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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die privilegierte Kunst des Nichtzuhörens

| 136 Lesermeinungen

In the Islamic government all people have complete freedom to have any kind of opinion.
Ayatollah Khomeini

Zuhören ist Teil der standesgemäßen Erziehung. Nicht, weil man zu schweigen hat, wenn Ältere etwas sagen, oder weil man nur spricht, wenn das Wort an einen gerichtet wird. So war das zwar noch im Königreich Bayern, aber in meiner Kindheit wurde dieses Benehmen nicht mehr im normalen Alltag erwartet, sondern nur bei wenigen, sehr repräsentativen Anlassen. Zuhören ist mehr eine höfliche Defensive. Viele Menschen hören sich gern reden, und das gibt einem genug Zeit, sich eine wirklich schön klingende, freundliche Ablehnung ihrer Begehrlichkeiten einfallen zu lassen. In einer Welt, da jeder das Wort an einen richten kann, ohne die immer noch vorhandenen Standesgrenzen zu beachten, wirkt das Zuhören nicht nur generös, es erleichtert auch die Abweisung übergriffiger Frechheiten Niedrigunwohlgeborener bei Wahrung der einzig richtigen, sprich unserer Form. Man muss mich nicht dazu auffordern, anderen zuzuhören. Ich weiss, was sich gehört, und was mir weiterhin gehören wird, wenn ich zugehört und abgelehnt habe.

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Ungeachtet dessen wird momentan viel Zuhören eingefordert. Die typischen Forderungssteller sind sehr engagierte Aktivisten, die ihre Unart im Duktus der moralischen Überlegenheit feiern. Sie implizieren damit, dass vor ihrer Forderung bislang gemeinerweise niemand zugehört hätte, und nun soll man mal den Mund halten, weil die anderen dran sind: Die Marginalisierten, die Benachteiligten, die Unterprivilegierten und natürlich auch sie selbst, die sich zu ihrem Sprachrohr in den Medien machen. Höret also die Geschichten der Frauen, die an gläserne Decken stoßen, der Mieter, die für ihr Geld ein Zimmer mehr wollen und sich nicht darum scheren, dass in Zeiten knappen Wohnraums andere darunter leiden, höret die schrecklichen Erlebnisse der Nigerianer, die sie als Eritreer erdulden mussten, höret die Vergewaltigungsfühlenden, die mit Klagen drohen, sollte ein Medium es wagen, die Sichtweise des von ihnen Verfolgten darzustellen. „Listen and believe“ nennt sich das amerikanische Prinzip, das momentan auch in Deutschland von denen propagiert wird, die sich irgendwie benachteiligt oder als Vertreter von legitimen Ansprüchen fühlen. Menschen, denen pornöses Verlangen nach Quote, Enteignung, Selbstbezichtigung, Beichte und Strafzahlung bei Nichtaufnahme von Flüchtlingen aus den Zeilen trieft. Höre, altes Europa, und unterwerfe Dich der Welt und ihren Problemen und Problembewussten.

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Ich habe damit auch nach langem Zuhören ein grundsätzliches Problem: Weil dieses Verlangen vor dem Einsetzen der Weltrevolution nichts bringt. Man wird vor diesem Ereignis selbst im realsozialistischen Nachfolgestaat der BRD eher selten durch Winseln privilegiert. Mir ist natürlich voll bewusst, dass es gar nicht um das Zuhören geht, sondern um das Akzeptieren der anderen Standpunkte, und um das Anerkennen der Ansprüche. Aber die nun zum Schweigen aufgeforderten „Kinder des Abendlandes“ haben in früheren Epochen dauernd dieses „Audite“ hören müssen, um fromme Stiftungen zu bezahlen, in der Kirche auf Knien zu rutschen, Angst vor dem Höllenfeuer zu haben, und um ja nicht auf den Gedanken zu kommen, dass es auch noch andere Möglichkeiten gäbe, das Leben sinnvoll, freudenreich und ohne Unterdrückung durch moralische Instanzen zu gestalten. Den Vorgang, moralischen Instanzen nur noch seine Verachtung zu zeigen, nennt man Aufklärung, und deshalb finde ich es einfach angemessen, wenn man einem Günstling dieser Entwicklung und nicht den modernen, nicht normschönen Wiedergänger_Innen verkniffener Lustfeindlichkeit lauscht. Ich bin so ein Günstling und darf sie zu einem Ort entführen, privilegiert wie sonst kaum einer in Europa.

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Das ist die Villa Pisani. Erbaut wurde sie im Spätbarock als Landsitz der schwerreichen Adelsfamilie Pisani aus Venedig, die sich hier an der Brenta einen sehr repräsentativen Bau leistete. Die Villa ist kein banales Landhaus mehr, sondern ein ausgewachsener Palast. Der eigentliche Bauherr war der Doge Alvise Pisani, der als Inbegriff der spätvenezianischen Dekadenz gelten kann. Venedig war als Handelsstadt im Niedergang begriffen, florierte aber immer noch als Rotlichtviertel der Welt, in dem man alles bekommen konnte, für das einen andernorts die Inquisition auf den Scheiterhaufen oder der Sultan auf den Richtblock werfen konnte: Sexuelle Ausschweifungen, verbotene Bücher, obszöne Drucke, verfemte Wissenschaft, gemeingefährliche Philosophie – Venedig lebte prächtig vom Ruf, dass hier mit ausreichendem Vermögen keinem Herrn ein Wunsch verwehrt wurde. Und auch ein konservativer Politiker wie Pisani ließ es sich nicht nehmen, sich persönlich an den Lustbarkeiten zu beteiligen. Der lockere Lebenswandel wird dann auch – mythologisch verbrämt – sehr bunt gefeiert.

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Es ist seit der Renaissance eine alteuropäische Tradition, die körperlichen Freuden im Kleid der antiken Sagenwelt auf Mauern zu malen. In jenen Tagen, da diese Nackten entstanden, war das vollkommen akzeptiert: Gut dreihundert Jahre lang war die Kenntnis der Antike für die besseren Kreise unabdingbar, weshalb immer die Ausrede vorgebracht werden konnte, man ergötze sich hier gar nicht an nackten Frauen, sondern am Bildungskanon, der nun mal gewisse freizügige Aspekte enthalte. Selbstverständlich war das keine Pornographie, sondern ein humanistisches Ideal. Es hatte sich damals eine Bildtradition entwickelt, an die man sich so gewöhnt hat, wie man heute private TV-Sender als Lebensschule der gewöhnlichen Stände akzeptiert. Zumindest war das so unter den Reichen und Gebildeten – man war sich damals durchaus einig, dass derartige Bildungsfreuden Sache der Oberschicht bleiben sollten.

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Der Pöbel sollte besser Drucke von Heiligen und Päpsten kaufen, und keinesfalls hier für einen kleinen Obolus Zutritt bekommen, wie es heute der Fall ist. Es ist jene Epoche, in der der Herr immer noch bestimmen kann, welche seiner Untertanen heiraten können, und so amüsant und frei das Leben auf den Bildern auch sein mag: Als Doge versperrte sich Pisani grundsätzlich allen Versuchen, die normale Bevölkerung von Venedig auch nur ansatzweise politisch zu beteiligen. Dreihundert Jahre sind die Bildtraditionen bei der Entstehung der Fresken alt, aber Venedig ist damals wie immer und unverändert ein Ort, in dem die Oligarchen mit Bestechungen Ämter kaufen und den Staat nutzen, um die eigene Familie zu bereichern, und das auch allen Gästen schamlos zu zeigen. Die Renaissance hat den Menschen neu erfunden, das Rokoko lebt ihn in der Oberschicht aus.

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Und so kommt es dann nicht als Revolution, sondern auf leisen Sohlen, wie ein Dieb in der Nacht: Es schleicht sich, ganz vorsichtig, auch in der Villa Pisani die neue Epoche der Aufklärung ein. Denn nicht alles ist antike Sage; in einem anderen Raum entfällt der fadenscheinige Mantel der Bildung, und man sieht etwas, das damals und in weiten Teilen der Erde noch heute als Pornographie gilt. Sittenlosigkeit als reiner Selbstzweck, ohne Rücksicht auf zarte Befindlichkeiten psychisch deformierter Aufschrei-Blog Betschwestern.

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Es ist nicht bunt, es ist kontrastarme Grisaillemalerei, und das ist kein Zufall: In voller Farbe, gewissermaßen lebensecht, wäre es sogar für die Privaträume einer bestimmenden Familie einer Bordellstadt zu viel gewesen. Man findet solche Darstellungen schon mal auf Gemälden, die man notfalls abhängen kann, man findet Geliebte als antike Göttinnen und Ausschweifungen als Thema von Grotesken. Aber das hier, auf ewig an die Wand gemalt, betrunken, halbnackt, geil, kurz vor dem Übergang zum Geschlechtsverkehr, unter ganz normalen Menschen, in einem repräsentativen Umfeld: Das ist ausgesprochen gewagt. Und deshalb verzichten Auftraggeber und Maler auf die Farbe echten Fleisches. Ein Zugeständnis. Eine Ausflucht. Eine kleine Rücksichtnahme auf die geltende Moral, die hier auch nur für die Reichsten und Mächtigsten aufgehoben wurde.

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Es ist schemenhaft, aber für diese Zeit war es ein unglaubliches Privileg, sich so ein Sujet leisten zu können. Heute, im Westen, besonders in Westdeutschland, könnte man das Geschehen daheim mit aufblasbaren Gummipuppen oder Plastikschlümpfen nachstellen, und es würde niemanden kümmern. Man könnte das Treiben nachspielen, und niemand würde einen deshalb in die Bleikammern werfen. Drei Jahrhunderte der Aufklärung hat es gedauert, viele Rückschläge waren zu verkraften, viele Freigeister haben ihr Leben riskiert, damit man das heute in Deutschland und ein paar anderen Ländern dieser Welt ohne Risiko tun darf. Das ist Aufklärung, das ist Menschenrecht. Wir sind da sehr weit gekommen, und haben bei uns all jene Ideologien, die diese Dekadenz bekämpften, deutlich in die Schranken gewiesen: Nazis und Stalinisten, Jesuiten und Inquisition, Adenauermoral und Zwang, einen Rosenkranz dabei zu haben, Sittenpolizei und Ehebruchgesetze. Wir sind sehr weit gekommen. Wir haben Privilegien errungen, die nicht einmal der Doge von Venedig besaß.

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Und deshalb finde ich, dass man diese Bilder ruhig einmal anderen zeigen sollte, deren Ideologien oder Kulturen von Kreuzberg bis Mossul noch nicht so weit sind, und sagen: Schau. Dafür haben Voltaire und Heine geschrieben. Die Freiheit, das zu tun, ist die Grundlage unserer Gegenwart. Wenn es dir nicht passt, wenn du solche Malereien nicht möchtest, wenn du deinen Kindern die Freiheit nehmen willst oder denkst, wir müssten uns in der Sache auch mal andere Standpunkte anhören, geben wir dir die Freiheit, genau das zu artikulieren. Aber mehr nicht. Deine Meinungsfreiheit ist Teil unserer Aufklärung, auch das haben wir erkämpft, auch davon gehen wir nicht ab, aber eine Umsetzungsfreiheit auf anderer Leute Kosten gibt es nicht.

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Das, was andere für Dekadenz halten, ist der Quell der Freiheit und deines Privilegs, sie anzunehmen oder abzulehnen. Es geht uns auch gar nicht darum, dass jeder das so treiben muss: Es geht allein um das Recht, es tun zu können. Du musst nicht mitmachen. Aber wenn du versuchen solltest, anderen dieses Recht zu nehmen, gibt es auf dieser Welt weitaus schönere Plätze für dich, wo man deinem Anliegen gern lauscht und nachdenklich Bärte und Sprengstoffgürtel streichelt. Übrigens hat uns deshalb noch kein Gott dafür mit Pech und Schwefel überschüttet, nur der iranische Präsident spammt Twitter mit Ansagen voll, dass ihm das zu viel ist. Es tut keinem weh, es ist die Freiheit des privilegierten Menschen, und da sind wir hier recht weit gekommen.

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In der Villa Pisani kann man sehen, wie weit wir inzwischen gekommen sind. Das ist eine wirklich hübsche Perspektive der Selbstermächtigung, und ich finde, dass andere da auch mal zuhören sollten, statt ihre Weltperspektiven zu erläutern. Ich halte die westliche Kultur und Zivilisation vielleicht nicht für überlegen, aber es fällt schon auf, dass die Aktivisten, die hier das Zuhören für die Probleme anderer Menschen verlangen, selbst lieber in Deutschland bleiben, als dorthin umzuziehen, wo man ihre Probleme mit unserer Kultur voll versteht: Kritik an der westlichen Dekadenz ist schließlich die Lingua Franca der europakritischen Bewegungen von Boko Haram in Nigeria bis zu den Koranschulen Pakistans, da sind Kronzeugen herzlich willkommen. Sie bekämen dort viel Unterstützung für ihre Kritik an der eingebildeten, dekadenten Überflussgesellschaft, und Ärger über Relikte dieser Einstellung – wie die Villa Pisani – vermeidet man mit Sprengstoff. Die Villa versprach der Familie im Deckengemälde von Tiepolo eine phantastische, aber heute als fragwürdig geltende Zukunft.

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Wenn ich, wie Ende November, ganz allein durch diesen Palast streife und an die Decke schaue, wo unter nackten Brüsten herabgelächelt wird – dann lächle ich trotzdem über drei Jahrhunderte zurück. Wir Privilegierten verstehen uns, ohne dass wir uns zuhören müssten. Es wäre also sehr nett, wenn die Amateure der Selbstermächtigung uns geistigen Erben des Dogen Pisani anstelle von a priori abgelehnten Forderungen vielleicht den nicht schuldigen, aber doch höflichen Respekt entgegen bringen könnten. Das würden wir dann auch huldvoll anhören.

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136 Lesermeinungen

  1. Nichtzuhören aka Ignoranz ist übrigens die schärfste Waffe im Arsenal
    der rhetorischen Konter: Wird sie konsequent durchgezogen, impliziert sie, der andere sei einem nicht einmal wichtig genug für einen Konter. Die Person, die man wirklich souverän ignoriert, existiert für einen nicht mehr sichtbar. Und das trifft wirklich, dagegen sind nur wenige immun.

    Deshalb gilt für wirksame Waffen gegen die neue Welle moralisch aufgeladener Intoleranz: Entweder kräftig und rücksichtslos verspotten und veralbern (Yiannoupolos @Nero Style – allen jungen Männern zur Nachahmung empfohlen) oder vollständig ignorieren. Verbal und in Taten.

    Wobei ich allerdings nicht vollständig verstehe, was den Don an den nichterwachsenen Schreihälsen auf twitter unter 30 so fasziniert. Der Grossteil davon wird, genau wie die Linksradikalen der achtziger, schon noch erwachsen. Und dann vermutlich besonders spiessig :-).

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • KaBalz meint dazu: Ja aber
      wie kann man ohnehin dem Personenkreis Ihres letzten Abschnittes zuhören wenn fast jeder Satz mit einem „äääähm“ beginnt, dieses mehrfach im Satzgebilde wieder auftaucht und dann an Stelle eines Arguments oder sinnvollen Aussage das allfällige „keine Ahnung“ folgt, mit dem der Satz dann auch abgeschlossen gilt. Diese Sprechkultur ist immer und überall, nicht unbedingt nur auf diesem US-amerikanischen Zwitschermedium. Setzen Sie sich mal in einen ICE der Universitätsstädte anfährt.
      Ich hatte einmal einen Chef der bei labernden Mitarbeitern seine Aufmerksamkeit wieder auf den Akt auf dem Schreibtisch richtete und dann zu sagen pflegte: „Reden Sie ruhig weiter bis ihnen etwas einfällt.“

    • Twitterfaszinationen
      „…nicht vollständig verstehe, was den Don an den nichterwachsenen Schreihälsen auf twitter unter 30 so fasziniert.“

      Geht mir auch so.
      Don ist kurz davor, dafür in Bälde von mir den Goldenen Aluhut angetragen zu bekommen. ;-)

      Aber vielleicht unterschätze ich diese Personen. Vielleicht ist es mir auch nur zu blöde oder zu anstrengend, auf Twitter verworrene pissige 160-Zeichen-Statements auf allen Kanälen dauernd in ihrem vollem Hintersinn oder Flachsinn erfassen zu müssen, wenn sie einfach keinen Sinn haben. Außer den, auszugrenzen oder sich besonders schlau vorzukommen. Das wird es sein. Länger als 3 Minuten kann doch kein normaler Mensch diese Stummel-Lektüre aushalten, aber wenns schee macht, bitte …

    • Ich kreise am himmel, und nur manchmal falle ich im Sturzflug herab, verunsichere Leute und bin dann gleich wieder weg.

    • Titel eingeben
      Wer Don auf Twitter nicht folgt, verpasst einiges an Don´scher Eloquenz. Mich beeindruckt die Langmut mit der er wieder und wieder versucht auf Einzelne einzugehen.

      Den Thorha Tip (ein P) möchte ich erweitern. Milo Yiannopoulos tritt auch im Fernsehen auf. BBC, Fox, CampusTV xy und das ist auf utube erhältlich. Schöne britische Diktion und ein wunderbar selbstgefälliger Gay in längeren bis langen Stücken.

      Twitter bietet in 140 Zeichen noch einen extremen Troll namens Elfwick. ZUr Zeit MonnerElfwick. (ich überblicke natürlich nicht das twitteruniv.)

      Als Ausschnitt der vermuteten Bedeutung möchte ich noch anmerken daß Christian Lindner fleißig tweetet, SLS ist dabei, duinfdp, dfoest und dutzende weitere allein aus der bayerischen FDP. Die größeren Parteien natürlich auch.

    • einzige Möglichkeit
      „Nichtzuhören aka Ignoranz ist übrigens die schärfste Waffe im Arsenal
      der rhetorischen Konter“ …manchmal aber auch, wie Schopenhauer sagt, einzige Möglichkeit, will man sich nicht selbst diskreditieren:
      „Auch wird man einsehn, daß, Dummköpfen und Narren gegenüber, es nur einen Weg gibt, seinen Verstand an den Tag zu legen, und der ist, daß man mit ihnen nicht redet.“

  2. Ach Herr Don, eEin Europa, dass seine irregulären Verben..
    ..nicht mehr schützen kann, ist der Bewahrung nicht wert.

  3. Höre, altes Europa, und unterwerfe Dich
    Ein altes Europa, dessen nicht mehr so junge Autoren bereits an irregulären Verben scheitern, sollte wirklich ins (Sprach-)Pflegeheim gehen.

    • ah ja..............
      die spracherzieher ! mochte ich schon im gymnasium nicht besonders, es waren wohl die vorboten der sog. rechtschreibreform und der sog. gendergerechten sprache.

    • Welche der beiden Nörgeli-Versionen
      würde mein Deutschlehrer bevorzugen?

    • KaBalz an E.R. Langen
      Das ist mühsam. Nochmal den ganzen Text durchsuchen! Nennen Sie uns die Stellen, das müsste (flektierte Form von müssen) machbar sein wenn es zwei Meldungen wert ist. Aber nichts für Ungut, machen Sie uns bitte den Don nicht wuschig. Das hier ist kein Deutsch-Seminar, d´accord?

    • unterwefe klang einfach schöner un bedeutungsvoller.

    • Django hat Recht...
      Der Rechtschreib Terror in der Schule, und das angemasste Recht zu einer Zwangs-Reform, die zum Teil völlig absurd ist, sind Zeichen dass es keineswegs um Kultur, sondern um Macht geht.
      Relikt der 50er Jahre.

      Ich akzeptiere für mich nur eine einzige Rechtschreibregel. Werden Inhalt und Gedanke des Satzes unmissverständlich übermittelt? Wer eine Regel darüber (strafbewehrt!) durchstezen will und kann, dass es zB Betttuch und nicht Bettuch zu heissen hat, der disqualifiziert sich für alles oberhalb der Arbeit bei der Müllabfuhr.

      Im existierenden Deutschland kann man mit solcher Einstellung natürlich auch Kanzler oder Bundespräsident werden…

    • Lese, KaBalz,
      lese den Text nochmal :-)

  4. köstlich, köstlich, köstlich !!!!
    „die nicht-normschönen wiedergängerinnen verkniffener lustfeindlichkeit“, ja an wen denke ich da, meine assoziationen bekommen freien lauf…………………

    oder gar:

    die „europakritischen bewegungen von boko haram in nigeria bis zu den koranschulen pakistans“…………..auch hier,

    es fallen mir reihenweise personen_innen aus dem realexistierdenden deutschen medienalltag ein, die sich – steuerzahlerbezahlt versteht sich – mit kopftuch und henkern und ihren henkersgehilfen auf dem sofa ablichten lassen und zuhause gleich in tränen ausbrechen oder den GG 16a nicht kennen.

    die schönste form der vernichtung ist doch die selbstvernichtung durch die stärkung unserer feinde.

    • Verdrängen sie da nicht was?
      Es waren nämlich nicht jene, die mit der Gewalt begannen….

      Spätestens seit 1953 (Mossadegh) wütet „unsere“ Seiten in deren Länder, überzieht sie mit Krieg, tötet demokratsich gewählte Premierminmister, macht Ganoven Fanatiker wie in Saudi A zu exzessiv bewaffneten Businesspartnern und verwandelt halbwegs funtionierendes Gebilde mit brutalster Gewalt in failed States.
      Alles aus Habgier, für billiges Öl!

      Vieles des Elendes und auch der Dummheit sind dieser vom Westen ausgehenden Verbrechen geschuldet. Wenn dann solche Saat auf einen durch massivst verdummende Religion gedüngten Boden fällt, dann hat man halt irgendwann die Ernte in Form von Flüchtlingen und Terror…

      Sich dann, nach Millionen getöteter Unschuldiger zurücklehnen zu wollen und auf die geistige Überlegenheit, wegen unserer 300 Jahre der Aufklärung zu verweisen, ist heuchlerisch und verlogen.
      Und vor allem hindert es diese Entwicklung eben keineswegs.
      Diese Aufklärung hat nämlich auch einen versifften und recht zerstörten Planeten voller Elend geschaffen. Nicht gerade ein Produkt das unsere geistige Überlegenheit gegenüber zugegebenrmassen religiösen Affen belegt.

      Im „Paten“ gibt es eine wunderbare Stelle in der Michael Corleone zu seinem Bruder sagt: „Don’t tell me you are innocent!“

      PS:Was den 16a angeht, so gilt europäisches Recht:
      Die Flüchtlingseigenschaft steht dem Status Asylberechtigter nach Art. 16a GG in den aufenthaltsrechtlichen Folgewirkungen inzwischen gleich. Auch im Übrigen (z. B. bezüglich Sozialleistungen, Teilhabe am Arbeitsmarkt, Ausstellung von Reisedokumenten) haben anerkannte Flüchtlinge gegenüber Asylberechtigten keine Nachteile mehr

    • europakritische bewegungen
      lieber freund TDV……..ich bin ja bei ihnen, zum teil, und behaupte nicht, dass diese europakritischen bewegungen des islam und die der europäischen islamkritiker aus einer unbeflekten empfängnis entstanden sind, wie wir sie zum glück hier in meinem landstrich am 8. dezember feiern durften.

      NEIN, europakritsiche militante bewegungen des islam (ich formuliere hier sehr sanft wie sie merken) sind sicher auch ein produkt der politik derer, die Todenhöfer benennt, konkret. wie ich ja schon sagte, frau M. hätte sich lieber mit ihm treffen sollen, anstatt mit dem musikantenstadelbekleideten Dibelius zu frühstücken. Todenhöfer erfüllt einfach die kriterien fürs paladin-dasein nicht, andere sehr wohl.

      die europakritischen bewegungen in europa selbst sind primär das produkt ignoranter, am wahlvolk vorbeigehender unfähiger politik vom möchtegern-selbstdarstellern, wahngetriebenen und oftmals keinesfalls norm-schöner menschen beiderlei geschlechts. ja, sie haben recht TDV, diese personen wurden gewählt, aber in der kulturnation F stellt sich dies ja als einer der grössten irrtümer der nachkriegsgeschichte heraus.

    • Mir fällt manchmal nur auf, wie sich der Hass auf unsere Kultu bei islamistischen Extremisten und deutschen Aktivistinnen ähnelt. Beim SPO stand zweimal der Ansatz einer Attentäter-Apologie, verfasst von der Stokowski. Un die Art, wie die Stokowski un andere liberale Frauen hasen, würde auch bestens in den Iran passen. Beide unterdrücken Schönheit, auf die jeweils eigene Art.

    • @Don
      Man könnte Ihnen ja zustimmen, zumindest was das Niveau der Feinde „unserer“ Kultur hier und dort angeht, also in der Ähnlichkeit bei der Dummheit der beiden.

      Aber generell geht es hier im Westen, bei den Meisten so wie auch mir, eben nicht gegen die abendländische Kultur. Denn die meisten hier sind sich sehr wohl im Klaren darüber welchen ungeheuren Fortschritt eine Kultur in der das Christentum immer mehr an Macht verliert, gegenüber einer Weltregion darstellt, deren Bewohner anscheinend intellektuell nicht dazu in der Lage sind, ihre noch eine ganze Kategorie dämlichere Religion zu reformieren, oder gleich ganz zum Teufel zu schicken.
      Unsere, also auch meine Kritik richtet sich gegen die in unserer Kultur an die Macht gelangenden Hohlköpfe, deren Politik, mit Billigung der Völker hier durch freie Wahlen(!), seit vielen Jahrzehnten die Freiheitsbestrebungen der Bürger dort torpediert, indem man Verbrecher Regime, wie zB in Saudi Arabien unterstützt.
      Auch Saddam und Ghaddafi wurden von „uns“ unterstützt, bis sie begannen eigene Interessen zu verfolgen. Dann waren sie auf einmal die „Bösen“.
      Diese widerlich opportunistische Verlogenheit unserer Kultur, die aus rein ökonoimischen Gründen, also aus Habgier, so handelt, ist nun mal nicht weniger verachtenswert als der Schwachsinn von Wahabiten und anderer Fanatiker.

      Das ist das eine….
      Das andere, und an solch banaler Wahrheit sollte eigentlich für niemanden ein Weg vorbeiführen, sind die unfassbaren Verbrechen die der Westen, insbesondere die USA gegen diese Bewohner der Region seit Ende des 2.Weltkrieges begangen haben!

      Oder wollen sie letzteres ernsthaft bestreiten?

      Der Terror ist EINDEUTIG eine Reaktion auf die Verbrechen des Westens UND ist óhne diese nicht vorstellbar!
      Sie zitieren den Ayatollah, verschwiegen hier aber IMMER, dass seine Macht ohne den Mord der Amerikaner an Mossadegh nicht existieren würde!

      Man mag von den Motiven der islamischen Terroristen halten was man will, nur… im deutschen Recht gibt es den Begrifff der „niedrigen Beweggründe“, und die Amis haben Mossadegh aus reiner Habgier ermordet. Während die Muslime sicher nicht ais finanziellen Gründen morden.

      Leute wie ich verachten das neo-liberale system im Westen also nicht ohne wohl überlegte Gründe…..

    • In diversen Medien lese ich aber etwas deutlich anderes: Da tritt unsere Kukur als Ursache für alles Schlecte auf, und als Grund der Flüchtlinge, Vor drei Jahren las ich so einen Dreck nur von Ghaddafis Schlächtern aus dem Tschad, die nach :Lampedusa und dann weiter nach Deutschland gereist sind, heute ist das der Mainstram bei SZ und Zeit, obwohl Deutschlan nun wirklich gar nichts mit innersyrischen Konflikten mit russischen Waffen zu tun hat.

    • Don...
      …stimmt natürlich, das sagt aber nur was über die Medien aus die sie m,öhgölicherweise genau deshalb lesen, weil sie sowas drin finden wollen?
      Darf ich sie daran erinnern, dass ich Sie seit Jahren daran erinnern was mit dem Wort „Lügenpresse“ gemeint ist?
      Dass da ZEIT und SZ eben genauso sind ist eine alte Einsicht, die ihnen damals halt noch nicht gefiel… Und die Gleichschaltung ist noch nicht an ihr Ende gekommen, was man mit Meinungsmache und Manipulation alles anrichten kann und WIRD ist erst noch im Versuchsstadium.

      Auf Dummheit gibt es als Antwort stets nur ein Mittel, Zynismus.

  5. Ach Don,
    Dem Trieb mit Geld den Weg des geringsten Widerstands zu ebnen, kann man Privileg nennen. Freiheit ist das nicht. Freiheit ist die Fähigkeit genau dazu nein sagen zu können. Erst in der Fähigkeit zum Verzicht liegt die Selbstermächtigung. Nicht das kleinste Problem an der bejubelten Dekadenz ist ja, daß sie süchtig macht. Zum Schluß endet man als syphilitischer oder, schlimmer, als Beziehungs-Krüppel. „Ein Lob der Lust zu ihrer Zeit. Ein Lob doch auch der Nüchternheit.“

    • Nun – wie geschrieben, geht es ja nicht darum, es zu tun. Es geht darum, die Freieheit zu besitzen und eigenverantworklich zu entscheiden. Es geht um das Können und nicht um das Müssen. Das ist der Quell der Freuden. Entscheiden können, was man lebt und was nicht.

  6. KaBalz zu: "In the Islamic government....
    … all people have complete freedom to have any kind of opinion.“ (Ayatollah Khomeini)

    Eigenergänzung: They shouldn’t seep into real life. ….Also kann man den frommen Mann unterhalb des Elbrus´nicht gram sein wenn er das wohl, deeply embedded in seiner Kultur, nur in der einschränkenden Intention des Herderschen Volkslied von 1773 absonderte.
    „Die Gedanken sind frei,wer kann sie erraten, sie fliehen vorbei,
    wie nächtliche Schatten. Kein Mensch kann sie wissen, kein Jäger erschießen.Es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei….“
    Ach, Ausleben der Gedanken im heutigen Sinne war für das Fußvolk, bei Strafandrohung, sicher nur in den eigenen Bettladen vorgesehen.

    Aber wo, außer vielleicht unter dem fraglos auch fragilen Schutz von Dons Blog (kürzlich billigte einer ihm, im übertragenen Sinne, die Rolle eines Hofnarren zu) können im Lande der neuerlich uneingeschränkten Willkommenskultur mit angeschlossenen volontärbesetzten Wegbeißdepartements hinter den Glasfassaden in Hamburg, Frankfurt und München noch die Gedanken ausgesprochen frei fliegen? I mostri siete voi! steht auf dem Laken da oben. Ihr, ja ihr seid die Ungeheuer die uns aus einer verlogenen Generosität eines geometrische Figuren nachbildenden Hosenanzugs mit fragwürdigem Dossier heraus mehr als 50 Jahre zurückdrückt in eine Zeit, in der Radio Luxemburg-hören als das Höchstmaß sonntäglicher Ausschweifung galt.
    Don, zu den Villen an der Brenta, alora su terra ferma, muß ich erst noch meine Gedanken in die richtige Stimmung versetzen, muß noch mal sorgfältig lesen. Das kinderreiche Bild scheint mir einiger Gedanken wert.

    • gehen sie in den BÄSE, das schafft intuition !
      in schwaikheim soll es, glaubt mann dem direktabgeordneten des kanzlerwahlvereins deren drei geben, aber keinen weinberg ! das wirft fragen auf.
      hoffentlich richtig gepfiffen der Pfeiffer !

      nicht der von Stetten übrigens, der war noch schlauer !

    • Ganz richtig, KB, Nicht nur was Ayatollah genannt wird, ist einer...
      Obwohl im Blog mal wieder alles natürlich stimmt, wie das ja meist beim Hier-Gelesenen ist, so sollte man vielleicht besser doch nicht ohne einen Gedanken an die Konsequenzen weitergehen, die das Ignorieren der „Menschen, denen pornöses Verlangen nach Quote, Enteignung, Selbstbezichtigung, Beichte und Strafzahlung” in der Weltgeschichte zumindest mal in regelmässigen Abständen hatte?

      Denn nur „Weil dieses Verlangen vor dem Einsetzen der Weltrevolution nichts bringt“, heisst das ja nicht, dass jene es nicht trotzdem gelegentlich in gewaltsame Taten umsetzen. Und je mehr man solches Verlangen ignoriert umso wahrscheinlicher wird ein Umschlagen in das, was man heute gerne „Terror“ nennt. Man sollte das mal durchdenken: Revolutionen werden in der Weltgeschichte durch ihren Erfolg legitimiert. Bis zum Erfolg nennt man sowas gemeinhin „Terror“.

      Mit ein er Prise Sarkasmus kann man das Zitat der Geistegrösse Khomeini schon auch auf unsere gleichgeschaltete Lügenpresse anwenden. Nur weil sich die eigene Meinung, das eigene Wünschen, bzw Wunschdenken, gerade mal mit der veröffentlichten Meinung decken, wird jene noch nicht zur Wahrheit….
      Das „Listen and believe“, also das amerikanischen Prinzip zur Dummheit, kann man durch ein „Listen and Understand“ ersetzen.
      Was rechtzeitig angewendet ja zB eine französische oder auch russische Revolution, im Grunde JEDE Revolution verhindert hätte.

      Ich bin mir nicht so sicher, dass Banken- und 0 Zins-Politik, die Flüchtlings- und Bundeswehr-Politik, u.a., irgendwann unliebsame Konsequenzen fürs friedliche Zusammenleben auch unter Deutschen und Europäern haben wird.
      Die fortschreitende Radikalisierung als Folge der merkelschen Politik lässt sich ja kaum übersehen. Die Dame durch irgendeinen der derzeitig auf der Besetzungsliste stehenden anderen Politiker-Darsteller zu ersetzen, dürfte die Sache nur verschlimmbessern.

      Wenn die Gedanken frei sind, warum nicht auch die des Ayatollah und der AfD? Weil diese nicht unsere Gedanken sind?

    • Gedankenfreiheit a la Khomeini...
      … erinnert mich an einen schönen Spruch des US-Satirikers Stephen Colbert in der Rolle eines konservativen „Anchorman“, der frei übersetzt ungefähr lautete:

      „Ich glaube an das unentziehbare und unbeschränkbare Recht eines jeden Menschen, für sich selbst zu entscheiden, auf welche Weise er Jesus Christus als seinen Erlöser anerkennt.“

      Die schönsten Scheuklappen sind halt doch diejenigen, die man nur selbst nicht als solche erkennt.

    • Wobei Venedig zwar auch eine Art Gottesstaat war – aber halt auch durch und durch korrupt. Das muss er Iran noch lernen.

    • @alles Knorke....
      Vielleicht machen sie sich mal die Mühe und recherchieren ernsthaft was mit Herrn Colbert auf sich hat?

      DER MANN IST REPUBLIKANER !

  7. Religion und Aufklärung
    Lieber Don,
    vielen Dank für die verschiedenen Anregungen. Ach, ich liebe klassizistische und barocke Architektur!
    Unter anderem bin ich nunmehr bestärkt, Nietzsches „Genealogie der Moral“ nocheinmal daraufhin zu lesen, inwieweit sein dort beschriebener Priestertypus sich auf heutige Moralist_Innen (phallisches Binnen-I bewusst eingesetzt) anwenden lässt.

    Zur Bestimmung der Aufklärung als Befreiung von religiösen Zwängen würde ich aber größere Zweifel anmelden: Man schaue sich etwa nur sog. „aufgeklärte“ Predigten des 18. Jahrhunderts an. Da hat man dann Religion minus Transzendenz und herauskommt die noch heute bekannte Moralpredigt. Berüchtigtes Bespiel eine Predigt über die Palmsonntag-Perikope, die dann Holzdiebstahl (wegen abgebrochener Palmzweige) thematisierte.
    Sobald irgendwelche tollen neuen Ideen popularisiert werden, wird es überall schnell dogmatisch. Bei einzelnen Enzyklopedisten mag noch die Einheit von Leben und Denken funktioniert haben. Ein riesiger Feldversuch dann ja im Frankreich der ersten Republik die Einführung der Verehrung des Höchsten Wesens aka „Vernunft“ mitbegleitet von einem politisch sehr wendigen ehemaligem Bischof und späteren Außenminister.

    Da bin ich Skeptiker und Konservativer genug, um lieber in einer leicht dekadenten, moralisch entspannteren Welt leben zu wollen als unter „Alles-neu-macht-der-Mai-Moralisten“ ohne Bildung und Metaphysik. Da kann man nicht einmal kontemplativ sich ins Kloster zurückziehen, weil es keine „nützliche“ Einrichtung ist
    Bitte, bitte reiben sie es den Banausen nicht zu sehr unter die Nase – ich bekomme schon Angst, dass nach asiatischen Tempeln und Statuen westliche klassische Palazzi zersprengt werden…

    • Ich sage ja auch, dass so ein bisserl nepotistischer Prunkkatholizismus mit Brauerei, Fischzucht und Gastwirtschaft keinem Kulturland bislang geschadet hat – solange sie die Sach mit dem Glauben nicht zu ernst auslegen. Leider war es aber oft so.

    • das mit dem Sprengen westlich klassicher Palazzi
      das wird kommen, rechnen sie doch mal die bevölkerungsentwicklung in paris oder berlin hoch, da war die sprengung des berliner stadtschlosses durch die bolschewisten noch ein laues lüftchen im blümchensozialismus !

    • Sie wollen ja eh den Palast der Republik wieder.

    • Titel eingeben
      „die sprengung des berliner stadtschlosses durch die bolschewisten“

      Das Stadtschloss war bereits eine Ruine (Krieg, Bomben auf Berlin, Sie erinnern sich?), als die DDR-Regierung sie wegräumen ließ. Ich hab‘ sie als Kind noch gesehen, beim Besuch des Weihnachtsmarktes davor: es war nicht mehr zu gebrauchen. Wozu auch?

  8. Kurz zur Aufklärung nochmal
    Kurzgefasst: Ich sehe die „Aufklärung“ recht skeptisch. (Allein schon „Siècle des Lumières“ ist eine schön unbescheidene Selbstbeschreibung. – Aufklärung scheint mir eher eine intellektuelle Protestbewegung von mehr oder minder schlecht abgesicherten Gelehrten gegen etablierte und gewachsene Strukturen sowie deren „Stützen“, die es sich bequem darin gemacht haben. Heute haben wir ja weiterhin akademische und studentische Arbeitskreise, die ähnlich auf das Establishment schauen.)
    Große Bewegungen brauchen wohl einfach den quasi-religiösen Glauben an sie; und so hat auch die Aufklärung ihren Fanatismus und ihre Bilderstürmerei hervorgebracht. Was wir so auf Twitter etc. sehen, halte ich da für Spätausläufer und Schwundstufe davon.
    Naja, bin wohl (nicht nur da Kultur-)Pessimist.

    • Aber die alten Prekären konnten schreiben, hatten Stil und waren sexy, während die neuen Prekären schlunziger als jeder Rokoko-Sauhirte daher kommen und strukturelle Analphabeten sind.

  9. Was sahen die Auftraggeber?
    War dies wirklich die geheime Séparée-Ecke des Dogen oder ein ich-kann-mir-auch-Jeff-Koons-leisten Protz?
    Wieder viel Schönes (Grisailletechnik – musste ich erst mal googeln) mit gnadenlos richtigen Schlussfolgerungen verknüpft.

    • Das ist ein Verbinungsraum vom nicht so ganz repräsentativen Familienflügel in den Ballsaal. Also schon häufig begangen. Bei einem Fest vermutlich auch so eine Art Separee.

  10. one day you're up in the rarefied atmosphere and you've forgotten what shit even looks like
    Don,

    Der Herr Haupt hat sein ganzes Leben gearbeitet, die Frau Karin B. musste Papier bearbeiten, Object B. bearbeitet Andere, und Sie, mein Lieber, müssen auch noch immer in die Tasten greifen.
    Wo, verflucht noch mal, sind hier die Privilegierten?

    • In einem Tag in der Villa Pisani. Und ausserdem schreibe ich so etwas gerne. Hence die Länge.

    • Don...
      … und wir danken für die Mühe.
      Informativ und zum Nachdenken anregend, verglichen mit vor 20 oder 30 Jahren findet man sowas heute kaum noch.

    • ObjectBe: " matraque des hommes" ?
      Sehr geehrte(r) Goodnight,

      Es war wunderschön beim „Escalade“ in Genf an diesem Wochenende, trotz der erhöhten Terrorwarnstufe. Mehr dazu in den nächsten Tagen auf meinem Blog.

      Gerade in Lugano gelandet und im Taxi nach Hause, rief mich ein Freund aus Genf an und berichtete mir, von Ihrer Lesermeinung.

      Er habe bei Don Alphonso gelesen: „ObjectBe  matraque des hommes“

      Gute Güte, bei solchen Gedanken und dieser Wortwahl wird es niemanden verwundern, wenn Sie abschließend fragen müssen: „Wo, verflucht noch mal, sind hier die Privilegierten?“

      Bei Ihren Zeilen fühlte ich mich doch ein wenig an die einfältige Natur von Goodnight im James Bond Film „Der Mann mit dem goldenen Colt“ erinnert. (Wer weiß welche Symbolik der Goldene Colt wo möglich für Sie hat?)

      Mit freundlichem Gruß
      ObjectBe ( objectbe.blogspot.ch )

    • But you wear it with such disdain, my guess is you didn't come from money,
      Geehrte Object Be,

      von all den hier auftretenden the-good-life-Schauspielern stellt Ihr Part wohl die maximalste Herausforderung. Es ist äußerst bemerkenswert, wie es Ihnen gelingt, mittels Sprache die Ebene der grundlegendsten aller körperlichen Tätigkeiten nicht zu verdecken, nicht zu verniedlichen sondern gerade durch die erzeugte Differenz so zu irritieren, dass sich der Leser gezwungen sieht, eine Entscheidung für die Leistung zwischen Ihren Ohren und damit gegen die von Ihnen angebotene Leistung anderer Natur zu treffen.
      (PS: man sollte keine good night bei Goodnight erwarten)

    • @ good night "Ich liebe Nutella"
      Ach, haben Sie schön geschrieben. An ihren Zeilen sieht man doch, daß man der Werbung nicht vertrauen sollte. Wenn ich mich recht erinnere erzählte mir meine Mutter, daß es wohl 1979 den Werbeslogan gab : „Nur wo Nutella draufsteht, ist auch Nutella drin!.

      Ergo, Müttern und Werbung sollte man nicht vertrauen, denn wie sich herausstellt, heißt das wohl noch lange nicht: „Nur wo goodnight draufsteht, ist auch goodnight drin!“

      So verbleibe ich mit einem ganz persönlichen „Good day“ für Sie

      ObjecteBe ( objectbe.blogspot.ch )

  11. Ja...!
    …das ist schon die richtige Richtung! Jetzt noch die Hinweise auf die Netzirren weglassen, dann les‘ ich’s nochamoal so gern.

    Im Ernst: Natürlich ist der ganze moralinsaure Mist letztlich auch ein Privileg – nämlich das einer übermäßig durch Mittelschichtswohlstand verhätschelten Einzelkindergeneration.

    Moral ist Luxus und kommt bei den breiten Schichten immer erst, wenn deren Verhältnisse luxuriös werden. Sie werden das, lieber Don, für das Twitter-Prekariat bestreiten. Aber auch bei denen geht mehr, als es auf den ersten Blick aussieht. Man hat dort zwar keine Immobilien oder Rennradsammlungen, aber einen Internet-Anschluß und viel Zeit.

    Und das ist einiges wert, denn man kann beides schließlich in die einzig wirklich funktionierende Internet-Ökonomie investieren – die der gesellschaftlichen Aufmerksamkeit.

    Ansonsten: Bei der nächsten echten Krise des Westens ist der ganze Spuk ohnehin vorbei. Denn dann werden wir nicht mehr reden können, sondern handeln müssen.

    • die nächste echte Krise des Westens
      …Ich bitte um Vertagung.

      Für mich sind die Netzirren das kleinere Übel.

      Auch die Alternativlosigkeit, der sich die polit.Eliten
      gegenüber sehen und die sie uns so warm ans Herz
      legen, bin ich bereit ernst zu nehmen.

  12. Titel eingeben
    Na ja, ich würd aber jetzt nicht sagen, dass das Problem bei Leuten zwischen „Kreuzberg und Mossul“ immer nur in einer spießigen Sexualmoral besteht. Da gibts noch ein paar andere Schattierungen und eher unerfreuliche Phänomene, wenn ich an die pakistanischen „groomer“ in Rotherham oder an loverboys in den Niederlanden denke. Von daher kann ich die positive Bewertung von Prostitution, die ich in dem Text zu erkennen glaube (vielleicht irre ich mich auch), so nicht teilen.

    • sexualmoral
      die sog. sexualmoral kann so abstinent und sublimiert zwischen kreuzberg und mossul nicht sein………..nehmen wir doch als beispiel mal die reproduktionsraten im Gaza-Strip……….oder ist dort eher eine völkische aufgabe zur schaffung von kanonenfutter und tunnelmenschen ?

    • @Django
      Na ja, Sex wird ja eigentlich grundsätzlich im Islam positiver als im Christentum bewertet…zumindest für Männer ist das schon eine tolle Religion. Scheint ja auch bei manchen Europäern anti-feministische Phantasien anzuregen (z.B. in dem neuen Houllebecq-Roman).
      Und ja, im Gazastreifen mag der demographische Wettstreit mit Israel bzw. der „Nachschub“ an Kämpfern schon eine Rolle spielen. Bringt den Palästinensern aber nichts, weil die Geburtenraten in Israel auch hoch sind für ein entwickeltes Land.

    • Tommy....
      Sie solten sich nicht auf das Niveau ihres Namensvetters begeben und solch unterirdischen Schwachfug von sich geben:

      „Sex wird ja eigentlich grundsätzlich im Islam positiver als im Christentum bewertet….“
      Ihre Einschränkung macht das alles keinesegs besser

      Also Pädophile und Vergewaltiger haben dann ebenfalls grundsätzlich eine positive Einstellung zur Sexualität????
      Das ist Itelligenz, in der Tat ,wie bei „Wetten dass?“

    • @TDV
      Verstehe nicht, was Sie da einzuwenden haben, m.W. ist das eine allgemein anerkannte Sicht, dass im Islam Sexualität positiver beurteilt wird als im ja eher leibesfeindlichen Christentum. Das für sich genommen ist ja auch nicht unbedingt negativ (ich bin auch kein Freund christlicher Sexualmoral, das ist mir auch zu unsinnig), ich wollte damit keineswegs ausdrücken, dass Muslime an sich wegen ihrer Religion besonders zu sexueller Gewalt o.ä. neigen würden.
      Und dass Sie mich mit Gottschalk vergleichen, das ist schon arg gemein. Anders als der bekomme ich auch kein fürstliches GEZ-Gehalt, wenn ich Unsinn erzähle.

    • @Tommy....
      Der Islam hat nicht die geringste Wettschätzung der weiblichen Sexualität.
      Haben sie zB schon mal was von Genital Mutilation gehört? Auch ausserhalb des Islam?

      Eine Religion, die MÄNNLICHE Sexualität positiv sieht, sieht keineswegs Sexualität positiv.
      Sowas ist banal, egal für wie bescheuert man den heutigen Feminismus hält, Herr Gottschalk! ;-)

  13. Katholischer Ablass
    Heiliger Vater!
    Ich knie demütig zu den Füßen Eurer Heiligkeit und bitte um den apostolischen Segen und um einen vollkommenen Ablass in der Todesstunde, …..

    So funktioniert das in den „katholischen (heiligen) Ländern“. Zuerst wird mit Hingabe und Lebensfreude gesündigt, dann gebeichtet und höchstvorsorglich ein Ablass gekauft (gibt es übrigens im Vatikan immer noch!).

    So schöne Fresken sieht man halt in den katholischen Gegenden; dort wo das mit dem Ablass (denklogisch musste ja zuvor gesündigt werden) bestens funktionierte!
    Mein einleitendes Zitat stammt von einem solchen Ablassbrief, denn meine Großmutter eingerahmt aufgehängt hatte. (Solche Dinge werden auch nicht einfach weggeschmissen).

    Zur Zeit gibt es Ablässe besonders einfach und rasch: man braucht nur durch die „Heilige Pforte“ – die gibt’s in laufenden Jubeljahr sogar schon in München bei der Frauenkirche – durchschreiten. Da macht das sündigen wieder so richtig Spaß!

    PS: In Europa waren es auch die katholischen Länder (Bayern, Italien, Frankreich und Österreich) die die Kochkunst zur Vollendung brachten!

    • Das freundliche Gesicht des Protestantismus sieht aus wie Merkel.

    • avvocato
      In einem vernünftigen protestantischen Haushalt hängt seit Generationen auch sicherheitshalber eine Heilige Katharina an der Wand und nicht Frau Merkel!

    • KaBalz an Pfarrer Hirn, das mit der Kochkunst...
      in den erwähnten Ländern wäre mal ein Don-Thema dass jenseits von Netzkultur und devotem Kanzlerinnenwahlverein, aber durchaus mit soziologischen Bezügen zu den genannten Nationen geführt werden könnte. Leider ist mir nicht bekannt ob er auf diesem Metier bewandert ist. Ach ja, Bayern ist zwar keine Nation aber durchaus ein eigenständiger Kosmos, wie wir heute in Khe hoffentlich wieder erfahren dürfen.

    • freundliches Gesicht und Weihnachtsbäckerei
      Wenn das freundliche wie Merkl aussieht, dann will ich mir das unfreundliche nicht weiter vorstellen ….

      Leider ist der „Feigmand’l“ in Wien weder protestantisch noch katholisch. Und, wie man ihm ansieht, hält er auch von der böhmisch-wienerischen Küche nicht viel. Es bleibt dann halt nur ein „dum…. Gesicht“ übrig.

      Da in Wien gerade viel von islamistischen Kindergärten, von den die Stadt Wien bisher nichts wusste (?!!) die Rede ist, stellt sich mir die Frage nach der Weihnachtsbäckerei. Jeder Kindergarten, der den Knirpsen nicht ausreichend Lebkuchen, Vanillekipferl, Kokus- und Haselnussbusserl, Linzeraugen …… zur Verfügung stellt, ist zu schließen! (Autsch; jetzt hab ich doch darauf vergessen alles richtig zu gendern und mir bei den vielen Leckereien doch keine Gedanken mehr über die Religion gemacht. Ist egal: Baklava kann man ja ruhig mit anbieten und schmeckt auch sehr gut).

    • Seasons Greetings im Kindergarten
      unerwünscht. Ein schönes und bemühtes Bilderbuch, das den historischen Nikolaus als (universalistischen) Wohltäter zeigt, wird ebenso als religiöse Indoktrination abgelehnt, wie ein ABC-Lernbuch das in den Illustrationen Weihnachtsdekor verwendet. Der Weihnachtsbaum, uppiges und (vorwiegend) traditionelles Essen und viel, viel Dekor und viele Geschenke sind im sekulären Milieu aber nach wie vor de rigeur ..

    • Und dann wundern sie sich, wenn Kinder die dunkle Seite bei Killerspielen ausleben. Die dann zu Weihnachten verschenkt werden.

  14. Rüber machen
    „Wenn es Dir nicht passt dann geh doch rüber“ diesmal jetzt zu den Aktivisten. Das war der erste Eindruck beim Lesen. Der zweite war dann ein trotziges „wir werden euch schon „säkular“ machen, ein bisschen ein Pfeiffen im Walde.

    Ob das funktioniert. ich bin da ThorHas Meinung oder mit Karl valentin: „nicht mal ignorieren“ .
    Da hilft nur: ich habe es vernommen, was du gesagt hast. Ich sage nein, aber wenn Du umbedingt willst, ich halte Dich nicht auf.

    Wenn man jetzt die Kanzlerin Merkel (oder die, die die schützende hand über die halten)

    BTW: @lisbethheuse weil Sie mich mal gefragt haben:
    Wenn man die Diss der Kanzlerin gelesen hat, kann man der Erzählung von ihrer Genialität, Durchsetzungskraft nicht folgen.

    darunter subsummiert, sollte man ähnlich vorgehen.

    zum Parteitag in Karlsruhe: Frau Klöckner erscheint mir auch wegen Ihrer Protektion durch die RKK als Aufsichtsratsvorsitzende über die Kanzlerin?

    D.h. die Kräfte hinter der Kanzlerin beginnen sie jetzt an der kürzeren Leine zu führen.

    • Naja, das Ergebnis ist halt, dass man solche Leute nach Möglichkeit auflaufen lässt. So viele staatliche Stellen für Selbstbewohltatung gibt es auch nicht, und ob die Wirtschaft Leute will, die nach Ärger riechen – keine Ahnung. Mir fällt nur auf, wie ähnlich die islamistische Kritik am Westen der linksbizrren Kritik ist – warum sollten sie also nicht zusammenarbeiten?

    • ??????
      „Mir fällt nur auf, wie ähnlich die islamistische Kritik am Westen der linksbizrren Kritik ist…“

      Also wenn die eigene Kritik grundsätzlich von den falschen Leuten ebenfalls für richtig gehalten wird, dann muss die Kritik selber falsch sein? Wollen sie das ernsthaft behaupten????

      Das ist BILD Niveau….

      Habn sie auch eine konkrete Antwort auf meine Kritik, und dass der Terror durch UNSERE Politik verursacht worden ist?

    • Na, schauen Sie:

      https://twitter.com/faz_donalphonso/status/676682026511171584

      Laszives Äusseres gilt als eine Krankheit.

      eine Kollegin dieser Person versucht gerade, einen Comedyauftrit an einer Uni zu verhindern. Das ist in meinen augen sehr wohl die Auffahrt zur Autobahn in Richtung Kabul. In ihrem Hass auf adere Meinungen, Sex und Gaudi sind sie sih ja urchaus einig.

    • Aber, aber....
      „https://twitter.com/faz_donalphonso/status/676682026511171584“

      Was um alles in der Welt ist daran LINKS!

      Und sie unterhalten sich per Twitter mit Vollidioten?
      Sie enttäuschen mich….

      Wenn sie mir eine Kritik an Links präsentieren wollen, dann suchen sie sich Aussagen zB von Sarah Wagenknecht. Das ist links!

  15. ad Don Alphonso 11:38 Uhr
    Wie beim IS müsste der Terminus „sogenannter Feminismus“ eingeführt werden

    Die von Ihnen zitierten Postings, die man in Ihrer Absurdität ja stets zuerst für Satire hält, sind nicht nur unterirdisch dumm sondern in der Anmaßung für Frauen zu sprechen auch eine unglaubliche Frechheit.

    Der westliche Selbstzerstörungsfuror, der in dieser total pervertierten sog. feministischen Variante seine widerwärtigste Form findet, ist noch furchtbarer und unheimlicher als der Hass der islamischen Länder. Schlimmste Armut, Verzweiflung und lebenslängliche Gehirnwäsche lassen hier noch irgendein Restverständnis zu, wenn dies auch für größte Teile Lateinamerikas gelten müsste, deren Slumdasein mangels Terror kaum interessiert.

    Die wahren Gläubigen sehe ich nicht einmal unter den Salafisten, deren tödliche Wut mehr im Wissen um ihr selbstverschuldetes Elend erklärbar scheint, sondern in den zombiereligiösen Aktivisten, die Migration und Kulturwandel (Auslöschung möchte ich in letzter Hoffnung noch nicht schreiben) zum Sakrament erhoben haben.

    • Zum Niedergang gehören halt immer zwei dazu: Äussere Feinde der eigenen Kultur und eine innere Bewegung, die sie schlecht macht. Das Beispiel Roms mir dem Christentum im Inneren und der Völkerwanderung aussen gilt manchen als etwas überholt, hat aber auch einige nicht unrichtige Aspekte. Un ich frage mich schon, wie wur unser Lebensmodell als innvoll dartellen sollen, wenn es als rassitisch, verdorben und grundfalsch gilt.

      Aktuelles Beispiel ist die Zeit-Autorin Gerstlauer, die bei der verlinkten Kampagne zum Campusrassismus ein Interview erbittet, nachdem sich bento.de schon vor den Karren hat spannen lassen – in Form von Lüpke-Naderhaus. Das sind bezeichnenderweise zwei Hauptvertreterinnen des Versuchs, die „Campus Rape Crisis“ in Deutschland gross zu schreiben.

    • @DonAlphonso
      Wie kann es denn eine „campus rape crisis“ in Deutschland geben, wenn es einen campus wie an US-Unis in Deutschland überhaupt nicht gibt? Das US-System läuft doch völlig anders, da mag es an Unis auch Rahmenbedingungen geben, die Vergewaltigungen begünstigen (z.B. die Präsenz von akademisch eigentlich nicht studienbefähigten Sportlern an der Uni, und natürlich haben die Studenten auch allgemein viel mehr miteinander zu tun, weil sie auf dem campus leben), sowas gibts in Deutschland überhaupt nicht.

    • Sicher, die Unterschiede sind klar erkennbar, aber man hat auch versucht, bei uns as Thema gross zu machen – bis dann eben der Fall Jacky/Rolling Stone kam. Da sind diverse Aufchreileute auch voll eingestiegn. Aber nirgenwo wurde die Sulkowicz-Geschichte so einseitig gefahrenm wie von der besagten Frau bei Spiegel Online.

    • TitKaBalz sagt déja vu?
      Haben wir das hier nicht schon mal gelesen? Wenn nicht, verweise ich auf die Reaktion jener Wiener Kaffeehauswirtin im Umgang mit den verschiedensten Körpersäften von Leuten die sich über ihren geschlechtlichen Status nicht immer sicher sind. Schleichts ös! Und dem darauf folgenden Fäkalienorkan im Netz, von dem die F.A.Z. aber sehr selektiv berichtete.

    • MGTOW!
      Ich hatte darauf schonmal hingewiesen, aber ich würde es dringend empfehlen sich mit evolutionärer Psychologie zu beschäftigen. Was man auch daraus lernen kann wird mit der „red-pill philosophy“ beschrieben. Begriffe wie gynocentrism, hypergamy, briffault’s law, MGTOW und male disposability sollten einem wenigstens etwas sagen. Ich sehe das als notwendiges geistiges Rüstzeug für Männer im 21. Jhdt. In den USA, in Kanada und eigentlich in der gesamten westlichen Welt kann man schon sehen wohin die Reise geht. Macht euch schlau, bevor es zu spät ist.

    • Leider habe ich davon absolut überhaupt keine Ahnung. Gibt es da ein paar kluge Denker, und Bücher, die einen nicht überfordern?

    • Don,
      „Und ich frage mich schon, wie wir unser Lebensmodell als sinnvoll darstellen sollen, wenn es als rassistisch, verdorben und grundfalsch gilt.“

      Warum vermisse ich diesen Satz in ihrem BLog seit Jahren?

    • Keine Ahnung. Ich bin ja gern in Deutschland.

    • Soso, der IS ist "sogenannt",
      ist mir noch nicht aufgefallen. Wir sollten dem Feminismus nicht noch zeitraubend diesen Zusatz verpassen um ihn danach mühselig wieder zu erodieren. Denke ich da an die ehemalige Sowjetisch Besetzte Zone (SBZ), die zur DDR in Gänsefüßchen gerierte, dann zur zusatzlosen DDR wurde um dann wieder in Deutschland überzugehen, so scheint mir dieser Prozess bis zur Normalwerdung doch zu sehr in die Länge gezogen. Übrigens der „F“ spielt hier in der ländlich geprägten Vorstadt keine Rolle. Mir scheinen die Vorkommen besonders dort konzentriert wo es bunt zugeht. Konzentrieren wir uns jetzt ganz auf Star Wars.

    • Bücher etc.
      Liber Don, ich würde Esther Vilar (The manipulated man) vorschlagen. Etwas alt, aber sie hat das schon ganz gut zusammengefasst. Desweiteren eignen sich folgende Bücher: Christopher Ryan (Sex at dawn), Dr Warren Farrel (The Myth of Male Power), Lawrence Shannon (the predatory female), Christina Hoff Summers (the war on boys).

      Akademiker haben es bei dem Thema schwer, denn sie können leicht als Menschenfeinde gebrandmarkt werden und machen so einen großen Bogen um das Thema (besonders wenn sie noch keine feste Stelle haben). Esther Vilar wurde in einem famosen Gespräch mit Alice Schwarzer ja so einiges an den Kopf geworfen (40 Minütiges Interview auf deutsch auf YT abrufbar). Dabei hat es ja nichts mit Frauenhaß zu tun, wenn man nur feststellt, dass der Mensch auch nur ein Tier ist, welches als Mann und Frau existiert. Männer und Frauen haben grundverschiedene Merkmale und haben sehr unterschiedliche Rollen bei der Fortpflanzung. Daraus ergeben sich völlig gegensätzliche Fortpflanzungsstrategien für weibliche und männliche Menschen.

      Mittlerweile schließen sich Männer eher im Internet zusammen und tauschen sich auf Blogs und YT Kanälen aus. Diana Davidson sowie Karen Straughan sind hier zu erwähnen, wie auch Thinking Ape, Turd Flinging Monkey, Vention1MGTOW und Bar Bar (Keine Klarnamen, aus Sicherheitsgründen). Es werden Themen wie Geldanlage, Altersvorsorge, Wirtschaft, Gartenbau, Partnerwahl, Staatswesen, Recht und Bildung diskutiert.

      Ich finde daran sehr spannend, dass man heute zum ersten mal in der Geschichte sich einfach online austauschen kann und nicht mehr so leicht zu zensieren und zu überwachen ist. Der Moment in dem man merkt, dass alle anderen eigentlich die selben grundlegenden Probleme haben ist schon sehr überwältigend und auch beruhigend. Reden sie mal mit einem Mann der 20 Jahre lang verheiratet ist und das erste Mal nicht unter Beobachtung steht. Die brechen zusammen, heulen wie kleine Kinder. Allerdings findet diese Debatte vorwiegend im englischsprachigen Raum statt. Das heißt aber nicht, dass andere Länder diese Debatte nicht auch dringend nötig hätten.

      Kurzfassung für Sie, Don: Sie machen alles richtig. Bloß nicht heiraten. Immer schön verhüten und weitermachen!

    • Es gibt jede Menge Frauen, die man völlig ohne Risiko heiraten kann, da reicht ein Blick in die Familiengeschichte. Ich mag halt nicht. Ich fühle mich frei sehr wohl und will keine Kinder. Das ist alles.

      Danke für die Tips.

    • Keine Ursache
      Ich muss dazu sagen, dass ich sogar verheiratet bin. In meiner unsäglichen Arroganz habe ich gedacht, dass ich das eben genauso mache. Habe mir eine „gute“ Frau aus einer anständigen Familie ausgesucht. Bis jetzt alles super, aber das denken ja alle bis es kracht. Ich versuche jetzt eben dafür zu sorgen, dass meine Frau nicht aufhört zu arbeiten, so dass sie auch weiterhin einen produktiven Beitrag zu unserem kleinen Unternehmen Ehe leistet. Ich hoffe, dass mir mein Wissen hilft, anstatt zu Problemen zu führen. Ich habe zwar geheiratet, weil ich mir bei meiner Frau sehr sicher war, aber ich würde es jungen Männern heute nicht unbedingt anraten es mir gleich zu tun.

      Übrigens: Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen dieses Artikels. Längere Texte sind mir im Zweifelsfall eher lieber. Ich reagiere allergisch auf slogans und soundbites. Das sieht man sonst überall und führt einfach nur zum Austausch von Parolen, nicht von Argumenten. Aber Sie können ja eh machen was Sie wollen. Deshalb lese ich Ihre Texte ja so gerne.

    • Hochzeit in Ingolstadt ?
      Sie haben völlig Recht, lassen sie sich einfach Zeit.

      Ich habe mit 57 sehr erfolgreich geheiratet. Alt werden ist zu zweit wesentlich einfacher und angenehmer, und in solchem Alter hat man genügend Erfahrung um genau abschätzen zu können mit wem man dies erfolgreich tun wird.

  16. Horch was kommt von draußen rein
    Moral hatte für die „einfachen“ Leut immer einen ganz praktischen Nutzen. Letzlich ging es um die schlichte Überlebensfrage, wer für die aus purer Lust gezeugten illegitimen Bälger zahlen und sie mit durchfüttern musste. In den christlichen Gesellschaften konnte man sich dieser Kinder ja nicht so einfach entledigen, wie das heute schon vorgeburtlich der Fall ist. Na und die sogenannten Privilegierten haben diesen Nachwuchs früher ja gerne auch dem Militär anvertraut, um ihn loszuwerden. Schöne neue Welt.

  17. Weltkulturerbe
    Dieser Beitrag ließ mich spontan auf diese Welle surfen:

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/thema/weltkulturerbe

  18. Gute Neuigkeiten aus dem Wetsen:
    Das nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerium fördert im kommenden Jahr 13 Professuren zur Genderforschung mit insgesamt einer Million Euro. «Ich bin davon überzeugt, dass eine breite Verankerung der Genderforschung in allen Wissenschaftsbereichen den Weg zu einer geschlechtergerechteren Hochschullandschaft ebnet», sagte Ministerin Svenja Schulze (SPD) am Sonntag laut Mitteilung. Die ausgewählten Professuren kommen unter anderem aus den Bereichen Medizin, Naturwissenschaften und Theologie.

    • Im letzten Bereich passt das auch super zusammen. Fehlt nur noch Gender und Astrologie sowie Gender-Chemtrails.

    • KaBalz richtet eine Frage von Süden nach Wetsen,
      gleiche Forderung stellte gestern Abend uns allerwertgeschätzte Claudi (die fünffach Kettenbehängte) in einem anderen Zusammenhang in der Sendung Ihres Landsmannes auch. Es ging um Flücht(linge)ende aus dem Morgenland, aber egal.
      Was mich aber erstaunt: Seit wann werden ministerielle Verlautbarungen über den Don-Blog transportiert?
      Dreizehn Professuren zur Genderforschung für gerade mal zehnhochsechs Euronen? Ein veritables Schnäppchen in einem Bundesland in dem ganz viele Städte unter Kuratel stehen. Respekt Frau Ministerin.

    • .
      Gentrails ?

    • Gendrails

  19. KaBalz greft djangohatnemonatskarte auf,
    der den Vorschlag machte, mich in eines dieser schwäbisch Kleinparlamente mit Hauswein, Geselchtem, Sauerkraut und Holzofenbrot zu bewegen um tiefsinniger über Tiepolos kinderreicher Deckenszene von 1761/62 zu sinnieren. Aufgrund der weit brennenderen Themen, die dort aktuell lautstark abgehandelt werden (die Straßenarbeiter-Westen mit der Aufschrift Sharia Police-was heißt das eigentlich, ich kann kein Arabisch?) sind längst neuen Themen gewichen. Die Atmosphäre dort, wo jedermann seine Viertele durch Öffnen der Westenknöpfe hoch-und manches Mal auch noch runterzählt ist übrigens nicht geeignet um eine soziologische Betrachtung dieser familiären Szene zielführend (wie man jetzt sagt) zu einem Ergebnis zu bringen. Ein Besen ist bei Weitem kein Ort wie ein Kaffeehaus in Wien oder Memmingen, wo man sich in einen brokatbezogenen Zweisitzer sinken lässt und gemütlich den Hofrats-oder Oberlokomotivführerwitwen bei der kleinstückigen Verteilen der Pensionen zusehen-oder auch ein Buch, oder, in Memmingen an die alte Stadtmauer angelehnt z.B. die Prantelhauser Zeitung lesen kann.
    Nun zu der Familienszene mit nackend gemachter Mamma (oder entfernte Tante aus Wien?) ist allerliebst. Fare villegiatura su terraferma war für die dortigen Begüterten wie für eine heutige Abiturientenklasse die Zweitreise zum Ballermann. Ob man dazu damals und heute splitternackt gewesen sein mußte/sein muß entzieht sich meiner Kenntnis. Derartige Verhältnisse, der Don hatte uns übrigens nicht verraten in welcher der Pisani-Villen diese frühe, mit der Antike erklärten semipornographische Darstellung befindet. Ein zu Rate gezogenes Buch (dass ich unmöglich mit in den Besen schleppen konnte weil dort die grobschwäbisch allemal abwertende Bezeichnung „du Owwergscheidle“ (gilt für beiderlei Geschlecht und hat unter unseren deutschen Stämmen unterschiedliche Bedeutung) zu erwarten gewesen wäre) sagte mir, dass es die „La Nazionale“ in Stra sei. Beiläufig durfte ich erfahren, dass sich bereits Voltaire in „Candite“ in der Figur des Pocorurante (aber in andere Villa) dahingehend geäußert hätte, dass selbst die Besitzer solch großflächiger Anregungen bei täglicher Betrachtung die Schn….bald voll gehabt hätten. „Merken Sie nicht, wie ihm vor allem ekelt was er hat…“ worauf dann zu Plato übergeleitet wird, der bereits festgestellt haben soll, dass es nicht die besten Mägen seien die alles wieder hergäben.

    Zurück zur Familie am Plafond. Kinderreich, aber mit Sicherheit nicht mit prekärer Zukunft. Für diese Kinder, sofern sie einer damals noch nicht immer heilbaren Krankheit erlagen, war in der schwerreichen dynastischen Umgebung bestens gesorgt. Die Mädchen waren in diesem Stadium längst wertsteigernd versprochen, die Knaben wurden (in dieser Reihenfolge und je nach Gripps und auch mit dem geziemenden Anlauf) Kardinal, Minister, der Gescheitere mußte das Anwesen führen, die Minderen wurden Regimentskommandeure.

    Was mir bei Betrachtung derartiger Darstellungen immer auffällt ist der stabile Körperbau der Damen, deren Alter hier die 16 nicht überschritten haben dürften (also doch nicht die Mamma der Rasselbande). Trotz der kräftigen Rümpfe verteilt der Künstler die Brüste nur sparsam. Es schien zu dieser Zeit noch kein Bedarf an Bausilikon geherrscht zu haben (man verzeihe mir). Auch bei den titanischen Darstellungen fällt auf, dass der heute stark nachgefragte Waschbrettbauch noch nicht erfunden war. Auf männliche Geschlechtsmerkmale in der griechischen Kunstform wie sie durchaus in den Kirchen Roms aber auch unter den Zwiebeltürmen Bayerns und Vorderösterreichs zu entdecken sind wurde hier (zum Glück) verzichtet; es würde den gestatteten Rahmen sprengen, kann aber durchaus ein weiteres Blatt Papier füllen. Nur eines noch, die niedliche Ausformung des nicht Gezeigten führte im zukünftigen Wolfsrevier (Guido!) zur Benennung einer Sättigungsbeilage aus Kartoffelteig. Bei Katholen wie auch bei denen, welche der pietistischen lutherischen Seite zugefallen sind. Übrigens, bei der Betrachtung der Deckenszene kommt mir blitzschnell die ehemals sozialdemokratische Seele hervor. Kontrastszenen im Heinrich-Zille-Milieu, schon als Foto, sollten aber ein anderes Mal betrachtet werden. In diesem Sinne.

  20. Zeit Gerstlhauer
    Ist das die verfasserin auch dieses Artikels ;-)
    http://www.zeit.de/sport/2014-06/klinsmann-usa-ghana-fussball-wm-twitter

  21. CO2
    OT aber doch nicht ganz.
    In letzter Zeit hat mich jemand zum Ghostwriter eines teils der enzyclika laudota si gefragt.
    Beim Stöbern ist mir aufgefallen, dass der ja beim wirklich großen Gustav (Obermair für die nicht eingeweihten) promoviert wurde.
    Was der wohl zu dem allen sagt, was der Präsident des Potsdam Instituts macht

  22. Gehirnnahrung
    Sehr geehrter Don Alphonso,

    Sie schreiben so gut, dass es eine wahre Freude ist! Ich lese hier so gerne, vor allem an Tagen wie diesen, wo gefühlte 99% der deutschen Journalisten sich in Elogen über unsere Bundeskanzlerin ergehen, die auf dem CDU-Parteitag (und in den Medien) gefeiert wird, als ob es kein Morgen gäbe… ein gar trauriges Schauspiel und ein ungesunder Personenkult, wie ich finde.
    Ich betrachte Ihre Kolumnen als Nahrung für mein Gehirn, das sich nach gutem Journalismus verzehrt…
    Und Ihre aktuelle Kolumne hat mich darin bestärkt, dass es sich sehr wohl lohnt, an unsere europäischen Werte zu glauben und für sie einzustehen.
    Ich freue mich schon auf Ihre nächste Kolumne, und werde sie auf keinen Fall verpassen!

    Liebe Grüße von der Kleinen Waldhexe

  23. Unter vorweihnachtlichem Stress
    @BertholdIV – Ich bin ernsthaft beeindruckt, Sie haben die Diss der Frau Merkel gelesen!
    @Don – wie immer finde ich Ihren Blogbeitrag sehr amüsant. Leider kann ich nicht kommentieren, denn ich muss noch mehrere dutzend papierene Weihnachtskarten beschreiben – eine auch an Sie (die schicke ich an die FAZ Adresse in Frankfurt)

  24. Privilegierter Koitus
    Sir, provokatorisch unterstelle ich, dass Sie noch nie dargelegt haben, wie Ihnen Privilegien zu Teil wurden, was Ihnen das Recht zu ihrer Wahrnehmung gab. Biitte, ich wür
    de mich gern korrigierien.
    Anlass für diese Bemerkung ist, dass Sie einen Personenkreis einbeziehen, der vermutlich bislang als Privilegierte nicht hofiert wurde.
    Gehen wir mal davon aus, dass der Herrgott die Privilegien mit dem Gießkännchen auf die Bedürftigen gerieselt hat, und Sie, bzw. Ihre Vorfahren, benetzt wurden. Vergessen wir nie, dass die Wahrung Ihrer Bevorteilung durch Zwang über die Nichtprivilegierten gewahrt und gesichert wurde.
    Die sexuelle Lustbarkeit in Wort, Bild und Tat feiern Sie als die Freiheit des privilegierten Menschen, und da glauben Sie, sehr weit gekommen zu sein. Und das Heer der nichtprivilegierten I… ? Glauben Sie vielleicht, die machen ersatzweise nur fummel, fummel?
    Sir, wie wollen Sie denn das Recht, es tun zu können, erlangt haben? Dafür, meinen Sie, Privilegien errungen zu haben?
    Ich würde es nicht glauben wollen, dass Sie noch nie vom Kamasutra, den Sextempeln und den herrlichen Skulpturen an den Tempeln und Palästen in Indien, und überhaupt in Asien, gehört haben. So gesehen ist die Bumsbude von Pisani nur dumpfes Mittelalter. Wichtig ist mir aber daran eigentlich nur die zeitliche Differenz von Jahrtausenden.
    Verzeihen Sie bitte: Was ich damit sagen will, ist, dass die Menschen ihr ganzes Programm an Lust ausgefüllt haben, selbst zu der Zeit, als es das Wort Privilegien noch nicht gab.
    ‚‚Es geht vor allein um das Recht, es tun zu können!‘‘
    Mal abgesehen davon, dass Privilegierte sich ein solches Recht schon einmal in heute skurril anmutender Weise nahmen, ist Ihre Darstellung an dieser Stelle einfach nur sexueller Quark: Das privilegierte Recht besteht lediglich darin, es lüstern, figürlich und in ambitionierten Wunschvorstellungen d a r z u s t e l l e n.
    ‚‚Es tut keinem weh, es ist die Freiheit des privilegierten Menschen, und da sind wir hier sehr weit gekommen.‘‘
    Ein Irrglaube.
    ‚‚Nur der verdient die Freiheit und das Leben, der täglich sie erobern muss.‘‘
    (Ich weiß nicht mehr genau, vielleicht Schiller, ‚‚ Wilhelm Tell‘‘)

    Mit fielen Grüßen,

    Bernard del Monaco

    • Titel eingeben
      Kein Schiller, Goethe Faust II! Es ist der 5. Akt, wenn ich mich recht erinnere. Beginnt mit „Ein Sumpf zieht am Gebirge hin … .“.

    • @Bernard del Monaco
      ‚‚Es tut keinem weh, es ist die Freiheit des privilegierten Menschen, und da sind wir hier sehr weit gekommen.‘‘
      Ein Irrglaube.
      ‚‚Nur der verdient die Freiheit und das Leben, der täglich sie erobern muss.‘‘

      Was ist Freiheit ohne Geistreife…Ungerechtigkeit, Isis, Ausbeutung,
      Privilegierte, Selbsterhöhung…s.Weltgeschehen.
      Die Qualität der Freiheit ist „HUMAN-MAßgebend“…bestimmt das humane Maß…und die Qualität ist der Geistreifepegel…humane
      Vernunftreife(s)p(i)egel-Qualität.
      Qualität ist der Lohn von täglicher Selbsterkenntnis und Einsicht…
      die tägliche (S)P(I)EGEL-WACHSTUM-Eroberung.

      Wenn über das Grundsätzliche keine Einigkeit besteht, ist es zwecklos, miteinander Pläne zu machen.
      Konfuzius

  25. Christentum als Sprengsatz
    Ihre Formulierung, dass nicht allein die Völkerwandung von außen sondern auch der universale Anspruch des Christentums das römische Imperium von innen zersetzte, ist höchst bedenkenswert.

    Als große Benedikt-Verehrerin – wer sein Werk kennt, weiß, dass Joseph Ratzinger himmelweit von der Opportunistenbagage der deutschsprachigen Kirche, die ihn ja auch innig hasst, entfernt ist – möchte ich meine Meinung dazu im Forum des rationalistischen Autors lieber nicht ausführen (Theologie gleich Chemtrails, das ist schon arg böse).

    Doch Ihre Theorie, dass der Genderwahn als Speerspitze eines fundamentalen geistigen Wandels Analogien zur konstantinischen Wende aufweist, ist aufregend und toll gedacht.

    • die RKK und die EKD..........
      WO STEHEN DIE KIRCHEN HEUTE:

      stehen links und sie stehen leer !

    • katholischer Universalismus und Opportunismus -
      sehr interessant! bitte mehr dazu!
      Ist der elastische Opportunismus nicht Grundlage des historischen Überdauerns?
      Beim Universalismus scheiden sich die Geister.

    • Werte Försterliesl...
      „Ist der elastische Opportunismus nicht Grundlage des historischen Überdauerns?“

      Ja, allerdings ist der zweite Teil der Vorraussetzung, die nie endende Dummheit der Massen….

      Das Wort „Religionsfreiheit“ hätte eigentlich zwei Bedeutungen die zweite, erfreuliche, bleibt weitgehend unbemerkt.

  26. 'sog, Feminismus'
    Als Frau empöre ich mich so ziemlich jeden Tag über diese Gruppe, die vorgibt, auch in meinem Namen zu sprechen. Diese Margarete Stochanski (oder wie die heisst bei spon) ist der Gipfel. Ich könnte ihre Großmutter sein und ich könnte kotzen. Ich habe als Frau bislang selbstbesrimmt gelebt – das geht in unserer Gesellschaft, man muss es nur wollen. Ich habe noch nie für einen Mann Wäsche gewaschen und Hemden gebügelt. Habe beruflich das erreicht, was ich wollte. Hatte meine sexuellen Freiheiten. Niemand hat mich gehindert. Was soll dieses Gejaule, was soll diese Opferrolle ? Was sollen diese Scheiss-Quoten ? Sind Frauen Behinderte, die eines besonderen Schutzes bedürfen ?
    Und warum wird eine Kultur hochgejubelt, die immanent Frauen unterdrückt ?
    Hurra, in Saudi-Arabien dürfen Frauen erstmals wählen und gewählt werden, aber Autofahren dürfen sie nicht. Ab mit allen ‚Feministinnen‘ dorthin, unter den Schleier.
    Dann könnte man hier vielleicht wieder vernünftig diskutieren.

    • Das könnte recht schnell passieren, gewisse Leute betteln geradezu darum.

    • Das, Frau Jahn, geht wahrlich nicht nur Ihnen so :-).
      Weshalb ich da auch absolut gelassen wäre – selbst eine nach meiner Wahrnehmung ziemlich klare Mehrheit unter Frauen ist absolut nicht bereit, sich als schutzbedürftige Hascherln in die Obhut der „Rape Culture“ Feministinnen zu begeben. Die vernichten damit gerade den guten Ruf, den der Sammelbegriff „Feminismus“ einmal unter Frauen hatte. Und auf Dauer damit auch ihre politische Wirkung – deren Theoriequark wirkt ohnehin nur bei leicht zu beeindruckenden Jugendlichen.

      Mit dem neomarxistischen und neoanarchistischen Quark gab es in den achtzigern übrigens schoin einmal eine Entsprechung an damals westdeutschen Hochschulen – eine laustarke Minderheit beanspruchte die Meinungshoheit inklusive Denk- und Sprechverbote für Andersdenkende. Davon ist kaum noch was übrig und genau so wird es dem Feminismus a´la Stokowski, Wizorek oder Strick ergehen. Denk-, Lust- und Autonomiefeindlichkeit sind auf Dauer kein attraktives Programm.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • @Gertraud Jahn
      Sehr geehrte Frau Jahn,
      ich kenn jetzt die Stokovski nicht und weiß nicht, was sie schreibt.
      Ich kenne auch Sie nicht.

      Die Wahrheit liegt immer irgendwo dazwischen.

      Meine Freundin ist im technischen Berich tätig und erlebt schon noch, wie Mann nachgerade Ihre Ideen als die seinen aufgreift und damit mächtig sein Gefieder poliert. (Achtung böses Mimimi-Opfer-Klischee, aber immer noch real existentes Verhalten.) Ja, sich wehren, welch toller Gedanke! Wenn sie sich wehren würde, stände sie flugs ganz doof da: als Megabeleidigtes Mimöschen, das nix aushält. Auch dass von Mann versucht wird, sie ungehobelt und mit Lügen/Fehlbehauptungen asl Anbieter aus dem Angebots-Spiel zu drängen, aka dem Auftraggber subtil durch die Blume zu vermitteln, dass Mann qua Männlichkeit der besser Technik-/Konzepthengst sei, wenn es um neue Aufträge geht.

      Es gibt kein Rezept dagegen, es gibt keine Rhetorik dagegen, die dieses räudige, unfaire Verhalten ausknipsen/verhindern könnte.

      Außer sie stilisierte sich zum Opfer. Lieber beißt sie sich aber den Hintern ab. Warum? Was dann käme, kann sie sich an ihren kurzen Fingernägeln abzählen:

      Kommentare wie hier.
      Und Kommentare aus ihrer unmittelbaren männlichen geschäftlichen Umgebung, wie sie denn wieder alles verzerrt sähe mit der subtextualen Endempfehlung Klapse, da überdreht und bizarr.

      Nur, sie ist nicht „bizarr“, sondern hält lieber ihr Maul.

      In meinen Augen ist das ein enormer Maulkorb, eine gesellschaftliche Zwickmühle für betroffene Frauen, über solche Dinge nicht reden zu dürfen, ohne sich selbst extrem als Oberirre zu beschädigen. Das soll gut sein?

      Immer dafür, dass jeder seine Meinung sagen kann.

      Maul- und Denkverbot ist da ganz schlecht. Auch Maulverbot gegenüber Feminstinnen. Feministinnen pauschal abzuqualifizieren, ihnen in Sippenhaft Denk und Handlungsverbote zu erteilen und sie verbal zu den Saudis/Korea zu schicken ist wohl gerade sehr in Mode. Das ist, Entschuldigung, zum Hintern abbeißen, auf FAZ-Deutsch: ein liberaler Fauxpas, mit Verlaub.

    • @rindviecherl: Ich kann Ihnen felsenfest und aus eigenem Erleben versichern
      – das geht nicht nur Frauen so. Bei Männern sind die eingesetzten Waffen andere, aber berufliche Ä*löcher machen da in der Praxis keinen Unterschied.

      Auf gut Deutsch – Ihre Freundin erlebt die Schattenseiten von „Business“. Und nicht die von „Frau sein“. Solte nicht verwechselt werden, weil sonst untaugliche und schädliche Heilmittel verschrieben.

      Gruss,
      Thorsten Haupts

    • Geschätzter ThorHa
      Ich wäre ihnen dankbar, wenn sie es unterlassen könnten den Begriff der Anarchie dermassen unpassend zu benutzen?

      Es dürfte wohl keine denkenden Menschen geben der Frau Jahns Kommentar widersprechen wird, da man nicht unter die Gürtellinie gehen.

      Es ist immer wieder, und einzig und allein Dummheit, die das Problem ist. Ich kann nichts dafür, dass manchen diese Antwort zu einfach ist.
      Dadurch wird sie aber trotzdem niemals falsch!

      Don hat weiter oben einen twitter link angegeben, ich habs mir mal angeschaut… Es ist mir völlig unbegreiflich wie man an seine Zeit an solche Themen und solche Leute verschwenden kann.

    • Wertes Rindviecherl
      Wenn ihre Freundin sich in solchen Situationan tatsächlich anpasst, noch dazu weil sie Angst vor dem hat, was andere Idioten von ihr halten, dann verdient es auch keineswegs anders.

      Ein Rindviecherl als Freund passt da dann auch recht gut.

  27. Whatever it quakes
    Ein Privileg für mich ist es einen leninbärtigen liebevoll sozialistisch vor sich dahinsäuselnden Politprof. aus Berlin durch Knopfdruck einfach abstellen zu können.
    .
    Ein anderer Professor hat seine Abschiedsvorlesung gegeben. Dem alten Target-Querulanten habe ich von Anfang bis zum Schluss gelauscht … quasi meine „intertemporale“ Auswahl.
    .
    Die Bedeutung von Zeit und Zins ist das, was Politikwissenschaftler [ob sozialistisch säuselnd oder wie bei uns im BWL-Hörsaal seinerzeit marxistisch/leninistisch (heute vermutlich feministisch) rumschreiend] nicht verstehen.
    .
    Nun ja egal, der Zins ist vom Obersozialisten des „whatever it quakes“ ja eh abgeschafft worden. Also auf gehts mit Gebrüll …

    • Die zukunft wird lustig.

    • KaBalz an Köstlich,
      Ihr erster Absatz, das war gestern Abend? In der Tat ja! Aber, ist es Ihnen aufgefallen? Gestern züngelte er nicht herum wie eine Glattnatter. Hatte man ihn gebeten diese als anzüglich zu verstehende Attitüde zu unterlassen oder war es der moderierende Kerl?

    • Werte KaBalz, vielen Dank für Ihren Hinweis ...
      …. da hatte ich wohl schon abgeschaltet.
      .
      „Rumzüngeln wie eine Glattnatter“ – den muss ich mir merken!

  28. Schön geschrieben.
    Normal schreibt mir der Don viel zu langatmig, und diesmal ist es auch so. Aber diesmal habe ich durchgehalten. In der Sache hat er Recht.

  29. Schön gesagt.
    Normalerweise schreibt mir der Don viel zu langatmig, und hier ist es auch so. Aber diesmal habe ich durchgehalten. Und in der Sache hat er Recht.

    • Danke – ich sehe es halt so, dass es schon gnug kurze Texte gibt. Der hier war aber wirklich an der oberen Grenze.

  30. @lisbethheuse
    also ich habe die Diss quergelesen. Aber da ich in meinem Leben schon viele viele Diplomarbeiten, Dissertationen. Für diese Arbeit reicht das.
    Zudem passte es ins Bild, was mir mein leider viel zu früh verstorbener Freund, Physiker und SPD-Mitglied dazu andeutete.
    BTW: Die Diss würde eher zum Gebiet ihres jetzigen Mannes Prof. Sauer also der Chemie statt der Physik passen.

    Aber dass der „Ghostwriter“ eines Teils der Enzyklika Prof Schellnhuber bei Gustav Obermair promoviert wurde finde ich viel lustiger

  31. Danke, Don Alphonso
    Für diesen exzellenten Beitrag. Ein Bruder im Geiste (ich habe übrigens, horribile dictu, meinen vier (ja, vier) Kindern das anständige Sitzen am Tisch auch beigebracht. Das mit den Büchern kannte ich nicht, aber ich bin überzeugt, sie werden es ebenso tun eines Tages, auch wenn sie mit Ihrem Vater in vielen Dingen nicht einer meinung sind.

    • Gern geschehen. Es geht ja nicht um Unterwerfung, sondern um Charakterbildung. Ausserdem dunkeln die eh nach.

  32. Die grosse Müdigkeit
    Irgendwie bleibt alle Diskussion meist nur beim grossen Gackern ohne Eierlegen, die stilistisch-vermarktungsbezogene Rhetorik interessiert heute weit mehr als die Inhalte.

    Corporate Capitalism in angloamerikanischer oder chinesischer Ausprägung hat zu einer Komplexität der moralischen Imperative geführt, die fast niemanden mehr gerade in einen Spiegel schauen lässt.

    Wer unter dem heftigen Leistungsdruck oder Leidensdruck der Nach-Thatcher-Era aufgewachsen ist, versucht sich entweder abzustrampeln bis zum umfallen, oder die Welt zun retten mit Tofu-Fischbrötchen-Verzehr.

    Oder seine eskapistische Privatmythologie zusammenzudichten, mit sublimierter Barockerotik, oder sich in intellektueller DandyvonDünkelAttitüde als Wiedergänger von Oskar Wilde zu zelebrieren: Ich habe einen ganz einfachen Geschmack: Nur das Beste.

    Die Arroganz und die Verbrechen des Westens. Klar – hätten wir dem demokratischen Sozialismus eine Bühne zur Evolution überlassen, hätten wir das ganze „Religiosismus“-Problem nie bekommen.

    Man vergleiche die Gewaltbereitschaft der furchtbaren Linksterroristen mit den furchtbaren Religionsterroristen; bitte ohne Glorifizierung – denn der Linksterrorismus und seine kongenialen Apologeten waren die nützlichen Idioten, die dem radikalen Kapitalismus erst den roten Teppich ausgerollt haben.
    Fast mag man da wieder an Verschwörungstheorien glauben, denn was schon ein mal funktioniert hat…

    Aber in einer Zeit, in der auch Schwule bitte schön zu heiraten und Kinder zu adoptieren haben, um gleichspiessig anerkannt zu sein, lernt man besser, bloss nicht aufzufallen.

    • @TGA
      Ja, das ist der Kern. …
      Auch unsere, angeblich ja ach so wertvolle und überlegene Kultur, ist tatsächlich so tief gesunken, dass in ihr eine Ökonomie ohne Korruption nicht mal mehr denkbar ist, sondern schlicht und einfach das Normale.
      Wahrscheinlich deshalb findet man in den „Qualitäts-“ medien, wie zB der FAZ hierzu gar nichts:

      Hamburg und Schleswig-Holstein wollen für 16,2 Milliarden Euro die HSH Nordbank retten. Das könnte die Haushalte beider Länder nahezu ruinieren.
      Jetzt wird es richtig teuer: Eine Kreditermächtigung in Höhe von 16,2 Milliarden Euro für die marode HSH Nordbank hat die rot-grüne Mehrheit in der Hamburger Bürgerschaft am gestrigen Mittwochabend gegen die Stimmen der Opposition beschlossen. Die Konfliktlinien im Parlament wurden dabei überdeutlich, denn ergänzende Änderungsanträge von CDU und FDP wurden von der Koalitionsmehrheit abgelehnt.
      Der CDU ist die Rettung der Nordbank zu teuer, sie will die Haftung der Länder auf 10,6 Milliarden Euro beschränken. Die FDP will grundsätzlich „keinen Blankoscheck ausstellen“ und die Linke will die staatliche Landesbank am liebsten sofort schließen. Doch so oder so droht den Eigentümerländern Hamburg und Schleswig-Holstein das größte Finanzdebakel ihrer Geschichte mit Risiken, die höher sind als ihre Jahreshaushalte.
      Aus Sicht der Linkspartei sind diese Risiken untragbar. Als einzige politische Kraft in beiden Bundesländern fordert sie die Abwicklung der Bank, „um das öffentliche Eigentum zu schonen“, sagte ihr Haushaltsexperte Norbert Hackbusch. „Die Beendigung der Geschäftstätigkeit der HSH Nordbank ist die sinnvollste und für Steuerzahler günstigste Alternative.“
      Quelle: taz

      Noch ein Mosaiksteinchen:
      Deutschland hatte diese Woche gegen UN-Resolutionen gestimmt, die ein Verbot und die Ächtung von Nuklearwaffen fordern…

  33. Titel eingeben
    Lieber Don,

    ich bin öfter mal Ihrer Meinung, öfter mal auch nicht….aber entwickeln Sie jetzt nicht bei Frau xxxxxxxxtski und dergleichen Figuren einen gewissen Tunnelblick? Das hat m.E. mit der Welt, in der die meisten intellektuell interessierten Menschen leben, so gut wie nichts zu tun (der Rest kennt das ja sowieso nicht). Ich kenne ein paar Feministinnen, ich bezweifle, ob die sowas kennen / lesen. Gut finden werden sie es eher nicht.

    Das macht natürlich die armselige Blockwärtinnen-Haltung nicht besser, aber letztlich ist sie eher ein Medien-Hype, denke ich. Ob „Das wird man doch mal sagen dürfen“-Idiotie oder xxxxxski – wenn man viele leicht Beleidigte und Unterbelichtete zum Klicken und Kommentieren bringt, läuft der Laden eben besser…

    Ihre Erwägungen zu Kunst und Architektur gefallen mir besser als ihre Einlassungen zu Themen mit F – aber trotzdem bin ich bei Ihnen wahrscheinlich zuerst durch so ein Thema gelandet. Eigentlich schade und q.e.d.

    • Ich habe ein massives Problem amit, wenn versucht wird, andere freizügige Lebensmodelle zu diskreditoeren. Ich will hier nicht ausbreiten, was für Lappalien bei uns in der Schule zu massiven Problemen führen konnten, aber das war alles andere als gut, und die Überwindung war nicht einfach. Es gab da schon ein paar, die einen heftigen Krater mitgenommen haben. Ich zum Glück nicht, aber dabei sein war scheusslich genug.

      Das kommt jetzt alles wieder. Sei es, dass Kampagnen gegen Tim Hunt gemacht werden, sei es Münklerwatch, sei es das Sautreiben gegen Kutschera oder von Rönne, sei es als Sprachpolizei. Leute sprechen sich ab und versuchen, ihre Gegner und deren Lebensmodelle zu diskreditieren. Mir ist es völlig egal, wie jemand aussieht, als Kunstgeschichtler kann ich alles tolerieren. Ich halte Sex, Begierde und Lust allerdings für wünschenswert und für vollkommen legitim. Auch ihren Einsatz in Werbung, Kunst und Pornographie. Man muss anderen da ihren Freiraum lassen. Es tut keinem weh, ausser ein paar Moralisten, die die Welt gern anders hätten und grn dort ansetzen, wo es Scham und Diskretion gibt. Es nervt. Was der Emma ihr Hass auf Sexarbeiterinnen, ist den anderen der Has aud bestimmte Frauenrollen.

      Gegen diese fragliche Art von „Das ist krank“-Witzen bin ich jedenfalls hochgraig allergisch. Das ist übelste Reaktion und ein Versuch, Menschen wegen natürlicher Regungen zu beschämen. In dem Fall halt: Frauen, die sich nicht entsprechend der Regeln verhalten, die denen als richtig und passend erscheinen. Speziell die fragliche Person schiebt einen bei anderer Meinung schon mal in die Richtung der Nazis. Darüber muss man reden und die Strukturen aufzeigen.

    • Naja, Sie können ja löschen ...
      Ob Sie nun ein Problem damit haben oder nicht, die Gefahr der Beschränkung jedes freizügigen Lebensmodells steht im Raum, vielleicht nicht morgen, aber sicher in spätestens fünf Jahren. Dafür brauchen wir keine Flüchtlinge, das ist die Ironie des Ganzen:

      Vor zwanzig Jahren konnte man hier wirklich freizügig leben, ohne dass sich jemand (wirksam) daran gestoßen hätte. Na, vielleicht in der Provinz schon noch – aber in den deutschen Großstädten gewiss nicht, da fand jedermann seine Nische.

      „Diskriminierung“ war damals allerdings auch noch kein prominentes, sondern eher ein Randthema, erinnern Sie sich? Nun führt die Diskriminierung jedermann im Munde – und die Dinge stehen auf einmal auf dem Kopf: Die „Nischen“ sind plötzlich allgegenwärtig, auch in der Schule, auch in den unteren Klassen. Das normale Leben, dass diesen Platz einnehmen sollte, weil es so harmlos, geregelt, sicher – also: kindgerecht! daherkommt, soll in die Nischen verbannt werden; oder vielmehr: den Eindruck kann man schon gewinnen, wenn man eine nervöse Natur ist! Natürlich werden viele von diesen Dingen am Ende nicht halb so heiß gegessen, wie sie von den Medien gekocht werden; aber wenn man Eltern Angst macht, braucht man sich über überschießende Reaktionen nicht wundern.

      Und auf diesem Gebiet findet wie überall ja auch nur noch ein Austausch verbaler Drohgebärden statt. Der Konsens ist aufgekündigt und jetzt muss man sich mal die Frage stellen: Will man denn eigentlich, dass es eine nächste und eine übernächste Generation gibt? Könnte man das verhindern, selbst wenn man nicht wollte, wäre das darstellbar?

      Wohl eher nicht. Dann muss man neuen Generationen also einen Schutzraum lassen, in dem sie ihren Eltern vertrauen können und sich bitte keine frühreifen Gedanken machen müssen, wenn sie nicht gerade im Mathe-Unterricht sitzen.

      Aber dafür reicht es bekanntlich nicht. Überall wird reingeredet: von „No-Gender-December“ bis zuckerfrei, durchgeimpft und bildungsarm ist alles im Angebot. Die einzigen, die auf alle Fälle nicht mitspielen können in diesem Roulette, sind die Eltern – die sind noch schlimmer dran als die Lehrer und machen alles falsch!

      Das wird nicht auf immer gut gehen, befürchte ich. Irgendwann kommt der Rückschlag: Und dann werden bestimmte, langweilige und kindersichere Standards wieder neu etabliert werden. Nachdem man in diesem Land durch eine wahre Gesetzesflut das Vertrauen in die Haltbarkeit der Gesetze erodiert hat, kann das noch eine harsche Angelegenheit werden, mit hohen und harten Strafen und ohne Pardon und jeder Menge Kollateralschäden.

      Aber auf dem Fuße folgt die Rückkehr zur Romantik: Eine jedem offenstehende Villa Pisani verliert ja zwangsläufig an Attraktivität. Die Heimlichkeit und der Reiz des Verbotenen werden also eine Renaissance erleben. Schätze, der Don freut sich schon darauf.

    • Ich lösche gar nichts.

  34. KaBalz an E.R.Langen vom 14.12. 11:10
    Ich habe es fast übersehen. LESE ! Ist das denn kein Imperativ?

  35. Jede Weihnachten eine neue Diss.
    Sehr geehrter BertholdIV!
    Ich habe alle verfügbaren Briefmarken verpostet und beschlossen, mit dem Kartenschreiben Schluss zu machen. Denn eigentlich möchte ich an meiner neusten Diss schreiben. Ich las in der PapierFaz, dass die Herren Zuckerberg und Gates viel Geld für interessante neue Ideen bezüglich Klimawechsel haben. Die haben Geld, ich habe Ideen. Die sind allerdings etwas gewöhnungsbedürftig. Meine Ingenieurfreunde finden sie sehr gut und haben mir schon geholfen, die richtigen Links zu finden. Natürlich kann ich hier nicht schreiben, was ich vorhabe, sonst klaut mir jemand die Idee. Deswegen habe ich auch nicht selbst gegoogelt, sondern das Auffinden passender Informationen von verschiedenen Freunden so organisiert, dass Mr Google und das Silicon Valley nicht zusammenstückeln kann, was der eigentliche Plan ist. Wenn Sie Interesse haben, schicke ich Ihnen einen Entwurf als Weihnachtsgeschenk. Don kennt meine Adresse.
    Mit vielen Grüssen
    L.H.

  36. Ggfls.
    Im letzten stern deb text ueber einstein zur kenntnis nehmen. Auch diese zeit enthaelt neue miniaturen. Gruesse aus la azohia sonne 24 grad, nur nette leute. Europa ist eins, lebt man nur so.

  37. Bin nicht sicher
    Also, daß “ die Kulturen von Kreuzberg bis Mossul noch nicht so weit sind“ würde implizieren, daß wir voraus sind. In was? On The Highway To Hell? Ich denke es ist eher umgekehrt. Die „Invasoren“ bzw. deren „Vordenker“ denken in Generationen, was wir schon längst verlernt haben, d.h. damit ist die sog. Aufklärung demographisch, durch die normative Kraft des Faktischen, in zwei Generationen wieder durch. Aber keine Sorge sie kommt wieder, so wie sich Geschichte immer wiederholt.

    • In Kreuzberg muss Werbung einer Komission vorgelegt werden, ie prüft, ob sie den Genderansprüchen genügt. Letzthin sah ich sowas in der Art aus Idbil, nur mit ein paar brennenden Büchern, und das neue Plakat trug ie zühe von bin Laden. Ich finde, wer keine Ähnlichkeiten provozieren will, sollte sich überlegen, was er tut und warum. Wenn man mich mit sittenlosen Jallodris in einen Topf wirft, kann ich amit leben,

  38. lieber Rindviecherl
    es ehrt Sie, daß Sie Ihre Freundin so unterstützen! Gegen Ideenklau und destruktive Konkurrenz gibt es Strategien, die man mit einem Coach besprechen kann. Viel Erfolg!

  39. Worüber lachen Thatchers Erben?
    Gerade habe ich die „Parodie“ von Joko & Klaas auf den Werbespot mit dem alten Mann zu Weihnachten von EDEKA gesehen. In der „Parodie“ versucht der alte Mann sich zu erklären, doch Klaas & Co. hören nicht zu, sondern machen ihm Vorwürfe. Der den Arzt spielt, wirft dem alten Mann vor, dass er nun die Patienten im Stich gelassen hat (Gutmenschentum-Argument). Der den Unternehmer spielt, wirft dem alten Mann vor, dass er die Maschinen abgestellt hat (Wohlstandsargument). Und dann erschießt eine alte Frau, von der man nicht weiß, in welchem Verhältnis sie denn nun eigentlich genau zu dem alten Mann steht, den alten Mann (Radikal-Feminismus-Lösung). Und dann setzen sich alle an den Tisch und essen die Gans und haben eine gute Zeit.
    Ich habe nicht das Alter von Joko & Klaas gegoogelt, aber sie scheinen die Kinder von Thatcher, Reagan und Kohl (Schröder) zu sein. Und das finden sie also lustig?
    Man könnte die „Parodie“ als selbstentlarvend bezeichnen, wenn die Beteiligten denn ein Problem damit hätten, die zu sein, die sie sind. Das Problem haben sie scheinbar nicht. Das heißt, dass es für sie auch gar kein Problem an sich gibt. Oder anders: Das Problem für sie ist der Werbespot von EDEKA. Für sie ist das ‚emotionale Erpressung‘. Sie scheinen zu wissen, wovon sie reden. Warum schaffen wir dann aber Weihnachten nicht gleich ab? Wäre doch viel praktischer. Und wäre das nicht auch im Sinne der Thatchers (der Maschinen)??

  40. Gut etablierte Sitte
    Etwas off-topic werter Don Alphonso, aber mir duenkts dass die Kunst des priveligierten Nichtzuhoeren sein Cachet als Privileg ueber die Jahrzehnte verloren hat — und ist beinahe ein taegliches Phaenomen in der Bevoelkering. Es handelt sich um das Nichtzuhoeren in vielen Ehen. Frauen beklagen sich dass ihre Partner nicht zuhoeren, und manche Maenner tun das auch. In meiner Welt ist das als „selective hearing“ bekannt; besonders wenn es sich um Themen handelt die nicht immer Spass machen. Wie z.Bsp. die Klage dass man nicht aufpasste wenn die Instruktion kam die Muelltonnne raus zu holen. „Bad hearing“, ist die Ausrede. Dazu die weitere Klage, von ihr: „You never listen wenn I tell you something“. Man hoert dass das Geheimnis einer erfolgreichen Ehe ein grosses Haus sei. Sie residiert im Westfluegel und er im Ostfluegel — und trifft sich im Salon t beim Repas an einem besonders langem Tisch. Da braucht man „selective hearing“, und muss auch die Stimme erheben. Das ist auch nicht so einfach. Manchmal winkt man sich gegeneinander zu um Salz und Pfeffer zu bekommen. Dies ist nicht moeglich fuer alle, aber ist wohl ein Beispiel der Privilegien — um das Nichtzuhoeren zu erklaeren. Zyniker sagen das seien Ausreden — aber wer hoert den ueberhaupt zu wenn es sich um manche Themen handelt? Das Leben hat seine Tuecken. Cheers… und pax vobiscum

  41. Titel eingeben
    „Was der Emma ihr Hass auf Sexarbeiterinnen, ist den anderen der Hass auf bestimmte Frauenrollen.“

    Ich habe Ihren Standpunkt, glaube ich, verstanden. Ein Einwand sei mir vielleicht noch erlaubt: Sie kritisieren an Stokowski et al. m.E. zu Recht das Meutenhafte, das Leute-fertigmachen. In Ihrer Antwort werfen Sie dann aber ein Thema mit in die Bratpfanne, nämlich die Anti-Prostitutions-Kampagne der EMMA, das mit dem Blockwärtinnen-Hype wenig zu tun hat. In gewisser Weise wird so im Ping-Pong-Spiel die Abwesenheit von Argument und Austausch zugunsten von geschlossenen Partei-Reihen immer weiter getrieben.

    Ich finde, das Elend der Prostitution hat nichts mit Lust und Begehren zu tun – jedenfalls nicht auf Seiten der aus Not gef…. Frauen. Solange das verhandelt wird, ohne dass Leute / Freier öffentlich und namentlich angegriffen werden (obwohl es welche gibt, denen das zu gönnen wäre – ich habe ein paar Jahre in der Nähe einer Straßenecke gearbeitet, an der 24/7 die Hölle der Niedertracht zu besichtigen war), kann man darüber diskutieren. Ob man jetzt jede Prostitution verbieten will oder an legitime „Sexarbeit“ glaubt, darüber kann gestritten werden. Mit den Kampagnen der Aufschrei-Karrieristinnen hat das aber m.E. nix zu tun – solange strukturell und sachlich argumentiert wird und nicht ad homimen (sagt man das so?…glaube ja.)

    Viele Grüße.

    • Prostitution - so bunt und vielfältig wie das Leben
      Was aber ist ihr eigentlicher Spielraum?

      Es ist einfach eine unbestreitbare Tatsache, dass junge Frauen diesem Gewerbe aus eigenem Antrieb mit Lust und Freude nachgehen. Häufig wechselnder Geschlechtsverkehr, gute Einkünfte, ein bequemes Leben. Na bitte, sie sollen es haben, in einem geschützten und sicheren Umfeld.
      Gibt der soziale Zwang Anlass zu dieser Lebensweise, ist die ganze Palette der negativen Begleiterscheinungen vorprogrammiert.
      Bei seinem obligatorischen Rempler in Richtung Islam ist DA ein kleines Missgeschick passiert, als ihm die ‚‚Vielweiberei‘‘ der Muslime aus dem Teeglas hüpfte. Sie hat mit Sicherheit viel früher als der Koran ihre soziale Bedeutung. Die Bewohner der arabischen Wüsten und Steppen haben sich schon immer sterbendgern die Säbel um die Ohren gehauen. So war es zwingend nötig, dass eine möglichst große Anzahl schwangerer Frauen den Fortbestand des Lebens garantierte.
      Dass keine fleischfarbenen Bilder den Weg ins Serail flankieren und auch nicht die Liebesglut arabischen Feuers illustrieren, liegt am Verbot der Darstellung des menschlichen Abbildes. Doch Bordelle, bezahlte Liebe und die soziale Not gibt es in diesen Ländern wie überall auf der Welt.
      Vielleicht mit einer Ausnahme: Im muslimischen Dagestan soll zu Sowjetzeiten die Ehe gesetzlich geregelt gewesen sein. So konnte ein Muslim mit bis zu 40 (in Worten: vierzig) Frauen verheiratet sein. Er musste aber in der Lage sein, jeder Frau ihren eigenen Wohnraum zur Verfügung zu stellen und sie und die Kinder aus eigenem Einkommen zu unterhalten.
      Welch paradiesische Vorfreuden, die die Erwartungen und Wünsche der Männer bezüglich der schönen Jungfrauen, die angeblich im Paradiesgärtlein auf sie warteten, nur noch steigern konnten.
      Im tiefsten Südosten der Türkey besuchte mich in der Ruhe der Natur ein Bauer. Er machte mir klar, dass er mit vier Frauen verheiratet sei. Als ich ihn bat, mir eine abzugeben, damit ich abends nicht so allein vor mich dahinfror, schüttelte er grinsend den Kopf. Wohlverstanden, in einem Land, das es so liebend gern den Europäern gleich tun würde.
      Und es gibt sie, die ‚‚Vielmännerei‘‘.
      Die engen, aber fruchtbaren Nebentäler im Himalaya, grenzen die möglichen Anbauflächen ein. Erbschaft könnte den Familienbesitz drastisch reduzieren und die Subsistenzwirtschaft in Frage stellen. Deshalb sind hier drei Brüder mit ein und derselben Frau verheiratet. Ob dennoch Privilegien das Liebes- und Familienglück beeinflussen oder sich Rechte herausgenommen werden, ist mir nicht bekannt.
      Ich weiß nicht, ob es stimmt: In Deutschland soll ‚‚zweimal in der Woche‘‘ zur ‚‚Geschäftsgrundlage einer Ehe‘‘ gehören. Damit würde auch hier das Privileg und nicht die Liebe regieren.
      Wo beginnt und wo endet im sozialen Sinne die Prostitution?
      Ich weiß es nicht.

      Mit fielen Grüßen,

      Bernard del Monaco

  42. Goethe statt Schiller
    Sehr geehrte Windsbraut,
    der Weisheit letzter Schluss lässt bei mir vielleicht noch ein wenig auf sich warten.
    Danke für Ihre Korrektur.

    Mit fielen Grüßen,

    Bernard del Monaco

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