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Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Fahrradalltag Berlin: Du kommst als Mensch und bleibst als fetter Hasser

| 247 Lesermeinungen

Mantva me genvit, Calabri rapvere, tenet nvnc Parthenope. Cecini pascva, rvra, dvces.

Das ist die Grabinschrift des römischen Dichters Vergil: “Mantua hat mich geboren, Kalabrien hat mich dahingerafft, jetzt hält mich Neapel. Besungen habe ich Weiden, Äcker und Helden.“ So etwas hätte vielleicht auch auf meinem Grab stehen können, denn ich war anderthalb Jahre in Berlin, habe monatlich ein Kilo zugenommen und wäre bald gestorben. Das war ganz einfach, ich habe meine alten, südlichen Ernährungsgewohnheiten beibehalten, die Stadt gehasst und den Sport weitgehend eingestellt. Früher, in München, bin ich im Sommer öfters mit dem Rennrad die 90 Kilometer über Weiden und Äcker heldenhaft heim zur kleinen, dummen Stadt an die Donau geradelt – nach meiner Berliner Zeit habe ich ein Jahr gebraucht, bis ich dazu wieder flüssig in der Lage war. Immerhin bin ich nicht totgefahren worden. Einem Freund einer Bekannten wurden von einem abbiegenden Laster beide Beine abgequetscht.

fethasa

Ich bin nicht gerade ein zurückhaltender Radfahrer. Ich empfinde keine Furcht, wenn ich auf dem Jaufenpass oder Penserjoch langsame Autos überhole. Ich bin selbstbewusst und kenne die Risiken, ich verhalte mich entsprechend und habe genug praktische Übung im Abrollen. Natürlich sind bei uns in den Bergen die Wege voll mit Marterln für Leute, die die Risiken falsch eingeschätzt haben, und bei der l’Eroica gab es auch schon den ein oder anderen Toten. Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen, und ich sage mir, wenn es hier und jetzt sein muss, dann ist es zwar etwas früh, aber in schöner Landschaft und in glücklichen Momenten. Mir ist voll bewusst, dass ein 23mm schmaler Rennreifen mit 9 bar Druck nicht platzen darf, wenn ich einen Opel in einer Serpentine innen überhole. Die Sache in Berlin ist nur, dass es dort Opelfahrer gibt, die als Stärkere auf riskante Art den Schwächeren überholen, sich bei einer Beschwerde angegriffen fühlen, aussteigen, einen krankenhausreif schlagen – und dabei auch noch Unterstützung durch einen Passanten erhalten.

fethasb

Es ist eine einfache Entscheidung zwischen Schmerzen: Pässe gibt es vor allem in den Bergen und prügelnde Opelfahrer vor allem in wuchernden Megaslums wie Berlin. Das war vor zehn Jahren auch nicht anders. Ich hätte bis zur ersten offenen Landschaft sieben Kilometer durch den Norden Berlins radeln müssen. Das war mir einfach zu riskant. Radwege sind für Berliner Parkplätze, Müllabladeflächen und Kinderwagenschiebezonen. Rennräder sind für den Strassenzustand auf dem Niveau von Bukarest ungeeignet. Berliner Autofahrer sind brandgefährlich, es gibt dort eine mörderische Vollgasszene und eine Polizei, die sich zu wenig darum kümmert. Und obendrein noch den Berliner Kampfradler, der sich als Antifaaufmarsch auf zwei Rädern und Artgenossen als Gegner betrachtet. Der krönende Abschluss der Genpoolreduzierung ist der wackelnde Fixiefahrer, auf der falschen Strassenseite handynierend – manche wollen auch einfach sterben.

fethasc

Ich habe es jedenfalls mit einem Bergrad probiert, an manchen ruhigen Abendstunden, auf wenig befahrenen Strecken. Aber es war im besten Fall laut, hässlich, stinkend und für Lunge und Seele keine Erholung. Ich bin ebenso genervt abgestiegen, wie ich in Berlin öffentliche Verkehrsmittel verlassen habe. Ich bin im Kiez viel zu Fuss gegangen, und war ansonsten froh, mich von der Stadt mit dem Blech des Automobils abgrenzen zu können. Fortbewegung ist dort eine Form der Isolation, der Ignoranz und der Risikoanalyse. Der andere ist potenziell gefährlich, man ist immer geneigt, ihm einen Fahrfehler oder schlimmes Verhalten zu unterstellen.

fethasd

Auch in Staggia halten dauernd Leute bei mir an. Aber niemand tut das, um mir auf den Mund zu hauen. Wenn ich am Selbstauslöser der Kamera justiere, vermuten sie einen Defekt oder einen Sturz und fragen, ob sie helfen können. Wenn ich mein Rad vor der Bäckerei stehen lasse, lerne ich nach dem Einkauf Leute kennen, die sich über das Rad unterhalten. Wenn ich eine alte Villa ablichte, schauen Joggerinnen, was ich da mache, und erzählen mir, was sie über das Haus und seine Besitzer wissen, und dass das ein wirklich schöner Ort wäre. Auf den schmalen Strassen rast niemand. Ich werde behutsam überholt. Man behandelt mich gut und menschlich und respektvoll. Ahhhh. L’Eroica, sagen einige, die den Zweck meines Aufenthaltes kennen.

fethase

Es gibt da über kleine Orte wie jene, in denen ich lebe, eine interessante Architekturtheorie. Sie sind mit geringen Mitteln in der Lage, grandiose urbane Räume zu schaffen, die dann die Gemeinschaft formen. Diese Räume fehlen den grossen Nachkriegsstädten, weil man zugunsten des Verkehrs darauf verzichtet hat, sie für Menschen frei zu halten. Die kleinen Orte haben dagegen einen Raum, um ungestört soziale Beziehungen auf kleinstem Niveau zu erlernen und zu fördern: Bankerlsitzen für die Alten, Flanieren für die Jungen, Spielen für die Kinder. Ohne Kosten in einem Cafe, ohne Zwang, einfach so. Dann ergibt sich das Zusammengehörigkeitsgefühl ganz von allein, man praktiziert es schliesslich dauernd. Alles fügt sich, jeder findet auf seine Weise einen Platz. Und wenn die Gesellschaft nur offen genug ist, ist da auch genug Raum für Unterschiede und Akzeptanz – eine ganze Reihe führender Stadtstaaten der Renaissance sind auf diese Art und Weise entstanden. Aber dafür braucht man auch den Raum, und deshalb reagierten diese frühen Bürgerstädte immer sehr allergisch, wenn jemand versuchte, in öffentliche Plätze einzugreifen. Man wusste damals um die Bedeutung dieser Freiräume.

fethasf

In Italien wirft man überall den Autoverkehr aus den Innenstädten, mach eine Zona Traffico Limitato, und sofort wächst wieder das schöne Leben und der freundliche Umgang. Es ist eine radikale Lösung, aber sie bringt auch radikal gute Ergebnisse, weil der Freiraum die Menschen mehr als das Automobil anzieht. Ganz gerecht ist das natürlich nicht, denn von so einer Zona profitieren vor allem die Menschen mit Zeit. Man kann nicht alle retten, aber mit vielen gut auskommen. Hier sind alle freundlich, aber in Berlin schlägt ein Opelfahrer einen Linkenpolitiker und noch einer mischt sich ein. Das ist nicht einfach nur eine Lokalnachricht. Es ist eine kulturelle Kluft, und sie hat meines Erachtens viel mit Isolation zu tun. Isolierte Menschen tun so etwas. Clans, das erlebt man – bisher – in Afghanistan, können auch übel isolieren und steinigen, da geht dann der Zusammenhalt in eine falsche Richtung. Aber ich gleite hier mit dem Rad durch Wolken des Wohlwollens. In Berlin wäre ich schwacher Kämpfer in einem Verteilungskrieg um die Strasse.

fethasg

Dortselbst will man nun mit basisdemokratischen Methoden erreichen, dass Radfahrer mehr Raum auf den Strassen bekommen. Die Idee an sich ist lobenswert, aber eingedenk der Mentalität diverser Autofahrer, Kampfradler und Autoanzünder so hilflos, als würde die UN bei Steinigungen in Afghanistan mehr Abstand für die Opfer fordern. Schutzzonen, das hat man schmerzhaft im zerfallenden Jugoslawien erkennen müssen, sind nur so gut wie die Durchsetzung des Schutzes. Wie viele Apache-Kampfhubschrauber hat die Polizei bei uns, und was sagen die Grünen in Kreuzberg zu Uranmunition? Der zerrissene Asphalt der Gassen kleiner italienischer Orte ist nicht viel besser als Berliner Prachtboulevards – der Zustand der Infrastruktur ist nicht das entscheidende Kriterium. Es geht um die Mentalität der Bewohner, um das soziale Bewusstsein, das definiert, wie sich Verkehr abspielt. Sieht man sich als Gemeinwesen, ist Verkehr kein Problem. Hat man einen Verkehr wie in Berlin, gibt es offensichtlich uneingestandene Probleme im Miteinander der Kulturen und Klassen. Amazon setzt eins drauf und will die Stadt mit Lieferung innerhalb einer Stunde noch mehr mit Kurieren belasten: Wer zahlt, schafft an, wen der nächste Lieferwagen überrollen wird. Da rettet einen auch kein Fahrradalltag-Hashtag.

fethash

Manche glauben an den langsamen Wandel, aber ich glaubte an mein schönes Leben. Ich war vor 10 Jahren schon nicht mehr ganz jung und sah meine persönliche Zukunft nicht als Laborratte eines verkehrspolitischen Asozialexperiments. Ich zog heim gen Süden und lebte dort auf, wo Vergil geboren wurde, und weder Neapel noch seine vorsibirische Partnerstadt könnten mich halten. Es gibt einfach Failed Cities und gescheiterte Stadtgesellschaften, und das Berliner Argument, dass es in Mogadischu noch schlimmer sei, will ich nicht bestreiten: Ich lasse als toleranter Mensch anderen gern ihre Meinung. Wo ich bin, haben ganze Kommunen die Kraft, sich gemeinschaftlich zur Citta Slow zu entwickeln. Dort gibt es dann innerhalb der urbanen Mobilität einfach keine gewalttätigen Übergriffe auf andere. Man geht von den Menschen aus und verändert die Menschen.

So wie in Berlin. Nur im Guten.

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247 Lesermeinungen

  1. Verkehrsberuhigung zwecks Identitätsstiftung
    Verehrter Don,
    ein schön bebilderter und bedenkenswerter Artikel. Hier im RHS (Sie wissen wofür die Abkürzung steht) fahre ich meist Auto, selten mit der U Bahn und Fahrrad gar nicht. Die Fahrradfahrer begegnen mir in Dahlem (wo mein kleines Appartment ist) als verträumte oder Handy-whatsappende Studis unter souveräner Ignoranz der Verkehrsregeln und in Tiergarten rund ums Ministerium als Kampfradler. Jedenfalls muss man selbst da wo die Ampeln eigene Phasen und Lichtsignale für die Radler haben höllisch aufpassen um keinen überzumangeln wenn man dann selbst Grün hat.
    .
    Ein Faktor des Gemeinschaftsbezuges öffentlicher Zonen in alten italienischen Städten ist aber natürlich das Wetter, geschätzt 10 Monate im Jahr ist es dort so dass man sich draußen aufhalten kann. Das fällt im grauen Winter hierzulande schon deutlich schwerer.
    .
    Jedenfalls weiterhin gutes Gelingen für l´Eroica, nehmen Sie als Begleitmusik über die Ohrstecker den 4. Satz aus der gleichnamigen Symphonie, für den Endspurt dann das Finale mit den letzten beiden Variationen, den auftrumpfenden Hörnern und finish und Schluss.

    • Danke für die guten Wünsche.

      Ich habe in Berlin auch nicht wirklich viel an Radkultur gesehen, wie etwa in München oder in meiner Heimatstadt. Wir haben hier eine Critical Mass Veranstaltung, die fast schon ein Concorso ist, mit mehreren hundert Teilnehmern und abendlicher Verstreeung durch die Stadt oder am See. Es ist friedlich und freundlich, obwohl es eine Autostadt ist. Berliner Radler wurden mir wegen ihrer Langsamkeit nie gefährlich, aber ich weiss, wie die fahren, und warum man sich besser fern halten sollte. Für Fussgänger sind sie oft eine Zumutung.

    • Titel eingeben
      „Für Fussgänger sind sie oft eine Zumutung.“

      Oh ja!
      Ich bemerkte das, als ich Vater wurde und tagtäglich mit dem Kinderwagen durch die südberliner Straßen flanierte. Vor 27 Jahren. Damals bemerkte ich zuerst, dass fast alle Radler rücksichtslos auf den Bürgersteigen fuhren (weil ich denen mit dem Kinderwagen ausweichen musste). Radfahrer, die hier NICHT auf den Bürgersteigen fahren, waren und sind die Ausnahme. Ich hatte sogar mal einen freundlich angehalten, weil er richtig auf der Straße radelte und sogar beim Abbiegen den Arm rausstreckte …und ihm fünf Mark geschenkt.
      Die inzwischen Herangewachsenen kennen das natürlich gar nicht mehr anders; es ist für sie normal: der Bügersteig ist deren Radweg. Und wenn man sie drauf anspricht, trifft man auf Unverständnis, unflätige Antworten, bis, ja: Prügel androhen.
      Ich will gar nicht wissen wie’s in der Innenstadt ist; ich vermute, noch schlimmer und wie oben vom Don geschildert.

  2. Radfahren in Köln
    1984 war Köln etwa ein Jahr lang meine Heimat, armselige Unterkünfte nach einem Jahr in den USA und Mexiko. In Köln begann ein Neubeginn mit einem Koffer. Heute fasziniert mich Köln wieder, diese erstaunlichen Veränderungen in der Stadt, wo in Köln-Ehrenfeld und Köln-Kalk ein neues Leben in DSchland begann.
    Jetzt steht meine Wohnmobil in Köln-Poll, dem öffentlichen Camp am Rhein, wunderbarer Blick – nur rauscht der Verkehr von der nahen Autobahnbrücke, die Schubschiffe brummen und morgens um 6.00 dröhnen Flugzeuge im Anflug. Doch notgedrungen haben die Stadtväter das Radverkehrsnetz ausgebaut, dass man kreuz und quer angenehm durch die Stadt und über die Rheinbrücken radelt. Von Ehrenfeld nach Kalk und immer wieder zurück zum Dom, am tiefen Bauloch vorbei, wo einst das Stadtarchiv stand, zur Domplatte, deren verruchte Sylvester-Feier immer noch juristisch aufgearbeitet wird.
    Die Zeitungen berichten von Kindsköpfen, die ohne Führerschein durch enge Gassen rasen, einen Radfahrer getötet haben, und doch mit zwei Jahren auf Bewährung frei das Gericht verlassen. Straßenschwellen in engen Gassen mussten zurückgebaut werden, weil darüber donnernde LKWs Risse in den Hauswänden verursachten. Also verengen Inseln die Straße, doch das hindert Raser wenig. Abends und nachts muss es dort gefährlicher sein, wie auch Gewaltkriminelle die Rheinwiesen nächtens verunsichern, schreibt die Zeitung. Doch am Tag sind die Autofahrer dressiert, auf uns Radfahrer Rücksicht zu nehmen. Von den Straßen sind Streifen abgeteilt und für Radfahrer markiert. Die Radwege am Rhein sind ruhig. Leider hat sich eingebürgert, dass Fußgänger mit ihrer Bierflasche spazieren. Einige Irre scheinen ihre Flaschen auf den Wegen zu zerschmettern, was den Radreifen schlecht bekommt. Erstmalig hat der Platzwart im Camp uns angewiesen, die Räder abends im Küchenraum abzustellen, der durch Gitter gesichert und von 23.00 bis 7.00 Uhr verschlossen wird. Auf dem Campingplatz seien die Räder nicht sichern. Doch am Tag bei Sonne im Mai waren bislang alle Radfahrten durch Köln inspirierend und angenehm. Die soziale Zersiedelung wie in Kalk und Ehrenfeld hat erstaunliche Ausnahme angenommen. Doch das ist eine andere Geschichte unter dem Thema „DSchland verschandeln“. Doch um den begrenzten Verkehrsraum zwischen Rad- und Autofahrern zu teilen, ist viel gewonnen – für Radfahrer. Dass das Erwerbsleben und der Leistungsanspruch in der Großstadt den Rhythmus höher taktet als im geruhsameren Landleben versteht sich von selbst. Doch radelnde Rentner sind gleich Müttern mit ihren Kinderwagen von dem Leistungsstress weitgehend verschont. Mehr folgt beizeiten
    http://n0by.blogspot.de/2016/05/von-belgien-in-die-niederlande-nach-koln.html

    • Lieber n0by, der Einoderanderefußgänger verdient sich
      vielleicht ein Netteszubrot mit seinem Glassplitterhilfsmarketing für

      https://www.google.li/search?newwindow=1&biw=1832&bih=979&tbm=isch&sa=1&q=%22airless+bike+tyres%22

    • In welchem Köln spielt denn diese Geschichte?
      Die beschriebene Stadt kenne ich nicht (3000 km p.a innerstädtisch)

    • Radeln wir in der selben Stadt?
      Ich empfinde Köln ebenso wie Berlin als Ausweitung der Kampfzone zwischen Radfahrern, Autos und Fußgängern.

      Man kann in Köln vielleicht in Fußgängergeschwindigkeit gut unterwegs sein. Wenn man allerdings wie der Don dazu neigt, mit 30 km/h aufwärts zu radeln, wird der Straßenraum zu einer Todeszone. Autofahrer und Fußgänger unterschätzen stets meine Geschwindigkeit, es gibt keinen Tag, an dem ich nicht wenigsten einmal voll in den Eisen stehe.

      Die Klassiker sind links abbiegende Autos, die unbedingt noch vor dem 5m entfernten (aber schnellen) Radler die Fahrbahn schneiden müssen. Oder dreijährige Erwachsene, die auf Smartphones starren, mich nicht hören und ohne jedes Heben des Blicks in einer Armlänge Abstand vor mir auf die Straße springen. Von den Autotüraufreißern und Rechtsabbiegern ohne Spiegel fange ich gar nicht erst an…

      Mein Fazit für Berlin und Köln: Fahrradfahrer gibt’s gar nicht – man glaubt schließlich auch nicht an den Weihnachtsmann.

    • Die Smartphonezombies sind eine neue Erscheinung, aber wie ich schon sagte: Wer als schwächster Teilnehmer nicht aufpasst, lebt nicht lange.

    • Zählen
      Sie in Köln mal die weißen Fahrräder, auch die von der Stadtverwaltung mittlerweile entfernten. (Letzteres erfahren Sie beim ADFC)
      Aber vielleicht habe ich die Satire ja nicht entdeckt.

  3. Radeln in Berlin
    Lieber Don,

    Sie werden es kaum glauben, aber ich fahre recht gern mit dem Rad durch Berlin. Man muss natürlich wissen, wie man sich zu bewegen hat, gewisse Überlebenstechniken und seherische Fähigkeiten gehören dazu. Im Frühjahr, wenn die Schönwetter-Radler ihre Gefährte aus dem Keller kramen und die Touristen in geführten Rudeln durch die Stadt gurken, ist es allerdings schwerlich auszuhalten. Die Autofahrer werden auch aggressiver, weswegen fast täglich Brüllszenen und Fast-Unfälle zu beobachten sind. Wer so etwas nicht aushält und darin nicht auch eine Herausforderung sehen kann, radelt dann eben durch den Weinberg. Das kann auch schön sein, sicherlich.

    Schöne Grüße!

    • Survival of the Fittest
      Realexistierender Darwwinismus in der nicht mehr ganz so Neuen Mitte.

  4. Missing Link!
    Der zweite link im Text (sich bei einer Beschwerde angegriffen fühlen, aussteigen, einen krankenhausreif schlagen) funktioniert leider nicht.

    Sonst ein schöner Text. Ich war 1994 für 6 Monate in Berlin, und das aggressive Verhalten der Leute in der Stadt war abschreckend. Da kam dann ab und zu die Reaktion á la „ist es zu hart, bist du zu weich“. Man sollte sich über den Länderfinanzausgleich noch mal Gedanken machen.

  5. Mer sinn mim radel do
    Neapel ist zum Radfahren grass, jedoch auch dort öffnen sich beim radeln Türen ,bzw. beim erkunden zu Fuß.
    Ich glaube ich weiß, was Sie meinen und andere (Radler )haben ebenso die Fähigkeit dort , wo sie gerade verweilen, eine neue Gemeinschaft, Sichtweise und mehr entstehen zu lassen.
    Nach zwei Tagen kennt einen das ganze Viertel……
    Vielleicht auch nur ein erweiterter Multiplikatorenefekt.
    Bezgl. Berlin kann ich nichts sagen, habe aber in einem Jahr in Hamburg bessere Erfahrungen gemacht.
    Was Italien anbelangt, muss man sich mal vorstellen, wie sich das anfühlt , wenn man derartige( vom Don) beschriebene Reaktionsweisen der partizipierenden Mitmenschen auf bspw. tausend Kilometern Strecke erfährt.
    Als Italien Verhafteter interessiert es es mich nur, ob es in Frankreich ähnlich zugeht. Glaube eher ja.
    Wenn man in Italien, um es bildhafter zu beschreiben, nach dem Weg fragt, bspw. im der espressobar im Süden,
    …interessiert man sich im nach dem zweiten Atemzug für die Herkunft, danach,…“.alles mit dem Rad?“
    Dann,…“und heute,..wie weit willst du noch?“
    ..“hast du diese Sehenswürdigkeit gesehen?“

    „Ich habe auch so ein Rennrad.“
    Bella machina!
    Nebenbei bemerkt man ein unterschriebenes Foto von Fausto Coppi an der Wand rechts ..
    …die Trainingsradler nach fünf bzw. am Nachmittag begleiten einen mal eben dreißig km.

    Und man wird von den ebenso am Verkehr teilnehmenden motorisierten Mitmenschen nicht so elbogenmässig abgeräumt wie bei uns in D..

    Man benötigt allerdings,…im Süden,…ein wenig Muße.

  6. München/Berlin
    Ich kenne Berlin nur als Fußgängerin, und das ist auch schon ein paar Jahre her, deshalb kann ich es nicht beurteilen. Leider muss ich sagen, dass es in München seit ein paar Jahren auch nicht mehr schön ist. Die Rücksichtslosigkeit ist hier nicht auf eine Gruppe beschränkt, Fußgänger, Radfahrer, Autofahrer, da ist kein Unterschied mehr. Es sind meiner (möglicherweise begrenzten) Erfahrung nach hauptsächlich zwei Gruppen, die sich rücksichtslos verhalten, egal welches Fortbewegungsmittel sie benutzen: einerseits sehr junge Männer und auch Frauen, die vor Kraft zu platzen meinen und sich noch für unsterblich halten, andererseits die Windhunde und Windhündinnen, die sich beruflich auf der Überholspur sehen und das in ihre Freizeit tragen. So wie sie sich im ICE München-Frankfurt mit dem Aktenkoffer den Weg freizuprügeln scheinen, so verhalten sie sich auch auf dem Rad oder im Auto. Zu Fuß gehen die, glaube ich, gar nicht.

  7. @D.A.
    Bei allem Respekt, lieber D.A., aber das Konzept trägt wohl eher nicht. Es sind keine Menschen hergekommen, von den Berlinern in „fette Hasser“ verwandelt worden wären; das verbitte ich mir ganz entschieden.

    Es sind vielmehr Menschen hergekommen, und zwar in Massen, die hier die Dörfler bleiben wollten, die sie immer waren, mit allen Vor- und Nachteilen, die das so mit sich bringt. Leute, die gerne über die graue Menschenmasse in der grauen Stadt ihr arrogantes Urteil sprechen möchten, ohne ihr eine eigene Identität zuzugestehen (und jetzt fällt es mir wirklich und wahrhaftig schwer, die Contenance zu wahren und nicht ausfällig zu werden).

    Die Frage ist wohl eher, was sie – und nicht die Berliner! – hier machen. Und ich kann Sie ihnen auch beantworten: Sie wollen Berlin gerne zu ihrem individuellen Dorf machen – und dabei einen schicken Ausblick auf die „coole Szene“, d. h. auf Drogen und Gewalt genießen. Ihren Gangsterschick, auf den sie aus waren, und den sie finden wollen, seit sie den ersten Guy-Ritchie-Film gesehen haben.

    Nun – das haben sie ja nun bekommen; oder bilden Sie sich vielleicht ein, es seien Berliner, die das RAW-Gelände bevölkern?! Sie haben die Berliner aus ihren Vierteln vertrieben – ja, ja, ich weiß, dass Sie das ganz toll finden – und die Dealer fettgefüttert, denn, offen gestanden, kann man in Berlin regulär gar nicht genug Geld verdienen, um sich viele Drogen zu leisten – oder das geht nicht besonders lange gut, weil man irgendwelches Billigzeug nimmt.

    Die breiten Straßen, die man in Berlin benötigt, um von A nach B zu kommen, sind zurückgebaut worden (z. B. die Friedrichsstraße) weil die Zuzügler aus Raffgier und Profitdurst mehr und immer mehr Baufläche benötigten. Und natürlich sind die öffentlichen Verkehrsmittel zunehmend schlechter geworden. Es wäre nämlich auch sehr unsinnig, eine echte Alternative zum Individualverkehr anzubieten, denn Kfz-Steuern sind ja bekanntlich – Landessteuern! Haben wir uns das wohl ausgedacht, hm?! Und wo sitzen die Verdiener an den vielen überflüssigen Ampeln (Fußgängerüberwege sind kaum noch vorhanden) und die Energiekonzerne, die von deren Betrieb profitieren? Ich glaube – eher nicht in Berlin …

    Auch die Lastwagenkolonnen, deren Last eigentlich auf die Schiene gehört und nicht auf Berliner und Brandenburger Straßen – wer hat die gerufen? Wer wollte die Bahn privatisieren?

    Und zu diesem ganzen Ärger, ganz obendrauf, kommt jetzt noch ihre lamoryante Klage, dem ungenierten Verlangen nach Reprovinzialisierung. Hier ist aber nicht Provinz, hier ist nunmal – Berlin! Und die Straßen hier gehören nicht irgendwelchen grünen Fahrradfanatikern, sondern sie sind dafür da, von A nach B zu gelangen. Ärger machen wohl auch eher nicht die stressgewohnten Berliner Autofahrer im Opel Corsa, sondern die Inhaber einer Kartoffelnummer (drei Buchstaben vor dem Strich) am gewienerten Jeep, die sich seiner Ausmaße nicht bewusst sind ( auf´m Land hat´s Platz!) die meinen, man könne sich auf der Stadtautobahn aussuchen, wo man fährt und im übrigen, wie man parkt, weil man hat ja bezahlt.

    So, Don Alphonso – haben Sie jetzt gelesen, was Sie unbedingt lesen wollten? Den schlagenden Beweis, dass wir (die Berliner, das ist selbstverständlich ein exklusives „wir“) Sie alle, die sie mit ihren bunten Blasen im Kopfe herkommen, von Herzen hassen? Und dabei die Frage unterschlagen, was wohl zuerst da war – die Henne oder das Ei? Gratulation, Applaus, Applaus!

    Ich habe – fertig.

    • Danke!
      So sieht’s aus!

      Und bei aller sonstigen Wertschätzung für den Don: Wenn’s bei ihm hier nicht gereicht hat für die Gut- oder sogar Großbürgerlichkeit, die sich in Berlin findet wie überall sonst auf der Welt auch und die er doch so schätzt – was kann „Berlin“ dafür?

      Rad fahren tu ich hier auch – wenn man nicht zu weinerlich ist, geht das alles. Ich dachte bislang, dass Weinerlichkeit nicht zu den Eigenschaften des Don gehört.

      Und die Radl-Geschwindigkeit…wir haben alle den Längsten, das versteht sich doch von selbst.

    • Danke
      Danke! Sie sprechen mir aus der Seele.
      Im Übrigen fährt der echte Berliner kein Fahrrad in der Stadt. Ich kenne zumindest keinen.

    • Gratulation - ein einziges Klischee!
      Und Sie sind das Klischee des vom Don beschriebenen Berliners. Ich habe fast ein Vierteljahrhundert in Berlin verbracht – gekommen war ich von London, wo ich vorher gewohnt habe. Mir hat Berlin als Stadt gefallen und auch die Möglichkeiten, die es dort gab und die immer weiterentwickelt wurden. Ich hatte auch jede Menge Berliner Freunde – die entsprachen aber nicht dem großmäuligen Klischee und waren gebildet und nicht nur eingebildet.

      Nach dem Mauerfall kam die große Wende: Der Verkehr wurde grausam, der Ton in der Stadt immer rauer, die Arbeitsplätze knapper und immer schlechter bezahlt. Meine Freunde gingen zum großen Teil zurück nach Frankreich, England und woher sie auch immer kamen. Irgendwann fand ich einen besser bezahlten Arbeitsplatz in der „Provinz“. Ich habe Berlin lange vermisst – aber nicht die Berliner. Ich bin immer noch ab und an mal in Berlin – ich mag die Stadt immer noch – aber dieses „Hauptstadtgetöne“, das jeder „Hauptstädter“ ständig glaubt, vor sich hertragen zu müssen, geht mir immer noch auf den Kranz. Das gibt’s so auch nur in Berlin. Kein Londoner würde sich ständig als Hauptstädter apostrophieren – genauso wenig wie die Einwohner von Paris, Rom oder sonstwo. Die „Urberliner“ das waren mal Bewohner eines eingemauerten Dorfs und das sind sie geblieben. Und so verhalten sie sich auch.

      Schöne Grüße aus der sauberen „Provinz“!

    • Finde Ihre Einlassung gut. Nicht so schüchtern!
      Nur Ihr grantiges ‚habe fertig!‘ brauchts doch gar nicht.

      Warum nicht auf der FAZ ein launiges Berlin-Blog über die Stadt und ihre die Stadt verändernden Usurpatoren/Überwältiger aus anderen deutschen Kulturen?

      Komme aus dem Süden.
      München-Innenstadt besteht ebenso längst nicht mehr aus den folkloristischerweise grantigen ‚putzigen‘ Münchnern. (Der echte Münchner ist leider nicht putzig.)

      Diese vielen Fremdarbeiter ;-) , ähm Hai-Performer aus Hamburg oder NRW, die in den Firmen hier sich einen Wolf abarbeiten, haben ebenso bunte Blasen über München im Kopf, heizen von A nach B und verstopfen die Straßen hier früh und abends. Die studentischen Radfahrer an der LMU sind hier schnelle Kampfradler und überholen schon mal gern Leut mit Hollandrad auf nicht ungefährliche Art. Während der Münchner genervt ins Umland zieht. Unterschied: Die Stadtplaner sind hier weit umsichtiger und die Polizei ist präsenter. Das ‚befriedet‘ Aggressivität enorm.

      Lässiger und pragmatischer wie in den autobefreiten Zonen Italiens wäre mir allerdings noch lieber. Da gibts kein Vertun.

      Diese Mentalität ‚In Städten ist das nun mal so‘ und dieses technophile ‚Straßen sind nun mal dazu da, von A nach B zu gelangen‘, das ist genau das Problem.

      Ist das so? Sind Straßen nur dazu da, möglichst schnell von A nach B zu gelangen? Doch erst seit dem Autowahn.

      Straßen und der städtische Raum, die gehören seit dem alten Athen (ja, dem) dem Bürger und seiner innerlich gestelzten, äußerlich lässigen Präsenz ;-). Und nicht stinkenden Pferdeäpfeln und stinkenden Ottomotoren. Wurde lange vergessen. Man sollte wieder lustwandeln dürfen und sich mit seinem neuen Kostüm stolz entspannt auf dem Boulevard, im Raum zeigen dürfen – adagio ma non troppo – statt sich mit verknautschter Jacke im verglasten Auto einzusperren. Das kommt dem Frieden in einer Stadt sehr zugute.

      Der Volksentscheid ist gar nicht so schlecht.
      Einfach mitmachen https://volksentscheid-fahrrad.de/
      falls man in Berlin wohnhaft ist. (Ich würde ja, andere dürfen/können anscheinend nicht). Über ‚die da ohm‘ schimpfen bringt nichts voran, wenn sie gierig, lahm, korrupt oder sonstwas sind. Auf den nächsten Dritte-Startbahn-Volksbegehren freut sich ebenfalls schon jetzt

      der andere Gast.

    • Das wurde zwei mal versucht und nannte sich bis letzten Januar Berlin ABC. Allerdings wohl nicht erfolgreich genug. Das müsste man halt können.

    • @Gast
      Lieber Gast,

      nehmen Sie doch einfach mal zur Kenntnis, dass die Entscheidung, Berlin zur Bundeshauptstadt zu machen, in Bonn getroffen wurde und übernehmen Sie dafür die Verantwortung, damit haben Sie schon mehr als genug zu tun. Von London ist, dem Vernehmen nach, auch nicht mehr viel übrig, insbesondere keine Londoner. Ich habe so eine dezente Ahnung, welcher Mentalität das wohl zu verdanken ist! Im übrigen täuschen Sie sich, wenn Sie meinen, ich hätte irgend etwas gegen Dörfler einzuwenden; das hatte ich nie. Vor allem können sie treffend und knapp formulieren, ich sag nur: „Hau ab!“

    • Rücksichtslosigkeit gibt es auf allen Seiten
      Sicherlich liegt im Berliner Verkehr manches im Argen, nicht zuletzt wegen einer überforderten und unterfinanzierten Polizei, die von der Politik nur noch für pressewirksame Shows wie den Blitzermarathon eingesetzt wird, aber für eine ernsthafte Durchsetzung von Verkehrsregeln oder Kriminalitätsbekämpfung zu wenig Mittel hat. Aber jedenfalls mit der nötigen Vorsicht, die man sich als jahrzehntelanger Verkehrsteilnehmer auf PKW, LKW, Motorrad und Rad angewöhnt hat, und dem Bestreben, auch auf andere Rücksicht zu nehmen, kann man sich auch auf dem Rad gut durch Berlin bewegen und den zitierten agressiven Opelfahrer schnellstmöglich mit einem freundlichen Winkzeichen passieren lassen. Wenn man dann noch an den Gefahrstellen ganz umsichtig und langsam auf den Bürgersteig ausweicht, geht alles gut – solange einem nicht Radler oder Touristen-Horden, die rote Ampeln aufgrund ihrer Zahl und subjektiven Wichtigkeit ignorieren, vors Fahrrad springen.
      Auf meinen Radwegen in Berlin und zwischen Danzig, Dresden, Prag, Budapest, Salzburg, Wien, Verona, Bologna usw. wurden mir deshalb nicht meine bösen Berliner Nachbarn zum Verhängnis, sondern die schöne nordhessische Provinz, in der man scheinbare Fernradwege ausschildert, ohne sie in einem fahrfähigen Zustand zu erhalten. Das würde ja der Bauernlobby widerstreben.

    • @GnM
      damit haben Sie mir einen entsprechenden Text erspart…

      Zur Lösung der Probleme sollte die Stadt Integrationskurse für Provinzler anbieten. Dann könnten diese zumindest vielleicht lernen, dass man auch in einer Metropole im Haus nicht grusslos an Mitbewohnern vorbeigeht.

    • Titel eingeben
      mal abgesehen davon finde ich es schon recht schade und ernüchternd, dass es heutzutage möglich ist mit ein paar aufgeblähten Phrasen in einer einstmals sehr vernünftigen zeitung eine plattform zu erhalten. und dann wundern die von der faz sich, dass man diese Zeitung nicht wieder abonnieren möchte. das Niveau der druckversion ist ja leider zu oft sehr ähnlich. es geht nicht mehr um Inhalte sondern es muss sich irgendwie gut anhören (tut es aber nicht).

    • Nun, so kann man das auch sehen, aber offensichtlich kommt es nicht ganz schlecht an.

    • Titel eingeben
      Ja, ja, die Umstände, an denen ist gewiss was dran. Dennoch gibt’s da eine eigene Mentalität. In Berlin sind mir in den 80ziger Jahren laufend die Reifen aufgestochen worden, wenn ich da mit Atomkraft-Neindanke-Aufklebern irgendwo in Charlottenburg stand, in Bayern haben sie solange am Auto gewartet, bis ich wieder kam und mit ihnen über die Aufkleber diskutierte.

    • die Kenntnis
      „…die Entscheidung, Berlin zur Bundeshauptstadt zu machen, in Bonn getroffen wurde und übernehmen Sie dafür die Verantwortung,“

      Ich nehme alles Mögliche zur Kenntnis – z. B – dass Sie stellenweise ein Grantbatzn sind – doch die Verantwortung dafür übernehmen, dass das in Bonn entschieden wurde …
      gehts noch?

      Wahrscheinlich muss ich jetzt auch die Verantwortung dafür übernehmen, das die blühenden Landschaften nix gworden sind.

      Danke, zu viel der Ehre.
      ;-)

    • Danke - ganz großes Gelächter :-)
      Mein Väterchen als Berliner, seine vier Söhne in streng preußischer Beamtentradition erzogen, hätte zwar am Berlin von heute nicht mehr die rechte Freude, aber als Patriot seine Berliner verteidigt!
      Das Erstaunliche allerdings ist und hier das Angenehme. dass Don Alphonso, der die Lufthoheit über diesem Stammtisch hat, den Beitrag durchlässt. Dazu gehört gewisse Grandezza!
      Vermutlich ließe sich auch über Berlin wie Köln ähnliches sagen, wenn man im Mai gute Laune und gutes Wetter hat –
      Berlin blüht bunt im verschandelten DSchland!
      http://n0by.blogspot.de/2016/05/koln-bluht-bunt-im-verschandelten.html

    • @ der andere Gast
      Ich habe das zwar gar nicht Ihnen geschrieben – stimmen tut es ja nun einmal: Die Entscheidung, Berlin zur Bundeshauptstadt (und zum Regierungssitz) zu machen, wurde in Bonn getroffen; die Berliner wurden nicht gefragt. Vor dem Hintergrund sind wir alles andere als „grantig“. Und mit den „blühenden Landschaften“ leben jeweils die Menschen vor Ort. Für diese Feststellung dürfen Sie mich auch gerne pedantisch nennen – aber die haben in der Tat auch ein Recht auf eine eigene Meinung.

      Was war noch? Ach ja:

      „Diese Mentalität ‚In Städten ist das nun mal so‘ und dieses technophile ‚Straßen sind nun mal dazu da, von A nach B zu gelangen‘, das ist genau das Problem.“

      Nein, ist es nicht und es ist auch nicht irgendwie -phil oder -phob. Straßen wurden erfunden, um von A nach B zu gelangen, störungsfrei und so schnell und sicher es geht. Und wenn Sie mal im Rettungswagen reanimiert werden müssen, sind sie anschließend dankbar dafür, dass bei Ihnen kein Grüner um die Ecke wohnt, der diese zivilisatorische Errungenschaft durch Schikanen schleift, weil es ihm an Horizont fehlt.

      Finanzielle Not führte leider auch dazu, dass die öffentlichen Plätze, die ich übrigens sehr vermisse, privatisiert und zu (-rück) gebaut wurden, denn dafür gibts am Ende Grundsteuer und das ist eine Landessteuer.

      Die Kfz-Steuer ist, mea culpa, seit 2009 eine Bundessteuer, ich hatte das noch anders gelernt und nicht brav vor dem Schreiben gegoogled. Aber – 2009 war der öffentliche Nahverkehr in Berlin leider schon ruiniert, das ist eine lange und häßliche Geschichte.

      Von der bösen Frage, wie es eigentlich kommt, dass soviel Güter durch LkW´s und nicht ökologisch per Bahn transportiert werden, will ich mal gar nicht erst anfangen.

      Insgesamt finde ich daher die Idee, man solle einfach mal eine Petition unterschreiben, die selbstverständlich kein städtisches Problem lösen, sondern auf Teufel komm raus ein Dorf errichten will, ungefähr so befremdlich wie das Ansinnen, ich möge aus ökologischen oder sonstwelchen Gründen meine Lebensmittel wie nach dem Krieg auf dem Land hamstern und örtliche Verkaufsstellen aus blankem Prinzip meiden.

      Überdies gefallen mir die Vermarktungsmethoden der Veranstalter nicht.

      Einen schönen Abend,

      GnM.

  8. Radfahren in fremden Städten
    München mag für den Einwohner gut fahrbar sein. Wenn ich als Auswärtiger in die Nähe dieser Stadt komme empfinde ich ähnliches wie der Don in Berlin. Wenn man nicht die ruhigen Gassen Stadtein/auswärts kennt hat man eigentlich in jeder größeren Stadt verloren. Leider erodiert die Gesetzesliebe im Straßenverkehr deutlich. Aber das scheint kein isoliertes Berliner Phenomän.

  9. Radlergrüsse
    Ciao Don! Ehrlich gesagt habe ich den Eindruck, dass Du mehr Zeit damit verbringst schicke Selfies von Dir in etwas zu enger Radlermontur im Gegenlicht zu produzieren – als das Du wirklich in die Pedale trittst… hahaha… Radlergruss!

  10. Gemalte Radwege für gemalte Räder
    Hamburg ist da auch die Hölle, trotz (oder wegen?) jahrzehntelanger grüner Regierungsbeteiligung. Letzter Gag: sie reißen jetzt überall bestehende separierte Radwege ab und malen dann ersatzweise welche auf die Strasse daneben. Da lacht der Autofahrer und schert sich nicht weiter drum. Der Radler steht dafür jetzt mit im Stau und Abgas. Das ganze nennen sie dann „Fahrradstadt“ feat. ADFC, denn sie glauben dem, alle Radfahrer wollten das so (nein, natürlich nicht! Nur die paar Freaks vom ADFC wollen das!) und sind zutiefst beleidigt wegen des folgenden Shitstorms. Die Bürger wollen einfach mal wieder nicht verstehen, was besser für sie ist! Obwohl es doch von den Grünen kommt! Man fährt hier nun wieder viel Gehweg wie zuletzt mit 12 Jahren, schon aus Gewohnheit, weil da halt eben noch der Radweg war. Klingelt die Grünwähler aus dem Weg. Oder man lässt es irgendwann entnervt ganz.

    Danke für die weisen und eigentlich so banalen Betrachtungen zu italienisch-kleinstädtischer Stadtarchitektur. Man liest es und wird so neidisch. In Hamburg.

    • Bitte, es war mir ein Vergnügen.

    • Ist schon gut so
      Die Radwege auf die Strasse zu verlegen ist genau richtig. Das sehe ich so obwohl ich weder im ADFC noch grün bin. Ich bin aber jemand, der sich fast nur per Fahrrad durch die Stadt bewegt, der es als Transportmittel nutzt und dementsprechend vorankommen möchte.

      Diese sogenannten Radwege hier in Hamburg sind gar keine Radwege, es sind Zumutungen: huckelig, zugestellt, kurvig um Bäume herum gelegt, viel zu schmal und auf vollen Wegen auch noch voller Fußgänger. Wer mal bissl durch die Gegend rollen möchte, für den gehen die vielleicht noch, aber wer ein Fahrrad nutzt, um von A nach B zu kommen, für den ist das das allerletzte. Ich fahre hier deswegen auch fast nur auf der Strasse! Und ich liebe die Radwege, die auf die Strasse verlegt sind, denn sie sind: schnell – genau, sie sind schnell! Keine Fußgänger, keine Wurzeln, keine Buckel und keine Kurven um irgendwelche Bäume. Einzig Falschparker nerven aber zum Glück hällt sich das sehr in Grenzen und wenn mal einer so nen Weg zuparkt, wird auf die Strasse ausgewichen und zwar schon 30 Meter vorher. So wird das Problem an die Gruppe weitergereicht, die es verursacht hat: die Autofahrer :)

      Nene, ich kann mich Ihrer Meinung nicht anschließen. Für Leute, die ihr Fahrrad als Transportmittel nutzen, ist die Strasse genau der Ort, wo die Fahrradwege hingehören.

    • Es hängt halt vom Ort ab. In meiner Heimatstadt gab es eine Gefahrenzone, wo auf dem Bürgersteig Fussgänger, Radler und halb auf dem Gehsteig geparkte Autos zulässig waren. Da hat es immer wieder gekracht. Seitdem die Radler auf der Strasse sind und das auch klar ausgewiesen wird, ist die ganze Strasse ruhiger und ungefährlich.

    • Einfach mal an eine Straßenkreuzung
      … mit „Radverkehrseinrichtungen“ stellen und die Verkehrsströme mit Pfeilen skizzieren: Separieren nach Fahrzeugantrieb statt nach Fahrtrichtung und Geschwindigkeit funktioniert nicht. Stattdessen vergiftet es in Gebotsform das Verkehrsklima flächenhaft und überfordert gerade die naiveren Radfahrer, die das Märchen „weg vom Brummbrumm biste sicher“ glauben – bis es kracht. Der Einsatz für den „besseren“ Dings-Streifen oder den „besseren“ Radweg ist nur Tätigkeitsnachweis und wegen des Nichtfunktionierens selbstperpetuierende Daseinsberechtigungs- wie Einkommensquelle für Stimmenfänger und Lobbybetreiber. Welche Mode gerade angesagt ist, Nebenstreifen oder Abwege, ist da wie die Farbe der agierenden Parteien eher nebensächlich.

  11. Wiesbaden und Mainz..
    …sind auch eher ..grass.
    Obwohl von der Stadtanlage bei weitem nicht so chaotisch wie Neapel.
    Im Berufsverkehr morgens in Bologna o. Mailand wird man als Radfahrer nicht so aggressiv angemacht(eigentlich nie) wie Sonntagnachmittags(oft) in einer der oben genannten.

    Köln ehrenfeld hatte damals einen schlechten Ruf.
    Keine Ahnung,ob es da heute friedlicher zugeht.

  12. Claire, I'm more afraid of bein' nothing than I am of being hurt.
    Berlin? Mogadischu? Alles für Mädchen.

    Der Hotspot des Verkehrs-Wahns ist und bleibt Benz Town.
    Hier entscheiden sich in alltäglichen Schlachten die großen Kriege der urbanen Verkehrsführung, der alternativen Mobilitätskonzepte, der Schadstoffemission, der Maximalmotorisierung, der Geschwindigkeitsbegrenzung etc.

    Hier wird Stuttgart 21 ausgefochten, Menschen verlieren ihr Augenlicht, Regierungen werden geopfert und der Haushalt ruiniert, all das für 5 Minuten schnelleren Bahnverkehr.
    Hier benötigt der Schreiber jeden Tag mindestens 45 Minuten für 7 Kilometer, und zwar jeweils am Morgen und am Abend, hin und zurück.
    Hier ist seit Jahren durchgehend Maximalstau, und die einzige Lösung der Regierung ist die Halbierung der Hauptverkehrslinien für neue Fahrradwege, in einer Stadt, in der keine Fahrradfahrer existieren.
    Hier ist jeden Tag Stinkfingerzählen angesagt, Drängeln, Anschreien, Beleidigen, Aussteigen, Bedrohen, Nerven verlieren, Anfahren, …
    Hier ist größte Neuwagendichte Deutscheland, hier lebt jeder zweite vom Automobil, hier fahren die neusten Diesel und zwar niemals von VW und trotzdem ist hier die Luft maximal angereichert mit Stickoxide+ Feinstaub.

    Hier ist alles im Kopf grün und in der Lunge schwarz.

    Und Nachts, wenn der Wahnsinn ein Ende hat, dann hört man sie herannahen, die reichen Kids von draußen, von den Dörfern aus dem 10 Mio Einzugsgebiet dieser Stadt, wie sie in ihren AMGs, Porsches und Lambos einmal durch die Stadt rasen, durchgewunken von der örtlichen Polizei.

    Und trotzdem und gerade wegen all dem Wahnsinn zahlen Personen 8,7 Mio € für ein Appartement mitten drin.

    Nein, Fahrradfahrer sind hier nicht. Die sind schon lange ausgestorben.

    Hier ist Schlachtfeld, hier benötigt man einen 400 PS SUV, wenn man Morgen noch existieren will.
    Hier überleben nur die Starken.
    Leben? Nee, Leben ist hier nicht.
    Nur Überleben.
    Unter Schmerzen, aber der Illusion von Stärke.

    • Och Goodnight, machen Sie doch mal 'n bisschen halblang.
      Ich finde ja durchaus, dass Sie mit dem meisten Recht haben, was Sie beklagen. Ich habe aber das Glück, dass ich mit meinem Kleinwagen antizyklisch stadtaus- bzw. -einwärts unterwegs sein kann. In der Stadt fahren, das tue ich mir nicht an. Zum Einkaufen geht’s mit der Stadtbahn, Haltestelle habe ich fast vor der Haustür. Was die ausgestorbenen Radler angeht, so kann ich das wirklich nicht bestätigen und ich schwöre Ihnen, es hatte noch keiner Grund, sich über mich zu beschweren. Eher umgekehrt. Einmal fuhr ein Radler rechts neben mir die Olgastraße ‚runter und beim Einfahren in den Kreisverkehr habe ich schön darauf geachtet, dass rechts neben mir noch genügend Abstand bleibt. Und deshalb habe ich mich fast zu Tode erschreckt, als der Idiot mich im Kreisverkehr links überholte und ich ihn beinahe gerammt hätte. Ein nonchalantes Winken von seiner Seite war die einzige Reaktion.
      Oder was ich auch so liebe: Ich gehe auf dem GEHweg, auf dem auch Radler fahren dürfen. Das nehmen diese aber zum Anlass, mich durch Klingeln auf ihre vermeintlichen Vorrechte aufmerksam zu machen und zu veranlassen, den GEHweg zu räumen. Und wenn man nicht schnell genug zur Seite springt, wie das mal meinem Partner passiert ist, wird man noch von den armen benachteiligten Radlern (in dem Fall eine junge Frau) angeblafft. Manchmal tut’s mir echt leid, dass sie noch nicht ausgestorben sind. Kann aber passieren, wenn man z. B. auf dem GEHweg den Berg ‚runterbrettert und an Hofeinfahrten vorbeirast, aus denen sich gerade ein Autofahrer heraustastet, weil die Einfahrt links und rechts von Mäuerchen begrenzt wird, so dass der GEHweg nicht einsehbar ist.

      Tut mir leid, dass ich mich jetzt gerade so zum Motzen habe verleiten lassen – aber ich mache fast jeden Morgen schlechte bis schlechteste Erfahrungen mit Radlern in Stuttgart.

    • Titel eingeben
      Stuttgart ist schon speziell. Man denke auch noch an den horriblen Akzent, und eine tragische Vorliebe für extravagante Brillengestelle und asymmetrische Kleidungsstücke, die ich in anderen Städten nur innerhalb des harten Kerns gewisser alt-68er Milieus antraf. Wäre Ilona Christen nicht Saarländerin gewesen, dort hätte sie ihre Brillenheimat gefunden.

    • ES IST KEINE STADT, IN DER ICH LEBEN WOLLTE
      sage der heutige „grüne“ OB Kuhn vor jahren und wurde prompt gewählt………………von den stuttgartern.

      also, was wollen sie von so einer stadt oder gar ihrem OB erwarten ????

      aber warum fahren sie dann in den kessel lieber freund, geniessen sie doch stuttgart – uhlbach, das schwäbische Henley in Waiblingen oder Großaspach mit mit all seinen attraktionen !

    • Nicht nur in Berlin rasen sie verantwortungslos und fahren Leute tot -
      in Stuttgart brettern sie seit Jahren nachts mit dicken Wagen die Friedrichstraße entlang, bedenkend (oder nicht), was geschehen könnte und in Köln ist es ebenso – vielleicht anderswo in diesem Lande auch.
      Die dabei in Kauf genommenen Toten sind vor Gericht der Resozialisierung des Täters untergeordnet – und die ausgesprochenen Strafen lächerlich gering – und werden von jenen oft braun gebrannten Jungs und ihren Clans höhnisch belächelt, wie unser gesamtes Rechtssystem, das dieser Klientel nicht gewachsen scheint.

    • Meines erachtens müsste man die Raserszene wirklich bindesweit massiv bekämpfen und auch ihre Infrastruktur zerschlagen. Auch wenn dann das Geflenne kommt, weil die betroffene Gruppe Defizite bei der Integration erkennen lässt,

    • Benz Town rollt
      7 Kilometer in Stuggi sind es bei mir auch.
      Vespa 15-35 Minuten
      Auto 15-45 Minuten
      Fahrrad 18-40 Minuten
      Der nächtliche Auto Pseudo Race und Posing ist tatsächlich eine Qual für die Innenstadt Bewohner.
      Das einzige was hier noch hilft ist Straßensperrungen jetzt und die Empfehlung: Öffentliche, Fahrrad,Laufen, Fahrgemeinschaft.

    • ... und dann droht noch die Zweitklassigkeit
      „Berlin? Mogadischu? Alles für Mädchen.“
      „Hier ist alles im Kopf grün und in der Lunge schwarz.“

      @ Goodnight,
      Kompliment für diese zwei Formeln. Made my day. Zehn Millionen im Einzugsbereich halte ich für übertrieben. Haben Sie die Schweiz mitgezählt oder Sachsen?

    • You are certainly the most distinguished group of highway scofflaws and degenerates ever
      @Willem Hold

      Nein, die Sachsen haben, wie der Rest Deutschlands, kein Geld für vernünftige Autos. In der Schweiz hingegen schon, aber dort tuckern nur 80 Jährige in 80er Ferrarris im 80er Tempolimit, die trauen sich nicht nach Stuttgart, da hier 20 jährige Bandarbeiter in Vierzylinder-AMGs im Rudel auf die warten.
      Ansonsten ist Stuttgart halt die einzige „Großstadt“ in BaWÜ, folglich bleibt dem neureichen Mittelstand hier im Ländle und jwd keine andere Wahl, als sein motorisiertes Vermögen auf der Theo hoch und runter zu fahren und dabei immer Standgas zu geben. Ob wirklich Geld vorhanden ist, kann man beim Italiener nebenan beobachten: Die einen schauen ständig unruhig in Richtung ihres zur Schau, aber falsch geparkten Fahrzeugs; Den anderen ist es egal, ob sie 300 € fürs Abschleppen zahlen müssen.
      Die PS Dichte hier am Wochenende ist übrigens schon bekannt, so dass sich innerhalb von wenigen Minuten Horden von fotografierenden Männern um jedes 150 Tsd. € plus Fahrzeug bilden, sobald es stehen bleibt. Die muss der Besitzer dann erst einmal vertreiben, wenn er vor dem Abschleppwagen flüchten will.

    • The closer you are to death, the more alive you feel. It's the only way to drive.
      @Gast

      Ja, so ist der Stuttgarter, er erschreckt sich zu Tode, wenn da mal einer von der Seite angefahren kommt, von diesen prähistorischen Radfahrern.

      Whatever, auf der Olga Str. fährt jeden Morgen nur eine hübsche Blondine auf einem Rennrad wohinauchimmer. Sonst ist da nichts an Zweirädern. Hier gibts nur noch die Stuttgart 21 Protestler die jeden Montag Nachmittag den Innenstadt Verkehr zum Erliegen bringen, und einmal hatte ich einen auf der Weinsteige vor mir, Stadteinwärts, d.h. abwärts, war wohl eine versuchte Suizidierung. Scheint gelungen, da ich ihn nie wieder gesehen habe.

      @django

      Attraktionen genießen? Wollen sie mal Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs beobachten? Dann stellen sie ich am Sonntag Vormittag an die B10 vor die Wilhelma (Zoo).
      Gerüchten nach sollen Frauen schon versucht haben, sich ihrer Männer zu entledigen, indem sie Sonntagmorgens beim Frühstück riefen: „Schatz, lass uns heute mit den Kindern in die Wilhelma fahren.“

    • @D.A.
      „Raserszene“ ist wohl eher ein Euphemismus, oder?

    • Ich hätte auch andere Wörter dafür, aber jeder weiss, was gemeint ist,

  13. Falscher Rost für falsche Fuffziger
    Und die letzten Tage wird hier in den Hamburger Lokalblättern über 30% mehr Fahrraddiebstähle dieses Jahr geschrieben, über die „Hotspots“, Aufklärungsquote gewohnt bei ca. 4%. Das bedeutet, man hat ein ganz gutes Rad, im Keller, und holt es am Sonntag oder in den Ferien mal raus. Für das Vergnügen. Für den Alltag hat man die vermeintliche oder wirkliche Rostgurke, alt und billig (wirkend), mit vielen Flecken, Kratzern und allem anderen, was dem durchschnittlichen südeuropäischen Fahrradklaumigranten unattraktiv und unlukrativ erscheinen mag. Fahren tun die Dinger trotzdem noch ganz ok, schneller kommt man hier ja eh nicht vorwärts. Aber man kanns draußen abgesperrt stehen lassen über Nacht und es ist dann noch da. Hab auch schon falschen Rost als Aufkleber gesehen. Sowas braucht man hier heute halt.

  14. für Lunge und Seele keine Erholung
    Danke, ein von Anfang bis zum Ende unterhaltsamer Text. Bin 10 Jahre mit dem Mountainbike über den Kudamm zum Brandenburger Tor gefahren und stimme zu. Schön die Gedanken zu den Schutzzonen – das Thema Durchsetzung scheint ein wichtiges Thema zu werden, nicht nur in Berlin, nicht nur beim Schutz der Radfahrer…

  15. "...dass Radfahrer mehr Raum auf den Stra..." Eine Weitereraumforderung also, soso.
    Dazu fällt mir was Unschönesauseigenerleidvollererfahrung ein. Raumforderung (oftmals in Einschlägigemschriftgut als RF abgekürzt) steht auch für Unliebsamwucherndes:

    https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Raumforderung&redirect=no

    oder mit Sofortigerweiterleitung:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Raumforderung

  16. Mit dem Fahrrad täglich durch die Großstadt
    Ein offener Bericht über die Zustände, unter denen Fahrradfahrer leiden, erfreut mein Leserherz immer.

    Da ich mich nicht im Besitz einer Lizenz zum Führen von Kraftfahrtzeugen befinde, ist meine Sichtweise sicher sehr einseitig, aber leider wahr.

    Ich radele also täglich durch eine westdeutsche Großstadt, weil die Anschaffung und die Unterhaltung eines Autos zu teuer ist und auch der öffentliche Personennahverkehr das etwa 50-fache an Kosten entstehen lässt, als wenn ich auf das Rad verzichten würde.

    So quäle ich mich also täglich über „Radwege“, die diesen Namen nicht verdienen, von vielen Autofahrern als Erweiterung ihres Parkbereiches empfunden werden, gleichzeitig hört man von hinten ein deutliches „Drücken des Gaspedales“, wenn man verkehrsbedingt wieder mal auf die Autofahrbahn ausweichen muss, weil der Radweg mal wieder zugeparkt worden ist.
    Ich schreibe hier (leider) nicht von Einzelfällen!
    Bei meiner täglichen, meist mindestens viertelstündlichen kleinen Tour stehen mindestens drei Autos so auf Radwegen, die gar nicht beparkt werden dürfen, dass ich mich in Lebensgefahr begeben muss, wenn ich meinen Weg weiter fortsetzen will.

    Wenn man mal so einen Verkehrsrowdie persönlich erwischt und auf sein Verhalten anspricht, fliegen ganz schnell die Fäuste, wenn man nicht schweigt und schnell verschwindet. In unserer Stadt gilt im Straßenverkehr das Recht des Stärkeren, die Polizei nimmt Verkehrsverstöße gegen Radfahrer offensichtlich nicht wahr, auch wenn die Beamten danebenstehen, hat man es nicht gesehen oder nicht sehen wollen.

    Aber das ist bei uns politisch gewollt. Man ist Radverkehrstechnisch in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts stehengeblieben und würde das Rad gerne zurückschrauben, doch irgendwie ist den Stadtoberen schon klar, dass Radverkehr eben auch ein Verkehrskonzept für künftige Zeiten sein sollte, sowohl was die Vorräte an fossilen Energieträgern anbelangt, als auch die Verschmutzung von Natur und Umwelt durch angeblich immer schadstoffärmere Kraftfahrtzeuge. Wer’s glaubt, werde Vorstand bei VW oder einem anderen Autobauer.

    Natürlich gibt es auch Radfahrer, die man selbst als Radfahrer zum Mond schießen möchte, es ist mir nicht unbegreiflich, dass einige Autofahrer durchaus allergisch auf Radfahrer reagieren. Aber wie auch bei den Autofahrern sind nicht alle Radfahrer „so“.

    Auch ich plädiere für mehr gegenseitige Rücksichtnahme. Und man sollte das deutsche Radwegekonzept grundsätzlich nochmals gründlich überdenken.
    Es gibt durchaus Länder in Europa, die in dieser Beziehung wesentlich fortschrittlicher sind und nicht alle Priorität dem Auto einräumen.

    Der Grund, warum ich noch lebe?
    Ich versuche immer die Dummheit der anderen Verkehrsteilnehmer vorauszuahnen und mich dem kleinsten gemeinsamen Nenner anzupassen und mich so passiv zu verhalten, wie es nur geht.

    Zudem verzichte ich auf meine oftmals berechtigte Vorfahrt, weil ich weis, dass ich, wenn ich auf meiner Vorfahrt bestehe, günstigstenfalls unverletzt auf einer Motorhaube lande.
    Daher nehme ich die Verletzung der Verkehrsregeln durch andere motorisierte Verkehrsteilnehmer in Kauf, einfach weil mir meine Gesundheit und mein Leben lieb und teuer ist.

    • Der Radweg ...
      … ist selten so zugeparkt, daß man da nicht doch noch irgendwie vorbeikäme. Allerdings kann das Auto dabei eventuell Schrammen abkriegen, und der rechte Außenspiegel verstellt sich manchmal. Ich parke mein Fahrrad deswegen NIE auf der Fahrbahn.
      Bezüglich der defensiven Fahrweise stimme ich Ihnen vollumfänglich zu.
      LG Kalchas

    • Titel eingeben
      Für mich macht es den Anschein als wenn es mehr regelwidriger Radfahrer als regelwidriger Autofahrer gibt. Allein weil Fahrräder immer noch keine Kennzeichen montieren müssen.

      Übrigens verstärkt sich das Verständnis für Motorradfahrer schlagartig sobald man selbst einen Motorrad Führerschein macht…

  17. Untereinander...
    ..sind die Herrschaften aber auch nicht zimperlich.
    …Autofahrer..zunehmend…aggressiver
    .mit ortsfremder Nr an an der Abzweigung zögernd ….

  18. Rolle rückwärts, Merkel.
    Entschuldigen Sie den Themenwechsel,
    ich wollte nur sicher gehen, dass die
    Rückwärtsrolle der Kanzlerin nicht im
    allgemeinen Twitterraunen untergeht:
    http://www.rolandtichy.de/daili-es-sentials/seibert-twittert-kurz-und-die-welt-dreht-sich-anders-rum/
    ´Wir müssen in Europa lernen unsere Aussengrenze zu schützen und
    selber zu entscheiden, wer zu uns kommen kann.`

    • Fame has a fifteen minute half-life, infamy lasts a little longer.
      Die Kanzlerin? Da hört keiner mehr zu. Die Frau hat ihre Reputation eingebüßt. Für immer. Sie ist Geschichte, ein leeres Kostüm.

      Die Bifurkation in der Kommunikation ist da gnadenlos. Man kann ja schon beobachten, wie alle ihre Zukunft ohne sie planen. Außer Herr Seibert, denn der hat nur diese eine Zukunft.

    • Gut möglich
      dass Frau Merkel mit ihrem Türkei Deal bei der UNHCR in
      Ungnade gefallen ist. Die sitzen selbst auf 60 Mio Flüchtlingen
      und wollen davon jährlich 6 Mio umsiedeln.

      M.E.geht es nur um Macht und wer wen mit den Flüchtlingen erpressen kann.Siehe auch Griechenland das sich weigert, Syrer in die Türkei
      zurückzuschicken.
      Nur die die schon länger hier leben, werden ermahnt in jedem Flüchtling
      das Einzelschicksal zu sehen.

    • Ei ei, verdammich - da haben wir in D aber glatt verloren.
      Denn wen werden wir mit „unseren Flüchtlingen“ schon erpressen können? Die sind und bleiben unsere bis zum St. Nimmerleinstag – ohne wenn und aber.
      Danke für den Seibert, der auf ewig mit dem leeren Hosenanzug verbunden bleiben wird und keinem neuen Gebrauch zugeführt werden kann. Wird ihm aber auch egal sein, denn für ihn ist gesorgt, sein Leben lang!

    • Was denn bitte für eine "Rolle rückwärts", liebe Anna?
      Seit mehreren Jahrzehnten stand fest, dass bestimmte Länder ein Ärgernis darstellen (nicht für Europa, das kann das Öl bezahlen). Es gibt sogar literarische Ergüsse dazu, was wohl passieren würde (Flüchtlinge über Flüchtlinge). Genau das ist auch passiert und es waren die europäischen Partner, die sich nicht an europäische Regeln gehalten haben (nicht, dass die begrüßenswert waren). Also wurde mal ein wenig der Hahn aufgedreht, um doch noch eine vernünftige Lösung auf den Weg zu bringen (europäische Quoten, über die hätte ja sonst niemand verhandelt) und damit ein praktischer Anreiz gesetzt, die Außengrenzen effektiv zu schützen. – Alles ziemlich unschön + schmerzhaft, aber ist es eben gekommen; richtig bitter sieht noch anders aus und wird woanders praktiziert. Aber dann haben wir unseren Beitrag geleistet und sind zur Abwechslung vielleicht mal nicht der internationale Buhmann; ich kann das nämlich nicht mehr hören! Also – die Rolle geht vorwärts.

    • @ Gast 14.Mai 2016 um 15:45
      ALLE!!!
      können wir mit unseren Flüchtlingen erpressen,
      einschließlich des UNHCR (Frau Merkel soll sehr
      nachtragend sein).
      Mehr als 90 Mill.Euro bis 2020 für migrantische
      freelancer, kann niemand erwarten. Und natürlich
      werden auch die steuerzahlenden Gegner ihrer
      Politik erpresst ( Frau Merkel soll sehr nachtragend
      sein).

  19. @DA,@GnM
    Lieber Don Alphonso,
    Ich bin zugegebenermaßen Autoliebhaber, und ebenso überzeugter Fußgänger, wie passionierter Bahn- und ÖPNV-Nutzer (ja, das gibt es). Ich komme ebenso wie Sie aus Süddeutschland (allerdings nicht aus Bayern, auf diese Feststellung lege ich wert, deswegen kann man immer noch katholisch und konservativ sein)
    Ich habe ebenso wie Sie ein Jahr in Berlin gelebt habt vor längerer Zeit, und komme jetzt beruflich einmal pro Monat nach Berlin
    Das war jetzt zugegebenermaßen eine langwierige Einleitung, jedoch möchte ich hiermit meine Kompetenz „zum Mitreden“ (Bzw. „zum Mitschwätze“, wie man das in Schwaben sagt) unterstreichen:
    Ich stimme Herrn GnM in seiner Beurteilung voll und ganz zu, und finde, dass Ihr heutiger Beitrag erstaunlich undifferenziert ist (ich bin sonst sehr gerne Leser Ihrer Kolumne). Das Problem in Berlin ist, wie GnM richtig anmerkt, die Okkupation durch Provinzler jedweder Couleur, die diese große Stadt gern zu ihrem eigenen Biotop machen wollen. Leider spricht niemand über die strategischen Fehler der Wiedervereinigung, wovon einer der größten war, Berlin zum Regierungssitz zu machen (Hauptstadt ist OK, kein Problem, aber die Verlagerung der Regierung war einer der größten Energieverschwendungen der deutschen Geschichte. Und damit meine ich finanzielle, und Arbeitsenergie. Aber da kennen sich die Deutschen ja prima damit aus (siehe „Energiewende“) und gebärden sich (wie so oft leider) dem rest der Welt gegenüber als Überzeugungstäter.

    • Don Tomàs
      Nun, mir tut es leid, dass ich so aus der Haut gefahren bin; ich nehme an, der Don hat es gut gemeint. Die Stadt ist wirklich grauenhaft laut und gefährlich; im Grunde genommen kann ich es niemandem verdenken, wenn er sich nach einem lauschigen Plätzchen sehnt. Dennoch treiben mich diese Vorschläge zackig auf die Palme; weil sie darauf hinauslaufen, die Großstadt eben abzuschaffen. Das kreischt auf meiner inneren Tafel; ob der famose Ansatz dazu nun heißt: Schikanen statt Flüsterbelag (und der Notarzt seine Arbeit nicht mehr beim Fahren erledigen kann) oder Spielstraße. Die großen Fehlanreize sind eben so gewaltig – auf dieser schiefen Ebene kann die Fahrt nur bergab gehen.

  20. Titel eingeben
    Als ich in B. aufwuchs, vor 40 Jahren, konnte man sich an vielen Durchgangs-Plätzen durchaus noch aufhalten. Z.B. ging es am Savignyplatz oder Kottbusser Tor durchaus geschäftig zu und der Verkehr lief auch da, aber man traf sich und sah dem Treiben zu und nahm seinen Anteil dran. Aber heute ist der Autoverkehr so gnadenlos geworden, dass keiner mehr am Savignyplatz unter dem Laubengang sitzt, und zum Kottbusser Tor kann man auch aus anderen Gründen nicht mehr.

    Die Stadt war immer für Durchgang ausgelegt und eine grosse Anzahl von Bewohnern, aber jetzt ist die Kapazität seit einiger Zeit schon erreicht. Wir müssten jetzt grundsätzlich die Struktur durchdenken und neu auslegen (Autofreie Zonen wurden schon in meiner Kindheit besprochen), aber das machen wir in Deutshcland selten und in Berlin nie. Wenn es für eine grosse Anzahl von Menschen funktioniert, dann wird es auch für eine sehr viel grössere Anzahl funktionieren, und letztendlich auch für unendlich viele. Dieselbe Logik lassen wir offensichtlich nicht nur in der Stadtplanung walten.

    Im Übrigen: in B. kann man sehr wohl noch recht gut Fahrrad fahren, aber in der Auswahl der Wege ist erste Priorität die Verkehrsituation, nicht die Kürze des Weges.

    • Savignyplatz
      Also ich sehe am Savignyplatz immer noch viele Leute in den Laubengängen sitzen – waren Sie bei ungeeigneten Witterungsverhältnissen dort?

      Übrigens fand ich es schon als neu Zugezogener vor gut 22 Jahren bemerkenswert, dass selbst an den lautesten und meist befahrenen Durchfahrtstrassen beim ersten sonnigen Tag mit Temparaturen kurz über dem Gefrierpunkt Stühle und Tische vor den Lokalen auftauchten – und auch schnell besetzt waren.

      Das Problem bei autofreien Zonen ist doch, dass die nur vor der eigenen Haustür gefallen – an anderen Orten (und vor alem auf den Wegen dorthin) plötzlich ganz lästig werden.

      Wo viele Menschen wohnen, ist eben viel Verkehr.

    • Congestion charge !!!
      Ja, Ja, Ja!
      Man kann es drehen wie man will – das 23 Stunden am Tag alles „zu müllende“ stehende Auto muss weg.

      Ein Zwerghund kostet mehr Hundesteuer als eine große, „saubere“ Limousine…

  21. Unsouverän
    Lieber D.A., Ihre voruteilsbeladene, fast prollige Haltung gegenüber Berlin kennen wir inzwischen alle zu genüge. Leider wirkt das nicht sehr souverän – und geht irgendwann auch auf die Nerven – weil einfach zu simplistisch und zu überzeichnet. Paßt nicht zum Rest der D.A-Figur.

  22. Überflüssige Polemik gegen eine europäische Haupstadt, ich bin enttäuscht!
    Entschuldigung, werter Don, aber das geht mal gar nicht! Ich habe einige Monate in der Stadt gelebt, und weiß deswegen genau, dass die Behauptung „Rennräder sind für den Strassenzustand auf dem Niveau von Bukarest ungeeignet“ kompletter Unsinn ist, nicht nur wegen dem fehlenden „ß“ in „Straße“. Die Bukarester Straßen sind insgesamt gar nicht so übel. Im Gegensatz zu Berlin. Problem waren eher die freilaufenden Hunde, aber das ist mittlerweile auch vorbei.

    Ich erwarte also eine Entschuldigung gegenüber den Rumänen.

  23. Hmm: "...weder Neapel noch seine vorsibirische Partnerstadt könnten mich halten."
    Welche davon

    http://www.comune.napoli.it/flex/cm/pages/ServeBLOB.php/L/IT/IDPagina/5931

    meinen Sie?

    (zum Vergleich: https://www.berlin.de/rbmskzl/internationales/staedtepartnerschaften/ )

    NS:

    „… verändert die Menschen.
    So wie in Berlin. Nur im Guten.“

    Sehr hübsch – doppeldeutig, lieblächel…

  24. Ein bisschen radeln täte der deutsche Elite in Berlin ganz gut
    Jedes Mal wenn ich Photos von den Herren Altmaier oder Gabriel, oder den Damen Merkel oder Nahles sehe, denke ich: ‘Ein bisschen regelmäßig radeln täte denen ganz gut.’ Ihre Erklärung ist einleuchtend, in Berlin ist das lebensgefährlich. Hier in den Niederlanden ist radeln bekanntermaßen normal. Ich werde jetzt einen kleinen Ausflug nach Den Haag machen, durch den Binnenhof fahren und gucken, welche dicken Autos dieses Mal vor des niederländischen Ministerpräsidenten Bürotür stehen. Die sind immer von ausländischen Gästen, mit Chauffeur und nicht von unseren dünnen Herren Rutte oder Djisselbloem.

    • Niederlande, du hast es seit 20 Jahren bereits besser
      Radfahrerparadies der königlichen Niederlande ist Deutschland seit 20 Jahren in Bezug auf Fahrradwege schon ständig vorausgegangen, dieser Vorsprung wird auch in 40 Jahren nicht aufzuholen sein, da die Damen und Herren Politiker zu sehr von den Automobil- Lobbyisten bezahlt und beköstigt werden!

    • fetter Hasser
      ja, gesunder geist im gesunden körper, das ist ja bei den genannten damen und herren zumindest was den körper angeht nicht der fall. über den geist schweige ich mich lieber aus.

      ein bisschen frische luft um die nase würde da allen guttun und nicht nur im dicken regierungs-audi sitzen. schon deshalb steht die marke bei mir auf dem negativindex.

      aber so ist es: wie der eigenen körper missachtet und vernachlässigt wird, so auch der umgang mit dem wählervolk.

      vor dem hass auf die anderen kommt ja oft der selbsthass, was sagt denn die Freud’sche psychologie zu den ganz dicken und den ganz dünnen ?

    • Wusste gar nicht, dass Sie dort eingesperrt worden waren:
      http://www.faz.net/aktuell/politik/grosswildjagd-zwei-tiger-in-niederlaendischem-dorf-entlaufen-14233408.html#/elections

      Wer ist denn der andere?

    • die ganz Dicken und die ganz Dünnen,
      die ganz Dicken sind oft schon in dicken Familien aufgewachsen, viel zu üppig gefüttert und mit Essen belohnt, beschäftigt und ruhiggestellt worden. Heutzutage eher ein Unterschichtenphänomen, ich kenne aber auch Stadtkinder die zwar intellektuell gefördert werden, deren Bewegungsdrang aber schon früh eingeschläfert wurde.
      .
      Bei den ganz Dünnen gibt’s Bulimiker, die nicht den Hunger ertragen müssen, das tun die Anorektiker, ganz überwiegend Mädchen ab der Pubertät, in sehr schwieriger familiärer Ablösedynamik.
      .
      Selbsthass kann uns alle annagen, wenn wir unter unseren, mitunter unvernünftigen und unrealistischen, Erwartungen und Anforderungen an uns selbst bleiben.

  25. Titel eingeben
    als würde die UN bei Steinigungen in Afghanistan mehr Abstand für die Opfer fordern

    jetzt kann Pfingsten kommen…

  26. Alp-Traum
    Der Berliner Bausenator fällt Bäume, vernichtet Gärten,
    versiegelt Flächen, verscherbelt Grundstücke an Bauherren
    und an Firmen, welche nicht nur alte Backstein-Kirchen
    „untergraben“ – sondern die ganze Stadt erzittern lassen:
    > Brücken unter dem Schwerlastverkehr .
    > Geh-und Sehbehinderte, Mütter mit Kindern beim
    Straßenüberqueren mit brutal kurzen Ampelphasen.
    > Stausteher an unkoordinierten Dauerbaustellen.
    Den Berliner Umweltsenator juckt das alles nicht…
    Warum? Wieso?
    Na … Geisel (sic) ist doch zugleich Bau- UND Umweltsenator!

    Jetzt haben die sich was ganz Raffiniertes ausgedacht:
    Berlin wird zur „Fahrradstadt“ erklärt.
    Noch mehr Radler sollen das CO2 ein-und wegatmen,
    damit die manipulierten Abgas-Kisten nicht aus dem Verkehr
    gezogen werden müssen.
    Herzinfarkt! Unfallopfer! Reha! Jaaa Wachstum überall.
    > Ärzte und Versicherungen bekommen regen Zulauf.

    Der zunehmende Lieferverkehr erhält mehr Platz – indem man
    einfach auf die Fahrbahn noch mehr Radspuren hinpinselt.
    Knöllchen werden so zur (all-)gemeinen Geschäftsgrundlage.

    Beobachtet man den Abbiege-Radius von immer länger
    werdenden LKWs, sieht man, dass diese ziemlich oft über den
    Radstreifen – manchmal auch Gehweg- rollen,
    anders kommen sie gar nicht mehr umme Ecke!
    Mit „Just-in-Time-Modellen“ sparen: koste es was es wolle.

  27. Titel eingeben
    „Leider erodiert die Gesetzesliebe im Straßenverkehr deutlich. Aber das scheint kein isoliertes Berliner Phenomän.“
    .
    Ich habe hier in Berlin seit 35 oder gar 40 Jahren keinen Schupo mehr gesehen.
    Doch, einmal: da standen zwei Polizisten an einem verkehrsreichen Straßenübergang, den ich oft benutze. An dem Tag fuhr plötzlich kein Radfahrer mehr wo er wollte, auch Autofahrer waren friedlich, und Fußgänger liefeb auch nicht mehr kreuz & quer über die Straße, alle hielten sich Plötzlich und püberraschen an Regeln, die sie offenbar noch erinnerten; man schob sogar sein Rad über die FUSSGÄNGER-Zebrastreifen, anstatt wie sonst durch die Leute zu jagen.
    .
    Ich sprach die beiden Polizisten freundlich an, bedankte mich für die Fürsorge und das erstaunliche & positive Ergebnis: alle Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer hielten sich an dieser verkehrsreichen Stelle plötzlich an die Straßenverkehrsordnung.
    .
    …bis ich bemerkte, die waren nicht wegen der Straßen-Ordnung da sondern weil zehn Meter weiter drei Rentner vor der ‚Dresdner Bank‘ Pappschilder mit irgendeinem Protest-Spruch hochhielten (!)
    .
    Inzwischen ist da wieder täglich der Teufel los: jeder macht was er für sich am bequemsten hält. Vor irgendeiner Kontrolle oder gar Strafe braucht sich keiner zu fürchten.
    Ist das wirklich NUR in Berlin so? Wenn ich da an Rom denke (nicht während der paar Monate als die Innenstadt frei war – 1994 -, sondern davor und danach)…

  28. Immer das Gejammer... :)
    Also echt mal. Berlin ist halt ’ne Stadt, kein italienisches Dorf. Und dann haben Sie das nicht ertragen und auch noch 18 Kilo zugenommen und nun sollen wir daran schuld sein?

    Hätten Sie eben in Dahlem gewohnt, da ist es schön dörflich und der Grunewald ist nahe. Und die Strassen in die Innenstadt sind üblicherweise zivilisatorischen Standards entsprechend. Mit Radwegen oder Radspuren (wenn auch nicht unbedingt rennradtauglich). Ohne Hetze und viel Geschrei.

    Von Südwest aus fahre ich mit dem Rad in die ganze Stadt. Und wenn ich unsicher über die Route bin, gibt es sogar eine amtliche Radwegekarte für Berlin — aus Papier und online.
    In 5 Minuten im Grunewald, in 15 am Kudamm, in 30 am Brandenburger Tor, in 40 am Gendarmenmarkt, in 60 in Adlershof.

    Die Neuberliner kennen irgendwie nur „Kreuzkölln, Prenzlberg und F’hain“. Da läuft man den verbitterten Netzfeministinnen über den Weg, ist dem frechen Gegreine rotgrüner Bessermenschen ausgesetzt oder kriegt von Prolls auf’s Schnäutzchen. Das färbt dann ab.
    Nicht daß ich Berlin verteidigen will, aber auch im Reichshauptslum kann man sich so oder so einrichten. Sie sind den Weg des Negativen gegangen. Vermutlich ist Ihr ständiges Gehöhne auf Berlin eine therapeutische Aufarbeitung — aber Sie beschreiben eben nur den doofen Teil. Wenn Sie den anderen mal sehen wollen, sagen Sie einfach Bescheid.

    • Die Tat war halt dort und der Volksentscheid beklagt nun mal das Problem.

    • Man kann's auch einfach ignorieren
      Zur Tat: Nach einiger Zeit (und ungetrübt von politischer Korrektheit) kennt und meidet man die Bereiche, in denen gewisse Klientele übermäßig aggressiv unterwegs sind. Was glauben Sie denn, wer dem Piratenpolitiker eine reingehauen hat und dann noch Unterstützung bekam? In genau der Gegend? Da überrascht mich nix. Und deshalb fährt man da auch nicht lang (und wohnen tut man da erst recht nicht).

      Zum Volksentscheid: Ja, besser werden kann’s immer für uns Radfahrer. Aber das alles bringt mich nicht dazu, Berlin zur Hölle zu erklären. Man arrangiert sich.

      Das soll Sie bitte nicht abhalten, auf Berlin einzuschlagen. Ich genieße es ja. Denn Sie beschreiben Dinge, die ich ebenfalls nicht mag. Ich finde es halt nur schade, daß Sie wohl mehrheitlich die schlechten Erfahrungen gemacht haben. Ob nun mit Radwegen oder einer aufgeregt-selbstgerechten ökosozialfeministischen Hungertuchtruppe. Und das ist eben nicht das ganze Berlin. Glücklicherweise.

  29. Ahoi! Kameraden
    Ich war über Christi Himmelfahrt zum Muttertag in Tschechien meinen besten Kameraden und Freund besuchen. Habe um 11.00 Uhr morgens 12 Jahre alten Birnenschnaps getrunken, aus dem Jahr 2004 – aus dem Jahr als mein Freund heiratete und ich bei der Oma der Braut übernachtete.

    Natürlich werden auch belegte Brote von Oma Christine dargeboten – unseren Hinweis ignorierend, dass wir bereits um 12.00 Uhr zum Mittagessen bei Ihrer Tochter eingeladen sind. So ist das halt so in Tschechien, man nimmt es gerne hin.

    Es ist ihre Art zu zeigen das man willkommen ist und sie sich freuen, dass man sie besucht. Natürlich schmeckt der Birnenschnaps hervorragend wie auch der Sliwowitz – nicht zu vergleichen mit dem Vorlauf den man hier als Schnaps verkauft.

    Zum Abschied winkt uns die Omi und ruft uns ein „Auf Wiedersehen, Auf Wiedersehen, Auf Wiedersehen“ nach. Da muss Mann standhaft bleiben und auch mal eine Träne wegdrücken.

    Am Samstag dann der Geburtstag meines Kameraden. Man lernt den neuen Freund der ehemaligen Brautmutter kennen und ist sich auf Anhieb sympathisch. Baut zusammen den neuen Grill auf und genießt das Leben bei Steak und Radegast.

    Es ist schön zu erleben wie einfach das Leben sein kann wenn man rücksichtvoll mit einander umgeht. Wenn man gesagt bekommt das man eine gute Aura verströmt und es doch arg Schade ist das man nicht öfter Zusammen kommt.

    Doch es kommt, was kommen muss – der Abschied. Schließlich muss man noch 540 Kilometer zur Deutsch-Tschechischen Grenze zurücklegen. Die total entspannt bei 90 bis 150 km/h abgespült werden. Doch schon kurz nach der Grenz hat das ein Ende. Drängler von hinten, Lichthupengewitter und rechts überholt werden, obwohl sich vorne schon ein Stau ankündigt.

    Seufz, ich bin wieder zurück. So ist dass halt – in Deutschland.

    Wie sagte doch Gert Scobel gestern am Schluss der wirklich mal sehenswerten und unvoreingenommen präsentierten Sendung über die Pflanze Hanf (http://www.3sat.de/scobel/):

    „Es ist wohl nicht erwünscht in dieser Gesellschaft, das die Menschen sich mal endspannen und nicht so aggressive sind.“

    • Titel eingeben
      Kulinarisch ein tolles Land:

      Leider mit 0,0 Promillegrenze

      Und die Polizisten dort ziehen Ihnen die mit Hosen aus…

  30. Alldieweil...
    in der Nachkriegszeit die Deutschen mit der üblichen germanischen Grundsätzlichkeit die autogerechte Stadt planten und vermittels der Baggerschaufel durchsetzten, ließen sich die Italiener die Ape einfallen, die seit 1947 in wechselnden Modellen ständig modifiziert wurde und heute immer noch produziert und, wie man in den italienischen Innenstädten sehen kann, auch eifrig genutzt wird.

    Teutonisch kompromisslose Ideologie vs. romanischer Pragmatismus halt.

  31. Nachkriegsstadt Deutschland
    Sehr interessant, was Don Alphonso über die Nachkriegsstädte (in Deutschland) schreibt:

    „Es gibt da über kleine Orte wie jene, in denen ich lebe, eine interessante Architekturtheorie. Sie sind mit geringen Mitteln in der Lage, grandiose urbane Räume zu schaffen, die dann die Gemeinschaft formen. Diese Räume fehlen den grossen Nachkriegsstädten, weil man zugunsten des Verkehrs darauf verzichtet hat, sie für Menschen frei zu halten. Die kleinen Orte haben dagegen einen Raum, um ungestört soziale Beziehungen auf kleinstem Niveau zu erlernen und zu fördern“

    Anschließend an das, was n0by über Köln geschrieben hat, habe ich eine, wie ich denke, ganz zutreffende Analyse für meine Heimat- und Wahlstadt K., die die völlig heterogenen Meinungen über sie (schön vs. hässlich, kleinteilige und lebenswerte veedel vs. verkehrliche platz- und straßen-wüsten, die allg. immer wieder geäußerte hass-liebe der bewohner) gut zusammefassen. Wie keine zweite deutsche Millionenstadt hat Köln die von Don Alphonso beschriebenen „kleinen Orte“, die die viel gelobte und besungene Verbindung der Kölner untereinander herstellen (die vielen Veedel), aber eben gleichzeitg auch die großen abweisenden Räume (dazwischen), über die alle so schimpfen. Die Heterogenität im Urteil über die Stadt kommt im Falle Kölns eben aufgrund dieser sich widersprechenden Räume zustande – also dadurch, dass sich die Stadt dem durschnittlichen Besucher, der sich per Auto, Taxi oder ÖPNV entlang der wüsten Schneisen durch die Stadt bewegt, jenseits der touristischen Zone im Rest der Innenstadt abweisender und unschöner darstellt, als es das für den Kenner bzw. Einwohner tut, der eher an die Veedel denkt, wenn er an Köln denkt und sich dementsprechend auch anders durch die Stadt bewegt. Ich kann hier nicht für andere Nachkriegsstädte sprechen, aber in Köln ist es definitiv so, dass ein Rückbau der großen Straßen sowie Verkehrsräume an den Plätzen und eine Schaffung neuer Bezüge zwischen den Veedeln mit einfachen und gar nicht mal teuren Mitteln hergestelt werden können, und einen immensen Qualitätssprung herstellen würden. Denn jenseits dieser verhunzten Räume hat Köln prozentual betrachtet auf einer vielfach größeren Fläche von der Genese resp. der Struktur her praktisch „süd-europäische“ Stadt-Räume. Das Gute ist: die Stadt hat es verstanden und leitet seit ein paar Jahren die richtigen Maßnahmen ein – und wenn dann in ein paar Jahren in der Verwaltung der gerade stattfindende Generationenwechsel stattgefunden hat, sieht es eigentlich ganz gut aus.

    Berlin ist eben auch deswegen nochmal was anderes in punkto Anonymität, weil die Genese des Stadtraums aus einer Zeit stammt, in der viel größere Massstäbe angesetzt worden sind – nämlich dem 18. aber vor allem 19. JH. Das hat auch was! Aber man begegnet sich natürlich mit mehr Misstrauen, wenn man allein aufgrund der Entfernung nicht weiß, ob man den Anderen auf der anderen Straßenseite jetzt kennt oder nicht. Andererseits bergen diese großzügigen Räume natürlich ein immenses Potenzial!

  32. Zum Sterben reicht, bestimmten Menschen im Weg zu sein.
    „Der 17-jährige Niklas P. war in der Nacht auf Samstag mit Freunden in Bonn-Bad Godesberg unterwegs, als sie in der Nähe einer Bushaltestelle um kurz nach Mitternacht auf eine Gruppe junger Männer stießen. Diese sollen den 17-Jährigen und seinen 18-jährigen Freund kurz angesprochen und körperlich attackiert haben. Zeugenangaben zufolge schlug einer der Unbekannten dann P. so massiv, dass dieser zu Boden stürzte. Niklas P. musste noch vor Ort von einem Notarzt reanimiert werden. Nun ist er jedoch seinen schweren Verletzungen erlegen.“
    In der verdrucksten Polzeimeldung dazu der täterfreundliche Neusprech: „Junge Männer“ mit „braunem Hauttyp“ waren die Totmacher und werden – in ebenso begrenztem Eifer – gesucht.

    • Titel eingeben
      http://www.achgut.com/artikel/die_rueckkehr_der_gewalt_in_den_alltag

      Man hat es gewusst und hätte es in seine Entscheidung, Jungmännerhorden fremder Kulturen Tür und Tor zu öffnen, einbeziehen müssen – wenn man denn die Folgen bedacht hätte. Wenn so was wirklich gewollt ist, was hier allerorten geschieht, dann Gnade uns welcher Gott auch immer.
      Der der Eingewanderten unterstützt laut Koran solch Verhalten gegenüber „Ungläubigen“, wie vor Jahrhunderten aufgeschrieben und wie abstrus auch immer, niemals in Frage gestellt. Sogar das „Infrage Stellen Dürfen“ ist den an ihn Glaubenden verboten.

      Mich wundert, dass bisher niemand die Verursacherin des Schlamassels, das sich tagtäglich auf Jahre so fortsetzen wird, vor Gericht zitiert hat, so ihm selbst solch schlimmes Ungemach geschehen ist.

    • Niklas
      Zum Glück war es nicht umgekehrt, also dass Niklas + Kumpel einen von denen… sonst hätten wir heute abend Sondersendung um Sondersendung, und die Bundesregierung würde dann demnächst irgendetwas gegen den Hass beschließen. Aber es war hier zum Glück ja gar kein Hass, sondern wahrscheinlich nur irgendein Frust, das kommt schon mal vor und ist doch ganz normal. Armer Niklas, mitten im schönsten Mai, so jung, und keiner will was davon hören. Mich hat gewundert, dass sie es überhaupt überregional berichtet haben.

  33. Äpfel vs. Byrne
    In den „Bycicle Diaries“ von David Byrne kommt Berlin als Radfahrerstadt aber gut weg – der war zwar wohl nicht so lang in Berlin wie der Don, vergleicht es aber dafür mit Städten vergleichbarer Größe statt mit irgenwelchen oberitalienischen Provinzstädtchen, die seit der Renaissance niemand mehr des Brandschatzens für wert befand…

  34. Rom ist weitaus schlimmer als Berlin!
    Ich habe 14 Jahre in Rom gewohnt (bis 2010) und hatte dort den unglaublichen Mut durch die Stadt mit dem Fahrrad zu fahren – Mut braucht man, denn es gibt so gut wie keine Fahrradwege, die Autos weichen einem nicht aus und man wird ständig beschuldigt und angeschrien. Fahrradfahrer werden dort nicht gerne gesehen, es ist lebensgefährlich. Von italienischen Jugendlichen wurde ich auf der Strasse einmal offen beleidigt – mit dem Fahrrad durch die Stadt zu fahren fanden sie peinlich und unangebracht, die Straßen sind schließlich für die Autos da!
    Von Freundlichkeit kann man hier nicht sprechen!!!

    Seit 2010 lebe ich in Berlin und hier ist es für Fahrradfahrer viel einfacher. Es gibt Fahrradwege, Fahrradampeln, die meisten Autofahrer weichen auch aus. Als Fahrradfahrer fühle ich mich in Berlin akzeptiert. Genauso geht es übrigens meinen in Berlin lebenden italienischen Freunden…

    Ich halte Ihren Vergleich von einer deutschen Millionenstadt mit italienischen kleineren Städten für mehr als unglücklich.

  35. Das Buch zum Text
    Ebert, Anne-Katrin: Radelnde Nationen. Die Geschichte des Fahrrads in D und den Niederlanden bis 1940. Frankfurt a.M. 2010.
    Ja, in Holland ist das Fahrrad das nationale Transportmedium, in D das Auto, in J vielleicht der Shinkansen. Aber die körperliche Bewegung tut der Nation eindeutig am besten. Frau Dr. Heuse hat völlig recht, die Gremienzwerge im Reichstag sollten öfter mal ihr Hinterteil in den Sattel wuchten. Das Fahrrad hat offenbar auch die genier equality enorm befördert – Gendertröte überflüssig! Obwohl, das „Damenfahrrad“ gehört dann wohl noch abgeschafft, oder?
    An den Don vielen vielen Dank, wie immer. Und zwei Fragen: Können Sie nicht einfach mal gemütlich fahren, ohne Rennrad, nur mit Citybike oder Mountainbike, so im grau Altherren-Stil? Mir wird ja angst und bange bei Ihren Haarnadelkurven! Und wo kriege ich einen kurzen (6cm) Vorbau mit 1,25 Zoll Gabelklemmung her? Mein altes Cannondale schreit danach.
    Das Buch der Frau Ebert wurde übrigens geschrieben in — Bielefeld (nicht weit von der F-Stadt Münster).

  36. Pingback: Carta — Blinker - Carta

  37. Titel eingeben
    Gast schreibt oben:
    “ Ich habe Berlin lange vermisst – aber nicht die Berliner. Ich bin immer noch ab und an mal in Berlin – ich mag die Stadt immer noch – aber dieses „Hauptstadtgetöne“, das jeder „Hauptstädter“ ständig glaubt, vor sich hertragen zu müssen, geht mir immer noch auf den Kranz. Das gibt’s so auch nur in Berlin“

    Ich habe seit 1989 noch nie einen Berliner getroffen, der sich als ernsthaft als „Hauptstädter“ bezeichnet hat und habe die ganze Zeit hier gewohnt. Sie müssen in sehr seltsamen Kreisen unterwegs gewesen sein oder waren in Wirklichkeit nie in Berlin.
    Was es gibt sind im Gegenteil „alte Berliner“, die es nie verwunden haben, dass das kleine Dorf hinter der Mauer Hauptstadt wurde. Aber auch das äußerst sich in 90% der Fälle charmanter, als das Klischee wissen will.
    Bei so vielen Leuten in einer Stadt gibt es jede Menge Möglichkeiten, die falschen kennezulernen. Es hilft das Gleiche wie überall: Hingucken, nicht so große Töne spucken und nicht immer gleich urteilen.

  38. Titel eingeben
    Werter Don, da haben Sie aber einigen, im Großstadt-Moloch überlebenden Herren derart auf den Schlips getreten, dass diese sich zur Rechtfertigung genötigt sehen und wortreich kommentieren, warum es eines echten Großstädters bedarf, selbige wertzu(ver)schätzen.
    Ich jedoch erkenne mich wieder im aufgegebenen Versuch, der Asozialität weiter Bevölkerungsteile meiner großen kalten grauen Stadt am Main positive Aspekte abgewinnen zu wollen.
    Wohltuend da die Beschreibung Ihrer Wahlheimat und echter Bemühungen um echte Gemeinschaft.
    Einmal mehr ist die Lektüre Ihrer Artikel eine Freude, vielen Dank dafür.

    • Naja, natürlich wird von solchen Kritikern auch immer gleich den Arbeitgeber angesprochen: Seit 1933 gelebte Praxis in der Ecke.

  39. Radfahrer als Freiwild
    Ähnliches ist ja nicht nur in Berlin zu erleben. Scheinbar scheint sich da allerdings etwas zu verbessern. Ziemlich viel Radfahrer auf der Invalidenstrasse ( bitte nicht als Verstümmelungsandrohung verstehen ) unterwegs, obwohl baustellenbedingt nicht unbedingt ungefährlich. Höhe Bundesverkehrsministerium war sogar eine Mutter bemüht, ihre zwei mitradelnde 2 Kindern ( gegen die Fahrtrichtung ) an den Grossstadtverkehr zu gewöhnen. Tja, so bereitet man seine Kinder auf das Leben vor. Apropos Grundeinstellung von Kraftfahrern. Die scheinen nicht gerade selten naturaversiv zu sein. Berechtigt dann schon mal zur Selbstjustiz. Z.B. in Nachbars Garten einzudringen und potentielle Bedrohungen der Bausubstanz durch ein kleines Pflänzchen und herüberhängende Äste ohne Genehmigung zu entfernen. Ergänzend wird dann auch noch das eigene Grundstück um Teile des Nachbargrundstücks erweitert, damit man besser einparken kann. Und die Staatsanwaltschaft und die Bauaufsichtsbehörde? Was machen die?
    Nichts! Völlig normal hier scheinbar in Duisburg. Aber da kann man noch froh sein. Wenn man bei Landschaftsgärtnern und Landschaftsarchitekten nachfragt, die eine naturbelassene Gartenästhetik in Stadtvierteln umsetzen wollten, wurde denen weitaus Schlimmeres angedroht. Der Lack des eigenen Fahrzeuges könnte ja mit Blütenstaub in Berührung kommen; von den Allergiegefahren ganz zu schweigen.

    • The times, they are a'changing
      Es gab Jahre in den späteren 80-ern, in denen ich täglich von Berlin 21 nach Berlin 36 fuhr. Nein, die heutigen PLZen kenne ich nicht, habe die Stadt vor den Umstellungen verlassen: Hauptstadt und Postleitzahlen.

      Es war eine wunderbare Tour, Invalidenstrasse leer, Tiergarten, kilometerweit über einen menschenleeren Potsdamer Platz, immer an der Wand lang. Ungefährlich, bis auf die ersten Teil in Moabit mit seinen damals Manta fahrenden Unterschicht-Rasern.
      Und viel Zeit und Gelegenheit zum Philosophieren.

  40. Stolz und Vorurteil
    Vielleicht könnte die Überschrift auch lauten: „Die Angst des Dorfbewohners beim Betreten der Stadt“.

    Ich bin heute morgen mit dem Fahrrad durchs sonnige Berlin gefahren. Niemand tat mir etwas. Die Leute sitzen ganz mediterran in den Straßencafés. Sehr entspannt (ich höre es schon: und wir im Süden müssen für die arbeiten … nie werden wir es ihnen recht machen). In meine Gegend sind in den letzten Jahren viele jüngere Menschen aus Italien, Spanien, Israel gezogen. Um – man glaubt es kaum – hier zu arbeiten. In unmittelbarer Nähe gibt es zwei portugiesische Cafés, ein griechisches, nicht betrieben von Vietnamesen oder Libanesen, sondern von Portugiesen und Griechen.
    Natürlich gibt es unter 3,5 Millionen Menschen Aggressionen und viele Idioten. Daher sollte man nicht mit Kleinstädten wie Mantua und München vergleichen. Und wenn ich mir das Alltagsleben ansehe, weiß ich nicht, worüber der Autor schreibt. Und ich vermute, er weiß es auch nicht. Das liegt an der Entfernung. Denn es ist lange her, dass er in Berlin war.
    Früher habe ich diese Kolumne gern gelesen. Nur habe ich mich schon immer gefragt: was ist dem armen kleinen Don Alphonsito nur in Berlin passiert?
    Ich vermute jetzt: nichts besonderes. Man wird älter, ängstlicher, schlechter gelaunt. Man möchte keine Veränderungen. Alles, was dem bisherigen nicht entspricht, ist böse. Der Osten. Sibirien. Und anderes in letzter Zeit.
    Schade. Ich las den Blog gerne, fand ihn witzig und selbst-ironisch. Aber ich habe ihn wohl falsch gelesen. Welch ein Gegreine heut. Und auch sonst: Der Autor stellt nur sich selbst und seine kleinen Befindlichkeiten aus. Und er meint es so. Dieser Stolz auf den eigenen Geschmack, die neuen Schuhe, das alte Besteck, das Rennrad, das Wissen (wobei mich das Unhistorische der Aussagen von jemandem, der sich selbst gerne als Historiker apostrophiert, immer wieder seltsam durchzuckte). Das ist nicht besonders elegant und geschmackvoll. In den sibirischen Gegenden an der Küste, aus denen ich stamme, würde man sagen: das macht man nicht, denn das klingt neureich. Oder eben – sorry to say – ein etwas ungesundes „Mia san mia“.

    Grüße in die kleine dumme Stadt im Regen (da muss man ja schlechte Laune kriegen!)

  41. Dummes Geschwätz
    Hab durchaus eine Weile in Berlin gelebt und bin viel mit Rad unterwegs gewesen. Und zuvor entsprechend in London und jetzt wieder in Frankfurt. Aber man muss halt die Strecken auch etwas kennen und nicht auf den Rennstrecken der Autos fahren. Aber das gilt überall.

    Da hat also jemand, der sich selbst schon für einen begnadeten Fahrradgott hält („und habe genug praktische Übung im Abrollen etc“) eine ganze Menge dünner Bretter gebohrt. Schade, dass die Faz für solche Klischees die Zeilen bietet..

    • Titel eingeben
      Abgesehen davon das er sich da ganz grandios verradelt hat, gibt die FAZ zum Glück dem Herrn Schreiberling eine Bühne. Auch wenn er sie in diesem Fall, anscheinend zu unser beiden Mißfallen, mißbraucht hat. Aber er ist halt nur zum Spaß und um die Folgen seiner kulinarischen Sünden (Katholik) und bewegungsarmen Beschäftigung im Zaum zu halten unterwegs… Auch wenn das nicht zwangsläufig ein recht ableitet, wie die Aktivisten in Idomeni eine subjektive Wirklichkeit herbeizuschreiben. Dafür wird die Debatte schon zu quasireligiös gehandhabt (Dieser kleiner Sidekick sei mir erlaubt Don ;-)

  42. Radfahren in Berlin
    Hallo,
    in Berlin braucht man als Radfahrer starke Nerven, gute Bremsen, einen Helm und hellseherische Fähigkeiten, um die oft unvorhersehbaren Aktionen von Autofahrern zu antizipieren. Ich fahre täglich mind. 30 km durch Berlin und weiß, wovon ich spreche.
    Es ist aber nicht nur negativ: Immerhin hat sich in den letzten Jahren viel getan, viele neue Radwege, Fahrradstraßen, verbesserte Kreuzungssituationen, mehr Polizeipräsenz u.a.
    Leider konnten diese Maßnahmen nicht ganz das gestiegene Verkehrsaufkommen kompensieren. Zudem nehmen die immer größeren Autos schlicht und einfach mehr Platz weg, sowohl auf der Straße, als auch beim Parken (gerne auch auf Radwegen). Abhilfe könnte nur ein Konzept schaffen, dass den Autoverkehr reduziert. Die Chancen dafür kann sich jeder selbst ausrechnen, der die finanzielle Interessensituation analysiert: nämlich 0,0
    Also bleibt vorerst nur der Appell, mehr Rücksicht (das gilt für alle).

  43. Landei in der Großstadt
    Schon mal was von S- und U-Bahn gehört? Ungemein praktische Erfindungen, aber der Herr muss ja mit seinem Bergrad mit 23mm Rennreifen und 9 bar Druck durch die Stadt fahren. Auf die Rücksichtnahme anderer Verkehrsteilnehmer zu vertrauen ist eine gute Sache, solange es nicht mehr als fünf sind. Sobald tausende unterwegs sind, hält man sich besser an die unverrückbaren Gesetze der Physik. Kraft ist Masse mal Beschleunigung und wer als Radfahrer zwischen Autos herumkurvt, bettelt geradezu darum überfahren zu werden. Und das sollte man den Radfahren in Berlin mit einem freundlichen „Du spinnst wohl!“ auch genau so sagen. Ebenso hat man als Radfahrer in der Stadt auch den Radweg nicht für sich allein und kann dort keinesfalls wie wild in die Pedale treten. Deshalb empfiehlt sich stets ein langsamer Fahrstil mit der ständigen Bereitschaft zum Anhalten. Ein Liegefahrrad mit Wimpel wäre wohl das Richtige.

    • Waren Sie schon mal in dem, was auch hartgesottene Berliner als „Mutantenschaukel“ bezeichnen?

  44. Alleinschuld der Autofahrer
    Also ich fahre seit Jahren in Berlin Fahrrad, meist von südlicher nach nördlicher Innenstadt, ca 10 km.
    Ich fahre nie auf Bürgersteigen, auch nicht auf Fahrradwegen, da diese ausnahmslos miserabel und zugestellt sind.
    Ich bewege mich also auf der Straße, welche von vielen zurückgebliebenen Auto-Machos als Spielwiese mit Alleinnutzungsrecht angesehen wird.
    Entsprechend aggressiv reagieren sie, wenn sie mich auf ihrer Spielwiese sehen, zumeist auch noch auf der Mitte der Fahrbahn. Skandal!
    Und entsprechend aggressiv reagiere ich, wenn ich sie an der nächsten roten Ampel einhole. Ich weiß nicht wie viele DNA-Proben ich schon auf berliner KFZs hinterlassen habe. Ich habe auch ein schweres Schloss dabei, welches sich im Notfall zweckentfremden ließe.

    Und ja, ich fahre öfter bei rot als bei grün, natürlich nur wenn ich dabei niemanden behindere. Da ich mich auf meine Sinnesorgane verlassen kann, taugen mir die bunten Lichter nur zu meiner Belustigung. Selbstverständlich vergewissere ich mich auch, ob nicht die Staatsgewalt zusieht.
    Bisher bin ich nie zu Schaden gekommen, auch habe ich niemanden geschädigt.
    Ein Wunder, wenn ich bedenke wie oft schon Attentate durch nichtexistenten Sicherheitsabstand auf mich verübt worden sind.

    Soviel noch als Andeutung und Warnung an selbstherrliche Umweltverpester:
    Es gibt da draußen Radfahrer, die wirklich keinen Spaß verstehen. Gar keinen. Und die auch wenig Respekt vor fremden Eigentum haben.

  45. In einer Anspielung auf Gesagtes anlässlich der Karlspreisverleihung in Rom neulich könnte man
    unter einfacher Vertauschung der Vorzeichen sogar von einem „Armutsschleier“ sprechen. Ob es der Republik aber etwas nütze, wenn hier einer quasi als Solist am Wohlstandsschleier versuchsweise und für alle anderen mit vorbeiblickte, dass wissen heute bereits nur die Götter. http://tinyurl.com/h66clra

    Und wer kürzlich mal in Berlin war, hätte da evtl. die Erfahrung machen können, die meisten Leute dort leiden doch gar nicht selbst unter Berlin und ihren Berliner Verhältnissen, die meisten wirken eher doch zufrieden. Und Unzufriedenheiten darüber hinaus gehörten eher dem allgm. überall üblichen Jammerbereich der pers. Selbstverwirklichung an.

    Als aber z.B. Mutter Theresa sich im höchsten Alter pers. bei ihrem Hirten in Rom beschwerte, „wie lange sie denn noch alleine in Indien und der Pflicht auszuhalten habe“, war das dann wohl doch ein klein wenig anders.

    „Die … Tagebuchnotizen und Briefe von Mutter Teresa belegen, dass sie sich über Jahrzehnte hinweg in einer Glaubenskrise befand. Ihre Zweifel an der Existenz Gottes setzten schon bald nach Gründung ihrer Ordensgemeinschaft ein und haben sie bis zu ihrem Tod nicht mehr verlassen.“ Das Leben als trotzdem –

    Oder: „Obwohl gewisse Blogger sich selbst psychosozial nicht ohne Berlinablehnung ausreichend fokussieren konnten, existierte Berlin trotzdem ungerührt weiter.“

    Nun denn.

  46. Radelnd durch die westsibirische Siedlung
    Mein aus dem Süden importiertes Fahrrad war nach einer Saison in Berlin Matsch – Kopfsteinpflaster. Mit Elefantenreifen und einem kleinen psychopathischen Einschlag („die wollen mich alle umbringen“) kann man das Slum überleben. Aber die Grundaggressivität in der Atmosphäre vertreibt selbst die stärksten Gemüter irgendwann wieder Richtung Süden.

  47. Bella Italia >< EU Musterland Finnland
    „Eine interessante Architekturtheorie“: In Helsinki entstehen die ersten Mini-Apartments für Singles, à 15 qm. 48,5% der Bewohner der Stadt sind Singles.
    Finnland fungiert als Testmarkt für viele US Konsumprodukte, warum nicht auch für neue Wohntrends?
    http://yle.fi/uutiset/finlands_first_mini-homes_to_come_on_market_in_2017/8875690

    Die Miete ist auf monatlich €500,– veranschlagt.
    Zum Trost gibt es eine Gemeinschafts-Dachterrasse mit Sauna und „recreational area“ im Erdgeschoss. Werden die Mieter dort gesellig zusammenkommen wie in Bella Italia? Ich würde es ihnen wünschen.

    Hier noch etwas zum finnischen Lebensstil in der schönen EU der Reformen:
    Das finnische Sozialsystem wurde dem Hartz-IV angeglichen. Im Zuge der „Reformen“ entstanden in Finnland die ersten „Brotschlangen“. In einem Zeitungsartikel erzählt ein Mann, dass er auf die Spenden angewiesen sei, weil er zwischen Medikamenten für seine schwer kranke Frau und Verhungern entscheiden muss. Hier ein Link, damit Sie sich ein Bild machen können:
    https://www.google.fi/search?q=leip%C3%A4jonot&biw=1600&bih=775&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwi07_yGitfMAhVhIMAKHQUBAw8Q_AUIBigB

    Auf einem der Fotos steht der Text: Untersuchung – Wohlstand auf dem Niveau der 70er Jahre. Das ist falsch. In den 70er Jahren musste niemand in Finnland für sein Essen Schlange stehen.

    Die Anzahl der Brotschlangen wächst ständig, selbst in den wachstumsstarken Jahren um 2007. Die Schlange der Stadtteil Myllypuro in Helsinki ist durchschnittlich 800 m lang ist, etwa 800-900 Menschen warten dort Stunden lang. Die Politiker trauen sich nicht dorthin, sagen die Menschen.

    Ein Mann hat im vorbeifahrenden Auto die Schlange von Myllypuro aufgenommen. Hier der Link zum Video:
    https://www.facebook.com/hannu.wallberg/videos/10208214992790469/?fref=nf

    Wegen der Wut der Bürger wurden die rechtspopulistischen Basisfinnen zur zweitgrößten Partei. Seit ihrer Regierungsbeteiligung ist die Unterstützung komplett abgestürzt und liegt heute bei etwa 8,5%.

    • Ja, das skandinavische Modell, es bekommt doch deutliche Risse.

    • @D.A.
      Ah, ich wäre etwas vorsichtiger mit dem Begriff „skandinavisches Modell“, lieber D. A. … Eigentlich könnte Ihnen Tamarisque selber antworten; aber die Schweden einerseits erfreuen sich in Finnland ungefähr ähnlicher Beliebtheit wie die Russen andererseits.

      Die Finnen sitzen also genauso zwischen allen Stühlen; Neutralität ist nicht zwangsläufig angenehm, sondern vielmehr i. d. R. sehr anstrengend. Was ich bei einer Stippvisite erlebt habe, war einerseits ein sehr hohes Maß an sozialer Disziplin (abzulesen z. B. an der komplett unbewegten Miene der Nachrichtensprecher, egal zu welchem Thema) aber desgleichen das Bedürfnis nach – tja … individueller Bewegungsfreiheit zum Ausgleich! Solche Studentenwohnheimverhältnisse wie in Helsinki sind nur vorläufig und dann ok, wenn und solange man im übrigen noch eine eigene Hütte im Wald (und die Möglichkeit, jederzeit dorthin zu gelangen) hat. Was da derzeit passiert, scheint mir eher das Potential zu einem veritablen Stresstest zu haben und ich hoffe inständig für die Finnen, dass sie darüber nicht die Zuversicht und die Nerven verlieren und sich unbedacht positionieren mögen; das könnte mit dem Verlust von Souveränität enden.

    • Schweden
      @GmN
      Wie man Schweden in Finnland betrachtet, hängt vom Blickwinkel und der geografischen Lage des Betrachters ab. Immerhin gibt es eine schwedische Minderheit in Finnland, die Sprache ist die zweite offizielle Landessprache. Ich selbst stamme aus einer assimilierten Familie mit deutschen und schwedischen Wurzeln, mein Mädchenname ist schwedisch, manche Verwandten von mir sprechen noch Schwedisch als ihre Muttersprache. Ich habe die Schweden im Gegensatz zu den Russen natürlich immer als Freunde wahrgenommen. Der gegenseitige Austausch zwischen den skandinavischen Ländern und Finnland ist sehr rege, mit Russland nicht vergleichbar.

      Sonst haben Sie die Lage treffend beschrieben.

  48. trek!
    Habe Berlin 68 verlassen – samt allen Idioten, die schon damals a.bekifftes

    abgesondert und b später Menschen umgebracht haben – alles Antifa oder was? –

    und nichts und niemand

    bringt mich jemals dahin zurück.

    Die Zukunft gehört dem tiefergelegten Afghanen! Und den Rauten im Kanzleramt.

    Habe die Ehre

    kek

  49. Berlin
    soll ein Slum sein, sogar ein Mega-Slum? Und dieser Ausdruck in einer on-line Rubrik der Frankfurter Allgemeinen Zeitung? Waren Sie mal in einem Mega-Slum, und wenn ja, was ist die Gemeinsamkeit zwischen einem der Orte, die gemeinhin als Mega-Slum bezeichnet werden, und Berlin? Mir ist das zu unernst, aber wenn Sie gern zuspitzen. Ich finds dekadent, wenn Berlin, vielleicht es weil nicht so gepflegt wie die Schweiz oder Kronberg rueberkommt, in einen Topf geworfen wird mit Orten, deren Bewohner Unrat sortieren zum Überleben.

    • Berlin heisst hier bei mir generell „Reichshauptslum“, denn unter den Bewohnern sind zudem Ideologien verbreitet, die an schlechteste Zeiten erinnern lassen. Faschismus, Stalinismus, Netzfeminismus.

  50. Ein Silberstreif am Horizont
    Eine treffende Beschreibung der Berliner Zivilisationswüste -auch für Fahrradfahrer. Irgendwo hatten dann sogar die Berliner Grünen – eine Art Karnevalsverein- dann eine richtig zündende Idee, die Spree als Revier für Kanufahrer attraktiv zu machen (gelesen im Tagesspiegel im Zusammenhang mit der Erstellung des Wahlkampfprogramms dieser Genussoptimierer-Partei). Jegliche Lust auf Kampfgetümmel dürfte sich in und angesichts der braunen Fluten rasch abkühlen.
    Aber jetzt noch was Positives. Es gibt sie noch die idyllischen, friedlichen Radfahrreservate – auch in dieser Stadt- , sprich: Lichterfelde, Zehlendorf, Wannsee (selektive Wahl, klar doch).

  51. provinzielle Lebensart ...
    Ja, der öffentliche Raum wird oft unterschätzt. Ich habe auch den Vorteil davon ausgiebig zu profitieren. Unsere Stadt bietet von allem viel, mit Ausnahme des Großstädtischen Flair, so, ich muss jetzt los, Feldwege rufen, Reifen aufgepumpt, … Wind und Ruhe, meine Tochter als Begleiter, Ciao.

  52. Berlin ist grün und ruhig, trotzdem ist viel zu tun
    Ich lebe seit fast 30 Jahren in Berlin und komme ursprünglich vom Dorf. Ich bin schon immer Rad gefahren in Berlin, und zwar täglich. Wer fährt schon auf der Hauptstraße? Es gibt viele schnelle grüne Parallelstrassen, die oft auch noch ausgewiesen sind.

    Und: Mich hat noch keiner geschlagen, mein Rad wurde mir noch nie geklaut und ich hatte noch nie einen Unfall mit einm anderen Verkehrsteilnehmer. Bin ich der einzige?

    Außerdem: der Verkehr in Berlin ist im Vergleich zu anderen Metropolen dieser Größe weltweit vergleichsweise gut Zn problemlos. Berlin hat mit rd 35% eine der geringsten Motorisierungen in ganz Europa. Also bitte mal die Kirche im Dorf lassen und emotional mal runterkommen.

    Aber eins ist auch klar: das private Auto, vor allem das parkende, muss rendenziell raus aus der Innenstadt und das Fahrrad und die Menschen und der ÖPNV müssen (wieder) mehr Platz bekommen, auch in Berlin.

  53. Titel eingeben
    Großartige Rant gegen unsere Hauptstadt, danke dafür!

    Und könnte bitte jemand ganz schnell den vollkommen dämlichen und unpassenden Post von E.R.Langen löschen?

  54. DIE ERFOLGE DER UN
    und deren einsatz für mehr abstand bei steinigungen in afghanistan sollten eine grössere würdigung vom werten DON erfahren.

    wie wir wissen, finden solche gute besuchten veranstaltungen ja auch im von unserem politikbarometer spitzenreiter und aussenminister Frank-Walter Steinmeier so geschätzen Iran statt.

    und sein kollege, der radfahrende aussenminister Kerry steht ihm in nichts nach. mit dem im Iran praktizierten islam hat das natürlich schon mal garnichts zu tun. Frank-Walter hat ja auch die ostukraine in endlos langen bemühungen befriedet. und der ehemalige wahlkäpfer Kerry hat ja schon lange vor Donald T. die rückkehr „amerikanischer“ arbeitsplätze nach Amerika verlangt. Donald T. ist da nicht sehr orginell, das findet nur SPON.

    John Kerry hat ja das radfahren im internat am Zuger Berg und in Berlin gelernt, dennoch, lieber DON – das gibt zu denken – wurde er ja nicht im aggressionsfreien Berlin mit knochenbruchfolgen vom rad heruntergecrasht, sondern in Genf oder wie man hört im gleich benachbarten Frankreich.
    also hier bitte ein bißchen mehr objektivität, ob der crashverursacher zu den vielen geheimdienstlern (z.b. Nordkorea, Kuba und Albanien fallen ja inzwischen weg) gehört, über die sich ObjectBe in Genf immer beschwert, ist nicht bekannt.

    aber zurück zur UN: ob sich erfolge bei den verhandlungen über mehr abstand oder z.b. kleinere steine einstellen ist nicht bekannt, nach den UN erfolgen in Srebenica, Ruanda oder Ostkongo bin ich aber für die verhandlungsführung weiter optimistisch gestimmt.

  55. Titel eingeben
    Anmerkungen:
    Berichte von auf Fahrradfahrer einprügelnden Autofahrern stehen großformatig auf der ersten Seite. Wenn ein Fahrradfahrer einem Autofahrer das Messer in den Rücken sticht, erscheint bestenfalls eine Randnotiz.

    Im großen Fahrrad Paradies Kopenhagen wird Fahrrad- und Autoverkehr voneinander getrennt. Auf Kosten der Fußgänger! Der Fußgängerweg kann da schon mal auf unter einen Meter zusammen schmelzen. Ok luxuriös im Vergleich von teilweise unter 20cm in Italien… Ganz abgesehen davon, dass z.b. Kopenhagen sehr großzügig angelegt wurde, die Straßen breit und luftig wirken.

    In Deutschland sind seit der unseligen Aufhebung der Fahrradweg Benutzungspflicht sämtliche Schranken des guten Miteinanders gefallen und jeder geht gegen jeden los. Besonders wenn jemand meint im Recht zu sein. (Apropos, eine Eigenschaft welche in Italien eher vom Gewicht und anderen Zugehörigkeiten abhängig zu sein scheint)

    Kopenhagen und wenige italienische Städte haben keine Million Einwohner. Apropos Neapel: Wie fährt es sich in Neapel mit dem Fahrrad?! Ich habe da kein Fahrradfahrer gesehen, würde ungern mit dem eigenen Auto dort unterwegs sein wollen und die italienische Lösung des Rollers bevorzugen.

    Die Fahrverbote in den Innenstädten würde wieder die großen Unternehmen bevorzugen, welche über eine geeignete Infrastruktur, Genehmigungen und Mittel verfügen den Transport in die immer gleichen und inzwischen langweiligen Innenstadt Lagen aufrecht zu halten und Kontakte zu Vertretern zu pflegen.

    Die Städte sind mit dem Verkehr gewachsen. Wenn die Städte mit weniger Verkehr auskommen sollen muss m.E. der Grund für Verkehr reduziert werden und die Stadt muss ggf. Auch wieder schrumpfen. Die Menschen müssen z.B. wieder im Viertel arbeiten. Oder gleich draußen vor der Stadt, wenn sie denn dort so gern wohnen. Überhaupt Berlin ist ein hervorragendes Beispiel was passiert, wenn zuviele Menschen aus kleinen dummen Städten in die große Stadt ziehen.

    Wer mit 9Bar im Reifen unterwegs ist, ist eh nur zum Spaß unterwegs. Oder weil er im Beruf zuviel sitzt ;-)

    • Das Gefühl eines zu leicht aufgepumpten, und deshalb wegschwimmenden Rennreifens in einer Serpentine ist nun mal keine Gaudi.

    • Geht...in Neapel,..Radfahren
      Man kann auf der autofreien
      Strandstrasse flanieren, wie viele Neapolitaner.
      Zum Westen hin kann man herrlich trainieren und radmässig besichtigen.
      Zum Vesuv geht und ebenfalls Pompeii,…aber einige km böses Pflaster,..Felgenkiller und auch schlimmster Berufsverkehr.
      Die Straßen Richtung amalfi sind unmöglich,.grosses Pflaster aus der Römerzeit.
      Die antike Einkaufstrasse und Altstadt macht man zu Fuß.
      Die Straßen zum Berg und zur Festung hoch sind gut.
      Ins Hinterland geht auch,..Richtung Campagne,..aber viele Touristenruinen stören an den Küstenstraßen Richtung Norden.
      Man sollte Radfahren können,wenn es im Stau eng wird,..morgens und abends.

  56. Radl
    Egal in welcher Stadt ich bin. Fahre ich mit dem Rad, hasse ich Autofahrer und Fußgänger. Gehe ich zu Fuß hasse ich Radfahrer und Autofahrer am meisten allerdings die Busfahrer. Fahre ich Auto , hasse ich Radfahrer und Fußgänger, letztere etwas mehr. Ist doch ganz logisch so, oder? ?Tut doch jeder.

  57. Gerade von einer Dienstreise nach Berlin wieder zurück in Deutschland ...
    … und kann nur die Beobachtungen vom Don bestätigen. Die Autofahrer rasen wie verrückt, mit Tempo 60 innerstädtisch ist man fast ein Verkehrshindernis. Dazu trägt wesentlich die Ampelschaltung bei, die bei erlaubten 50 km/h praktisch an jeder Ampel zu Rotlicht führt. Und wagen Sie bloss nicht, an einer Ampel zu bremsen, wenn nicht schon 1 Sekunde rot angezeigt wird – der Hintermann wird Sie sonst in die Kreuzung schieben!
    Zum Thema Radfahrer: Mein Kollege ist ein sehr erfahrener Radfahrer und war in vielen Ländern (selbst USA) mit dem Fahrrad unterwegs. Er fährt fast täglich 15km (einfach) mit dem Fahrrad zur Arbeit. Ihm fiel auf, wie gelassen die Radler unterwegs waren – und dass praktisch kein Radler einen Helm zum Schutz trug.
    Wahrscheinlich rührt das daher, dass die Berliner sich nie anstrengen mussten, immer am Tropf der alten BRD lagen und es sich gut gehen lassen. Um auch mal ein bisschen Wettbewerb zu haben, wurde das im Autoverkehr ausgelebt. Wenn man dies berücksichtigt, wird klar, dass der eingeborene Berliner den zugezogenen, leistungswilligen Neu-Berliner hasst. Er stört im Idyll.

    • Der Altberiner ist Verkäuferin in der Bäckerei, Deko oder Blockierer guter Wohnungen. Mehr nicht,

    • [Als Antwort auf Don Alphonso, 9:47]
      Lieber Don, lassen Sie mich als jemanden, der Ihre Texte fast ausnahmslos sehr wichtig und nötig findet, und der trotz Geburt und Aufwachsen in Berlin, ja selbst in Ermangelung irgendeines Erbvermögens mit Ihnen durchaus mehr gemein hat als mit den Leuten, von denen Sie hier wie von störenden Insekten sprechen, dies eine Mal etwas sagen, was ich gerade angesichts meiner großen Zustimmung zu ihren übrigen Positionen sehr bedauere sagen zu müssen: es sind nicht die Altberliner, sondern Sie selbst, die von so einem Satz klein und häßlich gemacht werden.

    • Ach naja, ich kann mit so einer Sicht leben.

  58. Der Vergleich ist irgendwo irrefuehrend
    Lieber Don Alphonso, Radverkehr im Zentrum der deutschen Hauptstadt mit dem in oberitalienischen Kleinstaedten zu vergleichen ist doch irgendwie wenig zielfuehrend. Wenn sich ein Roemer ueber das Radln in der doerflichen oberbayrischen Landschaft erfreut waere es ebenso etwas eigenwillig. In Bukarest faehrt uebrigens kaum jemand Rad, da gehoeren die Buergersteige den Fussgaengern und den parkenden Autos, die nur Stahlpoller davon abzuhalten vermoegen. Die dank grosszuegiger EU-Mittel breit in Gelb ausgezeichneten Fahrradwege der Stadt sind von den dafuer vorgesehenen Verkehrsteilnehmern nahezu ungenutzt. Auf den romaenischen Bundesstrassen koennen Sie allerdings regelmaessig Pferdefuhrwerken begegnen. Ansonsten – lebt der Sunbeam noch?!

    • Es geht ja nicht um die Verkleinstädtwerung, sondern darum, dass einen keiner zusammenschlägt.

  59. Hört ein Geisterfahrer eine Meldung über einen Geisterfahrer im Radio
    und denkt sich, wieso ein Geisterfahrer, das sind doch hunderte. Ja, es sind immer die anderen. Wer mit einem Rennrad durch Berlin etc. rennradmäßig fährt, sollte sich aber wirklich nicht wundern. Wie eine fahradfreundliche Stadt aussieht, kann man übrigens im westfälischen Münster erleben. Selbst dort leben Fahradfahrer aber immer noch gefährlich, es fehlt eben das schützende Blech. Und, daß Fahradfahrer überwiegend selbst Schuld an ihren Unfällen tragen, halte ich angesichts ihres Verhaltens im Verkehr für durchaus plausibel.

    Andererseits hat Fahradfahren eigentlich nur positive Merkmale, ökologisch, ökonomisch, kommunikativ und auch seelisch. Daher habe ich mein 30 Jahre altes OEM-Rad auch gerade wieder aus dem Winterschlaf geweckt, bin halt nur ein Schönwetterfahrer. Dabei mußte ich feststellen, daß meine ebenso alte B & M Lichtanlage nicht mehr funktionierte. Damals übrigens schon mit Halogenscheinwerfer und Akkupack für Standlicht. Der Akkupack war dann auch das Problem, eine zerstörungsfreie Reparatur nicht möglich und die Suche nach Ersatz sowie ein Anruf bei B & M blieben erfolglos. Also flugs eine neue Lichtanlage bestellt, selbstverständlich wieder von B & M, feinste LED-Technik mit allem Drum und Dran. Werde mich am Wochenende mal darüber hermachen.

  60. Der Übergang nach bad Godesberg erschließt
    sich nicht aber drum sei’s.
    Ich beweg(t)e in Berlin alle bekannten Arten von Bewegungsmitteln unter 3,5 Tonnen und habe auch schon etliche (beinahe-)Täter/Opfer Konstellationen durch. Zwei wichtige Erkenntnisse: ich überfahre ungerne Menschen und die einzige Nerven-Probe, die man nicht mit Geduld und Gleichmut absurdisieren kann ist der von hinten pöbelnde Autofahrer, nachdem man wiederholt an roten Ampeln hält. Vom Fahrradfahren haben mir die Zweitverwerter leider nachdrücklich abgeraten (zwölfmal). Auch meine Fitneß hat dem Rechnung getragen. Von Rennmaschinen mit Hornreifen bin ich außerdem weggekommen (auch auf Empfehlung meiner Zweitverwerter). Ich finde meine Mitte jetzt mit weniger Adrenalin im Blut. Ich empfehle Routen durch Seitenstraßen und Parks. Mit wenig Planung kann man fast alle Punkte der Stadt abseits der Monoxyd Achsen erreichen.
    Was mich allerdings am meisten beschämt: nichts hat meinen durchschnittlichen Gemütszustand so verbessert wie die Anschaffung eines klimatisierten pkw.

  61. wenn man weiß, wann man wo fährt, ist es ganz schön in berlin
    auf das fahrrad angewiesen sein, ist wetterbedingt die hälfte des jahres nicht so toll. dann kann man die öffentlichen benutzen, wenn man auf penner und sonstige siffköppe steht, eine prima idee. mit dem rad sollte man vor allem ab 15 uhr und freitags schon ab 13 uhr besser nicht rumfahren in der stadt, bis die verrückten autofahrer dann zu hause gelandet sind. insbesondere am wochenende kann man toll durch berlin fahren mit dem rad, stundenlang. etwa durch die hasenheide nach mitte, spittelmarkt, vorbei an der (durch die bauwert) ruinierten friedrichwerderschen kirche, zum dom rüber, dann ist man schon fast am rosenthaler platz und kann auf der kastanienallee ein bier trinken. oder von wilmersdorf über den kudamm zum halensee, mitten in der stadt eine runde schwimmen, dann im grunewald rumfahren bzw. in der villenkolonie, im flo ein bier trinken. ich habe da grosso modo keinen stress gehabt, und das über jahre. allerdings muss man die ganzen nebenstraßen kennen, recht oft auf gehwegen fahren und insgesamt eher langsam, das scheint mir das wichtigste zu sein. ärgerlich finde ich radfahrer auf den vollen gehwegen, etwa auf der hermannstraße…aber die polizei kommt ja ein mal im jahr zur kontrolle! die quatschen aber nur mit den radfahrern, man will ja kein fascho sein. dafür, dass die polizei eigentlich nie da ist und auch das ordnungsamt sonstwas macht, läuft es. die geschichte mit dem türken oder araber (tertium non datur, wenn es in neukölln stress gibt), der auf den fahrradfahrer einprügelt: so sind die halt hier. das wird der richter oder die richterin im amtsgericht nicht anders sehen. die kinder von denen sind auch nicht anders.

  62. Immer mehr junge Nichtmuslime...
    …werden von jungen Muslimen getötet. Ein gezieltes Bemühen (manche nennen es ja einen schleichenden Genozid) sehe ich da nicht, eher meine ich: Gelegenheit macht den Kartoffeltod. Es braucht für Nichtmuslime neue, andere Überlebensstrategien. Junge Deutsche können nicht mehr arglos und naiv allein oder in kleinen Gruppen herausgehen. Eine junge Frau, die abends allein nach Hause fährt, wird von wettfahrenden Migranten zum Spaß getötet. Es ist kindisch, auf Polizei oder Justiz zu hoffen (Freispruch für Migranten war da der Fall und ist die Regel, falls sie überhaupt vor Gericht kommen). Schützen können wir jungen Deutschen uns nur selbst. Migranten greifen nur an, wenn sie in Übermacht sind. Sie gehen keinerlei Risiken ein, töten nur Schwächere. Also entwickelt, liebe Kartoffelkinder, Solidarität unter einander. Schützt einander!

  63. Das Veloziped
    Nun ja, ich habe eine Zeitlang in einer fränkischen Kleinstadt, die den Anspruch erhebt, sehr radfahrerfreundlich zu sein, mein Ausweichverhalten als Fußgänger unter Bestien zu perfektionieren gelernt.
    Radfahrer sind mir besonders lieb, wenn sie im Pulk kurvenreiche Landstraßen besetzen und sich im Rudelverhalten nicht weniger rücksichtsvoll als die unvermeidlichen Motorradhelden gerieren.
    Die perfideste Stufe der Kannibalisierung des Verkehrs-Tohuwabohus stellen wohl die E-Bikes und Pedelecs dar. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht entfesselte Banden von Rentnern – oft ohne Helm – fanatisch durch die Gassen schiessen. Weder nach links noch nach rechts blickend; nach mir die Sintflut.
    Mütter mit Kinderwägen, selbst wenn diese bisweilen einen Rammsporn nach griechischer Trierentradition tragen sollten, sind mir da denn doch lieber. Und damit danke, Euer Liebden, für das Brechen der Lanze „pro Citta Slow“!

  64. Geht schon, wenn man will
    Sollte dieser Berlin-Text dazu führen, dass, sagen wir, jährlich 100 000 WENIGER zuziehen und, sagen wir, 250 000 weniger Touristen die Stadt besuchen, wäre das eine sehr wünschenswerte Folge. Aber das ist eine vergebliche Hoffnung.

    Und solange Autofahrer noch nicht leichtfertig oder gar mit Absicht (Das ist allerdings vor kurzem hier auch schon vorgekommen.) über Radfahrer drüberfahren, geht das schon mit dem Radfahren. Man hat als erfahrener und geübter Fahrradfahrer schon so einige Möglichkeiten der Notwehr, sich der Autos zu erwehren. Das sind übrigens sehr viel mehr als manche so denken.

    Berliner Straßen sind nicht der Donau- oder Havelradweg. Das ist wahr, und sie werden es halt auch nie sein.

    Und die spezielle Berliner Freundlichkeit hat ganz gewiss eine lange und nicht so einfach zu verstehende Geschichte.

    Aber es bleibt natürlich die Frage:Wo kommt diese ausdauernde Wut (oder ist es schon Hass) auf Berlin her?

    • Ich glaube nicht an einen dauerhaften Berlinboom.Diese Wellen gibt es immer mal wieder und sie verswchwinden auch. Ausserdem betrefen sie eh nur ein paar Bezirke.

  65. Berlin unter bayrische Zwangsverwaltung...
    …und zwar auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene.
    Dann wird es wieder eine Hauptstadt, auch fuer Radfahrer :-)

  66. Gelobt sein Berge und Wälder...
    Mir begegnen außer wilden Schweinen keine Autofahrer auf meiner täglichen Pendelstrecke zur Arbeit. Wenn ich aus beruflichen Gründen nun doch nicht vermeiden kann wieder nach Berlin muss – die „Stadt der Liebe“ im O-Ton einer Lufthansa-Stewardess – dann fahre ich nur Taxi. Dank MyTaxi wird man nun bei diesem Verkehrsmodus vor dem Schlimmsten verschont.

  67. Idealiisierung
    §Sab, 26/03/2016 – 17:21

    Mai visto ciclisti insultare automobilisti, il contrario purtroppo è frequente, e parlo da automobilista. “

    Italiener sind anderer Meinung…

  68. Nur so am Rande
    Als Rennradfahrer bestätige ich hiermit die Aussagen über B. Dem könnte ich noch seitenlange, detaillierte und erschütternde Beschreibungen hinzufügen, das lasse ich aber freundlicherweise.
    Aber: Als ich neulich meine Eltern in Bayern auf dem Lande besuchte und ein bisschen mit dem Rennrad durch die Gegend fuhr, wurde ich gleich so übel aus Autos heraus beschimpft und bespuckt, dass ich schon mich schon fast wieder auf die hiesigen Verkehrsproleten freute. Nicht dass ich irgendwie auffällig fahre. Es reicht schon, wenn man es wagt, den durchlöcherten, lebensgefährlichen Radwegen auszuweichen und ein Stückchen auf der Straße zu fahren. Es ist eben so: Rennradfahrer sind für viele Verkehrsteilnehmer bedrohliche, unberechenbare, überlegene Neidobjekte, denen alles mögliche unterstellt wird.
    Mittlerweile gibt es übrigens in Brandenburg viele ausgebaute Radwege, auf denen man stundenlang durch den Wald fahren kann ohne gestört zu werden oder andere zu stören.

    • Ich kenne hier einfach keine schlechten Erfahrungen, beim besten Willen nicht,

    • Mit dem Rad durch Brandenburg?!
      Haben Sie keine Angst vor Wildschweinen? Irgendwann wird Ihnen im Halblicht der Dämmerung eine Rotte die Vorfahrt nehmen und das geht dann borstiger zu als jeder Stadtverkehr. Sie spielen mit Ihrem Leben! Schön im Sportpalast bleiben.

      (Nebenbei: Wäre doch ein schöner Name für einen als Berliner Stadtauto vermarkteten SUV: Sportpalast. Da steckt so viel Wahnsinn drin, das muss doch zünden. Die Batterie müsste halt 72 Stunden Warnlicht aushalten, damit der Wagen wieder anspringt nach dem verlängerten Wochenende, an dem man selbstverständlich radelt.)

  69. Darwins München leuchtet
    Den Berliner Opelfahrer gibt es so nicht in München, weil FFB, DAH, EBE, MB nicht eingemeindet sind. Der original Münchner Mantafahrer reproduziert sich seit den 70ern nicht mehr. Die Münchner Madln steigen in bayr. Fabrikate. Opel und Millionenbauer bilden keine Schnittmenge. Opel und Münchner Mieten auch nicht. Das ist Selektion.

    Reichtum ist das beste Antibiotikum gegen Gesindel. Die letzten Kulturmenschen erreichten das arme Bayern 1945-49, machten Bayern reich und immun gegen die Rote Pest. Darwins Mutation. Glück gehabt. Freie Bahn dem Getüchtigten!

  70. Berlin ist eine Ansammlung von Dörfern - und wird auch so regiert
    Vor nur wenigen Jahrhunderten war die „Stadt“ -eigentlich waren es ja mal zwei- eine schnöde Viehweide, bzw. eine Ansammlung von Dörfern, und das merkt man auch heute noch. Ursprüngliche Berliner, wenn man einen Maßstab von 5 Generationen anlegt, gibt es quasi nicht. Letztlich sind es alles „Heimatvertriebene“.

    Nun, ich bilde mir ein, ziemlich genau zu wissen, wo man innerhalb der Stadtgrenze radfahren kann und wo nicht. Einige meiner Anregungen wurden hier sogar umgesetzt, während es leider noch jede Menge wirklich katastrophaler Zustände gibt. Am besten fährt man übrigens noch immer außerhalb der Stadtgrenze.

    Weiterhin nicht gelingt eine sinnvolle Trennung des Kraftfahrt- und Radverkehrs. In Brüssel etwa ist man da teilweise deutlich weiter. Die aufgemalten „weißen Striche“ auf den Berliner Fahrbahnen sind ein Witz, leider ein tödlicher. In Brüssel gab es u.a. einen autofreien Sonntag, der leider ebenfalls mörderisch war, allerdings wegen der ganzen Sonntagsradler.

    Oftmals kritisch sind in Berlin die Übergänge von einem Bezirk in den anderen. Viele planen weiterhin in ihren dörflichen Strukturen, falls es im jeweiligen „Block“ überhaupt Pläne gibt. Üblicherweise gibt es lokalpolitischen Filz und immer ausreichend Pläne für den größten Mist.

  71. außer Napoli
    Habe als rücksichtsvoller Autofahrer, dem die Vorstellung, einen Radler anzufahren, was mir fast einmal in der Schweiz in einer Serpentine! passiert wäre, ein Graus ist, auch schon viel Positives von Radfahrern bemerkt, die Rücksicht zur Kenntnis nehmen und auch schon mal absteigen, wenn man partout nicht zum Überholen kommt, und muss somit konstatieren: Wie’s in den Wald schallt….
    So was wie die Kölner Raser sind Ausnahmen, die ihr Tun für Sport halten und effektiv mal ins Loch gehört hätten. Manches passiert versehentlich. So sollten sich Radler wie Motorradfahrer bewusst sein, dass der Autofahrer einen toten Winkel hat und außerdem sowohl früh morgens wie nach der Arbeit mal ermüdet sein kann, menschlich.
    Als Fußgänger auf dem Trottoir habe ich schon Übles mit Radlern erlebt, vor allem dann, wenn sie aus Hofeinfahrten herausschossen und,

    Don!

    auch in unserem schönen Minga. An sich muss gelten: Wer am Straßenverkehr teilnimmt, auch Fussgänger, sollte als erstes Rücksicht lernen, und: Die Verkehrserziehung sollte ca. in der zehnten Klasse für alle Fortbewegungsarten einmal wiederholt werden. Es ist ein öffentlicher Raum. Italiener sind sich dessen möglicherweise mehr bewusst, auch wenn manche Metallschäden daran zweifeln lassen, aber schreiende Kinder in ristoranti werden auch toleriert.
    Nun muss ich aber sagen, dass eine von mir beobachtete Autojagd zwischen Porsche und Polizei nördlich von Napoli damit endete, dass der Porsche die Leitplanke streifte, ein Rad verlor und zum Glück auf dem Standstreifen zum Stehen kam, und dass es ein Segen ist, dass auf der autostrada nicht geradelt werden darf. Saluti

    • Wie gesagt, ich kenne beide Städte. Radeln in München ist zwar nicht schön, aber war für mich ohne das Gefühl einer dauernden Bedrohug möglich. Der Münchner Autofahrer kann zwar doof sein, und das Stück durch die ganze Stadt, wenn ich vom Tegersee heim radle, ist nicht so schön, aber: Es passt schon.

  72. die Radltweets haben mich angesteckt...
    Und jetzt dieser Text. Muss ganz ehrlich gestehn, dass er mich sehr amüsiert hat. Nach jahrelanger Radlabstinenz habe ich mich am Wochenende wieder auf meinen alten Drahtesel geschwungen und bin ganz froh in einer Kleinstadt im wilden Süden zu leben, da ich nach ca. 5min schon in der Pampas war, anstatt mich noch durch den Grossstadtverkehr zu wühlen. Tags drauf war ich schon beim Radldandla. Gehöre aber mehr zur Querfeldeinfraktion als der wehrte Don.
    Apropox Italien. Passend zu der Beschreibung des eher Relaxten, fand ich gestern in der SZ, ich weiss…ich weiss…böses Blatt, einen sehr lesenswerten Kurzartikel, welcher mich etwas an meinen Kurztrip ins Veltlin erinnert hat.
    http://www.sueddeutsche.de/digital/kunstprojekt-web-besser-als-das-internet-ein-dorf-in-italien-1.2990832

    Merci Don zwecks der Inspiration…der Hendlfriedhof wirds mir danken.

  73. Lieber als Berlin: Marseille
    …das ist auch very raunchy, hat aber mehr Stil. Beziehungsweise trotz teilweise Armut sexy, so wie es Berlin gerne von sich behauptet! Hahahaha!

  74. Achtung Radfahrer
    Seit einem Jahr lebe ich in München und muss sagen dass ich jedes Mal als Fussgänger dem lieben Gott danke nicht umgefahren worden zu sein. Hier herrscht eine Rücksichstslosigkeit gegenüber Fussgängern die ihresgleichen sucht. Münchner Radler scheinen eine einegbaute Vorfahrt zu haben. Ich bin sicher die Rücksichtslosigkeit mag in Berlin zwar offensichtlicher sein ist aber bestimmt in allen Großstädten von gleicher Qualität und eher Ausdruck unserer Deutschen Ellenbogenkultur.

  75. Was wäre Berlin ohne die Südprovinzen?
    Südlich des Weisswurstäquators spielt die Musik. Berliner Luft hält man hier für einen Euphemismus für die Polit-Agenda fürsorglicher Minister, die uns vor schlimmen Dingen wie sexistischer Werbung bewahren wollen. Kaum einer kennt den gleichnamigen Nachtisch, zumal die geographische Nähe zu Frankreich ohnehin Chaudeau als bessere Alternativen nahelegt.
    Provinzbademeisterinnen können in ihrem Heimatdialekt unübertroffen Baderegeln wie Gesetze verkünden und somit junge Wilde jeglicher Herkunft, auch einheimische, zu Zeitfenstergentlemen umerziehen. Selbst die ARD-Tatorte aus der Provinz sind cooler- man denke nur an Börne. Das ist ein Kleinstadtkönig comme il faut. (Man möchte JJ Liefers anflehen, in Zukunft nur noch diese Rolle zu spielen – in keiner anderen Filmrolle ist dieser Mann so umwerfend sexy wie als erotisch-arrogante Provinzprinz-Figur. Hier wirkt alles echt. Und im Berliner Tatort? Ein Alleinerziehenden-Drama nach dem anderen. Oder Promiskuität und kaputte Familien in einem Masse, dass man doch noch dran denkt, unseren fürsorglich-engagierten Justizminister anzuflehen, noch vor der sexistischen Werbung lieber schnell den Berliner ARD-Tatort zu verbieten! :-)

  76. Die besten Berliner...
    …leben offenbar in der Provinz, ich kenne gleich mehrere. Neben preußischem Schneid, einer Aura bestandener Großstadtdschungelprüfungen und einem Hauch Hellersdorfer Kindheit merkt man solchen Leuten an: die wissen, was gut ist, und ziehen deshalb in den Süden. Hier gibts noch dörfliche Strukturen, das gehört zur süddeutschen Mentalität dazu, und da der Berliner an sich eigentlich oft zur Spießigkeit neigt, gefällt ihm das. Ausserdem heissen die ausgebackenen Hefe-Fettbemmen hier nicht „Berliner“, sondern „Faschingskrapfen“.

  77. Berliners are dog lovers.
    I was so impressed at the reactions I got when I had to babysit my friend´s huge big dog. On the underground the dog would sniff at nearby passengers who would start chatting and fondling. At every cafe or restaurant the dog would get served first (and unasked): the waitress would bring a bowl of water and set it down under the table or at the bar, respectively. No restaurant would fail to admit this huge animal. Even bikers would show respect…
    …but the dog didn´t like all those vegetarian restaurants in Kreuzberg, though. It much preferred the smells at the steak-house…

  78. amerika
    „Sieht man sich als Gemeinwesen, ist Verkehr kein Problem.“

    interessanter gedanke, könnte mit eine erklärung für das road rage phänomen in den USA und anderswo sein

  79. Was für ein reisserischer Unfug
    Ja ist denn heut schon Sommerloch?

  80. Fahrradalltag in Paris
    Ich bin seit acht Jahren als „Kampf“-Radlerin in Paris unterwegs, und überzeugt davon, dass ich meinen halbstündigen Arbeitsweg nur deshalb täglich unverletzt überstehe (von einem Zwischenfall mit einem nicht blinkendem Rechtsabbieger abgesehen), weil ich konsequent sämtliche Verkehrsregeln missachte. Insbesondere das Ignorieren roter Ampeln trägt nicht nur meinem eigenen Überleben bei, sondern hilft auch, den Verkehr insgesamt flüssiger zu gestalten. Es gibt nur einen Wermutstropfen in meinem Radfahrerleben: der Monat Mai, in dem ich mir den nicht existierenden Radweg auf einmal mit einem Dutzend weiterer Radfahrer, die schändlich die Regeln missachten, teilen muss. Der gemeine Autofahrer bemerkt ja oft nicht den Unterschied zu mir, dem Ganzjahresradler, der bewusst und aus purem Gemeinsinn die Regeln missachtet! Zum Abschluss noch eine Bitte an die Kampf-Autofahrer: bitte das Blinken nicht vergessen, vor allem beim lässigen Rechstabbiegen.

  81. @ Anna, "Rolle rückwärts"
    Sehr geehrte Frau Anna, danke für Ihren Hinweis, der doch durchaus zum Thema passt: Unsere dahinsausende Frau Bundeskanzlerin legt sich in die nächste Haarnadelkehre. Bei den zahlenden Zuschauern im Straßenstaub steigt derweilen die Spannung – wie gedenken die Mitfahrer der Kategorie „B-Promi“ die argumentative Kurve zu kriegen? Kann Frau Käßmann auf der Gefällestrecke genügend Bodenhaftung entwickeln? Wird Frau Schwarzer ihren Bestseller „Silvester in Köln“ vom Carbonross herunter verlesen? Warten wir’s ab. Zunächst ein frohes Pfingstfest, ob mit Radspur oder ohne.

  82. ungute energie
    Lieber Don,

    subjektiv möchte ich sagen, dass es sehr wohl einmal eine Berliner Gemütlichkeit und relativ friedliche Koexistenz auf den Strassen gab und diese insbesondere (natürlich nicht nur) mit dem massenhaften Zustrom einer sehr aggressiven Spezies aus Südwestdeutschland dahin ist. In jeder Beziehung.

    Wenn ich die Entwicklung der letzten zehn Jahre dieser Stadt rekapituliere, dann fallen mir spontan zwei Worte ein: Versiffung (äusserlich und innerlich) und Aggression.

    Rückblickend auf die deutsche Geschichte und die heutige Situation in eben jenem Kontext betrachtend komme ich ausserdem zu dem Schluss:

    Es war ein Fehler, Berlin wieder zur Hauptstadt zu machen.

    • Was ich dann aber nicht verstehe: wieso soll die Spezies, die daheim eigentlich ganz nett ist, in Berlin auf einmal aggressiv werden? Ich habe ja auch in Berlin versucht, höflich gegen jedermann zu bleiben.

    • Hauptstadt
      @bolle,
      ich glaube, der Fehler war schon 1871 die Gründung des preußisch majorisierten Reiches.
      Eine der wenigen, wenn nicht der einzige Fehler, den man Ludwig II vorwirft, ist ja der Verkauf Bayerns an Preußen.
      Und viele, der schon vorher Eingemeindeten, fühlten sich als „Muss-Preußen“

    • Vielleicht deshalb, weil es in Berlin nicht ...
      „wieso soll die Spezies, die daheim eigentlich ganz nett ist, in Berlin auf einmal aggressiv werden?“

      … wie daheim ist? Ich kenne Berlin zwar nicht, stelle es mir aber quirliger und stressiger vor als z.B. Böblingen oder Ulm. Und wenn einem dann obendrein noch Ablehnung entgegenschlägt, kann ich durchaus nachvollziehen, dass sich Aggression die Bahn bricht. Für mich wär Berlin auch nichts, stresst mich München ja schon.

  83. skaten, radeln und was es sonst noch auf rädern gibt...
    da schreibt ein er von oben herab. da kann ich als berliner nur sagen:“ dann hau doch ab!“
    das tatsächliche problem sind nämlich wirklich die zugezogenen und partyurlauber. mittlerweile muss man als autofahrer schon irgendwelchen 40jährigen skateboardern ausweichen, oder touris und zugezogenen, die zu zweit oder dritt nebeneinander mit ihren rädern den verkehr verlangsamen. wenn ich auto fahre, dann sicher nicht um mir die stadt anzuschauen. die straßen sind nun mal dafür da, zügig von a nach b zu kommen. für alles andere gibt es bürgersteige. ich fahre selber auch ab und an fahrrad, aber dann auch so, dass ich möglichst autofahrern nicht in die quere komme oder mich und andere in gefährliche situationen bringe.

    • Gut, Longboarder sind ein spezifisches Problem. M.E. haben sie im innestädtischen Verkehr nichts verloren. Und dass Radler keine besseren Menschen sind, sehe ich auch, speziell in Berlin, wo wirklich gefährliche Typen unterwegs sind.

  84. Es muss nicht immer Staggia sein..
    Vielen Dank! Die Schilderungen der Stadteindrücke aus Staggia kommen mir sehr bekannt vor, ich möchte aber ergänzen, dass ich Vergleichbares auch andernorts mit dem Rennrad erleben durfte, beispielsweise in Brügge oder in kleinen Ortschaften rund um den Mont Ventoux.
    Deutschland (in weiten Strecken und ganz besonders im großstädtischen Raum) ist und bleibt ein Land voller Radfahrer mit Symptomen wie E-Bike oder zum Fixie verstümmelten Stahlrahmen, wird aber wohl nie eine Fahrradnation werden!

    • Man erlebt das auch beispielsweise in Ferrara. Obwohl Ferrara sehr gross ist. Für Deutschland bin ich trotz der Winter optimistisch.

  85. Das permanente Berlin bashing erinnert mich doch sehr an das störrige Verhalten sehr
    alter Männer, die dieses auch dann nicht mehr ändern können, wenn sie von wesentlich jüngeren Damen wiederholt darauf aufmerksam gemacht werden.

  86. Wer hat Angst vorm Hermannplatz?
    Ganz offenkundig Don Alphonso.

    • Kindliche Frage
      Das kann nur einer fragen, der sich im Siff, unter den Junkies und aggressiven Bettlern Zuhause fuehlt.
      Sorry, 20 Jahre Berlin in allen moeglichen Stadtteilen (von SO 36 bis Dahlem) lassen mich solche Bemerkungen erlauben.

  87. Zauberei
    Tut manchmal gut – der Übermut
    >nach etwas Tee – am Tegernsee (?)
    Nun sehnt sie sich zurück – zum Glück
    zu Keks und süßer Torte – satt hat sie Tee und Worte.
    Die Beine werden seltsam schwach – ach.

    http://lh4.ggpht.com/-XS5dW8JZQN8/UV6BTvhLstI/AAAAAAAABS4/SOvASN_O-cs/w720-o/3_2_rarep_229.jpg

  88. Titel eingeben
    Son quatsch! Berlin ist zum Fahrradfahren genauso gut geeignet wie jede andere Metropole auch! Wenn man vom Dorf kommt kann ich mir vorstellen das es einfach zu viel für mach einen ist. Aber von der Gefahr her muss ich sagen ist das Radfahren in Amsterdam weitaus gefährlicher und stressiger und zu behaupten das wäre keine Fahrradstadt wäre…

    Ps.: kennen genug Leute die in Berlin auch nicht Auto fahren.

  89. Posten
    Wieso kommt hier seit gestern Mittag hier eine Fehlermeldung der Software dass der Blog derzeit nicht verfügbar ist?
    Offenbar funktioniert die Software, denn es kommen seitdem neue Nachrichten von anderen Benutzern.

    Hmm.

  90. Als Gast kann ich posten, unter meinem Namen nicht. Da kommt:
    The blogs.faz.net page isn’t working

    blogs.faz.net is currently unable to handle this request.
    500

  91. Das Sein bestimmt das Bewusstsein ...
    Geehrter Don Alphonso,

    ein sehr schöner Text, wie immer. Bin jedes Mal froh, wenn es etwas von Ihnen gibt!
    Es scheint mir, dass wir die Welt nur verschieden interpretieren. Eben auch abhängig von Stand, und Erfahrungen. Meine eigenen Erfahrungen als Radfahrer und eingetragener Autohasser über 12 Jahre in Westberlin waren durchgängig positiv. Allerdings mit Absicht: ‚Westberlin‘, also alles vor der tränenreichen Wiedervereinigung. 
    Natürlich gab es auch zu der Zeit schon sprintende Manta-Fahrer, und leider kam der eine oder andere Radfahrer unter einen nach rechts abbiegenden Trailer. Allerdings sehe ich auch hier keine signifikante Berlin-Komponente. 
    Danach kam Nemberch, und das war zwei Klassen darunter, was Fahrradfahren betrifft. Mit mindestens gleichvielen Manta-Schnell-Startern.
    Und dann kamen die Niederlande, und die waren nicht nur flach – das könnte Ihnen derzeit noch Dorn im Auge sein – sondern echt lekker fahrradfreundlich. 

    Wahrscheinlich ist das Leben in der Toskana für einen Erben aus gutem Hause sehr attraktiv. Wahrscheinlich funktioniert deshalb auch das Konzept des public living, und des slow living. Die öffentlichen Plätze können es sich dort durchaus leisten, genau das anzubieten. 
    In anderen Gebieten Italiens mag das ebenso anders sein. In ärmeren Gegenden, mit weniger cultura. Da müssen die Menschen dann weg, um sich dem rat race der großen Stadt zu stellen, damit Essen auf den Tisch gestellt werden kann. 
    In den Niederlanden war ich in einer internationalen Organisation beschäftigt, mit vielen italienischen Kollegen, von Norditalien bis Süditalien. Seltsamerweise fanden die durch die Bank das Leben in den Niederlanden vergleichsweise zu ihrer Heimat sehr relaxt, und konnten wenig Verständnis an den Tag legen beim Schwärmen über das dolce vita, das in Italien vermeintlich mit Großbuchstaben geschrieben wird. Da war eher Rede von überlangen Arbeitszeiten, Ausbeutung, und schlechten Salären. 
    Vielleicht ist Toskana genauso(wenig) Italien, wie Goa Indien ist? 

    Natürlich habe ich keine Absichten, Ihre sehr positiven Erfahrungen in der Toskana auf irgendeine Weise zu schmälern. Im Gegenteil. Das Leben an, auf und in gewachsenen öffentlichen Plätzen behagt mir sehr. Es steht allerdings genauso wie das ‚langsame‘ Leben quer zu den Notwendigkeiten des fortschreitenden Kapitalismus. Und ich bin wahrscheinlich zu alt, um einfach an den besseren Menschen der Toskana zu glauben. 
    Ich glaube kaum, dass ich das je erleben werde, aber meine Hoffnung gebe ich nicht auf: dass eines Tages alle Menschen – jedenfalls diejenigen, die das wollen – die Mittel haben werden, ein erfülltes Leben zum Beispiel auf solchen Plätzen wie sie in Ihren Bildern oben zu sehen sind, zu führen. 
    Die Einführung eines BGE wäre ein erster Schritt.

    • Es geht mir ja nicht um die Einführung toskanischer Zustände, sondern um die Frage, ob die toskanische Mentalität nicht helfen könnte.

    • Live And Let Die
      „Die Einführung eines BGE wäre ein erster Schritt.“

      Richtig!

      Sonst ist udn bleibt die Idee der ’slow‘-Mentalität ein Gag. Reine Makulatur, um halt was Nettes ohne Bedeutung zu schreiben, was nur ein paar Sensible aufregt (sensitive trolling).

      ‚Slow‘ und ‚relaxed‘ ist in D sonst maximal im Urlaub 3 Wochen lang verwirklichbar – und da schafft man es oft nicht, man braucht allein 2 Wochen, um runterzukommen, bleibt also nur 1 Woche echtes ’slow‘, von dem man nicht wirklich etwas hat, sondern nur eine blasse Idee, wie es sein könnte.

      Was der Don halt nicht kapiert, ist, dass er als selbsternannter oberer Mittelschichtbube – schon seit der Schule damit kokettierend, faul und lässig gewesen zu sein, nur eben seine mit Privilegien des entspannten Faulseins, der Muße kokettierende Sicht hat.

      Die Sicht derer, die seit Geburt echt nicht so lässig sein können, was Noten und stressiges Leistungsgedöns und Vorwärtskommen betrifft, sondern strampeln müssen oder es mangels Alternative einfach glauben es zu müssen – dies klammert er regelmäßig aus oder macht sich ab und an aus Satiregründen über sie lustig.

      Dabei ist es Bitterangostura-ernst: Natürlich gibt es Charakter-Saubären auf der Straße, die es schon immer gegeben hat. Doch in der Mehrzahl sind die Leute einfach nur zunehmend massiv gestresst.

      Die Jobs, die schlechte Bezahlung gar dazu dann, fressen mehr als früher auf, man ist dünnhäutiger, genervter, hysterischer geworden. Nicht nur in Berlin.

      Dank des sich ständig Verkaufenmüssens, des gefühlten und echten Zwangs der ständigen Erreichbarkeit, dank der SchmarrnPhones, die alles können aber nichts gescheit, dank Lärm, dank Hetze. (Für ‚SchmarrnPhone‘ beantrage ich Titelschutz, beinah aber hätte ich SchmarrnPhonse getippt, Verzeihung …)

      Mich wundert es nicht, dass die sich im falsch aufgestellten Straßenverkehr(t) mit zugerammelten Radwegen und gefährlichen Ausschilderungen an den Latz gehen und Blut fließt. Dabei haben wir noch Glück: In L. A. erschießen sie sich gleich gegenseitig auf der Strada, wenn einer falsch schaut, falsch blinkt die falsche Hautfarbe anhat, oder zu langsam zu schnell zu … wasweißich fährt. Die diskutieren gar nicht mehr groß. Die hard, but die!

      „When you were young
      And your heart was an open book
      You used to say, „Live and let live“
      You know you did, you know you did, you know you did …“

      […]
      (Guns N’Roses haten wieder einmal nur Recht …)

  92. Posten als Gast hat funktioniert
    Für einen Text der seit gestern Mittag gegen 12:00 mit der Fehlermeldung

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    verweigert wird. Ich hatte es mehrfach versucht, auch auf anderen PCs mit anderen Browsern. Wenn ich eingelogt bin, geht nichts.

    Also ist ein Beitrag unter meinem Account gesperrt?

    • Nein, alles ok, soweit ich es sehe.

    • Nee, jeht nich!
      Seit gestern Mittag nicht. Im Mutterschiff kann ich posten, angemeldet. Im Blog null. auch jetzt noch die Meldung oben, eben um 11:35, also 24 Stunden später.
      And mind you, I’m an IT person. Also verschiedene Maschinen, verschiedene Browser, ausloggen, einloggen, Runterfahren, hochfahren. 100% Verweigerung wenn eingeloggt.

  93. ist so!
    lese ich über berlin, denke ich an die 70er und die wegen hausbestzung und fahnenflucht dorthingepilgerten- und geflohenen. die hatten dann nach kurzer zeit in ihrer aufkeimenden hybris zu einem: kommt-ihr-aus-demwesten-duktus gefunden, trafen sie auf leute aus der „provinz“. ja, und fuhren sie dann in den westen, sah man auf alles geringschätzig herab. diese ergaunerte arroganz und die nachgesähten- und gewachsenen derzeitigen zustände können einen nur zu so einem beitrag veranlassen. es ist die logische konsequenz einer urbanen verrottung. und dies trifft leider auch auf hamburg und bremen zu. – wobei hamburg noch die philharmonie hat und blankenese und den strand. noch schlimmer allerdings als mit dem rade ist es a pie; ständig die angst, man könnte einen vorbau eines pedaleurs auf die wirbelsäule krachen hören, da sie den fußweg zur kampfzone auserchoren haben. und nun noch die kaufprämie für e-autos, die keiner hört wie die e-bikes, deren piloten nichts sehen, weil das display des multimediaequipments keine nachsicht duldet. es degeneriert sich so schön auf hohem techn. niwo. heute wird hier die kampfzone nochmals ausgeweitet auf die rasenflächen und kneipen und am bahnhof sowieso – hoffentlich muß ich nicht noch verreisen -, denn für werder gehts um den klassenerhalt. der renommierte wirtschaftswissenschaftler der stadt hat schon mal im morgenradio die parameter der agonie ausgelobt: ein abstieg kostete wohl ne milliarde; vom imageverlust (national wie international) der schönen stadt gar nicht zu reden. ja, werder ist ohne bremen nix wie umgekehrt. da hätten dann auch die millionen der abgebrannten hühnerschlachtmafia aus dem güllegürtel nix genutzt. die von den kik-klamotten sowieso nicht. und der weltbekannte bierbrauer mit der rauchigen stimme hat schon lange im ausland sein auskommen. kennt doch auch jeder: sail away!…. die sirenen verstummen jetzt schon nicht mehr. die stadt wird heute sperrgebiet, neusprech no go area, ob bei sieg oder niederlage, denn auch die hessen wollen nicht in die relegation gegen bissige und hungrige franken. fussballdeutschland schaut heut an die weser, nur keiner weiß, wofür die stadt sonst noch stehen könnt. ach, wie sag ichs meinen kindern. dabei hat man einen ratskeller mit wein aus dem 16.jahrh. kann man da nix machen? das wäre doch ein imagewandel. da würd selbst ich mit schal vor die tür. an der havel ist man da weit bequemer dran, auch wenns noch nicht ans große geld geht, kommt so gar nicht richtig fußballbegeisterung auf. komisch. obwohl, wird an den vielschichtigen leuten liegen, die machen auf großstadt. äh, wo liegt nochmal berlin?

  94. Die Schattenseiten des doce vita
    @Uwe Dippel – Meine italienischen Freunde hier finden die Niederlande auch sehr easy-to-live. Als ich mal mit dem Gedanken spielte, nach Italien umzuziehen, rieten sie mir strikt ab und sagten: ‘Wenn du schon mit der deutschen Engstirnigkeit in den Haaren liegst, wird dich die italienische Bürokratie vollends auf die Palme bringen.’ Das dolce vita hat halt auch seine Schattenseiten. (Ausserdem deuteten sie an, dass ich mit der italienischen Art, „Gefallen zu tun“ mit Sicherheit ethische Schwierigkeiten hätte).

    • Leider werden Emoticons in diesem Blog unterdrückt.
      [Und unter meinem Namen posten geht weiterhin nicht, also weiterhin als GAST:]

      Und es hätte sich auf Ihren letzten Satz bezogen. Mein Freund MM aus Milano war volle drei Tage vollkommen fertig, nachdem er seine Frau ins Krankenhaus begleitet hatte. In den Haag, meine ich natürlich. Er kam gar nicht darüber hinweg, dass sie ganz normal und selbstverständlich gut behandelt wurde. Ohne Bakshish. In den Jahren davor hatte er sie schon mehrfach in Milano ins Krankenhaus begleiten müssen, wegen eines chronischen Leidens. Aber, so seine Erfahrung, es habe nie ein Medikament gegeben oder gar eine ärztliche Visite, bevor nicht ein gewisser Betrag Lira die Hände gewaschen habe.
      Wie leicht das Leben doch sei, wenn man im Krankenhaus zuerst behandelt würde, im Akutfalle, und der behandelnde Arzt noch nicht einmal danach die Hand aufhielte. So etwas sei vollkommen gegen das italienische mindset (le mie scuse an eventuell mitlesende Italiener. ich behaupte nicht, ich berichte nur, was einer ihrer Landsmänner formuliert hatte. Kann auch total falsch sein).

    • Ja. Das italienische Gesundheitssystem ist heftig. Es hat zwar gewisse Vorteile bei der Medikamentehbeschaffung, aber vieles ist da übler als bei deutschen Kassenpatienten.

  95. Gute Fahrt!
    Wieder ein schöner Beitrag, der zu heterogensten Kommentierungen aufstachelt. Und sehr passend Abb. 2: Fahrradhelm und Dolch!

  96. Werter Don, ein sehr sehr schöner Text ...
    …. und als ich den Fixie Fahrer in Ihrer Aufzählung gerade vermisst hatte, da kommt er doch gleich im nächsten Satz in einer wirklich trefflichen Beschreibung.
    .
    Besser gehts nicht!
    .
    Und es ist schon so, dass öffentlicher Raum und soziales Miteinander durch die Abwesenheit von Autos aufblüht.
    .
    Je weniger Getönt-Scheiben-Familien-Überlebens-Kampf-SUV und je mehr Fahrräder und freundliche offene tendenziell untermotorisierte Freizeitmobile, um so freundlicher gerät auch das Miteinander – so zumindest meine Beobachtung.

    • Ich bin kein Autogegner, aber ich finde, es sollte nicht immer überall sein.

    • Bin auch ein grosser Freund von sehr leichten Sportwagen ...
      …die Italiener haben dafür doch dieses herrliche Wort „Superleggera“, wo dem Rest der Welt nur ein „R“ oder „RS“ zu einfällt.
      .
      Wenig erbaulich finde ich hingegen Sportutensilien-Transportpanzer mit „Rentnern oder Mutti inside“.

  97. Was machst Du in Berlin? Ik geh in die Butikke
    Ach ja, vor dem Mauerfall.
    Da wurde mir das MOTOBECANEFahrrad geklaut.
    Aus’m Keller!
    Hat eh keinen Spaß gemacht. Das Radeln in Berlin.
    Schon damals.
    Als man (vierer Männergruppe) in der FrühDämmerung
    ausnahmsweise im Waldschrat noch Billard spielte.
    Wegen der komplizierten Benita. Oder war es Constanze?
    Und den endlosen Diskussionen.
    Über Alternativen.
    Grauzone Eisbär. Heiner Goebbels.
    […gekürzt wegen Selbstzensur]

    Savigny-Platz, Winterfeldplatz, Steinplatz, Hasenheide,
    Wedding, Kreuzberg, Moabit, Schöneberg, Charlottenburg, Neukölln,
    und im Herbst in die Philharmonie, » diese Ära ist abgehakt.
    Kurz vor der Invasion der unterkomplexen Sat-Schüssel.
    Ich glaube Honecker und Baghwan-Osho sind auch schon tot.
    Mein Freund, der beste Croissantbäcker von ganz Berlin, ist dann auch weg.
    Eine überschaubare Zeit: Danke.
    Schön, häßlich, gemein, anspruchsvoll, aufregend.
    Julien Green* mochte Berlin. Besonders um die Wende herum.
    Gehobenes Tourifeeling?
    *Wieso er? weiß ich jetzt auch nicht
    […auch gekürzt]

    Aber jetzt bin ich gaahanz selten in Berlin.
    Mal mit Account, mal ohne.
    Nervige Grundtempi, modal, tonal, atonal, ausser am frühen Morgen.
    Und im Antiquariat. (Pflichtprogramm: ach, vielleicht finde ich was, ich brauche noch Bildmaterial)
    Bauarbeiter auf dem Gerüst sind um acht mit dem Gurren der Tauben
    ohnehin überall angenehm unhektisch. Sogar der Trennschleifer.
    Wie riecht Berlin? Vergleiche mal Paris.
    Jeunesse dorée und Subkultur.
    War das Arno Schmidt »von der Lilie zur Kartoffelblüte«?
    Überhaupt, diese Gafferei!
    Die teuren Blitzerfotos, vom Hinein- und Herausfahren, sehr unerfreulich.
    Nein, Berlin ist wirklich zu puzzelig.
    […auch gekürzt]

    Wenn eine Großstadt zum Radfahren, dann Kopenhagen.
    Da ist ein Park noch ein Park. Gepflegte Details, die mit dem Ganzen korrespondieren.
    Kein Kampfhund, der einen beim Nickerchen in der Sonne das Antlitz abschnüffelt.
    Der Bahnhof dort ist auch sehr schön. Geradezu musikalisch.
    Das Meer nicht weit.
    Es ist auch gut, wenn man nicht alles versteht.
    Tatoos sagen mir halt nicht sehr viel. Weder in Berlin noch woanders.
    https://discoverstudyabroad.org/2014/03/28/top-10-spring-hangouts-in-and-around-copenhagen/
    […Serviette ist voll]

  98. Unversöhnliche Grabenkämpfe jetzt auch schon um´s Radfahren?
    Nun gut.
    Bin 10 Jahre lang in Berlin täglich Rad gefahren,
    allerdings mit dicken Reifen. Alles gut. Ja, zwei Pöbeleien
    an die ich mich erinnere, einen Unfall, den ich verschuldet habe.
    Also, recht entspanntes Fortbewegen, viel besser als die öffentlichen
    Verkehrsmittel.
    Einmal wurde mein Rad geklaut und ich traf den Dieb eine Woche später
    mit Rad auf der anderen Seite des Parks. Nach etwas Geschrei meinerseits
    hatte ich das Rad zurück. Auch das ist Berlin.
    Allerdings ist das schon 8 Jahre her.
    Heute würde ich mir eher Sorgen um Überfälle und Gewalt machen
    in meinem alten Kiez, als um die Verkehrssituation.
    Habe kürzlich die ersten Binnenflüchtlinge getroffen.
    Eine (eingeborene) Berlinerin nebst Familie, die wegen Überfüllung
    nach Norddeutschland gezogen sind.
    Sie sagte, es sei zu voll geworden in Berlin.
    Tag und Nacht die Strassen
    und U-Bahnen voll mit Menschen, sie mag nicht mehr.
    Ich würde auch nicht zurück wollen.
    Aber- jedem das seine.

  99. Führer
    Vom Grabspruch Vergils die „duces“ mit „Helden“ zu übersetzen, ist vielleicht etwas zu viel des Guten für Benito M.? „Dit wa nehmlich ooch bloos so‘n Held“, wie der Berufsberliner (lt. Herbert Wehner) sagt. Oder war genau das gemeint?

    • Duces bezieht sich vor allem auch die Aeneis, wenn man also will, auf die Führerschaft von Äneas nach dem trojanischen Krieg. Daher nahm ich das hierzulande gebräuchliche „Helden“.

    • Duces
      Laut Langenscheidt sind „duces“ die Großen des Reiches, das können also durchaus auch Helden sein.

  100. von der WILHELMA zu DR. Z.
    @DON: der GIRO ist gerade in Arezzo eingetroffen, sehr schöne stadt und war eine sehr schöne etappe, schön kommentiert von RAI. ein fahrer namens Lidl hat wohl gewonnen, stand auf seinem trikot !

    @Goodnight: bei der Wilhelma, ja das ist halt ein hotspot, das ist seit 60jahren so und keiner kriegt es in den griff. das wird sich erst lösen, wenn der Daimler seine produktion in D-land einstellt und die fabrikflächen zwischen Cannstatt und Plochingen, in die heute kleinere wohngebiete eingestreut sind, aufgibt. dann wird hier der grüne musterbiotop Mittlerer Neckar angelegt und es entstehen musterplantagen für den hanfanbau.

    im fussball wirds ja vorgemacht, freuen wir und doch auf das schwaben-derby VFB gegen Sonnenhof Grossaspach oder noch krasser gegen Aalen oder Heidenheim, „das ist brutalität“.
    vielleicht wird beim Verein für Bewegungsspiele jetzt mal die treppe von oben gekehrt, denn der fisch soll ja bekanntlich vom kopf her stinken. und ein präsident, dessen einzige kompetenz wohl sein soll, mit Dr. Z. bekannt zu sein ist ja schon eine rarität. sie kennen Dr. Z. nicht…………………………..????????? gibts auch mit overdrive.

    https://www.youtube.com/watch?v=w92XfDrO_AU

  101. Fahrradfahrer nerven
    Fahrradfahrer sollten bedenken, das sie sich den Rest ihres Lebens den Hintern abwischen lassen müssen. Selbst wenn sie im Recht sind und vor allem darauf beharren…

  102. Schnauzfrech
    Berliner Herz mit Schnauze. Heisst es. Das ist falsch. Es gibt in Berlin kein Herz mit Schnauze, es gibt nur rotzfreche Dreistigkeit. Vor 40 Jahren genauso wie vor 5 Jahren. Und dieser rotzige Anpoebelstil wirkt sich auf alle und alles. Und besonders auf die Radfahrer, die durch eine Kiez-Gruene Verwahrlosung als angeblich Umweltfreundliche Fortbewegungsweise in die Koepfe der verduzten Buerger eingedroehnt wurde. Es herrscht Krieg in Berlin. Radler gegen Autos, Autos gegen Buse, Buse gegen Kinderwagen und alle zugleich (und ohne Gott) gegen Fussgaenger. Was ist das fuer eine Stadt, in der alles verboten ist, ausser man ist Schwul, Gruen oder Drogenabhaengig? Radler in Berlin zu sein bedeutet Hassobjekt einerseits, und Hassvoller anderseits zu sein.
    Und dann der Dreck, der ueberall vorherrschende Dreck, die Schmierereien in den U-Bahnstationen, die Vodkapullen auf den Baenken, und ueber alle dem lauern die hartgesottenen linksfaschistischen Feministinnen, Genderisten, die verbloedeten Haschischrauchern, und die mit wohltemperierten Belehrungsstimmen empoerten Gruenen , die einem zeigen, wie man als freier Buerger gefaelligst leben soll. In Dahlem hocken die Omas bei Kaffee und Kuchen und verstehen die Welt nicht mehr, in Kreuzberg lernt man automatisch arabisch und tuerkisch zu fluchen, am Prenzelberg flutschen die Pseudoliberalen Bildungsbuerger umher, auf dem Tempelhofer Platz haben sich inksgruene Anarchos eingenistet, die es nicht dulden dass hier sogenannte Fluechtlinge auch ein Platzchen bekommen (als linksfaschistischer Gruener braucht jeder einzelne etwa 1000 qm Freiraum zur Entfaltung der Persoenlichkeit!) und sehen Sie. Datt is Balin!
    Freiraum gibt es nur wenn man ignoriert. Ignoriert den Dreck, den Poebel, die aggressiven Bettler, die Anarchos, die Abzockerei. Wa, datt is Balin? Yes, datt isses. Ick habe ne janze Litanei ueba Balin jeschrieben, als Buch uffem Markt, so Balin um 1900 und Balin um 1970 und von de Bleistreustrasse, dem Kiez, den Luden und der Litfasssaeule. Von de feinen Damen im Westen und den Badezimmern mit den goldnen Wasserhaehnen. Ick kenne Balin, dett war nie meen Balin, ne meene Stadt, dett war ne Schande fuer jeden anstaendjen Buerga. 20 Ems hab ick in Balin durchjegeigt, 20 Ems uffem Buckel, 20 Ems, neee, mir kann keener watt ueber dett Kackdorf sajen.
    Lieber Don Alphonso, in Berlin haben Sie nur eine Chance. Zuschlagen oder wegeducken. Fett werden aus Frust oder abhauen. Sie sind abgehauen. Ich auch.
    Damit haben wir beide gezeigt, dass wir uns unsere Menschenwurde, unseren Stolz, unsere fuenf Sinne und unseren gesunden Geisteszustand bewahrt haben.
    So wahr uns Gott beistehe! Auch ohne Rad.

    • Glaubwürdig
      Hier mal ein glaubwürdiger Anti-Berlin-Text. Nicht nur wegen des Dialektes, sondern auch wegen offenbarer Kenntnis einiger Örtlichkeiten.
      Auch wenn ich vieles genau anders herum wahrgenommen habe, sehe ich hier mehr Auseinandersetzung mit dem Thema.

      Und wenn Sie ihn noch kennen: Schönen Gruß an den Whisky-Gerhard!

  103. Titel eingeben
    Das Faszinierende ist, dass man mit nur zwei Ideen (ich liebe Rennrad und hasse Berlin) so viele Jahre lang ein Blog füllen kann und den Lesern wird es echt niemals zu blöd. Und das soll der König der Blogger sein, dieser Don Alfonso, der seit Jahr und Tag immer wieder denselben Text schreibt, nur unwesentlich umformuliert? Erzähl uns doch mal was Neues, Alfons, überrasch uns mal. Dass du Berlin nicht magst und auf deinen dreitausend Edelrädern Unglaubliches vollbringst, das wissen wir jetzt echt schon langsam, wir haben es verstanden. Danke.

    • Es geht diesmal wirklich um die Frage, ob ein gesetzliches Mittel – Volksentscheid – einen Missstand kurieren kann, dessen Ursachen mit Sicherheit tiefer als der Asphalt auf den Strassen liegen. Und ob andere Konzepte da nicht auch helfen könnten. Citty Slow ist nicht umsonst weltweit erfolgreich,

      Offensichtlich wird es gelesen und diskutiert. Das muss nicht allen gefallen, und wenn es mal wirklich mies läuft, wird die FAZ es auch beenden. Aber darauf warten viele Berliner schon ziemlich lang. Also beruhigen Sie sich und schonen Sie Ihre zittrigen Restnerven,

    • ???
      Ein – gesetzliches Mittel? Ob es den Mißstand beheben könnte? Tja – natürlich. Sie können Gesetze über alles mögliche machen und natürlich auch diesen Mißstand damit beheben. Das Problem ist wohl, dass er nunmal mit anderen Mißständen zusammenhängt. Also würde man eher ziemlich weit oben ansetzen müssen (nicht unten, wie das citta slow Projekt). – Solche Zusammenhänge sind aber meistens nicht im Rahmen eines Volksbegehrens darstellbar; und überdies gibt es die nicht auf Bundesebene (was auch besser so ist). Pi x Daumen gilt ohnehin: Je vernünftiger also das sachliche Anliegen (was eine hohe Abstraktionsleistung beinhaltet) – desto schlechter die Chancen, das Ding durchzubringen.

      Davon abgesehen – ich verstehe schon, warum man die Entscheidung getroffen hat, Berlin zur Hauptstadt und zum Regierungssitz zu machen. Aber dann hätte man auch die Randbedingungen entsprechend gestalten müssen und das stand doch gar nicht zur Disposition. Ansonsten hätten die Berliner wenigstens die Chance gehabt, ihr eigenes Dorf aufzumachen, dann wäre das hier nicht so attraktiv gewesen. Das Problem sind auch nicht die Leute, die herkommen, sondern die sehr unterschiedlichen Vorstellungen, mit denen sie herkommen.

      Aber – vergebliche Liebesmüh …

  104. Titel eingeben
    Als ehemaliger Fernfahrer kann ich in Sachen Berlin mitreden. Ich habe nämlich zehn Jahre lang DDR-Transit gefahren, mit Zollverschluss, Verplombung und so weiter. Die Be- und Entladestellen in Berlin waren im europäischen Vergleich die schlimmsten. Das liegt daran, dass der Bio-Berliner sich täglich seine Großartigkeit beweisen muss. Seine Diktion, jene mit dem permanent heruntergeklappten Unterkiefer und der Lautbildung mittels Gaumenzäpfchen weist auf Sozialisationsdefizite hin. Und arbeiten möchte er schon gar nicht. Er lässt arbeiten. Ohne die Türken hätte der Henry seine Auto-Plastikbude in Zehlendorf nie eröffnen können. Und die Batterie-Bruchbude im Norden war genau so gestrickt. Ein besonderer Fall waren die Bio-Berliner-Siemensarbeiter. Dass die zweite Generation der anatolischen Mitbürger auch nicht arbeiten wollen, haben sie sich von den Unterkiefer-Bioberlinern abgeguckt. Und die Zustände auf den Straßen?- Der Berliner kannte nur den Stadtverkehr und Transit mit 100 km/h. Da sie alle großartig sind, aber kaum Fahrfähigkeiten besitzen, bringen sie sich ständig gegenseitig bei, wie großartig sie sind. Mit dem Ergebnis, dass nichts geht. Mitte der 80er Jahre beschlossen sie, im Winter kein Salz zu streuen. Mit dem Ergebnis, dass die Busse unter der S-Bahn-Brücke am Teltower Damm steckenblieben. Chaos ohne Ende. Wer es kannte, ist über die Seehofstraße ausgewichen. Sie bringen halt nichts zustande. Und BER ist der beste Beweis, dass das auch für die besseren Kreise gilt. Dann bitte mehr Berichte über Radeln in der Toskana.

  105. Ostalgie und Salonkommunismus, ohne Rad
    Bald nachdem ich meinen Mann kennenlernte, wollte er unbedingt, dass ich seine Berliner Freunde treffe. Er hatte sie in Libanon kennengelernt. Er schwärmte für die beiden sowie für Beirut, Paris des Nahen Ostens, wie es vor dem Krieg genannt wurde. Wir sind nach Berlin mit dem Auto gefahren, die Grenzbeamten ließen uns zügig durch. Weil ich einen finnischen Pass hatte, wie mein Mann meinte.

    Seine Freunde, ein attraktives Pärchen, von welchem wir auch zu übernachten eingeladen waren, beide Architekten. Nun, wir sind zu ihrer Wohnung gefahren, und ich war etwas erstaunt, dass diese smarten Leute in einer Gegend wohnten, die ich als Ghetto bezeichnen möchte. In Kreuzberg, damals jedenfalls noch kein bisschen schick, sondern ärmlich. Nun, die beiden hatten zwei Wohnungen zusammengefügt und unglaublich luxuriös eingerichtet, inmitten der Misere.

    Es stellte sich heraus, dass die beiden Salonlinke waren, also krass sozialistisch oder sogar eher kommunistisch. Aus meiner Heimat kannte ich Kommunisten höchstens vom Sehen, das waren allesamt einfache, ungebildete arme Leute, mit welchen meine Familie keinen Umgang pflegte. Dass arme Finnen Kommunisten sind, konnte ich gut verstehen. Die Ideologie gibt ihnen Hoffnung. Ich kannte aus meiner Heimat kein Phänomen „Salonkommunismus“. Dafür waren die Finnen zu glücklich und dankbar, dem drohenden Joch der Sowjets von der Schippe gesprungen zu sein, um in westlicher Freiheit leben zu dürfen. Mein Land war Freund der USA und Freund Israels, und das war gut so.

    Nun, von West-Berlin haben wir nicht viel gesehen. Außer einem Besuch bei gleichgesinnten Intellektuellen, die in einer repräsentativen Villa in Grunewald residierten. Stattdessen wurde ein ganzer Tag einem ausgiebigen Ost-Berlin-Besuch gewidmet. Unsere Gastgeber waren vollen Lobes für die Hauptstadt der DDR. Ich habe dort in einem recht ordentlichen Touristen-Restaurant die schlechteste Mahlzeit ever zu mir genommen …

    Mein Mann in spe war politisch eher bürgerlich. Aber es bestand eine freundschaftliche Affinität zu diesem sympathischen Paar. Ihn hat deren Gesinnung nicht im Geringsten gestört, mich schon. Denn ich akzeptiere nur Kommunisten, die bescheiden leben. Vor denen habe ich Respekt.

    Naja, später bin ich einmal alleine nach Berlin gefahren, um eine Freundin zu besuchen, die ich in Asien kennengelernt hatte. Leider verfuhr ich mich auf dem Weg und landete am falschen Grenzübergang, wo ich nichts zu suchen hatte. Ich wurde einer kurzen „Interrogation“ unterzogen, aber dank meines Passes sofort wieder freigelassen, was in solch einem Fall bei Deutschen selten vorkam, wie ich später erfuhr. Der junge DDR Grenzbeamte, der mich kontrollierte, unterstellte mir jedoch, dass ich Waffen bei mir führte, „Waffen der Frau“, wie er meinte, mit breitem Grinsen am Gesicht, das vergesse ich nie.

    Nach der Wiedervereinigung war ich mehrmals in Berlin und mochte die Stadt kein bisschen mehr als früher. Ich weiß nicht, was es ist. Ich mag alle anderen mir bekannten deutschen Städte außer Hamm, sogar Bielefeld mag ich mehr als Berlin. Berlin und Hamm, die beiden mag ich nicht. Liegt das an der Berliner Luft? Oder an der „Berliner Schnauze“? Worauf die Berliner angeblich stolz seien. Ich finde die Berliner eher störrisch als witzig. Habe schon genug Probleme mit dem norddeutschen Humor.
    Sorry @ alle netten Berliner.

    • Missverständnis
      Tamarisque, da haben Sie etwas missverstanden. Die Gleichmacherei ist keine ursprünglich kommunistisch/sozialistische Idee. Darauf hat nur die westliche Propaganda zu Zeiten des Eisernen Vorhangs abgehoben. Und Klaus Staeck dann davon die Warnung ausgesprochen, die SPD wolle den deutschen Arbeitern die Villen im Tessin wegnehmen.

      Die Idee der Armut kommt eher aus der Kirche. Und die hat diese zwar aufgenommen, aber ausschließlich auf die Gläubigen angewandt. Sehr schlau, übrigens. Schlau genug auch, zu wissen, dass eine absolute Philanthropie nicht funktioniert. Buñuel hat das wie kein anderer in seinen Filmen wie Nazarin oder Viridiana gezeigt.

      Die Frage nach dem Wohnluxus Ihrer Bekannten in Kreuzberg oder Dahlem impliziert zunächst überhaupt nicht, nach einer Umverteilung zu fragen, oder einer Selbstbeschränkung auf Sozialhilfeniveau. Oder die Villa in Dahlem für Bedürftige zu öffnen (Viridiana zeigt die Konsequenzen).
      Wenn eine Frage zu stellen ist, dann nach den materiellen Quellen aus denen diese Objekte geschöpft sind, ob die Hausangestellten ordentlich bezahlt werden. Dazu gehört die Frage, an wen das Erbe fallen wird. In dieser Richtung.
      Schauen Sie sich Warren Buffett an. Wenn Sie mich fragen, ob man ihn enteignen sollte und sein Haus in Nebraska an Obdachlose geben sollte, wäre ich als Linker der erste der sich vor ihn stellen würde. Der Mann macht doch nichts falsch. Zumindest nicht primär. Er agiert sehr gut und effizient im Kapitalismus. Entscheidend ist, dass er vergleichsweise sehr bescheiden lebt, und fast sein gesamtes Vermögen für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung gestellt hat.
      ich will hier aber keine Lobreden auf ihn halten. Es geht um das Bewusstsein. Und das wird vom Sein nur bestimmt, wenn die Lebensumstände unter der Gürtellinie sind. Weiter aufwärts zählen menschliche Qualitäten. Und die lassen sich kaum durch ökonomische Komponenten beeinflussen bzw. verbessern; also auch nicht durch staatliche Umverteilung. Diese muss nur soweit voranschreiten, dass für jeden Menschen eine Grundversorgung an Essen, Wohnraum, Bildung, Medizin, Sicherheit, u.s.w. zur Verfügung steht. Eben so, dass jeder nach seiner Fasson selig werden kann.

      Sie haben andere Erfahrungen gemacht als ich. Nein, die DDR war kein Staat meiner Träume, ich wäre dort auch nicht freiwillig hingezogen. Mangels Freiheit(en).
      Einiges von den oben erwähnten grundlegenden Anforderungen war dort allerdings zufriedenstellend implementiert, und einiges davon sogar besser als in der Bundesrepublik Deutschland. Falls jemand fragen sollte, ja, ich kannte die DDR aus eigener Erfahrung.

    • @Tamarisque
      Liebe Tamarisque,

      Ihre Fabulierkunst steigert sich jedesmal. Ein gut gemeinter Rat: Es ist nicht ratsam für eine Dame, öffentlich über Verkehr mit dem harten Berliner Grenzschützer zu berichten, da hilft auch die Erwähnung von drögen Bielefeld nichts mehr, sowas findet determinierte Fans, im Westen jedenfalls. Im Osten wird man eher misstrauisch:

      Denn die Grenzer waren ja eben deshalb so unentspannt, weil sie ein unbarmherziges Protokoll im Hinblick auf den gemeinen Klassenfeind, selbst wenn er aus Finnland kam, einzuhalten hatten. Dass Sie da jemand angemacht haben soll, statt sich seinen Teil zu denken und Sie aufzufordern, die Rücksitzbank hochzuklappen … oder sonst etwas, wobei er in aller Gemütsruhe und innerhalb des Protokolls Ihr Hinterteil besehen … ist schlicht und ergreifend unwahrscheinlich, und zwar selbst dann, wenn Sie wie Monica Bellucci persönlich aussehen sollten (ja, richtig – ich werde gelb vor Neid, wenn ich an die denke).

      Aber zu träumen ist schließlich erlaubt, Sie sind auch nicht die Erste, hier gucken Sie mal: http://www.dailymotion.com/video/x21ez4_elton-john-nikita_music

    • Re. Missverständnis
      Werter Uwe Dippel,
      mein Post war eine subjektive Beschreibung meiner persönlichen Erfahrungen, kein ideologisches Manifest. Ich kannte bisher nur arme Kommunisten, ob aus meiner Heimat oder aus der Bonner Republik, wo die Linken in besetzten Häusern, in Bauwagen lebten und alles miteinander teilten. Das Berliner kommunistische Luxusphänomen war für mich vollkommen neu.

      Ich habe nicht behauptet, dass der Anspruch auf bescheidene Lebensführung ursprünglich vom Sozialismus herrührt. Die Kirchengeschichte ist mir durchaus geläufig. Doch sowohl im Sozialismus als auch in der Religion ist die Verwirklichung des Ideals, sein Reichtum zu teilen bzw. abzugeben, sehr wohl das Ziel.

      Ich ächte den Luxus nicht. Doch als Kommunistin müsste ich den Luxus teilen, sonst macht das Konzept für mich keinen Sinn. Es geht um die Glaubwürdigkeit. Es betrifft sowohl den Sozialismus als auch die Religion.

      Sowohl der westliche Sozialismus als auch die westliche christliche Religion sind beliebig geworden. Jedes Kaninchenzüchtervereinsmitglied befolgt seine Vereins-Statuten gewissenhafter als Sozialisten oder Christen ihrem Credo. In der Berliner Republik versucht man das erst gar nicht mehr.

      Ich könnte ja auch nicht behaupten, ich sei eine tolle Bergsteigerin, wenn ich auf einem kleinen Hügel sitze und keinerlei Ambitionen hege, höhere Gipfel zu erklimmen. Der Bergsteigerverein würde mich dann auch nicht ernst nehmen, oder.

    • Luxus-Kommunismus
      Sehr geehrte Tamarisque,

      natürlich haben Sie Recht, ich war wohl mal wieder über das Ziel hinausgeschossen und mit belehrendem Ton.
      Natürlich ist Luxus zunächst einmal kein Merkmal von Kommunismus. Mir würden Bekannte der beschriebenen Art ebenso zum Denken geben wie Ihnen, keine Frage.
      Mich hatte lediglich gejuckt, dass Kommunismus/Sozialismus in Ihrem Beitrag irgendwie mit Armut assoziiert schien. Und das ist eben einfach nicht richtig.
      Ich wiederum empfinde den breiten Vorwurf der Beliebigkeit auch als zu breit. „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen!“heißt es bei Marx. Wobei ‚Bedürfnisse‘ eigentlich ‚Bedarf‘ meint, den Bedarf einer produktiven Tätigkeit nachzugehen zur Selbsterfüllung und zum Gemeinwohl (Formulierung UD). Also wäre nach meinem Dafürhalten auch der beobachtete Luxus von hinten her aufzurollen. In den meisten Fällen wird man dann tatsächlich die kommunistischen Ideale in Zweifel ziehen können; aber nicht im Rundumschlag, bitte.
      Wenn zum Beispiel eine denkmalgeschützte Villa in Dahlem von den Bewohnern in liebevoller Kleinarbeit und unter Investitionen aus der eigenen Tasche (zumindest als Vorausgabe, die steuerliche Abschreibung dauert etwa 10 Jahre) instand gehalten und am Tag Des Offenen Denkmals geöffnet wird, wäre das meines Erachtens in diesem von Marx formulierten Sinne.

    • Lügengeschichten versus Wahrheit
      @GmN
      Sorry, ich bin eine gestandene Frau und habe es nicht nötig, hier Lügengeschichten zu erzählen. Ich bitte Sie herzlich, solche Unterstellungen zu unterlassen. Zu meinem damaligen Aussehen: Ich war eine überaus auffallende Erscheinung. Die DDR betrachtete Finnland als Freund, ähnlich wie Russland. Das war wohl hauptsächlich der Grund.

    • Zusatz Lügengeschichten versus Wahrheit
      @GnM

      Mir offenbar dauerhafte Fabulierkunst zu unterstellen ist eine Unverschämtheit.
      Ich möchte Sie bitten, meine Posts zu ignorieren. Ich werde das bei Ihren tun. Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

    • @ Uwe Dippel
      Und ich bin insofern ein extremer Mensch, weil für mich das Credo ganz oder gar nicht gilt. Wenn ich auf einem Hügel sitze, bin ich eben keine Bergsteigerin. Ich bin eher links, könnte jedoch keine Kommunistin sein, weil ich auf gewisse Dinge nicht verzichten will und auch nicht kann und den dekadenten westlichen Lebensstil für die bessere Alternative halte als materielle Askese. Allerdings in einer sozial gerechten Gesellschaft.

      Bei der Wohnung störte mich eben der ausartende Luxus: die Wohnung sah protzig aus, wie aus einem Hollywood Film. Das Haus war eher schlicht und modern eingerichtet. Aber wie gesagt, jedem das Seine. Das waren nur meine Eindrücke, aus meiner subjektiven Sicht.

    • Multilemma
      Sehr geehrter Herr Dippel, Sie sind so freundlich, die kommunistischen Ideale zu zitieren. Da Tamarisque noch nicht geantwortet hat (?) möchte ich es tun. Markt, freier Markt ist die einzige gerechte Kraft welche Menschen bewegt, ihre Fähigkeiten einzubringen und wohlerwogen nach ihren Bedürfnissen zu nehmen.

      Wer soll beurteilen, entscheiden, nachfordern, treten wenn Sie nachlässiger, langsamer kürzer arbeiten? Der Arbeiter-Sowjet? Der Soldaten-Sowjet? der Philosophen-Kaiser persönlich?

      Wer teilt Ihnen nach Ihrem Bedarf zu? Den Medizinstudienplatz für Ihre Tochter, den Whiskey, den Scotch, die Plörre, den Talisker oder Lagavulien oder lieber Bombay Sapphire? Sie rauchen gerne – bekommen Sie Tabak? Den Playboy?
      Nur am Markt befriedigen Sie Ihre persönlichen Wünsche und Bedürfnisse innerhalb Ihres Budgets.
      Wenn Sie einem Bettler geben sollten, machen Sie einen Unterschied ob er Brot kauft oder Bier?

      Wenn die größere Zahl der Zahnarztstudentinnen (f) nicht in die Patientenversorgung geht oder weniger Wochenstunden als Männer ableisten, würden Sie dann unabhängig von der Note mehr Männer studieren lassen?

      Wer soll über Monate hin gerecht, richtig, unparteiisch entscheiden was wer zu leisten oder zu bekommen hat? Das traue ich nicht mal mir zu.

  106. Wichtige Mitteilungen zu Fahrrädern in Berlin...
    …Fahrräder, schon 2008 aufgefallen: https://www.youtube.com/watch?v=eF3qxtO70Zw
    …dann nochmals 2013:
    https://www.youtube.com/watch?v=acCJ5tfZl_M

    …sowie zum Leben unter S21:
    https://www.youtube.com/watch?v=JHIhw_wJf50

    als dann, load up an party on;
    Vorbereitung auf den nächsten Berlinbesuch ;-)
    https://www.youtube.com/watch?v=m7ayD1eLLrI

  107. Zwei Fragen zu einer gestrichenen Frage:
    „Wie viele Apache-Kampfhubschrauber hat die Polizei bei uns, und was sagen die Grünen in Kreuzberg zu Uranmunition?“

    Warum durchgestrichen?
    Und warum trotzdem im Text, wenn durchgestrichen?

    • Das ist ein Stilmittel. Man würde es nicht schreiben, es passiert einem aber, also streicht man es durch, als Zeichen, dass man zwar solche dummen Ideen hat, sie aber nie schreiben würde.

      Humor.

  108. Gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer
    .. sind Radfahren nicht!

    Sie stellen den Adel dar: Keine Beteiligung an Kosten durch Steuern, kein Versicherung zur Minderung der Normalität der Fahrerflucht, keine Kennzeichnung halten Sie von ihren umfassenden Privilegien der anarchischen Freiheit ab.
    Nicht einmal eines Nachweises der Befähigung bedarf es zur gleichberechtigten Teilnahme am Straßenverkehr.
    Und so benimmt man sich dann auch…

  109. Radfahren in Berlin
    Heute schreibt die NYT einen sehr positiven Artikel über das Leben und Radfahren in Berlin, lesenswert at NewYorkTimes.com.

    Warum sind hier primär negative Artikel übers Radfahren in Berlin? So schlimm kann es doch gar nicht sein, oder benehmen sich alle Radfahrer so wie die Autofahrer, besonders auch der Sicht eines Besuchers aus LI.

    • Wenn ich das nächste Mal dort bin, radle ich vom Gesundbrunnen nach Neukölln und schreibe alles auf, was mir passiert.

    • @D.A.
      Da wollte mir meine mitleidige Seele fast eingeben: „Lassen Sie das besser bleiben, lieber Don, wir wollen doch alle, dass Sie wirklich noch weiter schreiben können, Sie müssen dafür kein Kriegsberichterstatter werden.“ Das würde ich ja nun durchstreichen, wenn ich wüsste, wie das funktioniert. Denn mir ist aufgefallen: Der Don kehrt nicht nach Berlin zurück. Unmöglich.

    • Einladung
      Dafür käme ich extra aus dem Ruhrpott nach Berlin, Don Alphonso, dann könnten wir das gemeinsam tun. Wäre interessant. Allerdings bitte mit (m)einem Alltagsrad. Und etwas gemächlicher, ich kann sonst nicht mithalten.

    • Es ghet nicht um das Rad, sondern um das Überleben.

  110. Freie Tiger?
    @ Frauke Amgelin – Darüber habe ich auch nachgedacht. Es war mir neu, dass ich frei bin. Soweit ich verstehe, bin ich unter konstanter Beobachtung. Mein IPhone registriert alles und mit seinem GPS Sensor kann es meinen Aufenthalt genau feststellen und regelmäßig an die Apfelwolke weitergeben. Ich mache mir da keine Illusionen, ich lebe mit einer CIA Fußangel.

  111. verbreitet schlechtes Benehmen
    Sehr geehrter Don A. ,
    Ich kenne Berlin nicht gut. Zuletzt war ich 2004 als Touristin dort. Alles in allem fand ich damals die wieder eingerichtete Hauptstadt um das Brandenburger Tor schön, repräsentativ und für die Hauptstadt unseres Landes angemessen.
    Was dieses Berlin-Flair pp sein soll oder ausmacht kann ich bis heute nicht nachvollziehen. Ich würde mir Berlin nie als Stadt zum Wohnen oder zuhause sein aussuchen. Ich empfand die Stadt nicht als Einheit, eher total zerklüftet . Dass “ Berliner“ meinen , etwas Besonderes zu sein , habe ich damals schon nicht verstanden.
    Insofern geht mir oft die FAS auf die Nerven. Die scheint mir auch ein Zentralorgan der dort ansässigen “ Ich bin wichtig, angesagt , künstlerisch, politisch und gesellschaftlich maßgebend „Leute zu sein.
    Der Berliner Ton ist mir zu raubeinig. Ich kann darin keinen besonderen Charme entdecken, eher schlechtes Benehmen.
    Schlechtes Benehmen, aggressives Ich -Durchsetzen mit dem Auto, mit dem Fahrrad , im Geschäft , im Restaurant kann ich hier genauso gut im Ruhrgebiet haben.
    Aber daran krankt nicht nur Berlin und das Ruhrgebiet.
    Eher ist das ein Befund , der für viele Orte in Deutschland zutrifft bzw. für viele Deutsche im Umgang miteinander. Ich merke es schon , wenn ich wie letzte Woche nur 3 Std weiter westlich an der holländischen Nordsee bin.
    Fahrradfahren ist dort kein Problem, auch Autofahren ist dort gelassener, die Unterhaltungen im Cafe haben eine erträgliche Lautstärke , an der Kasse im Supermarkt gibt es kein Gedränge und die Lebensmittel werden auch nicht im Akkord durch den Scanner gejagt, damit Kunde im Akkord den ganzen Klumpatsch einpackt und sehen muss , wie er empfindliche Esswaren rettet.
    Es gibt so viele einfache Verhaltensregeln, die praktisch komplett verschwunden sind. Herren halten Damen Türen auf. Jüngere lassen Älteren den Vortritt oder gar den Sitzplatz in der Bahn. Grüßen und Lächeln , den Gesprächspartner anschauen. Wenn es an einem Durchgang eng wird, nicht Drängeln. Am Schlimmsten ist aber das Essen, Trinken und Rauchen im Laufen. Man macht sich so hässlich damit.
    Ich frage mich , warum das so ist. Warum können wir nicht leiser sprechen, gelassener Auto fahren , höflicher miteinander sein und am Tisch essen. Ist es zu kalt , zu nass in unserem Land , arbeiten wir zu effizient , zu leistungsorientiert , sind wir zu sehr unter Konkurrenz , haben wir zu wenige Kinder, die uns so wundervoll die eigene Begrenztheit vorführen ?

  112. Kein Problem...
    ..wenn Sie zum Sport ca. 4.30 Uhr auf der Straße sind. Auch muss ich nur 2 Liter mitnehmen, weil kühl. Wenn, der wie auch immer befahrzeugte Pöbel die Strecke blockiert, habe ich schon die Beine aufm Tisch, nebst Frühstück. In der Kaltperiode auf die Rolle. Der Zugewinn an Kraftausdauer ist enorm. Macht immer viel Freude, die Rennradbesitzer, bewusst nicht „-fahrer“, in ihrer Profibekleidung, hügelaufwärts mit einem MTB, 45 mm Bereifung, Schutzblechen u. Ständer, abzuhängen. Höre manchmal von denen einen verzweifelten Schaltungsvorgang, echt süß.

    • @Gast
      Na, Sie wecken nostalgische Gefühle in mir … in meiner Fahrradfahrzeit bin ich auch bevorzugt nachts gefahren, da hat man seine Ruhe – jedenfalls auf manchen Strecken.

  113. Titel eingeben
    Wie man auf die absurde Idee kommen kann, in der Innenstadt Berlins mit dem Rad umherzugondeln, ist mir absolut schleierhaft. Bitte, wer meint, derlei lächerlichen Unfug veranstalten zu müssen soll das ja gerne tun, sich aber dann auch mit dem kindischen Gewinsel über die böse Großstadt zurückhalten, wenn es sich auf dem Drahtesel in Mitte so völlig anders anfühlt als auf den beschaulichen Feldwegen zwischen den Wiesen hinter Stahnsdorf oder Falkensee.

    Mann kann sich ja auch mit den Armentransporten durch die Stadt bewegen. Immerhin wird für deren Bereitstellung und Aufrechterhaltung ein enormer Aufwand betrieben. Die Fahrt in diesen Irrenschaukeln ist natürlich nicht erheiternd, und, wie man hört, auch nicht ungefährlich, aber so nervt der Plebs zumindest keine anständigen Bürger aus den besseren Bezirken zutode, die sich einen adäquaten Kraftwagen leisten können und versuchen, denselben ordnungsgemäß unter bestmöglicher Einhaltung der StVO von Punkt A nach Punkt B zu steuern, ohne dabei irgendwem zu nahe zu treten.

    Als Autofahrer, der seit Jahrzehnten mit dem Innenstadtverkehr vertraut ist, kann ich nur sagen, daß die Verrohung der Straßensitten sich extrem und überdeutlich und vor allen anderen bei den Radfahrern zeigt, die in einer völligen Rücksichtslosigkeit rotzdreist durch den Stadtverkehr brettern als gäbe es für sie keinerlei Regeln. Was man hier als Autofahrer mit dem Pöbel auf zwei Rädern erleben kann ist atemberaubend. Ich möchte in Berlin so gerne mal jemanden auf einem Fahrrad erleben, der nur einmal an einer roten Ampel tatsächlich anhält, ich hatte bislang eigentlich noch nie diese Freude.

    Und nein, der Autoverkehr ist so aggressiv gar nicht. Es ist brechend voll geworden in den letzten Jahren, das durchaus, und zäh und entnervend, sicher, aber von den üblichen paar gehirnamputierten, verkehrsunfähigen Idioten mal abgesehen, denen man von vorneherein den Führerschein hätte verbieten sollen, weil sie schlicht zu blöde sind einen Wagen ordentlich zu steuern, kann man in Berlin durchaus noch mit dem Automobil durch den Dauerstau der Innenstadt krauchen, ohne dabei dem Wahnsinn anheimzufallen oder vor der Zeit seinen Odem auszuhauchen.

    Wer sich im Übrigen in Gefahr begibt, kommt bekanntlich darin um, deshalb bewegt man sich auch niemals durch die verwahrlosten Slumbezirke mit der eher unfeinen, handfesteren Klientel, egal ob im Wagen, per Velo oder zu Fuß. Mein Mitleid mit diesem Politiker dieser Partei da hält sich also durchaus in Grenzen. Jeder Vorstadtdepp weiß, was ihm bestenfalls blühen kann, wenn er im falschen Bezirk den falschen Leuten zufällig und ohne böse Absicht in die Quere gerät. Schön ist das natürlich nicht, aber genau die Leute, die erst lauthals „Willkommen“ gekräht haben, wundern und beschweren sich jetzt über die im Monatsrythmus immer schlimmer und unerträglicher werdenden Zustände in gewissen Gegenden.

    Natürlich könnte man noch über die Deppen mit den Smartphones vor ihrer banalen Larve reden, die in Massen wie die Zombies in der Stadt umhertrotten, auf Straßen tappen, ohne auch nur einmal aufzusehen und eigentlich allesamt nach „Unfallopfer wegen unerträglicher Dummheit“ schreien. Toll sind auch die Leute, die mitten im Stadtverkehr in einer Lahmarschigkeit über Fußgängerampeln an stark befahrenen Kreuzungen lustwandeln als seien sie am Sonntagnachmittag auf der Luiseninsel im Tiergarten unterwegs. Man möchte denen zurufen, daß sie doch noch die Picknickdecke auf dem Überweg ausbreiten sollen, wo sie grad so entspannt sind und es auf der Fußgängerampel sowieso schon rot war, als sie losgelaufen sind …

    Von den Touristen redet man besser nicht, die sind noch grausamer, aber immerhin bringen die Geld in die Stadt, also ignoriert man deren galoppierende Blödigkeit und Tranfunzelei stets mit ausgesuchter Höflichkeit und schreit nur dreimal im Jahr unflätig aus dem Wagenfenster auf diese Leute ein, wenn es mal ganz schlimm ist. Im Gegensatz zu den schleichenden Handyleichen nehmen die Touris sowas dann durchaus auch wahr.

    Zuletzt noch Marlenes berühmte Aussage zu Berlin: „Wennde stolperst, kiekt sich keener um. Wennde hinknallst, ist der Beifall ehrlich“.

    • Yo!
      Alles Idioten außer Mama!

    • Tschaiäitschämm, ich fass´ es nicht,
      komm ebenfalls in meine Zitatentruhe. Die Summe dieser Posts, verehrter Don, gehört eigentlich in einen kleinen Band innerhalb der Fahrrad-Literatur.

  114. Gast sagt 14. Mai 2016 um 20:29 Uhr und @ Volkher Braun, TIR
    Köstlich, köstlich. Werde Kopien in meiner Zitatenschatzkammer ablegen und vor (den eher seltenen) Berlin-Besuchen nochmals hervorholen (bleibt zusammengeschrieben).

  115. Goodnight sprach am 14. Mai 2016 um 09:48 Uhr von jenen Kraftwagen
    vor dem „Italiener“. Ist jetzt sicher etwas OT und evtl. für die hier ansässige Blogger-Szene eher befremdlich, aber vor ziemlich genau 76 Jahren minus 2 Tagen hatte der olle Guderian ganze Panzerkompanien mit summarisch der gleichen Motorleistung über die ardennische Semois und Maas geführt. Wen das erschreckt, möge es vergessen.

  116. Ja Mei
    Wieder ein schöner Blogbeitrag. Die Bemerkungen über zu Fuß gehen, autofreie Stadtzentren und die sozialen Auswirkungen – sehr einleichtend und zutreffend.
    Aber warum so’n Berlin-Bashing?
    Ja mei, Berlin – München, das warn schon vor 35 Jahren Gegensätze – mit übrigens regem studentischen Wochenendverkehr über Mitfahrgelegenheiten – an der bayerischen Grenze hinter Hof wurden die Pässe intensiver kontrolliert als von den DDR Grenzern …
    Und es hieß schon damals: wer den Westberliner Streß über 2 Jahre aushält, bleibt, die anderen gehn wieder ….
    Es gibt auch in Berlin gute Radl-Strecken, vielleicht braucht es etwas länger als 18 Monate um sie zu entdecken …
    Welchen Stachel hat die Hauptstadt beim Don hinterlassen?

  117. OT: Wollt Ihr jetzt alle Arabisch oder Kurdisch lernen ... oder wärs nicht besser ...
    … wir lernen erst mal alle richtig Englisch ?
    .
    Kompromisse gerne, aber bitte kein Zwang zur Anpassung der „aufnehmenden Kultur“, der beiden Seiten nicht wirklich hilft.
    .
    Kürzlich bekam ich von einem Freund ein Bild geschickt, da war anscheinend das halbe Ausbildungszentrum einer DE-Softwareschmiede für „Arabisch für Kids“ reserviert.
    .
    Kann mir mal jemand helfen und mir sagen, welche bahnbrechende wissenschaftliche Publikation seit 1980 in Arabisch oder Kurdisch erstverfasst war ?
    .
    Wenn da nun nix kommt, dann wage ich die Prognose: Arabisch und Kurdisch zu lernen, das wird die MINT-Fächer und damit auch DE nicht wirklich voranbringen … es könnte aber eine Idee für alle ab 70 im VHS-Kurs sein, um sich später mit dem (von der Politik erhofften) arabischen oder kurdischen Pfleger besser unterhalten zu können.
    .
    Ich habe da wenig Hoffnung auf Pfleger aus diesem Kulturkreis und meine Wahl daher getroffen.

    • Hier die Antwort in der FAZ ...
      http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/arm-und-reich/viele-tuerken-in-deutschland-sind-arm-14240249.html
      .
      Über einen (idR sehr gut sortierten) Gemüse-, (gut laufenden) Döner oder (hier spar ich mir den Kommentar) Kiesplatz-Autohaus / Sportwetten und Table Dance Bar / Handy-Verticker-Laden geht das Bildungsniveau leider viel zu selten hinaus.
      .
      Die meisten Levantiner sind halt „Krämer“ und keine „Schaffer“.
      .
      Vorgenannte „Krämer – Läden“ sind dann vor/nach der ersten Steuerprüfung auch meist rasch wieder geschlossen (meine Autowerkstadt mit türkischen Chef ist die „sehr rühmlichen Ausnahme“; aber der Chef ist halt auch ein „echter Schaffer“ und zu recht stolz einen „deutschen Meisterbrief“ zu führen).
      .
      In der abhängig beschäftigten Landarbeit und den niedrig bezahlten Pflegeberufen fühlen sich die idR sehr selbständigen arabisch/kurdischen Herren vom deutschen Fiskus und der deutschen Rentenversicherung dann doch wohl „viel zu sehr gegängelt“ … egal, die Knochenjobs, das machen eh die Osteuropäer, die bereits heute echte Reisefreiheit geniessen und nur das Eiserne-Vorhang-Pech haben „nur in der ersten Generation“ in DE zu sein.
      .
      Was sollen die nächsten Millionen an arabisch/kurdischen Migranten hier überhaupt „sozialversicherungspflichtig in den nächsten 15 Jahren arbeiten“?
      Meine Prognose: Nix (alles auf deren Bildungsniveau ist leider schon doppelt und dreifach belegt) – ausser 1 Euro Jobs, Hartz und/oder Kriminalität in all ihren Steigerungsformen.
      .
      Für DE hoffnungstiftende Widerrede ist erwünscht!

  118. Pingback: Carta — Blinker 19 - Carta

  119. Bauer auf Reisen
    Warum Radfahrer hier in Berlin „nicht sonderlich beliebt“ sind, wurde im Blogeintrag viel zu kurz erwähnt. Dieses permanent die StVO ignorierende, sich selbst und andere andauernd in Gefahr bringende Pack, das auch noch pampig reagiert und frech wird, wenn es mal wieder (fast) einen Fußgänger aufgrund dieser nervtötenden Eigenschaft umgefahren hat; es hat sich seinen Ruf sowie Umgang redlich verdient.
    Wo kann ich dem neuköllner Autofahrer und Passantem die Hand voller Dankbarkeit schütteln?

    Wie der verwöhnte bayrische Almbengel die Konsequenzen dieser Verhaltensweisen wahrnimmt und erklärt ist irrelevant. Er genießt als BAR lediglich den Status eines Kollateralschadens.

    MfG
    Ein Berliner, der viel zu oft in Fußgängerzonen halb umgefahren wurde und schon zweimal beim Übergang über grüne Ampeln von diesem Pack erwischt wurde, weil es der irrigen Annahme aufsitzt, rote Ampeln seien dafür da, die Stadt bunter zu machen.

  120. Bisher in Berlin überlebt
    Die Schilderungen wüster Autofahrer in Berlin kann ich gut nachvollziehen. Meine Erfahrung ist eher: Je teuerer und angeberischer das Auto, desto unverschämter die Fahrer.
    Dennoch habe ich bisher mindestens 15 Jahre rennradelnd in und um Berlin überlebt. Die 7km aus der Stadt raus bekommt man auch hin, wenn man kleinere Straßen aussucht. Und das Berliner Umland ist dünn besiedelt und sehr schön, z.B. im Süden und Südwesten mit seinen vielen Seen.

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