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Stützen der Gesellschaft

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Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die preussischen Türken vor dem bayerischen Wien

| 277 Lesermeinungen

Kommt der Janitschar, zahlt er meist nicht bar.
Und die Sultanine ist keine kesse Biene.

Wie allgemein bekannt sein dürfte, gibt es kein friedliebenderes, angenehmeres, menschenfreundlicheres,, höflicheres und sprachbegabteres Volk auf dera Welt ois wia de Bayern.

Das glauben jetzt vermutlich viele nicht.

Aber wenn Sie mein schönes Heimatland bereisen und einem anderen das Bier wegtrinken.

graeb

Oder seine Liebste zum Tanz auffordern oder behaupten, Inszenierungen der Bühne des Berliner Volkes wären tiefgeistiger als Terofals Schlierseer Bauerntheater, oder wenn Sie eine angewiderte Lädschn beim Kurkonzert der Blasmusikkapelle Gmund unten am Tegernsee machen, wenn die Sonne hinter den Bergen verschwindet, und die militärische Natur des Partenkirchner Gebirgsschützenmarsches kritisieren, dessen Wohlklang hinüber zum Spielplatz mit den hoffentlich unverdorbenen Waldorf-Kleinen zieht –

graea

dann wird Ihnen die Gnade zuteil, für die Bayern so geschätzt und geachtet wird. Niemand wird deshalb handgreiflich oder brutal. Denn uns allen wird in frühester Kindheit beigebracht, dass sich das nicht ziemt. Zumindest in den besseren Kreisen, aber andere gibt es am Tegernsee ohnehin nicht, weil es von dort aus nämlich sozial nur noch abwärts geht bis hinter Hamburg, also sehr weit, nicht wahr. Jedenfalls lernen wir schon als Kind, dass wir in solchen Momenten keinesfalls Gewalt sprechen lassen sollten, sondern uns natürlich bemühen, das zu tun, was die Geldverprasserkampagne “Nohatespeech“ mit Finanzierung der deutschen Regierung gerade ohne Erfolg versucht: Kritik und Bitten um Mässigung positiv und empfängersensibel auszudrücken. Wir sagen nicht zu Fremden, dass gleich der Watschenbaum umfallen würde – das sagen wir nur zu Freunden, damit sie wissen, was gleich kommt, und dass sie sich bereit halten sollen. Fremden aber sagen wir, dass bei uns jeder einen frei habe: “Oan hosd frei.“

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Auf der einen Seite drückt unsereins wohlerzogen damit aus, dass wir tolerant sind, und auch einmal zurück stecken. Auf der anderen Seite verzichten wir damit auch auf explizite Drohungen mit grobem Salz und gehackten Sauborsten vor einer Platzpatrone in der Flinte, zu denen wir durchaus befähigt wären. Wir teilen lediglich mit, dass hier nun unsere Toleranz im Rahmen des Zumutbaren vom Gegenüber nunmehr in Anspruch genommen wurde, und wir bis zu diesem Moment selbstredend davon absehen, unsereins Vergeltung zu üben. Die Ausmalung dessen, was käme, sollte dieser Langmut und das vorzügliche Zuvorkommen, dieses humanistische Privileg des Schlucken unsererseits erneut auf die Probe gestellt werden, überlassen wir dem anderen. “Oan hosd frei“ bedeutet, etwas zu sagen, indem wir es nicht sagen. Wir sind nicht unfein wie der andere, wir drücken unser Missbehagen durch Betonung unserer friedliebenden Tugendhaftigkeit und Zurückhaltung positiv aus.

graed

Jetzt werden manche natürlich sagen, dass das Betragen der Bayern seit jeher im Bund der Republik und schon davor als “Odnungszelle Bayern“ in der Weimarer Republik auf gar keinen Fall den Anschein macht, als habe man einen frei, und das innere, erkennbare Kochen des Ministerpräsidenten darauf hinweise, wie gern er der Kanzlerin den Teppich unter den Füssen wegzöge, und manch anderer, auf Bayerisch gesagt, gern ein Haberfeldtreiben veranstalten würde. Ich möchte das an dieser Stelle auch gar nicht bestreiten – so etwas kommt schon einmal vor. Die Sache ist nur: Tatsächlich hatte Preussen schon mal einen frei. Es gab einen Tag, fast genau 150 Jahre ist das her, da haben die Preussen und ihre Verbündeten das Recht in Anspruch genommen, bei uns einen frei zu haben. Das war während des sogenannten Deutschen Krieges, der weitgehend vergessen ist, und allein auf die Schlacht bei Königgrätz reduziert wird.

graee

Dabei passierte damals noch mehr. Bayern gelang es mit einem geschickten Seitenwechsel 1813, auf die Siegerseite der napoleonischen Kriege zu gelangen, und wurde beim Wiener Kongress mit der Erhebung zum Königreich und mit neuen Untertanen in Franken belohnt. In der Folge brachten die Könige all das schöne, frische Geld ihrer Untertanen lieber mit Luxusbauten, Schönheitengalerien, Museumsankäufen, Frau Lola Montez, Freibier und Revolutionen in Griechenland durch, statt sich nochmal dem Militär hinzugeben, von dem man nach all den Schlächtereien wirklich genug hatte. Man baute in meiner dummen, kleinen Heimatstadt eine immens teure und nur für unser Familienvermögen nicht sinnlose Defensivstellung, und kümmerte sich kaum um Themen wie Kanonen oder Gewehre. Das rächte sich 1866, als die Preussen mit dem Mainfeldzug begannen und Bayern überfielen.

graef

Sie kamen dabei ziemlich weit – von Hessen bis in den Raum zwischen Nürnberg und Bayreuth. Man kann sogar sagen, dass Bayern fast ohne Gegenwehr davon gelaufen ist, wenn man den einen, den man frei hat, strapazieren will. Das Kommando der preussischen Truppen war am 31. Juli 1866 in Gräfenberg, woher die Bilder stammen, und hätte, wenn der Feldzug eine Woche länger gedauert hätte, vermutlich ein Drittel des bayerischen Territoriums von Aschaffenburg bis Hof erobert. Das war keine Ruhmesstunde für das Königreich Bayern, dessen Armeen nichts vermochten, und bei uns in der Schule war es so, dass wir zwar formal gelernt haben, wie Bismarck das Deutsche Reich einigte, informell aber sehr genau und jenseits des Lehrplanes erfuhren, mit welchen Methoden, welchen hinterfotzigen, das gelungen ist. Bayern fügte sich damals ins Unvermeidliche, sparte das Blut seiner Söhne, und handelte hier in Gräfenberg in einem Haus, auf dem das alles verzeichnet steht, einen Waffenstillstand aus. Während ganz Frankfurt versklavt und Teil des preussischen Reiches wurde, hat Bayern nur einen paar Grenzregionen im Norden verloren, die die Preussen als Verbindung zu ihren neuen Sklaven im Westen brauchten. 30 Millionen Goldmark mussten die Bayern zahlen, 30 Millionen auch die Frankfurter Bürger: Davon hat man sich am Main bis heute nicht erholt, wo man im Übrigen von Wiesbaden beherrscht wird.

graeg

Bayern kam gedemütigt und mit einem blauen Auge davon. Die Idee, einen Südstaatenbund als Gegengewicht zu Preussen zu gründen, wurde damals verworfen. Aber den bayerisch-preussischen Gegensatz hat es davor nicht gegeben. Man lebte im 18. Jahrhundert gut mit den Hohenzollern in Ansbach und Bayreuth zusammen, man fürchtete die Österreicher eigentlich mehr als Preussen, die als Ketzer sowieso in der Hölle landen würden. Hier, im schönen Gräfenberg, wo alles noch wie früher aussieht und runde Franken unter Linden Bier trinken, das sie selbst brauen, hatten dann die Preussen nach ihrem Überfall den einen frei, den man hier frei hat. Hier haben wir sie kennen gelernt. Hier hätten die Preussen einen noch weiter frei gehabt und Bayern tatsächlich erobern, zerschlagen und frankfurtisieren können. Manchmal gewährt das Schicksal auch dem Abscheulichsten eine grosse Stunde, und er müsste nur zugreifen – offenbar hatten die Preussen hier jedoch genug. Und zogen dann wieder ab.

graeh

Preussen und seine Nachfolgestaaten haben sich übrigens für den Eroberungskrieg nie entschuldigt. Wir nehmen zur Kenntnis, dass Deutschland insgesamt sich sehr wohl für preussische dominierte Kolonialmassaker entschuldigt, die weit über 100 Jahre her sind – die Bierrechnungen von Gräfenberg sind immer noch offen. Es mag sein, dass die Frankfurter ihren Frieden mit der Zeit der Okkupation geschlossen haben, aber in Bayern lebt man mit dem Gefühl, dass die da oben schon einen frei hatten und alles andere, jede weitere “Wir schaffen das“-Wortmeldung, jede weitere fehlende Grenzsicherung, jede weitere Zwangszuweisung von Leuten, die man eigentlich nicht will, zu viel ist.

graei

Deshalb leben wir hier auch in der Überzeugung, von allen Völkern auf dem Erdenrund das friedlichste zu sein. Wir haben den 1866er Krieg nicht angefangen, der über uns gebracht wurde, wir haben in Gräfenberg einen Waffenstillstand unterschrieben und unter Zwang eine preussische Dominanz ertragen, in deren Folge Europa zweimal Ausgangspunkt von Weltkriegen wurde. Es ist müssig zu debattieren, was passiert wäre, wenn es anders gekommen wäre und man den vorrückenden Preussen Noroviren ins Bier gemi, aber zu Gräfenberg haben sie den, den sie frei hatten, für den Rest ihrer unmenschlichen Geschichte aufgebraucht.

graej

Oan hod frei, nochad bin i dro. Heisst der Spruch, wenn er ganz ausgesprochen wird. Seit dem 1. August 1866 fühlt sich Bayern bundespolitisch dran. Und sollte Deutschland dereinst in seine Völker und Landsmannschaften zerfallen: Der Grundstein dafür wurde bei uns in Gräfenberg gelegt, und wenn Berlin bald wieder eine geandreasscheuert wird, dann sind unsere Oberen der festen Überzeugung, dass es sich ledigich um einen Akt der Selbstbehauptung handelt, die auch dem höflichsten, friedliebensten menschenfreundlichsten und angenehmsten Volk erlaubt sein muss, als dessen vorzüglicher Sohn ich mit diesem hochkritisch-historischen Beitrag hoffentlich zur Völkerverständigung beigetragen habe.

Sie können das gern kritisieren, denn einen haben Sie bei mir auch frei.

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277 Lesermeinungen

  1. Wir schaffen das
    …und zwar Sezession jetzt. Alleine oder zusammen mit den anderen Ländern, die den 1. August etwas hervorgehoben haben. Sollens doch schaun, wos bleiben…

    • Titel eingeben
      Das hätte man sich letztes Jahr überlegen müssen. Aber da wurde ja immer nur gedroht. Bayern / Seehofer haben sich lächerlich gemacht mit immer neuen Ultimaten. Königin Angela schweigt, regiert und interessiert sich einen Dreck für die Meinung aus dem provinziellen Süden. Recht hat sie. Es passiert ja doch nichts. Kein Mensch kann die CSU noch ernstnehmen.

    • What is the most resilient parasite? An idea. Resilient... highly contagious.
      Sind halt Bayer. Da fehlt es einfach an Idealen, Überzeugungen, Werten.
      All das benötigt man als Katholik nicht, weil der Herrgott all das regelt. So will der gemeine Bayer einfach nur seine Ruhe, wenns laut wird, einfach nur zurück ins Dorf.
      Ist natürlich keine wirklich Drohung, wenn man wie der Seehofer oder der Don nach Berlin ruft, dass die Bayern dann einfach nicht mehr mitmachen mit all dem, und so, und sich dann ganz, ganz fürchterlich zurückziehen, an den Tegernsee.

      Da erzittert die Merkel irgendwie …nicht.

      Denn wir Preußen haben und erwarten keinen Tegernsee und würden auch an einem solchen keine Ruhe finden. Denn Gott hat uns verstoßen und Paradies ist weder hier auf Erden noch im Jenseits bei 72 Jungfrauen.
      Wir müssen folglich selbst ran, beim konstruieren des Paradies: Kommunismus, Sozialismus, Nationalismus, Faschismus, Kapitalismus, Willkommenskultumismus, etc.

      Das schaffen wir. Da sind wir gut.
      Und der Bayer seit Jahrhunderten nur Zuschauer.

  2. OT; Gnauck schreibt für corrective?
    Oder weshalb über nimmt der einseitig und reißerisch deren Meldung? Und das neue Presseorgan der SPD-Genderista veröffentlicht das dann an prominenter Stelle:
    http://m.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/zwei-eindringlinge-randalieren-14370797.html

    • Naja, das eindringen war jetzt wirklich allerunterste Schublade. Dumm, hirnlos, selbst schuld.

    • Titel eingeben
      Diese Art Aktionismus scheint um sich zu greifen. Da haben sich aber die Wiener Identitären mal sehr viel geschickter angestellt.
      Sie hissten ein Transparent auf dem Burgtheater und betraten drinnen während einer Veranstaltung die Bühne, um eine Proklamation über Heuchelei zu verlesen. Keine über uneingeladenes Erscheinen hinaus gehende Gewalt, wie aus der am nächsten Tag veröffentlichten Polizeimeldung hervorging.
      Diese Meldung war am übernächsten Tag wieder verschwunden.

      Was die Presse und das Establishment aus der Sache machten las sich, als sei die SA einmarschiert. Explizit wurde auch das Hissen des Transparents als Naziterror bezeichnet.
      Die einzige Beschriftung des Transparents war übrigens das Wort „Heuchler“.
      Man sollte die Identitären vermutlich nicht mögen, aber das war ziemlich brillant.

    • Also, wer den Ukraine-Konflikt von Anfang an mitverfolgt hat,...
      kennt den Bürgerkriegstouristen und Söldnerdarsteller Graham Phillips schon länger.

      Nachdem der Konflikt mittlerweile etwas abgekühlt ist und sein Busenfreund Strelkov ihm auch keine Gesellschaft mehr leistet, ist’s ihm dort anscheinend etwas langweilig geworden.

      Da hat er sich wohl entschlossen, dem Ansehen seines Lieblingsdespoten in Mitteleuropa etwas auf die Sprünge zu helfen.

    • ot again
      Danke für den Seeman tweet.
      Danke, danke, danke. made my night :DD

    • Titel eingeben
      Wichtig:
      Identitäre sind Nazis.
      Mindestens, wie die anderen Gegner der aa´s Rechtsextrem.

      Muß man IMMER sagen. macht sogar der dicke fefe (war das jetzt hatespeech? ich bingrad auch ein bisschen moppelig. noch…).

    • Muss ich jetzt auch „Goebbels (NAZI)“ schreiben?

    • @ perkeo
      es geht mir nicht um die person graham sondern um die Darstellung des Vorfalles im NICHT-Rotzmedium FAZ durch Gnauck. 1zu1 corrective speech, quasi Pressemeldung durch c.. Schwach.

  3. ......
    Ich persönlich halte ja recht viel von den Bayern wie auch von den Preussen (obwohl ich Österreicher bin), die mit dem in Verbindung zu bringen was da heute aus Berlin erschallt halte ich schon für irgendwie vermessen.
    Konnte der alte Friedrich oder Bismarck ja nicht ahnen das irgendwann mal so eine FDJ-Tante durchdreht und sich Deutschland (samt Rest-Preussen) unter den Nagel reisst.
    Ein Bekannter meinte mal die Merkel sei Honeckers späte Rache an der BRD und das scheint mir schon eher den Tatsachen zu entsprechen als das ganze was heute passiert den ehrbaren Geschlechtern östlich der Oder-Neiße anzulasten.
    Ich würde ja zu gerne hören was der alte Sozialistenfresser Bismarck zur Bundesmutti zu sagen hätte.

    Es ist in meinen Augen immer einer der grossen Fehler gewesen das die einzigen brauchbaren drei Teile Deutschlands, nämlich Bayern, Österreich und Preussen sich nicht einige werden konnten. Der Rest vom schönen Germania teilt sich doch nur ein in Weinkeller und Norddeutsches Entwicklungsland.

    • Deshalb sollte man sich ja auch vorher überlegen, wie man das Land nachher aufteilt. Aber Berlin bekommt der Russe.

    • Berlin will keiner, auch nicht geschenkt,
      …da es nicht mehr sanierungsfaehig ist, auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene.

      Moeglicherweise wuerden die Russen es doch nehmen, um darauf einen WKII-Vergnuegungspark anzulegen.

      Die Befreiung Berlins wird nachgestellt. Fuer Extraasche kann man mit VR-Brille im Gameraum Szenen nachspielen…

    • Gut so
      „Berlin bekommt der Russe.“
      .
      Mich (Bioberliner) hat er schon, …resp. meine liebe, treue, intelligente Gattin, die aus St.Petersburg kommt.
      Und das ist auch gut so.

    • Titel eingeben
      Schön, ich komme aus dem badischen Weinkeller! Gerne!

    • Ziemliche Frechhiet der letzte Satz...
      Die Badener und die Schwaben gehören wahrlich zum brauchbaren Teil von Germania. Und nur damit sie es wissen: In Schwaben hat man keinen frei.

      Abgesehen von dem Gefreiten, den ihr uns vor geraumer Zeit rüber geschickt habt (und an dessen nicht-Abweisung Bayern mit Schuld ist!), wollte auch bislang niemand wirklich die österreicher dabei haben.

      Wobei man euch lassen muss, dass ihre es in dieser Krise überraschend schnell verstanden habt, im Gegensatz zu Madame Merkel.

    • Preussen Bayern...und was?
      Ich lebe im Weinkeller(land), von wo man einen Blick von draussen werfen kann. Was hat Austria in dieser Koalition zu suchen? Seit R. Musil ist nichts mehr von Belang daher gekommen.

  4. Gut gebrüllt, Löwe!
    Na da schau her, der Herr Alphonso hat wieder einen Text geschrieben, einen gepfefferten, darob die in Berlin gleich das Weinen anfangen möchten, wenn sie ihn denn lesen täten, den Text, den damischen. Man hat sich gleich wieder gefühlt beim Lesen, wie wenn der gute König Kini wieder zum Leben erwacht wäre, Gott hab ihn selig.
    Aber leider haben wir ja keinen König mehr, sondern nur noch einen Hofer, nein, den haben die Österreicher, dem Himmel sei Dank, sondern wir haben nur noch einen Seehofer und der hat ja schon so oft gesagt, dass Berlin einen frei hat und noch einen und noch einen und noch…
    Jesses, jedenfalls hab ich da schon vollkommen die Übersicht verloren, und fürchte mich jetzt vor den Preußen mehr als vor den Österreichern, denn die Preußen sind ja nicht mehr ganz dicht, aber die Österreicher schon, jedenfalls ihre Grenzen, dem Himmel seis gepfiffen und getrommelt.
    Jedenfalls muss jetzt mal eine Ruh sein mit denen da in Berlin oder wie man den Sumpf nennt, weil sonst kommt hoffentlich der Kini doch noch wieder, wie der Barbarossa aus dem Kyffhäuser, nur haben sie dann nichts zu lachen in Berlin. Der hätte ihnen schon gesagt, dass eine Dame aus einem Landstrich, in der nichts Gescheites wächst, nicht zum Staatsoberhaupt taugt. Aber dass merke(l)n die schon noch selbst, die damischen Preußen, die damischen.

  5. Titel eingeben
    Als geborener Berliner haben mir erst die Bayern beigebracht, „daß i a Preiß bi“.
    Baßd scho!

  6. Die Nassauer auch!
    Sehr geehrter Don,
    ich höre da einen negativen Beiklang über „Wiesbaden“, das wegen den Preussen über Frankfurt herrsche – nur fürs Protokoll, Wiesbaden als Hauptstadt von Nassau wurde von den Preußen ebenfalls erobert – und die Naussauer sind mit ihren drei Kanonen gegen die Eroberer aus dem Norden noch ins Feld gezogen! „Südhessen“ oder besser das Rhein-Main-Gebiet bitte nicht mit Dunkel- und Waldhessen jenseits des Limes verwechseln.

    • Sehe ich da eine weitere Bruchlinie im vielvölkerstaat deutschland und hätten Sie lust, sich unserem Separatismus anzuschliessen? Über die Zerschlagung Frankfurts könnte man sich einigen.

    • Titel eingeben
      Offenbach muss weg!

    • HATESPEECH!

    • Es ist nicht Bayern...es ist der Limes!
      Frankfurt zerschlagen?
      Sehr geehrter Herr Don,

      Ihren bayrischen Patriotismus in allen Ehren – aber diese Grenze: Preußen-richtige Menschen – ist keine bayrische – es ist der Limes, und das seit 2000 Jahren.
      Und Frankfurt zerschlagen? was sollte das heissen? Die ehemals Freie Reichsstadt? Von den Preussen vergewaltigt und erobert? Ich bitte Sie.

    • Der Main bietet sich halt als Grenze an und am Südufer sind Museen, deren Schätze man nach München bringen könnte.

    • Die Hannoveraner gab es auch!
      Lieber Don, leider erwähnen Sie nicht die Hannoveraner, die als Einzige erfolgreich die Preussen in der Schlacht von Langensalza besiegt haben. Sie warteten „erfolglos“ auf ihre nähernden bayerischen Verbündeten, auf Munition, Nachschub und Verstärkung – sie verloren den Krieg und gingen nach Österreich ins Exil. Die eroberte (geklaute) welfische Staatskasse finanzierte anscheinend ein paar Bauprojekte in Bayern (Franken – Bayreuth?) – wieder hatten die Bayern geschickt das Fortune gewendet. So oder so, die Preussen hätten im Osten, in Königsberg bleiben sollen….

    • Frankfurt
      Als staufersche Gründung sollte Frankfurt von Stuttgart aus regiert werden.

    • .
      Wer die Museen will, muss auch Sachsenhausen nehmen, außer er beschränkt sich darauf, Raubkunst abzutransportieren. Ansonsten verläuft die innerhessische Sprachgrenze, die zwei Kulturen und zwei Mentalitäten trennt, tatsächlich deutlich weiter nördlich.

    • trippmadam, nur der Vollständigkeit wegen: stimmt!
      In Nordhessen geboren und aufgewachsen möchte ich das gerne bestätigen: Es gibt im Grunde keine ‚Hessen‘. In Nordhessen wird auch kein (hessischer) Dialekt gesprochen, so wie man ihn von Heinz Schenk und Lia Wöhr kennt. Und dort hat man’s nicht mit Äbbelwoi.
      Tatsächlich wird so ab irgendwo nördlich von Giessen oder Marburg Deutsch weder mit süd- noch norddeutschem Einschlag gesprochen, und viele fühlen sich dem Norden oder westen Deutschlands näher.

      Mich wundert, dass noch kein Frankfurter sich gerührt hat zu diesem Thema. Und noch mehr, weil eigentlich, also, Frankfurt ungefähr – für hessische Verhältnisse – so beliebt ist wie Berlin in Deutschland.
      In a nutshell: ich glaube, man müsste es verschenken, um es loszuwerden.

  7. Titel eingeben
    grod schee wars wieda, Ihren Text zu lesen.
    Aber mit´m Radl warns net in Gräfenberg, oder?

  8. Ähem
    Die Erhebung zum Königreich erfolgte schon vor dem Wiener Kongress und wurde von Napoleon bewilligt. Ansonsten netter Artikel über eine generell vernachlässigte Zeit, vernachlässigt, weil sie halt nix für die-Deutschen-sind-unser-Unglück-Welcome-Schreierei hergibt.

    • Genauer!
      Die Königskrone war das Weihnachtsgeschenk, das Napoleon Kurfürst Maximilian Josef zum Dank für geleistete Dienste u. a. gegen Preußen am 26. Dezember 1805 mit dem Friedensvertrag von Preßburg aufs Haupt gedrückt hat. Die bayrischen Könige waren also keineswegs solche von Gottes Gnaden, sondern nur solche der B-Klasse, wie man sie damals bei Napoleon kaufen konnte.

    • weil sie halt nix für die-Deutschen-sind-unser-Unglück-Welcome-Schreierei hergibt.
      Da sind Sie ziemlich auf dem Holzweg.

      Der Grund, weshalb diese Epoche so vernachlässigt ist, liegt schon an den Deutschen und deren Geschichtsverständnis selbst. Nicht, dass noch jemand auf den Gedanken kommt, die Urkatastrophe sei nicht der 2.WK, der 1. WK, sondern am Ende die Konstituierung einer sog. deutschen Nation als solche…

    • Urkatastrophe
      als „Urkatastrophe“ werden künftige Generationen wohl eher die Merkelei und das Jahr 2015 mit 1,5-2 Mio. bereichernden und faktisch nicht mehr rausschmeissbaren Fachkräften in Erinnerung behalten.

      Und wer sich den Namen bayerischer Herzöge aus dem 6./7. JH gibt, sollte an sich wissen, dass es die deutschen Stämme, die man zB an der Ruhmeshalle eingemeißelt sieht, schon seit etwa dieser Zeit gibt. Der „Berliner“ ist allerdings eine neue Entwicklung ….

  9. Ist das jetzt schon hate speech?
    Oder ist preußenbezogene Menschenfeindlichkeit das Gebot der Stunde? Anetta, übernehmen Sie!

  10. I woas ned
    Deutscher Nationalismus und bayrischer Patriotismus haben sich lange gut vertragen. Mein Urgrossvater – u.a. Universitätspräsident, echter Geheimrat unter Ludwig III., ausgewiesener Monarchist und Mitbegründer der BVP nach dem ersten Weltkrieg – wäre nie auf die Idee gekommen den deutschen Nationalstaat als ein erweitertes Preussen abzuschreiben. Ganz im Gegenteil, war er in seinen Schriften und Reden immer ein Verfechter eines föderalen, deutschen Gesamtstaats. Der bayrische Patriotismus den sie hier anmahnen macht es sich da zu leicht. Als ich wieder mal zu Besuch in Bayern war, fielen mir und v.a. meiner jüdischen Frau sehr unangenehm auf, dass in einem Gashof im Oberland eine Ehrentafel für Veteranen aus dem 2. Weltkrieg hing, die ehemalige Wehrmachtsangehörige zu „Helden“ verklärte. Natürlich kann man sagen, dass Oberbayern weniger braun war als das „rote“ Preussen, aber aus unserer gesamtdeutschen Geschichte können wir Bayern uns nicht herausreden.

    • Bayern war meistens auf seine eigene Art unangenehm schwarz statt braun. Das mit den Gefallenen und dem Gedenken – dazu werde ich eh bald was schreiben.

    • Nix für unguad!
      Schwarz ist nicht gleich braun, aber auch in Bayern hat es sehr viele Braune gegeben und es ist eine Sache der Gefallenen des 2. Weltkriegs zu gedenken und eine andere die Heimkehrer zu „Helden“ zu machen. Sowas sollte man 2016 wirklich abhängen, denn es ist statistisch sehr wahrscheinlich, dass unter den 30 oder 40 Porträtierten mindestens ein paar an Kriegsverbrechen beteiligt waren.

      Ich bin auch ein bayerischer Patriot, aber nur weil die Nazis in Oberbayern nie eine Mehrheit geholt haben kann man zumindest den zweiten Weltkrieg nicht den Preussen in die Schuhe schieben.

    • Ich habe letzthin mit einem von 12 Überlebenden des 110 jungen umfassenden Abschlussjahres 1943 geredet. Er hat ganz nüchtern erzählt, dass sie nach dem Krieg Klassentreffen machten, und von den 110 sind nach 1945 65 am Leben gewesen. 45 sind gefallen, vermisst, in der Gefangenschaft gestorben.

      Was soll ich einem, der bei der Machtergreifung 8 Jahre alt war und von der Schulbank weg in den Krieg musste, darauf antworten?

      Ich habe lange nachgedacht und keine Antwort gefunden.

    • Bayerischer Patriotismus vs Deutschtümelei
      Ich denke, Sie haben recht, wenn Sie verdeutlichen, dass viele Bayern auch oft Deutschnationale waren – so wie sie heute auch vielfach in der CSU, also Nachfolgepartei der BVP, zu finden sind.
      Bayern, die auch heute – nicht selten aus Opportunismus – mal ihre deutsche, mal ihre bayerische Seite hochleben lassen.

      Aber es gab und gibt auch Bayern, die immer schon die Idee des Fortbestand der Eigenstaatlichkeit Bayerns – wie es sie ja bis 1870 gab – im Herzen trugen und die Hinwendung zu einem dt. Nationalstaat (insbesondere unter preußischer Hegemonie) kategorisch ablehnten.
      Bayern, die wissen, dass das ehemalige Herzogtum, spätere Kurfürstentum und noch spätere Königreich ein ganz besonderer Schatz im Herzen Europas ist und immer war; die wissen, dass Frankreich nicht unser Erbfeind, sondern stets unser Beschützer und natürlicher Bündnispartner war. Und die vor allem wissen, dass die Geschichte ab 1870 keine Erfolgsgeschichte, sondern ein Trauerspiel war!

  11. Seit langem nicht mehr so gelacht,
    wie beim Lesen der Twitter-Beiträge zu den #nohatespeech-Aktivitäten.

    Ansonsten schlage ich vor, wir lassen mal das Gezeter über angebliche „Preussen“. Meist weiss man hier im tiefen Süden (M) nicht einmal, dass z. B. die Hamburger, Schleswig-Holsteiner, Sachsen, Thüringer und Mecklenburger genausowenig „Preussen“ sind, wie die Bayern, und dass die meisten Gegenden der heutigen Bundesrepublik (außer Brandenburg und Teilen von Sachsen-Anhalt) nur verhältnismäßig kurz von Preussen annektiert waren (so wie die fränkischen Territorien von Bayern). In manchen Gegenden des heutigen NRW z.B. (Bistümer Köln und Münster) und sogar in Niedersachsen (Osnabrück, Oldenburger Münsterland) herrschten ja vor den Napoleonischen Kriegen immer wieder irgendwelche Abkömmlinge der Wittelsbacher …

    Aber von hier (M) aus gesehen ist halt nördlich des Mains „Preussen“ – so wie für einen echten Hamburger Hanseaten in Harburg der „Balkan“ anfängt :-))

    (Übrigens wurde ich heute in München nahe beim Königsplatz wieder einmal daran erinnert, in welcher „Hauptstadt“ die ganze braune „Bewegung“ ihren Anfang genommen hat, und das war nicht in „Preussen“ … ach, das ist so traurig – „passons“, wie man in Frankreich sagt.)

    Zugegeben: wenn man sein Auskommen hat, lebt sichs gegenwärtig trotz hoher Preise in München und Umgebung (Tegernsee) im allgemeinen ein bissel bequemer als fast überall anderswo,und die „konservative“ Verwaltung hier funktioniert i.allg. besser als in Kreuzberg-Friedrichshain, was aber noch keine Kunst ist. Aber auch das kann sich wieder ändern …

    Diese kleinlichen Zänkereien erklären am Ende nichts – wir können natürlich gerne in der Geschichte herumstochern: wie sich Ludwig II. von Bismarck den Schneid abkaufen ließ, was Maximilian I. so alles im 30-jährigen Krieg getrieben hat – am Ende landen wir bei Guelfen und Ghibellinen in Italien, und in Deutschland bei Heinrich dem Löwen und Heinrich II. von Bayern, genannt der Zänker.

    Was natülich hochinteressante Gesprächsgegenstände eröffnen würde, die aber mit dem Motto am Anfang eher weniger zu tun hätten.

    Danke für die wie immer schönen und freundlichen Bilder.

    • Gern geschehen.

    • maciste grüßt den thomsen
      sie haben recht, indes sind die deutschen politisch über den investiturstreit nie hinausgekommen.
      battle on. maciste

    • wir können natürlich gerne in der Geschichte herumstochern
      Es wird viel in der Geschichte gestochert, allerdings fast immer in die gleichen Wunden.
      Mit „kleinlichen Zänkereien“ hat es jedoch nichts zu tun, wenn man auch Vorgänge reflektiert, die kurz vor Beginn des 1. WK passiert sind und in hohem Maße mitverantworlich sind für das, was danach passieren sollte.

      Über die Veranwortung „Preußens“ brauchen wir dabei nicht zu debattieren, ist es doch Preußen – nicht Bayern – das verdientermaßen von der Landkarte (aus guten Gründen) verschwunden ist. Da hilft´s auch nicht, dass Hitler Österreicher war und in Bayern seine Karriere begonnen hat…

    • @ Tassilo 4. August 2016 um 17:55 Uhr: "verdientermaßen"
      Seit wann ist die geographische Lage ein „Verdienst“ eines Landes?
      Bayern konnte 1945 froh sein, dass es in der -damals noch- südsüdwestlichen Eckes des damaligen deutschen Reiches lag, und deshalb in die amerikanische Zone kam. Davon hat das Land in der Nachkriegszeit nicht zuletzt wirtschaftlich sehr profitiert („preussische“ Großbetriebe sind nach Bayern umgesiedelt). Mecklenburg und Sachsen – keine Preussen! – hatten weniger Glück, da sie etwas östlicher lagen. Und Ostpreussen, Pommern und das einst jahrhundertlang habsburgische Schlesien hatten überhaupt kein Glück. Sie lagen ganz einfach zu weit östlich.

      Aber so ist der Mensch: wenns ihm gut geht, der streicht er sich den Bauch und sagt: „Alles mein Verdienst“ – und wenns ihm schlecht geht, sucht er dafür einen Schuldigen.

    • Don Alphonso 4. August 2016 um 18:48 Uhr : 30 Mio Goldmark
      Ich würds mit dem Schaden bei der Zerstörung Magdeburgs durch die Truppen der von Bayern geführten „Liga“ (Maximilian, Tilly, Pappenheim) verrechnen … Wenn wir aber alle offenen Rechnungen der letzten Jahrhunderte durchgehen wollen …

      Aus Wikipedia, Stichwort „Pappenheim“:
      „Dann das Pappenheimische Volck / wie auch die Wallonen / so am aller Unchristlichen ärger als Türcken gewütet / keinem leichtlich Quartier gegeben / sondern haben mit nidergehawen / beydes der Weiber und kleinen Kinder / auch schwanger Weiber in Häusern und Kirchen / ingleichen an Geistlichen Personen also tyrranisiret und gewütet / dz auch viel von dem andern Tyllischen Volck selber ein Abschew darvor gehabt.“

      – Theatrum Europaeum, Bd. 2, Tafel 1631, S. 368
      In Magdeburg – im Mittelalter unter den Ottonen einst ein Zentrum des deutschen Königreichs – sollen damals ca 20.000 Menschen oder mehr ums Leben gekommen sein.

    • Das war ein Missgeschick, das zählt nicht! Ausserdem waren da die Habsburger die Hautverantwortlichen.


    • Die Habsburger, die Habsburger!
      Das mein ich mit Windschattenfahren: bloß nie selber eine Verantwortung übernehmen, es immer nur nachträglich anderen in die Schuhe schieben.

    • Don Alphonso 4. August 2016 um 21:52 Uhr Das war ein Missgeschick, das zählt nicht!
      „… Ausserdem waren da die Habsburger die Hautverantwortlichen.°
      Nebbich. Wallensteins Habsburger -Heer war damals vor Magdeburg nicht dabei. Das war die von Maximilan von Bayern gegen die Protestanten organisierte und geführt katholische Liga unter dem Feldherren Tilly, Haupt-Aktivist war dabei der Liga-General Pappenheim.

      Aber was solls, ich habe den Einwurf durchaus als ironisch verstanden. :-)

  12. Herrlich!
    Werter Don Alphonso!
    Danke für diese wunderbare Geschichtsstunde.
    Eigentlich hätten Sie hierfür einen bayerischen Verdienstorden verdient!
    Aber vielleicht könnten Sie nochmal etwas weiterrecherchieren: Angeblich soll ja Churchill schon auf der Konferenz von Teheran vorgeschlagen haben, Deutschland von Nord nach Süd zu teilen, weil die aggressiven Preußen härter bestraft gehören, als der Süden. Leider kam es dann anders.

    • maciste grüßt cinderella01
      habe ich auch gelesen, wobei anzumerken ist, daß die angelsächsischen mächte mehrere seltsame ideen und teilungskonzepte zur niederhaltung deutschlands und der deutschen entwarfen, die sich sämtlich durch krude geschichtsvergessenheit und politische unkenntnis auszeichneten (solchelei mängel belasteten ja bereits die vertragswerke infolge des I. wk). einzig stalin hatte ein klares und realistisches politisches und ökonomisches konzept vorzuweisen – und ich scheue mich nicht mit ihren worten zu behaupten: „leider kam es dann anders“.
      battle on.

    • Titel eingeben
      Die Preußen haben die Höchstrafe erhalten, nämlich die Auflösung des Staates Preußen.

    • Wo sind dann unsere 30 Millionen Goldmark und warum zahlen wir noch Bundesfinanzausgleich an die Nachfolgestaaten?


    • Bundesfinanzausgleich hat Bayern von 49 bis mindestens 80 erhalten.
      Übertreibts mal nicht mit dem Windschattenfahren.

  13. “Oan hosd frei.“
    Lieber Don Alphonso,

    Sommer ist, in Bayern zeigt sich der blau, weiße Himmel und so könnte man bei Ihren, schön gefärbten Zeilen durchaus zum Schluß kommen, daß Sie uns hier das Blaue vom Himmel erzählen, um den Leser von der alltäglichen Realität abzulenken.

    So gesehen eigentlich ein schöner Versuch von Ihnen. Doch bei Ihrem Satz: „Zumindest in den besseren Kreisen, aber andere gibt es am Tegernsee ohnehin nicht,…“ da haben Sie doch etwas zu dick aufgetragen.

    Vor wenigen Tagen war auf der Webseite der „Tegernseerstimme“ für jedermann zu lesen:

    „Zudem sind die Asylbewerber permanent unter Beaufsichtigung von Sicherheitsleuten oder Polizisten.“ wie auch „Das Landratsamt Miesbach setzt in den größeren Unterkünften ständig, in 24-Stunden- Schichten, einen Sicherheitsdienst ein.“

    Da sieht man ja doch wieder den kleinen Unterschied zwischen der bayerischen und der Bundespolitik.

    Da predigt der Herr Thomas de Maizière Land auf, Land ab unentwegt, daß es einem schon wieder aus den Ohren herausschmalzt, daß man die Islamis nur ja nicht unter Generalverdacht stellen darf und was machen die Bayern am Tegernsee?

    Die Tegernseer Islamis stehen „permanent unter Beaufsichtigung von Sicherheitsleuten oder Polizisten.“ und in 24 Stunden Schichten haben Sicherheitsleute ein Auge auf die Islamis, so die „Tegernseerstimme“

    Na, wenn das kein Generalverdacht ist. Also, was können wir Auslandbayern daraus lernen?

    Ganz einfach, normale, also so ganz normale Bayern dürfen solche Islamis, auch denen am Tegernsee, auf keinen Fall mit Mißtrauen und einem Generalverdacht begegnen!

    Oder wie Assaf Gavron in seinem Artikel „Was können wir von Israel lernen“ sagt:
    „Treten Sie den wenigen, die die Gesellschaft terrorisieren, geschlossen entgegen und überlassen Sie es den Sicherheitskräften, sich um diese Leute zu kümmern – das ist ihr Job. Umarmen Sie die große Mehrheit derer, die nur in Frieden leben und dazugehören wollen.“

    Die bayerische Politik, Polizei und die besseren Kreise am Tegernsee haben offenbar schon so einen, wie ich meine berechtigten, Generalverdacht, sonst müßten sie ja nicht diese, inmitten der besseren Kreise sitzenden Islamis rund um die Uhr bewachen.

    Ihre liebliche Bayerngeschichte findet sicher große Zustimmung in der FAZ Redaktion und rührt ja so a bisser´l an wie beim Ludwig Thoma, doch Bayern heute ist Olympia Einkaufszentrum, Ansbach und der Irre mit der Axt im Regionalzug bei Würzburg.

    Ich sehe Sie ja mehr so als „cavalier servente“ mit bayerischer Empfindsamkeit und wortreicher Tugend, doch bei Ihrem heutigen Geschichter´l kam mir dann doch die eigentlich recht häßliche Bemerkung, welche ich vor einigen Tagen lesen mußte in den Sinn: „Der FAZ-Blogger „Don Alphonso“, ein kleiner Szenestar des feuilletonistischen Herrenwitzes,…!“ (Aber ich habs auch ganz schnell wieder vergessen – nix für ungut)

    Ich meine schon auch beobachten zu können, daß das Mitgefühl in Bayern etwas abgestumpft ist, jetzt so nach den Morden und Terroranschlägen im blauweißen Bayernland, wie im Rest der Republik.

    Am 17.10.2015 schrieb die FAZ „Tausende Berliner formen Lichterkette für Flüchtlinge.“

    Ja, wo waren jetzt die Lichterketten zum Gedenken an die Opfer vom Olympia Einkaufszentrum von München usw. ?

    Man muß ja nicht gleich mit Martin Luther kommen als dieser zum Krieg und zum „Morden“ der türkischen Kriegsgegner aufrief – Korangläubige seien nicht wert, „Menschen“ zu heißen
    „… weil die Christen … ein jeglicher von seiner Obrigkeit, zum Streit wider die Türken gefordert und berufen werden, sollen sie tun als die treuen und gehorsamen Untertanen (wie sie denn gewisslich tun, so sie rechte Christen sind) und mit Freuden die Faust regen und getrost dreinschlagen, morden, rauben und Schaden tun so viel sie immer mögen, weil [= solange] sie eine Ader regen können … werden sie darüber erschlagen, wohlan, so sind sie nicht allein Christen, sondern auch gehorsame, treue Untertanen gewesen, die Leib und Gut in Gottes Gehorsam bei ihren Oberherrn zugesetzt haben. Selig und heilig sind sie ewiglich …“
    Heerpredigt wider den Türken. (1529)

    Zum Glück ist Bayern ja katholisch.

    Aber eine Lichterkette für die Opfer des islamischen Terrors in Bayern ? Oder nur a Kerzer´l ?

    Aber wie Sie ja sagen: “Oan hosd frei.“

    Ob das die Bayern, die besseren Kreise am Tegernsee, heute den Islamis, in den rund um die Uhr bewachten, Willkommenslagern auch sagen ?

    “Oan hosd frei.“ Aber vielleicht gibt´s in Bayern heute auch Stimmen die sagen: Nix hosd mer frei, Islami.

    Na ja, jedenfalls führten Ihre heutigen Zeilen sicher zu einem kurzfristigen Aufatmen in der Feuilletonredaktion.

    Mit herzlichem Gruß

    ObjectBe (Auslandsbayerin) – (objectbe.blogspot.com)

    • Ein bisschen Hintergrundwissen schadet nie
      Liebe ObjectBe,
      in München gab es zwar keine Lichterketten, aber doch jede Menge Blumen und Kerzen und stilles Gedenken vor dem Olympia-Einkaufszentrum (und dabei handelte es sich in München ja nicht um islamischen Terror, sondern um einen Amoklauf). Die Beaufsichtigung von „Islamis“ am Tegernsee dient wohl eher dem Schutz DER Asylbewerber als dem Schutz VOR DEN Asylbewerbern. Es gab ja schon den ein oder anderen Anschlag auf ein Asylbewerberheim – mehr als andersherum. Zu Luthers übler Hasspredigt ist aber auch anzuführen in welchem historischen Kontext sie erdacht wurde: 1521 erorberten die Osmanen Belgrad, nach der Schlacht von Mohacs 1526, bei der praktisch die gesamte ungarische Oberschicht ausgelöscht wurde, auch Ungarn, 1529 standen die Osmanen das erste Mal vor Wien. Nachdem die Osmanen 1526 nicht gerade zimperlich mit den Ungarn umgegangen waren (100.000 Ungarn wurden versklavt, die Gegend rund um das Schlachtfeld niedergebrannt und die Bauern wie auch die Gefangenen ermordet), ist eine solche Predigt Luthers, der zur Landesverteidigung aufruft und nach damals klassischer Art den Feind nicht schont, fast schon zu erwarten.

    • wg. vermuteter Erleichterung im Feuilleton u wg. den Türken u Luther
      Liebe Auslandsbayerin,
      es gibt Leute, die, wenn sie schlafen, unvermittelt tiefe Seufzer tun – sowas könnte ich mir im Falle des Feuilletons gut vorstellen, wenn Sie das vielleicht gemeint haben: Dass sich das da heute wieder zugetragen hat.
      Da Sie den Luther so gut getroffen haben, interessiert Sie vielleicht auch dieser da – ein witziger Mann übrigens, der selbst der virulenten fränkischen Hexenpanik geistig gewachsen war:

      Johannes Brenz

      „Wie sich Prediger vnd Leyen halten sollen, so der Turck das deutsche land vberfalle(n) werde, Christliche vnd notturfftige vnterricht.“

      Wittenberg, Georg Rhau 1531. Mit Holzschnitt-Titelbordüre des Monogrammisten AW. Seltene erste Ausgabe von Brenz berühmtem Türkenbüchlein . Brenz verfasste diese Schrift zur Türkengefahr unter dem unmittelbaren Eindruck der Belagerung Wiens; so waren in St. Michael aus diesem Anlass bereits Bußgottesdienste eingeführt worden.

  14. Der Link zum "Terofals Schlierseer Bauerntheater" ist inaktiv
    Sehr geehrter Don,

    siehe Betreff. Gütiger Bayrischer Löwe, Preißn ist von den Allierten aufgelöst. Wer soll sich nun entschuldigen. Hm.

    Die Leserdiskussion auf den Meisnerartikel, den Sie bei Twitter erwähnten (allein die Posse, wann der Persilschein, dem ja alles widerspricht, was andere gründlicher berichtet haben – sie hat ja sich wohl fleißig über all und jeden geäußert, mit hohem Belastungseifer, wie es im Fachwort heißt) ist interessant. Da prallen Welten aufeinander.

    Ein sich als links Verstehender (den Links stand für die meisten Linken immer vor allem aus Befreiung, auch von Bevormundung) Kommentator, versucht zu kontern, ohne offenbar (die Art der Meinungsfreiheit im GG wohl nicht zufällig aus der dortigen Abwägung herauslassend) zu schnallen, wessen er in der Grafik die Rede spricht ehe er später auch die IM-Sache zu relativieren können meint:

    „southcross
    03.08.2016, 20:36 Uhr
    Hmmja. Allen die sich nun hier über die Stiftung mokieren und den Unterschied zwischen Hass und Meinungsfreiheit nicht raffen, sei dieser Comic empfohlen

    Und tschüss. Der Ausgang ist vorne rechts…“

    Die verlinkte Grafik muss man gesehen haben: https://pbs.twimg.com/media/CneZMz0XYAAAyLP.jpg

    Tja, so lange man sich nicht betroffen sieht.

    Das ist echt toll: Diese wähnen sich irgendwie an der Macht (die sie vor allem benutzen andere mit Repression zu überziehen, toller Dienst an der linken Sache ) und setzen Regierungspolitik um. Naja, wenns es fürs Gute und Schöne und Wahre ist ;).

    Zu der IM-Sache schreibt: Die Berichte von Aktensichtungen zeigen übrigens, dass sie über alle und jeden gründlich herzog und berichtete (hatten wohl nicht alle solchen Belastungseifer – kann es ja sagen: Das ließ sich auch verhindern). Nun der Verteidiger, der dieses gruselige Comic in der vorigen Email hatte in einer Antwort auf diesen Leser:
    „Kurz danach veröffentlichte die Stiftung ein Gutachten des Stasi-Forschers Helmut Müller-Enbergs, laut dem es keine Anhaltspunkte dafür gibt, dass Kahane im Rahmen ihrer inoffiziellen Stasi-Tätigkeit von 1974 bis 1982 Dritten Nachteile zugefügt hat.
    Irgendwie kann ich nicht glauben, daß jemand über 8 Jahre eine IM-Tätigkeit innehatte und niemandem dabei geschadet hat.
    1. southcross
    03.08.2016, 20:32 Uhr
    Antwort auf den Beitrag von armin_ulrich 03.08.2016, 18:50 Uhr
    Sie meinen also da muss was sein? Weil nicht sein kann, was nicht sein darf? Immerhin 8 Jahre und keinem geschadet…

    Warum zerbrechen Sie sich den Kopf, über etwas was Sie selber nicht wissen? „

    So geht Verblendung.

    Er meint wohl: Das kann ja gar nicht anders sein.

    Der Bundesjustizminister assistiert amtlich:

    http://www.bmjv.de/SharedDocs/Interviews/DE/2016/Namensartikel/01052016_DRiZ_HetzeImNetz.html
    Klar, gehörte etliches gestoppt, wofür das Strafrecht an sich reicht.
    Das Problem ist, wer bestimmt, was diskutabel ist und was nicht.
    „Wir sind damit Schrittmacher in Europa, denn auch die anderen EU-Mitgliedsstaaten und
    die Kommission haben inzwischen erkannt, wie gefährlich die sprachliche Verrohung im Netz für unsere demokratische Streitkultur ist.“

    Eben Weltmeister in allem.

    Es lässt sich aber dabei viel von China, den Nordkoreanern oder den Russen lernen.

    Aber es geht noch tiefer:

    „• frieke
    03.08.2016, 20:34 Uhr
    Antwort auf den Beitrag von armin_ulrich 03.08.2016, 17:34 Uhr
    Etwas spät, aber gerne doch.
    1. Dresden war keineswegs „militärisch unbedeutend“. Es war das größte der noch intakten Verwaltungszentren Nazideutschlands, beherbergte eine Offiziersschule und diente als Logistikknotenpunkt für die (südliche) Ostfront.
    2. Das Kriegsende war abzusehen, jedoch leistete die Wehrmacht weiterhin fanatischen Widerstand. Keine zwei Monate zuvor waren die Westalliierten zwischenzeitlich in ernste Bedrängnis geraten, während der Ardennenoffensive. Ein Boxer hört auch nicht auf, zuzuschlagen, solange der Gegner noch steht und seinerseits Hiebe verteilt.
    3. Die herausragende Bedeutung Dresdens im Opferdiskurs ist faktisch nicht zu halten, von der kunsthistorischen Seite einmal abgesehen. In Hamburg, Pforzheim und anderen Städten gab es auch bei Einzelangriffen höhere Opferzahlen, von den von deutschen bombardierten Städten ganz zu schweigen. Allein die Bombardierung Stalingrads durch die 4. Luftlotte am 23./24.8.1942 kostete fast doppelt so vielen Menschen das Leben.
    4. Dresden war, ebensowenig wie jede andere Stadt in Deutschland, „unschuldig“. In Dresden fanden der erste Judenboykott ebenso statt wie die erste Bücherverbrennung in Nazideutschland.
    5. Präzisionsbombardements waren zur damaligen Zeit schlicht nicht möglich. Die Alliierten hatten die Wahl, den Bombenkrieg entweder komplett einzustellen, oder ihn so zu führen, wie sie es eben taten. Eine Einstellung wäre weder innen- noch bündnispolitisch vertretbar gewesen, erst recht gegenüber einem Gegner, der zig Male bewiesen hatte, auf Völkerrecht und Zivilbevölkerung keinerlei Rücksicht zu nehmen.

    6. Deutschland hätte sich die Zerstörung Dresdens und zahlreicher anderer Städte recht einfach ersparen können: durch eine sehr viel frühere Kapitulation. Die Japaner kapitulierten nach Hiroshima und Nagasaki – die Deutschen hätten nach Hamburg das gleiche tun können/müssen. Taten sie nicht.“

    Das ist schlicht Unfug. Galt als militärisch wirkungslos, hatte nie den gewünschten Effekt und ist sofort danach als Kriegsverbrechen verboten worden. Und war in GB schon damalsselbst sehr stark umstritten.

    Der solle mal die weltberühmten Berichte von einem Kriegsgefangenen lesen, der dabei war und sah, wie Mütter mit Kinder in den höllischen Feuersog gezogen wurden, was militärisch unsinnig und völkerrechtlich geächtet ist: https://de.wikipedia.org/wiki/Schlachthof_5_oder_Der_Kinderkreuzzug

    „Am 22. Dezember geriet Vonnegut in deutsche Kriegsgefangenschaft, während der er die Luftangriffe auf Dresde

  15. Entschuldigen Sie bitte, aber einen hat man ja (noch) frei
    http://www.tagessp iegel.de/politik/fluechtlinge-in-deutschland-es-ist-zeit-fuer-einen-neuen-aufbau-ost/12062620.html

    Und wieder die Stiftung (die berühmtberüchtigte „geistigmoralische Wende“, aber mit den Mitteln der Kulurrevolution?):

    „Wir brauchen die zweite Wende – kulturell und emotional“
    Die Vorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung, Anetta Kahane, gab Kretschmann – „vonn seinen vermutlich egoistischen Motiven abgesehen“ – recht. Sie hält die geringe Präsenz von Flüchtlingen in den Ostländern für ein großes Problem: „Im Osten gibt es gemessen an der Bevölkerung noch immer zu wenig Menschen, die sichtbar Minderheiten angehören, die zum Beispiel schwarz sind. Und es gibt einen Strukturwandel, ganze Gegenden entvölkern sich“, sagte Kahane. „Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, würde ich sagen: Es ist Zeit für die zweite Wende und einen neuen Aufbau Ost, infrastrukturell, emotional, kulturell.“

    Das Unterschiedswort verwendet, in vermeintlich positiven Rassismus, übrigens die Kahane-Stiftung (es gibt einen religiös radikalen Ahnen, der den Kahanismus prägte – siehe Wiki).

    Das Dumme ist zudem, nach allen Untersuchungen weiß man: die wollen nicht in verlassene Dörfer und Kleinstädte, sondern in die Ballungsräume, wo sie modernes Leben und Chancen vermuten.

    Da das ohne die überall finanziell knappen Kommunen überfordert, wäre erstaunlich, wenn das jemand mitmachte. Mal abgesehn, dass es für den bekanntlich großen Unterstützer der Merkelschen Einwanderungspolitik, echt link ist, die Folgen anderen zuschieben zu wollen.

    (Das ist zwar vom vorigen Jahr, aber immer wieder interessant).

    Wenn der Merkelwall auf so auf Sand gegründet wurde, wie es nun scheint, bräuchte es wohl bald nicht die Visafreiheit, um neue Zuzüge zu schaffen.

    Nur gehen die Argumente aus, nach dem DeStatis erläutert hat, dass das keinem demografischen Wandel ausgleicht, kam es nun auch amtlich: „BAMF-Chef Weise: Flüchtlinge lösen das Problem des Fachkräftemangels nicht“

    Zusammen mit der Meldung, dass man nun locker ein Mio im Jahr durchs „Asylverfahren“ (führen die Anführungszeichen zu hatspeech?) bekomme: http://www.focus.de/politik/ausland/fluechtlingskrise-im-news-ticker-unnoetig-geworden-csu-rueckt-von-obergrenze-fuer-fluechtlinge-ab_id_5713337.html

    Das ist auch gut bekannt: http://www.zeit.de/2015/47/integration-fluechtlinge-schule-bildung-herausforderung

    Aber Sprachbarrieren und Motivation ändern nichts an den Voraussetzungen (und, dass in etlichen Massenunterkünften radikalislamischen Gruppen das tägliche Kommando haben und auch durchgreifen – aus einer der vielen lokalen Meldungen zum Thema: http://www.tagesspiegel.de/berlin/polizei-justiz/gewalt-im-heim-in-berlin-prenzlauer-berg-fluechtlinge-verpruegeln-security-mitarbeiter/13950506.html ) – es ist sei die Bürokratie: http://www.zeit.de/wirtschaft/2016-07/fluechtlinge-arbeitsmarkt-arbeit-unternehmen-buerokratie-behoerden

    Und noch etwas aus der Rubrik, nichts hat mit nichts zu tun: http://www.msn.com/de-de/finanzen/top-stories/union-will-mindestlohn-f%C3%BCr-praktikanten-abschaffen/ar-BBv5OSF?OCID=ansmsnnews11

    Parktika standen ganz oben auf der Liste zur Umgehung von angeblich falschen Hindernissen (wie einer der Berliner SPD-Youngster, der freien Zugang der Flüchtlinge zu allen Unis, als wären alle Auswahlkriterien für andere nur unsinnig – an vielen Unis gibt es ja schon Kämpfe um Beträume, wie an der Berliner TU: http://www.welt.de/vermischtes/article155758623/Muslime-beten-aus-Protest-vor-der-TU-Berlin.html )! Na so ein Zufall.

    Übrigens soll Frau Schramm mal versuchen in anderen Staaten für das Aufgehen in EU-Verwaltungseinheiten zu werben (die nun angeblich einzig richtige Deutung von „Deutschland überwinden“ – aber die lobte ja auch den Spruch: „Heute sind wir Kanzleramt, morgen brennt das ganze Land“ https://pbs.twimg.com/media/Cos5f3IVYAAd_CS.jpg

    Oder wie wäre es mit: MAKE GEMANY RUINS AGAIN
    https://twitter.com/hashtag/teamjulia?src=hash – das kommt von welchen, die anderen Hass vorwerfen und die immer in „Denglisch“ sprechen)

    Die Linke meint assistieren zu müssen (man bedenke, es geht um angeblich um Herabwürdigungen und Beleidigungen im Netz): Stefan Liebich Verifizierter Account ‏@berlinliebich 24 Std.Vor 24 Stunden
    Es gibt viele dumme Menschen in diesem Twitter, aber es gibt auch @_juliaschramm. Zum Glück! #teamjulia

    Das spielt alles auch auf das an – das BMI sah sich schon veranlasst sich zu distanzieren, da die wilde Julia ja im Nohatespeeteam rumgeistert (wie lernten wir schon im realexistierenden Stalinismus: es immer die Frage des richtigen Standpunktes).

    Aber klar, die „Hater“ (schrieb gerade unlängst Kahane) sind immer die andren: (((Torsun B))) ‏@TorsunBurkhardt 31. Juli
    Bombenwetter hier. In Dresden auch? #teamjulia

    Der Account dieser Solidarisierung ist voll Aggression:
    https://twitter.com/nhile_de/status/759690276600442880

    Ach könnten sich nicht alle einer Gelassenheit und anständigen Streitkultur hingeben? Es ist so müßig, und es ist so viel zu grob…

    Probleme lassen sich ja nicht lösen, wenn man Worte tabuisiert (und Tabus über den Umstand der Tabuisierung unterhält).

    Weiß Frau Schramm mehr, wenn sie eine Front zur angeblichen „Europäisierung“ aufmachen will: Alle EU-Gegner = hatespeech? Naja, sie soll mal darüber mit Potugiesen, Italienern, Spaniern, mit Niederländern, Polen oder Slovaken reden.

    Viele freundliche Grüße aus Berlin, wo sich wahrlich nicht alle nach einem Maukorb sehnen – azur

    • Aufbau Ost 2.0
      „Es ist Zeit für die zweite Wende und einen neuen Aufbau Ost, infrastrukturell, emotional, kulturell.“

      Nichts wie hin in „den Osten“ – mit dera Stiftung und mitsamt dem Schirmherrn. Blühende Landschaften. Wir schaffen das.

  16. Titel eingeben
    Der Vorteil der Geschichte war: Die Königlich Bayrischen Staatsbahnen, 1844 gegründet, konnten in Ruhe ihr Schienennetz ausbauen, während Preussen einen windigen Privatunternehmer machen ließen. Der organisierte seine Finanzierung nach dem Schneeball-Prinzip und war 1873 pleite. Das führte dann zu den Preussischen Staatsbahnen. Die Berliner sind auch verantwortlich für die „Dienstmädchenhausse“, nämlich Eisenbahn-Aktienkäufe (auf Kredit) kurz vor dem Kursverfall. Nach Wiki nennt man das Verfahren heute „Bildzeitungsindikator.“ Die Boarischen haben nur den Fehler gemacht, 1920 sich mit den Preussen zur Deutschen Reichsbahn zusammenzuschließen. Danach flossen die Gewinne aus dem Eisenbahnmonopol in die Reichsmüllstadt ab. Stattdessen hätten sie an den Landesgrenzen Prellböcke auf die Hauptlinien schrauben sollen. Soll der Preusse seinen Güterzug doch umladen. Stattdessen hat man sich per Bahnlinie den freien Zuzug von Preussen und anderen niederen Ständen angetan. Das konnte auf Dauer nicht gutgehen.

  17. Titel eingeben
    „Wir nehmen zur Kenntnis, dass Deutschland insgesamt sich sehr wohl für preussische dominierte Kolonialmassaker entschuldigt, die weit über 100 Jahre her sind“
    Na ja, zwischen Massengewalt, bei der zumindest die Frage im Raum steht, ob es sich um Völkermord handelte, und „normalen“ Kriegshandlungen besteht ja dann doch noch ein Unterschied…auch wenn es vielleicht scherzhaft gemeint war, ist der Vergleich schief.
    Ansonsten hat der Text wieder sehr viel Bayernfolklore, bei der ich mich immer wieder frage, ob der Autor das wirklich ernst meint. Nun gut, ich mag die Preussen auch nicht. Aber irgendwie erscheint mir das alles zunehmend irrelevant angesichts der rasant ablaufenden demographischen Umgestaltung Deutschlands…den „Neubürgern“ dürften diese innerdeutschen Differenzen herzlich egal sein. Und auch Bayern wird dieser Entwicklung nicht entkommen.

    • Ich stelle das nur fest. Ich verlange keine Entschuldigung. Bei uns sagt man „Machds nua so weida no weadsas schon seh wos davo hobds.“

    • Titel eingeben
      Ich denke nicht, dass der Autor von „Kolonialmassakern“ im Spaß gesprochen hat. Bei Völkermord (nur noch eine Frage der Zeit, bis dies endlich anerkannt ist) hört nämlich die Gaudi auf.

      Und zur „Umgestaltung“ kann ich Ihnen versichern, dass die Zuwanderung aus dem Ausland für eine Stadt wie München das geringere Problem ist…- wenn Sie hoffentlich verstehen, was ich meine…?!

    • @Tassilo
      „Und zur „Umgestaltung“ kann ich Ihnen versichern, dass die Zuwanderung aus dem Ausland für eine Stadt wie München das geringere Problem ist…- wenn Sie hoffentlich verstehen, was ich meine…?!“

      Ne, verstehe ich ehrlich gesagt, erklären Sie mir es doch bitte.
      Außerdem habe ich auch nicht von München geschrieben, sondern vom Land im Allgemeinen.

  18. Oan host frei
    … ist weder besonders bayerisch noch besonders tolerant. Anderswo heisst das Tit for Tat und ist eine ziemlich rationale und erfolgreiche Strategie im Umgang mit Anderen. Siehe Robert Axelrod: The Evolution of cooperation 1984.
    Pfiadi.

  19. Wußte ich so nicht,
    danke für die Geschichtsstunde.

  20. "Zucht, Schulung, und intelligente Führung sind es, welche fehlen" - Prinz Luitpold von Bayern
    Die Hannoveraner haben ja wenigstens noch bei Langensalza eine richtige Schlacht geschlagen. Mein Ururgroßvater war dabei, und hat meinem Großvater davon voll Stolz berichtet und außerdem ein Buch dazu verfasst. Die Bayern waren nur darauf bedacht, in letzten Rückzugsgefechten ihre militärische Ehre zu retten, wobei Ihnen allerdings die Badener noch in den Rücken gefallen sind.

    • Mit dem Vergiessen des eigenen Blutes hat man es hier nicht so.

    • Mögen hätten sie schon wollen ...
      Man hätte wohl schon gern das Blut der Preussen vergossen, hätte man die Möglichkeit dazu gehabt. Nur leider war die bayerische Armee in einem desolaten Zustand. Nicht zuletzt, weil der König lieber Richard Wagner förderte. Deshalb hat man dann Den Ring der Nibelungen und die kleindeutsche Lösung bekommen. Ein bemerkenswerter Trade-off.

    • Noch eine fällige Entschuldigung
      Das Vermögen der hannoverschen Welfen wurde von Bismarck zur Beeinflussung des immer klammen bayerischen Königs Ludwig II. genutzt. Die bayerischen Schlösser wurden also von meinen Vorfahren finanziert! Und das auf Grundlage eines preussisch-bayerischen Deals merkel-erdoganschem Ausmaßes. Ich als Ostfale und als Nachfahre einer langen Ahnenreihe von Kothsassen hannoverscher und welfischer Gesinnung fordere eine entsprechende Entschuldigung und freien Eintritt in Neuschwanstein und Herrenchiemsee.

      Heil Dir Hannover, heil!
      Freude werd’ Dir zuteil,
      Freude stets mehr …

  21. Oh Schreck oh Schreck, 1,5 Mrd aus dem Gesundheitsfonds sind weg ....
    …. zum Glück „handelt es sich dabei (nur) um vorübergehende finanzielle Auswirkungen.“
    .
    No seid ihr dro.

    • Alles für die menschlichte Asylnation! „Gold gab ich für Mittelmeerbooteisen.“

    • Man kann einen Sozialstaat haben, und man kann freie Zuwanderung haben ....
      …. aber man kann nicht beides haben …. meinte dazu der liberale Ökonom Milton Friedman.
      .
      Ein ehemaliger Innenminister bemerkt zu den Zuständen in DE:
      <<<Wer gelernt hat das Wort "Asyl" auszusprechen, kann nach dem Rechtsverständnis einer Dame aus der U-mark ungehindert nach DE einreisen und hat dann Aussicht auf einen gesicherten Aufenthalt, auf ein Existenzminimum an Lebensunterhalt, sogar auf eine Ausbildung und einen Arbeitsplatz. Diese Aussichten bestehen selbst dann, wenn kein Asylgrund besteht …. weil sich die Verfahren über Jahre hinziehen und sich der Aufenthaltsstatus dadurch immer mehr verfestigt.<<<
      .
      Ihr schafft das, sch – – ss doch auf den liberalen Ökonomen!
      .
      Es ist dann auch egal, wenn das Wort "Asyl" neben "f – ck – f – ck -" eines der wenigen Worte im Sprachschatz des Neuankömmlings bleibt. Es sind ja zum Glück genug Landsmänner da und um das Aufenthaltsverfahren kümmert sich die Schar der Anwälte aus juristischer Überproduktion, die sonst kein Mandat bekämen …

  22. Seitenwechsel
    Und was hat 1813 nochmal die Franken der Seitenwechsel gekostet?
    Fragt ein Nichtfranke. ..

    • Die Frabken kamen von den Diktaturen der Bischöfe in den bayerischen Rechtsstaat. Ist das nichts?

    • zum bairischen rechtsstaat
      schrieb der Ritter von Lang*), also einer, der es wissen musste, er stand dabei selber an der Schaufel, sinngemäß:
      .
      Die Handsalbe, die bei den Gerichten des Ancien Regime üblich war, gibt es freilich nicht mehr. Dafür muss der Kläger heute Taxen, Sporteln, Gebühren zahlen, und wird dafür noch unfreundlich behandelt. Früher wurde der Kläger bei Gericht wenigstens freundlich behandelt. Sein Recht bekam der kleine Mann damals wie heute nicht.

      ————-
      *) Karl Heinrich von Lang.
      .
      Ein Publizist von Rang, Talent und Charakter. Mal bei Wikipedia schauen.
      Die unbedingt lesenswerten Memoiren des Karl Heinrich Ritter von Lang gibts als Reprint bei Palm und Enke, mal in Antiquariat schauen (gibts heute für kleines Geld, war zu meiner Zeit ein Rarissimum) oder bei Google Books oder Projekt Gutenberg.

  23. Die heiligen Bayern
    Zum “ geschickten“ Seitenwechsel 1813: so heilig sind sie dann doch nicht ,die edlen Bayern : zuerst Verbündete und dann schnell die Seite wechseln, weil ihnen der Monsieur Napoleon den Titel ( König) und auch das Land Tirol als Beute versprochen hat ( bei Sieg über die Österreicher)…. Und dann viele Jahre der Unterdrückung der Tiroler ( Steuern rauf, Prozessionsverbote ,Christmetten Verbot ) …Im damals erzkatholischen Land …. die dann in den napoleonischen Schlachten am BergIsel einen traurigen Höhepunkt gefunden haben ( Tiroler gegen Bayern und Franzosen)…. Ja,ja die heiligen Bayern

    • Natürlich nicht! Man muss nehmen, was man kriegen kann.

    • Titel eingeben
      Die Verbindung Frankreich Bayern ist historisch – auch logisch – gewachsen und hatte ihren Ursprung nicht egoistisch-opportunistischem Streben nach Königskrone und Zugewinnen.
      (wie dass von der kleindeutsch-preußischen Geschichtsschreibung gern behauptet wird)

      Über Jahrhunderte musste sich das Kurfürstentum Bayern gegen die Zugriffe Habsburgs erwehren, so dass Frankreich natürlicher Verbuendeter war. Auch die Erlangung der Köngigskrone war immer das Ziel des Hauses Wittelsbach gewesen.


    • Was man von der innigen Verbindung mit Frankreich hat, wissen die Elsässer (auch Alemannen): keine Sprache mehr, dafür genügend Algerier um Straßburg.

  24. Um an rasiadn Lausbeidl ...
    … hod’s gfoid und die Bayern wären dem – jetzt in gespenstischer Form wieder auferstehenden – Preussenstaat bei der Gründung 1949 gar nicht erst beigetreten. Das haben zunächst die Amis verhindert, indem sie einen Passus in der bayrischen Verfassung – das „Recht auf Nichtbeitritt zu einem zukünftigen deutschen Bundesstaat“ – kurzerhand strichen, bevor sie die letztere genehmigten.

    Zum Zweiten lehnte der bayerische Landtag das deutsche Grundgesetz als zu wenig föderalistisch ab, beugte sich aber schließlich der Zweidrittelmehrheit der damaligen Bundesländer, provisorisch.

    Hans Ehard, der als Mitglied der verfassunggebenden Versammlung für mehr Föderalismus kämpfte, würde sich im Grab umdrehen, wenn er sähe, was heute so alles an Zumutungen aus der Berliner Republik nach Bayern schwappt.

    Rengds draussd?

    • Nein, bestes Wetter beim Republiksfluchtversuch vor der Social Media Stasi, der grindigen, nach tirol.

    • @ Don
      I hob ned s’Wedda gmoant …

      „Rengds draussd? Weis an Dreeg so einaschwoabd!“

  25. Bayern und Tirol
    Lieber Don!
    Abgesehen davon, dass wir einem derartig wohl situierten Flüchtling wie Ihnen gerne Asyl anbieten (am Achensee ist’s auch net schiach!) sehen wir in Tirol – unabhängig von Bayern seit 1140 ! – die Friedensliebe – ich schreibe nur: 1703 und Pontlatzer Brücke – der Bayern etwas differenzierter. Aber gegen die „Sa.-Preiß’n“ halt ma’zsam. Den wie heißt es im (Schein-)Heiligen Land: „A Bay’r is ma am Ar… lieba, wie’a Preiß im G’sicht!“. Dies gilt besonders für gottlose Pfarrerstöchter aus „Preiß’n“ und andere „Gfrasta und Gs….“.

    PS: War das jetzt „Hate-speech“?
    Dem, von mir hochgeschätzten Grafen Montgelas hat Tirol, so meine Ansicht, 1809 sehr unrecht getan! Seine Reformen wären auch hier ein Fortschritt gewesen. Bayern zehrt noch heute davon. Es ist für mich bezeichnend bezeichnend, dass gerade am Montgelasplatz in Ansbach der islamische Terror zuschlug.

    • Sie wissen ja, bei Freund und Feind muss man wendig sein und, wenn es hilfreich ist, auch schnell mal vergessen können.

    • "War das jetzt Hate-speech"?
      Diese Denglisch-Spinner des Maas-Ministeriums und der Stasi-Stiftung wissen nicht mal, dass da kein Bindestrich reingehört, in ihr Lieblingswort.
      .
      Zweitens: ob sie den kennen?
      = https://is.gd/QARWOP

    • Asyl in Österreich...
      … ist für manchen Bayern schon eine Überlegung. Da wurde immerhin die balkanroutenschliessung organisiert, der Willkommenskanzler ausgetauscht, gegenüber den Türken wird Klartext geredet und Sebastian Kurz wird über kurz oder lang Kanzler werden.

      Mit grausigen schwarz-grün-rot Koalitionen in Berlin können wir uns dagegen gar nicht anfreunden.

      Oan hosd frei, nochad bin i dro.
      Da fehlt im Text ein „s“.
      Damidsd am Preis a a gscheids boarisch leansd.

      I moan, mia sama jetzad dro. Wei de Preissn ham jetzad scho gnua schmarrn gemochd.

  26. Titel eingeben
    “ und mit neuen Untertanen in Franken belohnt“ – nicht nur in Franken, sondern auch westlich des Rheins bis vor die Tore von Saarbrücken. Mein Großvater väterlicherseits wurde deshalb seinerzeit zu den Pionieren in Landshut eingezogen. Und meine Heimatstadt rühmte sich, die größte bayerische Steinkohlegrube zu beherbergen. Nur konnten einige Fraktionen im Stadtrat ihre Bayernphobie nicht überwinden und lehnten eine 200-Jahr-Feier ab.

  27. Schön wärs
    Aber Berlin wird nicht geandreasscheuert, denn Bayern ist längst gemerkelt. Aus Bayern gab’s vor einem dreiviertel Jahr viele Widerworte, Ultimaten, von einem Unrechtsstaat war gar die Rede. Taten folgten dem Getöse leider keine, es langte ja noch nicht mal zum Rückzug aus der Koalition, von der Parteilichen

    • Wer weiß
      Der DA hat es ja ebenfalls von Beginn an nicht an dezenten Warnungen fehlen lassen. Insbesondere die, welche das mögliche Zudrehen des bayrischen Geldhahns betraf hätte höheren Ortes bzw in Berlin vermutlich etwas Aufmerksamkeit verdient gehabt.
      Heute liest sich sein Ton schärfer und das korreliert mit meinem persönlichen Empfinden, dass die Stimmung kippt (bereits kurz vor den Anschlägen).


  28. Wenn denn Schottland aus dem UK ausgetreten iist, wird Bayern in 100 Jahren vielleicht mal selbständig. Vorher nicht.
    Es wäre gar zu selbstschädigend, seine Produkte nicht mehr über Hamburg verschicken zu können.

    • Es gibt ja noch die alte Route
      Mit Elephanten über die Alpen. Von da hat man auch Seewege.


    • Mit Elephanten über die Alpen. Von da hat man auch Seewege.
      Ins abgebrannte Morgenland, gewiß.
      Außenrum nach China fahren dürfte sicherer sein.

    • So ein Schmarrn
      In Genua (630 km) und Triest (502 km) sind wir schneller, als in Hamburg-Hafen (792 km).
      Also überhaupt kein Argument.
      Außerdem fährt jetzt auch die Bahn nach China, so dass wir für die wichtigste Route gar keinen Hafen mehr brauchen.
      Und Flughafen bauen können wir sowieso!


    • Die Bahn fährt nach China, soso.
      Ja welche denn? Mehdorns Berliner Peking-Verbindung, die Transsib oder die geplante neue chinesische (OBOR)?
      Und wieviel meinen Sie denn, werden die Chinesen für einen Audi zahlen – die Frachtraten für Schiffstransport waren noch immer günstiger als Land?

    • Zubringer
      Ja- es gäbe da ja auch den neuen Gotthard-Basistunnel, dafür müßte man halt einen Zubringer bauen…

  29. Langmut, die bayerische Tugend
    „Zwengs oana Wanzn reißt ma koa Haus ei“

    Gestern kamen Nachbarn zu Besuch. Die bavarophilen Franzosen zwei Häuser weiter, deren Katze ich manchmal füttere. Im Gepäck hatten sie eine Flasche Kirsch, und eine Geschichte über alternde Familienmitglieder, die sich kaum noch auf in die Stadt wagen. Oder in die Kirche. Oder, nach Saint Denis letzte Woche, in einen Bus.

    Und jetzt wieder London. In mir macht sich Fatalismus breit, schlimmer als damals nach meiner Krebsdiagnose. Seien wir mal gespannt, was da noch alles kommt. Bis Ende diesen Jahres wird wohl kaum eine Woche ohne solche Schrecken vergehen. Bis dahin werden dann wohl auch Bürger aufeinander losgehen. Die linken, die früher „Merkel muß weg!“ forderten, und die anderen, die es jetzt tun.

    Von Frau Merkel erwarte ich mir nichts mehr. Aus am draurign Arsch kummd koa schneidiger Schoas. Vielleicht wird unser Horsti richtig hantig? Ach, was sag ich da.

    • So isses
      Aus am draurign Arsch kummd koa schneidiger Schoas.

      So isses.
      Fürd Preißn hier: Aus einem verkniffenen Arsch kommt kein frühlicher Furz.

  30. Preussisch-Deutscher Krieg 1866
    Der Krieg von 1866 ist zugunsten der preussischen Glorien nördlich des Mains aus Schulbüchern und Historikerseminaren verschwunden. Auch, und erst recht nach 1949. Dabei ist er der eigentliche Anfang der tragischen, Ultra-Großpreussischen Nemesis, welche sich zum Schaden ganz Europas bis 1945 hinzog und noch nicht ganz verheilt ist. Jetzt soll infolge der Nivellierung der deutschen Völkchen mit bayrischem, schwäbischem und badischem Geld eine Preussische Fassade in Berlin zur Beweihräucherung des fatalsten, komplexbeladensten und aggressivsten Fürstenhauses seit Mithridates und Ivan dem Schrecklichen (bald?) fertiggestellt werden. Die südbadischen Ahnen, die mehr als 800 Jahre, mehr oder weniger friedlich, als Vorderösterreicher sich selbst überlassen waren, und seit nunmehr 150 Jahren in preussisch-protestantisch beherrschter Erde ruhen müssen, drehen sich gleich mehrmals um und ächzen.

  31. Freies Rheinland
    Leider wurde das Schicksal Deutschlands bei der Verlegung des Hauptstadtsitzes vom rheinischen Bonn ins preußische Berlin besiegelt. Dieses großmäulig großdeutsche Umfeld verdirbt den Charakter der zugereisten politischen Akteure aus den Provinzen und daran hat sich in den letzten 200 Jahren einfach nichts geändert. Ich warte auf die Ausrufung des neuen Deutschen Kaisers (Kaiserin).

    • Bottazzi meint das Richtige
      … er hängt es nur am relativ unwichtigen Regierungssitz auf. der preussisch-deutsche Gegensatz, der untermauert wird durch den, an ähnlichen Linien verlaufenden protestantisch-katholischen war bis vor 150 Jahren offizielle und danach inoffizielle Grundlage aller ‚deutschen‘ Bündnisse. Er ist es auch nach dem Umzug Bonn-Berlin geblieben und wird um so stärker an die Oberfläche drücken, je preussischer das neueste Bündnis,BRD, eingefärbt wird. Eine ordentliche Dosis Preussentum kam mit der ‚Einheit‘ 1990 dazu. Wir fangen jetzt erst mit dem verdauen an.

    • Jo grad zweng dem!
      Ja genau deswegen wollten sie doch dorthin: „Dann sind wir endlich wieder wer!“ und aus dem provinziellen Bonn ins großspurige, pardon, großstädtische Berlin. Und gleichzeitig, passend, in eine Stadt, die schon seit Jahrzehnten (mindestens) von anderer Leute Geld lebt.

    • Titel eingeben
      Das sehe ich (Disclaimer: als Bonner) ganz genauso. Während ich noch vor einigen Jahren spaßeshalber gegen den Umzug nach Berlin polemisierte, glaube ich inzwischen ernsthaft, dass die Abschottung vom normalen Bürger in Berlin-Mitte zu einer Großmannsucht und Realitätsferne geführt hat, von der wir uns in hundert Jahren nicht erholen werden.

      Dass das nicht der alleinige Grund ist, akzeptiere ich bis zu einem gewissen Grad.

    • Aha, sie wollen also linksvölkisch als „Nazi“ bezeichnet werden! Na dann.

  32. Historisches
    Glauben Sie einem Preußen und überzeugten Nicht-Katholiken bitte, dass wir hier mit der ostdeutschen FDJlerin an der Spitze auch nicht glücklich sind und uns gelegentlich dabei ertappen, den Politikern von südlich des Weißwurst-Äquators zuzustimmen, wenn Sie Kritik an der „Wir-schaffen-das“-Kanzlerin üben.

    Preußens militaristisch geprägte Geschichte und deren Bedeutung für zwei Weltkriege sollen nicht bestritten werden, allerdings darf daran erinnert werden, dass die Weltsicht eines A.H. gerade in Bayern auf den fruchtbarsten Boden fiel und man ihn nach seinem an türkische Verhältnisse erinnernden dilettantischen Putschversuch geradezu nur widerwillig zu einer geringen Strafe unter kommoden Bedingungen verurteilte. Auch DER hatte in Bayern nicht nur einen frei…
    Jedenfalls sind wir Preussen nicht allein an allem schuld…

    Geschichte und deren amüsante Darstellung sind auf jeden Fall eine besondere Stärke des Don. Nur mit den Hamburger Vermögensverhältnissen scheint er nur sehr unzureichend vertraut zu sein. Da gibt es durchaus relativ breit gestreuten Reichtum, der nur vielleicht weniger sichtbar ist als am Tegernsee. Hanseatische Zurückhaltung, Sie verstehen? Dafür residiert man hier wenigstens an einem Fließgewässer…

    • Ja, am Hafen. Wir dagegen wollen hier keinen Güterbahnhof. Ich war schon mal da oben und es war anders. Eisbären gab es auch nicht.


    • Wir dagegen wollen hier keinen Güterbahnhof.
      Nicht? Lieber Audis auf Halde legen, damit in 10 Jahren der Schrotthändler sie abholt?

    • Ja schon aber nicht an der Verladezone wohnen.

    • Doch hatte er!
      Er sollte nämlich nach Verbüßung seiner Haftstrafe aus Bayern ausgewiesen werden. Aber in Braunschweig haben sie ihn dann aufgenommen, im einen Beamtenjob verpasst und ihn dafür eingebürgert. Von da aus ging er nach Berlin und da nahm das Unheil seinen Anfang!

    • eher unhistorisch
      die bayerische Landpolizei, war jedenfalls die einzige, die Herrn A.H. jemals unter Beschuß nahm und auch traf, wenn auch nicht gut genug.

      Herrn A.H.’s Kumpane waren die Herren Ludendorff und etliche andere Versprengte aus Preußen. Der Herr Goebbels war aus dem preußischen Rheinland und Göring zwar in Rosenheim geboren, aber während der Sommerfrische seiner preußischen Eltern.

      Als Österreicher konnte A.H. überhaupt Reichskanzler werden, weil die Brauschweiger ihn zum Regierungsrat und somit zum detuschen Staatsbürger gemacht hatten.

      So ganz unschuldig waren die Preußen also nicht.

      Zu guter letzt: Schauen Sie sich mal die Wahlergebnisse der letzten drei freien Wahlen der Weimarer Republik an, auf den Karten, die je höher der Stimmanteil von A.H.’s Partei desto dunkelbrauner eingefärbt sind, dann verbreiten Sie solchen Quatsch hoffentlich nie wieder.

    • @Prospero 4. August 2016 um 15:46 Uhr: eher unhistorisch
      „So ganz unschuldig waren die Preussen also nicht“ – hat auch wohl niemand behauptet …

      Die Braunschweiger sind aber keine Preussen, sondern Niedersachsen, und zwar seit dem hohen Mittelalter.

      Bei der Aufzählung der verschiedenen Verbrecher des NS-Regimes haben Sie z.B. die Herrn Himmler und Streicher vergessen …

  33. Alles "preussische Türken?" - oder vielleicht "Aktivistinnen"?
    http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/flashmob-deutscher-touristen-an-costa-brava-sorgt-fuer-panik-14369789.html

    Heute in der FAZ:
    “ An der Costa Brava Deutsche Touristen verursachen Terrorpanik mit Flashmob

    Schreiend und mit Selfiesticks bewaffnet zieht eine Gruppe deutscher Touristen durch einen spanischen Urlaubsort. …
    … organisierten fünf Betreuerinnen jugendlicher Camper, die sich in einem Zeltlager an der Costa Brava aufhielten, via Internet im Stadtzentrum einen „Flashmob“ (Menschenauflauf). …
    … In den Lokalen … und den Terrassen-Cafés im Freien wurden Tische umgestürzt. Läden schlossen, während die Inhaber Passanten halfen, sich hinter den Jalousien und Gittern zu verstecken. Videoaufnahmen zeigen Gruppen kopflos in alle Richtungen fliehender Menschen. …
    … akute Angstzustände … elf Personen leicht verletzt“

  34. is ned gschimpft gnua globt ?
    Karl Stieler (geb. 1842) war ein bayrisches fortschrittliches
    Mannsbild mit national-liberalem Gedankengut.
    Er durfte als Kind den Sommer am Tegernsee verbringen;
    trotzdem plagten ihn innere Unruhe und Selbstzweifel.
    1866 meldete er sich, wohl auch aus enttäuschter Liebe,
    freiwillig zum Militär!

    Doch viel lieber widmete er sich der Mundartdichtung.
    ABER bittschön: vor allen Dingen erklärte er,
    was für eine Bedeutung der berühmte „Schuhplattler“ hätte.
    Er meinte > der Schuhplattler sei dem Balztanz des Auerhahns
    nachempfunden. Jagehwaida!
    .
    Könnten nicht ebenso die Moriskentänze einen Einfluss
    auf den „Schuhplattler“ gehabt haben? Ich weiß es nicht.
    Diese ursprünglich maurische Springtänze, die später auch
    an den großen Höfen aufgeführt wurden, erinnern uns
    (jedenfalls auch) an Machtmißbrauch im Namen der Religion.
    .
    Es sind die schönen Künste, die über alle Grenzen hinweg
    versöhnen helfen.
    Wer beeinflusst wen? Jeder trägt Verantwortung.

    Besuchen Sie mal das Münchner Stadtmuseum!
    Dort können Sie etliche der wunderbar geschnitzten
    Morisken-Tänzer besichtigen!
    Man kann sich deren Ausstrahlung nicht entziehen.
    http://www.muenchner-stadtmuseum.de/sammlungen/angewandtekunst/moriskentaenzer.html

    Diese Figuren haben wir jedenfalls einem „sturen Hund“ (Lob!)
    wie dem Erasmus Grasser – der 1472 aus der
    Oberpfalz nach München kam – zu verdanken.
    # boarische Hatespeech damals: „Der Grasser sei ein
    unfridlicher, verworner und arcklistiger Knecht“.

    • Oder zwei:
      „Zu Schramm ging das Ministerium derweil auf Distanz: `Einige der von ihr verfassten Tweets überschreiten tatsächlich auch für uns die Grenze zur Hassrede.´“
      .
      Leider ist das bißchen Rückrudern erneutes Zeichen des jämmerlichen Versagens dieses „Ministeriums“. Anstand? Fehlanzeige. Redlichkeit? „Gottbewahre.“ Rechtsbewußtsein? Allenfalls einseitig. Es ist ein Trauerspiel.

  35. Wie bitte?
    Bayern friedlich? Das Land der Bewegung mit der Hauptstadt der Bewegung? Und unter uns: hat sich da unten im braunsten der Bundesländer seither etwas geändert?

    • Sie hatten jetzt einen frei :-)

    • extra für Sie...
      gibts einen Bismarckhering :-)

    • Ist das noch üble Nachrede
      oder schon Hass-Sprech?

      Ein Blick in die Wahlergebnisse von 1928 bis 1932 (1933 war keine freie Wahl mehr) zeigt ein anderes Bild:

      Reichstagswahlen Stimmen NSDAP
      in %
      1924 I 1924 II 1928 1930 1932 I 1932 II 1933
      Gesamt 6,55 a 3,00 b 2,63 18,33 37,36 33,09 43,91
      Preussen 4,87 a 2,48 b 1,87 18,46 37,04 32,85 43,73
      Bayern 15,95 c 5,11 c 6,37 17,95 32,91 30,52 43,08

      (Quelle:http://www.gonschior.de/weimar/Bayern/Uebersicht_RTW.html)

      PS Mit Ihre Vorurteilen sollten Sie künftig unser Nachbarland Österreich meiden!

      Frauen und schutzwürdige Minderheiten sollen Recht erhalten, bei Beleidigungen Staatsanwalt einzuschalten
      „…Die Grünen plädieren nun dafür, dass der Paragraf der „Beleidigung“ erweitert wird. Gruppen, die gemäß Verhetzungsparagraf geschützt sind, sollen die Möglichkeit erhalten, Beleidigungen auch durch die Staatsanwaltschaft verfolgen zu lassen. Dabei handelt es sich etwa um Frauen, LGBTQ-Personen oder ethnische Minderheiten. Sprich: Ein weißer, heterosexueller Österreicher, dem jemand den Tod wünscht, erhält diese Möglichkeit vorerst nicht – es sei denn er wird wegen seiner Heterosexualität attackiert.
      (www.derstandard.at/2000042234121/Gruene-wollen-Frauen-Prozesse-gegen-Hassposter-erleichtern).
      Möglicherweise gibt es eine bayerische Minderheit in Österreich!

    • Die Grünen haben in Österreich keine Machtoption. Nur noch in Wien.

    • Titel eingeben
      Geändert hat sich, dass der Ausländer an sich in Bayern besser lebt, als in all den rot-grünen Bundesländern. Dazu ist er und seine Nachkommenschaft auch noch besser integriert und höher gebildet. Schauen Sie sich die Arbeitslosenquoten und die Pisa-Ergebnisse in Rot-Grün-Land an. Die Multikultisten nennen sich zwar „sozial“ und „weltoffen“, schicken aber ganze Generationen von Zuwanderern samt Nachkommen in die staatliche Abhängigkeit. Und das können sie dann noch nicht mal selbst bezahlen. Welch ein Glück, dass die Bayern keine Rechnung schicken.

    • Naja, man darf nicht übersehen, dass grössrre bayerische Städte zumeist die gelungenen Beispiele für Integration sind. Das passiet natürlich auch mit einem gewissen sozialen Druck anstelle von Absenkung der Standards

  36. Untergangskulte: wer hat es gesagt...
    …“Dann ist das nicht mehr mein Land“…
    …“Es gibt keine Obergrenze fuer Fluechtlingszahlen“…
    …“Das deutsche Volk verdient, wenn es so feige und schwach ist, nichts anderes als einen schmählichen Untergang…“

    Wenn der Frankfurter Dom und die Muenchner Marienkirche zu Moscheen umgewidmet sein werden, werden manche die Erfuellung ihrer Mission feiern.

    Deutschland wird sich abgeschafft haben, leider einschliesslich Bayern, es wird nach einigen heftigen Ereignissen ein langsames Abgleiten in gesellschaftliche Agonie geben, die zur Unterwerfung fuehren wird.

    Lange vorher werden Blogs wie dieser auf dem Index landen. Im unveroeffentlichten Teil des neuen Zivischutz-Konzeptes gibt es klare Plaene, um die oeffentliche Ordnung zu wahren.

    Der Staat kann/will die Buerger aber schon jetzt nicht mehr schuetzen.

    „Seid (selbst) wachsam“ ist der Slogan, der gerade wieder vom Londoner Buergermeister wiederholt wurde. Der Messerstecher war „geistig verwirrt“ (sind doch alle Zombieterroristen, oder?) aber ein terroristischer Zusammenhang kann nicht ausgeschlossen werden..

    Die protestantischen Preussen dominieren die Bundespolitik und residieren im Reichshauptstadtslum. Sie lassen die schwache Stimme aus Bayern noch gewaehren, Sueddeutschland ist jedoch auch schon (geheim) an die Hellbuntdeutschen verschenkt.

    Moeglicherweise wird aber die Biergartenkultur weiter erlaubt bleiben, damit die asiatischen Touristen was zu sehen haben an Lokalfolklore; falls die asiatischen Touristen wiederkommen. Der Ton der Warnungen gegen Reisen nach Europa, speziell Frankreich und Deutschland, nimmt zu.

    Leider wird das Bier aber nur noch in der alkoholfreien Variante verkauft werden duerfen. Illegale Mikrobrauereien werden regelmaessig ausgehoben, waehrend CrysMeth-Labore legalisiert werden wegen des gesellschaflichen Interesses.

    • Wenn Sie sich da mal nicht täuschen
      Es ist schon lange beschlossen, dass Bayern im katholischen Königreich Bayern-Österreich-Ungarn verbleibt.
      Die entsprechenden Karten dazu werden schon seit 20 Jahren durch’s Internet gereicht.
      Da mache ich mir gar keine Sorgen.

  37. Grüße aus der Kurpfalz
    Auch wir Kurpfälzer gehörten lange zu Bayern mit den Wittelsbachern an der Spitze. Arg schad, dass diese Zeiten vorbei sind. Es waren nicht die schlechtesten für meine Heimat. Ich wäre bei einer Sezession sofort dabei. Grüße nach Bayern.

  38. Titel eingeben
    Lieber Don,

    ich mag Bayern. Und Berlin. Und Brandenburg.

    IMO kommt es immer darauf an, mit wem Sie reden und durch wessen Brille sie schauen mögen. Mit Fontane oder einem heutigen Landeskundigen durch die Mark ist was anderes als Stiftungsbüros in Mitte.

    Weiterhin einen schönen Sommer am Tegernsee oder in Italien oder… !

    Nur bitte: Sie müssen uns in Berlin ja nicht mögen (obwohl: „uns“ gibt’s ja nicht, das hatte ich ja gerade). Aber könnten Sie mit dem Russenspruch vielleicht aufhören? Es haben hier in der Vergangenheit nun wirklich genug Leute unter den russichen und deutschen Russen gelitten, um das richtig witzig zu finden.

  39. Titel eingeben
    „Terofals Schlierseer Bauerntheater“

    Das sollte ein Link sein (?)
    Der funktioniert nicht.
    Als angeekelter Beobachter (!) des sogenannten „Regietheaters“ (Naziunifomen müssen sein; auf die Bühne kacken muss sein; nackte Brüste müssen sein, Neonreklame bei Shakespeare, das sowieso… etc.) bitte ich um den Link.

  40. Aegon V.
    Der tiefere Sinn des Artikels ist mir entgangen. Ich muss ihn wohl heute abend nochmal lesen.
    Geht es um Flüchtlingspolitik?

    Einstweilen muss ich mal Wikipedia bemühen und meine Bildungslücken zum Thema Mainfeldzug schließen.

  41. Wenige Menschen denken, und doch wollen alle entscheiden.
    Bitte darum, solche hatespeech gegen Preußen in Zukunft zu unterlassen.
    Preußen war jung und mental instabil . Mit entsprechender Betreuung wäre es niemals so weit gekommen.
    Sie sollten sich wirklich schämen hier die eigentlichen Opfer zu Täter schön zureden oder so.

  42. Die Franken sind an allem schuld? Ergänzende Beobachtungen vom Touren-Rad
    Die Aufarbeiterei und Neuinterpretation der Geschichte wegen der richtigen Menschheit, die immer gerade nicht zum Zuge kam, höret ja nimmer auf.

    Mal sind die Gene, mal Freud ursächlich – wie man es braucht und was sich gerade zur Umerziehung benutzen läßt.

    Bei Ihnen, sehr geehrter Don Alphonso, sind es, seit 1866, die Preußen.

    Karl Marx hat gegen Ihre Geschichtstheorie sowie Aldi gegen den ganzen Vielfaltskram der Reichen und SUV-Schönen auch nicht zu verachtende Vorteile: von denen wird Komplexität reduziert und alles hat seinen Platz.

    Wie ich so durch Franken radele, mir Ihre Worte durchs Gemüt ziehen, die Internet-Verbindungen, falls man nicht mit dem Ohr am Router schläft, nicht immer halten, was der Prospeckt versprach, ich also nix überprüfen kann, kommt mir (nach Heilsbronn) und bei dem hießigen
    Selbstbewußtsein in den Sinn: Preußen gibt es gar nicht. Das haben alles die Franken getan.

    Sicher war ich mir in Graben als ich in die stehenden Wasser des Grabens schaute und mir Karl der Große (auch ein Franke) ein lächelndes Gesicht über den Wassern zeigte und erinnerte, das die Franken die Bayern und uns andere Franken den Rhein-Main-Donau-Kanal fertig bauen ließen. Was für eine Bratze, war für ein Bazi!

    Ist Angela Merkel auch eine Fränkin? Obwohl wir nicht mal eine Präsidialdemokratie sind, gelang es ihr über die Politiktheorie des „freundlichen Gesichts zeigen“ Deutschland und Europa zu verändern.

    Bayern auch – fast überall sieht man hier junge Frauen mit Kopftuch in guter Hoffnung.

    Andererseits in Weißenburg stand Martin Luther und hielt einem die Bibel entgegen: Was nützt der Tand, wenn die Seele keine Ruhe hat?

    So steige ich nun aus dem Tourenradsattel mit neuen Fragen, verabschiede mich gen Norden und grüße sie herzlich in Ihren republikflüchtigen, italienisch-wittelsbacher-habsburgerischen Süden

  43. Noch vier Tage!
    Dann marschiere ich mit meiner Familie wieder in Bayern ein.

    Ich freu‘ mich schon riesig und hoffe als (schlechter) Katholik auf ein wenig Nachsicht mit uns Hochdeutschen.

    • Münsterländer
      „Nachsicht mit uns Hochdeutschen.“

      Sie meinten wohl „Niederdeutschen“, oder?!

  44. Hübsche bayerische Folklore
    Außerhalb des bayerischen Bauernlandes ist aber leider bekannt, dass sich Bayern und Österreich gegen Preußen verbündet haben und beide auch kein Interesse an einer gesamtdeutschen staatlichen Lösung hatten, weil gleichbedeutend mit einem Machtverlust der damaligen Regierenden in Bayern sowie in Österreich.

    Mit Hinblick auf das gezeigte opportunistische Verhalten zum Ende der napoleonischen Kriege, was man in Preußen nicht ganz zu unrecht als ehrlose, ja unanständige Treulosigkeit aufgefasst hat, erscheint der militärische Weg nachvollziehbar. Zumal dieser Weg auch bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein auch der übliche Weg war um jede Art von Interessenkonflikt zwischen den Herrschenden zu klären. Auch Bayern ist auf diesem Wege entstanden.

    Ich könnte jetzt auch noch damit anfangen, dass deutscher und insbesondere preußischer Militarismus lediglich ein evolutionäre Strategie auf Basis der mitteleuropäischen Lage war, nachdem deutsche Völker zu allen Zeiten mit Eroberungskriegen aus dem Süden, Osten, Westen und Norden konfrontiert waren, sich dieser Situation entsprechend angepasst haben und der am besten an diese geographische Lage angepasste Spieler (Preußen) andere deutsche Mitspieler (bspw. Bayern) verdrängt hat.

    Aber wozu sollte ich in die tiefe der Details gehen; ist ja eh nur preußische Geschichtsklitterung der glorreichen bayerischen Geschichte.
    Also lassen Sie sich nicht von meiner preußisch-niederschlesischen Perspektive der Dinge stören.

    Gruß aus Berlin :-P

    • ein jeder klittre wie er kann!

    • Mehr Geschichtsklitterung geht kaum...
      „Außerhalb des bayerischen Bauernlandes ist aber leider bekannt, dass sich Bayern und Österreich gegen Preußen verbündet haben..“

      Jaja, und um 5 Uhr 45 wurde im September 39´ zurückgeschossen…-

      Treulosigkeit? gegenüber wem? – sicherlich meinen Sie gegenüber Napoleon und den Franzosen! – dann hätten Sie sogar recht!

      „Ich könnte jetzt auch noch damit anfangen, dass deutscher und insbesondere preußischer Militarismus lediglich ein evolutionäre Strategie…“ – „evolutionäre Strategie…?!

      „Aber wozu sollte ich in die tiefe der Details gehen; ist ja eh nur preußische Geschichtsklitterung“ – immerhin damit treffen Sie ins Schwarze!

      Aber Hauptsache überall seinen Senf dazugeben, auch wenn man keine Ahnung hat, nicht?!

    • Trigger-Bingo und Gemeinsamkeiten
      @Tassilo
      Darf ich mir vier Punkte im bajuwarischen Trigger-Bingo gutschreiben?
      Fünf Punkte braucht man um zu gewinnen, oder?
      Ich brauche also noch einen Punkt.

      Hier haben Sie nochwas:
      Der Aufstieg Preußens zur deutschen Großmacht kann man als Beleg für meine These betrachten, die lediglich Spieltheorie mit dem Konzept „Survival of the Fittest“ kombiniert. Der Aufstieg der USA sowie der Sowjetunion zu Supermächten und die Verdrängung des britischen Empires ebenfalls.
      Ob die USA wohl besser an globale Anforderungen angepasst ist als China? Nunja, der rasante wirtschaftliche Aufstieg Chinas spricht dagegen. Für die USA spricht allerdings, dass sie das deutlich flexiblere System besitzen.

      War irgendwas davon ein Treffer?

      @DA
      Sehen Sie, da sind wir doch glatt über eine Gemeinsamkeit zwischen Preußen und Bayern gestolpert. Es ist zwar nur die Interpretation geschichtlicher Fakten entlang eines selbstgefälligen Narrativs aber immerhin!
      Aus dem Fakt, dass Bayern und Preußen trotzallem einen gemeinsamen Staat bilden, kann man übrigens schließen, dass es da noch sehr viel mehr Gemeinsamkeiten gibt, die die von Ihnen immer wieder betonten Unterschiede überragen.

    • EraserFS 4. August 2016 um 11:18 Uhr: preußisch-niederschlesische Perspektive
      „Also lassen Sie sich nicht von meiner preußisch-niederschlesischen Perspektive der Dinge stören.“

      Schön, auch eine solche Perspektive zu vernehmen. Die Niederschlesier waren zwar preussische Staatsbürger, solange es diesen Staat noch gab („Staatsangehörigkeit: preussisch“ stand in einem alten Pass meiner Urgroßmutter), aber ihre Kultur war durchaus auch vom Habsburgerreich,also süddeutsch, österreichisch und böhmisch geprägt. Der habsburgische Versuch, den weit verbreiteten Protestantismus (cf. Friedenskirchen, Gnadenkirchen) zu bekämpfen, erleichterte aber den Loyalitätswechsel zum protestantischen und außerdem in Glaubensdingen toleranteren Preussen (cf. St.Hedwig in Berlin).

      Vor vielen Jahren sagte mir eine Dame, die als NS-Verfolgte die Nazizeit in Schlesien überlebt hatte und danach dort geblieben war, auf meinen Einwurf „so schnell schiessen die Preussen nicht“: „Du bist doch kein Preusse, du bist doch ein Schlesier“ – und das hat mich sehr gefreut, obwohl ich weder das eine noch das andere bin – das ist halt nur mein Migrationshintergrund.

  45. Limes und den Verlauf des Mains
    sollte man in diesem Zusammenhang nicht überbewerten. Ich bin sicher, dass sich die große Mehrheit im Vogelsbergkreis lieber Süddeutschland zurechnen würde. Passt von der Mentalität her auch besser.

  46. Ein toller Text....
    Ein toller Text! Ganz fantastisch geschrieben und so wahr. Hier ein kluger Text, der wie ich finde dem Mythos von „die Im-Tätigkeit hat doch nicht geschadet“ auf den Zahn fühlt. https://readonmydear.wordpress.com/2016/08/04/die-stasi-am-kuchentisch/

  47. „schlemmend in Damast / in meinem alten Stadtpalast“
    Bayerns Koalitionen, die waren schon sauber und sind am Tiroler Achensee bis heute nicht vergessen. Den Hofer-Gottesstaat (für die Mitlesenden: nicht zu verwechseln, Andreas googeln, ein noch immer wenig bekanntes, unheimliches Kapitel) wollte auch Wien nicht haben.

    Aber dass Bayern mal Seite an Seite mit den ganz Europa verwüstenden napoleonischen Truppen kämpfte, am Beginn – wie auch in Teilen Österreichs – die Besatzung jubelnd begrüßte und erst nach katastrophalen Verlusten die Seiten wechselte, bleibt letztlich fremd und unerklärlich, genau wie das heutige Verhalten.

    Wo Bayern wirklich steht, man weiß es nicht und es interessiert auch nicht mehr. Noch 2015 hätte die CSU eine bundesweite Kandidatur mit Abwerbung von CDU-Mandataren versuchen müssen. Ja, Merkel hätte auch ohne CSU weitermachen können, doch allein der Paukenschlag eines solchen Schrittes hätte unendlich viel bewirkt. Ich hatte monatelang fest an einen Aufstand geglaubt. Undenkbar, dass diese Politik, die wahrlich die Seele eines Landes zerstört, nicht in die Schranken gewiesen wird. Seehofer et.al. haben leider nichts mehr frei. (Die Amtskirche – nicht das Christentum – übrigens auch nicht, davon erholt sie sich nicht mehr.)

    Dass die Bayern-Politiker als Krawallhansel und Bettvorleger verspottet werden, den Triumph können leider nicht einmal Sie Ihren Berliner Lieblingsfeinden nehmen. Alles andere schon.

    PS: Das Titel-Zitat ist aus einem Don-Tweet. Musste es einfach bringen. So schön.

    • Warum soll die CSU die Arbeit der CDU übernehmen.
      Können die CDUler das nicht alleine? Es sah doch beim Parteitag wirklich nicht so aus als ob irgendein CDUler gegen die große Kanzlerin sei. Gibt es tatsächlich keinen einzigen mehr in der CDU, der in der Lage wäre, einen Wechsel an der Spitze herbeizuführen?
      Wieso sollte dann die CSU diese Aufgabe übernehmen?
      Dann können wir die Republik doch gleich von München aus führen.
      Im übrigen gibt es in Bayern durchaus Bestrebungen nach mehr Autonomie (konnte man letztens sogar in der FAZ lesen) und es ist gut, wenn die Preißn davon (noch) nicht so viel mitkriegen.

  48. OT
    So langsam bekomme ich eine Vostellung davon wieso die
    Finanzwelt vorzugsweise aus New York, so einen Horror vor
    Herrn Trump hat.
    Einem Artikel auf Faznet ist zu entnehmen, dass The Donald
    bereits viermal eine Insolvenz zu Lasten seiner Gläubiger
    hingelegt hat. Wenn er das auch als Präsident mit den US-Staatsschulden
    durchzieht, kann er danach wohl wirklich Amerika wieder groß machen.

    Für ihn selbst hat es ja geklappt.

  49. Titel eingeben
    Die Haupstadt der Bewegung mit ihrem bekanntesten Bürger der sich in ihr pudelwohl fühlte und dort auch eine Einheimische erkor!
    Und nach dem Krieg beliebter Altersitz für Altnazis…

    Bayern die Keimzelle der NSDAP

    • Nicht Bayern. wenn dann gewisse Kreise in München. Bayern war meist stockreaktionär, aber nicht Nazi.

  50. Tell Mike it was only business. I always liked him.
    Nationen, Terror, Gewalt?

    Don, all das gibt’s doch gar nicht mehr.

    In London hat jetzt ein Norweger, der irgendwie mal ein Somalia war, sein Leid mittels der Nutzung eines Messers kommuniziert und dabei irgendwie eine Gruppe Amerikaner oder Israelis gemeuchelt.

    Das ist halt einfach so passiert, dass der Somalia aus Norwegen raus, um in London Amerikaner zu….Das hat keine Bedeutung, war niemals geplant und ist totaler Zufall.

    So wie wir Preußen auch ganz zufällig durch Bayern nach Königgräz oder so ähnlich.

    • Ja, bitter. Und schrecklich.

    • Jedes Reden wiederholt das Schweigen.
      Aber interessante Taktik der Sicherheitsbehörde, alle IS Anschläge jetzt als Einzeltaten verwirrter Einheimischer zu deklarieren.
      So sehr die IS auch in Europa mordet, so wenig wird dies jemals stattgefunden haben, in der Kommunikation. Denn in der Kommunikation existiert keine IS mehr in Europa, da sind nur noch psychisch instabile Europäer.

      Mal sehen wie die IS reagiert, wenn sie begreift….


    • Bisher haben angelsächsischen Medien bei Terrorattacken sofort Ross und Reiter genannt. Das ist das erste Mal, dass die Berichterstattung sich quasi dem dezenten deutschen Stil anpasst. Ein Zufall? Immerhin ist in UK nun auch eine Frau in der Politik ans Ruder gekommen. Beim Besuch von May wurde berichtet, dass sie und Merkel sich fabelhaft verstünden. Und so wird die Berichterstattung, wie abgesprochen, quasi weicher, soft and feminine journalism. So heißt die Tat in den UK Headlines auch a stabbing spree, ähnlich wie shopping spree oder drinking spree oder doch noch ein bisschen rough and rowdy a knife rampage, bei welchem die Befindlichkeiten der psychisch ramponierten Täter selbstverständlich eine gebührende Berücksichtigung finden und im Fous stehen sollten. :->

  51. Ein bisschen (unabsichtliche?) Geschichtsklitterung..
    von Seiten Don Alphonso, dessen Texte ich trotzdem immer mit grosser Freude lese. Denn: Eigentlich schuldet Bayern den Preussen was. Ohne diese wäre Bayern auf ewig ein unbedeutender Agrarstaat geblieben. Erzkatholisch und träge, obgleich charmant. Preussen zweier Weltkriege zu bezichtigen und eines kolonialen Völkermordes ist dann aber etwas weniger charmant. Schon Thomas Mann wusste, dass Preussen der erste Staat war, der durch Hitler liquidiert wurde. Jenem Hitler, der in Bayer und München gross (nicht im Sinne von Grösse) wurde. Belesene und böse Zungen haben schon vor Jahren geschrieben, dass das Holocaustmahnmal eigentlich in Münschen hätte aufgestellt werden sollen…

    • Titel eingeben
      >>Der »Boden« der Münchner Lebenskultur aber, mit dieser Stimmung, wie sie damals in den politischen Versammlungssälen der großen Brauhäuser herrschte, wird in München gern ausgespart, wenn es um Ursachenforschung geht.

      Gollwitzer:»Zum Verständnis der Zusammenhänge Bayern–Nationalsozialismus muß auch auf den sehr erheblichen Anteil von Bayern, gerade von Altbayern, an der ersten und zweiten Garnitur der nationalsozialistischen Prominenz hingewiesen werden […]. Es gibt geradezu einen Typus des Münchner Altparteigenossen. Wenn man schon mit so problematischen Begriffen wie Volkscharakter und Stammeseigenart arbeiten und nicht soziologisch zuverlässigere termini technici in Anwendung bringen will, wäre immerhin auf die altbayrische Neigung zu Gefühls- und Temperamentspolitik, zur ›Gaudi‹ auch im Politischen hinzuweisen, der der Kampfstil der NSDAP sehr entgegenkam.« ….

      ….Dazu gehört auch die Verantwortung bayerischer Regierungspolitiker für das Desaster in den Jahren vor 1933, die – meist reaktionär gesinnt und demokratiefeindlich durch und durch – konsequent die Ahndung der frühen Nazi-Verbrechen verhinderten, ja mit den Nazis unverhohlen sympathisierten. Man kann auch sagen: Sie machten gemeinsame Sache mit ihnen. Die Nazis agierten in den zwanziger Jahren gerade hier so selbstbewusst, weil sie so viele »staatliche Verfassungsfeinde« als gleichgesinnte Verbündete an den entscheidenden bayerischen Regierungsstellen und in der hohen Beamtenschaft hatten….

      …Sie ist eine Geschichte des Wohlwollens gegenüber der Nazi-Bewegung vor 1933, aber eben auch nach 1945, als sich diese Geschichte fortsetzte: in der Verweigerung jeder Aufarbeitung, jeder Beschäftigung mit dem Unrecht. Nicht zuletzt in der Weigerung, dem Widerstandskämpfer Georg Elser die gebührende Ehre zu erweisen, dem es 1939 beinahe gelungen wäre, Hitler bei seiner traditionellen Rede im Bürgerbräukeller zu eliminieren. Es gibt in München, in Bayern bis heute große Kontinuitäten zur Nazi-Zeit – bezeichnenderweise jedoch keine moralische Selbstverpflichtung der staatlichen Nachfolgeämter, etwa des bayerischen Justiz- oder Innenministeriums, die eigene braune Vergangenheit aufzuarbeiten, so wie dies jetzt auf Bundesebene geschieht. Was in München fehlt, ist noch immer der mutige Blick in den Spiegel.“ Hecht auf ZON

    • Titel eingeben
      Sie meinen also, wir Bayern sollten dankbar sein, Teil eines großpreußischen, chauvinistischen Einheitsreiches geworden zu sein, welches innerhalb weniger Jahrzehnte die halbe Welt in Brand gesetzt hat (freilicher unter Mithilfe bayerischer Deutschnationaler und Preußenfreunden) und in dem wir bis heute nichts zu melden haben?

      Unbedeutender Agrarstaat?! – immer die gleiche Masche, kleineren Ländern die Überlebens – und somit Existenzfähigkeit – abzusprechen, nicht?!

  52. Ich sehe da einige Parallelen
    zu (Ober)Sachsen, nur dass Sachsen nie rechtzeitig die Seiten gewechselt und Wien die Treue gehalten hat. Dafür hat es schrecklich geblutet, viel schlimmer als tu felix bavaria. Auch in Sachsen gab es Kultur und in Preußen das Militär. Vor und besonders nach Friedrich dem zweiten, den nur Preußen den Großen nennen (auch Wilhelm II nannten sie so), hatten in Sachsen alle Schichten bis zum Genich (bair. Kini) mehr Kultur als in Preußen. Schütz, Bach, von Weber, Schumann, Mendelsson Bartholdy z.B. kommen aus Dresden und Leipzig. Hätte Luther (Pardon!) nicht die Meißner Kanzleisprache verwendet, wer weiß, ob unsere Schriftsprache nicht vom Balina Preußischen geprägt wäre. Bayern war nach der Wende das Vorbild für Sachsen und wenn Deutschland von den Autonomisten anheim fällt, machen die beiden Länder einen Bundesstaat.

    • Niemand. mag. Preussen. Scheint es.

    • Titel eingeben
      „Deutschland“, dass hätte für immer ein geographischer, kultureller Begriff bleiben müssen, wie es immer war. Die Zersplitterung – von Deutschnationalen gerne „Kleinstaaterei“ geschmäht – war unsere Besonderheit.

      Aber im Zeitalter des Nationalismus war es nicht möglich, den damaligen Kräften des – vermeintlichen – Fortschritts zu widerstehen. Das wusste z.B. auch Ludwig II von Bayern, dem oft sein politisch (insbesondere militärisches Versagen) vorgeworfen wird.

      Die Tradition und Geschichte sprechen dafür, dass Bayern und Sachsen auch dieses Deutschland-Konstrukt überlegen werden…- Hoffentlich!

  53. Die heiligen Bayern
    Zum “ geschickten“ Seitenwechsel 1813: so heilig sind sie dann doch nicht ,die edlen Bayern : zuerst Verbündete und dann schnell die Seite wechseln, weil ihnen der Monsieur Napoleon den Titel ( König) und auch das Land Tirol als Beute versprochen hat ( bei Sieg über die Österreicher)…. Und dann viele Jahre der Unterdrückung der Tiroler ( Steuern rauf, Prozessionsverbote ,Christmetten Verbot ) …Im damals erzkatholischen Land …. die dann in den napoleonischen Schlachten am BergIsel einen traurigen Höhepunkt gefunden haben ( Tiroler gegen Bayern und Franzosen)…. Ja,ja die heiligen Bayern

  54. Ich hab,s immer schon gesagt:
    Als ich vom meinen auslaendischen Freunden 1990 zu meiner Meinung zur Wiedervereinigung gefragt wurde, sagte ich immer: Sehr gut! Denn jetzt braucht D-land Bayern nicht mehr. Bayern sollte deshalb das Erzbistum Salzburg und beide Teile Tirols dazunehmen, die Monarchie wieder einfuehren, und die Unabhaengigkeit erklaeren. Leider fiel dieser Vorschlag auf taube Ohren. Und nun ….. haben wir die Zarin aus der Uckermark.

    • Meine Rede seit Jahren
      Ihrem Vorschlag ist wirklich nichts hinzu zu fügen außer dass diese Unabhängigkeit überfällig ist.

      OT: Wer hatte beim Zuschauen der Nachrichten heute auch ein hässliches Dejà vu von Faschismus und Krieg?

  55. Titel eingeben
    E.R.Langen, schaun Sie sich die Wahlergebnisse von 1932 und 1933 an, dann wissen Sie, wer braun ist und wer nicht: Bayern und andere Katholiken. Und mein FC Bayern, der Judenclub, schon mal gar nicht. Grüße an Cinderella

  56. Die Preißn und ihre Geschichtskenntnisse. Jomei
    Wie schon geschrieben, wollten die Bayern den Österreicher hinauswerfen, aus ihrem schönen Land.
    Doch die Preißn haben ihn eingebürgert. Dann ging er nach Berlin und das Unheil fing an.
    „Hauptstadt der Bewegung“ wurde München erst, als man sich nicht mehr wehren konnte. Und die, die sich gewehrt haben (Elser, Geschw. Scholl, Graf Stauffenberg etc.) kamen allesamt aus Bayern, aber haben das „sich Wehren“ nicht überlebt.
    So schaut’s aus.

    • .....
      Tresckow, von Schulenburg, von Schulenburg-Tressow, Goerdeler usw. waren alles Preussen.

      Gerade der Attentatsversuch 1944 wurde zu einem guten Teil von preussischen Adeligen getragen.

      Bei der Septemberverschwörung (noch vor dem Krieg):

      von Brauchitsch, von Stülpnagel, von Hase, von Witzleben und einige mehr waren alles eigentlich Preussen.

      Ohne die Leistung der Bayern schmälern zu wollen aber das „allesamt aus Bayern“ kamen die sich wehrten stimmt schlicht nicht.

    • Titel eingeben
      Nun ja – zur Wahrheit gehört dann sicher auch, dass ca. 25% der KZ-Lagerkommandanten aus Bayern stammten:

      Hans Aumeier * 20. August 1906 in Amberg, Bayern Kommandant des KZ Vaivara
      Richard Baer * 9. September 1911 in Floß, Oberpfalz Kommandant des KZ Auschwitz und des KZ Dora-Mittelbau
      Heinrich Deubel * 19. Februar 1890 in Ortenburg Kommandant des KZ Dachau und des KZ Columbia
      Otto Förschner * 4. November 1902 in Dürrenzimmern Kommandant des KZ Dora-Mittelbau
      Adam Grünewald * 20. Oktober 1902 in Frickenhausen am Main bei Würzburg Kommandant des KZ Herzogenbusch
      Anton Kaindl * 14. Juli 1902 in München Kommandant des KZ Sachsenhausen
      Otto Max Koegel * 16. Oktober 1895 in Füssen Lagerkommandant des KZ Majdanek, des KZ Ravensbrück sowie des KZ Flossenbürg
      Josef Kramer * 10. November 1906 in München Kommandant des KZ Natzweiler-Struthof, des KZ Bergen-Belsen und des KZ Auschwitz-Birkenau
      Hans Loritz * 21. Dezember 1895 in Augsburg; Kommandant des KZ Dachau und des KZ Sachsenhausen
      Arthur Rödl, * 13. Juni 1898 in München Lagerkommandant des KZ Groß-Rosen.
      Heinrich Schwarz * 14. Juni 1906 in München; Lagerkommandant im KZ Auschwitz III Monowitz
      Johann Schwarzhuber * 29. August 1904 in Tutzing, Oberbayern stellvertretender Kommandant des KZ Ravensbrück
      Hilmar Wäckerle * 24. November 1899 in Forchheim; Kommandant des KZ Dachau
      Franz Xaver Ziereis * 13. August 1905 in München Kommandant des KZ Mauthausen

      ganz zu schweigen von Streicher, Göring, Himmler, Röhm, Boepple,Josef „Sepp“ Dietrich, Epp, Esser ,Grau, Grimm usw.

    • @ Bluebeardy
      „zur Wahrheit gehört dann sicher auch, dass ca. 25% der KZ-Lagerkommandanten aus Bayern stammten“

      Interessanter Einwurf, wenn auch äußerst unappetitlich.

      Sie wünschen die Anteile der Nazis und Kriegsverbrecher an der Gesamtbevölkerung nach Bundesländern aufzuschlüsseln?

      Mit dem Ziel, die Gesamtschuld in größere und kleinere Bürden zu teilen? Bayern 25% … Hessen … etc.

      Halten Sie die Daumen mal Pi-Statistik (gebürtige Bayern? in die „Haupstadt der Bewegung“ Zugezogene?) für geeignet, das Unterfangen einer Schuldaufteilung zu stützen?

      Anders gefragt, lässt sich aus der Herkunft des KZ-Führungspersonals ableiten, die Bayern hätten in ihrer Gesamtheit einen überproportional hohen NSDAP-Wähleranteil und besonderen Eifer bei der „Endlösung“ an den Tag gelegt und dabei ihr „statistisches Soll“ – Anteil Bayern an der Gesamtbevölkerung 1939: 10% – erheblich „übertroffen“?

      Wen bitte exkulpieren die 15% „Übererfüllung“?

      Sie werden es uns bestimmt wissen lassen

  57. Pfüati
    Werter Don,
    als einer der meistgelesenen Autoren (und Bildgestalter) vieler Wikipedia Artikel ist es mir immer wieder eine Freude ihnen Stichwörter und Inspiration liefern zu können. Seit Jahren verfolge ich ihre Kolumne aus genau aus diesem Grund. Sie sind als wacher Medienschaffender in guter Gesellschaft, denn ganz Deutschland verzichtet nicht auf meine Wort- und Bildbeiträge. Mein letztes Projekt Brandenburg@Wikipedia hat es Ihnen scheinbar besonders angetan. Weiter so mein Herr, möchte ich da preußisch rufen.

    • Ähm – ich habe, worüber ich schreibe, entweder studiert oder zumindest viel gelernt, und Sie sehen ja, dass ich tatsächlich in Gräfenberg gewesen bin.

  58. MeckPomm ist nicht Bayern
    Hallo Don Alphonso, eine sehr unterhaltsame Glosse mit bayerisch verpackter Systemkritik! Der historisch gebildete FAZ-Konsument wird da und dort mäkeln, ich habe mich ausserordentlich gut unterhalten und zum Nachdenken angeregt gefühlt. Ob die wackere Pfarrestochter aus MeckPomm in Ihrem Sinne agieren wird, wage ich zu bezweifeln! Ob sie wohl auch die FAZ online liest? Ich (Mischlingskind einer Preußin und eines Bayern) rufe Ihnen zu: weiter so! Es grüßt Sie Christian Veerhoff

    • Ich glaube nicht, dass die das liest. Ausserdem will ich ja eigentlich nur unterhalten.

    • @DA, 4. August 2016 um 19:00 Uhr
      Die eigentlich interessante Frage, die mal ein Qualitätsjournalist mit Ausdauer klären sollte, ist doch diese: Kann sie überhaupt lesen? Oder nur nicht reden?

      Bitte gründlich recherchieren. Zeit ist genug, die Dame bleibt uns wohl noch zehn Jahre erhalten. Denn mitten in der … im Fluss wechselt der Deutsche halt nicht gern die Ochsen und Kühe, die den Karren reingezogen haben.

  59. Es lebe die Schlichtheit
    Ha, ha, da simmer wieder. Don Alphonso erklärt die Welt. Klar, „oan hosd frei“. 1866. Preussen – Bayern. Da richtet ma sich‘s oan.
    Nur hat sich die Welt seitdem weitergedreht. Schön, dass sich die bayrische Volksseele noch mit vergangenen Niederlagen auseinandersetzt. Die Kanzlerin kann’s sich net erlauben. „Oan hosd frei“, funktioniert bei Aggressoren und Potentaten im Zweifelsfall gar nicht so gut. (Hej Putin, oan hosd frei!) Auch wenn uns Seehofer, Orban und Trump das gern glauben machen möchten. Vermutlich bedeutet volksnähe bei diesen Herren daher zuvörderst, dass sie globale Zusammenhänge in etwa so gut verstehen und strategisch so weitsichtig sind, wie der Stammtischrunde in Aichach-Friedberg.
    Aber wer mag denn Lücken im politischen Programm und mangelnde Weitsicht kritisieren, wenn’s doch gemeinsam gegen den Feind geht. Der steht dann wahlweise in Berlin oder Washington, DC. Die da oben muten uns was zu!
    Schön auch, dass tatsächlich nicht Österreich das erste Opfer von Hitler Deutschland war, sondern Bayern. Wieder was gelernt.
    Das Beispiel mit Gräfenberg passt übrigens vorne und hinten nicht. Denn „oan hosd frei“ versinnbildlicht nach Don Alphonsos eine geradezu biblische Langmut in einer konkreten Situation, in der man auch hätte anders können. Mutmaßlich waren die Bayern in Gräfenberg aber nicht in der Position, den frechen Preussen gegenüber noch einmal Gnade vor Recht ergehen zu lassen. Die Kriegsziele Bismarcks zu erfüllen war ihre einzige Option. Daraus im Nachhinein ein „oan hosd frei“ zu machen, ist auch eine interessante Weltsicht.

  60. Uiuiui
    Netter Artikel über die Bajuwaren. Historisch, klar ey.
    Bloß blöd, dass ich ebenfalls da wohne (Nord-, Ober- und Südbayern dank Eigenmigrationserfahrung mittlerweile gut kennend) und über ganz andere Sachen berichten könnte. Schad-Isarpreussn sind noch das Harmloseste.

    Ja klar, nur die besseren Kreise benähmen sich ordentlich, geziemend und was für eine Freude. Jeder, der anderes berichtet, ist dann ganz einfach im falschen bairischen Umfeld. Herrlich. Weiter so. Und jetzt eine vegane Weißwurscht ganz schwer nach öife, dann mit einem Rosé heruntergespült (weil sie nicht schmeckt, brr.)

  61. Kulturbanausen
    Was haben denn die Bayern mit den schönen Barockklöstern im erbeuteten Pfaffenwinkel gemacht?
    Die schöne Reichstadt Ulm wurde geteilt und jetzt haben wir dort ein Salafistenproblem, weil die Bande immer auf die andere Donauseite wechseln kann.
    Und über die Unterdrückung der Franken und Schwaben mag ich gar nicht reden: ein Elend ist das und man sollte schleunigst einen Bayxit für diese unterdrückten Gruppen ins Leben rufen!
    (P.S. Nehmen Sie es nicht ganz so ernst)

  62. Den Berserkern unter den Deutschen auch mal Respekt zollen (fällt das unter #hs ?)
    Wir schreiben den 1. September 1870, frühmorgens als Teile der 1. Bayerischen Division in das französische Ardennen-Dorf Bazeilles südlich Sedan einrückten.
    Die bayerische Vorhut hatte am Vortag die Sprengung der Eisenbahnbrücke über die MAAS südlich von Bazeilles verhindert, war aber bei der Verfolgung des französischen Gegners im Ort auf heftigen Widerstand gestoßen. Am Abend hatte sie sich unbehelligt auf den Brückenkopf nördlich der Maas zurückgezogen. In der folgenden Nacht hatte die französische Armee Bazeilles durch Infanterie und Marineinfanterie der „Blauen Division“ sichern lassen, die Befehl hatten, den Ort „jusqu’à la dernière cartouche“ zu verteidigen. Straßen und massive Häuser waren zur Verteidigung ausgebaut.
    .
    General Ludwig von der Tann-Rathsamhausen, Kommandeur des I. Königlich Bayerischen Armee-Korps, befahl am Morgen des 1. September gegen 4 Uhr den Angriff auf Bazeilles. Während des Angriffs im schlechten Licht des grauenden Morgens erlitten die bayerischen Einheiten in den Häuserkämpfen in kurzer Zeit hohe Verluste. Die n Truppen mussten im Laufe des Vormittags immer weiter verstärkt werden, so dass schon um 9 Uhr fast das gesamte bayerische Armeekorps (1. Division und Teile der 2. Division) in Bazeilles im Kampf standen.
    .
    Die Bayerische Armee beklagte bei Sedan den Verlust von 4089 Toten und Verwundeten, darunter waren 213 Offiziere, von denen 106 gefallen waren. In der französischen Propaganda war zunächst von einem Massaker der Bayern an Männern, Frauen und Kindern die Rede. Nach einer amtlichen französischen Untersuchung fanden jedoch 39 Einwohner von Bazeilles den Tod weitere 150 (10 % der Einwohner) starben an Verletzungen in den Folgemonaten. Untersuchungen ergaben, dass der bayerische Furor durch zivile Hecken-und Dachschützen aus dem Hinterhalt ausgelöst worden sei (siehe auch Fontane „Der Deutsch-Französische Krieg 1870/71“)
    .
    In der Folge hatten französische Truppen immer einen Heidenrespekt vor den Bayern. Die „Hunnenrede“ in Tateinheit, antizipiert. Und der depperte Luderl konnte endlich mit den Goldfrancs seine Träume verwirklichen (na ja, zu Teil wenigstens)

  63. Königreich Bayern etwas älter
    „Bayern gelang es mit einem geschickten Seitenwechsel 1813, auf die Siegerseite der napoleonischen Kriege zu gelangen, und wurde beim Wiener Kongress mit der Erhebung zum Königreich und mit neuen Untertanen in Franken belohnt.“

    Hm, es war Napoleon, der Bayern 1806 zum Königreich erhob bzw. die Selbsproklamation des Kurfürsten Max. IV. Joseph zum König Max. I. Joseph erlaubte. Daher musste Bayern 1813-1815 nicht mehr mit der mit der Erhebung zum Königreich belohnt werden, das hatte man schon in der Tasche.

    Gruß, Wahlpreuße

  64. Und die Moderne?
    Geschichte und Provininzialität hatten wir bereits zur Genüge, jetzt mal zur Gegenwart. Mit Bayern verbindet man seit dem seligen FJS „Laptop und Lederhose“. Lederhose ist jedem klar, aber Laptop? In den Entrwicklungsabteilungen der high-Tech-Firmen arbeiten jede Menge „preußische“ Zugewanderer, und wenn die aus einem selbstständigen Bayern wieder abziehen, werden die BMWs zukünftig von Pferden gezogen.

  65. Nicht mal im tiefsten Bayernland beherrscht man die Frakturschrift durchgängig!
    Oder man verwendet absichtlich ein kurzes „s“, wo ein langes „ſ“ hingehört, damit die Touris das Geschriebene lesen können. So oder so, ich bin enttäuscht.

    Ceterum censeo Merkel esse removendam.

    • So sind nun mal die Franken:
      auf keinen Fall Pedanten.

    • Ceterum censeo Merkel esse removendam!
      Text eingeben


    • @Gast: ceterum censeo
      Das nützt jetzt auch nichts, das herzubeten, es nützt einzig was, einen Nachfolger zu wissen.

    • colorcraze, doch nicht so verzagt
      sich einfach trauen, weiter zu denken, ein Nachfolger wird sich finden und nicht immer sagen, ja aber was kommt dann… Die nächsten Jahre werden so oder so ziemlich heftig, alle Probleme sind auf die Zeit nach der Wahl verlagert, nun auch noch der Griff in den Gesundheitsfonds, also in 2018 eine saftige Erhöhung der Beiträge. Griechenland, die wenig lustige Energiewende, die geschenkten neuen Bürger, das alles fällt uns dann heftigst auf die Füße. Wird halt für den Nachfolger nicht leicht, den Saustall aufzuräumen, aber der wird aufgeräumt werden müssen, AM macht das nicht. Und irgendwann kommt dann vielleicht das große Aufatmen unter all dem Mehltau.

      http://www.rolandtichy.de/meinungen/was-kommt-nach-merkel/

  66. Blabla
    Ich lebe nahe Frankfurt … Man schämt sich hier fast schon selbstverständlich und fast täglich über neue Äußerungen aus Bayern … Neuerdings hört man oft den Satz “ wieso haben wir die Mauer nicht dort hin gebracht als wir sie abgetragen haben …“

  67. Auch bairische Hunde
    bellen mehr als sie beißen.Bis jetzt waren die Seehofers und Söders nur Papiertiger. Und die immer wiederkehrenden feuchten Träume von der Alpenrepublik sind so realistisch wie die Auferstehung des irren Ludwigs. Es ist sicher schön in BY. Aber auch in Ostfriesland und in der Uckermark. Und die gute Angela sitzt mit norddeutscher Gelassenheit das ganze Separatistengelaber aus. Denn denen fehlen dafür die Testikel. Hat schon Oliver Kahn festgestellt

  68. Ausstellung in Ingolstadt
    Servus Don,

    wie ist die Ausstellung zum preußisch-deutschen Krieg von 1866 in Ingolstadt?

    http://www.armeemuseum.de/de/ausstellungen/sonderausstellungen/62-ausstellungen/sonderausstellungen/beschreibung-sonderausstellung/1011-2016-sonderausstellung-krieg-1866.html

    Habe vor, mich demnächst von der südpreißischen Landeshauptstadt (München) dorthin zu begeben;-)

  69. Viele Worte
    Um nicht zu sagen: Sehr viele Worte. Und alles lenkt von der schlichten Tatsache ab, dass wir Preußen gesiegt haben.

    Keine Kunst: Gegen die Ergebenheit bayerischer Ministerialbeamter in das Schicksal des preußischen Sieges im 66er Jahr ist jede behauptete Abendlandsresignation der Bundeskanzlerin vor grenzüberschreitendem Zuzug ein laues Lüftlein.

    Ordnungszelle Bayern in der Weimarer Republik? Sicher meinen Sie da diesen Stab beim bayerischen Staatsministerium des Inneren, der sich unter Robert Kempner um die Ausschaffung Hitlers kümmerte. Huch, schrub ich „bayerisches Staatsministerium des Inneren“? Oder sollte etwa die Sondergerichtsbarkeit gemeint sein, die reichsweit die politische Linke kujonierte und die Rechte für brave Herren hielt, in Bayern aber sondergleichen barbarisch wütete?

    Vom Vorzug, von US-Truppen besetzt und damit Anlaufstelle ostzonaler Unternehmer gewesen zu sein, ist auch merkwürdig selten die Rede. Sollte sich der Russe jemals Berlin holen, macht er hoffentlich einen Umweg übers gemästet ignorante Bayernland.

    Ohne geduldige Förderung von preußischer Seite wäre Bayern ein Eingeborenenreservat mit Zimmermann’scher Spielbank und erdoganischem Politikbetrieb unter dem Wappentier eines großen Laufvogels.

    • Preussen hat einen Feldzug gewonnen, aber schauen sie sich die Reste jetzt doch mal an.

    • Preissn
      Die Preissn haben sich zu Tode gesiegt.

    • Titel eingeben
      Eingeborenenreservat?

      Nehme ich sofort. Gerne gebe ich auch ein bisschen Wohlstand und Bedeutung ab. Kein Fussballweltmeister mehr, kein Teil des EU-Hegemons mehr, kein Exportweltmeister, kein Bach, kein Beethoven…

      Aber frei und selbstbestimmt!

  70. Titel eingeben
    Seit Strauß nicht mehr „regiert“, ist Bayern doch nur noch eine Domäne der verdeutschten Volksrepublik. Der Seehofer hat ´zich Versuche in Berlin angekündigt und rudert jedesmal jämmerlich zurück, je mehr man „einen frei“ hat und nix passiert, umso weniger nimmt man ihn Ernst, den Bayern.

    Da wären wir schon bei Ernst-August, der sich schon bereit macht für den E-fall.

    Nix für ungut, Don Alphonso, aber die Bayern hatten ihre Chance…

  71. Titel eingeben
    Die Verdrängung u.a. auch des Krieges von 1866 ist durch die generell einseitig-borussianische dt. Geschichtsschreibung zu erklären.

    Wie könnte es sonst sein, dass ein Kriegstreiber, wie O.v.Bismarck hierzulande allen Ernstes als einer der größten Deutschen aller Zeiten verehrt wird. Und dies auch im ehrenwerten Bayern, wo die Deutschtümelei in gewissen Kreisen mitunter am Höchsten war und immer noch ist und z.B. allein der Hinweis auf eine mögliche Wiederherstellung der Eigenstaatlichkeit Bayerns als Hirngespinnst abgetan wird.

    • Nein Neinneinnein. wie gesagt, uns wurde nahegelegt, das Schulbuchwissen beiseite zu legen und uns bewusst zu machen, dass die Einigung den Kern des Untergangs in sich trug.


    • und uns bewusst zu machen, dass die Einigung den Kern des Untergangs in sich trug.
      das ist so die Logik „sobald man geboren ist, stirbt man jeden Tag“.
      Hätte jetzt nicht gedacht, daß derlei depressiver Pseudobuddhismus bei Ihnen anschlägt.
      Die Kunst war doch immer, so lange es geht am Leben zu bleiben.

  72. Blabla
    Nähe Frankfurt schämt man sich tatsächlich mittlerweile fast schon selbstverständlich und fast täglich wegen neuen Äußerungen aus Bayern …

  73. mehr a gschichtl als geschichte
    als freiwilig exilierter tiroler mit gerade 16 jahren berlin-erfahrung hinter mir schreit mich dieses gschichtl um meinen senf an. ja, ich hab mir auch oft gedacht: die bayern tun mir leid bei preussen. dann aber fiel mir ein, dass es auch umgekehrt sein könnte: hätten die bayern den untalentierten, arbeitsscheuen adolf nicht umgehend beim ersten auftauchen dort in ihre armee aufgenommen (die sonst nicht so tolle – königgrätz- k & k armee hatte ihn wegen körperlicher u n d charakterlicher untauglichkeit nicht genommen und er wäre in wien weiter sozialschmarotzer geblieben im städtischen männerheim in der meldemannstrasse und ein paar banal gemalten ansichten von wien), was waere preussen, deutschland und der welt erspart geblieben… ja und auch mit den nachbarn im süden haben die bayern nicht gerade ruhm auf sich geladen: schon 1809 und nicht erst 1813 wurden sie von den tirolern zusammen mit den franzosen verdroschen, leider nicht final. auch wenn natürlich graf montgelas mehr drauf hatte als der kriegshetzer aus tirol haspinger… aber ein bayern mit mehr orientierung nach süden wär scho scheee….

    • Immerhin haben die Bayern titol die Impfung gebracht.

      Aber wurscht, in der Not wäre mir ein starker Südstaat gar nicht so unwillkommen. Man muss auch mal alte Konflikte beenden, um neue anzuzetteln.

  74. Fraktur
    Es schmerzt, auf Ihren Bildern zu sehen, wie auch in Bayern und Franken das Gemeindeutsche überwiegt. Nur einmal ist in Fraktur, Schwabacher etc. zwischen langem und rundem s unterschieden. Das runde steht in Fraktur etc. nur am Wortende, in zusammengesetzten Wörtern also auch innen. Die gewöhnliche Antiqua kennt nur ein s. Liest man in Fraktur etc., wie auf Ihren Bildern, »Gaststube« mit rundem s, müßte man es »Gas – Ts – Ube« aussprechen. In Berlin dort tief unten, wo nie die Römer waren, aber die lateinische Schrift herrscht, ist natürlich alles einfacher.

    Wie gern fahre ich durch Bayrischschwaben – freue mich auf das Bier dort am Abend, gebe mir aber Mühe, das Gas-taus-child über dem Einfang zu den zeitlichen Freuden nicht zu lesen.

    str.

    • Wohl gesagt, Gast aus Erzgebirgien
      Metzgerwert in Hurlach auf dem historischen Lechfeld, bei Gelegenheit zu empfehlen.
      .
      Awa am Sundag wida an de Ludwigsheh, am Käschdeweg, in de Palz.
      .
      Brüder soll´n wir alle Teutschen sein. Das thut not wie nie zuvor.

  75. Duldsame (tolerante) Bayern
    Nun lebe ich als Erzgebirger schon seit vierzehn Jahren im südlichen Teil Bayerns. des Landes an dem man die Liebe Gottes zu den Menschen in Landschaft, Bier und Essen jeden Tag entdecken kann. Wir Sachsen standen ja auch eher selten auf der Sonnenseite der Geschichte und mußten uns zwischen Preußen und Österreichern, die uns entweder als Kanonenfutter brauchten oder wie so oft im Stich ließen. Deshalb versteht der Erzgebirger die Mentalität der Bayern so gut. Schließlich standen bis 1918 die Österreicher an unserer Südgrenze und bewegten den Heimatdichter Anton Günther zu den Zeilen ‚Deutsch und frei wolln mer sei‘. Was die allgemeine Sympathie für die Österreicher wohl mehr als treffend ausdrückte. Zudem hat die Liebe des Kronprinzen Ludwig zur sächsischen Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen, bekanntermaßen den Münchnern ihr heute so berühmtes, wie beliebtes Oktoberfest beschert.
    Und so kommt es, daß die Bayern oder besser die Allgäuer, die sich ja höchstens in dritter Linie als Bayern begreifen, so geduldig meinen erzgebirgischen Zungenschlag ertragen und mich im Gegenzug mit dem z.T. unverständlichen Wohlklang ihres Idioms erfreuen. Gemeinsam durchlittene Geschichte verbindet.
    Also kann ich aus eigener Erfahrung und mit dem Erbe der sächsischen Geschichte im Gepäck aus dem Allgäu Don Alphonso nur beipflichten. Sie hatten schon einen frei.

    • Ja, ja,
      was mussten sie auch gemeinsam mit den Österreichern vor die preußischen Zündnadelgewehre hüpfen, die Sachsen aus ihrem Eierscheckenkönigreich. Nicht mal ein Bündnisangebot für die Neue Weltordnung erhalten sie hier im Blog. Stattdessen wird was von protestantisch-katholischer Trennlinie geklittert… ;)

      (Zur Großzügigkeit: Ich frage mich, wie viele Frau K. frei hätte, wenn sie sich auf einen Markt in der sächs. Provinz stellte und den Leuten erzählte, sie müssten staatssicherheitsdienstlich und emotional runderneuert werden?)

    • @interim
      Wie viel hätte sie frei? nüscht!

      Die Sachsen leben ihre Emotionen recht frei aus.

      Unglücklicherweise hat man ihnen lange erzählt (und manche tun das noch heute) dass Proletarier bessere Menschen und dem Bürgertum vorzuziehen seien.

      Die emotionalen Ausbrüche gestalten sich leider oft dementsprechend.

      Ist meine Beobachtung als Exilrheinländer in SN.

      btw. Eierscheckenkönigreich ist in Ordnung, aber ich möchte sie bitten
      bzgl. protestantisch-katholischer Trennlinie zu recherchieren. Da war man hierzulande doch schon recht früh sehr tolerant (Es ging schliesslich drum König von Polen zu werden).

    • Trennlinie
      @candide

      Eben.

  76. Frankfurt hat nicht verziehen
    Vor 5 Jahren hatte ich Stadtführung in Frankfurt (ich hoffte da mal wirklich einen schönen Flecken zu entdecken) und im Zuge dessen wurde noch heftigst über die Preußen gewettert. Da ist weder vergeben noch vergessen.
    WWI von Preußen angezettelt, bzw. von deren Dummheit, da stimm ich sofort zu. Aber der WWII war einem gewissen Herrn zu verdanken, der in München mehr als nur einen frei hatte. Fairerweise muss man dazu sagen, dass der Rest Deutschlands ja mitgemacht hat, aber ausgegangen ist es nicht von den Preußen.
    Ansonsten wieder ein sehr genialer Artikel

    • Gern geschehen. soweit ich das verfolgen kann, übergehen Frankfurter zumeist den Teil ihrer Geschichte unter preussischer Despotie.

    • Titel eingeben
      Wissen Sie schon, in wessen Tradition sich Hitler sah, wen er verehrte und welches Bild er angeblich zuletzt angestarrt hatte…

  77. Berlin ist nun mal nix für beleidigte Leberwürste
    Tach Herr Alphonso,

    eines finde ich an Ihren Texten ja ganz ulkig: egal worum es geht, man kann sich felsenfest darauf verlassen, irgendwo kommt immer, aber wirklich immer, als eine Art ceterum censeo bzw. running gag in der einen oder anderen Verklausulierung die Aussage „Berlin ist Scheiße!“.

    Könnte es sein, dass Sie in Berlin schlechte Erfahrungen gesammelt haben etwa dadurch, dass

    – Sie in einer Berliner Kneipe eins auf die Nase bekommen haben,

    – Sie in Berlin bei einer für Sie sehr begehrenswerten Frau abgeblitzt bzw. von ihr schnöde verlassen worden sind

    oder

    – Ihnen in Berlin ein Fahrrad geklaut wurde,

    und Sie Ihren nie richtig verarbeiteten Frust jetzt an der Stadt auslassen?

    Wie auch immer, diese lebenswerteste aller deutschen Städte hat in ihrer bewegten Vergangenheit weit schlimmeres überstanden als Ihr Gekeife, sie wird sich daran nicht mehr stören, als eine hundertjährige märkische Kiefer an einem sich an ihrem Stamm scheuernden Borstenvieh.

    Kläffen Sie also bitte weiter, Ihren Texten würde ohne das obligatorische Berlin-Bashing was fehlen und danach zu suchen ist fast genau so unterhaltsam, wie in Wimmelbildern nach dem immer wieder gleichen versteckten Gag zu suchen oder in den ersten Szenen von Hitchcock-Filmen nach der Stelle, wo der Meister höchstderoselbst als Komparse auftritt.

    Herzlichst

    M. Sch.

    Berliner von Geburt und Überzeugung

    • Das sage ich nicht. Ich sage, wir sollten Berlin an die Russen verkaufen-

    • Berlin
      Berlin ist eine geliebte Stadt im Auge des Berliners, Heimat halt, es sei Ihnen selbstverständlich gegönnt. Aber gereichte eine Hauptstadt Berlin den Provinzen jemals zum Vorteil? Ich vermag es leider nicht zu erkennen. Unerklärliche bad vibrations?

    • Berlin
      Ja, man spricht eben über Berlin ohne genügend Rücksicht auf die Hauptstadtbewohner zu nehmen.
      Fairerweise sollte man tatsächlich Zurückhaltung üben, und dem Berliner seine Flecken Asphalt zwischen den Hundehaufen lassen.
      So wie der in Berlin aufgewachsene Dobermann nur den Bürgersteig und die für alle möglichen Zwecke genutzten Grünflächen kennt, und in dieser Welt eben das ist was diese Welt aus ihm gemacht hat, so ist der Berliner insgesamt mit sich und seiner Stadt im Reinen.
      Erzählt man dem einen wie dem anderen von der Welt, in der die Leute leben dürfen die den Hauptstadtspaß bezahlen, so schaut man doch nur in trübe verständnislose Augen. Es bringt noch mehr Hass in eine Stadt, deren chronische Krankheit ohnehin der Hass ist.

  78. à propos freimütiges Blutvergießen
    da war doch dieser Louis Ferdinand von Preußen (1772–1806), dem Beethoven sein 3. Klavierkonzert widmete.
    Der Prinz, Freund schäumender Getränke und immerhin so musikalisch, daß ein Gesamtwerk von ihm 1980/81 in einer 6 VinylScheibenBox von Thorofon herausgebracht wurde, – vergoß sein Blut in Saalfeld gegen die Franzosen.
    Ein Säbelstreich in den Nacken und post mortem ein Stich in die Brust mit einem Degen, – das kommt dabei raus, wenn man sich voreilig [lustvoll] unter Druck setzen läßt.

    http://www.capriccio-kulturforum.de/index.php?thread/2650-prinz-louis-ferdinand-von-preußen-1772-1806-ein-blaublütiger-dilettant-unter-vie/

  79. Titel eingeben
    …Berlin an die Russen verkaufen …
    Das wird nichts. Die Reichsmüllstadt ist geschenkt noch zu teuer. Und was soll Russland mit so Lichtgestalten wie Landowski, Diepgen, Wowereit und Co. anfangen? Ganz abgesehen von diesem restlos unnützen Apparat genannt Bundestag und ihre Polit-Schau- und Darsteller.

  80. Preußen
    Mit Verlaub…. aber da haben wir den Grund, daß sich die Aliierten 1945 schnellstens entschlossen haben, Preußen zu „verbieten“. Preußen jammern nicht 150 Jahre ihren eigenen Niederlagen nach, sondern werden immer eine politische Wirksamkeit anstreben und erreichen. Bei Bayern, scheint da keine Gefahr zu bestehen. Der „münchner Papierhofer“ zeigt es ja immer wieder deutlich. Da lässt sich nur das Zitat des Freiherrn Johann Friedrich Adolf von der Marwitz anbringen (der sich seinzeit gegen eine kriegsrechtswidrige Anordnung Friedrich II. sperrte). Sein Neffe liess es auf seinen Grabstein meisseln: „Wählte Ungnade, wo Gehorsam nicht Ehre brachte.“ Und mit Preußen hat das, was sich da heutigen Tags in Berlin tummelt ja nun gar nichts zu tun.

    Aber – wie immer – schöne Bilder! Meinen herzlichen Dank dafür.


    • Richtig, Bayern fährt stets Windschatten, Preußen hat Geschichte gemacht und sich dabei verausgabt, so sehr, daß es bereits unter Bismarck verschwand.
      So ähnlich wie Portugal, dessen Kolonie Brasilien heute mehr Gewicht hat als das „Mutterland“.
      Aber die BRD gibt es immer noch, und Bayern als pseudobolivianischer Binnenstaat à la Zweittschechei ist lächerlich.

  81. "geschickten Seitenwechsel"
    Etwas euphemistisch, mit Verlaub. Können wir uns auf „Überlaufen“ einigen?

  82. Titel eingeben
    In der Pfalz heißt das übrigens „åmol hosch noch, und dann setzts was“.

    Man flaggt in der Kurpfalz auch nach über 200 Jahren noch immer wittelsbachisch blau-weiß neben pfälzisch gold-schwarz. Die Bairischen Wecken sind in der Kurpfalz in bald jedem Dorf so vertreten wie der Salische Löwe, sei es im Wappen oder in der Flagge.

    Die Badische Annektion hat man halt zwangsweise ertragen müssen, mangels eigener Macht, wie man auch die elenden Preußen ertrug, deren gehorsamste Schoßhündchen die Badener Großherzöge bekanntlich seit 1849 waren. Eigentlich sind nur die Württemberger noch unbeliebter, weil sie der Kurpfalz 1504 das schöne Kloster Maulbronn im Krieg gestohlen haben und seither dreist und frech behaupten, die Maultasch sei schwäbisch, was ein Skandal allerersten Ranges ist. Und wenn heute die rechtsrheinischen Kurpfälzer bei jeder Gelegenheit das Badnerlied dahersingen, so liegt das ursächlich am Spiel dieses Liedes bei Fußballereignissen während der letzten 20 Jahre, während derer sich diese billige Kopie der Sachsenhymne von Südbaden bis in den Norden druchgefressen hat. Es liegt weiters an einem traurigen Mangel an Regionalbewußtsein, was sich aber langsam ändert, und daran, daß die Pfälzer Sängerhymne zwar sehr schön, aber textlich fürs nötige Pathos ja viel zu kurz und eher linksrheinisch bekannt, und der „Jäger aus Kurpfalz“ als Hymne völlig ungeeignet ist, das erträgt man nur „noch ondlisch poar Schobbe Woi“. Zudem der Rhein zu lange das Land getrennt hat und die Leute es auch leider nicht mehr besser wissen – erst Karlsruhe und dann Stuttgart hatten 200 Jahre Zeit für Umerziehung und Geschichtsbanalisierung.

    Meinethalben kann die ganze Pfalz wiedervereinigt und mit Bayern verbunden werden, wie sich das historisch gehört, dann könnte man auch endlich dieses grauslige Nachkriegs-Mannheim mitsamt Ludwigshafen, letzteres bekanntlich die abgrundhäßlichste Stadt westlich von Novosibirsk, abreißen und entweder nach ursprünglicher, barocker Planung neu aufbauen oder dort gleich Kleingärten für die Heidelberger anlegen, in Erinnerung an den in Schwetzingen gebürtigen König Maximilian I., der die Münchener bekanntlich so wenig verstehen konnte wie die ihn, mit seinere bråde pelzer schbrooch.

    1866 war eine preußische Schande für das ganze Land, und der letzte Sargnagel jeden Traums einer Wiedererrichtung des alten Reichs mit den Österreichern zusammen. Europa wäre viel erspart geblieben ohne diesen verräterischen Bruderkrieg.

    Für den Notverkauf Berlins an die Russen bin ich angesichts all dessen übrigens jederzeit zu haben, da ich im schönen Zehlendorf wohne und wie jeder hier mit der Steinwüste da hinter Friedenau nichts gemein habe, wobei ich mir nicht sicher bin, ob irgendwer in Moskau für die verwahrloste Elendsbrache auch nur eine Kopeke auszugeben bereit wären. Man könnte das auch einfach an Moldavien verschenken, die würden das sicher gerne nehmen, als Baumaterial für Chișinău. Die Brandenburger würden wohl eher freiwillig ihr ganzes Land in Brand setzen als mit Berlin jemals etwas zu tun haben zu wollen, also die braucht man gar nicht fragen, sowenig wie die Polen, die würden das höchstens planieren, und zurecht. Also irgendwohin verscherbeln, den Slum. Sämtliche 1920 zwangsweise eingemeindeten Orte würden dann einfach entlang des äußeren S-Bahn-Rings Kanonen aufstellen, Stacheldrahtsperren ziehen und Fallgruben ausheben, damit die innerstädtische Twitterplebs bleibt, wo sie hingehört und keinen Fußbreit mehr aus ihren Armenvierteln herauskommt.


    • Sie möchten die Industrialisierung rückgängig machen (das stinkende Ludwigshafen).
      Das ist dumm.
      Denn wenn durch Ihre Barockgärten Afrikaner und Kopftuchfreundinnen streifen, werden Sie daran nichts verdienen.
      Aus Ihren Ausführungen entnehme ich, daß Sie die Welt zwar gerne als Wille und Vorstellung ansehen, mit Bestand darin (und die Welt ist größer als BAY, D, EU) aber nichts zu tun haben wollen.

  83. Leidkultur
    >>Als „Sauftouristen“ fallen sie über die Gegend her, nicht einmal die traditionellen Waldfeste sind noch vor ihnen sicher. Eine Geschichte über Leitkultur…..Die Diskussion, wie viele Münchner der Tegernsee noch aufnehmen kann, ist schon alt, aber sie nimmt in Zeiten von Facebook an Schärfe zu. Erst waren es die Sommerfrischler, dann die Kurgäste, die Fußballmillionäre und die Fans des Tegernseer Biers, die aus der Stadt ins Tal pilgerten. Nun kommen die Trachtentouristen noch dazu…Man spricht mit dem Tegernseer Kabarettisten Harry G über die seltsame Anziehungskraft der Feste und setzt sich an den Stammtisch des örtlichen Trachtenvereins, der auf „Sauftouristen“ und „Isarpreißn“ schimpft….Am Ende zeigt die Geschichte beispielhaft, wie eine ländliche Gegend mit massenhafter Zuwanderung umgeht. Wie Fremde, die sich keiner Schuld bewusst sind, mit gutgemeinter Anpassung (Stichwort Faschingstracht) alles noch viel schlimmer machen. Und warum Worte wie „Obergrenze“ und „Leitkultur“ nicht nur in der Politik zu Streit und Chaos führen.>> Sz

    Und in der kleinen dummen Stadt an der Donau fährt schon ein Elfjähriger mit einem Bus durch die Gegend….

    Ihr seid schon groß, ihr Amigobayern – Heissluftturbinen mit geschraubten Hälsen.
    Und mit voll ausgereizter Amnesie bei unangenehmer Vergangenheit

  84. Wahlkarten Reichstagswahl am 5. März 1933
    1 – Gast sagt: 4. August 2016 um 13:59 Uhr
    Die Haupstadt der Bewegung mit ihrem bekanntesten Bürger
    der sich in ihr pudelwohl fühlte und dort auch eine Einheimische erkor!
    Und nach dem Krieg beliebter Altersitz für Altnazis…
    Bayern die Keimzelle der NSDAP

    2 – Don Alphonso sagt: 4. August 2016 um 19:06 Uhr
    Nicht Bayern. wenn dann gewisse Kreise in München. Bayern war meist stockreaktionär, aber nicht Nazi.

    3 – Wahlkarten – z.B.:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Reichstagswahl_M%C3%A4rz_1933#/media/File:NSDAP_Wahl_1933.svg

  85. Kriegsgewinnler
    Ihr Süddeutschen seid doch einfach nur Kriegsgewinnler.
    Uns in Westfalen hat man beim Kongress endgültig das Joch der Preussen
    übergestülpt.

    preussische Rheinprovinz = (westfälisch kurzer und knapper Kommentar): mmpf.

  86. Hüstel, des vielgerühmten, tüchtigen Internationalismus der Bayern fand keine Erwähnung, ein,
    so vorbildlich bürgerlich-wohlständiger Internationalimus, so herrlich kenntnisreich, also in Kenntnis der anderen vorzüglich auch? Woran es den meisten Dominanten, also den Preussen oder den von Wiesbadenern z.B. eben gerade gebräche?

    Toller Text, man lehnt sich gerne gut unterhalten und gerne belehrt zurück. Und denkt ggfls. an Potsdam, was Potsdam eben auch alles sein könnte, wenn es nur – unter klügerer Lenkung – etwas bayrischer sein könnte, „denn nur von Ludwig lernen, heiße für Preussen wahrhaft siegen lernen“. In dem Punkte wenigstens sollte Preussen sich bekehren.

  87. Der Norden wurde zu Tode nivelliert – von Wallenstein
    Der Generalissimus hat dereinst den sich langsam aufklärenden Teil des Landes platt gemacht, um dort das kaiserlich-katholische Kalifat wiederherzustellen. Er hinterließ eine Tiefebene, in der man sich fragte: Spätestens im Tode sind wir also alle gleich – warum nicht auch im Leben? Derweil Sie in Bayern unbedingt mit Wien in einer Liga spielen wollten, folglich verschont blieben und deshalb noch heute an gehobenen Orten – aber letztlich immer zu Füßen österreichischer Gipfel – sitzen.

    Da klagen Sie nun im Biergarten über 1866? Hähä. Königsgrätz? Hähähä. Hähä-hähä! Protestantische Union? Häh- … gut, irgendwo hört der Spaß auf.

    Das heutige Problem liegt ohnehin woanders. Bayern verbaut Deutschland den klaren Blick auf Europa. Man ist es gewohnt, dass die um Süden ständig ihre nicht vorhandene Eigenständigkeit herauskehren müssen. So läuft man irgendwann Gefahr, Leuten wie Orban oder Klaus unwillkürlich in der gleichen Art zu begegnen wie einem Fürsten der CSU-Provinz – nämlich mit einem stillen „Kennen wir, können uns“. Das ist nicht gut. Auf europäischer Ebene jedenfalls ist das nicht gut. Denn wir kennen sie ja grade nicht. Wir sehen immer nur Bayern. Es ist wohl die Krux (Raute?) des universellen Gleichheitsgedankens: Er macht auch blind für so manche Differenzierung.


    • Wir sehen immer nur Bayern
      Die gähnenden Löwen, die sich gleich wieder schlafen legen.
      Stimme Ihnen aber zu, daß Mitteleuropa von Berlin aus viel zuwenig wahrgenommen wird.
      Das wird nach wie vor als österreichischer Balkan mißachtet, ohne dort Anknüpfungen zu versuchen.

  88. Bayern erklärt die unabhängigkeit...........
    ………….von der BRD, Seehofer wird staatspräsident…….Berlin erzittert.
    weitere folgen:

    1. Franken erklärt sich für selbstständig und annektiert von BaWü die widerrechtlich – von NAP – zugeschanzte Hohenloher Ebene. Bayern besetzt zum ausgleich Salzburg.
    2. Die sog. bayrischen Schwaben – im langen nord-süd-korridor des Lechs eingepfercht – treten zu BaWü über, Ulm, die geteilte stadt wird wiedervereinigt.
    3. Österreich fühlt sich bedroht ob dieser dynamik und greift Lindau an, das österreichische grossheer wird aber von der freiwilligen feuerwehr Lindau und der Lindauer Marine unter führung des Lindauer Ruderclubs zurückgeschlagen.
    4. BaWü annektiert in einem schnellen gegenzug Vorarlberg, die Silvretta stauseen gehören de facto dem land eh schon seit 1926. Die Illkraftwerke werden endlich mit der EnBW vereinigt.
    5. BaWü ruft die monarchie aus, die Württemberger könige kehren zurück, als erste amtshandlung werden analog dem verkauf der landeskinder an NAP durch König Friedrich I (ca. 15.000, die dann in Russland verreckten) freiwillige für die kriegseinsätze von Hollande in Mali und anderswo rekrutiert.
    6. Der württemberger adel erinnert sich der vorlauten lobreden die ein gewisser Oeti an jubiläen in Altshausen vortrug und setzt ihn als kanzler ein, seine schatzmeisterin wird Susanne Eisenmann, die modernisiererin ! vorteil:beide können bei bedarf durch einen identischen sprechautomaten ersetzt werden.
    7. Mömpelgard und die region Franche Comte werden nach Württemberg heimgeholt, die neuen Könige verlegen den dienstsitz ins Wilhemspalais nach Stuttgart, während die alte landesregierung weiterhin auf dem Hohenasperg bei freien bezügen von Hohenasperger Schwarzriesling interniert ist.
    8. Gewinner ist Franken, die Mutti wird direktorin der R.Wagner-festspiele und editiert mit Ostseebarbie eine kinderversion des rings der nibelungen. die fränkischen ruderer müssen nicht mehr alle zwei jahre auf der von der Stadt München sträflich vernachlässigten, zerfallenden olympiaregattastrecke antreten.
    alle angriffe Preussens werden spätestens am südportal des intercity-tunnels in Würzburg beim weingut Zum Stein zurückgeschlagen.


    • Für die Wiedervereinigung von Ulm bin ich sehr, auch die Wiederauferstehung Frankens würde mich nicht stören, nur sehe ich nicht, daß die Alemannen je mal wieder zusammenkämen – zu sehr hat Karl der Blutige ihre Elite niedergemacht, und in der Folge wurden sie unter den Welschen verstreut.

    • BaWü doch nicht...
      Also, hier, wo ich lebe, fand man Alemannengräber, gleich neben dem Bahngleis. Außerdem findet man die erste Erwähnung unseres Gais im 8. Jahrhundert in St. Gallener Schriften:Albigoie.Damit war die Destination um Sonthofen – Fischen gemeint.In Oberstdorf und Bad Hindelang spricht man den alemannischen Dialekt heute noch. Schwaben sind andere.

    • des mit de wirtabergische kenig
      wär scho recht, wenn das dann au so en kenig wäret, wie die letschde wirtabergische kenig gwäe send.

      —–
      für die anderen:

      bei der Mehrzahl der württembergischen könige ist men sich nicht einig ob deren Grausamkeit die Verschwendungssucht übertraf oder umgekehrt. Siehe beispieslweise Schiller in „Kabale und Liebe“.
      .
      Dies änderte sich in nachnapoleonischer Zeit sehr zum Guten. Diese Könige, bis 1918, bemühten sich um sparsame Haushaltsführung, bescheidene Repräsentation bei gleichzeitig grosszügiger und durchdachter, dabei nachhaltiger Förderung von Schule, Ausbildung, Hochschule, Wissenschaft mit dem Ziel der Landesentwicklung und der Förderung der Industrie (Regierungsrat Steinbeiis sei hier genannt).

    • Titel eingeben
      Sehen Sie noch irgendeine Möglichkeit, Ligurien und die Toskana zu bekommen.
      Den Österreichern könnte man Triest zurückgeben. Vielleicht um den Preis eines autonomen Südtirols.
      Praktisch erprobte Verträge für Durchfahrtsrechte hätte man in Deutschland parat, man müsste nur aus „Danziger Korridor“ einen „Alpenkorridor machen.

    • Gekrönte Häupter
      Bei einer Führung durchs Ludwigsburger Schloss sah man in einer Kaschemme das Portrait Napoleons.Dieser hatte dunnemals keine Soldaten mehr, um weiterzuziehen und bat den würtemberger Adligen um weiteres Kanonenfutter. Der verkaufte ihm seine leibeigenen jungen Männer und erhielt dafür die Königskrone von Napoleon, vermittelte man uns.

      Es ist, wie sooft, nicht alles Gold, was glänzt.

  89. Die Bayern kannten trotz Sprachbegabung die klassischen Anekdoten nicht,
    sonst hätten sie davon gehört: „Si vis pacem para bellum“. Die Schweiz, europäisches Musterländchen, ebenfalls mit hoher Sprachbegabung ausgestattet, hat das ernst genommen und war äußerst erfolgreich damit. Also muss man den (historischen) Bayern leider eine gewisse Ignoranz und Naivität unterstellen. So sympathisch diese ist, sie ist auch brandgefährlich und ihr Preis war prompt sehr hoch, auch für die Bayern.

    Natürlich stehen nicht allein damit, sondern es gibt würdige Nachfolger. Ganz Westeuropa hat sich an vorgeblichen Friedensdividenden besoffen, hängt wie ein Kind am Rockzipel des US-Militärs und lässt sich von der hauseigenen zentralen Rüstungs-Schrottfiirma ohne Klagen defekte Fluginstrumente zu horrend überhöhten Preisem andrehen. Die bayerische Friedenstradition hat also Eingang gefunden in die deutsche Politik. Sozusagen als Ausgleich zum früheren Militarismus findet nun die Übertreibung ins Gegenteil statt.

    Das Ganze angesichts einer seit Jahren zunehmenden russischen Hochrüstung. So dass man mit vollem Recht und Überzeugung des Ignoranten „überrascht“ sein konnte, als die Krim-Annexion stattfand. So geht es natürlcih auch. Um im klassischen Kanon zu bleiben: Si vis bellum credis aeternam pacem.

  90. Wer ko der ko
    sagte der Kutscher…

    So, und jetzt raus mit die Bayern!

  91. namen die wir noch nennen sollten !
    @Hans Gruber
    die verdienste der Preussen in ihrer liste in ehren und auch DON fehlen die namen wie z.b. Stauffenberg, Elser, Geschwister Scholl, Delp.

    war es doch Elser aus Schwäbisch Gmünd, der als erster duchschaute was da lief und auch nie an ein preussisches junkertum glaubte.

    • .......
      Das preussische Junkertum ist so eine Sache die man sich durchaus abschauen hätte können in der BRD, dann würde in Berlin heute nicht so der Schlendrian hausieren gehen.

    • danke
      für den Hinweis auf Georg Elser.

  92. Titel eingeben
    Ich meinte natürlich weiter oben „wittelsbachisch weiß-blau“. Wasse maleär, alz zu schnell gschriwwe, sou gehts åhm, wemma alsford funn sellene hergloffänne Breisze babbelt.

    Gegen einen Südstaat hätte ich im Übrigen nichts einzuwenden. Vielleicht die Sachsen, Thüringer, Hessen, Nassauer und das Moselland mit dem Hunsrück als Puffer in Form von Satellitenstaaten. Das Saarland, ohne die ehemals Pfälzer Gebiete, verschenkt man an Luxemburg aus Rache für Junckers und um die Franzosen zu ärgern, Vorpommern gibt man kommentarlos den Polen, man kann für diese windige Tristesse eh nichts verlangen, und über Mecklenburg gießt man eine Betonplatte bis etwa zehn Kilometer vor die Badeorte an der Küste und malt das grün an, das fällt niemandem auf.

    Sollte es soweit kommen, werde ich mich und die fein Silberkännlein umgehend an die Weinstraße ins heimatliche Gefild relociren. Am liebsten eigentlich Vorgestern, man lungert ohnehin schon deutlich zu lange auf Abruf hier herum, der Umstände halber. Nahezu alle, die ich kenne, wollen inzwischen aus dem kulturlosen Elend hier oben nur noch weg.

    Und am Adolf sind sowieso nur die doofen Braunschweiger schuld.

  93. Aber haben denn
    die Bayern nicht gründlich Gnade und Genugtuung erfahren seit 1866, gerade im Vergleich zu den damaligen Usurpatoren?

    • Hä? nee?
      Die treulosen Baiern haben, zusammen mit (wieviele waren es noch einmal genau?) Anderen, damals für eine (Königs)Krone Napoleons das Reich verraten.
      Die Freys haben auch Ihren verdienten Lohn für die rote Hochzeit erhalten – was sollen wir Mitleid mit Lumpen haben?

      ´nough said, wie der Genderist sagen täte.

      sry DonAlphonso – aber so war das halt. Bitte den Oan kannst Du mir für eine meiner anderen Schandtaten anschreiben!

  94. Sind Teilnehmer in Don Alphonsos Blog durch Preußen unterwandert? ;-)
    Lieber Don Alphonso: Vielen Dank für den aufschlussreichen Text über die Eroberungskriege der Preußen und für die auch diesmal wunderbaren Bilder. (Neulich vergaß ich, Ihnen zu der offenen Mercedes-Limousine zu beglückwünschen, welch ein Prachtstück.)

    Zitat: „Deshalb leben wir hier auch in der Überzeugung, von allen Völkern auf dem Erdenrund das friedlichste zu sein.“

    Das behaupten die Finnen von sich ebenso. Was Finnland mit Bayern verbindet, ist das gemeinsame Wappentier, das wollte ich schon lange erwähnen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Wappen_Finnlands
    Und die finnische Flagge ist ebenso blau-weiß, wobei Weiß den Schnee symbolisiert und Blau das Meer und die Tausenden Binnenseen.

    Habe diesmal einen neuen Begriff gelernt: Haberfeldtreiben. Sehr schön, schade, dass der Gebrauch nicht mehr zeitgemäß ist. Vielleicht könnte das bayrische Volkstribunal beizeiten reanimiert werden.

    Ich lebe zwar am Nordpol, bin aber neutral. Preußin bin ich jedenfalls nicht. Mein Urgroßvater, der Vater meiner Oma väterlicherseits war ein Deutscher und hieß Reich. Anständig wie er war, war es schon damals sein Bestreben, als Fremder unter den Finnen möglichst zu integrieren, und so hat er seinen Namen verfinnischt und dabei die ersten drei Buchstaben beibehalten. Angesichts der aufkeimenden finnischen Nationalromantik seit Mitte des 19. Jhs. war er damit gut beraten. Meine Großmutter verehelichte einen Schwedischstämmigen, wie es sich damals gehörte. Die schwedischen und deutschen Minoritäten galten in Finnland als Eliten, sprachen Schwedisch, während Finnisch als Sprache der Bauern galt. So waren die Zeiten damals, und ich kann genauso wenig für meine Wurzeln wie die Biofinnen für ihre. Mein Vater und meine Tanten und Onkel väterlicherseits sahen allesamt nicht „arisch“ aus, sondern südeuropäisch, und mich hat niemand in all den Jahre im Ausland gar nie gefragt, ob ich aus Skandinavien stamme, sondern man tippte, trotz der (gefakten) blonden Haare, fast immer auf Frankreich.

    Die Familie meines Mannes stammt aus Gotha und emigrierte nach Russland, um in St. Petersburg bei der Gründung und Aufbau des Konservatoriums mitzuwirken, an welchem zwei seiner Ahnen dann als Musikprofessoren tätig waren. Also kann auch er kein echter Preuße sein, gell. ;-)

    Und was meine protestantische Herkunft betrifft, so wurde ich von meinem atheistischen Vater am Meisten beeinflusst. Von ihm lernte ich als junges Mädchen die Kunst der politischen Debatte, und er behandelte mich in jeder Diskussion als gleichberechtigt.

    Dies nur als Randnotiz, damit Sie wissen, dass sich hier keine protestantische Preußin eingeschlichen hat. ;-)

    Für mich stellen die sog. Pfeffersäcke einen typisch preußischen Menschenschlag dar. Diejenigen, die ich kenne, sind irgendwie verbiestert, vermissen jedes Gefühl von Savoir-vivre und Humor, da ist schon viel Wahres dran.

    Was Berlin betrifft, so sehen die neuesten Umfragewerte von Mutti Merkel wieder blendend aus. Demnach unterstützt die Mehrheit der Deutschen ihre Kanzlerin in allem, was sie tut. Wie macht sie das bloß? Es ist sicher hilfreich, dass die Meinungsumfragen nur im Festnetz vorgenommen werden, damit die richtige Zielgruppe, die mehrheitlich ÖR sieht und Mainstream-Zeitungen nur in Papier liest, das Telefon abnehmen wird.

  95. Ganz schön abgefahrene Phantom-Debatte
    Da zanken wir uns um ein Volk, das es längst nicht mehr gibt – wenns denn je eins war: es gab ja eigentlich auch früher nur preussische Staatsbürger – und einen Staat, der 1933 noch vor der Machtergreifungung von Intriganten und Fanatikern aus Süd- (Göring, Hitler) und Westdeutschland (Papen,Göbbels) beim sog. „Preussenschlag“ zu Fall gebracht wurde. Immerhin hatte bis dahin die preussische Regierung der „Grossen Koalition“ (Braun und Severing) vor allem aus Zentrum und SPD leidlich für Ordnung und ein wenig Sozialstaat gesorgt. – Seitdem gibt es kein eigenständiges Preussen mehr, und damit war damals die letzte staatliche Bastion gegen die wachsende NS-Bewegung zerstört. Da aber Preussen nach eigenem Selbstverständnis in erster Linie ein Staat war und kein ethnisch definertes „Volk“, gibts halt seitdem auch keine preussische Bevölkerung mehr, sondern Brandenburger, Berliner, Provinz-Sachsen, und ehemalige Ostpreussen usw.

    Merkel ist übrigens von Geburt leider in der DDR sozialisierte Hamburgerin – nur ihr Wahlkreis liegt in der Uckermark: das hat sich pragmatisch halt so ergeben.

    Also – wir verbringen unsere Zeit mit, „flogging a dead horse“- Natürlich eine willkomene Ablenkung in teils schwieriger Zeit, aber unproduktiv.

    Es wär ja ganz schön, wenn die Bayern mit Seehofer an der Spitze es fertigbrächten, etwas frische Luft in den deutschen Laden zu lassen.
    Es sieht aber eher nach Rückzug zum Granteln („Die Saupreissn“) in den Biergarten aus. Wichtig ist dabei nur ein gutes Wetter.

  96. Berühmte Bayern
    @bluebeardy –gebürtige bayerische KZ-Kommandanten et al.

    Kann sein, daß ich Redundantes schreibe, weil ich nicht alles gelesen habe:

    Als ich vorhin begann, mich durch diesen grandiosen Thread von historisierendem Kitsch und Widerkitsch zu lesen, da kam mir gleich auch Ihre Idee in den Sinn: nämlich berühmt-berüchtigte Söhne Bayerns aufzulisten, und zwar solche, über die eine sehr gute Quellenlage – weil aus dem letzten Jahrhundert – herrscht. Aber Sie haben sich diese Mühe gemacht – Chapeau! Röhm, Göring und Himmler als verdiente Bayern waren mir gleich präsent, aber Sie haben vor allem andere (nämlich KZ-)Herrscher aufgelistet, sauber!

    OMG: Napoleon 1805 and so on and on and on, und die Pfalz und das Heidelberger Schloß, und 1871 – old and busted…

    Amon Göth kam aus Wien, Rudolf Höß aus Baden-Baden – aber eigentlich auch nicht schlecht für diese heutige deutsche Süd-Folklore und -Tümelei. – Ick bin keen Balina!

    • Provinzler
      Berlin verdreht den Provinzlern den Kopf. Aber vielleicht zieht es gerade die haltlosen Gesellen und -innen in die Reichshauptstadt.

  97. Preußen, wollt ihr ewig leben?
    Die gefällige Antwort für das Zentrum des Preußentums liefert der Preuße Heinz Buschkowky. Für den Rest der Republik nicht minder ein gewisser Thilo Sarrazin, auch Preuße. Also innert 100 Jahren im Felde zwei mal und im richtigen Leben besiegt spätestens als die letzten Nachäffungen 1989 mit der NVA fielen. Und das wenige was blieb, verabschiedet sich seitdem eine Pseudopreußin führt.
    .
    Zitate zu Preußen:
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    „…mag ja sein, daß Preußen nicht Deutschland ist und daß Preußen zu tadeln ist, aber überall in Deutschland sind Laster, Verbrechen und Areligiosität hübsch gleich verteilt, und der Charakter des Volkes ist sich gleich. Und der Charakter ist nicht besser als der negroide Charakter. Die Deutschen sind die weißen Nigger Europas….“ Der Brite Henri de Halsalle, 1947.
    .
    „Der Staat Preußen mag auf dem Papier ausgelöscht, in der Idee wird es weiter bestehen“ Schweizer Zeitung „Die Tat“, 1953
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    „Gelegenheit macht nicht nur Diebe, auch Preußen“ Adrian Zimmerman, ein Preuße
    .
    „Wenn ein Preuße nichts zu befehlen hat, so befiehlt er wenigstens seinem Hunde.“ Wilhelm Stapel, Edelpreuße
    .
    „Der sogenannte Saupreiß, den wir meinen, ist ja keine Sache der Geburt, sondern des Auftretens.“ Hermann Schramm, Bayer
    .
    „Nach immer das hölzern pedantische Volk, noch immer der rechte Winkel, in jeder Bewegung und im Gesicht-der eingefrorene Dünkel.“ Heinrich Heine, ein Preuße in Paris
    .
    In der Zeitung „Das bayerische Vaterland“ erschien eines Tages im Briefkasten (wir erahnen es, vor fb und twitter, auch das Thema der Frage) die Anfrage eines Lesers, ob man Orpheus oder Orphéus auszusprechen habe. Die Antwort lautete: „Selbstverständlich Orpheus, denn man sage doch Saupreuß und nicht Saupréuß.“
    .
    „Gibt es in Hannover Fahrschulen, die bei Fahrstunden nach pädagogischen Grundsätzen unterrichtet und nicht im preußischen Brüllton ? “ Angebote unter TZ 9180 HAZ.
    .
    Zum Schluß, ein gewisser Joseph Giampietro, der sich einst einen Spaß daraus machte den preußischen Offiziersdünkel der Jungs vom Garde du Corps nachzuäffen, sang:
    „In der schneid´gen Uniform, Kappheit prononciert! In der Haltung, in der Form, Schlappheit zart markiert!
    Schultern etwas vorgehängt,
    ein Parfüm am Leib, das pikant zusammendrängt, Stall und Sekt und Weib!“

  98. Lieber Don Alphonso würden mir die Bayern im Fall des Falles (Sie verstehen schon welchen)
    als bekennenden Saupreuß politisches Asyl gewähren?

  99. oha
    ihre zeitung suggeriert, dass es in england weniger arbeitsplätze gibt, weil brexit – keine flüchtlinge

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/britischer-arbeitsmarkt-bricht-nach-brexit-votum-ein-14372867.html

    sorry, aber das ist dreck.
    nach dem hier: https://blog.fefe.de/?ts=a95d0f8c von fefe – iwan haben die leute auch keinen bock mehr dauernd faz-homestorys zu lesen.

    • Es ist nicht meine Zeitung.

    • j.k. Und wie mir das auf den Zeiger geht!
      Habe ich allerdings auch schon vermerkt gehabt. Nach der Brexit-Entscheidung hat kein Medium so lauthals und so entschieden den Untergang, also das beinahe physische Versinken im Meer, so herbeigeredet wie die FAZ. Beinahe stündlich, wie das ärztliches Bulletin eines Staatsmannes der im Sterben liegt.

      Dann gab es kurze Pause, und jetzt geht es weiter.

  100. Transsib
    @colorcraze, selbstverständlich fährt die Bahn nach China. An der mongolisch-chinesischen Grenze wird umgespurt. China hat Normalspur. Wir durften leider nicht im Zug bleiben. Ich war 1987 mit einer Gruppe Eisenbahner unterwegs und die hätten das natürlich gerne gesehen.


    • Das ist mir auch schon seit den 1980ern bekannt, daß man von D nach China (und auch Nordkorea, ja, doch) mit der Bahn fahren kann.

      Es geht mir um die Frequenz und Größe/Bauart der Züge bzw. die Verläßlichkeit der gesamten Bahn (man denke etwa an Metalldiebe oder politische Verwerfungen entlang der Strecke) im Vergleich zum Schiffsverkehr. So eine Riesencontainerschachtel zieht leicht mal ein paar Züge weg – lange Züge. Und bewegt sich die meiste Zeit in „hoheitslosen“ Gewässern.

  101. Das wird wohl nicht notwendig sein....
    Werter Don!

    Den einen, den auch ich bei Ihnen freihabe, werd ich heute wohl nicht brauchen – so voll und ganz bin ich Ihrer Meinung, dass unsere Politiker die Ihnen aus Höflichkeit und manchmal auch aus Mitleid entgegengebrachte Toleranz mehr als ausreichend überstrapaziert haben. Man sollte also einmal das weitere Vorgehen überdenken….

  102. Der bayerische Löwe
    Wie immer ganz köstlich.
    Trotzdem fiel mir beim Lesen folgendes Cartoon ein:
    http://sakurai-cartoons.de/images/g_nunuhorst.gif

  103. Bayern auf dem ansteigenden Ast!
    Nicht erst seit Uschi Glas eine Zweitwohnung in Berlin hat, ist Bayern auf dem absteigenden Ast. Warum nennt Don Alphonso nicht andere prominente Bayern, die zwischen 1933 und 1945 und darüber hinaus sehr erfolgreich „gewirtschaftet“ haben…

  104. Titel eingeben
    Zu > colorcraze, 4. August 2016 um 21:03 Uhr

    Von „stinkend“ habe ich kein Wort geschrieben, wohl aber von „abgrundhäßlich“. Und wie bitte kommen Sie anhand meiner Ausführungen dazu, zu behaupten, ich wollte die Industrialisierung rückgängig machen? Was eine absurde Idee!

    Sie sollten doch bitte etwas aufmerksamer lesen lernen, bevor Sie das geschriebene Wort anderer ganz salopp als „dumm“ bezeichnen und Dinge in anderer Leute Texte hineinlesen, die so gar nicht dastehen … und sich darüber dann vor aller Augen zum Narren machen, indem Sie gar viel Mäkeley forciren und einen hohlen Auftritt machen, pardon …

    Davon abgesehen will ich selbstverständlich und ganz ausdrücklich mit manchem, was der Erdenkreis einem so bietet, gerade auch dieser Tage, speziell seit etwa einem Jahr, nichts, aber auch gar nichts zu tun haben. Sehen Sie, ich gehöre zu den gern geschmähten Menschen, die nichts davon halten, wegen jeder Unbill der Welt aus naiver Mitleiderei in Tränen auszubrechen – man wäre ja innert Sekunden zur Gänze dehydriert und völlig dérangé.


    • In Ludwigshafen steht die BASF. Ich war bisher einmal dort, das war noch mit dem Chemielehrer, als ich zur Schule ging. „Stinkend“ stammt aus meiner eigenen nasalen Erfahrung mit Ludwigshafen.
      Der Großherzog wollte die Chemiefabrik nicht in Mannheim, eben deswegen. Das ist verständlich, weil dort schon die Barockanlage war; indes ist es aber halt so, daß Industrie stets Dreck macht (man schaue sich heutzutage mal Bilder aus China an, früher war es im Ruhrgebiet ähnlich) und/oder halt stinkt. Und auch irgendwo sein muß, am besten da, wo genug Leute sind, um dort zu arbeiten.
      Den Konflikt „schön in guter Luft leben wollen“ und „Produktion“ kann man nur ein wenig abmildern (wie es die Umweltschutzauflagen taten), aber nicht beseitigen.
      Daß sie sich für Ludwigshafener Barockgärten aussprachen, erweckte bei mir halt deshalb den Eindruck, sie seien gegen industrielle Produktion.

  105. küche
    Daß die Allierten Preußen aufgehoben (!) haben war schon gut, aber sie hätten auch die preußische Küche verbieten müssen. Wer ißt schon gern grünkohl mit pisse von de Fischköpf (sind auch nur saupreißn)

    • Oldenburger Palme...
      … nennt man den Grünkohl auch, womit klar wäre, wo er hauptsächlich gegessen wird.Er ist übrigens in NY der Hit, weil sich herumgesorochen hat, wie wertvoll er ist.
      Früher hat man eine fettere Wurst gemacht und sie aufgehängt. Dabei tropfte (pinkelte) das Fett auf den Boden, daher der Ausdruck Pinkel.

      Meine Grünkohlessen sind hier bei Einheimischen sehr beliebt samt Pinkel. Ich baue den Grünkohl selbst an.

  106. Titel eingeben
    Preussen existiert im Bild des Bayern wie bei den Briten der Kontinent. Als Fremdbild, xenophobe Projektionsfläche, wo sich aber keiner angesprochen fühlt.

    Die Bayern könnten sich ja mal revanchieren und für die Garnisonkirche einsetzen.

  107. Wir scheren uns nicht um den Bürgerwillen ...
    http://www.nzz.ch/meinung/kommentare/europas-institutionen-die-lebensluege-der-eu-ld.109388
    .
    … glaubts uns doch endlich.

  108. Verladezone
    > 4. August 2016 um 19:14 Uhr schrieb Don Alphonso:
    > Ja schon aber nicht an der Verladezone wohnen.

    In der Verladezone wohnen nur jene chinesischen Spekulanten, welche sich eine Wohnung in der Hafencity erwarben. Obschon diese die Objekte meist eh leer stehen lassen. Die Elbreeder und Geborenen Hamburger sitzen hingegen angenehm auf der Terrasse ihrer Villa mit Flussblick in den Elbvororten.

    Lieber Don, es ist doch verwunderlich, dass Sie in einem Text ueber das imperiale Preussen gerade die seit 600 Jahren republikanische und hanseatische Hansestadt hervorheben. Hat dort etwa der gruene Neid aus dem bayrischen Patriotismus einen weniger hilfreichen bayrischen Nationalismus im Sinne Johannes Raus gemacht?

    Weil das Thema zur Sprache kam sei abschliessend noch angemerkt, dass die Hansestadt seit Anbeginn der bundesrepublikanischen Zeit ueber den Laenderfinanzausgleich fuer Preussen zahlt, aber doch nicht wie der bayrische Parvenue zu klagen beginnt, sobald sein Vorteil erschoepft ist.

  109. Deux ex Machina grade nicht aufrufbar,
    darum sende ich das Fundstück hierher (hat Maas bei Ihnen
    zugeschlagen?)
    Julia Schramm bekommt scheinbar kalte -oder heisse Füße,
    aber schauen Sie selbst.
    Ich mache mir Sorgen um den psychischen Zustand der Frau.

    https://www.youtube.com/watch?v=g_qk8MzTT2Y&feature=share

  110. Vielen Dank für den Beitrag zur Völkerverständigung
    Als nunmehr knapp 20 Jahre in Bayern lebender Westfale (Preiß also auf bayerisch) hatte ich die Ursache dieser ja immer noch teils vorhandenen Ablehnung der nördlich des Weißwurschtäquators lebenden Deutschsprachigen immer an falscher Stelle vermutet, nämlich bei einem menschenscheuen Monarchen, der Bismarck eine größere Menge bayerischer Soldaten für den Frankreichfeldzug verkauft musste, um sich weitere bescheidene Behausungen bauen zu können. (Der arme Kini !) Aber daran liegt’s wohl tatsächlich nicht. Danke für die Aufklärung !
    Es soll keine Entschuldigung sein, aber zur Erklärung: schon um 1980 herum bekam man in NRW sein Abitur hinterhergeworfen, selbst dann manchmal, wenn man es gar nicht haben wollte. Ohne viel Aufwand zu betreiben nahm der Rest sein Reifezeugnis leicht verwundert dankend entgegen. Dazu passt es, dass der deutsch-deutsche Krieg wegen Lehrstundenmangel einfach ausfiel. Dochdoch: von 1870/71 haben wir dann tatsächlich auch in NRW wieder ‚was gehört. (Immerhin: mit der Weimarer Republik hatten wir uns dann insgesamt sogar ca. acht Monate beschäftigt, länger noch als mit dem Nationalsozialismus himself. Halte ich auch für sehr wichtig, denn zu lernen, wie man es hätte verhindern können, ist bestimmt noch wichtiger als zu wissen, wie schlimm das alles war. Gerade dieser Hintergrund scheint unserer preißischen Nationalregierung aber großenteils zu fehlen, denn nur dann ist man überhaupt fähig dazu, unser Land dermaßen zu destabilisieren, wie es hier vor einem Jahr geschehen ist, und nur dann kann man bei der nachfolgenden Radikalisierung größerer Gesellschaftsteile überhaupt überrascht sein. – Skrupelloses Kalkül und andere Verschwörungsvarianten seien dabei mal ausgeschlossen.)

  111. Also die Bayern hätten 1866 den Südbund,
    der keine preußische, sondern eine französische Idee war, schon ganz gerne gehabt, wären sie doch darin die dominierende Macht gewesen. Aber die Württemberger, Badener und Darmstädter wollten in dieses „Winkeldeutschland“ nicht eintreten.

    Hätte Bayern 1866 von vornherein seine Neutralität in dem sachlich ursprünglich ja auf Schleswig-Holstein begrenzten Konflikt erklärt, hätte dies die Siegeszuversicht in Wien möglicherweise ausreichend abgekühlt um es ohne Krieg ausgehen zu lassen. Es gab den französischen Vorschlag eines Kongresses (auf dem Napoleon III. dann auch gerne über die Pfalz und Rheinhessen gesprochen hätte – aber dies nur nebenbei). Dieser Vorschlag wurde von Österreich Ende Mai 1866 verworfen, weil man in Wien sicher war, den Krieg zu gewinnen.

    Erst Österreich politisch zu unterstützen und so (mit) zum Kriege zu treiben und ihm dann die militärische Unterstützung zu versagen (die Österreicher hatten darauf hingewiesen, daß das bayrische Armeekorps in Böhmen militärisch und damit politisch entscheidend sein könnte, während es am Main politisch wie militärisch gleich sinnlos postiert war, aber der bayrische MinPräs v.d. Pfordten wollte halt unbedingt „Bayern decken“), läßt sich durchaus als eine bayrische Mitschuld am Krieg von 1866 werten.

    Daß die Kampfkraft der „in eine Unform gesteckten Bauernkerle“ (so der bayrische Oberbefehlshaber, Prinz Karl) wegen der jahrelangen Vernachlässigung des Militärs nicht besonders hoch war, ist sicherlich richtig, aber die mehr als 50.000 Mann des VII. Bundeskorps zusätzlich auf österreichischer Seite in Königgrätz hätten dort das Kräfteverhältnis von 206.000 Österreichern und Sachsen gegen 221.000 Preußen gedreht.

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