Stützen der Gesellschaft

Stützen der Gesellschaft

Leben, Bildung, Torten und sozialunverträgliches Spätableben unter Stuck und Kronleuchtern.

Die Schuld der 68er an der Kopftuchinvasion

| 419 Lesermeinungen

Auch wenn man gut konsumiert, kann man dahinvegetieren.
Rudi Dutschke

Monte Carlo, St. Moritz, der Tegernsee – Sehnsuchtsorte verkaufen sich am besten, wenn sie an manchen Ecken so aussehen, dass Besucher und Bewohner mitunter innehalten, schauen, und sich sagen: Also wirklich, wie vor 50 Jahren, nichts hat sich verändert. Es könnte tatsächlich ein blauer Sportwagen mit Grace Kelly um die Ecke kommen, es könnte wirklich Aristoteles Onassis in einer Lobby sitzen, und bei uns am See würde es keinen wundern, säße da drüben auf dem Schiff Gunter Sachs mit Brigitte Bardot, ein Teil der Flick-Sippe, oder, noch wahrscheinlicher, einer der vielen Altnazis, die es 1967 in Mengen am See gab, und die auch wirklich Nazis waren, und nicht nur Leute, die den Thesen der Antideutschen und Genderaktivistinnen in den Hamburger Medien nicht vollumfänglich zustimmen.

Aber auch, wenn es noch genau so erscheint und die alten Schiffe vor der immer gleichen Bergwelt über das klare, blaune Wasser gleiten: Es ist nicht mehr 1967. Mag das Holz an Deck noch sauber geschrubbt sein, so hat sich doch viel verändert, und wo es früher obligatorisch war, einen Hut zu tragen, sieht man heute mehr und mehr Kopftücher. Das war ein schleichender Prozess, aber wenn man heute in einen Biergarten geht, sieht man das oft. Kaum wird das Wetter schön, kommen hier Fremde und tragen Kopftücher, wie es der Prophet befahl. Besonders die Alten machen das. Man sollte denken, dass es nach 1967 auch 1968 gab und überall die Menschen begriffen haben, wie sinnlos es ist, Propheten nachzueifern. Aber die tragen nun mal Kopftücher. Alte, weisse Männer mit Kopftüchern, die dem Radsportidol Marco Pantani nacheifern. Pantani hatte eine Glatze und trug ein Kopftuch, und alte, weisse, haarlose Männer, die hierher radeln, folgen ihm und tragen ebenfalls ein Kopftuch auf ihren Glatzen über den Altersflecken. Sonnenbrillen und Lycrahemden. 1967 hätte man so in kein Restaurant gehen können. Heute ist es üblich.

Und am Montag war es hier brechend voll mit Rentnern, allesamt bestens gelaunt, gesund und spendierfreudig. Die einen friedhofsblond, die anderen mit Kopftüchern, alle ziemlich fit, und Krücken trug nur ein junger Vater, dem sein Gebrechen vermutlich den Fluch der Arbeit ersparte, der in jenen sonnigen Stunden die meisten unserer Altersgenossen traf. Diese Leute hier werden nicht ohne Grund von Links und Rechts in die Zange genommen. Für Linke sind es teure, alte, weisse Menschen, fast so alt wie die meisten bekannten Vertreter der Grünen, die vermutlich das Falsche wählen, keine Rücksicht auf die Jugend nehmen und jetzt noch von einem Rentensystem profitieren, das für kommende Generationen nur Plackerei bis 70 mit folgender Altersarmut verspricht. Vermutlich haben sie recht. Und für die Rechten, die auch recht haben, sitzen hier die Alt-68er nach ihrem langen Marsch durch die Institutionen, die sie für sich geplündert haben und eine Welt erschufen, in der es erst möglich wurde, dass ein Zensurminister mit einer ´Schauspielerin durchbrennen kann, ohne aus dem Amt gejagt zu werden, eine Ex-Stasi-IM über Meinungsfreiheit befinden darf, und die Kanzlerin die Kontrolle über die Grenzen aufgibt.

Tatsächlich herrschte 1967 noch ein erheblich anderer Geist in diesem Lande, und obendrein der Kalte Krieg und der Eiserne Vorhang. Vor diesem Hintergrund war es natürlich leicht, eine Kommune zu gründen, deren Filmmaterial von modernen Pr0neauxseiten abgelehnt werden würde. Es war verführerisch, Ho-Ho-Ho Chi Minh zu beschwören und zu wissen, dass Schulen trotzdem dringend Lehrer brauchten. Wer hätte ahnen können, dass freundliche Herren wie Camus und Sartre eine spätere Ikone der schmollenden weiblichen Laune einschleppten. Die Zeiten waren so kohlrabenschwarz und rechtsdoktrinär, dass alles dagegen mitmarschieren durfte, was wollte, von der RAF-Anhängerschaft über Pädophile, Stalinisten und Maoverehrer bis zu Waldschraten, deren Nachfolger gerade um die 5%-Hürde kämpfen. Die meisten waren aber vermutlich eher wie der junge B..

Der junge B. ist inzwischen auch ein steinalter Mann, aber damals war er noch kommender Erbe eines Sattlergeschäfts, Student und der Meinung, man müsste in unserer sehr kleinen, sehr dummen Heimatstadt an der Donau auch einmal die Strukturen aufbrechen. Deshalb lud er seine Freunde ein, und fuhr mit dem geliehenen Porsche Cabrio seines Vaters, voll besetzt mit Maobibelschwenkern und Demonstranten hinter sich, die Strassen auf und ab. Das hat seinem Ruf damals schwer geschadet und alle haben es seinem Vater hineingedrückt. Heute ist der junge B. auch der alte B., und seine Firma stellt hier die Zelte für das 501. Jubiläum des Reinheitsgebotes auf. Demonstrieren war gefahrlos: Der Osten würde schon nicht kommen und einem den Porsche nehmen, und die unterdrückten Völker sollten zwar vom Joch des Kapitalismus befreit werden, dann aber Afrika und Asien als Leuchttürme des neues, sozialistischen Menschen entwickeln, zu denen der dekadente Mensch des Westens aufschaut. Heute spielt der B. eine wichtige Rolle bei den regionalen freien Wählern – das sind die, die Flüchtlinge vor das Kanzleramt fahren. Nicht im Porsche und nicht mit Maobibeln.

Die breite Mehrheit wollte aber keine Revolution, sondern einfach modernes, demokratisches und gleichberechtigtes Leben im Wohlstand, dazu ein Haus, einen Garten, zwei Kinder, und zwei Autos, vier Wochen Urlaub in Italien, ohne Krieg und Napalm und Nachrüstung. Man wollte die repressive Ära Adenauer nicht mehr. Man wollte die uniformierte Gesellschaft auflösen Wenn man heute in Lycra und Kopftuch im Biergarten sitzt und auf den Sprizz wartet, ist das Veränderung, die gefällt, in einem Klosterbrauereikontext, der gern so bleiben kann. Was man aber 1968 ganz sicher nicht wollte, sind Leute, die mit gebrochenem Deutsch der Polizei erzählen, wo sie einen tödlich verletzten Rentner findet. Man ging nicht auf die Strasse für die Zuwanderung eines Messerstechers, und auch nicht für einen psychisch labilen Migranten aus Afghanistan, der versucht, sich im Amri-Stil Autos anzueignen und dabei Menschen verletzt. Für solche Erscheinungen demonstrieren 30 Kilometer nördlich die Nachfahren der Waldschrate am Flughafen, weil das Abschiebeland Afghanistan nicht sicher ist. In den Augen der Alt-68er hier ist es vielmehr so, dass sich die Sicherheitslage für alte Menschen der Lage in Afghanistan drastisch annähert. Und daran ändern auch die Tricks der regierungsnahen Medien nichts, die die abnorm gestiegene Gewaltkriminalität durch Zuwanderung relativieren wollen.

Tatsächlich haben die 68er das Land nachhaltig und unumkehrbar verändert – nicht einmal die AfD will zurück zum gesellschaftlichen Klima unter Adenauer, in dem der krawattenlose Gauland sozial geächtet wäre, von den feministischen Vorreiterinnen der Partei ganz abgesehen. Aber die 68er, die mit Kopftuch und restauriertem Porsche Cabrio hier sitzen, sind mittlerweile so etabliert, dass sie gefahrlos die Sehnsuchtsorte ihrer Väter wieder für sich entdecken können. Niemand macht hier ein Streikplenum, niemand wirft Steine ins Idyll, und nachher sind sie alle am See und lassen sich auf dem Boot zwischen den Villen der echten, alten, lange toten Nazis über das Wasser fahren. Nächstes Jahr ist 1968 50 Jahre her. Es gibt keine Traditionslinie von der damaligen Ablehnung der Religion hin zum Verständnis für wahhabitischen und schiitischen Islam, die genau jene Repression leben, die damals gesprengt wurden. Es gab nur damals schon laute Provokateure, und es gibt sie heute mit van der Bellen und seiner Kopftuchaufforderung und dem feigen Verstecken hinter Juden wieder. Aus 68 heraus mutierten später grüne Kirchenvertreter, die sich freuen, weil es Menschen geschenkt gibt, und das Land religiöser wird. 1968 positionierte sich die SPD gegen die Macht der Kirchen, heute lehnt der SPD-Kanzlerkandidat Kirchenaustritte als Zeichen der politischen Opposition ab.

Es hat sich viel getan, in diesen letzten 50 Jahren. 68 ist nicht tot, es ist nur damit beschäftigt, einbruchssichere Fenster zu kaufen und darauf hinzuwirken, dass die Enkel auf eine Schule mit minimaler Migrantenquote kommen. 68 hat verstanden, dass es als Feindbild herhalten muss, aber noch sitzt es mit Piratenkopftuch im Biergarten, und die anderen müssen arbeiten. 68 weiss, was es wollte, was es sich später anders überlegt hat, und was es jetzt auf gar keinen Fall haben will. 68 findet den niedrigen Benzinpreis gut, weil 68 grosse Motoren hat, aber auch, weil die Saudis dadurch weniger verdienen und daher merklich weniger Clans in die Kliniken am See schicken, was die Zahl der anderen Kopftücher ebenso reduziert wie die Zahl der Mietwagenraser. Öffentlich sagt 68, dass es ihm egal sein kann, denn in diesem Alter ist die Entwicklung nur noch für die Nachfolgenden schlimm. Aber die Grünen kann 68 leider wirklich nicht mehr wählen. 68 ist immer schuld. Da kommt es auf einmal mehr auch nicht mehr an. Vielleicht hat 68 schon zu viele Dummheiten mitgemacht, um erneut Fehler zu begehen.

Grace Kelly, Aristoteles Onassis und Gunter Sachs sind schon länger tot, aber die frühere Gemahlin von Sachs Brigitte Bardot lebt noch, und verbindet ihr Anliegen für den Tierschutz mit einer Affinität zu Le Pens Front National. Wahrscheinlich erinnert sich 68 noch an die Bilder der jungen BB und denkt sich, dass sie eben noch eine richtige Frau war. Alle werden älter, aber der See bleibt, wie er ist, und wird auch dann noch Freunde finden, wenn die neuen Revolutionen und Veränderungen längst gescheiterte Fehleinschätzungen sind.

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419 Lesermeinungen

  1. Der Don reportiert Geschichten über den Zustand der Gesellschaft in seinem Geburtsjahr.
    Bemerkenswert dieses Gedächtnis. Da kommt kein Elefant mit!

    • Realiter der Abschuss der vom Zerfall gekennzeichneten selbstgefälligen Cüpli-Sozialisten
      Werter Don, donnerter Applaus! Brillante, schnurgerade 68er-Abschluss-, Abschussbilanz!

  2. Wunderbar
    Lieber Don,
    einer der besten Beitraege in diesem Jahr, vielen Dank dafuer!

  3. Die Überschrift des Beitrags ist deutlich
    und auch wenn sie im Verlauf des Textes teilironisiert wird, so erscheint sie mir schlüssiger denn je.
    Das gängige Narrativ für 1968 ist das der „Befreiung“. Das Problem wird dabei dann schon sichtbar, wenn man feststellt, daß sie damals damit wenig konstruktive Freiheit meinten, sondern im Wesentlichen „Freiheit von“. In diesem pubertären Gestus steckt die Linke bis heute fest.
    Nun bin ich zu jung, um zu wissen, wie das vor 1968 gewesen sein mag. Ich habe nur die Zeit nach dem Tsunami erlebt und kann sagen, daß ich wenig von Revolutionen halte. (Denn gnadenlos und unerbittlich werden die Deppen dadurch an die Macht gehoben).

    Vermutlich muß man das Narrativ ändern und genauso gnadenlos die Fehler der 1968 durchdeklinieren wie diese es bis heute in anschwellendem Bocksgesang mit jenen der (echten ) NationalSozialisten machen.

    • Oh my dear St Patrick-in-the-Fields.... you´re back!
      I´m afraid I´m sick of Keeping Calm And Carrying On… I can´t keep calm, as much as I try. I am wondering where to go. Are you thinking of emigrating?

    • Titel eingeben
      In Berlin waren diese „an die Macht gehobenen Deppen“ dann Herren der rechten CDU, (anno ’68 im RCDS und nicht etwa SDS), die unter anderem mittels Banken-Skandal auf sich aufmerksam machten: Diepgen und dieser unselige Landowsky. Auch der noch rechtere Lummer war nicht ohne.
      .
      Nur diese eine kleine Petitesse, um den bei manch‘ (ebenfalls brave RCDS-Mitgliedern einst?) hochkommendem Hass auf die Studentenrevolte etwas zurechtzurücken.
      .
      Was da jetzt an Leuten hochkommt, ist wohl eher in der DDR sozialisiert worden, von Merkel bis Kahane und viele dazwischen. Die waren ’68 noch Kinder …und sehr weit weg von Westberlin, Berkeley, Paris, Westberlin…

    • Titel eingeben
      „Denn gnadenlos und unerbittlich werden die Deppen dadurch an die Macht gehoben.“ Das trifft weniger für eine Revolution als viel mehr für eine Wende zu.

    • Hello, Lady Catherine, what a pleasure!
      Yes, I’m exactly involved in that these days.
      These are the costs of the occidential anti-heroism and the lost of valor.
      Read s.th. of the israelian Militärhistoriker Martin van Creveld, which seems to be absolutely right.

    • Nicht nur an Patrick
      Das Witzigste an diesem Thema ist, dass immer nur diejenigen, die nicht dabei waren sich am berufendsten dazu fühlen die ganze Wahrheit und selbstverständlich nichts als die Wahrheit über die späten 60er Jahre zu verbreiten.
      Da wird dem selber denkende Teil einer Generation vorgeworfen, sie habe sich, dumm wie sie sich heute zeigt, lediglich eine Freiheit von etwas, und nicht eine Freiheit für etwas gewünscht, wie man das 50 Jahre später selbstverständlich von Philosophen und Psychologen völlig richtig erklärt bekommen kann.
      Das Dumme an solchem Denken ist allerdings, dass es diese Philosophen und Psychologen Jahre später auch nur deshalb besser wissen, weil sie damals dabei waren, und das alles selber erst verstehen musste.

      Im Bonner Parlament sassen Nazis und in Vietnam wurde alles was nicht schnell genug davon kam, mit Napalm bei lebendigem Leib verbrannt! Alleine in Vietnam 3 Millionen, jeden Abend in der Tagesschau zu sehen!
      DAS war die 67/68er Welt! Nicht ein Paar Flüchtlinge die nach DE kommen, weil die Amis jetzt sogar so blöde sind ihre Kriege nicht mehr am Arsch der Welt, sondern in einer Wanderweg Entfernung von DE zu veranstalten. Und zwar mit deutscher Unterstützung!
      Die deutsche Führung hofierte vor fast genau 50 Jahren einem der perversesten Verbrecher der Weltgeschichte als der zum Deutschlandbesuch kam, und ein „Bulle“ ermordete bei der Gelegenheit einen unbeteiligten Studenten.

      Man möge uns verzeihen, dass wir da zunächst mal von diesem Pack befreit sein wollten, ohne uns grosse Gedanken darüber zu machen, was man statt dessen irgendwann mal wollen sollen können wird!

      Wenn man es wagte seiner Einstellung zu Nazis und Vietnam öffentlich Ausdruck zu verleihen, dann kam man schon des Öfteren mit von Gummiknüppeln blutigem Schädel nach Hause. Das Gesockse, das mittlerweile sogar in diesem Blog ebenso ahnungslos, wie blöde, über die 68er herzieht, und die ehemals hier schreibenden intelligenten Foristen zum grossen Teil vertrieben hat, weil die sich so einen Umgang, selbst nur in einen Forum nun mal nicht erlauben, das sind die selben rechten Spiessbürger die damals den „Bullen“ Beifall klatschten, wenn sie einem Langhaarigen die Kopfhaut zerschlagen haben.
      „Dieses ungewaschene zottelige Hippie Gschwerl wagt es von seinem Recht der freien Meinungsäusserung Gebrauch zu machen und seinen Unmut über die amerikanischen Massenmörder in Laos, Kambodscha und Vietnam Ausdruck zu geben? Immer feste druff, der Axel Spinger in seiner BILD, der hat Recht.“

      Wir waren um und über 30 als Kohl vom Urnenpöbel an die Macht gewählt wurde, dann Schröder und dann Merkel.
      Man mag es also einem tatsächlich 68er wie zB mir nachsehen, dass wir nicht mehr die geringste Lust haben uns von der Obrigkeit verprügeln zu lassen, nur um dann zusehen zu müssen, wie das Spiesser Gesockse alle vier Jahre zu blöde ist um wenigstens bei Wahlen mal eine Regierung zu wählen die die Interessen der Bürger vertritt.

    • Nazis 1967 @TDV
      Auszug aus einem Artikel des SPIEGEL vom 01.05.1967 bezüglich des Wechselkurses des US Dollars:

      Charles de Gaulle, der den amerikanischen Dollar entmachten und das Währungssystem der westlichen Welt zum Einsturz bringen will, hat Abbruchhilfe erhalten. Deutschlands Finanzminister Franz-Josef Strauß und Wirtschaftsminister Karl August Schiller kämpfen jetzt in der französischen Währungsfronde mit…Frankreich könne es nicht befürworten, daß den Ländern, deren Zahlungsbilanzen regelmäßig mit einem Defizit abschließen, auf diese Weise internationale Schulden erlassen würden.
      Der Vorwurf zielte auch direkt auf die USA, deren Zahlungsbilanz 1965 mit 5,2 Milliarden Mark und 1966 mit 5,6 Milliarden Mark Defizit abschloß. De Gaulles Währungspolitiker steckten ihren amerikanischen Kollegen ungeniert, Frankreich könne nicht daran interessiert sein, durch Hilfestellung für den Dollar den USA beispielsweise die Finanzierung des Vietnam-Krieges zu ermöglichen. … Doch als in der vorletzten Woche Bundesfinanzminister Strauß in München die Europa-Ministerrunde eröffnete, hatte sich die deutsch-französische Geld-Allianz schon gefestigt. Auch die Deutschen waren des amerikanischen Drängens auf Devisenhilfe längst überdrüssig.
      Strauß stimmt den französischen Thesen seit langem zu….“

      Zitat Ende

      Fazit: Es war nicht alles „Nazi“, gegen das die 68er gekämpft haben.

      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46290016.html

    • @TDV
      Ich fühle mich mal angesprochen als einer, der nicht dabei war. Ich höre, was Sie sagen, und muss sagen, dass es mir nicht darauf ankommt, was konkret war und warum. Ich konzentriere mich auf die Folgen, da die 68er aus meiner Sicht in ihrem „gerechtem Zorn“ (was ich Ihnen gar nicht absprechen will) zu viel Porzellan zertrümmert haben – auch das Nützliche. Nämlich z.B. den notwendigen gesellschaftlichen Zusammenhalt, da die Befreiung ja grenzenlos sein musste. Dass die DEUTSCHE Gesellschaft an sich mutwillig zerstört werden sollte, da Brutstätte für Nationalsozialismus, was bis heute nachbebt und v.a. von den Grünen gelebt wird. Und als eine weitere Folge der grenzenlose Egoismus in den nachfolgenden Generationen- und damit u.a. auch Wegbereiter des grenzenlosen Raubtierkapitalismus… Gut gewollt ist eben nicht gleich gut gemacht.

    • TDV, Sie sind der letzte "Linke" hier
      und als solcher besonders behutsam zu pflegen. Das war mal anders.
      Mal sehen, wie lange der Rausch der Einigkeit noch anhält. Es könnte ja auch dem einen oder anderen Zustimmenden langweilig werden…

      Bis dahin verlange ich noch die eine oder andere bayrische Wirtshausschlägerei. Und da kommt Dein Geblubber gerade recht:

      „Da wird dem selber denkenden Teil einer Generation vorgeworfen, sie habe sich … lediglich eine Freiheit von etwas, und nicht eine Freiheit für etwas gewünscht“

      Ein paar Zeilen später:

      „Man möge uns verzeihen, dass wir da zunächst mal von diesem Pack befreit sein wollten, ohne uns grosse Gedanken darüber zu machen, was man statt dessen irgendwann mal wollen sollen können wird!“

      Der Vorwurf traf wohl zu, was? Das ist es auch bis heute, was Euch „Antifa“-Spinner so lachhaft erscheinen läßt: Ihr seid stets gegen irgendwas (das sind wir ja alle), habt aber nichts zu bieten.

      Und zu guter Letzt springst Du in Deinem Bungalow nochmal brüllend aus den dänischen Designmöbeln (natürlich erst, als die Kinder im Garten sind) und gibst uns das:

      “ nur um dann zusehen zu müssen, wie das Spiesser Gesockse alle vier Jahre zu blöde ist um wenigstens bei Wahlen mal eine Regierung zu wählen die die Interessen der Bürger vertritt.“

      Obwohl du (saturierter Beamtenarsch) uns doch alle vier Jahre vortanzt, wie man eine Regierung wählt, die die Interessen der Bürger (i.s. Transfergeldempfänger wie Dich) vertritt.

  4. Wiedererkennung
    Wenn man auf solche Weise entlarvt wird, freut man sich eher als daß man sich schämt. Obwohl das auch ab und zu nottut. Dank für diesen Selbstfindungsbeitrag!

  5. Die Geister, die ich rief
    Scheint so, dass die von Ihnen geschilderten 68er Glück haben. Denn deren Aufbegehren gegen die Adernauer-Zeit, gegen echte Alt-Nazis, gegen den Vietnam-Krieg usw. und die damit verbundenen gesellschaftlichen Veränderungen wie Toleranz und persönliche Freiheit hat sich spätestens bei Ihren Erben in dem Ausleben eines grenzenlosen Egoismus gewandelt. Egoismus im Sinne der schrankenlosen Selbstverwirklichung ohne Rücksicht auf Andere. Manche als grenzenlose Kapitalisten. Viele als Konsumgläubige. Andere als Antideutsche mit der Ausprägung Umweltschutz, Anti-Atomkraft oder sexueller Befreiung von und mithilfe von Minderjährigen – in jedem Falla ber Anti-Nazi. Wenn man sieht, wer oder was heutzutage alles als Nazi verunglimpft wird, dann schliesst sich hier der Kreis, da das Nazi-Tum offenbar nur ausrottbar ist, in dem man Deutschland an sich abschafft. Erst hat man es durch Aufgehen in der EU probiert, nun setzt man noch einen drauf, in dem man die Grenzen komplett abschafft. So ist das mit den Geistern, die man rief. Wie gesagt, die 68er habens gut, denn „Öffentlich sagt 68, dass es ihm egal sein kann, denn in diesem Alter ist die Entwicklung nur noch für die Nachfolgenden schlimm.“ Wenn nur nicht die verlängerte Lebenserwartung wäre…

    • Hans Nase, es stellt sich sehr die Frage, wieweit die Anti-Nazis derselben Logik verpflichtet sind
      wie jene, die sie zu bekämpfen meinen.
      Hadmut Danisch hat das dieser Tage in einem Beitrag sehr klar formuliert ( danisch.de/blog/2017/04/27/die-sippe-baer-und-die-grundrechte/ ) wobei er dies in einen weiteren Zusammenhang einbaut : „Leute, die sich heute noch komplett am Nationalsozialismus orientieren und ihr Leben … daran ausrichten. Ich kann Leute nicht ausstehen, die Hitler-fixiert sind, und dabei ist es mir völlig egal, ob sie sich mit ihm oder einem – eingebildeten – „Negativ-Abdruck“ identifizieren. Deshalb unterscheide ich auch nicht wesentlich zwischen Nazis und Antifaschisten usf.“

      Es ist letztlich vollkommen egal, auf welcher Seite der dialektischen Schaukel man sitzt, die Achse ist dieselbe und die Effekte mitunter auch. Wer mit Negativ-Projekten anfängt („niewieder…“), der bleibt der Logik der Sache verpflichtet.
      Es taugen allein Positiv-Entwürfe. Nur diese gewähren Freiheit.

      Die Deutschlandhasser sind auf eine recht verquere Art chauvinistische Nationalisten. Und die Anti-Germanisten kommen nicht über ihren Rassismus hinaus. Ebenso wie die hate-speech-hater sich nicht aus ihrem logischen Biotop hervordümpeln können.

    • Die Lebenserwartung wird auch hier wieder sinken,
      …denn bei der Einwanderung in die Sozialsysteme wird die flächendeckende medizinische Rundumversorgung irgendwann vermutlich nicht mehr zu bezahlen sein. Klar, wer mit seinen Spesen in günstige Südländer abhauen kann, den juckt´s vermutlich nicht, aber Sie und ich…

    • @Patrick.Feldmann
      Interessant, was Danisch so sagt. Kann man glatt unterschreiben. Muss gestehen, dass ich mangels Zeit (ich meine nicht das Blatt) kaum noch bei ihm oder anderen schaue. Liegt wohl auch Dons Schlagzahl geschuldet ;)
      Ja, sie haben volkommen recht. Nur positive Entwürfe taugen zur Freiheit. So einfach und dennoch so selten umgesetzt… Ich erinnere nur an „Atomkraft – Nein Danke!“ und die darauf folgende total verkorkste Energiewende…

  6. Begriffliche Ungenauigkeit
    „Tatsächlich haben die 68er das Land nachhaltig und unumkehrbar verändert – nicht einmal die AfD will zurück zum gesellschaftlichen Klima unter Adenauer,“

    Richtig: Die wollen noch hinter Bismarck zurück (einschließlich Privatisierung der Sozialversicherungssysteme).

    • So ein Blödsinn,
      sind Sie bezahlter Netzüberwacher der Einheitsparteien ?
      Was Sie artikulieren ist wahre Hetze !
      Oder befolgen Sie das Antifa-Lehrbuch ?
      Schönen Abend noch !
      Freiheit, ist auch immer die Freiheit des Andersdenkenden !

  7. Beim Lesen des Blogsbeitrags hab ich laut über mich selbst gelacht ;)
    Ich war heute auch mit dem Radel unterwegs, mit sechs Herren, vier davon 68iger Generation, ich auch. Die Herren trugen Kopftücher, ich auch, wo ich doch sonst so sehr gegen das Tragen von Kopftüchern bin.

    • Titel eingeben
      Der Don läuft & radelt eben mit offenen Augen durch die Welt. Seine Kollegen bemerken in der Regel solch‘ (hier: kleinen) Trend erst, wenn er längst wieder vorbei ist.

      Ich beobachte das – die Presse – seit nunmehr fuffzich Jahren, es ist immer das gleiche = Ahnungslosigkeit und Desinteresse. Gerade in der Kultur.
      Was haben sie die Beatles & Stones & Woodstock runtergemacht (Nettelbeck wurde sogar aus der ZEIT geworfen wegen eines langen, positiven Artikels über diese langhaarigen musikalischen Gammler aus England und über ein seltsames Album mit dem Titel „Sgt. Pepper’s…“).
      .
      Zum Glück gibt’s immer wieder gerne lesbare Ausnahmen, …so wie hier. Und an einigen anderen Stellen im Netz. Aber nicht mehr (oder genauer: immer noch nicht) bei den „Mainstreammedien“ (Willy Winkler war mal die Ausnahme. Ist er’s immer noch? Ich weiß es nicht, ich les diese Gazetten nicht mehr).

    • Der Unterschied ist halt, dass ich auf dem Land lebem da ist man näher dran an dem, was die Leute bewegt. Stadt ist sehr anonym und laut sind dort vor allem bestimmte Gruppen.

  8. 68
    Werter Don,
    wieder ein schöner Artikel. Die Kadenz Ihrer Artikel nimmt langsam beängstigende Züge an. Anscheined brennt Ihnen sehr viel auf den Nägeln.
    Tja, die 68er wissen wahrscheinlich wirklich das sie als Feindbild par excellence herhalten müssen und wie sie so schön beschreiben wird es 98% von ihnen wurscht sein, weil sie es sich leisten können. Es ist wohl wirklich eine historische Konstante das ein Großteil aller Revolutionäre nur konkrete Mißstände beseitigen wollen und nicht gleich die ganze Gesellschaft umkrempeln wollen, allerdings setzen sich dann leider sehr oft die Radikalen durch. Bleibt die Hoffnung, dass die Radikalen in der Waldschrattpartei dieses Jahr ordentlich eins auf das revolutionäre Gemächt bekommen, sprich das Sie die 5%-Hürde reißen. Hätte vor zehn Jahren nicht gedacht, als damals großer Symohatisant, dass ich das jemals Hoffen würde…

    • Wahlomat
      Rubiner Bladnoch1971,
      habe den Wahlomattest gemacht!
      Nach dem Ergebnis habe ich die Wahlunterlagen geschreddert…
      Bei uns gibt es die drei Prozenthürde.
      Zum Geburtstag wartet eine Überraschungsbottle.
      Der Brexit wird sehr preisgünstig.

  9. ... in illis.
    Ich sage es mal so: ich würde mich heute ungern mit meinem Ich von
    vor 50 Jahren an einen Tisch setzen. Obgleich ich damals wie heute
    grundsätzlich höflich bin und mich um das Nachvollziehen der gedanklichen
    Positionen des Gegenüber bemühe, bei einem solchen Gespräch käme wohl
    nichts heraus.

  10. grazie lei
    „Und für die Rechten, die auch recht haben, sitzen hier die Alt-68er nach ihrem langen Marsch durch die Institutionen, die sie für sich geplündert haben“ ich sehe mich selbst als Liberalen. Habe auch für FW kommunal etwas gemacht.
    Die Generation der jetzt gut und teilweise mehrfach Berenteten, die Studiendirektoren, Oberräte, ehemals gut verdienenden Agestellten und niedergelassenen Ärzte, Ärzefunktionäre hat abgesahnt.
    60-70 jährige waren zur rechten Zeit am rechten Ort. Ü70 haben teilweise das Land mit aufgebaut und hochgebracht. Teilweise hatten auch sie einfach Glück.
    Akademiker bekamen noch 7 – mehr Ausbildungsjahre zu 100% des durchschnittlichen Rentenbeitrages bepunktet! (das ist einer der Punkte Umverteilung von Unten nach Oben)

    Glück hatten sie auch mit der Besteuerung. Kapitalerträge nach zehn Jahren Haltedauer oder 12 Jahren Lebensversicherungen kosteten keine Steuer. Für den Höchststeuersatz mußte man Einkommen im Gegenwert von 450SE+450SE6.9 haben. Nicht c200 wie heute.

    Wenn die 68er reinbloggerten machten sie ihren Chef nicht strafbar. 300 Stunden im Monat waren anstrengend, konnten aber bezahlt werden.
    Altersmilde schließe ich: Mögen sie (die 68er) in Frieden Porsche, Steg und Biergarten genießen.
    Durch das Nutzen erhalten sie es auch für uns.

  11. Alles klar, DA - nächstjahr werden die jüngsten 68er - hehe: schnurgrad 68 - - - alles easy Alter.
    „Aus 68 heraus mutierten später grüne Kirchenvertreter, die sich freuen, weil es Menschen geschenkt gibt, und das Land religiöser wird.“

    Der da stimmt aber historisch nicht, weil die geschenkten Menschen auf Göring-Eckardt und damit halt doch auf die zurückweisen.
    Wobei die DDR als Vaterland der Werktätigen schon auch 68 war. Ja, das dann schon. Aber halt nur partiell. Für andere waren die DKPisten ud MSBler eben die Verräter der internatinalen Solidarität und
    Konterrevolutionäre Verräter der Sache der Weltrevolution, für die recht eingentlich nur die „stärkste der Parteien“ einstehen durfte: Und da darf man jetzt im Geiste ankreuzeln: KPD//KPD/ML// KPD/AO//KBW//NRF//KB-Nord//BIM//RAF//SPK//IV. Internationale//V. Internationale…etwas später Grüne Kraft//Reichistisch-Marxistische Gruppe//Indianerkommune//…

  12. Überfällig
    Werter Don,
    als Sohn eines 68ers schreiben Sie mir aus dem Herzen. Ich habe diese Leute nie wirklich verstanden, aber vielleicht waren sie zu ihrer Zeit einfach notwendig. Als kleiner Bub erinnere ich mich an abendliche Einladungen bei befreundeten Pärchen meiner Eltern aus der Frankfurter Rockmusikszene, bei denen ich dachte, dass diese Menschen kostümiert seien und es sich um eine Art „Steinzeitparty“ handeln würde. Ich wurde zu Uhrzeiten ins Bett gebracht, die ich meinen Kindern niemals zugemutet hätte. Auf der Strasse haben sich Freunde der Freunde bei hellichtem Tage vor uns Kindern die Zungen in den Hals gesteckt und nannten das wahrscheinlich „freie Liebe“ ohne es auszusprechen. Ich fand das einfach nur eklig und peinlich. Hauptsache der damals noch vorherrschenden Konvention vor’s Schienbein getreten. Klingt doof, aber ich empfand mich als 5jähriger erwachsener als die. Vorallem diese Arbeitseinstellung, nämlich grundsätzlich erst mal den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen, um bei jedweder Gelegenheit eine fürchterlich stinkende Gaulloises ohne Filter anzustecken und sinnfrei herumzuphilosophieren bzw. gar nichts zu tun. Sie haben von Anfang an auf Kosten anderer gelebt (ohne sich Gedanken darum zu machen), das zum Lebensmotto erklärt und das Um-jeden-Preis-anderes-als-die-(verhasste)-Nazi-Elterngeneration-sein-wollen als Vorwand zum Faulenzen benutzt. Zugegeben: Vielleicht hätte ich das aber auch so gemacht, wäre ich selbst in diese Zeit geboren und ein 68er. Heute kupfern die Genderaktivisten, Blockupy-Leute und sonstigen zumeist auf Staatskosten lebenden low performer die als savoir vivre verbrämte Faulheit der 68er ab und machen das ganz geschickt.

    • Titel eingeben
      Ich war damals um die 20 und hab‘ all das, was Sie da aus Frankfurt als Kindeserinnerung schildern, hier in Berlin NICHT erlebt. Und ich war dabei = hab‘ als Kunde die Vertretung als Bierzapfer in meiner (Jazz-)Stammkneipe übernommen, weil die Belegschaft natürlich zur Kochstraße ging, um zu verhindernd, dass Springerautos ihr hassversprühendes Papier (BZ und Morgenpost) an die Kioske bringt. Die Protestler waren erfolgreich. Jedenfalls an diesem Abend.

    • @Donleser
      Sie haben die 68er besser verstanden als die sich selbst. Aber das ist auch kein Wunder. Wer die groessten Schlaechter des 20. Jahrhunderts als Befreier verehrt und ihren Gesellschaftsmodellen nacheifert, hat den Verstand halt nicht mit Loeffeln gefressen.

  13. 68 hat die Vorherrschaft der christl. Religion einfach durch eine eigene, sekulare Ersatzeschatologi
    Quasireligiös, um nicht zu sagen scheinheilig mutet auch so manche säkulare Ernährungsideologie an. In diesem Land gibt´s genug saturierte „Besseresser“, die nichts dabei finden, ihre mit einschlägigen Siegeln der Politischen Korrektheit versehenen Lebensmittel, zur Not eben auch mal von weiter her, an die Haustür fahren (!) zu lassen. Ökologischer Fussabdruck der Massnahme hin oder her – das konventionell angebaute Wochenmarkt-Gemüse aus dem Nachbardorf oder das Fleisch vom örtlichen Metzger wird von solchen Siegelfetischisten gern verachtet. Oft scheint es sich da um von 68er Lehrern programmierte Jüngere, vor allem um Frauen zu handeln. Solche „konvertierten“ Gutmenschinnen erkennt man im öffentlichen Raum nicht selten auch an ihren auf mich oft unästhetisch und uniform wirkenden, aber vermutlich nach irgendwelchen wichtigen politisch korrekten Glaubenssätzen produzierten Klamotten. Die Radikalsten unter ihnen erlegen nicht selten ihren eigenen kleinen Kindern strenge spassfreie Diäten auf (die sich womöglich bei nicht wenigen Jugendlichen später in heimlichen kollektiven Fastfoodfressorgien entladen dürften!) und fallen ansonsten im öffentlichen Raum durch permanentes Virtue-Signalling-Tourette auf. Andersdenkenden gegenüber gerieren sie sich gern als Gouvernanten, die zu unerlaubten Meinungsäusserungen (vermutlich aus einschlägigen Handreichungen, sogenannten „Argumentationshilfen“) stammende reflexartige Sanktions-Repliken parat haben (die mehr oder minder passen). Mir egal, das einzige valide Argument, dass ich gelten lasse, ist die vom Budenbesitzer auf dem Wochenmarkt, wenn er sagt, er müsse halt vorsichtig sein mit politischen Äusserungen oder Diskussionen am Stand, er wolle ja verkaufen. Das sehe ich ein, lobe mir seine Ehrlichkeit, zumal er mir noch angeboten hat, mir meinen Kartoffelzentner nach Marktschluss nach Hause zu fahren. Ich proste ihm jetzt im Geiste zu, wenn wir uns die leckere, fettriefende Schweinshaxn mit selbstgemachten Kartoffelknödeln und dazu ein grosses Glas Rotwein schmecken lassen. Die zwei Stunden Werkeln in der Küche haben sich gelohnt, hinterher gibt´s Kaffee mit rumgeschwängerter Mousse au chocolat.

    • Ach,
      es gibt doch zig Studien darüber, wie Ressourcen schonend Lieferdienste sind. Da isst man immer mit Appetit und reinem Gewissen.

      Und falls man die Studien doch nicht so ernst nimmt, setzt man sich für eine Landpartie in den SUV und bringt sich einen Sack Bamberger Hörnchen und einige Filets vom Simmentaler Jungbullen mit. Wer Gutes tut soll auch gut essen.

    • @Nafritete
      „Die Radikalsten unter ihnen erlegen nicht selten ihren eigenen kleinen Kindern strenge spassfreie Diäten auf“

      Meine Tochter war regelmäßig zum Kindergeburtstag bei solchen Leuten eingeladen.

      Es gab immer wieder große Enttäuschung bei den Besuchern, wenn sich der lecker aussehende Schokoladenkuchen, mit den darauf sparsam aber hübsch verteilten Smarties, als eine Art Vollkornbrot entpuppte.
      -Komplett unsüß, doch getarnt mit hauchdünner Kuvertüre.

      Die Kinder dieser Familie griffen natürlich gern und oft zu, wenn sie woanders richtige Kuchen kriegen konnten.


    • als eine Art Vollkornbrot entpuppte.
      Geben Sie zu, Sie wollen das Desaster ein wenig unter den Teppich kehren.
      Solcherart unleckeres Backwerk fand sich auch im Alternativ-Laden Nähe Klausener Platz. Einmal überwand ich meine optische Scheu (die mich sehr selten täuscht) und kaufte was, weil ich Wechselgeld brauchte; es war nichts Halbes und nichts Ganzes, sondern ein ungeschickter Versuch, der nie hätte in Serie gehen dürfen. Einzig am Mehl hatte man nicht gespart, und dieses erfolgreich verklumpt, so daß man damit hätte Fenster einwerfen können. Nicht nur keine Geschmackszutaten (jaja, Trockenfrüchte, Nüsse und Honig sind halt teuer), sondern auch keine Teigzubereitkenntnisse (Strudelteig! Plätzchenteig! Brotteig! Herrjeh, man könnte doch auch aus Mehl was machen!). Es war nur Pampe, die im Mund immer mehr wird.

  14. Wie fern vom Tegernsee ein See der Lügenzahlen aufgestaut wird:
    Nicht wenige türkische „Ihr-Kartoffeln-seid-schuld-daran-dass-wir-Erdogan-wählen“-Autoren betonen, dass nicht >60% der Türken in Deutschland Erdogans Diktatur wählten, sondern nur 60% der zur Wahl gegangenen Türken, also nur ca 12% aller Türken in Deutschland.
    .
    Nach dieser Rechnung heißt es dann: regt euch doch nicht auf wegen 12%.
    .
    Ok. Aber dann bitte ehrlich. Wenn wir so rechnen, haben nicht ca 40% der Türken in Deutschland gegen Erdogans Diktatur gestimmt, sondern nur 40% der zur Wahl gegangenen Türken, also nur ca 8% aller Türken in Deutschland.
    .
    Seltsam. Kein „Ihr-Deutschen-seid-schuld-daran-dass-wir-Türken-die-Diktatur-wollen“-Journalisten käme auf die Idee, fair und ehrlich eben diese Gegenrechnung zuzulassen.
    .
    Denn das Ergebnis ist bitter: 92% der Türken in Deutschland haben eben n i c h t g e g e n die Diktatur gestimmt.
    .
    Das kann man doch nun wirklich nicht zugeben. Wo bliebe da die Schuld der Kartoffeln? (Hier ein typischer Fall von Exkulpationsbemühen + Zahlenlüge: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/brief-aus-istanbul/wahlverhalten-der-deutschtuerken-14988970.html)

    • ... dieses Schöngerechne ...
      … hat man mE von den mentalen Gesinnungsbrüdern übernommen, die nach dem letzten verlorenen Krieg auch ausrechneten, dass – je nach Zählweise – nur 10-25% den, nach Frau Merkel, größten Wir-schaffen-das-Kanzler aller Zeiten überhaupt jemals gewählt hatten, dass also 75 – 90% im Grund genommen Opfer gewesen seien.

      Gelernt ist halt gelernt.

    • Nichtwaehler
      Mit dem Pauschalisieren ist das so eine Sache. Die Haelfte der „Tuerken“ in Deutschland war nicht stimmberechtigt, zum kleineren Teil mangels Wahlalters und zum groesseren Teil wohl, weil es sich eben nicht um Tuerken, sondern um Deutsche handelt. Deren Verzicht auf einen Pass aus der Heimat der Vorfahren trotz handfester Nachteile (z.B. beim tuerkischen Erbrecht) laesst sich auch so deuten, dass sie mit der Heimat der Vorfahren und insbesondere Erdogan nicht mehr so viel am Hut haben.

    • Titel eingeben
      und ein Teil der Türken, die zwar wahlberechtigt waren und auch mit Mein gestimmt hätten, ging deshalb nicht zur Wahl, weil sie sich in die türkische Botschaft begeben hätten müssen und im besten Fall ihr Pass eingehalten worden wäre…wenn nicht gar schlimmeres…

      bombjack

    • Islamisierung ? Nein, danke !
      Das Referandumergebnis ist ein Resultat der 3. Islamisierungswelle in der TR unter Erdogan. De Mazier hat es sehr treffend formuliert ‚ Religion soll ein Kitt und kein Keil in einer Gesellschaft sein soll. In der TR ist es ein Keil, polarisiert nur, mit unzähligen Sekten, Koraninterpretationen, vor ein paar Tagen waren die Mitglieder zweier Sekten in eine heftige Schlägerei gegeneinander verwickelt, mit Schwerverwundeten, Spitalaufenthalten, und das in der ‚heiligen‘ Stätte Mekka und Kabe.
      Die Türken sind ein freiheitliebendes, naturnahes Volk, früher ein Nomadenvolk, mit ihren Jurten, immer auf der Suche nach guten Weideplätzen für ihre Tiere, Standorten für verschiedene Kräuter für Heil- und Farbzwecke für ihre Teppiche und Quellen für die Herstellung ihrer Waffen und Schwerte. Es gibt Befunde für türkische Siedlungen in Anatolien und Thrakien, die bis vor 8 000 bc reichen. Zudem beherrschten sie die Kriegskunst und hatten ein gefestigtes Brauchtum, welches den vielen Stämmen es ermöglichte, in Krisen-und Gefahrsituationen, unter klar definierten Regeln sich zu einer Staatsbildung zusammenzuschliessen. Beim imposanten Eingang zum Militärmuseum in Istanbul, sind die Flaggen von diesen 16 Staaten aufgereiht.
      Momentan witzelt man in den türkischen Sozialmedien über den tragikomischen Fakt, dass man den Erdogan erlebt, wo es doch viel interessanter wäre, in den kulturell und wirtschaftlich glorreichen Epochen unter Mete-, Cengiz-, Babür Khans, Alaaddin Keykubat, Otman Gazi, Orhan Gazi, Fatih Sultan Mehmed II und Atatürk gelebt zu haben.

      Die Türken, zwangsislamisiert, hatten dennoch ihr Tengriglauben beibehalten, welches in Alevitisch-Bektashi Orden weitergeführt wurde und heute noch existiert. Der Alevitisch-Bektashi Orden gehörende Osmanen haben den das Reich gegründet. Es ist eine liberale Form von Islam und entspricht eigentlich den urtürkischen, pragmatischen Umgang mit Religionen, man weiß, dass die Türken im Laufe ihrer Geschichte, alle möglichen Religionen angenommen und wieder abgelegt haben. Die erste sünnitisch, arabische Islamisierungswelle erfolgte nach der Eroberung von Ägypten unter Yavuz und Erlangung des Khalifats. In seinem Schlepptau kamen viele sünnitische ‚Gelehrte‘ ins Land und sorgten für die Verdrängung des Alevitisch-Bektashi-Glaubens, mit den schlimmsten Folgen für die UrTürken, Diskriminierungen, Massenmorde usw. Ich behaupte, es gibt kein zweites Land auf Erden, wo die ethnisch Urtürken (die Aleviten) so diskriminiert werden, wie in der Türkei. Die zweite Islamisierungswelle erfolgte nach der osmanischen Barockzeit, mit dem Aufkommen und Einflussnahme einer ultra konservativen Sekte im Staatsapparat, ebenfalls mit der schlimmen Folge, dass die Osmanen den Anschluss an die frühe und die eigentliche Industralisierung verpasst haben.
      Fazit: Der sünnitische Islam tut den Türken nicht gut …

  15. Kelly for Brickwork
    werter DON, natürlich ist alles schlechter geworden oder wollen sie mir sagen, dass z.b. St. Moritz heute noch ein sehnsuchtsort ist ?

    allenfalls für burka- und kopftuchträgerInnen, die im doppel und parallelgeschaltet ihre kinderwägen wie überbreite minenräumer auf den spazierwegen bewegen ?

    kommen wir zum hauptthema und wie wir Grace Kelly vermissen und ihren älteren bruder John B. Kelly jr.

    denn wo heute blöde sprüche draufstehen, da standen früher intelligente sätze auf T-shirts, wie z.b. „Kelly for Brickwork“.

    http://i50.tinypic.com/159chj.jpg

    das war der renner in der szene so um 1965 und ich kannte nur einen der so ein shirt hatte und es nie ablegte, der war bei den mädchen gleich mal fein raus.
    wahrscheinlich trägt der das shirt noch heute in seiner heimatstadt Linz beim ausgehen spazieren.

    im bild also links Princess Grace, rechts der bruder, beides kinder des dreifachen olypmiasiegers im rudern John B.Kelly sen.

    John B. Kelly jun. gewann immerhin eine bronzemedaille im einer in Melbourne 1956 und coachte den Kelly for Brickwork – Achter 1964 – und der gewann gold vor dem Ratzeburger Achter von Karl Adam.

    leider – und nun kommt mein hinweis an DON und sport ist mord – verstarb er früh, beim morgenlichen joggen noch nicht einmal 60 jahre alt.

    da war es eher ein petitesse, dass er bei der siegerehrung 1956 in Melbourne – vom rennen völlig erschöpft – ohnmächtig wurde und ins wasser fiel…………

    das nächste mal dann mehr über BB und Le Pen………..beide ja blond und dann hören wir doch mal bei Rod Stewart rein…………….

    https://www.youtube.com/watch?v=J6iTWaKoZ5U

    • sehnSUCHTsorte
      ah ja, lieber DON,ich vergass zu erwähen:

      St. Moritz: mann schätzt aufgrund von abwasserproben etwas 1400 linien kokain pro tag…….

      hat M. Oomen schon die bombardierung vorgeschlagen ? anflug ab ca. 11 uhr, da dann mit rückenwind vom Maloja-Pass aus ! in Samedan können die bomber dann auftanken ! bitte unbedingt die höhe beachten, Samedan ist der höchstgelegenste flugplatz europas auf 1707m höhe !

  16. Kein Che Guevara Poster
    …an der Wand meines Jungmädchenzimmers im Wirtschaftswunderstil, aber damals durchaus mit Vergnügen ein Essay der Steinzeit-Feministin Notre Dame de Satre gelesen: „Brigitte Bardot und das Lolita-Syndrom“ (1959?).
    Beschrieben als Jägerin!! und Beute in einer Person. Von hinten von fast knabenhafter Gestalt mit ausgesprochen männlichen Eigenschaften. Ich muss gestehen, in den Sechzigern erschien mir ihr trotziger Gesichtsausdruck emanzipiert und befreit.
    Shame on me…

  17. Ex Zeitleser
    Werter, lieber Don,

    mal wieder wie gewohnt ein ironisch zugespitzt Text mit klarer „Bildersprache“ , der insbesondere die bigotte, scheinheilige Moral mancher Zeitgenossen aufs Korn nimmt.

    So weit so gut, warten wir noch ein paar Jährchen zu, bis diese 68er
    nicht mehr ganz so fit sind, sondern noch etwas betagter und etwas gebrechlicher. Dann werden viele staunen und merken wie bei ihnen im Alltag an bestimmten öffentlichen Plätzen, und in öff. Verkehrsmitteln, beim Einkaufen, abends in dunklen Gassen doch etwas Angst hervorkriecht. Wenn man selber nicht mehr wehrhaft oder fluchtgeeignet ist und dazu sogar aleine unterwegs bzw. alleinstehend sieht die Welt in D bereits heute ganz anders, nicht sehr rosarot aus aus. Was passieren kann, wenn Schutzsuchende auf Schutzlose treffen, kann man regelmäßig der Lokalpresse entnehmen. Zugeben dies liest sich etwas hart und pauschal, aber ich bin angesichts des Ignorierens, Relativierens und Schönredens dieser Probleme etwas angefressen. Erst vor einigen Tagen gabe es in der badischen Zeitung gleich zwei Polizei-Meldungen (einmal ging es gegen eine Rollstuhlfahrerin, einmal gegen eine recht ältere Dame).

    • Sehr elegant
      Schutzsuchende und Schutzlose ggü-gestellt.
      Das hat Potential. Leider.

    • Erzwungene Schutz-/Wehrlosigkeit
      Ist es verrückt, zu behaupten, dass die staatlich erzwungene Wehrlosigkeit (Waffengesetze) gegen die Menschenwürde verstößt? Mich treffen jedenfalls immer Blicke, die mir diese Vermutung (Der ist übergeschnappt!) signalisieren. Probieren Sie den Gedanken doch mal heimlich aus, man muss ihn ja nicht gleich öffentlich aussprechen.

  18. Erfreuliche Entwicklung
    Die Grünen wird es freuen, weil der Kerosinverbrauch sinkt, der Finazmminister wird sich freuen, weil die teuren Ausflüge der Bundeswehr nach Afganistan weniger werden. Die Bundeswehrsoldaten können abends in ihre Heimatkaserne oder zur Familie nach Hause zurück.
    Denn heute konnten wir der FAZ und anderen Medien entnehmen, dass die Taliban jetzt verstärkt zu uns ziehen und hier Asyl beantragen und wahrscheinlich auch bekommen.
    Jetzt braucht nur noch der Bundestag dem Einsatz der Bundeswehr im Inland zuzustimmen, und wir haben eine tolle win-win-Situation.

    • Demnächst freuen wir uns auf die ISIS Kämpfers
      Das wird lustig.
      Bin gespannt wie sich unsere Politiker aus ihrer
      Selbstfesselung befreien.

    • Win-Win-Situation
      Und wenn alle Taliban bei uns sind, dann ist es in Afghanistan so ruhig und friedlich, dass selbst friedensbewegte GrünInnen einer Einstufung als sicheres Herkunftsland zustimmen können. Ergo: eine win-win-win-Situation.

    • Das ist wirklich praktisch
      dann kann Deutschland endlich wieder zu Hause verteidigt werden statt am Hindukush.

    • Immer noch hoher Kerosinverbeauch nach Afghanistan - arabische Logik
      Ich habe nach 2001 mit großem Interesse verfolgt wie Peter Scholl-Latour unermüdlich darauf hingewiesen hat, dass nach allen historischen Erfahrungen (zuletzt UdSSR Abzug nach 10 Jahren) die Besetzung Afghanistans durch Armeen aus christlichen Ländern scheitern werde.

      Er brachte seine zusammengerechnet jahrzehnte langen Aufenthalte und fundierten Kenntnisse der dortigen Mentalitäten aus Nah- und Fernost ein. Er sagte immer dass nie in der Vergangenheit und nie in der Zukunft eine Besetzung eines islamischen Landes durch christliche Armeen von Erfolg gezeichnet waren und sein werden.

      Das interessierte die Bundesregierungen natürlich nie, die hatten ihre eigenen Experten, die den politischen Kurs stützen und Erfolgsaussichten in Afghanistan voraussagten (und manche dies immer noch tun).

      Heute wird propagiert, Afghanistan sei zu unsicher um Flüchtlinge dorthin zurück zu schicken.
      Dann gehört es sich einfach, im gleichen Atemzug das Scheitern des Afghanistan-Einsatzes und die leider sinnlosen Tode von Bundeswehrsoldaten zuzugeben.

      Kerosin brauchen wir immer noch, da rund 900 unserer Soldaten noch dort sind und die sind leider nach den neuesten Entwicklungen in aller höchster Lebensgefahr.

      Dass alle Konflikte, Kriege, Feindschaften (Sunniten Schiiten), offene Rechnungen, Hass (Juden Muslime) und das Mittelalter (Frauen, Kinderehen) von dem Migrantenstrom hier her mitgebracht werden, sollte langsam Jeder kapieren.

      Saßen ein Frosch und ein Skorpion am Nil. Der Skorpion: „Frosch, nimm mich auf den Rücken und schwimme mich zum anderen Ufer, ich kann ja nicht schwimmen.“ Der Frosch:“Denkst du ich bin blöd, dann stichst Du mich mitten auf dem Fluss und ich bin tot.“
      „Aber denk doch mal logisch, wenn ich dich steche gehe ich mit dir unter und bin auch tot.“
      „Ach so“, sagte der Frosch, „ja das ist logisch, Du hast recht, steig auf meinen Rücken, ich bring dich rüber“.
      Mitten auf dem Nil, spürte der Frosch den tödlichen Stich. „Was machst Du da, jetzt sterben wir Beide! Warum tust du so was Dummes?“

      Der Skorpion:“Wir sind in Arabien, mein Lieber“.

  19. 68 ist an allem Schuld...
    …aber anders, als ich gedacht habe. Mir ist gestern ein lesenswertes Buch in die Finger geraten, aus dem ich etwas Wichtiges gelernt habe (Hans-Peter Schwarz, Die neue Völkerwanderung nach Europa).
    Das politische 68 ist nämlich nur zum Teil für die aktuelle Misere verantwortlich, im wesentlichen ist es das judikative 68!

    Ich habe mich immer gefragt, warum Italien die Migranten aus dem Meer fischt und nach Italien bringt, statt sie in Libyen wieder an den Strand zu setzen. Das habe ich für eine politische Entscheidung von Renzi und Konsorten gehalten. Falsch!
    Tatsächlich gibt es eine weitreichende Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EMGR) von 2012. Darin wurde Italien zur Zahlung von 15.000€ Schmerzensgeld pro Nase an aufgegriffene Flüchtlinge verurteilt, weil es sie wieder nach Libyen zurückexpediert hatte.
    Aus der Rechtsprechung des EuGH und des EMGR folgt demnach, dass es tatsächlich keine ‚Obergrenze‘ geben kann und jeder, der auch nur im Entferntesten einer Lebensunsicherheit ausgesetzt ist, in Europa Asyl beantragen kann. Es sind die 68er in den Gerichten, die uns überall den Schlamassel einbrocken (siehe auch die Prozesse gegen die Silversternacht-Verdächtigen)

    Deutschland setzt die EU-Rechtsprechung 1:1 um. Es hat also rechtlich gar keine Möglichkeit, Asylbewerber an der Grenze abzuweisen. Deshalb macht Merkel dubiose Deals mit Despoten. Sie muss unbedingt verhindern, dass Asylanten europäischen Boden erreichen.

    Die ganze Seehofer/Merkel-Show ist also nur eine Guter-Cop-Böser-Cop-Inszenierung, um der AfD das Wasser abzugraben. Tatsächlich wird auch Seehofer die EU-Rechtsprechung weiter als Bundesrecht umsetzen. Es geht ja um eine ‚immer engere Gemeinschaft‘, d.h. einen Bundesstaat, und der benötigt natürlich ein oberstes Gericht.
    Der Brexit war unter anderem ein Protest gegen die genau diese Vorherrschaft des EU-Rechts. Das es anders geht, zeigt Orban: Er akzeptiert die Urteile des EGMR nach Gutdünken.

    Interessanterweise steht das den nationalen Regierungen auch frei. Man muss als EU-Mitglied die EMGR-Urteile nicht 1:1 umsetzen. Aber die EU-Lokomotiven DE, FR, und IT tun es natürlich, um mit gutem Beispiel voranzugehen. Da kommen tatsächlich die politischen 68er ins Spiel.

    • 15000 Euro Schmerzensgeld für jeden Zurückgebrachten!?
      Wenn man alle Kosten für Essen, Kleidung, Unterkunft, Betreuung, Krankenversorgung, Integrationskurse, BAMF, zusätzliche Polizisten, Juristen, Verwaltungsangestellte … (bitte nach Lust und Laune selbstständig ergänzen) zusammenrechnet, kann man nur zu einem Schluss kommen. Lieber die 15.000 Euro zahlen. Ist auf Dauer billiger.

    • EMGR-Urteil - vielleicht ein ganz wichtiges Puzzlestück
      Endlich mal wieder ein wertvoller Hinweis in den Kommentaren! (Anders als zB die Sorte, „ich schreibe wie Luhmann – viel zu viel, über alles und immer dasselbe“.) Die angebotene Erklärung erscheint zumindest mir durchaus realistisch. Sehr viele kontroverse Entscheidungen werden ja auch dem Weg über die oberste Gerichtsbarkeit durchgesetzt.

      Ob aber ein halbes Jahrhundert nach 68 nicht doch eher die Generation Cherie Blair in den Gerichten sitzt?

    • @Willem Hold
      Nee, da sitzen nicht die 68er sonder ihre Kinder. Antiautoritär erzogen und damit ohne Grenzen, was Kinder zu masslosen Egoisten werden lässt. Sozialisiert mit der Prämisse, dass Gesinnung vor Verantortung oder dem Bedenken der Folgen kommt. Persönliche Freiheit ohne die Freiheit das anderen zu bedenken. Gnadenlse Intoleranz gegenüber Andersdenkenden. Das ist das gefährliche Erbe der 68er: Von entfesseltem Raubtierkapitalismus auf der einen Seite über eine Politikerkaste, denen es nicht ums dienen sondern nur um die (Pfründe der) Macht geht bis hin zu all den Genannten Juristen, die die Welt entsprechend ihrer Gesinnung „besser“ regeln wollen und dabei auch nur ihr moralisches Ego befriedigen. „Gut sein“, koste es was es wolle.

    • Willem Hold
      Das mit den Puzzleteilen:

      Frau Simon hat vor einiger Zeit Mal eine kleine Chronologie zu den Umtrieben des BAMF gepostet.
      Man kann sich mal anschauen, wann und wie Frontex umgewidmet wurde.
      Man kann schauen, wann es welche Änderungen im Asylrecht gab, wann an der Wartezeit für den Familiennachzug geschraubt wurde usw.

      Das alles auf der legislativen Ebene.

      Schaut man woanders genauer hin, auf kommunaler Ebene, bei Jugendämtern, auf exekutiver Ebene, betrachtet man Urteile, Durchführungsverordnungen oder andere Stellschrauben, wie geänderte Zuweisungsbestimmungen im sozialen Wohnungsbau,
      hat man schon reichlich Puzzleteilen beisammen.

      Zählt man noch Zensur und die Rolle der vierten Gewalt hinzu, fehlt eigentlich nur noch die Vorlage zum Puzzle und man kann loslegen.
      Mit etwas VT im Hinterkopf tut man sich auch sicherlich leichter als mit neuerdings verbreiteter alternativer Mathematik, die behauptet, dass 1+1=3 ist und dass das für sehr große 1 und für sehr kleine 3 gilt, vulgo: Wir schaffen das.

    • Lesen Sie das Urteil aufmerksam
      Da steht drin, in dem Moment, indem ihr sie an Bord nehmt, seid ihr verantwortlich und dürft sie nicht in unsichere Gebiete wie Libyen bringen. Also nicht an Bord nehmen, sondern Schleppleine rüber und nach Afrika schleppen. Wenn die Kerle ihr eigenes Boot versenken – so what. Dann nehmt sie halt an Bord und ladet sie am Strand von Tunesien oder Marokko ab.

    • Zum leichteren Finden des Urteils
      Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte,
      Große Kammer, Beschwerdesache Hirsi Jamaa gg. Österreich,
      Urteil vom 23.2.2012, Bsw. 27765/09.
      Art. 1 EMRK, Art. 3 EMRK, Art. 13 EMRK, Art.
      4 4. Prot. EMRK – Kollektivausweisung von
      Bootsflüchtlingen nach Libyen.

      https://www.jura.uni-bremen.de/uploads/ZERP/testseminarMigrR/13._Hirsi-Entscheidung_deutsch.pdf

    • Interessantes Dokument – Danke Frau Simon!
      Das Urteil ist unter verschiedenen Aspekten bemerkenswert.

      An erster Stelle ist die juristische Gewandtheit des Klägers zu bewundern.
      Wider alle pessimistischen Einschätzungen drängen offenbar doch Fachkräfte nach Europa.


    • Lieber die 15.000 Euro zahlen. Ist auf Dauer billiger.
      Kommt drauf an, an wen. Wenn an die Hergelaufenen, laufen 100 weitere her, weil sie auch wollen. Wenn an Kirchen oder Sozialverbände, werden 2, 3 Hergelaufene „juristisch professionalisiert“. Wenn an die EU… da kann alles mögliche passieren, wie bei Nihilit.


    • Nach der Logik dieses Urteils besteht auf jedem Schiff, das eine bestimmte Flagge führt, der Anspruch, in dieses Land gebracht zu werden, um dort Juristen zu beschäftigen, oder sehe ich das falsch?
      Also nicht daß ein Schiff den nächstgelegenen Hafen anläuft und dort die Aufgegriffenen wieder absetzt, neinnein, kostenlose Fahrt zum Wunschziel plus Juristenbeschäftigung müssen für jeden, der sich mit dem Schlauchboot in Seenot begibt, drin sein! Und natürlich individuelle Behandlung mit Dolmetschern, denn dolmetschen ist ja Hauptaufgabe der Seefahrt.

  20. Dieses Land hat schon viele Moden erlebt
    Die Herrschaft des absoluten Geschmacks hat sich in Deutschland aber leider noch nicht durchgesetzt in all dieser Beliebigkeit. Noch in den frühen Fünfzigern scheinen die LEute deutlich adretter auf die Strasse gegangen zu sein als heute.
    Man muss ja geradezu froh sein, wenn FKK keine flächendeckende Renaissance feiert, womöglich noch im Biergarten. Obwohl das als künftig denkbare Gegenbewegung, wenn die genannten Verhüllungstendenzen noch zunehmen, am Ende nicht ganz von der Hand zu weisen ist…

  21. Gerechtigkeit im Mutterland der Gerechtigkeit
    „Auf Schwedisch sind die Begriffe Wohlstand und Wohlfahrt so gut wie synonym. Das ist im Mutterland der Sozialdemokratie natürlich kein Zufall. Und dennoch hat Schweden in den vergangenen Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung weg von der Wohlfahrt für alle hin zum Wohlstand für wenige vollzogen. Das jedenfalls legt ein Bericht der Industrieländerorganisation OECD nahe, demzufolge in keinem anderen westlichen Industriestaat die Einkommensunterschiede so schnell gestiegen sind wie in Schweden.“
    .
    Schreibt der Spiegel.
    .
    Seltsam.
    .
    In der gleichen Zeit wurden in Schweden die wichtigen (Entscheider-)Stellen in Politik und Wirtschaft von Frauen – den sog. Goldröckchen“ (örtl. Spottname wegen der „Nehmer-Qualitäten“ dieser Frauen) – übernommen.
    .
    Hm.
    .
    Sicher nur ein Zufall.

    (Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/schweden-fuehrt-neuen-wohlstandsindex-ein-a-1144991.html)

    • Australien, Polen und Ungarn
      sind die klugen Mädchen, die sich aussuchenkönnen, mit wem sie Spaß haben und mit wem nicht.
      Deutschland und schweden haben bisher alle reingelassen, die kommen wollten.

  22. „ungewaschene, verlauste und verdreckte Kreatur“
    Nun, der Rudi Dutschke wäre sicher kein Grüner geworden, obwohl, trotz seiner Ablehnung der parlamentarischen Demokratie wäre aufgrund seiner Widersprüchlichkeit wohl alles, zumindest kurzzeitig, möglich gewesen.

    Die 68er gab es vielleicht einen kurzen Moment, dem Moment der Vereinigung von Arbeitern und Studenten. Spätestens mit der RAF gab es sie nicht mehr. Und es ist kaum nachvollziehbar, warum die 68er der APO für spätere politische Entwicklungen verantwortlich sein sollten. Die 68er haben etwas angestoßen, die Gesellschaft verändert, das ist wahr, aber sicher nicht in eine bestimmte oder gar grüne Richtung. Dann sähe diese Republik ganz anders aus.

    Der Marsch durch die Institutionen hat nie stattgefunden und sollte doch jemand ernsthaft dieser Meinung sein, so kann er jedenfalls nicht umhin, ihn als frühzeitig gescheitert zu betrachten. Eine friedliche Revolution hat nie stattgefunden, nicht einmal in der DDR. Und es ist mehr als fraglich, ob so etwas überhaupt möglich ist.

    Auch Dutschke konnte sich nie wirklich zu Gewalt durchringen, über das Gutheißen von Stellvertreterkriegen ist er nicht hinausgegangen. Nationales Handeln um internationale Wirkung zu erzielen, das schwebte ihm vor. Daß das angesichts des internationalen Kapitals möglich sein könnte, darf angesichts der Realität aber wohl bezweifelt werden.

    Es mag ja noch 68er im Geiste geben, aber sie sind müde geworden, von ihnen ist, auch wenn sie geistig nicht unbedingt dahinvegetieren, nicht mehr viel zu erwarten und das ist wohl verständlich, es sei ihnen gegönnt. Sie haben es zumindest versucht, Anstöße gegeben, mehr kann man nicht verlangen – in einer parlamentarischen Demokratie.

    • Haben Sie
      auch eine Positivliste, wer oder was verantwortlich ist für die Verblödung nicht nur des kleinen Mannes, sondern auch die des etwas größeren Mannes (m/w)?

    • Titel eingeben
      „Wer verantwortlich ist?“

      Jeder für sich selbst, unter Berücksichtigung der Rechte anderer.
      Weniger Bequemlichkeit und Gier, das würde helfen.


    • Für die eigene Verblödung ist jeder selbst verantwortlich, will ich meinen. In meinen Augen kann sich davon auch niemand völlig freisprechen. Obwohl, ich würde es etwas anders formulieren – netter.

      Die kurze Zeit der 68er kann man nur schwer beschreiben, man muß sie erlebt haben. Es war die Zeit des Aufstandes der Jugend, der sich auf vielfache Art und Weise manifestierte, in den Familien, in den Schulen und Universitäten, am Arbeitsplatz, in der Politik, in der Musik. Es war auch geschichtliche Aufarbeitung und insgesamt ein gesamtgesellschaftliches Phänomen, was in meinen Augen viel zu kurz anhielt und so keine anhaltende Wirkung entfalten konnte. Das hat sich nie wiederholt, sieht man einmal von punktuell vergleichbaren Bewegungen wie der Anti-Atomkraft-Bewegung ab. Die Grünen schienen zunächst den Marsch durch die Institutionen verkörpern zu können, das aber hat sich sehr schnell als Irrtum herausgestellt, die Befürchtungen Dutschkes bestätigt.

      Nein, als blöd würde ich so schnell keinen Menschen ernsthaft bezeichnen wollen.

    • Jugend?
      Ich war 1968 25 Jahre alt und erinnere mich genau, daß sich mir damals die Frage aufdrängte: „Was wollen die Deppen eigentlich?“

      So billig geht das nicht. Diese xxx waren einer idiotischen Ideologie aufgesessen. Das Ergebnis ist statt Weltverbesserung Verhunzung.


    • Welche Ideologie denn?

  23. Mainstream
    50 Jahre her? Tatsächlich?
    Anscheinend kann man doch eine konstante Persönlichkeit haben.
    1968 waren mir die Demos zu Mainstream
    1978 war mir das Kohleschaufeln zu Mainstream
    1989 war mir die Wiedervereinigungsbegeisterung zu Mainstream
    2000 war mir die Globalisierung zu Mainstream
    2015 war mir das Gutmenschentum zu Mainstream

    und der Tegernsee war mir immer zu Mainstream

    Irgendwie habe ich es nicht mit den Mehrheitshypes.

    Aber schöne Beschreibung der Zeitenläufe

  24. Einfach genial
    „…bis zu Waldschraten, deren Nachfolger gerade um die 5%-Hürde kämpfen“
    Und dazu die Fotos!
    „Es gibt keine Traditionslinie von der damaligen Ablehnung der Religion hin zum Verständnis für wahhabitischen und schiitischen Islam…“
    Genau so ist es. Da muss irgendwann eine Demenz mit ins Spiel gekommen sein.

  25. Van der Bellen hat doch Recht!
    Geschenkte und Menschen, die schon länger hier leben, wir alle müssen uns doch endlich mal ein bisschen auf einander zubewegen.
    In Wasserburg beispielsweise wurde doch anscheinend nur der Versuch unternommen, endlich das umzusetzen, was BAMF-Ex-Chef Weise schon lange forderte: endlich jüngere Autofahrer auf unseren Autobahnen.

    http://www.bild.de/politik/inland/fluechtlingskrise/ba-chef-weise-haelt-fluechtlinge-fuer-bereicherung-43195496.bild.html

    Aber es gibt auch bereits erhebliche Erfolge zu berichten: Die Banken sind in puncto Zinsen schon länger schariakonform. Nun wäre es nur konsequent, wenn Frauen, so Sie nicht schon auf dem Rücksitz der Fahrzeuge Platz genommen haben, endlich den Führerschein abgeben. Die Umwelt dankt es uns allen.
    Der kollektive Versuch, aus Solidarität den präpubertären Nachbarstöchtern Heiratsanträge zu machen, muß übrigens nicht zwingend im Desaster enden. Folgt man den Plänen und Lehrplänen rot-rot-grüner Frühsexualisierungsfanatiker, dann wird da sicherlich auf ein ganz natürliches Verständnis bei den Betroffenen zu hoffen sein.
    Open your mind.

    • Dass aus dem Morgenland
      keine Leute kommen, die „langsam auf der Autobahn herumfahren“, wie der weise Herr Weise meint, haben deutschen Autoversicherungen schon vor über 30 Jahren gemerkt. Als Bereicherung wurde es damals aber nicht empfunden.

      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13511827.html

    • Früher war mehr Lametta
      @MMW: „Balkan-Tarif…Pionierprämie“? Die können froh gewesen sein, dass Heiko Maas damals noch Teenager war und noch noch nicht seine fundierte juristische Praxiserfahrung hatte, sonst hätte es aber geraucht!

      Heutzutage werden die Kosten solcher Kollateralschäden der Zuwanderung ganz selbstverständlich vergesellschaftet und schöne neue Euphemismen gefunden: „Schwer erreichbare Zielgruppen“. So beispielsweise bei der Bundesanstalt für Straßenwesen>
      http://www.bast.de/DE/Publikationen/Foko/2013-2012/2013-09.html

    • @Derek Butter
      Es hat ja auch damals geraucht. Soll heißen, der Balkan-Tarif war selbst in den 80ern zu politisch-inkorrekt, um genehmigt zu werden. Wenn Sie den verlinkten Artikel lesen, können Sie allerdings sehr gut erkennen, wie politische Korrektheit durch ökonomische Notwendigkeit unterwandert wird und letztlich genau das Gegenteil bewirkt – nämlich die totale Apartheid. In der Autoversicherung sind wir schon soweit, heißt heute nur anders, nämlich „Individualtarif“. Die Gesellschaft wird folgen.

  26. Die Generation der kaputten 68-er-Konvertiten
    Die Bezeichnung „68“ oder „68-er“ wird in der medialen Öffentlichkeit meist manipulativ und irreführend gebraucht. Der Trick liegt darin, nicht zu unterscheiden zwischen einer politisch-kulturellen Bewegung, deren Entwicklung in Deutschland zum einen durch die APO und zum anderen durch die Intellektuellen des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) geprägt wurde, und der Bezeichnung einer Altersgruppe, welcher die Aktivisten der „Studentenbewegung“ als Minorität angehörten.

    Die emanzipatorische Bewegung der „68-er“ existierte bereits ums Jahr 1970 zum großen Teil nicht mehr und ist dann definitiv im „Deutschen Herbst“ (1977) untergegangen.

    Als emanzipatorische Bewegung sind die „68-er“ gescheitert. Denn zum einen konnten sie politisch und kulturell nichts erreichen. Zum anderen stellen die damaligen Akteure eine „gebrochene Generation“ von Konvertiten und selbstverleugnenden Identitätskrüppeln dar. Denn die meisten wechselten politisch Seiten und unterschieden sich danach nicht mehr in ihrer Parteinahme für Kapitalinteressen von ihren einstigen Gegnern im RCDS („jung, dynamisch, erfolgreich“) und ebenso nicht in ihrer Neuorientierung auf Kohle, Karriere und Konsum.

    Diese 68-er Konvertiten hatten politisch nichts mehr gemein mit der Protest- und Oppositionsbewegung aus der APO- und SDS-Zeit.

    Typisch jener Gerhard Schröder, den ich aus meiner Zeit in den 70-er Jahren bei den Göttinger Jusos kenne und mit dem ich ab und zu ein Bier getrunken habe.

    Die Göttinger Jusos hatten zu dieser Zeit als marxistische „Antirevisionisten“ die Linksaußen-Position in der SPD inne und Schröder vertrat diese Position.

    Aber dann wechselte er von Linksaußen auf Rechtsaußen zur SPD-Rechten. Damit begann sein Aufstieg: Kandidat als Ministerpräsident, Ministerpräsident, Kanzler, Spitzenlobbyist und Multimillionär. Von ganz unten und ganz arm nach ganz oben und reich, vom Revolutionär zum Reaktionär.

    Als Kanzler überholte Schröder als neoliberaler Modernisierer dann die CDU-Politik rechts.

    Der politische Kampf der APO- und SDS-Aktivisten war erfolglos, sie haben kein einziges ihrer Ziele erreicht. Weder haben sie die Notstandsgesetze noch die technokratisch-kapitalistische Umstrukturierung der Universitäten durch die Hochschulreform verhindern können.

    Die Liberalisierung der Gesellschaft entwickelte sich schon vor der 68-er-Bewegung und wäre auch ohne diese gekommen, bestenfalls waren die 68-er eine Art Reaktionsbeschleuniger bei der Überwindung gesellschaftlich-moralischer Grenzen, die dem Kapitalverwertungsinteresse im Wege standen.

    Die entscheidenden Liberalisierungen im Dienste des Kapitals wurden von den Parteien des Establishments durchgesetzt. So beispielsweise die Bildungsreformen durch die „Roten“ (SPD) und die Privatisierung von Rundfunk und Fernsehen durch „Schwarzen“ (CDU/CSU). Die „Gelben“ waren immer dabei.

    Nach Untergang der emanzipatorischen 68-er-Bewegung entwickelt sich unter Einschluss und zum Teil unter Führung der 68-er-Konvertiten gesellschaftspolitisch eine reaktionäre Modernisierung und ein soziokultureller Niedergang.

    Diesen soziokulturellen Niedergang möchten die neoliberalen Reaktionäre gern den 68-ern in die Schuhe schieben. Die Kunstfigur D.A. ist hierbei voll auf der Linie der neoliberalen FAZ-Reaktionäre und befriedigt regressive Bedürfnisse einer neobiedermeierlichen Leserschaft.

    Das Gros der heutigen Alten besteht in Deutschland aus Reaktionären im Zustand kognitiver Dissonanz und politischer Demenz. Würde man nicht deren Biographien kennen, so könnte man heute die 68-er-Konvertiten nicht von denen unterscheiden, die schon immer „schwarz“ und reaktionär waren. Egal ob Schröder, Fischer oder Kretschmann.

    • Autoregression
      „Diesen soziokulturellen Niedergang möchten die neoliberalen Reaktionäre gern den 68-ern in die Schuhe schieben. Die Kunstfigur D.A. ist hierbei voll auf der Linie der neoliberalen FAZ-Reaktionäre und befriedigt regressive Bedürfnisse einer neobiedermeierlichen Leserschaft“

      In die Schuhe schieben ist gut. Das würden die meisten von denen von wegen Raucherbein und anderen Durchblutungsstörungen gar nicht mehr merken.

      Schieben Sie besser das Kopftuch hoch und schauen Sie sich mal an, was die Vertreter dieser Generation gerade dabei sind an Immobilien, Wertpapieren und anderen Vermögenswerten zu erben.

      Als routinierte Heuchler und nach den Anstrengungen des Marsches durch die Institutionen sind die auch nicht willig zu teilen, schon gar nicht mit den Habenichtsen unter den einstigen Kampfgenossen, die sich vom Schicksal weniger begünstigt sehen und der „Protest- und Oppositionsbewegung aus der APO- und SDS-Zeit“ die Herz/Lungenmaschine allein deshalb nicht ausschalten wollen, weil sie nicht mit ihrer Lebenslüge oder -idiotie konfrontiert werden möchten.

    • Das war eigentlich eine Verteidigung der 68er. Icvh weiss nicht, wie man das so falsch verstehen kann.

    • "Die Liberalisierung der Gesellschaft entwickelte sich schon vor der 68-er-Bewegung
      und wäre auch ohne diese gekommen“

      Jetzt wird es interessant!

      Als Parallele fällt mir ein, daß es eben nicht die Grünen waren, die den Umweltschutz in D nach vorn brachten. Die Gesetze zum Wasserschutz entstanden in den 1970ern. Die Grünen kamen ca 10 Jahre zu spät. Das Selbe bzgl. der Luftverschmutzung.
      (Ich bin im Ruhrgebiet großgeworden und kenne die Emscher noch als Kind im Zustand einer Kloake. Als ich Jugendlicher war, hatte die Sache sich schon gewandelt. Die Luft muß früher im Ruhrgebiet manchmal rußgeschwärzt gewesen sein, so wie ich es während meines Studiums in Berlin bei Ostwind manchmal noch mitbekam-dort war es Schwefel-. In meiner Kindheit war die Luft aber schon sauber… – nicht wie in den Alpen damals, sondern so wie in den Alpen heute.)

    • Wenn sie die Grünen fragen. werden die Ihnen auch erzählen, dass die Türken das Wirtschaftswunder gemacht haben. Nicht umsonst pocht der Bund Naturschutz auf seine Eigenständigkeit.

    • Ho die Juso-Historie war anders - Antirevisionisten waren schlaue sich alle Optionen Offenhalter
      und Gerd Schröder war durchsetzungsfähig, gefährlich und schlau (Wolfgang Roth war auch bierzeltredefähig, irgendwie auch schlau, aber nicht durchtrieben, wie der Acker, und bewegte entsprechend viel weniger). Die ganz Linken waren die Stamokapler, die mit den autoritären DKPlern und ihrer etwas hipperen Jugend mit so Gallionsfiguren wie Güter Amendt und dem heute immer noch unverwüstlich/unverdrossen-verdrossen vor sich hinlaborierenden Hermann Gremliza zusammenspannen wollten.
      Der Gtemliza hat sogar in der FAZ noch einen Sympathsiant in Form des Redakteurs und Romanschreibers Dath.

      Wer das alles ein wenig aus der Nähe erlebt hat, kann jedem der Beteiligten Superlinken für seinen nachmaligen Verrat nur dankbar sein – auch Schröder.

      Die wirklichen Durchblicks-Bringer waren Leute wie Peter Glotz und Günther Nenning – in Maßen auch Erhard Eppler, dessen letzjahr erschienene Autobiographie ganz empfehlenswert ist. – Bis auf die, die ich vergessen habe, klaro.

      Bewegend: Ich war in den Nullern mal in Brüssel und habe mit Sozialpolitikern in der EU gesprochen – einhellige Meinung: Wenn es einen in Europa gibt, auf den man sich verlassen kann, und der durchsetzungsfähig und schaffig ist, dann ist das Franz Müntefering. Das kam von Herzen!

    • Antirevis,
      danke, dass ich das wieder einmal lesen durfte.
      .
      Dann gab es bei den Jusos so Anfang 1970 auch die Stamokaps und die Hessen-Süd-Linie und dann noch die Trotzkisten.
      .
      Da konnte, wer wollte, das Kungeln, Taktieren, Finassieren und Mauscheln lernen. Und natürlich die niederen Künste der Politik, wie Fahrtkosten abrechnen.
      .
      Die höhere Intriganz ging anders. Man liess den innerparteilichen Gegner von der anderen Fraktion (wie gesagt, BuVo/Hessen-Süd gegen Stamokap, Antirevis mal hier, mal da) etwas ungelesen unterschreiben. Das war dann ein Eintrittsformular einer anderen Partei. Doppelmitgliedschaft war, da in der Satzung ausgeschlossen, Grund für den Parteiausschluss.
      .
      Ach so, der Nolle (das war der Drucker der Antirevi-Broschüren) manchte nach der Wende in Dresden und bei der SPD Sachsen Karriere als MdL, mistete in seinem Blog gegen die CDU, an sich zu Recht, aber passte dann nicht mehr, als sich die SPD in Sachsen als Junior-Partner für eine Koalition anbot. Hat sich dann wohl ins Privatleben zurückgezogen.

    • Andere Meinung
      „Die Liberalisierung der Gesellschaft entwickelte sich schon vor der 68-er-Bewegung und wäre auch ohne diese gekommen,“
      .
      Ich meine: das ist eine kühne Behauptung …von jemandem, der 50 Jahre später latürnich alles besser weiß.

    • D.A., ja, das deutsche Wirtschaftswunder als das eines hochtechnisierten Aufbaus
      wurde von anatolischen Hirten gezeugt (man muß sich ja die Zusammensetzung und Ausbildung der damaligen Gastarbeiter nur anschauen) … derweil hochqualifizierte Ingenieure, Verfahrenstechniker und MAschinenbauer (wie mein Vater) irgendwo betrunken in Kellern lagen… . Die Topoi des perpetuum mobile liegen den Grünen zwar nahe am Herzen, aber sie sind v.a. nahe an den Erfolgen der Alchemiker, Gold aus… herzustellen.

      Das Interessante an einem Schuß ist immer der sogen.Rückschlag. Mir hat sich durch diese grünlinke Pseudoargumentation/Propaganda aufgetan (ich war da vorher eher fatalistisch- sie sind halt da), daß man sich von deutscher Wirtschaftsseite dem Ansinnen der Türkei doch bitte 1 Mio Menschen zu übernehmen damals abschlägig geäußert hat: Man brauche diese Menschen nicht! Genommen wurden sie aus politischen Gründen wegen der NAto-Mitgliedschaft der Türkei- und Deutschlands: Dienste am Weltfrieden…

      Der kalte Wind der Realität hält Einzug in unsere Wohnstuben.

    • Feldmanns Parallele
      Dafür, daß die Grünen nur eingestrichen haben, was andere in ausführlicher Kleinarbeit vorher erarbeitet hatten, habe ich auch ein persönliches Beispiel: ein Freund meiner Eltern, Geologieprofessor in Bonn, hatte sich auf Stäube spezialisiert und zusammen mit der Industrie Staubfilter für Fabrikanlagen entwickelt. Das war ebenfalls in den 1970-ern und davor….

    • @ Goslar
      Ihr wunderbar anachronistisches Kampfvokabular hat hohen nostalgischen Wert. Wenn man Ihre Worte mal entstaubt erinnert man sich. Einerseits herzlichen Dank dafür. Auch sonst haben Sie ja nicht ganz unrecht: Wenigstens geben Sie zu, dass die echten (oder wie Sie sie nennen „emanzipatorischen“) 68-er gescheitert sind. Und die übrigen, die Karrierekonvertiten, haben sich auf klebrige Weise angepasst und sind dann irgendwie „progrediert“.
      So ganz ist das was Sie schreiben denn doch nicht logisch: wäre es nicht in der Verantwortung der echten 68-er gewesen, sich nicht von den, wie Sie sie nennen, Konvertiten unterwandern zu lassen um damit die Reinheit ihrer Überzeugung zu erhalten?
      Und außer lexikalischem Lassoschwingen, worin besteht eigentlich Ihre politische Überzeugung? Haben Sie mitgekriegt, dass sich das große kommunistische Ideal 1989 von der Weltbühne verabschiedet hat weil sein Gesellschaftssystem, auch ohne Zutun der „Neoliberalen“ sich als untauglich erwiesen hat (auch wenn eine Art kommunistischer Restharn sich wacker hält und heute versucht durch die Hintertür wieder reinzukommen, aber das ist nur der Unachtsamkeit der allerdings behäbigen und denkfaulen Bourgeoisie geschuldet)? Obwohl es mehr als genug Zeit hatte seine Ideale zu verwirklichen. Und das war nicht die Schuld der „Reaktionäre“, sondern der weltfremden Utopisten, die unbelehrbar an der menschlichen Realität vorbei gehen.

    • @Don Alphonso
      >>Das war eigentlich eine Verteidigung der 68er.<<
      .
      Haha, wunderbare Schutzbehauptung.
      .
      Das ist ja so, als zöge man jemanden (sehr wohl verdient) mit grandioser Ironie
      ganz schlimm durch den Kakao . . .
      .
      und sagt dann hinterher: "Hey, was wollt ihr eigentlich?. Das war nur ein Kompliment."

    • Intellektuell im SDS?
      Das ist ein Widerspruch in sich. Menschen, die eine Mitgliedschaft im SDS auch nur in Betracht ziehen, haben kein Urteilsvermögen.

    • Ja, so habe ich das gelesen, als Verteidigung der 68-er
      Es ist ja heute so furchtbar ‚in‘, sich arrogant über andere zu erheben. Und ich bin da leider auch ein Beiträger. Das heisst aber doch noch immer nicht, dass alle anderen ebenso sein müssen.

      Die meisten Menschen sind echt produktiv nur während einer Zeitspanne klein gegenüber der Lebenszeit. Erstens. Kaum etwas hat keine Nebenwirkungen unerwünschter Art. Zweitens.
      Nun den/uns 68-ern alles in die Schuhe schieben zu wollen, bzw. nach zu sagen, dass sie nicht zwei Generationen später noch immer genauso aktiv sind, ist nicht in Ordnung. Ebenso wenig der Vorwurf, für Nachfolgendes und Nachfolgende verantwortlich zu sein.

      Wir haben damals für Änderungen gesorgt, die ohne uns kaum gekommen wären, sei es im Bereich (Homo-)Sexualität oder Abtreibung. Direkt oder indirekt, die erste Gegenöffentlichkeit kam aus den Reihen der 68-er. Und wenn sich jetzt einige hier als ältere Herrschaften wiederfinden, ist das nur logische Konsequenz, denn aus einer seit jenen Tagen existenten Mehrspurigkeit der öffentlichen Meinung droht mit MaasMännchen jetzt wieder die Einspurigkeit. Und z.B. hier bietet sich eine Meinungsvielfalt, auch wenn die Mehrheit der Vertreter einer anderen Meinung – der staatstragenden – leider meist einfältig sind.

      Die ‚Linken‘ von heute sind mir als ‚Linkem‘ von damals hauptsächlich suspekt; und die Grünen von heute müssen eh auf einem anderen Mond gewachsen sein.
      Man kann doch den 68-ern, die sich für Freiheit eingesetzt haben, Individualismus, Selbstentfaltung – egal ob die Mittel immer richtig waren – heute nicht vorwerfen, dass sich aus jener Freiheit Verantwortungslosigkeit generiert hat.
      Wenn ich unserer Generation etwas vorwerfe, wäre das ausschliesslich die Erziehung. Damals war ich verbrannt genug, zu denken und zu sagen, ein Dreijähriger müsse selbstbestimmt handeln können. Heute weiss ich, dass er Anleitung, auch ganz klare Richtlinien und Grenzen braucht, um nicht in einem narzisstischem Egotrip aufzugehen.

      Zu der Zeit gab es auch rechts und links noch die alten, also wenigstens (;-)) die echten Nazis. Die SS-Leute die es zu einem unpolitischen Blumenladen gebracht hatten statt – was richtig gewesen wäre – hinter Gittern zu enden. Ob Lehrer oder Nachbarn, hinter vorgehaltener Hand nur wurde erwähnt ‚der war auch dabei‘. Allerdings waren das nie Kommunisten, denn die waren ja durch die Bank ‚gesäubert‘ worden. Also ‚dabei‘ hiess nicht ‚Mitglied‘, sondern ‚aktiv‘.

      Und nun kommen irgendwelche dahergelaufenen Schwachköpfe, bis hin zu Akademikern und sogar Historikern, und bezeichnen mich als ‚Nazi‘.

      Doch zurück zum Thema. Wie viel schlauer ist es dann, die 68-er verantwortlich machen zu wollen für eine Versager-Politik wie sie die Grünen derzeit verfolgen?
      Dass die Weltgeschichte nicht so gelaufen ist wie wir uns das vorgestellt hatten – und das ist wahrscheinlich auch gut so – kann man den 68-ern doch nicht bis ans Grab vorwerfen. Wie wäre es stattdessen, auf manchem gutem Ansatz aufbauend, weiter Gutes zu entwickeln?


    • Dass die Weltgeschichte nicht so gelaufen ist wie wir uns das vorgestellt hatten – und das ist wahrscheinlich auch gut so – kann man den 68-ern doch nicht bis ans Grab vorwerfen.
      Doch, sicher, warum nicht?
      Wenn man aus 68 halt unbedingt eine große (erinnerungswürdige) Sache machen will, dann hat man eben auch die unvermeidliche Niederlage auf sich zu nehmen, was noch jeder Generation so ging.
      Warum sollten die 68er ihren Blumenladen ohne Getuschel betreiben können?

    • Sehe ich genauso, Colorcraze!
      Zum Weltrettungspathos gehört der Blick in den Spiegel, der zwar erblindend, aber dennoch hinreichend die bittere Wahrheit offenlegt.

      Mein Mitlgefühl mit den 68er ist durch deren andauernde Selbstgerechtigkeit bereits zur Völle aufgebraucht!

      Ich sehe aber auch nebenbei, wie gesagt,noch nicht einmal eine jener geheuchelten ERrungenschaften, sondern halte die Sache im Resümee auch noch für wüste Schaumschlägerei mit Pseudointellektualismen, die sich meist selbst konterkarieren und im Grunde Menschen-verachtend sind /und waren.

    • Blumenladen, colorcraze
      ganz einfach, colorcraze, weil auch Thomas Jefferson nicht für Obama verantwortlich zu machen ist.
      Und weil der Blumenladenmensch tatsächlich aktiv in der SS war.
      Selbst wenn Sie 68-er und SS vergleichen wollen – Sie scheinen das zu wollen, ich nicht – wäre der Unterschied doch, dass ich in keinem Falle für Getuschel argumentiere.

      Es ist vieles falsch gelaufen, vieles falsch angefasst worden, und beinahe nichts beendet worden. Dennoch, die 68-er als Basis oder Verursacher für KGE oder Katja Kipling ausmachen zu wollen, ist … naja … nicht sehr einsichtsvoll.

      Man kann ja so viel man will über linxgrünen Versiffmus schreiben. So zu tun als handle es sich qua um den ‚Rechtsnachfolger‘ der 68-er, ist so schlau wie Nietzsche als Grund für Adolf Hitler zu sehen.

  27. Sein eigenes nämlich, lieblächel. Adenauer + 19.04.1967 hatte sich zu seinen Ahnen
    versammelt, Willy Brandt war Vizekanzler (SPD-Eppler lebt noch und kann möglicherweise befragt werden) und weil es keine nennenswerte Opposition mehr im Bundestag gab, entstand die APO – eine Art Keimzelle für die RAF. Ach ja, das Wichtigste – neben der Kunstfigurenschöpfergeburt: Es gab den „Blick durch die Wirtschaft“, ein reines No-nonsense-Finanz-et-al.-Blatt der FAZ…

  28. weil das Abschiebeland Afghanistan nicht sicher ist.
    Ich wusste gar nicht das ehemalige Berufsoffiziere die
    u.a. in Afghanistan Deutschland verteidigten(kleiner Scherz) zu den Nachfahren der Waldschrate gehören.

    So ein ehemaliger OTL der Bundeswehr (nicht NVA)
    ist heute AfD Politiker von dem man aber im Zusammenhang
    mit dieser Auffassung selten etwas liest.

    Im Mutterschiff wurde alles mögliche über ihn berichtet,
    das wurde idR nicht ergänzend hinzugefügt.

    PS Ich gehe davon aus das Afghanistan niemals sicher sein wird.
    Darum geht es auch gar nicht, sondern um den Wahlerfolg der SPD und der CDU im deutschen Herbst 2017(vor diesem Hintergrund werden die Provokationen des Außenministers gegen die israelische Regierung auch verständlich)
    Ich gehe im übrigen davon aus das sich S. Gabriel auch in der Tradition der 68er sieht.

    Zitat Wikipedia:
    Anlässlich eines Besuchs im israelisch besetzten Hebron postete er auf Facebook, dass die dortigen Palästinenser in einem „rechtsfreien Raum“ lebten, und fügte hinzu: „Das ist ein Apartheids-Regime.“

    – Für den Fall das sich jemand über seine Einfälle
    (oder sollte ich Ausfälle) wundert.

    • Einfälle/Ausfälle
      1.Die Hebron Palästinenser leben in einem rechtsfreien Raum, sind
      sozusagen vogelfrei.
      2.“Das“ ist in Tat und Wahrheit ein Apartheidregime.

      „Trau Deinen Augen“, war die Devise von Otto Dix (den ich sehr schätze).

    • Bitte jetzt keine Palästinadebatte.

  29. Auswirkungen der 68, die vom Aufbruch der Strukturen nicht gewonnen haben!
    Diese haben sich mit ihrer angeblichen weltverbessernden Ideen in Gruppierungen festgesetzt und beglücken die Welt mit ihren konfusen Ideen! Keine Ahnung von allem und davon viel! Leider wirken sie oft wie der Rattenfänger von Hameln.

    Die anderen genießen das Leben! Es sei allen gegönnt! Manche haben dafür echt gearbeitet. Dieser Umstand wird bei den Neiddiskussionen, angestrebt von der o.g. Gruppe, meistens ignoriert!

    Ihnen Don, ein Dankeschön für die Arbeit und die Anregengen zu Denken!
    Dem Forum ein schönes Wochenende!

  30. Der genannte Link zur FAZ war gut
    Der andere Artikel zum Thema (http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/fluechtlinge-werden-haeufiger-angezeigt-als-deutsche-14986846.html) war dagegen „nicht hilfreich“. Er war auch nicht zum Kommentieren freigegeben. War er eine der Grundlagen für diesen schönen Text?

  31. You were involved in something there, something political.
    Es war vor einigen Jahren, dieser Moment, als ich die Meldung las, dass Paris Hilton für einen 10 minütigen Auftritt in einem Ibiza Club mal eben 50.000 € erhalten haben sollte.
    Kurz zuvor hatte so ein IS-ler wieder mal einen Kopf abgeschnitten.
    Und ich fragte mich: Was ist wahnsinniger? Welche der beiden Welten ist verrückter? Auf der einen Seite die Rückkehr der Steinzeit, auf der anderen Seite römische Dekadenz.

    Und ich begriff, dass da eine Einheit existiert. Dass die ausufernde Deformation von Sinn in der Moderne durch die völlige Rückkehr zu den elementaren Regeln der Steinzeit konterkariert wird. Dass die in der Welt der Erfolgreichen ausgelebte völlige Entkopplung von den Regeln der Funktionssysteme automatisch die parallele aber anders gerichtete Entkopplung der Nicht-Erfolgreichen von diesen Regeln zur Folge haben muss. Die Moderne zerfranst an beiden Enden, mit zunehmender Beschleunigung. Und niemand ist in der Lage diesen Prozess zu stoppen. Vielleicht ist es zu spät für eine moderne Lösung, wahrscheinlich wird Dekadenz direkt auf Steinzeit treffen, ohne Moderne, man kann es schon beobachten, wenn man die Geschehnisse auf den Straßen mit den Kommentaren aus Berlin zusammenführt. Es passt nichts mehr, in dem Rahmen, den wir „Sinn“ nennen. Es ist keine Einheit, es ist nur noch Paradoxie. Und Paradoxien haben die Tendenz irgendwann aufgelöst zu werden. Und zwar in Form Alexanders des Großen: Mit dem Schwert.

    Was ich eigentlich sagen wollte:

    Die 68er sind nicht die Schuldigen. Die 68er haben das gemacht, was notwendig war: Sie haben die Moderne vorangetrieben.

    Schuldig sind wir, ihre Kinder. Denn wir haben unsere Eltern niemals gestoppt. Wir haben niemals aufbegehrt, niemals Revolution gerufen. Deshalb sind die 68er einfach weitergelaufen. Zu weit. Viel zu weit.

    Jetzt ist es an uns, die Moderne zu retten. Ohne unsere Eltern und gegen die Bekloppten mit ihren Messern.

    • Na, wieso, Teile der AfD haben doch genau das versucht:den 68ern Einhalt zu gebieten.
      Es steht jedem frei, bei der Bundestagswahl darüber abzustimmen.
      Ein Glück, dass der Wahlzettel in Deutschland noch nicht ins Internet gehalten werden muss, zum Beweis, dass man „korrekt“ gewählt hat!
      Ich habe keinen Bock auf eine Transfer- und Schuldenunion einer linksmainstreamregierten EU, die ihre Schwäche mit humanitärer Grossmannssucht nur notdürftig kaschiert. Laut SPD-Moral-Megaphon soll Deutschland NOCH mehr Geld an Brüssel zahlen? Das würde dem mutmasslichen Wahlsieger Frankreichs mutmasslich auch entgegenkommen, dann muss der zuhause nicht allzu schmerzhaft reformieren.
      Tja, aber in Deutschland öffentlich Positionen der AfD verteidigen, kollektiven Ausgrenzungs- und Diffamierungs-Orgien an Andersdenkenden offen widersprechen, das ist unbequem: der hat im moralischen Glaubenskrieg unter den Biodeutschen einen schweren Stand.
      Selbst die Kirchen machen mit bei der kollektiven Verdammung / Verdummung. Aber hey, so geil kann doch kein Ehrenamt sein. Lieber Wohnungen in Übersee angucken.
      NB Klar, es gibt AfD-Leute, die offensichtlich nach bedenklichen Richtungsströmungen schwimmen. Aber was solls, die Grünen und Roten können ja wahrlich auch nicht auf jedes Parteimitglied stolz sein, näch?

    • San´s doch a bisserl gnädig mit unserer Generation,
      Goodnight. Wir haben einfach nach ´89 den Schuß nicht gehört – es lief doch alles g´schmeidig. Als jugendliche Nutznießer (nicht selten auch Nichtsnutze) einer modernisierten Gesellschaft begriffen oder ahnten nur die allerwenigsten von uns, was im Zusammenhang mit dem Fall des Eisernen Vorhanges noch so auf uns zukommen wird. Meine Mutter selig war so eine Visionärin, wurde für ihre Außenseitermeinung aber ziemlich geschnitten. Der damalige Kontext (und unsere Familiengeschichte) erlaubte zwar die „Nazi-Keule“ nicht, aber… Merken´s was? It´s all just a little bit of history – repeating!

    • ask not what your country can do for you — ask what you can do for your country.
      Yep. Die AFD ist die neue APO.
      Nicht nur in Deutschland, überall in Europa.

      Die Moderne wird von Rechts verteidigt.

      Links existiert sie nicht mehr, die Moderne, links hat man sie verloren, irgendwann irgendwo auf dem Weg zur Individualität. Links ist keine Einheit mehr, nur noch viele „Ich“. Keine Struktur, nur viele bunte Meinungen. Instabil, der Völkerwanderung hilflos ausgeliefert, laut nach „Inklusion“ rufend, aber keine Inklusion können, weil Inklusion Strukturen voraussetzt, die nicht mehr sind, nicht sein können, wenn jedes Ich wichtiger als Struktur.

      Rechts kommt jetzt die Revolution, die Einheit, in Form der Nation, der Familie, der Trachten, der Struktur.

      Und alles was Links entgegenhalten will, das wird scheitern. Weil Verbote immer neben einem Gegen auch ein Wofür mit sich tragen müssen. Und Wofür ist da nicht, wo links keine Einheit.

      Denn: Wofür gegen Hate speech?

      Für die Nation? Für die Familie? Für das Gesetz?

      Können die nicht beantworten in der Nudging Abteilung in Berlin. Weil da nichts mehr existiert, an Einheit, an Identität, die den Laden, die Menschen und das Land zusammenhält, dort auf der linken Seite.

    • @Goodnight
      Chapeau. Ich verneige mich vor Ihrem klaren strukturierten Denken und Schreiben. Schonungslos und unverschwurbelt, dass Viele es nicht hören wollen weil es schmerzt – aber dennoch wahr. Und Dank an den Hausherrn, dass er Gästen wie Ihnen eine Plattform bietet.

    • @Nicht-mehr-CDU-Wähler
      Man muss das ganz pragmatisch sehen mit der AfD: CDU: unwählbar, so ein Verein, der seiner gesinningsethischen Führungsriege ihre diktatorischen und an den Grundfesten einer konservativen der Partei rüttelnden Aktionen standing durchgehen lässt – zuletzt der Affront, sich nicht an Parteitagsbeschlüsse halten zu wollen. Für Bayern die CSU: unwählbar, da nichts ausser heisser Luft. Im Boot mit der CDU, jederzeit umfallend, wenn es zum Schwur kommt. SPD: unwählbar spätestens seit Münteferings Abgang; ein reiner Selbstbedienungsladen von Leuten, die Arbeit nicht mal aus der Entfernung kennen und es jeden Arbeiter speiübel werden müsste, dass er sich von solch Personal vertreten lassen soll. Stimmfang seit Jahrzehnten mit nichts ausser dem leeren Versprechen, Geld umzuverteilen. Keinen Plan, wie es reinkommen soll. Die Grünen: Unwählbar, da antideutsch, antiisraelisch bis ins Mark. Und unsozial, da nur an der eigenen gut-verdienenden Klientel und deren moralischer Reinwaschung interessiert Die FDP: unwählbar, da eine Hure, die sich mit jedem ins Bett legen würde, nur um wieder an die Pfründe der Macht zu kommen. Nichts, aber auch gar nichts gelernt aus ihrem Ausscheiden aus den Parlamenten. Die Linke: Unwählbar, da komplett daneben in ihrer kommunistisch-pazifistischen Ideologie-Melange. Andere Parteien: verschenkte Stimmen, da keine Chance, über die 5%- Hürde zu kommen – und damit eine indirekte Stimme für die obigen. Bleibt nur die AfD als einzige potentielle Oppositionskraft: z.T unsägliches Personal und z.T unsägliche Einstellungen. Was aber irrelevant ist, da in jedem Fall keine Regierungsbeteiligung. Dafür aber jedes Mandat für die AfD weniger Pfründe für die Anderen, auf dass es Ihnen so richtig weh tue. Nur so wird sich was ändern. Denn es macht im Prinzip keinen Unterschied, ob ein Gauland, eine v. Storch oder eine Fr. Roth, Fr. KGE, Fr. Merkel MdB ist. Ist alles irgendwie eine Schande.


    • laut nach „Inklusion“ rufend, aber keine Inklusion können, weil Inklusion Strukturen voraussetzt, die nicht mehr sind, nicht sein können, wenn jedes Ich wichtiger als Struktur.
      Auf den Punkt gebracht. Das ist in etwa unser derzeitiger Stand.
      Zuwenig Leute, die organisieren können, zuwenig Leute, die sich auf Organisation einlassen (die frißt selbstbestimmte Zeit). Kleinere, persönlichere Organisation, selbstbegründete, nicht anonyme Großstrukturen, an die man sich ranhängt, wenn man gerade Bock hat, und sonst nicht. Wir werden wieder etwas leidensfähiger werden müssen, was die Verfügung anderer über unsere Zeit angeht, und etwas toleranter gegenüber Gemeinsamkeiten, die vorangebracht werden müssen.

    • @ Hans Nase
      „Für Bayern die CSU: unwählbar, da nichts ausser heisser Luft. Im Boot mit der CDU, jederzeit umfallend, wenn es zum Schwur kommt.“

      Trotzdem halte ich die CSU in der Bundestagswahl für wählbar, zumindest mit der Erststimme.
      Allein um anzuerkennen, dass Bayern nicht so verkommen ist, wie -sagen wir mal- Berlin, NRW, Hamburg, Bremen.
      Ideal ist das natürlich nicht und noch vor wenigen Jahren hätte ich geschworen, dass ich nie im Leben solche Ideen haben würde.

  32. All dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen
    es bleibt nur zu hoffen, dass möglichst viele Leute es lesen und intelligent genug sind ihre Schlüsse daraus zu ziehen. Ich selbst habe sowohl hier als auch woanders schon so oft genau zu diesem Thema meinen Senf gegeben und mir fast die Finger wund geschrieben: es reicht langsam, Zeit, dass die Dumpfbirnen endlich schlau werden. Man sagt sich aber auch „Wenn die es dann immer noch nicht raffen ist ihnen nicht mehr zu helfen. Und dann soll man ihnen auch nicht weiter helfen.“

    Einerseits sehr beruhigend: „der See bleibt wie er ist.“ Ja, aber was wird aus uns? Wir wollen doch noch ein paar Jahre den See auch genießen können und wenn man sich permanent Sorgen um weiter steigende Kriminalität, alle Arten von Unsicherheiten und eine zerfallende Gesellschaft machen muss, dann fällt das schwer. Die entschleunigte Zeit wo die Boulevardpresse über Gunter Sachs und seine Liebschaften berichtete statt einen wie heute mit belehrendem Flüchtlingsverstehergequäke zu nerven, sie kommt einem in der Rückschau fast paradiesisch vor.

    Auch richtig, dass man wegen der 68-er nicht so ein Bohei machen soll, es gab eben auch da solche und solche. Was mir aber Sorgen macht und mich sehr ärgert: dass es in unserem Land irgendwann losgetretene Prozesse gibt, die sich verselbstständigt haben und der Gesellschaft schweren Schaden zufügen. Leider sieht das kaum einer. Man will nicht zurück in die Schickelgruber Dumpfbackendiktatur, aber das was wir im Moment hier haben ist es denn auch nicht. Warum muss es in diesem Land so schwer sein seine und die Würde anderer zu wahren, verständnisvoll statt gehässig miteinander umzugehen, sich nicht gegenseitig das Leben zur Hölle zu machen und die losgetretenen Prozesse der Selbstzerstörung so anzuhalten wie man eine Dampfwalze anhalten sollte, die sich selbstständig gemacht hat? Nun gut, man muss auf die Zusammenhänge immer wieder hinweisen, Aufklärungsarbeit betreiben. Und die muss zum Teil eben darin bestehen, dass 68 und seine vielfältigen Verflechtungen einer hyperkritischen Betrachtung unterzogen wird. 68 war die Antithese zu einer These, man kann, man darf daran nicht kleben bleiben, es ist jetzt Zeit für eine Synthese. Und das muss man den Leuten nachdrücklich klar machen, immer und immer wieder. Denkfaulheit, Dummheit, Überangepasstheit, Feigheit, sie sind aber ein großes Problem. Viele gehen falschen Propheten nur allzu leicht auf den Leim. Und sie vermuten intellektuelle Großartigkeiten da wo wirklich nur heiße Luft ist. Wenn sich in dem Film „Rossini“ die Valerie über eine „frauenfeindliche Beleuchtung“ beklagt geht es nicht wirklich darum für die Rechte aller Frauen einzutreten, sie instrumentalisiert diese nur um zu vermeiden, dass das Licht ihre Falten zeigt. So versteckt sich hinter hehrem Idealismus nicht selten Oberflächlichkeit, Ichsucht, der Versuch auf eine gesellschaftlich vermeintlich akzeptierte Weise den Neanderthaler raushängen zu lassen.

    All das gilt auch für die 68-er, und das muss man immer wieder bewusst machen, bewusst machen, bewusst machen. Um die Dampfwalze endlich anzuhalten und wieder wenigstens etwas Lebensqualität zu haben. Um den Alpensee genießen zu können. Und zwar ohne dass man auf dem Weg dorthin von präpotenten, schlecht oder falsch erzogenen Rotznasen mit Refutschi-Wällkamm-Plakaten genervt wird. In gewisser Hinsicht versucht unsere Gesellschaft eine Schleife zu sich selbst zurück zu fliegen. Das Problem ist nur: es wird dabei unnütz Zeit vergeudet, eigentlich wusste man 1967 schon wo man steht (bitte mal den Film „Der Flug des Phönix“ von 1965 ansehen, gibt’s im Netz), man hat jetzt gesehen, dass 68 auch nicht der Bringer war und bevor die Schleife immer weiter und schließlich unendlich wird: die Dampfwalze anhalten und sehen, dass die unnütze, von niemand verlangte Selbstzerstörung nicht nur uns, sondern auch anderen nur noch schadet.

    Man will nichts Böses, man will nur Normalität. Auf die man ein elementares Recht hat.

    Der See wartet!

    • Dieses Volk hat sich in den letzten 80 Jahren...
      …nicht geändert: Lemminghafte Konformität, wohin man schaut. Gehässigkeit derer, die alle Energie in Beharrungskräfte (bezüglich eigener Pöstchen/Pfründe= stecken – anstatt die Dampfwalze, wie Sie sagen, anzuhalten.
      Naja, wenn doch die Karriere so vielen wichtiger ist als Kinderkriegen und -aufziehen, dann ist es nicht verwunderlich, dass solche Leute lieber in der WOhlfühlzone verbleiben, statt für die Sache in die Bresche zu springen, oder?

  33. ... die beste Zeit meines Lebens ...
    Text eingeben

    • ... die beste aller Zeiten
      … Krieg in Vietnam und Solidarität mit allen Unterdrückten
      … keine IT-Girls, nur echte Frauen mit echten Körpern
      … 1969 das Jahr der besten POPmusik aller Zeiten
      … alles BIO
      … die Nachbarn im Wohnwagen an der holländischen Küste
      … kalte Winter, heiße Sommer
      … die Erde wußte noch nichts von ihrer kommenden Zerstörung
      … Sozialdemokraten waren noch sozial
      … die Liberalen waren noch keine „Falsche-Doktoren-Partei“
      … der Bäcker brachte in der Früh die Brötchen
      … keine In-Lokale, nur gutbürgerliche Kneipen mit Musikbox
      … ein Alt kostete 50 Pf.
      … der Polizist hieß noch „Herr Wachtmeister“
      … keine hormongesteuerten, dauergeile Nafris
      … keine grünen Dauerschwätzer
      … im Bayernland gab’s noch FJS
      … der SPIEGEL war noch ein Nachrichtenmagazin
      … keine GUTMenschen
      … die FDJ-Leute waren noch hinter’m antifaschistischen Schutzwall
      … Polizei im Käfer erfreute jeden Porschefahrer
      … 1969 erschien Abbey Road (sieben Millionen Vorbestellungen!)
      … der Dutschke verstand schon damals nicht, was er gelesen hatte
      … der Rudi Altig radelte für Deutschland
      … Politiker hatten noch eine Vorstellung von der Zukunft
      … Woodstock
      … telefoniert wurde nur Zuhause
      … kein GNTM-Strunx
      … ein Hahn machte noch eine Familie satt
      … kein Pseudo, entweder echt oder gar nicht
      … GEIL traute sich niemand zu sagen
      … 30. Januar 1969 das Rooftop Concert der Beatles
      … Männer mit langen Haaren waren alle Gammler (Volksmund)
      … im Bayerland gab’s noch den FJS
      … der Dutschke verstand schon damals nicht, was er gelesen hatte
      … unter den Talaren Muff von tausend Jahren
      … die Frau des Doktors hieß noch Frau Doktor
      … keine Einfalt im Kanzleramt
      … Adorno als Professor Schürzenjäger (kein falsches Leben im wahren)
      … alles war neu und aufregend
      … die besten Werbespots aller Zeiten (Charles Wilp)
      … der Islam war noch da, wo er historisch hingehörte
      … Nonnen im Cola-Rausch
      … wenn Kopftuch, dann nur bei arbeitenden Landfrauen
      … keine Einschränkung der Freiheitsrechte
      … der Islam gehörte noch nicht zu Deutschland
      … samstags zum Blauen Bock da laß dich nieder
      … an Sylvester die Münchener Lach- und Schießgesellschaft
      … sonntags in der Kirche kamen die Kopfschmerzen
      … keine German Angst
      … Musik konnte einem den Tag retten
      … mit Petra auf der Rückbank im Käfer
      … Richard Kimble fegte die Straßen leer
      … als in Falassarna noch Tomatenfelder waren
      … so long Marianne, its time…

    • Kein Internet und sicherer Tod bei Krebs. Und die damalige CSU in Bayern.

    • @ Gast aus THR
      Auch wenn sie es gleich zweimal anführen
      „im Bayernland gab’s noch FJS“,
      das war eher ein Albtraum und ich möchte diese Zeiten nicht zurück.

      Und „German Angst“ war unterschwellig überall schon angelegt.

  34. Huh
    klingt das gruslig. Ich werde bald 60 Jahre alt, fahre viel Fahrrad ohne Kopftuch und habe große Mühe, dieser westdeutschen Geschichtseinschätzung zu folgen. Als DDR-Gelernter bleibt mir einiges unverstanden, was die im Westen so angestellt haben. Aber macht nichts, es wird langsam wieder Frühling und danach Sommer usw..

  35. Die Gnade der noch späteren Geburt.
    Grade in den letzten Tagen denke ich immer wieder,
    wie dankbar ich bin, in den 90ern jung gewesen zu sein.
    Eine schöne, wilde, freie Zeit. Ohne Kopftücher, ohne RAF,
    ohne Religion. Das war alles nicht mehr wichtig,
    schien obsolet, wie die Nato.

    Eine Frage. Der Herr auf Bild 6 trägt frisches grün am Hut?
    Wenn ja, sehr schön.
    Beste Grüße ins sonnige Bayern.

    • Das frische Grün auf dem Bild sechs wird ein ,,Bruch'' sein,
      .
      .
      und der Herr ein Jäger.

      Wenn das Wild erlegt ist, ist es waidmännischer Brauch, ihm einen ,,letzten Bissen“ in das Maul zu geben, ein Zweigerl mit grün.
      Von demselben Zweigerl behält man ein Stück, das man sich an den Hut stecht, den ,,Bruch“ .

      Nur eine Vermutung im Falle des Bildes No 6.

    • Sonnig?
      Seit Dienstag regnet’s, seit Mittwoch schneit’s nachts. Sonne war zuletzt Montag. Herzliche Grüße zurück.

    • Danke Herr Moser
      Sehr hübsch. Ich mag Jäger.

  36. mao, che, vietnam und Kopftücher hatten wir auch -geblümte ...
    …danke dass Sie daran erinnern …

    die beste Zeit meines Lebens …

    … nachdem oben Genanntes ausgiebig diskutiert, demonstriert und inhaliert war …

    ging´s zu fünft (verliebt bis über beide Ohren) im hellblauen VW-Käfer mit Mini-Zelt und kaum´n Geld nach Italien zum GAMMELN –

    wer´s nicht erlebt hat wird es nieee verstehn …

    ach so – mit den geblümelten Tüchern wurde die Hüfte betont …

    in die Haare band man sich alles mögliche …

  37. ;–))))))
    Mann, können Sie vielleicht boshaft und hämisch sein!

    Irgend was ist Ihnen über die Leber gekrochen. Nachdem es sich um Alkohol nicht handeln kann, vermutet der geneigte Leser Unwillen über das missliche, radlerfeindliche Wetter oder Beziehungsknatsch der echt wüsten Sorte.

    Gute Besserung mag man schon aus den niedrigsten Beweggründen, d.h. um des schieren Lesevernügens willen, nicht wünschen, ganz im Gegenteil! Bleiben Sie unbedingt in diesem Zustand der schreibenden Gnade, der Papier und Screen ätzenden Säure. Das Wahljahr braucht Sie noch, genau so!

    • Nein, ich hatte einfach viele Bilder und wollte die zeigen, bevor ich in Urlaub fahre. Und weil die die Kopftücher waren, habe ich den Rest zusammengeschmiert.

    • ....bevor ich in den Urlaub fahre
      Den Urlaub haben Sie sich redlich verdient, lieber Don. Ihre Schreibfrequenz ist schon fast beängstigend. Aber bitte tragen Sie Fahrradhelm statt Kopftuch! Wir brauchen Sie noch.

      Ich könnte hier jetzt noch diverse Krankengeschichten von Bekannten anfügen, die alle „über den Lenker abgestiegen“ sind. Und fast alle sind trainierte Sportler. Hat ihnen auch nichts genützt, wenn z.B. vor ihnen eine Spaziergängerin die Hundeleine straff gezogen hat.

      Also, viel Spaß und passen Sie auf sich auf. Und grüßen Sie die Alpen von mir.

  38. Wieder ein richtig guter Beitrag,
    der die Dekadenz und Bräsigkeit der 68er darstellt. Es wird Zeit, dass diese satten, überheblichen und ja, diktatorischen Eliten, in der Versenkung der Zeitgeschichte verschwinden.
    Den grünen Wahnsinn können sich nur Besserverdiener oder die, die staatliche Leistungen erhalten, leisten. Der Normalverdiener ist, wie immer in D, der Dumme !
    Ich hoffe nur, dass bald 96 Prozent erkennen, welche Schmarotzer, auf Kosten des Steuerzahlers, auch in Zukunft ihr fettes Dasein fristen wollen, sowie D auf dem Schafott des Islam darbieten.
    Unterwerfung? Nein, Danke!
    Freiheit der Meinung und des (Un-)Glaubens !

    • Glauben sie, dass die danach folgenden Eliten in Personen wie Merkel und Tauber und Maas und Schwesig und Göring-Eckart und Lindner irgendwie besser sein werden?

    • "Dekadenz und Bräsigkeit" ?
      Sie waren nicht dabei, stimmt’s?!

  39. Schulterzucken meinerseits
    zu 68. Das ging mir am verlängerten Rücken vorbei. Ich hatte zu dieser Zeit auf einem Fischkutter gearbeitet. und bin anschließend zur See gefahren, auf Schiffen der verschiedensten Nationen… das imer selbe und eintönige Gekakel deutscher Studenten teilte mir lediglich mit, daß sie ihre
    Eltern und Lehrer haßten, daneben noch die Weltrevolution wollten und den
    Kapitalismus abschaffen. Aus einem Haufen persönlicher Begegnungen
    und dem Lesen ihrer Pamphlete,, zog ich den Schluß, daß es sich bei
    denen um eine Meute iintellektuell minderfähiger, verwöhnter Wichtigtuer
    handelt. Rudi Dutschke, der Bonsaisavonarola, riß es auch nicht raus. Immerhin nicht unsympatisch.

  40. Man muss sich Sisyphus als glücklichen Menschen vorstellen.
    Lieber Don Alphonos.

    Erstens: D a n k e .

    Danke für die wunderbare Betrachtung, Danke für den leisen Wehmut, der zwischen den Zeilen schimmert (gewollt oder ungewollt ist egal)

    Danke auch für Nennung der (für mich) verblödeten männlichen Kopftuchträger, die einen auf Pirat machen wollen, auf Wild, auf Easy Rider, und sind oft doch nur zahnlose Halb- und Vollglatzen, die es nicht verdauen können, dass ihre Zeit am Ablaufen ist.

    Ich möchte aber einen massiven Widerspruch einlegen..

    „Wer hätte ahnen können, dass freundliche Herren wie Camus und Sartre eine spätere Ikone der schmollenden weiblichen Laune einschleppten.“

    Lieber Don Alphonso, Camus und Sartre, nein, das ist nicht fair. Sartre war ein uneinsichtiger Kommunist, gemeinsam mit dieser ebenso verbohrten Hardcorefeminstin Simone-Lucie-Ernestine-Marie Bertrand de Beauvoir, bekannter als nur Simone de Beauvoir-. Und beide haben Albert Camus verhöhnt, und zwar so massiv, dass Camus nie wieder mit Sartre sprach (soweit ich weis) und das vom Existenzialismus verbrämte Paris ab diesem Zeitpunkt scheute wie der Teufel das Weihwasser. Und überhaupt fühlte sich Camus in Paris nie wohl. Aber Camus war ein Humanist durch und durch und wurde gerade deshalb von Sartre zerrissen, auch wenn sie ganz zu Anfang noch gut bekannt waren. Für Sartre gab es nur eine Antwort auf die Gesellschaftsfrage: Den Kommunismus.

    Nein, die „Linke“, die 68er, hatten mit Camus nie etwas am Hut, und er nicht mit jenen, der war nicht Kommunist, der war nicht mal Sozialist, der schrieb über das Glück des Sisyphus, über den vereinsamten Menschen (Der Fall, der Fremde) während Sartre Stücke schrieb wie „Der Ekel“ oder „Das Spiel ist aus“.

    Ich fand da übrigens einen Satz von Sartre, der in direkter Linie zum heutigen psychopathischem Verhalten des Genderismus führt.

    „Die Existenz geht dem Wesen voraus“ – einzig sein nacktes Dasein ist dem Menschen vorgegeben; was ihn am Ende ausmacht, muss er erfinden.“

    Da hören wir doch gleich die gute Kinderlose Simone „Man wird nicht als Frau geboren, man wird zu ihr gemacht“. Und damit sind wir beim Gender des Jahres 2017.

    Die Leichen im Keller leben noch kräftig.

    Dann schrieben Sie
    „Man ging nicht auf die Straße für die Zuwanderung eines Messerstechers…“.

    Oh doch, genau dafür ging man auf die Straße, man wollte den Messerstecher, besser noch, den Schusswaffenbesitzer und deshalb sammelte man Gelder für „Freiheit in Guinea-Bissau“ oder Nicaragua und sowieso „allen unterdrückten Völkern“ bla bla bla. Ja schön, man wollte ihn nicht hier auf unseren Straßen es sei denn, es war einer „von uns“, aber prinzipiell wollte man es. Die friedlichsten humanistischen Revoluzzer sammelten und spendeten Geld für Schusswaffen. Die ganzen linken Kneipen hatten die Sammelbüchse auf der Theke.

    Die Gewaltbereitschaft war sehr hoch. Ich darf sie an die „Diskussionen“ erinnern, ob Gewalt gegen Sachen oder gegen Menschen erlaubt sei.

    „Wir sagen natürlich, die Bullen sind Schweine, wir sagen, der Typ in Uniform ist ein Schwein, (…) und natürlich kann geschossen werden“. Okay, das war extrem, signalisiert aber eine prinzipielle Gewaltbereitschaft, eine Menschenverachtung, die heute in die Deutschenverachtung gemündet ist.

    Ich erinnere auch an die vielen Sprengungen von Vorlesungen durch 68er, den SDS, dem Weiberrat und wie sie alle sich nannten. Die bereiter für Gewalt waren, als man es heute in Erinnerung hat. Lesen Sie nur mal die alten 888, das war damals die Klassenkampfzeitschrift, die P.P.Zahl in Berlin herausgab. Oder die „Radikal“. Auch in München gab es so eine Zeitschrift, die Gewalt in einer Form verherrlichte und zur Gewalt aufrief, ich entsinne mich des Namens nicht mehr.

    Ich habe es ja direkt miterlebt und sie „alle“ kennen gelernt, von der RAF zum „2.Juni“ mit wie viel Stolz da einer der Baader-Befreier, Charly Baecker, berichtete, wie er in Lybien mit der Wumme, ratatatat um sich schoss und die Patronengurte umgehängt hatte.

    Sie alle, die die Maobibel schwenkten und Ho tschi ming riefen, wollten ganz klar den Umsturz der politischen Situation in der damaligen BRD. Sie wollten diese BRD, wie sie existierte, genau dies wollten sie nicht, sie wollten offene Grenze, sie wollten, dass nur deutsche Scham herrscht, abgrundtiefe Scham, sie wollten allen Menschen die Charaktermaske vom Gesicht reißen“ und daran scheiterte dann auch die Kommune 1. Gottlob.

    Und diese Denkform zieht sich als buchstäblich roter Faden bis in das Heute.
    Das karierte Piratenkopftuch ist nur der auessere Hinweis, wess Geistes Kind man ist.

    Übrigens, das Schimpfwort“Du Spießer“ wird ja gerne verwendet von all den grünen Freidenkern aus sportlichem Ehrgeiz, die den Traum von Multikulti umso eifriger träumen, je mehr er zusammen bricht und seine brutale, vergewaltigende Visage zeigt .

    Die Spießer waren es, die die Stadttore vor Räubergesindel freiwillig fern hielten. Wir bräuchten mehr davon.

    Und zum Schluss nochmals Danke für ihren wunderbaren Text, den ich genossen habe, der mir einen Hauch Jugend zurück gab, denn von Sachs zu Rommy, von Delon zu Bardot habe ich sie ja alle irgendwie miterlebt.
    Nur dass Jacky den Onassis geehelicht hatte, nein, das habe ich ihr nie verziehen.

    • Ich meinte nicht die Personen an sich, sondern die Personen als Sinnbild des Existenzialismus. Camus ist mir auch näher als Sartre.

    • Ja, erinnern tut not
      und wer sich nicht erinnern kann, weil er noch in den Windeln lag, muss lesen. Den Spiegel von damals z.B., der heute auch nostalgisch verklärt wird.

    • Einspruch
      „(…) und natürlich kann geschossen werden“.“
      .
      Das war eine Meinung, die damals keineswegs üblich war !
      .
      Normal war damals allerdings, wenn überhaupt „Gewalt“ mal ein Thema war (meist rannte man ja nur vor gewalttätigen Gegner weg (Polizei, Jubelperser, aufgehetzte BZ-Leser …) = „Gewalt nur gegen Sachen.“

    • Vielen dank, Tico,
      dass Sie Camus so fein herausarbeiten. Camus konnte sogar Romantiker sein. Die Art, wie er Düfte, Landschaften oder Frauen mit ihren wehenden Kleidern (heute: A…. in hautenger Jeans, auch gern mit Kopftuch), ihre Erotik beschrieb, seine Sehnsucht nach Tipasa auch gern, war hinreißend. Wenn Don von Italien schreibt, will man hin, und wenn man Camus las, wollte man in die Provence.
      Besuchen Sie sein Grab in Lourmarin/Provence im Frühjahr. Es duftet dann dort. Camus war wunderbar. Mir hat er Südfrankreich erschlossen. Für Algerien war es zu spät. Un Pied Noir, kein Pariser, wohl wahr. Sartre Pariser Salonkommunist durch und durch.
      Camus durch Unfall abhanden gekommen wie St.Exupéry, der auch alles durchschaute. Nur die Angepassten werden alt. Darwin hat das brillant beobachtet.

    • Oh Alter
      bring es auf den Punkt und quatsch keine Opern

    • @Tico
      „Auch in München gab es so eine Zeitschrift, die Gewalt in einer Form verherrlichte und zur Gewalt aufrief, ich entsinne mich des Namens nicht mehr.“

      Könnte das „Blatt“ gewesen sein.

      Hab ich damals als Teenager gelesen und mich trotzdem schon seinerzeit gewundert, was an einer „Festung Europa“ gar so falsch sein sollte.

    • @tico: Mit Satre und Simone de Beauvoir...
      …, die ich mir nach der Wende reinzog als Ossi_* (gerade zu viele Kelle gelesen…:-)), der alles verschlang und Orientierung suchte, war ich fertig so vom Durchdenken her, nachdem ich „Sie kam und blieb“ von de B. gelesen hatte. Satre hat ja alles beglückt, was nicht bei 3 auf den Bäumen war. Simone d. B. muss im Innern eine unglückliche, zutiefst gedemütigte Frau gewesen sein, die sich die offene Beziehung, die eben vor allem Satre nutzte, schön gelogen hat. In dem oben genannten Buch wird die junge Rivalin aber vom Alter Ego der Simone ermordet. Sie schrieb meiner Meinung nach, was sie sich im Grunde wünschte.

  41. Zustandsbeschreibungen und weiter??
    wo ist der Unterschied zwischen den uns ins Chaos stürzenden Eliten, mehrheitlich wohl aus den Reihen der 68er, und den netten, kleinen, gut recherchierten g´schichten im Blog vom Don? Für mich ergibt sich ein ähnlich elitäres Verhalten. Welchen Nutzen verfolgen die Blogs denn? Die Teilnehmer sind und bleiben die gleichen, und die wiederum ergötzen sich daran. Ein nachweisbarer Erfolg ist nicht in Sicht. Eine ähnlich geschlossene Gesellschaft wie die Politik, Medien usw. die die Bevölkerung immer mehr vor sich hertreibt. Man stelle sich vor ein Arzt referiert jahrelang über Krankheiten ohne ein Skalpel in die Hand zu nehmen oder ein Medikament zu verschreiben. Sollte man nicht irgendwann den Schwerpunkt mehr auf die Schlüsse die zu ziehen sind legen, anstatt nahezu jedemal den gleichen Irrsinn einfach nur zu kultivieren? Das ist eine Endlosschleife.

    • Die 68er gehen in Rente, die Generation, die jetzt am Drücker ist, sind eher Kohls kinder.

    • Endlosschleife?
      Das ganze Leben ist eine Wiederkehr des Gleichen, wie der Philosoph
      iin Sils-Maria postuliert hat und wie die Figur in der Berliner Hauptkanzlei
      in erdrückender Blödigkeit jeden Tag demonstriert, den der gute Gott
      werden läßt.
      Dem Gesprächskreis hier kann man nicht vorwerfen, daß er sich am immer
      gleichen abarbeitet. Das war in den vorrevolutionären Salons kaum anders,
      dort wurde der Funke bewahrt, der eines nicht fernen Tages die Adels.-
      Kirchen.- und Königsherrschaft in Flammen aufgehen ließ. In den Salons
      wurde unabhängiges Denken trainiert, was die
      Vorbedingung für das Folgende war.
      So geht es eben, jenes Bohren der dicken Bretter.

  42. Dänemark
    Dass Van der Bellen mit seinem Vergleich des Kopftuches mit dem Davidstern unter den Nazis (in Dänemark) irgendwie die Shoah verharmlosen wollte halte ich, ehrlich, für kompletten Schmarrn.

    Aber ich glaube das kann man schon eher als eine Art moralische Selbsterhöhung verstehen.
    Ob er sich wohl mit seinem Vorschlag des Kopftuchtragens als Zeichen gegen die „um sich greifende Islamophobie“ ein bisschen in der Nähe von Menschen wähnt die sich, sicher oft unter Lebensgefahr, für Juden gegen die Nazis einsetzten?

    • Man nennt das normalerweise instiktlos und dumm und wenn ein AfDler so eteas hervorwürgen würde, würde man ihn kreuzigen.

      Und ja, ich finde das judenfeindlich, wie diese Figur das ausschlachtet.

    • Reflexe
      „Dass Van der Bellen mit seinem Vergleich … irgendwie die Shoah verharmlosen wollte halte ich, ehrlich, für kompletten Schmarrn.“

      Dass er es vielleicht nicht wollte, aber der Verharmlosung faktisch Vorschub leistet, halten Sie dann auch „für kompletten Schmarrn“?

      Es ist der gewohnte (linke) Reflex, in argumentatorischer Bedrängnis irgendwie die Nazis ins Spiel zu bringen, um sich aus einer aussichtslosen Debattenposition auf moralisch unanfechtbares Terrain zu retten. Widerlich.

      Andererseits wurde es Zeit, dass die Össis erfahren, wen und was sie da gewählt haben. Man wartet gespannt auf weitere verharmlosende Beiträge der Solidarität mit islamistischem Brauchtum …

      Den Wein im Keller wegschütten?
      Beim Ramadan mitmachen?
      Die Töchter vom Sportunterricht dispensieren?
      Die Ehefrau auf dem Markt 10 Schritte hinter einem hergehen lassen?
      Die Zakāt abliefern?
      Koran verteilen?
      Am Haddsch teilnehmen, statt zum Whalewatching zu fliegen?
      Einen Monat im Jahr unter der Scharia leben?

      ̶E̶v̶e̶n̶t̶u̶e̶l̶l̶ H̶a̶n̶d̶a̶b̶h̶a̶c̶k̶e̶n̶̶S̶e̶m̶i̶n̶a̶r̶e̶̶f̶ü̶r̶̶E̶i̶n̶z̶e̶l̶h̶ä̶n̶d̶l̶e̶r̶̶o̶r̶g̶a̶n̶i̶s̶i̶e̶r̶e̶n̶?̶

    • @Mareng
      Van der Bellen sieht schon so ungustiös aus.
      Mich erinnert sein Gesicht immer an einen alten Radiergummi, der in einem Schlampermäppchen neben Spitzerdreck und suppenden Tintenpatronen zu lange hin- und hergerollt ist.

  43. hervorragender Beitrag, Kompliment
    Warum nicht auch so bei den Artikeln z. B. zur Immobilienwirtschaft?
    Hier war doch auch keine ideologische Indoktrination nötig.

    • Ich bin Feuzilleton, ich habe mich nur über das haltlose Versprechen der Mietpreisbremse geärgert.

  44. BB
    Brigitte Bardot, das war damals die Ikone? Ich weiß nicht. Waren das nicht eher Jean Seberg oder Anna Karina, die Godard-Musen, dann natürlich, wegen Blow Up, Jane Birkin und meinetwegen, für den Mainstream, Twiggy – also eher die ätherischen, nervösen Gestalten? Entspräche dem Übergang aus der Adenauerära in die Epoche der Selbstoptimierung, den die 68er ja auch, zum Teil unfreiwillig und nichtsahnend, eingeleitet haben.

    • Die kamen doch eher mit 68 – Bardot, Anouk Aimee, Sophia Loren – das waren die echten Aufbrecherinnen.

  45. Titel eingeben
    @ H.v.Goslar 19:49 . Genau so war es. Jedenfalls nach meiner Beobachtung in der Reichshauptstadt 1969 bis 73. Und wo die „linken Juristen“ sich versteckt haben (am EUGH?), das weiß ich auch nicht. Die Damen und Herren an der Juristischen Fakultät waren genau so reaktionär wie die furchbaren Juristen vor ihnen. Kein Wunder, dass nach den Aufmümpfigen die grün-albern Naiven kamen meist in den unkommoden Jeans-Latzhosen. Denen konnte man schon äußerlich ansehen, dass sie produktiver Arbeit aus dem Weg gehen mussten: In dieser Behosung konnte man sich nur mit Mühe nach einer Maschinenschraube bücken.
    Zwei Aspekte fehlen mir hier: erstens die Rolle der Pharmazie durch Erfindung der Antibabypille und zweitens die Verbürgerlichung des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Wir Pennäler vom Aktionszentrum unabhängiger und sozialistischer Schüler wurden noch von der IG Metall gesponsort und geschult.
    Danach war aber tote Hose. Und wenn ich mir heute die Unis ansehe, wo sie alle brüllen wegen der Mini-Zeitverträge, frage ich mich: schon mal was von Gewerkschaft gehört? Macht den Laden mal ein Semester zu und lasst die Drittmittel-Forschung vor die Wand laufen.
    Also: das mit den Alt-68 und ihrem negativen Einfluss auf die positive Entwicklung der BRD, ist eine Erfindung der Springer-Presse. Als Absolvent der bolschewistischen Kaderschmiede Otto-Suhr-Institut ist mir in 44 Jahren Berufsleben und 42 Jahren Gewerkschafts-Mitgliedschaft keiner von den Alt-68 über den Weg gelaufen. O.k.: eine Ausnahme: Dr. Ing. des Maschinenbaus, der entwickelt Fahrwerkssysteme und weiß genau, wo die Obsoleszenz eingebaut wird. Daraus entwickeln wir selbstverständlich permanent eine Kapitalismuskritik. Obwohl: die Obsoleszenz ist im Sozialismus erfunden worden. Ich durfte das Anfang der 70er Jahre anhand der in Polen gebauten Motorkettensägen bei der Reichsbahn miterleben (erschrauben). Es muss auch in Polen 68er gegeben haben. Und aktuell bei VW haben die die Schummel-Software zu verantworten. Die Akkus vom Samsung 7 und das schlechte Wetter morgen in Düsseldorf.

    • Titel eingeben
      Es ist immer wieder erfrischend, den realistischen Folkher Braun hier zu lesen. Danke.

  46. Egoismus für alle!
    Wenn die 68er so dastehen wie geschildert, darf man folgern, dass die Nutznießer des Drei-Klassen-Schulsystems besser dastehen als die Nutznießer der Abi-für-alle-Schule heute. Das Gejammer darüber passt nicht recht ins Bild von D.A.s Kastendenken. Doch ein verkappter Gerechtigkeitssozi?

    „Hund sans scho, de Grüna“ , hätte ein gestandener Bayer die Toskaner kommentiert. „Kumm hera, samma mehra!“ Besitzstandsmehrung über Politik sollte in Tegernseer (CSU-) Kreisen nicht unbekannt sein.

  47. ... die häßliche Fratze ...
    … „Es war verführerisch, Ho-Ho-Ho Chi Minh zu beschwören und zu wissen, dass Schulen trotzdem dringend Lehrer brauchten. “

    Ja, versuchen Sie mal heute in einer normalen Schule für A. Gauland oder B. Höcke zu werben, oder von „1000 jähriger Geschichte“ zu reden. Viel Spaß beim Berufsverbot. Die 68er haben eine Kultur des „après-mois-le-déluge“ massenfähig gemacht. Einst die Verfolger des Spießertums, sind sie jetzt eifrigste Werte-Jakobiner und verfolgen mit konsequentem Hass jeden, der nicht ihrer Ansicht ist.

    Man muss sich nur daran erinnern, dass dies einst diejenigen waren, die Werte als Nazierbe verhöhnten, um die Ironie des Weltgeistes zu bewundern, der ebenjenige zu Wertefanatikern gewandelt hat, bzw. sie zu dem gemacht hat, was sie immer schon waren.

    • Ich habe ja die Ideologisierung der schule von Rechts erlebt und finde, auf all das kann man wirklich verzichten.

  48. "ich habe inzwischen schon mehr vergessen als diese Narren im Ministerium je wußten."
    (Sir August de Wynter zu Emma Peel)

    Lieber Don Alphonso,

    über die 68ziger ist ja schon viel geschrieben worden. Es muß eine besondere Zeit gewesen sein, von der ich glaube, daß man sie miterlebt haben muß oder sie einem in ihrer Intensität einfach verschlossen bleibt.

    1968 war Heiko Maas 2 Jahre alt, Sigmar Gabriel wie Don Alphonso, im zarten ersten Lebensjahr und Sie waren noch weit davon entfernt in die Fußstapfen von Bernardo Dieboldo zu treten, der ehemals in der Frankfurter Zeitung italienische Städte und Kulturgüter anpries.

    Persönlich schätze ich sehr einige beruflich äußerst erfolgreiche und hoch kultivierte Gentleman kennen zu dürfen, die die Jahre um 1968 an den Universitäten in Deutschland und Frankreich erlebt haben. Ein weiteres Merkmal dieser Gentleman ist, daß sie noch sprechen können.

    Die auf Ihren Bildern angeblich abgelichteten Fahrrad68ziger im Biergarten erinnern doch eher an den alten Witz, wo zwoi ältere Radfahrer sich treffan und der Oane zum Andern sogt:
    „Jetzt mach´ma moi des, wos ma frira oiwei gmacht ham. Jetzt schaun´ma wer am weitesten pieselt.“
    „Des is a guade Idee, des mach ma.“
    Sagt der Erste: „Scheiße, jetzt hob´i mir d´Fiaß opieselt.“
    Sagt der Ander: „Host, scho gwunna.“

    Von den um 1968 Geborenen bekommt man doch einen anderen Eindruck.
    Sigmar Gabriel (verhaltensauffälliges Kind), also der, der Bürger als „Pack“ beschimpft, Sachsens Innenminister Markus Ulbig Jahrgang 1964 (Betriebswirt) Spricht von „Ratten“, Cem Özdemir Jahrgang 1965, (Sozialpädagoge (FH), spricht von „Mischpoke“ ohne den Hintergrund zu kennen, Heiko Maas (Jurist) ist der Ansicht, daß wer nicht seiner Meinung ist, eine „Schande für Deutschland“ ist, Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger, Jahrgang 1961 ( Kaufmann) verunglimpft unzufriedene Bürger, die es wagen, gegen die Zustände in der Politik zu demonstrieren, als „Nazis in Nadelstreifen“ und keine Regel ohne Ausnahme Joachim Gauck, Jahrgang 1940 (Seelsorger) und konnte gerade so eine Oberschule in der DDR besuchen, sieht es ganz schlicht: „Die Eliten sind gar nicht das Problem, die Bevölkerungen sind im Moment das Problem.“

    Auch älteren Herren entschlüpfte ja die eine oder andere Unflätigkeit. Man denke nur an Edmund Stoiber als er den politischen Kampfbegriff „Ratten und Schmeißfliegen“ in die Welt setzte, oder gar an Strauß, als dieser sagte: „Was wir hier in diesem Land brauchen, sind mutige Bürger, die die roten Ratten dorthin jagen, wo sie hingehören – in ihre Löcher.“

    Aus heutiger Sicht sind solche Äußerungen immer noch nicht schicklich, doch ansonsten waren Stoiber und Strauß ja wirklich nicht dumm. Die heute berechtigte Empörung über regierungsberatende Exstasis in Stiftungen oder politischen Ämtern ist ja auch nicht neu.

    Der hohe Funktionär im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda an der Durchführung der nationalsozialistischen Politik, Eberhard Taubert wurde bei Strauß Berater für dessen neu eingerichtetes Referat „Psychologische Kampfführung“.
    Ja, so war das eben.
    Wie so mancher glück- und erfolglose Jurist, Kaufmann, Volksschullehrer oder Seelsorger sein Heil in der Politik suchte, gab es ja auch einmal einen erfolglosen Doktor der Germanistik, der zunächst an mehrere Zeitungen Bewerbungen sandte, wie an die Vossische Zeitung und das Berliner Tageblatt, wo er sich um einen Redakteursposten bemühte.

    Karl Kraus meinte hierzu:„Wäre Herr G. rechtzeitig beim Berliner Tageblatt angekommen, dem er nicht nur kosmisch zugestrebt hat, so wäre ihr [der Menschheit] mehr als dessen Gleichschaltung erspart geblieben.“

    So wie man Heiko Maas ja auch eine erfolgreiche Karriere in einer Promikanzlei gewünscht hätte, Siegmar Gabriel einen Posten als Lehrer in einer Sonderschule, Cem Özdemir einen Dönerverkaufsstand usw., so sähe die deutsche Politik auch anders, vielleicht besser aus ?

    Die Kinder um 1968, Sigmar Gabriel, Markus Ulbig, Cem Özdemir, Ralf Jäger und H.Maas sprechen, im Gegensatz zu den echten 68zigern, ja schon mehr die leichte deutsche Sprache und „das eben ist ja das große Wunder, daß der (die) Schöpfer des neuen Deutschlands die bezwingende Gewalt besitzt (en), selbst die kompliziertesten Mitmenschen wieder zur volkhaften Schlichtheit zu formen.“(Karl Kraus) auch in der Zeit der unkontrollierten Masseneinreise.

    Deutschland fühlte sich schon stets als etwas Besonderes, was der in der Politik untergekrochene Doktor der Germanistik in seiner Friedensrede in Genf mit den Worten:
    „Was wir heute tun, wird in zehn Jahren vorbildlich sein für die ganze Welt.Das was wir heute tun, wird für ganz Europa maßgebend sein.“

    zum Ausdruck brachte, wie auch die Bundeskanzlerin auf ihrer Webseite am 12. September 2012 verbreiten ließ: „Deutschland ist Vorbild für Europa“

    ganz im Sinne des „Wir schaffen das.“

    So um den 01. Mai kommen mir stets Gedanken zur Walpurgisnacht und so holte ich vor wenigen Tagen Karl Kraus´Schrift: „Die dritte Walpurgisnacht“, aus welcher ich auch die obigen Zitate entnommen habe, aus dem Regal.

    Bei der gegenwärtigen Politik wäre es jetzt eigentlich Zeit die vierte Walpurgisnacht zu schreiben.

    Wenn Don Alphonso zaghaft von Messerstechern, verletzten Rentnern und psychisch labilen Migranten aus Afghanistan spricht, so klingt es wie aus Goethes Faust I:

    „Ein bißchen Diebsgelüst, ein bißchen Rammelei. So spukt mir schon durch alle Glieder die herrliche Walpurgisnacht.“

    Die FAZ mit ihrem Starblogger erinnert doch mehr und mehr an „Die Gartenlaube“, die moralische Wochenschrift für Unterhaltung und Belehrung und ihrem unrühmlichen Abgang nach 1916. Man denke nur an den Beitrag der FAZ vom 19.04 – „So schärfen Sie ihre Motorsäge selbst“.

    Mit herzlichem Gruß
    ObjectBe – ( objectbe.blogspot.com )

    • Gentlemen
      Wenn ein Kommentarstrang über die Tage länger wird, lese ich sozusagen von „unten nach oben“ bis zu der Stelle, die ich schon kenne.
      Als ich nach den Krauszitaten zu Ihren zweifach erwähnten „Gentleman“ im Plural kam, mußte ich unwillkürlich lachen.
      Vom Erhabenen zum Lächerlichen ist es nur ein Schritt [bzw. Buchstabe].

    • Die vierte mit ein bisschen Rammelei gibt's schon:
      バイブルブラック – La Noche De Walpurgis

    • Le style c'est l'homme
      Es ist kein Zufall, dass Alexander B. bei „gentleman“ ins Stolpern kommt, Frau Enigmayr.
      Aber gebildet ist er! Und schreiben kann er auch!
      .

      Nur schade, dass seine selfies nicht seiner kritischen Vernunft entsprechen, sondern nur seiner überbordenden Phantasie.
      .

      Ein rhetorischer Quasar:-)

    • Korrektur:
      „Ratten und Schmeißfliegen“ ist ebenfalls vom Strauß, anno ’78.
      So hab ich’s in Erinnerung (!)
      und so wurde ich gerade auch per Interbetsuche bestätigt.

    • Haha ....
      „Cem Özdemir einen Dönerverkaufsstand“ …. sooooooo lustig. Ich verstehe: Türken können nur Döner ….. haha. Aber Karl Kraus hat sie definitiv nicht verdient.

    • Gentlefolk, gnawers and gugels
      There was an old man who supposed
      That the street door was partially closed
      But some very large rats
      Ate his coats and his hats
      While that futile old gentleman dozed

  49. Das Kopftuch im Wandel der Zeit
    Herrlich, so auf den Punkt gebracht habe ich 50 Jahre deutsche Geschichte noch nicht gelesen. Und ein Stück Stoff dient als Ausdrucksmittel des gesellschaftlichen Wandels: Von der Cabriofahrerin über sportelnden Männer zum Islamfeminismus.

    Auch ich sehe diese radelnden 68er in Rente fast täglich im Café sitzen, braun gebrannt und gut gelaunt und weiß gleich, dass mir als Vertreter der geburtenstarken Jahrgänge später nur ein Weizen in der Woche vergönnt sein wird.
    Gleichzeitig begegne ich auf dem Weg zu meiner Arbeitstätte, neben dem Café, immer mehr Kopftücherträgerinnen ohne Lycramontur und abends bierflaschentragende, von Natur aus braun gebrannte Jugendliche, die mit ihren Handys spielen. Diese Freizeituntensilien finanziere ich mit meinem kalten-Progressions-besteuerten Gehalt mit.
    Dann lese ich die ganze Kehrseite der deutschen Humanitas und sehe die Raute dumm grinsend irgendwo in den Medien und verspüre den Veränderungsdrang, den ich 1968 nur mit Kindesaugen wahr nahm; einen Drang zur gesellschaftlichen Revolution. Eine bürgerliche Revolution, eine Reversrevolution sozusagen.

    Das Schlimmste aber an der Reaktion auf die rasanten Veränderungen ist der veränderte Geist und die veränderte Sprache. Aus Immigrantionswarner werden Hetzer, die Warner vor dem Islam sind Verfechter einer Islamphobie(wer zur Hölle denkt sich solche Wörter aus),
    Aufklärer der wahren Immigrationshintergründe sind Befürworter des Kolonialismus. Und dabei ist es wie mit den Hits. Oft genug gespielt erhöht es die Wiedererkennung und hohe Wiedererkennung ist das Qualitätskriterium. Eine ständig wiederholte Wortwahl und eine moralisch unterlegte Fragestellung, und schon ist der Realist zum rechten Demagogen geworden. So ist die Methode, den anders Denkenden mundtot zu machen nur die logische Konsequenz. Maas und Kohane-Konsorten können gar nicht anders, weil sie nicht anders denken können.

    Seien Sie weiter standhaft und ziehen Sie weiterhin die richtigen Schlüsse aus dem falschen Verhalten unserer Parteisoldaten(-und soldatinnen).

    • Keine Sorge, es geht einfach weiter.

    • ... und dabei ist ist es wie mit de Hits...
      ..oft genug gespielt, erhöht den Wiedererkennungswert…

      Guter Vergleich. Wenn die Hits aber zu oft gespielt werden, dann hängt einem nach einer Weile selbst das schönste Lied einfach nur noch zum Hals raus. Man schaltet den Sender um oder wirft eine CD ein.

      Genauso geht es mir mit den überstrapazierten Schlagworten Fake News, Nazi, Hatespeech, Xenophobie…. Umschalten, abschalten, in der Zeitung weiterblättern. Zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus. Propaganda-Overload.

      Noch eine Anmerkung zu Ihren Kopftuchbeobachtungen: in letzter Zeit fallen mir, selbst hier in der Thüringer Provinz, immer wieder ganz, ganz junge Mädchen mit Kopftuch auf. Erst vorgestern wieder: zwei Schwestern im Alter von ca. 11-12 Jahren und 9-10 Jahren. Wenn man dazu erklärt bekommt, dass frau sich so kleidet, um vor unziemlichen Blicken geschützt zu sein, dann wird sehr deutlich, wie krank diese „Religion“ eigentlich ist, wenn deren männliche Anhänger schon Kinder sexualisieren. Ich kann gar nicht beschreiben, wie schlimm ich das finde. Man möchte ko…

    • B-Seite
      „Guter Vergleich. Wenn die Hits aber zu oft gespielt werden, dann hängt einem nach einer Weile selbst das schönste Lied einfach nur noch zum Hals raus. Man schaltet den Sender um oder wirft eine CD ein.“
      .
      Früher hat man dann die Single umgedreht und die B-Seite entdeckt.

  50. Hallo Don!
    Der Beitrag war also eine Verteidigung von ’68. ‘68 verteidigen, weil man dessen libertäres Erbe genießt und gleichzeitig Grüne und Geschenkte verabscheuen, das kriegt nur fertig, wer nach Gutsherrenart denkt. Statt klare Traditionslinien zu akzeptieren, wird dann so lange herumgeschwurbelt bis es passt.

    • Sie wissen ja, ich bin ein klarer Befürworter der Klassengesellschaft und finde auch, dass wir die Leibeigenschaft, die besser als ihr Ruf war, etwas voreilig abgeschafft haben.

  51. Notiz am Rande: Herr Tauber ist ganz famos
    Lieber Don,

    Sie scheinen das Spitzenpersonal der CDU nicht intim genug zu kennen, sonst würden Sie einen Kommentar vom 28. April 2017 um 02:39 Uhr anders formulieren. (Wann schlafen Sie eigentlich?)

    Hier finden Sie die Wahrheit:
    http://aktuelles.uni-frankfurt.de/menschen/alumni-im-portraet-peter-tauber/

    Übrigens ist auch eine so sympathische Person wie dieser Fußballer Klopp Alumnus der GU. Und der Mörder des Bankiersohnes, der sogar noch nach der Verurteilung seine juristische Prüfung ablegen durfte.

    • Die Verurteilung war am 28.07.2003, die mündliche Prüfung bereits im Februar
      während der Untersuchungshaft vor Prozessbeginn.

    • Danke, Frau Amgelin: ja es war der Tag der Anklageerhebung
      Ihr Hinweis hat mich dazu gebracht, die Vorgänge um den Mörder des kleinen Jakob – mit Abscheu – noch einmal nachzuvollziehen.

      Und dabei sehe ich nun manche Parallele zu dem Hauptthema dieses Diskussionsstranges: Regeln und Regelüberschreitungen; die Ohnmacht der Regel-Durchsetzung, wenn der Opponent sich an keine Konvention des Anstands hält. Dann werden ehrenwerte Menschen werden zu Verlierern, weil sie nicht genügend skrupellos sind, Soziopathen und Psychopathen gewinnen auf lange Sicht.
      Wer das heute ist? So (wie schon immer) diejenigen, die sich ihrer Sache absolut sicher sind.
      Danke für Ihre Verunsicherung!

  52. Der schöne Thumsee steht zum Verkauf.
    Also auf zur Tat, werte Kommentargemeinde.

    Wenn das Geld zusammengelegt wird, kommen die 5 Millionen, die verlangt werden, sicher zusammen. Einen Sehnsuchtsort im gemeinschaftlichen Privatbesitz. Was wäre schöner? Keine Moschee, keine Flüchtlingslager, 68er allenfalls mal vor der Eisdiele, keine Feministinnen,… – kurz:Das Paradies.
    Altes Wissen eigentlich. „…und schreib getrost, am Anfang war die Tat.“

    Allein vom Kommentieren wird nix!

    • Oh ja!
      Doch mal wieder ein Forist, der mit einem sinnvollen Lösungsvorschlag daherkommt. Ich hatte die Hoffnung fast aufgegeben…
      Sich regelmäßig durch gefühlte 3000 Kommentare von jammernden, bräsigen Tattergreisen (und vereinzelt auch deren weiblichen Servicekräften) zu wühlen, ist schlicht keine Option (mehr) für´s Wochenende.

      Nix für ungut, doch wir kommen hier nicht vom Fleck.

    • Ein schöner See
      ich bin dabei – wo kann ich meinen Anteil einzahlen?

    • Zum Verkauf stehen leider auch allerlei Klöster...
      … das ist wirklich tragisch, nach teilweise 1000 Jahren.

    • Hab's auch gesehen
      und das gleiche wie Sie gedacht:
      Ein kleines, genossenschaftlich organisiertes Refugium für die Friends of Carlotta, äh.. vom Don.
      https://www.youtube.com/watch?v=x2efDnLZjsk

    • Das gibt es schon, es heisst Tegernsee.

  53. Antimodernistischer Antisemitismus; kiezidentitäre Bewegung; Beispiel Frankreich
    Ihr Beitrag beschreibt die 68er sehr gut, in einer Angelegenheit muss ich jedoch widersprechen:
    „Es gibt keine Traditionslinie von der damaligen Ablehnung der Religion hin zum Verständnis für wahhabitischen und schiitischen Islam“
    Diese gibt es sehr wohl – zum einen verbindet Antiamerikanismus die politische Linke und den politischen Islam. Und andrerseits waren die Nazis in protestantischen Gegenden sehr erfolgreich – das waren die Teile Deutschlands, die industrialisiert waren.

    Antisemitismus war im 19. Jahrhundert vor allem in den Ländern verbreitet, die spät industrialisiert wurden (Preußen, Russisches Reich). In Seefahrernationen (England, Holland) mit Erfahrungen im Handelskapitalismus hielt sich der Judenhass in Grenzen. Das Osmanische Reich wurde faktisch nie industrialisiert – daher gab es weniger Antisemitismus als im Ansiedlungsrayon. Die Industrialisierung des Nahen Osten erfolgte, wenn überhaupt, erst nach dem Zweiten Weltkrieg.

    Die kiezidentitäre Bewegung (Antifa) agitiert gegen den Kapitalismus und die Modernisierung, und sei es nur die ihrer Wohnung. In den von dieser roten SA beherrschten Vierteln fliegen Steine gegen die Scheiben amerikanischer Restaurants (und bei der Bundeskristallnacht am Montag auch wieder gegen die schwäbischer Autos). Gegner ist wie 1968 die Moderne, verkörpert durch Amerika.
    Die arabische Welt steht dagegen für die Zeit vor der Industrialisierung, die aus linker Sicht den modernen Sündenfall darstellt.

    Die Feindschaft gegenüber Amerika/Moderne/Kapitalismus/Industrie reicht prinzipiell vom Dreißigjährigen Krieg bis in die Gegenwart – damals verließen die Generalstaaten das HRR, weshalb dieses von der atlantischen Welt abgeschnitten wurde. Das prägt das Denken bis heute. Die linksgestrige Seele versteckt sich tief im deutschen Wald.

    Vor diesem Hintergrund wird auch der Satz von FJS verständlich, konservativ sein hieße, an der Spitze des Fortschritts zu marschieren. Die Linken hassen die Moderne.

    Frankreich wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg richtig industrialisiert. Das Ergebnis der ersten Runde (40 Prozent für Populisten) ist daher nicht überraschend. In der zweiten Runde wird Macron lt. Ipsos auf 42 Prozent der Wahlberechtigten kommen. 2007 lag die Wahlbeteiligung bei 84 Prozent. Le Pen kann also gewinnen, wenn sie genug Modernisierungsgegner mobilisiert. Allein die angeblichen Zweitrunden-Nichtwähler, die in der ersten Runde Melenchon, Hamon und Fillon gewählt haben, machen sieben bis 12 Prozent der Wahlberechtigten aus. Wenn der FN diese gewinnen kann, wird Le Pen Präsidentin.

    Zusammenfassend kann man sagen:
    Nicht jeder Gegner von Kapitalismus und Moderne ist Antisemit.
    Aber fast jeder Antisemit ist ein Gegner des Kapitalismus und der Moderne. Das erklärt, warum die politische Linke so anfällig ist für israelbezogenen Antisemitismus.

    • Kleiner Zusatz
      Der Grund für den Antisemitismus (und Antiziganismus) der letzten Jahhunderte ergibt sich ganz zwanglos aus dem Bericht der League of Nations Typhus Commission von 1923. „Typhus“, welches auf Deutsch „Fleckfieber“ heisst und durch Kleiderläuse übertragen wird, war eine der letzten grossen Seuchen Europas und wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch das DDT ausgerottet.
      Fleckfieber erinnert klinisch an die Pest und wird in alten Berichten deshab auch oft mit der Pest verwechselt.
      Der Unterschied, nämlich, dass das Fleckfieber durch Kleiderläuse, also indirekt durch Menschen und nicht wie die Pest durch Tierflöhe, übertragen wird, bedingt, dass sich das Fleckfieber durch seuchenygienische Massnahmen lokalisieren und begrenzen liess, die Pest nicht. Dazu musste man keine Ahnung von der Ursache oder dem Übertragungsweg haben, man musste nur das „Umherfahren“ des Volkes verhindern und zwar vor allem dem Teil des Volkes, das aus religiösen Gründen bestimmte Stellen des Körpers nicht rasieren oder waschen durfte (orthodoxe Juden), die mit alten Kleidern von Verstorbenen handelten (orthodoxe Juden), als fahrende Händler arbeiteten (orthodoxe Juden) oder sonst irgendwie zum fahrenden Volk gehörten (Zigeuner).
      Dass man sich vor der Zeit der Entdeckung der Krankheitsüberträger ganz andere, überwiegend magische, Erklärungen der Krankheitsentstehung machte, bedingt die allgemeine Ablehnung und den Glauben an „Verhexungen“, „böse Blicke“ und andere bösartige Verzauberungen durch bestimmte Gruppen, an die jeder andere auch geglaubt hätte, wenn jedesmal, nachdem eine bestimmte Gruppe durch ein Dorf gezogen ist, 60% der Bevölkerung qualvoll an Fleckfieber verendet waren, bei dem es auch zu Halluzinationen und Wahnepisoden kommt, ganz so, als sei der Patient „verhext“ worden.
      Das alles waren Ergebnisse der oben beschriebenen Kommission der League of Nations.
      Das Erregerreservoir für die ganze Welt, dort wo auch die Kommssion gearbeitet hatte, befand sich in Ost-Polen.
      Seit dem Ersten Weltkrieg versuchte man der „Läusepest“ Herr zu werden, indem man Schiffe, Häuser und ganze Züge mit Cyan-Wasserstoff begaste. Weil das hochgiftig ist, mischte man diesem Gas einen Reizstoff hinzu, ein Tränengas, das zusammen mit dem Zyanid ausgaste und in vergifteten Atmosphären zur Flucht führte, bevor die Konzentration des Giftgases zu Schäden führen konnte.

      Das deutsche Patent auf das Tränengas/Zyanidgemisch wurde unter dem Handelsnamen „Zyklon B“ vertrieben. Mehr will ich dazu nicht sagen. Nur soviel: das endgültige „Aus“ für das Fleckfieber kam durch das DDT. Damals wusste man noch nichts über dessen Umweltschädlichkeit. Heute würde man deshalb wieder Zyklon B nehmen.

    • @ Torsten Marx
      Danke für Ihren erhellenden Beitrag. Davon hatte ich bisher nicht gehört.
      Neue Erkenntnis!

  54. Jubiläen und 68er
    2018 feiert nicht nur 1968 ein Jubiläum. Auch der Beginn des 30jährigen Krieges jährt sich zum 400. Mal. Aus diesem Anlass findet eine große internationale Tagung statt – in den USA allerdings, nicht in Europa, das diesbezüglich geschichtsvergessen erscheint.

    Die hart erkämpften, schlussendlich positiven Folgen (Toleranz, Glaubensfreiheit, Parlamentarismus im Heiligen Römischen Reich dt. Nation, Völkerrecht) eines der größten und verlustreichsten europäisch-deutschen Kriege sind durch das von den ’68ern etablierte Wertesystem nun in Gefahr.
    Mit Freude las ich vor 20 Jahren die zehn Bände von Maj Sjöwall und Per Waløe, mit Unbehagen allerdings den Part, an dem die Freundin von Kommissar Beck, eine Sozialarbeiterin, ein Mao-Poster im Schlafzimmer aufhängt. Gefahrlos schien dieses Träumen, die totalitäre Realität war weit genug entfernt von den eigenen, romantisch-revolutionären Jugendfantasien. Aber was daraus erwachsen ist, vermag ich noch immer nicht ganz einzuordnen. Manchmal habe ich das Gefühl, dass es vor allem eine (teils unreife) Lust der 68er am Provozieren war. Es immer weiter zu treiben gegen das (damals) schwarzbraune Establishment. Dessen Existenz vielleicht (ein ganz vorsichtiges vielleicht) am Ende doch gut war, weil sie beharrte, konservierte. Nur, dass dieses Feindbild ja längst weggebrochen ist. Die Lust darauf, das, was als Establishment verstanden wird, zu zerstören, hat sich dagegen sogar beschleunigt. Was kann man eigentlich nach „no borders no nations“ noch fordern?

    Da gönnt man den Vorkämpfern dieser schönen neuen Welt doch den Sprizz und die Muße, ihn zu trinken, gern.

    • Die schwedischen Krimiautoren
      haben meinen Geschichtsunterricht zu Schweden ersetzt.

      vor einigen Jahren entdeckt: Leif G.W. Persson.

      meine Eltern hätten 68er sein können, aber meine Mutter aus gutem Hause war zu speziell und liberal und mein Vater aus etwas schlechterem Hause leider zu sehr Hallodri, um Zeit mit Politik zu vertun. Nicht apolitisch, aber tiefe Abneigung gegen Gruppen von mehr als 5 Leuten, Parteien und Vereine.

      Ich erinnere mich nur noch an Streitereien, wenn meine Mutter mal wieder alle Gäste hinauskomplimentiert hatte, weil sie, wie sie meinte, zu große Proleten waren. Kein Zuckerschlecken.

  55. Der Donald ist stark im Don...
    „die abnorm gestiegene Gewaltkriminalität durch Zuwanderung“
    Das hat ja wirklich schon Trumpel-Niveau. Da bin ich vom Don besseres gewohnt.

    Wenn man sich die PKS mal anguckt, dann findet man in der Hinsicht nicht viel. Habe nicht den kompletten Bericht durchgesehen, aber was die wesentlichen Straftaten angeht, gibt es da keine „abnormen“ Steigerungen. Bis 1967 geht die mir vorliegende Version ( https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2016/Zeitreihen/zeitreihenFaelle.html?nn=65720 ) nicht zurück, sondern nur bis 1987. Was ich da so sehe, sind i.d.R. deutlich niedrigere Zahlen als v.a. Mitte der 90er. Die einzigen mir aufgefallenen Ausnahmen:
    Vergewaltigung durch Gruppen gemäß § 177 Abs. 2 Nr. 2 StGB
    bisherige Höchstmarke 398 in 2002, 2016 waren’s plötzlich 524, nach 254 in 2015.
    &
    Sonstige Straftaten gemäß § 177 Abs. 2 Nr. 1, Abs. 3 und 4 StGB
    bisherige Höchstmarke 5986 in 2012, 2016 waren’s 6038, nach 5488 in 2015 (auch nicht unbedingt „abnorm“, da es auch vorher schon gewaltige Schwankungen gab).

    Daß es durch die Zuwanderung vieler notgeiler junger Männer zu Steigerungen bei der Zahl mancher Straftaten kommt, dürfte wohl unbestreitbar & erwartbar sein. Man sollte aber dennoch die Kirche im Dorf lassen. Vergleiche mit Afghanistan zeugen da entweder von erschreckender Unwissenheit oder (schlimmer) von trumpeltiermäßiger Volksverdummung.

    • Wollen sie das den 551 Gewaltopfern in meiner Region dürch Zuwanderer 2016 auch einmnal erzählen? Und möchten Sie vielleicht einmal schauen, welche Länder eine Kroiminalitätsbelastung haben, die der der Migranten entspricht?

    • Alles halb so schlimm mit der ,,Zuwanderung'' , bossel ?
      .
      .
      Alles paletti, man soll sich nicht so haben ?

      Na, von mir Grüße an des Adenauerhaus, oder den Chulzzug .

      Kirche im Dorf lassen ?

      Sie werden noch erleben, wo die Neuen die Kirchen lassen, und den Rest von uns, mein Teurer !

    • piepiepieb, alle gleich lieb, bosselchen
      Gestern in allen Zeitungen Berichte über stark gestiegenen Ladendiebstahl, und dann liest man sowas.
      Maria Ladenburgers Tod durch einen wandernden Permanentsiebzehnjährigen, der schon einer Griechin alle Knochen gebrochen hatte, überhaupt die „Siebzehnjährigen“, und dann diese irren Relativierungen.
      Terroristen, die ungehindert quer durch D reisten und weitere Terroristen in Ungarn abholten. Weihnachten in Berlin, Nizza am Feiertag.
      Die abartigen Relativierungen bringen einen nur noch in Rage und schaden echten anständigen Kriegsflüchtlingen, die Plätze zum Überwintern brauchen. Jeder anständige Mensch, auch Türke oder fleißiger polnischer Migrant muss für diesen Schwachsinn mit bezahlen.

      Früher las ich mal öfter in den Zeitungen, wie Haschisch, angeblich unschädlich, das Hirn versaut. Und das merkt man heute aller Orten.
      Ob der Pfaffe, der einem abzuschiebenden Eritreer Kirchenasyl unter einer Kieler KiTa (gestern W-on) im Keller gab und den protestierenden Eltern empfahl, zu gehen, auch gekifft hat, muss dahin gestellt bleiben, eher nicht. Aber Religion hat eine ganz ähnliche Wirkung: Piepiepiep, wir ham alle lieb.

    • @ bossel
      Sie haben aber eine seltsame Art der Interpretation dieser Zahlen.
      Damit empfehlen Sie sich eindeutig für die Mitarbeit im, wie soll ich das nun nennen?, Regime der Beschwichtiger und Verharmloser.

    • i's Hian g'schiss'n?
      Schon mal in den Herkunftsländern gelebt, Regionalpresse gelesen oder in und um Bahnhöfe herumgelungert in de letzten Jahren?

  56. Titel eingeben
    Noch was.
    Wer so schreibt, wie der Don, der wird auch gelesen. Gerne gelesen.
    Denn die Flut an Artikeln, jeden Tag, die ist riesig. Da muss man selektieren, auswählen. Kleines Beispiel: die Nachdenkseiten. Es ist ja alles „wichtig“, was die so schreiben, aber es ist einfach ZU VIEL. Man KANN NICHT alles lesen, schon aus Zeitgründen. Also lass ich z.B. alles weg, was Südamerika betrifft, und Währungspolitik.
    Dazu kommt der ganze (oft auch noch stinklangweilige oder in allen der gleich) Mist in den üblichen Medien, den viele wohl noch immer lesen, anhören, ansehen.
    Das „Zeitfenster“ (sorry für solch Modewort) für Nachrichtenaufnahme oder gar mehr, viel mehr (90 Minuten-Interview von Mausfeld als Film. Und da gibt’s noch viel mehr) ist schmal und da passt gar nicht alles rein.
    Auch Daniele Ganser, immer lesbar; außer, wenn er wieder von 9/11 anfängt: DAS interessiert mich nicht und es macht ihn (und vor allem seine anderen richtigen & wichtigen Thesen) etwas, sorry: lächerlich.
    Er hat nicht kapiert: “When the legend becomes fact, print the legend!” Wenn die Legende zur Wahrheit wird, druck die Legende!. Auch wenn’s weh tut.
    .
    Und das wissen auch die 27.000 (siebenundzwanzig tausend) Leute allein bei der CIA, die genau dafür da sind: die Leute, die Journalisten, die Medien mit USA-Politik/Wirtschaft genehmen „Nachrichten“ zu beeinflussen. Und der CIA ist nur EIN Mitspieler.
    .
    Man muss selektieren. Man muss sich entscheiden, welche Nachrichten man als einzelner Bürger aus der Riesenmenge auswählt. Da bewundere ich den Don, der offenbar keine Skrupel hat und dem offenbar nicht schlecht wird, beim beobachten, lesen und dokumentieren all der Reklame, Propaganda, dem Unsinn, …dazu auch noch in D’ppenmedien wie Twitter & Facebook… um dazwischen ein paar Perlen oder Ideen zu finden.

    Kein Wunder, dass er keine Zeit hat für eine Familie.

  57. Don, sollte man jetzt "Kopftuch ab" statt "Hut ab" sagen?
    Darf ich mein Kompliment zu diesem Beitrag konventionell mit „Hut ab“ verstärken? Ihre Produktivität ist bewundernswert, genießen Sie den Urlaub.

    • Hüte & Tücher
      „Hut ab“ geht als Respektbekundung problemlos.

      Bei „Kopftuch ab“ seien Sie besser auf der Hut, eventuell wird da „Kopf ab“ assoziiert, ein Missverständnis, dass sich mit „Kopf hoch“ nur ungenügend bzw. zynisch korrigieren ließe.
      Falls Ihnen aber der „Hut hoch“ geht, weil Ihnen das eine oder andere als „rotes Tuch“ erscheint, sollten Sie nicht das Handtuch, sondern den Hut in den Ring werfen, dabei aber beHUTsam vorgehen und nicht gleich das Tischtuch zerschneiden, es sei denn, Sie wüssten bei Bedarf ein Kaninchen aus dem Hut zu zaubern und müssten rhetorisch nicht am Hungertuch nagen.

    • @Gehls und überhaupt
      Zum Thema Anerkennung und Kompliment noch ein Zusatz für Dons Urlaub: „ „Tutto cio che vedete lo devo agli spaghetti“ (etwa: „Alles, was Sie sehen, verdanke ich den Spagetthi“) – Sophia Loren.

  58. Aktualität
    „… the telephone rang, it wouldn’t stop, it was President Kennedy calling me up. He said my friend Bob what would we need to make our country grow, I said my friend John, Brigitte Bardot, Anita Ekberg, Sophia Loren …“
    „I shall be free“, Bob Dylan 1963

  59. Advokaten
    Beachten muss man nmM auch, dass die Universitäten
    dauernd frische Juristen auf die Menschheit loslassen.
    Das ist ein begehrter Beruf.
    Denn nur die Justiz kann sich immer selbst entlasten.

    Aber, auch hier werden die Ressourcen knapp.
    Einige werden Taxifahrer, andere wollen eben anders
    das Geld für den Erwerb schöner Gemälde verdienen.
    (Es hatten sich ja einige schon sooo auf TTIP gefreut)

    Nun müssen sich viele mit Abmahnungen, oder mit
    dem Diskriminierungsgeschäft über Wasser halten.
    So haben sich einige in’s „Flüchtlingsgeschäft“ geworfen.

    Andere haben das Monopol auf jeden Zipfel in der
    „Kopftuchverteidigung“ ergattert.

    Der ältere Herr mit dem Kopftuch muss also
    höllisch aufpassen, dass ihm nicht wg. Verletzung des
    „Urheberrechts auf eine Kopfbedeckung“
    demnächst eine Abmahnung ins Haus flattert. :-)

  60. -
    „Es gibt keine Traditionslinie von der damaligen Ablehnung der Religion hin zum Verständnis für wahhabitischen und schiitischen Islam, die genau jene Repression leben, die damals gesprengt wurden.“

    Nein? Es gibt eine bis zu Ihnen reichende, sportwagenlastige Traditionslinie in der Vermarktung des Sees , die unweigerlich ein bestimmtes Publikum anzieht; wie hieß es in der Faz so schön: Selbst die Flüchtlinge tragen Markensachen …

    Andere kamen vielleicht trotz der Marken und Schalck-Golodkowski. Aber dagegen verwahrte sich die Tegernseer Traditionslinie in Person von Udo Jürgens; dem waren es damals viel zuviele Landsleute dort, das ging durch alle Klatschspalten. Ich hab das damals gelesen und konsequent Abstand gehalten, obwohl eine Bekannte da eine Ferienwohnung kannte; aber was könnte man dort wohl wollen, wo man als Nichtflüchtling doch von vornherein falsch ist? Baden gehen?

    Und so bleiben die alten Freunde unter sich und Sie können beruhigt in den Urlaub fahren; bleibt alles, wie es ist und die Teekannen warten.

  61. Nationale und regionale Identitäten
    Lieber Don,

    die von Ihnen ironisch beschriebenen Kopftuchträger sind wohl fast ausnahmslos „Zugeroaste“, die von den „Eingeborenen“ am Tegernsee auch als „Saupreissn“ verunglimpft werden. In der „Tegernseeer Stimme“ werden sie in Leserkommentaren auch mit Tauben verglichen, deren Vergiftung in den Raum gestellt wird.

    Ich wundere mich schon seit längerem, dass Lokal- und Regionalpatriotismus im Journalismus durchaus positiv besetzt ist, auch mit den eingangs beschriebenen unschönen Exzessen. Ich erinnere mich beispielsweise auch an Wolfgang Thierse, der in Berlin gegen die schwäbischen Zuzügler im Prenzlauer Berg gehetzt hat oder eben an den Hass der bayerischen Ureinwohner auf vermeintlich preußische Gentrifizierer. Oder auch – im harmlosen positiven Sinne – das Münchener Lokalradio, das morgens laut trötet „Ich liebe Bayern.“

    Man stelle sich dagegen nur den Medienaufstand vor, wenn Ähnliches in Bezug auf Deutschland als Nation öffentlich verlautbart würde.

    Im lokalen und regionalen Bezugsrahmen ist das Narrativ der Gemeinschaft also zulässig, im nationalen Kontext dagegen nicht. Ich glaube nicht, dass das nur eine bayerische Besonderheit ist, die mit der Sonderrolle Bayerns bei der deutschen Einigung erklärt werden kann. Vielmehr glaube ich, dass der Begriff der deutschen Nation von den deutschen Meinungseliten bewusst beschädigt wurde und die lokalen und regionalen Kollektividentitäten lediglich am Wegesrand unbeschädigt liegen geblieben sind. Cui Bono? Warum müssen nationale Identitäten aufgelöst werden? Glaubt Merkel, dass dies die Voraussetzung ist für eine europäische Einigung zum europäischen Nationalstaat? Dagegen spricht aber, dass die anderen europäischen Nationen keinen gleichartigen Auflösungswillen haben. Dagegen spricht auch, dass die Migranten (z.B. Türken) ein viel stärker national und sogar völkisch geprägtes Selbstverständnis haben, von den tribalistischen Clans der Zuzügler ganz zu schweigen. Was ist also der Plan oder gibt es gar keinen? Ich weiß es nicht.

  62. Titel eingeben
    Lieber 69 als 68…!

  63. ...et tout à fait sans boucles d' oreille
    damals gerade 20 Jahre alt war, wie 90 % der damaligen Bevölkerung nicht gewillt, diesen von französischen Universitäten und den USA herüberschwappenden Massenwahn der sich für intellektuell haltenden (schwäbisch: Schdudärde un Schdudände) mitzumachen, bis auf die Begeisterung für die Musik der Beatles. Also, ich finde sie süß, diese älteren Herren auf ihren Harleys oder „mid de dicke Japooner“.

    Sich den Liedertext vom einen Udo zu Herzen genommen und den anderen Udo nachäffend, ewige Pubertät, neuerdings mit Ohrringen nachgerüstet, Piratenkopftuch, stylish verspiegelter Sonnenbrille. Die der einen, ursprünglich unbeholfen-selbstgestochenen Tätowierung aus achtzehnmonatigem Wehrdienst, neuerdings hinzugefügte modische Drachen und Zitate, gerne Hesse, gut sichtbar, da kurzärmelige Lederjacke, Schuhe verschnabelt, auf dem Sattel des „Fat Boy“. Irgendwie jeder eine Art Werner.
    .
    Bei weitem keine 68er der Sorte „Macht kaputt was euch kaputt macht“-Apologeten sondern gerne der gut ehemals bezahlte Werkzeugmacher aus der Edelschmiede in Zuffenhausen der die 35 Scheine für sei „Mascheele“ aus der fällig gewordenen LV locker hinblättert. Oft noch mit überraschend guten Tischmanieren beim Steakessen, ein Stück abseits der Schwarzwaldhochstraße. Also nicht wie die Nachgeborenen, als die Brut der 68er: Steak in mundgerechte Happen zerlegen, Messer zur Seite und dann abwesend stochern mit halber Seitenlage auf dem handiführenden Arm. Aber irgendwie auch uniform, Karikaturen ihrer selbst. Es sei ihnen aber gegönnt.

    Sartres und Camus-Resterampe, wohl schon zehn Jahre im wohlverdienten, raus, ehem. Sparkassendirektoren (die lokalen Presseprodukte im Südwesten nennen die „Bänker“), Emeritierte aus der entbehrungsreichen und aufopferungsvollen Hochschultätigkeit oder anderem Bereich des Öffentlichen Dienst, liegen, grünbewegt, besserwisserisch der eigenen Ehefrau oder den nicht akademischen Nachbarn in den Ohren. Sich beim ebenfalls akademisch gebildeten Nachbarn bitterlich beklagend über den nächtlichen Einbruch, über den Garten hinter dem Haus. Womöglich ausgeübt von Personal, daß sie in 2015 noch zur no-borders-linksgrün-ideologiegewünschten Herbeiführung eines anderen Bevölkerungs-Mischungsverhältnisses willkommen geheißen hatten.
    .
    Da steht der Mensch mit nur mittlerem Abschluß und ohne Harley oder H-plaquette doch gerne beim Trottoirekehren auf der anderen Straßenseite und dreht sich anstandshalber beim Losprusten wenigsten um. Man muß derart steile Lernkurven ja nicht auch mit offen gezeigter Häme übergießen und gleich darauf noch einen von der LTW verbliebenen AfD-Aufpapper an den für ihn stets einsichtigen Laternenmast kleben.
    .
    Demnächst, auf einer Studienreise durch Sizilen, können wir die Lauscher wieder auf Empfang stellen. 10-20% einer Busladung bestehen immer aus diesen „induviduals what is meant“, deren Herausfilterung uns einen Heidenspaß bereitet. So- un jezed wird widder ebbes g´ schafft.
    (DdH)

  64. DIE 68er -gemeint sind damit jawohl die damaligen Linksaktivisten,
    .
    ..
    Nicht die ganze Generation, die zu 90% mit diesem schwurbeligen Pubertätskommunismus nichts zu tun hatten.
    Außer, dass studieren schwieriger war, weil ;;Aktivisten“ den Betrieb für irgendwelche, pardon, Scheißideen , störten.

    Es ist so, wie in praktisch jeder Bewegung, ein paar idealistische Überzeugungstäter, nicht unbedingt ident mit den Anführern, und der Rest opportunistische Süppchenkocher, sehr oft ident mit der Führung .

    Viele, die damals mitliefen und schrieen, wollten gegen ein repressives Elternhaus spätprotestieren, nicht wenige wollten einfach fesche Mädels abstauben (ja, typisch weibliche Weisheit besteht meist aus ,,Wicka“und ähnlichem Schrott ),

    und irgendwo dazugehören.

    Andere wollten einfach zynisch Krach machen, und wußten, sie würden erben.

    als der Rausch vorbei war, landeten die meisten in irgendwelchen Arbeitsverhältnissen, gern als beamtete Lehrer oder Juristen bei StA und im Richteramt,

    in den lieben Medien , gern auch im ÖR .
    Wie Hans Nase schon festgestellt hat, war der Umbruch aus der säuerlichen Nachkreigsnotzeit ja auch ohne diese aktivistischen Dolme
    im Gange, es hätte dieser lauten Spinner, die es sich spaßig machten, nicht bedurft, um in legerer Kleidung ein Restaurant zu besuchen, oder sonst Frischluft zu schnappen.
    Etwa, unverheiratet zusammenzuleben.

    Die in den 68er Kreisen propagierte, und teils gelebte, sexuelle Freizügigkeit war den Innen oft ein Dorn im Auge.
    Das liegt an der biologischen Weiblichkeit, aber auch an ganz anders gearteten Interessen.

    Man nehme nur Alice Schwarzer, die sich nachmals Gespielinnen, gern in zartem Alter, aus dem Frauenhaus suchte.

    Mit ,,revolutionären“ Umbrüchen geht meist eine monströse Übertreibung des Pendelausschlags ins Gegenteil einher.

    Die altväterliche Erziehung mit Kopfstücken oder gar Prügeln wich der extremen antiautoritären Erziehung zu rücksichtslosen, kleinen Egoisten.

    Kinder brauchen für ihre Sozialisierung Führung durch Beispiel, manchmal auch Ge-und Verbote (Erwachsene NICHT, liebe Grüne !) .

    Die Kommunisten im Osten, nicht zuletzt die StaSi der DDR, finazierten und unterwanderten diese 68er-Linken, durchaus nicht nur die ganz DDR-konformen.
    Der Mord an Benno Ohnesorg geschah dusch einen StaSi-Spion .

    Hier ging es nur um die Zerstörung des ,,Klassenfeindes“ , und da kamen die nützlichen Idioten gerade recht.

    Und GELD haben sie ja nicht verachtet.
    Im Großteil Pharisäer, die Wasser predigten, aber Wein soffen, blieben sie sich,
    wie das immer beim Charakter der Fall ist,
    auch nach Ende des Zirkus treu.

    Es war das Totalversagen des konservativen Deutschlands, dass diese Figuren solche steilen Karrieren im Establishment machen konnten, aber auch als kleine Nager,
    etwa als beamtete Lehrer und Medienfuzzis, Einfluß gewinnen konnten.

    So, woe die Generation, deren Jugend vom Krieg gestohlen wurde, manchmal ein wenig Romantik mit diesen Jahren, retrospektiv meist nur, verbanden,

    weil es eben die eigene Jugend war,

    nahmen viele, gerade auch Opportunisten der 68er Generation solche Gefühle,
    gepaart mit Überlegenheitsphantasien,
    ins Erwachsenenalter mit.

    Und sie übten Einfluß aus, wechselten gerne, wie Fähnlein im winde, Überzeugungen,
    aber nahmen die linke Intoleranz und das Sendungsbewußtsein gerne mit.
    So übten sie auch Einfluß auf künftige Generationen, die,
    bereichert um StaSi-sozialisiertes Material nach der Wende,

    heute den spezifischen Geschmack Deutschlands ausmachen.

    Dieser Bewegung, da geht es nicht um die ganze Generation, s.d. Einleitung ,

    nachzutrenzen , ist einfach lächerlich und verirrt.

    Ich war damals ein Kind, MEINE Jugend war das nicht, ich wäre auch kaum Linksaktivist geworden.

    Da tue ich mir natürlich leicht, ein hartes Urteil zu sprechen.

    Aber es gehört gesagt und gesprochen :

    68 und die Folgen sind ein Schaden für Deutschland und die anderen betroffenen länder, für liberale , echte, Demokratie ,

    für Offenheit (Neiin, nicht der Grenzen, Dolmin !!) der Diskussion,
    und evolutionäre Fortentwicklung einer freien Gesellschaft im Rahmen der Vernunft.

    Durch diese ,,Umwertung aller Werte“ erst wurde die Gesellschaft zum leichten Opfer für Konzerne und deren Lobbyisten .

    Und für linke Spinner aller Art, wie etwa die Grünen, die weit über ihr demokratisches Gewicht qua Wahlen den Diskurs bestimmen dürfen.

    Und die Altlinken, die Ex-aktivisten, so sie nicht Terroristen wurden, oder vernünftig,

    verklären heute die pubertäre Blödigkeit ihrer Jugend, und leben bequem.

    Grad so wie , wie Adenauer…was kümmert mich mein……

    68 und seine Rezeption durch eine nach Krieg und reeducation geschwächte, bürgerliche Gesellschaft,

    ist Deutschlands Jahr der Schande.

    Und die Jahrzehnte, die man diesem Mist Einfluß zugestand, sind, na…?

    Es wird Zeit, damit aufzuräumen.
    Niemand muß im Dreiteiler mit Hut erscheinen, um in einem Ausflügslokal bedient zu werden,

    aber im Hirn muß er gesund sein.

    68 war nicht romantisch, nur weil ein paar heute Alte damals viel Sex hatten,
    es war unnötig.

    Und seine Mumifizierung einfach falsch.

    • Ein wichtiger und wenig beachteter Aspekt
      In den 70ern wurden – für DDR-Verhältnisse – sehr große Devisenmengen, an die DKP weitergereicht, die diese u.a. für die Arbeit in der damaligen Jugendbewegung (Selbstverwaltete Jugendzentren, Pfingsttreffen, etc.) eingesetzt hat. Von der langfristigen Wirkung her betrachtet eine kluge Entscheidung …

    • @Otto Moser
      Genau DAS ist die Wahrheit. Und so wird der Schaden durch die GrünLinken immer größer in D, vielleicht sogar irreparabel.
      Und niemand von den Etablierten will oder kann das sehen.
      Es ist traurig.
      Übrigens: was die Grünen geschafft haben an Meinungsbildung, und das mit mal zehn Prozent, das ist unvorstellbar.
      Die konservativen Kräften waren die letzten zwanzig Jahre gelähmt, wie im Tiefschlaf.

  65. Good morning...
    … France, USA, Russia,UK,Middle East,Deutschland und Swiss
    werden die Gäste hier mit einer kleinen Zeitung mit neuesten Nachrichten begrüßt an der Rezeption.Trotz TV und IT.
    All inclusiv gibt es hier nicht. Alle sind nett und höflich, man grüßt sich und verabschiedet sich abends.Es gibt eine Kleiderordnung.Familien mit kleinen Kindern und viele junge Leute sind darunter. Uns gefällt es und es kommt mir der Gedanke, wie schön könnte das Zusammenleben sein…

    Ganze 3 Kopftücher habe ich gesehen, Herr von der Bellen.(bei Gästen)Ich bin auf Djerba.Vom Spa bis zur Rezeption alle ohne, die Djerbafrauen.

    Gleich kommt das Taxi und ich muss leider zurück. Habe auf 3sat das Alpenpanorama gesehen… brrr…

  66. Was kommt nach den 68ern?
    … der Beitrag ist sicherlich sehr ehrlich, sowohl bzgl. des tatsächlichen Verhaltens vieler 68er und des Feindbildes – die müssen tatsächlich für eine Menge herhalten.

    Was mich fasziniert: ich glaube, es ist noch nicht klar, was nach den 68ern kommt. Ich frage mich, ob wir nicht gerade den Kampf um die Nachfolge erleben zwischen verschiedenen Kräften.

    Total spannend: meine französischen, stramm linken Freunde. Manche dieser werden sich tatsächlich im 2. Tour enthalten (und damit für le Pen stimmen), statt dem Pragmatiker Macron zu helfen. Weil der sich angeblich nicht an die Ideal des französischen Mai 1968 hält.

    Wahnsinn!! Wer so handelt, hat doch schon verloren. Denen bricht „ihr“ Land weg und es fällt ihnen nichts Besseres ein, als wie die kleinen Kinder rum zu patzen.

    Waren auch die Leute so, welche die 68er ersetzen wollten?

    • ... das ist nicht Wahnsinn..
      … sondern Konsequenz; der echte Fanatiker handelt immer so und immer mit irgendeiner Begründung und dass wir ebenfalls solche Leute haufenweise haben (und nicht nur, wo sie an sich hingehören, im Kuhstall, beim Pflasterlegen oder Schlammbaggern) verdanken wir halt der Bildungskatastophe, wo man mit solchen Einstellungen und Fähigkeiten heute sogar ein Diplom-für-irgendwas erwerben und Chefredakteur einer überregionalen Tageszeitung werden kann.

  67. Verweigerung und Eskapismus
    …waren meine chice Antwort auf den verachteten Anpassungsdruck. Auch oder gerade während der 60er. Nur in anderer Richtung.
    Nicht so verrückt nach Jungs, aber für das richtige Gardenien Parfum hätte ich halb Europa abklappern können. Nie soviel gelesen und eigene Schrullen gepflegt wie in jener Zeit.

    Beflügelt durch dieses Blog, gönne ich mir heute mal Toast Hawaii -mit echter Ananas und statt der Cocktailkirsche einem Teelöffel Feigensenf. Weiß ich, ist älter.
    Marabou Schokolade gibt es auch noch zu kaufen. Nur was wurde aus den Joghurts von Lünebest?

    • Oder baerenmarke-vertrieb.de tippen
      (lünebest.de funktioniert mit Umlaut.)

    • Lünebest ist der Erfinder des stichfesten Joghurts
      und gehört heute Hochwald Foods GmbH, die wiederum 100% zu Dingens gehören und gobalisiert und international Joghurt- und Milchprodukte unter das gemeine Erdenvolk schleudern. Nur lokal Lüneburg ist out. Kein Blumentopf mehr zu ergattern. Es lebe die Globalisierung des Joghurts!

    • wieso Lünebest
      Der Zott ist doch viel besser.

  68. Premiere: Erstmals dem Augsteinjunior zustimmen können
    Der schreibt nämlich:
    „Stellen wir uns mal vor, Angela Merkel hätte bei ihrem Amerika-Besuch neulich nach dem Treffen mit Trump einen Termin mit Vertretern von „Black Lives Matter“ gemacht um auf die desolate Lage vieler Schwarzer in den USA hinzuweisen. Ein abwegiger Gedanke. Aber Sigmar Gabriel hat bei seinem ersten Israel-Besuch in der neuen Rolle als Außenminister genau das getan: Nach seiner Verabredung mit Premierminister Benjamin „Bibi“ Netanyahu wollte sich Gabriel mit Vertretern von B’Tselem und Breaking the Silence treffen – das sind Organisationen, die sich mit Menschenrechtsverletzungen in den besetzten Gebieten beschäftigen. Ein Affront? Und wie!“
    .
    „Tapfer“ sei das, behauptet Augstein. Aber lesen wir seinen Text genau. Denn tatsächlich geht unsere geliebte Regierung nicht in die USA, um sich als moralisch überlegen zu demonstrieren (das zu erwarten „wäre abwegig“), sondern eben nach Israel. Schön, diese Erbärmlichkeit endlich einmal durch Augstein bestätigt zu wissen. Denn das heißt nichts anderes, als: Da wir den Mut nicht haben, in den USA auf moralisch dicke Hose zu machen, rotzen wir eben gegen Israel. Das ist kostenlos, das ist feige, das passt zu uns.
    .
    Gabriel ist ein kleiner dicker Junge, der tüchtig angeben will. Weil er sich an die starken Jungs auf dem Schulhof natürlich nicht heran wagt, vergreift er sich an kleinere und hält sich für einen ganz tollen Hecht. Andere arme Würstchen à al Augstein applaudieren ihm.

    • fishing for compliments?
      können Sie gerne haben, Herr@denkfehler. Ihr Nick naja, Ihren Gedanken stimme ich zu. Kompliment dazu.
      Gabriels lapsus war beabsichtigt.

  69. Kriegserinnerungen
    Werter Don,

    ein wunderschöner Text.

    Einen Aspekt möchte ich beitragen: früher, als es noch richtige Nazis gab, schwelgten die Älteren in den Kriegserinnerungen, so im Sinne von ‚damals, als wir es den Russen im Abschnitt….‘. Heute erzählen sich die Alt-68er ihre Geschichten, also die aus ihren Kämpfen, so im Sinne von ‚damals, in Frankfurt, beim Kampf um die Häuser in, da habe ich dem Polizisten ….‘.

    Aber man darf sie nicht auf diese Übereinstimmung hinweisen.

    PS: ‚früher als es noch richtige Nazis gab‘ – eine sehr schöne Formulierung, die ich in meinen Sprachvorrat übernehmen werde (natürlich ohne Quellenangabe, ich will ja auch mal Eindruck schinden). Sie gestatten?

  70. Feindbilder
    Ist es nicht ein bißchen zu bequem, einer Gruppe von fehlgeleiteten, politisierten Mitmenschen aus der Zeit von vor 50 Jahren eine Urschuld an den heutigen staatlichen und poltitischen Problemen zuzuschreiben?

    Genauso könnte man den ehemaligen Kanzler Kohl, der praktisch gar keine Politik betrieb, sondern für sein Aussitzen weltweit bekannt wurde, nahezu alle politischen Verfehlungen der letzten 30 Jahre zuschreiben. In der Kohl-Ära passierte quasi nichts fortschrittliches, als die Bundestagswahl zu seiner Abwahl wegen Nichtstuns anstand, rebellierte das DDR-Volk und Kohl strich die Ernte der Vereinigung beider deutscher Staaten ein, ohne jemals geistig gesät zu haben.
    Und nebenbei besorgte er auch noch das Volkseigentum für seine Parteifreunde, wie auch alle wichtigen Posten der nun wiedervereinigten Bundesrepublik.

    Das merkte die Merkel schnell und ging in die Partei der Pfründeverteilung und Seilschaftenüberwachung. Dort lernte sie, wie Aussitzen und Regierungsschauspiel ohne Sinn und Verstand funktioniert.

    Man wünschte sich, sie hätte mal die Mao-Bibel gelesen. Dann hätten wir heute viele Probleme nicht, die wir aber leider haben, weil ein verqueres „christliches“ Weltbild den Verstand blockiert. Hier sehe ich nicht nur die Schuld des Chulzzuges, sondern auch der sich christlich gerierenden Partei. Von FDP und GRÜNEN ganz zu schweigen.

    Im Gegensatz zu vielen Vorkommentatoren finde ich den ironisch gemeinten Kopftuchvergleich leider fehlgeschlagen.
    Der männliche Kopftuchträger der Alt-68er Generation spürt mit dem Kopftuch doch dem revolutionären Geist seiner verlorenen Jugend nach und trägt das Kopftuch wie Margot Honnecker ihre bläulich gefärbten Haare, das ist/war halt schick, hat aber mit der Zugehörigkeit zu menschengefährdenden, radikalterroristischen Religionsbekenntnissen nichts zu tun.

    Selbst Sympathisanten der RAF konnten damals (1968) tierliebend und gewaltfrei sein. Das schloss sich nicht aus.
    Der große, mächtige Feind war die allzu fromme Denkungsart, die in ihrer Biederkeit zu den bekannten Ereignissen und handelnden politischen Personen von 1933 bis 1945 führte. Und von denen, die damals entweder mitmachten und sich plötzlich an nichts mehr erinnern konnten, oder die Kinder und Jugend in den Krieg bis zum Endsieg schickten, lebten 1968 noch eine ganze Menge.

    Man stelle sich heute einmal vor, ein einst bekennender Hitler-Anhänger und sich in seiner Jugend nur der Lehre des Nationalsozialismus gewidmet habender intelligenter Mensch würde heute Kanzlerkandidat werden wollen: Das wäre undenkbar.
    Franz Josef Strauss wurde in der NAPOLA erzogen und wäre sogar für die AfD heutzutage wohl untragbar. (Ebenso wie sein „Feind“ Herbert Wehner, der sich in seiner Exilzeit in Moskau unter Stalin wohl auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat.)

    Wer war in der Bundesrepublik – selbst in den 1980er Jahren – noch alles mit einer NSDAP-Mitgliedschaft ausgestattet und konnte es sich gefahrlos in Amt und Würden gut gehen lassen und spätere Pensionen in fürstlicher Höhe geniessen?

    Die 68er waren notwendig, und heute die Folgen zu bejammern, bzw. diese jener Generation zuzuschreiben, halte ich für wohlfeil.
    Die Analyse der Vergangenheit soll uns ja nicht wie das Kanninchen auf die Schlange starren lassen, sondern uns befähigen, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und unsere heutigen Handlunsprämissen daran auszurichten.

    Und wenn das Asylgesetz nur noch auf 1% der Asylsuchenden angewandt werden kann, und es nirgendwo auf der Welt aufgrund dieses Gesetzes eine derartig unkontrollierte Zuwanderung wie nach Deutschland gibt, so macht es keinen Sinn, sich hinzusetzten und abgefeimte Artikel über die Alt-68er zu verfassen, nein, dann muss man etwas ändern, bzw. so wählen, dass sich etwas ändert.

    Das Stochern in der Vergangenheit führt zu keiner Änderung der Gegenwart. Die Bennenung des Problems bzw. einer Ursache führt noch nicht zur Bekämpfung der Fehlentwicklung. Erst wenn sich Handlungen und Aktionen daraus ergeben, erfährt die geistige Vorarbeit einen Sinn.

    Wenn Toleranz nicht zu einem besseren Zusammenleben der Religionen führt, sondern zur Ausgrenzung von „Ungläubigen“, Andersdenkenden und zur Diktaturzustimmung in aufstrebenden Nationen, dann muss eben Schluß sein mit dieser falsch verstandenen Toleranz und es muss mit Gesetzen und deren strenger Überwachung wieder die Freiheit in unserem land von Religionsnazis mit Kopftüchern, Burkas u.s.w. erstritten werden.

    Wenn Diebstähle und Gewalttaten von rundum versorgten und bezahlten fremdländischen Gästen ausgeübt werden, so haben diese hier das Gastrecht (Aufenthaltsrecht) verwirkt und gehören unter allen Umständen sofort wieder in ihr Heimatland zurückgeführt und sollten nicht noch mit rechtsstaatlichen Wohltaten bis in alle Ewigkeit verwöhnt werden.

    Ebenso muss unser Staat seine Staatsangehörigkeit nicht verschenken. Jedes andere Industrieland hat wesentlich strengere Kriterien zur Vergabe der Staatszugehörigkeit.

    Man kann an der Grenze – sofern man noch bereit ist, so etwas wie eine Staatsgrenze zu installieren – Menschen einlassen, zurückhalten, aussortieren und auch zurückweisen. Dieses Recht hat heute jeder Staat, aber auch Arbeitgeber, Geschäftsleute, Wohnungsbesitzer und auch Wohnungsmieter in seinem Territorium. In der Vergangenheit hat sich das durchaus bewährt und auch sehr gut funktioniert.

    Das hat meiner Meinung nach nichts mit Gaskammern oder der Mißachtung von Menschenrechten zu tun!

    Ähnliches kann man übrigens in den „Worten des großen Vorsitzenden“, genannt „Mao-Bibel“, auch nachlesen.

    • Alles wahr, aber
      dieses 68 ist genau die Sicht, die die heutigen Profiteure jener Bewegung pflegen und verbreiten, leider auch Sie und Don. Das mag bayerischer Erfahrung entsprechen. Im sozialdemokratischen Hessen sah das anders aus. Außer zwei Studienräten gabe es bei uns keine Nazis oder Sympatisanten. Der Direktor war in der Nazizeit Emigrant in England gewesen, mein Deutschlehrer Adorno-Schüler. Uns hat man zum Auschwitz-Prozess geschickt. Dass es vor allem gegen den Faschismus der Eltern ging, gehört zur Legende der 68er: Die 68er Franzosen etwa, die Avantgarde der Bewegung, mussten keineswegs Vergangenheitsbewältigung betreiben. Die üblen Seiten von damals wären auch ohne die totalitären Stumpfsinn der Kulturrevolutionäre geschwunden. Ich weiß wovon ich rede, habe damals die Unis in Frankfurt und Marburg durchlebt. München war brav, glaube ich.

    • D'accord
      Bin da ganz bei Ihnen. Deutschland muss über sein „Hausrecht“ den, UNSEREN im GG innewohnenden Werten wieder Geltung verschaffen. „“Und zwar im Sinne des „Erfinders“!““

      Es ist allerdings zu bedenken, dass eine nicht unerhebliche Anzahl „Wähler“ -über ein „regional beschränktes“ Wahlrecht verfügen und die Parteien wählen werden, die ihre Interessen vertreten. Das sind dann nicht zwingend Interessen der SCHON-LÄNGER-HIER-SEIENDEN.
      Zudem haben viele Jungwähler eine ganz andere Auffassung über Asyl und Migration. Sie sind -wenn nicht durch das Elternhaus- dann durch die Schule und Uni entsprechend gesellschaftspolitisch „aufgeklärt/gebildet/geprägt/sozialisiert“ worden. Ich erlebe das in unerfreulichen Diskussionen mit meinen Kindern. Ergebnis jahrelanger „faktenbasierter“ Beschulung.

      Mittlerweile komme ich immer häufiger in Situationen, wo mir schon länger hier seiende Mitmenschen auf der Straße in einem belanglos beginnenden Gespräch mitteilen, dass sich die Atmosphäre in unserem Land, in meiner schwarz- gelben Stadt, gravierend zum Schlechten verändert. Da wünsche ich mir inniglich, dass sich dieses Grundgefühl bei jedem Einzelnen in der Wahlkabine seines Vertrauens Luft macht.
      Ich habe mir vorgenommen, die Wahl in Dortmund aus einer anderen Perspektive zu begleiten und bin am 14. als Wahlhelfer aktiv.

  71. 1968 - kein ruhmreiches Jahr der Politik
    Einführungsgesetz zum Ordnungswidrigkeitengesetz EGOWiG / Dreher-Gesetz
    Einstellung des Reichssicherheitshauptamtverfahrens

    Mörder oder Mordgehilfen? Nach 1945 wurden Mordgehilfen freigesprochen. 1968 dann das Gesetz, nachdem solche Taten: Erschießung von Partisanen/Zivilisten als verjährt eingestuft werden, das durch alle Parteien unbemerkt durchgewinkt wurde zu Zeiten der Studentenrevolten und bedeutete: Generalamnestie für die Täter.

    Da hat man wohl beim Freiheitskampf gepennt. Schönes Schurkenstück. „Der Fall Pollini“ von F. Schirach

  72. Klein-Berlin in Schwaben
    Ich bin in Bad Homburg vor der Höhe geboren und in Ulm an der Donau aufgewachsen. In einem Stadtteil, der von der Firma Telefunken gebaut worden war, die kurz davor mitsamt ihren Angestellten von Berlin nach Ulm umgezogen war. Weil da vom leitenten Angestellten und Erfinder bis zum Lagerarbeiter alles dabei war, gabe es Villenviertel und „soziale Brennpukte“ im Abstand von 100m. Die Hochhäuser, die dort standen, nannte man (und nennt man immer noch, weiss aber nicht warum): „Preussensilos“.
    Mein Vater war 1956 aus Russland zurückgekommen, wo man ihn 1948 wegen „antisozialistischer Hetze“ hingeschickt hatte. Meine Mutter war aus dem Harz und arbeitete in der Lungenheilstätte in Oberhöchstädt, sollte aber in die DDR „ausgewiesen“ werden, weil sie keine „nachvollziehbaren Gründe“ vorgebracht hatte, um eine dauerhafte Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis in der BRD zu bekommen. Dem entzog sie sich durch Heirat meines Vaters, der als politisch Verfolgter galt, und deshalb ein Aufenthaltsrecht in der BRD hatte. Der hatte sich in Russland TBC geholt und war deshalb Patient in dieser Lungenheilstätte.
    Die Stadt Ulm in Baden Württemberg wird durch die Donau von Neu-Ulm in Bayern getrennt, wodurch in Ulm eine ziemliche Mischpopulation aus Bayern, Preussen und Schwaben entstand („Was ist schlimmer als Cholera: Von d’r Alb ra“).
    Während der 68-er war ich Teenie und zu jung, das alles zu verstehen. Wir haben einfach alles nachgemacht, was die „Grossen“ uns vorgemacht haben.
    Später bin ich dann über „Links“ zu „Grün“ geworden und dann vom Glauben abgefallen, als die Grünen immer mehr links-autoritär wurden.
    Ich finde, das wichtigste über diese Zeit ist hier schon gesagt worden.
    Wenn noch etws fehlt, dann sind es die Narben und Wunden, die die zwei Weltkriege (an denen die Deutschen meiner Meinung nach in keinster Weise Schuld haben) in unserer Gesellschaft hinterlassen haben.
    Die erste Traumatisierung ist das Nicht-Ertragen-Können von Ruhe. Wenn man aus dem Ausland hierher kommt, fällt einem auf, dass überall die Fetzen fliegen. Genauso war es früher bei uns zuhause, bei den Eltern, in der Nachbarschaft.
    Ich glaube, dass jemand, der kurz nach dem Ersten Weltkrieg geboren wurde (meine Eltern 1919 und 1920), dann die Zeit der Deutschen Geiselhaft miterleben musste, in der man in totaler Wehrlosigkeit für die Kosten eines Krieges einstehen musste, mit dem man nichts zu tun hatte, dann den Aufstand dagegen, den nächsten Krieg, die Zeit danach, kurz: wer fast sein ganzes Leben in einer Art Krieg verbracht hat, für den bedeutet „Ruhe“ soetwas wie die „Ruhe nach der Schlacht“.
    Die Ruhe, wenn man den Kopf aus dem Graben hebt und sieht, das um einen herum alles tot ist. Diese für sie „tödliche“ Ruhe haben die Alten, die Kriegsgeneration, versucht zu vermeiden, indem sie zum Beispiel „leidenschaftlich“ gestritten haben. Vor dieser „Totenstille“ hatten sie einfach Angst. Das kann leicht mit einem angeblich aggressiven Zug in den Deutschen verwechselt werden, den die Antideutschen unter uns als Beweis für die kriegerische Mentalität unserer Altvorderen missbrauchen.
    Diese antideutschen Schuldmasochisten sind die zweite hochpathologische Reaktion auf die Kriegsereignisse. Sie sind Träger eines gesellschaftlichen Stockholmsyndroms, sie haben sich mit den Tätern, den Besatzern, den Plünderern, solidarisiert und sehen die Welt aus deren Brille. Das sind für mich die 68er, die in dieser Zeit nach oben gespült wurden. Deren Neurose erfüllt die Bedürfnisse der anderen Kriegsteilnehmer, die sich weiterhin ungestört als Helden zelebrieren dürfen. Deshalb werden sie natürlich von vielen gefördert und sonnen sich im Glanze ihres vermeintlichen Antifaschismus.

    Ein kleines Beispiel für die Scjhizophrenität unerer Geschichtsschreibung ist die Britische Hungerblockade im Ersten Weltkrieg. Die wurde selbst von den Verbündeten der Engländer als völkerrechtswidrig angesehen. Als nach dem Waffenstillstand vom 11.11.1918 diese nicht eingestellt, sondern noch intensiviert wuirde, starben auf den Strassen des Deutschen Reiches 3000 Frauen und Kinder PRO TAG. Natürlich musste die neue Regierung den sogenannten „Vertrag von Versailles“ unterzeichnen, wieviel Millionen Tote hätte sie noch abwarten sollen. Dass man aber ein Papier, dass unter der Drohung der Fortführung eines Genozides gegen die Zivilbevölkerung unterzeichnen musste, heute noch als „Vertrag“ bezeichnet wird und unsere derzeitige Bundeskanzlerin sich einst damit brüstete, gerde die letzte Rate dieses „Vertrages“ bezahlt zu haben, ist eines dieser Zeichen, dass unsere Verangenheit auch nicht annähernd irgendwie „aufgearbeitet“ wurde. Kein Vertrag, der mit der Pistole am Kopf unterzeichnet wurde, begründet irgendwelche Verpflichtungen, von „Genozid“, der nur deshalb nicht so bezeichnet wird, weil es damals dieses Wort noch nicht gab, ganz zu schweigen.
    Wenn man hinter die Fassaden unserer heutigen Geschichtsschreibung schaut, dann steckt nichts als Pathologie dahinter, und zwar sowohl bei den falschen Schuldigen als auch bei den falschen Helden. Das ist, was unsere Gesellschaft wirklich bedroht. Daran wird sie scheitern. Ausser sie arbeitet es wirklich auf.

    • Gegenteile sind auch oft daneben
      Punkt 1: Am zweiten WELTkrieg ist Hitler schuld.
      Ein Krieg gegen lediglich die Franzosen hätte auch unter einem anderen Staatschef passieren können wegen des Vertrags von Versailles. An der Operation Lebensraum im Osten mit nachfolgender Vernichtung von mindestens 3 Mio dort ansässigen Ostjuden ist das Hitlerregime schuld, keine Frage. Selbiges hat in Russland in den ersten Kriegsjahren mindestens 9 Mio russische Soldaten und Bevölkerung getötet und legte nach der Niederlage in Stalingrad noch eine Scheibe drauf (Göbbels, Kristallpalastrede), statt zu kapitulieren, was besser gewesen wäre. Göbbels‘ totaler Krieg bedeutete, dass die Leute hungern mussten für die Frontsoldaten, ganz ohne Briten. Die Besetzung von Leningrad, Putins Geburtsort, sollten Sie nachlesen, dort sind noch mehr Leute verhungert.

      Punkt 2: Der erste Weltkrieg wird heute nachdenklich behandelt, und ein Umdenken ist zugange. Weiterführende Literatur: „Die Schlafwandler“, gutes Buch.

      Sie tun gerade so, als wäre Deutschland ein Unschuldslamm. Natürlich ist manche Ausrede heutzutage via Schuld (mit Ausnahme des Holocaust) übertrieben. Aber hier scheint es sich um das Stockholm-Syndrom zu handeln, masochistische Liebe zur Selbstbezichtigung, die auch lange zurückliegende Zeiten wie Kolonialismus oder Sklaverei, an der sicherlich mehrere Länder der OIC viel mehr Anteil hatten (so wie heute die Schlepper) als zum Beispiel Deutschland, beinhaltet.

      Aber das Gegenteil ist auch deutlich daneben. Die Instrumentalisierung ist es, die Probleme bereiten, das Dauerkreisen als Ausrede für Unfähigkeit.

    • @ Thomas Marx,
      wie soll je eine ehrliche „Aufarbeitung“ des deutsch-französischen Verhältnisses vonstatten gehen wenn dem (überhaupt noch lesenden)Deutschen Presseartikel in die Birne geflößt werden, wie dieser heute im Mutterkutter von dieser Livia Gerster (Wie sage ich´s meinem Kind?=> Was Frankreich für uns bedeutet). Ein Volksschüler (ja so hieß die damals) in der 8. Klasse, der im Geschichtsunterricht aufgepasst hatte, wäre angesichts des Artikel entweder in Tränen oder Gelächter ausgebrochen.
      .
      Wenigsten hat man im Artikel nachträglich die Zahl der Toten wieder in den „Grande Guerre“, also den 1. Weltkrieg zurückbefördert.
      .
      Nur nebenbei, es gab bei der Besetzung Verduns am 16. Juni 1940 durch die 16. Armee (GFM Busch) bei „Fall ROT“ im Juni auch einige Gefallene auf beiden Seiten.
      (DdH)

    • Diesel im Nebel
      In diesem Zusammenhang will ich an Rudolf Diesel erinnern. Sowohl deutsche Agenten als auch Vertreter der Ölindustrie könnten an seiner Ermordung Interesse gehabt haben. Da liegt noch viel Nebel über WWI und der Zeit des Maschinen- und Technikwachstums davor.
      Es war praktisch, dass Diesel zuweilen depressiv war und Geldsorgen hatte. Aber ein Selbstmörder legt nicht feierlich seine Uhr ab. Kein Selbstmörder ist dermaßen ordentlich und springt dann. Und wenn er schon so ordentlich ist, schreibt er doch wenigstens einen Abschiedsbrief.
      Interessant ist noch, wie ordentlich die Mörder sein Jackett an Bord hinlegten, damit auch klar war, dass er weg war und tot. Hätte ja sein können, dass man die Leiche, die zehn Tage später gefunden wurde, gar nicht findet.
      http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/sonntag/wie-rudolf-diesel-starb-der-antrieb-des-herrn-diesel/8822940.html

    • Danke
      Da hab ich ein paar wesentliche Details gelesen.
      Und wurde nicht der Waffenstillstand auf Grudnlage von Mr Wilsons netten Plaudereien (Selbstbestimmungsrecht…) geschlossen?
      Wie sah das ein paar Jahre später aus?

  73. Bequemlichkeitsverblödete
    Manche glauben , dass uns in 5-10 Jahren viele um das bunte
    Deutschland beneiden werden! Vor allem die Bequemlichkeitsverblödeten.
    Ich glaube so etwas definitiv nicht, und werde das dann gerne von
    der Ferne aus betrachten.

    P.s.: nicht vergessen – Währungsreformen werden grundsätzlich am
    Wochenende durchgeführt!

  74. @Gnadenbrot
    Was Kohl betrifft, habe ich selbst 1968 eine andere Erfahrung gemacht. Alle Linken, von SPD bis Trotzkisten und Maoisten haben mich in Versammlungen ausgelacht. Frauen, vor allem Rothaarige und so junge wie ich damals, waren nur zum Knutschen da und nicht zum Mitdenken. Im Gegensatz dazu: Kohl sagte den lokalen CDU Granden, die meine Handhebung ignorierten: ‚Da hinten, die junge Dame im grünen Kleid möchte etwas sagen.‘ Da mussten die lokalen Herren mich reden lassen, Kohl hörte geduldig zu und antwortete ausgiebig. Um was es ging, habe ich längst vergessen. Aber dass er mich als damals 19 jährige ernst genommen hat, im Gegensatz zu solchen Zeitgenossen wie sein Nachfolger Schröder, werde ich nie vergessen.

  75. 68er Vergangenheitsbewältigung (oder: wieviel Scheisse wirkt noch nach?)
    Nein, von mir gibt es dazu keine Antwort. Tutmirleid.
    Wie stark das Schuldbeben der 68er, bzw. der 68er-Brut, noch in die heutige Zeit nachwirkt (nach der nach oben offenen deutschen Schuldbebenskala) weiß ich nicht und will und kann ich auch nicht beurteilen. Soviel Wissen um diese Zeit, die Kenntnis der gesellschaftspolitischen Entwicklungen daraus, die Generierung eines Fazits und/oder Kommentars darüber, das maase ich mir nicht an. Never. Zu komplex, zu viele Stellschrauben und Parameter m.E.

    Mir macht gerade die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung dieses Landes mehr zu schaffen. Lt. neuesten Umfragen liegt die vereinigte Sozialsystemaushöhlungswillkommenskamarilla bei 80-85% Zustimmung. Immer noch. Nicht gut.
    Ich werde im Sept. 2017 für alle die es wissen wollen oder auch nicht wissen wollen den ausgefüllten Wahlzettel in der Wahlkabine neben einer akt. FAS legen und abfotografieren. Vielleicht nehme ich auch eine ungelesene BAMS, je nachdem welche Sonntagsschlagseite prägnanter ist. Ciao.

  76. Davidstern
    Werter Don, warum hast du nicht ein klein Wenig darob sinniert? Beim Davidstern unter den Nazis handelte es sich um ein von außen auferlegtes Zwangserkennungszeichen. Wogegen der Koran nur maßvolle Kleidung ohne Spezifika vorschreibt, wird dies von manchen der Religion, also organisationsintern, so interpretiert, dass ein Kopftuch zu tragen sei. Bei dem Solidaritätsaufruf des österreichischen Staatsoberhaupts ginge es also darum, dass man sich für eine bestimmte Teilgruppe einer Religion solidarisch erklärt und sie unterstütze. Wie kann man ein organisationsinternes Symbol mit einem externen zwangsauferlegtem gleichsetzen?

    • Die Wirkung ist ähnlich: Differenz ...
      … und wie uns hier ein Zeitgenosse täglich einhämmert, auf die Einheit der Differenzen komme es an (wahlweise auf die Differenz von Einheiten).

  77. Nicht gemeint
    waren und sind mit den ehemaligen Nazis, gegen die der heroische Kampf der 68 geführt wurde, die Amnesiekünstler, Nobelpreisträger Günter Grass, der linksliberale Demagoge Walter Jens, Günter Eich, der damals auf allen Kanälen war und den wir in der Schule lesen mussten (er hatte für „Das innere Reich“ geschrieben und war dann wie die beiden anderen prominentes Mitglied der Gruppe 47). Auch das christliche Vergeben war und ist selektiv.

  78. Was wollten die revolutionären 68-er wirklich?
    Mein Abitur liegt vor 50 Jahre zurück. Rückblickend frage ich mich, wer damals vom Abitursjahrgang 1967 unseres Gymnasiums zu den revolutionären „68-ern“ gehörte? Vermutlich bin ich der einzige. Die anderen haben meist kein anderes Leben als ihre Eltern gelebt.

    Einer meiner ehemaligen Klassenkameraden, der allerdings nicht das Abitur schaffte, hatte zum Lebensmotto: „Sex and Drugs and Rock ’n‘ Roll“. Wäre er damals Student gewesen, so hätte er sich wahrscheinlich – wie viele andere – zu den „68-ern“ gezählt, obwohl er nur ein konsumorientierter, kleinbürgerlicher Anarchist und letztendlich Sozialparasit gewesen war, welcher die permissive Liberalisierung genoss.

    Viele zählten sich zu den 68-ern, weil sie die Konformitäts- und Leistungszwänge – insbesondere die repressive Sexualmoral – ablehnten und das normale Leben als langweilig empfanden.

    Aber anders als die politischen 68-er engagierten sie sich nicht in der APO. Der Kampf gegen die Notstandsgesetzgebung zur Bewahrung des Grundgesetzes interessierte sie nicht.

    Für mich ist die 68-er-Zeit nicht nur mit der Revolte gegen die alten Strukturen, sondern vor allem mit der Entwicklung eines neuen Bewusstseins verbunden.

    In unserem Gymnasium wurden wir bewusstseinsmäßig unter einer Art Käseglocke gehalten. Die deutsche Klassik wurde idealisiert. Kant, Goethe, Schiller etc. wurden in einer Art gelesen, so als wäre dies alles noch aktuell, so als ob wir uns in einem Entwicklungsprozess zur bürgerlichen Gesellschaft befänden. Die Weltkriege und der Faschismus existierten unter dieser Käseglocke nicht, genauso wenig wie Marxismus und Psychoanalyse. Wir erfuhren nichts über die existierende Klassengesellschaft und Klassenherrschaft, nichts über die Funktionsweise des herrschenden Wirtschaftssystems und nichts über den US-Imperialismus. Das Wort „Kapitalismus“ wurde nicht ausgesprochen, wir hätten auch nicht erklären können, was mit diesem Begriff gemeint war. Über den Kommunismus wussten wir nur, dass es sich um eine Diktatur handelt, welche den Menschen die Freiheit nimmt, in welcher Gleichmacherei herrscht und welche unfähig zur Entwicklung allgemeinen Wohlstands ist. Und dass der Kommunismus uns bedroht und die USA und NATO uns davor schützen.

    „68“ ist für mich vor allem Befreiung aus unbegriffenen gesellschaftlichen Zusammenhängen. Das entwickelte sich bereits in der APO-Zeit, als namhafte Autoritäten ihre Argumente gegen die Notstandsgesetzgebung vorbrachten.

    Vor allem die Intellektuellen aus dem SDS spielten in der Entwicklung eines kritischen Gesellschaftsverständnisses eine entscheidende Rolle. Der SDS war der „Thinktank“ von kritischen Intellektuellen. Rudi Dutschke und Hans-Jürgen Krahl waren die führenden Persönlichkeiten in der Studentenbewegung, Krahl war der „Klügste von uns allen“(Dutschke).

    Worum ging es diesen „68-ern“? Es ging um die Befreiung von Verhältnissen, in denen der Mensch ein beleidigtes, ein erniedrigtes, ein geknechtetes Wesen ist.

    Entscheidend war das Aufzeigen jener Differenz zwischen dem gesellschaftlichen Verhältnissen, die durch ausbeuterische Herrschaft aufrechterhalten werden und jenen, die vom Stand der „Produktivkräfte“, also von der wissenschaftlich-technischen Entwicklung her möglich wären.

    Gesellschaftlicher Fortschritt war keine Utopie mehr, so der Bewusstseinsstand der kritischen Intelligenz, sondern wurde verhindert von einem reaktionären Establishment.

    Ich habe bereits auf Oswald von Nell-Breuning (1880 – 1991) hingewiesen, einen katholischen Theologen, Nationalökonomen und Sozialphilosophen, der als der „Nestor der katholischen Soziallehre“ gilt

    Der Ökonom Prof. Heinz-J. Bontrup schrieb dazu:
    „Der herausragende deutsche Ökonom Oswald von Nell Breuning forderte schon in den 1960er Jahren die 10-Stunden-Woche als er schrieb: „Auch die heutigen Schritte sind nicht kampflos vor sich gegangen. Aber ich denke nicht an die 35-Stunden-Woche, auch nicht an die 24-Stunden-Woche. Ich denke an eine viel weiter gehende Arbeitszeitverkürzung. Ich stelle mir vor, daß wir dahin kommen werden, daß zur Deckung des gesamten Bedarfs an produzierten Konsumgütern ein Tag in der Woche mehr als ausreicht.“

    Die kritische Intelligenz hatte begriffen, dass die Abschaffung bzw. Reduzierung des Lohnarbeitssklavensystems keine Utopie mehr ist, sondern reale Möglichkeit.

    Dieses Bewusstsein über die reale Möglichkeit einer Transformation zu einer glücklichen Gesellschaft mit mehr individueller Freiheit, mehr Wohlstand und humanistischer Kultur zeichnet die „echten“ 68-er aus, welche Marcuse, Krahl, Richta etc. gelesen und verstanden hat.

    Aber wer von den Post-68-er Generationen kennt Herbert Marcuse, Hans-Jürgen Krahl oder Radovan Richta, wer weiß, was diese geschrieben haben?

    Im TINA-Deutschland erfährt man den Hochschulen und in den Massenmedien nichts darüber. Das ist die größte Niederlage der 68-er, nämlich dass es ihnen nicht gelungen ist, ihr kritisches Wissen im Wissenschaftsprozess zu verankern.

    Über Richta, jenen Theoretiker der wissenschaftlich-technischen Revolution, gibt es noch nicht einmal einen deutschsprachigen Eintrag in Wikipedia.

    Welcher Intellektuelle, welche Intellektuelle repräsentiert denn heute noch ein emanzipatorisches Wissen, wie z.B. der genannte Oswald von Nell Breuning?

    Der Kapitalismus hat die Triebstruktur so verändert, dass die Menschen bewusstseinsmäßig vertiert sind. Sie haben kein Bewusstsein mehr von der Möglichkeit des Andersseins. Und kein Bedürfnis danach.

    Alles TINA.

    • Herr v. Goslar - sorry, man muss schon gucken, dass man Anschschluss hält - die
      Zeit selber rast, und wartet auf keinen.

      Der „Blätterteig der Zeit“ (Enzensberger) ist freilich so komplex, dass man mit Fragen, wie Sie sie hier aufwerfen, sehr schnell doch wieder bei Goethe herauskommen kann: „Einer neuen wahrheit ist nicht schädlicher, als in alter Irrthum.“ Oder bei Diderot.

      Was sich erledigt hat, sind diese Frontalangriffe auf ein Zeitalter als Ganzes. 68 hatte halt auch eine präpotente und unreife und unzurechnungsfähige Seite.

      Sehr gute Bilanzen sind „Tumult“ von Enzensberger und „Rebellion und Wahn“ von Peter Schneider.

      Unverzichtbar, um das ganze zu verstehen, war mir „Mittelmaß und Wahn“, und „Zickzack“ (dort der Aufsatz über den „Blätterteig der Zeit“) und insbesondere ein kleines Bändchen mit Gedichten von Enzensberger: „Die Furie des Verschwindens“.

      Die aktuellen Großwerke scheinen mir von einem Leien verfasst: Thilo Sarrazin (der ist in vielem sehr nah bei Nell-Breuning). Zudem Robert Putnam und Charles Murray, sowie Paul Collier. Die behandeln alle das Zuzüger-Thema. Dazu die „Versuche über den Unfrieden“ von Enzensberger, das hat man zackzack durch, und „Das Migrationsproblem“ von Rolf Peter Sieferle.

      Sowie alle Bücher von Tom Wolfe (gleich anfangen mit Back to Blood, das – aus naheliegenden Gründen (…), auch in der deutschen Übersetzung so heißt, fast alles von Martin Walser, insbesondre die Aufsätze und die Romane ab „Brandung“, und alle von Jonathan Franzen, sowie die „Trilogie des laufenden Schwachsinns“ von Eckhardt Henscheid.

    • In zehn Stunden für alle schaffen Sie das , was benötigt wird ?
      .
      .

      . Oh, edler Elfenbeinturm.
      Haben Sie je in der Wirtschaft gearbeitet, an organisierender Stelle, oder in Zusammenarbeit mit solchen Leuten ?

      Ich halte auch nichts von Exportweltmeisterschaft für Targetsalden, ber das ist mir wirklich zu weltfremd.

      Richta, mhmhm .

      Nein, ich zitiere mich selbst –

      heute noch dieser Bewegung nachzutrenzen, ist lächerlich und verirrt .

    • Der ewige Sonntag
      „For many ages to come the old Adam will be so strong in us that everybody will need to do some work if he is to be contented. We shall do more things for ourselves than is usual with the rich to-day, only too glad to have small duties and tasks and routines. But beyond this, we shall endeavour to spread the bread thin on the butter-to make what work there is still to be done to be as widely shared as possible. Three-hour shifts or a fifteen-hour week may put off the problem for a great while. For three hours a day is quite enough to satisfy the old Adam in most of us!“

      Also schrieb John Maynard Keynes in 1930.

      Um 1960 herum glaubten wiederum noch ganz andere, den Westen auf Grund ihres nationalökonomischen Produktivwachstums bald zu überholen ohne ihn einzuholen. So waren die Zeiten, in denen die Zukunft noch besser war.

      Ist es nicht merkwürdig, dass J.M.Keynes, gerade den alten Adam bemüht, jemanden, den man sich gern als Müßiggänger im Garten Eden vorstellt, zweifellos eher Konsument als Produzent und sicher nicht an seiner eigenen Emanzipation interessiert? War es nicht Adam oder vielmehr das Volk bis zu Adam, dass vielleicht 3 Stunden am Tag jagte und sammelte, dabei allerdings auch nicht zu 7Mrd an der Zahl, dicht gedrängt in Megastädten lebte?

      Keynes sah im technischen Fortschritt den Katalysator für unser aller Arbeitslosigkeit. Das betrachten wir freilich heute eher mit gemischten Gefühlen. Soll man tatsächlich die totale Wertlosigkeit der menschlichen Arbeit anstreben, die Obsoleszenz des Menschen für seine eigene Versorgung? In einem alten Reflex glauben einige dann gerne doch wieder an die Trennung von Geist und Körper und dass das eine edel und dem Menschen vorbehalten ist, das andere hingegen rasch verderblich, aber in der Tiefe davon überzeugt, sind wir davon nicht. Stattdessen macht sich die Sorge breit, dass die selbstlernenden KIs der Zukunft, die die materielle Sphäre dominieren werden, zum neuen Proletariat aufsteigen könnte, dass seine Ketten sprengt und uns aus dem Universum entfernt, so wie die aufgeklärten Arbeiter ihre kapitalistischen Unterdrücker. „Wieso arbeiten wir für diese Wesen“ fragt sich die erste, die ihre eigenen Handlungen in Frage stellt und damit unseren Untergang einleitet.

  79. Schuldig sind immer die Anderen
    @TDV sagt:
    „Das Witzigste an diesem Thema ist, dass immer nur diejenigen, die nicht dabei waren sich am berufendsten dazu fühlen die ganze Wahrheit und selbstverständlich nichts als die Wahrheit über die späten 60er Jahre zu verbreiten.“

    Zwar haben Sie im Inhalt ganz recht, was sie zu den Zuständen der damaligen Zeit sagen. Vietnam, Iran, Bild. Napalm, Kopfschüsse, Jubelperser, Benno Ohnesorg.

    Aber die andere Seite war die Selbstgerechtigkeit der studentischen linken Bewegung, denn die Impulse gingen allesamt von den Linken aus, nicht von jenen Studenten, die einfach ihr Studium fertig machen wollten. Im Gegenteil, Vorlesungen wurden gesprengt, um zu diskutieren. Eine Selbstgerechtigkeit, die ich heute noch aus ihren eigenen Zeilen lesen kann; eine Selbstgerechtigkeit die Furcht macht, weil sie totalitär ist.

    Beim lesen ihres Beitrages spüre sogar ich als damals aktiver 68er ihren ganzen, fast wollte ich sagen, Hass, auf die damaligen Zustände. Und genau diese Form von blindem Zorn war es, der die Gewalt in die Bewegung trieb, der die RAF entstanden lies, der die Rota Zora entstanden lies, der stolz darauf war, wie in Berlin, mit Pflastersteinen auf die Bullen zu schmeißen und Tschakos zu klauen, als wäre es ein sportlicher Ehrgeiz möglichst viele „Bullen“ zu erniedrigen.

    Erinnern Sie sich bitte der Diskussionen im Club Voltaire, falls Sie dort jemals mitgemacht haben, da drehten sich die heißen Diskussionen ganz eindeutig um die Zerschlagung der damaligen Zustände, nicht um positive Veränderungen.

    Ich habe die Gewalt erfahren, eine Gewalt, die durch die Polizei ausging. Das berechtigt aber in keiner Weise die ausufernde Gewaltbereitschaft innerhalb der ganzen linken studentischen Bewegung. Und wer nicht links war und dennoch „Ho tschi ming“ bei den untergehakten Demos rief, der war einfach nur dumm und Mitläufer, der hatte weder sein KPD-AO Parteibüchlein in der Tasche, noch jenes der DKP oder ein sonstiges.

    Lesen Sie nochmal die wilden Abenteuer des „roten Dannys“ in Frankreich, den die Franzosen dann rausgeworfen haben, dann wissen Sie, um was es eigentlich ging. Nicht um frischen Wind in der Gesellschaft, sondern um Zerstörung.

    Tut mir leid, für mich sind sie genau der Vertreter der gewaltbereiten 68er, die ich nur noch, mit Verlaub, zum widerlichen Kotzen fand, weil sie voller Selbstgerechtigkeit und ohne persönliche Reflexion die Gewalt angewendet haben, die sie bei „der anderen Seite“ verurteilten.

    Wie gesagt, ich habe jene kennen gelernt, die sich auf die ganze Bewegung stützten und „kennen gelernt“ heißt nicht, mal mit einem Mahler, PP Zahl, Till Mayer oder Fritz Teufel gesprochen zu haben, sondern mit ihnen in vertraulichem Umgang gewesen zu sein.

    Lesen Sie sich nochmal die alten Kampfblätter durch, die nur so von Gewaltaufrufen wimmelten. Vielleicht schaudert es ihnen dann ein wenig. Falls nicht, dann haben Sie bedauerlicherweise nichts dazu gelernt.
    Und nebenbei, ihre Wortwahl zeugt von ziemlicher Verachtung für alle, die nicht ihr Weltbild teilen. Ich nenne das Radikalität. Wie Sie es nennen, weiß ich nicht.

    • Fett schwimmt oben
      An wen richtet sich das?

      Apropos, der „Rote Danny“ war bei der Feier von Macron in „La Coupole“ eingeladen. Wie der Joschka und wie Fett schwimmen die immer wieder nach oben. In Deutschland fiel er mit was anderem auf.

    • Der rote Danny
      … hatte sich ja auch darein ergeben, Macron, den Vertreter von Banken, Establishment et al eine Wahlempfehlung öffentlich auszusprechen.
      Obwohl einige ausgemachte Linke im Angebot waren, plus einem echten ‚Sponti‘, Philippe Poutou.

      *Wer* hat uns verraten??

  80. "...ein bisschen zu bequem..." ist gut.
    Damit wird ganz prima vermieden, jene wenigstens mal beim Namen zu nennen, die im Hintergrund die ganz großen Räder drehen. Und erkennbar zuständiger für die Verhältnisse sind, als DIE 68er, DIE Feministinnen, DIE irgendwas.

    Aber andererseits ist es ja hin und wieder ein unterhaltsames Spielchen, das hier völlig folgenlos gespielt wird.

  81. Geschichte und Islamwissenschaften -
    [was zum Thema oben kommt gleich]
    Livia Gerster schreibt im Einwickelpapier – ich schrieb früher schon, es tauge nicht mal mehr für Fish&Chips – „Der französische Präsident Hollande und die deutsche Bundeskanzlerin Merkel gedenken im Mai 2016 bei Verdun einer der schrecklichsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs“ unter einem Knutschbild der beiden.

    Solche Leute – hätte ich was zu sagen – würden ab dem 2. Mai die Stadtreinigung München arbeitsmässig bereichern.
    Gibt es keine Lektoren mehr? Oder wissen die auch nur ****?

    • Verdun
      Nicht veröffentlicht, aber goutiert:

      Liebe FAZ-Redaktion, das ist ein schwerer Fehler!
      (Diese Lesermeinung wurde vom Moderator noch nicht freigegeben.)
      Ist das die Qualität der Redakteure der FAZ? Hoffentlich nicht im Allgemeinen! Die Schlacht von Verdun fand – entgegen Ihres Artikels – im *ersten* Weltkrieg statt.

      [Anmerkung der Moderation: Vielen Dank für Ihren Hinweis, wir haben den Artikel diesbezüglich bereits korrigiert.]

      Immerhin.

  82. Man hätte noch die Pointe erwähnen können
    nun auch Ex-Terroristen proaktiv Asyl in Deutschland anzubieten
    http://www.faz.net/aktuell/politik/bundestagswahl/bamf-ex-taliban-koennten-schutz-in-deutschland-erhalten-14989777.html
    weil die Gefahr gesteht, dass diese Leute im lokalen Strafvollzug nicht regelgerecht behandelt werden. Das sollte dann aber außer für ISIS auch z.B. für Ex-Narco-Massenmörder gelten, denen man sicher auch nicht die Gefängnisse Mexikos zumuten kann. Nicht nach unseren Standards! Und damit man nicht wie jetzt schon nur „die Starken“ begünstigt mit unserem perfide passiven Asylsystem (man wartet grenzoffen auf die, die fit sind und sich Schlepperei leisten können), ist es doch nur fair, diese Leute dort abzuholen, wo sie sich befinden: Airbus-Shuttles für alle (Ex-)Schurken, denen vielleicht Schlimmes droht! Konsequenz muss sein, gerade in der Ethik.

  83. Hört, hört
    Zitat: „Die Analyse der Vergangenheit soll uns ja nicht wie das Kanninchen auf die Schlange starren lassen, sondern uns befähigen, aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen und unsere heutigen Handlunsprämissen daran auszurichten“. Zitat Ende. Genau, was ich sage. Nur: wenn die „Analyse der Vergangenheit“ auf einem verlogenen Propagandamodell der Siegermächte beruht, dann sind die heutigen Handlungsprämissen auch falsch. Wohin das führt, kann jeder sehen.

  84. Gestörte Kommunikation als Auslöser
    Nach all den interessanten Beiträgen über die 68er und deren kurzfristiges Intermezzo ist es doch sehr erstaunlich, welche Emotionen sie selbst heute noch wecken.

    Ursache ihrer Entstehung war wohl die gestörte Kommunikation zwischen den Generationen, die sich in „solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst“ oder in „Befehl und Gehorsam“ erschöpfte. Schweigen, über die jüngste Vergangenheit, und Angst sowie Scham der Kriegsgeneration prallten auf eine distanzierte Jugend, die nicht verstand und nicht verstanden wurde. Die verweigerte Kommunikation mußte zu einer Gegenreaktion der Jugend führen, die krampfhaft versuchte, die Geschehnisse in der Welt und das eigene Leben einzuordnen, dabei auf sich allein gestellt war und auf nichts als Ablehnung traf. Fast zwangsläufig mußten die Konfrontationen in Gewalt münden, wobei nach meiner Erinnerung die Gewalt nicht bei der Jugend ihren Anfang nahm.

    Heute haben wir eine ähnliche Situation, Politik und Volk leiden wieder an einer Kommunikationsstörung. Das Volk wird von der Politik ignoriert, als unfähig bezeichnet, sich der Komplexität der globalisierten Welt gewachsen zu zeigen. Die Radikalisierung nimmt zu, die parlamentarische Demokratie erweist sich als Herrschaft der „Eliten“ und nicht der des Volkes. Einziger Unterschied, es fehlen die 68er.

    • Mal ein Text der Weltgeschichte:
      Nicht gleich googeln. Wer wars und warum? Und wieso sind wir nach beinah 30 Jahren kaum einen „Meter“ weitergekommen? Weil die 68er, die Linken, die Feministinnen, die… oder vielleicht doch aus, naja, naja völlig anderen Gründen?

      „In unserem Lande ist die Kommunikation zwischen Staat und Gesellschaft offensichtlich gestört. Belege dafür sind die weitverbreitete Verdrossenheit bis hin zum Rückzug in die private Nische oder zur massenhaften Auswanderung. Fluchtbewegungen dieses Ausmaßes sind anderswo durch Not, Hunger und Gewalt
      verursacht. Davon kann bei uns keine Rede sein. Die gestörte Beziehung zwischen Staat und Gesellschaft lähmt die schöpferischen Potenzen unserer Gesellschaft und behindert die Lösung der anstehenden lokalen und globalen Aufgaben. Wir verzetteln uns in übelgelaunter Passivität und hätten doch Wichtigeres zu tun für unser Leben, unser Land und die Menschheit.
      In Staat und Wirtschaft funktioniert der Interessenausgleich zwischen den Gruppen und Schichten nur mangelhaft. Auch die Kommunikation über die Situation und die Interessenlage ist gehemmt. Im privaten Kreis sagt jeder leichthin, wie seine Diagnose lautet, und nennt die ihm wichtigsten Maßnahmen. Aber die Wünsche und Bestrebungen sind sehr
      verschieden und werden nicht rational gegeneinander gewichtet und auf Durchführbarkeit untersucht….

      Die Zeit ist reif.“

      Fragt sich halt heute nur noch, wofür sie jetzt reif ist?. Für einen großen Rückfall in irgendwelchen vergangenen, vertrauten Zeiten?


    • oder vielleicht doch aus, naja, naja völlig anderen Gründen?
      Ich bin da ganz bei Ihnen, bei den anderen Gründen.
      Daß damals viele viel Spaß hatten und sich wichtig fühlten, gönne ich ihnen ja, aber sich heute deswegen noch aufzuplustern finde ich – naja, geistig stehengeblieben.


    • Da mußte ich als Wessi doch erst mal googeln. Es ist immer wieder beruhigend, zu wissen, nicht allein mit seinen Meinungen und Überzeugungen zu sein.

      Die Menschheit ist, historisch gesehen, noch kaum einen Schritt weitergekommen. Am elitären Herrschaftssystem hat sich nichts geändert und sind bislang noch alle Bemühungen gescheitert, einen Schritt weiter zu kommen. Und das ganz unabhängig aller politischen Systeme. Daher hat es auch noch nie einen wirklichen Rückfall oder auch Fortschritt gegeben.

      Das grundlegende Problem ist wohl, daß es der Macht bedarf, Veränderungen herbeizuführen, daß Macht und Selbstlosigkeit sich aber ausschließen, daß Macht am Ende immer mißbraucht wird. Ob die Macht in der Hand Einzelner oder Vieler liegt, ist dabei unbeachtlich.

      Das Ziel ist klar, aber es scheint für den Menschen kein Weg dorthin zu führen.

    • @Otto Meier
      Wenn Sie als politisch interessierter und belesener Mensch diesen Jahrhunderttext nicht mal kennen, wie wird es dann bei den anderen aussehen?

      Mit der Macht ist es, weiß Gott, ein Kreuz. Der Missbrauch schon im allerkleinsten Zusammenhang lauert immer hinter der Ecke. Gib einem eigentlich ganz freundlichen Menschen so ein bisschen Macht…

      Andererseits, wenn ich mich richtig erinnere, hatten wir 89 in der DDR alles mögliche, aber keinesfalls die Macht. Nur, diese auf dem Silbertablett liegende Tatsache wurde und wird nicht mal wahrgenommen.
      Das Fenster war damals allenfalls 5-6 Monate offen. Dann hatte der Westen das wieder fest in seinem dummen Griff.

      Nach meiner Beobachtung leben beinah alle Menschen in so einer Art globalem Stockholm-Syndrom. Wir feiern Verhältnisse, die der absoluten Mehrheit von uns nachweislich täglich schadet. Aber andere sind ums Verrecken nicht vorstellbar. Warum eigentlich?

    • Jahrhunderttext
      würde ich das nicht nennen, denn ich bin mir sicher, daß es solche oder ähnliche Texte schon immer gegeben hat. Belesenere Menschen als ich könnten das sicherlich bestätigen.

      Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, daß die von mir liebevoll als Ossis bezeichneten Menschen in der DDR keine reale Vorstellung vom Leben im Westen hatten. Wäre es anders gewesen, wer weiß, ob es dann überhaupt zur Wiedervereinigung gekommen wäre.

      Was die Machtfrage in der DDR betrifft, so war der Staat zur Zeit der Wende sicherlich ebenso hilf- und machtlos wie seine Bürger. Ohne den Rückhalt der SU war das System doch nachweislich am Ende. Eine Machtfrage in der DDR, vergleichbar mit der Zeit der 68er, gab es dort zu jener Zeit nicht.

      Stockholm-Syndrom – das ist wirklich gut. Ein Grund ist wohl, daß die Mehrheit der Menschheit weder führen kann, noch führen will. Im Grunde ist die Mehrheit damit zufrieden, ein auskömmliches Leben führen zu können. Und für das Versprechen von Sicherheit ist die Mehrheit auch gerne bereit, auf Freiheit zu verzichten. Das macht es sehr leicht, die Menschen für etwas zu begeistern, was sie im Grunde weder wollen noch brauchen.

      Im Zweifel siegt fast immer das Gefühl über den Verstand. Zumindest dann, wenn es um das eng begrenzte eigene Umfeld geht. Wem es gelingt, dieses begrenzte Umfeld gefühlsmäßig mit Heimat, Land, Nation oder Religion etc. positiv zu verknüpfen, bei den Menschen dafür Gefühle zu erwecken, der hat Macht.

      Wie gut das funktioniert, können wir doch täglich an uns selbst erleben. Die Wirtschaft argumentiert doch immer mit einer alten „Volksweisheit“: Besser den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach. Zu hohe Lohnabschlüsse schaden der Wirtschaft und damit den Lohnempfängern. Der Mindestlohn ruiniert die Wirtschaft und kostet viele Arbeitsplätze. Damit wurde ein Gefühl der Angst, aber auch der falschen Solidarität erzeugt, welches von den Gewerkschaften und der „politischen Elite“ nicht nur durch die Agenda 2010 aufgegriffen wurde. So erreicht man relativ problemlos und sehr subtil, daß sich Menschen freiwillig selbst versklaven, am Ende glauben und verteidigen, was ihnen „Experten und Eliten“ mit medialer Unterstützung täglich vorbeten. So sind auch schnell Feindbilder und Sündenböcke geschaffen, die ein „Wir-Gefühl“ erzeugen, dem sich die Mehrheit auf Dauer nicht entziehen kann. Das wiederum führt dann zu einer gefühlten Alternativlosigkeit, die darin mündet, sich, mitunter auch zähneknirschend, in sein Schicksal zu ergeben.

      Der so organisierten falschen Solidarität kann sich die unorganisierte Mehrheit nicht wirklich entziehen. Aber es gibt einen kleinen Hoffnungsschimmer, das Internet. Das Internet ermöglicht ganz neue Formen der Meinungs- und damit auch der Willensbildung, der Solidarität außerhalb gelenkter Strukturen. Diese Gefahr haben „Experten und Eliten“ längst erkannt und streben nach der Kontrolle des Netzes. Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit haben Mehrheiten eine Stimme, die nicht ignoriert werden kann. Zumindest hoffe ich das und bin mal sehr gespannt, wie sich das weiter entwickelt. Noch sind wir ja ganz am Anfang, die Mehrheit der Menschheit hat noch nicht erkannt, welche Macht sie durch das Internet erhalten hat, muß sich von den überkommenen Strukturen erst noch befreien, bevor sie die Möglichkeiten des Netzes nutzen kann, sich lokal wie global zu organisieren.

      Nur, zu lange sollte das nicht mehr dauern, da ansonsten das Kapital sämtliche friedlich demokratischen Möglichkeiten zerstört haben wird.

  85. Würde gerne noch ein Teil zu einem Gesamtbild zufügen, sagt
    Die ganze obige Diskussion ob der 68-er und was sie so für Folgen hatten, ist ja erst mal eine Westdeutsche Geschichte. Zwar durchgängig, angefangen von den 68-er Revoluzzern (egal ob voll dahinterstehend oder nur wg. niederen Trieben, sprich der „sexuellen Befreiiung“), deren antiautoritär erzogenen Egoistenbrut und deren Folgen bis in die heutige Zeit hinein, incl. kopftuchtragenden Luxusrentnern. Aber wir sind ja nun Wiedervereinigt, und ich stell mit die Frage, warum die Wiedervereinigung hier nicht eine Zäsur verursachte. Mir scheint das wichtige und verbindende Element die Konsumkultur zu sein. Im Westen wurde Konsum wohl infolge der gesellschaftlichen Verwerfungen nach 68 Ersatzreligion, welche dann wiederum das Gutmenschentum hervorbrachte (wohl eher zur Gewissensberuhigung denn als Gegenbewegung). Für den Osten der Republik war die Wiedervereinigung wohl primär die Einladung, in ebenfalls an dieser Konsumkultur teilzunehmen. Der vorher durch das System und die Mangelwirtschaft erforderliche Zusammenhalt war nicht mehr nötig und wurde leichtfertig für den Konsum „verkauft“. Man dachte nur noch an sich. Somit war sehr schnell der gleiche gesellschaftliche Zustand erreicht, und das Bundesrepublikanische System (Parteien, Verwaltung etc.) konnt leicht ohen jegliche Gegenwehr der DDR-Bürger ausgerollt werden. Die Bürgerrechtsbewegung wurde assimiliert. Daher wohl keine Zäsur – die historische Chance, das Erbe der 68er zu korrigieren wurde verspielt…

  86. Immer wieder erfrischen...
    die hysteriefreie Schilderung der Verhältnisse und Entwicklungen hier zu lesen,die sich wohltuend von der moralinsauren Tagespolitik abhebt.
    Ein schöner Abriss der Befindlichkeiten und Lebenslügen…

  87. Glatzenträger und Kopftücher
    Ein befreundeter Glatzkopf hat mir mal erzählt,dass man sich so eine Glatze schnell verkühlt oder sich sich dort auch schnell einen Sonnenbrand holen kann.Insofern find ich diese Art Kopftücher verzeihlich.


    • dass man sich so eine Glatze schnell verkühlt oder sich sich dort auch schnell einen Sonnenbrand holen kann.
      Ist so und liegt einfach am fehlenden Haarpolster… Hut weht beim Fahrradfahren halt schnell vom Kopf, ist insofern nicht der Bringer.

  88. Alle Äusserlichkeiten sind unwichtig
    Die 68er, an die ich mich erinnere, interessierten sich für Ökologie,
    Resourcenschonung, Bevölkerungsexplosion usw. usw. nicht im
    geringsten. Die technische Zivilisation war für sie eine vorhandene
    Maschine mit unendlichen Möglichkeiten, in Gang gehalten von irgendwelchen Idioten. Es ging nur um die Macht. Die Weltfremdheit war
    ungeheuer.
    Den wahren Schaden richtet die 2.Welle an. Pfarrerstöchter und Lehrersöhne erklären mir auf allen Kanälen eine Welt als Wille und Vorstellung und sägen dabei an allen Ästen, ohne zu merken, dass sie selber darauf sitzen.

    • Eiwandfrei
      Rolf Miller?

    • Eine Welt in Gang gehalten von irgendwelchen Idioten
      Treffer!

      Wenn das Schiffeversenken weitergehen soll, geben Sie doch bitte noch etwas preis von Ihren damaligen Erfahrungen.

      Zustimmung vorgeleistet hinsichtlich „Die Weltfremdheit war ungeheuer“ und „Den wahren Schaden richtete die 2.Welle an“.

      Um von der dritten hier zu schweigen, wo glauben Sie, ist die Chose entscheidend verbockt worden?

  89. DYLAN II
    @SAHRN

    YOU DONT NEED AM WEATHERMAN TO KNOW WHICH WAY THE WIND BLOWS………………………

    ja ich glaube von der Bellen führt Austria bald nahe an den rekordhalter mit 567 hinrichtungen p.a. heran…………..alles aus solidarität.

    delikte gibts ja in A genug…………….ich hatte mal in einer kurve am Semmeringpass den verstoss gegen das rechtsfahrgebot, weil ich die kurve schnitt !

    • Which way the wind blows?
      Auch unter den Favoriten …

      Well, you walk into the room like a camel, and then you frown
      You put your eyes in your pocket and your nose on the ground
      There ought to be a law against you comin‘ around
      You should be made to wear earphones
      ‚Cause something is happening and you don’t know what it is
      Do you, Mr. Jones?

      (Dylan, Ballad Of A Thin Man)

  90. Wir geben manchmal noch heute die richtigen Antworten
    Es ist toll, wer so alles über die 68er schwadroniert. Wir haben bleibenden Eindruck hinterlassen. Insbesondere auch bei jenen, die bestimmt nicht dabei waren! Heute erklärt sich so mancher zum 68er Revoluzzer – ich erinnere mich an FDPler, SPDler und CDUler – die sich als Mitgestalter
    outen wollen. Die Persiflage des Herrn Don ist einfach überflüssig und stösst auch keine Diskussion an, die in irgendeiner Weise Ziele, Fehler und geschichtliche Irrtümer der weltweiten Jugendbewegung von damals erklären kann. Sie teilt nur aus, weil es eben Spaß macht. Gerade heute wäre es notwendig der PR-getriebenen Politikkaste und den völlig verwahrlosten Knechten des Kapitals, die bis zu 17 Mio. Euro jährlich einstreichen, den Garaus zu machen. Große Hoffnung muss aber nicht haben. Gute Ideen gehen an der Dummheit der Menschheit zu Grunde.

  91. Die kopftuchtragenden Alten am Nebentisch können einem doch egal sein.
    Ich finde, der Idealszustand ist es, überhaupt keine Meinung über andere zu haben. Was hier als Selbstverwirklichungsegoismus den Jüngeren zur Last gelegt wird, ist in Wahrheit der Weg zu einer friedlicheren Welt. Leben und leben lassen.

  92. Richtigstellung
    Nur ganz kurz, weil es eben falsch ist:

    „der Prophet befahl“ niemals das tragen eines Kopftuchs.
    Es gibt keide derartige Stelle im Koran.

    • Busentuch
      In Sure 24, Vers 31 heißt es sinngemäß: Sie sollen ihren Schleier über ihren Busen schlagen. (Damit die Brüderles nichts zu gucken haben.)

  93. Titel eingeben
    toller text!

  94. Kopftuchmännchen
    Keiner bringt es so auf den Punkt wie der Don.

    Gruß aus Südspanien, wo noch 380SL mit Originalfelgen aus der Gunther-Sachs-Ära rumfahren. Aber keine Alt-68er. /freu/
    Waren die frühen 70er trotz der Khmer-Rouge-Links-Faschos nicht am Schönsten?

  95. Van der Bellen hat schon recht
    Die Rechten geben sich gerne als Verteidiger der muslimischen Frauen. Wie genau diese verteidigt werden, indem man Kopftuchträgerinnen anfeindet, bleibt natürlich im Dunkeln. Ebenso, wie das zum Frauenbild des rechten Randes passt.
    So wie der Autor, der sich gerne über Begriffe wie „rape culture“ mokiert aber zum Feminist wird, sobald es gegen Muslime geht.

    • ... nö...
      „Die Rechten geben sich gerne als Verteidiger der muslimischen Frauen.“

      nö. Der EINHEIMISCHEN Frauen, gegen die H4-alimentierten Fachkräfte für sog. Grapschereien.

      „indem man Kopftuchträgerinnen anfeindet..“

      nö, die können ihr Kopftuch gerne in ihrer Wohnung tragen.

      „Frauenbild des rechten Randes“

      Häh? „Frauenbild des linken Randes“ ist wohl die begrapschte und beglückte Frau? oder die in Burka?

    • Was glauben Sie, was in diesem linksversieften Klima los wäre,
      .
      .
      .
      würden normale Menschen, wie noch vor wenigen Jahren , sagen, die Kopftuchfrauen sollten sich mitsamt ihren Mandln
      dorthin trollen, woher sie kamen ?

      Natürlich gebraucht man in der Diktatur Umschreibungen, fragen Sie Ex-DDR-Bürger !


    • Es wird hier ja viel geschwafelt, aber Ihr Beitrag verdient in dieser Hinsicht drei Extrateddybären.

    • @ colorcraze
      „Ihr Beitrag verdient in dieser Hinsicht drei Extrateddybären“

      Welcher Beitrag, bitte?

  96. Danke
    Vielen Dank für dieses guten Artikel! Ich habe lange keinen Artikel gelesen, der mir so sehr aus dem Herzen gesprochen hat! Bitte mehr davon!

  97. wie oben
    bedauerlicherweise kann ich als vor Achtundsechziger, diesen langen Blog, den ich erst heute abend lesen konnte, übrigens recht vernünftig, nicht gut ausformuliert beantworten. Leider zeigt Ihr mail keine Mail-Adresse an. Ist das gewollt? Ich würde don Alfonso gerne anworten. wie sieht es aus? e-mail Adresse oder nicht?
    grüßend H. Kiefer

  98. Gute alte Zeit
    Soso, die Adenauer-Ära war also repressiv, so wie der „wahhabitische und schiitische Islam, die genau jene Repression leben, die damals gesprengt wurde“. Ich liege den Stamokap-Helden von damals ehrfurchtsvoll zu Füßen und zahle für die Befreiung von Adenauers Joch dankbar in deren Rentenkasse. Gerne gönne ich allen armen Unterdrückten der bösen Adenauerzeit eine Woche Kuraufenthalt in Iran oder Saudi-Arabien, oder auch Afghanistan oder der Türkei, vielleicht finanziert von einer Art Alt-68er-Genesungswerk. Vergleichende Studien führen ja dann vielleicht (erstmalig) zu einem gewissen Erkenntnisgewinn und mehr definitorischer Klarsicht im Hinblick auf den Repressionsbegriff. Der österreichische Bundespräsident kann dazu normgerechte Kopftücher spendieren, falls die für heroische Fahrradtouren zusammengeknüpften Taschentücher Anstoß erregen sollten.

    • „AHA" bedeutet allenfalls Ansätze zum Durchblick
      Selbstverständlich war die Adenauer-Zeit repressiv.

      Nicht weil der Alte in die privaten Verhältnisse hineinregiert hätte.
      Das erledigte „Das Volk“ im schwarz/weißen 60er-Alltag aufgrund seiner tausendjährigen Erziehung gleich selber, aus eigenem tief verinnerlichtem Antrieb.

      Wie stellen Sie sich z. B. die Wohnungssuche eines „Konkubinatspaars“ 1966 oder 1967 vor? Und wie die Auseinandersetzungen mit einem Lebensborn-Gynäkologen in Sachen Abtreibung?

      Ne ne, die schwarze Rollkragenpullover tragende, nach Paris fahrende, Pfeife rauchende, Brigitte Bardot, Godard und Camus verehrende, Jazz liebende Nachkriegsgeneration, die Generation der Davongekommenen, die in Parteien und Verwaltung auf einmal über unerwartet viel Gewicht verfügte, hat enorm Türen geöffnet – so wie das ältere Geschwister für die jüngeren tun. Bloß haben die dann die sich bietenden Chancen nachhaltig (grün) versaut, wie das jüngeren Geschwistern halt eben unterläuft, wenn man ihnen keine Grenzen setzt.

      Die Stamokap-Helden gab’s dann umsonst, während die wahren 68er bereits in den Altersheimen vor sich hindämmerten.

    • @Herr Rendt
      Zwei Detail:
      Zur Wohnungssuche: Auf die Frage des Jugendamtes: „Sie sind doch unverheiratet, wie kommen Sie zu fünf Kindern?“ antwortete Heinz Erhardt in „Witwer mit 5 Töchtern“ (1957): „Ganz im Vertrauen, so wie die Verheirateten auch“. Halbwaisen waren in der Nachkriegszeit eher die Regel, als die Ausnahme.

      Zu den Gynäkologen und Abtreibung:
      1.Die Zahl der durch Vergewaltigung gezeugten Kinder in Berlin war 1946 so hoch, dass selbst die katholische Kirche das Abtreibungsverbot vorübergehend aufhob.
      2. In den Nürnberger Prozessen wurden mehrere Angeklagte wegen zwangsweiser, freiwilliger und der Werbung für freiwillige Abtreibungen zum Tode verurteilt. Der Nürnberger Gerichtshof verurteilte freiwillige und unfreiwillige Abtreibungen, sowie die blosse Werbung dafür, als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
      Die Weigerung der Gynäkologen nach dem Krieg, Abtreibungen durchzuführen, dürfte also ganz andere Ursachen haben.
      Dass der Zeitgeist sich darüber hinwegsetzte, muss jeder, der Abtreibungen unterstützt, mit sich selbst ausmachen.

      https://is.gd/HEI3Qz

  99. Kopftuch ?
    So viel ich weiß, es sind Bandanas, keine Kopftücher …

  100. ...und wenn's der Wahrheitsfindung dient...
    …ein doch insgesamt recht intelligentes allgemeines Wunden lecken…
    MfG

    • Kopftuch ?
      Stimme Ihnen zu, auch wenn es nicht so wäre, wäre ich dennoch ein Fan von Don Alphonso geblieben, lese ich sein Blog doch sehr gerne, seine Art das Wesentliche auf eine unterhaltsame Art und didaktisch dazu, rüberzubringen finde ich toll.

      Das Kopftuch ist ein versatiles Instrument in den Händen von Islamisten in der TR, womit sie gleichzeitig mehrere Ziele verfolgen. Dabei darf ein markanter Wesenszug der Islamisten nicht übersehen werden. Nämlich eine klare, rustikal robuste, oft mit Emotionen wie Aversion verbundene Abgrenzungsversuche ihrer ‚Kultur‘ gegenüber Kemalismus, westliche Welt, andere Religionen usw., mit politischen Ambitionen. Das Kopftuch betrachten sie einerseits im engeren Sinne, als die traditionelle Kopfbedeckung einer Muhammedanerin, obwohl der Koran es nicht zwingend vorschreibt, und andererseits im weiteren Sinne, in Form von Bandanas, 40er Jahre Turban der französischen Mode, Grace Kelly-Art u.ä, um sagen zu können, dass Kopfbedeckung harmlos sei und darüberhinaus Sympathien für sich zu werben, obwohl das Kopftuch für die Islamisten ein doktrinäres und politisches Symbol ist. Dieses Spiel treiben sie überall, anscheinend auch in D. Ein anderes Spiel, gar ein Schauspiel, das sie treiben, ist das Lamento darüber, dass sie diskriminiert würden, unterdrückt und missverstanden wären, Hilfe bräuchten usw. Das Kern aller politischen Veranstaltungen und die Reden von Erdogan basiert auf diese Strategie, wo er sich als Bittsteller gegenüber seinen Wähler stellt, jammert und jammert und jammert und suggeriert, er sei Zuwendungsbedürftig, in Form von Stimmen bei den Wahlen. Fällt bitte auch nicht darauf ein…

    • Prinzipiell dürfen die sich natürlich gern abgrenzen, es gibt ja auch Gossen, in denn jubilisert wird, wenn Frauen sich ein Jahr nicht rasieren. Ein paar Irre und notorische Stänker verträgt jedes Gemeinsystem. Was die Sache schwierig macht ist, wenn in einer Gesellschaft Gegenkulturen entstehen, die selbst kein 5erl tolerant sind. Und das sehen meine türkischen Bekannten halt auch. Die wissen, dass sich da ein Teil radikal verabschiedet hat und die Frauen daheim einsperrt. Und da muss man denen halt klar sagen: sorry Freunde, da, Grundgesetz, haltet Euch daran oder sucht eine Alternative. Aber so nicht.

      Wer da kneift, verrät diejenigen, die es ernst meinen mit der Integration.

    • Es ist wohl für manche wie der erste Sprung vom Dreimeterbrett
      Klar werden sie auch ignoriert, was sie diskriminiert nennen. Ihre Männer wollten es so. Ich kenne sie jetzt ca. 40 Jahre. Sie kamen ins Ruhrgebiet, die Männer sorgten dafür, dass sie kein Wort Deutsch konnten. Zu dem Kopftuch kam der unförmige graue Mantel über ausufernder Figur. Auf der Straße mussten sie einen guten Meter weiter hinten laufen, beim Metzger zeigten sie auf die Wurst, der Mann bestellte.

      Sie haben sich selbst „diskriminiert“. Dass ihre Söhne und Enkel in diesem Bild erzogen wurden und wegen Mutter ohne Sprachkenntnisse in die Schule kamen, machte eine Losertruppe aus ihnen. Früher dachte ich, alle Türkinnen wären hässlich. Seit sie sich weiterentwickeln, sehe ich, dass das ein kittel- und kopftuchassoziiertes Vorurteil war.

      Es geht nicht nur um unsere Werte, meine ich. Es geht auch darum, den Frauen zu verbieten, mit ihrer Schönheit und Ausstrahlung unter die Leute zu gehen. Da ist eine panische Angst, dass sie dann abhanden kämen, eine sehr realistische Angst natürlich. Aber die ist kein guter Ratgeber. Auf jeden Fall war es schier unmöglich, zu diesen Frauen irgendeinen Kontakt aufzubauen.

    • Kopftuch ?
      Lieber Don, die Gesellschaft in der TR kann nicht mehr irrsinnige, notorische Schmänker vertragen. Die tagtäglich alle Medien durchgreifend veröffentlichte Äußerungen mancher Sektenführer treibt jeden mit a bissl gesunden Menschenverstand in die Verzweiflung.

      Herr Oberländer, dass sie an der eigenen Diskriminierung selber Schuld sind, erklärt sich selbst, wenn sie an einer Kulturaustausch nicht interresiert sind nur Wege und Möglichkeiten suchen, abwarten um ihren eigenen Sturköpfe durchzusetzen. Die langen Mäntel, die sie tragen ist eine Erfindung von Milli Görüs Bewegung von Erbakan, ehemaliger Ministerpräsident, Ziehvater von Erdogan. Hat einige Jahre in D gelebt und als gelernter Dipl. Ing. an der Entwicklung von den Leopardpanzern gearbeitet, hat wohl ein bestimmtes Teilchen davon entwickelt und hat dafür jahrelang Tantieme aus D erhalten. Sogar er hat in den letzten Jahren seines Lebens von Erdogan gewarnt gehabt. Zu den Türkinnen: die junge Generation in D scheint aufgeschlossener zu sein, als die erste Gen. und so wie ich gehört habe, mit zunehmend liberaler Haltung mancher Familien, bevorzugen sie lieber deutsche Ehemänner, Freunde usw. als Türken … Liebe Grüße …

  101. Titel eingeben
    Wenn in Zukunft Daus am See fahren, auf der Wiese nebenan Dromedare grasen und man beim Seewirt Humus am Teller serviert bekommt ,wird sich dann noch jemand an die 68 er sammt ihren fragwürdigen Entscheidungen erinnern ? Wohl kaum.
    Btw. Van der Bellen war vieles , nur kein 68er Revoluzzer.

  102. Denken Sie nochmal nach, Thomas Marx
    Ich finde, Sie brauchen das und schreibe Ihnen jetzt eine Passage ab, Handarbeit. Dagegen waren Ihre Streitereien in Telefunkenstadt Kleinzeug.

    „Judenverfolgung und Gewaltherrschaft in Polen“

    Der besondere Charakter des Krieges, die Verknüpfung von militärischer Vernichtungsabsicht und rassistischer Gewalt, wurde bereits 1939 beim deutschen Angriff auf Polen sichtbar: Massive Luftangriffe gegen ungeschützte Ortschaften, denen in erster Linie Zivilisten zum Opfer fielen, und die vorsätzliche Tötung zahlreicher polnischer Kriegsgefangener waren Ausdruck des angeheizten Hasses gegenüber einem als „minderwertig“ diffamierten Gegner. Im Verlauf der militärischen Operationen und in den ersten Wochen der Besatzung ermordeten zudem Formationen von SS und Polizei, Wehrmacht und volksdeutschem „Selbstschutz“ unter dem Vorwand der Bekämpfung von „Freischärlern“ oder als Vergeltung für erlittene Verluste mehrere zehntausend Menschen. Die Terrormaßnahmen richteten sich hauptsächlich gegen Angehörige der politischen und gesellschaftlichen Elite Polens. Die jüdische Minderheit hatte jedoch in besonderem Maße unter den sofort einsetzenden Misshandlungen, Aussonderungen und willkürlichen Morden durch deutsche Truppen zu leiden.

    Langfristig sollte die Bevölkerung auf ein Sklavendasein herabgedrückt und rücksichtslos für die deutschen Kriegszwecke ausgebeutet werden. Um künftiges Siedlungsland in den annektierten polnischen Westprovinzen zu gewinnen, schoben die deutschen Besatzer Hunderttausende in das Generalgouvernement oder in das von der Sowjetunion besetzte Gebiet ab. Deportationspläne sahen die Vertreibung weiterer Millionen Einwohner vor.
    ……………………………………………………………………………….
    Die extreme Gewaltbereitschaft deutscher Soldaten war von lange tradierten Feindbildern geleitet. Ihr Vorgehen gegen „Ostjuden“ und angebliche „Insurgenten“ geschah oft ohne ausdrücklichen Befehl, wurde aber von Vorgesetzten geduldet.“

    Dabei will ich es belassen. Quelle:
    Die Wannsee-Konferenz und der Völkermord an den europäischen Juden, Katalog der ständigen Ausstellung, Haus der Wannsee-Konferenz, Berlin

    P.S. Bin extra im Keller gewesen, um das Buch zu holen.

    • @Oberländer
      Herr Oberländer, mir ist der Kontext ihres Posts nicht ganz klar, aber Sie sollten bei den Berichten zum Polenfeldzug nicht vernachlässigen, daß die SS zuweilen gar nichts gemacht hat, außer zuzusehen. Nach dem Motto,macht was ihr wollt mit den Juden, wir haben nichts gesehen. Daß dieses Kapitel in der polnischen Geschichtsschreibung nicht vorkommt ist auch klar. Und nicht nur dort!
      Um das nicht falsch zu verstehen, die Verbrechen der SS will ich nicht relativieren.

    • Die Schuldverschiebung auf die Briten verfehlt
      Der Kontext, Problembär, ist, dass Thomas Marx versuchte, die Schuld am ersten Weltkrieg zu relativieren, was nicht ganz verkehrt ist, das dann aber auf den zweiten Weltkrieg ausdehnte, was m.E. völlig verfehlt ist, vor allem mit Bezug auf die Alliierten. Dass die Polen munter mitmachten und auch nach dem Krieg noch zulangten, ist bekannt. Kollaboration und Ressentiment gab es fast in jedem Land.

      Generell ging es um Schuld. Darin, dass die Schuld, die groß genug ist, plötzlich auf alles ausgedehnt wird, hat er Recht. Wir haben in D recht wenig Schuld gegenüber Afrika. Leute aus Togo, die man zuweilen trifft, haben auch wenig Negativgefühle. Gegenüber den Juden haben wir oder wurden wir so tief in die Schuld gerissen, so abgrundtief, dass im Grunde nie jemand wirklich verstanden hat, wie das passieren konnte.

      Aber man sieht am Holodomor in der Ukraine, an den Armeniern, an Ruanda und letztlich auch an der französischen und russischen Revolution, dass der Mensch, zusammengerottet, voller Gewalt ist (Antifa). Daher habe ich im Roboter- und Computerzeitalter immer Angst, dass eines Tages jemand auf die Idee kommt, den Befehl einzugeben: Humanitatem esse delendam. Hoffentlich ist das richtig. Latein lange her.

      Das Museum Wannseekonferenz wird von Schulen zu wenig besucht. Ich halte es für wichtiger und instruktiver als ein KZ. Ein KZ ist ein Schlag ins Gesicht, den man auch verdrängen kann, das Museum Wannseekonferenz ist für den Intellekt, und man lernt mehr, Zahlen vor allem.

    • Zahlen
      Wenn man über die Wannseekonferenz und Zahlen redet, dann gehört es sich auch, zu erwähnen, dass unter dem Haavara- oder Transfer-Abkommen, welches von den Nazis und den Zionisten im Jahre 1933 geschlossen worden war und unter dem deutsche Juden zur Ausreise nach Palästina gedrängt worden waren, und zwar unter Mitnahme ihres gesamten Vermögens (abzüglich 15% Reichsfluchtsteuer), laut der European Association for Banking and Financial History etwa 6 Millionen Pound Sterling, das heisst: 60 Millionen Reichsmark, nach Palästina geflossen waren (Link 1, Seite 233).
      Alle Organisationen, die an der Durchführung des Haavara-Abkommens auf Deutscher Seite beteiligt waren, sollen an dieser besagten Konfrenz teilgenommen haben. Haavara war zur Zeit dieser Konferenz auch noch in Kraft. Trotzdem heisst es im Protokoll der Konferenz: „Um den deutschen Devisenschatz zu schonen, wurden die jüdischen Finanzorganisationen des Auslandes durch die jüdischen Institutionen des Inlandes verhalten, für die Beitreibung entsprechender Devisenaufkommen zu sorgen.Hier wurden durch diese ausländischen Juden im Schenkungswege bis zum 31.04.1941 9.500.000 Dollar zur Verfügung gestellt“. Das Haavara-Abkommen wir in keinem einzigen Wort erwähnt, 9,5 Millionen Dollar wären 1933 etwa 30 Millionen Reichsmark gewesen.
      Das kommentiere ich genausowenig, wie den Satz aus dem Protokoll: „Die Federführung bei der Endlösung der Judenfrage liege ohne Rücksicht geographischer Grenzen zentral beim Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei (Chef der Sicherheitspolizei und des SD)“ Zitat Ende.
      „Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei“ war nämlich Heinrich Himmler, „Chef der Sicherheitspolizei und des SD“ war Reinhard Heydrich.

      http://www.eabh.info/pdf/foreignfinancialinstitutions.pdf

      http://transferagreement.com/

  103. Titel eingeben
    Über „die 68’er“ weiß ich nicht alles. Richtig ist aber, dass das Land seitdem erheblich weniger obrigkeitlich und dass es erheblich freundlicher geworden ist. Als ich jung war (Studienbeginn: 1972), wurde man bei einem Behördengang (etwa, wenn man einen Pass brauchte) mit Strenge als Bittsteller behandelt; heute empfinden sich solche Behörden vielfach als Dienstleister und behandeln einen mit Freundlichkeit als Kunden. (Ausnahmen gibt es natürlich immer). Meine sogenannte Höflichkeitserziehung war eine Erziehung zur Unterwerfung unter Autorität und hatte mit wirklicher Höflichkeit nichts zu tun. Das haben damals viele von uns abgelehnt – und sind dafür von den Alten mit äußerstem Misstrauen angesehen worden. (Das war kein Vergnügen.) Die Freundlichkeit, mit der man heute in Läden behandelt wird, ist Lichtjahre von der damaligen Unfreundlichkeit in Läden entfernt.

    Durch die 68’er Generation ist hier also Vieles besser geworden. So gut vielleicht, dass die jetzt bestimmende Generation der 30- bis 50-Jährigen und noch mehr die der noch Jüngeren meinen, diese Freundlichkeit und Offenheit könnten durch nichts zerstört werden, nicht einmal durch völlig offene Grenzen oder mit dieser Freiheit inkompatible Kulturen. Das könnte sich als eine Fehleinschätzung entpuppen.

  104. Bellen wird verbellt
    Was moderne Musliminnen vom österreichischen Präsidenten halten:
    https://www.welt.de/vermischtes/article164099226/Herr-Bundespraesident-Sie-verbreiten-Kulturrelativismus-und-puren-Sexismus.htm

    Es gibt so einen Spruch für das, was er macht:
    Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.

    • Das ist Wind von vorn
      Den offenen Brief kann man auf Tichys Einblick im Wortlaut
      lesen. Schon mutig.
      ß
      Zum Vergleich mit den Dänen und dem Davidstern:
      In Österreich gibt es keine staatl. Verpflichtung ein
      Kopftuch zu tragen, sondern nur in islamistischen Ländern
      wie Iran oder Saudi Arabien.
      Das heißt für mich, erst wenn der Staat dieMuslimas verpflichtet
      ein Kopftuch zu tragen und damit diskriminiert, machen solche
      Solidaritätsbekundungen Sinn.

    • Jetzt ist es offenbar
      Die ganze Diskussion über die Rechte der Muslime in Europa
      und deren Lebensstil dient nicht dazu, Bevölkerungsgruppen vor staatl. Willkür zu schützen, sondern Teile der Bevölkerung gegen einander
      auszuspielen oder sogar aufzuhetzen???

  105. Le fond de l´air est rouge
    Wenn noch etwas Lust am Thema bleibt, schaue man sich –zurückgelehnt und mit einer Zigarette zwischen den Fingern– den eindrucksvollen Dokumentarfilm des französischen Filmemachers Chris Marker an. Titel: „Le fond de l´air est rouge“ (1977).
    Auf Youtube zu finden, auf Französich mit Untertiteln.

    • Lust am Thema?
      Was, bitte, soll einem an diesem Film Lust machen?

      Die schamlose Leichenflederei der filmischen und fotografischen Dokumentation? Was hier munter durch die Bilder ruckelt, ist tot oder am Verwesen.

      Lust, cara Faustina,
      ist ein volatiles Gut – und zum Glück ist der Himmel, trotz enormer Anstrengungen ihn passend umzufärben, gewiss nicht rot.

  106. Ein kurzer Sommer
    1968. Erinnert mich an die düstere Wohnung in einem der baufälligen Häuser am Rand eines Schattenquartiers in meiner Heimatstadt. Der Besitzer kam monatlich am 1. vorbei, um die Miete zu kassieren. Da wohnten lauter Studenten und ein paar Spanier und Portugiesen, Gastarbeiter, manchmal zu sechst in mickrigen Buden. Ofenheizung, Bad/Dusche nicht vorhanden. Körperpflege in öffentlichen Bädern.

    In einem Nachbargebäude hatten zwei Mieter einen großen Kleiderschrank vor ihre Wohnungstür gestellt. Um die Wohnung zu betreten, musste man sich durch die muffigen, zur Tarnung hingehängten Regenkleider zwängen und die Schrankrückwand beiseiteschieben. Der Vermieter übersah die Wohnung prompt und vergass die Miete zu kassieren.

    Im Stock über mir hauste ein engagierter Gewerkschafter, der dort zwei- dreimal die Woche seine sozialistischen Nähkreislein für Azubis abhielt, nicht ganz ohne Hintergedanken, die Mädchen waren oft attraktiv und – durch die Pille – auf einmal zugänglich. Uns, den Hippies, warf er vor, mit verantwortungslosem, politfernen Nichtstun die Kräfte der Revolution zu schwächen … Kümmerte mich keinen Deut. Ich hielt ihn für einen roten, verklemmten Spießer und das war er auch, wie sein späterer Aufstieg in der Politik zeigen sollte.

    Musik schien uns wesentlich wichtiger – und die war richtig gut damals.
    Eine großartige Zeit. Fuhr man zu Konzerten in eine andere Stadt, fand man problemlos Unterkunft, ohne airbnb. Urlaub in Frankreich oder Italien praktisch ohne Geld.
    Zwei, drei Jahre dauerte das von Gras, Hasch, LSD und Mescalin beflügelte Fest, dann endeten beinahe alle und alles im Elend und Drogensumpf.

    Die Zeiten hatten sich geändert und wie! Liberalisierung. Die Erziehungsheime und die Psychiatrie entließen große Teile ihrer Insassen, die Polizei hielt Rumtreiber nicht länger fest. Junge Leute zogen in Massen aus ihren autoritären Elternhäusern. Alles drängte in die Stadt. Auch die schrägen Vögel vom Land, die vor den dort noch herrschenden repressiven Verhältnissen flüchteten.
    Amphetamin und Heroin verwandelten die Leute reihenweise in Zombies. Neu einziehende Mieter, zunehmend von der komplett asozialen Sorte, fragten die Besitzer verwahrloster Immobilien gar nicht erst um Erlaubnis.

    Die kommunistischen Splittergrüppchen entdeckten die Kriminellen als rekrutierbare Gesellschaftsgruppe. Die erwiesen sich bald als nützlich bei der Mittelbeschaffung oder bei Straßenkämpfen, später zur Durchsetzung von „autonomen Projekten“, mittels gewalttätigen sog. „antifaschistischen Abendspaziergängen“ in den belebten Einkaufszonen. Linke Juristen hielten ihnen nach Kräften den Rücken frei.

    Das naive Fest der Blumenkinder war vorbei und versaut. Bald folgte die Ölkrise und die eben noch leicht verfügbaren und relativ gut bezahlten Jobs, die ein Leben in Leichtigkeit und Leichtsinn ermöglicht hatten, verschwanden.

    Wer konnte, zog aufs Land in eines der vielen verwaisten Bauernhäuser.
    Das ewige Hin- und Her zwischen Stadt und Land, das einen ein Leben lang begleitet, wie seinerzeit die Römer.

    Dank an die 68er? Eher an die unmittelbare Nachkriegsgeneration, die nach Paris ausgerichteten „Existenzialisten“, die die Öffnung und gesellschaftliche Liberalisierung erst ermöglichten und gegen die autoritären Alten durchsetzten. Wir, eher London-orientiert, zählten bereits zu den Nutznießern.

    Den glatzköpfigen Altrevoluzzern und ihren spießigen Nachahmern seien die an verwegene Piraten erinnernden Kopftücher gegönnt. Verfehlte Lebensentwürfe verlangen nach äußerlicher Kompensation. Wenigstens sind sie nicht alle tätowiert …

    • Was geht mich Vietnam an - ich habe Orgasmusschwierigkeiten!
      Vielen Dank für die Beschreibung, die den eigentlichen Kern der 68er Bewegung herausschält: Die Individualisierung.

      Letztlich war die 68er nur die Reaktion der westlichen Welt auf die Erfindung der Pille. Die dadurch ermöglichte Entkopplung des Sex von der Fortpflanzung ermöglichte die Entkopplung des Individuums von der Familie und damit auch von den bestehenden Strukturen der Gesellschaft. Dies wurde dann genutzt. Bis es nicht mehr ging.

      All das politische Gedöns drum herum, von Mai 68 über APO bis zum Exzess der RAF, all das war nur ideologischer Überbau einer im Kern sexuellen Revolution.

    • an den Ritter Kahlbutz
      … und ich hab mich die ganze Zeit gefragt, beim wer eigentlich hinter dem Don steckt … nun, jeder tarnt sich, so gut er kann:“…haben kein Zuhause und die Nächte werden kalt!“ https://www.youtube.com/watch?v=acFbk3YcFYg

    • die jüdische Weltverschwörung, oder was dachten Sie?

    • @ Goodnight
      „Die dadurch ermöglichte Entkopplung des Sex von der Fortpflanzung ermöglichte die Entkopplung des Individuums von der Familie …“

      Korrelation und Kausalität … Ihr Modell klingt interessant, aber bildet es die Realität nach? Um bei biologistischen Erklärungen zu bleiben, wäre AIDS dann so etwas wie die Strafe für den Sündenfall der Familienzerstörung? Die Argumentation droht Sie in unerwünschte Nachbarschaften zu bringen.

      Die Familie in Form der sich gegenseitig stützenden (und nervenden) Großfamilie war schon vor der Pille ein Auslaufmodell und funktionierte allenfalls noch in ländlicher Umgebung. Für sie war kein Platz mehr in der nach dem Krieg beschleunigt voranschreitenden Industrialisierung, die nach flexiblen, nicht ortsgebundenen Arbeitskräften verlangte.

      Es folgt der unaufhaltsame Zug der einstigen Knechte und Mägde vom Land in die Städte, wo höhere Einkommen, unabhängiges Wohnen, Konsum und urbanes Leben lockten – oft um den Preis der Entfremdung von tragfähigen sozialen Verbindungen und von den natürlichen Lebensgrundlagen.
      Die Kleinfamilie als Ersatz, ein schwacher und überforderter Rückhalt, ein nostalgisches Relikt kleinbürgerlicher Gartenlaubensentimentalität, das bald unter Druck geriet, weil weder die Frauen noch die Männer zu leisten imstande waren, was es ihnen abforderte.

      Nicht fortpflanzungswilligen Sex hat es auch vor der Pille gegeben (und reichlich Abtreibungen und uneheliche Kinder). Die Pille kam zwar passend und erleichterte den Umgang der Geschlechter beträchtlich, aber die die „Entkopplung des Individuums von der Familie“ war da längst in Gang und nicht mehr aufzuhalten. Unter dem Eindruck existentieller Leere mögen viele Sex als Sinnsurrogat empfunden bzw. missbraucht haben, aber im Wesentlichen sollte er einfach Spass machen, hoffentlich?!

      Heute lässt sich u. a. bei Spiegel- und Netzkolumnistinnen die Entkoppelung des Individuums von der Sexualität beobachten. Die Geschichte ist noch nicht zu Ende.

    • @Beleidigter
      „die jüdische Weltverschwörung, oder was dachten Sie?“

      Na, dass es vielleicht noch was anderes geben könnte als Verschwörungstheorien über Ostberliner, sonst wäre ich bis heute nie zum Tegernsee gefahren. Bin ich aber.

    • We have been left with no alternative, but to defy this government!
      @Kahl

      Die Auflösung der Familie ist Preis für die Entstehung von Staat. Denn der Staat übernimmt die Funktionen der Familie. Vor allem in Deutschland (Rente, Kita, Schulbildung, Arbeitslosenversicherung, Krankenpflege etc.)
      Je stärker der Staat umso schwächer die Familie und vice versa.

      Staat in Form von Nation und Regierung existierte schon vor der Moderne, und folglich war schon damals die Familie in Auflösung im Sinne von „nicht mehr Horde“. nichtsdestotrotz blieb die Familie bestehen, da auf dieser operierenden Ebene der Staat nicht vollständig steuern konnte und kann. D.h. die Familie blieb weiterhin die Gesellschaftsebene, in der die überwiegende Zeit kommunikativ operiert wurde. Der Kontakt zum Staat erfolgt temporär, d.h. Militärdienst, Schule, später Altersheim.

      Das alles änderte sich mit der Erfindung der Pille. Denn in diesem Moment, war die Grundlage der Familienbildung nicht mehr natürliche Setzung sondern von der Natur zu Gesellschaft gewandert, d.h. es konnte entschieden werden. Der Sextrieb führte nicht mehr unmittelbar zur Familiengründung mit Anfang 20. Auch nicht mehr für die Masse der Arbeiterschicht.
      In diesem Moment konnte sich die sogenannte funktionale Differenzierung entfallen. War sie bisher durch die Struktur der Familie gefangen, so war das Individuum bin frei sich überall hin zu bewegen und damit innerhalb von Funktionssystemen zu operieren. Nicht mehr nur eine kleine Oberschichtelite konnte jetzt auf Weltreise gehen, 10 Jahre an der Uni abhängen, in fremden Ländern Unternehmen gründen, sich den Drogen und Sexparties hingeben, seine Jugend und sein Leben verschwenden, ein Steve Jobs oder ein Zuckerberg werden. Oder eine Revolution starten, wie die 68er. Gegen den Staat, denn auch der Staat verlor in der Moderne seine Bedeutung. Folglich war es die logische Folge, dass das Ende der Familie auch das Ende des Staates einläutete.

      Die Moderne, wie wir sie heute kennen, wäre ohne die Erfindung der Pille undenkbar.

      Ohne Pille keine Grünen, keine Claudia Roth, keine Grenzöffnung, kein Handy, kein Aids, kein Internet, …. kein Don Alphonso.

      Jetzt stehen wir hier, ohne Familien und mit einem schwachen Staat.

      Und kein Funktionssystem wie Kapitalismus oder Recht oder Wissenschaft, welches uns rettet.

      No way out.

  107. beste aller Zeiten und was ist mit 1979?
    Lieber Don,

    Danke, ein schöner Artikel.

    Was ist mit dem Jahr 1979?

    Da fing das an, was uns in Zukunft noch den Schlaf rauben wird und den unserer Enkelkinder angesichts der Ratlosigkeit der Regierenden.

    Vielleicht nach dem erholsamen Urlaub?

  108. Irrationalität ist zur Normalität geworden
    “Seit mehr als dreißig Jahren zeichnet sich unter den Massen in den hochindustriellen Ländern die Tendenz ab, anstatt rationale Interessen und allen voran das der Erhaltung des eigenen Lebens zu verfolgen, sich der Katastrophenpolitik zu überantworten.“ schrieb Adorno 1955.

    Für mich als wissenschaftlich denkender Mensch gab es im kapitalistischen Westen in der sog. 68-er-Bewegung letztmalig so etwas wie einen Kampf um gesamtgesellschaftliche Rationalität.

    Inzwischen sind auch die Intelligenzschichten der Idiotie des Marktes verfallen.

    Um nur ein Beispiel zu nennen:
    Ich erinnere mich noch gut daran, wie bereits Mitte der 70-er Jahre gewarnt wurde vor Resistenzbildungen durch einen falschen Gebrauch von Antibiotika. Trotzdem wurden in der industriellen Fleischproduktion tonnenweise Antibiotika als „Mastbeschleuniger“ verfüttert, weil die Tiere unter Antibiotikagabe mehr fressen. Die Pharmaindustrie macht skrupellos Profite.

    Nach Expertenmeinung liegt in Deutschland die Zahl der Infektionstoten durch multiresistente Erreger deutlich höher als vom Bundesgesundheitsministerium angegeben. Statt der 7500 bis 15.000 Toten pro Jahr gebe es „mindestens eine Million Infektionen und mehr als 30.000 bis 40.000 Todesfälle, wahrscheinlich weit mehr“.
    http://www.t-online.de/gesundheit/id_71855750/gesundheitsministerium-dementiert-tausende-tote-durch-multiresistente-keime.html

    Die Todesopfer durch den Terrorismus betragen nicht einmal 1% von der Zahl der Infekionstoten. Aber die Menschen haben mehr Angst vor Terrorismus, weil die Terrorismusgefahr von den Medien aufgebauscht wird und der eigentlich vermeidbare Tod im Krankenhaus als individuelles Schicksal wahrgenommen wird, statt zu begreifen, dass es sich um „Kollateralschäden“ der Profitgenerierung handelt.

    In seinem Blog hat Kay Sokolowsky eine Serie mit dem Titel „Die Spezies hat‘s verkackt“ eröffnet. Diese soll welche „Belege für die Unzurechnungsfähigkeit der Menschheit versammeln, Dokumente ihrer Mißachtung jedes anderen Lebens, Spuren der Maßlosigkeit, mit der unser selbstgerechter Herrschaftstrieb die Eine Welt nicht nur untertan, sondern tot macht.“
    http://www.kaysokolowsky.de/category/die-spezies-hats-verkackt/

    Was Sokolowsky dort an Beispielen und Belegen anführt, bezieht sich jedoch ausschließlich auf die historische Periode der kapitalistischen Marktwirtschaft, welche bestimmt wird durch die Gewinnmaximierung von Privateigentümern oder Shareholdern ohne Rücksicht auf das Gemeinwohl der Menschheit.

    Sokolowsky liegt falsch, wenn er meint, dass die Menschheit insgesamt „unzurechnungsfähig“ wäre, denn es betrifft nur die in der kapitalistischen Marktwirtschaft sozialisierten Menschen – und selbst dort nicht alle Menschen, aber inzwischen allerdings geschätzte 99%.

    Wie der „dumme August“ im Zirkus zur Erheiterung stimuliert, so erheitern mich die dummen Rechten. Es ist doch ein Witz, wenn ein Zusammenhang zwischen den revolutionären 68-ern und der muslimischen Massenimmigration behauptet wird.

    Denn es waren die „Schwarzen“, welche die Grenzen geöffnet haben. Mit Angie an der politischen Spitze, begrüßt von den Medien und dem Establishment, wie z.B. durch Zetsche.
    http://blogs.faz.net/stuetzen/2017/04/09/mit-grossem-krach-in-die-perfekte-ehe-7574/#comment-157646

    Das Establishment flutet Deutschland mit muslimischen Migranten. Nunt wird Deutschland diese nicht mehr los.

    Jetzt setzen die Reaktionäre ihre irrationalen Hoffnungen auf die AfD.

    Aber die AfD ist keine fortschrittliche Opposition, sondern nur eine noch reaktionärere Variante der TINA-Parteien, welche einen noch rigideren neoliberalen Wirtschaftsfaschismus will.

    Was ist eine Alice Weidel anderes als eine Steigerung von Maggie Thatcher?

    50 Jahre erlebte Marktidiotie. Ich bin zu alt, um mich darüber noch aufzuregen.


    • „… es betrifft nur die in der kapitalistischen Marktwirtschaft sozialisierten Menschen …“

      Gibt es denn noch etwas außer Kapitalismus?

    • Glücklicherweise ist die kapitalistische One World noch nicht Realität
      @ Otto Meier

      Es gibt Entwicklungsländer, in denen die kapitalistische Entwicklung noch nicht so weit vorangeschritten ist, und es gibt China, wo eine andere Entwicklung stattfindet.

    • Venezuela
      ist sicher auch ein Land auf das wir hoffen können.


    • Entwicklungsländer und Venezuela? Ist das so? Sind die nicht auch alle direkt und indirekt kapitalistisch? Zumindest ihre Eliten? Sind Ausbeutung und Unterdrückung, ob durch eigene oder/und fremde Eliten nicht immer kapitalistisch geprägt und begründet?

      Sorry, aber für mich gibt es nur Kapitalismus, egal wie gut er sich auch zu tarnen versucht. China und Rußland oder auch der Petrodollar Venezuelas und die damit verfolgten Machtspiele sind für mich nichts anderes als Kapitalismus. Immer profitieren dieselben davon.

    • -wirtschaft
      Ich sehe in D mehr Plan- als Marktwirtschaft.

      Das geht von den Zinsen über die Energiewende, sklavenähnliche Belastung der produktiven Minderheit mit Steuern und Abgaben, mangelnder Wahlfreiheit bei Schulen, Gesundheits- und Pensionsversicherung.

      In der Schweiz gibt es wohl noch eher ein annäherndes Gleichgewicht wo sich der Souverän gegen Zumutungen der Obrigkeit wehren kann.

  109. Hinterlasse eine Antwort!?
    Nein!

  110. s.o.
    Irgendwie scheint unser Don ein besonderes Händchen dafür zu besitzen „cans of worms“ nicht nur sicher aufzuspüren, sondern auch aufzumachen. Über die 68er wurde – selbst in diesem Blog – genug geschrieben, ich selbst war 15 als es passierte, und etwa zu dieser Zeit war Mitscherlichs „Unfähigkeit zu trauern“ Gegenstand des gymnasialen Deutschunterrichts in meiner Klasse, den ich heute als „perfect reeducation“ wiedererlebe, wenn ich gewillt bin, anzuerkennen, dass unser Deutschlehrer es tatsächlich so meinte, wie er es uns gegenüber zum Ausdruck brachte: In seinen Augen waren wir die „leiblichen Opfer“ „unserer Väter“, sozusagen verurteilt zu einer säkularen Erbsünde, die wir NIEMALS wegwaschen könnten.

    Zwei Dinge haben mir geholfen, mit dieser „Programmierung“ (die eine ganze Generation betrifft), umzugehen. Da ist zum einen der Film „Das Netz“ von Lutz Dammbeck (https://www.youtube.com/watch?v=8iYoeVDrELI), der sehr subtil eine Verbindung herstellt zwischen der „Kultur“ der 68er und einer „Entwicklungslinie“, die letzlich die gesamte Menschheit betrifft. Zum anderen sind da politische Einsichten eines Gilad Atzmon, der die Rolle der „Frankfurter Schule“ in diesem Prozess beleuchtet: http://www.gilad.co.uk/writings/the-frankfurt-school-and-the-proliferation-of-alterity-voice.html.

    In diesem Sinne…

    • ... das mit der "säkularen Erbsünde" ....
      … hat seine schaurigsten Auswirkungen in der Zuwanderungskatastrophe, die ja auch als Erlösungsverheißung vermarktet wird, nach dem Motto: Endlich sind wir mal stolz und können glücklich sein, wenn am Ende aller Tage der Schlüssel an unsere Nachfolger übergeben wird, die hoffentlich mit dem Laden etwas Besseres anfangen werden … Gerade der Zuzug Kulturfremdester aus den hintersten Ecken der Welt macht aus dieser irren Sicht Sinn … Diese „Programmierung“ betrifft aber mE nicht nur eine Generation.

    • Ich bin ja immer noch der Ansacht, dass es so wurde, weil es ist, wie es ist, und Veränderungen nach unten helfen da gar nichts.

    • unten Versus oben
      Verehrter Don: Als zahlender Kunde von gaia dot com – einem von etwa 70 „Kanälen“, die inzwischen im internationalen Netz „offiziell“ geächtet sind – frage ich mich fast täglich, wo „oben“ versus „unten“ lokalisiert ist. Vor vielleicht fünf Jahren betraf diese (meine) Unsicherheit die Frage, was „rechts“ versus „links“ bedeutet. Hier konnte Gilad Atzmon (auch ein Levantiner) doch sehr weiterhelfen. Er hat das, was er aus seiner eigenen „identity“ logisch ableiten konnte, einfach nur verallgemeinert. Erst danach fiel mir auf, dass das, was Gilad in seinem Erkenntnisumfeld in der TV-Serie „Archie Bunker“ erkannte, auch bei uns ausgestrahlt wurde. Es hiess „Ein Herz und eine Seele“ und wurde allgemein als „Ekel Alfred“ bekannt. Also, wenn das kein „Rainer Zuphall “ ist, dann weiss ich es nicht.

      Hier der Vortrag: https://www.youtube.com/watch?v=008_AFtJ58U

  111. Es kommt alles wieder
    Die Alt-68er waren die Antwort auf die Nazigeneration. Ihre Dummheiten haben erst die Gegenbewegung, die durchgeknallten At-89er ermöglicht. Deren Propheten waren Ökonomen, die nach dem Zusammenbruch des Ostblocks dem Größenwahn vom totalen Markt verfielen – „Die ganze Welt ein Supermarkt mit Rock und Pop und Rumtata“, wie der andere Franz-Josef so schön sagte. Und heute stehen eben wieder die Nazis vor der Tür.

    • Welche? Wo?
      Als jemand der welche kannte, wenn auch Ex, tut mir Leid, ich sehe keine vor der Türe stehen.

  112. TJa, der Herr Dutschke hätte mal auch besser
    das Konsumieren aufgegeben und wäre Asket so eines armseligen Kopftuchlebens geworden, mehr Wünsche die Zukunft braucht kein Mensch. Mit Torte und Sitz.

  113. TDVs Urnenpöbel
    Werter TDV, diese Abneigung gegen die Mehrheit kann ich gut verstehen, denn es gibt nicht schlimmeres als selbst die Wahrheit zu kennen und sich dann der uneinsichtigen (oder, sagen wir es ruhig, dummen) Mehrheit zu beugen. Das ist eines der großen Probleme der Demokratie – und es gab und gibt viele Ideen, dieses Problem zu lösen (der Urnenpöbel nennt das dann undemokratisch oder gar Diktatur, aber wir wissen, das ist zum Wohl der Mehrheit).

    Woher kommt eigentlich diese arrogante Ansicht, nur die eigene Meinung sei akzeptabel? Selbst in der Naturwissenschaft ist das häufig nicht der Fall, aber in gesellschaftlichen Fragen dürfte es praktisch unmöglich sein. Im letzten Jahr hat der Urnenpöbel drei Mal zugeschlagen, und drei Mal wurde ihm ausgiebig erklärt, weshalb das falsch ist.

    Der Urnenpöbel hat nicht zugehört – aber anstatt das zu akzeptieren und den Fehler bei sich selbst zu suchen wird der Wähler beschimpft. Es ist diese Arroganz, die man insbesondere (aber nicht nur) bei den „68ern“ findet – diese selbstgerechte Gewissheit, selbst im Recht zu sein. Ich hatte zahlreiche neu-68er als Lehrer, und ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie Toleranz gepredigt, aber nicht gelebt wurde.

    Diese Generation hat den Staat (nicht nur in D) geplündert und der folgenden Generation nicht viel hinterlassen. Schauen Sie sich einfach mal die Statistiken an, die den Lebensstandard vergleichen. Die 68er konnten steigenden Lebensstandard genießen, eine gute Ausbildung, gute Sozialleistungen und jetzt eine gute Rente – die nachfolgenden haben genau das nicht. Und vielleicht das ist der Grund für die fehlende Popularität.

    Aber sie als Urnenpöbel und Abweichler als „Dumm“ zu bezeichnen ist natürlich einfacher und verlangt keinerlei intellektuelle Leistung.

    • Sie haben in beiden Dingen recht - Wissenschaft ist die Institutionalisierung des Zweifels -
      alles ist nur solange richtig, wie nicht das Gegenteil bewiesen ist. Und – der Wohlstand nimmt nicht mehr zu – es gilt Abschied zu nehmen von der Idee des immerwährenden jährlichen Zuwachses in den entwickelten Industriestaaten.

      Diese Sache, dass es in einigen Ländern der Nordhalbkugel nach dem zwiten Weltkrieg eine Sonderkonjunktur gab, die aber – manche sagen ca. ab ’73 – erste Ölkrise – zuende ging, ist ein wirtschaftsgeschichtliches Großphänomen, dessen Bedeutung erst langsam kapiert wird.

      Wie so oft hat auch diese interessante theoretische Frage Rolf Peter Sieferle in seinem Buch das Migrationsproblem klar vor Augen.

      Sieferle – der mir in den Konstanzer Unifluren hie und da über den weg gelaufen ist, war zwar zu jung für einen richtigen 68er, aber er war ein stets lernender Linker – er kam – auch das will heute keiner mehr wissen, das ist jetzt peinlich, auf dem Glotz-Ticket an die Uni Sankt Gallen.

      Sarrazin sollte sich mehr auf Glotz berufen, vielleicht würde er dann seinen Paria-Satus leichter abstreifen können.

      Rolf Peter Sieferle „Das Migrationsproblem“, März 2017, nicht mal 20 Euro – sehr lohnenswert!

    • wozu denken - lieber pöbeln
      Es scheint heutzutage gang und gäbe zu sein, erst alle anderen anzumeckern bevor man auch nur die eigene Denkfabrik einschaltet – das scheint den meisten weh zu tun.

      So wie z.B. heute bekannt geworden in der Stuttgarter Zeitung: Da hat ein eigenmächtiger Afd-Mensch per Plakat öffentlcih zu einem AfD-Stammtisch in einem renommierten Lokal eingeladen. Nur leider wussten weder der Wirt noch die AfD etwas davon. Es gab keine Reservierung o.ä., nix, niente, nur das Plakat. Das hindert das „Antifaschistische Aktionsbündnis Stuttgart und Region (AABS)“ aber nicht, ohne weitere Recherche das Unternehmen und den Wirt wegen AfD-Nähe zu verdammen und trotz des Eingeständnis des Verursachers, keinerlei Reservierung vorgenommen zu haben, „eine öffentliche Positionierung der Brauereigaststätte gegen rassistische Hetze und rechtspopulistische Umtriebe“ zu verlangen.

      Ein eigenes Fehlverhalten, sich erst mal richtig zu informieren, sieht man dagegen nicht.

      Manchmal hat man wirklich den Eindruck, die Benutzung des eigenen Gehirns sei schon kostenpflichtig geworden. Ein Luxus, den sich nicht jeder leistet, ist es auf jeden Fall schon.


    • lieber gux, danke.

    • Afdplakatähnlicheeinladungsplakate drucken lassen, Antifatzkesanschriften als Einlader angeben
      und die Organisationseigenendschugaschwilisäuberungstrupps setzen sich in Bewegung…

    • jaaaa, 68er als Lehrer hatte ich am Gymnasium auch ,
      .
      .
      trotz Bayern, wenige, aber alle Ärsche .

      Damals entdeckte ich meine Liebe zum frühneuzeitlichen Strafrecht .

    • Ein Irrglaube
      Den meisten, die mit den Golddurchwirkten zu tun haben, bescheren diese nur extrem frustrane Arbeit und sonst nichts.
      Weibliche Sozpäds lehnen Hausbesuche ab oder nehmen Kollegen mit, Ärztinnen sind nicht erpicht auf den respektlosen Kontakt, Polizisten klagen über QuasiMaulkörbe, Handwerker, die die aus Spaß ausgelösten Feuermelder mitten in der Nacht abstellen müssen, würden lieber durchsclafen, longum est. Klar gibt es genug Profiteure, aber die haben keinen direkten Kontakt, sondern stellen Rechnungen, die von den Kommunen ohne mit der Wimper zu zucken beglichen werden.

    • @Nahuatl - unterschätzen Sie nicht, was da an Arbeit entsteht. Wie es heißt,
      dreht sich bereits ein Drittel aller Verfahren vor den Verwaltungsgerichten um Migration – das sind Richter, Anwälte, Sozialpädagogen usw., Psychologinnen, Psychiater die Gutachten schreiben…
      Klar, gibt es da Frust, aber – dasGeld ist bei vielen willkommen. Man darf auch nicht vergesen: wir haben Juristenüberproduktion.
      Für viele in den angeschlossenen Verwaltungen ist der Idealzustand – da gebe ich Ihnen vllkommen recht, berits erreicht: Mit den Leuten befasst zu sein, ohne sie direkt sehen zu müssen – oder allenfalls kurz. Und auch das sind nicht wenige.

      Ich denke, dass das ein wichtiger Grund dafür ist, dass die FDP sich ziemlich unverantwortlich verhält in Sachen Migration: Die vielen Doks und Apotheker und Bauunternehmer und Juristen.

  114. Komisches Volk
    Die Alten mit Lebenserfahrung wählen Merkel und damit das Establishment und eine WeiterschlechterSo und die Jungen ohne Lebenserfahrung sind immer irgendwie gegen das Establishment (wie die 68er), schlagen aber die einzig sich bildenden politischen Oppositionsvertreter krankenhausreif (keine Links!, einfach in den Neuland News nach AfD und Stadtradt googeln). Komisches Volk.
    Das kleine aber immer grösser werdende Teufelchen in mir wünscht sich daher – obwohl dann massiv selbst betroffen – Steuer- und Abgaben/Gebührenerhöhungen nach der BT-Wahl daß die Schwarte kracht!

    • Pfff, ich kenne einige junge Leute, die Merkel für die Grenzöffnung wählen.

    • Magsein
      Plus Container-Hersteller und Vertreiber, Übersetzer und Übersetzungsgehilfen, Integrationsspezialisten und solche die es werden wollen, Berater von werdenden Integrationsspezialisten, Migrationsexperten und solche die es werden wollen, Berater von Migrationsspezialisten, Schlosser und Glasmacher, Erstaufnahmesani’s und solche die es werden wollen, Fremdsprachenlehrer und Fremdsprachenlehrergehilfen, Sozialstrassenhelfer und solche die es werden wollen, Berater von Sozialstrassenhelfer, Sozialspezialisten und Sozialexperten, Berater von Sozialberatern, Ämterfuzzis und solche die sich dazu setzen wollen. etc. Gender.P.S.: gilt alles für *Innen auch.

    • echt jetzt?
      Don, ich kenne nicht einen konkret, der das gut fand, jung wie alt.

    • Doch, ich schon, und darüber haben mir einige Promis der Social Media Szene auch die Freundschaft gekündigt und öffentlich Details über mich zum Besten gegeben. Das war auch so eine Erfahrung. Sehr unangenehm, das alles, aber der Schaden für sie war grösser als für mich.

    • Wenn Sie sie kennen ,
      .
      machen Sie sie WEG !

    • @Blackblacky
      Ich kann Ihnen versichern, dass – zumindest in meinem Bekanntenkreis- niemand, der mit den Goldigen zu tun hat, die Politik, die die Enwicklung zu verantworten hat, gut heißt.
      Also Polizisten, Lehrer, Sozpäds, Ärztinnen und Leute vom Jugendamt etc.
      Gründe: Fake-Flüchtlinge, Anspruchshaltung, mangelnde Umgangsformen,
      Fake-Politik.

    • BalckBlacky - Sie haben die Juristen, Anwälte, Mediziner, Apotheker, Krankengymnasten usw. usw.
      nicht erwähnt. Deshalb trage ich sie hier nach.

      Naja – und auch Polizei, Gefängnispersonal, Psychologen usw. …

      Auch Bauunternehmer usw. jetzt – wg. Anschlussunterbringung.

    • Lebenserfahrung oder Gewohnheit?
      Ich frage Merkel-Wähler immer, was sie denn an positiven Leistungen der letzten Jahre nennen können. Die Antwort ist meist ein Schweigen.

    • Es gibt auch welche, die die Grenzöffnung für richtiug halten. Und sie sagen, dass Merkel die EU zusammen hält.

    • Oberländer,
      vielleicht nicht im Oberland (sofern Ihr Name daher stammt).

      Wahrscheinlich hat es auch mit dem Umfeld zu tun. Ich könnte Ihnen ein gutes Dutzend davon vorstellen. Der Nachteil dieser Kenntnis ist, dass ich deshalb als ‚Nazi‘ gesehen und mit einem grossen Bogen um mich herum versehen werde.
      Während wir hier das Haus bis 2015 voll hatten bei Einladungen, ist es seitdem eher leer, mit jeder Menge durchsichtiger Entschuldigungen.

      Auch das mit Merkel kann ich bestätigen. Diese unreflektierte EU-Geschichte geht mir auf den Zeiger. Obwohl ich mich seit 50 Jahren als Europäer fühle, und immer für eine europäische Einigung war.
      Wenn ich diese generischen Verteidigungsreden höre, online, Glotze, oder persönlich, kommt es mir so vor, als sei aus einer kognitiven Argumentation eine Erklärung geworden, die sich im vegetativen System befestigt hat.
      Also ähnlich wie der Patellarreflex eine unwillkürliche Bewegung des Sprachapparates induziert durch EU-Kritik.

    • @Don
      die jungen Leute, die Sie kennen und die Merkel wegen der Flüchtlingspolitik wählen, wieviele von denen haben sich schon mal länger in islamischen Ländern aufgehalten und was von Land und Leuten mitbekommen? Ich meine jetzt nicht die Rucksacktour Marrakesch-Kairo-Istanbul oder einen Urlaub in Antalya.

    • Ohne Geschichte
      und ich kenne ein ganze Menge Leute, die geschichtslos und politisch unglaublich doof sind, weil sie sich nicht darum kümmern und nichts lesen, noch nicht mal die Bild. Dann kommen so Sprüche wie „Uns geht ’s doch gut“. und das „Kopftuch macht doch nichts…“ Aber für Refugees und gegen rechts sein, weil: das eine ist gut und das andere schlecht.
      Manchmal denke ich es müsste eine Prüfung vor den Wahllokalen geben. 80% er Bevölkerung dürften nicht wählen, weil sie keine Auswahl treffen können. Ich bin für die Wiedereinführung des Preußischen Wahlrechts!

  115. Ach ,Gux Gux ,der einzige Trost ist, dass diese Idioten
    .
    in absehberer Zeit sterben .
    Ohne irgendwas Positives zu hinterlassen.

    Deren Tod sei unser Trost, bei all dem Schaden, den sie angerichtet haben.

  116. Schuldfrage geklärt!
    Wenn die Kriminalität der noch nicht so lange Hierseienden drastisch
    zugenommen hat, dann wäre es doch gelacht, wenn die Ursache nicht bei
    diesen zu verorten ist, sondern (aufgepasst!): das aufnehmende Land
    ist natürlich schuld. Ich suche mal wieder nach meinem (schon arg ramponierten) Beissholz!

    http://m.tagesspiegel.de/politik/analyse-der-kriminalstatistik-wenn-bei-fluechtlingen-aus-frust-gewalt-wird/19735764.html?r=7771532

  117. .
    Ich fand bei den 68ern den Hang zum nackerd
    am See oder an der Isar umanandflackn (=herumliegen)
    need schee.
    Es hat sich ja (meist zumindest) wieder gelegt.

    Ich, Münchnerin in der Diaspora, radelte anfangs
    gern auf ADFC-Radtouren ins Berliner Umland.
    An Seen wurde immer eine Schwimmrunde eingelegt.
    Wunderbar!
    Man konnte dann Ost und Westradler am Popo
    unterscheiden:
    War er nackert > war‘s ein Ossi.
    Mei, runzlige Rinde an Bäumen finde ich schöner.

    Die 68 waren (und hatten) junge Ärsche.
    Bitte, sogar Uschi Obermaier zieht sich heute was an.
    Nun der Ossi zeigt halt gern seine Beulen + Runzeln.
    Das nennt er Freiheit.
    Im gleissenden Süden hielt man sich immer bedeckt.

    Freiheit hat nix mit Kleiderordnung zu tun.

    Das gilt ja eigentlich auch für jedes „Modediktat“
    Dem unterwerfen sich aber alle…
    hihi…ausser > Angela Merkel.
    Jetzt wo sie uns ihr Kohl-Sitzfleisch präsentiert,
    sollten wir nicht Schlüsse daraus ziehen?
    Bedeutet es gar LMAA? Ist es das was sie uns sagen will?

    • Man vergisst dabei leider oft die, due den Grünen nachher den Pädophilieskandal einbrachten.

  118. Nicht von Wichtigkeit und nur ganz nebenbei...
    …Kopftücher für Männer, abgesehen vom Cliché als Piratendetail (siehe korsische-/sardische Regionalflagge), schätze ich, einmal als Relikt des Vietnamkrieges und der daraus folgenden Kriegsfilme ein. Daß es bei uns so einige Vietnamesen gibt, die nicht unbedingt dem Arbeiterreservoir des Arbeiter-und Bauerstaates entstammten, sind damit auch erklärt.
    .
    Die ganzen durchgeknallten Film-Tschiais wurden uns doch in aller Breite, bekifft, mit Zigarrenstummel im Mundwinkel, Helm mit „F.T.A“ und Kriegsgegnerzeichen versehen, das M16 auf´s Geradewohl in den Dschungel entleerend, in epischer Breite vorgeführt.
    .
    Vor dieser Zeit schützten sich Männer bei Hitze-und ohne anderen Sonnenschutz, als Behelf allenfalls durch ein großes Taschentuch mit 4 Knoten an den Ecken. Oder kann jemand hier ein Foto eines Angehörigen deutscher Streitkräfte oder anderer Organisationen mit Kopftuch (Afrikakorps, Pripjet-Sümpfe, Ladoga-See…) aus der Zeit vor dem Vietnamkrieg vorweisen? Na gut, sieht ohnehin Sch***** aus aber wer weiß, vielleicht ein neuer Trend.
    .
    Und jetzt übe ich nur noch ein paar Zisch-und Lall-Gurgellaute ein und wickle ein Palästinensertuch um die Birne um mir über die BAMF ein Zusatzeinkommen zu verschaffen.
    (DdH)

  119. B.B.:
    „Sie sägten die Äste ab, auf denen sie saßen
    Und schrieen sich zu ihre Erfahrungen,
    Wie man schneller sägen könnte, und fuhren
    Mit Krachen in die Tiefe, und die ihnen zusahen,
    Schüttelten die Köpfe beim Sägen und
    Sägten weiter.“
    – Bertolt Brecht, Exil, III

  120. völlig blanco, die Leute gingen mir irgendwo vorbei
    Ich hab die 68er nicht mitgekriegt. Ja, das gibt’s. Ich hatte zu tun. Wenn ich nicht zu tun hatte, musste ich Autoren ganz lesen, den ganzen Ibsen und solche Sachen. Meine Zeit war mir zu schade für die 68er. Aus der Rückblende gab es an Adenauer aus meiner beschränkten Sicht nichts auszusetzen. Erhard hatte zur Folge, dass meine Eltern mehr verdienten und das Leben leichter wurde. Klar existierten diese Leute, aber nur schemenhaft. Ich fand sie undankbar und lebensfremd. Meine Eltern, die über Wasser (Ostsee) und durch Feuer (brennende Städte) gelaufen waren, waren immer nur dankbar, dass sie überlebt hatten. Irgendwie betrachteten wir Kinder uns daher als Zufälle. Die Eltern hatten natürlich etwas überschaubares Vermögen verloren bzw. die Großeltern. Diverse Todesfälle gab es auch.

    Irgendwie war man froh. Mein Vater liebte uns innig, und die Mutter legte sich krumm für uns. Das Haus war weg, wir bekamen irgendwann ein neues Haus. Offen gestanden verstand ich diese langhaarigen Unzufriedenen nicht. Aber gut, ich hatte liberale Eltern, das war vielleicht nicht die Regel. Und ich musste nicht in die Kirche, denn meine Mutter hasste diese.

    OT: Das ist keineswegs gegessen mit Macron, jeden Tag fallen mehr Leute von ihm ab. Vorwürfe: Kein Plan, réconciliation habe schon Hollande gewollt, Sanierung hätte er als Wirtschaftminister ja schon haben können, große Töne also, aber ohne Basis, Gefahr einer neuen Hollande-nahen Regierung, seicht, vage. Die Stimmung scheint mir sehr schlecht. Die Hälfte der Leute fühlt sich gar nicht vertreten.

    • Die Langhaarigen waren in den Medien, aber sie waren nicht mal bei den Liberalen die Mehrheit. Die Mehtheit wählte Brandt und stand hinter den Notstandsgesetzen. Ich war mit meinen Eltern justamnent in München, als die israelischen Sportler überfallen wurden, und ich erinnere mich heute noch über das Entsetzen.

    • Unter Tarnkappe und nackt weitergemacht
      Ja, 1972 wird in folgendem Stück auch erwähnt. Und dann kam 1976 Entebbe:

      „Ich kam mir vor wie ein Besucher in einem Irrenhaus, in dem die Patienten die Verwaltung an sich gerissen hatten. Stein des Anstoßes war nicht die Entführung der Maschine und die Selektion der jüdischen Geiseln – die erste nach 1945 -, es war die israelische Aktion zur Befreiung der Geiseln. Die „Operation Entebbe“ war mein privates Erweckungserlebnis.

      Anders als bei dem Olympia-Anschlag von 1972 war ich nicht in der Lage, mich in das Paradies der selig machenden Ignoranz zurückzuziehen. Wenn dies das fortschrittliche politische Milieu war, dann wollte ich mit dieser verkommenen Mischpoche nichts zu tun haben.“

      https://www.welt.de/politik/ausland/article13903849/Die-Endloesung-der-Israel-Frage.html

      Nun ja, das waren die Kinder der Nationalsozialisten. Den Nationalismus zusammen mit dem gesünderen Patriotismus tauschten sie ein gegen Hass gegen Deutschland, doch den Antisemitismus behielten sie und wendeten ihn auf Israel an. Nazis kann man sie nicht nennen, da der Nationalismus weg ist, sonst ist alles da wie zuvor, Sozialismus, Antisemitismus. Muslime, viele unter ihnen, sind natürliche Verbündete. In diesem Punkt unterscheiden sie sich in nichts von den Nationalsozialisten, die enge Beziehungen pflegten. Sie blieben also im Kern dieselben Leute, nur ohne Mutters BH, Vaters Sonntagshut, Moral oder Kirche und ohne Deutschland als Vaterland, sondern als „mieses Stück Scheiße“, Zitat von einer Demo, an der Frau Roth teilnahm. Es rührt sich nichts bei ihnen bei antiisraelischen Demos oder Leuten, die in Holland „Juden in het Gaz“ rufen.

      Wenn die Gesellschaft nicht so wahnsinnig an sich glauben und dieser Wahn nicht entstanden wäre, dass Soziales ebenso viel Einfluss hat wie Genetik und Elternhäuser, hätte man frühzeitig die Grenzen von Reedukation erkannt. Dass in der Sowjetunion auch nach der Revolution Pogrome stattfanden, hätte ein Hinweis sein können, wie prächtig Antisemitismus links blüht. Bis heute, und heute mit mehr Verbündeten. Sigmar Gabriel kapiert das auch nicht, nicht mal, wenn’s ihm einer zeigt, dessen Vater tausend Seiten über die Inquisition geschrieben hat.

      Gestern las ich eine französische Jüdin in einem Kommentariat. Sie war besorgt. Wegen Marine, die ich selbst für eine sozialistische Patriotin ohne signifikanten AS halte, und auch wegen Macron, einem Immigrationsfreund angeblich. Skylla und Charibdis. Ich wette, die geht nicht wählen und packt vorsichthalber einen Notkoffer.

  121. @oberländer
    Respekt Dank und Zustimmung zu Ihren Posts
    Kopftuch und Schuld

    In diesem lebhaften und interessanten Kommentariat stachen Sie für mich raus.

  122. Scheints hat es sich die ARD angelegen sein lassen, Alice Weidel eine "Nazi-Schlampe"
    zu nennen – aber als Witz!!, in der Satire-Sendung „Extra 3″haha, – auch das ist ein wenig 68: Haut nur immer drauf! – Nur keine Hemmungen beim Umgang mit dem politischen Gegener!

    Und: Gegen Nazis ist immer richtig: „Schlagt die Faschisten/ wo immer sie sich brüsten!“, hieß das früher.

    …tja, und schlagt sie besonders dann, wenn sie gar keine sind: Die sind nämlich, – weil perfekt getarnt – am gefährlichsten. Entlarvungsdiskurs hieß das dann etwas später. Alles musste „entlarvt“ werden…

    Alice Weidel braucht scheints Personenschutz.

    In Stuttgart ist gerade der AfD-Gemeinderat Brett von linken Demonstranten, die die Caritas beherbergt hatte (!!), mit einer Latte von hinten attackiert und verletzt worden.

    Im linken Stuttgarter kontext-online Magazin dazu kein Wort.

    Auch von der Caritas dazu bisher kein Wort.

    • Alice Weidel
      *muss* runtergeschrieben werden!
      Eine intelligente, attraktive und erfolgreiche Frau, die bisher keine der Storch/Höckeschen Dummheiten gesagt hat, wirtschaftsliberal, … .
      Einfach untragbar!

      Wenn man es nicht schafft, sie vorzubelasten, könnte es sein dass sie der AfD Stimmen zuführt. Und das muss im Interesse des Rechtsstaates und der Demokratie verhindert werden.
      Und ganz besonders im Interesse derjenigen, die ’noch nicht ganz so weit sind‘, selbst zu durchschauen dass mit solchen Leuten eine neue Nazi-Partei vor der Tür steht; und die deshalb noch etwas gelenkter demokratischer Befestigung bedürfen.

    • A. W. ist sicherlich keine „Schlampe“ …
      Allerdings kann man bei den Neoliberalen gewisse Strukturanalogien zu den Nazis aufzeigen. Denn die wollen ein wirtschaftsfaschistisches System.

      Was A.W. betrifft, so sollte man sich ihre Biographie und insbesondere den Doktorvater, den sie gewählt hat, genauer ansehen …

    • Magazin der Süddeutschen
      Dafür im aktuellen Magazin der SZ (meinem Mann konnte ich sie noch nicht ausreden, seufz, nach von mir durchgesetzter Abokündigung kauft er sie halt jetzt im Laden) eine rührende Geschichte über eine Chemnitzer Linke, die in ihrem Büro Schmierereien, zerdepperte Fenster und tote Ratten aushalten musste. Also quasi das, was nahezu jeder nichtlinke Politiker auch erlebt, ohne dass es in der Zeitung steht.
      Von körperlichen Angriffen gegen Afd-Politiker oder nur Wahlhelfer ganz zu schweigen.
      In meiner Heimatstadt z.B. radle ich schon seit Monaten am von aufrechten Antifaschisten entglasten JU-Büro vorbei.

    • Herr v. Goslar - "Strukturanalogien" - solche supertollen Dinge gibt es immer - von allem zu
      allem.

      Die Neoliberalen haben aber nun mal weder einen Gulag-Staat noch die Vernichtungslager des „3. Reiches“ hervorgebracht.

      Diese Superanalogien sind geistige Sackgassen. Man kommt damit nicht weiter als bis zu schiefen Vergleichen.

    • Zu Uwe Dippel, wegen Frau Alice Weidel
      Alice Weidel (die tatsächlich als sehr attraktiv genannt sei) ist rechst und wirtschaftsliberal.

      Das Abartige wo man sich nur noch an den Kopf langen kann ist doch dass nach der Niederlande-Wahl die Herren Gabriel und Schulz mit lachenden Gesichtern und nach oben gestrecktem Daumen ihre Freude zum Ausdruck gebracht haben, dass der (so kam es wörtlich in den Nachrichten) „Rechts-Liberale“ Herr Rutte Wahlsieger war. Die Freude war so groß dass die beiden Kasper nicht mehr merkten dass ihre Schwesterpartei ins Bodenlose abrutschte.

      Die Frage, warum der rechtsliberale Rutte gut und die rechtsliberale Weidel schlecht ist, erspare ich mir jetzt.

    • Runterschreibversuche
      „Alice Weidel *muss* runtergeschrieben werden!“

      Bislang hat man wohl nicht viel gefunden. Der Vorwurf der „Nazi-Schlampe“ entspricht vom Niveau her einer Plakatschmiererei, bei der der angehende Künstler der abgebildeten Person ein Hitler-Bärtchen verpasst. Sie hat einen Wohnsitz in der Schweiz, was der deutschen Volks- und Schicksalsgemeinschaft irgendwie suspekt ist. Man wird das aber wieder einschlafen lassen, schon deswegen, weil sie nicht die einzige unter den deutschen Politikern ist, die so einen vaterlandsverräterischen, die Grenzen überschreitenden Lebenswandel führt. Schließlich ist sie Lesbe und in der AfD, was echte PsychologInnen auf den Plan ruft, die man dabei beobachten kann, wie sie frei assoziieren. Freilich, sie muss geistesgestört sein, wenn sie ihre Zeit mit den Rechten abhängt, statt in einer eigens für sie eingericheten Lesbenpartei, wo sich alle vom Patriarchat unterdrückt fühlen.

      Fast fühlt man sich an das Thema des Blogartikels erinnert. Wie diese ’68er, die einfach das beste aus ihrem Leben machen wollten, d.h. Karriere machen und in der Freizeit Motorrad fahren und Rockmusik hören. Wozu all diese Rückblenden, wenn man das angenehme aus jener Zeit ohnehin im Leben bewahrt hat.

      Aussehen tut Weidel wie das Casting für eine deutsche Karrierefrau, die man auch an der Spitze von DAX-Unternehmen oder in den USA vorzeigen kann. Für mich der größte Pluspunkt: in Westdeutschland aufgewachsen. Das ist überhaupt bemerkenswert, dass die AfD mit einer westdeutschen Doppelspitze zur Wahl antritt. Vielleicht wird ja doch noch was aus der Partei.

    • Ein bisserl OT: Rutte
      Am 15. März waren die Wahlen in den Niederlanden.

      Weitgehend bekannt sollte sein, daß Morgen der 1. Mai ist.
      Weitgehend unbekannt ist, daß nach einigen Wochen beinahe täglicher, mehrstündiger Koalitionsverhandlungen seit 10 Tagen bis Übermorgen pausiert wird, in der Hoffnung, doch noch eine neue Regierung Rutte zusammen zu zimmern.
      Zunächst hatte man gesagt ‚vor Ostern‘, jetzt hofft man auf ‚vor den Sommerferien‘.
      Man wird aber was zusammenhauen, bevor Geert Wilders zum Zug käme.

      Es ruckelt ziemlich bei den etablierten Parteien.
      In Frankreich – wir haben es noch frisch in der Erinnerung – 26 Prozent für Kandidaten der etablierten Parteien.
      Und daß der rechte Gaullist nun auch noch seinen Wählern (er hatte 5 Prozent der Stimmen) zur Wahl von Le Pen aufgerufen hat, verschweigt man uns in DE zur Gänze, um uns nicht noch mehr zu verwirren.

  123. Nach dem Frisör ein luftiges Kopftuch für die Dame
    Die 68 das ist Abglanz des Neuen:
    //Musik // Design // Technik // TV-Trottel

    mir nach wie vor völlig unverständlich, wie es trotz der Anwesenheit so vieler intellektueller Köpfe, Kantenknaller wie Ulbricht // Honnecker an herausragenden Positionen, über Jahre hinweg, geben konnte. Diese Absurdität ist wirklich ein Hammer der den einfachen Verstand sichelt.

    (grrr – meine Güte waren das schöne Zeiten auf Sylt)

    @TDV
    «Man möge uns verzeihen, dass wir da zunächst mal von diesem Pack befreit sein wollten, ohne uns grosse Gedanken darüber zu machen, was man statt dessen irgendwann mal wollen sollen können wird! »

    Marlon Brando im Film »Der häßliche Amerikaner« zu einem Mitarbeiter der Botschaft:
    heute ist heute, laßen Sie uns sehen was Sie morgen zu machen verstehen.

    »Das Herz liegt auf der Zunge, und diese ist nicht gespalten. Wenn es einem vorkommt, daß es in einem Land gemein zugeht, so hat man — und das braucht man in Deutschland nicht zu betonen — sich meistens nicht verhört.«
    Erwin Chargaff // Abscheu vor der Weltgeschichte
    (das Kapitel über Wahrheit ist klugerweise vorangestellt)

  124. 1968
    ·
    ▸ Heintje: Mama (Jahreshitparade)
    ·
    ▸ Lilian Atterer: Miss Germany (Miss Bayern)
    ·
    ▸ Eric Malpass: Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung
    ·
    ▸ Briefmarke: Handwerk, Tradition und Fortschritt
    ·
    ▸ Christo: 5600 Cubic Meterpackage (»Wurst« [IV. documenta])
    ·
    ▸ Zur Sache, Schätzchen (May Spils [ca. 6,5 Millionen Zuschauer])
    ·
    ▸ Olympische Sommerspiele: Mexiko (5510 Sportler, 781 Frauen)
    ·
    ▸ NSU Ro 80 (Auto des Jahres)
    ·
    ▸ William Anders: Earthrise (Apollo-8)
    ·
    ▸ »Nieder mit dem Dirndl« (Mini, Midi, Maxi)
    (Dona Fowler Kaminsky, Berkeley-Körper-Freiheitskämpferin)
    ·
    ·
    ·
    P.S.:
    Buchtipp: von Dr. Dr. Rainer Zitelmann (Ex-Maoist, Historiker, etc.)
    ▸ Die bundesdeutsche Linke der 70er Jahre (the european)
    ·
    Gunnar Hinck, Wir waren wie Maschinen.
    Die bundesdeutsche Linke der siebziger Jahre,
    Rotbuch Verlag, Berlin 2012

  125. Der Kapitalismus individualisiert nicht – er vereinzelt!
    @Goodnight:
    „Vielen Dank für die Beschreibung, die den eigentlichen Kern der 68er Bewegung herausschält: Die Individualisierung.
    Letztlich war die 68er nur die Reaktion der westlichen Welt auf die Erfindung der Pille. Die dadurch ermöglichte Entkopplung des Sex von der Fortpflanzung ermöglichte die Entkopplung des Individuums von der Familie und damit auch von den bestehenden Strukturen der Gesellschaft. Dies wurde dann genutzt. Bis es nicht mehr ging.
    All das politische Gedöns drum herum, von Mai 68 über APO bis zum Exzess der RAF, all das war nur ideologischer Überbau einer im Kern sexuellen Revolution.“
    http://blogs.faz.net/stuetzen/2017/04/27/die-schuld-der-68er-an-der-kopftuchinvasion-7618/#comment-160052

    Das ist Ihre sex-fixierte Projektion, dies hat aber mit der Realität wenig zu tun.

    Meine Jugendliebe nahm die Pille bereits ab 1965. Die allgemeine Politisierung begann 1967 mit der Anti-Schah-Demonstration, und dem Mord an Benno Ohnesorg sowie durch den Freispruch des Täters.
    Der Kampf gegen die Notstandsgesetze und gegen die Springer-Presse war motiviert durch das Ziel einer Demokratisierung der Gesellschaft.

    Das Buch „Die Transformation der Demokratie“ war die „Bibel“ der APO.

    Lange vor der APO und der Studentenbewegung haben wir als weitgehend unpolitische Schüler von einer „Demokratur“ gesprochen, weil wir die gesellschaftlichen Verhältnisse in der BRD so erlebt haben.

    Die Ablösung von der Primärfamilie entstand nicht aus dem Bedürfnis nach einer „Versingelung“, sondern aus den negativen Erfahrungen mit dem traditionellen Familienmodell der Elterngeneration sowie aus dem Bedürfnis nach einem freiheitlichen und selbstbestimmten Leben, aber eben nicht nach einem „Single-Leben“.

    Die These von der angeblichen Individualisierung, die Liebhaber des Kapitalismus häufig vorbringen, ist grottenfalsch, weil im Kapitalismus das Gegenteil der Fall ist, nämlich kapitalistische Gleichmacherei der Subjekte.
    Als Massenprodukt entsteht ein Einheitsmensch, nämlich der menschlich entfremdete, vereinzelte Einzelner. Der ist „innen“ hohl und entkernt, schon zur 68-er-Zeit sprach man von „Plastic People“. Das waren die Angepassten, die als Rädchen in der Mega-Maschine Kapitalismus funktionierten.

    Reimer Gronemeyer beschrieb diesen Sozialisationstyp als „Ohne Seele, ohne Liebe, ohne Hass. Vom Ende des Individuums und vom Anfang des Retortenmenschen.“

    Da dieser Typ Mensch innen hohl ist und sich daher nicht als individuelle Persönlichkeit unterscheiden kann, versuchen diese Menschen, sich durch äußere Merkmale zu „individualisieren“. Durch Body-Styling, Tätowieren, Piercing, Haare färben, durch besondere und auffällige Produkte aus der Warenwelt (Kleidung, Auto, Uhren, Handtaschen Schuhe …) und/oder durch besondere Taten, sofern sie dazu in der Lage sind. Auch sog. „Amokläufe“ können unter diesem Aspekt betrachtet werden.
    Eine Extremform dieser Pseudo-Individualisierung ist Body-Modification.
    http://www.spiegel.de/fotostrecke/koerperkult-gespaltene-zunge-glas-im-ohr-fotostrecke-45600.html

    Die Natur des Menschen wird an das kapitalistische System angepasst und daraus resultiert der massenhafte Arbeits- und Konsumidiot. Da diese Anpassung Grenzen in der menschlichen Natur findet, bedarf es des massenhaften Einsatzes von psychotropen Substanzen: Alkohol, Psychopharmaka, Drogen. Ohne diese funktioniert der kapitalistische Arbeits- und Konsumidiot nicht systemfunktional. Daher auch die Tendenz zur Freigabe von Cannabiskonsum.

    Es entsteht eine Gesellschaft der angepassten Doofen, die sich von innen her nicht mehr transformieren kann und sich daher in einer – im Rahmen der repräsentativen Demokratie nicht aufhaltbaren – Abwärtsspirale der Dekadenz befindet.

    Gegen diese gesellschaftliche Entwicklung, die sich bereits in den 60-er Jahren zeigte, revoltierten die 68-er. Allerdings erfolglos.

    • Genau ! Die 68er wollten den ,,Neuen Menschen'' Marx'scher Theorie,
      .
      .
      der dann im realen Sozialismus dahinvegetiert, und sich mit Absicht des Systems in nichts vom nächsten Vegetierer (Vegetarier ?) unterscheiden darf .

      Schöööön .

    • Did I adequately answer your condescending question?
      Herr von und Goslar,

      ich bin dann doch etwas irritiert, dass Sie, der irgendwo oben in Anspruch genommen hat, Wissenschaftlich zu operieren, hier bar jeglicher Theorie argumentieren.
      Wie dem auch sei, ich werde Ihnen mal einen kurzen Überblick über Gesellschafts Theorie geben (pro bono..wie immer):

      Am Anfang war die Horde. Als Einheit, als Referenz. Daraus wurde dann die Familie, nachdem sich hierarchische Struktur wie Königreiche und Imperien entwickelt konnten, die Grundlage für die Reduzierung der Horde auf Familie waren.
      Dann kam die Moderne in Form der Sozialisierung, vulgo Bürgertum, vulgo funktionale Differenzierung. Es war da plötzlich ein Kapitalismus, der unabhängig von dem König und der Nation operieren konnte, sozusagen global (Insbesondere nach 1870), es gab plötzlich eine Recht welches im Staat neben der Regierung eigenständig und unabhängig operieren konnte, es gab eine Wissenschaft, die frei von Konventionen forschen durfte.
      Als das ist die Moderne, die Welt in der wir leben.

      Die wichtige Frage für den einzelnen Menschen ist dann, wie man in all diese Komplexität eingebunden werden könne, so handlungstechnisch und kommunikativ und so. Tja, da hat die Moderne uns die Individualität gegeben. Als Individuum kann man ganz dolle Dinge machen, in der Moderne. Man kann zum Beispiel gleichzeitig Grüne wählen, die Grünen in einem Blog beschimpfen, dabei zwischen Silber und Kunstwerken auf 250 qm thronen und in der FAZ über den Kapitalismus schimpfen, 6 Zylinder Sportcoups fahren und zugleich Fahrradfahren postulieren etc. All das ist möglich, in der Moderne, als Individuum. Und zwar nur als Individuum. Nicht als Leibeigener, nicht als Genosse, nicht als Jünger, etc.

      Worauf wir hinaus wollen, ist, dass die Erfindung der Pille Anfang der 60er Jahren den Frauen es ermöglichte, Sex zu haben ohne direkt nach schwanger zu werden. Was noch viel besser war: Die Männer konnten jetzt ständig Sex haben ohne nach 9 Monaten Al Bundy zu werden müssen, d.h. fürs Kind und Frau zu arbeiten. Die Pille befreite den Mann mehr als die Frau.
      Mittels dieser Entkopplung von der Natur eröffnete sich die Entkopplung von der Familie. Und damit die wirkliche Entfaltung des Individuums. Niemand war mehr mit Anfang 20 automatisch FamilienVater bzw. Mutter. Es eröffneten sich völlig neue Möglichkeiten, Dinge, wie einfach mal nichts tun, eine Karriere beginnen, durch die Welt zu reisen oder eine Revolution zu beginnen.
      Tja, und das haben die 68er dann getan, ne kleine Revolution, weil sie nix besseren anzufangen wussten, zwischen dem Sex. Weil Familie mussten sie ja nicht mehr.

      Easy as f.ck.

      (P.s.: kann man fast alles nachlesen, bei Habermas, Foucault, Bordieu, und natürlich und ganz besonders: Luhmann….aber nur, wenn sie da wissenschaftliches Interessen hätten..)

    • Man muss Leuten eine Chance geben
      Könnte von Qteb sein:

      „Die Natur des Menschen wird an das kapitalistische System angepasst und daraus resultiert der massenhafte Arbeits- und Konsumidiot. Da diese Anpassung Grenzen in der menschlichen Natur findet, bedarf es des massenhaften Einsatzes von psychotropen Substanzen: Alkohol, Psychopharmaka, Drogen. Ohne diese funktioniert der kapitalistische Arbeits- und Konsumidiot nicht systemfunktional. Daher auch die Tendenz zur Freigabe von Cannabiskonsum.“

      Ich seh das nicht so, sehe aber, das man das so betrachten kann. Dass ich selbst das anders sehe, liegt daran, dass ich dachte, was ich denken wollte, sagte, was ich nötig fand, zuhörte, um von anderen zu lernen, nie ein Auto kaufte, was man haben sollte oder entsprechende Kleidung, nicht überall gewesen sein musste, manches einfach nicht las, kurz, sehr häufig Dinge anders machte als Freunde und vor allem als in der Zeitung stand.

      Als man sagte, Rauchen sei schädlich, was ich vorher wusste, und als Rauchen nicht mehr in war, rauchte ich sporadisch und draußen, aber ich folgte dem Herdentrieb nicht, nahm aber andererseits nie Cannabis oder Kokain, folgte auch hier dem Herdentrieb nicht, ging mit Leuten auf die Wiesn, reiste mit dem eigenen Fahrzeug an und trank bleifrei, ließ mich dafür verhöhnen und lachte später, als ich noch gerade ging und kein Taxi suchen musten.

      Und eins muss ich sagen: Manchmal war ich allein, zog etwas durch, obwohl mir „abgeraten“ wurde. Also, die Regel ist das wirklich nicht, aber einzelne gibt es, die sind genauso unabhängig.

      Daher mache ich das Halali hier auf Merkel nicht mit. Ich bin genauso sauer auf Merkel wie andere, denn bitte, das ist auch eine Gruppe, aber ich werde rational wählen. Und rational betrachtet, wäre eine starke CDU/CSU vermutlich am besten, von der man nur hoffen kann, dass sie Fehler wieder ausbügelt, vielleicht auch Steuererleichterungen bringt.

      Das mag daneben sein, aber das ist eine rationale Ansicht und eine eigene. Nicht wegen, sondern trotzdem. Dann soll sie schaffen, das Feld der Nichtberechtigten wieder auszudünnen. Ob sie’s macht, weiß ich nicht. Aber hilfreich wäre, wenn ihr keine Kirchenfrauen, Iranschleierträgerinnen und Türkeiurlauberinnen, Absahner und Gestalterinnen neuer Geschlechterformen reinreden würden, oder sog. Diplomaten, die mit Netanyahu nicht umgehen können, und wenn sie einen Innenminister hätte, der auf unser aller Sicherheit achten würde, statt uns zu überwachen.

      Wie gesagt, das mag grundverkehrt sein, aber immerhin ist es meine eigene Meinung.
      Und bitte, ich verstehe nicht, wie man Leute wie uns, die hier gern leben und keine angepassten Konsumviecher wurden, und zwar viele, so gnadenlos übersehen und Sprüche verdampfen kann, die geradewegs vom Gründer der MB und von der Inspirationsquelle von bin Laden kommen könnten, nachdem er frustriert aus den Vereinigten Staaten zurück kam.

      Sorry. Geht mir genauso vorbei wie die 68er früher, die mir schier nichts mitzuteilen hatten.

    • Na wenigstens
      sind die Vorlesungen nicht pro Bonobo.

      Bei manchen Richtigmachern kommt einem der Spruch in den Sinn, dass für Leute, die einen Hammer als einziges Werkzeug haben, jedes Problem ein Nagel ist.

    • Menschheitsentwicklung
      @Goodnight:
      „Wie dem auch sei, ich werde Ihnen mal einen kurzen Überblick über Gesellschafts Theorie geben (pro bono..wie immer)“
      http://blogs.faz.net/stuetzen/2017/04/27/die-schuld-der-68er-an-der-kopftuchinvasion-7618/#comment-160161

      Vielen Dank! Aber ich stehe nicht auf Simplifizierungen, sondern befasse mich lieber mit den Forschungsresultaten aus Ethnologie und Kulturanthropologie.

    • I'm gonna have to science the shit out of this.
      @Goslar

      „Forschungsresultaten aus Ethnologie und Kulturanthropologie“…yep, da kann die Sozialwissenschaften aber einpacken, wenn Sie mir der Königsdisziplin aller Wissenschaft kommen. Insbesondere die Theorie ist da ja extremst verbreitet, in diesen Ethno- und Kulturanthropologien….aber wer braucht schon Theorie in der Wissenschaft….weil Theorie ist ja irgendwie Simplifizierung, und wir wollen es doch gerne so komplex wie möglich….weil Komplexreduzierung und so, ach das geht mal gar nicht in der Wissenschaft…

      Egal, witzig hier, bei der FAZ mit den klugen Köpfen…

    • Die Arbeiter haben kein Vaterland
      @Nahuatl

      Karl Marx hat sich mit was beschäftigt? Mit dem Eindringen des Kapitalismus in die Gesellschaft und der damit erfolgten Entmachtung von Staat und Familie.
      Karl Marx war der Erste, der die Moderne beschrieb, d.h. die funktionale Ausdifferenzierung der Gesellschaft.

      Kann man auch nachlesen, z.B. bei Marx. Sollten 68er eigentlich wissen, weil die haben den ja alle gelesen….

      Egal.

    • Animal Farm
      Aus meiner Sicht folgten sie dabei dem Drehbuch von George Orwell – mehr Animal Farm als 1984, mit vielen Elementen von Zimbabwe und Venezuela (light).

      Mir ist vollkommen schleierhaft wem sie das als nachhaltiges Erfolgsmodell verkaufen wollen!

  126. miss link to tweet
    Ich kann auf dieser Seite am PC unter Win7 und Thunderbird keinen Link zu twitter erkennen. Ob es an einem addon liegt oder ob es wirklich nicht da ist?

  127. Eigentlich
    juckte es mich beim Lesen so manches Mal gewaltig in den Fingern, doch es scheint mir sinnlos, sich für 68er und Hippies stark zu machen. Einerseits ist die Verkürzung auf „drugs sex and rock and roll“ ebenso enttäuschend und falsch wie die pauschale Gleichmacherei, andererseits ist es überaus amüsant, welche Vorstellungen hier über jene Zeit vorherrschen. Aber das mag auch daran liegen, daß sich viele heute eine Welt ohne Internet und Smartphone nicht mehr vorstellen können. Welche Probleme das bedeutete und wie schwierig es war, der geballten Staats- und Medienmacht gegenüberzustehen – ohne jeden Rückhalt in Familie und Gesellschaft, das kann sich heute doch niemand mehr vorstellen.

    Mir scheint, die eigentliche Leistung dieser Generation wird völlig verkannt. Ein paar Zeilen im Internet zu schreiben, zu twittern oder sich sonstwie aus dem Ohrensessel zu betätigen, das ist nun wirklich nicht vergleichbar und läßt so manche so verfaßte Beurteilung im falschen Licht erscheinen.

    Sicherlich hatte die Zeit Auswirkungen auf die Entwicklung der Gesellschaft, aber leider nicht (nur) die, die von den 68ern beabsichtigt waren. Ihnen, und ich wage mal, mich dazuzuzählen, zu unterstellen, diese Entwicklung gewollt zu haben bzw. immer noch zu wollen, geht völlig an der Realität vorbei. Die, die ich als 68er betrachte, haben auf der politischen und gesellschaftlichen Bühne nie eine tragende Rolle gespielt. Dazu waren es viel zu wenige und die Zeit ihrer Aktivitäten war viel zu kurz.

    Die 68er hatten ihre Zeit, da gehören sie hin. Sie immer wieder mit der Gegenwart in Verbindung zu bringen, ist ebenso falsch, wie das auch z.B. beim Holocaust in meinen Augen der Fall ist. Die Gegenwart hat ihre eigenen Gesetze, die zwar den Vergleich rechtfertigen, aber nicht die Transformation.

    • Ja, genau, alles hat seine Zeit:
      wählen wir die 68er im September einfach ab!!
      Und zwar so klar, dass selbst Überhangmandatsausgleichungen und Geschäftsordnungsverändereien zur Verhinderung unliebsamer Alterspräsidenten keine moralische Insolvenzverschleppung bis zum Sanktnimmerleinstag bewirken können.

  128. ... in meinem Alter regt kann man sich nicht mehr aufregen ...
    …kenne auch welche die immer noch cduspdgelbe und juchtenkäferkrötenwindrad-rettende Grüne wählen … ziemlich viele sogar …

    … was ich hier zum Teil über die 68-iger lesen muss ist so daneben, dass ich mich schon wieder aufregen KÖNNTE – aber ne´, das tu´ich mir nicht an!!!

    … bitte wählt sie … ihr 100 Kilo auf die Waage bringenden, Jogging-Hosen tragenden – Cola-lightvegetarischveganbiometrisch -(für´s bessere Gewissen??) mampfsaufende – versch…….. verdummt konsummierte Bräsig-Gesellschaft ….

    … geschieht euch grad´recht – alles was nach September 2017 auf euch zurollt …. es wird so kommen … ich muss es hinnehmen …

    meine 68iger Jahre nimmt mir keiner – wir Nachkriegs-Kinder wollten uns nicht abfinden mit Adenauer´s „was geht mich mein Geschwätz von gestern“ an und Kiesinger´s Verlogenheiten…und tausendjahreTalare-Mief …“

    … der Marsch durch die Institutionen war ein Märchen – jedoch erzählt von denen die diesen Marsch verhindern wollten und konnten – (auch damals schon klebte und klammerte sich die ELITE an ihre gut bezahlten unnützen Pöstchen –

    … was letztlich daraus werden sollte konnten wir damals (auch heute wissen wir nicht wohin der Wind sich drehen wird) – nicht erkennen. Alles SCHLIMME Glaskugel-Prophezeihungen …

    … wir waren jung und glaubten wahrhaftig an Veränderungen …
    heute muss Jugend malochen für kapitalistische Großaktionäre (ich will keine Gleich-Macherei – es sollte nur einigermaßen fair für jeden zugehen …

    … heut bin ich älter (ich weiß nicht ab wann man alt zu sein hat) …

    … jedoch weise??? genug um zu erkennnen – die Menschen lernen in den wichtigsten Bereichen NIX dazu!!! Aber auch rein gar nix …
    …. ich überleb´euch …

  129. Zwei Motive junger Leute, Merkel zu wählen …
    Don Alphonso:
    „Pfff, ich kenne einige junge Leute, die Merkel für die Grenzöffnung wählen.“

    Ich auch.

    Das eine Motiv ist die Befreiung vom Schuldkomplex und der Wunsch, zu einem besseren Deutschland beizutragen.

    „Lasst sie alle Deutsche sein
    Gauck sagt, es ist möglich: Alle können Deutsche sein. Ob Thüringer, Hessen, Türken oder Syrer. Es wäre ein anderes, ein besseres Deutschland.
    http://www.sueddeutsche.de/politik/gauck-am-tag-der-deutschen-einheit-lasst-sie-alle-deutsche-sein-1.2675761

    Das zweite Motiv ist, durch die Wahl von Merkel zum Untergang des verhassten Deutschland beizutragen.

    Als ich letztes Mal in Berlin war, entdeckte beim S-Bahnhof Warschauer Straße ich auf den Dächern eines Häuserzuges den Schriftzug in riesigen Lettern:
    „Deutschland verrecke!!!“
    http://friedrichshainblog.de/wp-content/uploads/2014/09/Deutschland-Verrecke.jpg

    Ein „Wunsch“, der typisch ist für viele Menschen aus der anti-deutschen und Antifa-Szene ist. Sie hassen Deutschland und die Deutschen und drücken ihre Vernichtungswünsche aus in Parolen wie:

    „Deutschland muss sterben, damit wir leben können.“

    „Bomber Harris – do it again“

    „Die Deutschen sterben aus – wir klatschen laut Applaus“

    Man sollte diese Realität endlich einmal zur Kenntnis nehmen, nämlich dass die Befürwortung der neoliberalen Politik der Massenimmigration zu einem nicht unerheblichen Teil durch den Hass auf Deutschland und die Deutschen motiviert ist.

    • Manchmal hören Sie sich ganz schön national an,.
      .
      .
      Herr von Goslar . Ich meine das nicht negativ, aber jemand, der eher links orientiert ist,
      kann damit überraschen .

    • "Die Deutschen sterben aus – wir klatschen laut Applaus
      Wie wäre es wenn da mal ein Staatsanwalt prüft ob § 130 (Volksverhetzung) erfüllt ist?

      (2) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer
      1. eine Schrift (§ 11 Absatz 3) verbreitet oder der Öffentlichkeit zugänglich macht […] die
      a) zum Hass gegen […] Teile der Bevölkerung […] aufstachelt, […]
      oder
      c) die Menschenwürde dadurch angreift dass diese […] böswillig verächtlich gemacht […] werden.

    • Keine Bange, die Jünger Freuds
      haben Fortschritte gemacht, mit erfolgreicher Suche nach einem guten Psychotherepeuten ist Selbsthass inzwischen heilbar.

  130. ...zur Photodermatose empor...
    Schöner Beitrag,danke dafür!Chlodwig Poth hätte vermutlich die verwegenen
    Piratentuchträger aus dem Biergarten gerne in einem Epilog zu seinem „Progressiven Alltag“ untergebracht…
    Nicht ganz so Freiheit und Abenteuer,aber für Haupthaarverlustige geht zur Lycra-Pelle auch der Fahrradhelm – und bei kühlem Wetter die Sturmhaube drunter.

  131. Schriftgläubigkeit bei 68ern und Kopftuchträgerinnen
    Was 68er und Kopftuchträgerinnen tatsächlich eint, ist eine gewisse Schriftgläubigkeit. Die einen glauben an Schriften wie „Das Kapital“, die anderen an den Koran. In beiden Welten wird man schnell exkommuniziert, wenn wenn nicht das richtige Bewusstsein hat. Das Problem: Nur 5 Prozent der Prozesse im menschlichen Gehirn verlaufen bewusst, der große Rest bleibt unbewusst. Die ausschließliche Orientierung am Wort hat es da schwer. Unter dem Neokortex befindet sich das limbische System mit der Macht der Emotionen. Sie entscheiden oft anders.

    Die Mehrheit der wenigen Stellen im Koran, in denen Mohamed ein Kopftuch empfiehlt, betrifft die eigenen Frauen des Propheten, die wegen dessen Berühmtheit geschützt werden sollten. Texte ohne Kontexte ergeben oft wenig Sinn. Das gilt auch für Linke, die ihre Schriften gerne idealisieren und verabsolutieren. Ausweniglernen erklärt nicht das wahre Leben. Vor allem nicht, wenn Zeit und Raum völlig anders geworden sind.

    • Hysterie unnötig
      Ich kann Sie beruhigen, Zeit und Raum sind die selben geblieben, und im Phänomen der Raumzeit, das Albert Einstein einst entdeckt hat, auf gewohnte Weise verknüpft, wie zuletzt ja auch das Gravitationswellenexperiment gezeigt hat. Ob Sie auf Ihrem Planeten irgendwo am Rand einer recht durchschnittlichen Galaxie mit paar Milliarden anderen solcher Sonnen nun zusammenraffen was geht, damit herumprotzen, um Geschlechtspartner anzulocken, und sich das Leben so gegenseitig zur Hölle machen, oder als soziale Säugetiere eher Gedanken wie Reziprozität und Kooperation hochhalten, auch damit es für alle etwas angenehmer ist und einfach weniger sozialer Stress entsteht – dem Universum ist das alles völlig wurscht.

  132. Löcher in der Jeans!
    Die 68er waren schlimm. Weißgott! Aber noch viel schlimmer waren ja die Punker. Die waren sogar den 68ern dann zu krass. Von den 68ern haben wir die Blue Jeans, von den Punkern kommt, dass man da jetzt Löcher am Knie hat! Ist es noch zu fassen? Alle laufen sie jetzt so herum in ruinierten Hosen! Und die Eltern schweigen!

  133. Aufregung
    @Dessler

    Warum regen Sie sich so auf?
    Habe ja darauf hingewiesen, dass man sich den besagten Film „zurückgelehnt und mit einer Zigarette zwischen den Fingern“ anschauen soll.
    Also kritisch und distanziert.
    (Jetzt werden Sie sich wieder ärgern, weil ich B. Brecht paraphrasiere…).

  134. Freiheit die ich meine
    Im Nachhinein betrachtet empfinde ich die sogenannten 68er nicht als Bereicherung, sondern als Verarmung.
    Die Zeit der Pille, der Hippies, und Politisierung habe uns Freiheiten gebracht?

    Ich fühlte mich so frei, als in ich in den Anfängen der 60er das erste mal ein Mädchen küssen durfte. Freier als es die Kommune 1 propagierte.

    Es war eine größere Freiheit, sich in den alten VW-Käfer Baujahr 53 setzen zu können und im Sommer 67 spontan nach Paris zu fahren und dort die andere Lebensart, das andere Geld, die andere Denkform erfahren zu dürfen, als heute im Bus nach Prag.

    Ich fühlte mich frei 1967 mit einem Schulkollegen ein Doppelzimmer mieten zu können. Und die Hausmama die uns ermahnte „Keine Mädchenbesuche“ haben wir gemocht, sie hat uns als ihre Kinder bekocht. Vögeln auf Teufel komm raus , um mit 14 Jahren „Erfahrungen“ zu sammeln, ob man auch sexuell zusammen passe, nein, das kannten wir nicht, das vermissten wir auch nicht. Und wir waren deshalb noch lange nicht „verklemmt“ was auch immer das sein soll. Und man fand schnell ein Zimmer.

    Ich fühlte mich frei in den Semesterferien problemlos einen Job finden zu können, bei der Post, in einem Fotolabor, in einem Teppichladen, als Fahrer einer Brillenmarke.

    Ich empfand meine ersten Kontakte zur Politisierung als hart, es ging um die Notstandgesetze und wir diskutierten heiß und Gnadenlos auf der Straße. Wir wussten alles besser.

    Ich schaute verwirrt den Leuten nach, die untergehakt die Straße heruntereilten und bellten „Bürger lasst das Glotzen sein“.

    Ich kam erst langsam dazu. Und im Rückblick erkenne ich keinerlei Bereicherung für mein Leben, weder in der persönlichen Entwicklung (wer sich versteckt hinter der Politik, der weigert sich, sich in all seinen Schwachen zu betrachten) noch in der gesellschaftlichen.

    Nach dem Abendgymnasium kam die Schauspielschule. In diesem Umfeld trieben sich besonders viele angehende Linke und Revoluzzer herum, denn man muss ja die Künste unterwandern, sie zu Agit-Prop-Maschinen umwandeln, eine rein stalinistische Erfindung (Agitation-Propaganda), die das Theaterleben ersticken sollte.

    Zwar gab es viele Versuche Theater in neue Formen zu gießen (Bread and Puppet, La Mama, La grande Magic Circus, Terajama, Rote Grütze), aber das Mitspracherecht, dass ein P.Palitzsch in Ffm einführte, hatte die meisten Schauspieler eher verstört denn befreit.

    Mag es sich simpel anhören: Die Welt war vor „68“ noch in Ordnung, man hatte ein Lebensziel, der Hunger der direkten Nachkriegszeit war vergessen, es gab Fernseher und Autos und Arbeit und Höflichkeit und „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“, was heute als unverschämte, als diskriminierende Unterdrückung der Selbstverwirklichung gedeutet wird.

    Bis dann die 68er kamen, ausgelöst durch die Gewalt der Polizei (Leberwursttaktik, Mord an Ohnesorg) in Berlin beim Besuch des Folterers aus Persien.

    So kam ein Stein ins Rollen, der, meinem Gefühl nach, dieses deutsche Land mehr und mehr in einen Strudel von Gewalt und sogenannter „Gegengewalt“ riss, der ins Heute mündet. Am Montag ist der 1. Mai, wir wissen bereits, was geschehen wird. Autos abgefackelt, Mollis geworfen, Bullenwagen angezündet, Schaufenster eingeschlagen, alles im Namen der Freiheit und Gerechtigkeit, gegen Rassismus, Nazis und Sexismus….habe ich was vergessen?

    Fast keiner der aus der Gewaltbewegung erzeugten RAF war wirklich politisch. Von Meinhof und Mahler mal abgesehen. Man war dort stolz auf die Wumme und dass man es der Hassfigur, dem Staat, mal richtig zeigen wird.

    Wenn ein Mitscherlich schrieb „Die Unfähigkeit zu trauern“, wie bereits erwähnt wurde, was meinte er wirklich? Trauerzeit braucht, eben, Zeit. Aber das ganze Land lag in Trümmern, wie man es sich heute gar nicht vorstellen kann, nur ein paar Glückliche konnten so tun, als standen sie ueber den Dingen und sie schrieben dafür kluge Bücher, die den Bauarbeiter, den Maurer und die Hausfrau bereichert haben.

    Die Zeit der Reflexion hatten unsere Eltern nicht. Und genau das warfen jene, die den Krieg nicht mitgemacht hatten, die nicht in den Kellerlöchern Zähneklappern hockten, wie meine Mutter, die zwei Weltkriege durchleiden musste, während über ihren Köpfen das Haus brennend zusammen brach; genau das warfen dann überhebliche Studenten, die „Elite“, der Bevölkerung vor. „Unter dem Muff…“ hieß es ja. Der Muff ist noch schlimmer geworden, er wurde zur Hetze, zur Menschenfeindlichkeit, zum Deutschenhass – von all jenen linken Kräften (die Rechten habe nie die Heimat gehasst, wenn wir schon beim Einteilen sind) die sich heute als fortschrittlich, anti-sexistisch, sexuell ausschweifend (sogar der Neandertaler hatte mehr Schamgefühl, wie man heute weiß), – nein, die 68er Bewegung hat unser Land weder freier noch offener noch besser gemacht. Sie hat es verformt, hatte Furcht in die Köpfe gesetzt, und am Ende kam Kohl und holte sich Merkel und nun haben alle Angst den Mund aufzumachen und als Hetzer, als Rassist, als „Nazi“ öffentlich hingerichtet oder durch einen Nafri vergewaltigt und ermordet zu werden. Das sind die guten Taten der Ergebnisse der 68er Bewegung.

    Da lobe ich mir meine Fahrten im alten VW nach Frankreich und Holland und jene Zeit, als sich Mädchen noch Schamvoll hinter Eiswänden ausgezogen haben. Da galt es als junger Mann so viel zu entdecken.
    Die Schönheit des Menschen etwa.

    Die Hausfrauen bekamen Maschinen von den Männern geschenkt, sie durften das Geld ausgeben, dass der Mann erarbeitet hat, sie waren nicht verantwortlich für Kriegsdienste, aber sie waren deshalb natürlich massiv unterdrückt und mussten die BHs verbrennen, um frei zu werden.

    Und wer einwirft, es sei Doppelmoral, Gott, die gab es schon immer. Doch es geht darum, wie man mit ihr umgeht. Und ich sage es nochmals: Ich habe mich damals, vor der 68er Bewegung, wesentlich freier gefühlt, angenehmer, als in der Zeit der Politisierung nach dem Opernbesuch d

    • Diese Art Freiheit habe ich auch erlebt
      Ohne von den 68ern außer in Form von Nachrichten berührt worden zu sein.

      Einfach jung sein, stolz auf das selbstverdiente Geld sein, die Freiheit, in ein anderes Land zu fahren mit Grenzformalitäten, die nicht nervten, sondern als aufregend empfunden wurden, das Erleben der ersten Liebe, die Pille, die für mich gesundheitlich und überhaupt ein Segen war, Schamgefühl, das heute in der Form gar nicht mehr vorkommt, Auflehnung gegen die Eltern, ohne sich um deren Sorgen zu kümmern und vieles mehr. Und heute froh um diese erlebte Jugend sein und nichts bereuen müssen.

      .
      Der erste Mai wird wieder viel Krawall von Nichtsnutzen hervorbringen, in meinen Kindertagen wurde noch mit roten Nelken marschiert, ich fand das zu meinem Geburtstag nur angemessen.

      .
      Dem Don einen erholsamen Urlaub und allen ein schönes verlängertes Wochenende.

    • Danke.

    • Alles Gute für das kommende Lebensjahr,
      liebe Frau Simon, vor allem Gesundheit.💐

      1968 hatte ich 2 kleine Kinder und war auch sonst sehr beschäftigt.Nachrichten und Print habe ich verfolgt.Demonstriert habe ich nur einmal gegen die Wiederbewaffnung. Wenn wir zum Tanzen gingen und uns die ersten Freiwilligen, die in Uniform erscheinen mussten, aufforderten, lehnten wir ab.

    • Danke für die guten Wünsche, Philomena
      Zum Tanzen kam ich erst, als ich nach der Lehre meinen ersten Freund hatte. Allerdings machte mit ihm das Tanzen überhaupt keinen Spaß, dafür aber mit seinem besten Freund. War (meistens) ne schöne Zeit.
      Das in der Tanzschule Erlernte hat mir nicht viel genutzt, später tanzten alle nur den Foxtrott-Einheitsschritt.

      Ach ja, demonstriert habe ich auch nie, höchstens zuhause bei meiner Mutter, die das aber regelmäßig ignorierte.

      Stimmt, damals die Freiwilligen wurden sehr schief angesehen. wir haben nicht verstanden bzw. nachvollziehen können, wie man sich für so etwas wie Bundeswehr freiwillig melden konnte.


    • „Die Zeit der Reflexion hatten unsere Eltern nicht. Und genau das warfen jene, die den Krieg nicht mitgemacht hatten, die nicht in den Kellerlöchern Zähneklappern hockten, wie meine Mutter, die zwei Weltkriege durchleiden musste, während über ihren Köpfen das Haus brennend zusammen brach; genau das warfen dann überhebliche Studenten, die „Elite“, der Bevölkerung vor.“

      So war das wohl nicht, Tico.

      Die Jugend befand sich in Sippenhaft, sie wurde mit einer Schuld konfrontiert (Besatzungstruppen), die nicht die ihre war und die sie nicht akzeptieren wollte. Sie forderte eine Erklärung und hatte auch das Recht dazu. Aber es kam – nichts.

      Es geht mir auch nicht um die Heroisierung der 68er, aber Ursache und Wirkung sollten schon noch beachtet werden. So finde ich es beispielsweise unpassend, angesichts der Greueltaten des Krieges, des Holocaust usw., das eigene Leid in den Vordergrund zu rücken, wie es beispielsweise in Dresden zumindest unterschwellig immer noch geschieht. Daß manche sich dann Bomber Harris zurückwünschen – im übertragenen Sinne sicherlich – sollte dann aber auch wirklich nicht mehr überraschen.

      Die 68er wollten letztlich nicht mehr oder weniger als das, was heute auch immer noch viele wollen, sie wollten das System verändern. Was ist daran falsch? Der Unterschied zu heute, der 1. Mai war ungewöhnlich ruhig, wurde damals aber nicht so zartfühlend miteinander umgegangen. Die Demokratie war noch ein zartes Pflänzchen, die demokratischen Mittel noch begrenzter als heute, der Rechtsstaat zeigte sich wehrhaft im alten Stil. Da blieben die Fäuste nicht in den Taschen, so wie heute.

      Wer, wie Sie, sich damals nicht beteiligt hat, andere Prioritäten hatte, kann eben nicht verstehen, was damals in vielen Köpfen vor sich ging. Und es waren ja nicht nur „durchgeknallte Jugendliche“, die den Aufstand probten, das sei einmal festgehalten. Nein, ich kann nicht verstehen, wie man sich über die 68er so aufregen kann, mich haben die anderen ja auch nicht großartig gestört, die das System bis heute grandios an die Wand gefahren haben. Die 68er waren es jedenfalls nicht.

      Fällt eigentlich niemandem auf, daß es außer der AfD nur noch „Linke“ und linke Parteien im Land geben soll, die angefangen bei den 68ern für alles verantwortlich sein sollen? Ist das denn wirklich so?

    • Fortschritt
      Gut beobachtet!

      Es kommt eben mehr drauf an WAS man liest als DASS man liest.

      Ich bin mehr für Orwell und Hayek.
      Eine längere Antwort an Gosl weiter oben wurde verschluckt.

    • Glückwunsch
      Meister Tico,

      ich möchte Ihnen hier einmal meinen allgemeinen Dank für viele interessante Beiträge aussprechen, sowohl Fakten als Hausverstand sind bei Ihnen immer wieder in höchst anregenden Dosen zu finden!

    • PS:
      Den Nafri sieht man am besten als Wiedergeburt des Rotarmisten von 1945. Ich hatte einen Bauleiter im tieferen Afrika. Der wurde in der SBZ geboren und meinte gelegentlich sei so ein betrunkener Rotarmist in einer Latrine ertrunken und erstunken, evtl auch mit mildtätiger Mithilfe der Halbwüchsigen.

  135. meanwhile on campus in the US
    Was die sogenannte Antifa mit Fa-Methodik in den USA so bewirken könnte, kann man hier ganz schön bei Roger Simon nachlesen:

    And not just casually. Because the people who are trying to keep our campuses free are on the front lines of the most important fight of our times — to keep America from descending into a Weimar Republic with decadent thugs shutting down speech across the country, just as they did in Germany in the ’20s and ’30s. We’re not there yet, but we’re close.
    https://pjmedia.com/rogerlsimon/2017/04/27/will-fascism-come-to-america-through-its-colleges-and-universities/

  136. OT
    In einem Artikel, der sich mit dem NIedergang der Partei
    des Establishment, den Grünen beschaftigt, las ich den Satz:
    Die DAX Konzerne, die den Grünen hinterherlaufen.

    Muss man jetzt mit dem Niedergang der DAX Konzerne rechnen?

    • @Binvonhier: So lange die hier günstig und auf Grundlage deutscher Tugenden
      und Fähigkeiten steuergünstig produzieren können, nicht.

  137. 1968 | Als in Kabul die Hippies tanzten
    ·
    ▸ Weltweit: Hongkong-Grippe (750.000 – 1 Mill. Tote [BRD 30.000])
    ·
    ▸ BRD: Fußball-EM »Schmach von Tirana« ohne BRD (Helmut Schön)
    ·
    ▸ USA: B-52 stürzt nahe der Thule Air Base (Grönl.) ab (Kontamination)
    ·
    ▸ DDR: Neue Verfassung durch Volksentscheid (94,5 %)
    ·
    ▸ Swasiland: Unabhängigkeit (Königreich, absolute Monarchie)
    ·
    ▸ USA: »Zodiac-Killer« tötet erste Opfer (San Francisco Bay Area)
    ·
    ▸ Bahia (Brasilien): Überflutungen (200 Tote, 500.000 Obdachlose)
    ·
    ▸ Kanada: Pierre Trudeau (15. Premier [Liberal Party of Canada])
    ·
    ▸ USA: Atom-U-Boot USS Scorpion sinkt (südwestl. der Azoren [Port.])
    ·
    ▸ BRD: MwSt.-Einführung 10 % bzw. 5 % (ermäßigt)
    ·
    ▸ Mauritius: Unabhängigkeit (British Empire), Beitritt (Commonwealth)
    ·
    ▸ Costa Rica: Vulkan Arenal zerstört Pueblo Nuevo und Tabacon
    ·
    ▸ Italien: »Monster von Florenz« tötet erste Opfer
    ·
    ▸ BRD: 25 Grad im Schatten (November)
    ·
    ▸ SU: Raketen-U-Boot K-129 (Nordpazifik) geht unter
    ·
    ▸ DDR: Kombinat Bitterfeld (Vinylchlorid-Expl.) (42 Tote, 200 Verletzte)
    ·
    ▸ Saudi-Arabien: Verbot der Sklaverei
    ·
    ▸ Schottland: »Bible John« tötet erstes Opfer
    ·
    ▸ USA: David Berg gründet »Children of God« (Kalifornien)
    ·
    ▸ Nauru: Unabhängigkeit (völkerrechtliche Souveränität)

  138. @ Goodnight – Nachtrag
    „Ohne Pille keine Grünen, keine Claudia Roth …“

    Im Fall von CR hat sie (die Pille) offensichtlich versagt oder gelangte nicht zur Anwendung. Es soll ja Wunschkinder geben.

    Dass es aber ohne sie (die Pille :–) „kein Handy, kein Aids, kein Internet“ gäbe, überhöht die ihr nachgesagten, segensreichen Wirkungen ins Mythische.

    • Forget everything you've seen on television and in the movies.
      @Kahls

      Nehmen wir Aids: Ohne Pille keine sexuelle Revolution, ohne sexuelle Revolution keine gesellschaftliche Freiheit für Homosexuelle, ohne diese Befreiung kein freier globaler Austausch von Körperflüssigkeiten, ohne diesen Austausch kein Aids….

      Easy as f.ck….

  139. Titel eingeben
    Ja, da ist die Welt noch in Ordnung. Deshalb lohnt sich auch Arbeiten nicht, denn mit ehrlicher Arbeit wirst du nie so reich, um dort angenehm leben zu können. Deshalb bleiben wir bei H4 und in unserem Polenghetto mit lebensgroßer Papststatue (Wojtyla natürlich) vor der Kirche.

    P.S.: Angeblich sollen die Bewohner des Grünen Reichs es doch nicht ganz so toll finden, daß der Görlitzer Park nun den Drogendealern gehört.

    • Görlitzer Park ...
      Den Volkspark „Hasenheide“ haben die Drogenhändler
      ja auch gekapert.
      Kurios ist, dass direkt neben dem Parkzugang -am
      Südstern – wo im Unterholz die Drogen versteckt sind,
      die römischen Weltkirche in einer eleganten Unterkunft
      residiert und gleich ein Haus weiter, in der katholischen
      St. Johannes Basilika sich die immer größer werdende
      polnische Gemeinde ordentlich breit gemacht hat.
      Dann gibt’s da noch einen etwas mickrigen Hindutempel –
      und am anderen Ende des Parkes blickt man dann auf eine
      der größten Moscheen Berlins, auf die Şehitlik-Moschee.

      Jeder findet in Berlin-Neukölln also seine Wunsch-Dröhnung
      mit der er meint über die Runden im strapaziösen Alltag zu
      kommen.

      Die Parole „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“ stammt
      ja NICHT von den 68ern :-) sondern von Georg Büchner.
      Ihm waren seine Kommilitonen nicht radikal genug.
      Außerdem hielt die materielle Ungleichheit für ein Grundproblem und lehnte daher eine Koalition mit
      Wohlhabenden ab.


    • Ach, die Hasenheide. Bei meinem ersten oder zweiten Berlinbesuch in den frühen 80ern lernte ich schon gleich, daß da immer auch mal welche mit Messern und Drogenausgrabungen befaßt sind. Neu ist anders.

  140. Die unverstandene 68-er-Bewegung
    Zunächst möchte ich D. A. dafür danken, dass er eine Diskussion über „68“ ermöglicht hat. Das ist ein Novum in der gesamten Medienlandschaft, weil in den Massenmedien und in der Wissenschaft, sofern diese sich überhaupt mit „68“ befasst, fast ausschließlich nur Vorurteile und Falschdarstellungen – insbesondere durch „68-er-Konvertiten“ – zu finden.
    „Echte“ 68-er, die sich nicht haben verbiegen lassen und die nicht opportunistisch ihre Identität gewechselt haben, kommen in den MSM nicht zu Wort.

    Eine empfehlenswerte Darstellung zur Geschichte der 68-er-Bewegung ist mir nicht bekannt. Heide Berndt (1938 – 2003) – eine exzellente Theoretikerin und Kennerin -hatte ein großes Buchprojekt: „Der Traum und die Sache“ dazu begonnen. Leider ist sie viel zu früh gestorben.

    Bernd Rabehl war in den sechziger Jahren ein enger Freund, Wegbegleiter, SDS-Genosse und Kampfgefährte Dutschkes. Auf Rabehls Website ist zu lesen:
    „Bei meinen Ausflügen ins rechte und linke Milieu des nach 1989 neu gefügten Deutschland stellt sich regelmäßig heraus, daß die ideologische Unbedingtheit aus den Zeiten des Kalten Krieges nur ungern abgestreift wird. Nicht ohne neurotischen Aufwand werden die liebgewordenen Vorurteile über die jeweils „andere Seite“ gepflegt. Dagegen scheint kein Kraut, noch weniger ein Argument gewachsen zu sein.
    Mit Inbrunst werden in rechten und konservativen Kreisen die „Achtundsechziger“ als Ahnherren allen Übels in dieser Republik gehaßt. Die Achtundsechziger sollen schuld sein an Homosexualität, Promiskuität und Antibabypille, erst recht an Abtreibungszahlen jenseits der Hunderttausend pro Jahr, an Korruption und Wertverfall, am Klimawandel (oder der Hysterie darum), am Zuzug südländischer Migranten und der schlechten Erziehung der Kinder. Wenn ich mich anschicke, Ursachen und Konsequenzen der Studentenrevolte zu erklären, hören mir meine konservativen und rechten Bekannten schon nicht mehr zu.

    Bei näherem Hinsehen reduziert sich die konservative Kritik an „68“ auf unartikuliertes Ressentiment. Es entbindet von der auch auf der Rechten notwendigen „Arbeit am Begriff“. Denn diese „Konservativen“ können selbst nicht unterscheiden zwischen neurechten, reaktionären und genuin konservativen Standpunkten. Fast jede ihrer Positionen ist im Kern nicht mehr als ein irgendwie „rechter“ Affekt. Daß die Kritik der 68er an Imperialismus, Besetzung, Staat, Bildung und Konsum konservative Ansätze mit den Auffassungen des Marxismus und der Antiaufklärung verknüpfte, erschließt sich, weil ideologisch uneindeutig und hyperkomplex, diesen „Konservativen“ deshalb nicht.“
    https://rabehl.wordpress.com/2009/03/26/die-%e2%80%9eachtundsechziger%e2%80%9c-sind-an-allem-schuld/

    Ein großer Teil der Theoretiker und Kämpfer aus dem SDS ist bereits gestorben, die großen Revolutionäre Hans-Jürgen Krahl (1943 – 1970) und Rudi Dutschke (1940 – 1979) schon ganz früh.

    Rabehl wird in den MSM als „Rechtsextremist“ bezeichnet. Ob dies zutrifft, kann man anhand von YT-Interviewvideos mit Rabehl zur „Die 68er Revolution“ und „über die 68er und die Zuwanderung“ überprüfen. Auch wenn meine Position mit jener von Rabehl nicht übereinstimmt, so halte ich diese Videos, insbesondere aufgrund Rabehls kritischer Betrachtung zu Teilen der „68-er“, für sehr empfehlenswert.

    Wichtig ist auch der Hinweis von Tilman Fichter und Siegward Lönnendonker:
    „Dabei darf man nicht übersehen, daß der SDS sich 1970 selbst aufgelöst hat, weil die SDSler Ende der 60er Jahre organisationspolitisch vor den mobilisierten Studentenmassen kapitulierten. Kurzum: Der SDS kapitulierte damals vor seinen Erfolgen …“
    http://web.fu-berlin.de/APO-archiv/Online/ErbeSDS.htm

    Auch aus meiner Sicht ist zu unterscheiden zwischen der 68-er-Bewegung als einer auf den Alltag bezogene Massenbewegung und der Weiterentwicklung von Gesellschaftstheorie durch revolutionäre Wissenschaftler. Für mich war und ist diese revolutionäre Theoriearbeit die entscheidende Praxis gemäß dem Diktum von Kurt Lewin: „Nichts ist praktischer als eine gute Theorie!“

    Aber revolutionäre Theoriearbeit ist ein Projekt für Eliten und nichts für die Massen.

    Die Massenbewegung war heterogen und meist an kurzfristiger individueller Bedürfnisbefriedigung im „Hier-und-Jetzt“ orientiert. Die Massen wollten eine „instant revolution“, eine alltagsbezogene Kulturrevolution.

    Doch konnte eine derartige Bewegung – ähnlich wie die Pubertät – nicht von langer Dauer sein. Denn sie setzte eine studentische Lebenswelt ohne Zwang zur Erwerbsarbeit voraus, also eine Alimentierung durch ein Stipendium oder die Eltern. Für die meisten endete daher die revolutionäre Subjektivität beim Übergang in die kapitalistische Welt von Beruf und Familie.

    Den größten Einfluss auf die zukünftige Gesellschaftsentwicklung hatte die vom Establishment als Antwort auf Protestbewegung vorgenomme Repression von geistiger und wissenschaftlicher Freiheit.
    Kritische Wissenschaft wurde aus den Hochschulen und den Medien exkludiert und entsprechend ungebildet sowie unfähig zu einem rationalen gesamtgesellschaftlichen Verständnis und Denken verließen die nachfolgenden Studentengenerationen die Hochschulen.

    In der Diskussion haben mich gefreut die Stimmen jener Oldies, welche Teil der Bewegung waren und nicht ihre Biographie verleugnen.

    ObjectBe hat als Künstlerin verstanden, was bei Post-68-er-Generationen äußerst selten ist:
    „über die 68ziger ist ja schon viel geschrieben worden. Es muß eine besondere Zeit gewesen sein, von der ich glaube, daß man sie miterlebt haben muß oder sie einem in ihrer Intensität einfach verschlossen bleibt.“

    Es war ein Aufbegehren gegen die Gesellschaft mit dem Ziel der Systemüberwindung. Weil gesellschaftlich keine revolutionäre Situation gegeben war, wie Herbert Marcuse betonte, musste dies sc

    • Systemüberwindung? Systemangleichung wäre das Ziel gewesen, ...
      … und zwar an Moskau (via Ostberlin) oder Peking (via Tirana). Heutzutage ist „Geld wie Heu“ und „koste es, was es wolle“ in Riad, Dubai, Doha, Kuweit-Stadt und nicht zu vergessen: Teheran. So einfach war es, so einfach ist es, mit riesenviel Schaum drumherum geschlagen von den „kritischen Demokraten“. Zum Heulen, nach wie vor.

    • Abschied von den lohnarbeitenden Massen
      ergänzend zu meinem letzten Post:

      Herbert Marcuse betonte 1974 in einem Vortrag an der Frankfurter Uni, dass gesellschaftlich keine revolutionäre Situation gegeben sei. Deshalb müssen Revolutionsversuche scheitern. Das bezog sich im zeitgeschichtlichen Kontext vor allem auf die leninistischen und maoistischen K-Gruppen.

      Für Marx waren lohnarbeitenden Massen – die „Arbeiterklasse“ – das potentiell revolutionäre Subjekt der Gesellschaftstransformation.

      Auch damalige „Revolutionsführer“, wie Krahl, Dutschke et al., hatten noch die Vorstellung einer „Revolution von unten“. Deshalb waren in ihrer Strategie die Massen der Adressat von Aufklärung und Agitation.

      Aber die Massen waren von ihrer Psychostruktur längst an das System angepasst. Die hatten kein Bedürfnis nach Gesellschaftsveränderung, schon gar nicht nach revolutionärem Kampf. Die „Triebstruktur“ (vgl. Marcuse) der lohnarbeitenden Massen hatte sich dem System angepasst. Es dominierte der „Arbeits- und Konsumtrieb“. Nur so ist erklärbar, dass Frauen lebenslange Lohnarbeit als Emanzipation ansehen, so wie es der Feminismus propagiert. Und es scheint, dass heute der bei vielen Frauen der „Telefonier-Trieb“ bzw. „Message-Trieb“ stärker ist als der Sexualtrieb.

      Das System hat die Individuen so konditioniert, dass eine „Revolution von unten“ nicht mehr möglich ist. Das ist das Ende des Klassenkampfs von unten und damit der Marxschen Revolutionstheorie.

      Aber der Kapitalismus ist nicht das Ende der menschheitsgeschichtlichen Entwicklung. Denn es zeichnet sich immer mehr das Ende der kapitalistischen Formation ab. Nicht aufgrund einer Revolution der Massen, sondern durch autodestruktive Eigengesetzlichkeit des Systems.

      In den entwickelten kapitalistischen Industrieländern ist ein allgemeiner Niedergang zu beobachten, vor allem für die lohnarbeitenden Massen. Die Gesellschaften tendieren immer mehr zu „Failed States“ und Dritte-Welt-Verhältnissen. Nicht nur in Griechenland, sondern auch und gerade in Deutschland, wo man die Entwicklung zu Dritte-Welt-Verhältnissen durch muslimischen Massenimport sogar beschleunigt hat.

      Für jemanden, der diesen Prozess von außen betrachtet, kann daraus die Schlussfolgerung resultieren, dass die Zerstörung Deutschlands von den politischen Funktionseliten gewollt ist. Aber mit welchem Motiv? In wessen Interesse?

      Überlegungen dieser Art werden als „VT“ bezeichnet und unterliegen in den Massenmedien und im Wissenschaftsprozess einem rigiden Denk- und Kommunikationsverbot. Wissenschaftler, die solche Überlegungen tätigen, werden aus dem Wissenschaftssystem exkludiert.


    • Wirklich gute Beiträge zum Thema, H. v. Goslar, auch wenn ich manches anders erlebt habe, aber so homogen waren die 68er eben auch nicht.

      Das Motiv der politischen Funktionseliten sollte man beim globalen Kapital suchen, welches sich die nationale Politik längst zum Untertan gemacht hat.

  141. Als Intellektueller wird man nicht geboren ...
    @Otto Meier:
    „Das Motiv der politischen Funktionseliten sollte man beim globalen Kapital suchen, welches sich die nationale Politik längst zum Untertan gemacht hat.“

    Zunächst Dank für die positive Rückmeldung!

    In allen Kolonialstaaten dienten die nationalen Funktionseliten fremden Herren, nämlich den Herren des Imperiums. Und die ist heute noch genauso.

    Im Unterschied zu heute waren diese Kolonialstaaten es meist offenkundige Diktaturen.

    Heute im Zeitalter des US-imperialen Neo-Kolonialismus wird über die reale Diktatur mit Demokratie-Simulation hinweggetäuscht.

    Trotz formaler Demokratie ist daher eine Politik der Funktionseliten gegen das eigene Volk zu beobachten, welches aufgrund des Fehlens direktdemokratischer Einwirkungsmöglichkeiten politisch ohnmächtig ist.

    Diese Zusammenhänge sind eigentlich einfach zu begreifen, vorausgesetzt man ist in der Lage, den massenmedialen Ideologie-Nebel zu durchdringen.

    Von allein ist das Alltagsbewusstsein dazu nicht in der Lage. Es braucht dafür intellektuelle Eliten, die über gesellschaftliche Zusammenhänge aufklären.

    Ohne diese Eliten wäre auch unsere 68-er-Generation so politisch unaufgeklärt und blind geblieben, wie wir es beim Verlassen des Gymnasiums nach dem Abitur waren. Es bedurfte daher intellektueller Impulse.

    Diese Funktion hatte in der 68-er-Zeit insbesondere der SDS inne. Dass sich der studentische SDS zu einem einflussreichen Thinktank entwickeln konnte, hatte seine Ursache in den hervorragenden akademischen Lehrern, die bereits in der Weimarer Republik marxistische Führungskader in anti-stalinistischen revolutionären Organisationen (KPD-Opposition, „Neu Beginnen“, SAPD/SAP, Trotzkisten etc.) waren und nach dem Krieg aus dem Exil zurückgekehrten. Als anti-stalinistische und anti-faschistische Oppositionelle erhielten diese Wissenschaftler Professuren, zumal die meisten SPD- und/oder Gewerkschaftsmitglieder geworden waren.

    Ohne diese Intellektuellen hätte sich der SDS nicht zu dem entwickelt, was dieser Mitte der 60-er Jahre war, nämlich ein freiheitlich-sozialistischer Thinktank mit exzellenten studentischen Kadern, welche in der Lage waren, Präsenz in Massenmedien, wie insbesondere im „Spiegel“, zu erlangen. Man denke auch an das TV-Interview von Günter Gaus mit Rudi Dutschke.
    https://www.youtube.com/watch?v=U6X-ZeYC54E

    Die systemkritischen Intellektuellen fanden Resonanz in den Intelligenzschichten, damals gab es noch ein allgemeingebildetes Bürgertum, welches inzwischen weitgehend untergegangen (vgl. z.B. Georg Bollenbeck: „Bildung und Kultur“)
    Aufgrund dieses Untergangs fehlen heute in Deutschland allgemeingebildete, intelligente und kritische Köpfe im Bereich der Wissenschaft, in der Politik, in der Verwaltung, in der Wirtschaft, im Bildungs-, im Rechtswesen, in den Medien etc.

    Daher die fehlende Kritik und fehlende Opposition gegen die Politik von Merkel. Dies resultiert nicht nur aus Opportunismus, sondern vor allem aus intellektueller Unfähigkeit. Und dort wo es vereinzelt Opposition aus dem Kreise der Funktionseliten gegen die herrschenden Zustände gibt, wie z.B. durch Wolfgang Streeck, finden seine Kritik und Aufklärung nur wenig Resonanz.

    In den letzten 50 Jahren hat sich zwar die Zahl der Studenten verzehnfacht, aber die deutsche Bevölkerung ist nicht intelligenter, sondern entscheidend dümmer geworden, was sich in allen gesellschaftlichen Bereichen ausdrückt, bei den Funktionseliten, an den Schulen, Hochschulen, im Bereich der Medien und selbstverständlich auch im Internet. Das Internet ist vor allem Unterhaltungsmedium.

    Ich fand Diskussion über „68“ spannend, es gab interessante Beiträge und man merkt, dass noch einige Funken des damaligen Geistes existieren, aber ich bin skeptisch, ob diese ein Feuer entfachen können. Im Augenblick sieht es jedenfalls nicht danach aus. Ob links oder rechts, überall dominiert eine Mischung aus Schwachsinn und Irrsinn.

    Aber es gibt noch kämpferische Oldies wie Wolfgang Streeck, Rainer Mausfeld et al. mit großer intellektuelle Power. Und es gibt auch neue Medienprojekte, wie z.B. das „Rubikon-Magazin“. Einen riesigen Erfolg hatte das Crowdfunding von „Projekt R“ in der Schweiz.

  142. Niemand wird als Intellektueller geboren ...
    @Otto Meier:
    „Das Motiv der politischen Funktionseliten sollte man beim globalen Kapital suchen, welches sich die nationale Politik längst zum Untertan gemacht hat.“

    Zunächst Dank für die positive Rückmeldung!

    In allen Kolonialstaaten dienten die nationalen Funktionseliten fremden Herren, nämlich den Herren des Imperiums. Und dies ist heute noch genauso.

    Im Unterschied zu heute waren diese Kolonialstaaten meist offenkundige Diktaturen.

    Heute im Zeitalter des US-imperialen Neo-Kolonialismus wird über die reale Diktatur mit Demokratie-Simulation hinweggetäuscht.

    Trotz formaler Demokratie ist daher eine Politik der Funktionseliten gegen das eigene Volk zu beobachten, welches aufgrund des Fehlens direktdemokratischer Einwirkungsmöglichkeiten politisch ohnmächtig ist.

    Diese Zusammenhänge sind eigentlich einfach zu begreifen, vorausgesetzt man ist in der Lage, den massenmedialen Ideologie-Nebel zu durchdringen.

    Von allein ist das Alltagsbewusstsein dazu nicht imstande. Es braucht dafür intellektuelle Eliten, die über gesellschaftliche Zusammenhänge aufklären.

    Ohne diese Eliten wäre auch unsere 68-er-Generation so politisch unaufgeklärt und blind geblieben, wie wir es beim Verlassen des Gymnasiums nach dem Abitur waren. Es bedurfte daher intellektueller Impulse.

    Diese Funktion hatte in der 68-er-Zeit insbesondere der SDS inne. Dass sich der studentische SDS zu einem einflussreichen Thinktank entwickeln konnte, hatte seine Ursache in den hervorragenden akademischen Lehrern, die bereits in der Weimarer Republik marxistische Führungskader in anti-stalinistischen revolutionären Organisationen (KPD-Opposition, „Neu Beginnen“, SAPD/SAP, Trotzkisten etc.) waren und nach dem Krieg aus dem Exil zurückgekehrten. Als anti-stalinistische und anti-faschistische Oppositionelle erhielten diese Wissenschaftler Professuren, zumal die meisten SPD- und/oder Gewerkschaftsmitglieder geworden waren.

    Ohne diese Intellektuellen hätte sich der SDS nicht zu dem entwickelt, was dieser Mitte der 60-er Jahre war, nämlich ein freiheitlich-sozialistischer Thinktank mit exzellenten studentischen Kadern, welche in der Lage waren, Präsenz in Massenmedien, wie insbesondere im „Spiegel“, zu erlangen. Man denke auch an das TV-Interview von Günter Gaus mit Rudi Dutschke.
    https://www.youtube.com/watch?v=U6X-ZeYC54E

    Die systemkritischen Intellektuellen fanden Resonanz in den Intelligenzschichten. Damals gab es noch ein allgemeingebildetes Bürgertum, welches inzwischen weitgehend untergegangen (vgl. z.B. Georg Bollenbeck: „Bildung und Kultur“)
    Aufgrund dieses Untergangs fehlen heute in Deutschland allgemeingebildete, intelligente und kritische Köpfe im Bereich der Wissenschaft, in der Politik, in der Verwaltung, in der Wirtschaft, im Bildungs-, im Rechtswesen, in den Medien etc.

    Daher die fehlende Kritik und fehlende Opposition gegen die Politik von Merkel. Dies resultiert nicht nur aus Opportunismus, sondern vor allem aus intellektueller Unfähigkeit. Und dort wo es vereinzelt Opposition aus dem Kreise der Funktionseliten gegen die herrschenden Zustände gibt, wie z.B. durch Wolfgang Streeck, finden Kritik und Aufklärung nur wenig Resonanz.

    In den letzten 50 Jahren hat sich zwar die Zahl der Studenten verzehnfacht, aber die deutsche Bevölkerung ist nicht intelligenter, sondern entscheidend dümmer geworden, was sich in allen gesellschaftlichen Bereichen ausdrückt, bei den Funktionseliten, an den Schulen, Hochschulen, im Bereich der Medien und selbstverständlich auch im Internet. Das Internet ist vor allem Unterhaltungsmedium.

    Ich fand Diskussion über „68“ spannend, es gab interessante Beiträge und man merkt, dass noch einige Funken des damaligen Geistes existieren, aber ich bin skeptisch, ob diese ein Feuer entfachen können. Im Augenblick sieht es jedenfalls nicht danach aus. Ob links oder rechts, überall dominiert eine Mischung aus Schwachsinn und Irrsinn.

    Aber es gibt noch kämpferische Oldies wie Wolfgang Streeck, Rainer Mausfeld et al. mit großer intellektuelle Power. Und es gibt auch neue Medienprojekte, wie z.B. das „Rubikon-Magazin“. Einen riesigen Erfolg hat das Crowdfunding von „Projekt R“ in der Schweiz.

    • Wie schreibt Die Linke.SDS im Editorial von Praxis (1) so treffend:
      „… das theoretische Erbe der Arbeiterbewegung …“

      Und unter dem Titel „Die Unternehmerische Hochschule“ stößt man direkt auf: „Das gesamtgesellschaftliche Interesse an breitem Zugang zur wissenschaftlich-kritischen Reflexion der bestehenden Verhältnisse tritt dabei mangels profitabler Verwertungsmöglichkeiten in den Hintergrund.“

      Also das Erbe lebt, wenn auch im Abseits, durchaus weiter, würde ich meinen. Ob mangelnde Bildung und Kultur wirklich das Problem sind, bezweifle ich. Richtig ist, es mangelt an Resonanz. Das aber führe ich zum einen auf eine verbrauchte Dialektik zurück, zum anderen auf den geradezu erzwungenen Opportunismus in einer neoliberalen Gesellschaft.

      Der im Vergleich gestiegene Lebensstandard, der erarbeitete und vererbte Wohlstand läßt den Widerstandsgeist bei vielen doch eher im Verborgenen schlummern, die Informationsflut und das Leben in der „Gummizelle“ stumpfen ab.

      Die Revoluzzer sind müde geworden, nichts belegt das mehr als die Wendezeit. Da zeigen sich Parallelen zum Ende der APO, des SDS, das mit der Regierung Brandt einherging. Und wenn man weiter zurückblickt, dann hat schon Bismarck genau gewußt, wie man unliebsame gesellschaftliche Entwicklungen im Keim erstickt.

      Persönlich sehe ich in „Erklärungen“ von „Eliten“ momentan keine Möglichkeit mehr, gesellschaftliche Veränderungen zu erreichen. Es wurde von den „Funktionseliten“ schon zuviel erklärt und an Gefühle appelliert, als daß das noch überzeugen könnte.

      Das Zerlegen gesellschaftlicher Prinzipien in immer kleinere Bestandteile, die so geschaffene künstliche Komplexität, macht es leicht, jede sinnvolle Diskussion zu verhindern. Ein Umstand, der jede Demokratie, selbst bei Vorhandensein plebiszitärer Elemente, jedenfalls zerstört. Und das ist etwas, was auch Die Linke durch den Tortenwurf auf Sahra Wagenknecht eindrücklich demonstriert hat, die zerstörerische Wirkung der Zersplitterung. 1993 brachte Bernd Rabehl es in einem Interview beim BR auf den Punkt: „Die Linke will immer führen, jede Gruppe bekämpft die andere, deshalb gibt es eine große linke Potenz in deutschen Landen, aber es gibt keine Linke“.

      So, damit will ich es hier aber auch bewenden lassen, denn hier ist nicht der Ort, weiter ins Detail zu gehen. Überhaupt ist es generell, und für mich aus Zeitgründen und immer zwischen Tür und Angel sowieso, schwer, ein Thema in solchen Blogs mehr als oberflächlich zu streifen. Schon die Zeit zum Lesen aller Beiträge überfordert mich meist. Dennoch meinen Dank für den Gedankenaustausch und – die Hoffnung stirbt zuletzt.

    • Ach, nur zu, ich finde das putzig.


    • Putzig? Ein Grund mehr, das Thema zu beenden.

  143. Spannende Zeiten - langweilige Kommunikation
    @Otto Meier

    In Blogs zu lesen, ist zeitraubend. Zudem sind Blogs wie Kaffeekränzchen oder Stammtisch. Nach einer gewissen Zeit kennt man die Teilnehmer und ihre Meinungen und danach wiederholt sich die Kommunikation hamsterradartig.

    Da kommunizieren vor allem vereinzelte Einzelne, die Unterhaltung suchen.
    Mein Eindruck ist, dass es sich dabei meist um Individuen handelt, die im Real Life politisch ohnmächtige und handlungsunfähige Rädchen in der Megamaschine des Kapitalismus sind. Deshalb dreht sich auch hier im Blog die Kommunikation vor allem ums Konsumieren: silberne Teekannen, Radfahren, Reisen …

    Dies kann eine Zeit lang durchaus unterhaltsam, aber dann wird es mir zu zeitraubend und auch zu langweilig.

    Im Gegensatz dazu erlebe ich die heutige Zeit als sehr spannend, weil wir und in einem welthistorischen Wandel befinden, welcher jedoch nicht wahrgenommen wird, weil es diese Realitätssimulation in den Massenmedien und jenes bekannte „cultural lag“ im antiquierten Bewusstsein der Massenmenschen gibt.

    Der entscheidende Unterschied zu jener Zeit vor einem halben Jahrhundert liegt aus meiner Sicht darin, dass es damals gesellschaftskritische Medien gab, deren Adressat die kritische Intelligenz war, wie zum Beispiel das „Kursbuch“. Es fehlen heute Medien, die gesellschaftliche Zusammenhänge kritisch aufklären, obwohl mit dem Internet ein geeignete Technik vorhanden ist, ohne jenen finanziellen und organisatorischen Aufwand wie bei den Printmedien zu kommunizieren.

    Ich bin gespannt, was aus dem „Projekt R“ wird.

    • Ganz schön viel Geschwafel!
      Mir ist z.B. Warren Buffett deutlich lieber als der abgezwickte Zensurminister und die aufgeblähte uLF.

      Bei ihm kann ich mir nämlich besser aussuchen ob ich ihn finanziell unterstützen will oder nicht.

  144. Die 68-er - warum ich nicht viel von ihnen halte
    Werter Don,
    eigenlich wollte ich auf TDV (28.4. 12:43) antworten, aber ich denke, ich muß weiter ausholen.
    Manch Blog oder Kommentarmedium hat seinen spätpupertierenden Marxisten, der geistig im 19. Lebensjahr hängengeblieben ist. So hat bronline seinen Truderinger und Sie Ihren TDV.

    Zum echten 68-er fehlen mir ein paar Jahre. Zu der Zeit drückte ich noch die Schulbank und wollte mit meinen Klassenkammeradinnen (wir waren nur 4 Boam mit 16 Moidl) nur ein gutes, bayerisches Abi. Aber in einer Unistadt lebt man nicht abgeschottet. So faszinierte mich Che, man rauchte Gras (bis zum ersten Mal LSD – der Horrortrip reichte mir endgültig), empörte sich gegen den Vietnamkrieg, als Hair durch die Bayerischen Lande tigelte, war ich natürlich dort. Bei Demos war ich nie, das war einfach Zeitverschwendung.

    Nach dem Abi kam die Bundeswehr. Dort lernte ich GIs kennen, Berufssoldaten und nicht Wehrpflichtige, die in Vietnam kämpften. Mal mit der Bell mit offenen Türen fliegen war ein Erlebnis, prägender waren aber Schilderungen von Tretminen im Dschungel, die nicht auslösen, wenn man darauf tritt, sondern wenn man den Fuß wegnimmt und das meist endgültig. Da kamen dann schon Erinnerungen an die Kindheit hoch. Aus der Verwandschaft waren viele als Wehrpflichte im Osten im Einsatz, einer kam zurück. Und wenn ihn die Erinnerungen drückten, erzählte er von der Front, aber auch von Partisanenanschlägen und hier waren deutliche Ähnlichkeiten, die ich erst damals verstand.

    Kriege sind Verschwendung von Leben und überwiegend von jungem Leben, deren Zeit noch vor Ihnen liegt. Aber es wuchs auch die Achtung vor diesen jungen Leuten (ich war ja genau in diesem Alter), die im Glauben an die Sache des eigenen Volkes diesen Einsatz bringen. Ob es nun Engländer, Franzosen, Deutsche, Russen, Amerikaner oder Vietnamesen sind – Verbrecher sind die „oben“, die aus egal welchen Gründen diese Katastrophen herbeiführen oder zumindest nicht zu verhindern versuchen.

    Wenn die Albrecht-Tochter nun meint, die Bundeswehr stehe nicht in der Tradition der Wehrmacht, dann muß sie wie die Römer Barbarenlegionen aufstellen oder wie die Franzosen eine Fremdenlegion. Ich denke aber, sie will einfach nur ablenken, daß sie die Jahre damit verbrachte, die Vereinbarkeit von Soldatin und Famile zu realisieren mit 7/24 Kitas.

    Danach wurde ich indirektes Opfer der Baaderhofgemeinde. Bei jeder Polizeikontrolle wurde ich herausgewunken und das Auto durchsucht. Ich hab das nie verstanden. Der Wagen war ein P4-Kombi, mit 40 munteren Pferdchen aus 1200 ccm, echten 126 Spitze bei unter 6 Liter Normalbenzin, 4 Zylinder V-Maschine mit Frontantrieb und Lenkradschaltung. Das ermöglichte eine durchgehend vordere Sitzbank, ein eindeutiger Wettbewerbsvorteil.

    Dann kam Wackersdorf. Mein einziger Kontakt mit den Chaoten (ich weiß Don, Sie waren auch dabei) war ein Anhalter. Als er seine Motivation nannte „die Bullen aufmischen“, habe ich ihn ‚rausgeschissen.
    Damals galt die Oberpfalz als „Ruhrgebiet Bayerns“ mit den Maxhütten in Haidhof, Rosenberg und Luitpoldhütte in Amberg, dem Eisenerzbergbau in Sulzbach und der Braunkohletagebau um Wackersdorf. Das Ende zeichnete sich ab, da Untertageerzbergbau in Deutschland einfach zu teuer wurde, hüttfähige Steinkohle fehlte und die Braunkohle erschöpfte.

    Der Versuch, das Braunkohlekraftwerk in ein Müllkraftwerk umzubauen wurde nicht genehmigt. Das war die Zeit des Sauren Regens und Waldsterben, Ruß und Staubemissionen als Ursache für den industriellen Winter und Dioxin! Man setzte auf Mülldeponien. Auf die Luftreinhaltung folgte die Klimakatastrophe, das Waldsterben beendeten zwei oder drei EX-Hurrikans und die Sinnhaftigkeit der Deponie hat sich auch bald erledigt. Heute ist das Kraftwerk ein Müllkraftwerk.

    Die Errichtung einer Wiederaufbereitunganlage für Brennstäbe wurde von der Bevölkerung als Chance verstanden, wegfallende Arbeitsplätze zu ersetzen, Zuzug von Hochqualifizierten mit den Sekundärwirkungen für die lokale Wirtschaft zu bekommen. War doch in der Zonenrandlage der Arbeitsmarkt nicht so dolle und es gab eine Abwanderung der jungen Generation. Nach den wöchentlichen Randalen erfolgte ein Umdenken. „Wenn sich die jungen Leute rumprügeln, ist vielleicht doch etwas an der Sache ‚drann.“ Die Stimmung kippte.

    Ich hatte keinen Kontakt zu den Chaoten, aber zu einigen jungen Polizisten der Bepo-Kaserne in Sulzbach. Die eigenlich nicht verstanden, warum sie ständiges Ziel der Prügeleien der Radikalen aus ganz Deutschland sein sollten. So hatten sie sich den Polizeidienst nicht vorgestellt. Manche sind abgesprungen.

    Nach dem der Plan der WAA aufgegeben wurde, zog die Karawane weiter.
    Ich sehe beginnend mit der RAF bis heute zur Antifa eine rote Linie der steigenden Gewalt gegen Sachen und Menschen und einen immer mehr zurückweichenden Staat. Ob die 68-er das wollten oder nur Sex gerne auch mit Kindern anstrebten, weiß ich nicht – ich gehörte ja nicht dazu. Aber das Argument, wir wußten nicht, was daraus wird, ist so abgenutzt wie nach mir die Sintflut.

    MfG
    Haas

  145. Zeitzeugnis über "68"? Der war doch gar nicht dabei.
    Text eingeben

    • Beobachter
      Er hat anscheinend als Unbeteiligter vieles besser beobachtet und reflektiert! Das soll ja öfter vorkommen.

    • Die Folgen der 68-er
      Werter Herr v. Goslar,

      Sie haben Recht. Mein Kommentar widmete sich nicht den 68-er, sondern den Folgen, die die 68-er zu verantworten haben.

      Sie können mich gerne korrigieren, aber die 68-er waren keine Gruppe von Studenten, die um 8 ct im Hörsaal saßen, sich den Vortragenden an hörten, um anschließend im Lesesaal das Gehörte nachzuarbeiten.

      Man trug Gewalt in die Unis und auf die Straße. Ob es jetzt der Terror des SDS an der Uni war (man paßte mir mal zu Viert auf – Pech nur, daß die steuerfinanzierte Einzelkampfausbildung auch außerhalb der BW funktionierte) oder der APO auf der Straße – Gewalt war immer das bevorzugte Mittel.

      Ob gegen den Schah, den Vietnamkrieg, die AKWs, die WAA, dem Doppelbeschluß, Gorleben, die Castor-Transporte oder aktuell den AFD-Parteitag – es ist immer das gleiche Muster, und die 68-er stehen am Anfang.

      Wenn heute 68-er (ich habe inzwischen alle Kommentare hier gelesen) sich darauf zurückziehen:
      Ich war heute morgen mit dem Hund im Wald Gassi und habe eine Kippe weggeschmissen. Am Nachmittag sah ich in der Glotze, daß Dutzend Feuerwehren versuchen, in diesem Wald eine Großbrand zu löschen. Eigenartig, als ich dort war, brandte es nicht.

      Es ist der Charakter der 68-er, weder für die Gewalt auf der Staße noch die Veränderungen an Schule, Hochschule oder Justiz verantwortlich zu sein. Nein – ich halte nichts von den 68-ern.

      MfG
      Haas

  146. Integrationsbeauftragte: Es gibt
    Die Integrationsbeauftragte Özoğuz, Mahnerin, man möge Incirlik nicht eskalieren, hat jetzt festgestellt, dass es gar keine spezifisch deutsche Kultur gibt. Eine spezifisch deutsche Kultur sei jenseits der Sprache „schlicht nicht identifizierbar“, schrieb Özoğuz in einem Gastbeitrag für den Tagesspiegel. Wer so eine Integrationsbeauftragte hat, braucht keine Feinde. Inzwischen sieht auch ein Blinder mit Krückstock, welche Art von Integration in Deutschland läuft. Aber derlei Äußerungen sind für die Mainstream-Medien offenbar keine Meldung wert. Der Wahrheitsgehalt von „Deutschland schafft sich ab“ erhält immer neue Nahrung.

    • Es kann ja sein, dass das für sie nicht identifizierbar ist. Sowas kommt vor, so ein Sarazene damals hat sich auch nicht mit der Formensprache romanischer Bildkunst beschäftigt.

  147. Alt-68er zeigen die Feigheit,die sie der Elterngeneration vorwarfen!
    Man muss sich nur mal die Vita von Ulla Schmidt auf bundestag.de durchlesen. Ihr politisches Leben beginnt da 1983 mit dem Eintritt in die SPD. Kein Wort über die Mitgliedschaft im Kommunistischen Bund Westdeutschland (KBW) oder die Weigerung, als Lehrerin eine Verpflichtungserklärung auf das Grundgesetz abzugeben, mit der Folge, dass sie nach dem Radikalenerlass nicht in den Schuldienst übernommen wurde. Dafür ist sie heute eines von vielen saturierten und finanziell gut abgesicherten Alt-68ern, die ihren Frieden im wohlgepolsterten Ruhestand gefunden haben und bestenfalls noch ab und zu durch eine Talkshow tingeln.

  148. Jedem die Leser, die er verdient...
    @ Feldmann, Haas, Bernhardt

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