Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Alternativlos: Deutsche Machthaber wie Schinken räuchern

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Ein Beytrag, worin geschildert wyrd die Historia teutscher Herren, welche sint krepieret beym Staatsversagen und dero Kadaver conservieret wurden, statt dergleichen im Amte zu halten, wie es heutigentaggs Sitte seyn mag.

Zwischen dem Kopf des Schweins und dem Rumpf fehlen bereits der Hals und etliche Rippen, weshalb man das Tier nicht mehr auf den ersten Blick erkennt. Ausserdem wurden die Beine vorab entfernt, um daraus Schinken zu machen. Man könnte den Rest des Schweins für eine übergrosse Wurst halten, wenn man nicht zu genau hinschaut: Aber ich bin Vegetarier und daher ethisch neutral, und erkläre hier oben in der guten Luft von Montalcino als Cicerone nur zu gern, wo der abgehackte Kopf des Schweins mit weit aufgerissenem Maul zu sehen ist. Und dass hier tatsächlich ein weitgehend erhaltenes Tier am Stück liegt, das nun zerteilt wird. Sollte jemand in meiner Begleitung nun Lust auf den in Italien ansonsten nicht so oft anzutreffenden Schweinsbraten haben, so wäre nun die Gelegenheit, und der Metzger hackt mit dem Beil gern eine Scheibe… nein? So bleich um die Nase? Aber bitte, das hier ist doch nur ehrlich, da sieht man, dass man wirklich frisches italienisches Schwein und kein umetikettiertes Borstenvieh aus einem ukrainischen Kühlhaus bekommt… wirklich nicht?

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Andere Länder, andere Sitten: Ist das Fleisch als Teil einer Leiche erkennbar, vergeht so manchem zartbesaiteten Deutschen die Lust. Menschen stören sich nicht daran, wenn der Fleischwolf Hack ausspuckt und undefinierbare Leichenfetzen auf ihrer Tiefkühlpizza liegen, wenn Fischstäbchen allerlei abschreckendes Meeresgetier enthalten, und wer das ganze Schwein auf dem Mercato Contadino eklig findet, der sollte sich vielleicht nicht mit der Produktion von Leberkäs beschäftigen. Aber nein, es ist natürlich die grundehrliche, ganze toskanische Sau, die augenblicklich Unlust beim Fleisch erzeugt: Eine von Übelkeit begleitete Unlust, die vom deutschen Reisenden erst überwunden wird, wenn es später zum Brunello sanft geräucherten Schinken gibt. Das geht dann doch wieder. So ist der Mensch. Er will die Sau nicht und die AfD nicht und die Briefkastenfirmen in Panama nicht, aber den Schinken und die migrationsferne Schule für die Kinder und die Ablöse für die Schrottküche seiner Immobilie, die nimmt er gern.

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Kurz, der Deutsche als ein solcher ist auch nicht besser, er hält nur nichts mehr aus und hätte gern die weiche, moralisch-imperative Variante. Dafür hat er auch die passende Kanzlerin und ihren Herrn Altmaier, die das Debakel der Flüchtlingskrise verursacht haben und nun wollen, dass die Bundesländer den für die zart Regierenden menschlich schwierigen Teil mit Abschiebungen lösen, statt dass sie persönliche Konsequenzen ziehen. Früher war alles, nun, anders, da zahlte man noch für die falsche Politik konsequent mit dem Leben, und dazu gibt es nicht weit von Montalcino und dem zertrennten Schwein ein anschauliches Beispiel: Fährt man ins Tal hinunter, erscheint bald der schöne Ort Buonconvento. Dort starte ich demnächst zu einer heldenhaften L’Eroica, und vor fast genau 700 Jahren war dort auch der deutsche Kaiser Heinrich VII.. Er weilte dort mit dem Ziel, die nahe Stadt Siena zu belagern und zu erobern, die Anführer des Aufstands gegen ihn zu massakrieren und was sonst damals so üblich war, um Andersdenkenden Zwänge aufzuerlegen, deren totaler Herrschaftsanspruch kaum hinter TTIP und CETA zurückstehen würde. Aber wie auch immer, Heinrichs Heer war 1313 bereits ähnlich dezimiert wie die Wählerschaft der SPD, Siena hielt sich, und er selbst erkrankte an Malaria und starb recht plötzlich. So kann es gehen.

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Niemand hatte mit diesem schnellen Tod gerechnet. Die Stadt Pisa, treuester Anhänger von Heinrich auf italienischem Boden, wollte ihm ein würdiges Begräbnis geben, hatte zu jenem Zeitpunkt aber nichts dergleichen vorbereitet. Heute wissen Parteien vorab, dass sie bei einer Koalition mit Frau Merkel bis zur nächsten Wahl ihr eigenes Grab schaufeln, aber damals galt es als unschicklich, durchreisenden Kaisern zu Lebzeiten ein Grabmal zu offerieren. Man hatte auf der einen Seite also die Leiche des Kaisers. Und auf der anderen Seite kein Prunkgrab, das ihm angemessen gewesen wäre. Dazu gab es auch noch warmes, italienisches Klima, das der Verwesung Vorschub leistet. Das sind handfeste Gegensätze, über sie man sich nicht wie über ein holländisches Referendum hinweg mogeln kann. Das ist ähnlich unangenehm wie ein türkischer Autokrat, der Milliarden und Köpfe von Humoristen fordert, während er daheim Menschenrechte mit Füssen tritt.

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Nun war 1313 nicht gerade die Epoche, da man muslimischen Nationalisten exzentrische Wünsche devot erfüllte, und interkulturelle Dispute wurden mit mit ihnen in einer Schwertlänge Abstand geführt. Man mag das aus heutiger Sicht verurteilen, aber damals hätte niemand seinen Hofnarren auf Zuruf der Halsgerichtsbarkeit übergeben. Das waren eben harte Zeiten, hart beim handwerklichen Umbringen der Gegner, hart in Fragen der einzig richtigen Weltanschauung, hart aber auch gegen sich selbst und hart für die Untertanen des Kalifen, der sich die Köpfe von versagenden Feldherren in Honigtöpfen zur Ansicht bringen liess, was Erdogans Anhängerschaft heute als Teil einer grossen Epoche gilt.. Die deutschen Truppen jedenfalls kannten die Honigtopfmethode nicht und brachten die Leiche ihres Herrschers von Buonconvento zum schönen Ort Suvereto und taten, was getan werden musste, um die Leiche haltbar zu machen: Dortselbst wurde Heinrich auf Feuer langsam geräuchert und damit haltbar gemacht. Technisch gesehen geht das bei einem deutschen Herrscher nämlich auch nicht anders als bei einer toskanischen Wildsau. Die Flüssigkeiten verlieren sich, und übrig bleibt der luftgtrocknete Regierungsschinken, der zwei, drei Jahre noch durchaus appetitlich aussieht. Sie, liebe Leser, haben sich doch auch sicher schon gefragt, wo das Wort “Kaiserfleisch“ seinen Ursprung haben mag.

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Solcher Art waren also die deutschen Recken: Kurz entschlossen, durchsetzungsfreudig, und ohne falsche Feinheit, wenn eine Sache zu stinken beginnt. Davon könnte man sich auch heute eine Scheibe abschneiden. Also, von dieser Grundhaltung meine ich, nicht vom Schinken. Chronisten jedenfalls berichten, dass Heinrich 1315 tatsächlich am Stück und nicht beknabbert im Dom von Pisa beerdigt wurde, als sein Grab endlich fertig war. Und Suvereto macht kein allzu grosses Aufheben um die Kompetenz der Stadt beim Räuchern grosser Fleischstücke, sondern überzeugt heute mit einer phantastisch erhaltenen, entzückenden Altstadt auf dem Berg. und gegenüber dem Rathaus mit einem ziemlich vollen Restaurant namens l’Ciocio. Man muss ja nichts mit Schinken nehmen, es gibt genug Fleischloses.

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Am ersten Sonntag im Mai kämpft man dort um Fässer, die durch die Strassen gerollt werden, und als ich mich letztlich dort wieder erhob, hatte man auch mit als Fass benutzen können. Denn ich habe einiges probiert, so dass ich zwar nicht als Schinken, sondern als eine Art fassförmiger Stopfganter zu enden drohte. Es ist dort wirklich sehr gut und mir wurde auch versichert, dass man in Suvereto keine Deutschen mehr räuchert. Dafür findet sich dort vieles mit Trüffel von zartem Geschmack, man weiss, wie man Nudeln richtig selbst herstellt und kocht, und eigentlich will man gar nicht mehr weiter. Ab und zu kommen ein paar Bogenschützen in historischen Kostümen vorbei, um oben in der Burg mit Blick aufs Meer Strohmänner mit Pfeilen zu spicken. Kurz, der Umgang mit Ankommenden ist hier durchaus differenziert und im l’Ciocio sitzt man fraglos auf der richtigen Seite der historischen Entwicklung.

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Manche sagen ja, es gäbe kein richtiges Leben im Falschen, aber ich sage, dass am Ende immer die einen geräuchert werden und die anderen sie essen, und dabei keine derartigen Fragen stellen. Niemand findet es richtig, geräuchert zu werden, und trotzdem kommt es vor. Man sollte diese Realität im Auge behalten, will man nicht später einmal die falschen Seiten der Geschichtsschreibung mit seinem Schicksal füllen. Wenn ich mir die Politiker so anschaue, wie sie einfallen und faltig werden, dann frage ich mich auch, ob sie nicht vielleicht schon ein wenig vom Dasein vorgeräuchert werden. Am besten bleibt man einfach in Suvereto sitzen und wartet, bis die Küche wieder aufmacht. Denn das Leben ist kurz, der Pfeil fliegt schnell, aber die Speisekarte ist lang.

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229 Lesermeinungen

  1. Ich hoffe,
    Sie hatten auch schon Gelegenheit, die Abbazia di Sant’Antimo zu besichtigen, mit ihren merkwürdigen steinernen Tierköpfen?

    • Ja, da war ich auch – schon mehrfach – und wollte eh noch was dazu schreiben.

    • Sie mehrfach? Hm, normalerweise allenfalls mehrmals. Oder
      wie viele „Don Alphonso ghostwriters“ gibt es denn nun wirklich???

      (Bei Deus hat schon lange niemand sonst mehr etwas geschrieben…)

    • Jaja, das ändert sich auch schon wieder – ich mag gerade niemand antreiben. Hier ist aber schon ein Beitrag im System.

  2. fünf sterne plus
    Einfach großartig geschrieben.

  3. Titel eingeben
    Als ehemaliger Roemer liebe ich meine porchetta und denke mit Nostalgie an die Zeiten zurueck als man sich auf der Piazza Vittorio Emanuele noch das filetto di maiale von der ganzen Sau abschneiden lassen konnte. Meine Muechener Freunde schwoeren auf den Hermannsdorfer und gehen gelegentlich die wuerdig gewachsenen Saeue besuchen die sie dann verzehren. Aber das sind ja Bayern und keine Deutschen, die es moralisch wollen. Und weil die Teutonen Politik mit Moral und nicht mit Vernunft machen vertraut ihnen die Welt auch nicht, egal wie sehr sie sich wegen des Holocaust zerknirschen, Nachhaltigkeit predigen, oder sich um Migranten kuemmern – und das zurecht. Wer in einer Depression Austeritaet predigt und Millionen Migranten zu Fluechtlingen erklaert hat nicht mehr alle Tassen im Schrank, egal wie moralisch richtig die Position auch sein mag. Und die deutsche Obsession mit Moral fuehrt ja nicht immer zu moralischem Handeln, sondern dazu dass Leute wie Herr Himmler den Anstand der SS beim Massenmord an den Juden loben konnten.

    • Moralisch richtog ist ves in Deutschland nur, beim Burgerbrater in Berlin zu sitzen und sich über andere erhöhen, die keine Vordenker für Deutschland sind. Ökolandbau hat da in etwa den gleichen Stellenwert wie die von Sklaven betriebenen Latifundien – oder haben Sie schon mal einen Bewohner des Reichshauptslums etwas über die Erzeugerpreise sagen sehen? Diese Scontocouponausschneider und TK-Pizza-Gräber?

    • Deutsche vs. Bayern
      Vorsicht bei Apartheid zwischen Deutschen und Bayern! – Himmlers Heini war gebürtiger Bayer, genauer: Münchner. Und seine Primärfamilie hielt sich während der Glanzzeiten in Gmund am Tegernsee auf.

    • Titel eingeben
      Die Berliner kenne ich nicht, denn in Berlin bin ich nur selten und dann immer nur beruflich. Wenn ich mal nach Deutschland muss, bin ich fast immer nur im Sueden, denn der ist international einfach relevanter.

      Von den Berliner Vordenkern hoert man im Ausland eher weniger. Und wenn die coolen Berliner dann doch erwaehnt werden, kommen die selbst in liberalen Medien nicht gut weg. Die deutschen Kolumnisten der NYT geben sich z.B. regelmaessig der Laecherlichkeit preis und werden von den Berichten der eigenen Journalisten konterkariert, die selbst als liberale und einwanderunsgfreundliche Amerikaner den deutschen Irrwitz mit Erstaunen zur Kenntnis nehmen.

    • Unter den Nazis
      waren natuerlich viele Bayern, aber die beiden einzigen Regionen die 1932 gegen die Nazis gestimmt haben waren das katholische Rheinland und das katholische Altbayern. Nicht dass der Katholizismus des fruehen 20. Jahrhunderts liebenswert gewesen waere, aber er hat doch viele Bayern vor einem grossdeutschen Nationalismus bewahrt. Und die Wittlesbacher und Habsburger haben sich im Gegensatz zu den Hohenzollern und Welfen mit den Nazis angelegt und sich nicht an sie angebiedert. Der Heini ist uebrigens lange auf dasselbe Gymnasium gegangen wie ich selbst und mir ist schon klar, dass Muenchen die Haupstadt der Bewegung war. Don Alpphonso und ich haben sogar in einem alten Muenchener Nazibau studiert. Dennoch ist es, glaube ich, fair zu sagen, dass Bayern im deutschen Nationalstaat eine Sonderrolle gespielt hat, sowohl politisch als auch kulturell.

    • Na ja, Altbaier,
      im Verdrängen liegt Bayern jedenfalls ganz weit vorn. Erinnert mich immer an die „Zone“, da gab es auch keine Nazis.

    • Na ja
      @ Otto Maier

      Dass es in Bayern keine Nazis gab, habe ich nie behauptet und es ist schon ein bischen schraeg, den Bayern vorzuwerfen, ihre braune Vergangenheit zu verdraengen. Aber differenziert darf man sich ja im Internet nicht aeussern, das habe ich wieder mal gelernt.

    • Verdrängen oder Verniedlichen oder was auch immer, Altbaier,
      das hatte ich nicht im Sinn. Mangelnde Differenzierung habe ich auch nicht gemeint. Und wo, wenn nicht im Internet, dürfen Sie sich nach Belieben denn sonst noch äußern?

      Wenn Sie aber Bayern und das Rheinland so lobend erwähnen, dann könnte ich Ihnen auch noch andere erzkatholische Gegenden Deutschlands nennen, in denen die Nazis ebenfalls nicht mit Begeisterung rechnen durften, bis heute nicht rechnen dürfen. Ob das mit dem Katholizismus aber wirklich etwas zu tun hat, bezweifle ich. Vor allem aber wird bei dieser Sichtweise unterschlagen, daß die Nazis ohne die Passivität fast der gesamten Bevölkerung kaum derart „erfolgreich“ hätten sein können. Und da gab es leider keine Unterschiede im ganzen Land.

      Mehr wollte ich mit meinem Einwurf nicht zum Ausdruck bringen.

  4. Deeply impressed
    Das haben Sie aber schön aufs Gleis gesetzt, das Thema und alle Häuschen und Figuren drum herum. Es erinnert mich in seiner Strukturiertheit an meine gute alte Märklin-Eisenbahn, auf dem gestalteten Brett wurde mir die Kleinstadt, in die es meine Eltern verschlagen hat, überhaupt erst begreiflich. Sie zahlen für Ihren Distanz schaffenden Reichtum mit barem Überblick. Das Leben ist ein Nullsummenspiel!

  5. Grau
    Viel Spaß beim Radfahren und gutes Wetter.
    Der Dame am Fleischerstand steht ihr graues Gewand hervorragend .
    Überhaupt, grau ist zur Zeit angesagt.

    • Es hat geregnet – ich hoffe, das wird in drei Wochen besser sein. Momentan bin ich per pedes unterwegs.

  6. widerstehet nicht dem bösen
    Wenn ein Staat wie eine evangelische Pfarrgemeinde geführt wird, geht es halt nicht um Kompromiss, Diskussion und Demokratie.
    Hier muss geglaubt und gehorcht werden.
    Und was die Demokratie angeht, wieviel Christentum verträgt sie ?

    • Die Aufklärung ist gerade im Kampf gegen Klerikalismus, Islamismus, und die sexistischen Rassenkunde, die sich Netzfeminismus nennt. Aber sie wird gewinnen.

    • "wieviel Christentum verträgt"
      Ich denke, die Frage stellt sich anders: Wieviel Ideologie verträgt die Demokratie?!
      Denn das, was da derzeit als „Christentum“ von Seiten der Amtskirche auftritt, hat kaum etwas mit Religion-und schon gar nichts mit Froher Botschaft, aber meist mit Ideologie-Verwurstung zu tun.

    • Lieber Don
      Ihre Antwort ist einfach fantastisch! Mögen Sie recht haben, und der Sieg nicht so lange auf sich warten lassen!

      Liebe Grüße nach Italien und der Lesegemeinschaft einen schönen Sonntag!

      Tine

    • .
      „Aber sie wird gewinnen.“

      optimist!

  7. Man merkt Ihren Texten an, dass Sie im Urlaub sind
    – sie werden noch geschmeidiger in ihrer Bösartigkeit, Wahrheiten ungeschminckt zu lassen!

    Also unsere Regime-Suffragette in das Schicksal einer Toskanischen Wildsau?Gut! Vom Herrschaftskadaver das Volk nähren und die Stücke weit verteilen? Immer zu! Heiner Müller hätte Sie vom Fleck weg engagiert für eine Neuauflage der Omlette-Maschine!

    • Das habe ich nicht gesagt. Ich habe auch den Sarkophag aus Pisa nicht gebracht, auf dem eine Wildsau erstochen wird.

    • Tut mir leid, dass ich Sie so missverstanden habe!
      Ich bin leider nicht im Urlaub und mir erscheint manches Wildsau, was der Herrgott vermutlich anders gedacht hatte.

  8. Good night! parting is such sweet sorrow, That I shall say good night till it be morrow.
    Der Mensch will weg. Von der Sau. In ihm.
    Das war und ist und wird so sein.
    Und war und ist und wird immer wieder verurteilt, zum Scheitern.
    Aber er gibt nicht auf, und gewinnt, nach jedem Blutbad, einige Meter.
    Das ist die Tragik, das Drama und die Komödie. Ohne die ein Shakespeare nicht denkbar.

    Ende September 2016 habe ich mir Musils „Mann ohne Eigenschaften“ aus dem Regal geholt, es entstaubt und dann wieder den Wetterbericht gelesen. (off Topic: Nein, ich will nicht irgendwelche Salon oder Privatbibliotheken stören!)
    1913 war wie 2015. Eine Welt gestopft mit Frieden, Harmonie, Wohlstands-, Technik-, Fortschritt- und Zukunftsversprechen. Ein Großangriff der Moderne. Und dann war da plötzlich die Gewalt. Aus dem Nichts. Und man lachte und freute sich auf ein bisschen Theater. Weil man nicht mehr wusste, was das ist: Gewalt. Insbesondere nicht, in Verbindung mit moderner Technik.

    Gegenwärtig wundern wir uns hingegen, dass hunderttausende junger Männer ohne Bildung vielleicht doch einen gewissen Hang zur Kommunikation mittels körperlicher Gewalt ausleben. Wo wir Körper doch nur noch als Statuen in Fitnessclubs kennen. Gewalt ist eine Erzählung unser Großeltern. Es ist nicht Teil unserer Welt.

    Wir werden die echte Gewalt wieder kennenlernen. Sie schon da, in meiner ehemals sichersten Stadt dieses Landes, die mich immer mehr an das New York Ende der 80er Jahre erinnert. Die Rolex bleibt jetzt zu Hause, der 20 Euro schein bleibt griffbereit. Neben dem Gas und dem Stahl.

    Es ist dann die Frage, wieweit wir die Sau in uns wieder zulassen. Die Wahlen haben die Sau ja schon gezeigt. Und je schneller Frau Merkel erkennt, dass sowohl die Gewalt der Fremden wie die Sau im Deutschen ein Faktum ist, umso länger kann sie den eigenen Hinterschicken im Kanzleramt halten.

    Ansonsten nähern wir uns wieder dem großen Schlachten.

    • doch, immer nur herein mit dem Privatbuch.

      Wir haben Politiker wie Heiko Maas, der seine Frau betrügt, seine Ehe ruiniert, sich dan mit einer Schauspielerin zegt und sich die Gesetze von Gewaltverharmloserinnen wie ane Wizorek diktieren lässt, damit es keine „sexistische“ Werbung mehr gibt. Und die Gewalt der migranten an „Ursachen“ bekämoft wird. solche Politiker haben wir Man wird wirklich viel lernen müssen.

    • Ich sag's mal taoistisch, Goodnight,
      wenn das Gleichgewicht gewahrt wird, muss keiner durch das Tor zum Schlachthof gehen.

      Wenn man allerdings das macht, was Merkel und ihre Truppe hinlegt, dann hat das ziemlich die entgegengesetze Richtung.

      Wenn man bedenkt, wie intelligent Schweine wirklich sind, dann stimmt die Don sche Allegorie auch leider überhaupt nicht.

    • ".....nähern wir uns wieder dem großen Schlachten."
      Wir werden uns Bei Francois Asche (gehaucht), Küsschen rechts, Küsschen links, dann mal kurz la Légion étrangère ausleihen müssen. Angesichts einer 41-Wochenstunden-Armee am Anschlag, mit gaaaaanz vielen blonden Haarzöpfen in Schonpositionen nearby Herrn Hauptmann und Spieß, dazu verschwult-und vor allem ohne nicht-fruchtwasserschädigende Federungen bei den Gefechtsfahrzeugen der Grenadiere und GrenadierInnen. Ich stelle mir da immer den vdL-Betriebskindergarten an der Wolchow-Front vor. Mit „wanderndem von der Leyen-Kessel ( keine Ahnung? =>siehe Hube-Kessel).
      .
      Frage noch, zu was dient der 20 €-Schein? Ablenkfütterung? Man möge Ihnen das Bargeld erhalten, ein Kringel Fleischwurst hilft ja in Ihrem Falle nicht, im Gegenteil. Eine Mauser C 96 oder PPK wäre langfristig aber besser angelegtes Geld, schon argumentativ, gerne auch mit angelegter Rolex.

    • Well, we're not just gonna let you walk out of here.
      Der 20€ Schein…tja, als ich als Schüler das erste Mal das legendäre New York City betrat, da wurde mir geraten, immer einen 20$ Schein mit mir zu tragen. Als Lebensversicherung, falls, wie es damals wohl üblich war, ein böser Mensch vor mir stehen würde, um unter Einsatz einer Schusswaffe, meine Wertgegenstände einzufordern. 20$ war der ausgehandelte Straßenpreis um zu überleben. Der Broadway war damals No Go Area, ebenso wie, nach Einbruch der Dunkelheit, der Central Park und eigentlich alles außerhalb der 5th Avenue.

      Freitagabend wurde eine Gruppe junger Männer in einer sehr guten Gegend Stuttgarts von einer anderen Gruppe mittels Einsatz eines Messers ausgeraubt.

      http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.blaulicht-aus-stuttgart-jugendliche-im-hoehenpark-killesberg-ausgeraubt.284299e6-04a6-45fe-847c-6c9fda4dba35.html

      So etwas gab es hier bis vor wenigen Monaten nicht. (Man müsste erwähnen, dass die Stadt 100 Meter gegenüber dem Cafe ein Flüchtlingsheim einrichtet.)

      Die Königstraße nach 18 Uhr ist jetzt schon No Go Area, die Stadt ist Geschichte, sie hat es nur noch nicht begriffen. Ich habe den Verfall von New York beobachtet, den Untergang des Ruhrgebiets, und jetzt werde ich Zeuge der Erosion von Schwabenland. Es wird Zeit weiter zu ziehen. Ein Giuliani wird hier wohl so schnell nicht erscheinen.

      Whatever, ich werde die Vorteile betrachten: Ich fühle mich wieder wie in den späten 80er Jahren.

  9. Titel eingeben
    …und zusätzlich zur Bestätigung meines Kopfschüttelns was die Widrigkeiten „unserer“ Politik angeht, auch noch was gelernt. Danke. Wäre mein Geschichtsunterricht in er Schule damals nur auch so unterhaltsam gewesen…

  10. DER war gut.....
    Make my day :
    „Lenerkäs“

    Und dabei ist meinereiner Berliner…..

    Exellenter Artikel, by the way…..
    (Bin aber momentan in Malta, da gibt auch so einiges an Historie, wenigstens habens se da de tuerken uf de hucke jehauen.. ……)

    Greetings
    Woop

  11. schöner Morgen
    … und hier scheint die Sonne, der Magnolienbaum steht in voller Blüte, das Frühstück ist lecker, interessanter Text und Berlin blenden wir bis morgen aus.

  12. Titel eingeben
    Liebster Don Alphonso,
    Fein. Herzerwärmend. Ein Genuss an einem in aller Ruhe verbringendem verregnetem Sonntagvormittag. Ich lese Ihre Beiträge nun schon des Längeren und dies mit stetig wachsendem Vergnügen. Jeder Satz mit seinen zarten Andeutungen und Wortspielen zaubert ein Lächeln in mein Gesicht. Ich liebe Ihre feine Ironie, die sich gelegentlich sogar zu Sarkasmen versteigt – ja, das musste ich einmal loswerden. Besten Dank dafür und – die FAZ möge meinen Wunsch erhören – weiter so!

    • danke, das freut mich – allerdings ist es hier in Italien wieder richtig schön und warm.

  13. Tollkühn, lieber D.A.!
    „Früher war alles, nun, anders, da zahlte man noch für die falsche Politik konsequent mit dem Leben…“

    Das ist eine konkrete Aufforderung zum Töten nach §111 StGB. Kürzlich wurde der medial gejagte Merkel-Steiniger mit 2000 Euro Strafe mundtot gemacht – auch in der FAZ bejubelt.

    Ihr Artikel schreit förmlich nach Hinrichtung. Vielleicht hilft eine Strafanzeige aus eigenem Haus nach? Tricoteuses, Ihre Hinrichtung zu bejubeln, wären schon vor Ort. Kurze Wege, kurzer Prozess und dem MaasÖkosiegel für die FAZ eine Denunziation näher.

    • Unsinn. es ist historisch schlicht und einfach so, dass die Risiken des Herrschens seh viel grösser waren, wenn das Volk oder andere im Reich unzufrieden waren. Nirgendwo steht, dass ich Deutschland auffordern würde, die Italienpolitik des Mittalalter fortzusetzen. Ich begrüsse unsere ziviliatorischen Fortschritte, aber das sollte einen nicht daon abhalten, von der Geschichte zu lernen.

      sonst könnten Sie ja auch Machiavelli verbieten. „Der Fürst“ wurde aber gerade wegen solcher Beispiele populär. In dieser Tradition bin ich.

      Diejenigen, die früher so etwas „in house“ tatsächlich mal versucht haben, sind längst nicht mehr bei der FAZ und schädigen heute das Ansehen der ZEIT.

    • Steht es so schlimm?
      @Gast 10.April 2016 um 10:55

      Sie scheinen hier der einzige, dem nach lesen des Beitrags
      nur 111StGB und mundtot machen einfällt.

      Selbst Herr Döpfner verteidigt jetzt den Herrn Böhmermann.
      Daraus schließe ich, dass auch unsere transatlantischen Freunde
      versuchen Frau Merkel wieder in die Spur zu bekommen.

    • Hoho!
      Die Aufforderung zu Straftaten, das sind immer die anderen, gell? Wenn es Studenten sind, noch dazu welche die nicht nur hinter den Ohren grün sind, wird kein Bohei gemacht.

      http://www.spiegel.de/fotostrecke/10-jahre-studentenstreik-fotostrecke-108607-16.html

    • An den Blogwart
      Gönnen Sie uns hier doch ein wenig Vergnügen und Entspannung. Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn SIE sich an anderen Orten enspannen. Gern auch mit Herrn Maaß oder wegen meiner auch leistungsfördernd mit Herrn Beck.

      Gruß

      Don Magnifico

  14. Klasse!
    Was für ein brillanter Beitrag!
    Der Urlaub bekommt Ihnen bestens, Don.

    Das FAZ-Abo hab ich noch nicht erneuert, aber ich kauf mir – allein Ihrer Artikel wegen – schon mal eine Einzelnummer. Mal sehen, wie lange die vom Verlag Ihre „Fackel“ noch aushalten und brennen lassen.
    Man wünscht Ihnen – und sich als Leser – jedenfalls nur das Beste.

    Con i migliori auguri

    • Danke – ich schaue mal, dass ich einen Bericht auch in das gedruckte Blatt bekomme, ich habe da nämlich so eine Idee.

    • Gibt es eigentlich einen Print-Alert?
      Sie schreiben ja auch öfter für Print, insbesondere im Umfeld von italienischen Rad- und Autorennen. Läßt sich da Seitens der FAZ nicht ein Banner schalten oder eine schöne (hehe) Triggerwarnung setzen: Jetzt Print kaufen, weil Don wieder etwas im Blatt hat?

      Ich bedaure jeden Beitrag, den ich verpasse, weil ich nur den Dienstag abonniere…

      Sachdienliche Hinweise nehme wohl nicht nur ich gerne entgegen.

  15. Es dürfte ein weiterer, interessanter Teil in der Biographie von A.M. werden, die vergangene Woche zu erklären. Nicht nur kriecht sie im Staub vor einem Diktator, der über Leichen geht und möchte dessen Persönlichkeitsrechte im Sinne der Majestätsbeleidigung gewahrt sehen. Nein, sie schafft es auch nicht einmal das zu tun, was selbst eine grüne (!) Migrationsministerin in Schweden hinbekommen hat: sich vor die Welt stellen und sagen, wir können so nicht mehr; die Aussagen vom Sommer letzten Jahres können so nicht mehr gehalten werden und wie Sie alle an meinem Gekrieche vor Erdowahn gesehen haben, je ne suis pas Charlie, mais je suis désole.

    Doch dafür fehlt der Person die Größe und eine Partei im Nacken, […]

    Interessant und als Frage an den Autor: ist es nur meine Wahrnehmung, oder verliert die Person dank ihres Speichelleckens gerade sogar langsam den Rückhalt der ÖRR? Nicht nur Anne Will klang bei Böhmermann zuletzt schon recht kritisch (durch die Blume zwar, aber trotzdem), sondern die Grimme-Preis-Verleihung selbst schien ja eine halbe Solidaritätsveranstaltung für Herrn Böhmermann und damit gegen Merkels Duckmäuseropportunismus zu sein. Die Intendanten der Anstalten mögen noch vordergründig hinter ihr stehen, aber mir scheint auch die kommen langsam an den Punkt, ihren Mitarbeitern nicht mehr ständig Staatstragen verordnen zu können, weil es um deren grundsätzlichen Berufsethos geht. Auch deutsche Journalisten werden ja mitbekommen, wie sich andere Staaten gegenüber dem Diktator benehmen, also dass zb GB sich nicht dafür hat anmotzen lassen, beim Prozessauftakt gegen Can Dündar und Co teilzunehmen; sondern die Beschwerde des Tyrannen damit beantwortet, es gehe um etwas von internationalem Interesse und der Typ möge sich mal bedeckt halten mit seiner großen Klappe. Ganz anders als das deutsche Führungsrind, das sich in Teilen dafür entschuldigte. Ich habe den Eindruck, ihre Forderung nach Schönwetterjournalismus stößt inzwischen doch arg an die Grenzen. Geht das nur mir so?

    • Ich musste editieren und bitte um Contenance.

      Es gibt mehr kritische Stimmen, aber so insgesamt ist die Presse immer noch sehr nett und frisst auch brav das „Die Krise ist vorbei“-Narrativ, während hier in Italien jetzt wieder täglich mehr als tausend M,igranten ankommen, die bald in Deutschland sein wollen – das wird im sommer erneut heikel. Die Unterstützung ist in der Bevölkerung so deutlich kaum zu erkennen, aber trptzdem wird so getan, als hätte das ganze Volk gejubelt, was eindeutig nicht stimmt. Sprich, wir erleben gerade den Versuch, die Schuld der anbgela Merkel zu einer Kollektivschuld zu machen – was ja auch nicht wirklich neu in der Geschichte ist.

    • Vielen Dank für die Einschätzung
      Und Bitte um Vergebung für unpassende Begrifflichkeiten.

      Die Simulation des „Jubel des ganzen Volkes“ halte ich für sehr gefährlich, weil es einen am Sinn des Parlamentarismus zweifeln lässt. Denn diesen Jubel simuliert auch das Parlament, in welchem 100% mehr oder weniger für Merkels Sommermärchen sind, mit Ausnahme einiger Andersmeinender in den meisten Partein (Ausnahme spd, die eitel Sonnenschein vorschützt).

    • die Anschrift
      Merkelmussweg ist auch nicht mehr so sonderlich neu.
      .
      Wer machts dann? Frau Petry etwa? Gott bewahre.
      .
      Seehofer traut sich einfach nicht. Vielleicht weiss er auch, dass es nicht einfach ist, eine Parteiorganuisation aus dem Boden zu stampfen, wenn es an brauchbaren, also politikfähigen Leuten fehlt.
      .
      Neulich an der Fussgängerampel. Die Strasssenbahn kommt, einer, vom Äusseren her eher noch nicht lange hier, rennt bei Rot über sie Strasse. Ein Auto kommt herangefahren. Ich war stehen geblieben, es kommt wieder eine Strassenbahn. Neben mir eine Frau, viellelelcht Mitte vierzig und bestimmt von hier: Schade, dass er den nicht erwischt hat. – Das sind aber fromme Wünsche, antwortete ich – Diese Scheissausländer, drängen sich überall vor und uns beiseite, vernahm ich da Volkes Stimme und schwieg daraufhin.

    • @ Dei Anschrift...
      Schlechter als Merkel &Co das machen kann man es schlicht nicht machen!
      Also Petry (nach Ihrem Vorschlag)- ja, meinetwegen, obwohl wir uns hier über die Welt im Konjunktiv unterhalten.
      Aber Petry wäre ganz sicher BESSER als Merkel, nicht perfekt, aber in keiner Weise so Leistungs-verweigernd!

      Wie hat man Petry wegen Ihrer Darlegung der Gesetzeslage zur Grenzverteidigung gescholten. Aus dem von ihr formulierten ultimaten Gebrauch machte man journalistisch „einen Befehl zum Gebrauch“… nunja. Und alles blies laut „buh“…
      Derzeit findet übrigens genau das, was Pussy-Deutschland moralistisch als untragbar empfindet an der Macedonischen Grenze (die haben so etwas noch!) und bei den Türken (dafür kriegen die den Böhnermann- guter Deal!) stellvertretend statt. s. FAZ http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/idomeni-mehr-als-250-verletzte-nach-ansturm-auf-mazedonische-grenze-14170605.html

      In der Tat „Merkel muss weg“ ist nicht neu, die Sache riecht inzwischen schon – genau das wollte man im Hoch-Mittelalter vermeiden. Das macht es aber nun nicht weniger wahr, sondern zeigt nur, wie überfällig dieser Schritt inzwischen ist. Einige Sachen sollte man besser nicht aussitzen, das macht nicht nur schlechtes Karma, sondern auch üble Miasmen.
      Ich denke, es ist im Allgemeinen eine sehr schlechte Empfehlung mit einer üblen Geruchsnote in die Geschichtsbücher eingehen zu wollen.

  16. Konsequenz...
    …wird in Deutschland gleich mit Radikalität verwechselt. Deshalb habe ich unter den Linksbizarinnen in irgendwelchen Elterngremien an den Schulen meiner Kinder so viele erbitterte Feindinnen (wenn´s wenigstens mehr Männer, meinetwegen auch linksbizarre, in Elterngremien an Schulen gäbe….! auf dass die Mischung im Sinne eines ausgewogenen Meinungsaustauschs stimmte!)
    In Schule wie in Politik ist in Deutschland zu beobachten: der Diskurs ist weibisch geworden – weil im Frauenüberhang, der in beiden Bereichen zu beobachten ist, die Renate Simons fehlen!!!

    • Das Fieberthermometer der Besorgten ist meine Feuerwehreinfacht und wie sie von Müttern zugeparkt wird, damit das Cabrio im Schatten steht.

    • Fräulein G´wandl
      nannte jemand, irgendwer mit Medien, das nicht „Verschwulung der Gesellschaft“ (oder Männerwelt)?

    • Fräulein G´wandl, das ist zuviel der Ehre
      und ich sinniere, was ich habe, was anderen womöglich fehlt oder abhanden gekommen ist. Ich bin halbwegs angepasst, wie alle anderen auch, meine ich, wenn auch nicht verquer wie Gendertröten. Diese Entwicklung ist an mir, wie so vieles, unbemerkt vorbeigelaufen und ich werde einen Teufel tun, das einzuholen.

      Was Sie beschreiben, erfahre ich von dem polnischen Bekannten mit 10jähriger Tochter und teils akademischem Bekanntenkreis. Es ist ein Graus, aber wie ändert man ihn? Dazu bedürfte es eines Gesinnungswandels der ach so besorgten, meist grün wählenden Eltern vulgo Frauen, aber das kriegen Sie erst mal hin. Ich sehe da schwarz und habe wenig Hoffnung, dass sich das in Bälde ändert.

      Wie der Don sagt, Cabrio schattig in der Feuerwehreinfahrt, hier stehe ich und kann nicht anders, weil ich mir diese Rechte einfach nehme und nicht nach-, sondern nur an mich denke. Der tägliche, kleinliche Egoismus der/des Einzelnen macht das Zusammenleben etwas beschwerlich.

    • D, stimmt, das war der unaussprechliche
      Pirinçci, http://blogs.faz.net/buchmesse/2014/10/10/akif-pirincci-257/

  17. Dear Renate Simon:
    I would appreciate your recipe for your scrumptious apple tart.

    • @Lady Catherine
      Entschuldigung an alle, ich wollte nun kein Küchenstudio aufmachen, aber ich finde trotz langem Suchens den Link nicht wieder, hier also das Rezept:

      Zutaten:
      Für den Teig:
      •150g Butter
      •4 Eier
      •100 – 150g Zucker, je nachdem, wie süß man es liebt
      •2 Päckchen Vanillezucker
      •1 Prise Salz
      •1 gestr. Teelöffel Backpulver
      •150g Mehl (evtl. 100g Weizen, 50g Buchweizen)
      •ca. 700g = 5 große Äpfel, am besten eine mürbe Sorte wie Boscop
      1 Zitrone

      •1 gestr. Kaffeelöffel Kuchengewürz (oder etwas Zimt zugeben) stand nicht im ursprünglichen Rezept, macht sich aber sehr gut
      ___________________________________________________________
      •Alternativ statt 4 Eiern = 100ml Milch und 2 Eier (mangels Milch in meinem Haushalt noch nicht ausprobiert)

      Zum Bestreuen:
      •20g Puderzucker
      •1 Päckchen Vanillezucker

      Zubereitung:
      Für den Teig Butter schmelzen, abkühlen, aber nicht festwerden lassen. In der Zwischenzeit Eier, Zucker, Vanillezucker und Salz schaumig schlagen. Abgekühlte Butter, Backpulver und Mehl drunter mischen. Äpfel schälen, vierteln und das Kerngehäuse rausschneiden. Äpfel in dünne Scheiben schneiden, bei festen Äpfeln die Scheiben vorher kurz kochen, mit Zitrone beträufeln, Orangen- oder Aprikosenmarmelade macht sich auch gut und unter den Teig heben. Eine Springform (26 cm Durchmesser) einfetten und den Teig einfüllen. Die Form dann in den vorgeheizten Ofen auf die unterste Schiene stellen, und bei 200 Grad ca. 50 Minuten backen. Kuchen herausnehmen, vorsichtig aus der Form lösen und auf einen Kuchendraht legen (ich lasse ihn auf dem Boden der Form, Kuchendraht habe ich nicht). Puderzucker und Vanillezucker mischen. Den warmen Kuchen damit bestreuen.

      Schmeckt frisch aus der Form schon gut, ich verbrenne mir jedesmal die Goschen.

  18. @ alfonso:
    ich wäre ja gespannt auf einen artikel über jan böhmermann. antonia baum hat ja in der fas vorgelegt. ich sage: sie können das besser.

    • Der Gärtner war's
      Da hat Gärtner schon vorgelegt:
      http://www.titanic-magazin.de/news/gaertners-kritisches-sonntagsfruehstueck-ein-fan-8008/

      Das Beste, was ich derzeit zu Böhmermann zu lesen bekomme:
      http://www.titanic-magazin.de/news/gaertners-kritisches-sonntagsfruehstueck-ein-fan-8008/

      Gärtner hat die ganzen zahnlosen Anstalts-Insassen-Komiker, die Wohlfühl-Staatssender, den Dekonstruktions-Harald (Schmidt) zur Hälfte plus die schäumende Ästhetik-Abscheu des scheinheiligen Konsens-Merkel-Deutschlands mit einer einzigen Klatsche erledigt. Der Mann ist einfach gut.

    • @unser anderer Gast fühlt sich mal wieder gebauchpinselt....
      Sagen Sie, worin genau besteht denn der Erfolg des Böhmerman Gags? Welche grosse Änderung hat er denn mit seiner „echten“ Satire in die Türkei oder zumindest in die deutsch/türkischen Beziehungen gebracht? Ich meine ausser, dass sich die aller-aller-grössten Klugscheisser jetzt auf die eigene Schuter klopfen und jauchzen: „Uff, denen haben wir es aber gezeigt? kann es wohl als einzigestes nicht sein?
      Ganz so als wären anderer Gast & Co persönlich nach Ankara gefahren und hätten Herrn E ins Gesicht gesagt er sei ein Ziegenficker, ganz so tapfer wars wohl doch nicht? Und, all die, die jene doofen Muslime/Türken noch nie mochten die jubeln jetzt im Chor?

      Die „zahnlosen Anstalts-Insassen-Komiker“ hatten mit ihren beiden Sendungen zur Flüchtlingskrise in der Tat peinliche Arbeit geleistet, nur, was genau hat Herr B denn im Gegensatz dazu besser gemacht?
      Man braucht Herrn B um Merkels Absurdität denkenden Menschen vorzuführen? Oder auch nur einer der nicht-denkenden hat anschliessend wegen Herrn Bs Gedicht seine Meinung geändert?
      Da muss Herr B lange stricken, bzw viele Ziegen verunzüchtigen um auch nur annähernd so vielen Leuten wichtgere Dinge zu verdeutlichen, zB die banale Wahrheit über die Lage des Mittelstandes in der Sendung vom 5.4. gibts auf Youtube

      Wenn ich sie also richtig verstanden habe, dann wollen sie uns nur eines sagen, dass jemand der ihrer Meinung ist, deshalb „gut“ ist?

      Für die etwas weniger simpel Gestrickten. die gerne Lachen und dazu ein paar Wahrheiten hören… sei dies empfohlen

      https://www.youtube.com/watch?v=h1_aKmg-_3g

    • Rumspielen mit der Grenzverletzung:
      „Ich zeig euch jetzt mal, was Satire nicht darf.“

      Es ist schon ein weiter Weg, von Heine und Tucholsky zu Böhmermann und seinen derben Sprüchen im Selfie-Zeitalter.
      Und bitte das Ausleuchten der Meta-Ebene nicht vergessen, als Studentenfutter für die hiesigen Feuilleton-Schreiber und Titanic-Gärtner.

    • @ TDV mal Vorsicht mit de jungen Hunde ...
      Wo steht denn, dass ich persönlich „Die Anstalt“ wie Klute gröttlich schlecht fände? Sie macht nur keine richtige Satire, das ist alles.

      Pluspunkt: Sie sind immerhin die einzigen, die wenigstens ein bisschen Volksaufklärung machen, die vom Normalo verstanden werden kann. Von den sogenannten „seriösen“ Sendungen in den Konsens-Sendern kommt ja fast nix, keine Bemühungen zumindest, einen roten Faden des Verstehen- udn Nachvollziehenkönnens aufzuzeigen. Eher die umgekehrte Tendenz, Dinge, die keine je verstanden hat, tot zu labern (Talkshows)

      Das Dumme ist nur, Kabarett, Comedy und Satire, wenn die sich mit der – löblichen – Volksaufklärung zu sehr und zu lange aufhalten, kommen sie als Satiriker nicht richtig in die Gänge. Zu viel Kraft verpulvert, den eigentlichen Job anderer gemacht. Satire schießt aber und muss aber auch mal weh tun. (Es hieß damals nicht ohne Grund Lach- und Schießgesellschaft).

      Wo und wem tut denn heute diese Voksaufklärung weh.
      Aber: Wo und wem tut heute denn die ZDF-Satire weh.
      Auch Niemandem.
      Erst recht nicht den Politikern.

      Wobei die Frage in den Raum zu werfen ist, ob Satire je irgendeinen Politker wirklich gekratzt hat. Die einen sind Teflon („Was interessiert mich mein Gerede von gestern“-Adenauer, Merkel), die anderen lesen aus Prinzip „son Zeug“ nicht (Ratten und Schmeißfliegen“-Strauß, „Spiegel“-Kohl).

      Worin liegt also der Sinn der Satire?
      Damit das Volk das Gefühl hat, es täte sich was?
      Es darf nachgedacht werden.

  19. Layer Cake and Tea Parties on the Hilltop
    Mr Feldman: being a Woman On Top (I mean sitting on the the hilltop of intellectual independence), I cordially beckon to you, having just seen you stroll past again. Please take a seat with me and enjoy the layer cake I have just baked in honour of don alphonso.
    (Hopefully Ms Simon will stop by sometime today with her apple tart: DIVERSITAS DELECTAT!)

    • Hilltop
      My dear Lady,
      beizeiten ist die Torte die subversivste Form anstehender Revolution.
      Thanks for your invitation, sitting on the hilltop watching the coming massacre.

  20. @sandra
    Sandra: Gratulation zu Ihrem brillanten Bonmot. Leute wie Sie werden gebraucht, bitte schreiben Sie viele Leserbriefe, damit Sie auch an den Frühstückstischen dieser Republik gehört werden!!!
    *schmatz*

  21. Always look at the bride side of life
    Don Alphonso macht froh, gerade im Frühling. Er ist sich, nach seinen historischen Forschungen und seinen exakten analytischen Sezieren im Hier-und-Hetz sicher zu schreiben:

    „Die Aufklärung ist gerade im Kampf gegen Klerikalismus, Islamismus, und die sexistischen Rassenkunde, die sich Netzfeminismus nennt. Aber sie wird gewinnen.“

    Dies Credo wie „wir schaffen das!“, hören wir gerne. Wer soll so kleingläubig zagen und zaudern, einzuwerfen „….allein mir fehlt der Glaube“. Am Beispiel Siziliens ist doch über die Jahrtausende leicht zu sehen und zu verstehen, dass Reiche entstehen und vergehen. Derweil bringe ein Jeder nach Art, Ausbildung und Geschick seine Frohe Botschaft, des Schaffe-DAS! Es entspannt, sich Geschichte etwa ab der Menschwerdung des Affens zu imaginieren. Gemetzel mitunter reihen sich als Mosaiksteinchen zum Bild des Ganzen, der erhebenden Entwicklung.
    http://n0by.blogspot.it/2016/03/terror-urbi-et-orbi.html
    Zum Gewinn der Aufklärung!

    • Der Don schaut doch eher auf die "bright", als auf die "bride" side of life ....
      … bisher beschäftigte er sich zumindest meist mit „wieder abgelegten brides“…..oder ist mir da etwas entgangen?
      .
      PS: l’Ciocio ist notiert, sobald ich wieder mal über den Gotthard hinweg komme … herrliches Nudelgericht – sieht einfacher lecker aus!

    • Allesfresser und lockerer Vogel und Gelegenheitsraubtier halt.

  22. My butcher is like D.A.´s Italian locals... I buy only from my local butcher...
    …because he slaughters himself. He cuts rib steaks and bones in front of his customers, and the only reason why you don´t often find fresh innerds on display in his little shop very often is because he sells out of all the delicious kidney, tripe and liver so fast!
    This butcher now cuts my steaks personally and phones me when he has veal kidney, because he loves my letters to the local editor (while some of his customers now refuse to even look at me).
    So in a way I am now at peace with FrauMerkel.

    • Titel eingeben
      My dear Lady C. could,nt you write, if possibly, in German language? Near French and Italian my English looks so pale.

    • Kompetenter Metzger
      slaughters himself! das glaube ich einfach nicht,
      denn das könnte er nur einmal tun.

  23. Ma che concupiscenza,
    welche Fleischeslust! Schade ist nur, dass Don, der Vegetarier, bei all´ seinen erinnerungsaktivierenden Schilderungen des italienischen Lebens nicht auf die spaßbremsenden Hinweise auf das Personal der Hauptstadt herumnavigiert. Zugegeben, das passiert in völlig unangemessener Weise gelegentlich auch mir, wie kürzlich der Hinweis auf den Poggìo Mutti im Etruskerland.
    .
    Also, für mich/uns Carnivoren-Familie, ist Italien, neben alle den Sehenswürdigkeiten, der Geschichte und den zumeist angenehmen menschlichen Begegnungen auch eine einzige Erinnerungskette an gutes Essen, oft aus Schweinernernes in Form von Wurst und Schinken, maiale, exzellent die bistecche di bovino cotta alla brace. D´ailleurs meide ich Fische wo es nur geht, also kein Fetttriefendes wie in Ramsgate, mit Druckerschwärze an den Flanken der Fischkarkassen. In Italien ist das anders. Unvergessen, damals im Jahr italienischer fußballbedingter Ausgelassenheit in Cesenatico, mit der Familie in einer Art Fisch-Besenwirtschaft auf Bierbänken, wo das Meeresgetier fangfrisch zubereitet wurde und es nach einem geringen Trinkgeld nicht mal mehr für die Überfahrt über den Hafenkanal reichte. Oder, etwas unterzuckert in der Hitze und dem Marsch mitten durch die per eigene „Abkürzung“ fast wegelose Macchia zum Kloster San Fruttuoso. Dort in der kleinen Bucht, nur fußläufig oder per Taxiboot zu erreichen hatte eine Art Odysseus mit Eigenname il Nostromo, vermutlich ohne Permission, aus einigen Schilfrohren einen Grillstand eingerichtet, in dem er seine zuvor gefischten Sepien feilbot. Den Weißwein hielt er vermutlich im danebenliegenden Klosterkeller kühl. Die Rückfahrt nach Camoglie war nur noch per Boot möglich.
    .
    Oder in diesem Ristorante & Genuinità Alimentari am Passo dei Pecorai, mit den Tausend Weinflaschen aus dem Chianti an den Wandregalen, wo sich nach den ganzen Schweinereien und Wildkaninchen sich die sonst gegenüber den Germanen so zurückhaltenden Franzosen gemeinsam an den Tischen niederließen.
    FOODPORN, so schrieb kürzlich, ich glaube eine Dame, in diesem unvergleichlichen Blog.
    .
    Und dann Dons Reminiszenzen an die Geschichte, als weder D noch I ein einheitlicher Staat waren und man dem Kaiser zu geben hatte was des Kaisers war, an die händelsüchtigen ghibellinischen und guelfischen italienischen Stadtrepubliken, als sich die deutschen Kaiser noch zum Abholen des Anschiss´oder zur Inthronisation noch nach Rom zu begeben hatten, manchmal barfuß, im Schnee.
    .
    Diese mittelalterlichen Streitereien, um Dons Roten Faden wieder aufzunehmen, erinnern an die heutigen Händeleinen (nur nicht blutig)zwischen Berlin und den Landeshauptstädten wegen der Finanzierung der vom Volke NICHT Eingeladenen. Um das mal auf der familiären Ebene klarzustellen: die Regelung von Kosten für Einladungen, die gemeinsam zu treffen sind, ist bei Eintreffen der Gäste längst geklärt.
    .
    Der Dame gehört, südbadisch auszudrückt, emal so rischdig d´Sauploodre an Härn g´schlage.

    • wenn schon SAN FRUTTUOSO
      ……..dann auch Rapallo, grundstein einer segensreichen politikdenke, die von der lieben frau alternativlos zertrampelt wird, da wirken frühkindliche erfahrungen einfach nach. würde sie denn mit herrn Altmaier den gesundheits- und eignungstest für politiker bestehen ? warum ist nur für zugführer das vorgeschrieben ?

    • @Gast - ich war damals in Riccione
      an das Jahrhundertspiel erinnere ich noch gut. Die Italiener fuhren anfangs Corso und wurden immer ruhiger. Johnny, der reichste Mann Ricciones und seines Zeichens beliebtester Eisverkäufer, lief am Tag danach mit Trauerflor am Hut seine Strandrunden. Sein „willst du lieben, willst du knutschen, musst du Johnnys Eiskrem lutschen“ klang kläglich und kaum hörbar.
      Meine Güte, das ist so lange her, Ihr Hinweis auf Cesenatico ließ gerade die Erinnerung aufleben, danke dafür.

      Haben Sie nebenan schon gelesen, die Türkei erstattet gegen Böhmermann Strafanzeige. Nun könnte man mutmaßen, hätten sich Merkel und Bellut nicht entschuldigt, aus dem Blödsinn keinen Staatsakt gemacht, wäre das womöglich nicht passiert. So macht Böhmermann womöglich noch große Geschichte und alles, was nun geschehen mag, könnten wir ihm zur Last legen. Ob AM das beabsichtigt hat?


  24. Nana, jetzt hatte ich was über Lufttrocknung und Pökeln erwartet, und da ist es schlicht Räuchern. Fehlte zum Lufttrocknen die gute Alpenluft? Geräuchert wurde jedenfalls wahrscheinlich schon in Göbekli Tepe.

  25. Das Klima scheint Ihnen...
    …sehr gut zu bekommen! Sie laufen ja in Höchstform auf. Vielen Dank!

    Auf ein paar kleine Rechtschreibfehler muss ich leider hinweisen, da ich nicht im
    Urlaubsmodus weile, sondern nebenher meine Kinder auch sonntags triezen muss, damit sie im bislang noch migrationsfreien bayerischen Gymnasium mithalten können.
    Hier gilt schließlich noch die Regel: „Nur die Harten kommen in den Garten.“
    Daher meinerseits auch weiterhin kein Verständnis für die einerseits verweichlichte und andererseits verlogene Flüchtlingspolitik von Frau Merkel.
    Aus „Je suis Charlie“ wurde seitens der Regierung nun „ich bin Recep.“

    Wie widerlich ist das denn!

    Die Fehlerchen:
    „Gegensätze, über die man sich…“
    „hätte man auch mich als Fass benutzen…“

  26. Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass
    So wie die Zahl der Vegetarier explodieren würde, wenn man eine „Verspeiselizenz“ für jede Tierart erwerben müsste, indem man ein Exemplar eigenhändig schlachtet, häutet, ausnimmt und zerteilt – so halten wir es auch ein wenig mit „dem System“.

    Wir sind froh, wenn „jemand anders“ die billige Jeans auf den Gabentisch von Primark legt; „jemand anders“ dafür sorgt, dass wir im Internet eine echte Gucci-Handtasche für 59.95 ersteigern können.

    So ist der Mensch: wenig Input, viel Outcome. Nur in der kleinen heilen Welt des 300 Seelen-Dorfes müsste man sich schämen, wenn man die Arbeit des Nachbarn nicht ähnlich honorieren würde wie die eigene.

    Radikaler veganer Bio-Protektionismus – die Antwort ? Nein, natürlich nicht – aber in dem man die Extreme ausmalt, weckt man das Verständnis, wie weit man selbst vom „System“ nicht unbegrenzt nehmen kann, ohne dass es irgendwann kollabiert.

    Wenn an der Peripherie nur Elend herrscht, drängen die dortigen Menschen ins Zentrum.

    Es wäre die Aufgabe verantwortlicher Parlamente, ausgewogen zu diskutieren, wie weit das sicher kreative persönliche Gewinnstreben austariert werden muss mit einer unvermeidlichen Solidarität mit den Schwächeren, denen man genug Erfolgserlebnisse möglich lassen muss, um sie nicht zum Agitationsmob für atavistische Diktatoren werden zu lassen.

    Es ist sehr gefährlich, wenn dies unterbleibt und mit Alibi-Politik ( Türkei-Pakt, Nullzinsstrategie) diese unvermeidlichen Anpassungen des noch demokratisch verfassten corporierten Kapitalismus verschleiert werden, bis der Damm der Frustration bricht.

    Es wäre sehr defätistisch, zu vermuten, dass genau das in Europa für sehr mächtige weit entfernte Grossmächte eher positiv wäre, um aus den verbleidenden nationalen Notstandsregierungen eine ähnliche Rohstoff-Pampa zu machen wie aus Südamerika oder Afrika.

    D A, sie haben den Balkan angesprochen? Ich hoffe nicht, dass er als Menetekel im Raum steht – so wie man beim fröhlichen Jugoslawien-Urlaub noch 1989 nie an Srebniza gedacht hätte.

    Ich erinnere mich, wie ich im München der späten 70er Jahre „beim Jugoslawen“ der „lustige Bosniak“ auf der Karte stand, ein mit Schafskäse gefülltes Fleischpflanzerl mit Fritten.

    Heute kann man das nicht mehr „lustig“ finden.

    • "Lustiger Bosniak"
      Man war früher generell verbal nicht so empfindlich beim Einverleiben.

      Man aß fröhlich Arme Ritter und Hoppelpoppels, man verspeiste mirnix dirnix den Strammen Max, den Kalten Hund, das Blinde Huhn und Versoffene Jungfern. Auch Tote Omas galt es zu verspachteln und vollkommen inkorrekt Zerhackte Indianer (Oma nur halbinkorrekt); Zigeunerschnitzel wahlweise ein Arbeiterschnitzel nicht zu vergessen. Mohrenköpfe wurden reihenweise carnibalistisch abgerübt.

      Da gabs nix.

    • Hello TGA
      “Es ist sehr gefährlich, wenn dies unterbleibt und mit Alibi-Politik ( Türkei-Pakt, Nullzinsstrategie) diese unvermeidlichen Anpassungen des noch demokratisch verfassten corporierten Kapitalismus verschleiert werden, bis der Damm der Frustration bricht.”

      Das mag gefährlich sein, mich würde es trotzdem freuen.
      Ich ziehe dieses Dammbrechen den Veränderungen vor, die die Politik der “…verantwortlicher Parlamente…” (Nennt man sowas nicht eine contradictio in adjecto?) für uns vorsieht.
      Weise Massnahmen wie: Abschaffung des Bargeldes, Totalüberwachung, Einsatz der Bundeswehr im Inneren UND weltweit, auch künftig Einbindung in die NATO, Vasallendienst zu US Gunsten, bis hin zum Krieg gegen Russland um von dem Kollabieren der Wirtschaft abzulenken, und was den merkelnden des Landes sonst noch eingefallen ist….
      Ich bin ja eigentlich gegen Krieg und das Schiessen generell… aber wenn es schon sein muss, dann bitte auf die Richtigen

    • Bitter diese Wahl zu haben zu scheinen
      2TDV: Im ersten Impuls denkt man immer, alles ist besser als Krieg, und erschrickt, wenn das aufgezählte „politische“ Szenario wirklich kaum besser und äusserst plausibel ist.
      Das Schlimmste an einem „Dammbruch“ ist, dass es selten die Klügsten sind, die die Macht an sich reissen, sondern eine sehr ähnliche wenn nicht die gleiche Oligarchenschicht wie bisher. Man tauscht nur die Feldwebel aus.

      Irgendwann hat man dann die Schnauze voll vom Horror und wird wieder „vernünftig“ .

      Das ganze kann man dialektischen Materialismus nennen. Oder Schlauchbootfahren zwischen Skylla und Charybdis.

    • .
      „dann bitte auf die Richtigen“

      das wird man sich wohl abschminken können: denn der – auch der politische – jet set ist auf und davon, wie stets.

      es sei denn, sie wollten auf ihre kleinen, blöden, berühmt-berüchtigten schafe schiessen lassen.

      [ach, moment, war da nicht etwas in den letzten wochen, schiessbefehl und so, hm, grübel, hat sich da nicht ein reverser storch recht unbeliebt gemacht.]

    • Man lässt den Jet Set ja auch leider meist davon kommen. Nur bei Böhmermann spürt die Presse, dass es auch um sie geht.

    • @TDV, es funktioniert nicht
      „Eine Wirtschafts-Politik zu betreiben die den Leuten in ihrer Heimat ein Leben ermöglicht“
      Wie soll das bitte gehen? Es gibt keine solche Wirtschaftspolitik und reine Transfersysteme führen erst recht zum Versagen.

      Es gibt südostasiatische Länder und auch woanders immer mehr, die haben in den letzten 50 Jahren eine beeindruckende öknomische Entwicklung geschafft. Unter denselben Bedingungen haben Länder mit ähnlicher Ausstattung nichts als mehr Elend und abgesehen davon mehr Armuts-Bevölkerung produziert.

      Was Sie vorschlagen, entspricht haarklein dem sozialistischen Machbarkeitswahn, der die Horrorkabinette füllt: Erziehungsdiktatur, Umerziehungslager, ökonomisch bemäntelter Imperialismus, Transferleistungen an „Gutwillige“, also Unterstützung von Opportunisten. Inklusive Ausbeutung und Bestrafung derjenigen (Länder), die aus eigener Initiative erfolgreich sind.

      Die Wahrheit ist: Entwicklungshilfe ist meistens überflüssig und kontraproduktiv, s.o. Es handelt sich um eine Art Klinkelbeutel. Südkorea hat nicht übermäßig viel Zuschüsse erhalten und wurde dennoch, nachdem es in den 1950er Jahren noch bettelarm war heute einer der wichtigsten Industriestaaten. Niemand hat Südkorea daran gehindert, es gibt kein Anti-Aufsteigerkartell. Das wissen Sie auch. Es gibt keine effektiven Barrieren, die errichtet werden. Auch wenn Aktivisten das gegen alle Fakten mit Behauptungen hausieren gehen.

      Die Drittweltländern betreiben entweder selbst die richtige Wirtschaftspolitik, oder es wird niemand für sie tun. Wir sind nicht verantwortlich für Fähigkeit oder Unfähigkeit Dritter. Am wenigsten für die Dummheiten der durch Hydrocarbon-Einnahmen hochsubventionierten arabisch-muslimischen Region.

    • @Antesde
      So argumentiert er eben gerne, TDV.
      Er hat grundsätzlich natürlich Recht, im Schulbuch. Aber wer gibt uns denn eigentlich die Autorität, anderen Staaten unsere Vorstellungen aufzuzwingen? Natürlich niemand. Nigeria, z.B., hat ausreichend Öleinnahmen, um jeder nigerianischen Familie ein wunderbares Leben zu ermöglichen, kostenlose Erziehung und Ausbildung. Es tut das aber ganz einfach nicht. Und das ist nichts, an dem wir in Europa, oder auch im Rest der Welt, etwas drehen könnten. Es sei denn, wir trieben die korrupte Elite ins Meer. Und ob es dann besser würde? Libyen ist ein gutes Gegenbeispiel.

      Was viele Menschen nicht verstehen wollen, und nicht verstehen können, ist dass andere Menschen aus anderen Kulturkreisen, einfach anders ticken. Ein Student von mir aus Jemen hatte uns mal ein Modell eines jemenitischen Hauses geschenkt, also so eine Agglomeration von Wohneinheiten auf einem Fels. Und in so einem Haus wohnten dann alle Familienmitglieder. Wir fanden das alles furchtbar romantisch. Bis uns dieser Student erklärte, dass man ja nur so wohne, weil man dann weniger angreifbar sei, und dass man sein Geld in Waffen investiere, um damit das nächste Haus zu beschießen. Romantisch sei daran überhaupt nichts, das sei so die Tradition, und dann gibt es Blutrache, Kopf um Kopf, und ein Erfolg sei jedes Mal, die andere Hütte anständig zerkleinert zu haben.
      Natürlich finden wir das blöd, der Student fand das auch höchst unerquicklich, sagte aber auf Nachfrage, er würde selbstverständlich nach seiner Rückkehr genauso sich beteiligen. Das ginge nicht anders, mit oder gegen seine Überzeugung.

      Schriebe ich das in einem anderen Blog, würde man mir mal wieder Rassismus vorwerfen. Da kann ich aber gut mit leben, weil ich weiß, dass ich kein Rassist bin. Ein Rassist ist der andere, der mir das vorhält, denn er hält sich für etwas Besseres, weil er derjenige ist, der seiner eigenen Meinung nach mindestens eine Kategorie höher steht, indem er sich solcher Machenschaften eben entzieht, und zwar mit einem Argument der Superiorität über solche ‚animalischen Bräuche‘. Naja, oder anderer, ähnlicher, Argumente.

      Deshalb gilt eben auch, dass die derzeitige Flüchtlingspolitik vollkommen hirnrissig ist, denn wir lösen nicht das Problem der Nigerianer indem wir alle Nigerianer nach Deutschland umsiedeln. Und wir lösen auch nicht das Problem der Jemeniten, indem wir alle Jemeniten nach Deutschland umziehen lassen.

    • @@@@@
      @TGA
      “Im ersten Impuls denkt man immer, alles ist besser als Krieg…“

      Das ist zu unpräzise: Alles ist besser als ein Krieg wo man selber gerade ist… ;-)
      Im übrigen, Hilary wird’s schon richten (Eine böser, sarkastische Feststellung, aber leider eine nötige) Naja, auch bei Obama hat es ja einige Zeit gedauert, bis manche begannen zu kapieren, dass er ein ganz normaler US Präsident ist…

      „Irgendwann hat man dann die Schnauze voll vom Horror und wird wieder „vernünftig“.

      Das stimmt zwar, aber wie sie wissen gehör ich zu denen die die Schnauze voll haben von einem ganz anderen Horror.
      Die Welt und auch das Leben sind wunderschön. Nur, leider muss die Minderheit die das verstanden hat einen Grossteil ihrer Zeit daran verschwenden, zwischen den unzähligen Kackehaufen der Normalos links und rechts Slalom zu laufen, nur weil diese Mehrheit der mutierten Halbaffen nicht in der Lage oder nicht Willens ist zu denken? (Eine böser, sarkastische Feststellung, aber ebenfalls leider eine nötige)

      @Donna Laura
      Ich begrüsse einen seltenen aber geschätzten Gast. Sie haben wie fast immer Recht.
      Zweierlei, ich weise ja seit Jahren darauf hin, dass ich kein Problem damit habe, wenn die Verursacher eines Problems, =die Wähler, die Konsequenzen ihres Verhaltens zu ertragen haben werden.
      Und, soweit ich das korrekt mitbekommen habe besteht die Bundeswehr aus Freiwilligen? Ich hoffe doch sie glauben nicht, dass ich ein Problem damit habe, wenn professionell ausgebildete Massenmörder ihrem Berufsrisiko zum Opfer fallen? Solche Herren (und neuerdings im Rahmen ihrer Befreiung von Unterdrückung auch Damen) haben im Balkan und in Afghanistan massenhaft Unschuldige getötet und helfen jetzt bei dem Morden in Syrien.

      @Antesde
      Angesichts der Qualität ihrer Beiträge nur ein, zwei wohlbekannte Beispiele.
      Deutschland exportiert zu Hause unverkäufliche Hühnerteile container-weise in West-Afrika, weil es einigen skrupellosen Abzockern ermöglicht aus reiner Habgier, dadurch die Existenzen nicht weniger Familien zu zerstören.
      Welche Konsequenzen die durch die politisch gewollte von Schäuble&Co gebilligte Lohndrückerei auf die Arbeitsplätze in anderen Ländern hat, verstehen ausser ihnen wohl die alle.
      Bei Pispers heisst das so: „Merkel glaubt Wohlstand entstünde dann, wenn alle die Löhne senken, und deshalb dann mehr exportieren als importieren können.“
      Dass ihnen, antesde, die Paradoxie dieses Satzes entgeht, heisst nicht, dass die meisten anderen hier sie auch nicht verstehen werden….

    • @TDV
      Auch hier mal wieder die kritische, richtige, Bemerkung von Ihnen; und wieder und leider ohne auch nur eine Andeutung einer Lösung.

      Unverkäufliche Hühnerteile ist nicht komplett richtig, es sind durchaus auch hier verkäufliche Teile. Deutschland als Hühnerexporteur Nummer eins verkauft auch ‚gute‘ Hühnerteile nach Afrika, transportiert mit Kühlcontainern, die in Afrika dann weiterverschippert werden. Allerdings ab Hafen ohne unterbruchslose Kühlkette, auch schon mal auftauen, wieder eingefroren werden, meinetwegen auch rinse and repeat.

      Am Ende, auf irgendeinem ländlichen Marktplatz sind diese Hühner dann aber immer noch billiger als die lokal produzierten Hühner und zerstören den Markt der lokalen Hühnerproduzenten.

      Alles richtig, aber hier hören Sie leider auf. Eine holistische Betrachtungsweise mit Lösung habe ich nicht finden können. Wollen Sie die Produktion deutscher Hühner künstlich verteuert wissen? Oder den Export verboten sehen? Oder den afrikanischen Staaten ein Einfuhrverbot deutscher Hühner vorschlagen? Oder …? Oder …?
      Die einzige Alternative zu einer weiteren legislativen Regulierung wäre eine Selbstregulierung des Verbrauchers. Letztere wäre meine bevorzugte, aber vollkommen illusorische. Weil 98% der Käufer von Hühnern weder Lust noch Zeit noch Interesse haben, sich die verschlungenen Wege der Hühnerei zu Gemüte zu ziehen.
      Natürlich könnten auch die Wiesenhöfer auf solche Exporte verzichten, freiwillig. Als Konsequenz würden deren Hühner im Preis leicht steigen müssen, mit der Konsequenz dass der Käufer an der Kühltheke feststellt, dass die PonholzHühner billiger sind, und deshalb zum Objekt des Kaufes werden.

      Das hat jetzt etwas gedauert, scheint aber geeignet als Beispiel warum es bei unzähligen, ähnlich gelagerten, miesen Vorkommnissen fast nie eine einfache Lösung gibt.

    • @TGA
      der Glaube Wohlstand entsteht, wenn alle mehr exportieren als
      importieren, ist vor allem ein Konstrukt der Weltökonomen, die
      nicht begreifen, dass was für eine einzelne Volkswirtschaft gilt,
      in der globalisierten Welt nicht funktioniert.
      Nicht einmal wenn die Weltwirtschaft d.h. der Welthandel zusammenbricht,
      können diese Weltexperten ihre Scheuklappen ablegen.

    • Häufchenslalom
      Schöner Begriff für die freie Wahl des freien Bürgers, sich die am wenigsten schlecht riechende Meinungs-Duftmarke „aussuchen“ zu dürfen…

    • @Uwe Dippel
      Wie meistens: Ihre Interpretation, nicht meine Worte…

      „Aber wer gibt uns denn eigentlich die Autorität, anderen Staaten unsere Vorstellungen aufzuzwingen?”

      Wo finden sie denn das bei mir?

      „Und das ist nichts, an dem wir in Europa, oder auch im Rest der Welt, etwas drehen könnten.”

      Ach ja? Wer gibt denn den korrupten „Eliten“ dort das Geld mit dem das Öl bezahlt wird, mit dem die dann die Waffen kaufen um das was bei denen ebenfalls „status Quo“ genannt wird gewaltsam durchzusetzen? Und warum tut man es, weil man in dem system billiger einkaufen kann und mehr Profit hat!
      „Schriebe ich das in einem anderen Blog, würde man mir mal wieder Rassismus vorwerfen.”

      Nur Volldeppen würden ihnen deshalb Rassismus vorwerfen. Da man es aber massenhaft tun würde, haben sie lediglich meine Meinung zum Bürger/Wähler/Steuerzahler bestätigt.

      „…wir lösen nicht das Problem der Nigerianer indem wir alle Nigerianer nach Deutschland umsiedeln. Und wir lösen auch nicht das Problem der Jemeniten, indem wir alle Jemeniten nach Deutschland umziehen lassen.“

      Nicht gerade sonderlich intelligente Feststellung, oder haben sie diese Forderung irgendwo gelesen? Was nicht nur ich, sondern auch etliche sagen ist hingegen: Wenn wir aus reiner Habgier nicht den dortigen Scheiss unterstützen würden, wären die Zustände sicher nicht fantastisch, aber immerhin so gut, dass man eben nicht alle Nigerianer und alle Jemeniten nach DE umsiedeln müsste!

      Aber so sind sie halt unsere rechten Spiesser… wer was nicht verstehen WILL, der verdreht die Argumente und teilt Phrasen aus, die von Gleich-Gläubigen gefressen werden.

      Sie sollten zu Islam übertreten, da ist die Qualität des Denken und Argumentierens ähnlich…

    • Aber, aber.... TGA... ich bin entsetzt?
      Wie reden sie denn über die Demokratie? Unsere Demokratie?

      Wissen sie etwa nicht, dass dies die beste aller möglicher Welten… äääh… Staatsformen ist?

      Gehen sie doch rüber!

      (Ansonsten, ein schönes Wochenende…)

  27. Thomas Gutschker und die Demokratie
    Eine Empfehlung: Man lese zuerst diesen Blogeintrag von Don Alphonso und anschließend den Kommentar „Volksentscheide schaden der politischen Kultur“ von Thomas Gutschker auf FAZ.net. Thomas Gutschker mogelt sich darin über nichts hinweg. Er verweist sogar auf den Seitenumfang des Vertragswerks und stellt die Frage, welcher der Wähler denn die Zeit hätte, das zu lesen. Folgt man seinen Ausführungen scheinen die Abgeordneten in den Parlamenten die Zeit dazu zu haben. Ob, da TTIP in Don Alphonsos Blog Erwähnung findet, Herr Gabriel den Vetragstext von TTIP zur Gänze gelesen hat? Ich bezweifle es. Ich denke auch nicht, dass Herr Gabriel den Text des Vertrags mit der Ukraine zur Gänze gelesen hat. Aber ihm und den Abgeordneten sollen wir vertrauen, folgt man Thomas Gutschker. Und natürlich verweist er auf die Wahlbeteiligung. Doch wie steht es um die Legitimität eines Parlaments, das von weniger als 50% der Wahlberechtigten gewählt wird, Herr Gutschker? Das gibt es so einige Parlamente. – Auf mehr will ich hier gar nicht eingehen. Es ist nur erstaunlich zu sehen, wie die FAS sich in diesem Punkt auf einmal mit Frau Harms von den Grünen einig ist. Da lob ich mir Don Alphonso!

    Und noch eine Anekdote, weil in den Kommentaren zu diesem Blog das Thema angesprochen wird: Ich war in Deutschland bei einem Vorstellungsgespräch bei dem bis auf den Schriftführer (oder soll ich Sekretärin sagen? Aber wäre das nicht eine Herabsetzung des Mannes?) nur Frauen in der Auswahlkommission saßen. Unter den Bewerbern für die Stelle, die vor dem Raum mit der Komission saßen, war aber nicht eine einzige Frau. Alles Männer.

    • FAS ist ...
      … schlichtweg unlesbar, folglich unkaufbar. Der Zastrow-Zwischenfall. Nichts ist vergeben, nichts ist vergessen.

  28. "die Ablöse für die Schrottküche seiner Immobilie"
    Vielen Dank für diesen tollen Artikel. Wir leben in der Schweiz und waren vor einigen Jahren zum letzten Mal in der Toskana, es wird mal wieder Zeit. Ich würde sagen, dass ich ein etwas positiveres Verhältnis zu Deutschland habe als das Gros der Kommentatoren hier. Aber wir zahlen halt auch keine Steuern (mehr) in Deutschland für dieses Versagen und sind nur häufige Besucher geschäftlicher und privater Natur. In der Schweiz ist es teilweise weniger selbstlos, wie Politik gemacht wird, dafür aber halt leider auch für meinen Geschmack in der Summe etwas weiter rechts. Hier gibt es eine Partei, die in der Vergangenheit sehr erfolgreich war und die ich auch in Deutschland wählen würde – die Grünliberalen. Öko/Nachhaltig aber eben auch wirtschaftsliberal und nicht naiv, was die eigenen Vorteile betrifft. Und eine Sache noch zum Artikel: das mit den eigenen Küchen in deutschen Wohnungen habe ich noch nie verstanden. Wirtschaftlich nicht, aber auch nicht, von der Mentalität her. Das macht doch keinen Sinn?! Oder hatte es früher mal einen Sinn vielleicht? Eine ehrlich gemeinte Frage. Ich muss da immer drüber lachen, weil es für mich eine so urdeutsch-strange Sache ist, wie früher die Toiletten mit der „Ablage“ hinten in der Schüssel… ;)

    • @Rebound, das mit den eigenen Küchen
      ist auch schwer zu verstehen und regional ganz verschieden. Am Polarkreis sind Küchen wohl in der Wohnung inbegriffen, hier im tiefen Westen nicht und jeder frickelt sich seine Küche in die Wohnung, die in die nächste garantiert nicht reinpasst. Da Küchenhersteller aber auch leben wollen und sie leben anscheinend nicht schlecht vom Wahn der deutschen Hausfrau und neuerdings manchen Mannes, die teuerste Küche werte selbst aufgewärmte Ravioli aus der Dose auf (der Kochkurs wird nämlich noch immer nicht mitgeliefert), wird sich daran wohl auch nichts ändern.

  29. Fleisch vom Fleische Murkels
    Wie immer ein lesenswerter Text, lieber Don. Die kleine Spitze gegen die AfD gefällt mir in diesem Fall sogar besonders gut – ganz anders als das, was heute im Schwester-Blatt an neo-feudalem Allerlei dargeboten wird, auf dass die Leserschaft es herunterwürge und die AfD-geneigte sich daran verschlucke. „F.A.S.-Exklusiv“ wird man dort unter anderem belehrt, dass der ebenso schweineteure wie saudumme Türkei-Pakt jetzt endlich die avisierte Wirkung zeige, was man ja immer schon gesagt habe (Ob die gesunkenen Zahlen nicht vielleicht doch eher an der konsequenten Sperrung der Balkanroute liegen, die sich nun herumgesprochen hat?). Nebendran darf dann auch noch T. Gutschker – zweifellos auch im Namen Volkers des Großen – seiner Demokratieverachtung Ausdruck verleihen. Schön zu lesen, wie ein Landsknecht Ihrer Majestät (mit doch recht armseligen Fertigkeiten an der Pike, wie ich sagen muss) zu erläutern sucht, dass Volksentscheide ein gar garstig Ding seien und wegen der „Volksverführer“, die es allerorten gibt, der „politischen Kultur“ schadeten. Da wünscht man sich durchaus die Zeiten des Kaiserfleisches zurück. Das war wenigstens ehrlich. Und ganz besonders schlimm ist es natürlich, wenn auch noch die widerborstigen Niederländer, die sich schon manches Mal (deutschen) Großreichen widersetzten, aufbegehren. Mit TTIP und CETA könnte das ja auch noch passieren.

    Abschließend: Kennen Sie den Film „Der Minister“, in dem Katharina Thalbach „Frau Murkel“ spielt? In einer besonders gelungenen Szene dieses auch ansonsten sehr gelungenen Filmes erklärt sie, die Menschen würden bei einigen Dingen einfach nicht wissen wollen, wie sie gemacht werden, bei „Gesetzen, Kriegen – und Wurst“. Und dann schiebt sie sich ein Stück Wurst hinunter. Wenn das nicht mal treffend ist…

  30. Fern vom miesepetrigen Deutschland
    und schon spiegelt sich in ihrer Schreibe das frühlingshafte Italien, werter Don. Heitere Betrachtungen mit Widerhaken, feines Lesevergnügen zum Sonntag, besten Dank.

  31. Schon etwas länger her (1828), da
    schrieb der Geheimrat: „Man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der lrrtum um uns her immer wieder gepredigt wird, und zwar nicht von Einzelnen, sondern von der Masse, in Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten. Überall ist der lrrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.“

    Und das ohne ein Internet auch nur zu erahnen! Es hat sich also nichts geändert. Ob die Aufklärung gewinnt? Es könnte wieder blutig werden.

    • Herrn Geheimrat
      Toll, es gibt noch Leser, die die Vergangenheit kennen und dadurch die Gegenwart verstehen! Leider werden wir nicht alleine die Zukunft nicht meistern! Oder gibt es noch Hoffnung!
      Lg Grüße an die Bilgungsbürger!
      Tine

    • Hallo Fritzl...
      „…ohne ein Internet auch nur zu erahnen…“

      Da haben sie das Problem erkannt. Zumindest fast….

      Es ist allerdings nicht so, dass es einen Mangel an Wiederholungen gäbe, ganz im Gegenteil, sondern es gibt einen Mangel an denen, die eine Wahrheit von Vorurteil und Geschwätz unterscheiden können.

      Leute, die sich gerne Goethe an ihrer Seite wunschdenken, ohne dass ihnen dieser entscheidende Unterschied auffällt, sind dabei dann stets auch noch diejenigen, die etwas bereits für Wahrheit und tiefe Einsicht halten, weil sie es glauben…

  32. historia docet
    Wären Churchill und Roosevelt notorische Christen gewesen und hätten sich an das gute alte Diktum “ widerstehe nicht dem Bösen, tut wohl denen , die euch hassen “ gehalten, wären wahrscheinlich Kuscheltiere auf Deutschland gefallen und der Unaussprechliche im Altenheim gestorben.

    Also: Ja zum Christentum und zur Irrationalität als Privatangelegenheit in Maßen , aber nicht ins politische übersetzen!

  33. A tavola si conosce l'uomo
    sagt der Toskaner, und ich darf hinzufügen: … und am brillanten Stil.

  34. Auch die Verwandten --- alles Schweine
    Einen Politiker zu räuchern wie ein Schwein, ist eine amüsante Idee. Zum Thema Schwein fällt mir dann noch ein Gedicht ein, dass auch auf gewisse Politikerfamilien passt:
    Der Eber ist stets missgestimmt,
    Weil seine Kinder Ferkel sind.
    Die Frau ist nicht die Sau alleine,
    Auch die Verwandten —- alles Schweine.
    (Stand auf einem Topf, den man irgendwann in den späten fünfziger Jahren auf der Frankfurter Dibbemeß kaufen konnte)

    • Madame Lisbeth
      Der Mensch und das Schwein, ein inniges Verhältnis, nicht nur als moralischer Vorwurf bei Fehlverhalten. Der Spruch von Ihnen, so steht es auch geschrieben auf unzähligen Exemplaren im Schweinemuseum in der Stauferstadt Bad Wimpfen mit der Pfalz, in der sich der junge Friedrich II aufhielt und der Minne hingab, gleich bei mir umme Ecke.
      .
      Alles in Steingutporzellanglasalabasterplastik, versteht sich. Ist zu weit für Sie, aus den Niederlanden, aber Bad Wimpfen können Sie aufrufen. Manchmal legen da auch Flusskreuzschiffe aus Holland an und die Laute Ihrer Landsleute sind recht häufig.

  35. Gut beobachtet und genial beschrieben:
    „Er will die Sau nicht und die AfD nicht und die Briefkastenfirmen in Panama nicht, aber den Schinken und die migrationsferne Schule für die Kinder und die Ablöse für die Schrottküche seiner Immobilie, die nimmt er gern.“
    Viele denken und reden gerne links und leben rechts. Sie bauen auf dem Wohlstand und der Sicherheit der rechtschaffenen Bürger auf um diese dann durch Umverteilung und Bevormundung wieder zu zerstören.

  36. Fleischliche Betrachtungen
    L
    Lieber Don Alphonso,

    wundervoll, ein oeuvre de l´esprit.

    Ich betrachte Luxus ja als Rebellion und Freiheitsbeweis und sehe mich in diesen Tagen der Gleichmachereibestrebungen nur darin bestärkt.
    Luxus kann nicht groß genug sein, das ist wie mit dem mein Haus umgebenden Grundstück.
    Jedes Jahr werde ich in der warmen Jahreszeit auf´s Neue damit konfrontiert, daß das mein Haus umgebende Grundstück nicht groß genug ist und heute erlebe ich es gerade wieder.
    Mein Nachbar legte wieder nacktes Fleisch auf seinen Gitterrost und der penetrante Geruch der fleischlichen Veränderung wehte wieder hierher so als zufällige Beigabe zu Ihren fleischlichen Betrachtungen, die ich bei meinem Sonnenbad gerade gelesen habe.
    Fleischlicher Genuß ist ja ein heikles Thema in den sogenannten ehrbaren Bevölkerungskreisen und Sie haben diesem, wie Sie ja schreiben, gänzlich den Rücken gekehrt.

    In meinem Umfeld genießt man und schweigt. Primitive jagen ihr Fleisch, entreißen den Slip, nein, häuten es bevor sie es sich nehmen.
    Man sieht es nicht gerne, wie Sie ja schreiben, aber es gehört dazu.
    Wenn ich in Italien in meine Norcineria gehe, bleibe ich stets einen Augenblick vor dem Schaufenster stehen und schaue mir die aufgehängten Parmaschinken an.

    Was jetzt so appetitlich ausschaut, und ich nehme mir allzuoft mehr mit als es meiner Figur gut tut, war zuvor ja auch nur ein Stück totes, weißes Fleisch, eine arme Sau. Es gibt ja soviele.

    Mit der Sau, dem Schwein scheint es ja problematisch zu werden, denn wie ich lesen konnte, denkt man ja schon laut darüber nach wegen eingeladener Gäste den Schweinefleischverzehr zu reglementieren. Vielleicht sollte man ja wenigstens den Parmaschinken vor solchen Bestrebungen retten, indem man ihn zum Weltkulturerbe macht.

    Diesen Schweinefleischgegnern waren die Schweizer natürlich schon wieder einen Schritt voraus, denn sie haben gleich auf das Bündnerfleisch gesetzt, also den Oberschenkel des Rindes.

    In einem vorzüglichen Restaurant hatte ich mich, auf Empfehlung eines Freundes, einmal verführen lassen Schweinefüsse zu probieren.
    Sie kennen ja sicher die Legende der Kloi als das Schwein sich eines Tages bei Gott beklagt: „Schau, es kann so nicht weitergehen, mein Schreiten ist ein Rollen und mein Magen eine ausgedörrte Zwetschge! Kannst du mir nicht die Beine etwas feiner machen, mein Maul dafür ein bisschen grösser?“
    Ein Teil von Gottes eigener Schöpfung beklagte sich, schrecklich.
    Nun, Gott ist auch nur eine Mensch und beleidigt wie er über diese Beschwerde war, rächte er sich an dem Schwein, indem er ihm einen großen Kopf und Stummelfüße gab.

    Ein guter Freund, Hotelier in Luzern und gelernter Koch, kommt mich gelegentlich besuchen und eine seiner Künste ist die Zubereitung von Schweinefüssen.
    Ich kann nur sagen: einfach köstlich in der Gelatine.

    Er sagt mir immer ich solle sie selber in der Norcineria aussuchen und nicht meine kleine Haushälterin schicken. Da stehe ich dann vor diesen weißen, bleichen Teilen auf dem Silbertablett und denke jedes Mal an den Film Harold und Maude, als Harold beim Therapeuten ist und dieser zu ihm vom „welken Fleisch“ spricht.

    Ihre Betrachtungen, Don Alphonso, zur Haltbarmachung von Politikern ist ja ein heikles Thema und kann nur aus der geschichtlichen Betrachtung straflos bleiben.

    Wie diese Tage zeigen ist Satire, so von Oben verordnet, schon zur Staatsaffäre geworden, na jedenfalls zur Sache für die Staatsanwaltschaft.

    So in der neuen Zurücknahme käme ja auch keine Mensch mehr auf die Idee über das welke Fleisch, mancher Politiker auch nur ganz im Stillen nachzudenken, schon gar nicht bei Zampone con lenticchie.

    Gedanken zu Fleischlichem sind stets gefährlich und glauben Sie mir, ich kenne das aus ganz persönlicher Erfahrung. Solche Probleme werden auch immer ganz schnell aus der Welt geschafft in diesen Tagen.

    Schweinefleischverbot wegen der Neuen, Verabschiedung des neuen Gesetzes zu fleischlichen Dienstleistungen vor einigen Tagen und wie gestern in der FAZ zu lesen, Werbeverbot, wie beispielhaft zu sehen war, für öffentliche Bewerbung von Damenwäsche. Ja, alles wegen der neuen, sensiblen und anspruchsvollen Übermenschen.

    Vorgestern hatte ich viel zu tun und, da ich nach dem turbulenten Tag nicht gleich einschlafen konnte, schaute ich mir, um drei Uhr Früh, im Bett liegend wieder einmal die Geschichte von Elwood P. Dowd und seinem Freund, dem Púca an. Sie kennen ihn doch, den Film: Mein Freund Harvey.

    Harvey der Hase, nichts für den Grill, doch dachte ich so bei mir, was läuft in diesen Tagen nicht Alles mit einem Púca herum?

    Politiker? Exegeten? Und Elwood P. Dowd kam ja letztlich mit seinem Therapeuten, Dr. Chumley gut aus.

    Gerade wehte wieder eine Wolke sich auflösenden Fleisches vom Grill meines Nachbarn herüber.
    Dieses Grillen ist nicht nur eine Belästigung und beschäftigte schon manches Gericht, es erscheint mir auch als etwas Anspruchsloses, etwas Improvisiertes, eben rustikal Bodenständiges, so ein gewollter kulinarischer Regress in die Vorzivilisation der Männlichkeit.

    Bei der Fleischesbetrachtung ist es stets wieder eine Gradwanderung von der Ästhetik zur Unästhetik.

    Ich konnte es gerade nicht verhindern meinen Nachbarn sehen zu müssen.

    Diese auf Crocs stehende fleischliche Selbstinszenierung in kurzen Hosen, umwickelt von einer grünen Grillschürze, wie die menschgewordene Kohlroulade, hinter seinem Grill und wäre Elwood P. Dowd bei meinen Gästen würde dieser jetzt bestimmt wieder sagen: „Man kann auf zwei Wegen gut durch das Leben kommen, entweder man ist sehr schlau oder sehr freundlich. Früher war ich sehr schlau, nun bin ich sehr freundlich.“

    Seien Sie herzlich gegrüßt

    ObjectBe ( objectbe.blogspot.com)

    • Einfallswinkel gleich Ausfallswinkel
      Da wird Ihr Nachbar nicht umhingekommen sein, auch Sie sehen zu müssen. Blumen und Fleisch welken schnell, auch ohne Grill, nur durch: Die Zeit.

  37. In der falschen Sprache gedacht
    Gerade fiel mir ein, dass ich mich nach deutscher Sprache und Recht womöglich strafbar gemacht habe, weil ich das Räuchern von Politikern amüsant fand. Mir war nämlich nicht aufgefallen, dass ich innerhalb der englischen Sprache gedacht hatte. Im Englischen ist das erlaubt. I could grill Mr Cameron about his Panama connections, or the Panama connections of his father. Aber ich darf nicht Herrn Schäuble räuchern im Anbetracht des Koffers voll Bargeld seinerzeit. Wenn ich das für eine amüsante Idee halte, kostet mich das wohlmöglich 2000 Euro. Nun stellt sich mir die schwierige Frage: Mein Oxford Duden belehrte mich gerade dass “to grill somebody” mit “jemanden in die Mangel nehmen” zu übersetzen sei. Das hört sich ziemlich nach Hexenfolter an. Wenn man nun twittern würde: “Frau Merkel sollte mal anständig in die Mangel genommen werden” könnte ein deutsches Gericht das auch als Hassaufruf zu Gewalttätigkeit interpretieren?

    • Darf man den Anwalt grillen?
      Count your blessings Ms.Lisbeth Heuse. In manchen Plaetzen findet man kaum „a sense of humour“. In der Tat, so manches ist tierisch Ernst, und wenn man da so eine „lustige“ Bemerkung in die Conversation wirft, besteht die Gefahr dass die Gewalt des Staates ankommt und von Beleidigung schwafelt. Some folks are more easily offended than others. One man/woman’s satire, is the other’s offence — especially distant regions where humour and satire are apparently not part of the landscape — and missing in their vocabularies.
      Ehe ich mehr sage muss ich meinen Anwalt fragen. Hopefully he doesn’t grill me too much for all the nasty details.
      Good Luck.

    • Nein, sexistisch
      KÖNNTE man das nennen.

      Jemanden in in die Mangel nehmen ist weniger Gewalt anzuwenden, sondern ihn auszuquetschen oder in das Kreuzverhör zu nehmen. Es könnte auch im Sinne von Folter sein, das aber eher weniger.

      Auf eine Frau bezogen, könnte man es sexuell konnotiert auffassen.

      In der „Mangel“ steckt die Wäschemangel, also Druck, Wärme, mechanisch Bewegung.

      Ich hab jetzt aber nicht nachgeschlagen, woher die Mangel ihren Namen hat und was da vielleicht noch drin steckt.

      Gruß

      Don Magnifico

  38. Vielen Dank für erheiternde Vorstellungen
    Ich habe glucksend gelesen, mir einige der Kombattanten auf dem Räucherscheiterhaufen vorgestellt, berechnete den Zeitaufwand, der nötig wäre, um bei bestimmten Personen das gewünschte Ergebnis zu erreichen, fand die Vorstellung teils eklig, aber grundsätzlich doch sehr erheiternd. Auch die Honigtopfmethode hat doch etwas für sich gehabt und sollte nicht ad acta gelegt werden.

    Früher zogen die Oberen noch selbst mit Schwertern in den Krieg, heute sitzt man behaglich in Berlin, berücksichtigt die Überstunden des Heers, sage niemand, früher wäre es nicht in vielen Belangen besser gewesen. Persönliche Konsequenzen hatte früheres Tun allemal, heute? Heute wirft man sich vor türkischen Sultanen in den von Migranten aufgewirbelten Staub, meckert über Ergebnisse von Volksbefragungen, Befragungen, an denen zwar nur ein Teil des Volkes teilnahm, aber immerhin man fragte es, man erwägt sogar, solche Unsitten gänzlich zu verbieten, wohl zustimmend, dass unser BuPrä uns für derlei Zeug eh für zu blöd hält.

    Da ich Allesfresser bin, mich noch an Hausschlachtungen, an den Geschmack eines hausgefütterten Schweins erinnere, dem nachhänge und ihn nirgends finde, sollte ich doch erwägen, mal einen Abstecher in die italienischen Regionen zu unternehmen, allein wegen der Erinnerungen an die Kindheit. Wärmer als hier ist es allemal, was also hält mich noch… ich werde drüber hirnen und mich derweil an den Beiträgen des Don ergötzen.

    • Renate Simon
      „……mich noch an Hausschlachtungen, an den Geschmack eines hausgefütterten Schweins erinnere, dem nachhänge und ihn nirgends finde, sollte ich doch erwägen, mal einen Abstecher in die italienischen Regionen zu unternehmen, allein wegen der Erinnerungen an die Kindheit. “
      .
      So auch ich, früher bei der moselfränkischen Großmutter mit Sau, sieben Hühnern und Hahn unter dem kargen Adenauer-Joch damals, alles korrekt, einschließlich Fleischbeschau und blauem Stempel. Und für die Nachbarschaft war dann ebenfalls Schlachttag.
      .
      Don behauptete da oben in seinem Text etwas leichtsinnig, dass es in der Toskana nicht weit her sei mit Schweinsbroodn. Ich gebe ihm insofern recht, indem ich zugestehe dass dieses Gericht dort nicht so häufig anzutreffen ist wie zwischen Coburch un Bamberch, mit Klias un rechd vül Sosn, selbstverständlich.
      .
      Don sei widerlegt. Toskanischer Schweinebraten – Arista di maiale an fein gedünsteten Finocchio-Knollen oder Stangensellerie, mit Gnocchi oder Pasta fatto a mano als Sättigungsbeilage, wie es seit 1989 heißt. Oder gegrilltes Porchetta, mit Pane, von der Hand, in der anderen das Wasserglas mit Wein.
      .
      Und dann muß ich noch, allen Fleischlosen gestehen, dass, wenn Don seine Nackerden aus den Ville Venete oder dem Germanischen Nationalmuseum zwischen die Texte schiebt, zieht es mich am nächsten Schlachttag zu unseren Metzger und seinen Auslagen, von denen er behauptet, wenn es keine Russlanddeutschen und Leute wie mich mehr gäbe, würde er alles verwursten. Schade wär´s.

  39. @ D: Ich bin ausgesprochener Westerwelle-Fan.
    Das Persönlichkeitsmerkmal „sexuelle Orientierung“ ist für die Größe eines Geistes völlig unerheblich, ebenso wie Parameter wie Religion oder Studienrichtung. Dafür spielt die geistig-intellektuelle Resistenz gegen ideologischer Ansteckung eine große Rolle.
    Bei labilen Geistern richten Ideologien nämlich ähnlichen Schaden an wie heimtückische parasitäre, systembefallende Infektionen. Sie docken nämlich durch Mimikry (= in Form von Ideale imitierender Schimären) an persönliche Rezeptoren an (=durchweg emotional zu verortende persönliche Neigungen oder Befindlichkeiten, z.B. der Hang zu sozialer Gerechtigkeit, oder das ewige Genderistengefühl, zu kurz gekommen zu sein).
    Ist der labile Geist erst durch das emotionale Einfallstor ideologisch befallen, wird er sukzessive von innen zerfressen und radikalisiert sich leicht, oft zum Schaden seiner selbst und manchmal auch anderer.

    Gerade Westerwelle wird in Deutschland sehr fehlen, denn er gehörte zu denjenigen ritterlichen demokratischen Streitern, die ideologische Heucheleien mit gekonnten rhetorischen Spitzen aufzuspießen und der allgemeinen Lächerlichkeit preiszugeben wußte!

    • Ma Signora,
      ich schwöre bei einer der Schutzheiligen der Italiener, der Santa Chiara von Assisi, dass ich beim Schreiben des kurzen Posts nicht einmal an den von Ihnen erwähnten Herrn gedacht habe. Also, was deuten Sie da an? Der Mann war mir immer schnuppe und das wird auch so bleiben, ob er irgendjemandem fehlt oder nicht. Mich hatten damals nicht einmal die vielgeschmähten Sonderkonditionen für das Hotelgewerbe in Rage versetzt. Geärgert hatte ich mich nur über Genschers Verrat, wenn wir schon chez les liberaux sind.

  40. Wer räuchert hier wen?
    Oder besser gefragt: Wer benebelt hier wen, damit er nicht merkt, dass er geräuchert wird? Vor einiger Zeit waren Sie noch der Meinung, man könnte dem Nebel mit Charme begegnen. Das klingt heute anders. Realistischer. Die Frage ist nur, ob wir das aushalten, wenn der Nebel sich lüftet und wir die Räuchermeister in ihrer Banalität erkennen? Mir ist da nicht bange – und uns bleibt auch gar nichts anderes übrig, denn so kann es nicht weitergehen. Vielen Dank, Don Alphonso, und alles Gute weiterhin.

  41. Das habe ich seit Langem von der FAZ erwartet
    einen solchen Artikel. Ich muss sagen ich bin angenehm, ja äußerst angenehm berührt-und sprachlos. Merkel sollte zurücktreten-wie viele FAZ-Leser (meine Wenigkeit inbegriffen) haben das nicht schon seit über einem Jahr gefordert? Warum wurden Redakteure, die Merkel-kritische Artikel verfasst haben in den letzten Monaten immer wieder zurückgepfiffen (und am folgenden Tag dann, teilweise von denselben Leuten, pro-Merkel Artikel verfasst) und Kommentarfunktionen geblockt? Nun ja, als verständiger Mensch mit etwas Lebenserfahrung und Realitätsverständnis weiß man, welche Mechanismen im Hintergrund wirksam sind (ein Wort das mit ‚L‘ anfängt und mit ‚y‘ aufhört); allerdings: was verspricht sich ein Medium wie die FAZ, die doch über eine nicht unbeträchtliche Zahl an guten Köpfen verfügt, noch von der CDU? Sie hat einerseits keinen Ewigkeitsanspruch und andererseits ist sie vollkommen fertig-rückgratlos, gesichtslos, im Englischen sagt man „a washout“. Die CDU hat vielleicht aus der Zeit, da sie noch am Leben war, Verbindungen und Kapital, auch wenn der Mitglieder- und Wählerschwund schon jetzt enorm sind und weiter zunehmen werden. Aber sie hat keinerlei Substanz mehr, keinerlei vitale Basis, keine Daseinsberechtigung mehr. Wenn die CDU es nicht schafft, Merkel zum Rücktritt zu bewegen, dann wird der Wähler die CDU in toto dazu bewegen zurückzutreten. Und ich muss sagen, ich finde das alles andere als schlimm. Es gibt neue Parteien, und ich selbst bin Mitglied in einer, die über sehr viele kluge Köpfe verfügt (sie hat mit Bernd Lucke zu tun, aber keine Angst, es ist nicht die AfD [denn die hat keine klugen Köpfe] oder irgendeine andere rechte Randgruppierung), es ist eine Partei mit neuer bürgerlicher Dynamik. Wir brauchen unbedingt eine Revitalisierung BÜRGERLICHER Werte, im positivsten Sinne des Wortes. Schon schlimm genug, wenn man sich hierzulande für seine aktiv-bürgerliche Grundhaltung rechtfertigen muss. Unsere Gesellschaft ist in mehr als einer Hinsicht auf den Hund gekommen. Wir haben eine grassierende Pantoffelheldszenerie, entstanden aus wohlstandspsychotischen, dekadenten Anwandlungen und einer Gehirnwäsche durch jahrzehntelangen Sozialkitsch wie Lindenstraße, etc. Ich empfinde unsere Gesellschaft in ihrem gegenwärtigen Zustand als abscheulich, ehrlos, unerträglich, unfassbar heruntergekommen. Man weiß nicht was schlimmer ist-das was Merkel verursacht hat oder das was Merkel überhaupt erst möglich gemacht hat. Aber in einem bin ich mir sicher: so kann, so darf es nicht weiter gehen!

    • @HarryCharles
      Vielen Dank. Leider ist es aber so, dass sehr viele kluge Leute schreiben können bis die Finger wund sind, dass Kommentare verfasst werden, die preisverdächtig erscheinen und – es geschieht nichts. Ich nenne das das „Manager-Syndrom“, die Informationen, die in der Führungsetage ankommen, sind soweit vorgefiltert und zurechtgebogen, dass von außen nichts mehr ankommt. Informations-Taubheit, die zu Realitätsverlust führt. Wer im 32. Stock von einem Butler seine Mahlzeiten kredenzt bekommt, geht nicht mehr auf dem Markt einkaufen.

    • Das ist wie Anfang 45
      Die Oderfront hält, Schörner erzielt Erfolge im Südosten, die Armee Wenck ist demnächst einsatzbereit und die Propagandamaschine läuft wie eh und je.

      Wäre ich Hauptstädter, würde ich in Großraum-Aktenvernichter investieren. Im Herbst nächsten Jahres lässt sich damit ein Schweinegeld verdienen. Man kann dieses Geschäftsmodell schon dieses Jahr in Schwerin testen. Dort und in Berlin gibt es noch 2016 Landtagswahlen. Für Schwerin müssen die unveröffentlichten Prognosen fürchterlich sein.

      http://www.wahlrecht.de/umfragen/landtage/mecklenburg-vorpommern.htm

    • keine panik!
      Die wahre Stärke der Demokratie, sofern der Mut vorhanden ist, diese konsequent zu vollziehen, ist das Einebnen der Eiferer. Wir werden sehen, wer am Ende zu jenen gehören wird. Es lebe die Republik.

  42. immer wieder ein Genuss Don Alphonso zu lesen
    besonders die Reiseberichte über Italien, die Geschichte Italiens und dabei die deutsche Politik, die deutschen Befindlichkeiten einfliessen zu lassen, das zu lesen ist immer wieder eine Freude.
    Über die „Moral“ der deutschen Politik, will ich mich gar nicht auslassen,
    sonst versaut es mir den schönen sonnigen Nachmittag.
    Kurz und gut, wieder habe ich ein paar neue Dinge dabei erfahren, wie etwa geschichtl. von Buonconvento.
    Unvergessen bleibt für mich Ihre Kolumne wo Sie d. Festung von Staggia Senese haben einfliessen lassen. Jedesmal wenn ich dort vorbeifahre, denke ich daran – an Grenzen, Festungen, Deutschland.
    An Deutschland, ich muss gestehen, mit sehr gemischten Gefühlen, was die politische Situation angeht.
    Ich wohne nicht weit von Staggia Senese, etwas ausserhalb d. Städtchens mit d. bekannten Geschlechtertürmen. Irgendwann werde ich wohl nach Deutschland zurückgehen, aber das schiebe ich immer weiter hinaus, denn ich hoffe, dass sich Deutschland nicht so verändern wird, dass ich es nicht mehr wiedererkenne werde und es mir Heimweh nach Italien auslöst.

  43. Ein fast xxxxxxxxxx Text. Ich muß mich zusammennehmen, es würde sonst an Lobhudelei grenzen.
    Danke für diese Zeilen. Nur ein in ganz klein wenig Wasser soll den toskanischen Wein dendoch verdünnen. Ihre toskanische Umgebung hat sicher ein gerüttelt Maß zu diesem Text beigetragen. Dank dafür, an den Don und die schöne Toskana.

    Gut das der Heinrich Siena nicht erobert- und wer weiß was sonst noch- hat.

    Ich habe vor Jahren übrigens auf der Piazza del Campo, an einem lauen Sommerabend, Verdis Rigoletto mal erleben dürfen. Ein Genuß. Für die Italiener hat Oper einen anderen Stellenwert. Bei uns fühlt man sich zuweilen als Exot. Die Italiener verstehen natürlich die Texte und so manches hat fast Volksliedchsrakter. Jedenfalls kamen die Italiener mit Kind und Kegel und mit Lebensfreude und meist mit einem Sitzkissen oder einer Decke und die Stimmung war ausgelassen und hatte Volksfestcharakter.

    Ich vergesse auch nie den italienischen Tontechniker, den ich zufällig beobachtete, welcher preußisch, aber wie, pedantisch den Ton fein ziselierte. Soviel zu manch einem Vorurteil.

    Gruß

    Don Magnifico

  44. @fritzstr:
    wie recht sie haben, und sie finden diesen gedanken in vielen verschiedenen büchern aus unterschiedlichen federn von leuten, die es offenbar wissen müssen.
    vgl. sie zum beispiel in den buddenbrooks die gespräche zwischen morten schwarzkopf und antonie buddenbrook.
    auch bei fontane wird das thema aufgegriffen (dem „götzen“ müsse man eben huldigen, solange wie der götze eben gälte).
    wobei ich es entsprechend meinem temperament (und trotz warnender beispiele aus dem sturm und drang) persönlich mit dem major von crampas aus fontanes effi briest halte. diesen laesst fontane (sinngemäß!) sagen: das leben sei allzu armselig, wenn man sich sklavisch an die herrschende lehrmeinung hielte. denn : das „beste liegt jenseits davon – lernen wir uns daran freuen“.
    auch wenn´s den crampas am ende erwischt hat.

  45. Titel eingeben
    Schöner Text, danke. Ich bin auch fassungslos, was sich in den letzten 20-30 Jahren in westlichen Ländern eingeschliffen hat, dass Politiker für krassestes Fehlverhalten und Versagen kaum Konsequenzen zu fürchten haben (das gilt im Übrigen nicht nur für Merkels irre Migrationspolitik, sondern z.B. auch für die Verantwortlichen diverser westlicher Kriegsinterventionen, die eigentlich völlig diskreditiert sein müssten…es aber verstörenderweise nicht sind und trotz erkennbaren Irrsinns immer noch als Experten gelten).
    Wünsche Ihnen noch einen schönen Urlaub, danke auch für die Italien-Impressionen.

  46. Es drängt mich
    ihre Kunst zu rühmen.
    Ist die Feder auch schärfer als ein Schwert, lese ich hier mehr das meisterlich geführte Florett. das längst die Treffer angebracht hat, während höheren Orts noch nicht einmal der Säbel rasselt.
    Ansonsten habe ich keine Furcht, wenn die Sau gestochen wird.
    Wer kein Blut sehen mag, soll sich Marmelade aufs Brot schmieren.

    Mit frdl. Gruß

  47. Die wichtigen Dinge des Lebens
    Welche Gruppe werden Sie fahren, auf der Eroica? Campa? Ich war heut auf der Fahrradmesse. Dort habe ich mit dem Vertreter von SRAM gesprochen. Mit den Distanzringen von 11-fach könnte man vielleicht sogar eine 7-fach bauen, die sich elektrisch schalten liesse. Die Anschläge lassen sich nämlich passgenau, auch bei elektrisch, auf 7-fach begrenzen. Nur die Abstände der Ritzel müssen passen. Aber auch da kann man noch trimmen. Ich weiss, Eroica muss man mit Unterrohrhebel fahren. Aber das wär doch die Schau: Cinelli Supercorsa 7-fach, aber elektrisch. Ich bin zwar auch ‚klassisch‘, aber eben nicht: reaktionär. Gute Beine! Rule #6: Free your mind, and your legs will follow!

  48. a blast from the past
    Unsere Politiker werden nicht geräuchert. Sie werden
    ersticken.
    Sie haben nicht nur der Bevölkerung die
    Luft zum atmen genommen, sondern auf der
    Suche nach immer neuen Luftlöchern, auch sich selbst.

    Auf ZON schreibt Herr Joffe der Globalisierung incl. TTIP
    einen Nachruf, während Schäuble/Merkel noch immer auf
    ihr Rendez-Vous mit der Globalisierung warten.

    Auch die Flüchtlingskrise ‚ a blast from the past‘.

  49. @ deja (D):
    c´est tout bon. :-)
    Sie haben mir was voraus. Mich hatten die Hotelkonditionen sehr wohl in Rage versetzt, speziell angesichts der Tatsache, dass ich auf Babywindeln und Kinderklamotten meines Wissens immer 19 Prozent zahlen musste… wenn ich das alles im Geiste überschlage, dann könnte ich mir für den Gegenwert vermutlich fast eine Woche Doppelzimmer in Paris zur Hauptsaison leisten…
    *zwinker*

    • Eine Woche in Paris,
      wer könnte Sie daran hindern, doch nicht etwa die 19 % auf Windeln? Mais il faut que cette semaine à Paris ne demande aucune autre couche.
      Es muß ja nicht das Bristol oder Maison Athénée sein. Im Marais vielleicht oder draußen an der Porte d´Italie, ein Kyriat tut es auch.

  50. Titel eingeben
    Verstehe ich nicht, ist doch Deine asoziale Ausbeuterklasse, welche die hiesigen Machthaber einsetzt und in Amt umd Würden hält. Sollte man da nicht lieber die Ursachen wegräuchern, statt die Symptome?

    • Aber ich bitte sie.....
      Stellen sie sich mal die dabei anfallenden Kollateralschäden vor!

      Nein, nein. Zäune bauen, und Bundeswehr an die Grenze, und deportieren was das Zeug geht. Stellen sie sich mal das Gekeife hier im Forum von den üblichen Verdächtigen vor, wenn jemand auf die Idee käme auch nur auszusprechen, dass die einzige wirklich funktionierende Flüchtlings-Zuwanderungs-Verhinderungs-Methode leider nun mal darin bestünde, eine Wirtschafts und Aussen-Politik zu betreiben die den Leuten in ihrer Heimat ein Leben ermöglicht, das sich mit dem was sie im Internet oder der Glotze über unsere Realität hiersehen können, wenigstens einigermassen vergleichen liesse.

      Ich kann den Leuten die versuchen nach DE zu kommen nur gratulieren. Es ist eindeutig ein Zeichen von Intelligenz… was man weder von den Merkel Fans noch den Goethe und Thomas Mann Zitierern hier sagen kann.

      Dass die bescheuerte Politik, die die Hans Wurste machen, die ihr in DE zu Anführern wählt irgenwann mal teure Konsequenzen haben würde, das hättet ihr nämlich sonst gewusst.

    • "Es ist eindeutig ein Zeichen von Intelligenz…"
      Lieber TDV,
      es scheinen wohl dennoch ein Haufen „Mitläufer“ dabei zu sein, bei denen die „Intelligenz“ ein wenig versteckt ist und auch nach heftigem Suchen durch zum Teil auch ehrenamtliche Kräfte nicht ans Tageslicht zu fördern ist. Keine Ahnung, wie es mit denen auf Dauer dann weiter gehen soll.

    • Aber Gast...
      Ich hatte nichts gesagt, dass andere Schlüsse zulässt.
      Die Entscheidung sich aufzumachen um lieber in DE arm zu sein, als in der Heimat Mittelstand ist nun mal intelligent, oder? Was dann sonst noch alles in deren Köpfen vorgeht, dazu hab ich nichts gesagt….

  51. Titel eingeben
    Wunderbar.

  52. Authentizität ?
    Müsste eine Kaiserin der Herzen nicht bei Idomeni (von der griechischen Seite aus) die Kommenden zu Seienden zu machen versuchen ?

    Wäre dies nicht alternativlos glaubwürdig ?

    Und sollte ein migrierter Keim oder eine mazedonische Träne den Erfolg des edlen Tuns vereiteln, wo anders als an der Wiege der Demokratie wäre der beste, letzte Ruheort für das rastlose Herz des A1-Plans.

    Ich fürchte nur auf das Räucher-Dehydrieren sollte man aus ökologischer Verantwortung verzichten – aber zum Glück gibt es ja Castoren-Behälter für die ewigen Bleibenden.

    • "die Kommenden zu Seienden zu machen"
      Herr Winter, ich denke, Sie haben mit Ihrem Vorschlag die Massenmigrationsproblematik bei der Wurzel gegriffen:
      Man muss diese Menschen einfach nur ontologisch so durch die MAngel drehen, dass sie gerne wieder gehen.

      Ob das Räucherherz Merkels und ihrer Zuwärter solche Logik aber noch erfassen können, – bezweifele ich

  53. Was mir so auffällt
    Sie sind Vegetarier, dennoch kommt diese „Schlachtergeschichte“ nicht verbiestert oder dogmatisch rüber, sondern tolerant. Jedenfalls so, daß ein „Fleischfresser“ wie ich beispielsweise einer bin, damit asolut keine Probleme hat.

    Sie ticken eher links, dies aber auf eine Art und Weise, daß ein konservativer Leser keine Probleme damit, hat Ihre Texte gern zu lesen. Wenn man sauber, nicht dogmatisch und frei von Ideologie argumentiert, dann ist Links, Mitte, Rechts so ziemlich „Wurst“, um im Kontext zu bleiben.

    Und genau das ist eines unserer Probleme im Land.

    Gruß

    Don Magnifico

    • Lechts und rinks
      Wahrhaft unabhängige Persönlichkeiten sehen über ihren Tellerrand.
      So hat es mir auch gut gefallen, dass Peter Gauweiler aktuell das neue Buch von Sarah wagenknecht besprochen hat.

      Don wir daher von lechten und rinken Lesern verehrt, vorausgesetzt sie haben Humor.

  54. Barbarossa wurde gepökelt, zerteilt und mit Essig gekocht
    Sehr geehrter Don,

    vielen Dank für den schönen Bericht. Mal sehen, wann Verantwortung gezeigt wird. Heute ist erst mal alles voll von vorwurfsvollen Berichten – voll von Vorwurf gegenüber den Mazedoniern, und nicht etwa gegenüber „Aktivisten“ oder der Verursacherin. Die spielt mit der CSU Normalität: Man wolle nun wieder öfter miteinander reden, und sich z. B. schnell mal endlich um die vom BVerfG geforderte Korrektur der Erbschaftsteuer korrigieren.

    Zum Betreff: Siehe hier: http://www.grin.com/de/e-book/292787/tod-und-bestattung-von-friedrich-i-barbarossa

    http://www.rundschau-online.de/angetan-vom-rheinischen-tod-des-clemens-august-11591554

    Auch hier erläutert: https://de.wikipedia.org/wiki/Getrennte_Bestattung

    Oder hier: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13489574.html

    Zum letzten: Der soll doch im Kyffhäuser ruhen, wo in einer nahegelegenen Barbarossahöhle ein steinerner Trohn Kinder erfreut: http://www.barbarossahoehle.de/ (dort mehr zur Sage und weiterführende Literatur http://www.barbarossahoehle.de/barbarossa/bekannte-gedichte.html und Heine: https://de.wikisource.org/wiki/Deutschland._Ein_Winterm%C3%A4hrchen ).

    Auch die Ägypter haben wohl schon Leichen gepökelt: http://www.zeit.de/1993/15/praeparierte-hausgenossen

    Aber das nur am Rande, sozusagen am Wegesrande. Eine gute Weiterreise!

    Viele freundliche Grüße – azur

  55. Titel eingeben
    Ach Don, als ich am Donnerstagabend ins Wochenende fuhr, war der Artikel über die Storch und deren GEZ-Pfändung auf der Mitte der FAZ-Seite, am Sonntag kam ich gegen 23h zurück und das Ding war ganz oben, als Reiter unter dem neuen Artikel auf der Mainpage zu lesen. Ohne die Möglichkeit des Abgebens von Kommentaren.

    Deine Artikel sind wenige Stunden auf der Hauptseite der FAZ-online zu lesen. Verschwinden dann im Nirvana. Mit allen Kommentaren.

    Ja, das ist doch irgendwie…oder nicht?

  56. Titel eingeben
    j.k. ich hab vergessen meinen Namen einzugeben. Entschuldige ich bin gerade erst zu Hause rein und etwas beschikkert obendrein.

    aber einen lg an dich, auch wenns nicht geht.

  57. Sonnenstrahl aus Italien
    Schön geschrieben. Die Distanz und die in Italien bereits kräftigere Frühjahrssonne beflügeln offensichtlich. Den Schlußsatz mit dem Pfeil werde ich mir heute (trotz Montag) mal zu eigen machen, und erst mal ins Grüne in den Biergarten radeln.

    Ach ja, da die Frage im Bekanntenkreis kürzlich aufkam: Was macht eigentlich der Sunbeam, gibt’s den noch?

  58. Goodnight, 10. April 2016 um 19:44 Uhr
    z´Schtuegard, der Fritz wird es schwer haben, eben erst hatte er den Fernsehturm wieder gangbar gemacht. Vorbei die Zeiten, als J. Ringelnatz im „Holzwurm“ uffem Killesberg seine versonnenen Zeilen über schwäbische Wein-und Bäckerstübchen, eine jener glücklichen Symbiosen schwäbischen Zusammenleben, so wie Metzgerei und Wirtschäftle. Wobei wir schon wieder bei den Schweinen wären. Ob Schweineblut in kleinen Dosen im Trinkwasser längerfristig hülfe, wie es hier kürzlich eine Posterin erwähnte?
    .
    Vor dem Ofen balgen Katzen sich.
    Wie die dummen Jungen, auf dem Tisch an kleinen Galgen (sic!),
    hängen Bretzel, schön geschwungen.
    Würdebärte schlürfen kräftig wichtig diskutierte Weine-
    links im Laden bückt die kleine Bäckerstochter sich geschäftig.
    Zinn blitzt von der Holz-Fassade, Zeichnungen an allen Wänden.
    Stumm, mit mehlbestaubten Händen rückt der Wirt die schiefen gerade, setzt sich ganz bescheiden hin und vergisst auch nicht, sehr laut zu grüßen. Dennoch ließen Blicke mich leicht büßen, dass i ned von Schtuegard benn. (leicht abgewandelt aus Thaddäus Troll, D. deine Schwaben)
    .
    In diesem Milieu wird das wohl schwer werden mit „wir schaffen das“ und die oben erwähnten Würdebärte werden sicher in anderen Installationen heimisch werden, wenn überhaupt.

  59. schon geschehen
    Lieber Don,

    ich glaube, wir müssen gar nicht mehr räuchern. Wenn ich mich hier so umsehe, sehe ich lauter Pyramiden dort, wo einmal eine Stadt stand. Diese famosen Bauwerke, brauchen wir nun bloß noch – feste zumauern. Und bis sich irgendwann mal Grabräuber darüber beschweren, dass wir die Mumien vergessen haben und die Grabbeigaben billiger Plunder sind (smartphones mit selfies drauf) – sind wir doch längst perdu.

  60. Großartiger Text!
    Gratulation, sie haben sich selbst übertroffen, ein großartiger Text!

    Danke!

  61. Titel eingeben
    Der hier vielgenannte Heinrich VII war ja als römisch-„deutscher“ könig ein nachfolger des römisch-„deutschen“ staufers Friedrich II auf dem kaiserthron………….

    das sizilianische stupor mundi hatte früh erkannt, wozu die buchstabengetreue auslegung religiöser kirchlicher gebote führen kann, der heftige konflikt mit der kirche war deshalb zwangsläufig.

    sein denken und handeln wussten, dass blutige kreuzzüge etwas mit dem christentum und den damaligen herren in rom zu hatten…………eine klarheit des denkens, die heute fehlt.

    • Friedrich II
      hier ging was schief, ich oute mich als autor, habe die falsche taste gedrückt !

  62. und Nachtrag
    In unserm stillen Gäßchen
    wo Flaum die Pappeln ziert
    da habe ich Dir einmal
    ein Kremtörtchen spendiert (…)

    Jewgeni Jewtuschenko in „Die Straße“ oder „Vierte Metschanskaja“ oder „Kleinbürger“ oder „Spießer“

  63. Des Anwalts Meinung
    @Egon Weissmann – Ich habe mal des Längeren mit meinem Anwalt darüber gesprochen. Der meinte, die FAZ sei eine seriöse Zeitung, und deswegen sollte ich mir wegen Folgen auf Grund meiner Kommentare keine Gedanken machen. Wenn dann das von gewissen Leute als Beleidigung aufgefasst wird, dann müssen die gewissen Leute nicht nur gegen mich klagen, sondern müssen sich auch Don und die FAZ vornehmen.

  64. Zur Verhausschweinung des Menschen
    @Déjà Zur Verhausschweinung des Menschen gehört unbedingt seine Waffen- und Wehrlosigkeit. Eine Mauser oder Walther bei sich zu tragen ist dem unbescholtenen Bürger nicht erlaubt.
    Ein Waffenschein, der dies erlauben würde, ist wichtigen und wertvollen Menschen vorbehalten und für uns unerreichbar. Allein der unerlaubte Besitz, geschweige das Führen oder Gebrauchen
    würde mit mehrjährigen Haftstrafen (ohne Bewährung) geahndet.
    Etwas liberaler scheint es in Belgien zu sein, wo man – nach dem Angriff auf Polizisten mit einer Kriegswaffe – rechtzeitig wieder draußen ist, um sich mit den Kumpels am Flughafen in die Luft zu sprengen.

    • - nicht alternativlos -
      Wer Mauser oder Walther wählt, ist ein Nazi, genauer ein Waffen-Nazi, daher das Verbot. Der Liberale greift zur Glock, der Italien-Fan zur Beretta, wer auf sicher gehen will, bevorzugt SIG, und wem die Ersatzteilversorgung wichtig ist, ist mit Colt bestens bedient. Jeder freie Markt stellt diese Produkte ausreichend zur Verfügung, das gehört zum Wesen einer Marktwirtschaft.
      LG K

  65. Ehre und Verantwortung
    Sehr geehrter Don, die Einleitung zu Ihrem Beitrag und mein gegenwärtiger Aufenthaltsort inspirieren mich zu folgender Bemerkung: Hier in Japan gibt es bis in die Gegenwart einen Brauch, in dem sich Reste des Ehrgefühls der Samurai spiegeln: Bei tatsächlichem oder gefühlten Versagen in Amt oder Management wird ein ausgiebiges Abendessen in einem der einschlägig bekannten Hotels genommen. Später folgt der Sprung aus einer Etage, der Familie/Partei/Unternehmen die Schande des Weiterlebens garantiert erspart. Diese Art, Verantwortung zu übernehmen, mag dem einen oder anderen zartbesaiteten Zeitgenossen in unserem postheroischen Zeitalter übertrieben erscheinen und sie ist ja auch in Japan längst nicht mehr die Regel. Ich stelle mir allerdings die Frage, ob nicht das völlige Fehlen schmerzhafter, persönlicher Konsequenzen bei Führungsversagen mit ursächlich für die unsägliche Qualität der gegenwärtigen Politik in unserem Lande ist.

  66. Fleisch als Glücksbringer
    Lieber Don Alphonso, eine perfekt gelungene, fabelhafte Kolumne! Beschreibung der kulinarischen Angebote Italiens, angelehnt an Beschreibung leibhafter Begebenheiten aus der Geschichte, als Anregung für adäquate Züchtigung der Politiker. Herrlich!

    Bei meiner Art Kundschaft würden die Metzger pleitegehen, so selten esse ich Fleisch. Das kurioseste Fleischgericht habe ich in Hong Kong quasi zwangsverzehrt. Mein Mann war verreist, ich habe ihn beim Chinese New Year’s Dinner seiner Firma vertreten. Der chinesische Office Manager hatte das Menü zusammengestellt, nach den Regeln, die zu befolgen sind, damit das Neue Jahre glücklich und geschäftlich erfolgreich wird.

    Wie man sagt, so essen Chinesen alles, was auf dem Erdball keucht und fleucht. Ich liebe die chinesische Küche, doch die Speisen jenes Dinners wirkten so exotisch, dass es mir etwas mulmig wurde. Mit Argusaugen wurde ich beobachtet, ob mir das Essen mundete, besonders, während ich den Hauptgang zu mir nahm. Man bat mich zu beschreiben, wie das Fleisch schmeckte; ich solle raten, welch ein Tier ich gerade am Verspeisen war. Das Fleisch ähnelte Kaninchenfleisch, das ich vor Jahren in Frankreich aus Höflichkeit probierte, danach nie wieder. Also tippte ich auf Kaninchen oder auf Wild. Nein, erklärte man mir, das Tier sei etwa wie eine Kreuzung zwischen einem Fuchs und einer Katze. Tapfer kaute ich am Fleisch, sonst hätte ich womöglich Unheil fürs Neue Jahr heraufbeschworen. Die Soße schmeckte wie eine Wildsauce mit einem Schuss Sherry. Nachdem ich das Fleischgericht aufgegessen hatte, wurde ich gefragt, wie ich mich fühlte. „Merken Sie eine Wirkung?“ hieß es. Eine seltsame Frage. Aber ich verspürte tatsächlich ein wohlig warmes Gefühl in meinem Körper, fühlte mich schön entspannt.

    Der glückverheißende Hauptgang bestand aus dem Fleisch einer Zibetkatze; die Sauce war mit Opium angereichert, eine Spezialität mit der Verheißung von Happiness & Prosperity for the New Year.
    „The masked palm civet or gem-faced civet (Paguma larvata) During the Qing Dynasty the masked palm civet was hunted and eaten as game. During the reign of the Qianlong Emperor, the Manchu Han Imperial Feast contained a dish of „steamed masked palm civet tossed with pear slices“ (梨片伴蒸果子狸). In the Qing Dynasty manual of gastronomy, the Suiyuan Shidan, fresh masked palm civet was said to be hard to find, with most recipes using the dry-cured version of the animal. It was prepared in a manner similar to Chinese ham.“ (Wikipedia)
    Bärentatzen, eine ebenso geschätzte chinesische Spezialität, habe ich nie gegessen, Hund auch nicht.

  67. Titel eingeben
    Ich finde ihren Artikel entsetzlich, dieser schein-subtile Ethnizismus, die teutonischen Scheuklappen der Geschichtsbetrachtung, die hyper-intellektuelle Blendschicht über dem martialischen „Vernunftgebrauch“, die Debattenverweigerung und die schamlose Nutzung von Allgemeinplätzen zur subversiven Stimmungsmache werden in ihrer Dreistigkeit nur noch von den kulinarisch verklärten Einletungen der pseudo-aufklärerischen Kommentatoren ihres Beitrags übertroffen.

    • Na, an diesen Formulierungen
      haben Sie offenbar ziemlich lange gesessen…

    • Sie müssen das nicht lesen, klicken Sie einfach
      den Blog nicht an. Ihre Meinung, die ich gelten lasse, Sie sind ja nicht ganz alleine, klingt aber auch irgendwie seltsam vorgefertigt. Und dann raten Sie mal, welche Funktion Don bei der FAZ einnimmt (Ventil ist mir etwas zu technisch) und warum er so begierig gelesen und kommentiert wird. Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass immer mehr frühere FAZ-Kommentatoren aufgrund der restriktiven Durchlässigkeit von Meinungen zu Don überwechseln und auf eine andere, liberalere Art mitdiskutieren? Manche, wie der mit dem von hinten wie von vorne gleich lesbaren geschätzte Thüringer erscheinen in der FAZ leider gar nicht mehr (vielleicht unter anderem Namen?). Wurde er vertrieben? Für mich ist es eine Lust schon morgens vor dem Frühstück die Blogs aufzumachen und frisch, fromm und frei, je nach anfallender Arbeit rund um´s Haus mit zu diskutieren und mir über den Tagesverlauf Neues auszudenken. Ab einem gewissen Alter kann man fast immer und überall mitreden. Und mit Hauptschulabbrechern hat man hier gewiss nicht zu tun.
      .
      Salve

    • @ Krächzit
      Glaub ich nicht, liest sich wie von einem Textautomaten.

    • Nicht lustig ...
      … warum so bierernst ?
      .
      Macht’s Euch doch locker!

  68. Porca la birotaria miseria !
    Ich versuche hier, deutlich weniger Fleisch zu essen, was mir auch durchaus recht gut gelingt.

    Vegetarier sein könnte ich allerdings angesichts wilder ‚Porcelle‘, gegenüber den zur Strecke gebrachten und/oder den in geräucherter Form vorliegenden, nicht wirklich.

    Ob jedoch der Prophet der Muselmanen die Wildform kannte, weiß ich nicht. Seine Anhänger, und ich habe mich dazu erkundigt, dürfen die Wildform aber ebenfalls nicht verzehren. Aus italienischer Sicht dürfte das jedenfalls einer Gotteslästerung gleichkommen, was ich freilich nicht gesagt habe.

    Was hingegen auffällt:

    Im alten China haben sie -unter tropischen Bedingungen- Ihre Eliten wie das eigene Gemüse feucht eingelegt, während dafür im Abendland wie mit dem Fleisch verfahren wurde. Man hat hierzu also geräuchert oder meist luftgetrocknet. Für manche wäre aber eine Verbrennung gar nicht mal so schlecht (hierzu ’no PAN intended‘).

    Vor den ‚Porcelle‘ würde ich gleichfalls mit dem Rennrad auf mindestens 28mm Reifen die ‚Strade Bianche‘ befahren, wo man mir dann geräucherte ‚Salsiccia di Cinguale‘ vorsetzen würde.

    Wenn ich das richtig verstanden habe, dürfen auf der Veranstaltung die Räder maximal Baujahr 1987 sein. Dürfen aber im Sinne der Ästhetik -und der Menschenwürde- im 21. Jhdt. wenigstens die Bremszüge ‚innen‘ verlegt sein ?

  69. Liquide
    Ein paar Gedanken zu Liquide, dem Autor zum Grusse,
    für den privaten Gebrauch.
    Ich wusste nicht wo ich es sonst hätte hinschicken sollen,
    ausser umständlich über den Verlag.

    Lieber Don Alphonso,

    ich habe in den letzen drei Nächten Ihr Buch gelesen.
    Dass die Ereignisse 16 Jahre zurückliegen,
    ist vollkommen unerheblich für das Lesevergnügen.
    Zu jener Zeit (die späten 90er) hatte ich mit diesen Kreisen nichts zu tun,
    ich war im gesellschaftlichen Gegenentwurf dazu engagiert
    (love and unity , Sie wissen schon)
    und habe einige Jahre der Clubkultur und der elektronischen Open Airs
    durchlebt, als Gast und als Veranstalter.
    Auch wir hatten Tote zu beklagen und am Ende
    stand der Ausverkauf.
    Vielleicht sind solche Zyklen allen Bewegungen immanent.

    Mit ein paar Zeilen ausdrücken zu wollen,
    was für einen Eindruck ein Buch hinterlässt,
    ist wohl eher etwas für geübte Schreiber.
    Ihre Helden sind mir sehr zu Herzen gegangen,
    besonders der, den Sie haben überleben lassen.
    Ich hoffe es geht ihm heute gut.
    Die Flüge des Racheengels und die Innenansichten
    der Effekte der israelischen Drops werden mir unvergessen bleiben.
    Danke für den Ausflug in solche Seelenzustände.

    Heute habe ich den Eindruck, das Wahnhafte, die Schnelligkeit
    und das Abgründige dieser Nische haben sich auf fast alle
    Bereiche unserer Gesellschaft ausgedehnt,
    sich sehr viel Raum in unserem Leben genommen.
    Ich habe mich vor acht Jahren von Berlin aus ins glückliche Exil auf dem
    Land begeben und entziehe mich dem, so gut es geht.
    Ich hoffe, dass auch im grösseren Zusammenhang dies nur ein Zyklus ist
    und die Dinge sich irgendwann in etwas anderes,
    schöneres verwandeln werden.
    Möglichst ohne Blutvergiessen.

    Viel Freude Ihnen im genussfreudigen Italien.
    Beste Grüsse aus dem Norden,
    Anna

  70. Impertinente Grundstückverkleinerer
    @ObjectBe Olfaktorische Dissonanzen mit Oropax in den Nasenflügeln abmildern, könnte ein lustiges GartenExperiment werden und gleichzeitig ein visuelles Gegensignal an die nachbarliche Roulade abgeben.

    Mit einem größerem, nicht elektronischen Buch, vielleicht das von Jonathan Coe »James Stewart – Seine Filme-Sein Leben« Heyne 1994, läßt es sich, bei Bedarf, ohne etwaige Aggressionsareale zu provozieren, um einen effektiven Sichtschutz erweitern.

  71. Totgesagte leben länger - oder doch nicht?
    So langsam komme ich mir als ziemlich letzter Verteidiger unser Kanzlerin hier ganz schön einsam und auf verlorenem Posten vor.

    Lange hat es ja gedauert, bis die humanitäre Bastion Merkel sturmreif geschossen war, bis auch die Bundeskanzlerin die Flucht in die Doppelmoral antrat, sich zu fragwürdigen Bündnissen entschloß.

    Dabei war und ist an ihrem humanitären Handeln überhaupt nichts auszusetzen, lediglich an der Planlosigkeit mit der dieses geschah und weiter zu geschehen scheint. Denn, wäre ihr das Heft des Handelns nicht durch unsere Nachbarn aus der Hand genommen worden, wie sähe es dann jetzt wohl aus in Deutschland?

    Aber so ist das halt mit den klaren Linien, mit der klaren Kante, die auch Wahlen meist nur um Stunden überdauern, die lassen sich nicht konservieren, die müssen durchgehalten werden. Das erzeugt Glaubwürdigkeit, insbesondere wenn es ethisch-moralisch überzeugend ist, und dient längerfristigen Überzeugungen und Zielen. Nur dumm, wenn man selbst nicht (mehr) von dem überzeugt zu sein scheint, was man da macht.

    Ein Grund des Wankelmutes liegt sicherlich darin begründet, daß die Mehrheit der Politiker/innen keinerlei (Ver-) Bindung mehr zur Mehrheit der Bürger haben. Sie sind halt mehr mit dem Kampf um Listenplätze und Pöstchen beschäftigt, welcher sie zu wohlgefälligem Abstimmungsverhalten, nicht aber um die Auseinandersetzung mit der Sache nötigt. Dabei scheinen sich Machtgewinn und Bindungsverlust proportional zu verhalten. Sollte es nicht eigentlich umgekehrt sein? Wäre das etwa nichts, mehrheitsfähige Politik? Wäre das nicht das Maximum der demokratisch legitimierten Macht? Warum machen es sich und uns die Politiker/innen nur immer so schwer?

    • Ich weiß ja nicht, was sie an der Politik des Hosenanzugs und deren Kombattanten
      verteidigen wollen, aber dass Sie sich auf verlorenem Posten fühlen, verstehe ich:
      https://twitter.com/XYEinzelfall – wobei ich denke, dass hier nur ein kleiner erfasster Teil des bestehenden Desasters beschrieben steht. Das was weiter kommen wird, wird alles übersteigen, was wir uns vorstellen können.
      Nicht durchdachtes, nicht geplantes, nicht gekanntes wird halt auch mit der Zeit nicht besser. Und statt nun dankbar vor den europäischen Alliierten, die weiteres Ungemach verhindern, zu Kreuze zu kriechen und endlich, endlich zu verkünden, dass das Boot voll ist, zumal mit icht in Not seienden Jungmännern, kriegen wir alle diesmal unser Fett weg – ohne in einen Krieg ziehen zu müssen findet er vor der Haustüre alltäglich statt.
      Da gefällt mir schon besser der Beitrag von aus Häusern sich stürzenden Verantwortlichen in asiatischen Ländern – in der Vorstellung sah ich solche in Berlin – wobei da Erkenntnis übers Ungemach oder gar eigene „Fehler“ noch lange Fehlanzeige bleiben wird.
      Die uns unbekömmliche Sozialisation der Einwanderer war schon lange bekannt – dass es vornehmlich männliche arabische Nachkommen sind die das Land stürmen, hat man uns erst geschickt verschleiert – was auf Dauer und spätestens seit Silvester unmöglich war.
      Nun lese man Hamed Abdel-Samad oder seinesgleichen, auch die Geschichten seiner Schwestern sind und waren im Buchhandel schon lange erhältlich und vorrätig – und erfahre von Gewalt und Brutalität, die durch einen einfachen Grenzübertritt von den Angekommenen nicht in Frage gestellt wird und vielfach, mangels Bildung, auch nicht in Frage gestellt werden kann.
      Sie (glaube ich) und ich sind Ungläubige in deren Augen – und deshalb, wie in den Koran gemeißelt, angreifbar, belügbar, verletzbar, bestehlbar, ermordbar.
      Vielleicht bleibt eines Tages wirklich als letzter Rückzugsort nur die Theke im Supermarkt – da, wo all das vom Don gemiedene zur Abholung bereit liegt.

    • Ja sind wir denn im Krieg - Kombattanten?
      Etwas mehr Sachlichkeit, das Gezwitscher trägt nicht unbedingt dazu bei, täte wohl uns allen gut. Man stelle sich nur mal vor, alle Straftaten würden derart instrumentalisiert. Und, Fensterstürze lösen auch keine Probleme.

      Als gläubiger Atheist stehe ich allem Religiösen eher gleichgültig gegenüber, sehe mich aber in Deutschland deswegen nicht bedroht. Wobei ich allerdings feststellen muß, daß der Untergang des Christlichen Abendlandes längst Geschichte ist, die Kirchensteuer einen falschen Eindruck vermittelt.

      Was mich zu Anfang irritiert hat, war nicht der Gedanke der humanitären Hilfe, sondern die zelebrierte Willkommenskultur. Diese sich in völliger Planlosigkeit darstellende besoffene Glückseligkeit habe ich als eher rational veranlagter Mensch nicht verstanden. Die Antwort in Form eines extremistischen und menschenverachtenden Rechtsrucks allerdings auch nicht. Das Ergebnis der verhärteten Fronten war für den neutralen Beobachter allerdings schon sehr früh erkennbar, denn die selbstgemachte Überforderung war – und ist leider immer noch – unübersehbar.

      Richtig ist jedenfalls, daß mit den momentanen Zuständen niemand wirklich zufrieden sein kann. Es mangelt an klaren Richtlinien und krankt an falscher Toleranz. Die Prioritäten wurden und werden falsch gesetzt. Dabei sind in meinen Augen zwei Aspekte wesentlich. Zum einen wissen wir aus dem Scheitern der Integration speziell muslimischer Migranten, daß dort erhebliche Probleme auf uns warten. Zum anderen muß aufgrund der Zahl der Migranten, auch wenn ich das sehr bedaure, der Grund der Migration eine stärkere Bedeutung erfahren.

      In meinen Augen bleibt es aus Gründen der Menschlichkeit alternativlos, den Kriegsflüchtlingen zu helfen. Daher sollte die Hilfe auf diese beschränkt werden, andere Migrationsgründe, soweit sie nicht die Existenz der Migranten betreffen, können momentan nicht mehr berücksichtigt werden. Die Rückführung sollte in diesen Fällen momentan umgehend erfolgen. Für Kriegsflüchtlinge sollte die Rückkehr in ihre Heimat grundsätzlich verpflichtend sein, sobald der Fluchtgrund entfällt. Straftäter sollten sofort abgeschoben werden, um klare Grenzen der Gastfreundschaft aufzuzeigen. Im Gegenzug würde ich ein Ende der Hysterie erwarten, mit der die Thematik momentan begleitet wird.

      Allerdings bleiben die Zeitfrage und die Zerstörung in den Heimatländern ein Problem. Sollten die Fluchtgründe länger als zwei Jahre andauern, so dürfte es schwierig sein, zumindest die Flüchtlinge, die sich tatsächlich integriert haben, einfach so zurückzuschicken. Noch dazu, wenn diese ohne reale Chancen auf ein menschenwürdiges Leben in eine Trümmerwüste zurückkehren müßten. Das wäre dann wohl nur mit weiterer zumindest finanzieller Unterstützung zu rechtfertigen. Wie das aber im Lande Assads realisierbar sein soll, ist mir nicht ganz klar.

      Umsomehr halte ich ein Ende des Multikulti-Schmusekurses dringend für geboten. Denn wenn den Migranten nicht schnell und deutlich aufgezeigt wird, welche Regeln des Zusammenlebens in Deutschland gelten, wenn die Politik nicht endlich klare Linien aufzeigt, allen voran auch durch unsere Bundeskanzlerin, dann wird der Satirestreit noch unser kleinstes Problem sein, dann gehen auch mir irgendwann die Argumente aus. Und diese Bankrotterklärung möchte ich nicht wirklich erleben müssen.

    • #15
      Sehr hilfreich in diesem Zusammenhang war gestern die Sendung (Oh, Schreck!) frontal21, in der gezeigt wurde, wie bereits in den Aufnahmezentren eine Parallel Gesellschaft beginnt. „Hier ist eine islamische Welt, hier gelten die Regeln des Islam!“

      Ach, das wird noch viel Freude bereiten….

    • Definition erwünscht! - @ Otto Meier
      Ganz ehrlich: mir geht nicht recht auf, was Sie unter einem „extremistischen und menschenverachtenden Rechtsruck“ verstehen. Das klingt mir – vielleicht bin ich da mittlerweile verdorben – so pauschal nach Linke-Grüne-Christlich-Formulierung ohne weiteres Nachdenken, dass ich denke meine Frage sei berechtigt.

      Die ganze Formulierung steht auf wackeligen Beinen: wie kann ein Rechtsruck extremistisch sein, oder menschenverachtend? Diese Adjektive tun es an dieser Stelle beim besten Willen nicht.
      A.a.O. hatte ich schon vermerkt dass rechts-extrem eigentlich – nach meinem Dafürhalten – NPD et al zugeschrieben werden sollte, und genau nur denen; nicht aber AfD oder ähnlichem.

      Es gibt diese deprimierende Zusammenfassung von Folgen der Flüchtlingspolitik unter http://www.politikversagen.net. Nun habe ich diesen Link an jemanden geschickt, und erfahren, dass es sich um einen ‚Nazi-Link‘ handele. Ich muss diesen Vorwurf vehement bestreiten, nicht dass ich irgendetwas mit der Seite zu tun hätte, aber die Relativierung der Schandtaten des Dritten Reiches mit diesem Attribut für diese Seite bringt mich auf die Palme.

      Es sind das alles Fälle, die durch die Flüchtlingspolitik generiert wurden. Ob es sich um ‚bedauerliche Einzelfälle‘ handelt, so wie die Polizeisprecher jedes Mal dazusetzen müssen, oder eine systematische Reihe (auch) basierend auf Herkunft, Religion, u.s.w. wäre anderswo zu klären. Solange niemand sagt, es handle sich um Flüchtlinge, und ‚die sind eben so veranlagt‘ ist der Nazi-Vorwurf haltlos, weil ausschliesslich die Nazis ja eben stereotypisierten für alle Menschen, die sie als ‚Völker der Steppe‘ bezeichneten, und die Juden.

      Und damit wieder zurück zu meiner Ausgangsfrage auf Ihre Formulierung. Geert Wilders hat ungefragt in seinem Interview mit NO2 darauf hingewiesen, dass bei weiterer Islamisierung der Niederlande Homosexuelle von den Muslimen gehindert werden würden, ihre Sexualität auszuleben. Plötzlich fallen alle diese seltsamen, und vor allem simplizistischen Positionen auseinander. Die deutschen Feminist* haben schon die Schwänze eingezogen, und verweigern eine eindeutige Stellungnahme zur Position des Islam und der Rechte der Frauen. Wenn sie dieselben Positionen beibehielten, die ihre Schwestern bis vor wenigen Jahren hatten, würden sie sich Anwürfen von Islamophobie aussetzen müssen. Und diese laufen derzeit unter ‚menschenverachtend‘, ‚rassistisch‘, und ‚extremistisch‘.
      Da ist doch deutlich was krumm und verbogen!

      Deshalb meine klare Frage an Sie, und etwas umformuliert: welche Positionen, die durch einen (welchen? – von wem?) Rechtsruck entstehen, wären es denn, die Sie als menschenverachtend und extremistisch im Hinterkopf haben?

    • Ich weiß wirklich nicht, was Sie, Herr Dippel,
      an extremistischem und menschenverachtendem Rechtsruck nicht verstehen. Und von Nazis hatte ich in dem Zusammenhang auch nichts geschrieben, ich beziehe mich auf die Gesamtgesellschaft. Wenn Sie allerdings der Meinung sind, daß die Zunahme an rechtsextremen Straftaten und allgemeiner Fremdenfeindlichkeit nicht von Bedeutung ist, dann erübrigt sich jedes weitere Wort. Auch der Rechtsruck der AfD ist Fakt und keiner Diskussion würdig. Was Wilders und all diese Seiten, egal was dort einseitig aufgelistet wird, betrifft, so stehe ich dem absolut ablehnend gegenüber. Denn es liegt doch auf der Hand, welcher Zweck dort, von links wie von rechts, jeweils verfolgt wird.

      Aber noch ein Wort zu den Flüchtlingen. Ich muß zugeben, daß es auch mir schwerfällt, angemessen zu differenzieren. Das hängt eben mit dem Kontrollverlust bei dem Zustrom von mehr als einer Millionen Menschen in unser Land zusammen. Denn das sind ja nicht alles Flüchtlinge und es sind auch nicht alles Kriegsflüchtlinge, noch sind das alles Muslime. Dennoch wird pauschal, auch von Ihnen, immer von Flüchtlingen gesprochen. Daher beziehe ich mich in der Regel ausdrücklich auf die Kriegsflüchtlinge, insbesondere auf die aus Syrien. Diese Differenzierung ist in meinen Augen auch notwendig, um sich auf sachlicher und objektiver Ebene mit den unbestrittenen Problemen auseinandersetzen zu können.

    • @Otto Meier
      Zwei Dinge. Erstens, die Attribute/Adjektive. Ein Rechtsruck kann unmöglich extremistisch sein, oder menschenverachtend. Das tut schon leicht weh. Mögliche Beschreibungen wären höchstens ’schnell‘, ‚vollständig‘, ‚unerwartet‘, oder ähnlich. man kann sich zwar denken, was gemeint ist, weiß letzten Endes aber nichts.

      Deshalb ja meine Frage nach den Positionen. Wer rückt denn wohin? Die AfD nach rechts? Und wenn ja, was wäre an dem Ruck selbst menschenverachtend? Insbesondere weil die AfD – ich weiss, hier nicht beliebt – sich deutlich für eine Asylpolitik ausspricht, die ausschliesslich originäre Flüchtlinge, wie auch Sie diese definieren, akzeptiert.
      Natürlich kann man das als ‚menschenverachtend‘ bezeichnen, wenn man der Meinung ist, dass alle Grenzen menschenverachtend sind. Nur mal so als Beispiel.
      Oder auch ‚extremistisch‘. Mit manchem bin ich extremistisch, jaja, eben auch ausserhalb der Politik, und stolz darauf, dass ich extremistisch bin. Wie wäre es mit extrem(istisch) ehrlich?

      Ich könnte jetzt noch darüber ausführen, wieso manche ‚Aktivisten‘ in ihren Aktionen – z.B. in Idomeni – durchaus extremistisch und menschenverachtend sind. Allerdings hoffe ich, dass das nicht mehr nötig ist, und Sie meine Bedenken und meine Nachfragen zu der von Ihnen benutzten Formulierung verstehen können.

    • Jetzt verstehe ich, Herr Dippel, was Sie meinen.
      Das erinnert mich an die Verwendung von natürlich und selbstverständlich. Da habe ich auch einige Zeit benötigt, mir das „natürlich“ abzugewöhnen. Doch obwohl ich mich schon mein ganzes Leben bemühe, mich eindeutig und sprachlich korrekt auszudrücken, habe ich augenscheinlich immer noch so meine Probleme damit. Und ich beneide die Menschen, die sich nicht nur in der freien Rede, sondern insbesondere in der Schrift derart exzellent ausdrücken können, daß mich das hin und wieder regelrecht begeistert hat, ganz unabhängig vom Inhalt. Ich, das gebe ich unumwunden zu, kann es leider nicht, zumindest genüge ich meinen eigenen Ansprüchen da nur sehr selten.

      Andererseits, was ist schon rechts, mittig oder links? Rechts wird nunmal mit Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus etc. gleichgesetzt und je nach Ausprägung eben durch rechtsextrem gekennzeichnet. Das ist grundsätzlich sicher falsch, insbesondere, da dem linken Spektrum ja in der Regel gegensätzliche Eigenschaften nachgesagt werden. In der Pauschalität der Internetdarstellung scheint sich das ja auch zu bewahrheiten, obwohl ich das durchaus anders sehe. Es gibt eben auch unter den Linken durchaus Nazis, wenn ich das mal so sagen darf.

      Ihre Kritik werde ich zum Anlaß nehmen, bei mir selbst in Zukunft mehr auf derartige Pauschalitäten zu achten und sie möglichst zu vermeiden.

  72. Noch ein Unterschied zwischen Nord- und Südeuropa!
    Auch in Frankreich und in Spanien ist es selbstverständlich, daß man sehen kann, welches Tier man kauft bzw welches Stück davon. Man wird auch kleinere Tiere mit Fell bzw. Federn bekommen, wenn man möchte und für die Innereien, die man hier gar nicht mehr bekommt oder mindestens extra bestellen muß, gibt es eine eigene Abteilung.
    Ansatzweise gab es das in Deutschland ja auch – in meiner Kindheit gab es in vielen Metzgereien an der Wand (oder auch in Kochbüchern) noch die Grafiken, welche Stücke wo zu finden wären.
    Derlei Details sind nun verschwunden wie auch sonst die Bereitschaft, für das eigene Tun Verantwortung zu übernehmen. Man möchte den Hamburger, aber nicht sehen, was dazu in den Wolf gesteckt wird – und merkt entsprechend auch nicht, wie oft der schon angegammelte Papp gewendet und neu etikettiert wird.
    Ein wenig Nachdenken könnte zu der Erkenntnis verhelfen, daß man sich umso mehr auf fremde Versprechungen verlassen muß, je feiner und cremiger das angebotene Produkt daherkommt.
    Die Rohvariante kann natürlich auch einige Überraschungen bereithalten – wenn etwa der frischgeschossene Hase noch Körner enthält, die nicht aus Pfeffer sind – aber in jedem Fall ist es so bedeutend leichter, ihn von einem falschen zu unterscheiden.

  73. Malaria in italien
    Heinrich VII war kein „Deutscher“, sondern entstammte dem französischen Kulturkreis. Er wurde Opfer des ungesunden italienischen Klimas und starb an der Malaria. Brandenburgische Politiker haben wegen der frischen und gesunden Luft inzwischen eine höhere Lebenserwartung und müssen nicht entwürdigend geräuchert werden. Es genügt hier die Lufttrocknung im Kirchenkeller, wie beim Ritter Kahlbutz aus Kampehl, der nach vielen Jahrhunderten Liegezeit noch immer frisch ist. Da das Räuchern stark krebserzeugende Stoffe bildet, ziehe ich auch feinen luftgetrockneten Schinken dem geräucherten vor.

  74. Schluß, aus, fertisch...
    lesen Sie mal in der FAZ
    Dandy Diner
    „Vegan, versaut, formvollendet
    Wider die Grenzen des guten Geschmacks: Zwei Berliner Blogger eröffnen in Neukölln einen veganen Imbiss mit Superfoods, lebenden Schweinen und einem Sofa von Harald Glööckler…“ (auf dem der mal, so hoffen die vor pinkfarbenem Hintergrund, nackt gesessen hatte)
    .
    Lohnt es sich da noch, die Politik in den endzeitlichen Rauch zu hängen? (auch wenn der kürzlich verstobene hanseatische affumiciato der schlechteste nicht war, wie man sagt)

    • Titel eingeben
      „ältere“ Leser wissen, der Don isst kein Fleisch und trinkt keinen Alkohol. Sonst ist er kein Kostverächter.

  75. Frage zu Ihrem Innersten
    Sehr geehrter Don Alphonso, ein Bissl erschreckt war ich jetzt schon, als ich lesen musste, dass Sie Vegetarier sind. Dabei haben Sie doch ein so distinguiertes und ausgeglichenes Verhältnis zur Sau und ihren leckeren Stellen, wie der heutige Blog zeigt. Leider musste ich vor einigen Blogs auch erfahren, dass Sie zudem kein Bier trinken. Gilt das etwa auch für den Brunello oder den oberbayrischen Blutwurz ? Besorgt, Ihr El Hell.

    • @ElHell 11. April 2016 um 18:44 Uhr
      „Besorgt, Ihr El Hell“, und: „Leider musste ich vor einigen Blogs auch erfahren, dass Sie zudem kein Bier trinken.“

      Typischer Realitätsverlust eines Alk-Trinkers. Voll-Alki, Halb-Alki oder Vierteles-Alki ist eigentlich egal, steter Tropfen höhlt die Birne.

      Besorgt, liebes elhellchen, müssen wir erst dann sein, wenn DA verkündet, dass er nun Alkohol trinkt.
      Dann ist hier nämlich Schluss mit den schönen leichten schweren Texten und der Toleranz.

      t.

    • T. auf den Schlips getreten ?!
      Hoppla, bellt da ein getroffener Hund ? Wenn ja, dann entschuldige ich mich für diesen unfrommen Beitrag. Genussfeindliches Eifern für die Abstinenz gehört meist in nördlich-protestantische Freikirchen-Kreise, aber kaum in die Bayerische Provinz oder die sonstigen Südstaaten. Andere Länder andere Sitten. Hoch die Tassen und Prost !

  76. Vegetarier kennen keinen Hunger
    Vegetarismus und politische Rückgratlosigkeit / Konfliktunfähigkeit sind beides lediglich Symptome fortgeschrittener Dekadenz.
    Wer derart verweichlicht ist, dass er sich nicht mehr in der Lage sieht, fleischliche Nahrung zu sich zu nehmen, geschweige denn das entsprechende Tier selbst zu schlachten und zuzubereiten, der glaubt auch, dass sich alle Konflikte gewaltlos auflösen lassen. Oder klarer und direkter formuliert: Wer nicht bereit ist Gewalt anzuwenden (oder wenigstens bewusst billigt), um sich zu ernähren, von dem kann beim besten Willen keine Konflikt- sowie Durchsetzungsfähigkeit erwartet werden, da das Mittel der letzten Wahl ja nicht einmal mehr zum eigenen Überleben als notwendig erachtet wird – mehr noch, es wird als zivilisatorische Leistung begriffen, dieses Mittel rigoros abzulehnen.

    Ironischerweise sind Sie Don Alphonso selbst Ausdruck dessen, was sie bei Politikern kritisieren – nur das Symptom ist ein anderes. Ihr Wohlstand versperrt Ihnen den Blick auf Notwendigkeiten, da er Ihnen Alternativen bietet.

    An dieser Stelle könnten Sie dankbar für die Existenz der sozio-ökonomischen Schichten sein, die keinen Zugang zu ihrem Wohlstandsniveau haben und entsprechende Symptome von Dekadenz gar nicht entwickeln können. Warum Sie diesen Menschen dankbar sein sollten? Die bloße Existenz dieser Menschen führt einem vor Augen (sofern diese nicht voller selbstzufriedener Selbstherrlichkeit dauerhaft verschlossen sind), dass leben zuallererst überleben erfordert bzw. Überleben notwendige Bedingung für Hedonismen aller Art war, ist und immer sein wird.

    • Hmmmmm....
      „Vegetarismus und politische Rückgratlosigkeit / Konfliktunfähigkeit sind beides lediglich Symptome fortgeschrittener Dekadenz….“

      Haben sie da nicht die Homosexualität vergessen?

      „…dass leben zuallererst überleben erfordert…“

      Naja, wer sein Leben so lebt, dass dies noch ein Problem für ihn ist, dem kann man verzeihen, wenn er ein prinzipiell faschistisch angehauchtes, aber dafür umso primitiveres Menschenbild hat.

      Nur um sicher zu gehen… vielleicht sind sie ja ein Böhmermann Fan, ist ihr Kommentar ernst gemeint oder irionisch?

    • @TDV
      Es wird Sie sicherlich nicht erfreuen zu hören, dass jedes Wort ernst gemeint ist.
      Was Sie noch weniger erfreuen wird ist, dass der gemachte inhaltliche Punkt haushoch über ihren Kopf hinweg gerauscht ist.*

      Empathie für Tiere und Gewaltlosigkeit sind zivilisatorische Errungenschaften. Bei diesen handelt es sich aber trotzdem um Hedonismen, die lediglich Konsequenz von Wohlstand sind.
      Wohlstand ist notwendige Bedingung und er basiert seinerseits auf diversen Bedingungen, denen Hedonismen zuwiderlaufen (können).
      Vollkommene Unfähigkeit zur Gewaltanwendung ist ein ernstzunehmender Risikofaktor für sowohl Wohlstand als auch die darauf basierenden Hedonismen.
      Denselben Punkt macht folgende Aussage: Freiheit hat ihren Preis und ist keine Selbstverständlichkeit, sondern muss fortwährend erkämpft werden.

      Oder extra für Sie ein wenig simpler innerhalb einer Analogie formuliert: Sie können ein wunderschönes, erfreuliches und dem Gipfel der Architektur entsprechendes Dach auf ein Gebäude bauen. Dafür brauchen Sie aber ein stabiles Fundament. Dieses tolle Dach kann sich aber auch auf die Statik des Gebäudes auswirken. Je prunkvoller das Dach desto weniger ist der Blick auf das Fundament gerichtet.
      Ich versuche lediglich auf die Existenz des Fundaments aufmerksam zu machen.

      *Das habe ich schon öfter bei Ihren Kommentaren beobachtet, daher sicherheitshalber gefragt: Ist das Absicht oder bereitet es Ihnen grundsätzlich Probleme Texte inhaltlich zu reflektieren?

    • Aaaah wunderbar...
      Schon in meiner Schulzeit hatte ich eine grosse Abneigung gegen Leute die irgendwelche an den Haaren herbeigezogenen Analogien für ein logische Argument hielten. Ein Dach auf einem wackligen Fundament.. aus welcher Goebbels Rede stammt denn dieses Zitat?

      „Empathie für Tiere und Gewaltlosigkeit sind zivilisatorische Errungenschaften.“

      Ja, ich gesteh es, ich habe nun mal ein faible für zivilisatorische Errungenschaften.
      Das heisst aber nicht, dass ich, wie sie mir das vorwerfen, jemals irgendwo gefordert hätte, andere wie sie zB, dürften nicht weiter mit den ethischen Grundlagen von Höhlenbewohnern leben. Angesichts der banalen Tatsache, dass Bürger wie sie, die gewaltige Mehrheit repräsentieren, wäre das in der Tat albern.

    • @TDV II
      Ich konstantiere, sofern der inhaltliche Punkt nicht weder an Ihnen vorbeigerauscht ist (was ich stark bezweifle), dass sie selbigem inhaltlich absolut nichts entgegenzusetzen haben.
      Das freut mich.

  77. Die Kone der Schoepfung, das Schwein, der Mensch"
    Gottfrief Benn

  78. Was heisst hier deutsch ?
    Heinrich VII, der geräucherte, war Luxemburger, drei seiner vier Großeltern waren Franzosen. Seine Hausmacht bestand aus zwei Landesteilen. Böhmen im Osten und das Land zwischen Maas und Mosel im Westen.
    Im Osten sprachen seine Untertanen in der Mehrzahl wohl Tschechisch im Westen zur Hälfte Französisch. Das Reich war ein Verbund eines bunten Blumenstraußes von eigensinnigen Kleinstaaten. Es war ein Vielvölkerstaat mit einer ganzen Reihe von ethnischen Minderheiten. Die Mehrheit sprach wohl deutsche Dialekte, aber es gab noch keine deutsche und niederländische Hochsprache.
    Die Macht des Königs strahlte zwar über seine eigenen Lande aus, in Süddeutschland hatte sein Wort Gewicht. Aber in den Randbereichen des Reiches hatte er recht wenig zu melden. Größere Unternehmungen im Reich glückten nur im Konsens zumindest der wichtigsten Fürstentümer.
    Ich glaube, das Heilige Römische Reich Deutscher Nation hatte mit der Bundesrepublik Deutschland recht wenig gemein. Es war eher eine Europäische Union in Zwergenform und der König oder Kaiser mehr so ein Vorgänger des heutigen Kommisionspräsidenten. Wenn es also eine historische Parallele gibt, dann eher hier.

    Danke für den schönen Text und die Fotos. Wie immer ein echter Genuss.

    • Wenn man in den Putzger S. 51 schaut, "Mittel-und Westeuropa zur Zeit der Staufer"
      und geistigen Auges diese Karte über das heutige Deutschland legt könnte man schon auf die Idee „deutsch“ kommen, ohne hier eine nationalistische Debatte loszutreten. Nichts läge mir ferner. Nun gut, die Frau Heuse (und auch Object.B und andere Eidgenossen=>KGR. Arelat/Hzm. Schwaben, beides Teile des HRRdN) möge mir verzeihen, ihr Land war damals von einem Herzogtum Niederlothringen überdeckt, was wiederum an einen gewissen Lothar denken lässt, dessen Vater immerhin als römisch-deutscher Kaiser gehandelt wird und der auch auf deutschem Boden ruht. „Ihr“ Luxemburg war übrigens, angrenzend an das Hzm. Oberlothringen, Teil des oben genannten Herzogtums. Und Heinrich wurde in Valenciennes geboren, das damals zur Grafschaft Hennegau gehörte, also wieder Teil des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation. Dem gehörten damals sogar Sardinien und Korsika an. Die heute von uns viel-und gerne bereiste ehem. Grafschaft Provenze bis zum östlichen Rhône-Ufer war damals ebenfalls römisch-deutsch und kam erst 1246 an Anjou. Über den Einfluss der Staufer südlich der Linie Spoleto-Ceprano wissen Sie sicher auch Bescheid.
      .
      Und schön dass Sie erwähnen, dass bis zur Maas die deutsche Zunge galt, wie das ja die verbotene Urform der Nationalhymne aussagt. Und ob im Königreich Böhmen nach der Besiedelung durch deutsche Siedler noch überall slawische Dialekte gesprochen wurde (tschechisch ohnehin noch nicht), ist anzuzweifeln. Das heute mächtige Frankreich war ebenfalls ein zerstrittener Flickenteppisch und gegenüber dem HRRdN mickrig.
      .
      Das damalige HRRdN hat also mit dem heutigen Deutschland von der Landmasse her schon was zu tun. An vielen Dingen der Geschichte lässt sich eben nicht rütteln. Unumwunden recht gebe ich Ihnen bei der Bewertung der EU im Vergleich zum damaligen uneinheitlichen Zustand.
      .
      Übrigens, das Wandgemälde mit den vielen Spießen dürfte auch im
      Codex Balduini Trevirensis zu finden sein (Landeshauptarchiv Koblenz). Was sagt Don?

    • Auf die Karte habe ich schon geschaut.
      Ich wollte nur anmerken, dass damals deutsch und deutsche Nation etwas anderes bedeutete, als heute.
      Dass die Bundesrepublik der Staat ist, dessen Territorium heute am ehesten dem des Heiligen Römischen Reiches gleicht, will ich gar nicht wegdiskutieren. Nur ist es eben nur knapp die Hälfte des Territoriums des Heiligen Römischen Reiches. Deckungsgleich ist das nicht gerade.
      Und, ein Detail am Rande: Die für die bundesdeutsche Identität nicht ganz unwichtige Insel Sylt lag in Dänemark und die Bewohner der Gegend gehörten zum Volk der Friesen.
      Möglicherweise ist die Bundesrepublik auch der Staat, in dem die meisten Nachkommen der Bevölkerung des Heiligen Römischen Reiches im vierzehnten Jahrhundert leben.
      Aber das ist nun schon fast alles, was mir an Verbindendem einfällt. Die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung dieses Staates entspricht heute am ehesten derjenigen der Schweiz. Ist das Schweizer Staatsoberhaupt aber ein deutscher Herrscher?

      Deutsch war damals eine Sprache, die heutzutage am ehesten Jiddisch-Sprechende verstehen würden. Etwas weniger gut dann Niederländer, Flamen und Schweizer. Das sind alles Gruppen, die heute eigentlich nicht zu den Deutschen gezählt werden. Dieses Mittelhochdeutsch war als Verkehrssprache nicht voll etabliert und stand in Konkurrenz zum Latein, dass in Kirchen und Universitäten gesprochen wurde.

      Damals gab es nur einen Bruchteil dessen, was man heute als deutsche Kultur bezeichnen mag. Es gab keinen Isenheimer Altar, keinen Dürer, keinen Simplicissimus von Grimmelshausen. Die barocken Tonmeister waren noch nicht geboren. Es gab keine Wiener Klassik und kein deutsches Kunstlied. Es gab noch nicht die die Gesellschaft prägenden Erfahrungen der Pest, der Hexenverfolgungen, des Dreißigjährigen Krieges. Die deutsche Küche musste damals ohne Kartoffeln und die italienische ohne Tomaten auskommen.

      Hundert Jahre vor Johanna von Orleans und zweihundert Jahre vor Martin Luther von einer Französischen und Deutschen Nation im heutigen Sinne zu Sprechen, trifft es halt nicht.

      Eine ganze Reihe von heutigen europäischen Nationen haben Wurzeln im Heiligen Römischen Reich. Daher scheint mir sein Charakter mehr europäisch als deutsch.

      Eine flächenhafte Besiedlung des Böhmischen Beckens und Mährens durch deutsche Siedler hat es nie gegeben. In Prag und Brünn gab es eine deutschsprechende teilweise jüdische Bürgerschicht. Die Sudeten, das Erzgebirge und der Böhmerwald, mögen damals, so schon besiedelt, deutschsprachig gewesen sein. Ansonsten wurde vom Volk eine slawische Sprache gesprochen, die heute Böhmisch oder Alttschechisch genannt wird.

      Zwischen Maastricht und Nimwegen gilt die deutsche Zunge auch heute noch bis Nahe ans Ufer der Maas. Das gleiche gilt für den Belt und den Oberlauf der Etsch. Allein die Memel liegt seit 1945 weit vom geschlossenen deutschen Sprachgebiet entfernt.

      Das Deutschlandlied ist keineswegs verboten. Seit der Wiedervereinigung ist allerdings nur noch die 3. Strophe des Textes die Bundesdeutsche Nationalhymne und zuvor wurden die beiden anderen Strophen zu offiziellen Anlässen nicht gesungen, um Missverständnissen vorzubeugen. Heutzutage ist das Lied jedoch verpönt. Es zu singen, ist in etwa so, als würde man in seinem Garten die Reichskriegsflagge hissen. Der Hofnarr des ZDF hätte also die Grenzen des Sagbaren genauso gut durch Absingen aller Strophen des Deutschlandliedes in einem nicht klar ironisch gekennzeichneten Kontext ausloten können. Das hätte zwar auch nicht zu seiner Auslieferung an die Halsgerichtsbarkeit geführt, hätte aber seine berufliche Zukunft möglicherweise nachhaltiger eingetrübt, als die Rezitation einer obszönen Sottise über einen orientalischen Herrscher.

  79. Zum Nachdenken über Seehofer...
    „Der CSU-Vorsitzende und Bayerische Ministerpräsident Seehofer hat am Wochenende hart über den Neoliberalismus geurteilt und eine Korrektur der Rentenpolitik verlangt. …“

    http://www.nachdenkseiten.de/?p=32924#more-32924

    Ich befürchte sehr viel besser als M würde der Herr auch nicht sein…

    • Kalter Kaffee
      Die Ernte der Früchte der Arbeit dieser politischen Eliten werden sie selbst vermutlich nicht mehr erleben, jedenfalls nicht in Verantwortung. Bis dahin wird mit dem Ziel des Zeitgewinns weiter herumreformiert werden und Statistiken werden uns beweisen, daß alles halb so schlimm ist. Und wenn es doch zu einem Aufruhr kommt, dann ist die Schuldfrage doch jetzt schon geklärt. Schließlich hätte ja jeder wissen können und müssen, daß die Rente zwar sicher ist, nicht aber ihre Höhe. Und ein wenig Selbstverantwortung und private Vorsorge darf ja wohl verlangt werden, selbst von Niedrigstlöhnern.

      Das Leben als Sozialfall, die Zukunft im Wohlfahrtsstaat.

    • Hab den Link nicht gelesen ....
      …. aber hui wird das ein Spass, für alle Beteiligten, wenn die ganze Ex-Minister-R-Rente R-ückabgewickelt wird.

    • Seehofer besser als M?
      @TDV
      Leider steht das nicht zur Wahl, aber Seehofer hat immerhin als erster „vom historischen Fehler, der uns noch lange beschäftigen wird“ gesprochen. Wie wir „den Stöpsel wieder auf die Flasche behommen“ ist immer noch nicht klar.

      Langsam wird vielleicht auch den letzen merkelianern etwas mulmig, wenn wir uns nun dem Sultan unterwerfen und unseren Hofnarren unter Polizeischutz stellen müssen.
      Ab Juni visafreiheit für Türken und Kurden, dann ist Deutschland bald auch kein sicheres Herkunftsland mehr… Wie kann man nur so einen Schmarrn als Erfolg verkaufen wollen? Und dann stellt sich ein Kauder hin und erklärt nach einer wahlkatastrophe, Frau M und er würden an der Flüchtlingspolitik festhalten.
      Andere haben da offenbar rein gar nichts zu melden.

      Gibt es in Deutschland eigentlich ein Parlament? Das soll dann Gesetze gegen sexistische Werbung eines Herrn Maas, der zudem gegen ein Burkaverbot ist, durchwirken.
      Damit sich auch noch die letzten SPD Wähler von dieser Partei abwenden. Oder zielt das schon auf die Neubürger?

      Da braucht die AfD noch nicht einmal Werbung zu machen…

      Doch zurück zu Seehofer:
      Da die bayerische Polizei an der deutsch-österreichischen Grenze weiterhin nicht erwünscht ist, wird sie demnächst wohl am Brenner eingesetzt.
      Denn Seehofer möchte die Bürger Bayerns wirklich schützen.

      Der Bundesinnenminister sendet dagegen schon wieder die falschen Willkommens-Signale, wenn er vom Ende der Grenzkontrollen faselt.
      Das alles nur, damit eine gewisse Dame der Welt ein freundliches Gesicht zeigen kann, egal ob das für die Bürger Deutschlands dann nicht mehr „ihr Land“ ist.

      Herrschaft des Unrechts halt…

      Es wird Zeit, endlich die Obergrenze zu beschließen. Sie ist längst überschritten.

    • @Desperado
      Ich befürchte es wird weniger ein „den Stöpsel wieder auf die Flasche bekommen“, was ja sogar nach Hören-Sagen einige Politiker können sollen, sondern eher die Geschichte von der Möglichkeit die Zahnpasta zurück in die Tube schieben… Don Alphonso hat es ja eindrücklich beschrieben, mit der Geschichte seines nächtlichen Bankbesuchs. DAS ist das eigentliche Problem, die Einschränkung eines freiheitliche Lebensstils basierend auf einem Grundvertrauen, gegen die man keine Möglichkeit hat sich zu schützen, weil sie ohne Umweg im Unterbewussten Fuss gefasst hat.

      Das Problem und da stimme ich ihnen zu, besteht darin, dass man auch im April 2016 noch immer nicht damit angefangen hat konkrete Schritte gegen das Problem einzuleiten. Es sei denn man billigt der Dame Merkel zu, sie halte den Umstand, dass auf der Überfahrt von Libyen nach Sizilien mehr ersaufen als bei der von Izmir nach Lesbos, bereits für eine aktive Errungenschaft ihrer Politik zur Eindämmung!

  80. Eventuell wäre es hilfreich...
    …die uns Regierenden nicht am Ende zu räuchern, sondern ihnen beizeiten schon Feuer unter dem A. zu machen.

    Ansonsten wie immer: großartig geschrieben und stets für ein außerordentliches Amüsement gut.

  81. Bevor Don diesen Toscana-Blog ad acta legt
    und sich bedauerlicherweise wieder weniger erfreulichen Themen zuwendet, sollten Sie sich, wenn nicht schon im Rezeptbuchfach der Küche im Inventar, folgendes Küche-Land und Leutebuch beschaffen.
    -Martina Meuth, Bern Neuner-Duttenhofer TOSKANA, Kulinarische Landschaften (Droemer) ISBN 3-426-26264-9.
    .
    Mit 160 authentischen Rezepten, zugleich ein Reise(ver)führer mit wunderschönen Fotos. Wird vermutlich nicht mehr verlegt. Vielleicht sollten Sie mal im Netz oder beim Buchhändler Ihres Vertrauens stöbern. Gleiches Format lag auch einmal für Baden und die Provence vor.

  82. "Da Mensch is a Sau" Qualtinger
    Weiteres Zitat zum Thema, aus einer Zeit, als Satire noch nicht zur Anklage fuehrte. Heute ab und zu von Rockbands verwendet.

  83. Manipulierte Redewendungen
    @Der Architekt – Den Ausdruck “Feuer unter dem Hintern machen”, hatte ich ganz vergessen. Ich mache mir gerade Gedanken darüber, ob man über jemanden sagen darf: “Die Frau hat keine Haare auf den Zähnen, sondern Stacheldraht.”

  84. Heroische Borstenviecher im luckyday Streckenschlamm
    Wie oft haben nicht schon heftig das Tempo steigernde Radfahrer vor sich hin gehechelt: »So, das fiese Schwein habe ich abgehängt ;;;;;; die Drecksäue vor mir schaff ich auch noch«

  85. "Dreht der türkische Grillmeister erst seine Kebabstange,
    dauert der Grillschmaus nicht mehr lange.“

    Da ist Ihnen wieder ein wunderbarer Text gelungen, werter Don. Splendido! Doch möchte ich Ihnen als „Fleischliebhaber“ kundtun, dass das Räuchern, auf bairisch Selchen, eine Konservierung und Aromatisierung des Fleisches darstellt und so das Produkt veredelt und schmackhafter macht.

    Unsere politischen „Eliten“ und ihre „Muttersau“ würden sich freuen, wenn man sie langsam „veredeln“ würde, aber das gibt die abgepackte, billige deutsche „Discounter Fleischqualität“ nicht her.

    Bei frühlingshaften Temperaturen hat ja bei uns die beliebteste Saison, die Grillsaison begonnen. Die ist bei deutschen und türkischen Bürgern
    das schönste Freizeitvergnügen. Im Gegensatz zu Florenz, wo die Kebabbuden an einer Hand abzuzählen sind, findet man diese bei uns flächendeckend in jeder Großstadt. Da wundert es mich jetzt nicht, dass
    ein türkischer Grillmeister in seinem „Kebabpalast“ am Bosperus gerade seinen Stangenspieß mit „Grillfleisch“ aus deutschen Landen bestückt.

    Wie ich aus unseren „Mainstreammedien“ stündlich entnehmen kann, ist an der Stange des „Erdogans-Kebabpalastes“ statt Döner-, „Böhmerkebab“ angesagt. Nun bestückt man in der Türkei den Stangenspieß mit Hammel- oder Lammfleisch, während in deutschen Kebabbuden hauptsächlich Kalb- und Rindfleisch an den Stangenspieß kommt. Der türkische „Grillmeister Erdogan“ hat sich nach dem niveaulosen „Schmähgeblöcke“ eines einfältigen, jungen deutschen „Medienhammels“, nach bairischen Gusto gedacht: „Den gescherten Hammel pack i mir zum Grillen. Seine „Lammfromme“ Hirtin frisst mir ja jetzt scho aus der Hand.“

    Werter Don, GENIESSEN Sie die schöne Zeit in der Toskana und lassen Sie sich beim Training für die L´Eroica nicht allzusehr von der Sonne „grillen“, damit Sie den nostaligischen, wunderbaren Radclassico wieder erfolgreich bestehen.

  86. So und jetzt mal zu Etwaswirklichwichtigironischem:
    Ich hoffe, dass das Demnächstigespeichenabenteuer ein bisschen weniger blutig als vormals verläuft:

    http://blogs.faz.net/stuetzen/2015/05/09/gentrifizierer-hinter-gittern-5218/#comment-110715

    Tja und zur Bewältigung der Befürchtetentrockenstellenfallen ( http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/radrennen-l-eroica-die-mutter-der-idioten-ist-immer-schwanger-13575984/34232322-13576069.html ) könnte man’s dieses Mal damit

    http://www.yourepeat.com/watch/?v=wTl8NiDBZbE&start_at=358&end_at=488

    versuchen…

  87. Ist der Trüffel auch drin?
    In Frankreich kochen sie natürlich bedeutend besser, weil Plagiate oft besser als Originale werden, trotzdem ist das sehr hübsch. Der Unterschied zwischen dem Périgord und anderen Fresstempelregionen ist aber, dass man dort die Trüffel nicht so ostentativ obendrauf packt. In Good Old Germany sehe ich das auch oft in halbguten Schuppen.
    Ich hoffe, das wird nun nicht so viel gelesen, denn die Busladung, früher mit weißhaarigen Löckchenträgerinnen, heute mit grauen Kastenfrisurinhaberinnen mit Dreiviertelhose, häufiger Grüninnen, würde in Suvereto schon stören, auch den Inhaber, wenn dann traditionell nur eine vegetarische Pasta und ein einfacher Espresso bestellt werden.
    Diese Busladungen sind ein Grund, dass ich nie ein Faible für San Gimignano entwickeln konnte. Es liefen ab Mai mehr davon herum als Am..Ei dechsen. Überhaupt war plötzlich die Alterskohorte ab 70 erst Toscana-, dann Umbrienfan. Mamma mia.
    Haben Sie schon einmal eine Gruppe Maremma-Hütehunde gesehen, die allein (ohne Schäfer) aufpassen, dass die Herde nicht von einem (noch ganzen) Wildschwein angegriffen wird?
    Aber den Trüffel schön dünn hobeln können sie schon dort. Ich frage mich, ob sie ihn immer noch mit dem (noch ganzen) Schwein suchen gehen. Tanti saluti e bella serata!

    • Ja, so ein Hütehind wollte mich letztes Jahr auch mal anfallen, weil da ein Loch im Zaun war und ich des Wegs kam.

      Probieren Sie Suvereto. Es wird Ihnen gefallen.

  88. Manipulierte Redewendungen
    Ja, man darf sagen, die hat Stacheldraht auf den Zähnen. Wobei wir früher meinten, die hat keine Haare auf den Zähnen, sondern eine ganze Perücke!
    Oder die Abkürzung RDW, steht für „rettet die Wale“ und wird von uns verwendet, wenn eine doofe Henne mit ihrer Leibesfülle
    gleich die halbe Gehsteigbreite benötigt…

  89. Don, letzte Frage noch,
    das kleine kuppelartige Gebilde mit dem Pfeffer-Schmalz-Salz(?)-Überzug, neben dem Gips-Säula, was ist das? Übrigens, in meiner Stadt wurden von gewisser Seite schon Forderungen erhoben, diese Teile aus den Schaufenstern der Metzgereien zu entfernen. Ich weiß nicht, ob die Säula wirklich démodé sind oder die Forderungen greifen. Sie werden immer seltener. Vielleicht weil die Prämien für die Glasbruchversicherungen zu steigen drohen?

  90. Braucht der Schmähkritiker jetzt ein crowdfunding für die Anwaltskosten ?
    …. sein Intrigant rückt zumindest von ihm ab.

    • Ich hab ja den Verdacht, dass der Schmähkritiker einfach ein bisschen dumm
      ist und auf einen fahrenden Zug aufsprang, nur um auf sich aufmerksam zu machen. Jetzt überall das in dieses Verhalten hinein Interpretierte zu lesen tu ich mir nicht an.
      Schade halt, dass er jetzt immer mit ein bisschen Angst auf der Welt herum laufen muss, weil was denen einfällt, denen das eben nicht gefällt, was er getan hat, trotz der immanenten Dummheit, um ihn ein bisschen „Fatwa“ spüren zu lassen, kann er sich nicht ausmalen.
      So was wünscht man keinem – auch den Blödesten nicht.

  91. Titel eingeben
    ja trüffelsuchen wäre das richtige hobby in frischer luft egal ob mit sau oder hund und wenn moschiach kommt soll ja die sau auch wieder koscher werden also gibt es bestes gselchtes

  92. Off topic
    Also Angela muss nun liefern. Andernfalls signalisiert sie ihrem Sultan, dass sie doch nicht die verlässliche Dienerin ist, als die sie sich ihm bislang darstellte.
    Steile Lernkurve bei dem Witzemacher Böhmermann: er hielt sich vom Rechtsstaat geschützt und muss nun zur Kenntnis nehmen, dass seine Regierung längst die Seiten gewechselt hat (O-Ton Merkel: „Ich stehe da ganz auf der Seite der Türkei“).
    Und Frau Merkel, zumindest ihre Berater, lernen zu verstehen, dass Frau Merkels Wunsch, nach ihrer Zeit in Deutschland ein internationales Amt zu bekleiden, nicht mehr erfüllt werden kann. Aus der liegenden Position jedenfalls wird keine Berwerbung erfolgreich sein. Und Aufstehen ist nach dieser Geschichte nicht mehr gut möglich, glaubhaft noch weniger.

    • "Ich stehe da ganz auf der Seite der Türkei"
      Vielleicht war der Witz, dass Frau Erdogan sich eine dunkelblonde
      Haremsmitbewohnerin vorstellen kann, doch nicht aus der Luft
      gegriffen.

    • Ja - und glücklicherweise waren die im Komitee so schlau,
      den in D herbei geschriebenen Nobelpreis im Herbst auch woanders hin zu vergeben und es eben bei einem Mediensommermärchen für die Frau aus der Uckermark zu belassen. Auf verschiedenen Bildern von heute sah sie gar nicht gut aus, die Grenzöffnerin.

  93. Gerüchte
    @Gast – Als RDW würde mich wohl keiner bezeichnet. Dazu bin ich zu schlank und sportlich. Dass mit den Stacheldraht, erfuhr ich indirekt. Jemand sagte zu einem Kollegen von mir unter der Annahme, dass der es mir weitererzählen würde: “Ich war es nicht, der das Gerücht verbreitet hat, dass Lisbeth keine Haare auf den Zähnen hat, sondern Stacheldraht.”

  94. Otto Meier sagt am 12. April 2016 um 12:26 Uhr
    „Was mich zu Anfang irritiert hat, war nicht der Gedanke der humanitären Hilfe, sondern die zelebrierte Willkommenskultur. Diese sich in völliger Planlosigkeit darstellende besoffene Glückseligkeit habe ich als eher rational veranlagter Mensch nicht verstanden. Die Antwort in Form eines extremistischen und menschenverachtenden Rechtsrucks allerdings auch nicht.“
    .
    Mein Aufhänger: In Ulm wurden heute IS-Unterstützer, zum X-ten Male in diesem Donau-Iller-Dreieck ausgehoben (siehe z.B. Augsburger Allgemeine). Der FAZ z.B. ist das bis jetzt keine Meldung wert. Sie schreibt allerdings einen wichtigen Artikel, der da lautet: „Welcher Milchaufschäumer ist der beste?“
    .
    Sie beklagen sich über eine unverständliche Willkommenskultur und klagen zugleich über einen „menschenverachtenden Rechtsruck“. Ich bin mir nicht sicher ob Sie damit auf die Erfolge der AfD abheben oder auf die Brandanschläge auf Flüchtlingsunterkünfte, die ich ebenso verurteile wie Sie das wahrscheinlich tun.
    .
    Aber meiner Ansicht nach sollte aus dem Rechtsruck zumindest ein Druck von rechts bestehen bleiben, der ja, inzwischen zähneknirschend zugegeben, eher bürgerlich und nicht glatzköpfig springerstiefelbewehrt daherkommt. Denn wenn in dem bisher ruhigen gutbürgerlichen Wohngebiet mit Doppelgaragen und Pool hinterm Haus und mit bisher wertsteigernder Immobilien-Perspektive ein Flüli-Heim (siehste, geht auch ohne Suffix) gebaut werden soll, da wird der/die Teddibären-Ballistiker/In aber ganz schön fix zum „rechten“ AfD-Wähler.
    .
    Was ich sagen will ist, dass Ihr „Rechtsruck“ und mein „Rechtsdruck“ zumindest so lange anhalten sollte, bis geklärt ist, dass Wirtschafts-„Flülis“ wirklich eine Rückflugkarte bekommen und zudem Kriegsflüchtlinge nach Wegfall des Fluchtgrundes und Rückkehr einer gewissen Ordnung wieder in IHR Land zurück MÜSSEN. Der ganze Hype mit dem Fachpersonal und den Ärzten ist ja inzwischen in nüchterne Bahnen gelenkt. Daher mal langsam mit der ganzen „Integration“ die dann in einem Jahr wieder Hinderungsgrund für eine Rückführung sein wird. Eine Vorgehensweise wie mit den allzu oft gefakten „Libanon-Kriegsflüchtlingen“ arabischen Ursprungs und deren Verharren hier in kriminellen Nebengesellschaften à la Bremen, Offenbach, Berlin (gestern Razzia in Berlin) sollte unserer „Führungselite“ eine Warnung sein. Wird sie aber nicht. Deshalb war m.E. „bürgerlich rechts“ noch nie so wertvoll wie heute.

    • Alle, die Rechts oder gar Rechts-extrem und dann auch noch als gewalttätig
      eingeordnet und „Deutsche“ sind, sind doch garantiert irgendwo polizeilich oder sonst noch wo gelistet und überwacht. Vielleicht gibt es solche Listen sogar über solche, die links-gewalttätig auftreten.
      Und ich glaube gar nicht, dass sich die so sehr vermehrt haben – es scheinen eher die Ängstlichen zu sein und die, die etwas klarer sehen, die politisch fast nirgends mehr eine Heimat finden und dennoch den Mut haben, ihre Befürchtungen auf die Straße zu tragen. Friedlich meist und inzwischen totgeschwiegen wie die Montagsdemonstranten gegen Stuttgart 21, die sich jede Woche wieder aufraffen um zu protestieren.

      Ganz anders hunderttausende ab September hier angekommene, vornehmlich gut vernetzte Männer, von denen weder Name noch Aufenthaltsort, Herkunft oder gar Interesse des Einwanderns bekannt sind.

      Der „Rechtsruck“ ist für mich eher medial herbei geschrieben und aufgebauscht. Das, was uns von den anderen Herren droht und bereits angetan wird, wird eher medial verschwiegen.
      In den Gazetten findet man homestorys über die, die sich einfügen konnten und wollten und eben nicht über die, die irgendwo da draußen rum mäandern und anderes als Integration im Kopf haben.

    • @ Déjà de lautre côté de lhypocrisie
      Rechts ist nicht rechtsextrem, rechts unterscheidet sich auch manchmal nicht so sehr von links, es gibt da ja auch immer eine gewisse Fluktuation, und die AfD ist zumindest grenzwertig, was die Sympathie gegenüber dem Extremismus betrifft. Für die meisten Bürger sehe ich sowieso keine Möglichkeit, diese rechts, links oder mittig zu verorten, die reagieren abhängig von der Situation.

      In meinen Augen reagiert die Mehrheit der Bürger mittlerweile eher abwartend und zunehmend ablehnend auf den Zustrom an Menschen in unser Land. Das ist grundsätzlich weder rechts noch menschenverachtend. Ob es objektive Gründe dafür gibt, wage ich immer noch zu bezweifeln. Der von mir angesprochene Rechtsruck bezieht sich denn auch eher auf den pauschalen Umgang mit den unbestrittenen Problemen, der sich bis hin zur Gewalt durch „besorgte Bürger“ steigert, menschenverachtend in der pauschalen Art und Weise und extremistisch bezüglich der Gewaltexzesse.

      Was AfD, Pegida, NPD etc. pp. betrifft, so sind dort Gemeinsamkeiten und auch Verbindungen doch nicht nur unübersehbar, sondern durch die Medien auch bereits mehrfach belegt worden. Die AfD bewegt sich zunehmend gefährlich nahe am Rande des Extremismus, so wie ich das sehe.

      Richtig ist, der Staat reagiert nur ungenügend auf die Probleme, hat die Kontrolle schon zu Anfang (Ungarn) verloren und seitdem auch noch nicht wieder zurückerlangt. Zumindest Straftäter sollten in diesem Zusammenhang umgehend ausgewiesen werden, soweit es sich nicht um Paßdelikte etc. handelt. Auch bezüglich des Migrationsgrundes sollten zumindest zeitweilig Einschränkungen vorgenommen werden, wie ich bereits schrieb.

      Richtig ist auch, auch darauf wies ich hin, daß die Integration speziell von Muslimen bereits in der Vergangenheit mehr oder weniger gescheitert ist und Probleme mehr als wahrscheinlich sind. Die Frage, ob man die Integrationsbemühungen angesichts einer in meinen Augen eigentlich selbstverständlichen Rückkehr der Kriegsflüchtlinge nach Ende des Fluchtgrundes auch gleich ganz unterlassen sollte, ist in meinen Augen zu verneinen. Angenommen der Bürgerkrieg in Syrien dauert noch Jahre an und auch der IS gibt sich nicht geschlagen, dann verlöre man nur unnötig Zeit, da dann eine Rückkehr des größten Teils der Kriegsflüchtlinge eher unwahrscheinlich ist. Integrierte Kriegsflüchtlinge zwangsweise zurückzuschicken, dürfte, rational betrachtet, unter menschlichen Gesichtspunkten kaum möglich sein. Und überhaupt, wir können mehr als eine Millionen Menschen doch nicht jahrelang irgendwie und irgendwo parken, ohne daß das zu eben jenen Problemen führt, die durch Integration doch verhindert bzw. beseitigt werden sollen und teilweise sicherlich auch verhindert werden können.

      Selbstverständlich ist da der Staat und nicht das Ehrenamt gefragt. Der Staat muß unsere Regeln des Zusammenlebens gegenüber den Flüchtlingen ohne Wenn und Aber durchsetzen. Allerdings habe auch ich da so meine Zweifel, ob das gelingt. Wenn es nicht gelingen sollte, wird das den Rechtsruck jedenfalls deutlich verstärken. Ob wir uns das wünschen sollten, wage ich zu bezweifeln. Daher ist ein anhaltender Druck auf unsere Politiker auch in meinen Augen durchaus erforderlich, ohne jedoch die zu uns gekommenen Menschen zu instrumentalisieren.

      Daß Menschen aus islamisch geprägten Staaten sich vielfach erst mit unserer doch sehr unterschiedlichen Art zu leben erst vertraut machen müssen, das kann man ihnen doch nicht vorwerfen. Aber sie sind auch nicht gezwungen, in Deutschland zu bleiben. Wenn sie das dennoch wollen, sollten sie aber auch bereit sein, die Gepflogenheiten ihres Gastlandes zu akzeptieren und zu respektieren, sich zu integrieren. Und bei der Mehrzahl der syrischen Flüchtlinge gehe ich auch von dieser Bereitschaft aus. Wir sollten das nicht zerstören, indem wir ihnen pauschal ablehnend gegenübertreten. Das aber ist die Gefahr, die in dem zunehmenden Rechtsruck der Gesellschaft, durch in meinen Augen fehlende Objektivität, zu sehen ist.

  95. Am Rande: Parlamentarische Demokratie
    Wer sich mal schnell einen Überblick verschaffen will

    http://www.bundestag.de/bundestag/plenum/abstimmung/grafik/

    oder, bis 2013, graphisch etwas übersichtlicher

    http://linksfraktion.de/namentliche-abstimmungen/?s=1#anker

    dem könnte etwas Grundsätzliches auffallen.

  96. Gewalt an Tieren selber ausüben
    „Facebook-Chef Zuckerberg: „Ich esse nur selbstgetötete Tiere“, SPON, 27.5.11
    Es ist ursprünglich ein esoterischer Ansatz: Man sollte nur die Tiere essen, von denen man glaubt, dass man sie selbst töten könnte. Betonung auf „glauben“, also sich das vorstellen zu können, nicht tun müssen. Klar, dass der junge dynamische self-made Milliardär Zuckerberg noch einen Schritt weiter geht und zur Tat schreiten wollte. In seinem App iGrill konnten seine Followers auf seinem Facebook den Plan verfolgen. Er kündigte an, ein Schwein und ein Schaf zu töten. Ob er das tat, ist nicht bekannt, jedenfalls mir nicht. Aber die weltweite Aufmerksamkeit war ihm sicher.

    Habe schon mal vor vielen versucht, den Ansatz vorzustellen. Fisch und andere Meerestiere könnte ich wohl töten. Ich bin an einem finnischen See aufgewachsen, das ist dort normal. (Freilich haben die finnischen Fische nicht so dramatisch um ihr Leben gekämpft wie ein Karpfen. Damit hätte ich Probleme.)
    In Asien, wo man auf frische Lebensmittel großen Wert legt, habe ich wiederholt miterlebt, wie Hühnern am Markt und sogar in der Frischeabteilung von manchen Supermärkten blitzschnell die Kehle durchgeschnitten wird. An dem Anblick gewöhnt man sich im Laufe der Jahre. Selbst möchte ich das nicht machen, obwohl ich Geflügel öfters esse als rotes Fleisch.
    Beim Lämmchen möchte ich die Tötung mir noch nicht einmal vorstellen, auch bei Kälbern und Rindern nicht, so groß ist mein Mitgefühl, aber doch nicht groß genug, um auf jeden Verzehr gänzlich zu verzichten. Lamm esse ich z.B. etwa einmal im Jahr…

    Um meinen Post zu komplettieren, möchte ich eigentlich noch einen analogen Schlenker auf die Politiker machen, aber das ist mir zu brutal.

  97. Wohlmeinender Egoismus
    @Déjà de lautre côté de lhypocrisie – Man kann diese Gedanken auch noch weiter spinnen. Steht hinter http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/fluechtlingskrise-gefluechtete-syrische-aerzte-in-deutschland-14173049.html
    nicht ein gewaltiger Egoismus? Werden diese Ärzte nicht in Syrien oder Flüchtlingslagern vollgestopft mit Syrier viel mehr gebraucht als in Deutschland?

    • Ohje, Madame Lisbeth
      ich kann es kaum noch hören. Unser Landfunksender SWR nudelt die Facharbeiter-Vorausbildung im Vogelhäuschen-Bau zu (btw, auch Staufer-Stadt, sehenswert) Schwäbisch-Gmünd, die Aufnahme von drei (natürlich exquisit ausgesuchten Schutzsuchenden) beim Schultheis einschließlich großmütterlicher Betreuung und gemeinsamen Essen mit schwäbischer Sprachbegleitung (Hanoi, en denne Mauldasche isch koi Sauflaisch drenne) auf und ab. Alleine, der öffentlich-rechtlich verbreitete Hinweis darauf, dass die bürgermeisterliche Omma nicht zufrieden ist mit dem Ordnungszustand der Gästezimmer lässt tiefe Einblicke in die kritisch-pietistisch schwäbische Seele zu. Kommt es im Lande der imperativen Kehrwoche zu derartigen Äußerungen, so steht es bereits Spitz auf Knopf. Na, man wird sehen wie es weitergeht, bei einem derart redseligen Rundfunk mit sonntagsmorgendlicher Politerziehung auf klerikaler Schiene per Radiowelle.
      .
      Und natürlich wurde auch die hübsche blonde Stuttgarterin (in Begleitung von zwei ebenso hübschen SchwäbInnen) mit ihrem ohrberingten Vorzeige-Loverboy von der Cote d´Ivoir auf der Königsstraße ins rechte SWR-Licht gerückt. Wenn ich mir aber so die Lokalpresse in B.-W. anschaue (z.B. kürzlich Vergewaltigungsversuch einer 55-jährigen in HN durch einen derzeit Schutzsuchenden; die Fälle können nahtlos fortgeführt werden) so wirken Baden-Baden, Stuttgart und Mainz ausgesprochen zurückhaltend.

  98. OT
    Die Banalität der Gewalt.
    SPON zur Lage im Flüchtlingscamp Idomeni.

    Nur Romantiker erkennen in dem Bericht nicht, was es dort
    zu sehen gibt : Outlaws, die ein Grenzzaun von ihrer Beute –
    der Eierlegendenwollmilchsau Deutschland- trennt.

    • Romantiker und Outlaws?
      Ich möchte Sie mal erleben, wenn Sie unter solchen Umständen wochenlang leben müssen.

      Die Outlaws, die finden Sie an anderer Stelle, dort, wo Sie auch die Romantiker finden – deckungsgleich.

    • was soll das?
      Werter Herr Otto Meier,

      Ich möchte Sie mal erleben wenn, …….
      Sie alt, dick,häßlich, dumm, etc.pp wären.

      Wem hilft das weiter?

    • Ja was soll das denn, E.R.Binvonhier?
      Diese Menschen als Outlaws zu bezeichnen und ihnen zu unterstellen, sich Deutschland zur Beute machen zu wollen, das sprengt wirklich jeden Rahmen. Aber das paßt zu Tränengas und Gummigeschossen. Kritik daran als Romantik zu bezeichnen, läßt eine Einstellung erkennen, die ich nicht weiter kommentieren möchte, in Ihrem Interesse.

  99. Da brat mir einer einen Storch
    Am Wochenende las ich in der altmodischen Papier-FAS,
    eine interessante Geschichte zu Wolfgang Herrndorf und
    seinem Tod und erfuhr dass im
    Deutschen Literaturarchiv in Marbach
    Herrndorfs Waffe und u.a. ein „Radfahrerrevolver“ liegt ……
    Holla! Wer erschießt da wen oder was?
    Gesucht/gefunden:
    http://www.sondengaenger.eu/funde/katalog/historischeschusswaffen.html
    > Bis in die 1920er Jahre brauchte man für den Schusswaffen-
    besitz in Deutschland keine Erlaubnis. Die sogenannten
    Radfahrerrevolver wurden für die Selbstverteidigung
    gegen Hunde und finstere Gestalten verkauft: Nämlich
    wenn die Stadtleute am Wochenende mit dem Fahrrad
    aufs Land fuhren. Diese billigen, oft in Belgien
    hergestellten Waffen wurden auch per Katalog verkauft.
    Schön, dass der Herrndorf-Artikel nun auch online zu lesen ist:
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/wolfgang-herrndorf-kathrin-passig-literaturarchiv-marbach-14169286.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

  100. Liabs Ottole et aliud: Lest doch einfach mal die "harschen Worte" von Roman Herzog,...
    …Erwin Teufel, Renate Schmidt et aliud aus der gestrigen FAZ (Titel ungefähr: „Die Demokratie braucht vitale Parteien“.
    Und hört mit dieser geistigen Blockmentalität auf. Dieses Land wird vor die Hunde gehen, wenn nicht bald eine echte demokratische Streitkultur entsteht, die jenseits spektrumsspezifischer Sprachregelungen argumentiert, Himmisakrament!

    • Der Konvent für Deutschland, Fräulein G´wandl, dürfte gern selbst etwas vitaler sein.
      Es ist ja nicht gänzlich falsch, was dort unter „Demokratie braucht vitale Parteien“ postuliert wird, aber wirklich verändern möchten die Damen und Herren auch nichts. Direkte Demokratie wird abgelehnt, nicht oder kaum vorhandene Kompetenz gefordert. Nur, wo soll die bei solchen Karrieren – Kreißsaal, Hörsaal, Plenarsaal – denn herkommen? Auch kein einziges Wort zur demokratischen Verfaßtheit der Parteien, Stichwort Listen. Und dann schrammt man auch noch ganz knapp am Pak und Pöbel vorbei, indem man genau das macht, was man den Parteien vorwirft, nämlich unliebsame Meinungen als „demokratiefreie Zone“ zu brandmarken, diese ausgrenzt.

      Sorry, oberflächlich betrachtet könnte man durchaus und überwiegend zustimmen, aber aus der Nähe betrachtet nehmen die Damen und Herren ihre Kritik doch selbst nicht ernst.

      Zur „echten demokratischen Streitkultur abseits geistiger Blockmentalität“ nur soviel: Nichts lieber als das. Allerdings nehme ich das für mich auch in Anspruch. Dabei räume ich allerdings ein, aus Gründen der Schreibfaulheit auch gerne auf Stereotypen zurückzugreifen. Es muß ja nun wirklich nicht jedesmal wieder bei Adam und Eva begonnen werden, oder? Dadurch unvermeidbare Mißverständnisse ausräumen zu müssen, so what. Was mich wirklich immer ärgert, ist, wenn hitzige Diskussionen persönlich werden. Dann ist ein Punkt erreicht, an dem ich mich langsam aber sicher verabschiede. Ansonsten gilt: Viel Feind, viel Ehr.

  101. Grandios — schon wieder, Don!
    Ich mag hier keine Romane absondern und beschränke mich auf ein wesentliches Element: dass Sie Geschichte, Kuiltur, Religion und Sitten stets im Kontext der einschlägigen Epochen betrachten.
    Alles andere schlägt fehl — ein Irrtum, dem auch heutige Historiker und Soziologen (aber die sind eh redundant und überflüssig, Orchideen-Wässerer halt) unterliegen.
    Die moralinsaure und politisch entrüstete Sicht aus heutigen weichen Gedanken, Kontaktlinsen und Gleitsichtbrillen auf historische Zeiten wird letztere nie verstehen, sondert aber gefällige Weisheiten dazu ab.
    Was Sie nicht tun, mutig wie immer; was Sie schreiben, hat Fundamente des Wissens, nicht aber die heutzutag‘ übliche Anmaßung schwurbelnder Großmäuler, die Geschichte für ein bewegliches Fest halten.
    Herzliche Grüße!

    • Danke, aber ich bin vielleicht gar nicht so mutig, ich habe nur gelernt, dass man auch mit einem eher fragwürdigen Charakter gute Antworten bekommt.

  102. Blasphemie
    Sehr geehrter, unübertroffen lästernder Wortakrobat, mir meines Frevels bewusst, erlaube ich mir den Hinweis, dass die zu Papier gebrachte Aufstellung der angebotenen kulinarischen Genüsse, nicht zu diesen gezählt wird, daher nennt man sie nicht Speise- sondern Speisenkarte.
    In der Hoffnung, Ihrerseits von einem diesbezüglichen Ersuchen an Frau Mürkül, mich zu strafen, verschont zu bleiben, harre ich in tiefer Demut, der Dinge, die ich herausbeschworen habe.

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