokratisch gewählte strukturen usw.

      teilweise ist das kind da schon in einen äusserst tiefen brunnen gefallen, und es ist ziemlich sinnlos, über vergangenes sich zu grämen, doch sinnvoll daraus zu lernen, und weiterem demokratierückbau zuvorzukommen.

      wie gerne hätten die eu-parlamentarier mehr kompetenzen!

      wie gerne lebte so mancher abgeordnete ohne den zwang, ein
      parteilinienkonformes karrierezäpfchen zu sein!

      aber nein, er möchte wieder auf die liste, und wenn er dort nicht ist, so nimmt ein anderer den platz ein. wenige strampeln sich da frei, da müsste man schon recht gewitzt sein und glück haben.

      sei es drum, das wäre mal eine interessante forschungsarbeit, wann unter welchen umständen an der demokratischen verfasstheit gearbeitet wurde.

      wer die geschäftsordnung beherrscht, der hat die macht. nun.

    • Demokratur
      Also dies sehe ich ähnlich, die parlamentarische Demokratie ist nur die schöne Fassade die uns Teilhabe und Einflußnahme vorgaukelt, damit keiner Fragen stellt, wer wirklich dahinter steckt. Anders lässt sich nicht erklären wie gewählte Regierungen im Prinzip gegen ihr eigenes Volk regieren TTIP ist da auch ein gutes Beispiel. Auch sollten in einer Demokratie, die den Namen verdient, Gesetze und Verträge eingehalten werden, daß dies nicht der Fall ist sehen wir seit Jahren. Und jetzt in der „Krise“ wird es noch schlimmer es gilt offensichtlich gar nichts mehr,kein Schengen ,kein Dublin ,kein Aufenthaltsgesetz, kein Maastricht ,kein Asylgesetz, keine Grenze… Bananenrepublik. Aber der doofe Bürger, der soll sich gefälligst an Gesetze halten ?? Was ist das? Failed State ist das und sonst gar nichts.

    • Interessante Theorie
      Nun ja, einem Dr Seltsam wird wohl jeder eine etwas eingeengte Perspektive zugestehen.
      Aber immerhin mal interessant zu lesen, was man in meine Zeilen alles hinein interpretieren kann, wenn man sich Mühe gibt.

      „Aber Sie wiederholen ständig die Pseudo-Wahrheit die in Wirkllichkeit eine glatte Lüge ist, dass es die NWO-Verschörung nicht gibt und der Wähler schuld daran ist das alles so ist wie es ist, weil er so dumm ist alle 4 Jahre sein Kreuz auf einen Wahlzettel zu malen.“

      Sehen sie, genau das ist das Problem. Ich bestreite ja lediglich, dass es eine Verschwörung ist, aber solche Details sind jemandes der meint: „Da steh‘ ich auf dem Hügel, und schau‘ umher,“ natürlich unwürdig….

      Da kann ich nur wiederholen: „Immer derselbe aufgewärmte Quark…
      Immer dieses alberne, selbstgerechte Gejammere….“

      So wie alles bisherige wird auch die TTIP völlig legal durchgewunken werden. Wie man mit bestehenden Regeln und Verträgen umgehen KANN, hat man an Maastricht und Dublin gesehen. Ich konnte wedre damals noch kann ich heute auch nur einen Hauch echten Widerstandes gegen sowas sehen. DA IST KEINE VERSCHWÖRUNG! Das ist normal und jeder der es sehen will kann es auch sehen!

      „…und der Wähler schuld daran ist das alles so ist wie es ist, weil er so dumm ist alle 4 Jahre sein Kreuz auf einen Wahlzettel zu malen.“

      Ja, ich meine SIE!

      Aber einem edlen Geiste wie ihnen, der „empor sich dehnt“… igitt, igitt… der ist immer unschuldig

    • Verehrte Donna Laura, nehmen wir mal an, ich unterschriebe, was Sie hier postulieren
      (was ich nicht tue), der Klarheit der Debatte halber:

      WER hat denn die Geschäftsordnung geändert? Der Gesetzgeber ist das Parlament, also wurde die Geschäftsordnung durch unsere parlamentarischen Vertreter geändert. WARUM die das gemacht haben – Fraktionsdruck, Angst um den eigenen Listenplatz, gruppendynamische Anpassung, eigene Überzeugung, fehlendes Denkvermögen, Güterabwägung, weiss der Geier – spielt dabei überhaupt keine Rolle.

      Und mir scheint die Art der Kritik daran – das ganze ist ja doch irgendwie undemokratisch, weil (beliebiges einsetzen) – dadurch motiviert zu sein, dass einem das Ergebnis nicht passt. Mir passt vieles in der deutschen Demokratie auch nicht – aber ich käme nie auf die Idee, dafür am Ende des Tages andere verantwortlich zu machen, als meine Mitmenschen und mich selber.

      Das nennt sich Selbstverantwortung. Und die schleichende Aufgabe dieses Prinzips zugunsten von welcher Theorie über arme Hascherln unter Wölfen auch immer ist eine Krankheit, in deren Verlauf die Rückkehr zum Fürstentum eigentlich unausweichlich ist. Wenn eh immer (beliebiges einsetzen) verantwortlich ist, dann können wir das mit der Demokratie auch gleich lassen. Es mault sich doch gleich viel befreiter über Herrscher, wenn diese Kritik nicht mit dem sanften Hinweis auf die eigene Mitverantwortung gekontert werden kann, oder?

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • .
      so sonnig wie sie muss man das nicht unbedingt sehen, ebenso geschätzer ThorHa.

      es geht zuvorderst nicht um bewertung in meinem beitrag, sondern um konstatierung.

      die schwachstelle im beitrag – sie haben sie gefunden, bravo – ist das eventuelle verständnis für motivationen von menschen in organisationen, da haben sie einerseits recht. es ist nicht zweckdienlich darauf herumzureiten.

      und andererseits sind es menschen in organisationen, die handeln (ob parlamentarier, kommsssare oder andere), ceterum ein stets zu bedenkender faktor. nicht immer haben parlamentarier mitgewirkt, wie man an derzeitigen vertragsverhandlungen, „die mal um etwas gehen“, sehen kann.

      der hauptpunkt ist:
      dann geschieht entscheidung eben indirekt. das demokratieproblem der eu.
      so etwas gab es mit sicherheit – wirklich ein schöner ansatz für eine forschungsarbeit – auch in der vergangenheit.

      und nein, nicht alle parlamentarier sind fröhlich angesichts irgendwelcher im opaken abgehandelten verhandlungen. gemeint ist, damit man sich im fortgang der diskussion nicht um die gefühlslage von abgeordneten scheren muss: sie sind gegen im opaken abgehandelte verhandlungen. das allerdings lässt sich überprüfen.

    • Danke, verehrte donna laura, für die Antwort.
      Dazu nur noch zwei Anmerkungen:

      Der EU Beitritt sowie alle weiteren Vertragserweiterungen waren immer Parlamentsbeschlüsse. Die damit woanders hin übertragenen Parlemantsbefugnisse also auch.

      Sollten Sie jemals den Hebel finden, den menschlichen Faktor in menschlichen Organisatonen und Systemen auszuschalten bzw. weigstens zu minimieren, lassen Sie es uns bitte wissen? Das Problem scheint mir – unvermeidbar – systemisch zu sein, aber vielleicht erlöst uns ja die KI-Entwicklung.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • THorHa
      Gerade habe ich es mir nahezu wortwörtlich of dem notepad notiert schon steht es bei ihnen:

      „Der EU Beitritt sowie alle weiteren Vertragserweiterungen waren immer Parlamentsbeschlüsse. Die damit woanders hin übertragenen Parlemantsbefugnisse also auch.“

      Ich fand es erstaunlich diese doch eigentlich völlig banale Einsicht von donna laura ignoriert zu sehen…

      Sie kann ganz unmöglich so blind sein, da würde mich jetzt wirklich mal das Motiv interessieren.

    • .
      in aller kürze – noch habe ich nicht ganz so viel zeit wie sie beide.

      in der politik gibt es verfahren, die in jedem polwiss fachbuch der ersten semester nachlesen kann. daran kann man sich festbeissen, wird aber nicht klüger, allein die diskrepanz zum faktischen zu wissen, ist relevant.

      die höheren semester lesen dann schon die relativierung dieser verfahren durch unterschiedliche faktoren, aus fehlern der institutionen an sich (oftmals nicht ausreichend durchdacht, zweckentfremdung usw.), von menschlichen, juristischen und institutionellen akteuren innerhalb und ausserhalb der institutionen; je nach denkschule kommt man zu anderen ergebnissen.
      der unterschied zwischen einem seminar und hier ist die nichtoffenlegung der methoden, geschenkt, auch deswegen gibt es den diskussionsbefördernden dissenz, q.e.d.

      wenn kompetenzeinschränkungen stattfinden, so oft unter umgehung des parlamentariers in einer weise, wie sie derzeit beim transatlaantic etcetera (recht drastisch, daher die aufregung) zu sehen ist. dass der nachher einer kompetenzeinschränkung zustimmt, s. weiter o.

      die faktische ausgestaltung von verfahren und institutionen erfolgt durch den einzelnen abgeordneten übergeordnete demokr. leg. instanzen, in zusammenarbeit mit nicht (dir.) leg. eu-institutionen.

      jetzt könnte man sich hinstellen und behaupten, dass nur jeder einzelne p. – oder zumindest deren mehrheit – müsste widerstehen, und wenn nicht, ist er blöd und selbst (allein) schuld, und auch der bürger, drr ihn wählt.

      in anbetracht der faktizität von polit. institutionen ist das aber ein realitätsbetrachtungsbefreites ammenmärchen® .

    • @donna laura
      Präzise zusammengefasst, nur…. akzeptabler wird es dadurch nicht.

      Unter Sontheimer an der Müncher Uni gab es zwar den ersten Teil des Studiums den sie beschreiben, aber dabei blieb es dann, denn Polit.Wiss. ist ein beliebtes Nebenfach in dem am Ende nur eine gewisse Anzahl Scheine vorweisen muss. Genau wie Philosophie, beides sehr nett zB als Nebenfach zum Jura Studium.
      Naja, zumindest erklärt das einiges am Zustand der Unis und der Justiz.

      Was sie allerdings vergessen haben zu erwähnen, ist mein Steckenpferd.

      Sehen Sie, es waren die Deutschen Massen, die ursprünglich ja all die Komiker mal gewählt haben. Man hat diese, also zB den Oettinger, nachdem seine absurde Inkompetenz nicht mal der schwäbischen Hausfrau zu verkaufen war, wie so viele andere Koriphäen auch, nach Brüssel abgeschoben, wo er im Vergleich zum Rest immer noch so toll war, dass man ihn umgehend zum Commissioner machte.

      ALLES was jetzt gerade abläuft sind die Konsequenzen früherer Wählerentscheidungen…

    • .
      holla, nun sagen sie gar selbst, dass öttinnger nach brüssel gehievt wurde, weil ihn keine schwäbische hausfrau noch wählen wollte – nach „direkt vom volke gewählt“ riecht das nicht.

      aber gerne lasse ich mich eines besseren belehren, falls es das gibt.

      ceterum scheine sich zu erschleichen durch arbeitsvortäuschung gilt nicht. sonst hat man doch nichts davon.

    • aber dl....
      Ich habe ganz bestimmt niemals zu Brüssel oder Öttinger etwas anderes gesagt!

      „…nach „direkt vom volke gewählt“ riecht das nicht…“ Verglichen mit dem Normalen, also der völligen Verantwortungslosigkeit so mancher, finde ich es erfreulich wenn hier also brave Wähler nachträglich durch die Realität doch noch zur Rechenschaft geozogen werden…
      Man muss sich auch über kleine Geschenke freuen können.
      Und von einer Mehrheit gewählt wurde der Mann nun mal irgendwann, der späte Fluch der bösen Tat. So wie der Mann aussieht, würde er in einen E.A. Poe Film passen, oder?

      Was die Scheine angeht, so übersehen sie möglicherweise, dass ich von angehenden Rechtsanwälten schrieb…

    • .
      die zeit hat man nun wirklich nicht, ihre der rhetorik geschuldeten wendungen im einzelnen zu beleuchten, doch scheint es, als ob sie der anwendung der eristischen kunstgriffe eines pudelbesitzers fröhnen, mir scheint aus dem stehgreif kunstgriff 17 auf, aber sehen sie selbst dort nach, ich memoriere nur.

      dabei hat doch mendelssohn schon bedeutet, dass man nach dem sinn der worte suche, und nicht nach dem worte allein – und da hiess es bislang von ihnen stets, dass bür-, pardon, wähler schafe seien, die selbst andere schafe wählten und daher selbst an allen folgen schuld seien.

      dass auf eur.ebene auch sachverhalte nicht demokratisch gelöst werden, kommt ihnen nicht in den sinn.

      und nun, mit einem male beträfe es nur „Brüssel und Öttinger“. was ist denn bitteschön ein brüssel?

  17. Rohmer, Conte d'hiver
    Man kann Rohmer langweilig finden, man kann aber auch andere Filme für überdreht und albern halten.
    Es ist jedenfalls so, daß es in Frankreich selbst im TV Plätze gibt, wo ausführlich debattiert wird und die Teilnehmer auch mal eine Minute oder mehr am Stück reden können, ohne unterbrochen zu werden. Man hat dann die Gelegenheit, selbst mitzudenken, ohne gleich vom nächsten Argument überrollt zu werden.
    Man kann dabei auch ganz unbemerkt einen Spannungsbogen aufbauen, wie etwa im „Wintermärchen“. Dort hat das Wiederfinden der beiden Hauptfiguren nach etlichen Jahren gerade deswegen eine so starke Wirkung, weil sie ähnlich beiläufig passiert wie die Begegnung von Stanley und Livingstone, aber genauso entscheidend ist.
    Beim teuren Sport gibt es doch auch diese beiden Varianten: hier etwa Fußball, wo ständig sichtbar etwas passiert (auch wenn dann nach anderthalb Stunden doch kein Ergebnis erreicht worden ist); dort etwa eine Hochseeregatta, bei der man oft immer nur einen Teilnehmer auf einmal sieht.

    • Sport und Film
      Es gibt noch Besseres als Regatta-Übertragungen, nämlich Karambolpartien mit durchweg nur Deckenkameraaufnahmen. Keine farbkodierten, rüpeligen Dickwadenträger und johlenden Zuschauer, gar kein Menschenantlitz, stattdessen ideale weiße Kugeln, die auf grünem Samt sanft ausrollen. – Ach, wird sie es wohl noch bis zum Kontakt schaffen? – Ja, sie hat es doch noch geschafft, und mit was für einem zarten und diskreten Klick! – So etwas kann mich immerhin fünf Minuten lang fesseln, Athletik, Rennen auf Füßen oder Rädern und gar diese Mannschaftssportarten dagegen keine Sekunde.

      Und für Rohmer müsste man mich fesseln. Mit Grausen denke ich an „Das grüne Leuchten“ zurück – ein Jammerschnepfenfilm, an dessen Ende der Topf dann doch noch seinen Deckel bekommt, und nur darum ging es wohl eigentlich. Dazu wird man dann anderthalb Stunden lang oder mehr, in denen nie eine die gesellige Situation transzendierende sachliche Mitteilung gemacht oder über eine Idee gesprochen wird, in sinnlosem Wortschwall nur mit seelischer Befindlichkeit dieser Gans und mit konventionellem Schicklichkeitsverhalten in Antwort darauf vollgestopft. Zum Ausgleich für Geschädigte empfehle ich „Mon oncle d’Amérique“ von Alain Resnais.

    • Titel eingeben
      Reden in Frankreich – was sie in ihren Filmen meist zu oft und zu lang machen, können sie in den politischen Sendungen und übertragenen Diskussionsrunden recht gut. Und manchmal gibt es sogar eine untertitelte oder synchronisierte Fassung auf Arte, die dann für so Leute wie mich auch verständlich ist.

      Überhaupt, die sind alle auch einfach besser und netter anzusehen. Die Damen, die Herren, ordentlich angezogen und geschminkt, nicht so im Grundschullehramts-gradaufgewacht-Schluffie Look der Gäste und Moderatoren der öffentlich-rechtlichen Anstalten. Christiansen konnte das noch mit der Optik, aber halt nur das.
      Und ja, natürlich hat das was damit zu tun, ob die Leute ernstgenommen werden und ob man ihnen länger als 60 Sekunden / 140 Zeichen lang zuhört, da sollte keiner dieser Twitterblubberer drumrumreden.

    • .
      conte d’hiver – ein wirklich wunderbarer film. van den driessche ist in diesem film unvergesslich darüber hinaus.

      vermutlich halten die einen japanische filme nicht aus, und die anderen nicht die staccato-schnitte von the fast and the furious.

  18. Was für ein Glück,
    dass die Korruptionszone immer noch vor dem ÖRR endet. Dort wird mit aller gebotenen Härte um die Kosten für die Übertragungsrechte verhandelt auf dass die Demokratieabgabe nicht noch höher ausfiele.

  19. Kalt und dunkel.
    Es kann wegen der entgegengesetzten Interessen keine wirkliche Lösung geben. Ein zwischenzeitliches Einfrieren der Konflikte wird uns dann als Erfolg verkauft werden.
    Als zwischenzeitliches Beruhigungsmittel für die Stimmung
    der Konsumenten.
    .
    Dafür verhöckert Merkel dem Sultan mal kurz unsere Zukunft.
    Nach ihr kommt die Sintflut, hat ihr der Herr gesagt.
    Das wird ein sehr teuerer Deal werden; dazu braucht
    man keinen Propheten. Denn gleichzeitig unterstützt Deutschland Erdogans Feinde (Kurden im Irak) welche
    er auch überall vernichtet.
    .
    Diese jungen flüchtenden Syrer sind in den Machoaugen
    Assads Deserteure seiner Armee. Sie können nicht zurück.
    Aber nach SCHWEDEN wollen sie auch nicht.
    > Kalt und dunkel.
    Leute, auch in Berlin geht Anfang November für fünf Monate das Licht aus!
    Martenstein sagte mal: Der Berliner Winter lässt sich nur deswegen ertragen, weil es vorher und nachher den
    Berliner Sommer gibt.
    Klaus Wowereit hat mal gesagt: Berlin ist nicht Haiti.
    Das waren noch Zeiten. Alter Schwede.

  20. "Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen."
    Text eingeben

    • ????
      Sie vergessen, dass wir in einer sogennten Demokratie leben, in der diese Leute die übergrosse Mehrheit stellen…

      Und nun?

  21. da ist nichts verdrängtes ...
    Werter Don,
    nur noch Diesen dann schweige im stillen. Danke.

    Wilhelm Reich: Aus der Rede an den kleinen Mann

    Ich sage dir kleiner Mann: Du hast den Sinn für das Beste in dir verloren. Du hast es erstickt und du mordest es, wo immer du es in anderen entdeckst, in deinen Kindern, in deiner Frau, deinem Mann, deinem Vater und deiner Mutter. Du bist klein und willst klein bleiben, kleiner Mann.

    Woher ich das alles weiß, fragst du? Ich will es dir sagen:
    Ich weiß, wie sehr du dich gegen die Geradheit wehrst, welche Todesangst dich befällt, wenn du deinem wahren echten Wesen folgen sollst.
    Du bist nicht nur klein, kleiner Mann, du hast, ich weiß es, deine ‚großen Augenblicke‘ im Leben. Du kennst ‚Aufschwung‘ und ‚Erhebung‘. Doch du hast nicht die Ausdauer, deinen Aufschwung immer höher zu schwingen, deine Erhebung dich immer höher tragen zu lassen.
    Du hast Angst zu schwingen, du hast Angst vor Höhe und Tiefe. Das hat dir schon Nietzsche viel besser als ich gesagt. Aber Nietzsche sagte dir nicht weshalb du so bist. Er wollte dich zum Übermenschen erheben, um den Menschen in dir zu überwinden. Sein Übermensch wurde zu deinem ‚Führer Hitler‘. Und du bliebst der ‚Untermensch‘.
    Ich will, daß du aufhörst, Untermensch zu sein und daß du ‚du selbst‘ wirst. ‚Du selbst‘ sage ich!

    Nicht die Zeitung, die du liest, nicht die Meinung des bösen Nachbarn, die du hörst, sondern ‚du selbst‘.
    Ich weiß, du weißt nicht, was und wie du wirklich zutiefst bist. Du bist zutiefst, was ein Reh, dein Gott, dein Dichter, dein weiser Mann ist. Du aber glaubst, daß du ein Mitglied der Kriegsveteranen, des Kegelklubs oder des Ku-Klux-Klans bist.

    Und da du dies glaubst, handelst du so, wie du eben handelst.

    • Beinahe Titanic NIveau....
      …aber wir wissen ja, das sie sowas ernst meinen… und unterhaltsam ist es obendrein.

      was sie übersehen ist, dass hier doch sehr viel Foristen versammelt sind die ihren Nietzsche besser als Sie kennen.

      „Aber Nietzsche sagte dir nicht weshalb du so bist.“

      Manche sehen das ganz, ganz anders. Wie sagte ich doch schon mal? Phrasen Dreschen?

      Dr Seltsam, bleiben sie bei ihren Atombomben, oder noch besser, kaufen sie sich einen Cowboyhut und machen sie auch so einen Ritt.

  22. unverzeihlich
    Zur Bestechung gehören immer zwei. Das einzig ärgerliche ist nur, dass man sich dann noch von den Itakern hat austricksen lassen, als die das längst abgehakte Spiel gegen Argentinien „aufarbeiteten“ und in der Folge der damals spielgestaltende Frings gegen Italien gesperrt wurde, für ein Foul, was keines war. Allein wegen dieser devoten dt. Haltung müsste uns die FIFA, DFB und alle an dieser Erniedrigung Teilhabenden auf Jahre die Fernsehgebühren erstatten. Jawoll!

    Ansonsten braucht man eben den Fußball als tranquilizante.

    Gruß

  23. Wie zu befürchten? Gute Besserung!
    Sehr geehrter Don,

    wünsche vor allem gute Besserung! Nach den jüngsten Schilderungen ihrer Auseinandersetzung Mensch.Maschine.Natur war leider zu befürchten, dass es auch mal hart kommen könnte.

    Sicher interessiert aber nicht nur meine Wenigkeit, was in den kommendne Tagen zu erwarten ist. Ist es nur bedächtiges Vorgehen, dass es verschiedentlich so aussehen lässt, als ob Bayrische Löwen nur brüllen, aber nicht beißen.

    Der Gauweiler ist wieder mit im Boot und Frau Merkel wird in Nürnberg sicher nicht nur TV-Gespräche abgehalten haben, oder?

    Noch eine Bitte: Es ist abscheulich, was sie von den Auswirkungen des Fußballs auf Ihr Leben berichten. Soetwas nervt selbst etliche Freunde dieses Sportvergnügens. Nur bitte nicht das Handeln von Einzelnen mit diesem für viele herrlichen Zeitvertreib gleichsetzen.

    Noch einmal: Gute Genesung und vielen Dank für die hervorragenden Artikel, gerade in letzter Zeit, und diesen wunderbaren Austausch hier.

    Viele freundliche Grüße aus Berlin – azur

  24. nochmals o.t.: ein Wiener Emigrant in Schweden
    war Josef Frank, dem das MAK ab Mitte Dezember eine Ausstellung widmet und dessen Stoffe man im Dezember in einem pop up store
    wird kaufen können (damit man aus Wien nicht nur Dummheiten hört und liest…)

  25. Von (Sommer) Märchen und dem lutherischen Glauben
    Nur knapp 3 Stunden sind es mit dem Auto von Mailand nach Portofino und nun sitze ich hier am Hafen. Keine Sonne, es ist trüb wie so manche Stimmung und nur noch sehr wenige Menschen sind hier.

    So sitze ich alleine, bei einem anregendem Blackberry an einem dieser kleinen runden Aluminiumtische, die man noch stehen gelassen hat, und lasse mir die neuen erfrischenden Gedanken Don Alphonsos, bei einem Blick auf das heute graue Meer durch den Kopf gehen.

    Wie wohl die meisten Kinder heute noch, las auch meine Mutter mir vor dem Schlafengehen stets ein Märchen vor.

    Das Märchen von Frau Holle habe ich wohl deshalb noch gut in Erinnerung, weil sie mir diese Geschichte häufiger erzählte als andere. Wie uns ja allen bekannt ist geht es um die Geschichte von Gold- und Pechmarie, wobei mir besonders die Rolle der Goldmarie als vorbildhaft angepriesen wurde.

    Und so entstanden vermutlich auch die Sommermärchen von der Fußball WM oder der Guten Deutschen, die dem Rest der Welt neuerdings zeigen wollen, daß sie nicht nur 6 Millionen Juden umbringen konnten, sondern jetzt dazu bereit sind mindestens ebenso viele Menschen, die sie Flüchtlinge nennen, vorbehaltlos in ihre Familien aufzunehmen.

    Märchen sind schön für Kinder. Viele Jahre später hatte ich zufällig wieder ein Buch über das Märchen von Frau Holle in Händen. Eine Fassung von Janosch, dem Kinderbuchautoren.

    Bei Janosch ist Frau Holle auch damit beschäftigt die Kissen zu schütteln und den Schnee gleichmäßig, wie gerecht, also das Gute für die Welt, zu verteilen. Das kann natürlich nicht gut gehen. An einer Stelle ist zuviel, an der anderen zu wenig. Hier herrscht Überfluß, dort herrscht Not.

    Und am Ende des Buches heißt es „Wenn nicht bald jemand hingeht und der Frau Holle etwas hilft, dann wird es auf der Welt noch viel, viel schlimmer werden“

    Die ursprüngliche Fassung des Märchens der Brüder Grimm in Händen, lag Frau Bundeskanzler vermutlich im Bettchen und sagte sich: “ Die Goldmarie, das isses.“

    Und weil Märchen eben Märchen sind, brauchte es etwas Handfestes für Frau Bundeskanzler, sie macht schließlich Politik. Da hilft nur der Glaube und so war der Satz aus Matthaeus 11
    : „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“
    aus der Lutherbibel, der Satz, der von all ihren anderen Unzulänglichkeiten ablenken konnte.

    So dumm wie es gegenwärtig läuft wird Frau Bundeskanzler nur die Pechmarie. Zur Erfüllung von Märchen bedarf es eben auch Persönlichkeit.

    Die Bayern kennen das ja schon lange, da kann man ihnen nichts vormachen. Die Bayern hatten ja ihren Märchenkönig, der sich mit Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Linderhof ein Denkmal gesetzt hatte, weshalb er volkstümlich auch als Märchenkönig genannt wird.

    Zum Glück ging der mehr oder weniger freiwillig ins Wasser, womit der Volkszorn über die schlechte wirtschaftliche Lage besänftigt war. Heute gehören die Schlösser ja den Bayern, dem Volk, also der Bayerischen Schlösser und Seen Verwaltung, eigentlich dem jeweiligem Landesfürsten.

    Mit dem Sommermärchen vom Fußball scheint es etwas anders zu laufen. Da gibt es auch den König Blatter mit seinem Schloß FIFA und den Kaiser Franz mit der Allianzarena.

    Märchen und Glauben sind halt so eine Sache, die schön sind solange es keinen gibt, der den Mythos zerstören will und einem in die romantische Suppe spuckt.

    Es gibt halt Mächte und Menschen, die anderen ihre Märchen nicht gönnen und so schickte US-Justizministerin Loretta Lynch erst einmal die Kavallerie in die Schweiz, nach Zürich, um ein paar Herren vom Luxushotel ins Verderben zu stürzen.

    Und Frau Lynch, die Vertreterin der Weltpolizei, saß bequem auf ihrem Stuhl und dachte sich vermutlich, ganz im Sinne von Kaiser Franz, schaun´ ma mal…. wer stochert findet auch Dreck.

    Ich mag da lieber die Märchen.

    Meine Mutter hätte immer gerne in mir die Goldmarie gesehen. Den Wunsch konnte ich ihr nicht erfüllen. Die Pechmarie blieb mir erspart.

    Ich habe für mich ObjectBe gefunden und das Meer sieht nun nicht mehr ganz so grau aus.

    Mit herzlichen Grüßen

    ObjectBe

    • Danke für Ihren wunderbaren Text...
      Da ist Ihnen mit Blick auf´s Meer und in einer „märchenhaften“ Umgebung ein schöner Text gelungen. Wünsche Ihnen noch traumhafte Tage in Portofino und azurblauen Himmel, damit ihre Gedanken weiterhin Flügel bekommen. „Alle Märchen sind nur Träume von jener heimatlichen Welt, die überall und nirgends ist“, hat Novalis einst so schön formuliert.

      Ciao.

    • Vielen Dank
      Sehr geehrter Joh. John,

      ich danke Ihnen aufrichtig für Ihr freundliches Kompliment.

      Doch eigentlich gebührt dieses Herrn Meyer, seinen Texten, seiner Gemüts- und Gemütlichkeitskompetenz, die es ja begünstigt im eigenen Leben herumzustreunen und eigene lustige Gedanken zu finden, die Don Alphonso, hin und wieder, einem größeren Publikum zugänglich macht.

      Ich grüße Sie herzlich
      ObjectBe

    • Titel eingeben
      Guten Morgen,

      als ich diesen Satz las „Die Bayern kennen das ja schon lange, da kann man ihnen nichts vormachen. Die Bayern hatten ja ihren Märchenkönig…“ dachte ich spontan, Sie sprechen vom seligen Farnz Josef Strauss.

      Aber von den Royals zu den Schweizern. Es gab da dieses schöne Zitat im (Verzeihen Sie die Quelle!) Spiegel, das die Zusammenhänge in unerwarteter Klarheit aussprach:

      „Vielleicht ist es unmöglich, anständig zu bleiben unter den Bedingungen eines gnadenlosen Kapitalismus – und erst recht
      unter den Bedingungen einerdurch und durch korrupten Fifa.
      Ohne schmutzige Tricks hätte Deutschland als Bewerber um
      die Fußballweltmeisterschaft wohl keine Chance gehabt.“

      In diesem Sinne will ich gerne erklären, dass auch ich gegen jegliche Form der Korruption bin…. an der ich selber nicht mitverdiene.
      Im Sinne von „Der Ehrliche ist immer der Dumme“.

      Ich sehe die Korruption auch keineswegs als DAS Übel.
      Denn etwas distanzierter betrachtet muss auch ich zugestehen, dass Blatter neben dem Vollstopfen der eigenen Taschen, auch sehr viel für den Weltfussball getan hat.
      Wodurch sich sein Tun also prinzipiell vom weltweiten Tun der Daimler Benz oder Siemens unterscheiden soll, kann ich nicht erkennen.

      DAS Übel ist wie leider immer der grosse blöde Haufen dem man eingeredet hat, dass Ehrlichkeit eine Zierde ist und der dieses Schwachfug auch noch glaubt, oder, was ebenso schlimm ist, dazu im Chor heuchelt.

    • @TDV
      Sehr geehrter TDV,

      Heute Nachmittag werde ich wieder abreisen von diesem ruhigen Ort. Nach einer lebhaften Nacht, bin ich wieder zu meinem kleinen Tisch zurückgekehrt, die Sonne scheint und im Augenblick ist außer mir kein Mensch auf diesem kleinen Platz.

      Sie sprechen von der Korruption, der Ehrlichkeit, der Moral, die in ihrer Begrifflichkeit auch stets Mißverständnisse beinhalten.

      Mein Aufenthalt hier diente weniger der abgeschiedenen Erholung, sondern ich hatte, wie oben schon angedeutet einen Termin mit einem Gentleman aus Lyon, der diesen Ort wählte, um nicht ins Gerede zu kommen. Wir kennen uns schon einige Zeit.

      Er ist heute morgen ohne Schlaf mit dem Taxi wieder abgereist und ich weiß nicht wie es ihm geht. Bevor Sie nun Ihre Phantasie all zu sehr bemühen – es ist nichts von all dem eingetreten, was Ihnen event. spontan vor Augen trat. Kein Kleidungsstück ist gefallen.

      Wir sprachen über sein Geschäft, seine Familie, über Moral. In meinem Metier geht es sehr viel um Moral.
      Wie Sie sich sicher vorstellen können, habe ich wenig, eigentlich keinerlei Bezug zu Fußball oder Herrn Blatter und kann auch nicht beurteilen was dieser für diesen Volkssport getan haben mag.

      Die vorgebliche Bekämpfung der Korruption durch die Politik erscheint mir als ein der jeweiligen Stimmung oder gesellschaftlichen Verfassung entsprungenes Moralisieren.

      Gleichgültig, ob es gegenwärtig um die FIFA geht, oder vor kurzem um das Schweizer Bankgeheimnis und, und, und….

      Die Welt wird hierdurch nicht besser.

      Das Thema der vergangenen Nacht war, wenn auch zu einem anderen Beispiel, das gleiche und da ich auch nicht klüger bin als andere kam mir lediglich Friedrich Nietzsche „Die fröhliche Wissenschaft“ in den Sinn.

      „Jeder suche doch seinen Vorteil, wer wolle sich schon opfern, man will, dass es andere tun. Und Edle, Aufopfernde könnten gerade für ihr Ziel ihren Trieben unterliegen.
      Was sei Liebe anderes als besitzen wollen?
      Jeder will Zuwachs seines Machtgefühls. Gerade der Höhepunkt der Evolution, das menschliche Bewusstsein, komme zu Irrtümern, mache Missgriffe, wirke mit bösem Stolz. Wir sind alle wachsende Vulkane.“

      So scheint mir die Anerkennung des Gebens und Nehmens, was im Großen, wie im Kleinen unser Leben bestimmt, lebensberuhigender.

      Das sich hieraus ergebende moralisierende Verurteilen ist der Stoff der Hetze, die die Politik der Masse in die Hand gibt, damit sich das Volk wieder beruhigt.

      Von Niklas Luhmann kommt der Gedanke: «Wer moralisiert, will verletzen» (2008)

      Ich will noch ein wenig ruhen, werde meine Tasche packen und dann geht es weiter.

      Seien Sie herzlich gegrüßt

      ObjectBe

    • Titel eingeben
      Ein Luhmann-Zitat aus 2008? Donnerwetter.

    • Geschätzte Be,
      ich bin im Kern Anarchist, also jemand der versucht NUR nach eigenen Spielregeln zu leben, für sein eigenes Leben die Verantwortung übernimmt, und bereit ist stets die Konsequenzen der eigenen Handlungen zu akzeptieren.
      Im weitesten Sinne ein Linker.
      Auch mache ich keinen Unterschied zwischen Frauen und Männern, oder Deutschen, Chinesen und Marsmenschen, ich ziehe es vor zwischen selber Denkenden und Ars…….ern zu unterscheiden, das hat sich als effektiver erwiesen.
      Ich diskutiere lieber hier in einem konservativen Blog in einem konservativen Medium, da man nur von Menschen lernen kann, die anders denken als an selber.
      Und so verstehe ich das bekleidet bleiben des Herrn aus Lyon recht gut.
      In meinen Kreisen nennt man das was Sie tun Therapie….

      Als Anarchist stimme ich dem frühen Zitat meines ehemaligem Hausphilosophen zu, allerdings sähe ich es in diesem Zusammenhang als die Aufgabe des Staates an, Auswüchsen entgegen zu wirken. Die Führer von Staaten werte ich (zu meinem eigenen Vergnügen) genau nach diesem Masstab. Sollte jemand hinter diesem Satz idealistische Hoffnungen vermuten so muss ich diese enttäuschen. Mein Nietzsche Zitat finden sie im Zarathustra, es ist zu einem Anarchisten passend:

      Wie heisst das graueste aller grauen Ungeheuer?
      Es heisst der Staat. Was er auch sagt, gelogen ist’s.
      Was er auch hat, gestohlen hat er’s.

      Es ist seit fast 50 Jahren mein Motto, und ich muss sagen, mich an es zu halten hat mir ein wunderbares Leben beschert.
      Ich gehe davon aus, dass Sie Ihr Leben ähnlich positiv sehen?

      Ich wünsche eine gute Weiterreise… fernöstliche Grüsse, Tyler

      Nachtrag:
      Hab mir mal das Profil angeschaut und BINGO, da lag ich mit der „Therapeutin“ ja richtig…
      Soll ich davon ausgehen, dass keines der Bilder ein eigenes ist?
      Vielleicht liegt es ja daran, dass ich in vielen Jahren zumindest ein wenig der Pubertät entwachsen bin (bei Männern lässt sich so was ja schwer entscheiden), ich finde künstlich perfektionierte Brüste keineswegs sexy.
      Ein Mindestmass an Aesthetik ist für mich durchaus Anreiz genug…
      Ich persönlich fand de Sades Kritik an Rousseau immer schon ein wenig übertrieben. Da es keine Macht über den Menschen gibt, es aber andererseits so etwas wie Evolution zu geben scheint…
      Alle Gedanken, auch idealistische, sind legitim. Warum sollte also der Mensch nicht seinen Geist dazu benutzen auch diesen evolutionär zu nutzen und einfach selber zu setzen, dass man, da man ja nicht mehr Wolf sei, allen Menschen ein Mindestmass an Grundrechten zugestehe?
      In einer kapitalistischen Gesellschaft ist daran natürlich nicht zu denken, ich meine die eigene, persönliche Einstellung zum Nächsten…

  26. Was für eine Überschrift
    Das wird doch gemacht. Warum wolle Sie das verschleiern?

  27. "Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen."
    Dieser Satz vom „Wiener Grantler“ Helmut Qualtinger kam mir in den Sinn, nachdem ich Ihren wieder sehr lesenswerten Artikel gelesen habe, werter Don. Die Überschrift ist sehr treffend zur heutigen, moralischen Medienkeule in der deutschen Medienlandschaft. Dass das deutsche „LEIDmedium“ BILD Dir keine Meinung, mal die breite deutsche Medienlandschaft infiziert, hätte ich mir vor Jahren nicht träumen lassen.

    Unser hoch subventioniertes öffentlich-rechtliches STAATS-TV/RADIO tut sich mit „Hofberichterstattung“ und „Jubeljournalismus“ besonders hervor. Der neudeutschen Religion „PROFITFUSSBALL“ wird fast jeden Tag gehuldigt und „DIE MANNSCHAFT“ ist der letzte verbliebende Anker, den dieses „Volk“ im schaukelnden Staatsboot ruhigstellt.
    Dafür werden „Sommermärchen“ und „Mia san Mia“ und „Wir schaffen das“ und „WILLKOMMENSKULTUR“ als neue deutsche und bayrische Mantras kreiert und von TV-PR-Journalisten unters Volk gebracht, damit die heile deutsche MÄRCHENWELT erhalten bleibt. In Zeiten der Generation „Fack ju Göhte“ und einer „Märchentante“ Merkel wundert es dann kaum, dass der (PROFIT)Fussball zum KULTURGUT erhoben wurde, damit er weiterhin vom STAATS-TV hoch subventioniert gesendet werden kann, obwohl dieser KOMMERZFUSSBALL wie schon in Italien, England und Frankreich in das werbliche Umfeld von Kommerzsender auf den freien Medienmarkt gehört.

    Vielleicht errichtet der Deutsche-Fussball-Blatter in Frankfurt deshalb eine Fussball-Akademie, damit in absehbarer Zeit die Bachelor- und Masterabsolventen des Fussballs weiterhin im BILDUNGSFERNSEHEN ihre unterschiedlichen Spielphilosophien vorführen können. Der Tanz um den GOLDENEN BALL geht also weiter und die FUSSBALLGLÄUBIGEN beten weiterhin ihr KAISERUNSER, dass da heißt:

    Kaiser unser vom FC Bayern
    Geheiligt werde dein Name
    Dein Reich ist gekommen
    Dein Wille geschehe,
    wie im DFB, so in der MAFIFA.
    Unser tägliches TV-Fussballspiel gib uns heute.
    Und vergib uns unsere Einfalt,
    wie auch wir vergeben unserm DFB.
    Und führe uns nicht in Niederlagen,
    sondern erlöse uns mit vielen Pokalen.
    Denn dein ist das Fussballreich
    der Jubel und die Herrlichkeit
    in Ewigkeit. TOOOOR!

    Noch schöne Radtouren und weiterhin einen freien Geist wünscht Ihnen, werter Don, ein ehemaliger Amateurfussballer mit 30jähriger Spielpraxis, der sich seit 30 Jahren von der FUSSBALLSUCHT befreit hat und jetzt „clean“ ist und lieber dem Radfahren frönt, denn wie sagte einst ein
    Sportarzt: „Radfahrer sterben gesund.“

  28. PS: Nicht mal mehr die Bundesregierung glaubt an das Sommermärchen? Reuters: Bundesregierung verhal
    PS: Bundesregierung verhalten zu Brüsseler Beschlüssen lt. Reuters: http://de.reuters.com/article/domesticNews/idDEKCN0SK17F20151026

    Die Össterreicher bekommen viel Verständnis in Deutschland. Wer hätte es denn so aussehen lassen, als habe Deutschland die Grenzen fallen lassen. Ohne jeder Obergrenze könne jedermann geholfen werden. Bosbach unlängst im TV: Das würde derzeit in z. B. Pakistan jedermann so sehen, wie Interviews gezeigt hätten. In Afrika mache das lt. Zeitung auch die Runde. Dort sei sogar Gabriel im TV mit einladenden Worten zu sehen.

    Als ob nicht absehbar gewesen wäre, welche Auswirkungen es auf alle Nachbarstaaten und weitere europäische Staaten das hätte. Und als ob hier ohne Ende anständige Behausung und Möglichkeiten um Wohlstand zu erwerben zur Verfügung stünden.

    Das ist eine Merkel-Facebook-Party, und die Noch-Bundeskanzelerin ist nicht stasi-Russlandhörig, sondern wirkt weiter mit den ihren Atlantikerfreunden, die sich für deutsche Belange nicht wirklich interessieren, in ebenfalls völliger Selbstüberschätzung.

    Hoffe einfach, dass Bayern und die Vernuft sich durchsetzen und bald ein Signal ergeht, dass nicht für all und jeden die Zuwanderung statthaft ist und Maßnahmen ergriffen werden, die uns vor Chaos schützen.

    Jeder hätte aufmerken müssen, als Merkel, Gauck und Sachsensumpf-Thomas davon sprachen, dass die innere Sicherheit gefährdet sein könnte. Es hätte nicht passieren dürfen, dass diese Gefahr überhaupt entstehen kann. Gereifte Staatsvertreter müssen doch wissen, was ihre Worte auslösen können und wozu sie gegenüber ihrem Land und dem dort ansässigem Staatsvolk verpflichtet sind.

    Deutsche Probleme scheint es nicht mehr zu geben, außer „Flüchtling“, „Flüchtling“, „Flüchtling“. Und scheint es nie gegeben zu haben.

    Drücke Seehofer und seiner Mannschaft alle Daumen, dass wieder Grund in die Sache zu bringen ist.

    Zum Glück melden sich endlich Ansprechpartner: „Kiel/Berlin | Ingbert Liebing, Bundesvorsitzender der Kommunalpolitischen Vereinigung der CDU und Landesvorsitzender der CDU in Schleswig-Holstein, will auf der KPV-Bundesvertreterversammlung am 13. und 14. November in Saarbrücken einen Beschluss herbeiführen lassen, der die Bundesregierung förmlich zur Schließung der Grenzen auffordert. Das meldet die „Bild“-Zeitung am Dienstagnachmittag.“
    http://www.shz.de/schleswig-holstein/politik/ingbert-liebing-fordert-bund-zur-grenzschliessung-auf-id11058796.html

    Viele freundliche Grüße – azur

  29. Des Kaisers neue Kleider: ein Hosenanzug
    @ObjectBe – Meine Lieblingsmärchen sind die von Hans Christian Andersen, insbesondere: Des Kaisers neue Kleider.
    Hier zitiert aus dem Buch, dass ich aus der Bibliothek meiner Großmutter habe: Kleinodien der Weltliteratur,
    Verlegt bei Georg W. Dietrich in München,
    Hofverleger Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs von Hessen.

    Diese neuen Kleider “besäßen die wunderbare Eigenschaft, dass sie für jeden Menschen unsichtbar wären, der nicht für sein Amt tauge oder der unverzeihlich dumm sei”. So ging der Kaiser nackt ganz öffentlich in einer Prozession “und alle Menschen auf der Straße und in den Fenstern sprachen: ,Gott, wie sind des Kaisers neue Kleider unvergleichlich; welche Schleppe der am Kleide hat, wie schön das sitzt!’
    —-
    ‚Aber der hat ja nicht an!’ sagte endlich ein kleines Kind. ‚Herr Gott, hört des Unschuldigen Stimme!’ sagte der Vater; und der eine zischelte dem anderen zu, was das Kind gesagt hatte.
    ‚Aber er hat ja nicht an’ rief zuletzt das ganze Volk. Das ergriff den Kaiser, denn es schien ihm, als hätten sie recht; aber er dachte bei sich: ‚Nun muss ich die Prozession aushalten.’ Und die Kammerherren gingen noch straffer und trugen die Schleppe, die gar nicht da war.“
    ————————————————-
    „Wir schaffen das“ ist auch so ein Hosenanzug, den die für ihr Amt nicht taugenden Bürgermeister und die unverzeihlich Dummen nicht sehen können, hat Kaiserin Merkel und ihr Hofstaat behauptet.

    • WIRKLICH ????
      Das ist ein Märchen?

      Seit ich denke, habe ich das immer für für Politische Wissenschaften, Basiswissen 101, gehalten….

    • @Lisbeth Heuse - Zur Märchenstunde noch ein Gedanke
      Sehr geehrte Frau Heuse,
      eine wunderschöne Geschichte von Hans Christian Andersen. Ebenso Ihre Analogie zum „Hosenanzug“, vom welchem wir doch hoffen wollen, daß dieser auch in Zukunft von Frau Bundeskanzler getragen wird und sie nicht dem Kaiser im Märchen nacheifern will.

      Zur Zeit der Gebrüder Grimm war nahezu ganz Europa von den Truppen Napoleons besetzt und im Schreiben, wie der Verbreitung ihrer Märchen sahen die Grimm Brüder auch eine Möglichkeit deutsches Kulturgut vor einer franz. Überfremdung zu retten.

      Seien Sie herzlich gegrüßt
      ObjectBe

    • "Auch auf einem Thron werden Hosen durchgesessen"...
      formulierte einst der polnische Lyriker und Satiriker S.J. Lec.

      Unsere Kanzlerin wechselt ja öfters ihren Blazer, um sich farblich, wie ein Chamäleon, der jeweiligen politischen Umgebung anzupassen. Heute wird sie in China vielleicht einen roten Blazer tragen, mit gelben Schal. Als harmloses, braves „Rotkäppchen“ kann sie so lukrative Geschäfte mit dem größten Wachstumsmarkt der Welt einfädeln. Ihre mitgereisten CHEFS werden sie im vorraus politisch, korrekt gebrieft haben, damit gute DEALS herausspringen.

      Das Märchen „von der Mächtigsten Frau der Welt“ ist so eine Medienmär, die im Küchenkabinett von Friede Springer und Liz Mohn kreiert wurde und durch die Medienkonzerne Springer und Bertelsmann seit Jahren verbreitet wird. Da hat man sich vor Jahren, nach dem Skandal um die schwarzen Kassen der CDU unter Kanzler Kohl, bei den Konzerndrahtziehern gesagt: „Asche auf unser Haupt. Wir brauchen jetzt ein naives, ostdeutsches „Aschenputtel“ aus der CDU, das als „Rotkäppchen“ getarnt, unsere neoliberale Politik an das Volk verkauft.“

      Diese Marketingstrategie ist seit 10 Jahren ein erfolgreicher Dauerbrenner, da im Vorfeld die Konzernstrategen den „bösen roten Wolf“ kapitale Kreide fressen liess, der „grüne Froschkönig“ im Biotop der Umwelt weiter quaken darf und das „gelbe Rumpelstilzchen“ nach 15prozentigem Wählerrausch ins Dilirium verfiel und sich durch dekadente Sprüche entzauberte.

      Noch sind die Hosen des „Rotkäppchens“ nicht ganz durchgesessen, da sie ständig zu den Gipfeln der Welt unterwegs ist. Mit Hilfe ihrer flexiblen Flickschusterei wird sie auch über das Jahr 2017 auf dem Thron verweilen.
      Dann verdeckt nach einem roten, gelben, roten Flicken ein grüner Flicken
      ihren Hosenboden im Kanzlermoos – sie scheint einfach alternativlos.

      Aber halt, „Rotkäppchen“ hat ein altes orientalisches Märchenbuch gefunden und schnell mal aufgemacht. Es hat den bezaubernden Titel „Tausendundeine Nacht“, und der fesche Ali Baba hat sie dann um den Verstand gebracht. Die Zauberformel „Sesam, öffne dich!“ hat sie angelacht und eine Völkerwanderung brach über Europa ein über Nacht. Die Zauberformel „Wir schaffen das!“ hat sie schnell proklamiert, damit sie ja nicht ihren Thron verliert.

      Nun sitzt unser „Rotkäppchen“ ratlos im Kanzlermoos und denkt an die Worte des Zauberlehrlings: „Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los.“ – „Was mach ich bloss?“ „Das angerichtete Chaos überlasse ich meinen Bürgern und den Vasalen in der EU – ich fahr nach China und will nur meine Ruh!“

      Ja, verehrte Frau Heuse, die Märchen sind allgegenwärtig.

  30. es ist schon erstaunlich,
    was da die leute alles glauben, meinen und anderen erzählen.
    .
    gibt es da draussen irgend jemanden, der nicht der überzeugung ist, dass unter blatter ohne reichliche handsalbe nichts, aber schon gar nicht glelaufen ist?
    .
    es wurde vor und während der wm durchaus ventiliert, mit welchen knebelverträgen die fifa ihre wm in der bundesrepublik durchgezogen hat. es gab da nicht mal empörung, zu gross war der suchtdruck nach der droge fussball.

    • BItte erhellen sie mich...
      Genau welche Nachteile sind ihnen dadurch denn entstanden?

    • Muß man persönlich betroffen sein, um etwas zu kritisieren?
      Nun, man könnte überlegen, ob nicht die Zwangsgebühren für das Staatsfernsehen zumindest ein wenig niedriger wären, wenn ARD und ZDF nicht versuchten, beim Poker um die Übertragungsrechte ganz vorne mitzumischen. Das betrifft dann auch die, die gar kein TV zu Hause haben.
      Das große Geplinker “ Ach wiirklich?“ ist aber tatsächlich seltsam, da selbst ich als Unbeteiligter mitbekam, daß die FIFA jeden noch so kleinen Sponsor selbst kneb – auswählen wollte und daß man schon fast illegal handelte, wenn man nur ein paar Freunde nach Hause vor den Bildschirm einlud.

    • Nikolaus...
      Sie haben natürlich Recht. Nur… meinen sie die Zwangsgebühren würden sinken, wenn man solche Übertragungen nicht mehr bezahlen muss?
      Wenn deutsche Politiker Zwangsgebühren erlauben, dann beschweren sie sich beim Wähler und nicht bei der FIFA…

      Wenn sie eine Methode kennen um mit dem Zirkus aufzuräumen, bitte, die warten auf sie. Oder glauben sie etwa wenn man die grössten Gauner endlich entfernt rücken die ehrlichen Seelen nach? Sie wissen doch noch wie hoch man Herrn Niersbach noch vor ein paar Wochen gehandelt hat…

      Einfach den Fussball geniessen und den Rest ignorieren. Es gibt wirkliche Probleme…. Bei der Deutschen Bank oder VW gehts auch nicht ehrlicher zu, aber mit ganz anderen KOnsequenzen.

  31. Titel eingeben
    Servus Don,

    also ich mag Fussball, am liebsten in der Kneipe; halte mich aber von den allzu primitiven Massen in den Stadien fern. Ein nicht unerheblicher Teil der Faszination, die dieser Sport auf mich und andere ausuebt, ist, dass, sicherlich durch einen historischen Zufall, der groesste Teil der Welt sich entschieden hat, eben diesen Sport zu verfolgen und, das ist ebenfalls wichtig, zu betreiben (anders als beispielsweise American Football hier in den Staaten – das zwar ein sehr beliebtes Spektakel ist, aber von quasi niemandem als Hobby betrieben wird). Genauso gut haette die Welt sich natuerlich auf Basketball, Feldhockey oder Curling einigen koennen, aber das tut nichts zur Sache.

    Dass ein plebejischer Spass auch die entsprechenden Leute anzieht ist nun mal nicht zu vermeiden, aber bei aller verstaendlichen nachkriegsdeutschen Vorsicht gegenueber uebertriebenem Pathos, sich bewusst auf die Psychologie der Massen einzulassen kann durchaus befreiend wirken. Laeuft’s Ihnen nicht wenigstens ein klein wenig kalt den Ruecken herunter, wenn Sie bei manchen Laenderspielen zehntausende eine Hymne schmettern hoeren? Beispielsweise hier die Waliser (deren Hymne uebrigens als erste ueberhaupt vor Sportereignissen gespielt wurde):
    https://www.youtube.com/watch?v=AM4mIlYKG9s

    Zum Thema Schlachtgesang: Santo Spirito Cavaliere!
    https://www.youtube.com/watch?v=P8nHRoaXSjE
    (Barenboim mit Liszts Version; den Wagner moegen Sie ja auch nicht.)

    • Grunz.....
      Da wollte ich Sie ob Ihres ehrlichen Bekenntnis ihrer Liebe zum Fussball preisen und dann kommen sie mir mit der Nationalhymne…. Wenn ein paar vom DFB zum Singen angehaltener Millionäre so tut als könne sowas kurz vor dem Anpfiff eine Bedeutung haben?
      Ich nehme an man mag bei jener Firma zB einen Podolski deshalb so sehr, weil es bei dem nicht weiter reicht als sowas tatsächlich zu mögen…

      Trotzdem sind wir immerhin schon zwei in diesem langem Blog, die wenigstens ehrlich genug sind um zuzugeben Fussball zu mögen.
      Und da will ich mal ganz unpolitisch etwas zitieren in dem der Fussball ausnahmsweise für die richtigen Gründe gepriesen wird. Nicht-Fussball-Fans sei versichert, dass an diesem Kommentar nichts übertrieben ist, und Thomas Hummel tatsächlich das beschreibt, was an GUTEM Fussball so begeisternd ist:

      „Als nach etwa einer Stunde die Wolfsburger links hinten den Ball eroberten, sprintete Xabi Alonso auf den ballführenden Ricardo Rodriguez zu. Der Spanier bedrängte den Gegenspieler mit allem, was er hatte, nervte und entnervte ihn, bis dieser mal wieder die Kugel nach vorne bolzen musste, weil er keinen anderen Ausweg mehr sah. Nun stand es hier längst 3:0, Xabi Alonso ist 33 Jahre alt, er ist Welt- und Europameister, Champions-League-Sieger und so weiter. Wer hätte es ihm übel genommen, hätte er es sich in diesem Moment im Mittelfeld ein bisschen bequem gemacht?

      Pep Guardiola hätte es ihm übel genommen, seine Mitspieler und vermutlich der Spanier selbst. Als Xabi Alonso nach 70 Minuten vom Feld ging, keuchte und schnaufte er, weil er alles gegeben hatte. Dafür werden die Spieler beim SV Darmstadt 98 gefeiert und das zu Recht. Dass allerdings die hoch dekorierten Spieler des FC Bayern mit der gleichen Einstellung über den Platz hetzen, und das bisweilen im Drei-Tage-Rhythmus, das ist der wichtige Grund, warum niemand gegen sie etwas ausrichten kann.“

    • Ja, lieber T.I.M.
      Man kann auch als denkender Mensch Fussball mögen.
      Schweinsteiger: (sinngemäß)
      „Auf dem Weg zum Elfmeterpunkt vermisste ich meine Eier.
      Zum Glück waren sie beim Schuß wieder da.“

    • Titel eingeben
      Ach Tyler, das sind doch zwei paar Schuh‘ … oder besser: Das Gemeinschaftserlebnis sind die Stollen unter den Fussballschuhen.

      Die Bekenntnisse des hiesigen Hausstammtischphilosophen Gumbrecht zu seiner Fussballliebe vor geraumer Zeit habe ich uebrigens mit Vergnuegen gelesen – da sind wir also nicht ganz alleine.

      Und klar, um die „vom DFB zum Singen angehaltenen Millionaere“ ging es mir ueberhaupt nicht. Haben Sie sich den Link angesehen? Er stammt von einem Rugbyspiel Wales vs. England, und das beeindruckende ist die Kulisse wenn zehntausende Waliser der vom Band abgespielten Melodie keine Chance lassen, gehoert zu werden. Das hat nichts mit Ueberlegenheitsgefuehl oder Chauvinismus zu tun (eine walisische Unabhaengigkeitsbewegung waere mir unbekannt, und soweit ich das sehe, versteht man sich als maximal britisch [im Sinne vom UK]), sondern es handelt sich um pure Identifikation fuer die Dauer eines Rugbyspiels. Das „Mit“-Fiebern und „Mit“-Erleben ist natuerlich ein ganz anderes und viel intensiveres, wenn man sich irgendwie mit einer der Mannschaften identifizieren kann (sei es als Anhaenger, Fan oder Landsmann). Das heisst nicht, dass ich ein GUTES Fussballspiel nicht auch mit Gewinn mir unemotional-analytisch anschauen kann.

      Worauf ich hinaus will: Man sollte so ehrlich sein, sich die (vielleicht nicht sehr intellektuelle) Freude an der Emotion – auch als Massenphaenomen – ohne Schuldgefuehle einzugestehen. Gleichzeitig darf man diese artifizielle Emotion nicht mit der Wirklichkeit verwechseln, was die Leute im Stadion, die ich meide, leider oft tun.

    • TIM
      Tut mir leid, wenn ich da was falsch verstanden habe.
      Ganz richtig sagten sie ja, dass die Waliser sich „tagsüber“ als Briten fühlen und, dass es dort um weniger um Nationalität, als eher um eine Dortmund-Schalke Rivalität geht.
      Ich verbinde Fussball plus Nationalhymne mit der „guten, alten Zeit“, als man sich auf deutschen Fussballplätzen noch daran erinnerte, dass es angesichts von zwei Weltkriegen keinen grossen Anlass gibt, vom ach so tollen tollen Schland zu gröhlen, und man kann es meinem Alter zuschreiben, dass ich Nationalhymnen aller Art verabscheue. Diejenigen die sich über eine Hymne mit dem Land verbunden fühlen, haben zu seinem Ruhm selber sicher nichts beigetragen….

      „Man sollte so ehrlich sein, sich die (vielleicht nicht sehr intellektuelle) Freude an der Emotion – auch als Massenphaenomen – ohne Schuldgefuehle einzugestehen. “
      Freude ist ein schönes Gefühl und hat den Intellekt gar nicht nötig, nur, da sie guten Fussball geniessen können, werden sie ja mitbekommen haben, dass das am meisten verbreitete Gefühl, das derzeit im deútschen Fussball vorhanden ist, das Gefühl des Hasses und des Neides auf die Bayern ist…. Und ich würde meine Hand nicht dafür ins Feuer legen, dass ich nicht auch genau dieselben Gefühle hätte, wenn ich zufälligerweise nicht in Giesing sondern in Gelsenkirchen aufgewachsen wäre…
      Die Wahrheit ist leider manchmal entlarvender, als der schöne Schein.

  32. @peregrinateur, 28.10., 13:25, Das grüne Leuchten
    Rohmer hatte auch seine ups and downs. Sie haben recht, „Das grüne Leuchten“ war in der Tat ein „Jammerschnepfenfilm“ (schönes Wort übrigens, big like), jedoch wohl doch noch einer von der besseren Sorte. Wer wünschte sich nicht in jüngeren Jahren manchmal – eine wenn auch nur für kurze Zeit elegant gelingende – Sommerliebe? Eine Rohmer-Retrospektive (nur in OmU) würde mich auch mal wieder ins Kino treiben; aber bitte nicht im Arsenal an diesem Unort „Potsdamer Platz“, dessen Anblick und Publikum einen ja schon herzlich die Fahrt in die Philharmonie vergällen. Rohmers Film „Der Freund meiner Freundin“ finde ich jedoch bis heute sehr gelungen und ich bin immer wieder berührt, wenn ich mich darin erinnere, wie gegen Ende des Films die junge Frau (die Kulturreferentin, glaube ich) in Tränen ausbricht, wegen einer Verwechslung. Mit den Dialogen der franz. Akademiker können sich deutsche Filme einfach nicht messen. Rohmers Drehbücher spielen da in einer ganz anderen Liga.

    PS: Beste Genesungswünsche an DA aus der Hauptstadt dieser jämmerlichen Bananenrepublik, Weltmeister in „games without frontiers“. Ob das jetzt ein „war without tears“ bleiben wird, wage ich denn doch zu bezweifeln.

    • „games without frontiers“
      https://www.youtube.com/watch?v=3xZmlUV8muY
      .
      Die Musiker hatten schon immer die richtigen Antworten.
      Und vorausschauend waren sie.
      Genesis 1974 Selling England by the Pound
      King Crimson 21st Century Schizoid Man
      Supertramp Crime Of The Century
      .
      Rohmer?
      Warum nicht?
      Fellini?
      Ja, immer.
      Aber, warum so viele andere verschweigen?
      Achternbusch, ha, kleiner WITZ, wie Fassbinder, aber …
      … Hitchcock, Billy Wilders, Brian de Palma ….
      … kann man nicht aufzählen.
      Don, so oft können Sie nicht ins Kino gehen,
      um das fehlende Fernsehen zu kompensieren.
      .
      Sie lesen Bücher?
      Ich auch, nicht die Ihren.
      Sie schauen Filme?
      Mit der entsprechenden Technik müssen Sie dafür nicht unter Menschen.
      Geld sollte bei Ihnen nicht das Problem sein.
      Elektronik ist billig, wie ’ne Hure.
      Ist aber einmal gekauft, immer verfügbar.

    • @ frageneineslesendenarbeiters, 28. 10. 2015, 18:42 Uhr
      „Das grüne Leuchten“ war meine zweite Enttäuschung in diesen Rohmerschen Annäherungsplauderwelten nach „Le genou de Claire“, danach wollte ich, gebranntes Kind, keinen seiner Filme mehr anschauen, sobald irgendwo das Wort Beziehung in einer lobenden Vorbesprechung auch nur vorkam.

      Der Perceval dazwischen gefiel mir sehr gut. Berührend, wenn da dieses Urbild des Naiven in Gestalt eines gelockten Jünglings vor einem Bluescreen-Hintergrund seine Verse vorträgt, wie dass er offenbar Engel angetroffen habe, denn die Herren hätten glänzende Kleider getragen usw. Die schlichte Inszenierung passt hier genau, indem sie wenig vom Text ablenkt, auf den es in der Hauptsache ankommt. In diesem Falle zeigte sich Rohmers glückliche Hand jedoch allenfalls in der Auswahl aus dem Versroman …

      Die Deutschen mögen im allgemeinen ihre Sprache nicht besonders, wie könnten dann die an der Spitze des Fortschritts marschierenden Regisseure und Drehbuchautoren gute Dialoge schreiben? Deutsche Filme erinnern mich meist an Hanna Schygulla, die kongenial eine Frau spielt, welche einen Vamp spielt.

      PS: Den Genesungswünsche an unseren Gastgeber hier schließe ich mich an, wenn auch nur aus der Provinz und nicht aus dem von ihm so hoch verehrten Berlin. Irgendwie vernehm man da jüngst zwar etwas von lindernder Salbe, aber ich dachte dabei nur an banalen Muskelkater als Ursache, der nach ein, zwei Tagen allemal vorüber wäre. Mögen halkyonische Tage im Süden seine Heilung befördern, dieweil sich Donau und Schutter schon in kalte Nebel hüllen.

  33. Es kost was es kost ...
    … was es genau kost is halt Verhandlungssache!
    .
    Ich halte nix von 1000 seitigen Compliance, Corporate Governance und sonstigen ethischen Verhaltensnormen.
    .
    Für mich ist das alles gefällig verpackter Sozialismus. „Level playing field und equal sonstwas“ klingt doch einfach „so schön marktwirtschaftlich“.
    .
    Ähnlich verkauft uns der neue Market-Bazooka-God der EZB sein immer monströseres QE-Experiment als pure Marktwirtschaft; jedoch auch das ist ein erstklassiges Beispiel sozialistischer Steuerungsallmachtsphantasie. Mal schaun, was das und wen das was kost …

    • Billiggeld = Amphetamin für die Märkte
      Dazu passend:

      „Die Billiggeld-Flut der Notenbanken hat den deutschen Aktienmarkt am Freitag weiter angetrieben. Zusätzlich zur Aussicht auf eine geldpolitische Lockerung durch die Europäische Zentralbank lieferte nach dem Mittag eine Leitzinssenkung durch die chinesische Notenbank weiteren Treibstoff für die Kursrally.“ (dpa-AFX, 23.10.15)

      Yeah! Was für die einen der Fußball, ist den anderen die Formel 1 an den „Wertpapier“-Märkten. Das gezocke und die dazu passenden Nachrichten sind mindestens so prollig als würde man die Bild-Zeitung rauchen. Macht man da mal mit versteht man aus Empathie heraus, warum Uli Hoeneß vom Fußball gelangweilt im Stadion sitzt und sein Adrenalin durch Forex-Trading erhält.

      Die Sozialisten hatten natürlich recht damit, das alles für widerlich zu halten, aber das war zu einer Zeit als man im Westen noch an das freie Unternehmertum glaubte und Märkte nicht für Zwangsgemeinschaften auf Droge.

    • Aber Dreamtimer..... ich seh das ein wenig anders..
      Warum so pingelig? Fassen wir doch mal zusammen…
      Es war der Kapitalismus, der uns unser angenehmes Leben ermöglicht. Er braucht halt Wachstum, sonst kollabiert er… Und woher Wachstum nehmen, wenns keines gibt? Da kann man nur Waggonweise Papier bedrucken und so tun als sei es das wert, was draufsteht und wirft es der Kundschaft billig nach. Egal wie, die 2% nach oben, die müssen her.
      Solange die Blase nicht platzt… einfach eisern durchhalten, keine Miene verziehen und so tun als sei dies alles das Normalste der Welt.
      Abends im Kämmerlein, da betet man mit Schäuble: „Bitte oh Herr, lass das alles erst zusammenkrachen, wenn ich nicht mehr im Chefsessel sitze….“

      Ein wenig unpassend finde ich da den Vergleich mit dem Fussball… Wenn sie an der Aussenlinie den Ball haben und von vorne kommt der Robben auf sie zu und von hinten der Lahm, dann hilft ihnen kein QE, dann haben sie echtes Leben. Und entweder sie schaffen es… oder nicht. Ganz im Hier und Jetzt!
      Womit das Dilemma der Finanzwelt mehr als anschaulich beschrieben wäre…

      Man sollte bei dem ganzen Blatter/FIFA Dreck nicht vergessen, dass davon die Welt nicht untergehen wird, nur weil ein paar Geldsäcke korrupt sind. Ist das etwa eine Überraschung?
      Ja, die Welt ist schlecht, WMs und Olympiaden werden gekauft, und wem das nicht seit 10 oder 20 Jahren klar ist, der ist ein Depp.

      Verglichen damit… da sitzen mittlere und obere Führungskräfte zusammen in einem Wolfsburger 15.Stock und planen, eine Software schreiben zu lassen, und diese dann in alle Diesel einzubauen, die erkennt ob getestet oder nur gefahren wird, und dann die Daten manipuliert? Erstens gehört VW zu einem Viertel dem deustche Staat und hat den Verlust sowieso zu tragen, nein, die STrafen und was sonst noch wegen der „Leistrungsträger“ kommt, muss sowieso auch wieder Steuerzhaler tragen, weil VW sonst fertig ist, und zig-tausend Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen. Wenn man „unseren“ Medien glauben darf, dann hat der Winterkorn auch ganz, ganz bestimmt keinen goldenen Handschlag bekommen. Aber ja doch….

      Aber Blatter und Hoeness sind die Bösen?

      Da sagt der Schäuble zum Varou.: „Ist mir egal was richtig und falsch ist, entweder ihr unterschreibt, dass wir eure Häfen und Flughäfen zu unseren Bedingungen einkaufen können, oder bei euch bleiben am Montag die Banken zu!“

      Aber Blatter und Hoeness sind die Bösen?

      Heckler und Koch verkaufen mit Merkel Mordwaffen engros an Verbrecherregime weltweit…

      Aber Blatter und Hoeness sind die Bösen?

      Der Ackermann erklärt der Bundesregierung, dass er sich leider ausserstande sehen wird, grösseren Schaden von der deutschen Volkswirtschaft abwenden zu können, sollte man auf die Idee kommen, die HRE nicht mit Steuergeldern in Milliarden Höhe aus dem Dreck zu ziehen, oder gar Bankster in den Knast, statt mit je einer Millionen schweren Abfindung in den Ruhestand zu schicken.

      Aber Blatter und Hoeness sind die Bösen?

      usw. usw usw.

  34. Die Reaktion eines unschuldigen Kindes
    @ObjectBe – Ich habe da noch eine Variante zu erzählen. Dieses Mal eine wahre Geschichte. Als ich gerade drei Jahre alt wurde, gab es den ersten Fastnachtszug in unserem Städtchen nach dem Krieg. Ich habe noch eine ganz vage Erinnerung an die Schwellköppe. An Fronleichnam, vier Monate später, saß ich auf der Schulter meines protestantischen Vaters und guckte der Prozession zu. Als der Baldachin mit der Monstranz vorbeikam, fing ich an begeistert zu rufen: “Ritz am Ba, Ritz am Ba, morsche fängt die Fassnacht aa!”
    Das war lange vor den Mohammed Karikaturen und fiel damals noch nicht unter Meinungsfreiheit. Deswegen verschwand mein Vater mit mir so schnell er konnte in die kleinen Gässchen des Städtchens und versuchte sein aufgeregtes Töchterchen von ihrer zu dieser Situation unpassenden Karnevalsbegeisterung abzulenken.
    .
    Ich selbst kann mich an meinen Fronleichnamsauftritt nicht mehr erinnern. Aber meine Eltern haben es mir so oft erzählt, dass ich denke, sie fanden meine Reaktion damals göttlich komisch.

    • Aurea Moguntia
      Ich wusste gar nicht, dass Sie Mainzerin sind, liebe Frau Heuse. Obwohl ich ein paar gute Jahre dort hatte, gehoert Mainz zu den Staedten, die ich nicht besonders vermisse – wohl aber die umliegenden Weingebiete! Uebrigens: Schoenes Sinnbild weiter oben (des Kaisers Kleider).

  35. Ein Fall für die BPjS
    Der Fußball gehört auf die Agenda der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien. Es besteht kein Zweifel daran, dass kein anderer Medienkonsum den Charakter und die soziale Entwicklung der deutschen Jugend mehr gefährdet als die Äußerungen und Verhaltensweisen von Funktionären, Ausführenden und Anhängern dieser Sportart.

    Die öffentlich-rechtlichen Medien geben jährlich mehrere 100 Millionen Euro für Fußball aus. Dies sind mehrere 100 Millionen Euro staatliche Subventionen von meist nicht sehr reichen Menschen an sehr reiche Menschen, denen es auch ohne diese staatliche Alimentierung noch sehr gut gehen würde.

    Das hier kein Vorwurf der sozialen Ungerechtigkeit kommt, ist nur dadurch zu erklären, dass der wahre Populismus in Deutschland, nämlich der finanziell gut ausgestattete, in der Mitte der politischen Klasse zu finden ist und keineswegs am rechten oder linken Rand.

    • Machen sie sich doch nicht lächerlich....
      „Das hier kein Vorwurf der sozialen Ungerechtigkeit kommt, ist nur dadurch zu erklären….“

      Sie haben ein arg gestörtes Verhältnis zur Realität, wenn sie sowas für ein ernst zu nehmendes Problem halten.

      Scrollen mal ganz, ganz wenig nach oben und lesen sie meine Antwort an Dreamtimer.

  36. Unmoralisches Angebot
    Der DFB wird ein paar Mio Schmiergeld gezahlt haben. Dafür gab es volle Stadien und Freudenfeste auf den Straßen. Das dt. Kirchenpersonal wird mit einer halben Mrd. jährlich geschmiert (letzte googelbare Zahl von 2009!). Dafür gibt es leere Kirchen, fromme Sprüche und moralische Empörung rund um die Uhr – speziell im kath. Bayern.

    Wie wäre es, wenn die Kirche in Bayern nicht im Dorf bliebe, sondern mitsamt Personal den Blatters nach Katar hinterher geschickt würde? Auch die geistlichen Herren werden sich sofort heimisch fühlen bei soviel Diktatur und Frömmigkeit.

    Übrigens war es seinerzeit (NeuerDt.Film) schick, über Fußball UND Nouvelle Vague zu räsonieren. Fassbinders Lederjacke und Körpergeruch imitierten Proletariat. Passé. Heute ist schwul und gegen Prolls a la mode. Nur Franzmanns Gequatsche bei Tisch & Bett ist geblieben. JEDE Subvention prolongiert das Elend.

    • Titel eingeben
      Sie vergleichen zwar Aepfel mit Birnen, aber den Marx (den Kardinal, nicht den Urkommunisten) als Grosswesir kann ich mir schon ganz gut vorstellen.

  37. Wunderbar!
    „Sport im Sinne der alteuropäischen Tradition, als Beitrag des eigenen Körpers zum besonderen Moment“.

    Besser geht`s nicht!

  38. Zusammenfassung
    Wir fassen einmal alles zusammen was wir über TDV wissen:

    Igitt, igitt…. Sie ein entsetzlicher Langweiler sind.
    Noch dazu ganz und gar von Sinn befreit.
    DAS IST KEINE VERSCHWÖRUNG! Das ist normal.
    Sie glauben, dass wir in einer sogenannten Demokratie leben,
    in der Leute wie sie die übergrosse Mehrheit stellen.
    Sie Immer dieses alberne, selbstgerechte Gejammere von sich geben und dabei Phrasen dreschen.
    Das aber ganz, ganz anders sehen und deshalb für Korruption sind, weil der Ehrliche nicht nur immer der Dumme sondern auch noch blöde ist.
    Das dumme Gewäsch von ihnen für Politische Wissenschaften, Basiswissen 101 halten.
    Die wahre Ursache ist das sie Quark reden.
    Gerne grunzen wenn Hölderlin zitiert wird.
    Kommentare nie ganz lesen und schon kommentieren.
    Aber erhellt werden wollen.

  39. @DA Sattel
    Die besten, die ich bisher gefahren bin fi.zik

  40. Leider keine Mainzerin
    @T.I.M – Ich bin nicht Mainzerin was eigentlich schade ist. Ich würde sehr gerne mal zu „Mainz bleibt Mainz“ gehen. Aber ich bin leider nicht berühmt genug, um eingeladen zu werden. Ich bin geborene Kronbergin. Der damalige Karnevalsumzug war sehr klein, aber ich war ja auch noch sehr klein und zwei Schwellköpfe reichten aus, mich sehr zu beeindrucken.
    .
    Kronberg war schon damals eine Stadt mit Bankern. Aufgewachsen bin ich gegenüber von Herrn Abs, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, als die Deutsche Bank noch ein allgemein respektiertes Unternehmen war. Herr Abs war katholisch, aber war nicht bei der Fronleichnamsprozession. Meine Mutter erklärte mir, dass er an der des Frankfurter Doms teilnähme, weil er sich nicht vor der gemeinen Kronberger Bevölkerung exponieren wollte.

    • Kronberg und Frankfurt
      Seltsam, ich hätte eher angenommen, es gälten umgekehrt die Frankfurter als gemein.

  41. Mainz
    @wäre ein lohnendes Thema die Stadt. Vielleicht wie das ZDF als aktuell letzte Inkarnation dieser Stadt. Man mag es nicht, aber nicht zu überschätzen in der Wirkung

  42. Natürlich kein eigener TV!
    Sir, das würde ästhetisch nicht zum Silbernen passen.
    Aber ich gehe mal davon aus, dass bei Ihrem Frollein Braut ein TV in privilegierten Ausmaßen bereit steht.
    Ein Geheimtipp zur Fernsehkultur, von mir selbst praktiziert: Wenn ich ein spannendes Fußballspiel oder eine andere Sportveranstaltung genießen will, drehe ich bei dem bierseligen deutschnationalen Gegröle den Ton ab, auch, wenn mir das Gelaber der Journalisten unerträglich wird.
    Neckisch wird es dann, wenn im Vorspann herausgearbeitet wird, dass die Jungs eigentlich gar nicht erst aufzulaufen bräuchten, denn der Sieg ist unausweichlich. Das irritiert die Spieler, denn dann denken sie bereits während des Spiels über die nächste Geldanlage nach. Prompt verlieren sie.

    Mit fielen Grüßen,

    Bernard del Monaco

  43. Spätmittelalterliches Lösegeld aus Frankfurt - noch heute zu sehen
    @ Pérégrinateur – Die Kronberger waren schon im 14. Jahrhundert gemein. Als Raubritter, die direkt dem Kaiser unterstanden, nahmen sie die Kaufleute aus, die zur Frankfurter Messe über ihren Acker mussten. Darum wollten die Frankfurter den Kronbergern eins überwischen und es kam zur lokal berühmten Schlacht von Eschborn. Die Kronberger lebten vom Krieg führen, die Frankfurter Armee bestand aus eingezogenen Bäckern und anderen Handwerkern. Außerdem hatten die Kronberger Raubritter andere Raubritter als Freunde, die zu deren Hilfe angeritten kamen. Die ungeschulte und schlecht ausgerüstete Handwerkerarmee der Frankfurter verlor erbärmlich. Die Kronberger nahmen mehr Gefangene als sie in ihrem Dorf Einwohner hatten. Um ihre Bäcker zurückzukriegen, mussten die Frankfurter blechen. Die Ablösungssumme war gigantisch.
    .
    Die Kronberger Ritter haben auch ein bisschen Abbitte getan, und die (heute evangelische) Johanniskirche aufgepeppt. Insbesondere die mit 50 Engeln bemalte Tonnendecke ist kunsthistorisch sehenswert. Als Kind hat mir aber die Höllendarstellung (vorne rechts) am besten gefallen. Deren Details zu betrachten, hat mich auch für die langweiligsten Predigten entschädigt.

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