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Ring Around the Rosy oder Wo finde ich Ballett-DVD’s?

31.08.2013, 23:56 Uhr  ·  Schwierig zu finden, schwierig zu wissen, was es überhaupt gibt an Ballett-DVD'S. Tips, wo das Stöbern lohnt.

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Vorhin bin ich gefragt worden, wo man Tanz-DVDs findet. An dieser Stelle werden Ballett-DVD’s sehr häufig empfohlen und ich stehle mich da mit Angabe des Labels und der Bestell-Nr. in der Regel aus der Affäre. Der Käufer geht schlicht in einem Warenhaus in die entsprechende Abteilung und ordert ganz persönlich sein Exemplar. Ich bin dazu übergegangen, es genau so zu machen, weil ich diesen Versandanbieter mit seinen Tarif- und Personal-Fragen gerne alleine lasse. Nun ärgert man sich aber manchmal, wenn man in eine Buchhandlung geht und auf die Bitte, der Buchhändler möge nachschauen, was von Heimito von Doderer lieferbar ist, die Antwort kommt, der Roman „Heimito“ von Doderer tauche im Computer gar nicht auf. Na so was. Ungeduldige Menschen wie ich denken dann gleich, darf ja wohl nicht wahr sein, erwarte doch bitte in der echten Vor-Ort-Buchhandlung den echten Buchhändler aus Berufung, der verständnisinnig lächelt bei schwierigen Buch-Suchen und sich freut wie eine Kosmetikerin angesichts einer empfindlichen Haut: Achtung, hier bin ich, der Fachmann, wirklich gefragt, und ich weiß Rat. Das Gegenteil des ratlosen Angestellten, der den Namen Heimito von Doderer nie zuvor gehört hat, sind natürlich jene eher in der Stadt anzutreffenden überlegenen Buchverkäufer, die jeden Kunden mustern: „Gott, was wird der jetzt wieder Banales verlangen“. Das sind jene Verkäufer, deren Typus man auch in Geschäften mit teureren Kleidern antrifft und die so selten verbergen können, was sie denken: „Kann die sich das leisten? Niemals! Kann die das tragen, was sie auswählt? Bin nicht so sicher. Wahrscheinlich will sie eh nur probieren“

Also von der Ungeduld her wäre man dem Internet zugeneigt, absolut, zur Bestellung vieler Güter, bei denen Qualität, Größe, etc. unstrittig virtuell zu ermitteln sind. Moralisch dann neigt man doch eher dazu, sich selbst zur Geduld zu zwingen, über alle Mißlichkeiten und Probleme tatsächlichen menschlichen Umgangs hinwegzusehen und jedenfalls zu wissen, der Buchhändler in meinem Ort geht bezahlt und frei abends in ein Quartier seiner Wahl.

Aber manchmal möchte man eben stöbern. In Ballett-DVD’s, ja. Und Unabhängigkeit von Empfehlungen beweisen. Und das geht nur virtuell. Dann kann man das hier tun: www.dancebooks.co.uk ist mein britischer Lieblings-Shop für Bücher, CD’s und DVD’s. Wer sich auf die Liste setzen läßt, erhält Mails. Alle Artikel werden beschrieben und erklärt, weswegen man viel mehr kauft, als man ursprünglich wollte (Oh, My God, das gibt es ja auch auf DVD! Heavens! Das brauche ich!).

Schön ist auch der Shop des Royal Opera House www.roh.org.uk/products/

Und das Palais Garnier in Paris hat auch einen Laden, dessen virtueller Besuch sich lohnt: www.operadeparis.fr und dann rechts auf: Librairie/Boutique klicken.

Im Amsterdamer Opernhaus „Het Muziektheater“ gibt es bei Ballettaufführungen ebenso wie in München Stände, an den man stöbern kann. Wenn man in der Pause Zeit hat.

Bevor ich jetzt weggeklickt werde, weil alle Shoppen gehen, noch drei Empfehlungen:

Anne Linsels bei www.edel.com erschienenes Pina Bausch. Bilder eines Lebens“ enthält wunderschöne Bilder. Schon der schwarz-weiße Titel – Bausch in einem Abendkleid guckt skeptisch über die rechte Schulter zum Betrachter – ist ein ungewöhnliches Foto der Wuppertaler Choreographin. Die Autorin ist Wuppertalerin, Jornalistin, hat Filme über Pina Bausch gedreht und dementsprechend kenntnisreich, dabei unaufgeregt im Ton, ist das Buch (256 Seiten, 50 Abbildungen, 2013, Euro 29,95). Die Pariser Oper hat einen Schuber mit drei Balletten herausgegeben: „The Ballet Classics“ umfasst „Giselle“ (das wurde, als es einzeln herauskam, hier gelobt), „Coppélia“ und Paquita“. (www.arthaus.de, Arthaus Musik 107 532) Pflichtlektüre.

Wenn ich alleine zuhause bin, schaue ich gerade immer „Invitation to the Dance“, starring Gene Kelly, mit drei Balletten (Regie und Choreographie und Tanz: Gene Kelly) und Tamara Toumanova. „Circus“ ist sehr traurig mit Kelly als einem unglücklich verliebten Clown, der sich umbringt. „Sinbad the Sailor“ vermischt Tanz und Trickfilm auf phantastische Weise. Und „Ring Around the Rosy“ ist ein getanztes, satirisches Theaterstück. A Metro-Goldwyn-Mayer-Picture in Color by Technicolor. Von 1954. Ach ja, es hilft alles nichts, am Ende muß man Freunde haben, die ihre DVD’s herumgehen lassen wie das Armband in „Ring Around the Rosy“ und möglichst Aufzeichnungen, auf denen sie selber tanzen und uns einen ganz persönlichen Audiokommentar sprechen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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Jahrgang 1965, Tanzkritikerin.