What’s left

What’s left

Muss links sein, wer für eine gerechte und soziale Welt eintritt? Eine Debatte über neue Haltungen und alte Weltanschauungen.

Was Attac mit dem Manchesterliberalismus verbindet

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Clemens Schneider macht den Linken ihren Alleinvertretungsanspruch auf Weltverbesserung streitig.

Clemens Schneider© Foto privatClemens Schneider

Ein Pazifist auf einsamem Posten. Europa liegt im Kriegsfieber. Der Imperialismus nimmt gerade richtig Fahrt auf. Die europäischen Staaten sind damit beschäftigt, Kolonien unter einander aufzuteilen, und gleichzeitig nach Gründen Ausschau zu halten, um sich gegenseitig an die Kehle zu gehen. In dieser Atmosphäre verliert einer der angesehensten Männer seiner Zeit – Richard Cobden – sehenden Auges seine ganze Beliebtheit, weil er sich für Abrüstung und eine Kultur der Gewaltlosigkeit einsetzt. Wenige Jahre zuvor hatten ihm in Großbritannien die Massen zugejubelt, war er in ganz Europa zu Vorträgen unterwegs gewesen. Jetzt plötzlich spottet das ganze Land über ihn. Oder hetzt.

Richard Cobden war der Begründer des Manchesterliberalismus. Dieser Begriff wird heute nur allzu gerne als Schimpfwort verwendet. Manchesterliberalismus – das war sogar für Rainer Brüderle ein Schreckgespenst. Ausbeutung durch gewissenlose Großkapitalisten! Man könnte den Manchesterliberalen allerdings kein größeres Unrecht tun, als sie derart misszuverstehen. Cobden und seine Mitstreiter kämpften in den späten 30er Jahren des 19. Jahrhunderts gegen Schutzzölle, die eine mächtige Großgrundbesitzer-Lobby durchgesetzt hatte und die verheerende Hungersnöte hervorriefen. Der Freihandel, für den sie stritten, befreite Millionen von Arbeitern von Not und Elend. Daneben kümmerte sich Cobden aber auch um das Bildungswesen und – eben – um Pazifismus.

Mehr als hundert Jahre, ehe Martin Luther King mit seiner Rede „I have a dream“ die Welt erschütterte, berührte und begeisterte, hatte Cobden in einer Rede in Manchester seine Vision von einer besseren Welt entworfen:

„Ich richte meinen Blick weiter. Ich sehe, dass das Freihandelsprinzip die moralische Welt bestimmen wird wie das Gravitationsprinzip unser Universum: indem es Menschen einander nahe bringt; indem es den Gegensatz der Rassen, Bekenntnisse und Sprachen beseitigt; indem es uns in ewigem Frieden aneinander bindet. Und ich habe noch weiter geschaut. Ich habe spekuliert, ja wohl geträumt, von einer fernen Zukunft, vielleicht in tausend Jahren. Ich habe darüber spekuliert, was das Ergebnis davon sein mag, dass dieses Prinzip obsiegt. Ich glaube, dass es das Antlitz der Erde verändern wird, indem es ein Prinzip des Regierens hervorbringen wird, das sich vollständig vom derzeitigen unterscheidet. Ich glaube, dass das Streben nach großen und mächtigen Reichen absterben wird; das Streben nach gigantischen Heeren und bedeutenden Flotten; nach den Mitteln, die benutzt werden, um das Leben zu zerstören, und um die Früchte der Arbeit zu verwüsten. Ich glaube, dass all das nicht mehr nötig sein wird und auch nicht mehr angewandt wird, wenn die Menschheit erst eine Familie geworden ist und Mensch mit Mensch aus freien Stücken die Früchte seiner Arbeit brüderlich austauscht.“ (eigene Übersetzung)

Für eine Welt ohne Diskriminierung

Diese Sätze des prominentesten Manchesterliberalen könnten zu großen Teilen auch aus der Feder eines Attac-Aktivisten stammen. Die beiden haben viel mehr gemeinsam, als man auf den ersten Blick meinen könnte. Ganz offensichtlich teilen sie dieselben Ziele: Sie wollen eine Welt in Frieden, ohne Diskriminierung, in der alle teilhaben können am wachsenden Wohlstand. Womöglich würde sich Cobden heute auch für Umweltschutz einsetzen. Idealisten, Utopisten, Weltverbesserer sind beide: der Liberale wie der Linke.

Der Liberalismus ist aber in der Zeit nach Cobden zunehmend spießig geworden. Die 68er, die heute, mit stattlichen Pensionen ausgestattet, darauf achten, dass der Nachbar seine Hecke ordnungsgemäß zurückschneidet, sind kein singuläres Phänomen. Auch der Liberalismus ist nach seinen Blütezeiten in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Behäbigkeit und Lethargie gefallen. Etliche Schlachten waren siegreich geschlagen; das Feuer war erloschen. An die Stelle des anfänglichen Idealismus trat langweiliger Pragmatismus. An der einen oder anderen Schraube zu drehen, schien ausreichend. Neue Maschinen wollte keiner mehr bauen. Die Ziele, die Cobden noch gesetzt hatte, wollte keiner mehr ernsthaft verfolgen. Wer die Welt zu verändern suchte, fand im Liberalismus keine Heimat mehr.

Wie der Liberalismus verspießbürgerlichte

Mit der Verspießbürgerlichung des Liberalismus ging eine wachsende Abneigung, wenn nicht gar Abscheu gegenüber den Weltverbesserern einher, die sich heute noch im verächtlichen Terminus „Gutmensch“ wiederfindet. Kein Wunder, dass man in ihnen plötzlich Feinde sah, schließlich hatte man sie vorher dem politischen Gegner in die Arme getrieben. Das Beispiel von Cobden zeigt: die Träumer waren nicht per se Feinde des Liberalismus. Man hatte sie sich zu Feinden gemacht. Und darunter leidet der Liberalismus bis heute.

Dahinter steckt das Aufgeben der eigenen Überzeugungen, das fundamental und existenziell ist. Das deutlichste Wesensmerkmal des Liberalismus über die Zeiten hinweg ist der Mut. Freiheit fordert die Bereitschaft, die Kontrolle aufzugeben. Wie der Ökonom und Sozialphilosoph Friedrich August von Hayek in seinem bedeutenden Aufsatz „Warum ich kein Konservativer bin“ schrieb, beruht „der liberale Standpunkt auf Mut und Zuversicht …, auf einer Bereitschaft, der Veränderung ihren Lauf zu lassen, auch wenn wir nicht voraussagen können, wohin sie führen wird.“ Und der Philosoph Karl Popper sprach vom „Weg in die offene Gesellschaft. Wir müssen ins Unbekannte, ins Ungewisse und ins Unsichere weiterschreiten.“ Das sind klassische Aufgaben für Weltverbesserer, nicht für eingefleischte Pragmatiker.

Helmut Schmidt mochte noch so sehr über Leute spotten, die Visionen haben, und ihnen einen Arztbesuch empfehlen. Die Visionen seines Vorgängers und seines Nachfolgers haben wesentlich zur Zeitenwende von 1989 beigetragen. Ängstlichkeit, oft in das Gewand von Realismus und Pragmatismus gehüllt, hat noch nie den Lauf der Geschichte verändert. Wer sich freiwillig auf das „Machbare“ und „Durchsetzbare“ beschränkte, wurde früher oder später immer von fundamentalen Veränderungen überrollt. Pragmatiker sind die Verwaltungsbeamten im Lauf der Welt. Weltverbesserer aber sind die Unternehmer der Weltgeschichte. Sie gehen ein Risiko ein.

Gibt es eigentlich auch liberale Weltverbesserer

Ein Unternehmer in diesem Sinne war auch William Wilberforce. Diesem Mann verdankt die Welt entscheidende Schritte auf dem Weg zur Abschaffung der Sklaverei in den westlichen Ländern. Über Jahrzehnte führte er den Kampf gegen die Reichen und Mächtigen im Großbritannien der Wendejahre vom 18. zum 19. Jahrhundert. Oft genug schien er zu verlieren – nicht nur die Sache, sondern auch seine Freunde, seine Gesundheit, sich selbst. Aber er glaubte an seine Idee, dass alle Menschen frei sein sollten. Und am Ende hatte sein Unternehmen Erfolg. Dass er ein Risiko eingegangen war, zahlte sich aus, als er auf seinem Sterbebett von der endgültigen Abschaffung der Sklaverei in seiner Heimat erfuhr. Menschen wie Wilberforce verändern die Welt.

Die Weltverbesserer sind heute mehrheitlich auf der Linken zu finden, weil der Liberalismus versagt hat. Die Linken wollen Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit, Wohlstand für alle, Gleichberechtigung, Umweltschutz. Welcher Liberale wollte das nicht auch? Dennoch stoßen sie die Linken brüsk zurück. Das hat nicht nur mit der Verspießbürgerlichung des Liberalismus zu tun, sondern wesentlich auch damit, dass Liberale allzu häufig nicht bereit sind, zu differenzieren. Weil sie – oft mit guten Gründen – die Mittel und Wege der Linken ablehnen, verwerfen sie zugleich auch deren Ziele. Das ist natürlich Unfug. Sie lehnen schließlich auch nicht den Gelderwerb ab, nur weil ein Dieb zu diesem Behufe stiehlt.

Die Vertreter des Liberalismus können nur dann hoffen, die Welt wieder wirksamer zu verändern – zu verbessern –, wenn sie sich auf die Zeiten von Wilberforce und Cobden zurückbesinnen. Wenn der Liberalismus für Weltverbesserer wieder attraktiv wird. Wenn sich die Liberalen wieder idealistische Ziele auf die Fahnen schreiben. Wenn sie sich überhaupt wieder einmal entschließen, die Welt verbessern zu wollen. Liberale dürfen keine Angst haben vor dem Träumen. Friedrich Schiller, einer jener freiheitsbesessenen Weltverbesserer, hat als Mittzwanziger das Drama „Don Karlos“ geschrieben. Nachdem dessen eigentlicher Held, der Marquis Posa, mit seinen Plänen für die Freiheit der Niederlande gescheitert ist, trägt er der spanischen Königin auf, seinem Freund Don Karlos eine Botschaft zu überbringen. Diese Botschaft sollten den heutigen Liberalen ins Stammbuch geschrieben werden:

Er mache –
O, sagen Sie es ihm! das Traumbild wahr,
Das kühne Traumbild eines neuen Staates,
Der Freundschaft göttliche Geburt. Er lege
Die erste Hand an diesen rohen Stein.
Ob er vollende oder unterliege –
Ihm einerlei! Er lege Hand an. Wenn
Jahrhunderte dahin geflohen, wird
Die Vorsicht einen Fürstensohn, wie er,
Auf einen Thron, wie seiner, wiederholen
Und ihren neuen Liebling mir derselben
Begeisterung entzünden. Sagen Sie
Ihm, daß er für die Träume seiner Jugend
Soll Achtung tragen, wenn er Mann sein wird,
Nicht öffnen soll dem tödtenden Insekte
Gerühmter besserer Vernunft das Herz
Der zarten Götterblume – daß er nicht
Soll irre werden, wenn des Staubes Weisheit
Begeisterung, die Himmelstocher, lästert.

Clemens Schneider, geboren 1980 in Düsseldorf, ist Mitbegründer und Managing Director des klassisch-liberalen Think Tanks Prometheus – Das Freiheitsinstitut. Außerdem arbeitet er im Augenblick an einer Dissertation in Katholischer Theologie über den liberalen englischen Historiker Lord Acton.

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  1. Für manche Attac et all. im praktischen Tun sehr wohl vor allem Unterrubriken
    von allgemein-seelischen Aufgabenstellungen, die früher schon ggfls. so mit formuliert wurden:

    „Also hilft es der Seele nichts, ob der Leib heilige Kleider anlegt, wie es die Priester und Geistlichen tun, auch nicht, ob er in den Kirchen und heiligen Stätten sei, auch nicht, ob er mit heiligen Dingen umgehe, auch nicht, ob er leiblich bete, faste, walle und alle guten Werke tue, die durch und in dem Leibe geschehen möchten ewiglich. Es muß noch ganz etwas anderes sein, was der Seele bringt und gebe Frömmigkeit und Freiheit.

    Denn alle diese obgenannten Stücke, Werke und Weisen mag auch an sich haben und üben ein böser Mensch, ein Gleißner und Heuchler; auch durch solch Wesen kein ander Volk denn eitel Gleißner werden. Wiederum schadet es der Seele nichts, wenn der Leib unheilige Kleider trägt, an unheiligen Orten ist, ißt, trinkt wallet, nicht betet.

    Zum fünften hat die Seele kein ander Ding, weder im Himmel noch auf Erden, darinnen sie lebe, fromm, frei und Christ sei, denn das heilige Evangelium, das Wort Gottes, von Christo gepredigt, wie er selbst sagt.

    So müssen wir nun gewiß sein, daß die Seele kann alles Dinges entbehren außer dem Worte Gottes, und ohne das Wort Gottes ist ihr mit keinem Ding geholfen. Wo sie aber das Wort hat, bedarf sie auch keines andern Dinges mehr, sondern sie hat in dem Wort genug Speise, Freude, Friede, Licht, Kunst, Gerechtigkeit, Wahrheit, Weisheit, Freiheit und alles Gut überschwenglich. Also lesen wir im Psalter, sonderlich im 119. Psalm, daß der Prophet nicht mehr schreiet, denn nach dem Gotteswort. …“

    Erinnert evtl. auch ein wenig an die Freiheit (in Verantwortung) Bonhoevers im KZ, unbedingte Freiheit ggfls..

  2. Den Marquis Posa gibt es u. a. auch auf Youtube.
    https://www.youtube.com/watch?v=yzdyEX1zFkc

    • Paradoxon
      „…brennt im Menschen Begeisterung! … ein Federzug von Ihrer Hand entscheidet das Schicksal der Erde! Geben Sie Gedankenfreiheit – Gottes herrlicher Natur.“

      Vielen Dank für den Link. Zum Inhalt: Die ersehnte Gedankenfreiheit, wie sie in güldener Sprache Schillers unser Auge, Ohr und Geist erreicht und berreichert: ist die Folge der allg. verwirklichten Gedankenfreiheit dialektischer- und ironischerweis nicht zugleich der Niedergang Schillers Sprache, die so visionär-pathetisch-kämpferisch sich gestaltete und heute so sehr vermisst wird? Ende des 18. Jahrhunderts träumte man von Demokratie, wie wir sie heute (er)leben – dürfen? Der Sprache tat dies nicht gut, allerorten wird – voller Begeisterung (!) – radegebrochen, vulgärer Prollsprech, ordinäres Kiezdeutsch und Rapperbrutalomachogebrüll nehmen einen Platz ein, den sich Schiller sicher niemals hatte erträumen können, was eine allg. Barbarisierung im alltäglichen Umgang zur Folge hat. Die hehren Ziele, erschaffen in prophetisch-lyrischer Sprache zu jenen Zeiten, zu denen keiner von uns leben möchte – es sei denn, man gehörte zum (atniliberalen) Adel? –, fallen ihrer Verwirklichung zum Opfer. Wer hält denn noch derart sprachlich gestaltete Reden? Nur auf den Brettern, die die Welt bedeuten (und das Publikum ist so rar wie eh und je; damals, zu Schillers Lebzeit, fehlte der Majorität das Geld und die Zeit; das ist alles allen heutzutage mehrheitlich gegeben, dennoch strömen keine Massen ins Theater; und das wird auch niemals geschehen): da irrte Schiller: die Bretter vorm Kopf bedeuten die Welt, einer Welt, die frei ist wie nie zuvor und zugleich sich immer mehr im Wege steht angesichts der kollektiven Sprachverrohung. Leicht beieiander wohnen die Gedanken, doch hart im Raume stoßen sich die Sachen. Da irrte Schiller nicht. Welch‘ Paradoxon.

  3. Liberalismus muss Konservativ sein
    Der Sozialliberalismus ist tot, so wie alle Utopien einer besseren Gesellschaft. Ein linker Sozialliberalismus ist auch ein Widerspruch. Zöge sich der Staat aus der Gesellschaft nach Manchester-Kapitalismus-Prinzip zurück, würde die nämlich wieder konservativ.

    Denn wenn wir den Sozialstaat abschaffen, sind Familie und Kirche das soziale Netz. Wird die Macht der Politiker- und Beamtenkaste gestutzt , sind die mittelständischen Unternehmer die Elite. Vermittelt staatliche Universitäten den Frauen nicht mehr solch eine Erwartungshaltung hinsichtlich ihrer Karriere, werden sie wieder vorrangig Kinder machen. Gibt es kein Bafög und kein Studentenwohnheim mehr, müssen sich die Nachwuchsakademiker wieder in Studenverbindungen generationsübergreifend organisieren und finanzieren. Der ganze Sozialindustrie mit Sozialarbeitermentalität und Kuschelpädagogik würde der Geldhahn abgedreht, genauso wie dem modernen sozialkritischen Theater. Und die Massenakademisierung hätte schnell ein Ende, stattdessen würde die Mentalität wieder bodenständiger und sich im Wesentlichen auf Kinder großziehen und Geld verdienen ausrichten.

    Für Weltverbesserer wäre dann kein Platz. Die werden an der Staatsuni erzeugt.

  4. Ursprünge und Grenzen des Liberalismus - Teil II
    Karl Marx, der nur 3 Jahre nach Bismarck das Licht der Welt erblickte, war Zeitgenosse und sein Werk muss deshalb auch im Kontext der Zeit begriffen werden. Um gleich mit meiner These vorab zu beginnen – Marx war der wichtigste, deutsche Liberale seiner Zeit und mit den englischen Schriften aller wichtigen Liberalen nicht nur vertraut. Er hat wesentliche Impulse aus England aufgenommen, und etwa Smith auch heftig attackiert. Er übernimmt die Arbeitswert-Theorie von Smith und Ricardo, baut sie aber zu einer neuen Arbeitswert-Lehre auf, die man unterschiedlich bewerten könnte. Meine These dazu fusst darauf, kurz gerafft, dass die neue Arbeitswert-Lehre eine innere Notwendigkeit des Marx’schen Gebäudes war, ohne die der unversöhnliche Gegensatz von Kapital und Arbeit theoretisch nicht haltbar gewesen wäre.
    Diese Lehre entspringt also eher dem strikt politischen Impetus von Marx, und seiner Annahme, mit dem Industrie-Proletariat eine neue Klasse im Entstehen zu sehen. Diese Marx’sche Klasse war ihm, analog zu den städtischen Handwerkern und Kleinunternehmern in den Monarchien, in ständigem Widerspruch zu herrschenden, bürgerlichen Klassen. Marx sah die Arbeiterklasse genau gleich wie die bürgerliche Klasse etwa im Frankreich der Revolutionsjahre, mit dem Potential ausgestattet, bürgerliche Herrschafts- und Produktions-Formen auf neue Füsse zu stellen und die bürgerliche Klasse zu entmachten und zu überwinden. Hier liegt im Keim ein zentraler Webfehler, der Marx letztendlich nicht nur an der liberalen Vollendung seines Werks gehindert hat. Es ist ein zentraler Webfehler, der die Geschichte Europas nachhaltig beeinflusst hat. Der stürmische Einfluss des Marx’schen Genius hat nicht nur dem Liberalismus gefehlt – er hat des weiteren die Sozialdemokraten nach dem Scheitern der II. Internationale dem Schicksal überlassen, und die Kommunisten unverhältnismässig befördert. Dies hat das 20. Jahrhundert nachhaltig im Negativen beeinflusst. Marx hat in seinen reiferen Tagen nicht nur die deutschen Sozialdemokraten gegen ihren etatistischen Reformeifer scharf und unnachsichtig gegeisselt – in bester, liberaler Manier. Er hat auch frühzeitig vor dem Einfluss der Russen in der Internationale gewarnt.
    Sein Kardinalfehler liegt in der Erhebung der Arbeiter zur Marx‘schen Klasse an sich, die in der Lage wäre eine Klasse für sich zu werden. Dieser Kardinalfehler, der aus seiner Zeit, seinen Betrachtungen der französischen Revolution von 1789 und auch der schnell aufstrebenden Ausbreitung der Arbeiter der schnell wachsenden Industrie entsprang, ist aus den frühen Jahren der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu verstehen, diskreditiert aus meiner Sicht aber nicht sein grosses Gesamtwerk. Ich bin vielmehr davon überzeugt, dass er der liberalen Idee weiterhin ein wichtiger Impulsgeber sein muss – nicht in biblischer Verklärung, aber in seinem emanzipatorischen Beitrag.
    Wenn Karl Marx als Verantwortlicher des 20. Jahrhunderts verpönt wird, heisst dass das Kind mit dem Bade ausschütten. Für das 20. Jahrhundert sind wesentlich mehr seine Epigonen in Sozialdemokratie und Kommunistischen Parteien verantwortlich – und natürlich die zahnlose, schwächliche Bewegung der Liberalen, die schon längst den Mut und die Vision eines Richard Cobden verloren hat.

  5. Ursprung und Grenzen des Liberalismus
    Mit Cobden zeigt Clemens Schneider, dass die liberale Idee von Freiheit und den Idealen einer friedlichen Welt gleicher Bürger getragen war. Dazu hat Cobden mit seiner Rede sicher einen schönen Beitrag geschrieben. Die liberale Idee wurde aber wesentlich in den Werken von Adam Smith mächtig dargestellt, dessen zentrale Schriften nicht zufällig die Titel „The Wealth of Nations“ und „The Theory of Moral Sentiments“ tragen – bewusst von mir nicht übersetzt, weil Smith ja auch in Deutschland kaum beachtet wurde, noch wird.

    Eine wichtige Tatsache, wenn über den ‚Niedergang‘ des Liberalismus gesprochen wird, ist seine Entstehung in England. John Locke, John Stuart Mill und seine Frau Harriet Taylor Mill – um nur einige neben Adam Smith zu nennen – die Geburt auf der Insel ist ihnen allen gemein. Und in dieser Tatsache sehe ich auch einen wesentlichen Grund der Grenzen. Der ‚Liberalismus der Insel‘ hat auf dem europäischen Kontinent niemals das Echo und die Akzeptanz streitbarer Wichtigkeit erlangt, wie es dieser Strömung angemessen wäre.

    Die englische Demokratie, für die als konstitutionelle Monarchie Oliver Cromwell Mitte des 17. Jahrhunderts die Basis geschaffen hat, war ihrer Zeit weit voraus und lange isoliert, wenn das Festland Europas in Betracht gezogen wird. Ebenso war England als Insel in Sachen Welthandel, der die materielle Basis für Adam Smith Schriften notwendig im Voraus geschaffen hat, dem Kontinent weit voraus, und musste dies aus geografischen Gründen ja auch sein. Erst die amerikanische Revolution – weit entfernt, aber von englischer Ideologie selbstverständlich durchdrungen, beendete diese Isolation, war aber letztendlich auch der Grundstein für das Ende des britischen Empires, auch wenn das noch eine ganze Zeitlang historisch verschleiert bleiben sollte.

    Natürlich blieben auch die englischen Liberalen auf dem Festland nicht ohne Einfluss, aber weder in Frankreich noch in Deutschland konnte sich Smith oder ein anderer, englischer Gelehrter nachhaltig zu Bewusstsein bringen. Diese Tatsache lässt sich durch drei Ereignisse beleuchten – eine grosse, historische Revolution, eine gescheiterte Revolution sowie der Aufstiegs eines Mannes zum philosophischen Giganten auf dem Kontinent: die französische Revolution, das Scheitern der deutschen Revolution und die Arbeit von Karl Marx.

    Wenn im ‚Galopp aus Vogelschau‘ zunächst die französische Revolution betrachtet wird, kann sicher die schnelle Reaktion darauf festgestellt werden. Die traditionell schwachen, bürgerlichen Kräfte, die sich in der französischen Revolution auf den Volksaufstand gestützt hatten, sahen sich sehr schnell starken inneren und äusseren Feinden ausgesetzt, und mussten sich über das Zwangsregime von Robesspierre und den Direktorien letztendlich dem Regime des Napoleon Bonaparte unterstellen. Vom englischen Liberalismus beeinflusste Kräfte, wie etwa Jean-Baptiste Say, ergaben sich diesem Regime in der Hoffnung, zukünftig die Ordnung von 1789 wieder herstellen zu können. Napoleon Bonaparte etablierte in Frankreich den von Paris aus herrschenden Zentralismus, der bis heute die Republik in ihrem typischen, politischen Etatismus prägt, mit präsidialen Vollmachten die selbst die USA nicht kennt – mithin die Gegenthese zu einem Staat liberaler Vorstellung. Auf diesem Boden kam praktisch aller Liberalismus beinahe komplett zum Erliegen und es ist zu vermuten, dass selbst Jean-Baptiste Say als Liberaler kaum mehr bekannt ist, zumindest nicht breiteren Kreisen.

    Die gescheiterte, deutsche Revolution – hier betrachte ich die 1848-er Jahre und nicht die Weimarer Republik, die gesondert behandelt werden müsste – führte Deutschland letztendlich in das Bismarck’sche Regime, das sicher nicht weniger zentralistisch die Einheit der Republik herstellte, wesentlich im deutsch-französischen Krieg 1870/71. Das deutsche Bürgertum, noch schwächer als das so schon beklagenswerte französische, konnte sich letztendlich nie gegen etatistische Regimes aufraffen – weder gegen Bismarck, noch gegen Kaiser Wilhelm II. Es hat vielmehr seine Schwäche mit der Weimarer Republik nochmals unterstrichen und durch die niederträchtige Auslieferung gegenüber dem Hitler-Regime seine Legitimität verkauft. Unter diesen Bedingungen konnte sich freiheitliches, gar liberales Bestreben nur noch unter schwersten Bedingungen Einfluss verschaffen. Alle Bande zum klassischen Liberalismus englischer Prägung gingen spätestens nach dem Ende der Weimarer Republik komplett verloren, und sind bis heute bestenfalls verstümmelt vorhanden.

  6. Menschenbild(er) 2
    Das Träumen des Liberalen bezüglich der allumfassend verwirklichten „Brüderlichkeit“ ist meines Erachtens naiv: Schiller irrte, als er tagträumte, alle Menschen mögen Brüder werden (zum Glück gab es damals noch nicht den Gender-Egalitarismus-Wahn, der nun – im Luxuswolkenkuckucksheim der Akademikersoziologenalimentierten – sein Unwesen treibt, weil’s offenbar nichts Wichtigeres gibt, Mann und Frau als soz. Konstruktion denn naturgegeben aufzufassen: Letzteres bedeutete, dass vorm Gesetz alle gleich sind, aber es als gesetzt gelten müsste, dass Frauen und Männer nicht gleich (zu machen) sind. Dazu Allan Bloom, 2.0.:“ Die männliche Brust mag mit der weiblichen rechtlich gleichgestellt worden sein, aber man mag noch so sehr an ihr drücken, sie gibt keine Milch.“) – also Brüder werden, was wir doch schon sind: Freunde sucht man sich aus bzw. die Abstraktion des (Frei)Handels, einfach mit dem zu Handeln, weil man sein Geld will, egal, ob der nun nett ist oder nicht (Thukyd. Vorteil), macht die Menschen kurzzeitig sogar gleich: mittels des Zahlungsmittels Geld, was ja Marx und seine Apologeten, so verstehe ich die, abgeschafft wissen woll(t)en – in ihren Träumen. Das träumen nur Menschen, die nicht wissen, was es bedeutet, die hochkomplexe Infrastruktur mit der Ware Arbeitskraft aufrecht zu erhalten; die Arbeitskraft, die angewandt wird, weil’s Geld dafür gibt, ohne Passion, und angewandt werden muss, denn sonst war es das mit den steuerfinanzierten Hochschulen etc. – oder mit den Freunden, die in Wuppertal die Arbeiter ausbeuten, um den antizipierten Arbeiterführer Marx zu alimentieren, der sich da das Märchen des Kommunismus zurechtträumte und Hegel vom Kopf auf die Füße stellte. Letztes Zitat: „Du kannst den Menschen nicht verbieten, ein Ar*#;loch zu sein!“ – schreit Simon Phoenix dem Vorträumer einer gerechten Welt entgegen, welcher sich ein Leben makellos wie ein Perle und Menschen lauter wie eine Ameisenkolonie wünschte – in dem Film „Demolition Man“. Sehenswert! Liberale sollten nicht träumen, sondern politisch aktiv werden, um Macht zu haben: denn es ist alles eine Frage der Macht. Ganz schmucklos. Träume kann man nicht verordnen, höchstens verorten. Aber dann benötigten sie einen Multiplikator, der sie anbietet – aber immer eingedenk dessen, dass Angebote abgelehnt werden können, denke ich als Liberaler.

  7. Menschenbild(er)
    Guten Tag!

    Zustimmung zum unmittelbaren Vorkommentator:

    Praxisuntauglichkeitskomponente:

    Das Träumen ist demjenigen vergönnt, der die Muße hat, träumen zu können – im Sinne einer Menschheitsidee.
    Was mich am (Neo)Liberalismus generell stört, ist, dass bei dem propagierten Wettbewerbsdogma der oder die Verlierer nahezu außen vor bleibt resp. bleiben: Rationalisierung, die den Profit steigern lassen, da Lohnkosten höher sind als die von Maschinen, langfristig, drängt den Menschen mehr und mehr in Inaktivität.
    Und dann? Hat er dann mehr Muße? Nein, er fängt an, im eigenen Saft der Nichtanerkennungsspirale sich „dumm“ zu machen und sich selbstverschuldet unverschuldet überflüssig vorzukommen.
    Die eigene Ohnmacht, von der man sich ja nicht dumm machen lassen soll(te) (TWAdorno), ist dann die Folge: Schauen Sie um sich, was machen viele Hartz IV-Empfänger: einnisten sich im Sumpf der Alimentation, anstatt Schiller oder Cobden zu lesen, weil deren Literatur einfach zu anstrengend ist. Menschenbild: Menschen sind faul, deswegen der technologische Fortschritt, der zur Folge hat, dass man immer fauler werden kann und könnte. Nur: was tut Mensch dann? Ich propagiere nicht einen Reichsarbeitsdienst oder Tod durch Arbeit, nur entbarbarisiert die Beschäftigung den Menschen, der er Früchte seiner Tätigkeit erntet, die ihn stolz machen, seine Ehre retten – die zur Trias des unumstößlichen praxistauglichen Menschenbilds gehört, das Thukydides entfaltete: Ehre, also Stolz, Furcht, zuletzt vorm Tod und Vorteil, der Egoismus.
    Adorno hatte in den 60ern mit Bloch in einem SWR(?)-Trialog die kühne These aufgestellt, dass es in jedem Menschen den Moment gäbe, dass es anders sein könne, dass die – Adornos? Wessen denn? – Utopie machbar sei. Nur waren schon damals die Strukturen derart verhärtet, dass es wie verhext sei: dass sich das Opfer mit dem Täter identifiziere und sich seinem Schicksal hingebe. Tja, der gute, alte Kulturpessimismus, der da in Frankfurt debattiert ward.
    Also: was macht Mensch, tut er nichts denn einfach anwesend abwesend zu sein? Dialektik der Demokratie: jedes Individuum und dessen antizipiertes wie verbrieftes Schicksal wird durch die Medien an alle anderen Interessierten (Gaffer, Voyeure, um sich zu vergewissern, dass es einem zumindest noch einen Hauch besser ergeht (Ehre, Vorteil, Furcht)) transportiert und multipliziert, siehe RTL II „white-trash“-Sendungen, besser den ganzen Unterhaltungswahnsinn, den wir uns freien Willens antun. Niemand muss sich das anschauen – und Intellektuelle tun dies sicher nicht –, aber die Mehrheit macht es: aus Neu-Gier. Gierig ist der Mensch, sich selbst, wie erwähnt, immer noch ein Stück besser gestellt zu wissen, trugbildnerisch sich einen in die Tasche zu lügen: Eine Flut von Geschichten des Immergleichen unter Immergleichen, um das Immergleiche gesichert zu wissen: die weltumspannende Mittelmäßigkeit von knapp 90% der Menschen bekommt eine Bühne, wie sie es seit Menschengedenken noch niemals hatte. Und tritt dermaßen laut und nicht selten vulgär und obszön in Erscheinung, dass das Elend und die Zurschaustellung dessen zurzeit vorherrscht – und dass das bis auf Weiteres auch so bleiben wird. Ganz liberal: anything goes.
    Beispiel: als Lehrer an einem Gymnasium stelle ich fest, dass sicherlich knapp 50 bis 70% dort nicht hingehören: der intellektuelle Horizont fehlt. Humboldt und seine Ideen waren für die Oberschicht des anfänglichen 19. Jahrhunderts gedacht, um sich und seinesgleichen exklusiv zu bilden – das genaue Gegenteil zum Inklusionsabenteuer, das gerade den Hafen mit Volldampf verlässt. Aber die Demokratie erlaubt keine Oberschicht, denn es entwickelt(e) sich die radikale Gleichheit im Ergebnis anstellte der rad. Gleichheit der Optionen, vor der Platon bis Tocqueville warnte, dass dieses Missverständnis der Demokratie, alle partizipierten an allem, und wer davon ausgenommen wird, werde diskriminiert, die Demokratie selbst zum Scheitern bringe. „Kritiklosigkeit ist moralischer Imperativ, ihr Gegenteil ist Diskriminierung“, schreibt Allan Bloom in seinem empfehlenswerten Buch „Der Niedergang des amerikanischen Geistes“. Daraus resultiert für mich ein Menschenbild, das besagt, dass die totale Gleichheit der Menschen, so sehr sie noch gefördert (und gefordert?) wird, zugleich deren Untergang bedeutete: der Mensch muss selbstreflexive Selbstbeherrschung lernen. Tut er das nicht, muss er beherrscht werden. Das bedeutete nicht totalitär, nur muss Demokratie, die ach so hehr das Individuelle sich wünscht, akzeptieren, dass Individualität eben Unterschiedlichkeit bedeutet und dass daraus Hierarchien entstehen und nicht Egalitarismen. Gleichheitsradikalität: alle sollen ans Gymnasium, weil es alle schaffen können, ergo: Abitur wird wertlos. Wo bleibt der Aufschrei?

    (Fortsetzung nä. Komm.)

  8. Das Kernproblem der liberalen Weltverbesserer ist dasselbe wie das der Marxisten:
    Ein praxisuntaugliches Menschenbild. In einer Diskussion mit einem echten deutschen Libertären vor Jahren postulierte der (ernsthaft), man sollte Sozialleistungen abschaffen, Steuern senken und alles Soziale der Gnade der Besitzenden anheimstellen. Darauf hingewiesen, dass (unter anderem) diese Gnade historisch erfahrungsgemäss nicht weit trägt, hielt er das für eine pauschale Beleidigung des Characters der Besitzenden.

    Mit anderen Worten – es ist die grosse Frage, ob Liberale mit liberalen Zukunftsvisionen gesellschaftlich weiterkommen. Die des Herrn Cobden et al. zerbröselte schon im Ersten WK, sie wäre ohnehin zerbröselt, weil „Mensch mit Mensch aus freien Stücken die Früchte seiner Arbeit“ eben nicht „brüderlich austauscht.“ Wer einen Beleg dafür sucht, kann sich einfach das Verhalten selbst „natürlich“ entstandener Monopole oder Oligopole ansehen – die Kartellbildung liegt dem Menschen von Natur aus weit eher als der permanente Wettbewerb.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

  9. Das Freihandelsprinzip
    Ich ziehe meinen Hut vor Richard Cobden. Wenn der Auszug aus der Rede Cobden’s in Manchester für einen heutigen Liberalismus steht, bekenne ich mich noch heute zum Liberalismus als Weltanschauung.
    Cobdens damaligen Kampf gegen Schutzzölle und die dadurch erreichte Befreiung von Not und Elend von Millionen Arbeitern als Argument für einen Freien Welthandel ohne Zölle oder nichttarifäre Handelshemmnise in der heutigen Zeit einzusetzen (Siehe TTIP, CETA,TISA & C0.) einzusetzen, finde ich allerdings etwas skurril.
    Cobden sagte: „Ich glaube , dass das Streben nach großen und mächtigen Reichen absterben wird; das Streben nach gigantischen Heeren und bedeutenden Flotten…“ Ich habe die Vision vom Freihandel in dem Auszug aus der Rede von Manchester so verstanden, dass die Menschen weltweit aushandeln werden, die Früchte ihrer Arbeit aus freien Stücken brüderlich zu teilen. Das Kontrastprogramm zu dieser Vision sehe ich in den oben genannten Freihandelsabkommen angelegt.
    Das freie, brüderliche Handeln der Menschen ist mir ein höheres Gut als die Sicherung mächtiger ökonomischer Interessen global agierender Konzerne, die vom Freihandel als Rezept für die Beseitigung von Not und Elend predigen. Bei „Brot für die WELT“ und „Misereor“ ist nachzulesen, dass Agrarzölle für das Überleben von Millionen von Menschen notwendig sind. Und da ich auch gegen gigantische globale Handelsflotten und die Absicherung wirtschaftlicher Interessen durch die Bundeswehr am Horn von Afrika bin, entscheide ich mich doch lieber dafür, mir die Welt aus einer attac-Perspektive der Begrenzung von Wachstum und Spekulation anzuschauen, als mich zu einem vieldeutigen Liberalismus zu bekennen.
    Freies Handeln oder grenzenloser Freihandel, das ist hier die Frage.

    Johann Kuttner

  10. Gibt es eigentlich auch liberale Weltverbesserer?
    Der Grad der humanen Vernunft der Menschheit, bestimmt den Grad ihres humanen Sein…von Erde-Paradiesgrad bis Erde-Höllengrad.

    Vernunftqualität ist notwendig, Welt-Not-wendend…sonst nichts.
    Was unreife Human-Vernunft in Freiheit anstellt sehen Sie in der
    Mensch-Geschichte und wahrnehmbar in der Gegenwartgeschichte.
    Wir brauchen „Mensch(ver)besserung“. Die Welt ist gut so wie sie ist.
    Sie braucht jetzt Rettung, Freiheit von dem „INHUMAN“, der sie zerstört…dieser egoistische, zur Wahrnehmung unfähige,
    „Geißelmensch“ der Erde.

    Mit freundlichem Gruß ,
    der „Menschverbesserer“,
    W.H.

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