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Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen Ost und West.

Gab es Sexismus im Sozialismus?

| 30 Lesermeinungen

Die gesellschaftliche Stellung von Frauen war in der DDR wesentlich weniger von Unterordnung und Ausgeliefertsein geprägt, als in Westdeutschland. Ihre Gleichstellung war Teil eines nationalen Narrativs. Doch ein #Aufschrei wäre im Keim erstickt worden.

Die Debatte um Alltagssexismus, ausgelöst durch die Berichte zweier Journalistinnen über sexistische Politiker, sowie durch eine twitter-Kamapgne namens #Aufschrei, ging in den vergangenen zwei Wochen durch alle Blätter und Sender und wurde in zahlreichen Blogs aufgegriffen (einen Überblick gibt es bei kleinerdrei). Anlass genug, die Frage nach dem Alltagssexismus in der DDR zu stellen. Wie war es denn im Land der arbeitenden Frauen?

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Abgrenzung gegen die BRD
Anne Wizorek, ihres Zeichens Erfinderin des Hashtags #Aufschrei, sowie Gründerin der explizit feministischen Online-Plattform kleinerdrei.org, spricht von einem sexistischem System im heutigen Deutschland. Sie schreibt:
„Der Sexismus Deutschlands schlägt sich jedoch nicht nur in übergriffigem Verhalten nieder: Frauen verdienen oft weniger als Männer in den gleichen Positionen, Frauen haben schlechtere Aufstiegschancen im Beruf, sind häufiger auf Niedriglohnjobs angewiesen und damit auch häufiger von Altersarmut bedroht – es ist Sexismus mit System.”

Die DDR und ihre politischen und ideologischen Vertreter_innen hätten eine solche Aussage über den Klassenfeind vermutlich selbstgerecht grinsend unterschrieben. Die BRD, dieses Land auf der anderen Seite des „antifaschistischen Schutzwalls”, wurde für seine Frauen- und Familienpolitik geradezu verachtet. Die Nicht-Erwerbstätigkeit der Frau im Westen galt hier als ein Ausdruck ihrer Unterdrückung. Denn, so stand es bereits in der Verfassung der DDR:
„Gesellschaftlich nützliche Tätigkeit ist eine ehrenvolle Pflicht für jeden arbeitsfähigen Bürger. Das Recht auf Arbeit und die Pflicht zur Arbeit bilden eine Einheit.”

Die Arbeit als das „Herzstück sozialistischer Lebensweise” wurde als das Instrument zur Befreiung der Frau angesehen. Würde man die „Klassenfrage” lösen, so löste sich auch die „Frauenfrage” wie von selbst gleich mit. Frauen, die zuhause blieben, galten in der DDR bei ideologisch Gefestigten als ein „Beweis” für die kapitalistische Ausbeutung der Frauen im Westen. Zudem grenzte man sich auch sehr vom Muttermythos ab, weil er symbolisch für die Ideale des Hitlerfaschismus‘ stand.
(Exkurs: Frauen wurden nach dem Krieg in beiden Deutschlands gebraucht. Die DDR hatte bis 1960 jedoch zusätzlich das Problem der Abwanderung zu bewältigen. Es musste Nachwuchs her! So machte man schnell aus der demografischen Not eine ideologische Tugend. Mehr dazu im Podcast Staatsbürgerkunde von Martin Fischer in der Folge #SBK016: Geschlechterrollen.)
Frauen hatten in der DDR also bis zum Schluss rein politisch ein gänzlich anderes Standing, als in der BRD.

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Sexualität und Ehe
Während Alice Schwarzer die sexuelle Ausbeutung in der Ehe, von der viele Frauen betroffen waren, in ihrem Interviewband „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen” veröffentlichte und damit eine Krise sowie die erste große Welle des Hasses gegen sich auslöste, indem sie das in der BRD noch intakte Idealbild der 50er-Jahre-Ehe als sexistisch und von Unterdrückung geprägt enttarnte, blieb es auf der anderen Seite der innerdeutschen Grenze ruhig. Mehr noch: Man war hier schon einiges weiter.

Das sexuelle Aufklärungswerk „Mann und Frau intim – Fragen des gesunden und des gestörten Geschlechtslebens” war 1972 in der DDR erschienen – auch meine Eltern haben es im heimischen Bücherregal stehen. Und dort steht es gleich im ersten Kapitel, wie das geht mit der „gleichberechtigten Partnerschaft von Mann und Frau”. Diese galt dem Autoren weniger als Ziel, nein: Sie war die Basis und wurde als gegeben vorausgesetzt. Es war nichts, worüber man hätte streiten müssen. Wozu auch? Die politische und soziale Gleichberechtigung der Frau stand seit 1949 in der Verfassung der DDR, also von Anfang an. Was brauchte es da noch eine große Debatte? Formal gesehen war hier also bereits in den Siebzigern alles schön und tutti. Jedoch: Jenseits des „gesunden” Geschlechtslebens, also jenseits von Mann und Frau die miteinander verkehren und dies in Respekt und Liebe tun, in den „gestörten” Bereichen der Sexualität ist dieses Buch alles andere als fortschrittlich. Ein ganzes Kapitel widmet sich den „Störungen des Verlangens und der Beglückung der Frau”, namentlich „Frigidität”. Ein weiteres Kapitel behandelt das Thema Homosexualität (sie wurde also in der DDR nicht totgeschwiegen), nicht ohne aber deren „Behandlungsmöglichkeiten” zu eruieren. Das ist trotz allem recht fortschrittlich, wenn man es zeitlich kontextualisiert und mit dem Stand der Debatte in Nachbardeutschland vergleicht. Aber es kann nicht geleugnet werden, dass Klischees und Psychopathologisierungen, Sexismus und Heterosexismus hier keinesfalls fehlen. (Was ist Heterosexismus?)

Die Frau im Sozialismus
Die gesellschaftliche Stellung von Frauen war in der DDR wesentlich weniger von Unterordnung und Ausgeliefertsein geprägt, als in Westdeutschland. Ihre Gleichstellung war Teil eines nationalen Narrativs. Dabei wussten „Vater Staat” und „Mutter Partei” am besten, was Frauen brauchten, was für sie gut war und was sie wollen sollten. So waren Frauengruppen, die sich auch in der DDR in den 80ern zuerst und vor allem in den größeren Städten bildeten, etwas Unerwünschtes. Denn erstens war, so die einhellige Meinung in Politik und Medien, die Frau doch emanzipiert. Und zweitens ließ man sich ungern durch emanzipatorische Bewegungen aller Art aufzeigen, dass es Risse im sozialistischen Lack gab.

„Die Frau” gab es jedoch im Sozialismus eigentlich nie. Das Projekt „Frauengedächtnis” (engl.: Women’s Memory) hat über 500 Interviews mit Frauen in verschiedenen Osteuropäischen, ehemaligen sozialistischen Ländern geführt, darunter auch Ostdeutschland. Darin finden sich sehr diverse Zeitzeuginnenberichte, die ihre Lebenseinstellungen und Handlungsstrategien im sozialistischen Alltag wiedergeben. Darunter sind auch Berichte, die alles andere als „emanzipiert” und gleichberechtigt anmuten. Anne K., Jahrgang 1920, erzählt:
„Mein Mann kam immer zwischen halb und um fünf nach Hause und schaute immer schon in den Topf um zu sehen, ob es [das Essen] fertig war. Aber ich habe es nie vor sieben Uhr geschafft, denn jeden Tag musste ich ein warmes Essen kochen, dazu gehörte Suppe genauso wie ein Gericht mit Fleisch und Gemüse – eben wie ein Mittagessen, denn er ging nie Mittagessen, er wollte nicht stehen und warten bis ein Platz frei würde, wie es in Cafeterias üblich war. Und später am Abend bedrängte er mich immer.” (Das Interview wurde 1996 in Prag geführt)
Es sind solche narrativen Interviews, die einen Blick unter die Oberfläche erlauben. Zudem deckt sich dieser Bericht mit meiner eigenen Erfahrung, dass in der Generation meiner Großeltern noch einige „grobschlächtige” Geschlechterklischees und Rollenaufteilungen aus den 40ern überlebt hatten (bei Oma und Opa bekam noch bis vor wenigen Jahren Opa immer das größte Stück Fleisch am Tisch. Und er durfte laut mit Oma meckern, wenn es nachmittags zum Kaffee keinen Kuchen gab).

Als Idee gab es „die Frau” in der DDR aber sehr wohl. Genau damit befasst sich die momentan auf der Burg Beeskow zu besuchende Ausstellung Role Models (die beiden Gemälde in diesem Text sind Teile dieser Ausstellung; herzlichen Dank an Claudia Jansen für die Zurverfügungstellung). Die auf den Leinwänden dargestellten Vorbilder und Idealtypen hingen in den offziellen SED-Gebäuden und anderen öffentlichen Gebäuden. Sie verkörpern ein Idealbild von Frau und Weiblichkeit in der DDR: Frauen im Blaumann, am Mikroskop und als aufrechte, stolze Künstlerinnen. Sie sind zumeist vollständig bekleidet und wirken so gar nicht verniedlicht, mäuschenhaft oder erotisiert, wie das in der Kunst ansonsten nicht unüblich ist (vgl. die Geständnisse von Don Alphonso).

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Alltagssexismus
Wie sah es also in der Realität der in der DDR lebenden Menschen aus mit dem Alltagssexismus? Alle Menschen, die ich dazu bislang befragte, bekundeten nahezu unisono: In der DDR wurden Frauen in viel höherem Maße und grundlegend respektiert. Die Geschlechter begegneten sich auf Augenhöhe. Anders, als dies heute der Fall zu sein scheint, wenn man den Berichten auf alltagssexismus.de folgt. Frauen waren auch selten bloße Dekoration, die mit sexuellen Reizen eine Sache aufwerten sollte. Lediglich bei der Messe Leipzig gab es wohl eine Ausnahme, denn hier gab es sehr wohl auch Messehostessen, aber nur „für” Männer aus dem Westen. Leicht bekleidete Frauen in Quizshows? – Fehlanzeige. Werbung, die mit nackten Tatsachen lockt? – Fehlanzeige. Sex sells? – Kapitalistische Unterdrückung der Frau! Auch die heute als „Pornofizierung” durch die Medien geisternde Zunahme an Pornografie, die in westlichen Breiten in 99 Prozent aller Fälle Frauen zu reinen Sexobjekten degradiert – in der DDR weitgehend Fehlanzeige. Zumindest offiziell. Pornographie war verpönt. Sie wurde so erfolgreich unter dem Deckmantel eines sozialistischen Saubermann-Images gehalten, dass zumindest auf dem Land kaum etwas davon ankam, wenn nicht gerade ein Zug mit Waggons voller Pornohefte entgleiste. Denn in der DDR gehörte auch das dazu: Es konnte nicht sein, was nicht sein durfte. Und so wäre wohl auch jeder #Aufschrei mit Sicherheit klein gehalten, im Keim erstickt und totgeschwiegen worden.

Während im Westen mit der Parole „Sex Sells!” Kohle gescheffelt wurde, konnte in der DDR am FKK zuhauf nackte Haut betrachtet werden. Diese war nur ganz natürlich, die menschliche Hülle eben, mit Narben, Falten und Flecken. Die Bilder und Assoziationen, die in der DDR mit Frauen verknüpft wurden, die verbreitet wurden und in den Köpfen entstanden, waren durchaus anders, ich möchte fast sagen „unschuldiger”. Und so kommt es, dass die zweite Generation Ost, also unsere Eltern, der Frage nach Alltagssexismus in der DDR mit Achselzucken begegnet. „Klar, das gabs bestimmt auch.” Oder: „Sicherlich gab es auch mal sexuelle Belästigungen… aber ich habe nie davon gehört.” Und ergänzend ein kleiner Seitenhieb des Unverständnisses gegen #Aufschrei: „Das wurde halt nicht so dramatisiert.” Außerdem habe eine Frau jedem Mann, der ihr krumm kam, „eben Paroli geboten.” Sexismus in der DDR? – Nicht der Rede wert. Zumindest oberflächlich betrachtet. Unter der Oberfläche hat es sicher oftmals anders ausgesehen.

 

(Bilder: 1. Joachim Rieß: Internationales Jahr der Frauen 1975; Briefmarke in der DDR; via Wikimedia Commons. 2. Horst Bahr: Kraftwerkerin, 1963 / Öl auf Holz, Teil der Ausstellung “Role Models”. 3. Peter Rohn: Junge Frau am Fluoreszensmikroskop (Bezirksinstitut für Veterinärmedizin), 1971, Öl/Tempera auf Hartfaser, ebenfalls Teil der Ausstellung “Role Models”).

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30 Lesermeinungen

  1. @Marco Herack
    Ihre...

    @Marco Herack
    Ihre Argumentation ist für Ihren Fall schlüssig, zieht aber in meinem nicht.
    Meine Eltern konnten sich beide zeitlich keine Hobbies leisten. Außerarbeiten sind: Haus bauen, erhalten, Garten bewirtschaften, Außengelände pflegen, Tiere versorgen, etc. Ein potenzielles Hobby wäre für meinen Vater eher Reisen gewesen (gern auch nach Osten, nach Westen ging ja nicht).
    Und der Wechsel zum Koch für meine Mutter passt ebenfalls nicht in Ihre Argumentation.
    Meine These ist: Eine Arbeitsteilung ist (ein Überangebot von Freizeit ausgenommen) sinnvoll und nützlich und die Rollenaufteilungen spiegeln dies wieder. Ihre Funktion ist ähnlich anderer Traditionen: Der Transport von Erkenntnissen durch die Zeit. Der Respekt muss dadurch nicht zu kurz kommen.
    Der Lackmustest ist: Die Aufteilung sollte sich ändern, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern.
    Mir missfällt die gängige pauschale Übertragung des heute sicher (im Lichte meiner Ausführungen betrachtete) eher drohnenhaften Dasein (“Nur für eine Sache gut.”) vieler Männer im urbanen Kontext auf die Lebenswirklichkeit früherer Generationen. Das geht fehl und schmälert die Lebensleistung dieser Generationen.

  2. @werlauer: da neige ich zu...
    @werlauer: da neige ich zu widersprechen. ihrer these nach müsste demnach alles als arbeit deklariert sein und könnte dann fein säuberlich so aufgeteilt werden. dieses “draußen” wird jedoch sehr stark als hobby kultiviert und war damit nicht wirklich eine zu erledigende pflicht. nehmen wir meinen opa und seinen exzessiven datschenbau, dann würden man sicher sagen können, der arme mann hat selbst die wochenenden durchgearbeitet.. er hatte nie freizeit. nur war es für ihn freizeit, keine arbeit. während die erledigung des inneren der bauten für meine oma nun wahrlich kein hobby war. es war hausarbeit. der eine tat also etwas freiwilig und die andere, weil es in ihre arbeitsteilung fiel. gearbeitet, also fürs geld, haben beide.
    .
    das ist thematisch ja vor allem deswegen interessant, weil wir hier im westen nun vor genau dem gleichen problem stehen. die frau soll, spätestens seit dem facharbeitermangel, nun auch arbeiten. und sich um die kinder kümmern und den haushalt, also das innere des hauses. das ist eine ganz simple verteilungsfrage und die wird erst jetzt begonnen nicht mehr in einem sozialistischem sinne mit doppel- und dreifachbelastung der frau zu beantworten.
    .
    um ihrer these noch etwas raum zu geben. die klassische aufteilung in den usa ist, der mann kümmert sich um unten (keller) und die frau um oben (ab erdgeschoss aufwärts). im idealfall kommt ein mann auf 1/3 der gesamttätigkeit und dennoch glauben solche paare, die arbeit wäre gleich geteilt. und dabei wurde mein einwand noch nicht einmal deklariert, dass männer im regelfall einer tätigkeit nachgehen die sie eigentlich als hobby ansehen, während es für die frauen komplett arbeit ist.
    .
    mfg
    mh

  3. Nachtrag:
    Es muss natürlich...

    Nachtrag:
    Es muss natürlich heißen: Der männlichen Leistungsbeitrag zur Familie beschränkt sich (nach Wegfall der Außenarbeiten) nach gängigen Klischees nur auf die (finanzielle) Versorgung und das reicht nicht, weil es als ungerecht empfunden wird, dass der ganze Rest (Innenarbeiten) an der Frau hängen bleibt.

  4. @sttn
    Es gab in der DDR keine...

    @sttn
    Es gab in der DDR keine Kita-Pflicht, es gab nur keine Elternzeit oder eine sonst irgendwie subventionierte Kinderbetreuungszeit. Wer sich das leisten konnte, konnte auch damals seine Kinder daheim lassen. Es war nur nicht üblich (und wenn alle seine Freunde in den Kindergarten gehen, will Hänschen da auch hin).
    @Katrin Rönicke
    An einer Rollenaufteilung im Sinne einer Arbeitsteilung ist überhaupt nichts auszusetzen, auch wenn es heute üblich ist, daran rumzumäkeln. Wenn die Zuständigkeiten klar geregelt sind, entfallen nämlich die sonst notwendigen Abstimmungen und Verhandlungen über Zuständigkeiten und es bleibt mehr Zeit, die Arbeit auch tatsächlich zu erledigen: Bei meinen Eltern war die Arbeitsteilung klassisch: Vater erledigt alle Außenarbeiten, Mutter alle Innenarbeiten, die Jungen unterstützen den Vater, die Mädchen die Mutter. Das war bei meinen Eltern solange so, bis mein Vater in Rente ging. Jetzt kocht er das Essen und meine Mutter geht (weiter) arbeiten.
    Deshalb meine Meinung: Solange eine Arbeitsteilung (auch strikt) nicht pauschal vom Geschlecht abgeleitet wird, kann sie sehr sinnvoll sein und steigert die Effizienz. Und die dritte Generation des Ostens hat vermutlich keine feste Verknüpfung von Geschlecht und zuständigen Arbeiten im Kopf, was ein Verdienst der (ideologisch überhöhten) Gleichstellung im Osten wäre.
    Vermutlich ist der Zwang zur Effizienz aber heute nicht mehr so hoch, weil im urbanen Kontext eigentlich alle Außenarbeiten außerhalb des eigenen Zuständigkeitsbereichs liegen und die Innenarbeiten im Volumen nicht gestiegen sind. Das ist meiner Meinung nach ein wesentlicher Grund, warum sich heutzutage über “Rollenaufteilung” verstärkt Gedanken gemacht wird. Der Wegfall des männlichen Leistungsbeitrags zur Familie beschränkt sich nach gängigen Klischees nur auf die (finanzielle) Versorgung und das reicht nicht, weil es als ungerecht empfunden wird, dass der ganze Rest (Innenarbeiten) an der Frau hängen bleibt.

  5. @Berttreb
    Im Artikel wird...

    @Berttreb
    Im Artikel wird keine Täterrollenzuschreibung vorgenommen. die lesen Sie da hinein. ich gehe davon aus, dass dies Absicht ist. weswegen ich nicht weiter darauf eingehen werde.
    MfG

  6. Wenn die...
    Wenn die Täter-Rollenzuordnung bereits vorher Auf das Männliche festgelegt ist, z.B. Beim Thema Sexismus, dann haben wir ein hervorragendes Beispiel zur Alltäglicher von weiblichen Sexismus an den Männern. In aller Öffentlichkeit, und ohne Einsichtsbereitschaft der weiblichen Autoren, ihren eigenen Sexismus, auf dem der ihrige Vorwurf beruht, zu durchschauen, anzuerkennen, öffentlich zuzugeben, und als Problem des sexistischen Diskurses zu erörtern, und sich Einhalt zu gebieten.
    Vergleicht man den weiblichen Mangel, für eignes Tun die gleichen Maßstäbe anzulegen, mit der Bereitschaft der Männer eignes Tun kritisch zu durchleuchten, dann findet man viele Gründe, warum Frauen der männlichen Emanzipationsbereitschaft hinterherhinken.
    Alle Studien Artikel und Behauptungen, welche die Genderfixierung missbrauchen, und
    ergebnissvorausgreifend, a priori, die Schuld/Ursache auf das männliche Glied fixieren und festmachen, missbrauchen nicht nur Wissenschaft, sondern schaffen auch die gedankliche Leistung ins Allgemeine(gültige) nicht.
    Artikel, die nur den Sexismus der einen Hälfte aufgreifen, und es für einen legitimen, verantwortungsbewussten, wissenschaftlich-redlichen Gedanken halten, aus dem Nichts die Schuld auf die andere Hälfte, einfach so, (einfach so, oder eben Sexidmus), zu schieben, ohne an dem Opfer dieser anderen interessiert zu sein, solche Artikel und Denkweisen (be)gründen nicht nur auf Sexismus, sondern sie vollziehen ihn gerade aktuell.
    Was soll dieser sexistische Angriff und die sexistische Entschuldung eigener Taten/Artikel?
    Nur weil weiblicher Sexismus alltäglich ist, heißt das nicht, dass es legitim ist.
    Nur weil niemand die Courage aufbringt, wie Männer, sich und ihr Tun zu reflektieren, heißt das nicht, dass dieser perfide weibliche Sexismus, gerechtfertigt wäre.
    Was ist also vom Anstand, der Wahrheit-Gerechtigkeitsliebe, was von der gedanklichen Korrektheit/Redlichkeit solcher Artikel bzw. Gedanken zu halten?
    Sie sind schon von der Anlage her mit dem sexistischen Schuldspruch in die Untersuchung gegangen, und haben ihren Sexismus ungebremst freien Lauf gelassen. Solche sexistischen Menschen sin das Problem: es mangelt an Anspruch auf Selbstehrlichkeit.

  7. Hallo sttn,
    absolut richtig:...

    Hallo sttn,
    absolut richtig: Chefs und Führungspersonal waren Männer, eine freie Wahl gab es nicht wirklich. Doch bis zum Schluss glaubte die Mehrheit der Frauen der DDR wirklich, dass Arbeit und Familie gleichwertig waren (ein Glaube, von dem ich selbst mich sehr beeinflusst sehe und mich auch nicht befreien kann).
    die Frage nach den Kitas und einiges anderes, was sie ansprechen, habe ich im oben verlinkten Staatsbürgerkunde-Podcast auch erzählt. in aller Ausführlichkeit war das hier jetzt nicht möglich.
    das große defizit mit den nicht wählbaren Lebensmodellen war am Ende übrigens der Grund für meine Eltern, den Beschluss zu fassen, die DDR zu verlassen.
    Herzliche Grüße
    Katrin Rönicke

  8. Die Cheffs waren in der DDR...
    Die Cheffs waren in der DDR doch auch wieder nur Männer.
    Und noch einen anderen Gedanken: In einer Welt in der man nur wenig Rechte und Freiheiten hat, bedeutet Gleichberechtigung gleiches Recht auf niedrigsten Niveau.
    Ich finde den Zwang in der DDR das sich die Menschen keine verschiedenen Lebensmodelle aussuchen konnten als großes Defizit. Die Partei hat bestimmt und die Familien haben zu gehorchen. Also Kinder ab in die Kita, ob das die Eltern wollen oder nicht ist egal.
    Davon sind wir in der BRD nicht weit entfernt, wie Diskussionen über eine Kita- und Kindergartenpflicht zeigen.

  9. Lieber Jeeves,
    so vage ist die...

    Lieber Jeeves,
    so vage ist die Annahme doch gar nicht – siehe weiter oben das Zitat aus “Frauengedächtnis”. wenngleich man sicherlich stark unterscheiden muss zwischen der Generation 1920-1935 und ihren Kindern.
    zudem sprach ich schon die Problematik des Heterosexismus an, genauso wie die Tatsache, dass man Frauengruppen klein zu halten versuchte. und diese bildeten sich in 80ern eben wohl. ich gehe davon aus, dass sie dazu ihre Gründe hatten (und die Doppelbelastung der Frauen in der DDR ist nun auch kein Geheimnis; diese wiederum kann als Ausdruck für eine sexistische Arbeitsteilung angesehen werden (wenn man davon ausgeht, dass unbezahlte Arbeit eben dies ist: Arbeit).
    jetzt habe ich einen Gedanken wieder verloren, den ich noch erwähnen wollte. ich hoffe, er kommt wieder :)
    beste Grüße
    Katrin Rönicke

  10. "Unter der Oberfläche hat es...
    “Unter der Oberfläche hat es sicher oftmals anders ausgesehen.”
    .
    Gilt solch arg vage Annahme nicht für alles und jedes?

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