Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die Dämonen am Tor von Monteriggioni

| 163 Lesermeinungen

TNT Hey Hey Hey

Ich habe ein Rennrad gekauft.

Manche Stammleser werden jetzt grinsen, weil sie wissen, dass ich schon mehr als ein Rad habe. Die genaue Zahl kenne ich nicht, aber an einem Ort ist ein Speicher voll und an einem anderen ein Keller. Ich habe wirklich viele Rennräder, die meisten sind eher älter – man könnte sie als Erfüllung von Jugendträumen bezeichnen. Gerade eben habe ich eines verschenkt. Das ist der Beweis, dass ich nicht habgierig bin, ich schraube nur gern und fahre auch gern. So, wie manche gern zur Beruhigung in den Biergarten radeln und Bier trinken.

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Das ist es: Ein 1974er Capelli, und es ist ganz oben oberhalb meines Wohnortes, auf dem Berg von Lecchi über Staggia Senese. Es gehörte früher einem passionierten Rennfahrer, und er hat es verkauft, weil er zu alt dafür wurde. Aber immerhin, von 1974 bis 2016 hat er sich damit, so weit es ging, bewegt. Es ist ein phantastisches Rad dieser Epoche, alle Komponenten sind hochwertig, das Aluminium funkelt noch, der Lack schimmert und die berüchtigten Galli Super Criterium Bremsen mit ihren teuren Titanachsen sind bergab lebensgefährlich weich. Speziell hier, wo es steil bergab geht. Von einer scharfen Rechtskurve auf eine enge Brücke, auf der kein Rennradler mit einem Auto zusammen Platz hat. Diese Kombination aus miserabler Bremse, altem Gummi, schlechter Strasse und wenig Platz kann natürlich auch schon mal die Lebenserwartung drastisch senken, aber den Beitrag schreibe ich unten in Staggia, und ich habe überlebt. Das ist schon einiges.

daemb

Denn langsam komme ich in das Alter, in dem die statistische Unwägbarkeit meine Anwesenheit auf Leichenfeierlichkeiten von Menschen erfordert, über die man nicht mehr sagt “er hat noch gelebt?“, sondern “er war doch noch gar nicht so alt“. Hier in Italien kleben noch immer die grossen, öffentlichen Todesanzeigen an den Wänden, zwei etwa an der Pizzeria, wo mein Weg vor Castellina in Chianti abzweigt und nach einem 14%er bergab wieder einen 14%er hoch nach Lecchi führt. Da entwickelt man einen Sinn dafür, wie schnell es gehen kann. Und wie langsam, wenn der Berg sich auftürmt. Und wie man körperlich so drauf ist, in der, geben wir es zu, Ouvertüre zur zweiten und vermutlich auch letzten Lebenshälfte. Ein älterer Herr würgt, keucht und jammert sich den Berg zur Pizzeria hoch, und deutsche Touristen meines Alters denken sich in der Pizzeria, dass diese Italiener einen an der Klatsche haben, sich bei diesen Temperaturen so zu schinden. Da bin ich also mitten im Leben vom Tod umfangen. Und nur wenn ich mich im Gegenlicht vor der Toskana so sehe, könnte ich auch noch deutlich jünger sein. Allein, dem ist nicht so.

daemc

Mit 30 ist man auf dem Gipfel seiner Kräfte, mit 80 – oder bei mir, weil ich vermögend bin, auch erheblich später – liegt man stocksteif bereit für den Leichenwurm. Macht also 50 Jahre, statistisch verliert man pro Jahr 2% Leistungsvermögen, Geschmeidigkeit, Reaktionsschnelligkeit und Beweglichkeit. Das geht ganz langsam, weshalb auch immer noch ein hippes Craft Beer oder ein Wodka hinter die zum T-Shirt-Kragen mutierte Binde passt, ohne dass man wie ein Suchtl wirken würde. Tourenradeln im Alter geniessen die meisten nun mal auf einer Terrasse sitzend mit Blick auf Geschundene, und die Veränderungen sind auch nur ganz langsam. Man merkt das vielleicht im Abstand von 4, 5 Jahren, wenn man sich erinnert, was früher mühelos ging und 1000 Craftbeere a 5 Euro die Flasche später nicht mehr geht. Fünf Jahre sind in unserem Alter schon 10% Restlebenslaufzeit, da gehört der Verschleiss dazu, sagen manche und nehmen noch einen Schluck.

daemd

Es ist eine ganz leichte abschüssige Gerade, die zur Leichenstarre führt, und es ist wirklich erstaunlich, was so ein Körper manchmal alles wegsteckt. Der eine wird vom Teer zusammen gehalten und steinalt wie Helmut Schmidt, und der andere verstirbt früh auf dem Jägersitz, ohne den Sturz des Kommunismus erleben zu können, wie Franz-Josef selig. Das ist Statistik. Der Rest ist geschicktes Marketing. Etwa, dass Craft Beer irgendwie natürlicher sein soll, oder light Zigaretten wirklich light, oder das Schmerzmittel Cannabis nur selten blöd macht und nicht zu Crystal Meth in Berlin führt. Und Fahräder?

daeme

Das hier ist Monteriggioni. Monteriggioni ist die Grenzfestung von Siena gegenüber der Florentiner Festung von Staggia Senese. Staggia ist durch einen Fluss geschützt, Monteriggioni durch einen steilen Berg. Und immer, wenn ich zur l’Eroica fahre, führt hierher meine erste Testrunde. Staggia → Monetiggioni → Abbadia Isola → ein Schotterstück Via Francigena → Val di Elsa → über den Höhenzug zwischen Val di Elsa und Staggia zurück. Ein kleiner Vorgeschmack auf die Grausamkeiten, die da kommen werden. Monteriggioni jedenfalls hat einen enorm knackigen Anstieg, den niemand auf dem Rad fährt und einen weniger knackigen Anstieg, der fahrbar ist und um so steiler wird, je höher man zum Gipfel kommt. Man hat das Schlimmste, wie auf vielen Hügeln der Toskana, immer noch vor sich, man gewöhnt sich nie an die Grausamkeiten, die da kommen. Es fahren, wie gesagt, nur wenige Menschen mit dem Rad hier hoch, und am Übelsten ist es direkt am Tor,. 2010 bin ich mit einer Übersetzung von 39 vorn 26 hinten irgendwann abgestiegen. 2014 hatte ich ein Rad mit Untersetzung dabei, damals ging das einfach – und kaufte danach ein De Rosa mit 39/26. Und schaffte es hoch, mit brennender Lunge. Das Capelli nun hat, anderthalb Jahre Schinderei weiter, 41 vorn und 23 hinten. Und ich komme hoch. Und niemand schaut mich, wie früher, entsetzt oder mitleidig an. Ich gehe aus dem 42 Jahre alten Sattel, presse alle Kraft in Lenker und Pedale, und sage T-N-T Hey Hey und explodiere, so empfinde ich das wenigstens, wie eine Feuerfettwalze da hinauf. Direkt auf die Dämonen meiner Schwäche am Tor zu, die mich früher ausgelacht haben.

daemf

Die Leute schauen wirklich anders, wenn da einer nicht mehr absteigt, sondern über die ganze Toresbreite hin und her fliegt und aussieht, als würde er mit gefletschten Zähnen die Haxen abnagen. Auch Ältere in meinem Weg werden plötzlich behende, wenn ich zum Sturm ansetze. Ich habe es selbst probiert und 400 Euro für ein eigentlich vollkommen sinnloses Rennrad ausgegeben, und niemand kann das verstehen. 39/26, 41/23, das sagt den meisten Menschen überhaupt nichts, so wie sie sich die 2% Verlust jedes Jahr nicht vor Augen halten. Und es bedeutet auch nichts, wenn man jung ist, und der Körper schnell wieder schlank und geschmeidig und aufnahmebereit für das nächste Bier wird. Aber ich bin seit dem Herbst 2010 über fünf Jahre älter geworden und habe gute Menschen sterben sehen. Ich fahre mit anderen, die in meinem Alter erheblich stärker und schneller sind. Ich werde nie zur Spitzenliga gehören, aber dennoch war Monteriggioni vor 6 Jahren ein Dämon, der mich bremste. Jetzt brenne ich darüber hinweg, obwohl ich 20% mehr Kraft aufbringen muss.

daemg

Das wurde mir wahrlich nicht in die Wiege gelegt: Ich war gut begründet unter Franz Josef Strauss für den Barras untauglich, und wenn ich das dort hoch schaffe, schafft das eigentlich jeder. Trotzdem stehen da oben E-Bikes und Amerikaner keuchen sich hoch, Japaner schützen sich vor der Sonne und Deutsche stopfen etwas in sich hinein. Hier sind hunderte. Einer ist mit dem Radl da, und mit schweissverklebten Augen und wie Pech stinkend sehe ich Tote, viele Tote. Mit Puls 180 kommen die Visionen der Pilger, auf deren Spuren ich wandle, ganz von allein. Manche, die sich damit auskennen und ihre Dämonen mit Gift betäuben, sagen mir, was ich erzähle, klänge ein enig wie im Drogenrausch. Wenn es so ist, dann sollten diese Leute statt Alkohol, Zigaretten, Street Food und Crystal Meth mal einen hohen Alpenpass probieren. Das ist Höllenfahrt und Auferstehung in Einem.

daemh

Mitten im Leben sind wir alle vom Tod umfangen, niemand kennt Ort noch Stunde, aber ich kenne jetzt die Übersetzung, mit der ich hoch nach Monteriggioni komme. Dafür musste ich ein Rad erwerben, und keiner der Jungen ohne Gebrechen kann es verstehen. Sie wissen noch nicht, wie es sein wird, wenn die Dämonen sie als leichtes Opfer gejagt haben, an jeder Steigung, an jedem Berg. Niemand ausser mir kann sie in Monteriggioni erkennen, niemand kann es nachempfinden, wie es ist, wenn man die Dämonen dann endlich vor sich hat und wie Gottes strafendes Schwert über sie kommt. Ich peitsche nicht mein Rad durch das Tor, sondern meine Dämonen. Dafür habe ich die funkelnde Geissel aus Stahl und Leichtmetall bezahlt. Dafür bin ich wieder hier.

daemi

Natürlich kann man sich mit den Dämonen gut stellen, und sie auch wohldosiert aus der Flasche nehmen, in Venen spritzen oder rauchen. Man kann von den anderen Fat Acceptance verlangen und behaupten, Fett sei politisch und eine Normschönheit Unterdrückung. Jede angefressene, angesoffene Zelle sei wertvoll, Recht auf Rausch und bitte keine Regeln für Drogen. Dann kommen die Dämonen aber irgendwann wieder, stärker als je zuvor, beim Absturz, beim Schuheanziehen, bei der ersten Treppe, in der Bandscheibe, und die Gesichter werden fahl und grau, als wären es Mitglieder der Bundesregierung. Man entkommt den Dämonen nicht. Die Pilger, die auf dieser Strasse nach Erlösung und Vergebung suchten, wussten das noch. Man muss sich den Dämonen irgendwann stellen, oder sie reissen einen zur Hölle hinab. Wir aufgeklärten Atheisten und Ungläubige haben keine Hoffnung auf eine Ewigkeit, die uns danach noch bliebe. Das ist der Preis, den wir für diese Epoche bezahlen: Es gibt in dieser unserer absurd reichen Welt keine Erlösung als Gratisbeigabe. Aber die Dämonen sind in allen Ritzen und Ecken des Daseins geblieben, und warten auf die Schwäche.

Es gibt nur das, was uns die Dämonen antun.

Oder wir den Dämonen.

 

Sie sollten ein wenig mehr für ihre Gesundheit tun, liebe Leser.

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163 Lesermeinungen

  1. Sport ist Mord und Massensport ist Massenmord, den Spruch erlaubt man sich
    gerne. Mit 20, unsportlich, faul und Bücherwurm. Wegen Untergewicht – 63 kg bei 1,93 Grösse – trotzdem schneller rennend und schwimmend als andere.

    Mit Mitte 50, mittlerweile 10 kg Übergewicht und immer noch unsportlich sieht das schon ganz anders aus. Ich merke, dass ich nicht einmal mehr 40 bin, spüre jedes Kilo und frühere Selbstverständlichkeiten werden anstrengend. Und ich weiss, dass ich das durchaus ändern kann und müsste.

    Danke für die freundliche Erinnerung. Und zum Teufel mit den aktiven Krankheitsförderern der „Fat Acceptance“ Bewegung.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  2. Tradition
    Verehrter Don, also mit den 2% p.a. fallen auch die Maximalparameter: dass sie noch 180 erreichen, halte ich für unwahrscheinlich – aber das Gefühl zählt da! T5 bekommt eine ganz andere Bedeutung, als ebensolcher hier früher auch auf 39-21 hochgesprungen, heute aber besser beim Weissbier Kraft tankend.

    Obacht bei den Gallis, diese Mischungen aus Alu, Titan und Stahl waren m.E. die ersten Spielereien, früher war reiner Stahl auch gut, heute ist alles aus Karbon-Titan-Kevlar. Je traditioneller, desto besser.

  3. gar nicht "dumm"
    Lese es auch nicht als Gesundheitsprogramm sondern als Ihre Erzählung wie ein sehr freies Leben Struktur benötigt. Für Sie als Autor sicher noch viel wichtiger als für Normalangestellte. Selbst die wüstesten legendenumflorten Genies arbeiteten erstaunlich planmäßig.

    Aber sind Sie nicht gar zu streng mit sich, die fiebrige Erkältung ist nach so einer Mörderanstrengung kein Spaß. Gute Besserung!


  4. Ach je, Gesundheit.
    Ein Nachbar, Mitte 50, er sah stets aus wie das blühende Leben und fuhr viel Fahrrad, hat einen Schlaganfall erlitten. Angeblich auf einem hohen Berg, radfahrenderweise, wie die Nachbarschaft munkelt.
    Insofern würde ich eher sagen, genießen Sie das Dämonenjagen, so lange es eben geht.

    • Ach je, Gesundheit
      Ich beneide Ihren Nachbarn. Ja, wirklich.

      Das Gegenteil von „plötzlich und unerwartet“ in der Zeitungsanzeige ist „nach langer, schwerer Krankheit“. Und wenn ich die Wahl hätte, dann wählte ich eher den Schlaganfall, bevorzugt bei der Abfahrt, als das jahrelange Keuchen bei jeder Treppenstufe.
      YMMV

    • Titel eingeben
      Sie scheinen etwas falsche Vorstellungen von Schlaganfall zu haben. Das ist nicht tödlich, das macht nur siech für die nächsten Lebensjahrzehnte.

  5. Dämonen sind vielfältiger Natur
    und warten nicht erst in höherem Alter.

    So kenne ich einige mit nicht grad förderlichem Bildungshintergrund und Elternhaus, die in jungen Jahren mehr oder weniger auf sich allein gestellt, die Dämonen des sozialen Scheiterns zu vertreiben wußten.

    Vielleicht sind solche hämischen Dämonen gegenüber gewappneter als andere.

    Es sind halt häufig, aber beileibe nicht nur die körperlich fordernden Dämonen, die uns hämisch auslachen wollen.

    Und so scheint mir auch, dass Ihr Satz nicht ganz passt, dass die Jungen ohne Gebrechen nicht wüssten, welche Dämonen denn am Berg vor ihnen warten könnten.

    Mich hat enorm gefreut, dass Sie das Mitreißende solcher Mühen und Erfolge erwähnen. Denn das Beispiel kann andere fein dazu bringen, ihren Weg zum Anlachen, nicht Auslachen, der Dämonen zu führen.

    Die größten mir begegnenden Dämonen in einer Zeit existentieller Vernichtung habe ich übrigens dadurch zum Schweigen gebracht, dass ich mich über eben jene Wege kundig gemacht habe, die unter verschiedenen Umständen zu den letzten 2 qm führen würden.

    Also, verachten Sie bitte nicht die Tourenradler, diese könnten auf den Geschmack kommen, ihren Montereggioni anzugehen.

  6. Werter Don, Sie haben so recht statt ...
    … statt Crystal Meth mal einen hohen Alpenpass probieren. Das ist Höllenfahrt und Auferstehung in Einem.
    .
    Besonders bei unerwartetem Regen, da mag es auch vorher noch so schön warm gewesen sein, das Wasser ändert alles. Selbst die lang ersehnte Abfahrt wird plötzlich zur ewigen Qual.
    .
    Wäre ich nicht auch Atheist … ich fühlte mich wohl immer wie frisch getauft.

  7. Titel eingeben
    Den inneren Schweinehund meinen Sie nicht mit Daemon? Als er Sie absteigen hieß, war es richtig.

    OT Danke für den Link zu Sascha Pallenberg. Der zerlegt marthadear und lasersushi fast so schön wie Sie es tun – wenn auch ohne Um!aute.

  8. Spaghetti alla puttanesca
    Lieber Don Alphonso,

    ich bin gerade zurückgekommen von meinem kleinen Ausflug nach Venezien und habe noch einmal in Ihren Blog geschaut. Gute Güte…
    Bei Ihren Gedanken habe ich mir schnell einen Kaffee selber machen müssen; meine kleine soubrette schläft ja schon.

    Dämonen?
    Sollten wir annehmen die Kanzlerin hätte doch Recht als sie sagte: „Wenn das Christentum in Deutschland schwindet, dann nicht, weil es vom Islam abgeschafft wird, sondern weil es sich selbst abschafft.“?
    und weiter
    „Wenn Sie mal Aufsätze in Deutschland schreiben lassen, was Pfingsten bedeutet, da würde ich mal sagen, es ist mit der Kenntnis über das christliche Abendland nicht weit her. Und sich dann anschließend zu beklagen, dass sich Muslime im Koran besser auskennen, das finde ich irgendwie komisch.“

    Ja, komisch klingt es schon ein wenig, wenn Sie nun von Dämonen sprechen.

    Es sind nur noch wenige Tage bis Pfingsten und was Sie wohl als Dämonen empfinden, kann ein gestandener Bayer außerhalb einer augenblicklichen Schwäche nur als den Heiligen Geist erfahren.

    Vermutlich, darf ich annehmen, hatten Sie sich kurzfristig übernommen als Sie diesen Text noch außer Atem schrieben und ich würde Ihnen weiter unterstellen, daß Sie unmittelbar nachdem er veröffentlicht wurde, ebenso wie ich, als ich, wenn auch müde von meiner kleinen Reise, über Ihren Text nachdachte, auch an Meister Eckhart dachten, als dieser sagte:

    „Fragt man mich, ich sollte erschöpfend Auskunft darüber geben, worauf der Schöpfer abgezielt habe damit, daß er alle Kreatur erschuf, so würde ich sagen: Ruhe. Fragte man mich zum zweiten, was die Heilige Dreifaltigkeit in allen ihren Werken insgesamt suche, ich würde antworten: >RuheRuheRuhe<."

    Der hat schon was, der Heilige Geist. Und in der Ruhe an den Tod zu denken, na ja, in Ihrer jugendlichen Erscheinung kann man ja schon ein paar nette Worte darüber verlieren. Das kommt schon gut an.

    Ich hatte ja gerade in der Villa Foscari ein nettes Date mit einem signore, der schon über 95 Lebensjahre sein eigen nennt, aber mit Esprit und unerschütterlichen Qualitäten, und er meinte, als er am Ende des Tages glücklich und erschöpft war, zu mir gewandt: Das Alter sei das Schrecklichste, was einem widerfahren könne und erinnerte, als wir danach in seiner Bibliothek saßen, an den ägyptischen Philosophen Ptahhotep, der gesagt haben soll – Das Alter , gepflastert von Verlust, dem Nachlassen von allem: Ausdauer, Muskelkraft, Augenlicht, Hörvermögen, Gehirnleistung, Schlafqualität, Schönheit, Freundeskreis, eine Last.

    Ich kann da ja noch nicht so mitreden, doch es macht ein wenig traurig.

    Wenn Sie mir die persönliche Bemerkung gestatten, mir haben ja an diesem Wochenende die Gedanken von Herrn Gumbrecht in der FAZ sehr gefallen. Besonders sein Satz:
    "Eine Chance auf Erfüllung hat der Wunsch des Alters nach Nähe jedenfalls nicht mehr, nur die vage Möglichkeit, für die es keine Regeln gibt, von Fall zu Fall und Tag für Tag den richtigen Takt zu finden, so dass aus dem Rest des Begehrens Momente der Eleganz werden können, wie ein freundlicher Abschied vom Feuer der Erotik, ein Abschied, der seine eigene Temperatur kennt."

    Das hat er wirklich sehr schön geschrieben. Man sollte das mal in Zusammenhang mit Wielands Gedanken zur "Schönen Seele" sehen.

    Sie haben ja auch so eine schöne Seele.

    Und, wenn es mal wirklich soweit ist mit dem Alter und dem Tod, so können wir uns ja an die Bach Kantate erinnern, die den finalen Titel trägt: "Ich habe genug (BWV 82)"

    Doch genug der Düsternis und Ihren Dämonenerscheinungen.

    Pfingsten steht vor der Türe und wir sollten uns der Gaben des Heiligen Geistes in Erinnerung rufen.

    Zum Abschluß noch ein persönlicher Tipp für Ihren nächsten Besuch in einem Restaurant. Falls Ihnen noch nicht bekannt, bestellen Sie zur Stärkung doch einfach einmal – Spaghetti alla puttanesca (ja, gibt es wirklich) – da denken Sie wirklich nicht mehr an Dämonen….. oder an ganz andere.

    Bleiben Sie gesund.

    ObjectBe ( objectbe.blogspot.com)

    PS:
    Doch wie Horaz in seinen «Satiren» schrieb: "Est modus in rebus, sunt certi denique fines" was uns sagen will: "Es liegt ein Mass in den Dingen, es gibt gewisse Grenzen."

    • Es ist eigentlich ganz einfach: Die Erlösung sett eine Verdammnis zwingend vorraus. die Verdammnis kommt prima ohne Erlösung klar.

      Das macht man sich als Atheist eben bewusst und lebt mit den Folgen. Oder man verschliesst einfach die Augen. Luxus und Überfluss ist längst eine ersatzreligion, und natürlich ist das alles unendlich weit weg.

    • das
      hat sich jetzt sehr schön gelesen, liebe Be

    • Wirkt die ...
      … Verdammnis nicht erst dann so richtig, wenn es eine Erlösung gäbe?

  9. Titel eingeben
    Bravo, Don Alphonso!

  10. Attack without mercy, keep your head down and don't look back.
    Kein Dämon der Welt oder der Unter-, Neben- oder/und Überwelt wird mich dazu bringen, meinen Körper auf einen Stahlrahmen zu biegen, meine Beine zu zwei unförmigen Kurbelwellen zu degenerieren, incl. zusätzlichen Tank in Form von FettBauch und aerodynamischen Krummrücken, nur um dann stundenlang meine Männlichkeit auf einen kurzen Stück Leder zu malträtieren.
    Nope, Fahrradfahren macht einen nicht schöner und nicht männlicher, das antrainierte Ochsenherz sieht man nicht, und was bringt es, außer weitere Berge hochzufahren.
    Laufen, Boxing Bob und Burpees, und schwups ist man fit in wenig Zeit und ohne Schmerzen. Und erspart sich die Toskana.

  11. Ach lieber Don,
    erst neulich unterhielt ich mich mit Freunden über dieses Thema. Die Einschläge kommen immer näher, die kleineren Gebrechen lassen sich gerade noch an einer Hand abzählen. Man weiß genau, man ist jetzt in der zweiten Lebenshälfte, und zwar schon mittendrin.
    Die Kunst besteht darin, nicht morbide zu werden. Ziele sollte man sich suchen, Aufgaben stellen. Ihre Dämonen sind gut gewählt, und geben noch dazu eine hervorragende Metapher ab.

    Noch einmal stürmt, noch einmal, Freunde!

    Wie immer war die Lektüre ein Genuß. Tante grazie.

  12. Schönes Rad ...
    Im Keller steht mein Bianchi Rekord 845, vor exakt 30 Jahren erworben. Und nun, beim Flottmachen für’s Frühjahr bemerkt, daß der wunderschöne 3ttt-Alu-Vorbau quer über die Manschette eine veritablen Riß hat – was dem zukünftigen Einsatz angesichts der trüben Ersatzteillage wohl ein Ende bereitet – sehr schade …

  13. So schön, wie die Toskana ist, ...
    …, dann doch lieber im Münsterland mit dem Hollandrad zum Spargelbauer, um dort Erdbeeren und Spargel zu kaufen. Da hält dann auch die Liebste mit und man(n) bewegt sich trotzdem.

    Aber es stimmt schon: Bewegung tut gut und manchmal muss man auch eine Schippe drauf legen. Davon kann man in Berlin sicherlich ein Liedchen singen, wo man dort doch so schön joggen und Rad fahren kann ;-) Vielleicht hält dort aber auch der politische Aktionismus jung und schlank und eben ab und zu ein Craft Beer, eine Tüte und die schönen Kristalle aus Osteuropa.

    • Erdbeeren- und Spargel-Runden
      auf dem Omafiets in allen Ehren (gerade auch hier am Niederrhein, wo man schön rollen kann) – aber manchmal braucht es eben Abwechslung und neue Herausforderungen im Leben. Von dem Glück, eine Eroica in der Toskana mitgefahren zu sein, kann man im Alltag noch eine ganze Weile zehren, selbst wenn es diesmal nur für eine der kleineren Runden reichte.

  14. Dämonen anderer Art
    Es gibt da noch ganz andere Dämonen. Gestern bin ich 85km geradelt, das Wetter war schön, mit kurzen Hosen und Hemd. Neulich traf ich ein paar Moslemfrauen, die mich bewundert anschauten. Welche Dämonen verbieten Moslemfrauen kurze Hosen anzuziehen und mit Fahrradhelm statt Kopftuch über die Pässe oder niederländischen Deiche zu rasen?

    • Titel eingeben
      Ich vermute, wenn die dies tun, würden sie von Ihnen nicht als Moslemfrauen erkannt werden. Also werden Sie sie nie bewußt sehen.

  15. Leidenschaft und Grenzen
    Ich kann zwar nicht mit ihrem Fahrradkeller (Scheune) mithalten, kann ihre Leidenschaft aber gut verstehen. Diese Dämonen die sie beschreiben gibt es in vielfältiger Form, ein Grundübel ist die Untätigkeit, vielleicht sogar Unmündigkeit. Viele Menschen geben die Kontrolle über ihr Leben einfach ab, zum Teil trotz Atheismus gibt es den Glauben an die höhere Macht, an das „Alles wird gut“, bloß nicht denken, keine Anstrengung. So besteht die einzige Herausforderung im Leben darin jegliche Wiederstände zu vermeiden.
    Leben heißt kämpfen, jeden Tag ein klein wenig, jeder kleine Sieg lässt einen die Welt neu entdecken, eine neue Facette an der eigenen Person und dem Dasein zu entdecken.

  16. Erinnerungen und Erlösung
    „Wenn es so ist, dann sollten diese Leute statt Alkohol, Zigaretten, Street Food und Crystal Meth mal einen hohen Alpenpass probieren. Das ist Höllenfahrt und Auferstehung in Einem“

    Ihr Beitrag weckt Erinnerungen, an Räder mit 3-, 5- oder 7-Gangschaltung (?), mit denen wir uns als 14-/15-/16-Jährige in den langen Sommerurlauben über die Pässe Grimsel, Furka, Gotthardt, Susten, Brünig quälten.
    Ehrenkodex: Anhalten und Pause machen ist erlaubt, gehen und Rad schieben nicht. Mit dabei: Regenschutz, Ersatzkleider, Proviant (Zelt!).
    Ohne Schieben ging’s dann doch nicht immer, aber um den Triumph, oben der Erste zu sein, haben wir auf jedem Streckenabschnitt mit Steigung gekämpft, als ginge es um die Maglia rossa.

    Geld hatten wir das Allernötigste, um uns Essen zu kaufen oder um zu Hause anzurufen. Nach der Talfahrt vom Gotthardt runter durch die Leventina radelten wir nachts über Bellinzona nach Locarno und stellten irgenwo im Finstern unsere Zelte auf. Am Morgen fanden wir uns, müde aus den Schlafsäcken kriechend, mitten im nobel gestalteten Park am See, beglotzt von gut gekleideten und etwas pikiert wirkenden Hotelgästen in Leinen und Panamahüten.
    Cool bleiben und erst mal Frühstück holen beim Bäcker. Kam auch keiner, um uns wegzuschicken.

    Auf der Heimfahrt (das Gepäck hatten wir schlauerweise bei der Bahn aufgegeben) gerieten wir beim südlichen Aufstieg zum Susten in ein Schneetreiben. T-Shirts, kurze Hosen, Fett schützte da keines, ich wog keine 60 kg. Die Grottenkälte im Gipfeltunnel bleibt unvergessen.
    Im Norden war’s dann etwas freundlicher und die Kleider trockneten bei der wilden Abfahrt nach Innertkirchen, auf der wir mühelos die dieselnden Postautos überholten.

    Geschadet hat uns das alles nicht, wundersamerweise. Ein Jugendfreund allerdings stürzte im folgenden Jahr bei der Abfahrt von der Grimsel nach Gletsch über eine der Haarnadelkurven hinaus ins steile und steinige Gelände. Genickbruch. Vermutlich war er zu schnell oder die Bremsen versagten. Heute steht da ein kleines Kreuz und hin und wieder ein frischer Blumenstrauß.
    Die anderen haben all die abenteuerlichen Fahrten und Wagnisse überlebt. Einige von ihnen blieben ein paar Jahre später auf der Strecke, im Drogenrausch der späten 60er und der 70er-Jahre, Amphetamin, Heroin. Der Rest hörte irgendwann auf mit Kiffen und der gelegentlichen Zufuhr von Lysergsäurediethylamid. Auch das hat den meisten am Ende nicht geschadet. Die Sauferei und die Zigaretten dagegen haben wieder einige vorzeitig ins Grab gebracht, und auch die Deltaseglerei forderte ein paar Opfer.

    Heute erfreue mich der verliebenen Leistungsprozente, halte mein Gewicht (im Winter etwas mehr, im Sommer weniger), radle auf abseitigen Wegen durch Oberbayern, ohne sportlichen Ehrgeiz aber immer munter voran, halte an Stellen mit schöner Aussicht, fotografiere, zeichne oder döse auch mal eine Weile unter den vorbeiziehenden Wolken.

    Keine Dämonen mehr, kein Rausch, leben und genießen. Kein technischer oder stilistischer Fetischismus beim Rad: ein gebrauchtes Kettler-Tourenrad, Alu, 21-Gänge tut’s auch. Im Keller das Peugeot-Rennrad aus den 60ern, eingemottet. Und da soll’s auch bleiben.

  17. Gleich, O Don Alphonso,
    oder, wie in Italien und eben deshalb auch in ‚Cosí fan tutte‘ üblich, Alfonso, setze ich mich in Saltocchio in den angenehmen Sattel eines Cabrios und mache mich langsam auf den Weg nach Quercecchio. Monteriggioni lass ich liegen. Schubert? Rameau? Strauß? Nachmittags zurück. Werde vielen Radfahrern begegnen.

    Warum, bitte, sehen die wohl alle so verhärmt und unfroh aus?

    • Verhärmt und unfroh
      grad wie alle Jogger, denen ich so begegne. Heißt es nicht, Laufen befreit, setzt Endorphine frei, leider sieht man es den Joggern nicht an und Sie berichten Gleiches von Radfahrern. Was läuft bei denen falsch?

    • nichts. Ich finde erschöpfte Radfahrer schön. Und wenn man einmal den entscheidenden Punkt überwunden hat, wird es entspannt.

    • I could use some... I could use a little Morphine.
      „Und wenn man einmal den entscheidenden Punkt überwunden hat, wird es entspannt.“…. sprach der Don zu all den Verlorenen, irgendwo mitten drin, in ersten Kreis Dantes Inferno.
      „Schaut Euch um“ rief er „das ist nicht die Hölle, das ist die Toskana“.
      Alle schauten, erlagen der Vision und lächelten… und drückten noch mehr Gewicht auf ihr Gemächt, hinauf, hinauf, auf dem Weg zum Ziel, der Eingang zum nächsten Kreis, den der Don „Erotika “ nannte.

    • Die lEroica sind alle sieben Kreise des Fegefeuers, aber früher bin ich da durchgestolpert und heute weiss ich, dass es geht.

    • Erschöpft ginge ja, sähe aber ganz anders aus
      wahrscheinlich traben die Leute hier mit der so typischen muffligen Gesichtshaltung nur so durch die Gegend, kommen aber nie an den Punkt, wo’s weh tut und dann schön wird.

    • Wollen sie mal sehen, wie ich aussehe?

      Bei Joggen kann man kaum so posen.

    • You can't fuck the future. The future fucks you!
      Yep, Posen ist nicht, aber dafür kann Mann beim Joggen risikolos den Joggerinnen hinterschauen.

    • Ist Leichtsinn auch ein Dämon?
      Da will man radfahrend Dämonen bekämpfen und huldigt ihnen gleichzeitig. Ich spreche von Ihrer Kopfbedeckung beim fahren.
      Ich hatte das Vergnügen trotz Helm nach einem Sturz 1 Woche im KrHs verweilen zu dürfen.
      Der Grund waren nicht die Schürfwunden sondern eine Gehirnerschütterung. Ursache war ein Bremsfehler.
      Fahren sie nicht schneller als ihr Schutzengel fliegen kann und geben sie ihm eine Chance Ihnen helfen zu können. Ich bin da ganz egoistisch. Ich mag Ihre Texte.

    • Ganz einfach: Ich nehme den Helm für Photos ab. ansonsten fahre ich nie ohne.

    • Hier ist auch noch ein Hübschesposing
      http://wortwalz.de/wp-content/uploads/2014/08/ww1-1024×843.jpg

  18. Mit Maas zum Dämon
    Hi Biker, so unter uns, es gibt e-Antriebe, auch im edlen Rennradambiente, die als solche nicht erkenntlich sind. Hilfreich gegen 180 für Sie und hilfreich für mich, als weiterhin begeisterter Leser. Oder 23 vorn und 41 hinten!

  19. Die Planbarkeit des Lebens
    Gerade im Ausdauersport kann man mit den Jahren immer besser warden und ich habe schon manchen 70 jährigen erlebt, der das Jungvolk ganz locker in die Tasche steckt.

    Im übrigen halte ich aber wenig davon irgendetwas vor allem deswegen zu tun, weil es gesund ist (oder sein soll). Dafür ist das Leben doch zu schwer planbar. Die 2% p.a. sind reine Mathematik und jeder kennt doch genügend Fälle von „es kam ganz anders“. Wenn Sport Spaß macht, dann ist das wunderbar, ansonsten suche man sich andere Dinge.

    Das Altern gehört zum Leben, es ist eines der wenigen Dinge, die sicher sind. Wer gegen den Strom des Lebens anschwimmt erzeugt nur Leiden. Die alten Chinesen wussten das schon recht gut. Deshalb, einfach mittreiben lassen und im Augenblick sein. Dann können einem die Dämonen auch nix. Ist aber nicht einfach.

  20. und singt (lacht nicht so dreckig, Krächzkrähen sind SINGvögel!) gar lieblich:
    Hoch auf ’nem roten Ra(ha)dl
    Sitz‘ ich – die *Borsten vorn.
    L’Eroic-Steinchen schla(ha)gen,
    Munter pla(ha)ppert das Blog.
    Geröll, Schotter sowie Blut,
    Plattreifen o(ho)hne Luft –
    Möcht‘ ich gerne schil(hil)dern,
    Aber mein Radl, das ruft,
    Möcht‘ ich gerne beschreiben,
    Aber mein Radl, das ruft.

    Alteisen kurvt um die E(he)cke,
    Mille(he)-Miglia-Gebrumm,
    Jungs höh’ren Alters schrau(hau)ben
    An den Boli(hi)den herum,
    Vorderachsenstützen,
    Zwomal dreiachtel Zoll,
    Hätt‘ ich zwar gern mit verlö(höhö)tet,
    Aber mein Radl, das schmollt,
    Hätt‘ ich noch gern mit verlö(höhö)tet,
    Aber mein Radl, das grollt.

    Häuschen im grünen (Ha)Haine,
    Weitab von Hetz‘ und Hast.
    Tussen gibt’s da k(ah)eine,
    Höchstens mal als Gast.
    Platz satt für Bilder und Silber, Notfallreservegold –
    Ich bliebe dann bei den Pi(hi)nien,
    Wenns Radl ausge(he)rollt,
    Ich bliebe gern unter Pi(hi)nien,
    Wenns Radl ausge(he)rollt.

    Melodie? Die hier („Attention, ladies and gentlemen: The President!“):

    http://www.coolplay.tk/watch/YGlO961zcF4

    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

    *Borsten? Klar doch (was denn sonst?), Borsten:

    https://www.google.nl/search?q=%22borsten%22&biw=1352&bih=802&source=lnms&tbm=isch

    ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

    NS: Da existiert noch eine weitere, wenig bekannte/genutzte Strophe:

    Sitzt einmal ein Gerippe hoch auf dem Wagen vorn,
    hält statt der Peitsche die Hippe, Stundenglas statt Horn.
    Sag ich: Ade nun, ihr Lieben, die ihr mitfahren wollt.
    Ich wär so gern noch geblieben, aber der Wagen der rollt.
    Ich wär so gern noch geblieben, aber der Wagen der rollt.

  21. "Quäl Dich, Du Sau....."
    …der einzige Satz, der mir aus all den sinnlosen Tour-de-France-Übertragungen noch positiv erinnerlich ist.
    Werter Don, ein sehr schöner Text, der mir viel Freude bereitet hat, obwohl ich mit Fahrrädern so gar nichts anfangen kann. Spaß an schöner Technik habe ich aber auch; davon künden die Motorräder in meiner Garage.
    Jedenfalls fühle ich mich durch Ihre Worte deutlich eher dazu animiert, meine 25 Kilo Übergewicht nun endlich mal anzugehen, als durch jeden medizinischen Ratgeber, den ich in den letzten Jahren konsumiert habe.

    Bleiben Sie tapfer!

  22. Dämonen im Fieberwahn
    Werter Don, Sie werden doch nicht etwa eine hübsche Midlife-Crisis entwickeln wollen, in dem passenden Alter wären Sie.
    Dämonen jagen… kann man machen, ich ignoriere die Dinger einfach und halte es wie Thorha, Sport ist Mord und käme mir nicht in den Sinn. Frühere Versuche der körperlichen Ertüchtigung endeten immer jäh nach Abschluss eines Abos mit irgendeinem Studio, das ich dann ein halbes Jahr für nix finanzierte.
    Mir ging der Drang zum perfekten Körper und vor allem in den richtigen Klamotten dort regelmäßig auf den Keks, den Ehrgeiz hatte ich nicht, wollte ich nicht und heute brauch ich weder den Ehrgeiz noch den perfekten Körper.

    Trotz meiner Sportaversion gestehe ich, das Rad gefällt mir sehr, es ist einfach schön. aber ich stelle mir nicht einmal vor, da drauf zu sitzen, um Berge und Puls hochzujagen. Ihre Bilder, das Rad in schöner Landschaft, reichen mir völlig aus, um mich gut zu fühlen. Danke dafür und Ihnen gute Besserung.

    • Ich sage es mal so: Man kann Radeln in der Toskana kaum mit dem Schwitzen im Fitnessstudio vergleichen. Man ist frei, sehr frei, man kann jederzeit absteigen und etwas Schönes anschauen. Muckibuden habe ich auch nie verstanden.

    • Titel eingeben
      …und wenn man in den ersten beiden Septemberwochen da ist, sind die meisten Touristen auch wieder weg, und alle paar Meter warten wild wachsende Feigen und Brombeeren. Allerdings muss man wegen der Hitze eine längere Mittagspause einplanen, und ordentlich Wasser mitnehmen.

      Monteriggioni, da sind Sie aber die Straße am Parkplatz entlang hoch, oder? Die Piste auf der anderen Seite mit den einzementierten Flusskieseln ist schon zu Fuß nicht ohne.

    • Ja, natürlich. Die ganz steile Strecke habe ich mit dem untersetzten Spezialrad für die l’Eroica probiert und bin bei der Hälfte gescheitert. Irgendwann hat das Hinterrad keine Traktion mehr. Damit muss man halt leben.

    • Die Freude an der Langsamkeit, am Vagabundieren mit dem Rad
      Neben der Genugtuung über die eigene körperliche Leistung beim Radeln, ist m. E. das spezifische Tempo beim Radeln, dass großes Behagen verschafft. Einerseits ist die Geschwindigkeit gemächlich genug, um auch die kleinen, eher unscheinbaren Dinge am Wegesrand wahrnehmen zu können, andererseits aber auch ausreichend schnell, um neue Orte zu erreichen. Diese Form des Vagabundierens macht mir Freude.

    • Vor allem: Man kann einfach anhalten und schauen, wo für ein auto kein Platz wäre, und man nkommt viel weiter als mit den Füssen. Vielleicht sollte ich mal was über die grosse Runde rund um Staggia schreiben, die bequem an einem Tag zu fahren ist.

    • Nun ist es ja nicht so, dass ich noch nie auf einem Rad saß
      mein Mann und ich haben in etlichen Jahren unserer Ehe die Gegend am Niederrhein oder im Münsterland per Rad unsicher gemacht. Sämtliche Schlösser und Wasserburgen von außen besichtigt, die lt. Radführer für die Öffentlichkeit freigegeben waren, mancher Hausherr sah das dann völlig anders, wobei ein Golfclub sich ganz grässlich anstellte, Sonntagmorgen Schloss Nordkirchen, im Park ein Fest des DRK, Erbsensuppe um 11h und weiter gings. Zigmal um die Krickenbecker Seen, viele Kilometer durch Sand an der holländischen Grenze das Rad geschoben, um dann endlich wieder auf Asphalt zu merken, dass es in Holland nicht so flach ist, wie es immer heißt.

      Das waren immer schöne Touren und bei einer, wir waren fast daheim, überlegten noch schnell zur Eisdiele zu radeln, machte ich im Trägertop einen gepflegten Abgang über den Lenker. Der Bordstein rechts war grad so hoch, dass die Pedale drauf passte, das Rad schlagartig zum Stehen und ich zur Landung aufs Kreuz kam. Den Schrei der uns Entgegenkommenden höre ich heute noch. Die Weigerung meines Mannes, mir sofort den Split aus dem Rücken zu pulen, machte mich noch wütender als der Sturz selbst, den ich klaglos hinnahm. Aber es hat säuisch wehgetan und Eis gab’s dann auch nicht mehr.

    • Nun, Stürze gehören leider dazu. Mich hat es selst erstaunlich lang nicht mehr derbröselt, was wohl auch eine Folge von mehr Training ist.

      Wobei, bei der l’Eroica bin ich senkrecht in ein Strassenschild gefahren, einfach aus Unachtsamkeit. Ist aber nichts passiert.

    • Noch eins, ich habe zu der Zeit sehr viel fotografiert
      abertausende von Dias kamen so zusammen, die mein Mann dann irgendwann nach unserer Trennung weinend entsorgte, weil ich sie nicht unterbringen konnte und er sie nach nochmaliger Durchsicht wegen all der Erinnerungen nicht behalten wollte.
      Du hast immer so schöne Aufnahmen gemacht, tja, einige habe ich noch, z.B. ein Kibitzküken, das in Tarnfarbe über einen Acker flitzte. Ich habe mich langsam genähert, die Kibitzmutter machte derweil Spektakel, stellte sich fast flugunfähig und ich machte ein Foto von einem Winzling, dessen Herz ganz furchtbar klopfte. Ganz ruhig wieder gegangen und die Mutter kümmerte sich dann eilig um den Nachwuchs.

      Leider sieht man heute kaum noch Kibitze. Umso mehr freue ich mich, dass zumindest die Mauersegler seit Donnerstag wieder da sind, aber auch die werden weniger hier in der Gegend. Mangels Unterkunft und Futter.

  23. Nel mezzo del cammin di nostra vita?
    Da beschreiben Sie, daß Sie heute leistungsfähiger sind als je, und BErge hoch kommen die Sie vorher zum Absteigen zwangen; haben mehr gesehen, mehr geschrieben, mehr photographiert als je in Ihrem Leben; haben mehr Bilder, mehr Räder, mehr Immobilien und mehr Silberkannen – und doch bedauern Sie das Hingehen der Zeit, die Sie so sehr genutzt haben und die so sehr auf Ihrer Seite ist?

    Sie haben einen guten Teil des Anstiegs schon geschafft, vieleicht mehr, vieleicht weniger als die Hälfte. Es gibt nicht an denen zu beneiden, die gerade erst an den Start gehen.

    Lassen Sie sich nicht vom Berliner Zeitgeist anstecken, der die Jugend vergöttert, nur um sich der Angst vor der Einsicht des Alters nicht zu stellen, und der „Vergreisung der Gesellschaft“ das Wort gibt, die Jungen aus anderen Ländern importiert, egal wer, hauptsache jung, denn das ist das einzige was zählt. Wir haben unsere Sorgen wohin das führen wird.

    • Ich bete nicht die Jugend an, ich frage mich halt, was man tun kann, um das alter etträglich zu machen. Geschrieben ist der Text eigentlich für diejenigen, die nicht in die Puschen kommen und sich selbst mit ausreden abschreiben. Mein Dasein ist gut. Ihr Dasein könnte problematisch werden.

      Aber ich gebe es natürlich zu, etwas nicht zu schaffen wurmt mich. Da kann ich dann wirklich verbissen sein. aber nicht wegen des Alters, sondern weil ich denke, dass ich das können sollte.

    • regressiver Sog zur schlechten Gewohnheit
      ist wirklich schwer zu bekämpfen, das haben Sie ganz toll (und mitreißend) mit den Dämonen beschrieben. Schöne Tage in der schönen Umgebung und Dank dafür, daß Sie uns mitnehmen!

    • @D.A.
      Da spricht der Menschenfreund aus Ihnen. Manchmal spricht der auch aus mir; aber das ist eigentlich eine gefährliche Sache, wie das mit den … Ausreden. Als ob man Steine umdreht.

  24. Italien mit Nietzsche - "Gott ist tot, darum leben unsere Dämonen" - selten so nett
    zu lesen gewesen wie hier.

    Und vermutlich fährt man im allgm. mit Mitte 40 gerne ungefähr so Rad, damit man auch körperlich ein kleines später mit 58+ noch ein bißchen besser drauf ist. Der Körper hat eben ein Langzeitgedächtnis – und wer länger lebt kann endlich auch länger an andere Famose, ebenfalls gut mit dem Wort, denken wie Winston churchill.

    Und erinnerte noch an Goethe, der auch immer wieder auf postive, manche sagen: humanistische, Art und Weise gut war in der Selbstpflege ein hohes Alter zu erreichen. Dazu „Narzißmus“ zu schreien ja heute hoch im Mode. Aber es wären in der Tat sehr häufig die im Text genannten „Kontrollverlustler“, die so riefen – sich von sich selbst abzulenken nämlich, den eigenen Dämonen.

    Denn wenn das Chrystal Meth unrein war, dann war das ja ungefähr immer die Schuld der anderen. Und eben nicht quasi tiefenpsychologisch von vornherein mit gesuchter Grund zukünftiger Selbstentschuldung auf Kosten anderer. Also das Unreine wurde evtl. schon auch immer mit gesucht. (Ziemlich katholischer Vorgang im Grunde, wenn auch sehr profan. Und darum besonders verhüllend?)

    Interessant halt ansonsten so häufig der die allgm. Vielfalt befruchtende Unterschied, neulich noch im Süden, evtl. war es in Andalusien, die üblichen Älteren getroffen. Mit 70 rechnen die so: Fünf Jahre, das sind 50% vom Rest. Und der Rest darüber hinaus wird die Zugabe.

    Und die Leitplanken im Bild sind echt auch eine Pest europäischer Normung. Da mit den Rad, also dem eigenen Körper, dran lang schurren auch nur fünf oder acht Meter weit, nein danke!

    Ansonsten natürlich die sache die: Es gälten die begriffe „Kontrollverlust“, „Gewöhnung“ und „Dosissteigerung“ – genau auf die drei kam es der Aufklärung, so weit bekannt, nämlich schon immer an.

    Und der Riesenunterschied halt eben der, ob es sich bei Tätigkeiten wie dem Rad fahren eben „lediglich“ um eine Gewohnheit handelte, die ließe sich nämlich relativ leicht wieder ablegen; oft geschieht dies mit der Zeit von ganz alleine, man hat die Erfahrungen gemacht, wendet sich ganz natürlich auch wieder anderen Inhalten zu; oder ob es sich um „stoiffgebunde Bewusstseinsveränderung“ handelte: Sobald einer „was einnimmt“, echte Chemie und Biologie femd in seinen Körper holte, auf Körper und Seekle zu wirken, das machte den Unterschied.

    Und darum auch, wg. seiner Nüchternheit – er fährt nichts ein, höschtens italienische Eindrücke mit den Augen – ist ein Herr Don der FAZ und den Völkern so wertvoll.

    „Noch kam das Verbrechen nicht über diese Schwelle“, so weiß es unser Wallenstein bei Schiller von sich selbst. Und mit den Giften und den Körpergrenzen ist es häufig ähnlich. Gut, wer darauf achtet! Und schöner noch dazu, wer so davon schreiben kann. Denn man soll die Schönheiten steigern.

    • Danke für das Lob – wenn ich ehrlich bin, habe ich das gestern im Fieber runtergeschmiert.

      Und ich bin natürlich in einer privilegirten Lage: Mit ist selbst bewusst, dass man so etwas in Berlin kaum wird tun können. Keine Berge und ein mörderischer Strassenverkehr.

  25. Titel eingeben
    Wenn man eigene Ziele und Freude hat und sich verbessert wird man nicht alt.

    Wenn man jung ist kann man keine eigenen Ziele haben und nicht in die Puschen kommen, und sich einreden daß es igendwann von selbst kommen wird. Dann kann man nahtlos dazu üergehen dass man jetzt zu alt wäre. Die Jugend ist da nur durch die Illusion erträglicher.

    • Ich glaubem zu alt ist man nicht. Man braucht nur das Argument, um die Dämonen zu beruhigen.

  26. "Große Übersetzungen verwöhnen übrigens beim älteren Herrn den Körper, daher werden
    größere Übersetzungen von den älteren Herren meist unbewusst gesucht. Daran erkennt man nämlich den über sich selbst eher wenig unterrichteten Trainingslaien und Amateur. Dann wären sie es nicht, würde sie gerade bergauf und älter immer noch mit einer dreifach Kurbel auf Kadenz trainieren, verjüngende Trainungsanreize zusätzlich setzen, den Lebenszeitpunkt des Großkrafteinsatzes etwas weiter nach hinten zu verschieben“, so krähen es ja wohl über all unsere eher neumodischen Trainungswissenschaftler – häufig für teueres Geld zu haben, so billige Ratschläge. Darum fahre im großen Gang, wie belieben und wer Spaß dran hätte, und schere sich nicht um so Neunmalkluge. Wobei die hohe Kadenz, es ist bekannt, eben auch schon mal die Muskeln und den Stoffwechsel geschmeidiger hielte.

    Nebenbei: Auch Augen- und Gesichtsfeldtalente werden ggfls. häufiger Unterschätzt. Der Habicht stieße eben gerne hinab, nicht nur weil er hungrig wäre oder Sturzflugflügel hätte, sondern auch weil sein angebornes Beuteauge sich so sehr danach sehnte. Und andere wiederum sehen garnichts. In der Fremde.

    • Ich fahre normlerweise auch eher hohe Kadenzen, speziell bei Pässen, aber bei kleineren Kuppen bin ich wieder so weit, dass ich sie wegtreten kann. Speziell, wenn ich drei, vier mal drüber bin und weiss, wie weit es noch ist.

    • Übersetzungen für ältere Herren
      48/26 das ist meine Kragenweite. Mit der bin ich zu Beginn meines wohlverdienten Ruhestandes mehrere Monate durch Italien geradelt. Nicht auf einem Oldtimer.Renngaul wie bei Don, sondern auf einem solidem Trekking-Esel, der mich plus Zulandung wieder heim gebracht hat. Da sind so einige tausend km zusammen gekommen. Zu Hause war ich wie neu geboren. Übrigens, hier ist eine kleine Lektüre zur Anregung: „Roland Girtler, Vom Fahrrad aus“.

  27. Dämonen hat es auch andernorts, als Dumpfbacken eher bekannt:
    „Schreiende Frauen, überforderte Beamte, drängende Massen: Ein bislang geheimes Polizeivideo offenbart das Chaos der Silvesternacht. Für Innenminister Ralf Jäger war es ein `absolut neues Phänomen´.“
    .
    Wann wird diese Null gegangen? Ein Land, das Rechtstaat sein will, kann sich eine Leerstelle in dieser Position nicht leisten.

    • Ja. Da ist wohl wirklich ein Problem in NRW.

    • NRW...
      …die Toscana des Nordens eben. Oder war es Eritrea?

    • Eine Leerstelle, E.R.Langen?
      Mir fallen da mehrere ein, ich halte die ganze Landesregierung für untragbar. Und bei der Gelegenheit könnte man den neuen OB in Düsseldorf auch gleich mitnehmen, SPD und schon ist das muntere Schuldenmachen zugange.
      Gestern in der AKS Berichte über geplante Verkehrsbaumaßnahmen in NRW gesehen, die kein Mensch braucht und die es braucht, werden nicht angepackt, es ist zum Kotzen, was hier abläuft. Bei wieviel % steht die SPD grad noch?


  28. das ging jetzt aber schnell, die Wiederversöhnung mit perfect57.

    • Was? Wo?


    • Wahrscheinlich habe ich mich getäuscht. Mir erschienen nur so 1, 2 Gastbeiträge recht „perfekt“ in Wortwahl und Grammatik.
      (Ihr Verhältnis zueinander kommt mir vor wie das vom Hasen und vom Bär in einem alten Witz, den ich leider nicht mehr so recht zusammenbringe.)

  29. Es liegt wirklich ein Mass in den Dingen
    Wenn wir an „religiöse Weisheiten“ denken, sehen wir automatisch vor uns vordergründig allem sinnlichen Vergnügen abgekehrte Altmännerbünde, die rotweintrinkend olivennuckelnd auf Marmorsäulenstümpfen hocken und von Knabengesässen träumen.

    Es gibt viele Wege, in ganz vielen Sprachen, zu dieser „Ruhe“, von der Meister Eckhart sprach, die man „Erleuchtung“ nennen könnte, wenn man dabei nicht wieder augenverdrehte Sanyassins oder amerikanisch übergewichtige Klerikale vor sich sehen würde.

    Vor Jahren hat mir ein ehemaliger Freund mal ein sicher todernstes Buch zum „aboriginalen Horoskop“ geschenkt, und ich erinnere mich, dass zwei Totems „volle Bierdose“ und „leere Bierdose“ hiessen. Man nimmt, was man kriegen kann.

    Jeder kann seinen eigenen „Jakobsweg“ mit dem Verkehrsmittel seiner Wahl gehen – von barfuss in Badehose (ohne hätte wohl in 99,5% aller Kulturen richtig Ärger gegeben) von Matratzenlager zu Waldlichtung, oder im Bugatti Atlantique von 5 Sterne Hotel zu 5 Sterne Wellnessoase.

    Zu jedem reden andere Dinge, und es mag ein Privileg eines Nichtidioten sein, das Gespür zu haben, was für einen selbst richtig ist, und was man sich nur in einem Lifestyle-Journal angelesen hat. Man erkennt auch ein bisschen besser, wann man einen anderen Menschen ernster nehmen muss als einen gewöhnlichen Mainstreamlautsprecher.

    Wenn Nietzsche von einer wünschenswerten „Umwertung aller Werte“ sprach, so könnte uns das auch wieder guttun. Es könnte auch eine „atheistische Erlösung“ geben, den grossen selbstgeisselnden Selbstverwirklichungszwang, den schlimmsten Dämon des Kapitalismus, lächelnd hinter sich zu wissen.

    Zu Christi Zeiten waren die Juden die bräsigen opportunistischen Spiesser – seit den Nazis, seit dem 11. September trauen wir uns aus guten Gründen nicht den geringsten Kommentar zu religiösen Gruppen, Überzeugungen und Inhalten.
    Ein absolut sakrosanktes Freeze des Status quo, eine grantierte Heiligkeit allen Heiligens, wie heilig oder dämonisch es auch immer sein mag.

    Nur – diese Statik baut Spannungen auf, die sich irgendwann in einem gewaltigen Erdbeben entladen werden.

    Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral. Wenn es nicht mehr genug zu beissen gibt für alle, wird sich der hungrige moralisch überlegen Fühlende zur Weltrettung berufen fühlen.

    Worauf ich hoffe, dass es in allen Kulturen weise Menschen geben könnte, die diesen Teufelskreis erkennen – in allen Religionen hat es sie immer gegeben, die nicht sklavisch an den Buchstaben geklebt haben, sondern in der Lage waren, „die Idee dahinter“ zu erkennen.

    Was uns besonders fehlt ist ein Bewusstsein von der Bedeutung der weiblichen Klugheit (nicht mit Gendertröterei verwechseln), vom Wissen des Körpers, der positiven Macht der erotischen Anziehung, der Liebe, und der persönlichen Freundschaft.

    Und eine Erkenntnis von den Grenzen möglichen Reichtums und Wachstums.

    • Philosophie
      Ihr Text ist interessant, auch wenn er für mich vollkommen falsch anfängt:

      „Wenn wir an „religiöse Weisheiten“ denken, sehen wir automatisch vor uns vordergründig allem sinnlichen Vergnügen abgekehrte Altmännerbünde, die rotweintrinkend olivennuckelnd auf Marmorsäulenstümpfen hocken und von Knabengesässen träumen.“

      Weder stehen für mich ‚Altmännerbünde, die rotweintrinkend olivennuckelnd‘ in irgendeiner Beziehung zu religiösen Weisheiten, noch sind ‚Altmännerbünde, die rotweintrinkend olivennuckelnd‘ nach meinem Dafürhalten allem sinnlichen Vergnügen abgekehrt (ausser man kennt sich weder bei Rotwein noch Oliven aus).
      Und warum ‚Altmännerbünde, die rotweintrinkend olivennuckelnd‘ mit Knabengesässen einhergehen, entzieht sich mir ebenso. Und wie ‚allem sinnlichen Vergnügen abgekehrte … von Knabengesässen träumen‘ können, ist mir schleierhaft.

      Genug der Kritik.

      Der heutige Blog und insbesondere die Kommentare gefallen mir ausgesprochen gut, besser als die üblichen politischen Themen, und die sind auch schon prima, und vor allem ein neudeutsch-sogenanntes Alleinstellungsmerkmal in der Presselandschaft.

      Ein wenig seltsam wird mir nur bei Betrachtung der prominenteren Kommentatoren, dass Sie vielleicht wenigstens mit den Altmenschenbünden Recht haben. Diejenigen, die man jetzt etwas zu kennen glaubt – niemand weiß selbstverständlich, was davon fiktiv ist – scheinen jenseits der 50 zu sein.

    • Greed is right, greed works
      Guter Mann,

      da stimme ich Ihnen aber sowas von zu. Also, mir fehlt wirklich ein Bewusstsein von der Bedeutung der „weiblichen Klugheit“ (dachte immer das wäre ein Paradoxon), das Wissen des Körpers wollte mir mein Körper auch nie mitteilen, die positive Macht der erotischen Anziehung wurde in meinem Leben immer von primitiven Sex überlagert, nur Liebe und Freundschaft hatte ich im Übermaß. Mit mir.
      Whatever, total richtig und wichtig finde ich, dass uns allen, bzw. eigentlich nur mir, die Grenzen des möglichen Reichtums vermittelt wird.
      Meine gefühlte Grenze liegt da bei ein paar Mlliönchen. Aber ich bin offen für mehr. Auch für viel mehr.
      Helfen Sie mir. erleuchten Sie mich.

  30. Bravo
    Vielen Dank für diesen motivierenden Text! Ich fühle mich grade getrieben mein Konto zu plündern und endlich einen neuen Renner anzuschaffen.
    Nach Bella Italia werde ich es wohl nicht schaffen, aber die heimischen Hügel werden mir bestimmt auch die Tränen in die Augen treiben.

    • Es gibt schlechtere Dinge, für die man sein Konto plündern kann, würde aber stets zu einem guten Gebrauchten raten.

    • gute Gebrauchte
      Ich würde die Auswahl auf „Metall-Fahrräder“ einschränken. Moderne Kohlefaser-Teil haben zwar ein sehr gutes Verhältnis von Steifigkeit zu Gewicht, aber auch mehrere Nachteile: Vor allem sind sie wesentlich empfindlicher als Metall gegen schädliche Umwelteinflüsse, insbesondere (Stein-) Schläge und Wasser. Wasser kann zu Delaminierungen führen, Schläge zu Faserrissen – nein, nicht im Muskel! Beides bleibt zunächst meist unsichtbar und irgendwann kommt dann der gefürchtete spontane Totalbruch ohne Vorwarnung.
      Außerdem kann ein guter Stahlrahmen auch ohne martialische und schwere Federelemente etwas Komfort bieten, was gerade auf längeren Touren außerordentlich hilfreich sein kann. Aluminium und vor allem CfK müssen aufgrund ihrer Materialeigenschaften deutlich überdimensioniert werden und werden dadurch sehr „hart“; Aluminum, weil es sonst zu weich wäre, Kohlefaser wegen ihrer Sprödheit, die sonst jedem Schlagloch zum Opfer fiele.

  31. Radler...bah.....
    Radler…..
    Amateure auf Krücken allesamt ;-) .

    Der Könner geht. Mit Rucksack. Neumodisch hicking genannt, glaube ich.

    Denn mal eben mit 40 Kilo, ( und 48 Jahren ) von Skellefteå nach Bodö, dann immer schön die Küste rauf bis zum Nordkap und gemütlich über Finnland am Torneoälven nach Haparanda zurück nach Skellefteå , macht den wahren Mann. In knapp 5 Monaten wohlgemerkt.

    Das sollte hier nur mal gesagt sein :-)).

    Ist auch billiger, den eine gute Ausrüstung hält fast ein Leben lang ( außer Schuhe ) und ist billiger als Altmetall ;-) .

    Und die Küste in Norwegen ist im Sommer allemal schöner als die Toscana, aber hallo….

    42

    • Shut up and take the pain
      Na ja, wenn wir mal ehrlich sind, dann müssten wir uns eingestehen, dass bei einem Belastungstest ,der Don uns gegenwärtig wohl alle alt aussehen lassen würde. Und der ist ein T5 Modell.
      Ich als T1 Modell sehe mich daher gezwungen, mich morgen in der Frühe auf den Weg zu bringen, bald wieder die 10KM in 30 something Minuten zu absolvieren und somit die Ordnung der Dinge wiederherzustellen.

  32. Dämonen auch im "Reichshauptslum"
    Das Leben ist einfach zu kurz um NICHT Rennrad zu fahren, es ist allerdings -falls ich das so sagen darf- technisch auch zu weit fortgeschritten, um wirklich OFFEN verlegte Bremszüge zu benutzen. Wenn ich übrigens richtig gerechnet habe, sind 39 Zähne mit 26 hinten etwa 3.15m pro Umdrehung, während 41 Zähne mit 23 hinten stolzen 3.74m pro Tritt entsprechen.

    Obwohl: Ich musste am Samstag, beginnend im Zentrum des „Reichshauptslum“, eine 150km Runde absolvieren. Das geht, wenn man an der Frank-*hust*-furter Allee den Feinstaub und auf dem Weg nach Köpenick -aufgrund des dort nicht vorhandenen Radwegs- den Personenkraftverkehr überlebt, denn ab da geht es dann eigentlich. Ob es Zufall ist, dass da auch der „Slum“ endet ?

    Ein „Reichshauptslum“ erkennt man u.a. daran, dass sich eine „Radverkehrsplanung“ -wo es denn eine solche gibt- einzig innerhalb der örtlichen Gemeinden abspielt, die man dort auch „Bezirke“ nennt. Deren Grenzen allerdings lassen sich mit dem Fahrrad kaum leichter als seinerzeit etwa die innerdeutsche Grenze überwinden, und ich habe beides getan.

    Wie auch immer, man scheint sich für eine „Weltstadt“ zu halten, wenn man die Frank-*hust*-furter Allee vollends zu einer Autobahn macht, und dort vorab erst mal ein Autorennen(!) abhält. Dies könnte sogar gelingen, wenn man nur ignorant genug wäre, dabei die anderswo bereits eingemotteten Maßstäbe von prä-1974 anzulegen …Arm, staubig und ignorant.

    PS: Schönes Rad, trotz der außen liegenden Bremszüge. Wurde die große Runde mittlerweile absolviert, oder kommt das noch ?

    • Bremszüge
      Die offenen Bremszüge werden zB für die Eroica explizit gefordert.
      Mein dreißig Jahre altes Mittendorf habe ich allerdings schon Anfang der 90er durch „zeitgenössische Umbauten“ dafür „untauglich“ gemacht (Lenkerschalthebel mit komplett innenliegenden Zügen von Campa). Damals wohnte ich in Grenoble und wollte 1) sicher sein, daß ich auf einer Abfahrt nie ein Problem mit mangelhaften Bremsen wegen geknickter Züge haben würde und 2) auch beim Anstieg nicht wegen eines Schaltfehlers „absteigen“ müßte; funktioniert bis heute. Bremsen, Garnitur und Rest sind noch original und mir wurde von einem Radmechaniker mit Oldtimer-Faible „aufgetragen“, da bloß nichts dran zu ändern…

    • Radeln an der Frankfurter Allee??
      In Berlin kann man sehr wohl phantastisch Rad fahren. Allerdings nicht an der Frankfurter Alle….
      Wer hier unterwegs sein will, dem empfehle ich bbbike, gibts kostenlos als Website im Web und plant Touren auf Wegen, an die man nie gedacht hätte. Für unterwegs auch als Smartphone-App für kleines Geld erhältlich. Bezirksgrenzen auf Radwegen habe ich nie bemerkt, eher schon halsbrecherische Verläufe von Radwegen um Bushaltestellen, Bäume etc. herum, mit Kurvenradien, die man nur im 10km/h Tempo bewältigen könnte. Wer sich manches ersparen will, steigt mit dem Rad in die S- oder U- Bahn und verläßt sie an der Station seiner Wahl- das macht manche Tour deutlich schöner. Viel Spaß!

  33. früher
    war der Alltag für fast alle körperlich viel anstrengender und herausfordernder, außer für einzelne Gruppen, die von üblichen Aktivitäten/Mühen/Freiheiten ausgeschlossen/befreit waren: Haremsdamen, manche Kleriker z.B. – Ich habe – vor langer Zeit – als Studentin mal für eine Pharmastudie eine Telefonumfrage zu Multivitaminpräparaten gemacht und mit alten Menschen in Wien und in den Bundesländern telefoniert, wobei ich zwar den Fragebogen abgearbeitet habe, aber – zuhörend – viel darüberhinaus erfuhr: die Wiener saßen vorm Fernseher, konsumierten die damals erst eingeführten Präparate bereits und beschäftigten sich damit, ob sie mit diversen Dauermedikationen „gut eingestellt“ seien. Die alten Leute am Land werkelten in ihren Gärten und Häusern, tranken bei Unwohlsein ihre Kräuterschnäpse und schmierten gegens Zipperlein mit ihren Kräutersalben, für regelmäßige Arztbesuche war der zu weit weg und für Vitaminpräparate hatten sie, bei winzigen Pensionen, kein Geld, aber sie wirkten viel heiterer, zufriedener und aktiver als die Städter.
    Auch vorm Sterben haben Menschen, denen gelassen vorangestorben wird, weniger Angst. Die Einstellung zu unserer Vergänglichkeit übernehmen wir, wie fast alles andre auch, von unserer Umgebung.

    • Titel eingeben
      Försterliesel Sie haben einen guten Punkt angesprochen. Der Mensch ist kein HerdenTier, wird aber viel mehr von seinem sozialen Umfeld beeinflußt, als ich es intuitiv annehme.
      Gelassen voransterben,
      als Familie mitfühlend aber unaufgeregt begleiten. Gut für den Sterbenden – der ohnehin keine Wahl hat, gut für uns selbst und gut für unsere Umgebung.

      Einige der letzten Aussagen des Don waren erhellend. Mit dem uralten Rennrad Pässe bergab fahren, in dem Wissen, dass es eventuell in einer Kehre nicht reicht. Kein unnötiges Risiko eingehen (utube KentuckyFriedMovie Gefahrensucher nur echt mit dem N-Wort) aber nicht aus Furcht vor jedem Risiko auf „alles“ verzichten.

  34. Sie Quälgeist
    Warum knechten Sie Ihren Leib denn so? Nur damit das Rad sich dreht und Sie sich ein paar Glücksgefühle abtrotzen? Am Ende wird Ihr Leib, denn sie zur Körpermaschine degradiert haben, abwerfen, weil Sie so ein Schinder waren.

  35. Titel eingeben
    „Jeder kann seinen eigenen „Jakobsweg“ mit dem Verkehrsmittel seiner Wahl gehen“
    oder:
    „Der Könner geht. Mit Rucksack. Neumodisch hicking genannt, glaube ich.“
    .
    Beim TV-Sender „rbb“ gibt’s sowas andauernd: „Mit dem Postrad über die Alpen“, „Mit dem Klapprad von Kopenhagen nach Berlin“, „Mit dem Esel an die Ostsee“, „Mit dem Roller an der Donau“, „Mit der Droschke nach Neuschwanstein“, „Mit Mops ans Meer“, „Mit dem Rasenmäher auf den Brocken“ …. usw.
    .
    Schön ist das alles nicht. Aber… jeder nach seiner facon.

    • Ist das Zufall, mit der Gedankenwelt des rbb?
      Man könnte als romanisch geprägter Rheinländer oder alemannischer Suebe ergänzen: zwei Dekaden mit der Uckermärkerin durch das frühe 20. Jahrhundert(./?) . Kann mit einfachem full stop oder question mark beendet werden. Das (auch eine evtl. verkürzte Version) hält weder Ochs noch Esel aus. Felix Austria lässt hoffen. Dem Don hingegen empfehle ich a causa questa salita diabolico verso la porta nella mura di Monteriggione una manovella allungata, alora eine Kurbelverlängerung (ganz im Gegensatz zur Schreckensvision von oben).

    • Hicking is supi...
      Treckingsandalen, kurze Sporthose, Muscle Shirt und ein Bollerwagen mit Kühlbox voll Bier…

      Da macht dann Hicksen Spass…

      Nichts für ungut, aber manchmal sind flüchtige Schreibfehler einfach lustig…

  36. Das Leben ist kraftvoll, ein zarter Faden…
    Lieber Don Alphonso,
    Ihr Blog hat mich diesmal sehr berührt. Ich erhole mich langsam von einer zufolge einer Komplikation chronifizierten Virus-Infektion (PHN) und erlebte im Winter das erste Mal, wie es sich anfühlt, wenn ein dünner Faden, insofern er reißt, mich plötzlich vom Leben trennen könnte. Eine ordinäre Erkältung hatte sich ungebeten zu der viralen „Pest“ gesellt; diese zwei Krankheiten zu meistern, hat meine ganze Kraft beansprucht. Noch nie, nicht einmal in der schlimmsten Grippe mit über 40°C Fieber hatte ich mich jemals so kraftlos ge-fühlt. Vielleicht eben deshalb, dass ich keinen Fieberwahn hatte, sondern die Kraftlosigkeit als eine absolute Hilflosigkeit mit einem relativ klaren Kopf erleb-te, dass allererste Mal, als eine Gratwanderung zwischen Leben und Tod, und das Gefühl, sich nicht dagegen wehren zu können. Fieber ist ein Genesungsprozess, mein Zustand war morbid und beängstigend.

    Eine gute Freundin von mir starb vor genau 12 Jahren. Sie war 12 Jahre älter als ich. Sie hatte gerade ihr erstes Enkelkind bekommen, stand mitten im Leben, war der strahlende, geliebte Mittelpunkt einer wunderbaren Familie, sie selbst eine fabelhafte, bemerkenswerte Frau, eine, an die ich bis heute immer wieder denke, all die Jahre. Sie litt an einem aggressiven Krebs, an welchem sie in kür-zester Zeit verstarb. Als Trigger der Krankheit glaubte sie sei die Verstrahlung aus Tschernobyl gewesen, welche sie ausgesetzt gewesen war, den sie als seltsamen Regen verspürt hatte, während sie an jenem Tag im Bikini bekleidet im Garten arbeitete, sodass ihre Haut am ganzen Körper durch die Strahlung be-fallen war. Ihr Mann war zu jener Zeit ein Diplomat an der deutschen Botschaft in Budapest. Vielleicht war das der Grund, vielleicht nicht, aber es war ein grausames Schicksal, und es gibt überall grausame Schicksale…

    Ihre Beschreibung des symbolischen Kampfs gegen die eigenen Dämonen hat mich ebenso berührt. Denn in solch einen Kampf muss ich mich wohl oder übel begeben, insofern ich noch mein altes Leben wieder haben und die Projekte, die in der Warteschleife schmoren, realisieren will. Das kostet Kraft, das kostet eine große Anstrengung, die mir Angst macht, denn ich bin immer noch nicht gesund. Das schlimmste dabei ist, keine Kontrolle zu haben…. Ein banaler Spruch ist manchmal das einzig tröstliche: Was uns nicht tötet, macht uns stark.
    Ihnen wünsche ich gute Besserung!

    *****

    Wegen der immer wieder geäußerten Beanstandungen wegen Rechtsschreibung in Dons Blog:
    Liebe Teilnehmer des Blogs,
    als keine Muttersprachlerin werde ich die deutsche Sprache wohl niemals vollständig beherrschen. Damit meine ich vor allem die lästigen Artikel in drei Geschlechtern. In meiner Muttersprache gibt es gar keine Artikel; im Schwedischen und Englischen sind die Artikel sehr einfach zu lernen.

    Neulich schrieb ich in der Überschrift zu meinem Posting „der Wurzel“, oh Graus oh Graus, dachte ich nur nachher. Warum hattest du das nicht nachgecheckt! Es heißt zwar der Schlüssel, aber dann wieder die Schüssel. Welch eine Logik steckt dahinter? Warum heißt es der Kerl aber das Weib? Der Himmel, aber die Hölle? Warum die Liebe, die Qual, die Pest, das Leid und der Tod?

    Sonst ist das deutsche Volk doch sehr auf Ordnung bedacht. In der Sprache finde ich keine. Warum beherrschen meine Töchter die Artikel perfekt, aber ich, die ich mich damit viel länger beschäftige, nicht? Nämlich seit der Schule, seitdem ich 11 Jahre alt war.
    Dafür spreche ich akzentfrei, außer im Stress. Immerhin etwas.

    Hier, ein Leidesgenosse, hilarious reading:
    In early times some sufferer had to sit up with a toothache, and he put in the time inventing the German language.
    Some German words are so long that they have a perspective. Observe
    these examples:
    Freundschaftsbezeigungen.
    Dilettantenaufdringlichkeiten.
    Stadtverordnetenversammlungen.

    These things are not words, they are alphabetical processions.
    Generalstaatsverordnetenversammlungen.
    Alterthumswissenschaften.
    Kinderbewahrungsanstalten.
    Unabhaengigkeitserklaerungen.
    Wiedererstellungbestrebungen.
    Waffenstillstandsunterhandlungen.

    My philological studies have satisfied me that a gifted person ought to learn English (barring spelling and pronouncing) in thirty hours, French in thirty days, and German in thirty years. It seems manifest, then, that the latter tongue ought to be trimmed down and repaired. If it is to remain as it is, it ought to be gently and reverently set aside among the dead languages, for only the dead have time to learn it.
    Mark Twain, „A Tramp Abroad“

    A dog is „der Hund“; a woman is „die Frau“; a horse is „das Pferd“; now you put that dog in the genitive case, and is he the same dog he was before? No, sir; he is „des Hundes“; put him in the dative case and what is he? Why, he is „dem Hund.“ Now you snatch him into the accusative case and how is it with him? Why, he is „den Hund.“ But suppose he happens to be twins and you have to pluralize him- what then? Why, they’ll swat that twin dog around through the 4 cases until he’ll think he’s an entire international dog-show all in his own per-son. I don’t like dogs, but I wouldn’t treat a dog like that–I wouldn’t even treat a borrowed dog that way.
    Mark Twain’s Notebook

    Hier zum guten Schluss das längste Wort in meiner Muttersprache, ist zwar ein Konstrukt, macht aber durchaus Sinn und könnte theoretisch benutzt werden:
    järjestelmällistyttämättömyydellänsäkään.
    https://en.wiktionary.org/wiki/j%C3%A4rjestelm%C3%A4llistytt%C3%A4m%C3%A4tt%C3%B6myydell%C3%A4ns%C3%A4k%C3%A4%C3%A4n

    • Nachtrag
      Hier auf Deutsch, über die Qualen, Deutsch zu lernen, von Mark Twain als Übersetzung. Sehr amüsant.
      http://www.hmtm-hannover.de/uploads/media/Die_schreckliche_deutsche_Sprache_06.pdf

    • Sisu!
      … wünsche ich Ihnen und mir/uns viele weitere schöne Beiträge aus Ihrer Feder. Ein paar Sommerwochen irgendwo am Saimaasee oder im Archipelago vor Turku und Sie werden sich fühlen wie neugeboren.

      Das längste finnische Wort übrigens …

      epäjärjestelmällistyttämä­ttömyydelläänsäkäänköhän

      oder lentokonesuihkuturbiinimoottoriapumekaanikkoaliupseerioppilas

      Hyvää iltaa ja parane pian

    • fehlerhafte Artikel sind doch so charmant,
      aber bei Ihnen gibt’s ja ohnehin nie welche!
      .
      Latente Virusinfektionen werden bei Stress akut, eine Identifikation mit Ihrer Freundin (die 12 Jahre…) könnte das getriggert haben…
      Alles Liebe und Gute!

    • Gute Besserung!
      Habe mich über Ihren Kummer mit dem Deutschen besonders amüsiert, weil Finnisch Ihre Muttersprache ist. Wenn es für Deutsch 30 Jahre braucht, wie lange mag es für einen Deutschen dauern, Finnisch oder Ungarisch zu lernen?

      Schon Polnisch soll Fälle und Zeiten haben, dass man selbst als russisch lernender Deutscher blass werden könnte, habe ich mal gehört…

    • @ J. Meyer
      Sydämelliset kiitokset ystävällisistä toivotuksistasi!

      Wunderbar, dass es zu järjestelmällistyttämättömyydellänsäkään inzwischen noch eine Steigerung gibt. Das zeigt, dass die Finnen sich um die linguistische Entwicklung der schönen Sprache stets bemüht sind.;-) : lentokonesuihkuturbi-inimoottoriapumekaanikkoaliupseerioppilas, das ist herrlich, habe Tränen gelacht. Danke!

    • der - die - das
      @ Foersterliesel
      @The Great Artiste
      Vielen lieben Dank für Ihre guten Wünsche!

      Dass viele Artikel in manchen Teilen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz anders lauten als in Hochdeutsch, hat mich auch immer etwas getröstet.

      @ The Great Artist
      Ja, es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, sich über Deutsch zu beschweren, wenn die eigene Sprache so kompliziert ist. Es sind auch sehr wenige Ausländer, die sich die Mühe auf sich nehmen, Finnisch zu lernen. Ich habe bisher einen einzigen Deutschen kennengelernt, der fließend Finnisch spricht, die Sprache hatte er seiner Frau zuliebe gelernt.

      Ja, Polnisch zu lernen soll die reinste Tortur sein, schon allein wegen der Aussprache. Das ist beim Chinesischen noch extremer. Das Studium fängt damit an, die Betonung zu lernen. Es gibt vier unterschiedliche Töne und einen Neutralton. Es dauert etwa ein Jahr, bis man das einigermaßen hinbekommt. Beim Lernen der Schriftzeichen fühlt man sich wie ein Kind bei den ersten Schreibversuchen, es geht Strich für Strich langsam und mühselig voran. Es gibt eine vorgeschriebene Anzahl Striche pro Zeichen, die in einer vorgeschriebenen Schriftfolge geschrieben werden, die ziemlich logisch abläuft, und auch das bekommt man irgendwann in den Griff. Einzelne, identische Schriftzeichen können alles Mögliche Bedeuten, das wird jeweils durch ein Präfix (Wurzelzeichen) bestimmt. Für die meisten Wörter benutzt man zwei bis vier Schriftzeichen. Hinzu kommt, dass identische Schriftzeichen durch das Präfix nicht nur eine unterschiedliche Bedeutung bekommen, sondern jeweils unterschiedlich betont werden können. In einem Wort mit mehr als ein Schriftzeichen kann sich die Betonung der einzelnen Zeichen darüber hinaus noch anders lauten.

      Das Schriftzeichen, das wir als erstes gelernt hatten, war mā, erster Ton, das Pferd 馬 oder Mutter 媽 bedeuten kann – das werde ich nie vergessen. Mit einem anderen Ton ausgesprochen kann ma alles Mögliche bedeuten, mit jeweils dem gleichen oder einem anderen Schriftzeichen, wie z.B. 3. Ton 嗎 Morphium oder 2. Ton 麻 Hanf.
      „We Researched How Chinese Keyboards Work, And It’s Totally Nuts“
      http://www.businessinsider.com/chinese-keyboards-2011-9?IR=T

  37. Jedes Mal,
    wenn der werte Don in seinen Aufsätzen die Begriffe „Atheist“ und „vermögend“ auf sich bezieht, also eigentlich immer, muß ich an Markus 10, 23 denken, wo es heißt, „Wie schwer werden die, welche Güter haben, in das Reich Gottes hineinkommen.“ Nix für ungut. Aber dieses Leben, lieber Don, ist nur die Vorbereitung auf die Ewigkeit, die sich naturgemäß hinziehen wird. Für wen werden ihre Räder einmal sein?

    • "Für wen werden ihre Räder einmal sein?"
      Philosophische Frage, interessanter Ansatz. Wenn wir ihm folgen und auf alle (ALLE!) Räder und Güter verzichten, werden wir gewiß sehr rasch ein Ende finden. Ob aber da das Paradies auf uns wartet, steht keineswegs fest. Gab’s da nicht u. a. auch Zutrittshürden für Pharisäertum und Bigotterie?

    • Generell werrden sich da schon abnehmer finden. Und es ist ja schön, wenn sie dann weiter durch die Welt kommen.

    • Titel eingeben
      es ist ja schön, wenn sie dann weiter durch die Welt kommen
      Sehe ich auch so, ähnlich bei Ihrer Gemäldesammlung. Aber ob die Nachlaßverwalter und -verwerter, die das in die Hände bekommen werden, auch so sehen und vor allem die Geduld haben, es an Leute zu verteilen, die auch Freude dran haben… wenn ich Sie wäre, würde ich so in 10 Jahren anfangen, die Sammlung zu verteilen.

  38. Chacun à sa façon - cherchez le chien.
    Der eine quält sich gern den Berg rauf, um hinterher etwas geschafft zu haben. Der andere ist Genusswanderer und wandert um zu jausen. Vermutlich grundsätzlich verschiedene Typen.

    Gehöre zu der Sorte, die versucht nett zu sich selbst zu sein. Eroicas sind nichts für mich, beim ersten Gasthof bliebe ich hängen als Held der Arbeit.

    Doch auch ich brauche langsam was als Motivation, bevor man immer schlapper wird. Ein Hund – obwohl ich Katzenliebhaber bin – ist da recht gut.

    Hatte einen Windhund-Afghanenmischling. Der lief und lief und lief (VW-Käfer-Slogan). Der optimale Jogging- und Wanderhund. Innert 3 Monaten rank und schlank und fit mit ihm, nur weil man in der Früh‘ eine Stunde läuft. Weitere Pluspunkte für das liebe hochgewachsene Tierchen: Jeden Tag bevor das Büro rief war die neue Zeitung geholt und frische Bambergerla (herbe, fränkisch-verbrutzelte Version des zarteren Croissants) und a Stadtwoscht für den Hund. Gemütlich gefrühstückt. Struktur, Struktur! Er verdrückte jeden Tag morgens ein eigenes Bambergerla oder zwei und eine eigene ganze Stadtwoscht und ein Knusperohr. Ein fränkischer Laufhund hat praktisch immer Hunger, bleibt aber dürr. Mit meinen Katzen vertrug er sich – sie tolerierten ihn als Personal. Äußerlich stoisch, herablassend, aber mit glühenden Augen. Allerdings muss man früh um 6:30 raus, nix für Eulen. Da wartet so einer schon freudig erregt mit seiner Leine im Maul am Bett.

    Heute könnt man sich den unausgelasteten Hund des Bürokollegen ausleihen. Doch dieser Hund, ein MeckPomm’scher ‚Dorfköter‘ (liebevoll gemeinter Ausdruck seines ihn innig liebenden Besitzers), er läuft nicht. Er freut sich über alles, diese gute Seele von Hund. Er wartet freudig erregt an jedem Kaninchenloch, schnüffelt jeden gammligen Laubhaufen und jede Laterne ab und jeden Baum ab und stoppt freundlich seinen gemütlichen Gang an jedem Edeka oder jeder Eis- und Würstelbude. Lustiges Tierchen. So wird das nix mit der Fitness.

    • vielleicht im Tierheim vorbeischauen,
      wo schon auf jemanden wie Sie gewartet wird? Werden die (alten?)Katzen wieder einen Hund akzeptieren ?? Der Hund des Kollegen wird mit einem zweiten aber zügiger mitlaufen.

  39. AC/DC: hells bells
    und nicht TNT HeyHeyHey, stattdessen lieber: I’m gonna take you to hell.

    ja DON, die einschläge kommen näher, hatte in der vergangenen woche noch die gnade, an einem bootssteg anzulegen, an dem ein ruderkamerad vor zwei jahren anlandete, meinte er fühle sich gerade nicht sehr gut und 15 minuten später verschied im vorrentenalter. gesund und fit. deshalb hin und wieder schonung und die hände immer am lenker bitte. es gibt schöner todesarten, beispielsweise in den armen einer geliebten und Rudolf Hess wollen wir mit seinem londoner tod jetzt nicht bemühen

    ObjectBe, unsere grosse literatin kann ich trösten: das radfahrer impotenzproblem soll laut studien erst ab ca. 3500 km im jahr häufig auftreten, dann lieber diese strecke rudern, kann auch im sitzen erledigt werden und schont wichtige körperteile, wie beim radfahren auch ist aber der wichtigste körperteil: DAS GEHIRN

    ansonsten grüsse in den norden, portofino war heute sehr schön und endpunkt einer langen wanderung. dann mit dem bus nach rapallo und miterlebt, wie beinahe ein radfahrer nach dem anderen in den engen kurven vom busfahrer zur hölle geschickt wurde.

    „I am a rolling thunder, a pouring rain
    I am coming on like a hurricane
    My lightning‘ s flashing across the sky
    You’re only young, but you’re gonna

    die“https://www.youtube.com/watch?v=cPRdfhkonJI

    • Machen Sie sich ujm mich keine Sorgen, meine Zukunft ist vorbestimmt und ich werde sehr, sehr alt.

    • Albert Speer statt Rudolf Hess
      bitte in meinem text diesen verschreiber entschuldigen, lag wohl am warmen wetter heute !

    • @ djangohatnemonatskarte "DAS GEHIRN"
      Sehr geehrter „djangohatnemonatskarte“

      es zeigt sich doch stets wieder auf´s Neue wie schön es ist gute Freunde zu haben.

      Hätte ein solcher mich nicht gerade angerufen, um mir zu sagen, daß Sie mich hier, zwischen den Zeilen, angesprochen haben; ich hätte es nicht bemerkt.

      Die von Ihnen erwähnten Studien mit der roten Linie von 3500 km sind mir nicht entgangen, doch nehmen wir einmal an, so rein hypothetisch, so ein gut aussehender Mann, der seine Zukunft vorbestimmt glaubt, radelt gerne und regelmäßig über´s Jahr an jedem Wochenende.

      Also, so 60 km sollen ja nicht viel sein an einem Wochenende, habe ich mir sagen lassen, da fangen manche wohl gerade an ihren inneren Schweinehund zum ersten Mal zu überwinden.(Es ist ja alleine schon eine schaurige Vorstellung erst 60 Km mit einem solchen auf der Lenkstange sitzend fahren zu müssen, bis man sich dessen endlich entledigen kann.)

      Und die 3500 km sind ja nicht so als ob man über eine Klippe fährt und „Er“, also ich meine jetzt nicht den Schweinehund, kommt dann nicht mehr hoch. Ich kenn´mich da nicht so aus und all meine männlichen Bekannten vermeiden Betätigungen solcher Art. Die sind mehr so beim Golf, Reiten oder Segeln.

      Ich stell´ mir das in meiner Phantasie ja eher schleichend vor, so langsam, ganz langsam kippend.

      Und letztlich haben Sie ja vollkommen recht, wenn Sie sagen, daß das Gehirn das Wichtigste sei.

      Wir scheinen ja Beide eine Vorliebe für ACDC zu haben und „hells-bells“ – fantastisch!

      Vielleicht denkt mancher Radler auch daran, wenn er mit vollem Schwung durch kleine, mittelalterliche Städtchen, fest in seinem Sattel verhaftet, übers grobe Kopfsteinpflaster rauscht, die Zeilen von „hells-bells“ summend:

      „Hell’s bells, Satan’s comin‘ to you
      Hell’s bells, he’s ringing them now
      Hell’s bells, the temperature’s high
      Hell’s bells, across the sky“

      Aus dem Gehirn des seeligen Fritz J. Raddatz sprang ja einmal der Satz:

      „Die Libido findet ja nicht am Schwanz statt, sondern im Kopf. Sie ist Sehnsucht, Hoffnung, der Horizont, den man ausschreitet“

      Ihnen noch erholsame Urlaubstage

      ObjectBe ( objectbe.blogspot.com)

  40. Sic transit gloria mundi
    Meine Empfehlung nach einem immer noch prallen und schönen Leben:
    – Sport dosiert ( Schwimmen/ Tennis )
    – no smoking
    – Alkohol ist Zellgift
    – die Frau sollte mindestens 15 Jahre jünger sein
    Trotzdem:
    Sic transit gloria mundi

  41. @D. A.
    Lieber Don,

    Sie sind ein Held. Vor einigen Jahren hatte ich mal eine Phase, da ich pro Tag vier bis fünf Stunden auf dem Rad verbrachte (damit ich in Ruhe grübeln konnte, ich hatte nämlich auch noch kein Handy); ohne bestimmte Probleme zu lösen, nebenbei bemerkt – aber vielleicht war es einfach nur zu früh dazu und jetzt könnte es bestimmt helfen. Immerhin sah ich damals toll aus, aber das war damals mehr so der Kollateralschaden der Übung. – Ansonsten: Cooles Ständchen, vielen herzlichen Dank.

  42. Don Alphonso stellt am 9. Mai 2016 um 12:26 Uhr ein Foto
    in den Kommentar. Tolles Foto (wer fotografiert ?), mit der bescheidenen quatro stelle-Pilgerherberge Villa Lecchi im deuxième plan.
    .
    Sagen Sie Don, der Pilger da in Staggia Senese, der mit dem Hund, sitzend auf dem Bordstein, V.B.(?), büßt er schon auf dem Wege, den auch die Kaiser gegangen sind?

    • Das war ein glückstreffer in Abbadia Isola, vor der romanischen Kirche.

      Bilder mache ich mit Selbstauslöser.

  43. Autor ist gut, wenn Leser liest, was er sonst nicht lesen würde
    Das Stück brilliert mit dem scharfen Witz römischer Dekadenz. Da tritt sich einer gesund und hat Gedanken über den Tod. Sätze wie dieser fließen aus seiner Feder:
    „Der eine wird vom Teer zusammen gehalten und steinalt wie Helmut Schmidt, und der andere verstirbt früh auf dem Jägersitz, ohne den Sturz des Kommunismus erleben zu können, wie Franz-Josef selig.“
    Etwas weiter oben sinniert er verfrüht über sein langes Leben, das er länger als Durchschnitt wähnt (weil vermögend) und vergisst, dass Franz-Josef auch vermögend war, allerdings fett, sorry, FJ-Liebhaber, aber das ist die Wahrheit. Eben las ich in dieser Zeitung, dass der Horst einer schönen Modelleisenbahn in Liebe verbunden ist. Offen gestanden ist das ungefährlicher, und solche Gedanken kommen einem dabei nicht.

    Man überlegt, wo zum Teufel das nochmal genau alles ist, dann kommt so was:
    „Das hier ist Monteriggioni. Monteriggioni ist die Grenzfestung von Siena gegenüber der Florentiner Festung von Staggia Senese. Staggia ist durch einen Fluss geschützt, Monteriggioni durch einen steilen Berg.“
    Vielen Dank. Ich schätze genaue geographisch-historische Erklärungen.

    Trotz meines Abstandes zur lebensgefährlichen Sportart des Radelns, die kurz nach dem Motorradfahren anzusiedeln ist (Autofahrer verunglücken bekanntlich eher beim Skifahren), hatte ich wieder großes Vergnügen beim Lesen.
    Sie sollten, wenn überhaupt, etwas mit Wintergarten mit grandiosem Blick kaufen, wo Seehofer seine Bahn aufbauen darf. Vielleicht würde ihn das inspirieren. Denn vero: Die Natur dort ist einem Keller vorzuziehen, zumindest, wenn kein Winter ist.
    Und: Wenn ich dort mal wieder mit dem Auto bin, achte ich mehr auf Radler, versprochen.
    Wenn Sie’s nicht wären und Ihr unnachahmlicher Stil, würde ich keinen Satz über Radtechnik und Übersetzungen zu Ende lesen.
    Gesünder leben ohne so eine Ochsentour?: Da hilft dann nur weniger Trüffelspaghetti (wegen der Butter). Man spart dabei auch mehr: Keine Trüffel, kein Capelli, keine Drittimmobilie, um mehr Stauraum für Rennräder zu haben. Askese sozusagen. Wünsche una buona serata und beste Pasta!

    • Vielleicht nur dieses: stastisch gesehen werden Männer in hohen Besitzklassen tatsächlich deutlich älter als andere Gruppen. Und in meiner Sippe werden auch viele steinalt. Schon immer.


    • Wie alt ist steinalt?
      Der kurzlebigste Bruder meines Großvaters – das war auch der wohlhabendste – starb mit 80, der langlebigste – der war zeitlebens Knecht gewesen – mit 96. Von den Schwestern wurde die eine 91, die andere 100 (bei denen war es so, daß die wohlhabendere, die einen Mann gefunden hatte, länger lebte.).
      Und das alles trotz Hungerwintern, 2 Kriegen, Hyperinflation, – und schließlich Wirtschaftswunder.
      Das sich auf die Wohnverhältnisse der 91 gewordenen nicht auswirkte, die lebte ihr Leben lang im Bauernhaus ihrer Eltern mit Plumpsklo zur Sickergrube (um den Bogen zum Podere zurück zu schlagen).

    • Titel eingeben
      @Oberländer „dass der Horst einer schönen Modelleisenbahn in Liebe verbunden ist.“

      In Liebe verbunden und dann so eine Anlage?
      http://media0.faz.net/ppmedia/aktuell/590829163/1.4223250/default/der-blick-auf-die.jpg

      Seehofer: „Ich habe hier mein Leben lang mein eigenes Leben nachgebaut“
      Ohne Heimatlandschaft und Ästhetik, aber übermäßig viele Züge.

      Mich wundert nichts mehr aus Bayern…..
      http://tinyurl.com/jsfyf2d

    • Seehofers Eisenbahn
      so schmucklos, ja man möchte fast sagen, lieblos schaut sie aus.

      Wenn ich da an die Anlage meines seligen Mannes denke, Z-Spur, der Berge und Täler, kleine Städte mit beleuchteten Häusern usw. auf zwei Platten verbaute, mittendrin ein Loch, durch das er kroch, um in seiner Anlage, seinem Reich zu hantieren… was für ein Unterschied zu Seehofers phantasieloser Eisenbahnwelt. Da wundert mich die Freundin nicht mehr, ihm fehlt eindeutig Liebe.

  44. All den Zweiflern sei entgegen geschmettert…
    dass es einfach herrlich ist nahezu lautlos durch die Landschaft zu gleiten. Ohne Surren, ohne Knattern. Nur das leichte Pfeiffen der Lunge.
    Es ist ein ganz besonderer Genuss. Wenn die vorbei geltende Landschaft dann noch frühlingshaft toskanisch ist… Es fehlen mir die Worte. Und deshalb höre ich auch auf.
    Schön war’s einfach.

    • Pure Töne
      Will demnächst mal einen M probefahren, weiß noch nicht, ob 2er, 4er oder 6er. Das Geräusch! Sie können die Auspuffklappen öffnen, wenn Sie am Haus von dem mit dem RS von Audi vorbeidröhnen. Ein F-Type in den Tunneln der Gardesana occidentale: Genuss pur.
      Fazit: Wir sind alle verschieden, ein Segen. Vor nichts graust mir mehr als vor den Einheitssystemen, wozu auch ganz klar Religionen gehören. Daher macht es mir Freude, von etwas zu lesen, das ich nicht kann/will: Einen Berg mit dem Rad raufstrampeln, schwitzend. Lieber eine Schweinshaxe weniger. Das des anderen Typen, das, das ich nicht mache, ist bereichernd. Und eins weiß man nie: Vielleicht macht man es eines Tages doch. Aber eher in Holland.

  45. Trek!
    Grandios.

    Also ich fahr noch im Mai runter und fahr die Strecke, dann wollen wir doch

    mal sehen.Bis eben hab ich mich sehr pyknisch gefühlt – aber wo ich jetzt

    das Foto sehe – fühl ich mich eigentlich sehr normal. Dank auch dafür.

  46. Titel eingeben
    Daemonen sehe ich nur dort, wo ich sie sehen will. Nach vier Herzinfarkten (der letzte reduzierte mich auf 45 % Kraft) und Atemnot sage ich: Verdammt, was kuemmert mich die Krankheit, Hauptsache der Herrgott schenkt mir Tag fuer Tag ein neues Leben! Und ist das nicht ein Wunder, vier Infarkte und voller Lebenslust? Nicht die Krankheit hat mich, ich habe sie, und somit bestimme ich ueber sie. Und ich bestimme jeden Tag neu: Hauptsache ich lebe! Und weil wir beim Fahrad sind, ach, seit meiner Kindheit hatte ich Raeder, und ich schraubte und polierte mit Leidenschaft, und ich drehte meine Kreise und fuehlte die Lust des Lebens. Und jetzt liegt das letzte Rad zerlegt, an verschiedene Orte verstreut, im Strom der Zeit, und das war es denn. Das ist wohl eines der wenigen Dinge. die ich gerne, so gerne nochmals taete: Mich in den Sattel schwingen, die Pedale druecken und mit Lust und Freihand die Strasse runterzischen.
    Na schoen, geht nicht mehr so recht (beschoenigend ausgedrueckt), da leiste ich mir halt meinen Ron Flor de Cañe (ein exzellenter Rum, weich, edel, vollmundig, nicht so einen Billigverschnitt, wie man ihn in der deutschen Werbung als Qualitaet angeschmiert bekommt).
    Der Weg ueber die Alpen scheint ja muehselig zu sein. Der Weg bei mir Zuhause, der Conquistadorenpfad, ist eine Ochsentour. Man sollte einen Vergleich starten. Was ist gefaehrlicher? Mit dem Rad in der zivilisierten Grossstadt, oder mit dem Rad auf der mittelalterlichen Ochsentour?
    Bevor man aber den Vergleich antritt (bzw. in die Pedale tritt), sollten zahlreiche Tische des Weges aufgestellt werden, auf denen sich die Dinge haeufen, der Ron, der Weiswein, das Weisbrot und guter Schafskaese. Fuer die zahlreichen Pausen.
    Also Don Alphonso, wie waere es mit den Conquistadoren?

  47. Titel eingeben
    Zum Conquistadorenpfad:
    Es muss natuerlich Weissbrot und Weisswein lauten, wie peinlich der Schnitzer, wie menschlich.

    • @ Gregorius: Es müsste dann aber auch Fahrrad heißen,
      aber das ist nicht der Grund meines Posts. Wie wäre es, wenn wir alle gemeinsam dem Don vorschlagen mal die Hügel um Poggibonsi zu verlassen und runter an den Trasimenischen See/Chiusi oder Richtung Grosseto zu radeln-und mit den Ferrovie della Toscana in seine bescheidene Herberge zurückzukehren? Oder an den Lago di Bolsena. Die Isola Bisentina gäbe genügend Stoff zum Gruseln, irgendwie auch anzuknüpfen an storie ravennesi.
      .
      Übrigens, sollte er das podere erwerben, müsste die Piccionaia wieder in den Originalzustand gebracht werden, auch bei Verwendung als Lesezimmer zu empfehlen.

    • Titel eingeben
      eins der fehlenden s hatte sich im Schafkäse versteckt.

  48. Von Belgien in die Niederlande nach Köln
    braucht man als Landfahrender Rentner sein Rad nur, um kleinere Strecken zu bewältigen. Die Kilometer frisst die rollende Hütte, an der das Rad hängt. Nach mehr als 20 Jahren endlich einmal ein neues Rad. Mit federnder Gabel und Sattelstütze. Soviel Luxus darf sein mit 68 Jahren!
    http://n0by.blogspot.de/2016/05/von-belgien-in-die-niederlande-nach-koln.html
    Dämonen rasen über die Domplatte. Die Frau berichtet gerade aus München von einem Allah brüllenden Messerangreifer in der Gräfelfinger S-Bahn. Dämonen sind überall. In Ulm, um Ulm und um Ulm herum.
    Mir behagt Böhmermannsche Lächerlichkeit am meisten. Und Pirinccis Premium Pöbelei. Bei der FAZ kommunziert man besser in elaboriertem Sprachcode. Aber das und mehr steht ja schon im Blog.

    • Ja, sieht so aus, als sei Grafing wirklich ein schreckliches Ereignis. Und eine unschöne Koinzidenz, ich schreibe gerade was in der Richtung.

    • Grafing
      Wobei dann auch wieder erschreckend ist, wie gewöhnlich das kurz danach wieder aussieht: ich bin genau dort heute morgen keine drei Stunden nach der Tat in den Zug gestiegen. Klar, Blaulicht, Polizeiabsperrung ringsherum, ein stillgelegter S-Bahn-Zug – aber auf den anderen Gleisen läuft der Verkehr weiter, zwar mit Verspätung, aber auch wieder normaler als beim Baustellenverkehr eine Woche zuvor.
      Andererseits überlegt man dann aber doch schon, was man selbst in dieser Situation…

  49. "ich schreibe gerade was in der Richtung"
    Deutscher Eskapismus und der fehlgedeutete Fichte „Ich bin schlecht(hin), weil ich bin“, der Deutschen liebste Lebenslüge überhaupt, das verbissen verfolgte moralinsaure Selbstverleugnungs-, Selbstverbesserungs- und Exkulpationsprojekt, die provinzielle Vorstellung und der nirgends sonst, auch nicht in der Toskana geteilte Wahn eines verlässlich und vernünftig agierenden Staates. Ein Staat, der den Bürgern und Ländern mit der EU, Brüssel und Straßburg, eine doppelte Verwaltung auferlegt, doppelte Kosten, doppelt und unkontrollierbar wuchernde Bürokratie bei gleichzeitig halbierter Verwaltungseffizienz und Sicherheit, wie u. a. die Schengen- und Dublinabkommen zeigen. Eine EU, die mit der naiven Übertragung und Überdehnung des „europäischen Gedankens“ auf die Welt überhaupt ihre Unfähigkeit zu einer wirksamen Intervention bei der in Brand geratenen Nachbarschaft im Osten und in Nordafrika offenbart.

    Sicher versorgt sind in diesem „Europa“ vor allem seine Funktionäre, Mandatsträger, Rauchmelder und Lautsprecher vom Format eines Würselener Dorfschulzen. Dialektischer Bürokratismus und pseudoimperiales Gehabe im operettenhaften Gewand einer Dorffeuerwehr, die sich weniger ihrer eigentlichen Aufgabe als dem properen Auftritt beim Vereinsabend widmet, bei erkennbarer Verwahrlosung der Kernmandate. Zu schweigen von der ungebremst und bedrohlich wachsenden Staatsquote, die den verbleibenden und hemmungslos genötigten Beitragszahlern Lasten abverlangt, wie sie das auch in dieser Hinsicht als grausam verschrieene Mittelalter in der geforderten Höhe nicht kannte. Ein System, dem die nicht am staatlichen Versorgungstropf hängenden, noch selbständig erwerbenden und die über erworbenen (versteuerten!) Besitz verfügenden Bürger als verdächtig und zur weiteren Plünderung freigegeben gelten, während sich gleichzeitig immer mehr leistungsverweigernde aber um Zuschläge aller Art heischende Mitesser an den nicht größer werdenden Tisch drängen. Alles grenzüberschreitend, nota bene, überall und in jeder Hinsicht. Wer Schäubles Truppen für zudringlich hält, hat mit der guardia di finanza noch nie zu tun gehabt.

    Und als ob damit nicht genug wäre, dazu das …. http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/an-s-bahnhof-ein-toter-bei-mutmasslich-islamistischem-messerangriff-in-muenchen-14224641.html
    und das hier … http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/fluechtlingspolitik-vergesst-die-christen-nicht-14223590.html

    Und da guckt nun einer zu und hin und kann das alles sehen und denkt, in den Hügeln der Toskana ließe sich all dem entkommen. Muss sich wohl um einen späten Nachkommen der römischen Stoiker handeln, die sich ungerührt dem beschaulichen Leben auf ihren Landsitzen hingaben, während das Reich zerbröselte und die Goten sich eben zur Requirierungstour anschickten.

    • Nein, ich bin da gar nicht stoisch, in meiner Zeit vor der FAZ waren Extremismus und Terrorismus einige meiner Arbeitsschwerpunkte. es gibt wirklich Ähnlichkeiten zu den Messerangriffen in Israel. Und dass die alle nur psychisch gestört sein sollen – siehe den Schubser in Berlin – glaube ich nicht.

    • Das Musten. eher im sinne des Kampfes wertlose Leute mit „schwer einen an der Waffel“ oder Frauen für Anschläge vorzuschicken, kennt man bezeichnenderweise auch von der Hamas.

    • Bergauf - bergab
      Es geht bergauf, dachte der Spatz, als die Katze ihn die Stiege hochtrug.

      Für Großstädte könnte es zukünftig gelten. Trotzdem fahre ich gern mal nach München durch den neuen Luise-Kieselbach-Tunnel.Da gibt’s nur Blitzer, jede Menge.

    • Herr Galdikas
      guter Beitrag (auch der Hinweis auf die beiden Artikel- insbesondere den von Frau Mönch!)- kann man so nur unterschreiben!

      Zur Ergänzung Ihrer Thesen bzgl der EU könnte man noch auf eine Meldung über die Aussagen von Frans Timmermanns EU-Kommissions Vizepräsident hinweisen. Ich habe es in der Freie Welt gelesen, dort ist auch der link auf die Originalrede (http://www.freiewelt.net/nachricht/monokulturelle-staaten-werden-verschwinden-10066760/?tx_comments_pi1%5Bpage%5D=1&cHash=34a8b4ce4ee615b2e4f9215b22d5e5c6)

      Timmermanns argumentiert im Wesentlichen rassistisch und wirft dabei mit Strohmannargumenten dem Konservativismus eben diesen Rassismus unhaltbar vor. Er erklärt, dass die muslim.Massenmigration dem Ziel der zwangsweisen Durchmischung hin zu einer „Superkultur“ diene.
      Merkel ist also voll auf Linie. Die Allusion „Superkultur“ liegt übrigens in der totalitären Dialektik von „Übermensch-Untermensch“. Dass damit genau das passiert, vor dem Sloterdijk in seiner Ellmauer Rede(Regeln für den Menschenpark) gewarnt hat- nämlich Menschenzüchtungsexperimente- ist nur schlüssig. Und wie gesagt, Merkel und die Ihr Hörigen mitten drin (und das bei unserer deutschen Nahgeschichte!).

    • Zur psychischen Störung
      Eine religiös-wahnhafte-Störung unterstelle ich allen. Man müsste sonst annehmen das dies gesund sei (Gesund ist im Rahmen der Psychohygiene auch Mord im Vergleich zum Suizid) Für das Opfer ist es egal ob der Täter psychisch Krank war. Der Stich verletzt die Lunge in gleicher Weise.
      Es wäre ein schönes Symbol einen Täter mit politisch-islamistischem-Hintergrund zur dauerhaften Sicherung in eine forensische Klinik für Psychiatrie einzuweisen. Oder wir bringen wenigsten Psychiater in die Gefängnisse.
      PS Der Unterschied ist u.a. das sie ein positives Gutachten benötigen um raus zu dürfen.

    • @ Galdikas, wie wahr wie wahr-alles.
      Bei Ihrer Bestandsaufnahme könnte man trübsinnig werden. Aber genau das ist der Grund um hin und wieder in die Toskana oder die Provence zu entweichen. Das ist reiner Selbstschutz und hat mit der negativen Konnotation des Stoizismus´ m.E. nichts zu tun. So wie die Römer, auch die mit Einfluss, das langsam fortschreitende Siechtum und die Einwirkungen der Völkerwanderung in ihrem überdehnten Reiche nicht aufhalten konnten, so wenig kann ein Don, Sie und ich gegen das inzwischen von Washington getriebene Konstrukt in Brüssel, Luxemburg und Straßburg etwas ausrichten.
      .
      Dabei wütet der Wahnsinn* im Lande auch ohne Brüssel, ohne Schönredner wie dieser E. Brok . Das restliche Schreckenskabinett finde ich der Erwähnung nicht wert.
      (http://www.cicero.de/kapital/europa-ist-kein-populistisches-spielzeug/51492), dem man wenigstens für einige Tage entfliehen möchte, so wie es Don tut. Dabei kommt wenigstens noch etwas unterhaltsames und allemal wissenswertes heraus.
      .
      Auf den Wahnsinn zurückkommend. Meine 6 jährige Enkelin hatte gestern bei Opa angefragt, ob er ihr nicht ein Geburtstagsgeschenk für ihren Freund und Schulkameraden basteln könne, ein Schwert und ein Schild, solche wie sie bereits welche in ihrer in der Weinstube eingerichteten „Waffenkammer“ hätte. Natürlich kann der Opa. Wenn er an Schild denkt, so denkt er an Kreuzritter, an Johanniter, Deutschorden und Malteser. Das Schild ist fertig, von der Nachbarschaft mit Einschränkung bewundert, aber positiv-maliziös und lachend als nicht mehr P.C. bewertet. Ich nehme mir das zu Herzen und werde morgen „Gott mit uns“ in die Klinge des Holzschwertes einbrennen. Mal sehen was passiert.

  50. @Martin Kabel
    @Martin Kabel – Darf ich Sie darauf aufmerksam machen, dass ich nicht behauptet habe, dass es keine muslimischen Frauen gäbe, die Rad fahren? Ich bezog mich auf die Frauen, die von ihren Vätern und Brüdern dazu angehalten werden, in der Öffentlichkeit nicht ohne Kopftuch und sicherlich nicht in kurzen Hosen zu erscheinen. Die Musliminnen, die mich vor ein paar Tagen beobachteten, hatten einen traurigen Blick, der mich an das Gedicht von Droste-Hülshoff erinnerte, insbesondere die letzten Zeilen:
    .
    Wär‘ ich ein Jäger auf freier Flur,
    Ein Stück nur von einem Soldaten,
    Wär‘ ich ein Mann doch mindestens nur,
    So würde der Himmel mir raten;
    Nun muß ich sitzen so fein und klar,
    Gleich einem artigen Kinde,
    Und darf nur heimlich lösen mein Haar,
    Und lassen es flattern im Winde!
    .
    Aber es ist mir natürlich klar, solche Gedanken sind nicht sonderlich multik-kulti.

    • Zeitwandel
      Ich habe den Eindruck, daß sich bei der Ausübung des Islam im Mittel etwas verschärft hat: Mitte der Neunziger war ich auf einer Konzertreise in Malaysia, die unsere damalige Dirigentin malaiisch-chinesischer Abstammung organisiert hatte. Das Klima im Land empfand ich als ausgesprochen tolerant (außer den muslimischen Malaien gibt es dort vor allem viele Chinesischstämmige und Tamilen), auch wenn „die Chinesen“ wegen ihres wirtschaftlichen Erfolges eher mißtrauisch angesehen wurden. Da stand der chinesische Tempel (mit Junghans-Standuhr aus dem Schwarzwald) neben der Moschee und zwei Straßen weiter ein buddhistisches Heiligtum.
      Und alle fuhren japanische Roller (Honda Super Cub), die muslimischen Frauen eben mit Kopftuch unter dem Helm, die chinesischen ohne.
      Nun aber hört man immer öfter, daß die damalige Religionsfreiheit immer weiter eingeschränkt wird und es mittlerweile auch offene Repressionen gibt…

    • Sunnyboys
      @Astroklaus

      Ja,ja – auch auf den Philippinen knallt die Scharia so richtig durch.
      Da verkündete der gestern gewählte Duterte, „…er werde als Präsident 100000 Kriminelle hinrichten lassen und ihre Leichen den Fischen in der Bay von Manila zum Fraß vorwerfen, bis sie fett würden….“(FAZ)

      Uups – der Mann ist ja Katholik wie 80% des Landes (und wurde interessanterweise als Kind von einem Priester sexuell missbraucht)– und die Beschwerden der muslimischen Minderheit wg. Diskriminierung häufen sich….

      Übrigens: Paul H.H., der „Sunnyboy aus Hessen“ (Merkur), ist Deutscher ohne Migrationshintergrund.

  51. Antirheticus und Lebensbejahung
    Lieber Don Alphonso, dieser Text von Ihnen ist wieder ein sehr geerdeter- so wie schon der letzte.
    Lebensbejahung und memento in einem. Das ist nicht die schlechteste Mischung, sondern eher eine der besten.
    Zur Unterscheidung der Dämonen empfehle ich den Antirheticus magnus von Evagrios Ponticos (Übersetzt v. P.Leo Trunk OSB, Münsterschwarzach 1992).
    Denn auch einen der letzten Sätze von Ihnen halte ich für wegführend: Die Dämonen sind ALLES – und wie wir uns zu ihnen verhalten.
    Es wäre doch spannend zu sehen, was passiert, wenn wir mit unseren Dämonen gerungen haben- was ja nichts anderes bedeutet als Sie/Uns kennenzulernen und sich ihnen nicht einfach zu ergeben, sondern nach eigenem Leben zu streben!
    mit gutem Gruß

  52. Dämonen
    werden überschätzt.

  53. Kleiner Einwand desweiteren: Die Welt ist nicht "absurd reich", noch lange nicht. Man hütete
    sich daher besser vor so unbewußt vorgetragenen Einschätzungen, denn sie erst bereiteten den Boden für erfolgreiche Zustimmung zu „Rückschlägen“, resp. wären fördernd für falsche Zurückhaltung bei der – unbedingt auch weiterhin notwendigen – unbedingten Zustimmung zu einem weiter-so-aufwärts ohne Rückschläge? Die vorauseilende Negativeinschätzung trüge so nämlich schon die spätere eigene Gutbegründung fürs Abseitsstehen und Verantwortungsfehlen in sich?

    Und „Gratisbeigabe“ war „die Erlösung“ doch auch noch nie, oder wo bitte?

    Ansonsten war der Name des Dämons auch schon einmal „Stumpfsinn“ – und in genau dem Zusammenhang tauchte er früher auch schon einmal auf. „Einmal endigt selbst diese Geschichte; sie hat die längste Zeit gedauert, oder vielmehr: Ihre inhaltliche Zeit ist derart ins Rollen gekommen, daß kein Halten mehr ist.“ Aber wer wollte das schon so?

    Wobei wir heutigen bzgl. dessen eben längst viel weiter sein sollten: Durch Kenntnisse, Aufklärung und eigenes Handeln.

    Unter anderem eben auch in der einen Sache, welche zu wissen meint, dass „Atheismus“ nicht hieße „glaubenslos zu sein“. Nicht an „Götter“ zu glauben hieße eben nicht psychologisch-unterbewußtseinlich damit die Glaubensinstanzen an sich direkt auch bereits gleich allesamt mit abgeschafft zu haben, das Gegenteil ist der Fall.

    Und daher meinte „Handeln“ vor allem eines: Weitere Aufklärung gewinnen. Ob nun via Airforce oder NSA oder und wäre dann ggfls. auch schon mal egal, *g*.

    Wir sind ja alle FAZ heute, daher evtl. ans FAZ-Wissen erinnert: Man googele evtl. „McKinsey, Primat des Handelns, straff-lockere Führung“ – auch wer temporär nicht handelte, sollte immerhin wissen, warum er anderen den Vortritt ließe, auf Zeit.

    • Ich meinte: Unsere Welt ist absurd reich. die anderer natürlich nicht.


    • Unsere Welt ist absurd reich. die anderer natürlich nicht.
      Was ist dann „unsere Welt“?
      Deutschland mag wohlhabend sein, aber reich… dazu verfällt zuviel und ist in den letzten 20 Jahren zuviel Ärmlichkeit aufgekommen. Andernorts (Asien z.B.) soll der Wohlstand in den letzten 20 Jahren zugenommen haben, aber ich war nicht dort, kann es nicht aus eigenem Erleben bestätigen.
      Ich teile jedenfalls die Meinung der dicken Sozialhosen nicht, daß wir hier in D uns „alles leisten“ könnten.

  54. Ein wunder Bauchnabel
    Manche Leute werden einwenden, nicht die Länge der statistisch zu erwartenden Restlaufzeit sei entscheidend, sondern die Inhalte mit welchen man die Zeitspanne anfüllt. Eine konstante Beschäftigung mit dem eigenen Bauchnabel könnte bei mir eher Selbstzweifel wecken.

  55. @astroklaus
    @astroklaus – Ob sich die Ausübung des Islams im Mittel etwas verschärft haben, kann ich nicht beurteilen, für das was mich beschäftigt, ist das auch irrelevant. Frauen sind in der Religion benachteiligt und eingezwängt unter Hinweis auf ein Buch, dass ein Mann geschrieben hat. Natürlich wird man mir jetzt entgegenhalten, das Koran sei Mohammed von Gott eingegeben worden, so wie Moses die zehn Gebote auf dem Berg von Gott erhalten haben soll. Das halte ich für totalen Stuss. Die Ideen kommen von den Männern selbst, die sie durchgesetzt haben, indem sie auf Gott verwiesen. So wie man in Verhandlungen seinen Boss als “Bad Boy” stilisiert, wenn man Rückhalt braucht.

    • @Lisbeth Heuse
      „Die Ideen kommen von den Männern selbst, die sie durchgesetzt haben,
      indem sie auf Gott verwiesen.“

      Auch ich sehe den Islam als eine Art, durch körperliche Gewalt, zugunsten der Männer einseitig entschiedenen Geschlechterkampf.
      Stellenweise überwölbt, damit die Brutalität nicht gleich so auffällt, durch blumiges „spirituelles“ Gefasel, wie Religionen es allgemein gerne aufweisen.

    • 10 Gebote
      Ihnen möchte ich im Grunde zustimmen, werte Frau Heuse. Und seien wir jüdisch-christlichen Frauen bloß froh, da es ursprünglich sogar drei Tafeln mit 15 Geboten waren, aber gottlob Moses eine Tafel beim Herabsteigen aus der Hand geglitten und unpubliziert zerschellt ist.

    • Text und Auslegung
      Werte Frau Heuse, mir ging es darum, daß es immer wieder Bestrebungen gibt, auch noch den überall vorhandenen Spielraum mutwillig einzuschränken. Alle diese Texte sind ja nicht annähernd so eindeutig wie von Fundamentalisten aller Couleur gerne behauptet wird; die hebräische Schrift läßt wegen der Auslassung der Vokale teilweise recht unterschiedliche Auslegungen zu und auch der angeblich „direkt diktierte“ Koran ist nicht wirklich konsistent.
      Selbst wenn ein solcher Text nun aus historischen oder sonstwelchen Gründen die Grundlage einer Gesellschaft darstellt, kann man die tägliche Ausgestaltung durchaus unterschiedlich handhaben – und hier sieht es teilweise düster aus.
      Interessant ist aber in diesem Zusammenhang doch auch immer, daß es die Mütter sind, die ihre kleinen Jungs zu Frauenverächtern erziehen…

  56. I found the key to the universe
    In the engine of an old parked car… So wie es Bruce Springsteen 1973 in seinem Song „Growing Up“ textete, wie uns unser Gastgeber mit kryptischen Schilderungen von nichtweiblichen Vorbauten, Schaltgruppen, Tretkurbeln und innenliegenden Bremszügen unterhält, trifft es den Nagel weit besser auf den Kopf, als alle Selbstfindungs- und esoterische Hirnvernebelungsliteratur.

    Und es ist auch sehr viel plausibler, wenn Springsteen später wie in „Youngstown“ über den Niedergang traditioneller Arbeiterstädte singt, statt wie Bob Dylan von christlichen Anwandlungen befallen zu werden, oder wie die Beatles nach Indien zu pilgern, um etwas zu finden, was eigentlich immer da ist.

    „ If the doors of perception were cleansed, every thing would appear to man as it is : infinite.
    Wenn die Pforten der Wahrnehmung gereinigt würden, würde alles dem Menschen so erscheinen wie es ist: grenzenlos und unendlich.“

    So wie man bei William Blake spontan eher an einen durchgeknallt delirienden Freak denkt – Idol der 68er Beatnicks (Doors, Ginsberg, auch Huxley und Orwell) – finde ich es weit bemerkenswerter, dass er 45 Jahre mit der gleichen Frau verheiratet war –zu seiner Zeit -, mit ihr zusammen arbeite, und erst im hohen Alter wirkliche Anerkennung selbst erleben durfte.

    Auch interessant, wenn man an sein Gedicht „London“ denkt, wie er wach war für die soziale Lage und hellsichtig, wenn ihm die „verpachteten/chartered“ Strassen auffielen, zu denen er seinen Text veränderte, wo er vorher nur „schmutzig“ geschrieben hatte, wie ich von einem gut befreundeten Anglisten gelernt habe.

    Sehr viele „verdauen“ diese Erfahrung, die gemeinhin als „mystisch“ etikettiert wird, weitaus schlechter, sitzen als „Jesus“ bedröppelt in irgendeiner Psychiatrie, und einer der ersten, der die Erfahrung gemacht hat, konnte den Versuchungen des dabei übersteigerten Selbstbewusstseins nicht widerstehen, und musste sich kreuzigen lassen, und legte den Grundstein für eine ziemlich folgenreiche „Religion“. Was bei „Leben des Brian“ ein herrlicher Klamauk ist, ist in der Wirklichkeit die haarige Gratwanderung zwischen „Psychose“ und „Erleuchtung.“

    Gerade für den Fall, dass ich mir vorstellen könnte, was bei z.B. Nietzsche passiert ist, ist es wahnsinnig wichtig, dieses eine Leben als das anzusehen, was wirklich zählt: die Geschenke des Schicksals – Lebensumstände, Talente, vor allem die Menschen, denen man begegnen durfte – zu achten, und sich bei den Süchten und Marotten, als die sich unsere Dämonen verkleiden, ein wenig vorsichtig und reflektiert sein. Der schönste Lerneffekt ist, wenn man erlebt, wie man sich irgendwann im Wesentlichen nur Dinge wünscht, die man auch haben oder machen kann.

    In einer unendlichen Wirklichkeit, in der alles genau so ist, wie es ist, läge der Schluss nahe, jeder habe sein Schicksal selbst „verdient“ und man wäre jeder Verantwortung für alles Elend enthoben – oder man bildete sich ein, man könnte „allein die Welt retten“.

    Entweder man landet in der Psychiatrie – oder man begreift, dass es genau diese kleine Freiheit ist, hinzusehen, und zu entscheiden, ob man in diesem kleinen Moment die Welt für die Menschen, die einen direkt umgeben, ein bisschen schöner oder hässlicher machen möchte, je nachdem, wie nahe uns der andere steht, oder was es uns kosten würde an eigenem „Nachteil.“

    Darum bin ich bei allen Glaubensgemeinschaften gegenüber sehr skeptisch, die diese Entscheidung ganz einfach machen und per IN- und OUT-Group ein für alle mal definieren – das läuft früher oder später unweigerlich auf Krieg zwischen den Gruppen um Macht und Geld heraus.

    Stolz zu erklären, dass wir in Europa nicht in der Lage sind, das Elend der Welt mit Haartz IV zu lösen und ehrliche Kontingente bestimmen, wäre ein Weg, der darauf setzen könnte, dass die Menschen auf der anderen Seite des Zauns begreifen, dass sie genauso entscheiden würden, wenn sie auf der Schokoladenseite geboren worden wäre.

    Dazu müssen konkrete Veränderungen in den Wirtschaftsstrukturen angeboten werden. M. Miegels Zahlen sprechen für sich.

    Der Segen des Christentums ist, dass es die „Vergebung“ eines Fehlers, statt nur dessen „Vergeltung“ kennt, die Seuche, dass es fast immer ein Alibi war, aus dem psychotischen Selbstopfer ihres Gründers den überheblichen Machtanspruch einer pauschal belanglosen Universalvergebung abzuleiten.

    Wie hatte es aber schon Nietzsche gesagt: Auch der „letzte Mensch“, der ewige Alfred Tetzlaff, wird immer wiederkehren. Verdammnis ohne Erlösung ist ruck zuck zack zack zu haben.

    Die Erlösung ist dabei so einfach zu finden: In der richtigen Übersetzung, um auf einmal einen Hügel viel müheloser als vorher zu bezwingen, in einem erreichten Ziel, das man sich lange gesetzt hatte, und vor allem im Lächeln eines Menschen, der uns nahe steht.

    • Heaven and Hell
      Vielen Dank für diesen wunderbaren Post.
      „ If the doors of perception were cleansed, every thing would appear to man as it is : infinite.“

      Zitat aus „The Marriage of Heaven and Hell“, 1793. (Habe dieses Zitat in 2003 als Motto für einen Buchkapitel übernommen.)

      „zu achten, und sich bei den Süchten und Marotten, als die sich unsere Dämonen verkleiden, ein wenig vorsichtig und reflektiert sein.“

      Blake sieht den Weg zur Weisheit im Exzess:
      „The road of excess leads to the palace of wisdom“
      „Without Contraries is no progression. Attraction and Repulsion,
      Reason and Energy, Love and Hate are necessary to Human existence.“

      Das heutige Political Correctness verneint die Existenz der menschlichen Dämonen. Sie werden verlagert, werden unsichtbar und erscheinen dort, wo sie „uns“ selbst nicht stören. Sowohl der Teufel als auch die Hölle sind aus der modernen christlichen Religion verschwunden, obwohl sie dort laut der Bibel genauso hingehören, wie der Himmel, der liebe Gott und Jesus Christus. Wenn Religion eine Sache des Glaubens ist, so sollte man keine Rosinenpickerei betrei-ben. Wenn der Christ es nicht schafft, die Message des Matthäus-Evangeliums zu verwirklichen [19, 16-30], so ist es folgerichtig logisch, dass er an seine Dämonen nicht erinnert werden will.

      Bw. Die graphische Kunst Blakes war bemerkenswert und weit seiner Zeit voraus.
      Ähnliche Bilder, wie z.B. „The Lovers Whirlwind“, entstanden bei anderen Künstlern frühestens 100 Jahre später bzw. erst Anfang des 20. Jhs.
      http://www.theguardian.com/culture/2014/nov/21/the-10-best-works-by-william-blake

      Interessant auch, dass Aldous Huxley sich von William Blake inspirieren ließ, indem er das in 1954 erschienene Buch, in welchem er seine Experimente mit Meskalin beschrieb, „The Doors of Perception“ nannte. In 1956 erschien Huxleys „Heaven and Hell“, in welchem er Bewusstseinserweiterung und Grenzerfahrungen schilderte bzw. wie sie getriggert werden, u.a. durch LSD.

    • Titel eingeben
      In jedem Krieg war bisher der (jeweilige) Gott auf „unserer“ Seite. Als ich das mal als junger mensch mitbekam, bin ich sofort aus der „Kirche“ (in die ich ja nie eingetreten war) ausgetreten. Ich glauben nicht an „Gott“. und wenn…
      …dann zitiere ich:
      Seit Beginn der historischen Aufzeichnungen (Sumerer, vor etwa 6000 Jahren) sind 2780 „göttliche Wesen“ katalogisiert worden. Also, wenn mich das nächste Mal jemand fragt: „Glaubst Du an Gott?“, sage ich: „An welchen? Zeus, Hades? Jupiter? Mars? Odin? Thor? Krishna? Vishnu? Ra? …“
      Und wenn dann gesagt wird: „Nur Gott. Nur einen Gott“, dann weise ich gerne darauf hin, dass mein Gegenüber fast genauso atheistisch ist wie ich es bin. Denn ich glaube nicht an die 2.780 Götter, er glaubt nicht an 2.779 Götter.

  57. Was ganz Besonders
    Ich habe hier bei Barcelona ein Fahrrad auf dem Troedelmarkt gefunden, dass zu 90% aus Holz gefertigt ist. Nur Achsen und Verstaerkungen sind Metall. Selbst der Sattel ist Holz. Stolze E 1500 soll man dafuer loehnen. Ich laufe jedesmal um das Rad herum wie die Katze um den heissen Brei. Das waer doch was – aber ich bin ja hier nur zu Besuch! Damit wuerde ich aber jede Schau stehlen.
    Vielen dank fuer den schoenen Beitrag und die Kommentare. Das Leben ist lebenswert!

  58. Titel eingeben
    Beste Frau Dr. Heuse: Es ist Jacke wie Buxe, wer irgendwelche Lehrbücher über seinen exklusiven Kontakt zu irgendwelchen übersinnlichen Wesen geschrieben hat. Ich als Privatperson möchte in der Öffentlichkeit nicht auf eine religiös begründete Bekleidung, genderhassenichgesehn Anderartigkeit oder das Verwenden von Wechselklappen in Drive-now Mobilen einer unwichtigen Automobilfirma in Minga aufmerksam gemacht werden. Diese Brüll-und Zeter-Menschen emfinde ich schlicht als störend. Vielleicht durften sie als Kinder alle nicht brüllen oder sich als besondersartig präsentieren. Ich bemerke die Ablehnung der Schrei-Kultur an unseren zwei Podencos: Wenn es laut wird, schmeißen die sich in die Ecke und wollen nur noch nach Hause.

  59. Hallo Don - hast Du nicht hier über den damals berichtet?
    So ging es jetzt weiter:
    https://tegernseerstimme.de/vorgetaeuschter-angriff-asylbewerber-verurteilt/209359.html

  60. Sehr schöner Text!
    >> Mitten im Leben sind wir alle vom Tod umfangen, niemand kennt Ort noch Stunde, aber ich kenne jetzt die Übersetzung, mit der ich hoch nach Monteriggioni komme. <<

    Ganz wunderbarer Satz, toller Text. Mit großem Vergnügen gelesen! Allerdings eines noch und nichts für ungut: Ihr Bild vermittelt den Eindruck, dass da gewichtsmäßig noch ein gewisses Potenzial nach unten ist … 5 Kilo runter bringen enorm viel für Tempo und Berghärte. Ich spreche aus Erfahrung!

  61. So viele...
    Dämonen sind mir bisher, wenn man einer französischen Pianistin glauben darf, eher im Musik lernen begegnet.
    Beim Radfahren weniger.
    Ich verstehe den Don nicht bezüglich der großen Anzahl antiker Räder.
    Ich benutze zwei technisch hochwertige im Alltag/Sport und ein italienisches Schätzchen zum flanieren. Jedes der drei hat ein thematisches Umfeld , was berücksichtigt werden will.
    Sonst gibt es s schlimmstenfalls Bruch.

  62. Dämonen, Tod und Freiheit oder Die Kraft der Stille
    Don Juan Matus nannte den Tod seinen ständigen Begleiter und Mahner.
    Er sei eine ständiger Hinweis darauf, dass das Leben endlich ist.
    Soweit so gut – denken die meisten – dass ist keine neue Erkenntnis.

    Für die mexikanischen Zauberer war es aber auch eine Herausforderung die es galt anzunehmen.
    Zu leben wie ein Krieger. Zu pirschen, zu träumen, nach der Kraft jagen, die Macht der Stille zu erkennen, den inneren Dialog abstellen, das innere Feuer zu entfachten – und Frei zu sein.

    Im Grunde ist es kann einfach.
    John C. Lilly hat es mal so ausgedrückt: Bei einem Stelldichein mit Gott gibt es keine Alibis. Doch gerade darin liegt das Geschenk. So naheliegend – doch in dieser heutigen verblendeten Gesellschaft faserkennt man diese einfache Wahrheit nicht mehr.

    Für mich habe ich erkannt, dass man jeden Tag die Möglichkeit hat sich zu ändern.
    Dies ist mit Freiheit gemeint. Sich den Dämonen stellen – die einem genau dies stehlen wollen.
    Frei zu sein aus Streit wieder Eintracht zu machen. Aus Groll und Hass wieder Liebe.

    Frei zu sein dies zu tun, heißt sich bewusst sein, dass es eine Wirklichkeit gibt die unendlich ist.
    Darin liegt der Frieden. Aber es braucht Aufmerksamkeit, Willenskraft, Energie …

    … Kurz all die Fähigkeiten die ein Krieger braucht um Frei zu sein.

  63. Titel eingeben
    @tamarisque 9.5. 16.36 ich habe mit vergnügen ihre zeilen gelesen und wenn sie wieder einmal in die verzwickte lage so einer grausigen krankheit kommen nehmen sie unbedingt bei den ersten anzeichen das homöopatische medikament zu beginn 30 tropfen dann stündlich 10-15 tropfen am folgenden tag dürfte der anflug einer krankheit überstanden sein dann nehmen sie nur mehr 3xtgl. 20 tropfen hatte eine grippe damit sofort in den griff bekommen diese medikamentenempfehlung habe ich von einer finnischen bekannten bekommen und schon jahrelang in meinem gebrauch

    und zum krebs ihrer freundin war das vonderselben art wie bei hr. guido westerwelle? auch dazu kann ich ihnen etwas beisteuern wie es dazu kommt auch in meinem bekanntenkreis verstarb ganz schnell jemand mit diesem krebs

    das beste ist nachwievor viel frische luft und bewegung dann werden auch schadstoffe schneller ausgeschwitzt und ausgeleitet

    • Homöopathie
      …und die allerbesten Verdünnungen sind die, die im Hamburger Hafen angesetzt und zwei Sekunden später in New York genommen werden. So sagte mir ein Arzt in China.

    • Wunder gibt es immer wieder
      Besonders nach Tschernobyl war es wertvoll, sich in frischer Luft zu bewegen. Auch nach den oberirdischen Atomversuchen in den 50igern. Wenn ein Landwirt Pestizide versprüht, während ich an ihm vorbeiradle,ebenfalls. Gegen Krebs hilft frische Luft nicht.Eher die Gene und auch Glück sind es, evtl. auch noch positives Denken, wenn wir davonkommen.Denke ich jedenfalls.

      Schweet löppt mi still bien Mors dol, pflegt der/ die OstfriesIn zu sagen.;))
      Könnte ich mir beim Donö auch vorstellen…

  64. Titel eingeben
    Damit gesichert ist, das es auch in Zukunft spannende Gebrauchträder geben wird :-))

    http://www.faz.net/aktuell/sport/mehr-sport/doping-im-profi-radsport-durch-versteckte-mini-motoren-14219098.html

  65. Titel eingeben
    wei oh wei… jetzt gibt’s schon „spannende“ Fahrräder, man glaubt es kaum…
    Ich dachte, zumindest hier ist diese verseuchte Simpel-Sprache vorbeigegangen?

  66. Der Geist von Pfingsten
    Die Dämonen vom Halleschen Tor in Kreuzberg können fliegen.
    Manche glauben es seien Friedenstauben und opfern immer
    ihr altes Brot. Die Tauben gurren dankbar, wackeln mit dem Kopf und schenken den Menschen dafür ihr Kacka. Reichlich!
    Möglicherweise bringt Friedenstaubenkacka ja Glück.

    Warum sonst würden sich die helalbedachten Esser mitten
    im Taubenkot sich mit Döner vollstopfen, ja und warum setzen sich die Bettler immer genau da hinein.?
    Keiner putzt es weg; demnach muss es sehr wertvoll sein.
    .
    An Pfingsten findet dort wieder ein großes Jubelfest statt.
    Es nennt sich das Fest zum „Karneval der Kulturen“.
    Es ist dermaßen laut, dass einem die Ohren schmerzen.
    Davon wird man > taub… daher: Taube! Frieden!

    All die Gläubigen rauchen viele > Friedenszigaretten.
    Sie schnipsen die Kippen auf den Boden. Das ist ihr Ritual.
    Damit aber kein Feuer ausbricht, opfern sich die Männer,
    trinken Bier und können subito jeden Brandherd ausbieseln.

    Damit kein Häuserbrand entsteht, werden von ihnen jedes
    Jahr besonders die umliegenden Hauseingänge gewässert.
    Das versteht unsere Bezirksbürgermeisterin unter bürgernah.
    Sie ist ja schwer gendermäßig drauf.
    Vielleicht bieseln dieses Jahr sogar die Frauen mit?
    Wegen der Gendergerechtigkeit.
    Schaumermal :-)

  67. Wieviel Scharia ist in der SPD?
    „Ein SPD-Abgeordneter verweigert einer AfD-Parlamentskollegin den Handschlag.“
    .
    Das arme Würstchen.

    • Das Würstchen,
      voila, man sagt hier bei, das läge am exzessiven Trollinger-Genuss. No points SPD-twelve points AfD.

  68. Ganz bestimmt..
    ..macht es Ihnen gar nix aus, wenn ich Sie von einem weiteren Rad erlöse, schließlich haben Sie dann Platz für noch schönere Rennräder. Bei mir würde es tatsächlich 14 mal/Woche gefahren, wie mein vorhandenes. Ohne Methnachhilfe, jedoch mit Exorzismus. Setzt weder Fett noch Staub an. Im Ernst: Meins ist von 1975, leider erhalte ich keine Teile, wie Naben, Freiläufe, Ritzel, Blätter, kurz: Alles was verschleisst. Wenn Sie mir Hinweise gäben, wäre ich dankbar!

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    • Was für eines ist es denn? Das meiste kriegt man problemlos noch, Caritaswerkstätten helfwn gern weiter.

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