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Pferdefleisch, ein Risikolebensmittel: die Hintergründe der Empörung

13.02.2013, 11:15 Uhr

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In Fertiglasagne war nicht nur Rind, wie auf der Packung angegeben, sondern “bis zu hundert Prozent Pferdefleisch” – das musste die britische Lebensmittelbehörde vor wenigen Tagen bekanntgeben. Seitdem hat es das falsch deklarierte Fertiggericht auch in Deutschland schon mehrfach auf die Titelseiten geschafft. Inzwischen ist von einer internationalen Verschwörung die Rede: Die Spur führt zu einem französischen Lieferanten des Tiefkühlkost-Herstellers; der wiederum will das Fleisch aus rumänischen Schlachthöfen bekommen haben. 

Stellen wir uns vor, die britischen Lebensmittelkontrolleure hätten nicht Pferd in der Rinderlasagne entdeckt, sondern Huhn oder Schaf. Ob die Aufregung wohl ebenso groß gewesen wäre? Begeisterung hätte eine solche Verfälschung wohl kaum hervorgerufen. Aber ob gleich eine Konferenz der EU-Agrarminister einberufen worden wäre wie es jetzt der Fall ist? Wohl eher nicht.

Pferdefleisch hat eine Sonderrolle. Sein Verzehr ist tabuisiert, aber es ist auch ein Risikolebensmittel. In vielen europäischen Ländern lehnt man Pferdefleisch ab. Nennenswerte Mengen werden nur in Italien, Frankreich, Belgien und Spanien produziert. Dann folgt schon Deutschland mit knapp 3000 Tonnen (im Jahr 2012). Tendenz: eigentlich in den meisten Ländern sinkend.

Deutschland gehört zu den europäischen Ländern, in denen der Verzehr von Pferdefleisch nicht nur unpopulär ist, sondern auch mit großer Skepsis betrachtet wird. Wolfram Siebeck brach schon eine Lanze für Gerichte mit Pferdefleisch (in seinem Kochbuch „Sonntag in deutschen Töpfen”, erschienen 1982), obwohl er weiß: „Pferdefleisch in der deutschen Küche, das scheint unmöglich, und sei es nur, weil Willy Birgel einst für Deutschland ritt und der Schimmel Friedrichs des Großen ausgestopft im Zeughaus stand.” Die Wurzeln des Tabus, das auf Pferdefleisch liegt, reichen jedoch noch tiefer. Bei den Germanen war der Genuss von Pferdefleisch in Verbindung mit Pferdeopfern ein häufiger Brauch. Im Zuge der Christianisierung wurde der Verzehr von Pferdefleisch durch eine päpstliche Bulle verboten. Pferdefleisch zu essen, galt von da an als besonderes Zeichen des Verharrens im Heidentum. Gregor II (715-31) und sein Nachfolger Papst Zacharias (741-52) beriefen sich bei dem Verbot auf die alttestamentarische Speisevorschrift, die das Fleisch von Tieren verbietet, deren Klauen nicht gespalten sind. Die Rolle, die der Verzehr von Pferdefleisch bei den Opferriten spielte, ließ die Kirche besonders vehement gegen den Brauch vorgehen. Wolfram Siebeck schreibt: „Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Staaten hat sich die Ablehnung gegen den Genuß von Pferdefleisch in Deutschland bis heute erhalten. Allein in Not- und Kriegszeiten ging Pferdefleisch als Ware ‘über den Tisch’.”

Doch die Deutschen sind nicht allein mit ihrer Abneigung. Gerade die Briten stehen Pferdefleisch auch sehr skeptisch gegenüber. Und selbst Länder wie Island, wo heute vergleichsweise viel Pferdefleisch verzehrt wird, blicken auf eine lange Geschichte des Verzichts und Verbots und kämpfen bis heute mit gespaltenen Gefühlen.

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Pferd auf Island

Doch sind es allein solche kulturell gewachsenen Zu- und Abneigungen einem Lebensmittel gegenüber, die es rechtfertigen, dass nun die EU-Minister zur Beratung zusammenkommen? Die es verständlich machen, dass auch deutsche Supermarktketten wie Edeka nun ihr Sortiment überprüfen?

Wahrscheinlich würde die kulturell verankerte Ablehnung allein nicht ausreichen. Beim Pferdefleisch geht es noch um etwas anderes: um den gesundheitlichen Verbraucherschutz. Schuld an der besonderen Rolle des Pferdefleisches ist die besondere Rolle des Pferdes. Es befindet sich in einer Grauzone: Zum einen gilt es anders als Hunde oder Katzen vor dem Gesetz als „lebensmittellieferndes Tier”. Es darf geschlachtet und sein Fleisch darf vermarktet werden. Zum anderen ist es ein Gefährte, ein „Hobbytier”, ein Kuscheltier manchmal gar, Familienanhang ähnlich wie eine Katze oder ein Ziervogel. Wird ein solches Familienmitglied, ein Freund, zu dem ein Mensch eine Bindung hat, einmal krank, dann wird oft alles getan, um ihn wieder gesund zu machen. Pferdebesitzer, die in ihrem Tier keinen Lebensmittellieferanten sehen, möchten in solchen Fällen auch auf Arzneimittel zugreifen können, die für andere lebensmittelliefernde Tiere verboten sind – zum Beispiel, weil man nicht sicher ist, ob die zugrundeliegenden Substanzen im Tierkörper verbleiben und zum Beispiel eines Tages krebsauslösend sein können bei dem, der Fleisch von dem Tier verzehrt. Bei Rindern und Schweinen sind solche Medikamente schlicht verboten.

Beim Pferd hat der Gesetzgeber europaweit eine besondere Lösung gefunden: den sogenannten Equidenpass oder Pferdepass. Seit dem Jahr 2000 muss jedes Pferd einen solchen Ausweis besitzen. Der Halter darf darin vermerken und es somit ein für alle mal festhalten, ob sein Tier eines Tages für die Schlachtung bestimmt sein soll oder für die Tötung, womit die Einschläferung gemeint ist. Im zweiten Fall eröffnet das die Möglichkeit, ein viel größeres Arsenal an Arzneimitteln einzusetzen, genau wie bei Hund, Katze und Meerschweinchen – wenn nötig. Ein Pferd zum “Nicht-Schlachtpferd” zu erklären, ist unwiderruflich. Ein Schlachtpferd hingegen kann man jederzeit zum “Nicht-Schlachtpferd” umdeklarieren. 

Die Einführung des Equidenpasses blieb nicht ohne problematische Folgen – zumindest für manche Halter. Das Tierschutzgesetz verbietet es, ein Tier ohne vernünftigen Grund zu töten. Das Fleisch von Tieren verzehren zu wollen, gilt als „vernünftiger Grund”. Bei Pferden, die den Status „Nicht-Schlachtpferd” erhalten haben, entfällt die Möglichkeit, diesen Grund anzugeben. Will nun ein Pferdebesitzer sich eines chronisch kranken Pferdes entledigen, geht das nicht mehr in jedem Fall. Im Prinzip müsste ein Tierarzt dann bescheinigen, dass das Tier stark leidet, um zur Einschläferung zu schreiten – doch schweres Leiden ist längst nicht bei jeder chronischen Pferdekrankheit der Fall. Dennoch ergab eine Studie der FU Berlin wenige Jahre nach der Einführung des Equidenpasses, dass immerhin fast 40 Prozent von etwa 200 befragten deutschen Pferdebesitzern es vorgezogen hatten, ihr Pferd zum “Nicht-Schlachtpferd” zu machen. Etwa 20 Prozent hatten ihrem Pferd den Status Schlachtpferd gegeben, der Rest war noch unentschieden.

Nun weiß im britisch-europäischen Pferdefleisch-Skandal niemand, woher das Fleisch stammt. Insofern besteht durchaus die Möglichkeit, dass Pferde geschlachtet wurden, die zuvor längst als „Nicht-Schlachtpferd” deklariert waren und möglicherweise jahrelang in medizinischer Hinsicht auch so behandelt wurden.

Auch ein paar andere Eigenheiten machen das Pferd als „lebensmittellieferndes Tier” zu einem Spezialfall – und zu einem Risiko. Zum einen dürfen die Nieren und die Leber von Pferden nicht als Lebensmittel vermarktet werden. Sie speichern große Mengen gesundheitsschädliches Cadmium; teilweise gerät der Stoff bis in die Muskulatur der Tiere. Außerdem ist das Pferd das einzige bei uns einigermaßen gängige Nutztier neben dem Schwein, das Trichinellose bekommen kann. Die Muskelwürmer kapseln sich ins Fleisch des Tieres ein und können über den Verzehr auch den Menschen infizieren. Nach der Schlachtung müssen deshalb Proben des Muskelfleisches von Pferden auf die Parasiten untersucht werden. Weil noch immer nicht geklärt ist, woher das Fleisch im britischen Fall kommt, weiß auch niemand, ob alle vorgeschriebenen Untersuchungen, etwa auf Trichinellose, überhaupt stattgefunden haben. Vor allem in Frankreich und Italien sind in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Menschen durch Pferdefleischverzehr mit Trichinellose infiziert worden. Zwar macht Hitze den Muskelwurm unschädlich, doch in beiden Ländern ist es oft üblich, Pferdefleisch roh oder wenig erhitzt zu servieren. 1985 erkrankten in Frankreich 650 Menschen, 1990 in Italien mehr als 500, 1998 in Frankreich 400; es gab weitere kleinere Epidemien. In den meisten Fällen stammte das Pferdefleisch aus Osteuropa.    

 

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Lesermeinungen zu diesem Artikel (13)
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0 Gast 23.02.2013, 14:15 Uhr

[...] in letzter Konsequenz um die...

[...] in letzter Konsequenz um die Auswirkungen des globalisierten Lebensmittelhandels. So schreibt Christina Hucklenbroich, dass Pferdefleisch zum einen wegen der kulturellen Tradition eine Sonderrolle einnimmt und zum [...]

0 Gast 23.02.2013, 13:47 Uhr

[...] in letzter Konsequenz um die...

[...] in letzter Konsequenz um die Auswirkungen des globalisierten Lebensmittelhandels. So schreibt Christina Hucklenbroich, dass Pferdefleisch zum einen wegen der kulturellen Tradition eine Sonderrolle einnimmt und zum [...]

4 Antonietta Tumminello 22.02.2013, 15:19 Uhr

Pferdemarkt in Polen

Jährlich findet in Skaryszew in Polen der größte und grausamste Pferdemarkt Europas statt. Ca 2.000 Pferde werden dort regelrecht verscherbelt, danach quer durch Europa nach Italien, Frankreich und andere Länder gekarrt, wo sie auf der Schlachtbank landen. Furchtbare Bedingungen herrschen auf dem Markt und bei den Transporten: Unvorstellbar! Blutlachen auf dem Boden, Tiere stehen mit offenen Brüchen im Schlamm, kein Tierarzt vor Ort, keine Kennzeichnung der Tiere, rein gar nichts. Nur das Schreien und Wiehern der Pferde und die blanke Angst in ihren Augen. Kein einziger Experte der EU, keine Kontrolle, alles illegal. Ein LKW verunfallte nach dem Markt (viele sind stark angetrunken) dabei starben einige Pferde, diejenigen, die verletzt überlebt haben, werden weiter nach Italien transportiert. Welche Greueltat gegenüber den hochsensiblen Tieren!

5 Hans Winter 21.02.2013, 18:24 Uhr

Frau Hucklenbroich, man merkt Sie sind ein Stadtmensch

Wenn Sie schreiben „Wird ein solches Familienmitglied, ein Freund, zu dem ein Mensch eine Bindung hat...“ und sich dabei nur auf Hunde, Katzen und Pferde beziehen, dann gehen Sie offensichtlich davon aus, daß alle anderen (Nutz)Tiere nur noch als Nummern in Massentierhaltungen existieren. In kleinen und mittleren Bauernhöfen bis 100 Tiere hat aber jede Kuh ihren Namen und der Bauer kennt und respektiert die Vorlieben und Charaktereigenschaften einer jeden. Sie sind nicht weniger unterschiedlich, individuell, intelligent und einnehmend wie Hunde, Katzen und Pferde. Nun gehen Kühe erst zum Schlachter, wenn ihre Milchleistung gering ist, doch der Abschied ist nicht weniger emotionell, als bei Hund, Katze oder Pferd. Schließlich hat man Jahre miteinander verbracht. Ähnlich gilt das auch für Schweine und Hühner, die man für den Eigenbedarf hält. Man füttert sie lange Zeit, kennt sie, und trotzdem müssen sie eines Tages geschlachtet werden und kommen auf den Tisch. So ist das Leben.

0 tolebina 18.02.2013, 09:07 Uhr

Hallo, danke für einen mal...

Hallo, danke für einen mal wieder sehr guten Artikel im Blog, das ich ausgesprochen gerne lese! Im Zuge der ganzen Pferdefleischgeschichte habe ich mich etwas zu den Hintergründen der Pferdeflischproduktion gefragt, bin aber auf kaum Antworten gestoßen. Wie viele Pferdefleischfarmen gibt es so und wie viel Pferdefleisch produzieren die (im Vergleich zu anderen Fleischsorten)? Was sind das für Farmen? Sehen die aus wie die in "Tiere Essen" eindrucksvoll geschilderten Schweinefabriken oder eher wie Kuhställe? Werden Pferde auch lebend durch halb Europa gekarrt, um dann irgendwo geschlachtet zu werden? Insgesamt scheint mir die Pferdefleischproduktion relativ schlecht dokumentiert. Ich würde mich freuen, wenn Sie dort etwas Aufklärung leisten könnten.

1 Hansman 14.02.2013, 15:14 Uhr

Frau Hucklenbroich, dass Perde...

Frau Hucklenbroich, dass Perde Trichinen bekommen können ist mir neu. Trichinen verkapseln sich im Muskelgewebe und werden beim Verzehr von Fleisch übertragen. Nur Allesfresser wie der Mensch, das Schwein, der Dachs usw können Träger und Überträger von Trichinen sein. Seit wann sind Pferde Fleischfresser?? Gruss Hans Elmsheuser Dr. der Agrarwissenschaften

2 DellaDeLight 14.02.2013, 12:51 Uhr

ich glaube, es ist eine Folge...

ich glaube, es ist eine Folge der Rechtschreibreform. Jemand hat einfach Pferdichlasanje geschrieben und pferdich!

0 bruxman 14.02.2013, 12:12 Uhr

Ohne Pferdefleisch hätten...

Ohne Pferdefleisch hätten meine Grosseltern die letzten Kriegstage in Berlin nicht überlebt. Und wenn ich meiner Grossmutter glauben darf, war vor dem 1. Weltkrieg die Pferdebulette eine ganz normale Sache. Der Skandal ist nicht der Konsum von Pferdefleisch. Der Skandal ist die Kultur des Billigfraßs. Wir lernen nun z.B., dass britische Supermärkte neue billige Zulieferer gesucht haben, nachdem die EU die abgeschabten Fleischreste von Knochen aus der Definition von Fleisch herausgenommen hat. Das geschah, weil dieses "Fleisch" Quelle von BSE war. Qualität wurde offenbar nicht als sinnvolle Alternative gesehen. Die neueste Wendung ist nun, dass das Pferdefleisch in der britischen Lasagne zwar kein Rind, aber gesundheitlich wohl unbedenklich war. Gesundheitlich bedenklich ist hingegen britisches Pferdefleisch, das nach Frankreich geliefert wurde. Die Idee Herrn Camerons, dass Grossbritannien aus der EU austritt, wird mir zunehmend sympathisch. Allerdings sollten man auch den Handel mit diesen Heuchlern einstellen.

1 Bargheer 14.02.2013, 11:48 Uhr

Ein schöner Artikel. Ich...

Ein schöner Artikel. Ich teile allerdings nicht die Auffassung, das Deutschland dem Verzehr von Pferdefleisch generell negativ gegenübersteht. Der Sauerbraten wird traditionell aus nichts anderem gemacht. Jedes Land, dass Pferde besonders im Bergbau verwendete, hat traditionelle Gerichte aus Pferdefleisch anzubieten. Bis heute. Wir leiden eher darunter, eine komplette infantilisierung von Essgewohnheiten aus dem Angelsächsischen Kulturraum zu übernehmen. Wenn Sie schreiben, dass 'nur in Italien, Frankreich, Belgien und Spanien' nenneswerte Mengen produziert werden, unterstellt diese Formulierung, dass die Speisekultur dieser Euroäischen Schlüsselländer für Deutschland weniger relevant sei, als Englische Befindlichkeiten. Es wäre hier interessanter, die zum Teil schon groteske angelsächsische Paranoia allen nicht industriell hergestellten oder fertig verpackten Nahrungmitteln gegenüber zu untersuchen.

1 JohnCoffey 14.02.2013, 11:20 Uhr

Es handelt sich juristisch...

Es handelt sich juristisch gesehen ganz eindeutig um einen Sachmangel. Wenn ich Rind bestelle und Pferd bekomme dann liegt eine Abweichung der Ist- von der Sollbeschaffenheit vor. Dies geschah hier im großen Stil und tausende Verbraucher sind über die wahren Inhaltsstoffe getäuscht worden. Diese sind alle Nacherfüllungs und ggf unter weiteren Voraussetzungen zu Rücktritt und Schadensersatz berechtigt.

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Jahrgang 1978, Redakteurin im Ressort „Natur und Wissenschaft“ der F.A.Z.