Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Kinderversklavung als gesunkenes Kulturgut

| 161 Lesermeinungen

Die Vergangenheit ist wie ein Teppich. Man kann auf ihm schreiten oder auf ihm ausrutschen.
John Steinbeck

Glück, ein echtes Glück an so einem Wintertag ist es, morgens über altes Parkett in die Küche zu gehen, einen mitleidigen Blick auf die Schulkinder zu werfen, die auf der Strasse durch den Schnee und die Dämmerung zur Unterwerfung marschieren – wie habe ich das gehasst – und dann, noch im Pyjama, auf dem roten Samtsessel im Antechambre in einem Buch zu blättern, bis das Wasser kocht. Die nackten Füsse ruhen auf einem alten, dicken Perserteppich, und kein Blick in das Netz hat einen schon über Terror in Pakistan und den U-Bahn-Mord in Berlin aufgeklärt. Mit den Füssen auf dem Perserteppich, mit Blick auf Bücher und Gemälde und Mitbringsel meines Onkels aus einem längst versunkenen, damals noch faszinierenden Orient ist die Welt für mich noch in Ordnung.

tepa

Andere würden den Teppich dagegen nicht benutzen, sondern gern umdrehen. Früher, in meiner Jugend, als ich sozialisiert wurde, haben wir das gemacht, um die Qualität zu bestimmen und Knoten zu zählen. Man fand es wichtig, dass Kinder nicht nur Silberstempel kennen und Pressglas von Kristall zu unterscheiden in der Lage sind, sondern auch Muster und Machart von Teppichen einschätzen können. Der hier ist, Kundige werden es erkennen, von mittlerer Qualität. Ein guter, robuster Gebrauchsteppich, dick, warm, und er wurde, wie viele nach der Revolution im Iran, vor etwa dreissig Jahren in Pakistan hergestellt. Und weil er doch etwas älter ist, hat er nicht das, was andere an ihm suchen würden: Einen Aufkleber, dass der Millefioriteppich fair und ohne Kinderarbeit hergestellt wurde. Denn das war der grosse Skandal der frühen 90er Jahre, das wurde angeprangert, deshalb empörten sich die Gazetten: Man hatte Anstoss am Umstand genommen, dass Kinder nicht zur Schule gingen, sondern als billige Arbeitskräfte diese Luxuswaren produzierten. Von der moralischen Verwerflichkeit her belegte der Perserteppich aus Kinderhand damals Platz 2 nach dem Babyrobbenpelzmantel.

Importeure versuchten, mit Siegeln, Abkommen und Bildern von glücklich lernenden Kindern dagegen zu halten. Man baute Schulen und argumentierte nicht ganz unzutreffend, dass die Arbeit am Teppich den Menschen seit jeher den Unterhalt garantiere und Kinder, wenn sie das Handwerk früh lernten, später fähige Künstler seien. Ausserdem sei das die Tradition und… es half alles nichts. Handgeknüpfte Teppiche sind in Deutschland nie mehr das Stigma losgeworden, sie seien das Produkt von brutalster Kinderversklavung, an jedem Knoten klebte Blut und die Schuhe der besseren Kreise wateten im Fluch verpfuschter Kinderseelen. Auf diese Weise wurde ein Luxus, der Menschen des Okzidents viele Jahrhunderte in Entzücken versetze, in wenigen Jahren von einer keifenden – und seien wir ehrlich, finanziell zum Kauf solcher Preziosen oft nicht befähigten – Gruppe von Moralgesäuerten umgedeutet zu einem Verbrechen an Kindern. Kimder gehen bekanntlich immer, solange keine Kölner Domplatte dazwischen kommt, und die Beteuerungen der Händler hatten dagegen keine Chance.

tepb

Kulturhistorisch betrachtet kann man sich da nur wundern. Kinderarbeit war durch alle Epochen normal, und auf dem Land bis in die zweite Hälfte des letzten Jahrhunderts vollkommen akzeptiert: Dass Bayern mit den grossen Ferien zuletzt beginnt, liegt einfach daran, dass die Kinder im früheren Agrarstaat bei der Ernte helfen mussten. Wer sich über Kinderarbeit beschwert, könnte sich in meiner Wohnung dauerempören. Der Malgrund meiner Gemälde musste glatt sein, und dessen Aufbringung war das erste, was Kinder lernten, wenn die der Gilde des heiligen Lukas beitreten wollten. Bei der Leinwand dürfte es noch übler sein: Wir wissen aus Grabfunden des frühen Mittelalters, dass kleine Kinder, Jungen und Mädchen, sehr früh lernten, mit Spinnwirteln umzugehen. Und zwar aus guten Gründen: Kinder erfassen das enorm schnell, während Ältere mit der Koordination der Tätigkeiten zu Beginn grosse Probleme haben.

Missbrauch gab es natürlich auch. Ich will hier nicht zu tief in die Materie der Gerberei von Leder einsteigen, aber es gibt gute Gründe, warum man das Gewerbe am Ende der Stadt ansiedelte, und Kinder von Gerbern ungefähr das Sozialprestige der Grünen Jugend Berlin hatten. Wenn sich heute noch Menschen über Perserteppiche aufregen, haben sie nicht die geringste Ahnung von menschlichen Elend, das in den im Rokoko so beliebten Goldledertapeten steckte: Das ist wirklicher Luxus, damit waren Kosten verbunden, die unsere heutigen Vorstellungen von Raumgestaltung sprengen – aber die Kinder, die das Grundmaterial mit allerlei Gift weich, glatt und geschmeidig machten, hatten alles andere als eine gute Jugend. Schafwolle und Seide für Teppiche sind schöne Materialen, es geht um die Erschaffung von Kunst – Urinmischungen für Gerbung dagegen können wirklich töten wie moderne Sweatshop in Fernasien, aus denen heute die Mehrheit unserer Bevölkerung und vermutlich auch der Empörten ihre Kleider beziehen.

tepc

Als Vermögender hat man heute zwischen all den Artefakten alter Ausbeutung und Kinderarbeit das Privileg, dass man sich nichts mehr gefallen lassen muss: Die Kinder, die wegen alter Brutalität starben, sind schon lange tot, und das Elend ist verjährt. Wir tun so etwas praktisch kaum mehr. Zumindest nicht mehr, als andere es auch machen. Natürlich bekommen wir von den Unterschichten keinen Respekt, wenn wir unsere Schuhe von Handwerkern in Italien aus toskanischem Büffelleder nähen lassen, statt sie aus China mit viel Plastik in modischen Farben zu beziehen, ohne zu wissen, wer dafür ausgebeutet wurde. Aber wir sind mittlerweile, was Kinderarbeit angeht, weitgehend unangreifbar. Und sollten wir doch, wie es Amnesty jetzt in den Medien weit verbreitet bemängelt, unter widerlichen Bedingungen abgebauten Kobalt im Akku haben – nun. Mein Rechner ist mittlerweile sechs Jahre alt. Das Plebs Normale sind die, die jedes neue iPhone, darin jeden neuen Akku und anteilig neue Kinderleichen in den Minen des Kongo verlangen.

Denn Kinderarbeit ist nicht mehr der feine Seidenteppich, der hierzulande politisch korrekt ausgerottet wurde. Sie ist nicht mehr ein Handwerk, das wenigen Reichen zugute kommt. Sie ist so normal, so alltäglich, so verbreitet, dass sie allen zugute kommt. Sie steckt in Rohstoffen und simpelsten Dingen. Der Seidenteppich mag noch eine direkte Verbindung zwischen hungrigen Pakistanerkindern und den hochmütigen Absätzen der Opernbesucherin sein. Aber wo steckt in einem alltäglichen Akku das Kobalt? Es ist eine Zutat unter vielen, und viele brauchen das. Es ist zigfach in jedem westlichen Haushalt vorhanden. Wer immer sich darüber beschweren wollte, findet keinen Schuldigen, der reich, rechts und verdorben ist, und vom Elend profitiert. Er findet nur ganz normale, normal unschuldige Menschen, deren iPhones immer dann kaputt gehen, wenn das neue Modell erscheint. Menschen, die auf diesen iPhones so viel Gutes tun und hundertfachen sexuellen Missbrauch in Köln historisch beim Oktoberfest einordnen. Menschen, die Facebook frei halten von schädlichen Meinungen. Menschen, die damit beauftragt werden und über ihr Mobilgerät die Welt wissen lassen, dass sie letztes Jahr zum ersten mal seit langem ohne Depressionen geblieben sind. Das sind keine fiesen Reichen, das sind Aktivisten. Nochabgeordnete, die jungen Müttern sagen, was sie zu tun haben. Alle Flüchtlinge brauchen solche Mobiltelefone und Akkus und Apps, um sich hier zurecht zu finden, etwa den Weg zu grossen Kirchen und ihren Kunstschätzen.

tepd

Da kann man doch nicht mit Kleinigkeiten wie Kobaltkindern im Kongo kommen. Das wäre ja fast so übel wie Hinweise auf die Problematik überfischter Meere durch das Sushi, das sich heute jeder gern kommen lässt. So etwas macht wirklich nur Spass, wenn ein grosses Unrecht einer kleinen Gruppe zugewiesen werden kann. Das hat Amnesty wohl nicht verstanden: Würden sie sich auf etwas konzentrieren, das nur unsereins träfe – etwa die Ausbeutung von Kindern, die sich in Auktionshäusern an Gemälden krumm schleppen – da wären dann alle dabei. Wenn meine von deutschen Akustikern handgefertigten Tonmöbel aus einer formaldehydverseuchten Fabrik wie ihre 99-Euro-Sofas kämen – das wäre super. Da wären alle sofort bereit, ihre grenzenlosen Empörung in das Mobilgerät zu schreiben.

Aber ein Akku? Vom Kongo weiss man doch nur, dass er irgendwo in Afrika liegt. Ausserdem hat man doch schon heute etwas für die Menschen dort getan und gegen Politiker getwittert, die gegen ihre Einreise sind. Die Kobaltkinder müssen nur hierher kommen. Dann wird man sie begeistert empfangen und im Internet darauf verweisen, dass unsere böse Überflussgesellschaft erst ihre Flucht begründet – solange der Akku das eben mitmacht. Vielleicht verstehen Sie jetzt, warum ich gerne morgens auf dem Plüschsessel sitze, die Füsse auf den Perserteppich lege und ohne Netz auf den Tee in der Silberkanne warte: Es dient meinem inneren Frieden, meiner Gelassenheit und der Vermeidung der grossen Unhöflichkeit zu fragen, ob manche Zeitgenossen im Jauchetrog alter Gerbereien nicht doch ganz passabel aufgehoben wären. Nicht jeder soziale Fortschritt ist immer begrüssenswert.

42

161 Lesermeinungen

  1. Titel eingeben
    ja würden wir heute die dicken alten perserteppiche und seidenteppich wieder mehr schätzen hätten wir bestimmt nicht so viele flüchtlinge damals gabs wenigstens einen schönen anblick fürs auge und wohlig warme füße auf diesem – wenn auch am anderen ende die kinderarbeit stand aber es ist kunsthandwerk mit wert daraus entstanden somit sollten die kinder die kunsthandwerk und ein leben für die familie schaffen besonders geschätzt werden

    heute bekommt man eine kalte glasscheibe mit bildern der flüchtlingsströme darauf und am anderen ende stehen wieder die kinder die dies erst ermöglichen mit ihrer arbeit dass wir jedem neuen mobile nachhecheln wie die fische im sauerstoffarmen wasser nach luft schnappen ist das resultat dieser arbeit eben kein kunsthandwerk mehr

  2. Beneidenswert
    Ihr süßes Gift der Wahrheit… Sie sollten das als Sportart anmelden: aus hundert Metern mit einer Hand den Ball direkt im Korb versenkt.

    • Das Don
      Sie lesen hoffentlich auch Nicolaus Fest und Klonovsky. Aber ändern tun Sie nichts, und Pegida ist Ihnen zu primitiv. Tja, dann halt Futsch mit Deutschland, who cares?

  3. Doppelmoral
    Lieber Don,

    ich gestehe zu, dass Doppelmoral auch bei den hellsten Teutschen gerne nachzuweisen ist, vor allem, wenn es um ueberlebensnotwendiges geht, also trendiges elektronisches Spielzeug. Man koennte auch das Elektromobil erwaehnen, welches reichlich Kobalthaltiges braucht, um einen nach 100 km im nirgendwo stranden zu lassen, vorzueglich im Winter – habe da schon einige stolze Teslapiloten am Strassenrand gesichtet. Man sollte auch erwaehnen, das es chinesische Firmen sind, die den kongolesischen Kobalthandel weitgehend kontrollieren. Passt auch irgendwie zum sweat shop. Nur der gemeinsame Nenner wird nicht oft andiskutiert: Einkommen durch Kinderarbeit ist fuer viele Familien essenziell zum Ueberleben, mangels Jobs, oder ausreichend gut bezahlter Jobs, fuer Erwachsene. Ich habe da auch keine patenten Loesungsvorschlaege, und kann nur hinzufuegen, dass mein iphone 5s schon 6 Jahre alt ist, und ich grundsaetzlich kohlewasserstoffbetriebene Kutschen bevorzuge. Immerhin ist es positiv zu betwerten, dass viele Neuankoemmlinge in Deutschland „gebrauchte“ Mobilphone bevorzugen, anstatt mit ihrem Willkommenshonorar den Kobaltmarkt weiter anzuheizen.

    Cheers,
    Der Onkel

  4. Der grässliche Wecker schickt bereits die Kleinsten ...
    … tagtäglich auf eine m.E. allzu frühmorgendliche Reise.

    • Ich bin ja für das G9 und Schulbeginn um 9. Das meiste vergisst man doch eh wieder.

    • Ja werter Don, 9:30 oder 10:00 wäre auch OK ....
      …. warum sollen sich denn die Kleinsten bereits täglich mit 7:30 stressen?
      .
      Und für die Brut der Funktionselite, die ihre 500PS SUVs bis 8:00 ins Büro geprügelt haben müssen, könnte man ja den Sport-, den Werk-, Theater-, Koch-, Näh- und sonstwas Unterricht in die frühen Morgenstunden ab 7:30 als freiwilliges Angebot legen. Wer selbständig zur Schule fährt/geht und nicht chauffiert werden muss, der darf gerne auch länger schlafen.
      .
      Wenn das Gebüffel um 10:00 startet, dann hat man bis zum Abi in entspannten 13 Jahren auch noch genug Zeit gehabt, um Dinge fürs Vergessen zu lernen.
      .
      Der wichtigste Abschnitt des Lernens ist m.E. die Oberstufe und die Uni und dort herrschte zu meiner Zeit zumindest kein Anwesenheitszwang.

    • Der frühe Schulbeginn ist einfach aus der Zeit gefallen und passt oft gar nicht zu den Arbeitszeiten der Gegenwart.

  5. Option
    an der Uni bleiben – hat sich die nie für Sie gestellt? Für uns Leser zum Glück ja nichtl Wieder ein ganz wunderbarer kluger Text, den ich am Wochenende in Ruhe nochmals lesen werde – wie meistens.

    Sie haben heute sicher die allerbesten Tweets zu Österreich / Bayern hinausgedonnert. Ich schaff´s trotz Methode Büroarbeit Multitasking D.A. lesen heut nicht mehr, hoffe nur, Ihr erster hat sich auf die allgemeine Lage und nicht auf Sie bezogen.

    • Ich fand uni nur so eher mittelspannend, um ehrlich zu sein. Da muss man immer ganz präsise arbeiten, und selbsz mein Fach hat sehr viel mit Mathematik zu tun, wenn man das falsche Eck wie Grabfeldbelegung erwischt.

    • Herrlich !
      „Grabfeldbelegung….“

      Werd ich mir merken:

      „Worin haben sie ihren Doktor gemacht?“
      „In Grabfeldbelegung.“

    • Das ist wirklich ein komplexes und wichtiges Thema in der Archäologie, weil man damit Siedlungsgeschichte und Ethnogenese erschliessen kann.

    • Danke, man lernt nie aus...
      Ich gestehe ich bin ein Feind von Fächern wie Archäologie oder auch Astronmie. Nichts davon besitzt ein Nutzen für die Gesellschaft und sollte daher mMn staatlich nicht finanziell gefördert werden.
      Als privates, selbst finanziertes Hobby hingegen sicher interessant, aber weder Siedlungsgeschichte noch Ethnogenese haben angesichts der heutigen Welt eine Bedeutung die über selbstverständliche Akzeptanz als Privat Interesse hinausgeht…

  6. Kobalt, seltene Erden, Kinder
    Möchte in diesem Zusammenhang auf das Fairphone hinweisen.

    Welches mög_lichst fair zusammengeklöppelt wird und funktional den Smartphones kaum nachsteht. Wenn man nur als halber Heuchler dastehen will.

    Hundertprozentig fair ist es jedoch nicht.

    „Dass in den Minen keine Minderjährigen arbeiten, kann Fairphone aber nicht ausschließen.“ Quelle http://www.mdr.de/wissen/fairphone106_zc-91499740_zs-5416865b.html

    Persönlich stehe ich auf gebrauchte Taschentelefone, die man noch nicht hundertpro tracken kann und auf die Apple/Google/BND/NSA noch keine Apps draufpflanzen können, welche nach Hause telefonieren.

    Besitze eines, das Eingang ins Nürnberger Designmuseum gefunden hat. Ich schaffte es mir an, als ich um 2000 in München eine Wohnung brauchte und feststellen musste, dass man mit Normaltelefon bei diesen hundsmiserabligen dauerbesetzten Maklern bei egal welcher Uhrzeit kaum mehr durchkam – dieses Mobile jedoch bohrte sich besser durch die Leitung (Wahlvorgang schneller).

    Es funktioniert heute noch tadellos. Sprachqualität besser als bei diesen neuen, die auch Spiegeleier braten, Eis machen, filmen und Kataloge abknipsen können, aber gelegentlich klingen, als spräche einer unter Wasser mit den Fischen. Gruselig. Außer man steht auf auf The Big Blue (Im Rausch der Tiefe).

    Ja, und selbstverständlich ist Kinderarbeit furchtbar und zu bekämpfen, denn da bleibt die Schulbildung auf der Strecke. Einfach Wimschneiders Herbstmilch lesen, wenn man vor lauter Arroganz auf dem Perser kaum mehr laufen kann … (Empfehle den Antiarroganz-Rollator, helps a lot)

    • In Afrika kann man generell überhaupt nichts ausschliessen. wie soll denn da die Kontrolle stattfinden? Auf der anderen Seite sehe ich ja, was die Elite haben will. Nix fair. Apple.

    • Titel eingeben
      Ich hatte (und brauchte) noch sie so ein Gerät und ich denke auch nicht dran, mir eins zu kaufen. Mir geht’s immer noch sehr gut, auch ohne.

    • Nix fair, Apple ..., o.k. ...
      o.k., … ja, aber dauert nimmer sooo lang, dann ist Apple nicht mehr ganz der helle Stern.

      Dann ist Apple nur noch was für die Doofen.
      Ich merke das daran, wenn meine ‚doofe‘ Mainstream-Schwester so was hat, dann ist es bald vorbei ;-)

      Das ist der Produktzyklus nach BCG (Bosten Consulting Group)
      Im Zenit ist es längst.

      (Für mich ist es das jetzt schon runter und schon lange.
      Und Steve Jobs war ein knallharter Peiniger. Fragt die Belegschaft. diese ganzen Bücher, die den als Genie preisen ein Fall für die Abfallwirtschaft …, ja, ein Ausbeutergenie ..)

    • Der Name "Smartphone" sagt doch eigentlich alles oder?
      Aber Klaus… wie schaffen sie das, den Tag rumzubringen ohne dass sie einer liked? Wie kann man so altmodisch sein und leben ohne alle 40 sek nachzusehen ob man gelebt wird?
      Kein Wunder, dass die Aktienmärkte da die Grippe haben.

      Dann ist Apple nur noch was für die Doofen. „Dann“?

      Immer dieses Geschimpfe hier… Wo wären wir, wenn es keine Kinderarbeit gäbe, warum in der tiefen Vergangenheit suchen?

      Indien, auch eine jener ganz alten Kulturen von denen wir ja soviel lernen könnten, dort gibt es in Uttar Pradesh (mit dem Fahrrad von Delhi aus zu erreichen) im Jahre 2015 immer noch 600.000, nein, nicht Kinder Arbeiter, sondern Kindersklaven. Die Steinbrüche dort boomen…

      Oder die Innovation aus Afrika… Man sollte mal nachrechnen wie hoch die Kosten einer Kinderarmee im Vergleich zu den US Blackwater Spezialisten sind…

      Ooops… hatte ich vergessen zu erwähnen, dass ich Kinderarbeit so wie alle Formen der kindermisshandlung, nahezu so sehr verachte, wie die Leute die deren Konsumprodukte benutzen?

    • Fair wäre es, wenn Sie nun hingehen und all die Anbieter aufführen würden, und nicht das PR Hassobjekt iPhone, ein Alleinstellungsmerkmal geben.
      Wie schaut es aus, wenn bestimmte Telekommunikations Anbieter reichlich subventionieren, und mit dem Slogan „alle Zwei Jahre ein neues Gerät“ usw. werben?
      Mir fällt z.b. auch auf, das einige regelmässig neue Telefon Nummern haben.
      Nix iPhone Geräte. Nur mal so am Rande bemerkt.
      Aber scheinbar sind die anderen Hersteller ja besser, so man der Medialen Darstellung vernehmen darf.

      Eine Frage bleibt da übrigens.
      Kann Fairphone überhaupt in solch Massen produzieren?
      Ich bezweifle das, auch wenn kleine Schritte mehr als gute Schritte sind.

      Gibt es die FAZ-Plus App eigentlich auch für Android Systeme?

  7. Nachtrag
    Ich glaube kaum, das Boykott (und der Ausweich auf alte Geräte) eine gute Idee ist.
    Das ist nur Heuchlertum 1.0

    Der afrikanische Kobaltbergbau ernährt – gefährliche und gesundheitsschädigende Bedingungen – halt doch viele Familien. Ohne das stünden sie komplett mittelos da.

    Lösungswege:
    Wichtig ist, dafür zu sorgen, dass die OBSZÖN hohen Preise für Kobalt an der Börse und die gleichzeitig zu niedrigen Abbaupreise dieser vielen kleinen Hersteller nicht obszön auseinanderdriften (Ausbeutung) und die üblen gesundheitlichen Bedingungen um ein Vielfaches verbessert werden.

    Auf Deutsch: Ihr verf+ckten Politiker und Hersteller, bezahlts den Leuten da unten mehr für eure glänzenden verkratzbaren Edelpersönlichkeitserweiterungen.

    Das geht nur mit Druck auf die Politik, die EU und die Hersteller. (Samsung etc.) Wer soll denmaden Druck amchen außer Aktivisten. Wer denn? Ein Privatier im Seidenhausmantel beim Tee – Achtung auch nicht allzu selten vor kurzem Ausbeuterware gewesen – garantiert nicht.

    Aktionismus driven by the Use of SmartPhones – zumindest einer, der trotz Smartphonebenutzung durchblickt, was überteuerte Handies hier (wo das Geld eher ins Marketing und in den Handel fließt oder nach Kanada oder Dublin – mit einem verarmenden Flüchtlings-Afrika zu tun haben: viel – ist mir da lieber, als sich mit alten gebrauchten Geräten beleidigt auf Perserteppichen edler wähnen und den Zyniker geben.

    • Das Problem ist doch, dass der Bearf nach jährlichem Hanywechsel einfach da ist. Also darf es nichts kosten. Was den Preis macht, ist den Menschen egal. Es ist ihnen nur nicht egal, wenn es einen direkten Bezug gibt. Der chinesische Kobalthändler sitzt irgendwo und ist anonym.

    • Jährlicher Handywechsel ... Don,
      … ist doch zu 90% diesen Handyverträgen geschuldet.
      (Monats-Tarife von 19,99 bis um die 35,00, GB, Flatrate, and all the shit)

      Die gehen halt 1 Jahr oder 2 Jahre, so isses halt.

      Dann läuft der Vertrag aus und es gibt eben neue Verträge. Warum dann nicht auch nagelneues Handy. Kann man sich sagen.
      So wird es leicht gemacht.

      Wo diese ausgelaufenen, nicht ganz so richtig alten Handies landen, keine Ahnung. In Rudis Resterampe? Auf Amazon Warhouse? Ich weiß es nicht.

      Handy ohne Vertrach kauft kein Prekarier in diesen sehr kurzen Abständen. Dafür sind die vertragslosen Handies plus Simkarte in der Regel dann doch zu teuer. Kann man viele Maroni dafür kaufen.

      Viele haben deswegen wegen der Handyverträge null Festnetztelefonnummer mehr. Festnetztelefon kostet ja auch je nach Privider um die 19,99. Wird von denen ersatzlos gekündigt.
      Sie laufen nur noch mit Handyvertrag durch die Gegend. Der kostet ja ebenfalls „nur“ 19,99. Geiz ist geil – damit rumlaufen ist schick.

      So wird gedacht.

      Dass mir persönlich diese Festnetzlosen nicht geheuer sind, steht auf einem anderen Blatt. Ich mag es gar nicht, wenn Leute keine Festnetznummmer haben. Rollen sich die Zehennägel hoch. Auch angebliche Geschäftsleute, ganz schlimm. Die sind für mich ‚Berber‘ = Streuner, Flüchtige ohne festen Wohnsitz. Dene kann man kein Agenbot, keine Rechnung zustellen, weil man nicht einmal deren Adresse hat. Sind sie dann immer hoch-überrascht, warum man ihnen kein Angebot schicken kann (oder will) Surprise! …
      einfach nur dämlich …

  8. Trotzdem gibt es Unterschiede...
    Natürlich ist es immer angebracht den Gut-Menschen ihre Heuchelei unter die Nase zu reiben. Man kann deren Tun ja der laut Einstein unendlichen Dummheit zuschreiben….

    Aber… Wie steht es mit Artikeln wie diesem?

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/ungleichheit-auf-der-welt-sind-die-reichsten-wirklich-so-reich-14022923.html

    „Stimmt die Beobachtung mit der Realität überein, sind die erwirtschafteten Gewinne überproportional häufig in den Händen der besserverdienenden Elite gelandet.“

    Wo darf man die Grenze ziehen, welche Widerlichkeiten man sich bieten lassen muss? Es geht NICHT um Kobalt-Kinder:

    „Realpolitik und Pragmatismus verdecken die gähnende Leere, und die Entschuldigung, Fehler machten ja auch die anderen, ist das Pfeifen im Walde. Aber es geht heute nicht allein um falsches oder richtiges politisches Handeln. Es geht darum, dass die Praxis dieser Politik wie in einem Echtzeitexperiment nicht nur belegt, dass die gegenwärtige „bürgerliche“ Politik falsch ist, sondern, viel erstaunlicher, dass die Annahmen ihrer größten Gegner richtig sind.
    „Die Stärke der Analyse der Linken“, so schreibt der erzkonservative Charles Moore im „Daily Telegraph“, „liegt darin, dass sie verstanden haben, wie die Mächtigen sich liberal-konservativer Sprache als Tarnumhang bedient haben, um sich ihre Vorteile zu sichern. ,Globalisierung‘ zum Beispiel sollte ursprünglich nichts anderes bedeuten als weltweiter freier Handel. Jetzt heißt es, dass Banken die Gewinne internationalen Erfolgs an sich reißen und die Verluste auf jeden Steuerzahler in jeder Nation verteilen. Die Banken kommen nur noch ,nach Hause‘, wenn sie kein Geld mehr haben. Dann geben unsere Regierungen ihnen neues.“

    Geschrieben von einem gewissen Herrn Schirrmacher in der FAZ 2011

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buergerliche-werte-ich-beginne-zu-glauben-dass-die-linke-recht-hat-11106162.html

    • Ich heuchle nicht. Ich bin für die Erhaltung der Klassengeellschaft und Verfestigung der Unterschiede.

    • Don
      Dagegen hätte ja keiner was.
      Wenn man zumindest eine Untergrenze festlegen würde und zwar weder von Nahles, Merkel oder von der Leyen bei den derzeitigen Hartz IV Sätzen, und ohne Anweisung von oben an die (ehemaligen) Arbeitsämter, jetzt ja Arbeitslosen-Verwaltungen, jeden Bezieher so sehr zu drangsalieren wie möglich. Das BGE wird kommen, daran führt sowieso kein Weg vorbei. Wer zu den heutigen Erbschaftssteuersätzen leben darf, der hat kein Recht anderen am Zeug flicken zu dürfen.

      Da es Klassen ja unvermeidlicherweise sowieso gibt, ist gegen eine Klassengesellschaft auch nichts wirklich einzuwenden, solange Ausbeitung und Abzocke keine Verarmung am anderen Ende verursacht. Aber wenn jeder Zuwachs nur einer Klasse zugute kommt, wie das seit einige Zeit der Fall ist, dann darf man sich, von allen anaderern Konsequenzen mal ganz abgesehen, auch nicht über Flüchtlkinge beklagen, wenn die die Schnauze voll davon haben, ewig wie die Deppen zu leben… (selbst wenn sie tatsächlich wenn sie welche sind)

  9. ob manche Zeitgenossen im Jauchetrog alter Gerbereien
    nicht doch ganz passabel aufgehoben wären?
    Mit Fragezeichen zwischen den Zeilen?
    !
    Wäre angebracht.
    .
    Der Dolchstoß in die Rippe des (Unwort des Jahres)en.
    .
    Danke für diese Sicht der Dinge.

  10. Bauernkinder
    Es ist noch keine 100 Jahre her, da war Kinderarbeit in Deutschland völlig normal. Bauernkinder aus dem Alpenraum wurden auf Märkten in Süddeutschland zur Saisonarbeit verhökert. Die Armut trieb sie dazu. Die schiere Not ist wohl auch heute der Hauptgrund, wenn Kinder arbeiten (müssen). Dass die Jeans nur 50 Cent mehr kosten würde, wenn sie ohne Kinderarbeit hergestellt wurde nützt nichts, denn bei 2 Millionen Jeans ist das eine Million Euro, die sich irgendein unersättlicher Mensch in die eigene Tasche stopfen will. Gier frisst Hirn.

    • Eine der besonders enaggierten Feministinnen hat letzthin ihre alten Kleider bei Kleiderkreisel verhökert. Alles aus Produktion, die Frauen mit Füssen tritt. Es gibt da eben eine öffentliche Moral und eine private Lässigkeit, die zu selten thematisiert wird.

      Freuen wir uns also auf den nächsten moraltriefenden Schlonz einer Extazette bei SPON.

    • Mehrkosten fairer Arbeitsbedingungen...
      …entstehen nicht durch höhere Lohnkosten etc. pp. sondern in erster Linie durch kaufmännisches Rechnen. Wenn ein in Deutschland hergestelltes Kleidungsstück in der Herstellung doppelt so viel kostet wie ein in Bangladesh, muss es auch doppelt so teuer im Laden angeboten werden, selbst wenn ersteres 8 und letzteres 4 Euro in der Produktion kostet, denn jeder Kaufmann in der Kette schlägt prozentual was drauf und nicht etwa seine tatsächlichen Kosten plus etwas Marge. So hängt dann das eine Kleidungsstück für meinetwegen 400€ im Laden und das andere für 200€, selbst wenn der Transport des asiatischen Kleidungsstücks 4€ gekostet hat. Auf den Transport gibt es keine prozentualen Aufschläge: Andere Kostenstelle.

      Nehmt bitte diese Zahlen nicht so genau, sie dienen nur der Veranschaulichung. Die tatsächlichen Margen der Bekleidungsindustrie habe ich gerade nicht zur Hand und nicht (mehr) im Kopf.

      Am Rande noch eine kleine Perversität des Transportgewerbes: Wenn ich einen chinesischen Flügel bestelle, bezahle ich für den Transport per Schiff bis in den Hamburger Hafen und von da aus per LKW bis zu mir nach Hause weniger, als wenn ich dieselbe Spedition in Hamburg einen Steinway am dortigen Werk auf denselben LKW verladen und zu mir verbringen ließe.

    • Gefördert vom deutschen Steuerzahler für den Schiffbau.

    • Danke, D.A. für die Info
      Das Rätsel der Tranportkosten einer Billigcouch aus China, konnte
      ich mir nie schlüssig erklären.

    • Spon?
      „Freuen wir uns also auf den nächsten moraltriefenden Schlonz einer Extazette bei SPON.“

      Schon da…. Ein gewisser Lobo beschwert sich darüber, dass „die Anderen“ Schwachsinn von sich geben… und überhaupt diese ganze Hetzerei nur dann angebracht ist, wenn gegen die gehetzt wird, die man selber nicht mag. Dann ist es konstruktive Kritik.

      Was mich immer wieder beeindruckt ist diese ausweglose Entwicklung der Gesellschaft, die ab einem gewissen Punkt jegliches Wieder-Zusammenkommen verhindern wird….

      Eine Art „Stammtischisierung“ findet in allen Medien und im Internet statt. Gleichgesinntes Gröhlen und Zetern ist angesagt, Polarisierung aller Orten.
      Bis in die Kohl Zeiten hinein war es möglich die Zukunft einigermassen vorherzusehen. Aber heute? Nur ein Narr würde zu EU und Euro, oder gar der Entwicklung des Islam, Vorhersagen machen….

    • Dazu gibt es hier einen Beitrag.

      http://www.danisch.de/blog/2016/01/21/als-der-idiot-auszog-die-dummen-deppen-zu-schimpfen/#more-12085

      Konkret dachte ich aber mehr die Rassentheorien von Frau Stokowski.

    • Lobo & Co
      Danke, unterhaltsamer Artikel, allerdings bin ich nach wie vor der Auffassung, man sollte an solche Leute keine Zeit verschwenden. Wenn ich morgens SPON anklicke, dann um die Überschriften zu checken. Denn falls in den letzten 24 Std was Wichtiges passiert ist, dann lese ich gern diverse Meinungen dazu, aber meistens war ja wieder mal nichts (Neues).
      Der Vorteil dieses Zeit Aufwandes ist, man lernt das öffentliche, bzw das veröffentlichte Bewusstsein des Tages kennen, zu dem im heutigen DE auch so was wie Lobo gehört. Er ist Teil jenes Apparates der dafür zu sorgen hat, dass Leute die Wesentliches nicht von Nebensächlichem untrescheiden können, sich nicht aus Versehen mal über was Wichtiges erregen. Es ist reiner Zufall, dass ich weiss wer das ist.
      Ansonsten würde ich es auch mit ihm so halten wie mit Frau Stokowski. Ich kenne sie nicht, kein Wort von ihr, was ich hier dazu lesen muss, das reicht mir da völlig.

      Das ist der angenehm luxuriöse Unterschied zwischen einem Blog-Autor und einem Foristen. Sich geistige Hygiene zu leisten, ist etwas, das von Reichtum unabhängig ist. ;-)

  11. Titel eingeben
    Bei meinen Eltern liegt so ein Teppich seit Jahrzehnten auf dem Parkett. Hervorragende Qualität. „Kein Vergang“, wie meine Mutter gerne bei so etwas sagt. Und überhaupt die Eltern. Da war es nicht üblich, dass man mit Mitte 20 bis Anfang 30 auch mal langsam das erste Praktikum machte. Meine Mutter stammt aus einer Bäckerfamilie – und damals gab es auch schon Ostern und Weihnachten…

    Die, ich nenne sie mal „selektive“ Moral, ist leider so typisch Mensch. Zuletzt hatte ich das Vergnügen bei dem Thema Thunfischsteak – gekonnt medium gebraten eine Wolke -, wobei die Moral sogar soweit gesplittet werden konnte, dass es in Ordnung ist, dass die Katze Thunfisch isst, „weil die das ja nicht weiß und Ärger macht, wenn sie nur dröges Futter bekommt“. Aha! Aber ansonsten würde man das und mich ja dafür verachten etc. Das beliebte Smartphone und generell das Schürfen von seltenen Erden erwähne ich bei solchen Diskussionen auch immer gerne. Oder der Flug nach Asien, um sich eine Woche an den Strand zu legen.

    Nützt aber nichts. Sich moralisch selbst zu erhöhen, liegt im Menschen.

    • Ob im Katzenfutter etwas anderes als Abfälle sind? Keine Ahnung.

      Ich persönlich lebe ja prima mit meinen Makeln und meiner Amoral.

  12. nicht neues im WESTEN.............
    ausser………….. dass natürlich nur er an diesem kinderarbeitsdrama – das wir nicht verniedlichen sollten – allein schuld ist.

    schauen wir die geschichte, und stellen fest, unsere belgischen freunde haben dort bis 1960 gewütet und die sau rausgelassen, offensichtlich aber auch noch bodenschätze und andere schätze im land hinterlassen.
    das ist nun über zwei generationen her.

    dass es dort noch solche zustände gibt sollten wir also endlich jenen testosteron gesteuerten, potenten, aber sonst gänzlich unfähigen schwarzen zuschreiben, die das land in dieser zeit zugrundegerichtet haben, den dort ansässigen jämmerlich versagenden afrikanischen pseudo-eliten und clans. und den sie hätschelnden NGO´s und UN-organisationen mitsamt deutscher begleitung.

    darüber lese ich kein wort.

    und wenn uns schon kinderarbeit im Kongo so wichtig ist, dann muss auch der massenhafte kindermissbrauch durch jene auf den tisch, die nun die gelegenheit suchen, das alles mit ihren refudschiwelkam – ersatzhandlungn kompensieren wollen………..angefangen bei ausgewählten domherren und bunten politikern bevorzugt mit fränzösischem spracheinschlag und NGO-mitarbeitern, die nicht über alle verdachtsmomente fern der heimat erhaben sind.

    • Amnesty wendet sich da wohl gezielt an die Cihinesen, die im Kongo mitmischen, nachdem der Westen es wiegen Compliance in der Form wohl nicht mehr kann. Die Chinesen kommen mit niedrigeren Standards bestens zurecht.

  13. Sicher, 6,7,8 Jahre alt....
    Ist schon witzig, wie nun alle samt Hausherrn beteuern, dass ihre Mobiltechnik aber schon gaaanz alt ist. Wenn man sich so leicht exkulpieren kann: mein Nokia ist von 2001. Bin ich nun Moralsieger? Ja? Juhuu!

  14. Titel eingeben
    Wo bleibt das Foto mit den Tonmöbeln? Habe selber welche, Naturschall, Handarbeit, dafür habe ich meine B&O ausgemustert.
    Ein Freund von mir, Geologe, arbeitet für einen chinesischen Konzern in Guinea, er meint, wenn die afrikanischen Eliten nicht so blöd und korrupt wären, dann wäre das ein reiches Land. So schliesst sich der Kreis.

    • Googeln Sie einfach nach Audiodata Mignon und Castle Chester.

    • Titel eingeben
      @Jockel: Sie erwähnen da einen ganz wichtigen Punkt, der von den Leuten mit dem erhobenen Zeigefinger immer gerne vergessen wird: zur Ausbeutung eines Langes gehören immer mindestens zwei dazu. Vielleicht, weil es sich diese Zeigefinger-Leute in ihrer Opferrolle so bequem gemacht haben, könnte man meinen.

      China agiert in Schwarzafrika schlicht und einfach geschickter als die früheren Kolonialmächte oder die USA. Weil man Zeit hat. Kein Aufsehen erregen will. Und die Korruption aus dem eigenen Land kennt, und weiß wie man damit umzugehen hat. Eine Denksportaufgabe wäre es, die Strategeme des Sun Tsu zu benennen, die hier umgesetzt werden.

  15. Ja, die gute alte Doppelmoral
    Schon erstaunlich, wie einige Personen und Institution in der Flüchtlingskrise (und bei vielen anderen Sachverhalten) plötzlich massiv von ihrem eigenen Normensystem abweichen können.

    Ganz vorne dabei sind ja meine „Freunde“ von den Grünen. Die Partei der Besserwisser und Kenner der „einzigen“ Wahrheit.
    Vor lauter Flüchtlingsbegeisterung werden die ureigenen ökologischen und gesellschaftspolitischen Grundsätze über Bord geworfen. Energiestandards, Umwelt und Naturschutz beim Wohnungsbau? Hinfällig, die „Neubürger“ brauchen Wohnraum.
    Tierschutz und Fleischkonsum? Egal, die muslimischen „Facharbeiter“ wollen schließlich geschächtetes Halal-Fleisch.

    Wissen die Grünen eigentlich, dass in 2015 über eine Million neue Konsumenten in dieses Land gekommen sind, die wahrscheinlich genau den „Lifestyle“ haben möchten, den die Grünen (zumindest früher und heute auch noch ein paar Fundis) ablehnen würden: Auto fahren, Fast-Food mit massenweise Fleisch, günstig Klamotten bei Primark, H&M und KiK kaufen, alle 2 Jahre einen neuen Fernseher, Smartphone und Laptop, usw.

    Ja , die westliche Wohlstandsgesellschaft ist an allem Unglück in dieser Welt schuld. Jetzt können wir es den armen Flüchtlingen wieder gut machen, in dem wir Sie an dieser Wohlstandsgesellschaft partizipieren lassen.

    Wann fordern die Grünen den eigentlich den Veggie-Day für die Essensversorgung in den Flüchtlingsunterkünften?

    • Nein, das ist den meisten Grünen kaum bewusst. Sie erwarte Dankbarkeit für Fahhräer, wo der NMercedes gewünscht wird. Fleisch ist ein spezielles Problem: Huhn ist generell sehr beliebt und kommt dann halt aus der Massentierhaltung, mit vegetarischer Kost kann man leicht Aufstände erzeugen.

      Wohnungsbau wir besonders bitter, deshalb finde ich auch, dass man die Leute scho auch fragen sollte, ob sie nicht vielleicht ein Zimmer opfern möchten.

    • ????
      Dieser Reflex auf den Grünen herumzuhacken ist mir immer wieder ein Rätsel…

      Wenn man sich das Gesindel in den anderen Parteien anschaut, dann muss das wohl eine Reaktion auf eine ganz, ganz alte Wunde sein? Als die damals ja tatsächlich noch Grünen in den 70ern und 80ern ein paar unangenehme Wahrheiten ausgesprochen haben.
      Heute gibts ja ausser ebenso rücksichtslos, wie ignoranten Konsumenten sowie niemand mehr, da kann man ohne irgendwo anzuecken alles tun und lassen… aber damals?

  16. Das trifft auch mich...
    Sehr geehrter Don Alphonso,

    dieses Mal trifft es auch mich, was Sie schreiben – mitten ins Herz – aber das ist gut so! Ich habe ein altes Handy, mit dem man nur telefonieren und nicht smart sein kann; aber ich beobachte in meinem Bekanntenkreis auch oft diesen Run auf neue Smartphones. Jetzt ist mir noch mehr bewußt, warum ich dabei immer ein ungutes Gefühl habe – und das werde ich in Zukunft auch sagen.
    Man kann durchaus gut leben ohne bei diesem „Höher – schneller – weiter – mehr – besser – neuer“ – Wahnsinn mitzumachen.

    Liebe Grüße von der Kleinen Waldhexe

    • Gern geschehen – der Austausch des Handies gehört heute einfach dazu, auf dem CC-Kongress prahlten manche damit, ihre alten iPhones verschenkt zu haben – für Flüchtlinge natürlich.

  17. Kinderarbeit
    hat sogar seinen Niederschlag in der Bundesdeutschen Sommerferienverteiltradition: Bayern und Baden-Württemberg hatten immer im Spätsommer Ferien, damit die Kinder bei der Ernte helfen konnten. Im Osten gab es auch Ernte-Einsatz für Jugendliche. Alles ganz normal. Ich habe sogar davon gehört, dass 14-jährige Kinder Zeitungen austragen, um sich das Taschengeld aufzubessern. Das ist nur solange weniger schädlich als die Arbeit in der Gerberei, bis der scharfe Schäferhund sich von der Kette losreisst. Alles normal sozusagen.

    • Anders wäre es früher nicht gegangen. Dass man sein Geschirr selbst abräumt un abwäscht, haben mir meine Eltern als Kind beigebracht. Und dafür, dass sie mich bei der ersten Gelegenheit in die Audi gesteckt haben, bin ich bis heute dankbar. Da war ich noch lang nicht volljährig.

    • Denn schon mein Großvater wußte zu sagen,
      dass Glück manchmal hilft, Fleiß jedoch immer. Tierisch reaktionär, wenn ich so darüber nachdenke. Dabei war der Gute Kommunist, und zwar in der Wolle gefärbt. Aber immerhin lag er damit auf einer Linie mit Konfuzius.
      Es ist ja nun so, dass die ganzen Deppen, die sich andauernd das neueste Phone kaufen sich das gar nicht leisten können. Sie versklaven nicht nur Kinder in Kobaltminen im Kongo, sondern auch sich selbst dem Kreditinstitut gegenüber. Denn merke: Ein Kredit ist Sparen für die Vergangenheit. (Auch das irgendwie erzreaktionär. Ganz schlimm, ich gehe jetzt in den Keller, mich schämen.)
      Ich selbst habe zum Jahreswechsel immer in 20 Schichten Kleidung eingehüllt im ungeheizten Keller der Autowerkstatt die Inventur gemacht. Auch Kinderarbeit. Hat mir nicht geschadet. Und eine schöne Kamera habe ich mir in der Zeit auch von eigenem Geld kaufen können – Die hat dann gehalten bis sie mir in SanSebastian aus dem Auto geklaut wurde – die Polizei hat die Verhaftung der Diebe fotografiert, aber die Kamera hatte einen Knacks.

  18. Veblen
    Ihre Variarionen zu T. Veblen sind ja stets amüsant – aber warum lassen sie den Ärmeren nicht auch ihre Vergnügungen? Auberon Waugh, der seinen wahrlich snobbishen Vater noch übertroffen hat, schreibt in seiner Autobiographie: „(Old) England ran on a benevolent, mutually dependent relationship between the classes, most particularly between the very rich and the very poor. … The rich are terrified of the class war, and tend to play it down, being convinced that they will always lose it.“ Die Reichen, brauchen die Armen, um den Krempel zu verkaufen, den sie importieren. Dessen sollten die Erben eingedenk sein. Auch die FAZ lebt nicht von den Reichen, sondern von der Masse ihrer Schreibtischsklaven.

    • Weil ich auch mal Leute verunglimpfen möchte, über Kobaltkinder im Kongo, Ganz einfach. Freiheit, Gleichheit, Liderlichkeit.

  19. Afrika
    Schön, immer wieder – woanders – von ‚Afrika‘ zu lesen, wenn es eigentlich um ein spezielles afrikanisches Land geht. In einer oberfränkischen Ausländerbehörde wurde ein Mann aus Mosambique allen Ernstes gefragt: ‚Ach, Sie kommen aus Afrika? Dann können Sie ja afrikanisch sprechen.‘ Das ist alles, was uns zu einem ganzen Kontinent einfällt. Wir sprechen ziemlich naiv summierend von afrikanischen Eliten, von afrikanischen Bodenschätzen, von afrikanischen Sitten – so als ob es überhaupt keine regionalen oder nationalen Besonderheiten gäbe. Dabei unterscheiden sich Ägypten und Südafrika wahrscheinlich deutlicher als Polen von Portugal…

    • sagen wir es mal so
      Dass nicht in jeder deutschen Amtsstube der Weltgeist zuhause ist,
      erfüllt mich mit Hoffnung.

    • Affrigaaner
      Ausländerbehörde, ach was! Das war fränkisches Kabarett.
      Und das, was Sie darunter schreiben ist wirklich auch schrecklich. Darüber sollten wir mal gemeinsam reden, bei einem Tütchen.

  20. Kartoffelferien
    war in den 50er und Beginn der 60er Jahre bei uns im Münsterland der volkstümliche Name für die heutigen Herbstferien
    http://www.lokalkompass.de/duesseldorf/leute/als-es-noch-kartoffelferien-gab-d217660.html

    • Kartoffeln
      Danke für den Link. Weckte schöne Erinnerungen in mir.

      Ja, so war das damals noch Ende der 1960er (in der Oberpfalz bei meinem Onkel). Wir Kinder klaubten per Hand nach der Ernte die kleinen Kartoffeln „nach“….

  21. castle chester
    Lieber Don,
    also die castle chester Lautsprecher würde ich von der Optik her nicht gegen unsere schlanken eleganten B&O tauschen…sind doch recht plump.

    • Man kann aber auf ihnen Gipsabgüsse abstellen, und ausserdem passen sie zum Holz meiner Einrichtung. Und dann klingen sie auch noch schön.

  22. Dialog
    FAZ: „Ja, die Zeit wird knapp. Es wird höchste Zeit, dass europäische Verabredungen endlich erfüllt und Zusagen eingehalten werden. Von wegen Solidarität! Wie lange soll man sich das Gerede von der notwendigen Sicherung der EU-Außengrenzen eigentlich noch anhören, ohne dass diese Grenzen irgendwie „sicherer“ würden? Sichern heißt nun mal steuern, abwehren und partiell abschotten, gegenüber denen, die nicht aus Kriegsgebieten kommen. Wenn alle Begrenzungspläne nicht funktionieren oder halbherzig oder gar nicht ins Werk gesetzt werden, dann steht die EU vor der Zerreißprobe. Ihre Mitglieder werden nationale Maßnahmen ergreifen (müssen), auch Deutschland. Das ist dann Plan B. Ob die Kanzlerin will oder nicht. Welche Tragödie, wenn es später hieße: An der Flüchtlingsfrage gescheitert!“
    Der Leser: „Nö. Keine Tragödie.“

    • Klar, sie muß weg, ob tragisch oder grotesk oder wieauchimmer ...
      … nur:: welche Figuren drängen dann an den Trog?

      Ich denke mit Ekel -mehr geht nicht- an die Nachfolger
      (ja, die hatte ich leider auch gewählt) des Totalschadens Kohl.

  23. Die boesen Erwachsenen...
    Mit 12 Jahren habe ich auf einem Bauernhof beim Schlachten geholfen. Es muss wohl nach heutigen Begriffen eine harte grausame Arbeit gewesen sein, zu dem mich die boesen heimtueckischen Erwachsenen verfuhert haben, um mich als unschuldiger Knabe zu knechten, derart, dass ich heute noch fasziniert daran denke. Und mit 13 Jahren wurde ich von der gruseligen Welt in das Arbeitsleben geworfen. Mit 13 Jahren! Und so begann ich dieses Deutschland, das damals nach dem Krieg voellig in Truemmern lag, mit aufzubauen. Ganze Heerscharen von Kindern (nach heutigem Sprachgebrauch) haben geholfen, standen in Werkstaetten oder taten als Bauhelfer ihre Kinderarbeit, damit sich heute die vollgefressene Wohlstandsgesellschaft ueber Kinderarbeit empoeren kann.
    Ach wie elend und gedemuetigt hatte ich mich doch gefuehlt als missbrauchter Kinderarbeiter. Mein Stolz, die Familie mit unterstuetzen zu koennen, war mir von verfuehrerischen Erwachsenen wie schwarzer Honig eingetraeufelt worden,meine Erkenntnis ploetzlich eine wichtige Rolle im Bund der Familie spielen zu koennen, war sicher nur Trug und Taeuschung, dies alles nur um mich Knaben auszubeuten. Ich werde also im Nachhinein, 50 Jahre spaeter, das Grab meiner Eltern verwuesten, um ihnen zu demonstrieren, dass ich doch keine Bedeutung fuer sie hatte als Kinderarbeiter….ich hoffe die „Aufschreier“ nehmen mich dann in ihre Gilde auf.
    All die Empoerer, die Sklaven ihrer Weltsicht und Technikfanatiker sollten eine Sekunde darueber nachdenken, auf wessen Kosten sie ihre Schweinshaxe verschlingen koennen. Nur weil es uns Kinderarbeiter gab. Na gut, nicht nur uns, sondern weil es auch….
    Und ehrlich, ich bin heute noch davon traumatisiert, und daher uneinsichtig und handhabe solche verwerflichen Begriffe wie Verantwortung lernen und Stolz. Im uebrigen, bei mir in Lateinamerika, und bei den Indios , gibt es jede Menge Kinderarbeiter, damit der deutsche Empoerungstourist sich so richtig gut und besser fuehlen darf. So denken wir an euch. Und jetzt, husch husch eure Kinder vor den Laptop setzen, damit es euch nicht laenger belaestigt mit unangenehmen fragen. Saludos.

    • Hmmm......
      Das ist ja sicher alles richtig, nur….

      Was hätten sie denn so an Änderungs-Vorschlägen anzubieten?

    • Titel eingeben
      Darf ich fragen, Hans Georg, was aus Ihrer Ausbildung wurde? Meine Mutter z.B., Tochter von „Schwengelschissern“ (Kleinbauern), wäre gerne Lehrerin geworden. Stattdessen hat sie mit nicht einmal vierzehn Jahren die Schule verlassen (müssen), um den nicht vorhandenen ältesten Sohn zu ersetzen.

      Das ist einer der vielen unmoralischen Aspekte der Kinderarbeit: dass den Kindern die Möglichkeit einer Ausbildung und damit einer Verbesserung ihrer Lebensbedingungen genommen wird, mit allen Konsequenzen für ihre Kinder und Kindeskinder.

    • Titel eingeben
      @ Trippmadam –> Ich habe mich nach der Lehre eben auf den zweiten Bildungsweg gemacht und das nachgeholt, was mir meine Eltern mangels Geld und Bildung nicht haben ermöglichen können.

  24. Titel eingeben
    Danke. Gut auf den Punkt gebracht. Die Empörung ist Heuchelei, von Leuten, die selbst gut genug wissen, wie diese Welt funktioniert. Eine moderne Form des „Haltet den Dieb!“.

    • Ja, oder so überzeugend wie der mittelalterliche Klingelbeutel.
      Anthropologische Konstanten, sozusagen.

  25. Empathie hat Grenzen
    Lieber Don Alphonso,

    Selbstwahrnehmung als Grundlage für Empathie ist ein feine Sache und es gibt unzählige Abhandlungen hierüber. Kant war einer der ersten, der auf den möglichen Missbrauch der Empathie durch Politiker aufmerksam gemacht hat.

    Vor wohl noch nicht allzu langer Zeit, als es in Deutschland noch schwarzweiß Fernsehen gab, das Fernsehprogramm nachmittags um 17.00 Uhr mit „10 Minuten mit Adalbert Dickhut“ begann und die Tagesschau um 20. Uhr über die angeblich wichtigen Dinge der Welt berichtete, erzählte man den Menschen vor ihren Geräten nichts von Kinderarbeit, obwohl es diese gab.
    Zunehmend mehr stellt sich in mir das Gefühl ein, daß das für die persönliche Seele die glücklicheren und freieren Zeiten waren.

    Wie Sie ja schon oft berichteten, ist ihr persönlicher Bezug zu Kindern wenig bis gar nicht ausgeprägt; ein himmlischer Zustand, den ich mit Ihnen teile. Nachdem das Thema Kinderarbeit in den vergangenen Tagen durch die Medien getrieben wurde, verstehe ich Ihre ergänzenden Gedanken hierzu weniger als einen sich fortsetzenden journalistischen Auftrag, als vielmehr eine ganz persönliche empathische Regung, welche wohl beim Betrachten der Bilder von arbeitenden Kindern entstanden sein mag. So ein strammer Mann wie Sie in seiner individuellen Lebensführung hat ja ein großes Empathiereservoir.

    In Fragen der Empathie scheinen um seiner selbst willen Grenzziehungen notwendig und diese Einsicht scheint sich, wenn auch zu spät, sogar in der augenblicklichen Überflutung durch Menschen aus wenig entwickelten Stammeskulturen, einzustellen.

    Eine emotionell notwendige persönliche öffentliche Distanzierung von irgendwo auf der Welt unter schlechtesten Bedingungen arbeitenden Kindern, wäre ein sich persönliches gesellschaftliches Ausgrenzen, ein unnötiges sich selbst an den Pranger stellen.
    Man denke nur an den öffentlichen Aufschrei als am 19.Juni 2015 die FAZ schrieb: „Bier ohne Kinder“. Wären den Kinderbesitzern die mittelalterliche Sitte des Eselsreiten noch bekannt, so hätte man den Wirt auf einem solchen durch die Republik getrieben.

    Und ohne sich tiefergehend mit der Problematik auseinanderzusetzen sollte es diese Art von Beschäftigung in unserem westlichen Denken nicht mehr geben.

    Ich habe auch nicht gerade den Einruck, daß es eine Bereitschaft bei den Millionen von zugewanderten handies gibt sich mit der Problematik der Kinderarbeit auseinandersetzen, da sich in dieser traditionsbehafteten Kultur eine Beschäftigung mit solch einem Thema ohnedies ausschließt.

    Hier in der Schweiz ist seit einigen Jahren die zaghafte Auseinandersetzung mit den „Verdingkindern“ in Gange, bzw. mit einer event. symbolischen Wiedergutmachungszahlung an die noch lebenden Menschen, die hiervon betroffen waren.

    Wie hoch mag der Anteil der Verdingkinder am noch vorhandenen Wohlstand der Schweiz sein?

    In wenigen Tagen wird auch dieses Thema wieder im Orkus der Pressemeldungen untergegangen sein, so wie Ihre Gedanken hierzu in der Reihe der erscheinenden Blogs, Tag für Tag weiter nach hinten rutscht.

    Nach den Erfahrungen der vergangenen Monate in Bezug auf die Berichterstattung der Presse, scheint es dem Journalismus in großen Teilen nicht um eine aufrichtige Auseinandersetzung mit einem bestimmten Thema zu gehen. Vielleicht ist es nur der Kampf um´s Überleben?

    In den vergangenen Tagen hatte ich ein wenig Zeit um mal wieder Balzac zu lesen und in seinem Buch: Glanz und Elend der Kurtisanen fand ich hierzu eine Stelle die mich sehr an die gegenwärtige Zeit und die damit verbundene Berichterstattung erinnert:

    „Wer sich je mit dem Journalismus befaßt hat oder noch befaßt, sieht sich in der grausamen Notwendigkeit, Leute, die er verachtet, begrüßen, seinen besten Feinden zulächeln, mit den übelriechendsten Gemeinheiten paktieren und, wenn er seine Angreifer mit ihrer eigenen Münze bezahlen will, sich die Finger beschmutzen zu
    müssen
    Auf die Dauer wird die Seele, die durch schmähliche und dauernde Kompromisse unablässig befleckt wird, kleiner, die Schnellfeder edler Gedanken verrostet, die Angeln der Banalität nutzen sich ab und drehen sich von selber.
    Wer einst auf die beschriebenen Blätter stolz sein wollte, verschwendet seine Kraft auf traurige Artikel, die sein Gewissen ihm früher oder später als ebenso viel schlimme Handlungen vorwirft.“

    So bleibe ich mit freundlichem Gruß und in gespannter Erwartung welche „Sau“ morgen wieder durch das journalistische Dorf getrieben wird.

    Mit herzlichem Gruß
    ObjectBe (objectbe.blogspot.ch)

    • Was bsoll ich sagen? as Content Management System ist immer hungrig und kostenlose Nachrichten für Tränendrüsen werden immer gern genommen.

  26. Blödiesyndrometrie
    Die künstlerische und nichtkünstlerische Bereitschaft, sich ohne große Umschweife der Lächerlichkeit preiszugeben, ist und bleibt ein surrealer Akt der Selbstverschwendung.

    Eine Tarnkappe, die Verläßlichkeit vorgaukelt.
    Eine Scheinhaltung, durchpigmentiert von Paranoiacluster als seien sie ausgebüxte Exponate des Sciencecenter. Man starrt auf das mit Schroffheit und doch auch akademischen Topoi angereicherte, bodenlose Faß der Dummheit, wie auf etwas, was unergründlich schon wieder Neu und monolitisch unverrückbar wäre.

    Eine Laminatsozialisierte Bevölkerung, wie hier in der EU-Moderne, beschwert sich nun über gleichfalls aufoktroyierte Ruhestörung durch fremdsprachige Einwanderer, wie der Sprung in der Platte. Aufmerksamkeitfixierte Augenpaare vor der pleonasmierten Displaymedienkarotte, der Promidönervisage, der primitiven Boldparole, den Untiefen der elektomagnetischen Sickergrube. Paradoxe Distanz zur Instantkaffeesuppe heuchelnd.
    Oh Wunder der Technik! Om und hops. Extraordinäre Szenarien wie leeres Stroh durchgeprügelt. Kommt da noch was?, fragt die Kompetenzkraft, fragt die Wertschöpfungsriege, fragt der Oberüberichorientator. Ja, ja, erstmal ein Introduction Presto. Welche Tonlage? Dur und Moll für alle: kleine Hommage an den nicht vom Zufall produzierten, hinterhergeworfenen Quark. Und dann? Patenschaftsprämien. Für lebhafte, nichtrationale EU-Mütter, die nicht wissen wohin mit all ihrer fragmentierten Liebesenergie.

    • ferry muß hier nicht mitlesen
      So ferry ‚cross the my Buckel
      ‚cause this land’s the place I love
      And here I’ll stay

      Äh, für den langen Text da oben, gibt´s da ne Übersetzung zu?

    • @Ichhabefertisch
      Er sagt, alle diejeingen die sich weigern politisch korrekte Gut-Menschen zu sein, sollen kapieren, dass wir in einer Demokratie leben, und dort nur mehr Leute wie er das Sagen haben….

  27. Ja, die Mehrarbeit
    Lieber Don, wieder ein schöner Text und von hier kommen Sie mit einem Schritt zu Marx, ganz ohne Kinderarbeit. Wieviele ArbeiterInnen-Jahre braucht es, um einen dieser berühmten Wandteppiche aus (Belgien? Holland?) herzustellen? Kann sich eine solche Arbeiterin jemals selbst einen solchen Teppich leisten? Kann sich der Familienvater der pakistanischen Arbeiterkinder seine eigenen Teppiche leisten?

    Der alte Luxus hat nur auf dem Rücken der Hoi Polloi funktioniert. Vielleicht lebt man besser, wenn man sich überwiegend selbst erhält (zumindest materiell).

    P.S. die alten Möbel waren natürlich eminent nachhaltig — bis zu 200 Jahre Lebenszeit garantiert. Das schaffen heute nicht mal die besten Stücke aus Italien/Osteuropa.

  28. Alles nur HUMBUG
    Werter Don, wie SCHÖN, auf Ihrem Verteiler eingetragen zu sein, bekomm ich doch so etwas zu lesen, dass neben den ganzen Njus wert ist, in Ruhe bei einer GUTEN Portion Kaffee genossen zu werden. Also vielen Dank! Und auch Dank an die vielen Kommentatoren!

    Mitte der Achtziger fing das ja an mit der Flutung diesen elektronischen Knechte, die man heutzutage in seiner Hosentasche tragen kann. Und was die alles können ausser telefonieren! Ich habs‘ ausprobiert (Samsung S2, mein neophiler schwager hat die Dinger in jeder Ausprägung) und für mich festgestellt I don’t need it (stiehlt einem nur Zeit wegen absoluter Nichtigkeiten – oh eine Nachricht, die app sowieso braucht ein Update, oh eine Whatsup Nachricht, huch schon wieder ein Update, sie sollten jetzt ihr Fon refreshen usw. usf., sch…., schon wieder der Akku leer…)
    Wenn früher Updates einen gewissen Sensationsgehalt innehatten, so sind das heute Plattitüden und dicke Verarsche. Dabei sollen ja die Prozessoren immer schneller geworden sein, aber meiner Meinung nach alles Aberglaube. Habe die Computerentwicklung beruflich mitmachen müssen und bin dann irgendwann ausgestiegen, mache heute mit meinen alten Maschinen aus der Jahrtausendwende die gleichen Dinge wie die neueste Apfel-Fritteuse und lach mich halbtot, bis da mal ein Programm gebootet ist, diese aufgeblasenen Betriebssysteme, einfach lachhaft. Allein die Programme, kein Schwein weiß die Finessen von Word auszuloten, die meisten scheitern schon am Tabulator bei einem Schreibprogramm und ‚richtige‘ Anführungszeichen oder guten Schriftsatz (die das taten, gibts‘ ja nicht mehr!), ach ja, und die neue Software kommt jetzt aus der Wolke per Monatsabo, na‘ schönen Dank auch.

    Wozu die Mühe! Kleidung, Schuhwerk, Möbel, elektrische Helfer jeder Couleur, einfach alles zu 99 Prozent a rechter‘ Scheiss’… und weg damit, was neues muß her, is‘ ja so billich, also käuf ick dat’…. 5 Tüten voller Kleidung fürn‘ Fuffi bei Primark.

    Dieser ganze Schrott steht auf einer Stufe mit dieser moralinsauren Gesinnung, die uns eh‘ nur den Spaß am Leben verderben und den unverstellten Blick auf einfache Wahrheiten verderben will, weil das eigene Leben so armselig und klein ist.

    Eine meiner besten Investitionen sind meine afgan. Orientteppiche (ick freu mir immer nen‘ Loch in‘ Bauch über diese orientalischen Gärten) und Platz zu nehmen in Möbeln für teuer Geld bzw. aus echten Materialien mit viel Handarbeit (das muss nicht alt aussehen, das geht auch modern). Man kann damit eine Menge Geld und vor allem Zeit sparen, sollte dann aber auch einen gefestigten Geschmack haben, wenn einen die umgebenden Dinge lange begleiten. Das ist so wie den sozialen „Netzwerkfreunden”, einen echten Freund habens‘ kaum aber jede Menge Follower.

    Bin mal gespannt, wann die Chinesen den Löffel hinschmeissen mit Ihren Invests in den schwarzen Kontinent, da ihre eigenen Leute zu teuer werden. Ich glaube nicht, dass die da bei dem herrschenden Chaos Zug in die gesellschaftliche Entwicklung reinbringen. ist denen wahrscheinlich eh‘ Pupe solange die Rohstoffe gen‘ Osten wandern und solange die mitmachen beim morgendlichen Fabrikappell.
    Oder die Telefonleitungen heutzutage, wo doch alles ip ist: das war schon mal besser, meists‘ klingts‘ wie aus der Tonne mit jeder Menge metallischen Beiklängen… vor einigen Wochen mußte der Kleber ein Live-Interview nach Brüssel wegen so einer Leitung abbrechen…

    … und so geht das lustig weiter mit dem Geschrei, Hauptsache, die ganzen en schi ooo’s und politisch korrekten Schreihälse pupsen ’ne Meldung über die nächste Ungerechtigkeit raus. Wenn die alle ihr smartes Fon in die Gosse hauen würden und dafür einen Neuankömmling in die Spur zu bringen versuchten (auch die wehrhaften im vollen Saft) , hätten wir bei fast 40zig Millionen Haushalten ein paar Probleme weniger, aber wie sagte schon Merkel: „Auch wenn ich großen Respekt für die Menschen habe, die das tun, könnte ich mir das für mich derzeit nicht vorstellen.“

    … und jetzt ab damit , ganz korrekt zum Wertstoffhof. Und ganz wichtig in den richtigen Container, damit die Kinder da, in Afriiiikaaaa, mit ihren 1 Euronen Flipflops über die Müllberge turnen können.

  29. Dank an Ferry
    für Ihren Mut unbequeme Wahrheiten deutlich und
    unmissverständlich klarzumachen!

    Respekt!

  30. Sozialprestige
    „und Kinder von Gerbern ungefähr das Sozialprestige der Grünen Jugend Berlin hatten“

    Hahaha, You make my day.

  31. Massenkonsumwahn Billigschuh und der alte Teppich
    Eine bemerkenswerte, wenn doch etwas provokante Kolumne von Don Alphonso. Mit dieser seiner Art zu schreiben habe ich lange gezaudert, bis ich neulich seinen tollen Kommentar zu Köln las und erlebte, dass es auch anders geht als die inzwischen erniedrigende Zensur und die dummerhaftigen pseudo-intellektuellen Sermons auf SPON. Tja, um ehrlich zu sein, so beruhten die Probleme mit Don Alphonso darauf, dass ich in einem protestantischen Land zu einer geradezu heuchlerischen Bescheidenheit erzogen wurde.

    Der Text ist einfach fabelhaft. Das Kobalt ist nur ein Beispiel von vielen. In Indonesien wird Zinn in ähnlich menschenverachtenden Verhältnissen und von Kindern abgebaut. 7 Gramm Zinn braucht man durchschnittlich für ein Handy.

    Der Konsument wird zur Gier erzogen, Beispiel nicht nur Handys, sondern auch z.B. Schuhe. Jede Frau, die etwas von sich hält, besitzt mindestens 100 Paar Schuhe, je mehr, desto doller. Während der Schuhtick von Imelda Marcos in den 80er Jahren noch belächelt wurde, repräsentiert solch eine Schuh-Sammelwut heute das Idealverhalten der Frauen. Bis Anfang der 00er Jahre kannte ich keine einzige Frau, die Schuhe des Kaufens willen sammelte. Es kam kein einziges Mal vor, dass eine Frau, stolz wie Bolle, ihren Freundinnen den vollen Schuhschrank vorführte, man hätte sie für seltsam und für etwas ordinär gehalten. Ich hörte auch nie Sprüche über den angeblichen weiblichen Drang, immerzu Schuhe zu sammeln. Man trug hochwertiges Schuhwerk, aber keine Frau fing an zu kreischen, wenn sie bei einer Freundin ein paar teure Designer-Schuhe bewunderte. Ich müsste es wissen, weil ich viele Jahre lang aktiv mit dem hiesigen International Women’s Club verbandelt war.

    Und es sind nicht nur begüterte Frauen, die Schuhe sammeln. Die Massenware High Heels wird in Unmengen gekauft, die Läden riechen so unangenehm nach Chemikalien, dass ein Mensch mit normal ausgestatteten Sinneswahrnehmungen den Laden augenblicklich verlassen müsste. So etwas erfahre ich von meinen Töchtern, die für den Massen-Billigkonsum bzw. überhaupt den Massenkonsum nichts übrig haben, ein Glück.

    Apropos Pelze. Ich kann gut verstehen, wenn in der Natur lebende, vom Aussterben bedrohte schöne Tiere für Pelzherstellung verschont bleiben, das ist wichtig und richtig, aber ich verstehe nicht, warum die Nerz-Haltung in Deutschland verboten wird. Sollte ich mit diesen kleinen Nagern mehr Mitleid haben als mit einem Schwein? Das kann ich nicht nachvollziehen, zumal ich aus einem Land komme, wo die Menschen ohne Pelze niemals überlebt hätten. Über einen luxuriösen Pelzmantel die Hand zu streifen und darin einzukuscheln ist ein ähnlich schönes Gefühl, wie barfuß über einen Perserteppich zu laufen.

    Btw. Lustiger Zufall, habe den abgebildeten Teppich sofort „identifiziert“, dachte aber, das kann doch nicht sein, Don Alphonso besitzt doch bestimmt keinen Pakistanischen Teppich. Wir haben nämlich exakt den gleichen Teppich. Als wir Hunde hatten, durften sie über diesen Teppich laufen, während sie die schönen wertvollen Perserteppiche nicht betreten durften. Eine der Töchter hat den Pakistani inzwischen in ihre eigene Wohnung mitgenommen…

  32. Wunderbar
    Ein solches Heim ist mir nicht vergönnt, was eher an meiner Gemahlin liegt, die im Klassischen nur das Alte erkennt. So erfreue ich mich an kleinen Momenten des Versinkens in das 19. Jhdt. Analoges Buch, absolutes Ausschalten von Hintergrundgeräuschen und optischen Störfaktoren. Derart wieder zu Verstand zu kommen, ermöglicht das Weiterleben, hilft die Uneigentlichkeit des Seins zu ertragen. Der Teppich, auf den ich hier blicke, ist von sehr einfacher Qualität. Entscheidend ist jedoch die Idee des Teppichs. Der Teppich als Wille und Vorstellung. Die Kinderarbeit kann ich dabei völlig ausblenden.

  33. Gemütlichkeit am Morgen
    auf dem blauen Kaschmar von vorgestern. So kann der Tag allerdings beginnen.
    Schön geschrieben, D.A. Vielen Dank dafür.
    Seidenteppiche gibt es schon noch.
    M.A.Titz

  34. Man oh man, Don,
    da haben Sie mal wieder eine Breitseite abgefeuert, Respekt und danke!
    .
    Was ich nicht verstehe ist: warum soll ausgerechnet Fleischproduktion widerlich sein?
    .
    Glückliche Rinder auf hangemähten Wiesen mit handgedengelten Klingen versteht sich, frische reine Bergluft, nahe Wilbad-Kreuth;
    dann zum Hinscheiden mit selbstgedichteten und -komponierten Lieder beruhig und von Hand zu Tode gestreichelt.
    Von einem fachkundigen Koch à minute gebraten, gibt es größeres Glück als solches zu essen?

    • Das meiste Fleisch kommt aber nun mal aus der Massentierhaltung. Kühe auf er Weide sieht man selten. Frei laufende Schweine kenne ich nur aus der Toskana.

    • .
      frei laufende schweine kenne ich auch anderorts.

    • Gut, es mag daran liege, dass Bayern nicht so sonderlich stark in der Schweinezucht ist.

    • @D.A.
      „Massentierhaltung“ ist auch nur ein Schlagwort; ab wann beginnt die denn? Ab 20 Rindern oder ab 100? Da spielt vermutlich bei Ihnen der Lokalpatriotismus mit – Bayern hat sich mit dieser Schiene eine Menge Konkurrenz aus dem Osten vom Hals ge- und Subventionen verschafft, obwohl die Ex-LPG´s, an heutigen Maßstäben gemessen, eher tierfreundlich waren (so jedenfalls mal meine Bekannte, die in der Landwirtschaft beschäftigt war) als das heute der Fall ist. Die Hühnerproduktion (KIM) war damals allerdings auch schon verpöhnt; aber auch das ist mitnichten besser geworden. Es gibt also viel zu mäkeln und man muss nicht dreimal die Woche Kotelett essen und Wildfleisch (hier leben echt zuviel Wildschweine) kann ruhig auch mal auf den Tisch.

      Für einen fatalen Irrtum halte ich allerdings die Idee, man würde die Welt verbessern, indem man auf fleischfreie Kost umsteigt. Ich würde niemandem (außer ggf. co-betroffenen Kindern) in seinen Speiseplan spucken; indessen lasse ich mir natürlich auch nicht erzählen, dass an dieser Art der Ernährung irgendetwas überlegen wäre. Das Schwein verwertet effizienter als wir und so ist es oft auch ökonomischer, Schweinefutter zu produzieren, als für den eigenen Genuß anzubauen (meine Bekannten haben ihre „Hausbedarfsschweine“ mit selber angebauten, gedämpften Kartoffeln gefüttert); es ist ja nicht umsonst Nahrungsquelle geworden. Im übrigen waren das damals auch noch andere Rassen (weniger anfällig für Krankheiten, weshalb man auch keine Antibiotika unters Futter mischen musste; dafür wohl mit etwas mehr Fett).

      Es ist also wie meistens – weites Feld, und die Lösung ist bestimmt keine Pestizidmöhre. Eigentlich haben wir schlaue Leute in schlauen Ministerien für sowas. Was treiben die den ganzen Tag? Ach so … Lobbyismus! Sich Gesetzesentwürfe von Leihbeamten schreiben lassen! Na, dann ist auch klar, wieso die Schulkinder am Ende mit verseuchten Erdbeeren aus China gefüttert werden; schlimmer als die Schweine.

    • DAS FREI LAUFENDE SCHWEIN
      ist zum beispiel im senegal ein aufmunterndes signal, dass sie sich endlich in den südlichen landesteil mit christlicher bevölkerung durchgeschlagen haben…..alles viel entspannter……..fast wie ein glückschwein vom kaminfeger, wenn es wie die wildsau von links nach rechts die strasse quert !!!

    • Schweine
      Schweine sind ganz bösartige Tiere, die fressen, wenn sie können, auch Menschen. Deshalb habe ich überhaupt kein schlechtes Gewissen beim Verzehr von Schweinefleisch.

    • So kann man das natürlich auch sehen.

    • @Tommy
      Vor allem sind die Schweine aber an dem Grünzeug, mit dem sie gewöhnlich gefüttert werden, wenigstens nicht gestorben, wenn wir sie dann schließlich fressen! Aber was gilt uns schon ein risikoarmes Leben mit Vorkoster …

    • @GnM
      Früher wurden die ja in den Wald zur Eichelmast getrieben…aber das ist natürlich heute nicht mehr üblich. Habe heute nebenbei was gesehen, dass die wohl heute gängigen Schweinerassen für Außenhaltung gar nicht geeignet sind…sicherlich alles sehr problematisch.
      Sympathisch sind mir die Tiere aber nicht, dafür habe ich von zu vielen Menschen vertilgenden Schweinen gelesen. Wenn die Schweine die Gelegenheit hätten, wären sie auch nicht besser als die Menschen.

  35. Definition Kinderarbeit
    Zunächst: Der Verweis auf historische Zustände rechtfertigt allein in keinem Fall gegenwärtige Gegebenheiten.

    Natürlich ist bei vielen Zeitgenossen die Moral wohlfeil, solange man andere an den Pranger stellen kann, um sich selbst besser zu fühlen. Inwiefern das eigene Konsumverhalten auf verschlungenen Wegen Kinderarbeit weit, weit entfernt in irgendwelchen Sweatshops oder Minen fördert, will man gar nicht wissen.

    Allerdings muss man hinsichtlich der Begrifflichkeit wohl klar differenzieren: Wenn 14-jährige in der Landwirtschaft/dem Geschäft der Eltern nach Schulschluss oder in den Ferien helfen, halte ich das für eine Selbstverständlichkeit. Steht sogar im Gesetz, § 1619 BGB. Vielen heutigen Kindern in diesem Land würde es sicherlich außerordentlich nützen, wenn sie derartigen Tätigkeiten nachgingen, statt ihre Zeit mit sinn- und hirnlosen Aktivitäten unter Verwendung diverser elektronischer Geräte zu vergeuden.

    Andererseits kann man es doch nur als himmelschreiendes Unrecht ansehen, wenn Kinder im (nach unserem Verständnis) Vorschulalter von früh bis spät körperlich schwerste, eintönigste Arbeiten ausführen müssen, die sie physisch wie psychisch deformieren und ihnen jede Freude und alle Möglichkeit zur Entfaltung rauben.

    Der Don wird das nicht verstehen können, aber als Vater schnüren mir die Bilder solcher Kinder, egal aus welchem Teil der Erde, die Kehle zu.

    Leider kann man auf diese Umstände durch das eigene Konsumverhalten ja nur sehr bedingt Einfluss nehmen, aber Organisationen, die sich wirklich um den Schutz von Kindern kümmern, haben in jedem Fall meine Sympathie.

    Wie ein anderer Leser hier schon schrieb, müssen wir als westliche Konsumenten uns aber nicht in erster Linie selbst anklagen. Gerade in Afrika sind es leider in ganz erheblichem Umfang die völlig korrupten örtlichen Eliten, welche ohne mit der Wimper zu zucken Kinder in jeder nur denkbaren Form entmenschlichen, sei es als Kindersoldaten oder Arbeitssklaven.

    Als in Deutschland lebendes Kind hat unser kleiner Sohn sowieso schon einen Hauptgewinn in der Lotterie des Lebens gezogen, ganz zu schweigen von seinen durch den Sozialstatus des Elternhauses stark erhöhten Chancen auf Gesundheit, Bildung und einen erfüllenden Beruf.

    Das Glück darüber lässt mich aber nicht vergessen, wie besch…en es leider vielen anderen Kindern auf der Welt geht. Wenn ich sonst auch für manchen Zynismus zu haben bin; bei diesem Thema erstickt jeder Spott in Bitterkeit.

    • Doch. Ich finde das auch schlimm und richte meine Konsumgewohnheiten nach Möglichkeit danach aus. Aber es ist immer noch was anderes, einen Teppich zuu knüpfen, als in einem Schwermetalloch zu stehen,

    • Man kann gar nicht soviel fressen, wie man kotzen möchte...
      „Als Vater schnüren mir die Bilder solcher Kinder, egal aus welchem Teil der Erde, die Kehle zu.“

      Und ausser diesem Zuschnüren, welchen Beitrag leisten sie sonst noch dazu um solche Zustände zu beenden?
      Ah da steht es ja:
      „…aber Organisationen, die sich wirklich um den Schutz von Kindern kümmern, haben in jedem Fall meine Sympathie.“

      Da wird sich der kleine Asanga aber über ihre Sympathie freuen, wenn er morgen um sechs wieder in den Steinbruch latscht, barfuss, versteht sich.

      „…müssen wir als westliche Konsumenten uns aber nicht in erster Linie selbst anklagen.”

      Aber nein, warum auch. Irgendwie müssen die Dividenden unserer Nike und Apple Aktien je erwirtschaftet werden.

      „Wenn ich sonst auch für manchen Zynismus zu haben bin; bei diesem Thema erstickt jeder Spott in Bitterkeit.”

      Danke. Erster Preis für den verlogensten, widerlichsten Beitrag hier….

    • aber - TDV!
      Beruhigen Sie sich … verlogen ist es auch, dem Konsumenten die gesamte Schuld in die Schuhe zu schieben, während die Organisationsformen, die er ebenfalls bezahlt, die Randbedingungen eben entsprechend der charakterlichen Schwächen der meisten von uns gestalten. Es ist im übrigen nicht so, dass wir ein selbstbestimmtes Leben führen könnten/dürften. Ein „Jedermannsrecht“ gibt es zwar in Skandinavien; da dürfen sie sich in die Wälder trollen und dort leben wie es ihnen passt. Aber nicht hier, im dicht besiedelten Deutschland.

    • @Gast
      Sie haben völlig Recht, wenden sich aber an den falschen Adressaten, oder?

      Mein Beitrag richtete sich gegen die Heuchelei, nicht gegen menschliche Schwächen.

  36. Indignierte .....
    So langsam mache ich mir doch die Sorge, Ihr Palais koennte eventuell (naechtens) vom marodierenden Mob heimgesucht werden …. „NetzfeministInnen“, Berlins gruene Jugend, ein paar eifersuechtige Hungerleider aus peripheren Redaktionsbueros u.Ae. wuerden Ihnen mittlerweile sicherlich gerne mehr als nur die Perser verderben wollen …..

  37. Schulbeginn
    Es gibt Leute, die ihre Kinder schon vor der Schule um 7.00 Uhr in den Hort fahren, um früher Feierabend machen zu können.

  38. Besucher
    Es gibt noch einen schwerwiegenden Grund, die armen Schulkinder zu bemitleiden, denn während Sie gepflegt über Teppichkünste sinnieren, zündet das Kobaltbusiness gerade die nächste Eskalationsstufe und greift das staatliche Bildungssystem grossflächig an. Da es sich dabei um einen Markt von zig Milliarden handelt, ist die Vorgehensweise bemerkenswert robust: von offener Bestechung der Kollegen in speziellen Erweckungscamps, bei denen Reise und Hotel in Irland vollständig übernommen wurde, bis zur Anleitung, Gegenmeinungen wie z.B. den simpeln Hinweis, dass ein Buch aus Papier der Kombination aus Tablet und PDF rein funktional und vom Referenzrahmen sowieso einiges voraus habe, als chancenlose Modernitätsverweigerung von Zinnfolienhutbesitzern zu qualifizieren, ist alles dabei
    Die Fronten im Kollegium sind auch klar: Leser gegen Nichtleser. Letztere haben die Mehrheit.

    • an den Besucher
      Ja, das ist bedenklich, oder? Ihre Kollegen haben doch gar keine Zeit mehr zum Lesen, das ist der Punkt. Denn sie werden teilweise schon seit Jahrzehnten mit soviel Papier, auf dem sie soviel Unfug abgesondert wird, zugemüllt, dass sie es nicht mehr sehen können; ich kann das sogar verstehen. Die wurden weichgekocht und hoffen auf Erlösung durch Technik. Jeder Lehrer, der frontal mit Tafel und Kreide unterrichtet, gar Tafelbilder entwirft und Kinder mitschreiben lässt, gilt schließlich den Ministern und Eltern als unkreativer und autoritärer Doppelbösmensch, statt nur als Lehrer (und folglich den Schülern als hundsgemeine Kreatur, so wie früher, bis genau zu dem Zeitpunkt, da man selber Kinder hat). –
      Und der Teufel sitzt schon seit vielen Jahren immer da, wo die seltenen Erden im Boden vergraben liegen.

  39. Pah, Jeans sandstrahlen per Kinderhand...
    Dons neuen Arbeitstitel vor Augen dachte ich , aha jetzt haben ihn die zwanguhrfünfzehn Abendprogramme gleich nach Flüchlingselend mit Kindstod in der Ägäis weg vom Festungsbau (ein fürderhin sicherlich ergiebiges Thema, das man nicht aus dem Auge verlieren sollte), und Domplatte zur, zwar klandestin praktizierten aber augenscheinlich doch gar nicht so seltenen Freizeitbeschäftigung von besserverdienenden Jagdgesellschaften mit staatssekretärlicher Mitgliedschaft bis hin zu, streiche Plebs, äh, setze, sozialgesetzbuchversorgten Privatfernsehkonsumenten geführt.
    .
    Hab´ ich es überlesen? Auch in den Kommentaren? Mein erster Gedanke führte zu den schrecklichen Szenen von „Operation Zucker, Sexobjekt Kind: Kampf gegen organisierten Missbrauch“
    Hier im Blog beschäftigt man sich mit ach so schrecklichen Dingen wie Teppischknüpfen, dem Graben nach seltenen Erden, Steineklopfen zur Schottergewinnung, dem Gerben von Tierhäuten…-übrigens alles Dinge die in Ländern geschehen, die in der Liste der souveränen Staaten eingetragen und UN-Mitglieder sind-und sich doch hoffentlich diesbezüglich vertraglich gebunden haben?
    .
    Wenden wir uns doch dem eigenen Umfeld der Odenwaldschulen, den Domchören, den Sakristeien, den mehr oder weniger gut situierten Menschen zu, in denen von Kindern ganz andere Dinge abverlangt werden als eben mal mit der Oma in den Obstgarten zu gehen und bei der Apfelernte zu helfen.
    Diese „Industrie“, die aus Kanada z.B. per Internet den Stoff zur Anregung von „eben noch Abgeordneten“ liefert . Filmchen mit Kindern, die angeblich im Werte von Luxusautomobilen gehandelt werden, Babys gar, die von Familien auf dem Balkan mit reichlichem Kindersegen, für ein Linsengericht weggeworfen werden wie der Wurf eines räudigen Hundes-zur Freizeitbeschäftigung einer Gesellschaft mit deren Deutung Westerwelle einst gewaltig daneben lag. Die Dekadenz, die er meinte geißeln zu müssen, liegt in der Gesellschaft an ganz anderer Stelle verborgen. Angenehmen Tag allerseits.

  40. Wandel der Zeiten
    „Man fand es wichtig, dass Kinder nicht nur Silberstempel kennen und Pressglas von Kristall zu unterscheiden in der Lage sind, sondern auch Muster und Machart von Teppichen einschätzen können.“

    Ich wurde auch gelehrt, auf Silberstempel zu achten (auch wenn wir bloß noch drei Löffel hatten) und Pressglas galt als unfein. Muster und Machart von Teppichen muss mein Mann unterscheiden; dafür gabs bei ihm weder silberne Löffel noch böhmisches Kristall in der Vitrine. Gerettet haben wir keine Löffel, aber wir haben zwei schöne Teppiche und eine zertifizierte Kristallglaskaraffe und eine kuriose Leidenschaft für altes, einheimisches Pressglas entwickelt, an dem gleichwohl jemand von Hand oben herumgeschliffen hat (sollte wohl von den industriellen Presspuren am Fuß des Glases ablenken); allerdings so schief und krumm, dass das Ganze doch nicht in den Export ging. So haben wir sehr originelle Sektgläser und Besucher wissen nichts damit anzufangen, wieso wir nicht einfach zu Ikea gehen – und wieso wir die, zum Henker, einfach neben das wirklich schöne, alte Feiertagsgeschirr stellen. Auf Fragen und Blicke reagiere ich dann stets mit einem Hinweis auf eine gesandstrahlte statt einer geätzten Scheibe in den Tür; das hat von denen noch nie einer bemerkt.

  41. Zwischentöne
    Man kann ja auch mal „dazwischen“ anfangen, etwa mit dem „Buffalo“: http://www.de.worldbicyclerelief.org/das-fahrrad-
    Überhaupt sollte man auch bedenken, daß Mißstände nicht mal so eben schnell verschwinden, weil sich ein paar Privilegierte darüber empören (sei es nun mit oder ohne Heuchelei). Außer der Erntehilfe in Bauernfamilien gab es ja in einigen Industriebereichen Kinderarbeit, gegen die das Teppichknüpfen vergleichbar ist mit dem Malen von Mandalas: vor allem im Bergbau und der Textilindustrie, unter staubigen, lauten und gefährlichen Bedingungen. Das wurde im Übrigen auch nicht durch Proteste oder Aktionen von außen gelöst, sondern durch Weiterentwicklung der jeweiligen Länder selbst.

  42. Bester @TDV...
    nun sind Sie doch nicht immer so unzugänglich uns posten derart verbittert tönende Dinge. Der Don und auch die überwiegende Mehrzahl der unter den gegeben Umständen Mitleidenden Landsleute/Landsleutinnen (siehste, das unterstreicht dieser informationstechnische Trottel, nix ist mit Gender-Algorhitmus) geben sich doch alle Mühe die meersalzverkrusteten Finger in offene Wunden zu legen. Nicht beißend genug? Die dauernden Hinweise auf das Eigenversagen bei der Wahl unserer Häuptlinge und Häuptling_Innen ist eine wohl Ihrer liebsten Obsessionen-dort auf den Höhen der Anden oder an den Gestaden des Pazifiks? Gibt es dort keine dieser liebenswerten Einrichtungen die sich mit unseren bodenständigen „Bäsen“ vergleichen ließen?
    Nein, meinen Klarnamen nenn´ ich nicht mehr seit dem ich ständig nach dem „Absenden“ eine Fehlermeldung bekomme.

    • Pazifik, Pazifik werter Sch...egal...
      Sie wiederholen einen weitverbreiteten Fehler. Dies ist ein deutscher Blog in dem deutsche Befindlichkeiten behandelt werden. Ich habe hier in den letzten Jahren recht häufig über die Zustände in anderen Ländern gemotzt und merke dabei auch regelmässig an, dass das eigentliche Problem dieser Welt ja gerade darin besteht, dass die Länder in Mitteleuropa den Höhepunkt der bisherigen menschlichen Zivilisation sind.
      Damit wir uns da nicht missverstehen, ich bin da ganz bei Bertrand Russell. Der wurde mal gefragt, was er denn so von der menschlichen Zivilisation halte, und er meinte, es sei eine gute Idee. Man sollte sie mal ausprobieren.

      Kritik an Ländern wie DE beschränkt sich also darauf, dass man trotz Wohlstandes und unfassbaren Bildungsmöglichkeiten es nur bis zu den Kohl/Schröder/ und Merkels gebracht hat.
      Die Änderung des Statu Quo durch die Masse der Flüchtlinge und die Abwanderung der Mehrheiten aus der Mitte zu den politisch radikaleren Flügeln links und rechts, verspricht mir einen interessant zu beobachtenden Film.

  43. @ TDV vom 22. Januar
    Aber das kennen wir doch schon, ist doch allgemein anerkannt, na gut bis auf eine Minderheit auf Dons Meinungsexclave. Ich frage mich nur was die uns erzählen werden wenn wg. Staatsbankrott die monatliche Pension oder das lehrergehalt nicht mehr verfügbar sein wird

    Les vents du large parfois ramènent, les ferrys qui se perdent….

    • Da bin ich doch ganz bei Ihnen.....
      Ich finde es recht erfreulich, dass wir nach 3 Jahrzehnten unappetitlichster Mittelmässigkeit endlich wieder in Zeiten leben, die uns gespannt auf die Antwort auf Fragen, wie die von ihnen da gestellte warten lässt…

      Wie sagt man? „Mögest Du in interessanten Zeiten leben!“

      Wird es den Euro noch lange (wie viele Monate) geben?
      Werden die faulen Bankenkredite, die lt. Bundesbankchef weit höher liegen als die von 2008, das Geld System zum kollabieren bringen?
      Werden die Spareinlagen von über 100.000 Euro, wie Lagarde vorschlägt, zur Bankensanierung verwendet?
      Falls ja, in welcher deutschen Stadt wird die erste Bombe explodieren? Werden wir 2016 eine realistische Arbeitslosenstatistik sehen dürfen?
      Gelingt es den Amis Europa in einen Krieg mit Russland zu manipulieren?
      Wird es ihnen gelingen, die Iraner so zu provozieren, dass man ihnen einen Golf von Tonkin Zwischenfall unterschieben kann?
      Wird es ihnen gelingen die Japaner und Süd-Koreaner in einen Krieg mit Nord Korea zu verwicklungen, so dass sie wegen Bündnisfall und so, zum Helfen kommen können?
      Wird Lobo neuer Bundespresse Sprecher? Wird de Maiziere Kanzler?
      Merkel Europa Chefin? Wird Schäuble Boss der Deutschen Bank?
      Steigt der FC Bayern ab?
      Heiratet Don Alphonso?

      Fragen, nichts als Fragen…

  44. Selber schuld
    „Ein Interview des Kölner Imams Sami Imams Abu-Yusuf mit dem russischen Fernsehsender Ren-TV löst in sozialen Netzwerken und in der Politik Entrüstung aus.

    Zu den massenhaften Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht wird Abu-Yusuf laut «Bild» von dem TV-Sender mit den Worten zitiert: «Einer der Gründe, weswegen muslimische Männer Frauen vergewaltigten oder belästigten, ist, wie sie gekleidet waren. Wenn sie halbnackt und parfümiert herumlaufen, passieren eben solche Dinge. Das ist wie Öl ins Feuer giessen!»“

    • Imams Abu-Yusufs gibt es
      auch in Schland, die heißen halt Häberle, Dachsbichler oder in Köln halt Reker oder so. Damit sich das die Waage hält gibt es andererseits Belehrungsunterhaltungskünstler- und um es im ungefähren Dunstkreis dieser zu belassen, nenne ich nur mal BAB, Die toten Hosen, Herbert Grönemeier (fehlen noch welche?). Allesamt ganz ausgezeichnete Unwortdesjahresinhaber, z.T. sogar ausgezeichnet (mit Verdienstorden und so). Auf einer Wanderkarte 1:10000 auch alle im Armlängenabstand von Frau Kraft und ihren, wie passend, Kettenhund.

  45. Ein weiteres Feld für Kindersklaverei: Schokolade
    Grundsätzlich ist Kinderarbeit abzulehnen, dafür wird man sowohl hier als auch an anderen Orten der westlichen Zivilisation nur Zuspruch ernten. Dinge zu benutzen, die bereits vor langer Zeit vermutlich unter Zuhilfenahme von Kindern hergestellt wurden, ist m.M.n. völlig richtig, solange man sich dessen bewusst bleibt. Im Sinne einer weltökologischen Nachhaltigkeit sollte man also den Pelzmantel auftragen und nicht heimlich im Ofen verbrennen, schließlich sind Tiere für ebendiesen gestorben, ebenso wie Kinder sich für den schönen Teppich unter Ihren Füßen abgemüht haben, soll alle diese Mühe umsonst gewesen sein?

    Es ist richtig, dass Sie die Kinderarbeit auf die Ihnen eigene Art thematisieren.
    Eine kleine thematische Ergänzung sei erlaubt: Schokolade, bzw. die in der südlichen Hemisphäre wachsenden Kakaobohnen.
    Vor einigen Jahren gab es im Fernsehen eine Dokumentation über die Ernte ebendieser Kakaobohnen im westlichen Afrika.

    Darin war zu sehen, wie freundliche Männer bei armen Familien anklopften und den Eltern, die Analphabeten waren, anboten, ihre Kinder mit in eine entfernte Schule zu nehmen, damit diese sich dort befleißigen können eine Schule zu besuchen, was von den Eltern gerne angenommen wurde, die Kleinen sollten es ja mal besser haben als man selbst. Es war nur ein Zettel zu unterschreiben, oder eben drei Kreuze darunter zu setzen, was die Eltern gern taten, in der Hoffnung, dass jetzt für ihre Kinder gut gesorgt werde, und alles muss ja seine Ordnung haben.

    Der Zettel war ein Dokument, was das Einverständnis der Eltern zum Grenzübertritt ihrer Kinder bezeugte. Die Reise der Kinder ging nicht in eine Schule, sondern in ein südlicher gelegenes afrikanisches Land, in dem sich Kakaobohnenplantagen befanden. Dort wurden die Kinder mit einer Kette um den Knöchelbereich versorgt, eine Kette verband das Fußeisen des Kinderknöchels mit dem Baum, der abzuerntende, reife Kakaobohnen hervorbrachte. Mit der Machete in der Kinderhand, waren die Kleinen jetzt gezwungen, den ganzen Tag Erntearbeit zu betreiben, die Fußfessel hinderte am Weglaufen. Wenn sich ein Kind mit der Machete verletzte, war dies ein Problem des Kindes, Ärzte sind rar und teuer in Afrika. Wenn ein Kind starb, mussten die anderen es begraben.

    Wer das nötige Soll nicht erntete, erhielt nichts zu essen, die Schinderei läßt Menschen meist keine 30 Jahre alt werden, Pestizide und Hunger sorgen für Selektion.

    Die Veröffentlichung dieser Zustände ließ die europäischen Produzenten von Schokoladenartikeln aufhorchen, da sie sich plötzlich ungeahnter Kritik ausgesetzt sahen, schließlich kauft man in Europa gerne preiswerte Kakaobohnen, über die Produktion habe man sich in der Industrie halt keine Gedanken gemacht. Jedoch sollte jetzt alles anders werden, Stiftungen wurden gegründet, um den Kindern einen Schulbesuch zu ermöglichen.

    Soweit, so gut. Ein Logo wurde entwickelt, das auf „faire Kakaobohnen“ auf Schokoartikeln hinwies und das Gewissen der aufmerksamen Kunden erleichtern sollte. Die Welt war wieder gut und rein, Schokolade konnte wieder bedenkenlos den Weg zu europäischen Bauchspeicheldrüsen finden.

    Wenn nicht, oh weh, der Dokumentarfilmer einfach zwei Jahre später nochmals in die afrikanischen Länder gefahren wäre, um mal nachzugucken, was sich an den dortigen Zuständen mithilfe der europäischen Schokoladenfabriksstiftungen so geändert hat. Das ernüchternde Fazit: Leider so gut wie gar nichts.

    Es wurden zwar Schulen gebaut, aber diese werden – bis auf ein, zwei erfreuliche Ausnahmen – leider nicht genutzt und verfallen zusehends. Bäume wachsen inzwischen aus den Klassenzimmern, die Dächer sind inzwischen nicht mehr vorhanden. Einige geplant Schulen wurden gar nicht gebaut, die Verantwortlichen vor Ort sind samt Geld und Familien mit Sack und Pack verschwunden, u.s.w.

    Man hat die europäischen Konzerne mit diesen Ergebnissen konfrontiert, und diese waren natürlich entsetzt, hatten sie doch Millionen in diese für sie wichtige Marketingstrategie investiert. Man gelobte mehr Kontrolle und Besserung. Mehr habe ich seitdem nicht mehr gehört.

    Ebenso ist es mit vielen Kleidungsfabriken. Man glaube bitte nicht, dass ein teures Modestück eines berühmten Modelabels in Europa gefertigt werde oder etwa faire Löhne für die Menschen in Bangladesch bedeutet. Dort wird in den gleichen Fabriken, die für europäische Markendiskounter das ein-Euro-T-Shirt produzieren auch das in Europa 500,- Euro teure Markenjacket mit edlem Modelabel gefertigt.

    Mit Öko-Bananen in Südamerika geht das Elend weiter, oder Bananen von den Philippinen, oder, oder, oder… . Viele andere Ungerechtigkeiten wurden auch schon von anderen Mitkommentatoren benannt.

    Und: Selbst Geld schützt nicht vor Produkten aus Kindersklaverei. Selbst wer sich in Deutschland seine Kleidung nur maßschneidern läßt, greift in den seltensten Fällen auf heimische Schafwollproduktion zurück.

    Natürlich steht nirgendwo auf einem Produkt aufgedruckt: „Von fleißigen Kinderhänden gefertigt“, der europäische Käufer entscheidet blind, damit das gute Gewissen zumindest nicht beim Einkauf gestört wird. Wenn man später erst erfährt, was man da erstanden hat, und vor allem von den „Produktionsbedingungen“ (ein häßlicher Euphemismus!), dann ist es meist zu spät, und das Produkt ist bereits gekauft und kann wegen der zerstörten Plastikverpackung, über die sich dann die Fische und Mikroorganismen in den Weltmeeren freuen, nicht mehr zurückgeben. Schöne neue Welt.

    Das Resüme fällt leider nicht positiv aus: Eine Veränderung der globalen Wirtschaftsaktivitäten ist nicht zu erwarten, wir alle leben gut mit der Kindersklaverei und können froh sein, nicht allzuviel darüber zu wissen. Menschenhandel ist übrigens neben Waffen- und Drogenhandel der weltweit ertragreichste Wirtschaftszweig, es lohnt sich. Menschenhandel umfasst nicht nur Zwangsprostitution, sondern auch Sklave

  46. "Kinderarbeit" auch hier.
    Wenn Akademiker (die halt nur Abi haben) über dieses Thema reden wird schnell klar, daß sie nicht von Realitätskontakten geplagt werden. Viele Lehrberufe (auch meiner) haben 15jährige im 1. Lehrjahr, die meisten Lehrlinge (ich weiß, das ist nicht p.c.) darin sind 16, manche 17. Und das ist gut so, weil in diesem Alter hohe Lernfähigkeit, Anstelligkeit und die weitgehend überstandene Pubertät die Ausbildung erleichtern.
    Und was sind Kinder? Kinder sind unter 15, Jugendliche 15 bis 18. Beide Gruppen dürfen arbeiten, Kinder nur nach den strengen Maßgaben §5(3) JArbSchG, Jugendliche in vielen Berufen und unter vielen Umständen. Wenn nun oft Kinderarbeit beklagt wird so unterscheiden die Klagenden selten zwischen diesen Gruppen. Daß manche Familien ohne die Mithilfe der Jugendlichen nicht über die Runden kämen wird ölffentlich auch kaum wahrgenommen. Lieber gibt man Ländern, in denen wir nichts zu sagen haben, Ratschläge zur Innenpolitik (Übersprungshandlung).
    Ich wage die These: hätte die politische Führungsebene die reale Arbeitswelt jenseit der Papierstapel im Büro kennengelernt, so wären viele abgehobene Entscheidungen der letzten Jahre nicht getroffen worden. Passenderweise gibt es Forderungen von Frauenquoten nur für gutdotierte Vorständspöstchen, nicht aber für die Arbeit in der Schlammzone, und die Erstreiterin des Unisex-Soldaten war dann ja plötzlich nicht mehr interessiert. Mittlerweile haben wir das beste Heer der Welt.
    Es gibt so vieles, was falsch läuft in dieser noch-Republik.
    M.A.Titz

  47. 120.000 Knoten ? Minimum !
    „Sisal, billigste Importware.“

    Bei diesem alten Witz kann es doch nicht bleiben.

  48. Warum ist das breite Engagement der Bürger „out“?
    Das Privat-Fernsehen nimmt eine Art Erziehungsaufgabe des Volkes wahr. Es ist ihm gelungen, neue „Vorbilder“ aufzubauen: Den unkultivierten Multimillionär und den Milliardär zum Anfassen. Bestes Beispiel Donald Trump: Ein Star des Reality-TV, der sich volksnah gibt, als Präsidentschaftskandidat herumpöbelt und dem Volk vortäuscht, dass er einer von ihnen sei. Im deutschen Privat-TV gibt es diese Millionär-Gattung auch schon zu bestaunen: schrill, oberflächlich, locker. Es wird eine beinahe familiäre Nähe zum Zuschauer vorgeheuchelt. Das soll den Eindruck vermitteln: Oh, der ist ja einer von „uns“!

    Gerne werden im Programm Superreiche bei ihren Amüsements dem Volk dargeboten. Diese haben inzwischen von den Russen abgeguckt, ihr Reichtum ostentativ zur Schau zu stellen. In der sozial saturierten Bonner BRD wäre das eine Unmöglichkeit gewesen: Die Reichen haben sich in Bescheidenheit geübt, sich hinter hohen Mauern verschanzt und dem Volk keinen Einblick in ihre Vergnügungen gewährt. Die neue künstliche „Nähe“ zum Volk hat dazu geführt, dass die Multimillionäre nicht mehr misstrauisch beäugt, sondern bewundert werden.

    Es ist halt im Interesse des Marktradikalismus, dass möglichst wenige Menschen kritisch denken und sich gegen Missstände engagieren. Wenn es gelingt, eine politische Mehrheit dergestalt zu manipulieren, dass sie glaubt, mit dem reichsten 1 % im gleichen Boot zu sitzen, kann der Neofeudalismus wachsen und gedeihen. Die Umerziehung trägt Früchte: Ich beobachte immer wieder auf SPON, wie eine Vielzahl Schreiberlinge sich für die Interessen der Milliardäre stark macht. Sie sind gegen jeden Aktionismus, diffamieren kritische Organisationen, als ob ein Konzern wie Monsanto oder Nestlé ihnen persönlich gehöre, erklären die Kritik zum „Neid“. Hinzu kommt, dass die Medien die Aktionen nicht mehr wohlwollend kommentieren, sondern das Engagement der Lächerlichkeit preisgeben. Beispiel Campact, Anti-TTIP Aktivisten, Zitat aus deren Newsletter: „„Empörungsmaschine“ (Cicero), „Alle-sind-dagegen-AG“ (Wirtschaftswoche), „Pegida von links“ (Zeit Online). Noch nie habe ich es erlebt, dass unsere Bürgerbewegung – und damit die über 1.700.000 Campact-Aktiven – so verunglimpft, verspottet und verleumdet wurde wie in den vergangenen drei Monaten.“
    Die CDU versucht gerade, denen die Gemeinnützigkeit abzusprechen.

    P.S. Wer das Privat-TV meidet, weiß nicht, was in diesem Land los ist und wie das Volk tickt. Meistens reichen wenige Minuten davon, mehr ist auch nicht gut verträglich.

  49. OT
    „Das Ende der alten Ordnung.“
    Der Untergang des römischen Reiches. Ein Artikel auf FAZ.NET.

    Immer diese Germanen!
    Sie können es nicht lassen. Und sie
    finden immer Mitstreiter. Sie nehmen dazu, wen sie gerade finden
    können.
    Das ist historisch bedingt, da kann man nix machen.

  50. ...
    In WKI und WKII worum ging es da nochmal?
    Ja eine neue
    Ordnung mußte her.
    Und jetzt beim dritten Mal da klappt es.
    Versprochen!

  51. Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!
    Danke, für diesen Text. Bei Ihnen fühlt man sich immer – leicht gruselig – wohl. Am besten gefallen mir Ihre Beiträge dann, wenn sie diese Gemütlichkeit transportieren (….. und dann, noch im Pyjama, auf dem roten Samtsessel im Antechambre in einem Buch zu blättern, bis das Wasser kocht. …..). Man ahnt dabei schon, dass irgendwann die gnadenlose Abfahrt beginnt, vorher darf ich dann aber noch mein Tässchen Kaffee schlürfen und meine Sahnetorte essen, wunderbar ……..
    Aber jetzt mal ehrlich, ich habe „Karte und Gebiet“ und einige Auszüge von „Unterwerfung“ von Houllebecq gelesen. Ich stelle fest, dass sowohl Sie als auch Houllebecq die Neigung und das Talent besitzen, die Außenwelt treffsicher aus einer inneren Rückzugsposition zu beobachten, die dann fatalistischerweise nicht mehr verlassen wird. Und das macht mir Angst, weil wir Bürgerlichen doch derzeit alle so agieren und reagieren.

    • Danke. Wir werden natürlich alle stürzen und in der Hölle schmoren, aber man hat nichts davon, wenn man davor bei linken Demos Grippe bekommen hat.

  52. Anderes Thema
    Unsere Bundespolizei erträgt das Unrecht auch nicht mehr.
    (Entschuldigung, eine gewitztere Überleitung fiel mir nicht ein)
    Hier der Brief der Bundespolizei an Merkel vom 04.12.15
    Lesen Sie eigentlich bei Tichy mit?
    Beste Grüsse!
    http://www.gdpbundespolizei.de/wp-content/uploads/2016/01/Brief-an-Bundeskanzlerin.pdf#page=3&zoom=auto,-226,352

    • Selten. Ich lese privat ganz andere Dinge und zumeist alte Bücher.

    • @Hannah
      Danke für diesen Link. Die Polizei muß die politische „Führung“ darum bitten, Recht und Gesetz einzuhalten.
      Wo bleibt der Generalbundesanwalt? Ist dies noch ein Rechtsstaat? Man muß zweifeln.
      Der Brief sollte auf S. 1 der mehrheitlich beschönigenden Gazetten vollständig abgedruckt werden.
      M.A.Titz

    • Echt gefälscht oder zensiert?
      Hinweis zum Kommentar „Hannah sagt: 22. Januar 2016 um 23:00 Uhr,
      http://www.gdpbundespolizei.de/wp-content/uploads/2016/01/Brief-an-Bundeskanzlerin.pdf#page=3&zoom=auto,-226,352)“

      Der Text hinter dem link ist bemerkenswert, egal wie er zustande gekommen ist. Seite 1 (Gewerkschaftskopf) und 4 (Unterschrift) haben ein anderes Schriftbild als Seite 2 und 3. Wer und warum nimmt jemand so eine dilettantische „Korrektur“ vor, das hätten Mielkes Erben aber besser gekonnt.

  53. Nachtrag zu Lobo
    Unser grosses Problem dürfte sein, dass es in Demokratien keinerlei Möglichkeiten zu Bessserungen gibt. Dann aber las ich heute Morgen diesen Artikel in meiner Lokal-Zeitung und musste lernen, dass ausgerechnet im Hort der Dümmsten möglicherweise ja tatsächlich eine Art Aufstand gegen die bei uns ja noch tonangegebende Verblödung im Entstehen begriffen sein könnte?

    http://www.japantimes.co.jp/opinion/2016/01/22/commentary/world-commentary/sanders-rise-fueled-by-the-failure-of-propaganda/

    Eine jener seltenen Entwicklungen die mich aufhorchen lassen, wenn auch der zweite Gedanke natürlich sofort der ist, dass Bernie wohl kaum am Inauguration Day noch am Leben sein dürfte, falls er tatsächlich gewinnt.

  54. Dekadenz braucht Kultur
    Warum lese ich Ihre Texte recht gern, DA?
    Nun sehr verkürzt, weil Sie ein System-Skeptiker sind. Dies v.a. als Skeptiker an der Bigotterie eines moralistischen Mainstream-Glaubens, der sich sozial gibt und im Grunde nur neoliberale Dummheit und Entsozialisierung meint (oft ohne es zu wissen).

    Warum lese ich Ihre Texte, DA., immer mit einigen Tränen (des Lachens) ?
    Nun Sie beginnen immer bei der Dekadenz eines Standesbewusstseins, das rührend ist- quasi wie eine dialektische Beschwörung des Niederganges- buddenbroksche Reminiszenzen. Gemeinhin macht man Bewusstsein als ein Bewusstsein von Dingen fest. Aber Selbstbewusstsein als Standes-Bewusstsein? Das erscheint doch etwas unterbestimmt! Nun bleiben Sie nachweislich nicht dabei hängen, sondern nehmen dies immer nur als Startplattform, sodass man all dies für selbstironische Inversionen nehmen kann. Als Positivstereotyp habe ich immer meinen Vater im Hinterkopf, der – wohlhabender und gebildeter Ingenieur, intellektuell meist über dem Niveau seiner Umgebung- immer ein erfreuliches Understatement pflegte.

    • Danke. Es ist aber viel einfacher: Ich möchte meine Privilegie behalten un ausbauen und tue das so offen, dass viele es für Ironie halten. Tatsächlich aber finde ich ein gewisses Mass an Ungleichheit unvermeidlich, und alles, was wir neben der Bereicherung tun können ist, dass sie denen nutzt, die wenigstens noch die eigene Verwerflichkeit erkennen.

    • "...dass viele es für Ironie halten."
      Köstlich ironisch. Hihi.

  55. Journalistinnen-Nachwuchs
    Es ist doch beachtlich, dass der Name Stokowski in Don Alphonsos Blog ein paar Mal gefallen ist. Irgendein Talent muss die junge Frau also besitzen, sonst würde man sie ignorieren, gell. Und wenn es nur die Kunst der Provokation ist.

    Ich lese ihre Kolumne gelegentlich, manche sind erfrischend lustig, zum Teil etwas albern, aber durchaus unterhaltsam; ein Großteil besteht aus unverständlichem neofeministischem Geschwurbel. Meine kritischen Forums-Kommentare werden ausnahmslos zensiert.

    Die Gender-Feministinnen wollen neue Wege gehen, und die werden zunehmend skurril, Beispiel die Verharmlosung des Islams in Bezug auf die Diskriminierung der Frau. In diesem Thema besetzt Frau Schwarzer, deren Fan ich sonst nicht bin, wenigstens noch eine nachvollziehbare Position.

  56. Demos
    Ich bevorzuge Grappa. Eine vernünftige Orgie als Begleitung voraus gesetzt.

  57. Hm.
    Soviel larmoyantes Geschreibsel. Wie schade um die schönen Buchstaben.

    • Genau. Das beklage ich auch immer, aber dann mache ich es trotzdem. Schrecklich. Armes Deutschland.

  58. Vergangenheit ist wie ein Teppich. Man kann auf ihm schreiten oder auf ihm ausrutschen.
    The Decline and Fall of the Roman Empire.

    Kinderspiel und Kindheitslektüre sowie die Deutung des Herrn Dr. Alexander Demandt über den Untergang des römischen Reiches, abgelehnt von der Zeitung „Die politische Meinung“; Bericht der FAZ vom 22. 01. 2016

    Onkel Bubu fuhr mit mir zu Knolle. Ich bekam meinen ersten Revolver zum siebten Geburtstag. Meine Mutter war nicht begeistert. Sie hasste „Kriegsspielzeug“. Wir Kinder aber spielten nicht nur „Cowboy und Indianer“. Auf dem Schützenfest an der Spielzeugbude gab es auch M 16 zu kaufen. AK-47 nicht. „GI und Vietcong“ löste „Cowboy und Indianer“ als Rollenspiel ab.

    Ich musste immer zu den Vietcong. Ich hatte keine Schlitzaugen. Ich war weder Schwarz, noch Nordafrikaner, wie Septimius Severus. Mein Name, Sohn zu sein eines „Ausländers“ und, war Grund genug – obwohl mein Vater gegen die Russen gekämpft hatte, damals 1956 in Ungarn, jetzt politischer Flüchtling mit Asyl auf Lebenszeit in Deutschland.

    Später, als deutscher Staatsbürger, wählte mein Vater immer CDU. Die Ostpreußen sagten:

    – Für einen Schlesier sprechen Sie aber ein ausgezeichnetes Hochdeutsch.

    Zu den Helden meiner Kindheit gehörte nicht Karl May. Vor allen anderen Hannibal. Deshalb bekam ich zum nächsten Geburtstag Theodor Mommsens „Römische Geschichte“. Nach der Lektüre war Hannibal abgelöst durch Tiberius Gracchus, dem Landreformer. Das vierte Buch trägt bei Mommsen den Titel „Die Revolution“, zwischen der Einigung Italiens und der Militärmonarchie. Jetzt lese ich noch einmal Mommsen. Auch er schreibt wie Proust, geschliffen, in Hypotaxen.

    – Es geschah, wie befohlen war. Siebzehn Tage brannten die Ruinen. Wo die fleißigen Phöniker ein halbes Jahrtausend geschafft und gehandelt hatten, weideten fortan römische Sklaven die Herden ihrer fernen Herren. Scipio aber, den die Natur zu einer edleren als zu dieser Henkerrolle bestimmt hatte, sah schaudernd auf sein Werk, und statt der Siegesfreude erfasste den Sieger selber die Ahnung der solcher Untat unausbleiblich nachfolgenden Vergeltung.

    Demandt, auf die Frage, was wir aus dem Untergang Roms lernen können:

    – Dass wir eine weitsichtige Politik mit Augenmaß betreiben und auf die langfristige Folgen von Einwanderung achten müssen. Die Spannung zwischen armen und reichen Völkern ist uralt. Die Angst der Europäer vor den armen Völkern des Südens ist auch alt.

    Mit keinem Wort wird die Politik erwähnt, die zur Größe des Imperium Romanum führte.
    Als hätte es unzählige Theorien über Aufstieg und Fall des römischen Reiches nicht gegeben, verkürzt Demandt am Ende:

    – Es ist eine alte Frage, weshalb die reiche, hochentwickelte römische Zivilisation dem Druck armer, barbarischer Nachbarn nicht standgehalten hat. … Überschaubare Zahlen von Zuwanderern ließen sich integrieren. Sobald diese eine kritische Menge überschritten und als eigenständige handlungsfähige Gruppen organisiert waren, verschob sich das Machtgefüge, die alte Ordnung löste sich auf.

    Für wen hat Demandt seinen Artikel geschrieben?

    Für „Die Politische Meinung“, Zeitschrift der christdemokratischen Konrad-Adenauer-Stiftung. O-Ton Chefredaktuer Bernd Löhmann:

    – Unser vorrangiges Ziel ist, an eine Leserschicht heran zu kommen, die Führungsschichten, angehende Führungspersönlichkeiten und Referenten in den Ministerien.

    Der Deutschlandfunk:

    – Inhaltlich möchte Löhmann die Zeitschrift zum intellektuellen Flaggschiff im christdemokratischen Umfeld ausbauen anstatt sich mit Gefälligkeiten an den Zeitgeist die Neugier jugendlicher Leser sichern zu wollen.

    Theodor Mommsen schreibt am Anfang des vierten Buches, Kapitel II: die Reformbewegung und Tiberius Gracchus:

    – Ehemals war der kleine Bauer ruiniert worden durch Vorschüsse, die ihn tatsächlich zum Meier seines Gläubigers herabdrückten; jetzt ward er erdrückt durch die Konkurrenz des überseeischen und insonderheit des Sklavenkorns. Man schritt fort mit der Zeit; das Kapital führte gegen die Arbeit, das heißt gegen die Freiheit der Person, den Krieg, natürlich wie immer in strengster Form Rechtens, aber nicht mehr in der unziemlichen Weise, dass der freie Mann der Schulden wegen Sklave ward, sondern von Haus aus mit rechtmäßig gekauften und bezahlten Sklaven. Allein das letzte Ergebnis war in beiden Fällen das gleiche: die Entwertung der italischen Bauernstellen, die Verdrängung der Kleinwirtschaft zuerst in einem Teil der Provinzen, sodann in Italien durch die Gutswirtschaft; schließlich die Ersetzung der freien Arbeiter in den Provinzen wie in Italien durch Sklaven.
    . … Hier ist die Großwirtschaft mit Sklaven gemeint, … Während für den Sklavenbestand der älteren Zeit die Kriegsgefangenschaft und die Erblichkeit der Knechtschaft ausreichte, beruht diese Sklavenwirtschaft, völlig wie die amerikanische, auf systematisch betriebener Menschenjagd, da bei der auf Leben und Fortpflanzung der Sklaven wenig Rücksicht nehmenden Nutzungsweise, die Sklavenbevölkerung beständig zusammenschwand und selbst die stets neue Massen auf den Sklavenmarkt liefernden Kriege das Defizit zu decken nicht ausreichten. Kein Land, wo diese jagdbare Wild sich vorfand, blieb verschont. …

    Was macht Völker arm?

    Was macht Völker reich?

    Was lässt Reiche untergehen?

    Demandt suggeriert Überfremdung, mangelnde Integration. Das Imperium aber war in der Lage, eine Sklavenhaltergesellschaft zu realisieren, in der die Bevölkerung Roms bis zu einem Drittel aus Sklaven bestand.

    Überfremdung?

    Imperiale Überdehnung, Sklavenwirtschaft und deren versiegender Nachschub, das aufkommende Christentum, neue aufstrebende Reiche, die Kostspieligkeit des Heeres, Dekadenz, innere Konflikte: lauch die neuere Forschung ist zu keinem abschließenden Urteil gekommen.

    Demandt hingegen betreibt Geschichtsklitterung und missbraucht den Untergang des römischen Reiches, um Ratschläge zu erteilen

    • Der Untergang des Röm. Reiches
      ich bin sicher, dass es an der Fußbodenheizung lag.

    • Der ökonomische Aspekt
      Angesichts der Fakten- und Zitatmacht von Geza Törö und Herrn Demant muss ich mich ohne Geschichtswissenschaftlichem Hochschulabschluss auf einen winzigen Aspekt beschränken: Das liebe Geld und das natürliche Ende des Wachtums – auch von Weltreichen.

      Es gibt Volkswirte, die Imperien ab einer gewissen Größe für unwirtschaftlich halten – der Aufbau wird aus den eroberten Ressourcen finanziert, das Halten des eroberten Gebietes jedoch verschlingt mehr Finanzmittel, als dort Erträge zu erwirtschaften sind. Dies lässt sich nachlesen und glauben oder bestreiten. Vielleicht hat ja schon ein Ökonomieprofessor eine Formel dafür im Schreibtisch, die wegen Anwendbarkeit auf derzeitige Großmächte nicht zum Nobelpreis vorgeschlagen wird.

      Analogien zum amerikanischen Weltreich ergeben sich angesichts der gigantische Haushaltsverschuldung, der dekadenten Überheblichkeit gegenüber anderen Nationen und Lebensweisen und aufflammenden Brandherden/Revolten an allen Aussengrenzen des Machtgebietes.

      Natürlich müsste man bei einer solchen ökonomischen Weltreichformel berücksichtigen, dass sich Kostenstrukturen in den letzten 2 Jahrtausenden geändert haben: Als Disziplinierungsinstrument gegenüber besetztem Volk und dessen teilautonomer Regierung braucht es keine große Besatzungsarmee mehr, ein einziges Castell mit nuklearer Ausrüstung reicht, z.B. bei uns im germanischen Ramstein.

    • @Binvonhier
      Nein, Bleivergiftung durch die Wasserrohre :-)
      Das wird kurioserweise übrigens heute teilweise als Erklärung für Verbrechensraten in den USA gebracht…irgendwie kommt alles wieder.

    • Hauptursache
      …für die erschreckende Bleivergiftung einer ganzen Gemeinde soll übrigens der mangelnde Respekt um nicht zu sagen die eklatante Gleichgültigkeit der herrschenden Stützen gegenüber den Menschen dort gewesen sein.
      Das erscheint mir völlig plausibel.
      Auf der Straße endet mangelnder Respekt auch oft mit tödlicher Bleivergiftung, in den USA jedenfalls. Stand your ground nennt man das dort. Oder, andere Fallvariante: better comply to the orders of the police officers.

  59. Geschichtsklitterung und Ratschläge erteilen
    da wäre Herr Demandt bei einer Publikation wie der Politischen Meinung
    der Konrad Adenauer Stiftung doch genau richtig, wenn die Richtung
    stimmte.

  60. Titel eingeben
    Guten Tag,

    weder mein Tablet-pc mit Android noch der Firefox auf Linux haben die Bilder im Blogtext dargestellt. Im Firefox konnte ich die Bilder im anderen Fenster visualisieren.

  61. Titel eingeben
    Ach ja, „Enter Reader View“ in der Adressleiste rechts.

  62. Es ist nicht das Ding, es ist die Geisteshaltung
    Danke Don, für den exemplarischen Angriff aufs neue iPhone. Aber allen, die sich von web.de, T-Online und yahoo zum Don zum Kommentieren verlaufen haben, bitte ich: Erspart uns die Hämeschlacht mit den Samsung-Käufern und Andoidnutzern. Kommentiert dort lieber als Opelfahrer den VW-Abgasskandal oder dass einem Promi die Unterwäsche verrutscht ist. Schiebt die Schuld, dass ihr etwas kaufen müsst, auf Preispolitik und Werbung. Es gibt dutzende Möglichkeiten, mit dem Finger auf andere zu zeigen – und dies ist erlaubt und erwünscht in minderbemittelten Onlinemedien. Wenn es dann aber ans Eingemachte geht, an die grossen, externen, politischen Lügen und den grossen, internen, Selbstbetrug, dem wir täglich unterliegen, dann ist bei den meisten Medien „Schicht im Schacht“ und Kommentarverbot. Von daher Danke, Don. Insbesondere wenn ich anfängliche, aus Gutmenschensozialisierung entspringende Abneigung gegenüber einer Ihrer Eingangsthesen empfinde, umso wertvoller und nachdenkenswerter erweist sich dann Ihr Beitrag. Kämen diese auf die gedruckte Titelseite, dann würde ich sogar mal wieder eine (aus abgeholzten nordischen Urwäldern gemachte) Printausgabe der FAZ kaufen.

  63. wer austeilt, sollte auch einstecken können
    Ist doch schon interessant, dass es zwar möglich ist, als Gast zu schreiben, nicht aber als angemeldeter Leser. Da scheint es eine schwarze Liste zu geben, die prima funktioniert. Vollautomatisch. Da es keine andere Erklärung für das Phänomen zu geben scheint, empfehle ich, in Zukunft nicht mehr auf die entsprechenden Praktiken an anderer Stelle zu schimpfen.

    • @ NaNa => Vollautomatische Falltür für pc-Unbotmäßige
      Sag ich doch. Seitdem geistere ich als Revenant, funktioniert prima hier auf der Rettungsinsel. Bin allerdings gespannt wie lange noch. Einmal auf der Liste des journalistischen Blockwarts nützen alle Engelszungen und die peinlichsten Lobhudelein an die jew. Autoren nichts mehr. Genießen wir also diesen Blog solange es noch geht.

      Btw: Für den Fall der Fälle habe ich mir schon eine Bundesfahne 3m x 1,5 m zugelegt, die ich am oberen Balkon befestigen werde, mit einem Zusatzlaken auf dem der „Tag der Befreiung“ fixiert wird. Zu einer elektronischen Fürbitte an den lieben Herrgott vermittels der Erzdiözese Köln konnte ich mich, die Erfolgsquoten meiner seligen Mutter vor Augen, noch nicht hinreißen lassen.

  64. Tag der Befreiung find ich gut.
    Na ja, wie der Don an anderer Stelle just schrieb: Früher, vor einem Jahr, war alles noch viel besser. Ich füge hinzu: Auch die Blogs des Don. Mittlerweile habe ich den Eindruck, er rutscht immer weiter nach rechts.

    • Paron, das mit dem „Rects“ kann ich langsam nicht mehr hören. Ich beschwere mich hier auch über die Dreistigkeit bayerischer Angler.

      So ist halt die Realität. Die andern optionen wären Schweigen oder Lügen

  65. Die Realität
    liegt – wie die Schönheit – wohl immer im Auge des Betrachters, Don. Andererseits würde ich für mich aber auch nicht beanspruchen, die Wahrheit gepachtet zu haben – Schweigen oder Lügen.

    Wie dem auch sei, als gemäßigter Schreiber, als den ich mich betrachte, hat es mich schon geärgert, scheinbar ausgesperrt worden zu sein. Dem wollte ich Ausdruck verleihen und habe das als Gast seltsamerweise auch tun können. Ein technisches Problem schließe ich somit aus.

    Letztlich finde ich es bedauerlich, daß die Filter, ein anderer Deiner Beiträge, immer mehr um sich greifen. Was ist nur aus der guten alten Streitkultur geworden?

    • Ich habe wirklich alles freigeschaltet, und sperre so gut wie niemanden aus, ausser es ist grob beleidigend.

Kommentare sind deaktiviert.