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Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Identitäre Bewegungen in Dirndl und Lederhose

| 278 Lesermeinungen

I bin a Bauasbauanbua Bauasbua Bauasbua
La Brass Banda

KRCKS machte die Feder, und das Auto sackte vorne wirklich etwas ab. Dabei bin ich gar nicht schnell gefahren, das Loch in der österreichischen Strasse war nur so tief wie die Bückhaltung der Kanzlerin vor Sultan Erdogan bei der Ablieferung des Tributs, und Sportfahrwerke, das erklärte mir der Mechaniker, stehen unter hohem Druck. Federn wie die, die ich brauche, brechen oft. Sie hätten sie gar nicht auf Lager, das würde Tage dauern. Ich könnte aber schon noch weiter fahren, nur nicht so schnell. Vor mir lagen noch zwei Pässe und ein Auftritt auf einem Podium. Ich kam direkt vom Tegernsee und war noch ortstypisch bekleidet, was ohne Federbruch eigentlich egal ist – ich hatte ja ein schnelles Auto und Hotelzimmer zum Umkleiden. Aber die Feder kostete mich 2 Stunden, und so brannte ich feuerspuckend wie Merkel dann heute Abend nach den Wahlergebnissen ein Höllenengel über die Pässe und erschien so, wie man bei uns daheim angezogen ist. Mit einer warmen, weichen Miesbacher Joppe, über und über bestickt.

bauana

Ich habe damit kein Problem. Eine ganz ähnliche, kurze Jacke mit Ausblick auf das männlich-straffe Sportfahrgestell gab es in meiner durchgetanzten Jugendzeit auch von Thierry Mugler. Das, was heute als hochgeschlossener Lodenjanker gilt, schneiderte Jean-Paul Gaultier, und ich bringe es bis heute nicht über das Herz, diese Kostüme der Orgien und der Liebe.zu entsorgen. Nach meiner Vorgeschichte auf den Boxen des Parkcafes ist es mir herzlich egal, ob ich angeschaut oder angefasst werde. Es macht mir nichts aus, wenn ich auffalle, “Schamlos“ ist mein Zweitname, und ich wäre bei der Debatte nur gern neutral gekleidet erschienen, weil es um meine Tätigkeit für die FAZ ging. Aber so war es eben und da sass ich dann mit meiner kurzen, boleroartigen, reich bestickten und flauschigen Joppe und neben mir eine schlanke Frau aus Berlin, die die Joppe anfasste. Und fragte, wo die denn her sei und was die Stickerei bedeuteten.

Ich hätte sagen sollen, dass ich sie als Geschenk von einem Dorfältesten der Uiguren bekam, als ich über deren Fluchtursachen recherchierte. Oder dass sie ein altes Stück von Mugler ist, mit dem ich früher das Glockenbachviertel – hmhm, jaja, genau das darkgeroomte Sündenviertel – und das Morizz unsicher machte. Dass ich sie von einer indigenen Schneiderin aus Kanada über Etsy bezogen habe. Alles wäre besser gewesen als die Wahrheit: Dass ich vom Tegernsee komme, dass der Jäger Karl aus Miesbach diese Joppen seit hundert Jahren so macht, dass sie bequem sind und die Stickerei – nun, das sind deutsche Eichenblätter, aber man kann auch Enzian, Edelweiss oder Ahorn haben. Oder Hirsche und Gämsen. Das erzählte ich treudoof, und ihre Hand zuckte zurück, als hätte sie die Joppe gebissen. Die Kleidung war also gar kein Ausdruck einer Diversity, die der Norm widerspricht: Das war Tracht. Gerüchteweise gibt es das nur noch im Musikantenstadl, und hier nun sass es neben ihr und schämte sich auch nicht.

bauanb

Wenn jetzt durch die Medien der Aufschrei ertönt, weil ein Unternehmer Blech im Gesicht ablehnt und ordentliche Hosen verlangt, dann ist das ein offener Streit zwischen gültigen Normen. Die eine Norm wird von Privat-TV und Online-Portalen gefeiert, die andere gilt Wirtschaftsmedien als unverzichtbar. So weit komme ich mit meiner Joppe gar nicht mehr. Es gibt uns nicht mehr. Wir tauchen nirgendwo auf, wir werden allenfalls als schräge Subkultur aufgefasst und nicht das, was wir wirklich sind: Träger von Kleidung, die so ist, weil sie zur Natur und zum Klima passt. Wenn ich in der kleinen, dummen Stadt an der Donau bin, kann ich Cashmeremäntel tragen. Am Tegernsee gibt es Schneestürme, in denen ich damit erfrieren würde, und Regentage, an denen man ohne Jägerhut und Lodenmantel besser gar nicht vor die Tür geht. Auch für mich war das eine harte Lektion, aber ich habe es begriffen. Das führt dann zu Verhaltensweisen, die die Generation Primark nie verstehen wird, wie etwa dem Trachtenmarkt der Neurether in Gmund am Tegernsee, von dem Sie – im Gegensatz zu Modemessen in Berlin und Hamburg – noch nie etwas gelesen haben. Und sich auch gar nicht vorstellen können, was das ist. Owa epa kimmds.

bauanc

Die Neureuther sind der hiesige Trachtenverein, benannt nach dem Berg, der Gmund im Süden abschliesst: Die Neureuth. Einmal im Jahr hängen diese Neurether alles, was nicht mehr passt, was vom verstorbenen Opa kommt, was durch neue Tracht und Dirndl ersetzt wird, auf Kleiderbügel, und bringen es in den Neureuther Saal. Und wer da nicht pünktlich um elf Uhr mit einem Riesen Haufen anderer Leute vor der Tür steht, geht leer aus. Ganz Gmund ist vollgeparkt mit SUVs, Cabrios, S-Klassen und sogar Autos von Schadmünchnern. Niemand hätte es finanziell nötig, sich in einem Saal, auf dessen Bühne die Kinder toben, mit anderen um getragene Stöpselhüte, Mieder, Fuchsfelle, Janker, Mäntel und Schürzen zu streiten. Aber die Neureuther haben das “guade Sach“, sie haben Schneiderarbeiten vom Jäger Karl und von der Sanktjohanserin aus Kreuth und all den anderen, die hier wirklich noch schneidern und nicht nur verkaufen: Da gibt es kein Halten. Da wird Fleisch in Dirndl gestöpft, dass man gar nicht weiss, wo man hinschauen soll. Da reicht die Schlange einmal um den ganzen Saal, wenn die Beute bezahlt wird. Das sind nicht nur die Alten, sondern auch die Jungen. Besonders viele junge Frauen „jeder Art und Sorte“, wie es bei Don Giovanni so schön heisst.

bauand

Es hat in vielerlei Hinsicht Ähnlichkeiten mit Fetisch-Subkulturen. Meine Co-Autorin Despina Castiglione erzählt mir manchmal wüste Geschichten, wie welche Neigung erfüllt werden will: Das kenne ich. Hier müssen es echte Hirschhornknöpfe sein. Natürlich hasse ich Body Modifications. Aber ich habe mir einen schwarzen Janker für festliche Anlässe gekauft, der hinten einen Gurt hat: Da ist ein Tribal auf der Höhe eingestickt, wo bei anderen das Tattoo sitzt Sie können hier stundenlang über Säcklernähte sprechen, und warum bei uns die Stickerei auf der Lederhose grün sein soll: Alle Anzeichen, die man von anderen Subkulturen so kennt, sind hier anzutreffen. Die Abgrenzung. Die Rollenspiele. Und ihre kunstgerechte Durchbrechung. Aber echt muss es sein, authentisch und niemand anderes soll es haben. Vereint in den Normen, aber individuell in der Ausprägung. Das war in meiner wilden Jugend auch nicht anders. Es gibt Diversität innerhalb von Gruppen und – zumindest sollte es in der Folge so sein – Diversität der Gruppen innerhalb der Gesellschaft. Erst die eigene kulturelle Identität erlaubt es, die Diversität aller zu akzeptieren.

bauane

In Wirklichkeit ist es aber eher so, dass der Teil, der Diversity predigt, damit nur die Gruppen bevorzugen möchte, die ihm passen. Die anderen werden marginalisiert, verschwiegen, ausgegrenzt. Für Regionales gibt es jenseits der Lokalmedien eine Quote, und es ist die Nullquote. Man hört liebend gern den Geschichten der Migranten zu und fordert, die Deutschen müssten sich in ihre vielfältigen kulturellen Eigenheiten integrieren, aber diese Toleranz endet, wenn in den Medien Bilder von Gamsbärten oder Politikerinnen mit Dirndl auftauchen. Das machen bis weit in die CDU hinein Kreise, die keine kulturelle Identität mehr brauchen, weil die Ideologie ihren Platz eingenommen hat – der eine lehnt das Land mit „No borders, no nations“ ab, der andere mit TTIP und CETA. Ich werde den Eindruck nicht los, dass die innerdeutsch-progressiven Gruppen so gut wie keinen Kontakt mehr zur Provinz haben, dass es kaum Wanderer zwischen den Welten gibt, und wenn doch, dann müssen sie mit Sanktionen für ihre Herkunft leben. Auf die Heimat kann man in Deutschland schimpfen, aber nie sagen, dass die andere Gruppe überhaupt nicht so verbohrt ist, wie man ihr das nachsagt.

bauanf

Weil da neben Dirndl und Janker auch Einladungen des von den Kirchen betriebenen Asylhelferkreises hängen. Für eine Einführungsveranstaltung über den Islam. Damit man die Lebenswelt der Flüchtlinge besser versteht. Ich weiss nicht, ob so etwas bei der Berliner Modewoche hängt, vielleicht sind die dort auch alle schon so aufgeschlossen, dass sie wie der Justizminister finden, dass das islamistische Regime der Türkei einen Platz in Europa verdient. Aber bei uns jedenfalls hängt diese schlichte Einsicht in die eigenen Defizite auf dem Trachtenmarkt neben der Einladung an Kinder, zum Volkstanz zu kommen. Ganz einfach. Die Leute schleppen das guade Sach zu ihren Autos und freuen sich auf den Frühling, wenn sie wieder draussen sitzen und den Lodenmantel gegen Dirndl und kurze Hosen tauschen können. Es läuft hier nicht jeder so rum, an den Feiertagen mehr und beim Baden weniger, aber es ist Teil der kulturellen Identität, und daher ist der Trachtenmarkt der Neureuther wichtiger als die Modemesse in Berlin. Das ist hier so, in Tölz, Berchtesgaden, eigentlich überall in der Provinz, vor der manche Politiker inzwischen inzwischen Angst haben. Es ist eine Angst, die man mit Chrystal Meth und Medien bekämpfen kann, die das Land in gute Fortschrittliche und böse Reaktionäre teilen. Der richtige Deutsche darf so eine kulturelle Identität nicht haben, und sie darf auch nicht mit deutschen Eicheln bestickt sein, denn das ist viril und sogar sexuell anspielend – Kenner wissen, was die deutsche Eiche in München ist.

bauang

Flüchtlinge sind da eine nette Scheindebatte. Eigentlich geht der hochtoxische Streit um Identitäten und entfremdete Normen, und langsam habe ich Zweifel, dass sie zusammen kommen werden. Da sehe ich schwarz. Die Berliner Autorin, die allergisch auf meine Joppe reagierte, musste jedenfalls nachher mit dem Bus zum Hotel fahren, ich sah sie im Vorbeifahren an der Haltestelle.

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278 Lesermeinungen

  1. offtopic
    hi, entschuldigung, aher ich habe eine frage zu einem anderen thema.

    was genau haben sie getan, um von dieses schreihalsx beschuldigt zu werden:https://twitter.com/schwarzblond/status/708766662858817536. ?
    entschuldigung, noch einmal fürs offtopic und falsche gendern, aber mich interessiert es.
    lg

    • So ganz verstehe ich das auch nicht. Sie hat vertwittert, dass die Frauengruppe der Landesversammlung der Grünen beschlossen hat, dass Männer nicht mehr so viel fragen dürfen. Fefe hat das verlinkt:

      https://blog.fefe.de/?ts=a81a431d

      Ich habe fefe dann verlinkt, ohne auch nur zu schauen, wer das vertwittert hat, mir ging es nur um die Reaktion. Dass sie jetzt damit droht, etwas zu veröffentlichen, ist lächerlich: sie hat sich bei der Buchmesse bei mir selbst vorgestellt, sich an den Tisch gesetzt, geplaudert, was man halt so macht, am nächsten Tag habe ich ihr meine Eintrittskarte zukommen lassen, und ein paar Wochen später hat sie mein Testprofil bei Opebcupid besucht. Da habe ich dann ein paar amüsierte, aber belanglose Zeilen geschrieben, vor allem, weil die Übereinstimmung zwischen einem alten Reaktionär und einer Progressiven doch recht hoch war. Das ist alles.

    • danke für ihre antwort
      hmm, die dame macht nicht gerade den stabilsten eindruck (bitte nicht als beleidigung auffassen).
      schon die twitterposts von ihr ließen auf eine gewisse abneigung gegen sie, den felix und viele, viele andere männliche menschen schließen. (das mit dem ganzen blocken und saubermachen in der eigenen blase bei gleichzeitigem rausballern komischer gedankengänge paßt da irgendwie ziemlich gut ins bild.)

      danke noch einmal, dass sie sich zeit für eine antwort auf mein offtopic genommen habe.
      einen angenehmen sonntag noch.

    • Keine Ursache. M.E. ist sie ein Beispiel für die Radikalisierung in Berlin während der letzten Jahre. Kann aber auch sein, dass es sich wieder anders entwickelt. wer weiss das schon, Man soll Menschen nie nach ihren Ausrastern beurteilen.

      Ich habe ihr gegenüber jedenfalls keine negativen Gefühle. Sie hat fraglos Talente.

    • Titel eingeben
      es scheint der Einfluss des unsaeglichen Seemann zu sein. Dieser Schnoesel blockt auch seine Trabanten, wenn sie „fonsi“ linken oder zitieren. Frau Schwarz-blond scheint etwas abhaengig von diesem pickligen Vertreter der patriarchy zu sein.
      Ebenso der Hass auf Fefe.

    • Naja, in ihren Erwartungen war Frau Dornheim schon MdB bei den Piraten und Michael Seemann Netzphilosoph der FAZ. Aber die Piraten und Wähler wollten nicht anbeissen, weil Frau Dornheim so Sachen wie das Binnen-I durchsetzen wollte, und Michael Seemann flog hier nach Bilderklau raus. Jetzt ist Frau Dornheim einfaches Mitglied bei den Grünen und Seemann will noch immer niemand ganz gross rausbringen. Beide hatten mal eine Chance, beide haben sie verloren und nachdem ich bei Seemanns Rauswurf aktiv geholfen habe, ist der Has natürlich gross.

    • Konversionsneurose
      @DA I,
      vllt. mag sich besagte Frau aus „progress. Gründen“ nicht ihre Gefühle IHnen gegenüber eingestehen. Und substanziert das nun als weltanschauliche Antithese mit bösem Beigeschmack.
      Man nennt das auch Hysterie. (Frage mich, wann das weggegendert wird, denn immerhin ist dies doch eine typische Stigmatisierung jeder GEbärmutterträgerin…)

    • Nein, das ist anders: Ich habe viel über ihre Freundinnen Anne Helm und Julia Schramm bei den Piraten geschrieben, daher die Verärgerung.

    • wahre Worte
      “ Kann aber auch sein, dass es sich wieder anders entwickelt. wer weiss das schon, Man soll Menschen nie nach ihren Ausrastern beurteilen.“

      dem kann ich, mit dank *zwinker*zwinker*, nur zustimmen. :)

      allerdings empfinde ich es schon als etwas verwunderlich, dass gerade sie so häufig und teilweise auch so massiv angefeindet werden.
      sie werfen ja gerade nicht mit verbalsprühwurst um sich und äußern sich (meist) differenziert – besitzen offensichtlich die fähigkeit zur selbstreflexion und beharren nicht auf ihren standpunkten, wenn ihnen jemand bessere argumente aufzeigt;
      außerdem stellen sie sich ja gerade in „diskussionen“ dem *gegner*, anstatt wild zu blocken/löschen/es sich in der eigenen blase gemütlich zu machen…so ich es denn verfolge.
      (bitte nicht als lobhudelei verstehen; das spiegelt nur, was ich glaube zu beobachten)

      lg

    • Titel eingeben
      So wie ich das verstanden habe haben jetzt die Berliner Grünen die Frau Dornheim an der Backe.

      Als abschreckendes Beispiel könnten die mal nachlesen, wie das damals mit den Piraten gelaufen ist. Wie die von diesen Sexistische-Kackscheisse-Schreihälsinnen in die Bedeutungslosigkeit gebrüllt wurden.

      Wobei ich den Berliner GrünInnen dieses Schicksal nicht verwehren möchte ;-) … und wohl auch nicht kann – bei deren erwiesener Lernresistenz.

    • einerseits hat Frau ornheim wirklich qualitäten, das ist überhaupt nicht zu bestreiten. Sie hat da auh mehr als nur Feminismus gemacht. Und auch dort gab es weiss Gott schlimmere Eemplare, das war bei ihr nie so relevant wie bei etlichen anderen.

      Selbst in Vergleich zu dem, was in der Böllstiftung so alles läuft, ist sie sicher noch moderat. Da haben die Grünen noch ganz andere Kaliber.

  2. Jesses...
    ..hier im Sauerland würde man sagen, die Dame hat sie nicht alle auf dem Christbaum.
    Seit langem bin ich eine stille Leserin all Ihrer Artikel.
    Ich möchte Ihnen an dieser Stelle meinen ganz herzlichen Dank übermitteln.

  3. Heuz voa da Hüttn...
    A Madl in Tracht is a Schau.
    Das haben auch unsere kolumbianischen Au pair Mädchen kapiert, sich von Ihrem Taschengeld ein Dirndl gekauft und sich an Bua ausgschaut und geheiratet.

    Mir san mir.

    Also heimatverbunden und nicht bereit zur Selbstauslöschung.
    Daher kein Verständnis für Claudia Roth, wenn die auf Demos geht mit Leuten, die brüllen „Deutschland verrecke“ etc…

    • Ich glaube, Frau roth wird sich fragen lassen müssen, warum eine Partei, die in vielem Rect hat, so ungern gewählt wird. am schlimmsten ist sie übrigens, wenn sie am Nockherberg im Dirndl kommt. Aber die Grünen hat sie fest in der Hand und die Göring-Eckardt ist eine eigene Nummer.

  4. Lob und Kritik
    Sie schreiben schöne Texte. Manchmal lassen diese sogar bei mir als Nicht-Bayern geradezu Sehnsucht nach der bayrischen Provinz aufkommen. Und weil es so gute Texte sind, würde sich auch ein wenig mehr Aufwand fürs Redigieren lohnen (Parkafes / ein alter Stück / Genration Primark / hinschanen / bezahlt witd).

  5. Everything is broken
    Bei Autos, die nicht aus dem „modularen Querbaukasten“ stammen, kann schon mal was brechen. Die Lust auf automobile Individualität und Formenschönheit hat halt ihren Preis. Das mundgeblasene Glas aus handwerklicher Fertigung bricht auch eher als der industriell in Form gepresste Glasbatz.

    Trostempfehlung: http://www.metrolyrics.com/everything-is-broken-lyrics-bob-dylan.html … passt auch sonst gut in die Landschaft, von wegen „People bending broken rules“ z. B.

    Ein Anschlag auf Ihre Gesundheit ist hoffentlich auszuschließen, unwillkürlich geht einem Camus durch den Kopf. Da war’s zwar ein geplatzter Hinterreifen, aber dennoch.

    Bleibt die Hoffnung, dass Ihre (Schreib)Feder nicht bricht. Auf die möchte man nicht verzichten oder mit Karl Kraus und auf Deutschland gemünzt: „Ich setze meine Feder an den österreichischen Leichnam, weil ich immer noch glaube, daß er Leben atmet“.

    Noch teilen wir diese Zuversicht, tragen Tracht, wann’s uns beliebt und kümmern uns nicht um Kleidungsfatwas der gschwoischädligen und kaskäpfigen Bagasch aus dem nebligen Norden.

    • Danke, so schlimm war es nicht, und dass Federn brechen, kommt bei Sportfahrwerken wegen der hohen Spannung immer wieder vor. Alles nicht so schlimm. Ausserdem will ich mindestens 97 werden. Erst dann mache ich mir wirklich Sorgen-

  6. Fahrradtrachten
    Bei uns gibt’s keine Dirndl oder Lederhosen, aber Fahrradkleidung mit Zwickel. Die Stärke des Zwickels ist das Ergebnis einer langen Diskussion. Neue Clubkleidung anzuprobieren ist wie der Dirndlmarkt im Neureuther Saal. Alle ƒahrer drängen sich um die Tische mit den kurzen und langen Zwickel-Hosen, den Jacken und Mützchen, warme Kleidung, Windstopper für Windstärke 6 und Hemden mit kurzen Armen für unsere kurzen Sommer. Die sind zwar nicht bestickt, aber mit unserem Vereinslogo bedruckt und genauso identitätsstiftend wie alle Trachten.

  7. Spott und Herabwürdigungen gegenüber ganzen Gruppen...
    …gehören bei manchen Leuten zum guten Ton – solange es Trachtenträger trifft! Da kann der politisch korrekte, „anständige Demokrat“ nämlich mal so richtig die Sau rauslassen, deren Auslauf für gewöhnlich an den rot-grünen Binnengrenzen der Meinungsfreiheit endet. Resultierende Unlustgefühle können aufgeklärte, pseudoprogressive („hybride“) „Persönlichkeiten“ dann wohlfeil-kanalisiert an Bajuwaren (in Berlin: an Schwaben!) herauslassen. Vor dem Hintergrund solcher Feindbilder bietet ein Trachtenträger natürlich eine willkommene Zielscheibe. Interessant ist in der antibajuwarischen Prototypensemantik übrigens die häufig zu beobachtende Gleichsetzung von Trachtenträgern mit „Bauern“. Aber vermutlich steckt einfach heimlicher Neid hinter dieser Umwidmung der landwirtlichen Berufsbezeichnung zum pars pro toto des unverschämt produktiven Freistaats Bayern, zumindest in ostdeutschen Flächenländern oder armen, aber angeblich sexy Großstädten. So fragte ich neulich meine sich verzweifelt als Kleinstadthipsterin gerierende Gesprächspartnerin, die ihre proletarische Herkunft vergeblich zusammen mit dem Akzent ihrer DDR-Kindheit abzulegen versucht, und sich prägungskonform auch in sachen Migrationskrise stets politisch korrekt, also anti-Seehofer-mäßig, äußerte (und das mit den üblichen antibayrischen Topoi anreicherte): Nur weil der Arbeiter-und-Bauern-Staat untergegangen ist, kann es doch jetzt nicht allen Ernstes politisch korrekt sein, die Berufsbezeichnung des für unser aller Ernährung weiterhin so wichtigen Landwirts in diffamierender Absicht zu gebrauchen – oder? Oder brauchen Leute wie du etwa eine moralische Rechtfertigung dafür, dass sie Fair Trade für Schokolade unterstützen, aber heimische Milchprodukte möglichst billig einkaufen wollen?
    (Wobei die Gleichsetzung von „Bauer“ und „Trachtenträger“ oder „Bajuware“ ja rein inhaltlich tatsächlich nichts Negatives darstellt – zumindest nicht für solche Ostdeutsche oder Schwaben oder Berliner, die Klischees prinzipiell nichts abgewinnen können! Aber auch hier macht, wie so oft, eben der Ton die Musik.)
    Ist eigentlich schon einmal jemandem aufgefallen, dass in mittelständischen süddeutschen Weltmarktführern Chefs wie ungekrönte Betriebskönige immer öfter durch Tragen eines Jankers demonstrieren, dass ihre Vorstandsrolle für sie ein Heimspiel ist – und sich daher auch so kleiden?

    • Ich denke, man pinselt sich da durchaus selbst eine Zielscheibe für den Spott drauf, und man muss es eben aushalten. Oder sich eben arüber freuen, dass angeblich Progressive wegen eines Stofffetzens sofort in die Geschmackswaffen-SS eintreten. Ich finde das ja jedesmal herzig und es macht mir auch gar nichts aus.

      Ausserdem haben wir Sportwägen, Katzen und Wohnungen mit freiem Blick. Was soll da schon passieren?

    • Es trifft nicht nur Trachtenträger
      sondern zum Beispiel auch Handballer. Obwohl deren Sportkluft ja eher sensationsarm ist. Aber sofern sie als Deutsche niederträchtigerweise den Weltmeistertitel okkupieren, gar blond sind und faschistisch-nordische Namen wie Björn oder ähnliches haben, möchten einige Philosophen sie am liebsten in SS-Uniformen stecken. (Siehe den Artikel von W. Eilenberger in der ‚Zeit‘ vom 9.2.).

    • Der Artikel liess tief in das Wesen der Zeit blicken.

    • Titel eingeben
      Den Eilenberger-Artikel habe ich mir grade zu Gemüte geführt.
      Was für ein überflüssiges, hämisches Gefasel.

      Jetzt wundere ich mich natürlich nicht mehr darüber, dass meine gelegentlichen
      Kommentare auf ZEIT.de gelöscht wurden, wenn sie den Begriff „Selbsthass“ ins Spiel brachten…

    • Die Zeit fand übrigens nicht, dass man sich dafür entschuldigen müsste. Die ticken da wirklich so und dann versteh ich auch, wenn es Kritik gibt. Aber der linksbewegte Deutschlehrer, der seit 40 Jahren keinen Sex mehr hatte, sieht das vielleicht anders.

    • Sagt mir nix...
      Gibts da einen Link dazu oder war der nur in der Print Zeit?
      Die wird bei mir nach dem Lesen der drei vier interesanten Artikel natürlich ganz schnell wieder gelöscht..

  8. Identität zeigen ist gut. Da bin ich Schnösel ...
    … und bekenne mich eher zu solcher Tracht, wenn ich denn müsste.
    http://www.infranken.de/regional/kitzingen/Musikverein-ergaenzt-fraenkische-Tracht;art218,721128

    Da darf man imho nach Südtirol fahren damit, ohne dass eine Berliner Pressedame blöd schaut. Interessant die napoleonische Kopfbedeckung. Wenns regnet, bleiben die Segelfliegerohren trocken.

    Die EINE deutsche Tracht gibts halt nicht.
    Bedanken wir uns beim Flickerlteppich Deutschland, der wir einst vor Napoleon lange waren. (Habe gemeinsam einen Feind, schon bist du fast geeint …)

    Die oberbayrische Tracht hingegen – so nützlich, gut genäht und wetterfest sie ist und so Identität-stiftend sie sein mag, ist mir leider mit der CSU, mit Wallfahrten und Schützenfesten verknüpft. Da müsste man mich lobo-(hehe!)tomieren, dass das wieder rausgeht.

    Bekenne, da einen neurologischen Schaden erhalten zu haben.
    Ich seh da immer wie bei einem Rorschachtest CSU-Aufmärsche, den dicken Strauß, den dürren Stoiber, und in wilder, panikerzeugender Reihenfolge bis zur Schnappatmung ;-) all die weiteren Dinge, die ich lieber nicht mag (hässliche Knubbel-Männerknie, meinen dürren alten bösen Grundschul-Rektor, den schmierig-dicken kath. Dekan im Gym, Altötting, Bayern-Abitur, G8, Knierutsch-Wallfahrt, BMW-Raser, Oktoberfest) Da haben die halt großartig besetzt. Großartig im Sinn von allumfassend die Gehirnwindungen umgepolt. Bayerischer Volldachschaden halt.

    • Ja, das ist richtig, die CSU hat da einiges kontaminiert. Schön ist das nicht, aber da hat man nur zwei Möglichkeiten; entweder man überlässt es denen oder man erkämpft sich das wieder. Momentan stehen die Zeichen eindeutig auf Kampf. Am Ende gibt es dann vielleicht wieder Diversity. Ausserdem haben die Brauchtumstrachtler und die neuen Heimattrachtler mit dem Wiesnpolyestertrachtler eh einen gemeinsamen Feind.

    • Do samma auf Aldeding ganga, zum "andern Gast"
      F.X. Altmann lässt grüßen.
      .
      Immer der Ruf nach subtileren Bayern, dort aus dem geographischen Querbalken nördlich des Moenus. Zu Bayern weis ich keine Geschichte, aber zu den Schwaben, die in Artikel unverhältnismäßig oft Erwähnung finden, leider in garstiger Symbiose mit Berlin. Versuch einer Erklärung, die auch auf das benachbarte Bayern zutreffen könnte.
      .
      Der Straßburger Domprediger Geiler von Kaysersberg, ein gar gelehrter und gescheiter Mann, erzählte ums Jahr 1500 seinen Kirchenleuten einen Traum.
      .
      Mir träumte, so sagte er, ich sei daheim im Schwabenland. Da ging ein Mann übers Feld, der hatte ein Sätuch um die Schultern hängen und warf seine Körner aus. Als ich näher hinsah, erkannte ich den Herrgott.
      „Lieber“, so sagte ich, „was säest du da?“ „ich sähe Schwaben“, sagte der Herrgott. „Was für Schwaben säest du?“ fragte ich. „Ich säe grobe Schwaben“, sagte der Herrgott. „Ei Lieber“, sagte ich, „warum säest du nicht besser subtile Schwaben?“
      Da sagte der Herrgott: „Das Erdreich trägt´s nicht!“ *
      .
      Und so erkennt der Herrgott auch das Wesen der Bayern an, schuf er doch den Humus. Wenn´s sei muaß, saugrob….

      * August Lämmle

    • Der Herrgott hat in Bayern vor allem Watschenbäume angepflanzt, die sind bis heute das politische Hauptexportgut, und ich selbst habe da ja auch meine kleine Handlung eröffnet.

  9. Titel eingeben
    Mmmh, „Deutsche Eiche“ in M als legitimierenden (schwulenfreundlichen) Indikator, als sozusagen umgepoltes und neu aufgeladenes Symbol, das den deutschen Nationalismus ablöst …. Um es den verbissenen und kurzsichtigen diversity-Propagandisten leichter zu machen?
    Rätselhaft, rätselhaft ;-)

    • Was ich damit sagen will ist, dass die schwule subkultur sich ganz verstänlich solcher Themen bemächtigt, speziell in Bayer mit der Tracht. Die ganze Aura der Männlichkeit und der Körperkult passt nur zu gut in deren Vorstellungswelt, weshalb ich gerade im Glockenbachviertel vielleicht keine Tracht tragen würde. Man darf es sich mit der Sicht auf die Dinge halt nicht so einfach machen.

  10. Titel eingeben
    Sehr schön beobachtet …. u. aus der „mikrosoziologischen Beobachtung“ feine Rück-Schlüsse auf die „Meso-Ebene“ entfaltet ….

  11. Durchgeknallte Federn
    Lieber Don Alphonso,

    von Ihrer kleinen Autopanne zu hören macht ja schon fast ein wenig mitfühlend, so ein fescher, junger Mann hilflos mit seinem Sportwagen. Doch ein durchgeknallte Autofeder scheint doch nahezu harmlos, wenn man bedenkt wie doch bei manchem des Politikerstandes ganz andere Federn durchgeknallt sind. Da leidet die ganze Nation darunter, während es bei Ihnen lediglich Ihr gut gefüllter Geldbeutel sein dürfte.

    Und so eine wunderhübsche Tracht haben Sie da. Praktisch, wie Sie ja selbst sagen. Eigentlich sollte man wieder mehr Trachten tragen, so als öffentlich sichtbares Bekenntnis zu unserer Kultur. Das würde ja auch der Polizei, wie auch dem auf Objektivität hoffenden Leser von Zeitungen helfen.

    Nachdem sich ja der Presserat einer eigentümlichen Rassismusprävention erneut verschrieben hat, weiß man als Bürger ja so gar nicht mehr wie man manche Situation einschätzen soll und auch in einschlägigen Polizeiberichten, die ja in manchen Regionalzeitungen gern unter dem unterhaltenden Oberbegriff „Blaulicht“ publiziert werden, lautet die Täterbeschreibung immer häufiger: Jeans und Kaputzenpulli.
    Würde man Lesen: der arabisch sprechende Vergewaltiger trug keine Tegernseer Tracht, so wüßte man doch gleich, daß es kein Bayer war, sondern einer der Gäste dieser Person.

    Kleidung hat ja immer etwas mit Persönlichkeit zu tun. Ich wundere mich da ja schon ein wenig, wenn ich so unterwegs bin. Vor einigen Tagen habe ich unfreiwillig an einem Gespräch auf der Straße teilgenommen, bei welchem sich eine Gruppe von jungen Männern über ihr Smartphone unterhielten und recht schnell zu der einhelligen Meinung kamen, daß das iPhone in ihren Händen nicht perfekt sei.

    Das Äußere der jungen Männer, wie ihre Sprache machten noch weniger einen perfekten Eindruck. Da müßte man ja selbst an sich etwas tun, um es zu verbessern und so machte es schon einen sehr armseligen Eindruck, wenn jene ein „perfektes“ elektronisches Gerät erwarten. Das iPhone sah jedenfalls perfekter aus als jener, der es in seinen Händen hielt.

    Vor einigen Tagen war es notwendig, daß ich wieder einmal nach München mußte und von der Witterung war es durchaus möglich, daß ich meinen Cashmeremantel tragen konnte. Da mußte ich nicht erst noch weiter nach Norden, in Ihre „kleine, dumme Stadt an der Donau“.

    Eigentlich mag ich ja München, doch einen Cashmeremantel zu tragen und stilvolles Darunter wird heute nicht mehr so geschätzt und so war es auch bei meinem letzten Aufenthalt in München.

    Ich muß da erst eine kleine Vorgeschichte erzählen:

    Mein Nachbar auf der anderen Seite der Straße hat einen kleinen weißen fettgefressenen Hund, der viel Zeit auf dessen Balkon verbringt und jeden, der sich auf der Straße bewegt heftig ankläfft. Wenn mein Nachbar mit seinem Tier unterwegs ist, natürlich ohne es anzuleinen, rennt der Köter grundsätzlich mit lautem Gebell auf einen zu und springt einen an, was seinen Eigentümer ebenso tierisch erfreut.

    Die dahinterstehende Botschaft lautet wohl: Das ist mein Revier, verschwinde gefälligst!

    Früher bin ich ja schnell mal die Neuhauserstraße vom Marienplatz zum Stachus gelaufen. Es war in den vergangen Jahren auch nicht immer schön diesen Weg zu gehen, vor allem wenn die Straße in den Sommermonaten von vielen Touristen frequentiert wurde.

    So mußte ich, da ich kein Taxi bekommen konnte zu Fuß vom Marienplatz zum Stachus gehen. Es waren nur wenige Menschen unterwegs, die wohl ihren Geschäften nachgingen. Doch auch einige kleine Gruppen von jungen Männern, standardmäßig billige Jeans tragend und grundsätzlich mit einer über den Kopf gezogenen Kapuze, laut arabisch sprechend, die immer auf der Straßenseite gingen auf welcher ich mich befand, bzw. die Straßenseite wechselten, um mir entgegen zu gehen. Jeder regierungstreue Bürger, Zeitungsredakteur oder Politiker wird mir in diesen Tagen sagen, daß dies purer Zufall sei.

    Jenen jungen Menschen, die mir da entgegen kamen war der gebotene, kultivierte respektvolle Abstand unter Menschen gänzlich unbekannt und sie kamen wohl aus einem „Kulturkreis“, in welchem man sich auf joviale, provokative Weise durch primitives Anrempeln und Fäkalsprache begrüßen will und ganz offensichtlich waren sie auf der Suche nach einem Genußmoment. Dies entspricht jedoch nicht meinen Vorstellungen von Zivilisation und ich würde das mir entgegengebrachte Verhalten eher als einen tätlichen Angriff interpretieren.

    Also ich liebe ja meinen hellgrauen Cashmeremantel, lasse mir auch nicht gerne meinen Hut von Armani vom Kopf schlagen von solchen Individuen und ich denke schon überhaupt nicht darüber nach, daß ich mich event. unauffälliger kleiden sollte, wie es jetzt einige meiner Freundinnen machen.

    Genau genommen plädiere ich für Stil, Würde, Armani, YSL, Chanel oder Bayerische Tracht.

    Ein gestandener Bayer in seiner Tracht würde, (wenn keiner vom Tierschutz zuschaut )so einem kleinen kläffenden Köter, wie ihn mein Nachbar hat, einen wegweisenden Tritt geben.

    Na ja, in Deutschland ist man ja in diesen Tagen sehr auf sich selbst gestellt und als Dame muß man schauen wie man unbehelligt über die Straße kommt.

    Ja, und da kam mir noch das kleine Buch von E. Grosse in den Sinn mit dem Titel: „Abschied des kranken Dichters aus Bayern“, in welchem ich gerade lese:

    „Lebt wohl !, Lebt wohl ! – wenn auch verbannt / Der Freiheit Braut, Dich lieb ich ewig, Bayern ! / Mag`nie auf Deiner Städte Schutt und Brand / Die Göttin gräßlich ihre Brautnacht feiern ! – / Dem Scheidenden ist bang`ums Herz; / Doch nehm`ich mit mir Deine Leiden; / So will ich gern mit doppelt schweren Schmerz / Aus Deinen Thälern, Deinen Bergen scheiden.“

    Seien Sie herzlich gegrüßt
    ObjectBe (objectbe.blogspot.ch)

    • Das mit dem Presserat wir noch lustig. Es ist absehbar, dass die Klagen deshalb steigen werden, aber auf der anderen Seite stehen Medien auch unter einem enormen Druck. Ich finde die Richtlinie, insgesamt und nach viel Nachdenken, auch nicht richtig. Man kann nicht eine Million Leute reinlassen und dann nur das Positive herausstellen und das Negative verschweigen.

    • Sicherheit gibt es nicht mehr
      Übergriffe gab es schon immer mal, aber aber in letzter Zeit höre ich immer öfter von Vorfällen mitten in der Stadt, und am hellichten Tag. Gerad in Münch hatte ich sonst stets das Gefühl, mich frei und ungefährdet bewegen zu können (anders als in Berlin, wie ich aus meinem Bekanntenkreis immer wieder hörte und auch selbst feststellte).

      Sowas wie den kleinen weißen Hund nennt man hier Wadlbeißer. Vielleicht lege ich mir langsam auch mal einen zu, als Ergänzung zum Pfefferspray in der Handtasche.

    • Lieber Don,
      Das Merkwürdige an der Berichterstattung ist doch, daß gerade bei positiven Ereignissen sehr wohl die Herkunft eine Rolle zu spielen scheint (gibt gefundenes Geld ab oder hilft jemandem = junger Syrer), bei Straftaten der Mantel des Schweigens zugezurrt wird (Vergewaltigung oder Überfall = Täter aus Erding).
      Die Menschen sind ja nicht dumm, und auch ohne Internet spricht sich so etwas im Umland schnell herum.

    • Das wäre dann eben eine ausgewogene Darstellung. Aber das würde viele zwingen, ihre Schwerpunkte zu verschieben, und sie fühlen sich eh schon in der Defensive.

    • Ja, der Eiertanz...
      geht schon wieder los. Meldung im Focus über einen „Grapscher“ (früher waren das ja „Grabscher“, aber was weiß ich von der aktuellen deutschen Rechtschreibung), der in Köln (jaja, das ist dort, scheint’s, schon Folklore) ausgerechnet einer Polizistin in Zivil in den Ausschnitt langte, von dieser überwältigt und umgehend festgesetzt wurde.

      Charakterisierung: „Ein etwa 30 Jahre alter Mann“. Also bißl weitergesucht. Kölner Stadtanzeiger: Ditto. Erst im Express, der ja auch als erstes Medium auf die Domplatte angesprungen ist, wird man fündig: „…bedrängte der Pakistaner…“.

      Vielleicht handhaben sie das ja aber so, weil man mittlerweile ganz selbstverständlich davon ausgeht, dass es sich immer um dieselbe notorische Tätergruppe handelt. Erst im ausnahmsweise abweichenden Fall würde man den Betreffenden dann vielleicht als „30-jährigen gebürtigen deutschen Staatsangehörigen“ näher beschreiben.

    • Nein, man will vor der Wahl nicht zündeln Wenn ich die Wahrheit lesen will, muss ich das kostenlose wochenblatt oder die AZ lesen. In der SZ gibt es drei Optionen: Ganz verschweigen, Identität verschweigen, oder Leute prügeln, die mit solchen Vorgängen ein Problem haben.

    • Ein wenig arg einfach.....
      Ich lebe seit etlichen Jahren nicht mehr in München, aber diese Energie in der Fussgängerstrasse gab es vor zehn Jahren schon. Das ist dort normal!
      Der Durchgang zwischen Saturn und Oberpollinger war berüchtigt für die Einstellung der Mitglieder der Gangs der dritten Generation gut Familien eigentlich gut integrierter Original Gastarbeiter…

      Was sie uns verschweigen ist welchen Schaden, so es welchen gibt, ihr hellgrauer Cashmere Mantel denn genommen hat, und ihr Hut und auch ihre körperliche Unversehrtheit.
      Es wird nicht so wirklich klar ob der „Zwischenfall“ nicht nur auf der Ebene des Kopfes, wie bei Don Alphonsos nächtlichem ATM Abenteuer ablief, der wie sie sicher wissen, das sehr ehrlich beschrieben hat?

      Nicht missverstehen bitte, aber… selbst dieser Satz „Dies entspricht jedoch nicht meinen Vorstellungen von Zivilisation und ich würde das mir entgegengebrachte Verhalten eher als einen tätlichen Angriff interpretieren“, scheint mir sehr viel mehr über ihr Denken als das tatsächlich Vorgefallene, falls ewas dergleichen denn gab, auszusagen?

      Ich habe keineswegs irgend etwas gegen die Art ihres Lebensstils oder Berufes einzuwenden, würde diese aber nicht unbedingt meine „Vorstellungen von Zivilisation“ repräsentieren sehen. Auch ich selber habe in der 70ern im Traders Vic „gearbeitet“.

      Gerade, dass ihr Lebensstil nicht nur möglich, sondern eben auch NÖTIG ist (also keineswegs ihre Tätigkeit per se), ist ja ein Kern meiner Kritik an der Gesellschaft….

    • Luxus als Rebellion
      Sehr geehrter TDV,

      vielen Dank für Ihre freundlichen Zeilen. Es besteht kein Anlaß zur Sorge um meine körperliche Unversehrtheit, wie mir auch eine ausführliche Zustandsbeschreibung meiner Bekleidung nach dem unangenehmen Zusammentreffen mit solchen Personen in Don Alphonsos Blog zu weit ginge, was nicht meinem Stil entspräche und wie es eben diesen Lebensstil auszeichnet, keinen Eindruck einer Larmoyanz zu erwecken.

      Viele Menschen außerhalb meines Freundes- und Bekanntenkreises machen sich nicht nur Gedanken zu meinem persönlichen Lebensstil, was ja nicht nur mein äußeres Erscheinungsbild betrifft, das ich lediglich als gepflegt angemessen für ein würdiges Dasein beschreiben würde, in einer Welt, die sich zunehmend mehr in einer Konformität bewegt, deren sichtbares Ausdrucksmittel ein gewisser Einheitslook ist.

      Leitlinie sind mir stets die Gedanken des Soziologen Werner Sombart. „Luxus“, so Sombart, ist «jeder Aufwand, der über das Notwendige hinausgeht»
      Sehen Sie, verehrter TDV, dies ist in der gegenwärtigen Zeit wirklich nicht schwer zu leben. Die Politik tut doch wirklich Alles dafür, daß den Menschen nur noch die Mittel für das Notwendige bleiben und die Menschen nehmen das widerspruchslos hin.

      Die mir eigene libertine Lebensweise ist stets eine in der sich der corps social dem Gesetz anpaßt und sehr darauf achten muß, daß er hierbei den corps amoureux nicht erstickt.

      Mit freundlichem Gruß
      ObjectBe (objectbe.blogspot.ch)

    • Wegweisende Tritte
      „Ein gestandener Bayer in seiner Tracht würde, (wenn keiner vom Tierschutz zuschaut )so einem kleinen kläffenden Köter, wie ihn mein Nachbar hat, einen wegweisenden Tritt geben.“

      Ein gstander Bayer hat hoffentlich ein wenig mehr Ahnung von Hund und Mensch und weiß, dass in diesem Fall eigentlich dem Hundehalter der Tritt gehört. Wenn überhaupt.

      Es liegt fast immer am Halter.

      Dass der Hund zu dick ist sowieso, und das der Hund ständig bellt auch zu 90%. Ein Hund mit starkem Bewegungsdrang und mit starkem Hütetrieb (in Ihrem Fall verteidigt, hütet der das Anwesen mit Gebell und Herumrasen), den sperrt man nicht auf den Balkon. Und überlässt ihn auch nicht dauernd sich selbst. Der muss viel raus, braucht Aufgaben (dann bellt er nicht mehr vehement und ist auch nicht mehr so fett). Was er garantiert nicht braucht, sind Tritte.

      Treten Sie also bitte den Halter.

      Aber nur verbal und blasiert-distinguiert wie hier, und nur wenn sie sich trauen. Das reicht schon für heftigste Reaktionen. Da kann gerade ein blasierter Mensch so seine – oftmals ebenfalls gerechtfertigten – Überraschungen erleben, ist also nur was für ganz Robuste. Saugrob.

      Ein Katerbesitzer
      (Für Kater & Katzen gilt ebenfalls, dass es meist am Menschen liegt)

    • Ja, man sollte jene "treten", die sich als "moralische Halter" berufen fühlen.
      Sehr geehrter/e „andere Gast“,

      die Wolken haben sich heute doch noch aufgelöst und so kann ich auf der Terrasse, ein kleines Sonnenbad nehmend, noch einmal Don Alphonsos wohlformulierten Artikel lesen und ein wenig weiter nach unten schauend habe ich Ihre Zeilen gelesen.

      Bei meinen Gedanken zu Don Alphonsos Worten ist mir lediglich, so im fließenden vor sich hin Tippen die kleine Analogie vor Augen gekommen, zwischen dem Hund meines Nachbarn, wie meinem Erlebnis in München.

      Mir persönlich käme es niemals in den Sinn irgendwen oder irgendetwas zu treten.

      Sie haben vermutlich recht mit dem was Sie schreiben.

      Es ist der bedauernswerte Zustand des Tierhalters, dem der kleine „Rüffel“ gebührt.

      Ich überlasse es Ihnen event. erneut eine kleine Analogie zur Befindlichkeit Deutschlands herzustellen.

      Mit freundlichem Gruß
      ObjectBe (objectbe.blogspot.ch)

    • Titel eingeben
      Bei uns im Norden wird es aktuell so gehandhabt:
      Lebt ein Täter oder ein Verdächtiger in einer Erstaufnahme-Einrichtung,
      wird er nach einem Vorfall als Asylsucher aus -Syrien, Somalia, usw…. beschrieben.
      Sobald jedoch ein Migrant aus der Erstaufnahme in eine Folgeunterkunft umgezogen ist (eigene Wohnung oder Wohngemeinschaft) wird im Polizeibericht aus Asylsuchendem -Hamburger, Oldenburger, itzehoer….-.
      Die Presse übernimmt das dann so.
      Je nach Tatwaffe und Delikt denkt sich der geneigte Leser nun wieder
      den Rest der Geschichten.
      Es ist kein guter Zustand.

    • @Be
      Vergeben Sie mir, wenn ich Ihren Vornamen(?) benutze…
      Sie erwähnten ein möglicherweise nicht ganz „unbehelligtes über die Strasse Kommen“ und so wollte ich in Erfahrung bringen, ob Sie nicht am Ende gar gezwungen waren eine unbezahlte Freiluft SM Sitzung zu durchleben.
      Ihr Blog ist da ja, was das Bildmaterial angeht, leider weit weniger informativ als Don Alphonsos Blogs.

      Nicht nur was den Luxus angeht, so bin ich wohl eher mein eigener Philosoph. Bin aber durchaus ein Befürworter des Krieges von anderen, sofern sich so viele Schwachköpfe als möglich gegenseitig die Schädel einschlagen und dadurch ihr peinliches Selbst aus dem Gen-Pool entfernen. Ich gebe gerne zu, angesichts der unzähligen Kriege einerseits und der verschwindend geringen Besserung der Menschen andererseits, mag das ja von ein wenig übertriebenem Optimismus zeugen.
      Aber angesichts der „Politik“ unserer amerikanische Freunde ist es ein naheliegender Gedanke der für die Zukunft Hoffnung macht, wie es auch die 30.000 jährlich durch Schusswaffen in den USA ums Leben Kommenden sind.
      Auch die neueren deutschen Kriegsbeteilungen erscheinen in diesem Zusammenhang in einen neuen, positiven Licht. Frau vdLeyen scheint das richtig zu sehen, alter Adel und altes Geld, man erkennt das….

      Ich muss zu meiner Schande gestehen, ich selber ziehe Werte anderer Kulturen dem primitiven gegenseitigen Abschlachten vor, gegen das ich wie gesagt nichts habe wenn es fern von mir stattfindet. Aber dann… ich entstamme ja leider nur einer degenerierten Halbwelt, mein Vater war Musikant, oder Präziser, Dirigent, seine Platten nach zu urteilen nicht mal ein schlechter.
      Sehen sie, der Buddhismus erscheint mir wesentlich tiefschürfender über ein „gutes Leben“ nachgedacht zu haben, und Zen scheint mir am Ende die allerbeste Wahl zu sein. Man darf (und sollte sogar!) das Leben als ein Geschenk betrachten, und es steht einem frei es zu geniessen, so gut man kann. Wie man derzeit in DE sehen kann, hilft es wenn man sich eben gerade nicht in erster Linie als Teil eines Volkes begreift, sondern als eine Art von Seele auf Wanderschaft durch diverse Reinkarnationen, also jemand der rein zufällig in ein Land und auch noch ebenso zufällig in eine bestimmte Religion hineingeboren worden ist, die man beide nicht selber gewählt und somit nicht wirklich an diese gebunden sein kann. Sombart hin, Heidegger her…
      Fern sei es von mir anderen zu raten darüber nachzudenken und sich danach nicht in Kriegen töten zu lassen, die dem Schutze des Besitzes und der Privilegien anderer dienen.

    • Sehr geehrte ObjectBe
      Wären Sie kaschmirmäßig in Köln unterwegs gewesen, wo gerade Abiturienten in spe ihren Begriff von Feier auslebten: Die präsumtive Elite hätte gewiss artig ihre Kopfbedeckungen gelüftet, Ihnen die Tageszeit entboten und ihrem jähen Interesse an Genussmomenten vermöge einer spontanen Ovid-Rezitation Ausdruck verliehen.

    • Mag weder das noch das
      Mag da keine Meta-Ebene zum Tierhalter finden, um geistig Moralisten zu treten.

      Dieses Angehubere gegen Moral neuerdings kommt mir komisch vor – mindestens genau so komisch wie mir überdrehte Moralapostel vorkommen.

      Warum immer extreme Positionen und damit das Verteufeln von Moral? Moral braucht man. Die Übermoral und deren Motiv, das sich Erheben über andere, ist das Problem.

      Wobei das sich über andere erheben mir schon immer nicht gefallen hat.

      Ob es durch eine dogmatische Übermoral geschieht, mit der man anderen erzählen will, was sie zu denken und zu tun hätten oder durch permanentes – und dadurch unlässiges- Betonen, dass man etwas Besseres ist (meine Klamotten, mein Haus, mein Auto), der Ursprung ist der gleiche: ein Minderwertigkeitskomplex, eine Person, die wichtig sein will.

    • Der Presserat hat Recht und müsste noch viel weiter gehen
      Zum Beispiel geht es nicht, dass berichtet wird, wieviel uns die Flüchtlinge kosten. Das könnte doch auch Vorurteile ihnen gegenüber schüren. Auch wirtschaftswissenschaftiche Zeitschriften müsste man da entsprechend, nun sagen wir mal, … „durchsehen“. Und was ist mit den vielen anderen Minderheiten in Deutschland? Die müssen wir auch schützen. Zum Beispiel sind Kriminelle in Deutschland immer noch eine Minderheit. Ich finde, man sollte jetzt auch nicht mehr erwähnen, dass Kriminelle eine Straftat begangen haben. Könnte ja Vorurteile schüren.

  12. Titel eingeben
    Sehr verehrter Don Alphonso,

    obwohl ich Ihren Blog erst seit kurzem lese, fällt mir immer mehr auf, wie Ihre Texte aufeinander aufbauen.

    Auch bei diesem ist der Bezug zum vorherigen unverkennbar.

    Vielleicht ist es dem ursprünglichen Beruf von Frau Dr. Merkel geschuldet, dass sie die „paradoxe Logik der Strategie“ (vgl. Edward Luttwak, Strategie, Seite 16) nicht kennt.

    Danach verfehlen strategische Entscheidungen oft ihr Ziel und bewirken genau das Gegenteil.

    Wenn also die Frau Bundeskanzlerin und andere „Verwirrte“ aus dem Elitenkreis von Politik, Industrie, Presse und Staatsfunk und -fernsehen glauben, mit dem unter dem Denkmantel der Humanität durchgeführten Umsiedlungsprogramm von Menschen mit islamischen Hintergrund aus dem nahen und mittleren Osten lasse sich Deutschland „entdeutschen“ , dann haben sie sich aber sauber getäuscht.

    Und auch die Helferkreis-Muttis werden sich bald die Frage stellen müssen, auf welcher Seite sie stehen wollen, bevor es für sie zu spät ist.

    Wie weit die Zeit in Oberbayern bereits fortgeschritten ist, können sie in einer der früheren Ausgabe
    des Almbauern zwischen den Zeilen lesen.

    Ich freue mich auf Ihren nächsten Beitrag.

    Hochachtungsvoll!

    • Bei uns lösen sich mehr und mehr Helferkreise auf. Die Leute sagen, dass wir uns mit noch mehr Pullfaktoren das eigene Grab schaufeln. Es ist keine leichte Entscheidung, die Stimmung war am Anfang ganz anders.

    • Ich hasse es...
      recht zu behalten, aber das mit den Pullfaktoren hätte man als normaler Zeitungsleser schon im Herbst 2015 wissen können.

      Man sagt ja immer, Drogensüchtigen mangle es an Selbstbewusstsein. Und der Pullfaktor der Substanz ‚Refugees Welcome‘ speist sich sicher aus Hass aufs Selbst und den Nachbarn.

      Nach dem Rausch aber kommt der Kater und der ist nun mal – ernüchternd.

    • Wer das einmal sagt, kommt da nur schwer wieder raus. Niemand gibt gern zu, dass er zu freundlich war – das hiesse ja, dass er jetzt unfreundlich ist.

    • Nobel geht die Welt zugrunde
      @ Don Alphonso: wenn dem wirklich so ist, eine begrüßenswerte Entwicklung!
      Das Helferkreisgedöns grenzt doch mittlerweile an Insolvenzverschleppung. Und nicht nur die Geschehnisse in Grünwald belegen, dass von Seiten der vermeintlichen „Gutmenschen“ mittlerweile auch mit Diffamierung und Nötigung gegen Andersdenkende vorgegangen wird.

    • Ja, das Grünwalder Konfliktfeld ist hässlich, aber das war auch genau so zu erwarten. Rottach-Egern hat sich auch ein Jahr geziert, Flüchtlinge auszunehmen.

      Uch finde e toll, was Helferkreise machen, und es geht mir richtig auf die Nieren, wie sie zwischen allen Fronzen zerrieben werden. Die sagen aber auch bei uns: Die Kapazitäten sind voll, mehr kann man nicht effektiv betreuen.

  13. In Sachsen wird es nach dem außersächsichen Wahlsonntag eine Patriotismusdebatte geben. Aber ob es das ist? – Will sagen: Identität durch Besinnung und Rückbesinnung schön und gut, aber man kann auch eine Karikatur daraus machen. Was ich in Sachsen befürchte.

    • Nun, man kann sich natürlich auch raushalten und sie den anderen überlassen. Dann wird es wie in Frankreich enden. Entweder die Linke findet einen Zugang, oder sie geht unter. Die Grünen haben bei der hessischen Kommunalwahl nicht umsonst jede dritte Stimme verloren.

    • Von den neuen Patrioten
      In Sachsen wird es nach dem außersächsichen Wahlsonntag eine Patriotismusdebatte geben.
      .
      Die ist dort schon teilweise abgeschlossen, gerade in den etwas abgelegeneren Gebieten, in denen das Recht auf Inzucht nicht nur Forderung ist.

    • Überschriftmailadresse auf Wunsch gelöscht.

  14. "Fetisch-Subkulturen"
    klappt hier auch, zu welchem tribe wer gehört, ist meist mit einem Blick feststellbar, manchmal gibt’s Mischformen oder zufälliges accessorisches Durcheinander… allerdings: Sprache und Intonation der Einheimischen können in multikulti-Gesellschaften von Neubürgern ja nicht mehr „gelesen“ werden, deswegen sind optische Zeichen wichtiger geworden

    • Das Amüsante ist, dass er da der völlig Fremde vielleicht sogar leicher hat als der, der zu wenig ähnelt.Allerdings sind die Tage, da man Burschen aus dem anderen Ort verprügelte, wenn sie in der falschen Wirtschaft waren, nicht nur lang vorbei, sondern auch übertrieben dargstellt. Die oben erwähnte Frau Sanktjohanser kommt aus einer Südtiroler Familie, und das störte hier niemanden. Der Maler der Region heist monti wegen der italienischen Vorfahren.

    • Identitäre Bewegungen
      ja, optische zeichen sind sehr wichtig geworden, sowohl CR__00 als auch CR7 können wir sicher in ihren jeweiligen „tribe“ einordnen……….

      ABER: nehmen sie mal Neill Young, sein accessionarisches durcheinander würde ihn doch sofort in die landjunker- und lumbersexuelle kiste springen lassen…………….

      und würden sie Herrn Sloterdijk aufgrund seiner kleidung, brille und seines fahrrades ins „ressentiment der zukurzgekommen“ einordnen, wie es gerade in einem grossen wochenmagazin geschieht ?

      auf dem bahnsteig in mannheim beim umsteigen kam er mir eher in seinem weissen anzug wie fitzcaraldo vor, auf die göttliche anbetung wartet er aber in den karlsruher strassen immer noch vergebens !

    • Neill Young mußte ich googeln
      und CR00 bis 7 versteh ich nicht, leider. Ich meinte urban tribes und die (nur ein klein wenig subtileren) Signa der Zugehörigkeit wie Brille, Schuhwerk, Aktentasche von Ludwig Reiter bis Freitag oder Jutetasche etc… alles sehr wichtig beim social matching.
      Aber bereits deutsche Studenten (Numerus clausus Flüchtlinge, die hier sehr verbreitet und manchmal Nachbarn sind) können mich z.B. sozial nicht mehr einordnen: weil sie meine Intonation nicht einordnen können. Auch ich hätte sie nur als wannabehipsters aus Mitteldeutschland oder dem Norden einordnen können, erst ihr Verhalten (rücksichtsvoll, nett) ließ auf soziales Woher (oder soziale Identifikation) schließen…
      .
      Tracht tragen in Wien ist schwierig; man kann hier Dirndl kaufen, trägt sie dann aber auf dem Land. Der ländliche Wiener Zuwanderer kam aus der Armut, hat keine glücklichen Erinnerungen hochzuhalten.

    • und Herr Sloterdijk hat ein oeuvre,
      das ist Zeichen genug, um andere signa braucht er sich nicht mehr zu kümmern, kann anziehen was er mag…

  15. no country for old men
    Wandere ich durch meine Diaspora, das sog. Benz-town, so irritiert es immer wieder, dass die sog. Flüchtlinge nicht an ihrer Kleidung als solche identifizierbar sind. Die tragen moderne Sneakers und Daunenjacken, letztens dachte ich ein Moncler Emblem erkannt zu haben. De facto erscheint der so gekleidete Flüchtling mit seinem neusten iphone in der Hand deutlich moderner als der durchschnittliche, in KiK gehüllte Schwabe. Wo da all die traditionellen Werte und all der Islam Ausdruck findet, das ist nicht ersichtlich. Letztlich sind das nur Gruppen junger Männer, auf der Suche nach dem, was auch all die jungen und verwirrten deutschen Mittelschichtskinder, Redakteure, Frauenrechtlerinnen und Parlamentarier in Berlin suchen:

    Sex, Drugs und Party.

    Irgendeiner muss denen erklären, dass da auch noch Arbeit und Pflichten auf sie warten.

    Wird schwierig, d.h. nicht ohne Konflikte erfolgen.
    Sollte vielleicht nicht ein Herr im Joppe vor einer Porzellansammlung machen. Haben wir nicht irgendwo ne hippe Autorin, die ihre Gehirnzellen noch nicht weggeflasht hat?

    • Naja, die Leute bekommen in der Herkunftsregion dauernd unsere kosumträume vorgesetzt und wenn sie Gelegenheit haben, sie zu erfüllen, dann tun sie das auch. Das ist dann die internationale Popmode, die in Musikvideos zu sehen ist.

    • LE
      Popmode?
      Musikvidos?

      Jesus, wann waren Sie das letzte vor der Haustür?

    • Als Adenauer noch lebte,. warum?

    • We're all pretty bizarre. Some of us are just better at hiding it, that's all.
      Popmode? Musikvideos? Sind das so Sachen aus den 90er Jahren?

      Mensch Don, sie müssen mal ab und zu in eine Stadt gehen, mit jungen Menschen reden, bei Facebook reinschauen.

      PS: Da draußen haben gerade ganz viele AFD gewählt.
      Sorry, war notwendig, wegen der Tradition und so :-)

    • Die schauen das alle auf ihren Handies, aber sie schauen es.

  16. Sie unterschätzen Merkel
    Die Buka wird heute abend jedes Ergebnis einfach wegwedeln – selbst wenn die AfD in BaWü 18% bekommt.

    Sie wird sie wie üblich hinstellen und behaupten, sie habe den Durchblick und die langfristige Strategie. Die Widerständigen hätten keine Ahnung oder seien verblendet. Die Geschichtsbücher (Altmaier!) würden ihr recht gegen.

    Und 66,6% der Bevölkerung werden ihr das auch glauben.

    • Abwarten. Da ist ja auch noch Seehofer und ihre eigene Partei.

    • Bettvorleger
      Tja, der Seehofer redet viel – aber was hat er tatsächlich getan? Der traut sich nimmer, den Kaiserinnenmörder zu geben. Und so steht’s auch mit dem Rest der Christlichen…Wie sollten sie es auch den 66,6% erklären?

      Wer hat was getan? Kurz und Faymann. Aber die stehen hier nicht zur Wahl (wobei ich Faymann wirklich nicht haben wollte).

    • Der Seehofer steckt auch hinter den absprachen zwischen Kurz und Orban. Ist Ihnen das nicht aufgefallen? er wurde still, fuhr nach Budapest, reete mit den Österreichern – und zack war die Balkenroute zu.

    • nur mal angenommen,
      Frau Petry erhält ihren Herzenswunsch erfüllt, Neuwahlen, und Merkel ist dann mal weg.
      .
      Wer dann? Herr Seehofer vielleicht, weil bei der CDU diejenigen, die können, nicht wollen, und diejenigen die wollen, nicht können? Möglich wärs ja. Dann werden seitens der CSU/CDU die Forderungen der AfD zum Asyl und zum Ausländerrecht ganz fix in Gesetzesform gegossen, dann ist auch das Verhältnis zur EU ein anderes.
      .
      Frau Petry ist dann noch immer keine Ministerin und Kanzlerin schon gar nicht.

    • Es ist schwierig. aber wenn die AfD bleiben sollte, wird schlichtweg alles schwierig, so wie in Österreich, Italien und Frankreich.

    • Sprachregelung
      Mit diesem Ergebnis ist Deutschland gewissermaßen ein ganzes Stück normaler geworden, aus der europäischen Perspektive. Auch hier gibt es nun eine starke parlamentarische Vertretung der konservativen Rechten wie in den meisten anderen EU-Ländern auch. Und da uns das Flüchtlingsthema noch eine Weile erhalten bleiben wird und mit ihr die stammelnde Unfähigkeit der etablierten Politik, wird es die AfD 2017 wohl auch in den Bundestag schaffen.

      Trotzdem, die Sprachregelung ist klar: die Mutti-Knutscher (der betende Kretschmann und Malu Dreyer) haben gesiegt, die Merkel-„Kritiker“ Wolf, Klöckner und Haseloff wurden abgestraft. Daß dazu die politische Konkurrenz bemüht werden muß, ist der Staatsratsvorsitzenden egal, das ist schließlich nur die Fortführung des alten Blockparteiensystems der DDR.

      Aus Merkels (bzw. ihrer Paladine) Sicht ist alles im Lot.

    • Nun – nicht wirklich. Als de facto 24-Prozent-Partei ist die CDU nicht in der Lage, mit der <20-Prozent-Partei SPD eine Regierung zu bilden, geschweige denn mit den Grünen. Denn fünf bis sechs Prozent gehören der einzigen Oppositionspartei: Der CSU. Die kann zwar auch keine Mehrheit bilden, aber an ihr kommt man auch nicht vorbei. Der eigentliche Wahlgewinner heisst Seehofer.

    • Schon passiert.
      Trotz der gewaltigen Klatsche bei drei Landtagswahlen für ihre Flüchtlingspolitik läßt sich „die Bundeskanzlerin nicht auf ihrem Weg beirren“, so in etwa hab ich das vorhin im Fernsehen vernommen. Demokratie 2.0: wählt wie ihr wollt, interessiert mich nicht, ich mache weiter wie es mir passt.

      Merkel in ihrer ganzen arroganten Selbstherrlichkeit.

    • DDR-Volkskammer. Die Pressestelle taz sagte schon, dass alles prima ist, die Zweitpressestelle Zeit sieht das genauso.

  17. Die Werte, die Worte, die Relativität.
    Autofedern sind wie Seelen? Sie fangen Schlaglochschläge der Wege
    auf, wie die Seele(n) die gebrochenen Worte aller Politikwege?
    Millionen gebrochene Autofedern sind relativ wenig?
    Ein gebrochenes Wort/Auge relativ viel?
    Werten wir unsere Seelen wie Autofedern und bauen
    dementsprechende Wege?
    Lebst du noch oder erlebst du schon?
    Leben wir noch oder erleben wir schon?
    Sind wir noch blind oder sehen wir schon?
    Schlafen wir noch oder sind wir schon wach?
    Reifen wir noch oder begreifen wir schon?
    Leben wir noch in relativ gerecht geteiltem
    Länderklassendifferenzwohlstand oder erleben wir schon
    Weltmittelklasse-gleichheit/gleichgewicht?
    Lärmen wir noch fanatisch oder sind wir schon dezent „begeistert“?
    Lernen wir noch humanes Sein oder erleben wir schon?
    Erleben wir noch „Ungleichung“ der „Energie-Gleichung“ Mensch
    oder sind wir schon Human?
    Der Wert der Worte im relativen Sein des alles Relativität-All’es?

  18. Merci
    Merci für den Tip vom Neureuther Trachtenmarkt. Leider ist der Termin schon vorbei, aber es gibt bestimmt ein nächstes Mal.
    Muss mich mal in meiner oberbayrisch-niederbayrischen Ecke umschauen,
    ob es dort nicht zufällig etwas ähnliches gibt.
    Ich bin schon länger auf der Suche nach etwas Ordentlichem, nur leider sind
    die Preise für Neuware etwas hoch bzw. ich habe keine Lust einer der Kasperluniformen, wie sie jährlich zu Volksfesten verkauft werden, zu erstehen. Da geh ich lieber in Jeans, des basst a. Entweder wos gscheids oda goa nix.
    So ,jetzt ist fast 6h. Die Landtagsqualen rufen.

    Merci no amoi.

    • Sie können sich hier eigentlich auf jedem Flohmarkt im Oberland umtun, da gibt es auch spezialisierte Händler, die selbst bei den Trachtenvereinen sind. Das ist auch nicht billig, aber das Auftragen von gebrauchter Kleiung anderer Leute ist hier ebenfalls Tradition.

  19. Titel eingeben
    Sir, Sie schaffen es, mir die Bayern sympathisch erscheinen zu lassen.

    mit fraenkisch freien Gruessen ins schwarze Herz Altbaierns.

  20. Oh, Gott ...
    dieses Lokaltraditionen … und ich (aus Norddeutschland) verbring den Urlaub mit Familie auf einer Hütten im Oberbayerischen. Und wenn ich dann so einem Oberbayerischen vor die Füsse her laufen tu, schreit der gleich: Du Saupreuss.

    • Verkleiden hilft. Un Bewuderung für das Fleckvieh. Wer das Fleckvieh bewundert, gewinnt immer das Herz der Bayern.

  21. Eine Binse...
    Ein schöner Text. Aber eigentlich schade, daß man diese Binse wiederholen muß: nur wer um seine eigene Verankerung weiß, seine Bezugspunkte kennt, kann gelassen und neugierig auf Neues und Fremdes zugehen.

  22. back to the roots ...
    Ein völlig zu Unrecht vergessenes Kleidungsstück ist auch der Lendenschurz.
    In Verbindung mit der stets dazu gehörenden Keule aus Wurzelholz könnte er bereits in wenigen Jahren zu einer unschlagbaren Kombination werden, ohne die niemand das Haus verlassen möchte …

  23. Ja mei, die Tracht...
    In den linken Winkeln Österreichs – also vor allem im voralpinen Reichshauptslum Wien – ist ein Trachtenjanker und eine Lederhose schlimmer als eine alte SS- Uniform. Der Träger wird behandelt wie ein Aussätziger. Und kaum eine von denen, die ihre Freizeit im Salzkammergut -Zweitwohnsitz verbringen, traut sich, ein Dirndl mit zurück nach Wien zu nehmen. Das lässt man vorsichtshalber im Kasten in Aussee oder am Attersee.

    Aber Burka und türkische Kopftücher sind halt so viel multikultureller als die textile Manifestation der alten Blut und Boden – Ideologie….

    • Gibt es da nicht mehr Probleme mit dem internationalen Thug-Style in der U-Bahn?

      Wien war schon immer anders, aber man muss bedenken, wie die FPÖ inzwischen in den Gemeindebau eindringt – das passiert halt, wenn Traditionen zerbrechen. zuerst haben sich die Blauen an der ÖVP genährt und jetzt ist die SPÖ dran. Nur in tirol, wo alles Tradition ist, schaut die FPÖ mau aus.

    • Thug-Style
      Ich vermute, damit ist der Kapuzenpulli gemeint. Ich nenne die Kapuze, wenn über den Kopf gezogen, „das Männerkopftuch“.

  24. Berlin oder Provinz
    Von den grossen Städten, bleibt nur der Wind.

    Bert Brecht

  25. Schönes Motto heute,...
    La Brass Banda und davor schon Hubert v. G. haben gezeigt, wie man das Mottenpulver aus dem ollen Loden pustet…

    Ich habe heute Kretsche nicht gewählt, gönne ihm aber den rauschenden Erfolg von ganzem Herzen – der bedeutet nämlich (zugleich mit dem mehr als kläglichen Abschneiden der Grünen in den beiden anderen Bundesländern) die größtdenkbare Klatsche für das Ganze „tümlich-nein-danke“-Gschwerl aus dem grünroten Reichshauptslum.

    Kretsche hat nämlich gewonnen, weil er wirklich im besten Sinne „volkstümlich“ und authentisch ist. D. h., wenn die Grünen nichts anderes zu bieten haben als ihr Minoritäten-Betüttelungsprogramm mit Binnen-I und Sternchen und ix am Ende, geht das dem Normalwähler sowas von am Apex vorbei. Ohne vorzeigbare Figuren wird das nix (und die heißen nicht Beck). Auch Fukushima kommt passend zur Wahl so bald nicht wieder.

    Ich hoffe, dass das Kretsche (und Palmer im Fahrwasser) zu einem gehörigen Selbstbewußtsein gegenüber der Berliner (einstelligen) Chaostruppe verhilft.

    • Das schönste Grünen-ergebnis kommt aus Palmers Grafschaft Tübingen:

      https://www.tuebingen.de/wahl/html/lt2016.html

      Da hat er nämlich die AfD atomisiert.

      Das ist dann für die Bundespartei, die ihn dauernd verhetzte, eine wirklich brutale Klatsche.

    • Ja, das war eindrucksvoll...
      Was mich gefreut hat ist, dass Die Partei in manchen Stadtvierteln dort auf zwei Prozent kam. Sollte ich mal in DE wohnen wollen, wäre Tübingen anscheinend ein angenehmer Platz. (Rottach Egern kann ich mir nicht leisten….)

  26. identitaet
    Es gibt nur 2 Identitaeten: Arschloecher und Nichtarschloecher. Genau wie es nur 2 Musikrichtungen gibt: Country & Western.

    • Meine Realität
      ist irgendwie komplizierter- und die von James Taylor, glaube ich, auch
      @elhel

    • Patrick
      Bob Newhart fiel mir beim Lesen des Commentars ein und ich fand das Zitat tatsächlich im Net:

      I don’t like country music, but I don’t mean to denigrate those who do. And for the people who like country music, denigrate means ‚put down‘. Bob Newhart

      Was gibt es schöneres als intelligenten Humor….

  27. Katzenbild
    Besten Dank für die Einlösung des Versprechens, ein Bild von der Katze des Dons nachzureichen. Das Tier sieht sehr schön aus – soweit man sehen kann, eine bodenständige Felis silvestris catus (vulgo: Straßenkatze), für mich die schönsten und angenehmsten der Hauskatzen.

    • Die hier stammt aus Ibiza und wurde dort adoptiert – und hat ein deutlich zu kurzes Fell für unsere Region. die typischen Katzen sind viel wuschiger. Aber sie passt hier gut rein, und wir haben ein gutes Verhältnis, solange sie auf meinem Mantel schlafen kann. Es muss aber der Mantel sein, die Tagesdecke mag sie nicht.

  28. Oh,
    eine schöne Katze. Ich liebe Katzen, bin aber leider tierhaarallergisch. Ein Drama.

    Hier im Fränkischen tragen in manchen Dörfern alte Frauen immer noch sonntags die ortstypische Tracht. Was Freunde von außerhalb, dessen angesichtig, leider „unheimlich“ fanden. Schade. Mir gefällt’s.

    • Gut, es ist immer die Frage, wo sie auftritt. Ich traf beim Rodeln mal den Hirschbergförster, auch der natürlich in Tracht, als er aus dem Wald kam, mit einem toten Reh und Flinte, und es war ein grauer Tag – das ist etwas anderes als die Zenzi, die das Hollerschorle bringt.

      Die Katze gehört den Nachbarn, ist aber oft hier.

    • "Die Katze gehört..."
      Pruuuuuust, der ist gut!!!

    • OK, das war ein Euphemismus

    • Titel eingeben
      Drum, korrekt: Der Katze gehören die Nachbarn.

  29. Ganz leicht OT,...
    auch nicht gerade Ihre Hauspostille, aber ein Gustostückerl ganz nach Ihrem Geschmack:

    Die autochthonen Fast-Prekären werden knapp vor Hartz gerettet, indem sie andere – allochthone – Ganz-Prekäre darauf vorbereiten:

    „Für arbeitslose Geisteswissenschaftler ist die Flüchtlingskrise eine Chance: Sie können als Sprachlehrer arbeiten – auch ohne pädagogische Ausbildung. Schlecht bezahlt, aber besser als Hartz IV.“

    http://www.spiegel.de/karriere/berufsleben/deutsch-fuer-fluechtlinge-arbeitslose-akademiker-als-sprachlehrer-a-1081258.html

    Nebenbei: Auch in unserem hiesigen kleinen dummen Städtchen gibt’s zwei etwas benachteiligte Stadtteile, in denen soeben die AfD stärkste Kraft geworden ist. Die Leute ahnen eben, wer die kommenden Verteilungskämpfe auszuhalten hat.

    • Dafür macht die Caritas Profite wie nie zuvor.

      Der Flüchtling ist ein guter Grund, ein paar weitere Jahre in Berlin nicht erwachsen zu werden: Man baut ihm eine App und ist wieder einige Zeit voll und richtig beschäftigt. Und alle finden das super.

    • BAMF-Zulassung
      Zunächst einmal dem Don Dank für den schönen Artikel! Ich lebe glückllicherweise (?) in einer Region, wo es fast keinen Bezug mehr gibt zwischen der Kleidung, die man trägt, und der Weltanschauung, die man vertritt, was es hier und da durchaus schwierig macht, es aber auch hier und da auch sehr einfach. Es sieht wie Rocker oder Punker aus, ist aber nur ein Prinzesschen.
      Dank Perkeo für den Link zum Spiegel-Artikel. Ganz spontan wollte ich schon in die Tasten hauen, dass man nicht einfach so Integrationskurse geben kann. Da braucht es nämlich eine BAMF-Zulassung für. Das wurde vor einigen Jahren so eingeführt. Daraufhin mussten viele, die im Bereich DaF (Deutsch als Fremdsprache) schon viele Jahre tätig waren, meistens für teuer Geld eine entsprechende Qualifikation erwerben, sonst hätten sie ihren Job (als Honorarlehrkraft – gern auch an mehr als nur einer Einrichtung) verloren. Aber siehe da: Im Artikel steht, dass die Anforderungen an DaF-Lehrkräfte gesenkt wurden. Ist doch toll. Nur: Der Verdienst ist immer noch so bescheiden wie eh und je. (Der Artikel schreibt von 1000 Euro netto im Monat.) Und dafür hat man dann studiert. Dafür trägt man die Verantwortung, dass viele Menschen etwas lernen (und fit für die Gesellschaft gemacht werden sollen). Ist doch schön, wie viel der Gesellschaft das wert ist. Aber, darum geht es mir hier jetzt gar nicht. Mir geht es um die Absenkung von Standards. Ich sehe da ein Problem, vor allem, wenn es noch in anderen Bereichen Schule machen sollte. Man verzeihe mir, wenn ich das so platt formuliere, aber wer hindert die Politik daran, beispielsweise auch im medizinischen Bereich die Anforderungen an das Personal zu senken? So könnten wir doch all die vielen Ärzte unter den Flüchtlingen besser integrieren. – Ich weiß, das ist nicht nett. Aber es geht es aus meiner Sicht nicht an, erst jahrelang Menschen zu zwingen, noch eine Qualifikation zu erwerben und noch eine und noch eine und noch eine. Und plötzlich wird da eine Gruppe – vereinfacht gesagt – einfach so durchgewungen. Aber so scheint es eben zu sein: Entscheidend ist, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Der Rest ist Nebensache.

  30. Sorry, für OT
    Mich irritiert Frau v. Storch mit ihrer Forderung: Merkel muss weg.

    Ohne Frau Merkel keine AfD. Frau v. Storch müsste doch täglich für sie beten, denn egal was Frau Merkel macht oder nicht macht, immer gewinnt
    die AfD.

    • "Merkel muss weg" und das Dasein der AfD
      Herr Binvonhier,
      ich denke diese Verwobenheit der Bedingtheiten ist eine Grundbedingung von In der Welt Sein!
      Wer daraus ausscheren will, der befindet sich im Bereich der Kunst oder der Religion.
      Merkel versucht das (gekünstelt als religiös moralistischer Anspruch), Politik für „Ihr Land und Volk“ zu machen, also für ein LAnd und ein Volk, das es nicht gibt!

      Ich denke ja auch, dass Merkel nicht „weg“ muss, sondern „ins“ Gefängnis!- Wir brauchen die Frau- als MAhnmal, wie es nicht geht

    • Dazu bräuchten Sie aber erst mal ein urtail, und das wird es nie geben.

    • Das urtail
      Ich bin mir -leider- gar nicht mehr so sicher,WAS es in naher Zukunft wieder oder nicht mehr geben wird. Es ist inzwischen (aufgrund des Aufbrechens jedes gesetzesmässigen und verlässlichen Verhaltens durch Merkel-Entourage) fast alles möglich. Und ich meine das nicht positiv!
      Die Realitätsverweigerung, die die Blockpolitiker bei der Deutung der Wahlergebnisse zeigen , hat etwas Zombie-haftes.

      Die Diffamierung aller Bürger, „die nicht richtig gewählt haben“,
      ist eine Missachtung aller demokratischen Grundsätze.

      Sie sagen es selbst, es wird Deutschland zerreißen. Die Schuld dafür sehe ich beim derzeitigen regierenden Block! Und ich bin jetzt schon fast geneigt, von „Regime“ zu reden- auch kein guter Indikator.

      Und etwas Anderes naben Sie ja oben auch notiert:
      je aggressiver jede natürliche Identität verfemt wird (u.wir sind da bei gleichen Leuten, aber mit Themen-Analogie:Frühsexualisieru g-Auflösung sexueller Identität,
      Genderideologie-dito),
      desto skurriler wird um künstl.Identität gerungen werden.

      Und selbst wenn ich die AfD sehen würde wie Sie sie sehen,-
      das wäre dann nur ein milder Anfang!

    • Was die Zukunft bringen könnte ...
      @Don Alphonso: „Dazu bräuchten Sie aber erst mal ein urtail, und das wird es nie geben.“

      Seien Sie da mal nicht so sicher! Falls, und ich sage falls unsere Nachbarländer die Grenzen so dicht halten, dass Merkel selbst mit gecharterten Flugzeugen nicht genug Moslems ins Land holen kann: falls also die Stimmung wirklich kippt, bevor die Demographie kippt, dann wird langfristig folgendes passieren:

      1. Die im Bundestag vertretenen Parteien (bis auf vielleicht die Linkspartei) werden auf 0,0 % fallen.

      Warum? Weil der Verrat der Parteien am Grundgesetz mittlerweile jedes Maß überschritten hat. Und weil ziemlich sicher noch mächtig Korruption und Selbstbereicherung hinter den Kulissen abgeht (wie ich heute nebenbei gehört habe, hat Gabriel wieder eine Waffenlieferung an die Saudis freigegeben?).
      Das Vorbild hierbei ist Italien: Dort sind in den 90er Jahren im Rahmen der Korruptionsskandale die Democrazia Cristiana (https://de.wikipedia.org/wiki/Democrazia_Cristiana) und die Partito Socialista Italiano, also die italienischen Pendants von CDU/SPD, komplett zu Staub zerfallen. Obwohl jeder intelligente Mensch wusste, dass das politische System komplett korrupt ist, musste es erst in der Presse stehen, damit die Wähler sich von den Parteien abwandten. Nur die funktionierende Medienpropaganda hierzulande verhindert noch einen Kontakt der Wähler mit der Wirklichkeit.

      In Italien kam danach Berlusconi. Ich würde den Mann mit Kusshand nehmen, von mir aus dürfte er auch jeden Tag eine andere Prostituierte auf Staatskosten bekommen inkl. 1 Mrd. Eur Jahresgehalt, solange er uns nur von Merkel erlöst. Aber so billig werden wir hier leider nicht wegkommen.

      2. Kompletter Kollaps des Staates.

      Genau wie 1914 und 1939 wurde 2015 eine großangelegte Pressekampagne mit jubelnden, Fähnchen und Teddybären schwingenden Kriegs-/Flüchtlingsbegeisterten abgezogen (soweit ich weiß, war die Kriegsbegeisterung damals genauso ein Fake wie 2015). Wir führen jetzt quasi einen Weltkrieg gegen die Armut, nicht indem wir Truppen in andere Länder schicken, sondern indem wir die Leute zu uns holen. Jeder, der dagegen aufbegeht, wird als Kommunist/Volksschädling/AfD-Wähler denunziert.

      Gleichzeitig wird seit 2008 soviel Geld gedruckt wie für die Führung eines Weltkrieges. Dieser jetzige finanzielle Weltkrieg dient jedoch nicht für den Panzer- und Bombenbau, um feindliche Länder in Schutt und Asche zu legen, sondern für den „Bau“ von Finanzderivaten zur Ausplünderung der eigenen Bevölkerung. Aber das würde jetzt zu weit führen.

      Nichts desto trotz ist unser Finanzsystem mindestens so zerrüttet wie 1918 und 1945, Merkels Krieg nicht zu gewinnen, und irgendwann wird die „Wir schaffen das“ Illusion zusammenbrechen. Und dann sehe ich einen Zustand wie 1918. 1945 war anders, da wir Besatzungstruppen im Land hatten, die die neue Ordnung aufgebaut haben.

      Das krasse an 1918 war, dass niemand, weder Armee, noch Polizei, noch der Adel, kein Bürger, egal aus welcher politischen Richtung, bereit war, das alte System zu verteidigen. Es konnten sich einfach irgendwelche Leute auf Balkone stellen und Republiken ausrufen. Und das alte System zerfiel ohne Widerstand zu Staub.

      Das sehe ich bei uns auch kommen. Wenn das alte System keinerlei moralische Rechtfertigung mehr hat, reichen ein paar hundert zu allem Entschlossene aus, die Macht an sich zu reißen. Und wir kriegen ein neues System. Das könnte, die historischen Staatsformen in Deutschland in Betracht ziehend, eine dritte Republik sein, ein drittes Kaiserreich oder ein zweites Drittes Reich.

      Was immer uns bevorsteht, ich denke, es wird weitaus heftiger werden als ein Lutz Bachmann als Kanzler.

      3. Wenn wir soweit sind, wird nichts Merkel mehr vor einem Urteil schützen außer einem gutgewählten Exil, z.B. Chile, wo auch ihr Vorgänger seine letzten Tage verbrachte.

  31. Titel eingeben
    Die Federn stehen unter hohem Druck. Wurde das Fahrzeuggewicht erhöht? Diese „Sportfahrwerke“, besser Marxloh-Chassis, haben kürzere Federn und eine höhere Federrate. Außer Kreuzschmerzen bringt das alles nichts. Mit dem Marxloh-Chassis darf man auch höchstens von Hotel Mama zur Disco und zurück. Und nicht über die Alpen. Der Mechanicus ist außerdem ganz schön mutig. Jemanden mit einem Federbruch fahren zu lassen, ist purer Leichtsinn. Hoffen wir, der hat eine gute Betriebshaftpflicht.
    Bitte alle vier Schraubenfedern austauschen gegen normale. Oder gleich bei George Westinghouse Luftfederungen mit elektronischer Dämpfung einkaufen. Dieses Automobilwerk in der kleinen dummen Stadt hat die auch. Es ist ja kein Spaß, mit 97 im Rollstuhl zu sitzen weil die Bandscheiben hinne sind und zu krakelen: „hab´isch jahrelang Sportfahrwerk gefahren.“

    • Die Federn wurden danach rundum ersetzt. Mir war das auch zu unbequem.

    • Leider historisch
      Die Flüssig-Luft-Variante gibt es leider nicht mehr, aber die hatte schon vor zwanzig Jahren elektronisch gesteuerte Dämpfung und Anpassung der Federhärte. Bis heute kommt der Xantia Activa von damals (ohne ESP) beim Elchtest am schnellsten über den Kurs, vor allen (!) Porsches, Ferraris, R8; ohne Elch fährt er aber komfortabler als jede aktuelle Hoppelkiste…

  32. auweia
    hab mich wieder köstlich amüsiert.
    allerdings – wenn ich den auftritt von identitaere-bewegung dot de ee betrachte – hörte anderweitig davon – da bräucht ich nen ordentlichen sicherheitsabstand. insoweit – der titel ist kühn, respekt.

    • Das war eine leicht provokative Anspielung.

      Was man in den Medien gar nicht mitbekommt, sind die Aktionen der Identitären an den deutschen und östereichischen Grenzen, und natürlich versuchen sie, das Oberland aufzurollen. Wenn sich da andere nicht dafür interessieren und keine angebote machen, sondern nur schlecht reden, braucht man sich auch nicht zu wundern. Das Oberland trägt die Hauptlasz der Flüchtligskrise, und wenn dann so eine Grüne-Jugend-Gendertröte meint, von Kaltland reden zu müssen, ist sie halt mit ihrer Partei draussen.

  33. Danke
    Lieber Don Alphonso, nun lebe ich ja seit 20 Jahren in Lateinamerika und lese dennoch immer wieder und gerne ihren Blog (frueher sagte mal wohl „Meinung“, aber beim Versuch nicht altmodisch zu klingen lernen wir nun Neudeutsch). Mir gefaellt wie sie ihre Heimatliebe zeigen, mir gefaellt wie sie Trachten befuerworten, wie sie das Konservative, das Bewahrende also, hochhalten. Bei mir Zuhause lernen die Kinder und Jugendliche die Traditionen, sie lernen ihre bunten Trachten kennen und ihre traditionellen Taenze in den Trachten zur heissen Musik (Mi linda Costa Rica!) aufzufuehren. Und es stoert nicht nur niemanden, im Gegenteil, die Deutschen, die in der alten Heimat die Trachten als Verwerflichen Alt-Nazi-Hudel ablehnen, erfreuen sich hier an den Trachten der Latinos, so verrueckt ist das.
    Solche Typen mit den Kapuzenhemden gibt es bei uns auch und sie treiben sich gerne in der Dunkelheit in den Parks herum, wo sie, wie sie meinen, ungestoert ihren Giften nachgehen, kaufen und tauschen koennen, darum werden sie auch von der Polizei regelmassiger kontrolliert.
    Aber ich wollte nicht die negativen Beispiele bringen, sondern schlicht mal lobend sagen: Gottseidank gibts in dem spinnerten Deutschland doch noch hin und wieder jemanden der Traditionen hochhaelt und Trachten liebt.
    Saludos aus Costa Rica, Don Hans.

    • Danke für das Lob.

      Es ist ja nicht so, dass ich amit allein wäre. Das Problem ist nur, dass es keine Darstellung dessen gibt, was wirklich passiert. Die Medien schreiben de facto für grosse Städte, etwas anderes interessiert sie nicht. Auch Korrspondenten kommen aus der Stadt nicht hinaus. Beispielsweise ist Herr Bahners in München – un schreibt über den Konzertsaal, den vielleicht 40.000 Menschen wirklich brauchen, und aussenrum sind Millionen andere, die anders sind. Es ist wirklich ein Medienproblem, keines der gelebten Realität. Bei mir können Sie in voller Tracht rumlaufen und keiner wundert sich-

    • Tja ....
      … in D wäre der Hans ein „integrationsunwilliger Wirtschaftsflüchtling“ …. Aber da er ja in der Fremde die „richtigen“ Werte hochhält, nämlich „das deutschsein an sich“, ist er hier willkommen. Man ersetze einfach „Lateinamerika“ mit „Deutschland“ und „Trachten“ mit „Kopftuch“ und stelle sich vor ein Herr „Demüglü“ hätte den Beitrag geschrieben …. Ei, was wäre das Geschrei groß!

    • @ Michael Kratel
      Ei, ich schrei jetzt wirklich gleich ganz groß:

      Man kann „Trachten“ nicht mit „Kopftuch“ ersetzen, weil das erstere mit Tradition und Mode zu tun hat und das zweitere mit Religion und (Selbst)ausgrenzung.

    • Hihi ...
      …das mit der „Selbstausgrenzung“ ist ein Witz, oder? Und so weit ich weiß, steht im Koran nix vom Kopftuch, sondern dieses ist … genau: Tradition.

  34. Herrlicher Satz
    “…und daher ist der Trachtenmarkt der Neureuther wichtiger als die Modemesse in Berlin.“

    Aber Umsatz! Der Profit!
    Was soll aus Deutschland werden? Wie viel Wachstum bringt der Lederhosen Markt für Maestro Schäuble???

    „Eigentlich geht der hochtoxische Streit um Identitäten und entfremdete Normen, und langsam habe ich Zweifel, dass sie zusammen kommen werden. Da sehe ich schwarz.”

    So weit ich hier Wahlergebnisse mitbekomme, hat sich dieser unappetitliche Trend ja gestern bestätigt, was auch für die „Dirndl und Janker“ Fraktion nicht unbedingt erfreulich sein dürfte, oder?
    Trügt mich der Schein, oder ist es nicht in Wahrheit so, dass die Dirndl und Janker Armee zwar so manche Schlacht gewinnt, aber unausweichlich den Krieg verlieren wird?
    Wie viel wird das Deutschland/Bayern des Jahre 2018 noch mit dem des Jahres 2014 gemeinsam haben?

    • Reiche einigen sich, Reiche zerbrechen. De facto ist das schon passiert, es gibt eine deutsche Politik und eine austro-ungarisch-bajuwarische Politik und Kretschmann linst ja auch schon rüber – dass Seehofer und Kretschmann mittlerweile bestens miteinander können, wird auch gern übersehen.

      Die Preise für gebrauchte Trachten sind immer noch enorm hoch. eine gute Lederhose kostet neu schon mal 2000 Euro, ein guter Janker ist unter 400 nicht zu bekommen. Das alles ist in Deutschlan oder Österreich gefertigt und sicher ähnlich teuer wie Pret-a-Porter. Ausserdem spriessen bei uns überall neue schneiderein aus dem Boden, und das in einem finanzkäftigen Wirtschaftsraum.

    • Give Three Piece a Chance
      Da ich aus einem Landstrich komme, der keine besondere Tracht hat, bevorzuge ich Dreiteiler aus der Savile Row. Der Effekt ist der gleiche.

    • Umsatz
      >Was soll aus Deutschland werden? Wie viel Wachstum bringt der >Lederhosen Markt für Maestro Schäuble???

      Wir bekamen als kleine Jungs von unserer notgedrungen sparsamen Mutter sehr bayrisch wirkende kurze Lederhosen verordnet. Ganz ohne in Bayern beheimatet zu sein und ohne folkloristische Hintergedanken. Einfach weil das die einzigen Hosen waren die nie kaputt gingen. Schwarzes schweres Schuhleder.

      Produkte, deren Lebenserwartung der von Hinkelsteinen ähnelt sind wohl auf dem Binnenmarkt keine echten Konjunkturmotoren.

    • Was bringen uns konjunkturmotore für amerikanische Baumwolle, die in vietnam genäht wird?

    • Stolzer Preis...
      2000 Euro…. Als Kind hatte ich solche auch und ich erinnere mich wie unangenehm lange es dauerte bis die endlich ein bisschen eingespeckt waren. Die einzigen für mich sinnvollen Hosen….

  35. Die Ursache
    für derartiges ist natürlich der endemische Deutschenhass, der so weit geht, dass jede Kopftuchträgerin in einer Talkshow beklatscht wird, es aber höchst seltsam und provinziell anmutet, wenn Regionalismen durchscheinen, weil sie ja auf etwas Bewahrenswertes, wie eine eigene Kultur oder auch nur handwerkliche Tradition verweisen, die es nicht geben darf, oder nur bei anderen. Auch deshalb hassen Linksgrüne übrigens Burschenschaften.

    Besonders übel wurde da immer den Vertriebenen mitgespielt, die ja nichts anderes retten konnten als ihre Kultur und die verächtlichen Kommentare über trachtentragende Sudeten, Schlesien, Pommern auf ihren Treffen sind mir noch in guter Erinnerung und dass die jetzt als Modellfall für die geliebten Refugees herausgekramt werden, ist an Schäbigkeit schwer zu überbieten.

    • Naja, ich kenne die originalen Flüchtlinge teilweise noch direkt und da waren schon welche dabei, da kann man Benes auch wieder verstehen. Also so richtige altnazis. Das übertrug sich dann auch auf deren Tracht. Aber auch da ändert sich ja langsam einiges.

    • ......
      Es verwundert auch heute noch nicht wenn manche alte Sudetendeutsche auf die Tschechen nicht gut zu sprechen sind, hat man doch den Sudetendeutschen ihr Selbstbestimmungsrecht genommen weil die Tschechen ganz Böhmen verlangten und Demonstrationen dagegen dann mit scharfer Munition niederschlugen.
      Das man auf einen Staat nicht mehr so toll zu sprechen ist der auf einen schiesst sollte nicht weiter verwundern.

  36. Selbstverachtung und Interesse
    Das Schöne, was die Dame da bewunderte, war exakt solange interessant, wie es ihr exotisch erschien. Die Sekunde, in welcher sie die Information erreichte, dass es alles Mögliche war, nur eben nicht exotisch (jaja, für einen Berliner wahrscheinlich schon), war dieselbe, in welcher die Selbstverachtung einsetzte. Sie selbst bewundert es; und verachtet sich selbst dafür, dass sie es tut. In der vorhergehenden Sekunde (hoch-) achtete sie sich selbst noch für ihre Bewunderung dessen, was sie als exotisch wahrnahm.
    Sie könnten auch ‚Zeitgeist‘ als Schlagwort hinzufügen.

    Ihren letzten Absatz finde ich aber interessanter. Sie sehen anscheinend dasselbe kommen wie ich. Ich zweifle nur leider schon länger daran, dass diese Entwicklung noch irgendwie eine glimpfliches Ende nehmen wird. Sie scheinen die Hoffnung zu hegen, dass Vermittlung noch möglich ist. Diese Hoffnung basiert aber auf der Voraussetzung, dass die „Scheindebatten führenden Parteien“ noch rational zugänglich sind.

    Sind sie das?

    (Sprechen die Reaktionen auf das heutige / gestrige Wahlergebnis dafür?)

    • Ich glaube, dass Deutschland auseinander bricht. Wir haben hier ja Informationen über die sog. Abgänger in den Flüchtlingslagern, also Leute, die sich einfach abmelden und verschwinden – das soll aufs Jahr gesehen jeder Dritte sein. Die syrischen Familien bleiben, andere ziehen weiter nach Norden. sie gehen dorthin, wo weniger Kontrolle und Druck herrscht. Die sind auch nicht anders als jene Landeskinder, die Bayern doof finden un nach Berlin gehen.

      Letzthin fragte mal ein SPON-Artikel ganz entsetzt, wie man denn in die Provinz ziehen kann. ie verstehen das System nicht. Die langfristigen Optionen in der Provinz sind besser als in den grosse Städten des Nordens. Es wird also eine natürliche Scheidung geben in ein Land nörlich und ein Land südlich des Mains. Bayern und BaWü werden sich anders entwickeln, vielleicht auch noch der Osten.

    • DER AUSEINANDERBRUCH
      aber DON, wir alle sollten uns doch freuen, dass 1866 endlich richtiggestellt wird.

      was danach mit Preussen über uns kam hat uns alle nicht glücklich gemacht. Preussen hatte eh keine erfolge mehr, der letzte deutsche sieg im westen war 1871. das ist schon lange her.

      wer unter spalterflagge und spalterhymne glücklich aufgewachsen ist, wird als spalter enden.
      das könnte dann historisch betrachtet (grüsse an Peter Altmaier!) ein verdienst gewesen sein.

      dann können die Salzburger Janker – die ich mit einer geschmacksbewussten netten dame dort erstehen konnte – auch wieder öfters aus dem schrank genommen und getragen werden.

    • Benes kennen Sie als Historiker, die jüngeren vielleicht sogar persönlich:
      Sollten wir uns ein Beispiel an der vorbildlich sauberen tschechisch-slowakischen Sezession nehmen? Allerdings: Wer muss dann hier bei uns den Dubcek geben, der geopfert werden darf, weil er nach dem Motto „Ich war dabei!“ doch übermäßig viel Unerwünschtes ausplaudern könnte…

  37. Trachten nach mehr
    Verehrter Don,
    ein schöner sinniger Artikel, ich erinnerte mich an meine Kindheit, wo ich selbstverständlich kurze und Kniebund – Lederhose hatte sowie zwei „Janker“. Nach meiner Einschätzung hat der Adel sowieso eine gewisse Affinität zur Tracht, selbst wenn er nicht aus Bayern kommt.
    Einen schönen warmen Lodenjanker (ohne Stickerei) habe ich immer noch, ebenso wie den Lodenmantel für allfällige Einladungen in Reviere. Und den passenden Hut mit Saubart.
    Ihre Bemerkung zur Geschmacks- Waffensupersozialisation (das Original nimmt mir der Rechner hier nicht ab) zauberte mir heute früh gleich ein Lächeln ins Gesicht.
    Dann schau mer mal was bei den Parteigremien heute heraus kommt.

    • anke. Ich fürchte ja, dass viele gar nicht verstehen, dass die „Mode“, die sie tragen, eine der Fluchtursachen sind, die wir bekämpfe wollen. Die Jeans aus der TTürkei, die von syrischen Flüchtlingen genäht wird, ist billig – und wenn der Syrer dann kommt, wir es teuer. Das will aber noch nicht mal derjenige schreiben, der über das Elend in der türkei berichtet.

    • Über die Fluchtursache Billigmode, Billigkrempel & Billigfleischexporte nach Afrika ...
      … solte man schreiben. Bitte.

    • Ist vorgemerkt.

    • Wirklich?
      Vorgemerkt? Da bin ich dann aber gespannt auf die Reaktionen. Das einzige was die wackeren Deutschen noch aufrecht erhält ist doch das mit dem Finger auf andere Zeigen? Jetzt sollen sie auch noch selber mitschuld sein? Wie zersetzend…

  38. Achsbruch der repraesentativen Demokratie - Weimar 2.0
    Die Hasardeure der schwarz-rot-gruenen Einheitsfront in Berlin haben die Deutsche repraesentative Demokratie zu schanden gefahren – wie unkontrollierte Jugendliche, die einen flotten Flitzer geklaut haben, crashen – und das Wrack liegen lassen.

    Die Wahlaufbereitung der Einheitsfront zerstoert jede Hoffnung auf Besserung. Die zur Schau gestellte Arroganz und Ignoranz ist, gelinde gesagt, erschuetternd.

    AfD ist notwendig, ein notwendiges Uebel fuer Viele, aber die Notbremse, um ueberhaupt eine Opposition zu haben.

    Die Einheitsfront sagt, sie fuehlt sich durch die Landtagswahlergebnisse bestaerkt! Welches Stadium des Realitaetverlustes ist denn da erreicht?

    Sie werden nicht ruhen, bis fast 70 Jahre Deutsche Nachkriegsdemokratie zerstoert sind – und die EU gleich mit.

    Die naechsten Jahre werden wir ein tief gespaltenes Land erleben, ohne Konsensfaehigkeit – feindliche Lager. Wenn die Finanzkrise zum Finanz- und Wirtschafts-Kollaps fuehrt (innheralb der naechsten 2-3 Jahre) wird es richtig zur Sache gehen – haerteste Verteilungskaempfe, die mit Hass und Gewalt ausgetragen werden.

    Die Berliner Einheitsparteien – und keine Loesung in Sicht.

    • Danke, Hagen...
      Endlich mal jemand der die wahrheit deutlich auspricht: „Die Hasardeure der schwarz-rot-gruenen Einheitsfront in Berlin haben die Deutsche repraesentative Demokratie zu schanden gefahren …“

      Jetzt geht sogar mir ein LIcht auf !

      Ich Dummerchen dachte bisher, dass die „Deutsche repraesentative Demokratie“ mit ihren Wahlentscheidungen jene Berliner Einheitsfront zu ihren Entscheidungen ermächtigt und legitimiert hat!
      Dabei war es also eigentlich umgekehrt?

  39. Können Sie bei der faz.net Wahlergebnisanzeige etwas ändern lassen?
    Bei „Gewinne und Verluste“ muss die AfD dieses erste Mal natürlich mit jeweils „+ 100 %“ gelistet werden!!!

    • Das ist Technik, da bin ich als Feuilleton durch mindestens zwei Brandmauern getrennt.

    • Prozentrechnung
      Die meisten können ja noch nicht einmal elementare Prozentrechnung, da ist es definitiv zu viel verlangt, den Unterschied zwischen Prozentwerten und Prozentpunkten zu berücksichtigen….
      Von „interessierten Kreisen“ wird das natürlich auch gerne ausgenutzt.

  40. Wieder mal ein riesiges Dankeschön für diesen Beitrag!
    Genau so ist es. Und eins sei noch angemerkt: In der ganzen kurzen Geschichte Gesamtdeutschlands seit 1871 kann man kurz zusammengefasst folgendes sagen: Aus Berlin ist im Endeffekt noch nie etwas Gutes gekommen: Wilhelm II., der GröFaZ und jetzt die Menschheitsbeglückungsmaschinerie linker Gutmenschen, die alles an Traditionen und Werten niederwalzen will, was hier über Jahrhunderte gewachsen ist. Wir sind eine Gesellschaft geworden, die von den hysterischen Debatten von Journalist_*innen, Soziolog_*innen und Politikwissenschaftler_*innen bestimmt wird. Diese Berufsgruppen zeichnen sich dadurch aus, dass sie nichts schaffen. Sie kommentieren und bewerten nur.

    • In Berlin haben sie damit beste KKarrierechanen, und noch schlimmer geht es in der Sache in NRW zu. Und auch in München gibt es ein frohes Treiben der Vergangenheitshasser. aber solange bei der Zwit ein Blog für sexistischen Totalitarismus befüllt wird, wird sich daran nichts ändern. Niemand gibt gern zu, dass er sich vergaloppiert hat.

    • aus Berlin?
      Der GröFaz kam aus Braunau, also Österreich(!), dann erste „Erfolge“ in München(!).
      …ist also nicht gerade das passendste Beispiel, eher bestätigt es die These von ‚Godwins Gesetz‘.

    • Titel eingeben
      Unschöne Geschichtsklitterung as usual: Die GRÖFAZ-Partei gründete sich 1920 in München und konnte sich in Bayern größeren Anhang zugewinnen – während Preussen sie 1922 mit anderen Ländern verbot!

      Und die „hysterischen Debatten“ wurden in den letzten 12 Monaten ja wohl von ganz anderen „Kreisen“ geführt, leider.

    • Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass München bei Hitler nach dem Selbstmord seiner Nichte das Interesse an München rapide schwand. Von da an war Berlin Zentrum seines Lebens.

    • Reichstagswahl 6.11.1932
      Ergebnis für München
      insgesamt 386.921 Stimmen abgegeben, davon sind 3.370 ungültig

      Nationalsozialisten 95.382 Stimmen
      * Sozialdemokraten 79.109 Stimmen
      * Kommunisten 75.552 Stimmen
      * Deutschnationale Volkspartei 25.597 Stimmen
      * Bayerische Volkspartei 95.243 Stimmen
      * Deutsche Volkspartei 3.414 Stimmen.“

      Das sind 24,86% der gültigen Stimmen für die NSDAP.
      So berauschend war der Erfolg in Bayern nicht.

    • Un München nahm auch noch eine Sonderstellung ein, aussenrum dominierte die BVP.

    • Titel eingeben
      Nun ja – zur Wahrheit gehört dann sicher auch, dass ca. 25% der KZ-Lagerkommandanten aus Bayern stammten:

      Hans Aumeier * 20. August 1906 in Amberg, Bayern Kommandant des KZ Vaivara
      Richard Baer * 9. September 1911 in Floß, Oberpfalz Kommandant des KZ Auschwitz und des KZ Dora-Mittelbau
      Heinrich Deubel * 19. Februar 1890 in Ortenburg Kommandant des KZ Dachau und des KZ Columbia
      Otto Förschner * 4. November 1902 in Dürrenzimmern Kommandant des KZ Dora-Mittelbau
      Adam Grünewald * 20. Oktober 1902 in Frickenhausen am Main bei Würzburg Kommandant des KZ Herzogenbusch
      Anton Kaindl * 14. Juli 1902 in München Kommandant des KZ Sachsenhausen
      Otto Max Koegel * 16. Oktober 1895 in Füssen Lagerkommandant des KZ Majdanek, des KZ Ravensbrück sowie des KZ Flossenbürg
      Josef Kramer * 10. November 1906 in München Kommandant des KZ Natzweiler-Struthof, des KZ Bergen-Belsen und des KZ Auschwitz-Birkenau
      Hans Loritz * 21. Dezember 1895 in Augsburg; Kommandant des KZ Dachau und des KZ Sachsenhausen
      Arthur Rödl, * 13. Juni 1898 in München Lagerkommandant des KZ Groß-Rosen.
      Heinrich Schwarz * 14. Juni 1906 in München; Lagerkommandant im KZ Auschwitz III Monowitz
      Johann Schwarzhuber * 29. August 1904 in Tutzing, Oberbayern stellvertretender Kommandant des KZ Ravensbrück
      Hilmar Wäckerle * 24. November 1899 in Forchheim; Kommandant des KZ Dachau
      Franz Xaver Ziereis * 13. August 1905 in München Kommandant des KZ Mauthausen

      ganz zu schweigen von Streicher, Göring, Himmler, Röhm, Boepple,Josef „Sepp“ Dietrich, Epp, Esser ,Grau, Grimm usw.

    • @Ein Münsterländer, 08:36 h am 14.03.2016, Schändung des Kaiserandenkens
      Eine etwas einfache Sichtweise, dass aus Berlin noch nie etwas gutes gekommen sei, finden Sie nicht? Es steht mir fern, Kaiser Wilhelm II. für seine Politik zu loben, sie verdient kein Lob! Dennoch ist sie aber für die Person des Kaisers in sich folgerichtig, wie auch die derzeitig regierende Pfarrerstochter auch nur fundamentalistisch-christliche Konzepte umzusetzen gedenkt, die sie vermutlich in ihrem Elternhaus kennengelernt hat.

      Bei Kaiser Wilhelm II. spielt die verkrüppelte Hand als große sichtbare Schande für das Kaiserhaus und die daraus resultierende Kompensation mit einer übermäßigen militärischen Erziehung des noch jungen Kaisers Wilhelm II. durchaus eine Rolle für den direkten Weg in den ersten Weltkrieg und die daraus folgende Errichtung der Weimarer Republik.

      Auch wird nicht jeder mit politischen Genen geboren. Ein Adelstitel ist wahrlich keine Garantie für politisches oder gesellschaftliches Verständnis, das lehrt schon ein oberflächlicher Blick in die Geschichtsbücher.
      Das es auch positive Gegenbeispiele gibt, wird von mir nicht bestritten.

      Hier aber die Münchner Wahlergebnisse vom 06.11.1932 als Beweis für die Harmlosigkeit und Naziferne des Bayernvolkes anzuführen, greift meiner Meinung nach deutlich zu kurz.
      Natürlich hat IHN keiner gewählt, und die IHN gewählt haben, konnten sich nach dem 08.05.1945 irgendwie nicht mehr daran erinnern.
      Die Wahl war nur der Startschuß zu den uns heute bekannten historischen Resultaten, aus denen wir lernen sollten. Ob die Münchner weniger NSDAP gewählt haben als die Preußen in Berlin, ist bei der Betrachtung der Folgen – und nur um diese geht es – letztendlich belanglos.

      München war Hauptstadt der Bewegung und blieb es auch während der ganzen Zeit des dritten Reiches. Nürnberg war die Stadt der Reichsparteitage und Bayern doch sehr nahe am Reichsprotektorat Böhmen und Mähren, wo sich Orte wie Theresienstadt u.s.w. befinden. Dachau liegt auch sehr nahe an München, aber ich will gar nicht so tief bohren.

      Berlin war aufgrund des bestens funktinierenden Reichsverwaltungstatus‘ für die regierende NSDAP interessant. Das Faible für Uniformen und Militär teilte man dort wie selbstverständlich, insofern fühlte „man“ sich dort tatsächlich wohl. Zudem etablierte man den Führerglauben (-also das an den Führer glauben-) dort sehr problemlos, weil man sich in den konservativen Teilen Berlins durchaus den Kaiser als wieder regierend wünschte.
      Dies verdeutlicht der „Tag von Potsdam“, eine Inszenierung welche die Zepterübergabe zwischen Kaiserreich, bzw. -Armee und dem gewählten „Gefreiten“ thematisch feierte.
      Man konnte also auch als einfacher Soldat im neuen Reich etwas werden, dies sollte die eher einfachen Bürger ohne Adelsprädikat auf die bestehenden Vorteile der neuen Regierung hinweisen. Man konnte sich hocharbeiten. Der Adel durfte auch repräsentieren, also war alles wieder gut, und Suppenküchen für Arbeitslose gab es auch. Die Welt war wieder gut geworden.

      Das wurde in München wie in anderen bayerischen Städten auch begrüsst und wahrgenommen. Heute so zu tun, als sei der Führer und seine Partei ein teuflisches Übel, dass quasi per Verodnung über die unschuldigen Bayern kam, ist lächerlich und hahnebüchen. Man erinnere sich nur an die jährlichen Feiern vor der Feldherrenhalle in München, wo die Gefallenen des vereitelten Putsches von 1923 jedes Jahr mit der jubelnden Bevölkerung gefeiert wurde. Auch die Münchner wurden für dieses Ereignis nicht abgeholt, sondern kamen freiwillig und waren begeistert. Oder die Aufmärsche vor der Bavaria in München, oder der Kult um das Hofbräuhaus, oder…, oder…, oder… .

      Es geht mir nicht darum, München oder Bayern als besonders dem Faschismus zugetan zu diskreditieren. Ich will nur schreiben: Auch die Bayern und Münchner haben sich vom Führer genauso hinter das Licht führen lassen, wie der Rest der Nation auch.

      Aufgrund der Übernahme des Verwaltungsstaates der Preußen durch die Nazis wurde kurz nach dem Krieg dann letztendlich die preussische Staatsverwaltung per alliiertem Dekret aufgelöst, seitdem gibt es kein Land „Preussen“ mehr in der Bundesrepublik.

      Folglich hat also das besonders gute Funktionieren zur Auflösung Preussens geführt, und nicht die freundlichen Willkommensgesten gegenüber dem größten Scharlatan in der deutschen Geschichte.

      Daraus abzuleiten, dass sich in Berlin das Loch befindet, von dem der Teufel seine Abkömmlinge über die friedliche Erde sendet, spricht für eine künstliche Überhöhung Berlins, die diese Stadt wirklich nicht verdient.

      Ja, dort herrschen immer noch Großmannssucht und unbedachte Flapsigkeit im Umgang mit der deutschen Sprache, aber die Ursache für den Nationalsozialismus an einem Ort festzumachen spricht für ein mangelndes historisches Verständnis. Politiker – auch Diktatoren – sind keine ortsgebundenen Pflanzen, sondern bringen ihre Ideen auch in die kleinsten Orte und in die dümmsten Hirne ihrer Anhänger.

      Trotzdem ist der Grenzschutz und die Errichtung von Zäunen oder Grenzsperanlagen weiterhin – auch in einer Schengen-Raum-EU – wichtig. Freundschaft zwischen den Völkern wird nicht an ein paar Grenzzäunen scheitern. Die Freundschaft zwischen den in der Bundesrepublik zusammengefassten deutschen Völkern wird – so hoffe ich – weiterbestehen.

      Deshalb mag ich den Trachtenmarkt und die Meinung darüber auch sehr gerne, soll doch ein jeder glücklich werden nach seiner Fasson.

    • @kdm etc.
      Mal wieder komplett, was sie da schreiben. Zu Adolfs Zeiten hatte Bayern noch ein eigenes Staatsrecht und wollte den sauberen Herrn nach Verbüßung seiner Haftstrafe direkt nach Österreich ausweisen.
      Leider kamen die Preißn dazwischen:
      Er wurde erst Beamter in Braunschweig und dort auch eingebürgert. Von dort ging er nach Berlin und das Unheil nahm seinen Lauf.

    • @Knut Gnadenbrotler
      Das stimmt tatsächlich mit dem Sitz des Satans in Berlin.
      Schon in der Bibel steht, dass der Pergamom der Sitz des Bösen ist.
      Tja und der steht heute in Berlin ….
      Verstehe auch nicht, wieso die Berliner da so drauf beharren. Der Sultan beansprucht ihn doch. Warum geben sie ihm den nicht zurück?
      Ein Versuch wäre es doch wert!

  41. Identität und Verschiedenheit
    Sie wissen, dass ich es hasse, Sie zu loben, D.A.. Und wir beide wissen, dass Sie es noch mehr hassen, von mir gelobt zu werden.
    Aber da haben Sie wieder en passant aus kleinem (wiewohl nicht billigen) Anlass einen sehr grundlegenden Artikel geschrieben!

    Die sogen.“Flüchtlingsfrage“ ist allerdings nur eine Symptomgebatte, – die eigentliche Frage ist die der Identität und der erlaubten Verschiedenheit. Wir befinden uns in einem Kulturkampf – nein, nicht mit dem Islam!

    „Kreise, die keine kulturelle Identität mehr brauchen, weil die Ideologie ihren Platz eingenommen hat“ Dies ist eine sehr klare Einsicht! Ideologie als Kulturersatz!
    Eine RElektüre von Aldous Huxley >Schöner Neuer Welt< wäre für die Protagonisten (also wir alle) angesagt.

    Die Bild-Text-Komposition ist äusserst inspirierend!
    Die Sprechblase Ihres Katers, ggfs. die Ihrer Lederhose, "wie wenig weiß ich von dem Islam" stellt bei mir ironisierend die Feststellung aufs Podium: wie wenig wissen die Leute von ihrer eigenen Religion und deren Einflüssen auf den status quo.

    Wie unsinnig, ja wie absurd und gefährlich, ist es, von anderen REligionen zu reden- ophne selbst eine zu haben! (es sei denn man sei Fachdozent für Vergleichende Religionswissenschaften)

    Leute, die sich immer nur aus politischem Anlass mit Religion befassen, sind mir suspekt. Die machen dann nahezu immer den Fehler der Evangelischen Kirche (u.neuerdings der Deutschen Kath.Bischöfe), Religion mit Moral zuverwechseln!
    Oder sie bewegen sich auf der Abschussrampe evangelischer Fortgeschrittenen-Kurse, die statt Moral Moralismus nehmen- wie Merckel, Gauck, Göring-Eckard und ihre Antifanten.
    An jenem Schmachtpunkt aller Kleindenker treffen sich dann diese Vertreter einer ideologisierten REligion mit dem Islam, der primär Ideologie im Deckmantel von REligion ist, und jenen, die Ideologie zum Religionsersatz machen,- das sind die LInken.

    Ihre Skepsis, DA, im letzten Abschnitt scheint mir leider mehr als berechtigt!

    • Danke. Ich fürchte tatsächlich, dass es ein brutaler Kampf wird, denn ich habe auch schon einige persönliche Konflikte durchstehen müssen, die nicht wirklich erfreulich waren. Daher kenne ich die Argumente gegen die Tradition sehr gut, und leider ist es so, dass viele wirklich die Flüctlinge als Hebel benutzen, um Deutschland irreversibel in ihrem Sinn zu verändern. Der Flüchtling ist das Gegenteil der Spiesser, deshalb mögen sie ihn. Dass viele Flüchtlinge selbst Spiesser sein wollen und einige andere im Görli Drogen verkaufen, ist für sie noch nicht relevant. Aber die Debatte kann nicht warten, bis die Erfahrungen so sind, dass sie die Probleme selbst erkennen. Denn die Leute, die kommen, wollen ganz sicher nicht das linke Projekt.

    • "Flüchtling ist das Gegenteil der Spiesser"
      Danke für die Antwort.
      Den empirischen ERfahrungsgehalt gibt es dazu schon seit 40 A!
      Zwar waren es NUR Arbeiter, also die muslimischen türkischen Gastarbeiter, und keine FLÜCHTlinge…, aber als jemand, der im Ruhrgebiet aufgewachsen ist, kann ich bescheinigen, dass die meisten Türken „Spiesser“ waren. (und ich meine das nicht negativ!) Wichtig war AUTOPUTZEN, Tradition, Behäbigkeit (NACH der Arbeit!), Funktionieren der Gesellschaft und ORDNUNG(!) ! MAn muss sich nur die Selbstaussagen dieser ersten Generation anhören.

      Auch das „Spiesser-Argument“ ist ja nur eine Spiegelfechterei der Linken, die dabei nicht erkennen, wie bräsig und spiessig (diesmal negativ verstanden!) rechthaberisch sie sich dabei aufführen: die Splitter sollten sie lehren- wenn sie denn lernfähig wären..

    • Naja, die Frage ist ja auch, wie viele Türken wirklich die Grünen wählen, wenn sie von ihrer hippen Kernwählerschaft aus Kreuzberg verdrängt werden.

    • Ach Patrick....
      … immer dieselbe Leier.

      Das von mir und allen Denkenden verachtete Spiesser Modell ist eben genau nicht das, was sie beschreiben. Spiesser sind diejenigen, die sich berufen glauben ANDEREN vorschreiben zu müssen, wie die gefälligst zu leben haben. Der eigentliche Sinn des Lebens also….
      Um auf einen Beitrag von ihnen ein wenig weiter oben zurück zu kommen: es geht sie einen Dreck an, welche Art der Sexualität ein anderer für sich wählt und egal was sonst noch alles…

      Aber das ging ihresgleichen immer schon gegen den Strich, allein der Gedanke daran, dass Andere, Unwürdigere, ein fröhlicheres, letztlich besseres Leben als sie führen könnten, da geht ihnen (ganz der kleine Göhring) das Messer in der Tasche auf.

      Sie sind derjenige, der sich abwertende Urteile über Dinge und Leute anmasst, von denen er keinerlei wirkliche Ahnung hat. Ein Spiesser halt.

    • Seelig sind die mit funktionierenden Feindbildern @tdv
      „Spiesser sind diejenigen, die sich berufen glauben ANDEREN vorschreiben zu müssen, wie die gefälligst zu leben haben.“ tdv

      Damit haben Sie genau die Leute beschrieben, die ich benannt habe.
      Aber begriffsungetreu haben Sie dafür den Begriff „Spiesser“ verwandt. Der Moralist ist gemeint.

    • Ideologien als Identitäten
      Zu Ideologien gehört immer ja auch ein Ikonoklasmus, die Zerstörung der Bilder des Gewesenen.

      Ob das jetzt die Kommunisten waren, die den Stuck von den Fassaden meißelten, oder der IS, der Tempel sprengt.

      Unsere hiesigen Botschaften unterscheiden sich ja tatsächlich auch nur partiell von denen der IS.
      Das geschlossene Heilsversprechen heißt Wohlstand in Freiheit, der sakulärisierte Mindestsold heißt Hartz4 und das erklärte Jihadziel ist die Stabilisierung der Rentenkasse. Oder so.

      Einzig für die Einforderung der Glaubenskraft oder der Sanktionierung von etwaigen Herätikern fehlen uns offenbar jegliche Mittel.

    • Ich sehe auch wenig Unterschied zwischen hässlicher Islamistenmode und Berliner Moe. Beides lehnt sich gegen bekannte schönheitsideale auf und hat dan auch potthässliche Vorreiter.

    • Danke, Dann ist es ja gut....
      Nur: alle Moralisten sind Spiesser, aber nicht alle Spiesser sind Moralisten. Das mit dem Neid auf alles was ein besseres Leben zu führen scheint, haben die beiden natürlich gemiensam.
      Seit meiner Kindheit habe ich solche Leute gehasst und in den 50er und 60er waren leider fast alle noch so.
      Dass diese Widerlinge ein geschüttelt Mass an Verantwortung für viele der Auswüchse 67er tragen, wird natürlich ebenso ignoriert, wie heute die Politik des Westens im Zusammenhang mit der Erschaffung der syrischen Flüchtlingsmassen.

    • @Gastredner
      Richtig, jede Ikonostase hat einen Ikonoklasmus im Vorlauf.
      Ich würde aber noch weiter gehen, denn mir ist das noch zu statisch: Denken und Schaffen zeichnen sich als die Fähigkeit aus, nach dem „passenderen Bild“ zu suchen. Das heißt, jede schöpferische /kulturelle Tätigkeit beginnt nicht nur mit dieser Antithetik, sondern sie erhält sich lebendig, indem sie den Ikonoklasmus zum movens macht.

      Allerdings gibt es auf dieser theoretischen Basis doch erhebliche und entscheidende Unterschiede (Ihr IS-Vergleich): Wenn ich mich als Bildhauer von Vor-Bildern frei machen, um überhaupt schaffensfähig zu werden, dann mache ich das im Sinne „töte Buddha, wenn Du ihm begegnest“, aber ich gehe nicht her und verbrenne den Isenheimer Altar oder zerschlage Skulpturen von Bernini oder Donatello,-schlitze Wandbilder von Anselm Kiefer auf… usf..
      Ausserdem stehle ich nicht fremde Frauen und errichte „Schulen für die Weiblichkeit“(zit.) bzw. inszeniere Vergewaltigungsorgien und pflege mein biederliches Gemächt…
      Ich töte und foltere niemanden, „um das Bild zu stürzen“.

      Meine Mittel sind eher moderat innerlich (auch meine Krisen bezahlt kein anderer, denn jeder Bildersturz bringt auch die Welt an ihre Grenze- deshalb macht man das ja).

      Der IS bekommt diese intellektuelle Kurve (wie vieles andere auch) nicht mit. Und er ist damit genauso obstipativ wie eine absolute Ikonostase. Und irgendwie behagt mir der Vorschlag nicht meine Kulturtechnik des Ikonoklasmus mit den Aktionen des IS gleichgesetzt zu sehen, bzw. den IS und seien Verbrechen an ihnen relativieren zu lassen.
      mfG PF

    • @tdv "Kindheit 50er u.60er"
      Tja und ich habe dann als Jugendlicher unter den Alt-68ern als Lehrer „gelitten“. Ich bin im Ruhrgebiet in reger Auseinandersetzung mit linken MIlieus, tlws.Umkreis der 2./3.Generation der RAF, groß geworden. Ich hatte also unter ganz anderen Spießern zu leiden…

    • @Patrick
      Damit wir uns nicht missverstehen, ich kann ihre Klage über die 68er Spiesser nachvollziehen…. Ich mach mich ja regelmässig hier unbeliebt in dem ich darauf bestehe, dass das Problem eben keineswegs rechts oder links ist…. sondern schlicht und einfach die Dummheit und die ist links nicht weniger schlimm als rechts.

      Was die Zertrümmerung des Isenheimer Altars im Zusammenhang mit unseren muslimischen Zuwanderern angeht, so bitte ich zumindest mal die hier mitschreibenden und mitdenkenden Foristen sich an eines erinnern.
      Als Bush und Cheneys shock and awe specialists damals in Baghdad einmarschierten gab es einen klaren Befehl, dass das einzige zun schützende Gebäude das Ölministerium sei… Die MUseen waren ungeschützt und der Inhalt vogelfrei

      In den folgenden Tagen wurden die Museen von US Soldaten leergeräumt, und der INhalt gegen gutes Geld in den USA auf den Privatmarkt gebracht.
      Das wird in unserer heutigen Welt der Heuchler, in der man sich generell auf den Mangel an Wissen nahezu allüberall verlassen kann, natürlich ganz gewaltig von dem in die Luft sprengen der ISIS unterschieden, während es für die Vernichtung von Kulturgut aber unerheblich ist.

      Ganz abgesehn davon fand ich das Gejammere zu Palmyra völlig überflüssig, was da vorher stand waren lächerliche Ruinen. Ich hab mir meine Meinung über solche Orte bei einer Reise entlang der türkischen Westküsten Gegend gebildet, als ich persönlich mal gesehen habe, was da so „Senstionelles“ zwischen Ephesus und Troja und anderen lächerlichen Steinansammlungen anzutreffen war.

  42. Sehr bedauerlich
    Wenn man die Sache einigermassen engagiert angehen würde, könnte man sehr schön einen Minimalkonsens definieren, in dem ein gedeihliches Zusammenleben in diesem Land möglich ist. Der derzeitige Konsens besteht offenbar eher darin, lieber nicht über unangenehme Ereignisse zu sprechen, die sich weitab des wahrgenommenen Minimalkonsens befinden. Seit Köln werden sie pflichtschuldig erwähnt, jede Debatte wird aber unterdrückt.

    Man möchte z.B. kaum noch zu hoffen wagen, dass es sich bei diesem Ereignis nicht um einen „Ehrenmord“ handelt, und möchte kaum zu hoffen wagen, dass es engagierte Feministinnen gibt, von denen daraufhin ein #Aufschrei zu vernehmen ist: https://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/21-Jaehrige-auf-Hochzeitsfeier-in-Hannover-getoetet,hochzeit778.html

    Gleichzeitig gibt es, wie geschildert, eine maximale Intoleranz gegenüber allem, was einem bestimmten geschlossenen Weltbild zuwiderläuft, wenn es aus dem autochthonen Teil der Gesellschaft kommt. Dass so etwas eigentlich Apartheid ist, kommt den Vertretern solcher Positionen nicht in den Sinn. Ein guter Deutschen hat gefälligst nicht irgendwelche Traditionen zu haben – so etwas ist gar nicht zu tolerieren. Angehörige anderer ethnischer Gruppen haben hingegen gefälligst nicht gegen ihre zweifelhaften Traditionen aufzubegehren – das ist genauso wenig zu tolerieren. Zweimal derselbe Autoritarismus, nur in unterschiedlichem Gewand. Und seit gestern schickt sich ein dritter Autoritarismus an, das Land zu „bereichern“.

    Was eine offene und liberale Gesellschaft ist, ist den Deutschen offenbar nicht beizubringen. Die FDP versteht es nicht, wenn sie in Gestalt ihrer stellvertretenden Bundesvorsitzenden die Strafversetzung eines AfD-Mitglieds im öffentlichen Dienst bejubelt und als Reaktion auf die Verbannung von Schweinefleisch aus Schulmensen in Gestalt ihres Bundesvorsitzenden Proteste dagegen als „Schweinefleischpflicht“ identifiziert, obwohl es sich tatsächlich um eine von oben verordnete Reduzierung der Auswahlmöglichkeiten handelt, was man normalerweise wohl als illiberal ansehen muss.

    Freiheiten müssen definiert und notfalls robust verteidigt werden (ja, als Ultima Ratio auch mit der Waffe in der Hand – Buh!) – und das ohne Ansehen der Person, deren Freiheit bedroht wird und ohne Ansehen der Person, die die Freiheit anderer bedroht. Wenn man so dumm-deutsch (sorry, ein anderer Begriff fällt mir dafür nicht ein) wegschaut, statt die Freiheit zu verteidigen, dann wird man zum Steigbügelhalter für beliebige Freiheitsfeinde. Für die, die es als ihr Recht ansehen, ihre eigenen Schwestern, Frauen und Töchter zu unterdrücken und umzubringen und auch für die auf der rechten Seite. Dann findet man sich womöglich irgendwann in einer Republik wieder, in der Frau von Storch die Debatte diktiert und „deutsche Tugenden“ definiert, die in den Status der Alternativlosigkeit erhoben werden.

    • Das Gute an speziell dieser apartheid ist, dass sich hier die Benachteiligten selbst ausschliessen. Feministinnen, die nur Pizzakartons als Bettgenossen haben, Grünbewegte, die in versifften Metropolen leben und kein Grün sehen, Merkelfans, die dafür zahlen werden – man schottet sich gegen jene ab, denen es gut geht. Man muss das nicht verstehen. Es ist so.

    • „Draußen zuhause“ jetzt voll Benetton
      Wenn Sie, D.A., sich da mal nicht täuschen. In Baden-Württemberg sind die Grünen grade in den besten Wohnlagen am erfolgreichsten. Überträgt man diese Verhältnisse auf den Tegernsee, sind die Grünen diejenigen, die Sie mit ihren Kindern beim Rodeln knipsen. Und diese Bürgerskinder bleiben dort und werden genauso wie ihre Eltern. Die Tracht werden die Grünen schneller vereinnahmen als Sie die ihrigen auf dem erwähnten Markt abstoßen können. Warum auch nicht? „Draußen zuhause“ wirkt angesichts der Schlammbilder an der mazedonischen Grenze sowieso nur noch zynisch, also sucht man sich ein anderes, gehobeneres Statussymbol. (Ach, hätten Sie doch an der Bushaltestelle wenigstens kurz das Fenster runtergekurbelt: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Kleidung.“)

    • Titel eingeben
      „man schottet sich gegen jene ab, denen es gut geht. Man muss das nicht verstehen. Es ist so.“

      … und den Nachweis haben Sie ja nun coram publico erbracht, wer wollte Ihnen da noch widersprechen? Keine Spannung mehr auf dem gemeinsamen Faden, bloß noch ein loses Ende, Zeit für Dinge mit mehr Grandezza.

    • Korrekt, Hermes....
      Das Problem ist halt, dass die Deutschen schon vor vielen Jahren die Wahrheiten in ihrem Beitrag hätten kapieren müssen.
      Jetzt ist der Merkel Zug abgefahren und Ian Anderson bekommt recht: Old Charlie stole the handle, and the train just cannot slow down again….

  43. Beweise?
    Können Sie belegen, dass Seehofer hinter den Absprachen Kurz – Orban steht? Die CSU hatte Monate Zeit eine bundesweite Kandidatur zu riskieren und hat zu meiner großen Enttäuschung nichts gemacht.

    Selbstverständlich handelt die österreichische Regierung nur mit Blick auf eine starke FPÖ. Das ist nicht schön und ich würde mich auch lieber auf eine Diskursreform der Linken konzentrieren, in jedem fünften Satz meinen Ekel über FPÖ und AfD hochmütig artikulieren und stillschweigend vom Rückrudern Österreichs und der viel gescholtenen Balkanstaaten profitieren.

    Wie hätte der Wahlabend eigentlich ohne AfD ausgesehen? Deren Personal ist auch mir herzlich unsympathisch. Trotzdem stelle ich mich ganz und gar solidarisch auf die Seite der verhöhnten und bedrohten Wähler, die hier die Drecksarbeit leisten, damit andere kultivierte Pirouetten drehen können und der gesellschaftlich annehmbaren CSU eine Oppositionsrolle andichten, die sie in Taten nicht erbringt.

    Im übrigen haben zwei Drittel die AfD nicht gewählt und damit ihre mehr oder weniger Zustimmung zum Merkelkurs gegeben, der unverändert mit voller Duldung der CSU fortgesetzt werden wird.

  44. Katzenphotos
    Werter DA!

    Aus zahlreichen Gesprächen mit Mitbürgern wissen wir, dass ein starkes Bedürfnis nach Katzenphotos besteht, welche seriöse Traktate doch stets vortrefflichst umrahmen. Ich freue mich sehr, dass Sie diesen Zug der Zeit erkannt haben. Unlängst gab es eine reizende Aufnahme der schwarzen und nun diese süße kleine graugefleckte, hinreissend, wirklich.

    Nun möchte ich jedoch gerne von Ihnen wissen, welche diejenige ist, die „schon länger hier lebt“ – eine durchaus in diesen merkwürdigen Tagen häufig gestellte Frage, welche auch viele im rot-grünen Milieu des RH-Slums bewegen mag?

    • Das kann ich schlecht sage, beide sind ja nicht meine. Die Schwarze wohnt auf der Neureuth, die Getigerte seit drei Jahren nebenan.

  45. Der diskrete Charme des Schreibfehlers
    Werter Don!

    was mir Ihre Kolumne immer aufs Neue zum inneren Laubhüttenfest werden lässt, sind die kurzen Momente des Imperfekten, manifestiert in kleinen Schreibfehlern, vulgo Typos. Perfekt redigiert wären Ihre Betrachtungen des Zeitgeschehens allerdings erheblich belangloser, weil weniger menschlich.

    Als in Ostwestfalen gestrandeter Sauerländer ist die Tracht für mich eine eher seltene Bekleidung. Ich gelobe jedoch feierlich, meine eigene kulturelle Identität baldmöglichst wieder in vollem Couleur im Kreise meiner lieben K.D.St.V Frankonia-Czernowitz auszuleben, eine Verhaltensweise, die nicht nur bei der Generation Primark, sondern auch bei den zum Teil sogar Anzug tragenden Apologeten der Neuen Beliebigkeit auf Befremden stößt.

    Herzlichst grüßt

    Michael Zimmer
    @huegelkind_de
    huegelkind.de

    • Nein, es stimmt schon, die Typos sind ein Elend und ich sage dann immer, es sei Tradition – ein echter Bayer eben.

  46. Haute Couture
    Wozu eine Jacke von Chanel kaufen, wenn man einen Walkjanker hat. Zudem sind die bayerischen Hüte auch für Damen sehr kleidsam. Und sie wärmen und rosten nicht wie z.B. Pickelhauben. Auch gehen diese Kleidungsstücke so gut wie nie kaputt. Gut, dies ist konsumfeindlich, ich weiß. Aber was soll man machen, wenn der geliebte Mantel mit Hirschhornknöpfen so gut wie neu aussieht. Nur das Seidenfutter musste ich mal ausbessern lassen.

    • Nun, man kann sich ja mehr davon kaufen und ausserdem braucht man das auch an Zweitwohnsitzen. Obendrein habe ich immer einen Lodenmantel im Auto.

  47. Bader
    Ja, diese Joppe hat’s wohl ebenso in sich wie ihr Autor, dessen narrative Assoziations-Kaskaden schlicht unverzichtbar sind in einem Klima der Langeweile und Wurschtigkeit. Go for Mister Schamlos!

  48. Dons Einkaufstipps
    Da haben Sie recht. Und nun erinnern Sie mich an mein Mantel-karierte Wolldecken-Schal-Strumpf-und Sonstiges- Ersatzteilelager im Auto. Hilfe :-). Liebe Grüße aus P-Schw.

  49. Tracht ist nur angelegentlich alles
    Es dauerte, bis ich merkte, das der Witz von, wenn Spießer, Spießer, Spießer schimpfen, auch nur spätpubertäres Gedöhns ist. Berlin scheint die Welthauptstadt der spätpubertären Spießer zu sein.

    Andererseits hilft, wie hier beschrieben, Tracht bestimmt gegen manche Unbilden des Wetters aber ersetzt nicht Sozialisation und Identitätsbildung. Und, Moden kommen und gehen (auch bei Trachten).

    Vielleicht hilft die Tracht, dort wo sie nicht schadete, zur Abgrenzung, zur gelegentlichen „Zeichensetzung“ nur für einem selbst.

    Ziehe mir nun die Joppe über den Troyer, spaziere eine Runde durch eine norddeutsche Stadt MfG an D.A. und Süddeutschland

    • Mode und Verzweiflung
      „Vielleicht hilft die Tracht, dort wo sie nicht schadete, zur Abgrenzung, zur gelegentlichen „Zeichensetzung“ nur für einem selbst “

      Man setzt Zeichen, um etwas mitzuteilen. Eine Mitteilung richtet sich immer an einen anderen. Wer sich selbst etwas mitteilen muss, weiß nicht, wer er ist. Dieses wäre in der Tat keine Identitätsbildung.

  50. und die identitäre Sprache
    Die Spaltung Deutschlands ist alt, aber nicht an der Mainlinie, sondern an der Grenze zum Plattdeutschen. Im Süden darf man dialektal gefärbt sprechen, Hessen, Sachsen und NRW sind Übergangszonen. Nördlich davon hat man Hochdeutsch als Fremdsprache durchgesetzt, das wirklich schöne Plattdeutsche wurde brachial verdrängt von Lehrern, die schon damals exekutierten, was gerade vom Zeitgeist angesagt war. Fortschrittliche wollen die anämische Sprache der Tagesschau endlich auch im Süden haben, gleichzeitig behaupten sie, dass man erstmal die Hintergrundsprache können muss, ehe man sich dem Hochdeutschen widmet. Da Sprache das Hauptvehikel von „Idenität“ ist, wird vielleicht ja deshalb im Fernsehen (außer im BR) alles vermieden, was dialektale Identität manifestiert. Ich höre den Berliner Oberton leider überall raus, das schlimmste Beispiel war eine Tiroler Hebamme aus dem 19. Jh., die ihre Berliner Herkunft nicht verbergen konnte, mochte oder brauchte. Sachsen sind, wie die Tatorte zeigen, eigentlich alle Wessis, nur ein Verrückter darf sächseln. Aber das gilt generell für Tatorte und tutti quanti, wenn auch abgemildert: Dialektale Färbung ist im wesentlichen den Deppen erlaubt. Schließlich ist das identitär wie ein Janker.

    • Woman: Mode und Verzweiflung; böser Gast: Dialekt-Janker und "saxophob"
      @Woman
      Die Tracht von gestern war neben dem Gruß an den Süden das „Basta“ gegen die eigene „Merkel-CDU-Verzweifelung“; so wie man sich im Film schon mal am eigenem Brillenglas zu prosten kann.

      @böser Gast
      die Bedeutung des Identitätsfaktors Sprache schwankt, mal soll man die Muttersprache erst richtig lernen, dann zuerst die „Integrationssprache.

      Sie scheinen erst Partei für die Dialekte zu nehmen, um diesen dann doch wieder den Deppen-Janker umzuhängen – oder reiten Sie damit nur ein paar Affekte gegen Sachsen spazieren?

      Tracht und Sprache/Dialekt halte ich für die – immer im Fluß befindliche – Identitätsbildung nicht für entscheidend, eher Sozialisation und eigene Biographieverarbeitung. Trachten, Dialekte und Religionen sind aus Gründen der ideologischen Gewaltenteilung, um im Zweifel der „Konterrevolution“ einen Ansatzpunkt zu geben, bewahrenswert.

      Ein neue, nationale Identitätsbildung, es geht nichts ohne ein gewisses, weites „Wir-Bewußtsein“, halte ich, da schließe ich mich gern einen D.A. Gedanken-Schlenker an, für zwingend erforderlich.

  51. Titel eingeben
    Das Aufkommen von Trachtenmode habe ich bis jetzt sehr zweigeteilt wahrgenommen. Zum einen hat in Norddeutschland mit dem Aufkommen von lokalen Oktoberfesten auch das entsprechende Kitschdirndl bzw. die zugehörige Lederhose weite Verbreitung gefunden. Das Ganze ist aber mehr Kostümierung.
    Zum anderen habe ich den Eindruck, dass in Thüringen, wo Trachten und Kirmes auf dem Lande eine lange Tradition haben, Trachtenmode wieder mehr im Alltag auftaucht. Letzteres wiederum kann ich hier in Norddeutschland nicht beobachten.

  52. Harry G...
    erklärts de Preißn

    über die Entwicklung der Tracht :-)

    https://www.youtube.com/watch?v=SDY2ooWSw-c&list=RDSDY2ooWSw-c#t=6

  53. Mei wirklich, braucht's das?
    Ich lese viele Ihrer Texte mit Vergnügen von einer leicht anderen politischen Warte aus. Aber jetzt, dies hier. Also wirklich, braucht’s das?
    Müssen Sie wirklich einen derartigen Popanz aufbauen um sich dann im Jammern und Wehklagen daran zu ergötzen? Das kennt man doch bisher nur von den Vulgärkonservativen. Als ob ein Bayer in seiner Joppe diskriminiert sei, nur weil eine Urschel vom anderen Ende der Republik diese nicht gutiert. Was meinen Sie wie es einem dieser kostümierten berliner Hippster ginge den man in Oberbayern mit Freien Wählern und CSU auf ein Podium setzen würde?
    Also ehrlich, Herr Don, wahren Sie Ihren Schneid. Früher waren Konservative nicht so zimperlich.

  54. Titel eingeben
    Wenn ich so von meiner frühlingshaften Dachterasse auf den angrenzenden Park schaue fällt mir auf, dass ich dort weder hoodie-tragende Syrer noch Bazis im Seppl-Kostüm sehen will.
    Hat das irgendwas mit dem Thema zu tun? Ich denke nicht, da ich den Text nicht ansatzweise verstranden habe.

  55. ein Loch....nur so tief wie die Bückhaltung der Kanzlerin vor Sultan Erdogan
    In das Loch, in das Sie gefahren sind, sind wir leider alle mit hinein gerissen worden, hier hat sich wieder einmal Churchills Aussage bewahrheitet: „Die Deutschen hat man entweder würgend am Hals oder kriechend zu Füßen“. Und zum Kriechen muß man sich halt bücken. Beschämend bei den „demokratischen“ Vorgängen in der Türkei. Von Erdogan gegen Bezahlung die Drecksarbeit machen zu lassen, die man hier unter fadenscheinigem humanistischem Geplappere sich zu machen weigert.

  56. in Dirndl und Lederhose
    Beides trage ich nicht, wohne nicht in der passenden Gegend, aber der Artikel hat mich bewogen mal im Kleiderschrank nachzuschauen und da mußte ich mit Entsetzen feststellen, daß ich Boxershorts trage in den Farben Blau, Grün, Rot, Gelb, Schwarz und auch kariert und gestreift. Was sagt nun der Psychologe dazu? Bin ich einfach nur Wechselwähler oder auch schizophren wegen kariert und gestreift?

  57. Berlin soll nicht mehr Hauptstadt sein
    Lieber Don,

    eine gewisse Klientel in Berlin-Mitte hat vor einigen Jahren beschlossen, keine halbgaren Sachen mehr zu machen und politisch Andersdenkende als das zu bezeichnen, was sie vermeintlich wirklich sind: Nazis, Rechte und Reaktionäre.

    Auf der politischen Ebene wurde das zwar nicht rhetorisch, aber inhaltlich von den Parteien und Medien transportiert.

    Was dabei nicht wirklich durchdacht wurde, ist, dass damit die politische Statik dieses Landes zerbrochen wurde.

    Wenn auch die rational begründete Ablehnung der Homoehe (nur mal als Beispiel) so stark mit dem Nazi-Stigma bestraft wird, dass sogar die CDU fluchtartig das Terrain räumen muss (‚die tödliche Abruchkante am Eismeer‘ wie es Herr Zastrow so trefflich formulierte), dann ergibt sich dadurch zwangsläufig ein politisches Vakuum im Landesteil Mitte-Rechts.

    Aber die Natur duldet kein Vakuum. Alle Freiräume, jede ökologische Nische wird besetzt. So oder so. Und was für die CDU die Todeszone am Eismeer war, das ist für die AfD eine feuchtwarme fruchtbare Ebene, aus der die Früchte geradezu von selbst aus dem Boden springen.

    Oder um ein anderes Bild zu bemühen: Die Berlin-Mitte Klientel hat sich sowas von den Bumerang in die eigene Schnauze geworfen, sowas hat man noch nicht gesehen. Hoffentlich drehen sie jetzt nicht völlig durch.

    Berlin war schon dreimal das Unglück von Deutschland und Europa (Wilhelm, Adolf, Erich). Es steht zu befürchten, dass diese Stadt uns schon wieder großes Unglück gebährt.

    Deshalb: Berlin soll nicht mehr Hauptstadt sein.
    50 Jahre Bonner Republik waren die besseren Zeiten.
    Die deutsche Hauptstadt muss zurück in die Provinz.

    • Bonn Haupstadt - Berlin Subkultur
      Ich stimme voll zu. Es ist faszinierend, dass in Berlin auf Bezirks-, Stadt-, Landes- und Bundesebene die Verwaltung und Politik recht konsistent versagt.

      Es scheint auch so zu sein, dass ‚zugereiste‘ Politiker sich den Einfluessen der Sub-Kultur nicht entziehen koennen und einen, oft schweren, Realitaetsverlust erleiden. Die „Berliner Luft“ scheint auf viele wie ein Halluzinogen zu wirken – was das fuer die Bundes- und Europapolitik bedeutet, koennen wir ja seit einigen Jahren beobachten.

      Lasst Berlin die hippe Party-, Darkroom-, usw Stadt bleiben aber bringt die Regierung zurueck ins nuechterne und buergernaehere Bonn zurueck.

    • Bumerang in die eigene Schnauze
      Das kann man schöner und treffender wahrhaftig nicht formulieren!

    • Titel eingeben
      Aber das war doch gerade gewünscht von den „Oberen“! (Von denen, die die Arbeit machen, sind übrigens viele in Bonn und Umgebung geblieben.)
      Man wollte doch wieder groß sein, nicht so „provinziell“, an die „Hauptstadt-Tradition“ anknüpfen (welche eigentlich??), weg vom normalen Leben in eine jahrzehntelang fremdalimentierte Stadt, deren einzige gebliebene Industrie noch ein wenig Subventionsritterei war (BMW Motorräder z.B.). Die Begeisterung muß damals wohl auch ähnlich plötzlich gekommen sein wie heute die Eingebungen der Frau Bundeskanzlerin: gerade hatte man in Bonn noch die Museumsmeile gebaut, kurz vorher einige neue Ministerien und einen komplett neuen Plenarsaal (heute bekannt als „World Conference Center Bonn“).
      Zur Ehrenrettung zumindest der Parlamentarier muß man sagen, daß die Entscheidung reichlich knapp war – und daher um so verbissener verteidigt wurde.

    • Bonn ...
      … wäre besser BH geblieben. Keine Ironie. Weniger Aufgeblasenheit und trotzdem funktionierende Flughäfen. Mehr Realismus und mehr rheinische Liberalität … Beikircher for President!

  58. Ist es das Erbe unserer Geschichte oder der veränderte Zeitgeist oder ...?
    „Erst die eigene kulturelle Identität erlaubt es, die Diversität aller zu akzeptieren.“

    Kulturelle Identität – was ist das denn? Um das zu definieren, müßte man schon sehr weit ausholen oder einfach feststellen, daß auch die kulturelle Identität nicht mehr ist, als eine Beschreibung des Ist-Zustandes der Gesellschaft. Und der unterliegt nunmal andauernder Veränderung. Ist Kultur wirklich etwas, was man homogen beschreiben könnte, als andauernden Zustand?

    „Das machen bis weit in die CDU hinein Kreise, die keine kulturelle Identität mehr brauchen, weil die Ideologie ihren Platz eingenommen hat – der eine lehnt das Land mit „No borders, no nations“ ab, der andere mit TTIP und CETA.“

    War das nicht auch ein Bayer, der vom Europa der Regionen sprach und heute im Europaparlament sitzt? Wenn kulturelle Identität aber derart regional ist, wie ist das dann mit der deutschland- oder gar europaweiten kulturellen Identität? Wo soll die denn herkommen? Stehen sich hier kulturelle Identitäten konkurrierend gegenüber?

    Jedenfalls denke ich nicht, daß tatsächlich irgendjemand das Land, unser Land, die eigene Heimat ablehnt. Nicht wirklich. Das zeigt doch schon die Renationalisierung, die ja nun wirklich nicht auf Extremisten oder Reaktionäre beschränkt ist. Und am Ende hängen dann doch wieder alle an „Muttis“ Rockzipfel.

    In meinen Augen schadet es der kulturellen Identität, was auch immer das sein mag, was auch immer jeder darunter versteht, nicht, gegen Nationalstaaten, CETA oder TTIP zu sein. Meiner kulturellen Identität jedenfalls nicht.

  59. Elegantester Kommentar zu den Landtagswahlen
    Sie haben mich überrascht – Glückwunsch, ein Volltreffer!
    Da zeigt sich die ganze Leere des Toleranz- und Multikultigeschwätzes.
    Allerdings traf mich am Ende der Lektüre die Eilmeldung, dass Putin die Truppen aus Syrien abzieht. Was bedeutet das jetzt?
    Hoffentlich nimmt er Assad mit.

  60. Lieber Don Alphonso
    mal wieder sehr schön. Mal eine Frage, ich weiss ja nicht, ob Sie da einen Einfluss hätten auf die FAZ: Seit Monaten ist jetzt rechts unten in der FAZ online das gleiche Teddybärenbild mit dem blodnen Mädchen, das dem kleinen Syrer den Bär schenkt. Das sollte mal weg.

    • @Akosia, den 14.März 2016 um 19:27 h: Lieber Don Alphonso
      Ja, Akosia, den Antrag unterstütze ich vorbehaltlos. Schluss mit der Willkommenskultur, die keine ist, bzw. nur in der bedingungslosen Überreichung irgendwelcher Spielzeuge scheinbare Menschenfreundlichkeit suggeriert.

      Psychologisch ist die Situation leicht zu deuten: Ein junges blondes Mädel überreicht aus erwachsener, höherer Position -gewissermaßen mit dem Duktus kolonial-missionarischer Christlichkeit- einem Kind ein Spielzeug, ohne das das Kind Geburtstag hat, oder eine Leistung vollbracht hätte.
      Zumindest wird nichts über den Zusammenhang von Kind und Spielzeugüberbringerin berichtet.
      Ein sinn- und zweckloser Vorgang, nur der Gestus spielt hier eine Rolle, eben Begrüssung ohne Worte. Kein Austausch, sondern die milde Gabe an Bedürftige, in diesem Fall ein Kind, dass vielleicht denkt, dass es gar nicht ablehnen darf.

      Dieses Bild ist diskriminierend allen Syrerkindern gegenüber, die sich ihre Teddybären erarbeiten müssen.

      Dem Jungen sei der Teddy von ganzem Herzen gegönnt, aber ob die Schwester diesen überhaupt anfassen darf, steht auf einem anderen Blatt.
      Und was geschiet, wenn sie ihn trotz brüderlichem Verbotes anfässt auf einem noch ganz anderen.
      Im Zweifelsfalle schreitet Vati ein, und das ist immer schlecht fürs Schwesterlein!

  61. Trachtenkrach mit 1A-Negermusik.
    Sehr schön finde ich die Vertonung des Artikels mit LaBrassBanda. Kombiniert diese Rüpelbande doch vollkommen schamlos, New Orleans Brass Band – dem Mythos ist sogar die Gründung von einer solchen Truppe inspiriert – mit Jazz, Funk, Hiphop, Mundart, Trachten und bayrischen Blaskapellen. Und das musikalische Ergebnis ist nicht nur an Weltoffenheit kaum zu überbieten, sondern auch eine echte Freude für die Ohren.

    Warum nicht? Das Problem scheint mir hier weniger das Zusammentreffen unterschiedlicher Normen. Vielmehr ist kategorisches Denken generell zwar menschlich aber nicht immer zweckführend.

    Wenn man dieses dann auch noch mit Identität, welche psychologisch nachweislich ebenso wie der Charakter keinesfalls in Stein gemeisselt ist, verbindet, kann man eigentlich nur auf die Fresse fliegen. Dann lieber LaBrassBanda …

  62. Tracht des GLOBALEN KAPITALISMUS
    und ist es nicht schön, wie heute der BDI-präsident von der gefahr von rechts warnt, voll bekleidet in der stahlblauen tracht der ruhrgebietsbarone und fast den untergang ausruft !
    auch da lebt die tradtion einfach fort.

  63. Dirndl
    Hi Don Alphonso!
    Eiegntlich erleb ich es seit ein paar Jährchen in Frankfurt anders herum. Auf einmal gibt es große Oktoberfestveranstaltungen hier, Dirndl ist dabei Pflicht und hängt auch in den großen Kaufhäusern auf der Zeil zum Kauf. Dank eines rosa Dirndl-Traumas aus der frühen Kindheit hab ich mich dem bisher erfolgreich entzogen. ;-) Bayrische Okkupation des einst preußischen Frankfurts läuft erfolgreich…

    • 'Tschuldigung...
      Frankfurt war jahrhundertelang sehr selbstbewußte „Freie Reichsstadt“ und wurde erst 1866 – also in vergleichsweise jüngster Zeit von Preußen annektiert.

      Nicht zufällig tagte die erste deutsche Nationalversammlung in der Paulskirche.

      Zitat aus der Wikipedia:“

      1851 bis 1859 vertrat Otto von Bismarck die preußischen Interessen als Gesandter beim Deutschen Bundestag in Frankfurt. Die Liberalität der bürgerlichen Frankfurter Gesellschaft und die Freiheit der Presse missfielen ihm gründlich.

      Am 14. April 1853 schrieb er an den Minister von Manteuffel: „Was die demokratische Stimmung und die Wühlereien unter der Bevölkerung von Stadt und Umgegend betrifft … so können wir meiner Überzeugung nach diesen Gefahren erst dann mit Erfolg entgegentreten, wenn wir diesen Teil von Deutschland einer militärischen Diktatur ohne jede Rücksicht auf gerichtliche Formen und deren Schutz unterwerfen …“

      Die Berliner Herrschaften waren noch nie zimperlich, wenn es galt, den Rest des Landes zu seinem Glück zu nötigen.

    • Ich sage es ja immer: Berlin an die Russen verkaufen.

    • @ D. A.
      Zitat D. A.: „Ich sage es ja immer: Berlin an die Russen verkaufen.“

      Die haben doch schon mit Krim und Ostukraine zwei Fässer ohne Boden…

    • Ich sage ja nicht, dass ich den Russen eteas Sinnvolles verkaufen würde.

    • Berlin an die Russen verschenken...
      oder fuer den symbolischen 1 Rubel verkaufen.

    • @perkeo
      Stimmt!
      Und genau das hat die Frau BK ja auch mit Bayern vor. Sie versucht es ja seit Jahren. Beispiele sind die Installation ihres Ex-Pressesprechers auf den Stuhl des BR Intendanten, Absägen von zu Guttenberg, der Fall Strepp – alles von Berlin aus konstruiert. Trotzdem klappt es nicht, die Bayern kleinzukriegen:
      Heute gab’s eine Umfrage von Sat1 für Bayern, da liegt die CSU bei 48%.
      Ich nehme mal an, die hat ihr der Seehofer gestern persönlich präsentiert.

  64. Klimaveränderung
    In der bayr. Joppe erfriere ich im Schneesturm auch. Die ist aus der Zeit, als heutige Millionenbauern einst mit ihren Haflingern im Holz schwitzten. Moderne Schlepper sind vollklimatisiert. In echt sieht man Joppen und Haflinger noch auf Leonhardi – teurer Protz der Oberlandler. Mitternächtliches Ringelreihen um die deutsche Eiche ist nicht wesentlich anders und auch ein religiöses Missverständnis.

    Joppe und Lederhose sind auf dem Podium so nützlich wie im Musikantenstadl: Rechter Salonbayer zur Salonlinken mit artgerechtem Busticket. Irrtum ausgeschlossen! Leider falsch. Da sind die folklorierten Prantl, Roth&Co.

    Großes Pferd fällt mir bei Roth im Dirndl ein, trojanisches. Multikulti überwindet Landsmannschaft, biol. Fortpflanzungsgemeinschaft und Werkstoff.

  65. auseinanderbrechen schlands
    würde es dazu kommen, könnte man sagen es wird getrennt, was getrennt gehört.
    was auffällt, ist, dass kennzahlen sozioökonomischen erfolges, gerade wenn man diese auf landkreisebene betrachtet, ein bestimmtes muster ergeben. natürlich einerseits die ost-west-teilung. aber andererseits auch die ehemaligen preussischen gebiete.
    ich frage mich was die alten preussen gemacht haben.

  66. Ethno-Teufelszeug und Lieblingsklamotten
    Super erkannt, lieber Don Alphonso: Ethno ist cool und hip, aber nur, wenn es nicht Deutsch ist, das ist Pfui!.. die nordische Strickwaren-Ethno-Version die sinistreste von allen…

    Doch auch viele Anwohner des Polarkreises goutieren den bayrischen Kleidungsstil. Als junger modebewusster Mann durfte im Kleiderschrank meines Mannes neben seinen Gucci-Strickjacken keine Trachtenjacke fehlen, und der Norddeutsche liebt den Lodenmantel eh. Sogar unsere Töchter hatten im zarten Vorschulalter ein bayrisches Lodenmäntelchen mit Stickereien, très chic.

    Mein liebstes Kleidungsstück ever ist ein dunkelblaues Lodencape, das ich mir in Wien erstanden habe, als wir unsere Freunde dort besucht hatten. Habe das Teil irgendwann rundum mit Silberfuchsfellen verbrämen lassen, glamouröser geht nimmer. Das Cape begleitet mich seit Jahrzehnten im Wind und Wetter, das wird sich nie ändern. Andere Mäntel und Jacken kommen und gehen, fallen in Ungnade, begleiten mich nur temporär, sogar mein kostbarster Kaschmir-Mantel war irgendwann passé. Das Cape dagegen bleibt und bleibt und ist immer noch so lieb wie am ersten Tag. Weil unkompliziert, unverwüstlich und wetterfest, ein treuer Begleiter…

    Sonst habe ich auch meine liebsten Luxus-Teile aus meiner Jugendzeit aufbewahrt, besonders die Lieblingsmarke YSL. Ein Seidenjäckchen von damals sieht mir heute wie ein Puppenkleid aus, so winzig war meine Kleidergröße mal. Ja, eine unbeschwerte Zeit war das…

    Last, but not least: Lieber Don Alphonso, Ihr Kater sieht hinreißend aus. Dank für das Foto!

  67. Tracht
    Seit 1977 bereise ich häufiger das bayrische Kernland. Die erste Tour ging zum Fernmeldezeugamt nach Traunstein mit Kunststoffrohren aus dem Emsland. Später war ich auch in Straubing (Schlüter) und Schadmünchen (BMW). Die im Bericht beschriebene Bekleidung ist mir nirgends aufgefallen. Das tragen offenbar nur die Stützen der Gesellschaft dortselbst. Der wirkliche Leistungsträger, der bayrische Landmaschinenmechaniker, der wo vor keiner CAN-Bus-gesteuerten Maschine Angst hat, trägt: Latzhose. Jacke ist beim Schrauben oder Software-Daddeln eher störend.
    Latzhosen haben gegenüber Bundhosen den Vorteil, dass sie mit dem Bauchumfang des Trägers wachsen können (die zweite Knopfleiste). Wir Holzfäller tragen übrigens Latzhosen aus einer Produktionsstätte in der Schweiz. Wegen dem Schnittschutz. Ärgerlich ist, dass die Baywa derzeit keine Latzhosen im Programm hat. Müssen bayrische Landwirte zur Zeit preussische Latzhosen kaufen? Von Agravis? Das ist der westfälische Raiffeisen. Unvorstellbar. Ich schlage vor, dass in SdG die adäquate Arbeitsbekleidung für die boarische Provinz thematisiert wird. Nicht die Sonntags-Ausgeh-Uniform.

    • LATZHOSEN für Männer
      vermisse ich auch, da werde ich mal mit der BayWa reden müssen……….

      schauen sie sich als trost dieses video an , weisse latzhose im WDR mit Lowell George, die hose wuchs mit seinem bauchumfang einfach mit, ob er in der auch begraben wurde weiss ich leider nicht !

      https://www.youtube.com/watch?v=sDF4x1ICbkY

    • Latzhosen für alle Handwerker!
      Das Tragen einer Latzhose ist praktisch allen Handwerkern anzuraten, weil die auch hinten so schön nierenwärmend hoch geschnitten ist. Das erspart zudem allen Kunden, so sie von Zeit zu Zeit nach dem Fortgang der Arbeiten schauen, den Blick ins blindmachende „Maurerdekolleté“.

    • @ Don Francisco
      Sie meinen den Klempnerpfirsich?!

  68. Eroto-Manien
    Der Don hat wieder mal recht: Identity und Diversity wollen nix miteinander zu tun haben. Man fragt sich unwillkürlich, wie diese Asymmetrie entstanden sein mag. Warum sind die Diversity-Liebhaber immer auf der Flucht vor dem Eigenen, dem Nächsten?! Warum lieben sie alles, was von weit weit her kommt?! Warum fremdeln sie so gern?!
    Selbst wenn wir die Antwort nie erfahren würden, eins ist gewiss: Die längste Entfernung und der weiteste Weg ändert nichts daran, dass sie Identity lieben, wenn auch nur kurz und „anprobeweise“ im Zuge des Anders-Werdens und Selbst-Vergehens.
    Ist das eine besonders metaphysische Art der Liebe?!
    Oder ist das einfach nur plemm-plemm?!

    • Weil sie mit der Ausgrenzung und Verurteilung eine hohe moralische Position beziehen, die sie mit Toleranz nie hätten.

    • @DA
      Gut erkannt! (Wundert mich aber bei Ihren Artikeln nicht)
      Der Moralismus ist ein Herrschaftskalkül: Die Grünlinken Merkelanhänger und Merkel natürlich selbst auch benutzen die (von ihnen miterzeugten) Kinderleichen als Mittel ihren Machtdiskurs zu monopolisieren.
      Das ist übrigens die Selbe perfide Art der Verzweckung von Menschen, die alle totalitären Ideologien kennzeichnet!

  69. nochmal OT
    Seit Frau Merkel das Ende des Durchwinkens verkündet hat und
    die Aktivisten daraufhin ihre Muskeln spielen liessen, dreht sich
    der Wind in der Medienberichterstattung.
    Nun ist es erlaubt die Rolle der Aktivisten zu beleuchten.

    Sie sind ein weiches Ziel, auf das sich die Kritiker ihrer Politik
    jetzt stürzen können.

  70. ...
    Wer in der Gegend von Garmisch Urlaub macht, dem sei ein
    Besuch des Werdenfels-Museum im Ortsteil Partenkirchen
    empfohlen!
    http://www.werdenfels-museum.de/?Sammlungen/Trachtenraum

  71. Franz Boas
    Es ist ein alter Spruch unter Ethnologen, dass man im Laufe seines Forscherlebens mehr über die eigene Kultur lernt als über die Gesellschaften die man so erforscht. Tatsächlich kann man ohne ein vernünftiges Koordinatensystem fremde Kulturen nicht einmal ansatzweise verstehen, und dieses Referenzsystem ist nun einmal die eigene Kultur in der man gross geworden ist. Die mag man ablehnen, aber man muss sich z.B. ernsthaft mit dem eigenen Katholizismus auseinander gesetzt haben, um z.B. zu verstehen, dass es DAS Judentum und DEN Islam genauso wenig gibt wie DAS Christentum. Mit dem interkulturellen Dialog ist es wie mit dem interdisziplinären Forschen. Es kann nur klappen, wenn man sich in seiner eigenen Kultur bzw. seiner eigenen Disziplin auskennt.

    Als jemand der sein Leben v.a. als Ausländer verbracht hat, ärgert es mich schwarz wenn wohlmeinende Deppen in Deutschland über Kulturen schwadronieren, die sie überhaupt nicht kennen und die sie auch nie kennenlernen werden, weil sie sich nicht Mühe machen, eine Fremdsprache ausser Englisch zu lernen (und auch das i.d.R. eher sehr schlecht). Für die ist nämlich Kultur nur Folklore. Die Schwarzwälderin trägt den Bollenhut die Türkin das Kopftuch und die Menschen sind ja irgendwie alle gleich bis auf ein paar kulturelle Eigenheiten. Dass Kulturen nicht einheitlich sind und es überall kulturelle Konflikte gibt geht den Berlinern nicht ins Hirn. Deshalb können meine progressiven türkischen Freundinnen die aus Prinzip mit Stöckelschuhen und mit unbedecktem Haupt in die Sultansmoscheen Istanbuls gehen nicht auf die Unterstützung Berliner Feministinnen zählen, denn man muss ja die Gefühle der armen wenn auch fast ausschliesslich sexistischen Imame Ernst nehmen.

    • Dieses Rücksichtfordern und zugesteken von Religionsgesetzen – etwa bei der Ernährung – schafft nur neue Begehrlichkeiten bei den Extremisten. Das ist so, als würde man Bayern ein Freibier hinstellen und dann auf anfrage auch noch den Leberkäs umsonst liefern und dann verlangen sie den Senf, auch da knickt man ein und wenn das nicht dauernd kommt, zerlegen sie einem die Bude,

    • Verzogen. Einfach. Nur. Verzogen.
      “ …und wenn das nicht dauernd kommt, zerlegen sie einem die Bude“

      Wie verzogene Katzen oder [embed any other keyword for kids, dogs, adolescents, helicopter moms, party hipsters]

    • Natürlich
      zerlegen die einem die Bude. Der Staat Israel ist z.B. den Ultraorthodoxen bei der Religion viel zu weit entgegenkommen und jetzt machen die Frommen insbesondere säkularen Jüdinnen das Leben schwer, obwohl sie als junge Frauen zum Militär gegangen sind, und jetzt die Steuern erwirtschaften von den die bärtigen Fanatiker leben, die nicht arbeiten müssen (!!!), damit sie sich den ganzen Tag dem Torah-Studium widmen können.

      Bleiben wir im katholischen Baiern. Würde die CSU der katholischen Kirche entgegenkommen und an Freitagen und während der Fastenzeit den Fleischverzehr in staatlichen Einrichtungen verbieten, würden sich die Ultramontanen sicher nicht damit zufrieden geben und würden bald das Verbot von Verhütungsmitteln und der Abtreibung fordern. Der Grund dass hardcore Christen so etwas nicht fordern liegt daran, dass sie im christlich geprägten aber weitgehend säkularen Deutschland keine Chance hätten, gehört zu werden. Aber wenn es um die armen, armen Minderheiten geht, spielt das keine Rolle mehr, denn arme, arme Menschen aus armen armen Schwellenländern können ja ohne ihre traditionellen Werte nicht leben.

      Dass durch diese Einstellung die Reformer untergraben werden und es letztlich eine kolonialistische Einstellung ist, begreift der Haupstadtjournalismus ums Verrecken nicht. Denn dazu müsste man ja was über den Kolonialismus und über den nahen Osten wissen und sich das Wissen anzueignen ist dann doch mühsam und macht es nicht so leicht, sich moralisch überlegen zu fühlen.

    • Das alles war in Bayern vor 20 Jahren durchaus denkbar – man denke an die Probleme der Abtreubungskliniken. Allerdings hat seitdem ein enormer Moernisierungsschub eingesetzt. Man kann das Land nicht mehr mit dem von Strass vergleichen. Das liegt aber auch daran, dass die Mehrheit in Bayern auch die Vorteile erkannt hat. Extremkatholiken gibt es noch, aber auch die sind heute nicht mehr so wie früher.

    • In Alt-Bayern vielleicht....
      Ich habe grob geschätzt drei Jahre meines Lebens in diversen islamischen Ländern verbracht. Das einzige dieser Länder in dem ich das was ich unter Zivilisation einigermassen weit vernbreitet vorgefundne habe war unübersehbar der Iran und zwar sowohl vor als auch nach 1978.

      Aber neuere Wahrheiten und Fkten sehen nun mal so aus:

      Am Freitag den 4.3 konnte man bei Bill Maher auf HBO ein paar brandneue Statistiken kennen lernen.
      In den Muslim Ländern sind zwischen 75 und 80% der Meinung, dass jemand der die Religion verlässt getötet werden sollten.
      37% der Muslime weltweit, über 300.000.000, sind der Meinung dass eine Frau die vor der Ehe mit einem Mann schläft, getötet werden sollte.
      Allein in Amerika gab es über eine halbe Million Genital Verstümmelungen!

      Dagegen dürfen sie ihre „können meine progressiven türkischen Freundinnen die aus Prinzip mit Stöckelschuhen und mit unbedecktem Haupt in die Sultansmoscheen Istanbuls gehen“ gerne behalten.

    • Wenn sie mal mit jungen Menschen mit türkischen vorfahren reden, werden Sie schnell festellen, ass enorm viele nicht in die Türkei wollen und mit dem Leben dort nichts mehr anfangen können, obwohl sie hier auch Probleme mit der Mehrheitsgesellschaft haben. Es ist also keinesfalls so, dass man da alle begrifflich zusammenfassen kann.

    • Anbei ein Bericht aus dem Schmelztiegel des interkulturellen Dialogs:
      http://www.onvista.de/news/strafvollzugsbeamte-warnen-vor-ueberlastung-durch-fluechtlingskrise-27706255

      Wenig erbaulich was man da so liest.

    • Der Klassiker bei Straftaten am Tegernsee lautet „Zwangseinweisung in die Psychiatrie in agatharied“.

    • Iran
      @TDV

      Das alte Baiern schreibt man ohne Y. Das Y kam erst 1825 mit Ludwig I. dazu, der auch meine nicht-katholische Familie nach Bayern geholt hat. Da ich mich aber trotz Migrationshintergrunds als Baier und nicht als Staatsbayer fühle und den Franken und Schwaben keine bayrische Identität aufhänseln will, schreibe ich Baier.

      Den Iran kenne ich gut und da sind wir einer Meinung. Mir hat auch Syrien vor dem Krieg gut gefallen und mit den kemalistischen Eliten in der Türkei kam ich auch immer gut aus. In Südostasien waren mir viele Muslime sympathisch, so z.B. die Javanesen, die ihre reiche vor-islamische wunderbar mit islamischer Kultur verbunden haben. Und Indonesien ist auch ein ganz herrlich säkularer Staat, in dem es natürlich immer wieder Unruhen gibt, aber ein Land mit 7000 Inseln ist dann halt doch unübersichtlich.

      Die gegenwärtige Misere in der islamischen Welt verdanken wir den Saudis, die Angst vor dem arabischen Nationalismus hatten und deshalb alles daran gesetzt haben, ihn mit einer islamischen Umma zu ersetzen. Dazu mussten sie allerdings allen lokal gewachsenen islamischen Kulturen den Krieg erklären und deshalb trifft die islamistische Kulturvernichtung nicht nur oder sogar primär „heidnische“ Denkmäler sondern v.a. islamische Monumente. Das erste was der IS in Palmyra gesprengt hat waren deshalb Heiligengräber die unsere iranischen Freunde Imamzadeh nennen würden.

      Also differenzieren muss man schon. Und ich hätte gar nichts gegen die Einwanderung von kultivierten, gut ausgebildeten oder studierfähigen Muslimen, meinetwegen sogar 3-4 Millionen insgesamt. Die kriegen wir aber nicht und deshalb muss man in der Migrantionsdebatte die ja eigentlich nur sehr wenig mit einer Flüchtlingskrise zu tun hat einen kühlen Kopf bewahren.

    • @Altbaier
      Mit grosser Freude stelle ich fest, dass es hier noch jemanden gibt der muslimische Länder kennt… Ich kann ihre Beobachtungen nur bestätigen und erst Recht ihre Meinung zu den fürchterlichen Saudi, deren Stellung ohne das eigentliche Problem der ganzen muslimische Welt, der US Aussenpolitik, völlig undenkbar ist!
      Es ist schon ein übler Witz wenn man auf einen President Trump hoffen muss, um die Abreise die US Armee noch erleben zu dürfen, und die Gefahr eines Krieges zwischen Europa und Russland wieder verschwinden zu sehen, weil die einzigen die daran ein Interesse haben, die USA, endlich einen Anführer haben, der zumindest eines weiss, mämlich dass mit Kriegen im 21. Jahrhundert kein Geld zu verdienen ist….
      Verglichen mit den USA kann sich DE glücklich schätzen Merkel oder Gabriel zu haben… im Grunde ist es wirklich alles irgend wie nicht zu fassen- Was für ein Planet….

  72. Exotismus - Regionalismus
    vertragen sich eigentlich gut: Walkjanker mit handbedrucktem Schal aus Indien, Blaudruckdirndl mit afghanischem Silberschmuck und Kropfkette mit Salwar und Sandalen. Die Handarbeit, die Mühe und die traditionell erprobten Formen in all diesen Dingen gerne haben… auch den Schutz, den traditionelle dresscodes vor individuellen Geschmacklosigkeiten bieten können, schätzen. Meine türkischen Nachbarinnen der ersten Einwanderergeneration (viele von ihnen Schneiderinnen) sind in etwa meinem Alter, tragen Kopftuch (auf der Straße) zu geschickt geschnittenen Jacken und Mänteln farblich genau abgestimmt und sie sehen viel eleganter aus, als die einheimischen Frauen der gleichen Alters-und Einkommensgruppe in unserer schmuddeligen Vorstadtecke.
    In den folgenden Generationen verliert sich die Eleganz dann leider bereits: man sieht alle Variationen von verhülltem Haupt zu enthüllenden Leggings kombiniert.

    • Der Paisleyschal gehörte früher unbedingt dazu, und gross musste er sein. Wir haben so einen noch aus der Familie.

    • Paisley
      Wenn man innerhalb dieser Identitäts-Diskussion bedenkt, dass diese Muster ganz eigentlich aus Persien kamen.

    • Es ist noch besser: Wie später die Perserteppiche wurden diese Tücher tatsählich in Asien gefertigt und für europäische Bergbewohner exportiert. Der Perserteppich wird ja heute noch gern in alpinen Wohnungen verwendet.

    • Bravo
      Text eingeben

  73. kommentar aus"m kreit
    „Die oben erwähnte Frau Sanktjohanser kommt aus einer Südtiroler Familie“

    Bin scho gsant drauf was am Freitag der Vodda dazusoagt :)

    • URSPRÜNGLICH Südtiroler Familie. Damit sind sie nicht allein, auch der ehemalige Leiter der Naturkäserei-Genossenschaft kommt aud so einer Familie.

  74. Sicher haben Sie es schon gesehen:
    Sehr geehrter Don,

    die Sache, die Sie hier an Hand Ihrer schönen Bekleidung beschreiben, ging mir auch schon oft durch den Kopf. Gern wird auf das Selbstbestimmungsrecht der Völker verwiesen. Aber man will nicht diese Massstäbe bei anderen anlegen.

    http://www.nachhaltigkeitsrat.de/fileadmin/_migrated/media/RNE_Visionen_2050_Band_2_texte_Nr_38_Juni_2011.pdf

    Siehe Seite 90:

    „2040

    Nicht mehr benutzt wird: Migrationshintergrund:

    Grund der nicht weiter erfolgten Nutzung
    Nicht mehr benötigt, da Menschen so „gemischt“ sind, dass jeder
    einen Migrationshintergrund hat.“

    Aber wo bekommen die Deutschen einen her?!

    Siehe auch Seite 94: Endlich hätten wir einen Kanzler mit Migrationshintergrund!

    Dort steht auch: Es waren noch viel zu wenige von denen auf der Konferenz, wie man an den Namen sähe. Bald sind Müller, Meyer, Schulze, Schmidt „out“.

    Im Focus-Flüchtlingsticker steht nun: „Norbert Blüm distanziert sich von „Kommando Norbert Blüm“. Zuvor hieß es noch, er habe nichts damit zu tun, würde es aber begrüßen (klingt in der selben Meldung noch leicht an – die Verwicklungen wird aber sicher keiner brauchen können, wenn die Merkel als jemand zum Gipfel anreist, der seine eigenen Leute nicht im Griff hat und alles offen hintertreibt / da machen sich Österreicher besser, was auch noch als Seitenhieb auf Präsidenten und Regierunge unseres Nachbarlandes verstanden werden kann).

    Dort auch, dass die meisten aus Mazedonien zurück wären.

    Und KGE fordert nun die BuReg auf, die Leute herzuholen:
    „Eckardt hat die Bundesregierung aufgefordert, einen Teil der im griechischen Idomeni festsitzenden Flüchtlinge aufzunehmen. Es sei sinnvoll, dass Deutschland in Vorleistung tritt, sagte Göring-Eckardt am Dienstag vor einer Fraktionssitzung in Berlin. Zudem sei in Idomeni „unbedingt humanitäre Soforthilfe angesagt“.

    Da Griechenland offensichtlich überfordert sei, „ist es auch unsere Aufgabe, dafür sorgen, dass diese schrecklichen Zustände sofort beendet werden“, sagte Göring-Eckardt weiter. Derzeit seien etwa 150.000 Flüchtlinge in Griechenland. Gemäß dem Verteilungsschlüssel, der im vergangenen Jahr auf europäischer Ebene verabredet werden, könnte Deutschland davon 28.000 Menschen aufnehmen.“ Und der Rest der EU-Staaten, so heißt es dann, würde dann schon folgen.

    Alles oben in: http://www.focus.de/politik/deutschland/fluechtlingskrise-im-news-ticker-hunderte-idomeni-fluechtlinge-kehren-aus-mazedonien-zurueck_id_5359090.html

    Die Aktion riecht förmlich so ähnlich wie die gewaltsame Toröffnung. Man will die Macht der Bilder wirken lassen und Ansätze für Merkel-KGE-Nachrichten schaffen.

    Selbst wenn die Merkel bei den Wahlen eine Schlappe erlitt (wobei das ja wegdefiniert werden soll) und beim künftigen Gipfel keinen Erfolg hätte, könnte sie sich so aus der Bredouille helfen lassen: Die Mehrheit der deutschen Bevölkerung (dad gute, helle Deutschland), so wird es heißen, würde die Leute hierher kommen lassen. Und wenn im BT eine humanitäre zur Abstimmung stünde… wie würde das wohl ausgehen?

    Merkel zieht durch. Das zeigt ja auch die neue Agenda 2050:

    „Auch mit der „Gewinnmaximierung“ ist es endgültig vorbei, sie wird ersatzlos gestrichen und durch „Sinnmaximierung“ ersetzt. Einen „Migrationshintergrund“ wird es auch nicht mehr geben, „da die Menschen so gemischt sind, dass jedereinen Migrationshintergrund hat“.

    Jeder?

    „Abgeschafft wird der „Normalbürger“. Grund: „Unklarheiten darüber, was normal/ unnormal ist/war/sein wird“. Unnormal ist 2050 lediglich derjenige, der angesichts dieser Aussichten zum Glimmstengel greifen will, denn die Zigarette existiert nicht einmal mehr als Wort. Grund: „Komplettes Rauchverbot“. Der Begriff „Nachhaltigkeit“ wird übrigens ebenfalls gestrichen. Grund: „Er wurde von Menschen/Gesellschaft, Politik und Welt verinnerlicht und verstanden.“ Nach der Lektüre der versammelten Visionen hatten wir übrigens ebenfalls einen Traum: Jemand möge den Rat für nachhaltige Entwicklung mitsamt der Bundesregierung einem Debriefing unterziehen und zurück in die Gegenwart versetzen.“

    http://www.welt.de/debatte/kolumnen/Maxeiner-und-Miersch/article13578319/Bis-2050-wird-der-Normalbuerger-abgeschafft.html

    Vielen Dank, auch weil es immer so ein Lesevergnügen ist.

    Viele freundliche Grüße – azur

    • ME steckt das Neue Deutschland dahinter, die waren früh informiert, zusammen mit einem antifaphotographen und einem Münchner Verein.

    • "Der neue Mensch"
      Eines der Kennzeichen totalitärer Staats- oder Gesellschaftsformen ist die Erschaffung des „neuen Menschen“. Das war so im italenischen Faschismus, im Leninismus und Stalinismus oder im Nationalsozialismus.
      Leider gibt es heutzutage wieder Einige, wie z. B. grüne „Öko-Faschisten“ wie KGE, C. R., J. T und A. K. und auch andere aus dem Kreis der „Eliten“ wie anscheinend einige Mitglieder des „Nachhaltigkeitsrates und vielleicht auch Dr. A.M, die dieser Vorstellung nachhängen und glauben, die Bevölkerung umerziehen oder neu gestalten zu können.
      Wie die Geschichte jedoch zeigt, hat die „Umerziehung“ noch nie funktioniert.
      Im Gegenteil: Wie die paradoxe Logik der Strategie zeigt, wird der Widerstand in der Bevölkerung umso größer, je stärker von oben auf die Umerziehung des „Volkes“ hingearbeitet wird.
      Und hier kommt die Tracht ins Spiel. Sie ist im Zusammenhang mit dem gelebten Brauchtum Ausdruck des Zusammengehörigkeitsgefühls und der Heimatverbundenheit. Trachttragende Außenstehende, sog. Zuagroaßte, bleiben hier draußen (sozusagen außen vor), da hilft auch die handbestickte Lederhose und die „Blaugraue“ nicht.
      Da werden sich die „Umerzieher“ schwertun.
      PS. Im Jahr 1919 glaubten in München auch Einige eine neue Gesellschaft erschaffen zu müssen. Als die Bauern der Umgebung dann die Lebensmittellieferungen einstellten, war der Spuk schnell zu Ende.

  75. Kulturelle Identität und Parallelgesellschaften
    Sind Parallelgesellschaften nicht geradezu Ausdruck kultureller Identität? Ein Blick nach oder aus Bayern kann das doch geradezu unwiderlegbar bestätigen, oder etwa nicht? Vor Gutenberg herrschte in Deutschland ein geradezu babylonisches Sprachgewirr, auch das haben wir heute wieder.

    Unter welchen Umständen darf denn welcher Ausländer bzw. Migrant seine kulturelle Identität behalten, oder muß er die zu Hause lassen, wenn er nach Deutschland kommt?

    Ist gelungene Integration nicht doch gleichbedeutend mit weitestgehender Assimilation und Aufgabe der alten zu Gunsten der neuen kulturellen Identität? Kennen das nicht alle Zugereisten, nicht nur in Bayern und nicht nur als Ausländer?

    Nun, zumindest bei Menschen aus islamisch geprägten Kulturen mit ebensolcher Identität kann eine weitestgehende Inkompatibilität wohl nicht wirklich geleugnet werden, die Realität ist diesbezüglich zu eindeutig. Und wie von AfD und Co. zu hören war, wird das wohl das nächste Thema werden.

    P.S. Der SPD habe ich ihre 10% wirklich gegönnt, die haben sie sich verdient, die Genossen. Schade nur, daß Die Linke nicht davon profitieren konnte. Aber mal im Ernst, sind CDU und SPD noch Volksparteien, oder ist die AfD schon auf dem Weg, eine zu werden? Wirklich interessant aber fand ich, daß die Merkel-Befürworter die eindeutigen Sieger waren. Das läßt doch noch hoffen.

    • Volkspartei @ Hr. Meier, Anmerkung
      Ich denke, dass man bei dem Versuch, den Begriff der „Volkspartei“ zu definieren, nur gewinnen kann!

      Ausgehend von der Tatsache, dass Parteien nur da an Daseinsberechtigung gewinnen, wo sie sich dem Wohl des Landes als Ganzem/ des Volkes verpflichtet fühlen, sehe ich als „Volks“-Partei weniger eine Partie, die sich durch Prozente definiert. Wesentlicher erscheint mir, dass eine Partei das Wohl des Landes weitblickend im Auge hat. DAzu gehört, eine politische Kultur zu pflegen, die die wesentlichen Probleme ansprechbar und sondierbar macht. Dazu gehört auch ein Werte-Raster, das Probleme überhaupt erkennen kann/will.

      Unter diesen Gesichtspunkten ist seit längerem weder die spd noch die cdu eine Volkspartei. Die fdp stand schon immer für eine Klientelpartei, was ich insofern schade finde, als ich die liberale Position für gesellschaftlich notwendig halte.

      Verwunderlich ist aber, dass besagte Parteien (inkl.der Grünen und der Linken) immer noch überhaupt nach dem Prädikat „Volks“-Partei streben, da sie andererseits a) unisono das Volk diffamieren und jeden, der das Volk in der Stimme vertreten will, als „populistisch“ demagogisieren!, und b)den Begriff des Volkes immer mehr pejorativ mit dem des „Völkischen“ gleichsetzen- ihn also ideologisieren.

    • Grundsätzlich stimme ich Ihnen zu, Herr Feldmann.
      Nur mit den Prozenten sehe ich das etwas anders als Sie und auch Herr Oppermann von der SPD. Denn wenn eine Partei das Wohl des ganzen Volkes im Auge hat, was sich insbesondere am Umgang mit den Schwächsten, den Benachteiligten, eben den Verlierern der Gesellschaft zeigen sollte, dann sollte es mich schon sehr wundern, schlüge sich das nicht auch in den Prozenten bei Wahlen nieder.

      Ansonsten sehe ich das ähnlich wie Sie. Seit sich die ehemaligen Volksparteien der politischen Mitte verschrieben haben und seit Schröder kaum noch voneinander zu unterscheiden sind, sank ja nicht nur die Wahlbeteiligung immer mehr ab, sondern es entstanden auch immer neue Parteien. Das ist Ausdruck des Verdrusses der Bürger über Parteien, die das Wohl des Volkes über das Wohl der Wirtschaft, insbesondere auch der Finanzwirtschaft, definierten. Die Lebensrealität des Einzelnen spielt seitdem kaum noch eine Rolle. Die Gemeinschaft der Gesellschaft wurde so sukzessive zerstört. Der Neoliberalismus wurde zur vorherrschenden und parteiübergreifenden Ideologie. Auch und besonders bei der FDP, die zu einer Yuppie-Partei verkam und mit liberalem Gedankengut nichts mehr gemein hat(te).

      Was den Umgang der „Demokraten“ mit Andersdenkenden betrifft, was Totschlagargumente betrifft, so hat sich daran allerdings nie wirklich etwas geändert. Was mit dem Verbot der Kommunistischen Partei begann, sich mit dem Belächeln Der Grünen fortsetzte, den Umgang mit Der Linken auszeichnet und nun in den vaterländischen Kampf gegen die AfD mündet, ist in meinen Augen nur Ausdruck der Unfähigkeit und Unwilligkeit, eigene Fehler einzugestehen und zu beseitigen. Arroganz und Ignoranz der „Volksparteien“ sind es ja auch, die sich in der Ablehnung plebiszitärer Elemente in der Politik wiederspiegeln. Man weiß im Grunde nämlich sehr genau, daß man das Volk um des eigenen Machterhaltes und der eigenen Vorteile wegen ignoriert und regiert. Und solange die Wähler angewiedert zu Hause blieben, war der Erfolg ja auch garantiert. Das aber scheint sich nun zu ändern.

      Bei Licht betrachtet, haben die Parteien und ihre Politiker sich aber noch nie besonders volksnah gegeben. Auch haben sie im Grunde nie Besonderes geleistet, nicht einmal das Wirtschaftswunder war ein solches, war es doch quasi unvermeidbar. Jedenfalls sind alle größeren und viele kleinere Probleme immer nur vertagt und verschlimmert, nicht aber gelöst worden. Und solange es nicht zu mehr Direkter Demokratie kommt, sehe ich auch nicht, daß sich daran etwas ändern wird. Die parlamentarische Demokratie gleicht zunehmend einer durch Wahlen legitimierten Diktatur. Auch die Koalitionsbildung ist so eine Sache, die nicht im Ermessen der Parteien liegen dürfte, sondern durch die Wähler bestimmt sein müßte, deren Votum ansonsten ja immer Gefahr läuft, mißachtet zu werden. Und ich bleibe dabei, nur ein imperatives Mandat kann Politiker letztendlich zur Räson bringen, den Willen des Volkes durchsetzen. Alle Parteien haben daran nämlich kein großes Interesse, Volkspartei oder auch nicht.

  76. ... als hätte sie die Joppe gebissen
    Ja mei, es gibt halt immer mehr Leut und immer weniger Menschen.
    Kleider, gilt auch für Trachten, machen (im günstigsten Fall) auch nur Leute.

    Immerhin haben Sie einen Eindruck davon gewonnen, welchen Anfeindungen in Blicken und Worten sich etwa in Loden gekleidete Jäger ausgesetzt sehen, wenn ihre Wege sich ausnahmesweise mit jenen der „zivilgesellschaftlichen“ justes milieux kreuzen.
    Die türkische Putzfrau mit Kopftuch fühlt sich auch eher unwohl, wenn sie auf dem Heimweg in eine Schar gestylter Opernbesucher gerät, geschweige denn Scharen von Oktoberfestruinen oder 60-er-Fans.

    Im Übrigen kleidet Sie die Schamlosigkeit ausgezeichnet: „Kleider sind die Waffen, womit die Schönen streiten und die sie, gleich den Soldaten, nur dann von sich werfen, wenn sie überwunden sind“ (Jean Paul)

  77. @Don Alphonso, 14. März 2016, 09:02 Uhr
    „Es ist schwierig. aber wenn die AfD bleiben sollte, wird schlichtweg alles schwierig, so wie in Österreich, Italien und Frankreich.“

    Ich freue mich wirklich sehr darauf, dass in D. möglichst bald alles so schwierig wird wie in Österreich und in F. Mit Italien kenne ich mich nicht so aus, das ist ja mehr so das Metier des werten Don.

  78. Einfach mal öfter Meinung sagen
    … und im Dirndl aufstampfen!!
    Weil ich mit meiner Familie (noch) nicht auswandern will (obwohl eigentlich täglich weitere Argumente dafür sprächen), habe ich angefangen, mich in Leserbriefen, Kneipen, im Bus, in den Schulen meiner Kinder sowie im Bekanntenkreis laut und vernehmlich zu äußern. Es muß einfach sexy werden, NICHT mit den Guido-Wölfen zu heulen oder die Grüninnen und Grünen mit ihrer SPD-unterstützten bildungsplanmäßigen Gender-Fingerei an unschuldigen Schülerseelen klaglos zu ertragen. Die braunen Schuhe, die man als Andersdenkender von autochtonen Linken gern gereicht bekommt, sobald man die rot-grüne Diversity-Affinität allzusehr beim Wort nimmt, muß man sich doch zum Dirndl erst recht nicht anziehen! Dann schon lieber hochhackige pinke Schuhe mit Straßsteinchen. Überhaupt: Wer sagt denn, dass Protest nicht adrett und humorvoll sein kann? Und sexier als die moralinsaure Rechthaberei der Gleichschalterinnen und Gleichschalter unserer Gesellschaft (Bildungssystemplanierer, Denk- und Sprachschablonenstanzer, Kulturverpuffer)?
    Was pfiffige Homosexuellinnen und Homosexuellen können, das kann ich auch: Zeichen neu interpretieren (zum Beispiel die Tracht). Das freut die Leute bestimmt sogar, denn es kann todschick wirken. Nun gibt es ja nicht nur im Soizburger Lond schöne Lädchen mit modernen, pfiffig designten Klamotten im Trachtenlook, die echt fesch daherkommen und nicht mal arg teuer sind… da kann man als Frau schon mal schwach werden… also bitte, warum sollte frau grundsätzlich nicht schick gewandet durch die Stadt gehen zwischen all diesen drögen Unisex-Trekking-Burkas, selbstgestrickten Schlabbermützen und Hosen, die aussehen wie Pyjamas? (Kein Wunder, dass Autochtone ein Demographieproblem haben!)

    • Auswandern wohin? Ausserdem wird man doch vor den Becks und Roths und DDR-Altlasten dieser Welt keinen Rückzieher machen.

    • @FräuleinG'wandl
      Sie haben ja sooo recht.
      Lebensfreude, Schönheitssinn und sanftes bis temperamentvolles Verspotten, das sind die Mittel mit denen ich auch seit längerem gegen die moralinsauren Bezichtiger und Eigenkulturignorierer unterwegs bin.

  79. bringt Erinnerungen zurück
    Lieber Don (verzeihen Sie mir bitte diese emotionale Anrede, ich bin sonst ein sehr zurückhaltender Mensch!),
    ich lese Ihren Blog wirklich sehr gern, aber hernach haben sie wieder einen von vielen Vögeln abgeschossen. Dafür besten Dank! Man muss übrigens weder ein Reaktionär noch ein Konservativer sein, um Bräuchen etwas abzugewinnen. Ich fand schon immer, dass Tragen von Tracht sei eine ganz besonders selbsterklärende Form selbstbestimmten Handelns im Sinne der Frankfurter Schule. Da „Linkssein“ heute gern mit „Grün/Linkspartei/SPD-Wählen“ verwechselt wird und es an zwar an moralischen Imperativen nicht mangelt, wohl aber an vernünftigem alltagstauglichen Handeln, ist es kein Wunder, dass ihr ungeplantes Kleidungs-Statement Verwirrung im Schubladendenken der betreffenden Dame (nee jetzt, ne Dame war das sicher nicht…) also weiblichen Geschlechtsgenossin angerichtet hat. Da ich als junger Mann in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts in Würzburg und Bonn die Rechte (ja wahrhaft, weltliche und kirchliche) studiert habe, sind mir auch jene Menschen nicht fremd, die zur Tracht eher ein demonstratives, als ein angeborenes Verhältnis haben und da schließe ich mich durchaus ein (ich räume hier mal ein: mein Vater hatte das Waidwerk als Hobby, also zumindest damals eine noch eher trachtverhaftete Fraktion und da wir die gleiche Konfektionsgröße hatten, war für reichlich Auswahl gesorgt). Sei es drum: ein Spaziergang nach durchzechter Nacht im Winter durch den morgenkühlen Bonner Hofgarten macht im Lodenmantel einfach mehr Spaß, als in der beliebigen Outdoorjacke (vom damals schon eher aus der Mode gekommenen Parka ganz zu schweigen). Und auf der Festung in Würzburg picknickend das Gold des Herbstes aus dem Himmel und aus dem Boxbeutel zu genießen ist im Janker trefflicher als im Joggingstoff-Sweatshirt. Dass Tradition – auch solche in der Kleidung – ein Teil der Kultur ist, gesteht man heutzutage in gewissen, leider weit verbreiteten Kreisen allen und jedem zu – nur dem eigenen Mitbürger nicht so gern. Eine sehr kluge Freundin von mir (am Starnberger See aufgewachsen und bekennende Dirndlträgerin) hat das mal als „Antifa-Apartheid“ bezeichnet – eine bessere Formulierung ist mir bis heute dazu nicht eingefallen.
    Inzwischen habe ich mich – abgesehen vom obligatorischen Lodenmantel – weit von jenen guten alten Zeiten entfernt. Aber immer wenn ich in Meran bin – was, so Gott will – in Zukunft öfter der Fall sein wird, mache ich gern dem Runggaldier meine Aufwartung – doch so Recht glücklich bin ich noch nicht geworden mit der derzeitigen Trachten“Mode“…aber das wird schon noch.
    Mit den besten Grüßen.

    • Danke.

      Ich glaube, da muss man vielleict auch etwas differenzieren in Tracht und Trachtenmode. Schneiders in Salzburg macht wirklich gute Stücke – aber Schneiders als Habsburg ist auf einem ganz anderen Weg. Runggalier steht möglicherweise zwischen beiden Welten – eine Freundin hat sich dort einen erzkonservativen Lodenmantel gekauft, der sie jetzt auch nach Lonon begleitet hat und auch dort eine gute Figur macht. Es ist wie immer bei der Kleidung eine Typfrage. Die beste Lösung ist vielleicht der Gang zum Schneider, wo man wirklich bekommt, was man will. Die Damen hier am See sorgen jedenfalls dafür, dass die Arbeit in den ateliers nicht aus geht.

  80. "Loden und Tradition", ist das nicht das Alte Testament, geht das nicht vor allem zusammen
    mit unseren jüdischen Wurzeln, die durch Christus und Luther erst so schön reformiert wurden?

    Denn wer fühlte sich da ggfls. nicht vor allem vornehm an den Psalter erinnert, #42 z.B. „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser,
    so schreit meine Seele, Gott, zu Dir“. (Und Mendelssohn-Bartholdy auch.)

    Wobei auch der Tegernsee halt heutzutage überall auch nur noch ein dunkler Sündenpfuhl rundherum für die Gottlosen wäre und Schöntörtner, Festellung, keine Anklage. Gottlos wäre ja heute lediglich ein möglicher, eben x-beliebiger Zustand, so wie jeder andere eben auch, nichts Verwerfliches also, genauso wie Gottzugewandt oder im Lichte der Aufklärung.

    Wobei „Loden ohne Gott“, das wär‘ vermutlich aber doch schon ein recht armseeliges Stück Fleisch.

  81. ...
    Bei der Identitäts-Diskussion vergessen Sie nicht,
    dass z.B. die schönen wilden Moriskentänzer (vom Wiesn-Trachten-Umzug) auch zur bayrischen Identität gehören!
    Ebenso der „sture Hund“ – der aus der Oberpfalz stammende –
    Erasmus Grasser, der diesen maurischen ! Tänzern im Saal des
    „Tanzhauses“ ein Denkmal gesetzt hat. (~15. Jahrhundert)
    Im Münchner Stadt-Museum kann man sie sich ansehen.
    Daher! > Wuid samma, schee samma, stur samma. (-:
    http://www.muenchner-stadtmuseum.de/sammlungen/angewandtekunst/moriskentaenzer.html

    • Jaja, das Stadtmuseum
      Ich freue mich, dass Sie das Münchner Stadtmuseum ins Spiel bringen, das ich schon seit meiner Kindheit heiß und innig liebe.
      Dazu gehört auch die „von Parish“-Kostümbibliothek in einer alten Nymphenburger Villa, wobei wir wieder beim Thema Kleidung wären.
      Die Begründerin hat bis zu ihrem Tode alles über Modestile und alle denkbaren Kleidungsarten gesammelt, in erster Linie als Abbildungen, Stiche, Fotos, Zeitschriften, aber auch unmittelbares Anschauungsmaterial.

      Leider scheint man im Stadtmuseum selbst nicht so recht zu wissen, welchen Schatz von internationalem Interesse man da mitverwaltet.
      Die Mitarbeiterinnen der Kostümbibliothek, die im übrigen der Öffentlichkeit nur an gelegentlichen Tagen der offenen Tür zugänglich ist, bearbeiten Anfragen aus der ganzen Welt von z. B. Film- und Theaterproduktionen, die sich um authentische Ausstattung ihrer historischen Projekte bemühen.

      Statt mit diesen Pfunden zu wuchern und einen kulturellen Anziehungspunkt für diese Interessenten, wie z. B. auch Modestudenten, Künstler u. a. daraus zu machen, hat der Münchner Stadtrat einen Teil des Grundstücks, der sich für einen Erweiterungsbau angeboten hätte, aus Geldgier veräußert.

      Ich sehe darin einen weiteren, sehr bedauernswerten Fall der Verachtung und Geringschätzung des Eigenen.

  82. Allmächd !
    Sogar die Katze wirkt (im felinen Sinne) ‚tradiert‘ !!!

  83. Denkverbote und Differenzen
    Sehr geehrter Don Alphonso,

    wunderbar. Auch an der Tracht lässt sich einiges beobachten. es geht wie immer, auch um Denkverbote und Differenzen. 1976 trug ich, zu meiner Schulzeit, die erste lila Latzhose. Die gab es nicht zu kaufen, man musste eine ordentliche Malerhose nehmen und sie selbst einfärben. Von wegen die Waschmaschine nehmen, die Mutter hätte einem was erzählt. Dazu trug ich die ersten Basketballstiefel von Adidas, natürlich mit offenen Schnürsenkeln, als erster. Ich wurde dieses Spiels der Differenzen aber schnell überdrüssig, spätestens, als andere das nachmachten und die Schnürsenkel abschnitten, um sie besser offen tragen zu können. Ich trug dann die Buntfaltenhose meiner ersten Freundin auf, das war nämlich eine Männerhose, Buntfalte gab es noch nicht für Frauen, damals.
    Sylvia Bovenschen, die viel für den Feminismus in Deutschland getan hat, ist auf Diskussionsrunden von lila Latzhosenträgerinnen angegangen worden, ob lackierter Fingernägel und korrekter Kleidung.
    Jean Pierre Melville hasste die Nouvelle Vague eigentlich. Er war der Auffassung, das die Formensprache des Kinos durch das Hollywoodkino der Dreißiger und Vierziger Jahre definiert war und dass man nur erzählen konnte in dieser Formensprache, um dann auch etwas anderes deutlich machen zu können. Also klassisch bleiben, um neues zu gewinnen.
    Warum sieht ein Soldat, mit kurz geschnittenen Haaren, in Uniform, fesch aus? Weil er eine Form respektiert, die in der Geschichte, auch ihrer Funktion wegen, einen Platz behalten hat. Nicht sein Ego soll zum Ausdruck kommen, sondern eine gewisse Hingabe und Achtung. Und da gibt es, neben der Tracht, noch eine zweite Gruppe die Sie mal beleuchten könnten: die Berufskleidung. In der Pflege geht der Selbsthass und die Verachtung der Profession, der Zugehörigkeit und der Wurzeln sogar so weit, das Pflegedienstleitungen in Privatklamotten auf Station kommen. Da stimmt das Bild dann auch nicht mehr.
    Der Schuh muss passen, den man sich anzieht. Eine Kniebundhose ist beim Fahrradfahren ganz praktisch, gerade auch mit Kette rechts.

    Weiter so, hoffentlich noch recht lange,

    Ihr Geza Törö

  84. leider wieder OT
    Es ist schön zu sehen wie die Parteieliten zusammenrücken.
    Herr Gysi und Herr Hofreiter können plötzlich nit der CDU.

    Wir san wir!!!

  85. Assimilation und Integration
    Es ist doch ganz einfach, selbst für einen Otto Meier. Schauen Sie sich die Gruppe der thailändischen und vietnamesischen Migranten in Deutschland an. Sie behalten in ihrem Familienleben und ihren Festen usw. ihre kulturelle Identität und passen sich gleichzeitig gut an das Leben in Deutschland an. Probleme gab es mit den schätzungsweise 60.000 „deutschen“ Thais nie, mit den Vietnamesen nur mit entwurzelten ehemailgen DDR „Gastarbeitern“, die nach der Wende arbeitslos wurden. Auch von den in Deutschland lebenden, aus den Gebieten des ehemaligen Ostblocks zugewanderten Juden sind mir keine Probleme bekannt. Und auch sie bewahren sich ihre kulturelle Identität. Und nun raten Sie mal, woran das liegt?

    • Ja woran liegt es denn, Herr Pohl?
      Die Bewahrung der kulturellen Identität führt weder zu Integration, noch zu Assimilation, sondern einzig zu Parallelgesellschaften. Man bleibt unter sich.

      Nun gibt es ja viele Parallelgesellschaften, auch außerhalb der Migranten. Je mehr es aber davon gibt, umso brüchiger werden Gemeinschaft und damit auch Gesellschaft. Es sei denn, es kommt zu einer neuen gemeinsamen kulturellen Identität. Daß das zwischen den diversen Kulturen mal schwieriger und mal einfacher geschieht, manchmal auch überhaupt nicht, liegt in der Natur der Sache. Denn im Grunde will doch niemand auf seine eigene, wenn auch ihm selbst nicht selten unbekannte, kulturelle Identität verzichten. Daran ist MultiKulti schließlich doch eindeutig gescheitert. Der Meltingpot hätte Warnung genug sein können.

      Die Reduzierung der Gemeinsamkeiten auf den Rechtsstaat erzeugt eben kein Wir-Gefühl. Das aber ist Grundvoraussetzung für ein gedeihliches Zusammenleben, nicht ein Nebeneinander kultureller Identitäten, wie ähnlich sie sich auch immer sein mögen. Was wir wirklich bräuchten, wäre eine globale kulturelle Identität, die sich am Gedanken einer von universellen Werten geleiteten Menschheit orientiert. Das aber ist heute noch so abwegig, daß mich das immer an Helmut Schmidt und Visionen erinnert – leider.

  86. "grüne „Öko-Faschisten“" (Gebirgler)
    „Ökofaschist“ ist ein Ausdruck, den linke (Ex-)Grüne (zB von Ditfurth) gegen konservative Ökologen einsetzen (wie sie zB in der ÖDP waren oder sind). Für Unbedarfte sind alle ökologisch orientierten Menschen Faschisten. Ökozentristen z.B., die sicher dazu gehören, glauben nicht, dass sich eine echte ökologische Politik gegen Mehrheiten durchhalten ließe. Dass Überzeugungsarbeit aber gleich Faschismus sein soll, ist interessant.

  87. Sportfedern
    Wenn ‚Sport‘-Federn brechen, ist das ein Beispiel für miese Qualität und nicht eins für härtere Beanspruchung – das Fahrzeuggewicht ist ja wohl gleich geblieben. Wenn’s vorher schon hart gehoppelt hat, sind die Federn auf Block gegangen, weil die Federspannung nachgelassen hat und da geht dann alles kaputt. So ein Sportfahrwerk sollte mindestens 100t km halten, bevor das passiert. Ich muss zugeben, daß ich in meinen (gebrauchten) Autos aus Stuttgart selbst die serienmäßigen Sportfahrwerke immer recht schnell habe auswechseln lassen – die Drempels haben mir das nahegelegt, das hat mir das verstärkte Brustgeschirr erspart.
    Ich mag’s halt lieber ‚gemütlich‘. Und zum Schnellerfahren reichen zugstufenverstärkte Stoßdämpfer …

    Im Zubehör gibt’s Federsätze, die nach dem Einbau auf der richtigen tüvgeprüften Höhe sind (wegen der Eintragung) und dann nach den ersten hundert Kilometern in sich zusammensinken, damit’s von außen noch geiler aussieht. Hoffentlich war das nicht so ein Satz …

    Ist natürlich alles irgendwie Off Topic, aber weil ich immer noch gerne den Don lese und seine Kommentatoren, habe ich mir gedacht, daß ich das mal sagen kann.

    Und wo bitte, lieber J.K. bekommt man bitte schön einen Ring Verbalsprühwurst?

  88. Sportfedern 2
    hatte die Kommentare noch nicht alle gelesen, stelle gerade fest, das Folkher Braun ähnliche Anmerkungen bereits bereits am 13. brachte, bitte um Entschuldigung für die Doublette.
    Recht hat er, daß man mit einer gebrochenen Feder nicht weiterfahren sollte, je nach Fahrzeug kann man beim Ausfedern eine solche gekürzte Feder verlieren und dann könnte Schluß mit aller Diskutiererei sein – das will in der Runde ja wohl niemand.

  89. Kreuther sind keine Südtiroler
    Frau “ Sanktjohanserin “ hat mir heute glaubhaft versichert, keine Vorfahren aus Südtirol in den letzten Generationen gehabt zu haben.

    Vielleicht nmeldet sie sich selbst bei Ihnen. Den Link zu diesem Artikel hab ich ihr versprochen.

    IMO wird es bei einem verdutztem Schmunzeln über einen zuagroasten Ingolstoderer bleiben :)

  90. Trachtenbasar..
    ..in Lengries ist am Samstag, den 19.3. von 13-15 Uhr in der Mehrzweckhalle.
    Für die, die an Neureuther Markt verpasst ham…

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