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Welches Stück Welt gehört uns?

15.09.2013, 11:09 Uhr  ·  Commons sind Gemeingüter, sie existieren vor allem in der Theorie. Im Sozialismus wurde diese Idee Realität, doch mit dem Sieg des Kapitalismus begrub man sie. Zeit, wieder neu darüber nachzudenken.

Von

“Wem gehört die Welt?”
“Na, den Menschen, die auf ihr Leben.”
“Wieviele Menschen leben auf der Welt?”
“Sieben Milliarden.”
“Welches Stück Welt gehört dir?”
“Eigentlich… keins. So wirklich…”
Dialog mit einem Sechsjährigen.

Wenn Sie wie ich meinen, dass solche Fragen nur kleine Kinder stellen, dann liegen Sie so falsch wie ich. Die Frage “wem gehört die Welt“ wurde von Matthias Greffrath in der Zeit einmal als “die Zentralfrage des Jahrhunderts” bezeichnet. Des noch jungen Jahrhunderts, denn diese Zeilen stammen aus dem Jahr 2000. Wem gehört die Welt? Und warum ist die Antwort “na, den Menschen, die auf ihr leben” so gründlich daneben und illusorisch? Warum gehört den meisten Menschen in Wirklichkeit kein Stückchen davon?

Greffrath beschäftigt sich in seinem Text mit dem damals neu auf Deutsch erschienen Werk Jeremy Rifkins “Das Verschwinden des Eigentums” (das auch in dieser Zeitung besprochen wurde). Rifkin betrachtet darin die weltweiten Besitzverhältnisse und schafft ein erschreckendes Bild der Welt – und ihrer Zukunft. Es ist die Horrorvision, dass ein paar wenige “Korporationen, Rentenfonds und Superreiche, denen die wirkliche Welt gehört” unter sich Natur, Bilder und Gemälde, digitale Rechte auf Produktionswissen und patentierte Gene aufteilen. Während die meisten anderen Menschen “Eintritt in ihr Leben” bezahlen müssen. Diese Horrorvision können Sie nachlesen, sich Ihre eigene Meinung bilden, ob Sie das für übertrieben halten oder was davon Sie annehmen. Halten wir einfach fest: Die Frage des Sechsjährigen beschäftigt in einem großen Maße Wissenschaftler und Denker unserer Zeit.

Dieses Bild ist mittlerweile ein Gemeingut, es steht unter Creative Commons Lizenz und kann frei von allen Menschen genutzt werden. The Tulip Folly von Jean-Léon Gérôme. Via Wikimedia Commons.

Was wollen wir?

Vom Kind können wir Unbefangenheit lernen, seine Gedanken sind noch nicht von den vermeintlichen Selbstverständlichkeiten korrumpiert, die wir als gegeben hinnehmen und kaum hinterfragen. Mit den Augen des Kindes können wir fragen: Was wollen wir? Wem sollte die Welt gehören? Gibt es eine Möglichkeit, der unüberlegten Antwort “den Menschen, die auf ihr leben” etwas näher zu kommen? In welcher Form könnte so etwas gehen?

Die Fragen rund um Besitz und Eigentum beschäftigen seit vielen Jahrhunderten die Philosophen. Mit ihnen verknüpfen sich die Modelle rund um Gerechtigkeit und Markt. Sie sind immer schon stark umkämpft und bleiben es bis heute. Anhänger des Kommunismus finden, dass die Produktionsmittel den Arbeitern und die Felder denen gehören sollten, die sie bestellen. Als Kollektive, Genossenschaften, Kolchosen und so weiter. Andere fanden und finden, dass alles liberalisiert sein sollte, dass der Markt mit seiner unsichtbaren Hand schon das bestmögliche Ergebnis für alle herstellen werde. Dass sich so gar der Hunger aus der Welt vertreiben ließe.

40 Jahre lang experimentiert

Die beiden ideologischen Pole standen sich fast 40 Jahre in großangelegten Praxis-Experimenten gegenüber: Der kapitalistische Westen und die sozialistische Sovjetunion sowie die DDR waren Nachbarn. Im geteilten Deutschland probierte die eine Seite das eine und die andere Seite das andere aus.

So gab es in der DDR Landwirtschaftliche Produktgenossenschaften (LPGen), Produktgenossenschaften des Handwerks (PGHs), Volkseigene Betriebe (VEB) und einige andere sozialistische Genossenschaften. Die Produktionsmittel gehören im kommunistischen Idealbild den Arbeitern und Bauern. Trotzdem gab es in der DDR natürlich einen Markt. Doch dieser bot lange nicht so eine riesige Auswahl an Waren und Produkten wie der Markt im “Goldenen Westen”.

Nach der Wende wurde all das nahezu restlos aufgelöst. Lediglich in der Landwirtschaft gibt es noch einige Genossenschaften, die aus den LPGen hervorgingen, doch auch hier besitzen mittlerweile wenige Großbauern einen Großteil des Landes. Der Kapitalismus setzte sich durch und immer mehr leben wir in einer Art Rifkinschen Mietswelt, in der den Menschen immer weniger gehört. Das könnte uns vielleicht egal sein, führte es nicht zu massiven Verletzungen der Menschenrechte, vor allem im globalen Süden. Denn die Auslagerung der Produktion in Billig-Arbeits-Länder produziert untragbare Arbeitsbedingungen. Im Osten Deutschlands sind viele ehemalige Mitarbeiter der LPGen nun abhängig von Großbetrieben, da Kleinbauern und Mittelstand aufgrund von chaotischen und interessensgeleiteten Umstrukturierungen nach der Wende keine wirkliche Chance hatten, sich zu etablieren, wie Jahre später Gutachten zeigten (die Potsdamer Neuen Nachrichten berichteten 2012 darüber). Doch das alles ist Jammern auf hohem Niveau.

Grundbedürfnisse unbefriedigt

Zumindest im globalen Vergleich ist in Ostdeutschland die Lage noch relativ gut. Strom, Wasser, Nahrung – in vielen Teilen der Welt sind diese Güter schlicht MangelWARE und im Westen zunehmend Waren, die teurer werden, ungeachtet der Tatsache, dass sie Grundbedürfnisse decken (sollten). Die Privatisierung von Wasser ist in Deutschland längst Realität geworden. Berlin hat sie gerade erst wieder rückgängig gemacht. Kurz vor der Jahrtausendwende war der Westen in einem regelrechten Privatisierungsrausch. Das Buch Jeremy Rifkins ist in dieser Zeit entstanden und sollte auch vor diesem Hintergrund gelesen werden. Doch Zeit für Entwarnung ist noch lange nicht. Noch immer sind Infrastrukturen und Güter in privaten Händen, die Grundbedürfnisse aller befriedigen sollen.

Luise Neumann-Cosel findet: Das muss sich ändern. Sie möchte den Menschen ein Stück Welt zurückgeben, die Ressourcen wieder in die Hände der Allgemeinheit geben. Deswegen will sie das Berliner Stromnetz kaufen. Nicht alleine, sondern im Kollektiv mit vielen Menschen, die zusammenlegen um gemeinsam den Millionenbetrag aufbringen zu können. Genossenschaftlich. Der Appell der Unterstützerinnen findet:

„2014 läuft der Konzessionsvertrag für das Berliner Stromnetz aus. Jetzt wird entschieden, wer in Zukunft das Netz der Hauptstadt betreiben wird. Wir haben die einmalige Gelegenheit: Bürgerinnen und Bürger kaufen gemeinsam ihr Stromnetz nutzen die Millionengewinne daraus sinnvoll und nehmen die Energiewende selbst in die Hand.
Wir unterstützen die Idee und fordern: Das Berliner Stromnetz gehört in Bürgerhand!“

In einem Video wird die Idee vorgestellt: Wie Luise Neumann-Cosel das Berliner Stromnetz kaufen will.

Was mehr wird, wenn wir teilen

Elinor Ostrom hat als erste Frau den Nobelpreis in Wirtschaftswissenschaften bekommen. Das allein ist schon beachtlich, doch noch bewundernswerter ist das Werk, für das sie ausgezeichnet wurde. Denn Elinor Ostrom denkt in Commons, in Gemeingütern. In ihrem Buch Governing the Commons: The Evolution of Institutions for Collective Action zeigt sie neue Möglichkeiten auf, wie Güter, Ressourcen und Rechtsformen neu gedacht, neu aufgeteilt und damit die Welt wieder ein bisschen mehr in die Hände der Menschen gegeben werden könnten (eine kleine Einführung in die sehr komplexe Theorie der Commons bietet das Commonsblog, das von Silke Helfrich betrieben wird. Exemplarisch soll der Artikel “Was sind Commons” als kleine Einführund verlinkt werden. Wer sich weitergehend für das Thema interessiert, findet im Netz viele Videos von und mit Silke Helfrich, die nicht müde wird, diese Idee in die Welt zu tragen).

Protecting our Commons – via YES! Magazine

Wer einmal die “Commons-Brille” aufgesetzt hat, sieht sie irgendwann überall. Denn Commons sind all die Dinge, die uns vielleicht besser kollektiv gehören sollten. Es ist die Idee, die Welt nicht mehr an die Meistbietenden zu verschärbeln und zu privatisieren, sondern Stücke der Welt, Teile der Ressourcen in jene Hände zu geben, die sie auch wirklich nutzen wollen, sie in den Händen der Menschen zu lassen. Eben: Ein bisschen wie im S**ial**m*s (wegen Triggerpotential wurde das Wort verfremdet).

Weiterlesen:

Elinor Ostrom: Was mehr wird, wenn wir teilen. Vom gesellschaftlichen Wert der Gemeingüter. Oekom 2011. (Leseprobe: Gemeingüter fordern uns heraus)

Basel Institute Commons and Economics

Yea! Magazine: Protecting our Commons

 
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Lesermeinungen zu diesem Artikel (5)
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1 John Schäfer 21.09.2013, 12:41 Uhr

"Zurück" kaufen, und dann?

Was passiert nach dem glorreichen Sieg über die bösen Monopolkapitalisten, in diesem Fall Energieunternehmen? Wird Frau Luise Doppelname dann das Stromnetz von Berlin verwalten, die Strompreise senken, die Energie-"Wende" schaffen? Wie gehts weiter? Das sind doch alles Beschäftigungstherapien für Gattinnen von Besserverdienenden, für Beschäftigte im gemütlichen, aufregungsarmen Öffentlichen Dienst, für Leute die in der Wertschöpfungskette eher ganz weit hinten stehen. Entsprechend viel Ahnung von Energiewirtschaft haben diese "Leute" mit ihren Ideen aus Langeweile und zuviel Freizeit geboren. Bezahlen für diese originellen Ideen wird letzten Endes die Krankenschwester, gern mal alleinerziehend, der einfache Arbeiter.

2 H. Trickler 19.09.2013, 18:26 Uhr

Die Anhäufung riesieger Vermögen scheint mir schädlich.

Noch vor 150 Jahren waren grosse Vermögen zur Realisierung grosser Projekte wie z.B. dem Eisenbahntunnel durch den Gotthard notwendig und nützlich.
Mit dem Wandel der Wirtschaft und den aktuellen Finanzierungsmöglichkeiten sind sie entbehrlich geworden, so dass man sich ernsthaft überlegen müsste, ob man nicht (weltweit!) Vermögen ab einigen Millionen € (vor allem auch bei Erbschaft) progressiv besteuern sollte.
Es bleiben damit noch genügend Möglichkeiten für den eigenen Nachwuchs vorzusorgen...

0 Herold Binsack 18.09.2013, 16:54 Uhr

Eine gute Adresse – Jeremy Rifkin

Jeremy Rifkin ist auf jeden Fall eine gute Adresse. Seine Bücher „Das Ende der Arbeit“ und „Das biotechnische Zeitalter“ (http://blog.herold-binsack.eu/2013/08/vom-subjekt-zum-datentraeger/) sollte man lesen. Und natürlich auch dieses. Und Rifkin ist kein Marxist, kein Sozialist. Doch für mich ist er das, was seinerzeit Bachofen und Morgan für Friedrich Engels waren, für sein Buch „Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates“ (http://blog.herold-binsack.eu/2013/04/das-besondere-an-den-kelten/), bzw. Darwins Evolutionstheorie (http://blog.herold-binsack.eu/herzlich-willkommen/) für die Revolutionstheorie des Marxismus. Ich als Marxist berufe mich gerne auf ihn (http://blog.herold-binsack.eu/2011/07/unser-bewusstsein-bleibt-verschieden/). Er schreibt, was er sieht und erkennt. Und seine Analysen kommen mir als erschreckend wahr vor. Er nimmt Partei, ohne allzu große Betroffenheit zu markieren. Denn er ist betroffen, von allem. Auch das Buch „Mit Gift und Genen“, von Marie Monique Robin (http://blog.herold-binsack.eu/2012/10/leugnen-und-zahlen/), ist von ihm mit inspiriert. Frau Robin hat ihn aufgesucht, mit ihm zusammen gearbeitet (http://blog.herold-binsack.eu/2010/06/der-krieg-wird-fortgesetzt/).
.
Ob Genossenschaften innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft, innerhalb von Kapital und Arbeit, einen Sinn machen, ja erfolgreich sein können, darüber lässt sich streiten. Selbstredend gilt dieser Streit auch in Bezug auf den Sozialismus. Nicht eines innerhalb von Kapital und Arbeit, sondern jenseits der kapitalistischen Gesellschaft, als mögliches Ergebnis dieses Kampfes. Ich streite für diesen (http://blog.herold-binsack.eu/2013/09/nicht-mindestlohn-sondern-produktivitaetsrente/). Immer wieder, ja immer noch. Doch die Waffen dafür müssen neu geschmiedet, bzw. geschliffen, werden. Das gilt auch für seine schärfste Waffe - den Marxismus (http://blog.herold-binsack.eu/2013/07/marxisten-sind-keine-wachstumskritiker-doch-kritiker-des-kapitalistischen-wachstums/).

.
Ob Genossenschaften innerhalb der kapitalistischen Gesellschaft, innerhalb von Kapital und Arbeit, einen Sinn machen, ja erfolgreich sein können, darüber lässt sich streiten. Selbstredend gilt dieser Streit auch in Bezug auf den Sozialismus. Nicht eines innerhalb von Kapital und Arbeit, sondern jenseits der kapitalistischen Gesellschaft, als mögliches Ergebnis dieses Kampfes. Ich streite für diesen (http://blog.herold-binsack.eu/2013/09/nicht-mindestlohn-sondern-produktivitaetsrente/). Immer wieder, ja immer noch. Doch die Waffen dafür müssen neu geschmiedet, bzw. geschliffen, werden. Das gilt auch für seine schärfste Waffe - den Marxismus (http://blog.herold-binsack.eu/2013/07/marxisten-sind-keine-wachstumskritiker-doch-kritiker-des-kapitalistischen-wachstums/).

2 Wolfgang Hennig 15.09.2013, 17:46 Uhr

Glückwunsch, endlich ein Thema, das in der "Welt-Wertigkeitstabelle" ganz oben steht.

Wir leben wie zerstörerische "Parasiten",
wilde, gierige, intelligente, zu wenig herzliche, "Ahnen der Affen",
auf der Erde...noch.
Wir könnten ein "Lebenszeit-Gast-Besucher-Paradies" für alle daraus machen.
An Intelligenz mangelts nicht, aber an Herz. So traurig diese Wahrheit auch ist,
wir leben herzlos. Im engen Privatkreis vielleicht weniger, aber gesellschaftlich,
völkergemeinschaftlich, katastrophal und grausam....siehe Zeitgeschichte bis heute.
Dabei ist das Prinzip ganz einfach....Vernunft bilden..."Vernunft-Bildungssysteme" und
als Konsequenz "Vernunft-Handeln".
Das Problem, die Menschen in den "Schlüsselpositionen" halten das ,was wir machen, für vernünftig; denn es befriedigt den "schon ewigen Lebensstil", Gier und Kampf.
Der Papst hat es auf den Punkt gebracht:
Wir konstruieren Argumente, um die Zerstörung der Erde und gesellschaftlich,
die der Menschen, zu "RECHT-FERTIGEN".
Wir fertigen also unser Recht, passend zu dem "Tier-Gier-Verhalten".
Dieses "Bildung-System" gewordene Verhalten ändern und
das Gesellschaft-System ändern, was unbedingt notwendig ist,
würde, wenn es zu schnell käme, Chaos bedeuten...leider.
Aber ohne Anfang von Ver(tikal geistige)-Änderung, bleibt alles bis zum bitteren Ende
so wie es ist....grausam.

Vernunft ist Herz und Verstand, aber GLEICH ANTEILIG, wie eine GLEICHUNG.
VERNUNFT = HERZ + VERSTAND...HERZ MUß MIT VERSTAND BASISWERT SEIN und bleiben.

REALITÄT:
VERNUNFT !? = GELD + (Geld)-VERSTAND.....HERZ(MANGEL)...geopfert der "GELDBASIS".

Diese "SUCHT-GLEICHUNG" ist verantwortlich für die "Wirklichkeit",
die unsere "Realität" formt.

Selbsterkenntnis und Einsicht führen zu HERZERKENNTNIS.
Das ist die "Kernaussage" aller Weisen-Verse, aller Religionen und insbesondere
der Bibel, als Buch der Evolution, des Reifeweges des Bewußtsein und
der Moralerkenntnis gelesen.
Aber es fehlt noch an "Vernunft-Reife-Status" des Erkennen und erst recht Handeln.

Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.
Antoine de Saint-Exupery

Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Reinhold Niebuhr

Mit freundlichem Gruß
W.D.H.

12 Sarah Baumeister 15.09.2013, 14:23 Uhr

Kasionkapital-Sozialismus

Kommunismus/Sozialismus einerseits und schrankenloser Kapitalismus andererseits entspringen demselben Geiste. Sie setzen sich mit mies-großer Geste über den Einzelnen hinweg.
Was hat der einzelne Mensch davon, wenn auf dem Energieunternehmen das Label RWE oder eben SED steht? Es ist grober Unfug anzunehmen, Staatseigentum sei Bürgereigentum und käme den grundlegenden Bedürfnissen des Einzelnen zugute.
Wie viel Leid musste einst der Kleinbauer erfahren, als er vom Hofe getrieben das mit Mühe, Fleiß und Freude über die Generationen Aufgebaute einem bürgerfernen Kollektiv zu übergeben hatte? Dass nach der Wende der Aufbau klein- und mittelgroßer Betriebe kaum möglich war, lag vor allem an den LPG's selbst. Diese waren es, welche die einstigen stabilen Strukturen zerstörten.
"Commons" klingt doch sehr nach neuen "Kommuns" und die erste Frage muss immer lauten:
Wie löst man das Problem, dass Gemeingüter wirklich dem Einzelnen dienen und nicht nur einer Idee, einem abstrakten Korpus, einem Verwaltungsapparat, das sich vor keinem und eben auch nicht einem bürgernahen Markt zu verantworten hat?

Strom, Gas, Wasser, Treibstoff, Telefon, Internet - Wir werden in Deutschland auf hohem Niveau bislang noch sehr gut versorgt. Gewinnmaximierung einerseits und Kollektivbürokratisierung andererseits könnten hier viel kaputtmachen. Da muss man sehr vorsichtig sein.

Spricht, schreibt und denkt ins Netz und in die Welt. Freie Autorin und Podcasterin, Berlin