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Wostkinder

Wostkinder

Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen Ost und West.

Lechts und Rinks in West und Ost

| 31 Lesermeinungen

Die DDR war ein antifaschistischer Windbeutel. Leere Worthülsen ersetzten eine Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte – ein Phänomen, das es so ähnlich auch im Westen gibt.

Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Berlin war ein Ereignis, das viele Menschen freudig stimmte, doch manchen machten die zuströmenden Menschen aus aller Welt auch Sorgen: Würden sie in Deutschland angemessen empfangen werden? Der Bundestagsabgeordnete Uwe-Karsten Heye machte sich Gedanken über die Besucher_innen, die sich aus Berlin heraus aufs Land wagten: Ins vielbesungene Brandenburg. Er schlug vor, besonders rechte Gegenden als No-Go-Area auf einer Karte zu kennzeichnen. Diese Idee löste eine heftige Debatte aus: Wie umgehen mit Regionen, in denen die rechten Parteien NPD und DVU bei Wahlen zwischen 15 und 25 Prozent oder sogar mehr einfahren? Stigmatisiert man mit Bezeichnungen wie No-Go-Area nicht die vielen rechtschaffenen Bürger_innen vor Ort? Und hätten die Rechten nicht ihren Willen erreicht, wenn Menschen mit nicht-Deutscher-Herkunft oder nicht-weißer Hautfarbe sich von diesen Regionen fernhielten?

Trabbi vor Graffiti in Dresden. Bild: CC-BY-SA 2.0 von Felix O (sludgeulper) via Flickr.com

Eine ehemalige Wegbegleiterin von mir kam aus einer solchen Gegend. Sie war in veganen Springerstiefeln unterwegs, hatte stets kurz geschorene Haare und auf ihrer (vermutlich Kunst-)Lederjacke stand hinten drauf „Zecke“. Immer, wenn wir uns sahen, hatte sie ein paar Geschichten auf Lager, die einem die Nackenhaare aufstellten: Ihre Wege vom Bahnhof nach Hause waren häufig Spießroutenläufe; in der Schule wurde sie bedroht; ab bestimmten Uhrzeiten, spätestens aber nach Sonnenuntergang, ging sie nur noch in größeren Gruppen durch die Stadt. Freunde von ihr wurden regelmäßig verprügelt. Einrichtungen demoliert. Rechtsextremer Alltagsterror im Osten. Ihre Eindrücke sind keine Seltenheit, wie eine kurze Internetrecherche zeigt.

Es ist alltäglich

Auch in meiner eigenen alten Heimat, der Region zwischen Dessau, Wörlitz und Wittenberg, ist rechtsextremes Gedankengut in den Alltag vieler leise eingesickert. „Die nehmen uns die Arbeitsplätze weg“ ist keine unübliche Aussage, ebenso wie „kommen hier her und lassen sich vom Staat fett bezahlen, ohne zu arbeiten“. Eine Region mit knapp 14 Prozent Arbeitslosenquote (Ende der Neunziger sogar über 22 Prozent) braucht einen Sündenbock. Ein Konzert der Böhsen Onkelz zu besuchen ist schick (über deren komplizierte Beziehung zur rechten Szene hat das Netz gegen Nazis geschrieben), auf Dorffesten laufen Schlägertypen mit „White Pride“-Emblemen herum. Alles das kommt niemandem seltsam vor, fällt nicht auf. Auffällt, wer sich einen Iro schneidet und zerschlissene Jeans trägt.

Solche Leute – mir fallen sie sehr wohl auf. Doch ich bin ihnen zuerst  im Westen begegnet. In meiner Jugend waren sie für kurze Zeit Teil meiner alltäglichen Realität. Meine Freundin S. kam aus einem Dorf ein paar Kilometer hinter Bad Mergentheim. Dieses Dorf war für seine Feiertauglichkeit berühmt und berüchtigt. Und für seine Nazis – aber das fand ich erst später heraus. Ich brauchte nämlich ein bis zwei Besuche, um in meiner Naivität zu begreifen, dass in der Clique, der auch meine Freundin lose angehörte, nicht wenige Nazis waren. Dass die Band Landser und ihre Musik, die da ständig so aggressiv während unserer Besäufnisse lief, rechtsextrem vom Feinsten war und expliziten Menschenhass verbreitete. Dass sich einige dieser Jungs bei größeren öffentlichen Feiern regelmäßig mit Punks prügelten (und auch Übergriffe auf Schwarze oder Migrant_innen vorkamen). Einen Vorteil hatte meine Naivität: Ich bekam dadurch die Gelegenheit, einen dieser Kerle auszufragen. Ich klopfte sein gesamtes Weltbild ab, das auf Hass und Angst gebaut war: „Arbeitspläze wegnehmen“ und „Sozialschmarotzer“ standen ganz oben; „Deutsche Überlegenheit“ kam direkt danach; „Stolz auf mein Vaterland!“ war er mit seinen 17 Jahren; „berechtigte Wut“ meinte er zu spüren und vieles mehr. Wir unterhielten uns eine gute Stunde darüber und ich fragte auch, wie es eigentlich dazu kam, dass er so dachte. „Ich hatte eine DEUTSCHE Erziehung!“ antwortete er stolz. Und so einfach war es: Vor mir saß nichts weiter, als die Fortsetzung einer ‚guten‘ alten Tradition. „Mein Vater war ein guter Deutscher. Und so bin ich auch ein guter Deutscher.“ Ab da mied ich diese Typen, bin aber im Nachhinein ganz froh, einmal so lange über die subjektiven Beweggründe dieses Jungen gesprochen zu haben.

In dieser Gegend war es in der Tat keine Seltenheit, dass die Alten noch über Hitlers Niederlage trauerten. Ein entfernter Verwandter von mir (mütterlicherseits lebten dort einige Äste der Familie), ansässig am Arsch der badisch-sibirischen Welt, beharrte bis zum Schluss darauf, dass es eine Schande sei, dass Hitler von den Russen geschlagen worden war. Rechtsextremismus ist mir persönlich also zuerst im Westen begegnet, nicht im Osten. Doch es gibt Unterschiede in der Ausprägung, das zeigen Statistiken klar und deutlich. Die Gründe liegen in der Geschichte der DDR.

Die antifaschistische Mär

Im Osten entledigte man sich der Schuld, die man sich während des Hitler-Faschismus‘ aufgeladen hatte, auf die denkbar einfachste Art: Durch Worte und Inszenierungen strich man heraus, qua Verfassung, Ideologie und politischer Richtung von nun an geschlossen als Nation antifaschistisch, also gut und über jeden Zweifel erhaben zu sein. Die alte Nazi-Propaganda wurde schlicht durch eine neue sozialistische ersetzt. Mit Bildung hatte das nicht viel zu tun. Man zog einfach einen Schluss-Strich unter das dunkle Gestern, feierte sich als geläutert und grenzte sich massiv gegen die Vergangenheit und den Westen ab (dem man Faschismus weiterhin unterstellte). Eine Aufarbeitung wurde so überflüssig.

Ernst Thälmann-Denkmal in Berlin. Bild: CC BY-SA 3.0 von SpreeTom via Wikimedia Commons

Die kirchliche Aktion Sühnezeichen versuchte nach ihrer Gründung Anfang der Sechziger auch Fahrten nach Auschwitz zu organisieren, was 1965 erstmals gelang und 1966 wiederholt werden konnte. Doch für die Folgejahre verweigerte die Regierung der DDR die notwendigen Ausreisevisa und erst mit der Einführung der Visa-freien Ausreise nach Polen und in die CSSR konnten diese Fahrten wieder aufgenommen werden. Wohlgemerkt: Organisiert durch eine kirchliche Organisation, nicht vom Staat. Konrad Weiß, der 1965 mit in Auschwitz war, erinnert sich daran, wie er davor über den Antifaschismus der DDR gedacht hatte:

„Für mich war aufgrund meiner Erziehung und meiner Erfahrung in der DDR Antifaschismus eigentlich zunächst mit dem Ruch kommunistischer Propaganda verbunden. Ich habe das zwar alles in der Schule gelernt und habe das auch zur Kenntnis genommen. Aber es hat mich nicht wirklich berührt.“

(Quelle: Horch und Guck Heft 44 2003. Das ganze Interview kann online nachgelesen werden)

In den achtziger Jahren wurden rechtsextreme Tendenzen in der DDR immer organisierter: Es bildeten sich Gruppen, es gab gehäuft antisemitische Vorfälle (über die gestörte Beziehung der DDR zu Israel und zu den Juden soll in diesem Blog ein andermal gesprochen werden) und so bildeten sich unter anderem in Berlin Zusammenschlüsse, die diese Phänomene anmahnten. In den Medien, in der Presse und in den Regierungsreden wurden all diese Vorgänge totgeschwiegen. Antifaschistisch ist antifaschistisch – und so konnte nicht sein, was nicht sein durfte: Neonazis wurden schlicht ignoriert. Daran änderte sich kurz etwas, als es einen Überfall von Neonazis auf ein Punk-Konzert in der Ost-Berliner Zionskirche gab. Thematisiert wurden diese Vorfälle aber stets nur von Kirchenblättern und im sogenannten Untergrund.

Pluralismus Fehlanzeige

Es gibt zwei grundlegende Gemeinsamkeiten des Rechtsextremismus in Ost wie West: Erstens geht nahezu immer ein geschichtliches Unwissen oder eine Verweigerung der Geschichte damit einher. Es werden stattdessen aufgeblasene, aber eigentlich inhaltsleere Parolen geschwungen. Propaganda eben. In der DDR war dies der Antifaschismus, der offensichtlich alles andere als davor schützte, faschistischen Ideen anzuhängen. Im Fall des Jungen West-Nazis waren es rechte Parolen und Hülsen, „Stolz“, „Vaterland“ und angstbesetzte Bedrohungsszenarien. Das zweite Merkmal ist, dass es in beiden Fällen nicht gelungen ist, Pluralismus als Wert oder Ideal zu vermitteln. Pluralismus, das ist Wahrheit als Verschiedenheit, oder wie Isaiah Berlin sagt: „Ich glaube, dass die Menschen nach einer Vielzahl von Werten streben und streben können, und dass diese Werte unterschiedlicher Art sind.“ Sein Pluralismus begründet und erschließt sich durch das grundsätzliche Verstehen können. Aus dem Verstehen können, aus der gegenseitigen Achtung ergeben sich Berlin zufolge „Toleranz und andere liberale Konsequenzen“. Dieses Ideal setzt eine Offenheit für andere Menschen und Ideen voraus. Doch das war in der DDR ebenso Fehlanzeige wie in der DEUTSCHEN Erziehung des Nazi-Jungen. Wie hätte Pluralismus in einem Staat, bei dem die SED zu den Volkskammerwahlen mit stets 98-über 99 Prozent holte Ja-Stimmen nichts als eine pseudodemokratische Veranstaltung waren, vermittelt werden können? (Zumal das Parlament neben der SED kaum Einfluss auf das politische Geschehen hatte, denn der seit 1968 in der Verfassung der DDR auch offiziell verankerte Führungsanspruch der SED verhinderte dies). In einem Staat, der seine Menschen einsperrte und sie davon abhielt, die Welt und ihre verschiedenen Kulturen auch jenseits von Karl May zu erfahren?

Frau auf dem Karneval der Kulturen in Berlin. Bild: CC BY-ND 2.0 von Axel Kuhlmann via flick.com

Auch in der baden-württembergischen Provinz kommen viele junge Leute aus ihren Dörfern nie raus. Es bereitet ihnen nahezu körperliche Schmerzen, wenn sie den heimischen Kirchturm eine längere Zeit nicht sehen. Hinzu kommt eine häufig noch sehr „alte“ Methode der Erziehung, eingebettet in ein ohnehin recht konservatives Umfeld. Offenheit ist vielen alten Sippen dort ein Fremdwort.

Hohe Arbeitslosigkeit, mangelnde geschichtliche Bildung und die Defizite in der Eltern-Kind-Beziehung – die Motive und Umstände, in denen Rechtsradikalismus wächst, sind sich meistens recht ähnlich. In der DDR kommen geschichtlich-kulturelle Besonderheiten hinzu. Eine Kollektivverdrängung der Geschichte zugunsten einer neuen totalitären Propaganda, die in ihrer Intoleranz, ihrer Suche nach Sündenböcken und ihren hohlen Phrasen der alten Ideologie gar nicht so unähnlich war. So bot sie einen besonders guten Nährboden für den rechten Hass. Und daran haben wir bis heute zu knabbern.

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31 Lesermeinungen

  1. Ich glaube dieser Abschnitt ist eine grandiose Fehl-Leistung
    “Die antifaschistische Mär

    Im Osten entledigte man sich der Schuld, die man sich während des Hitler-Faschismus‘ aufgeladen hatte, auf die denkbar einfachste Art: Durch Worte und Inszenierungen strich man heraus, qua Verfassung, Ideologie und politischer Richtung von nun an geschlossen als Nation antifaschistisch, also gut und über jeden Zweifel erhaben zu sein. Die alte Nazi-Propaganda wurde schlicht durch eine neue sozialistische ersetzt. Mit Bildung hatte das nicht viel zu tun. Man zog einfach einen Schluss-Strich unter das dunkle Gestern, feierte sich als geläutert und grenzte sich massiv gegen die Vergangenheit und den Westen ab (dem man Faschismus weiterhin unterstellte). Eine Aufarbeitung wurde so überflüssig.”

    Ich glaube dieser Abschnitt ist eine grandiose Fehl-Leistung, von Ihnen Frau Rönicke, der einer Überarbeitung bedarf. Sehr verallgemeinernd und ohne gute, recherchierte Grundlage! Ein Schlag ins Gesicht derer, die hier nach dem Krieg mit Hilfe der Russen einen echten Bruch und Neuanfang geschaffen haben. Wo wurde denn über die Verbrechen der Nazis gesprochen, in der DDR oder in der BRD? Und wo wurden Widerstandskämpfer und Fahnenflüchtige nach dem Krieg als Vaterlandsverräter beschimpft? Wo wurden denn die ganzen Verbrechen bis in die Siebziger Jahre totgeschwiegen?

    • aja..
      interessante these: pluralistischer neuanfang mit stalin.

    • Stalin
      war wohl der ärgste Feind Hitlers. Daher schließt sich Antifaschismus und Stalin nicht aus, im Gegenteil, dieser war hier noch viel verschärfter. zB. auch was den Besitz von Nazi-Devotionalien und – literatur betraf. Im Westen ist man damit ziemlich locker umgegangen, hierzulande fast ein Schwerverbrechen. Man denke mal an die “Landser-Hefte” ua. Auch eine Form des Antifaschimus.

    • das war nicht der punkt
      sie verkennen, dass eine diktatur auch dann eine diktatur ist, wenn sie sich von etwas anderem bösen abgrenzt. der punkt hier war, dass diese abgrenzung ggü. hitler kein neuanfang sein konnte, denn es war auch nur wieder ein repressives regime. in diesem fand keine aufarbeitung der nazi-zeit statt. es fand eine verpöhnung statt. man setzte sich also nicht mit der eigenen schuld auseinander und versuchte daraus schlüsse zu ziehen.. sondern man behauptete einfach anders zu sein. das ist ein fundamentaler unterschied. und natürlich wurden die verbrechen des nazi-regimes gebrandmarkt. nur halt ohne selbstbezug. kein “wir”, sondern ein “die”.

    • Titel eingeben
      Ich widerspreche Ihnen weitgehend in Ihren Thesen. Natürlich war es 1945 ein Neubeginn, bitte belesen sie sich einmal wie nach 1945 in Ost und West die Entnazifizierung vor sich ging. Besonders im Schulwesen vorbildhaft! Das kann man nicht einfach mit so einem Satz wegwischen. Und natürlich war es auch ideologisch ein Neuanfang, da diese in der DDR grundlegend anders ausgerichtet war, wenngleich das System wenig demokratisch war. Eine Gleichsetzung 3.Reich – DDR verbietet sich von selbst. Man beachte dazu die offiziellen wie auch tatsächlichen Doktrin und Werte der DDR.

      Die Abgrenzung gegenüber der BRD ist der unterschiedlichen Entwicklung in Ost und West und dem kalten Krieg geschuldet. Gewissermaßen hatte das Politbüro, welches aus echten Antifaschisten bestand auch das Recht gen Westen mit dem Finger zu zeigen, wenn man sieht wer dort alles in Amt und Würden war, wenngleich in den unteren Rängen die SED auch keine blütenreine Weste hatte.

      Bezüglich der Schuldfrage: Lesen sie einmal “Die Abenteuer des Werner Holt”, dort wird sich durchaus auch mit der eigenen Schuld und Gewissen auseinandergesetzt.

      Hier ist noch ein sehr gut recherchierter Beitrag zum Thema:
      http://www.zeit.de/1993/18/was-wusste-die-stasi-ueber-die-neonazis-in-der-ddr

      Dort wird gezeigt, dass in der Spätphase der DDR eben NICHT rechtsextreme Gewalt in der Presse totgeschwiegen wurde. Auch gingen VP und MfS wenigstens ordnungspolitisch gegen Rechtsextreme mit Erfolg vor, mehr konnten sie auch nicht machen. Es gab sogar Ansätze innerhalb der VP eine tiefgründigere Ursachenforschung zu betreiben, leider haben die alten Greise des Politbüro die Realität verkannt und abgelehnt. Heutzutage marschieren Rechtsextreme unter Polizeischutz, und Blockierer werden angeklagt, welch eine Farce!

    • @Marco Herack
      “… kein ‘wir’, sondern ein ‘die'”

      Wenn Sie sich die Spitze der DDR-Führung nach dem Krieg anschauen, dann werden Sie feststellen, dass die meisten von denen während der Nazizeit aktiv Widerstand geleistet haben oder schon in Moskauer Kadern für die Zeit nach dem Krieg geplant haben. Mit dem “wir” haben Schuld ist es dann so eine Sache. Das ist ungefähr so, als würden Sie von einem Grünen verlangen, dass er zu seinen Enkeln sagt: “Das mit der Kernkraft, dass haben wir verbockt.”

      Auch wenn ich Ihnen grundsätzlich beim Anspruch an das Verarbeiten von Schuld rechtgebe, glaube ich das diese Haltung doch etwas akademisch ist.

    • gut recherchiert
      @Frank Passudetti: natürlich fand eine entnazifizierung statt. die sollte doch gar nicht abgesprochen werden. entnazifizierung ist aber auch nicht aufarbeitung. das lässt sich sehr gut anhand der speziallager nachvollziehen, in die dann nicht nur gefährliche nazis sondern auch politische gegner gesteckt wurden. da wurde das eine lediglich für das andere genutzt.
      und auch vereinzelte aufarbeitung und selbstreflexionen sind keine landesweite, geschweige denn fundamentale, aufarbeitung. das muss dann höchstens als argument herhalten.

      Herr Werlau liegt ja nicht falsch, wenn er auf die schwierigkeit der begrifflichkeit hinweist. wir (katrin und ich) bewegen uns mit dieser schwierigkeit und können das auch nicht ändern, egal welche sichtweise wir annehmen würden. in dem sinne sehe ich die schuldfrage für mich auch nicht als relevant im sinne der schuldzuweisung. es geht um simple feststellung. für meine generation, und da berufe ich mich gerne auf hannah arendt, kann es keine schuldfrage geben. wir haben nix getan. für uns ergibt sich jedoch eine verantwortung aus der geschichte heraus. um der gerecht werden zu können, müssen wir verstehen was damals passiert ist und was wir heute vor uns sehen. das ist manchmal akademisch und oftmals emotional.

  2. Deja vu
    “Die alte Nazi-Propaganda wurde schlicht durch eine neue sozialistische ersetzt.” Genauso hat es der Nobelpreisträger Grass im Interview mit der FAZ (2006) ausgedrückt: Die Bewohner der Ostzone “hatten es gut. Die wurden gleich wieder mit einer neuen, glaubhaften Ideologie versorgt. Wir dagegen hatten Adenauer. Grauenhaft. All die Lügen, der ganze katholische Mief”. Diese Äußerungen hatten damals außer mir wohl niemand weiter aufgeregt. Ja, wenn man mal so einen Preis gewinnt, darf man wohl jeden Sch…. erzählen.

  3. Titel eingeben
    Der Artikel unterschlägt die lange antifaschistische Tradition der DDR, die nicht nur aus hohlen Phrasen bestand, sondern alle Lebensbereiche durchdrang. Im Prinzip war damit der Antifaschismus viel wirkungsvoller als heute, da das Problem Rechtsextremismus so gut wie nicht existent in der DDR war.

    Beginnen sie einmal am Anfang: Welcher Staats hat die überzeugendere Entnazifizierung durchgeführt? Schauen sie sich einmal das Politbüro an, wie viele von denen haben im KZ gesessen oder waren echte Antifaschisten, als Mitglieder der KPD sowieso? Eine große Rolle spielte ebenfalls der Nazionalsozialismus, bzw. der Kampf gegen diesen in der Schulbildung, bereits ab Klasse 4! Beachten sie zahlreiche Werke aus Kunst und Kultur zum Thema “Antifaschimus”, zB “Die Abenteuer des Werner Holt”, Schullese-Pflichtstoff! Auch die KZ, wie Buchenwald waren zu DDR-Zeiten bereits Gedenkstätten, es gab Klassenfahrten dorthin. Beachten wie weiterhin, die umfangreiche Erziehung zu Toleranz und Solidarität, gegenüber anderen Ländern und Hautfarben, bereits ab dem Kindergartenalter! Außerdem denken sie an die vielen Gastarbeiter in der DDR aus Vietnam, Kuba, Ungarn. Gab es zu DDR Zeiten hier größere fremdenfeindliche Vorfälle? Nein. Der Antifaschismus in der DDR war also nicht hohl, er war zwar zum Teil staatlich verordnet, richtig. Eine Kollektivverdrängung kann es gar nicht gegeben haben.

    Was freilich fehlte war eine, wie sie schreiben, pluralistische oder gesamtgesellschaftliche Auseinandersetzung, wie man sie heute zB im Internet oder in Talkshows führen kann. Das führt noch einmal dazu, das man sich selbst verortet, eine Meinung bildet, sich selbst mit dem Thema auseinandersetzt. Ob damit die höhere NPD-Anhängerschaft im Osten erklärt werden kann? Ich denke nein. Ich würde die Gründe eher in wirtschaftlichen Bedingungen suchen. Bedenken sie einmal, 1991 brachen von 4 Mio. Industriearbeitsplätzen 2,5 Mio. weg und das innerhalb eines Jahres. Und das zum Thema “Sündenbock”.

    • Das Problem des Rechtsextremismus war sehr wohl präsent in der DDR...
      Das Problem des Rechtsextremismus war sehr wohl präsent in der DDR, insbesondere in deren Endphase. Wie sonst ist es zu erklären, dass die ersten Rechtsradikalen Schläger unmittelbar nach der Wende auftauchten in Berlin?

      Nicht etwa in Berlin(West), sondern durchaus in Ost-Berlin? Ich kann mich an diese Zeit noch sehr gut erinnern, der moderne Faschismus (bis hin zur NSU) geht leider auf die Strukturen zurück, die in den letzten Jahren der DDR entstanden.

      Die DDR war durchdrungen vom Antifaschismus undzwar so stark, dass der Inhalt des Antifaschismus letztlich nur noch Floskel war. Das Mantra eines Staates, so wie heute das Mantra der modernen Bundesrepublik die freiheitlich-demokratische Grundordnung ist, die man postuliert, die aber immer weiter abgeschafft wird.

  4. Oha
    “Katrin Rönicke […]Feministische Initiative Frau Lila. ”

    Aha. Also ein feministischer Text. Naja, brauch ich nicht lesen. #vielspaßnoch

    MfG
    FT

  5. Ich hätte ein paar Fragen
    Ich bin mir nicht sicher, was Sie mit einigen der verwendeten Begriffe und Ausdrücke meinen. Vielleicht können Sie mir auf die Sprünge helfen:

    “… Hinzu kommt eine häufig noch sehr „alte“ Methode der Erziehung, eingebettet in ein ohnehin recht konservatives Umfeld. Offenheit ist vielen alten Sippen dort ein Fremdwort. …”

    Was ist “eine … sehr ‘alte’ Methode der Erziehung”? Gibt es eine die typischer Weise einen Neonazi zur Folge hat?

    Betrachten Sie ein konservatives Umfeld als förderlich für den Neonazismus?

    “… Hohe Arbeitslosigkeit, mangelnde geschichtliche Bildung und die Defizite in der Eltern-Kind-Beziehung – die Motive und Umstände, in denen Rechtsradikalismus wächst, sind sich meistens recht ähnlich. …”

    Ist die baden-württembergischen Provinz ebenfalls geprägt von hoher Arbeitslosigkeit und Defiziten in der Eltern-Kind-Beziehung? Worin bestehen die typischen Defizite in der Eltern-Kind-Beziehung im Osten und in der baden-württembergischen Provinz?

    Vielen Dank für die zusätzlichen Informationen.

    • ein paar Antworten
      zumindest der Versuch, ein paar antworten anzureißen

      zu 1.) was ich unter einer sehr “alten” Methode der Erziehung verstehe umfasst viele Teilbereiche, die auf einer pädagogischen wie auch wertevermittelnden Ebene zu sehen sind: die Vermittlung von Werten wie “Stolz auf das Vaterland” oder Abneigungen gegen Fremde. So etwas wird weitergegeben. Aber auch die grundsätzliche Herangehensweise an Kinder meine ich damit: Haben Sie “Das weiße Band” gesehen oder gelesen?
      Die Antwort auf ihre Frage heißt NEIN, aber es gibt Erziehungsmethoden, die Dinge begünstigen. Vor allem, indem sie die Kinder schwächen.

      2) ein “konservatives Umfeld” im Sinne davon, wie ich konservativ verstehe, kann in meinen Augen ebenso Dinge begünstigen. Ja. Was verstehe ich unter “konservativ”? Ich sehe es vor allem als eine angstbesetzte Haltung an. Eine, die nicht offen ist.
      Dazu auch: “Der politische Mandelkern” – natürlich mit vielen “abers” und Einwänden. Aber im Groben.

      3) Wenn Sie über Defizite in Eltern-Kind-Beziehungen mehr wissen wollen, kann ich gerne versuchen, dazu einmal einen eigenen Artikel oä zu schreiben. Den Rahmen einer kurzen Antwort in der Kommentarspalte sprengt das jetzt aber. Natürlich treten solche Defizite überall auf und dass ich nur von BaWü berichte liegt an meiner Geschichte – nicht daran, dass es ein Einzelfall wäre! Und ja: Die Jugendliche dort hatten keine Perspektive, das kam in diesem einstündigen Gespräch raus. Die Arbeitslosenquote im Kreis liegt bei etwa vier Prozent. Das ist sehr viel weniger, aber wenn man “nur” die Hauptschule besucht hat, kann es auch im lieblichen Taubertal passieren, dass man für sich keine Perspektiven sieht, dass man sich als machtlos erlebt, keine Selbstwirksamkeit erfahren kann usw…

      So viel vorerst. Sollten Sie weitere Fragen haben, werden Sie sich sicherlich nicht scheuen, diese zu stellen.

    • okay...
      irgendwie funktioniert das Verlinken von Webseiten nur suboptimal bis gar nicht, also googlen Sie bitte “Der politische Mandelkern”, dann finden Sie, was ich meine. Tut mir sehr leid, ich reiche das mal weiter.

    • Noch mal Fragen
      nochmal zu 1.) Nein ich habe “Das weiße Band” weder gesehen noch gelesen. Wenn ich das richtig verstehe, dann beziehen Sie sich auf eine strenge Erziehung, die von den Kindern Unterordnung und Diziplin verlangt, in der geschlagen wird und in der die Bedürfnisse der Kinder im Hintergrund stehen oder nicht berücksichtigt werden. Zusätzlich werden “Stolz auf’s Vaterland” und “Hass auf Fremdes” vermittelt. Haben Sie das in der baden-württembergischen Provinz wirklich so erfahren?

      “Hass auf Fremdes” ist nach meinem Eindruck kein Privileg von “konservativen” Kreisen. Jede homogene Gruppe erlebt Abgrenzungstendenzen und die Unlust, sich mit anderen (fremden) Standpunkten inhaltlich zu befassen. Linkes und auch feministisches Sektierertum liese sich hier anführen, um die Begrenzung Ihrer Herleitung zu öffnen. Und aus linken Sektierern werden nur ganz selten Nazis.

      “Stolz auf’s Vaterland” ist für mich aufgrund meiner Sozialisierung eine komische Formulierung und das wird vielen Deutschen so gehen. Wenn man ins europäische Ausland schaut, dann sieht man sehr oft ein uneingeschränktes Nationalbewustsein. Keinem Franzose, Italiener oder Spanier würde vorgeworfen werden, er wäre stolz auf sein Land. Trotzdem sind dort (oder in der Türkei, Israel, China) die Nazis nicht auf dem Vormarsch.

      Allgemein:

      Muss ein Neonazi immer dumm und von niedriger Bildung sein? Ihre Konnotation von Neonazitum und niedrigem bis keinen Bildungsabschluss, wie ich ihn aus Ihren Antworten zu den Kommentaren hier herauszulesen meine, beunruhigt mich ein wenig. Da unterschätzen Sie das Problem.

      Was ist mit der sozialen Komponente der Neonazis? Ist es nicht im Osten auch das “sich kümmern” um die Wiedervereinigungsverlierer, das den Zuspruch stärkt und die Weltanschauung vor der (Ortsgemeinschaft) legitimiert?

      Kurz: Ich sehe kein Wost.

  6. "Rassistisch",
    liebe Frau Rönicke, ist kein Argument, sondern ein abgelutsches Schimpfwort aus dem Taschenbuch des roten Agitators, gehört also in den Bereich der Ideologie und des Glaubens. In der BRD gewinnt allemal der eine Diskussion, der den anderen zuerst “Nazi” nennt. Da erübrigen sich dann alle Argumente. Da gab es einen schönen DDR-Witz (zu lang, um ihn hier zu erzählen); jedenfalls antwortete der sowjetische Genosse auf alle Argumente eines Amerikaners: “Und ihr seid schlecht zu die Neger!” (Damals durfte man noch “Neger” sagen.)
    Und jetzt können Sie mir antworten: “Und Sie sind schlecht zu die Neger!”
    Im übrigen bekundet jeder, der sich als Linker oder Rechter definiert, daß er nur ein halber Mensch sei (können Sie bei Ortega y Gasset nachlesen).

  7. "Postfaschismus" kommt aus DDR aber nicht aus deutscher Geschichte
    War es wirklich so, dass die DDR nach 1945 nur die Propaganda auswechselte? Bedeutete die DDR-Übernahme der Dimitroff-Definition von Faschismus nicht auch anderes? Z. B. die mehrfach-lustvolle Enteignung der Klassenkampfgegner als Kapitalisten, Kriegstreiber und Spalter Deutschlands (jedenfalls bis 1955).
    Spielte die Aufnahme der Führungsrolle der SED in die DDR-Verfassung 1968 tatsächlich eine antipluralistische Rolle? Waren DDR-Verfassungstexte, vor dem Hintergrund des marxistisch-leninistischen avantgardistischen Geschichtsverständnisses und der jahrzehntelangen real-sozialistischen Praxis der Negierung der „Verfassung“ von 1949, nicht eher pille-palle?
    Meine raschen Leserbrief-Thesen zum Herkommen des „Post-DDR-Faschismus“ wären: Er kommt nicht aus der deutschen Geschichte, denn aus der war die DDR ausgestiegen und die hatte sie nur äußerst selektiv gelehrt und diese tradierte sich auch kaum von allein. Er kommt aus merkwürdig zusammengesetzten „autoritären“ Charakteren von radikalen Modernisierungsverlierern. Die Brutalität der Sprache, bei wenig ausdifferenzierten Sprachebenen, die mich 1990 selbst bei Fachschulabgängern verstörte, kam aus dem schul- und armeeüblichen Klassenkampfjargon der DDR, des „Arbeiter- und Bauernstaates“.
    Er stammt auch aus der Verachtung der eigenen Elternhäuser, die immer alles mit der SED mitgemacht hatten, sich exzesshaft unter Befreiungsgesängen selbst verleugnete, die eben noch für die eigene DDR-Nation oder für „Gorbi“ waren und plötzlich doch für die Wiedervereinigung…
    Freilich, ich wurde 1981 freigekauft und kam erst 1990 „zurück“. Die Zeitspanne dazwischen kann ich nicht beurteilen. Kommunisten ist zwar grundsätzlich jeder „Paradigmenwechsel“ zuzutrauen – in der Sowjetunion kamen mehr Mitglieder des ZK der KPD um als unter Hitler – einen solchen für die SED in Richtung Faschismus zu unterstellen, bei allem Antikommunismus, das hat die SED nicht verdient und das geben auch die Attacken 1989 um die Zionskirche nicht her.

  8. Ich glaube schon, ...
    …dass Rechtsextremismus häufig mit fehlendem Wissen über das Dritte Reich einhergeht. Mit entsprechendem Wissen kann man mit manchen Rechtsextremen durchaus diskutieren und diese auch zum Nachdenken bewegen. Im Gegensatz dazu steht wirkliche Dummheit, also Unfähigkeit zum Erkenntnisgewinn. Inwiefern die DDR auf die Jugendlichen Einfluss ausübt, die 5 Jahre nach deren Zusammenbruch geboren wurden, kann man durchaus diskutieren.
    Erschwert werden solche Diskussionen häufig durch die Gleichsetzung von rechts und rechtsextrem. Ich glaube, dass jemand, der sich politisch als rechtsstehend betrachtet, von allen Angehörigen des deutschen Volkes die Anerkennung der kulturellen Grundlagen verlangt und, so diese Anerkennung vorhanden ist, auch keinen Unterschied zwischen Immigranten erster, zweiter oder n-ter Generation macht.
    Nur am Rande: Sowohl bei Konzerten der Böhsen Onkelz als auch bei den stattfindenden BO-Festivals wäre es keine gute Idee (gewesen), mit Naziparolen oder Nazisymbolen zu erscheinen.

    • richtig, zumindest nicht nach deren Makeover. das steht auch im Text von Netz gegen Nazis, das verlinkt ist.

    • Der Einfluß der DDR auf Jugendliche, die erst nach der Wiedervereinigung geboren wurden
      … dürfte den in der DDR ausgebildeten und nach der Wende weiterbeschäftigten Lehrern zu “verdanken” sein.

      In der DDR durfte man selbstverständlich nur dann Lehrer sein, wenn man als einigermaßen ideologisch zuverlässig galt. Daß nach der Wiedervereinigung nicht etwas der “Ent-Nazifizierung” entsprechendes in der DDR durchgeführt wurde, war meines Erachtens ein schwerer Fehler.

      Ebenso, daß versäumt wurde, die SED samt ihren Nachfolgeparteien zu verbieten.

      Daß sich ein Gysi heute hinstellt und ohne rot zu werden behauptet, er und seine Partei würden die “bessere Politik” machen, daß Opfer der SED-Diktatur (z.B.) beim Rentenantrag WIEDER einem Sachbearbeiter gegenüberstehen, der schon damals am längeren Hebel saß, daß die Opfer winzige Renten, die ehemaligen Täter aber fette Zusatzrenten bekommen (weil sie ja nicht – wie ihre Opfer – die Möglichkeit zur besseren Ausbildung und höheren Position genommen bekamen, auch nicht durch Gefängnisaufenthalte oder die Folgen der Stasi-bedingten psychischen “Zersetzung” an einem beruflichen Aufstieg gehindert wurden) … das alles ist unfaßbar und schier unerträglich.

      Wenn so die Grenze zwischen richtig und falsch, zwischen Gut und Böse verwischt wird, dann braucht man sich auch nicht über Jugendliche zu wundern, die “Was du nicht willst, daß man dir tu …” entweder gar nicht mehr kennen oder jedenfalls nicht als Maßstab für das eigene Handeln akzeptieren.

  9. Standard-Phrasen
    Frau Rönicke verbreitet hier ungeniert die üblichen Standard-Phrasen.

    “Mangelnde geschichtliche Bildung” – es mag sein, dass das unter tätowiertem Skindhead-Zeugs so ist. Aber mit Verlaub, wenn man sich unter echten Rechten bewegt, wie ich es eine Weile getan habe, begegnet man allem, aber nur sehr selten “mangelnder geschichtlicher Bildung”. Diese Leute haben diesbezüglich eine Menge auf dem Kasten, sind in der Regel studiert und können locker mit jedem Geschichtslehrer mithalten. Und das sichere Beherrschen der Mainstream-Thesen zu der gar schröckelichen Zeit hat m.E. wenig mit “mangelnder geschichtlicher Bildung” zu tun, eher im Gegenteil.

    Auch die Sündenbock-These ist alt, abgegessen und eigentlich Blödsinn.

    Mal ehrlich: ich bin Ossi und habe sehr, sehr wenig Interesse daran, hier in meiner noch weitgehend ausländerfreien Heimat mit Kulturbereicherern a la “Isch disch machen Messer!” beglückt zu werden. Worin genau liegen nun meine Defizite, an denen die Gesellschaft zu kauen hätte?

    Hat das was mit meiner “mangelnder geschichtlicher Bildung” zu tun?
    Oder mit einer bösen Mama?
    Oder mit Arbeitslosigkeit?

    • ehrlich gesagt ist es nicht mein Anliegen, mit meinen Beobachtungen ein Psychogramm für Einzelpersonen zu entwerfen. Das wäre extrem vermessen.
      was Sie ansprechen ist in der Tat natürlich nicht falsch und auch hinlänglich bekannt: Rechtsextremismus ist nicht einfach dumm oder ein Mangel an Wissen.
      ein Mangel an Bildung aber in meinen Augen schon – das liegt aber wiederum an meinem Bildungsbegriff.
       
      ich habe Ihren Kommentar durchgehen lassen – aber ein weiterer rassistischer Kommentar wird das nicht schaffen. Und
       

      “ich bin Ossi und habe sehr, sehr wenig Interesse daran, hier in meiner noch weitgehend ausländerfreien Heimat mit Kulturbereicherern a la “Isch disch machen Messer!” beglückt zu werden.”

       
      ist nichts anderes als das: rassistisch. Sie können sich gerne woanders austoben gehen, Sie werden schon ein gemütliches Plätzchen unter Fremdenfeinden finden in diesem Netz. 

  10. 98 bis 99 %...
    …holte bei Volkskammerwahlen in der DDR nicht (wie hier behauptet) die SED, sondern die so genannte “Nationale Front”, ein (zwangsweiser) Zusammenschluss aus SED, vier Blockparteien und verschiedenen Massenorganisationen. Das ist ein kleiner, aber nicht unwesentlicher Unterschied.

    Die Sitzzahlen der einzelnen Parteien und Massenorganisationen in der Volkskammer waren schon im Vorhinein festgelegt, und insofern waren die Wahlen natürlich nicht demokratisch.

    • oh, Pardon! das sollte in der Tat unterschieden werden, vielen Dank für den Hinweis, das wird umgehend korrigiert.

    • Es war wie heute
      Heute darf die Sitzverteilung geringfügig variiert werden.
      .
      Ansonsten ist alles wie damals: Vier Blockparteien, eine Soße, alle Redebeiträge schon vorher genehmigt.

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