Wostkinder

Wostkinder

Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen Ost und West.

Von der US-Kolonie zur europäischen Union

| 25 Lesermeinungen

Es muss nicht immer die Leitkultur sein. Erst eine gesamtdeutsche Identität, die sich Europa nicht nur zuwendet, führt erst zur Souveränität des Nationalstaates.

Der 3. Oktober 1990 war ein fürchterlicher Tag. Weder hatte ich auf diese ganzen Menschen da draußen Lust, noch konnte ich mich ihnen verweigern. Meine Eltern schleppten mich armen Zehnjährigen einfach zu ihnen hin, auf den Alex. Dort waren sie. Fröhlich lachend und singend frohlockten sie der deutschen Einheit entgegen und ernteten meinen preußisch pikierten Blick. Die gesamte Situation konnte meine Laune nicht aufhellen. Wie auch? Zu nah lag die Erfahrung der letzten Veränderung ähnlicher Art, der Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion vom 1. Juli. Je näher diese rückte, desto knapper wurde das ostdeutsche Warenangebot. Selbst simpelste Dinge und Nahrungsmittel waren nicht mehr einfach so erhältlich. Vor dem westlichen Konsumrausch stand ein stark spürbarer Mangel ins Haus. Betroffen war meine Familie davon nicht, da mein Vater vorgesorgt hatte. Er sah die Entwicklung kommen und die Vorräte waren dementsprechend ausreichend um uns wohlbehalten durch diese für andere Menschen schwere Zeit zu bringen.[1]

Die Wirkung tief greifender Veränderungen wird gerne übersehen, wenn eine Revolution gerade am Laufen ist. Zu euphorisiert ist der sich in Massen bewegende Mensch, als dass er einen Blick für die Grausamkeit des Nachfolgenden übrig hätte. Auch wenn ich das am Tag der deutschen Einheit mit meinen zehn Jahren nur bedingt so sah, verspürte ich eine Abneigung gegen das, was diese Menschen da taten. Und leider sieht man mir meine Launen immer an. Ich kann sie nicht verstecken. Zu stark brechen sie sich Bahn in meinem Kopf, der nach einer Veränderung der Situation verlangt. Und wie das Leben in der Vor-Smartphone-Ära so spielte, gab es schon damals gesellschaftliche Bestrebungen, Dinge und Personen für die Ewigkeit festzuhalten.

© Marco Herack 

Ein echter Vontra! Also ein Werk, das den Stützen der Gesellschaft auf ewig verwehrt bleiben wird. Gerhard Vontra starb 2010 im Alter von 89 Jahren. Der Maler und Karikaturist hatte immer einen Bleistift und Zeichenblock zur Hand. Ein regelrechter Volksmaler der DDR. Selbst in seinem Urlaub malte er die Menschen und beobachte „das Milieu“. Es ist ihm so gut wie niemand entkommen. Man kann gefahrlos behaupten, dass in der DDR keine Familie ohne einen echten Vontra anzutreffen gewesen wäre. Aber auch wenn er viel zeichnete, so war es doch nie Massenware. Kein Vergleich erlaubt sich zu dem, was heute als „Schnellzeichner“ durch die Lande zieht. Fließband-Maler, wie sie Henry Ford nicht besser hätte erfinden können. Vontra hingegen ging es bei jedem Bild immer um den schamlosen Blick auf den Menschen selbst, was nicht immer zu schmeichelhaften Werken führte. Und nur selten beendet er seine Werke mit der Frage: „Ist er das?

Natürlich war ich es, an einem Tag wie diesen. Man hat die westdeutsche Pikiertheit über die Zustände in der DDR schon damals vernommen: „Benzin 1,50 Mark der Liter? Das hätte im Westen bereits für einen Volksaufstand gereicht.“ Und auch die Stasi war ein gern behandeltes Thema. Bevorzugt verknüpft mit der Frage, wie man unter solch einer Überwachungsknechtschaft überhaupt existieren könne. Unvorstellbar sei dies. Und: „So etwas würde bei uns nicht möglich sein!“ Mit diesen netten Menschen, die alles so genau wussten, hatten wir uns gerade „vereinigt“. Aus dem Jahr 2013 heraus gesehen waren die westlichen Ansichten herrlich naiv. Was muss die NSA gelacht haben, als sie solch Eitelkeiten belauschte. Bis heute lacht sie, auch wenn der gesamtdeutschen Öffentlichkeit Ansichten dieser Art mittlerweile vergangen sind. Doch so sehr ich mich auch bemühe gerade die Überwachung als schlimmsten aller Zustände zu empfinden, es will mir nicht gelingen. Denn irgendwie ist es nur eine logische Konsequenz aus dem, was die DDR war und Deutschland nun ist: Eine Kolonie.

Der momentane Zustand dieses Landes erinnert mich frappierend an die Rolle der Sowjetunion in meiner Kindheit. In der DDR tat man nichts, ohne den großen Bruder zu fragen. Schon in der Kinderbildung spielte „der Russe“ eine erhebliche Rolle. Sei es im Geschichtsunterricht, dem Lernen der russischen Sprache, in den Schulbüchern selbst oder bei den Pioniernachmittagen, bei denen russische Märchen erzählt wurden während man Tee im Samowar kochte. Das ganze System war darauf ausgerichtet die Sowjetunion als das gute Bollwerk gegen den Klassenfeind erscheinen zu lassen. Die russische Lebensart sollte die ostdeutsche Kultur durchdringen und die Menschen ihr zuführen. Doch am Ende war die staatliche Vorgabe zu direkt und zu plump, als dass sie hätte wirken können. Es existierten trotz aller Abzeichen zu wenige konkrete Anreize sich dem zu ergeben.

Als Gegenpart dazu stand das freiheitliche Westdeutschland und seine Konsumverlockungen, die jedem zugänglich waren. Selbst arbeitslose Menschen bekamen vom Staat ausreichend Geld, um ein Mindestmaß an gesellschaftlicher Teilhabe zu ermöglichen. Nachdem die Mauer fiel und die sowjetischen Einflüsse als generell nicht mehr erstrebenswert angesehen wurden, wendete sich dieses Westdeutschland vollends dem Siegersystem zu. Der Plebs säuft Coca Cola, schaut US-Amerikanische Serien oder niveaulose Kopien diverser US-Shows. Die einstmals absichernde Sozialhilfe wurde in ein pressierendes System überführt, das im Volksmund Hartz IV genannt wird. Statt Lebensmittelmarken, wie in den USA, entstand in Deutschland „die Tafel“. Die Einkommensschere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander. Plutokratische Verhältnisse sind nicht mehr nur ein Gedankenspiel. Selbst der deutsche Geldadel würde mittlerweile lieber Spenden als Steuern zu zahlen. Derweil ist die gesellschaftliche Teilhabe selbst arbeitenden Menschen nicht mehr gewiss. Im Gegenteil, immer mehr Menschen arbeiten und leben zugleich auf dem Niveau von Hartz IV. Ein Leben in Beschäftigungstherapie.

Auch das die Welt rettende „Internet“ besteht für die Deutschen fast nur aus US-Firmen. Ebay und Amazon reißen die Konsumumsätze an sich. Facebook regelt ihr soziales Leben und dieser Text in einem Produkt von Microsoft verfasst. Ferner existieren verschiedene US-Kasernen in Deutschland, von denen aus vermutlich der Kampf gegen den Terror geführt wird. Das heißt es wird nicht nur die Bevölkerung überwacht, sondern, so die neuesten Vermutungen, es werden auch Drohnenangriffe der USA von Deutschland aus geführt. Wenn dem so ist, dann unter willfähriger Beteiligung der Bundesregierung. Diese wehrt sich momentan auch nicht dagegen, dass die USA plant, ihre in Deutschland lagernden Atomwaffen zu modernisieren.

Der Unterschied ist, so dachte ich bis vor kurzem, dass die westdeutsche Gesellschaft sich freiwillig dafür entscheidet. Doch auch von diesem Glauben muss Abstand genommen werden. Zu offensichtlich regieren die USA in Deutschland durch. Es wird ganz offen gesagt, dass es kein „No-Spy“-Abkommen geben wird. Auf die Überwachung wolle man nicht verzichten. Im Gegenteil, die USA sehen es als ihr Recht an, so zu verfahren. Dieses Vorgehen ist eine ganz neue Qualität in der Beziehung zwischen unseren Ländern. Es wird offensichtlich, dass der Kulturtransfer, der das bisherige Mittel der US-Wahl war, nicht mehr als ausreichend angesehen wird, um die Beziehung stabil zu halten. Stabil im dem Sinne, dass Deutschland spurt und der Hegemon die Linie vorgibt und sein Durchgriffsrecht ausübt.

Daraus ergibt sich eine Konsequenz für Deutschland, die weitreichende Auswirkungen auf unser Leben haben wird. Udo di Fabio drückte es im Feuilleton dieser Zeitung wie folgt aus:

Europa muss sich allmählich aus dem sanften Protektorat Amerikas herausentwickeln und mit Phantasie eigene Wege der Technik und Kommunikation erproben. Dabei geht es nicht um Antiamerikanismus, sondern um das Selbstbewusstsein einer im Innern plural organisierten und im Verhältnis zu den Vereinigten Staaten komplementären Macht, die das transatlantische gemeinsame Wertefundament nicht aus den Augen verliert.

In diesem Anliegen, mit dem di Fabio bei weitem nicht allein dasteht, findet sich der Hauptgrund für das Bestreben des US-Präsidenten, die „persönliche Meinung von Angel Merkel“ zu kennen (vulgo: Merkel abhören zu lassen). Es ist, umgekehrt gedacht, eine neue Form des „ernst nehmens“ deutscher Politik, die sich nach Europa wendet. Einem Europa, das durch die Krisen jüngerer Vergangenheit bestrebt ist schneller zusammenzuwachsen und damit ein größerer Machtfaktor in dieser Welt wird. Ein Vorgang der die Zugriffsmöglichkeiten der USA schwinden lässt. Ihre Macht beschränkt.

An diesem Punkt laufen nahezu alle Diskurse, die seit Beginn der Finanzkrise geführt werden zusammen.

Ein europäischer Rettungsmechanismus bedeutet beispielsweise, dass Europa in Zukunft die Rettung klammer Staaten auch ohne das Eingreifen des von den USA dominierten IWF vornehmen kann. Die betroffenen Staaten werden bei den Forderungen, die sich im Zuge solch einer Rettung ergeben, somit einer europäischen Ideologie und Richtlinie ausgesetzt sein. Etwas, das es noch zu entwickeln gilt. Eine weniger erfreuliche Folge dieses Vorgangs wird es sein, dass die europäischen Nationalstaaten sich künftig direkt in internationale Konflikte einmischen müssen, sofern sie für die EU relevant sind. Ein Raushalten wird es dann auch für Deutschland nicht mehr geben können.

Diese Entwicklung geschieht. Über sie wird aus taktischen Gründen supranationaler Art aber nicht gesprochen. Dadurch wird die Bevölkerung Europas aus diesem Prozess ausgeklammert. Was einer gewissen Ironie nicht entbehrt, denn souverän ist ein europäisches Gesamtbilde nur dann, wenn es das Selbstbewusstsein besitzt seine Entwicklung klar zu vermitteln. Ohne Angst vor den Reaktionen „der anderen“. Es bedarf eines Willens zur Macht, damit spitzelnden Freunden klar wird, dass Freundschaft nur auf Augenhöhe funktioniert. Und es bedarf europäischer Werte, die verhandelt werden und nicht nur in Sonntagsreden ein Thema sind.

 

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[1] Auch heute besitze ich einen ausreichend großen Vorrat an Dosen und ähnlichem, um die Verwerfungen sämtlicher Finanzkrisen der nächsten 100 Jahre zu überleben. Jeder sollte Dosen haben. Kaufen Sie sich Dosen, dann müssen Sie später nicht marodierend durch die Gassen ziehen!

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25 Lesermeinungen

  1. oder doch von der europäischen Union zu US-Kolonie ? !
    Derzeit sieht es mehr danach aus als würden uns Politiker wie Dr. Merkel, Herr Friedrich Herr Pofall und Herr Kauder nebst Herrn Gabriel als US Kolonie verkaufen für 0 Euro natürlich.

    Oder können Sie ernsthafte Bestrebungen in Richtung Souverenität feststellen.

    Erstaunlich ist das die US Thinktanks so falsch liegen mit Ihrer Einschätzung von den Beziehungen zu Europa – eigentlich mögen wir die USA mehrheitlich. Obama erschien uns vertrauenswürdiger als Putin und zudem als Machtfaktor in der Balance zu China wichtig. Dann kam die NSA Affähre und die Veröffentlichung der Massenhaften Bespitzelung – das Wissen das uns die Geheimdienste NSA und GCHC so überwachen als seien wir kriminelle Schwerverbrecher.

    Das uns das nicht gefällt hätte den Think-Tanklern klar sein müssen.

    Das sie gegen geltendes Recht verstoßen auch.

    Das alles wird ignoriert – im Kanzleramt das total versagt in dieser Frage ebenso wie auf der anderen Seite des Atlantik. Nun fragt man sich warum ist das so?

    Sind die Ziele der Geheimdienste etwa nicht so ehrenhaft wie man es vorgibt?

    „Es wird ganz offen gesagt, dass es kein “No-Spy”-Abkommen geben wird. Auf die Überwachung wolle man nicht verzichten. Im Gegenteil, die USA sehen es als ihr Recht an, so zu verfahren. Dieses Vorgehen ist eine ganz neue Qualität in der Beziehung zwischen unseren Ländern. Es wird offensichtlich, dass der Kulturtransfer, der das bisherige Mittel der US-Wahl war, nicht mehr als ausreichend angesehen wird, um die Beziehung stabil zu halten. Stabil im dem Sinne, dass Deutschland spurt und der Hegemon die Linie vorgibt und sein Durchgriffsrecht ausübt.“

    Genau das deutet darauf hin.

    Sollen wir zu einer Vasallen-Bananenrepublik gemacht werden?

    Die Bundeskanzlerin schaut dabei milde lächelnd zu?
    Mich erinnert das an die Wächter gewisser Lager… die ihre „Pflicht“ taten.

    Nach 1945 sagten viele: „Davon haben wir nichts gewußt“ oder „Wenn wir davon gewußt hätten – ja dann, hätten wir auch etwas dagegen getan!“

    Liebe Leser – WIR, SIE und ich wir wissen davon.
    Was sagen wir unseren Kindern und Enkeln?

    Wir haben damals etwas kommen sehen und haben es verhindert ODER wieder: „Wir haben davon nichts gewußt“ und „Wenn wir daß gewußt hätten dann …

  2. Fragen sie diejenigen...
    ..die nicht wegen dem konsumrausch ausgereist sind und die schon immer was gegen Betrug hatten. Auch gegen den Betrug mit Leistungspillen und Doping als berühmt zu scheinen!
    wir armeselig sie sind, merkt man auch, wem sie hier Preise vergeben. Jede Diktatur hat seine dummen Prominenten. Sie haben Uno- Recht schon zu DDR-Zeiten nicht umgesetzt und nach der Wiedervereinigung ausgehebelt.

  3. Siehe Kanzlerakte, Goldreserven, amerikanische Besatzung, Bespitzelung ...
    … wir Ossis sind nur von eimer russischen in eine amerikanische Kolonie gewechselt. Vor lauter Begeisterung über Reisefreiheit, (vermeintliche) Wahlfreiheit, Bananen, Coca-Cola und Westautos haben die meisten das am Anfang glatt übersehen, bzw. wollten es nicht wahrhaben.
    Die „Entkolonialisierung“ steht wohl noch für eine längere Zeit aus … .
    Und Europa dient bisher immer noch auch dazu, den Einfluss der USA aufrecht, die Deutschen unter Kontrolle und die Russen draußen zu halten … .

  4. Interessanter Beitrag! Leider etwas naiv. Denn das Problem ist z.B., dass ...
    … in diesem EU-Europa Amerikas wichtigster europäischer Statthalter – Großbritannien – Mitglied ist, wobei die Loyalität der Briten ohne Zweifel mehr den USA als den anderen Europäern gilt. Nicht nur die NSA-Affäre belegt dies. Und seit dem Lissabon-Vertrag (2009) sind im Rahmen der sog. „Gemeinsamen Europäischen Sicherheitspolitik'“ paradoxerweise alle frommen Bekenntnisse auf einen gemeinsamen Sitz der Europäer im UN-Sicherheitsrat stillschweigend und ersatzlos gestrichen worden. Das heißt, die UN-Vetomächte Frankreich und Großbritannien wollen dort in NY auch weiterhin ihr eigenes Süppchen kochen. Und die anderen, darunter D, sitzen in dort bloß mal rotierend alle paar Jahre OHNE Vetomacht am Katzentisch. Dazu passt, dass sich die außenpolitischen Interessen der Europäer eher auseinanderentwickeln. Während GB und FRA gemeinsam mit den USA Interventionskriege – etwa in Libyien – führen, hält sich Deutschland demonstrativ raus. „Souveränität“ gewinnt das militärisch ohnehin impotente Deutschland in der EU so nicht. Allenfalls mutiert es vom Juniorpartner der USA zum Juniorpartner der EU-UN-Vetomächte Frankreich und Großbritannien. In der EU ist es seine Rolle, ansonsten bloß immer mal wieder die ökonomisch auseinanderzubrechen drohende Euro-Zone mit seiner Wirtschaftskraft retten zu dürfen. Denn auf Grund der pazifistischen Haltung der Bevölkerungsmehrheit hierzulande ist nicht absehbar, dass sich D in überschaubarer Zukunft zu einem militärisch-außenpolitisch gleichgewichtigen Partner von Frankreich/Großbritannien entwickeln könnte. Deutschland verhält sich vielmehr wie ein Kleinstaat, der durch Anlehnung an andere auf mehr Einfluss hofft. Mit „Souveränität“ hat das allenfalls etwas am Rande zu tun.

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      das ist doch kein zustand, der dauerhaft sein muss. zumal es aus gründen wie diesem ein europa der zwei geschwindigkeiten gibt.

      und auch was das thema der außenpolitik deutschlands betrifft, sehe ich da bei weitem nicht schwarz. man muss sich, auch in europa, dafür entscheiden welche art von konflikten man führt. dann wird das auf europäische ebene gehoben und die nationalstaaten steuern ihr scherflein bei.

      gleichwohl reden wir hier nicht über prozesse, die heute oder morgen einfach mal gemacht werden. das geht nur in finanzkrisenzeiten so schnell. es geht mehr um jahrzehnte.. btw. GB hat atm vor allem ein problem mit dem selbstbewusstsein. auch hier ließen sich anreize über europa finden.

  5. Es gibt keine "europäische Idee" - außerhalb Deutschlands
    So gerne ich dieser Meinung glauben würde, sie ist einfach nur Unsinn. Es gibt keinen gemeinsamen Europäischen Gedanken, außer dem, dass man von Deutschlands Wirtschaftskraft profitieren möchte.

    Wenn sich z.B. Polen, Italien oder Großbritannien auch nur einen winzigen Vorteil aus einer Hinwendung zu den USA versprechen, dann wird genau das passieren.

    Die Deutschen sind die einzigen, die Europa als eine „Ersatz-Nationalität“ begreifen.

    Und wenn Deutschland irgendwann auf dem wirtschaftlichen Niveau von Bulgarien angekommen ist, dann fällt auch die Europäische Union auseinander.

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      ich fürchte, der punkt ist vielmehr, dass deutschland das einzige land ist, in dem die EU verordnet ist. in dem ein europäisches bewusstsein also nur in den eliten vorhanden ist und diese das einfach umsetzen. genau mit dieser spaltung haben wir momentan doch zu kämpfen.. nicht zuletzt deswegen, weil die nicht-eliten sich viel mehr mit der deutschen einheit beschäftigt haben und dort ihre wehwehchen zu kurieren versuchten.

  6. Für das Bonzengeckentum der DDR gibt es kein intellektuelles Anrecht auf Kränkung
    Der “Westen” und das dahinter liegende, den walserschen Phantomschmerz “Deutschland”, ereilt einem auf vielerlei Weise u. a.- bei einigen Ihrer Generation – als narzistische Kränkung. Die Rationalisierungen daraus sind bunt und vielfältig, aber meist ist der Affektbogen leuchtender als der Gedankenflug (vom “Kugelflug” zu schweigen). Vielleicht gelang Sarah Wagenknecht eine weiche Landung. Ihre Idee, mit Europa gegen den USA-Kolonialismus zu ziehen, erscheint sehr überspannt. Schlage Ihnen – zur Rationalisierung – vor, sich mit den Identitäten von Westdeutschland, der DDR und Österreich in den 80 iger Jahren zu beschäftigen. Nicht um sich die Frage zu stellen, sind wir nicht alle ein bißchen Zoni, sondern aus der Fragestellung heraus, wann ist “Nationbuildung”, Großgruppencoaching, erfolgreicher und warum manchmal nicht und was braucht man als Affektzement (z. B. Piefkebashing als dauernde Inklusion). Eine ältere Bekannte nimmt nicht mehr an Kreuzfahrten teil, weil sie das Gejammer der DDR-Bonzen und linken DDR-Pfaffen, die fürstlich berentet und die Gewinner der Einheit sind und nun immer ins kapitalistische Ausland fahren als wären sie DDR-Literaten, nicht mehr hören kann. Sowas lief mir gerade in Dresden im Armeemuseum über den Weg. Die armen Generäle dürfen Ihren Rang nicht führen, die Rente gekürzt…. – das waren – u.a. – die Typen, die sich mit der DDR-Nation eine eigene Rentenkasse aufmachten und sich nun, nachdem ihnen das Volk davonlief, schmatzend aus der nationalen Rentenkasse jammernd bedienen lassen. Wenn auch in der DDR nicht ALLES schlecht war – woanders vermutlich auch nicht – so war sie vor dem Hintergrund deutscher Geschichte doch ein ziemlicher Kulissengeck. Und auf Bonzengeckentum gibt es kein Kränkungsanrecht. Diesen falschen „Identitätsmantel“ sollte man sich nicht überwerfen oder in ihn vertrotzt schlüpfen. Vielleicht hilft diese Erkenntnis noch weiter als feuilletonistische Großgruppenvergleiche (Kerstin Holm, die gerade aus Rußland zurückkommt, nahm hier eine “Kuhherde” war).

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      das problem ist doch, dass dieses „nationbuilding“ bereits im gange ist. und wie immer, wenn so etwas passiert, kann es positiv oder negativ gefüllt werden. meine präferenz ist da klar zum positiven gerichtet, denn es geht um augenhöhe. die ddr diente mir eigentlich nur zu zweierlei. zum einen di fabios these zu verschärfen und zum anderen den ball der innerdeutschen bewältigung im spiel zu halten. es ist beidseitig, ein überwinden müssen. allein ihr kommentar zeigt das bereits.

    • Nein! "Augenhöhe" bedeutet Krieg
      Europäische Nationbuildung, um auf “Augenhöhe” zu sein, sollte sich bewußt sein, welcher gesellschaftliche Formatisierungsfuror und welche Ressourcen dazu nötig sind. Und nicht vergessen: soll “Augenhöhe” nicht nur eine Sprechblase sein, so heißt das Nachrüstung und Aufrüstung auf allen Feldern mit der entsprechenden industriellen Tiefe. Meinen Sie das wirklich? Wer soll das durchsetzen: die paradedeutsche Arbeitsteilung zwischen Angela und Gauck mit dem Griff in die Geldbörse und einer Phraselogie wie zu Zeiten der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft und den “Anti-Deutschen” als innergesellschaftliche Sturmabteilung und der Antifa Freiburg als Kern einer neuen Stasi (vgl. Taz vor einigen Tagen)? Baroso, Draghie….? Die Franzosen mit freier Fahrt für Atomkraft und die Fremdenlegion? Die Italiener, die Griechen…. Die europäische Bevölkerung? VW & Fiat? “Europa” ging bisher nur mit und vermutlich durch die USA. Nun wollen Sie es gegen die USA richtig zur “Augenhöhe” bringen? Dann doch lieber bei Windkraft und Fahrrad und im Zweifel bei Neutralität und Freundschaft mit allen Völkern bleiben; denn eine Nation sind wir bereits und Krieg war genug. Wenn dem analytischen Durchdringen dieser Aufarbeitung auch allerlei Kulissen und mehr als DDR-Befindlichkeitsverstörungen, narzistische Kränkungen bis hin zum nationalen Selbsthass im Wege stehen.

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      genau das glaube ich ja nicht. wir befinden uns momentan in einer phase der globalen entwicklung, in der die technisch-militärische überlegenheit zwar nice to have ist, aber im kern keine effekte hat. wir sehen zwar gerade, was und wer alles abgehört wurde, aber was folgte denn praktisch daraus? die nsa hat nichts erreicht ausser us-skepsis zu erzeugen. und allein schon, dass die usa für die herstellung ihrer drohnen die chinesischen seltenen erden braucht, weist hier doch den weg. es existiert keine unabhängig des einen starken, gefragt ist also das kooperative. etwas, das sich aus der entstehung europas, auch nach dem fall der mauer, durchaus entiwckelt hat.

      die auflösung der nationalstaaten beschleunigt sich momentan erheblich, wird aber auch nicht gestaltet. da gewinnt am ehesten der, der überhaupt eine brauchbare ideologie vorweisen kann, die anschlussfähigkeit erzeugt. (dafür gehört mE auch eine rückbesinnung der menschenrechte auf den menschenrechtsminimalismus) wirtschaftliche stärke hilft. dich internationale stärke ist, nicht mitmachen zu müssen. es hindert uns doch niemand daran anders zu leben und dieses anders zu entwickeln damit es eine überzeugungskraft entfaltet. wie wichtig diese ist, sieht man spätestens daran, dass die chinesen mittlerweile versuchen den „chinese dream“, analog zum us „american dream“ in ihre kultur zu integrieren.

      mir geht es um diesen kulturellen austausch als hauptwaffe im krieg der nationen, der ohne herkömmlichen waffen geführt wird.

    • Illusion
      „… die auflösung der nationalstaaten beschleunigt sich momentan erheblich, …“

      Ja, wo denn auf der Welt? Die These vom Ende der Nationalstaaten ist eine Illusion, die nur zur Unterwerfung der europäischen Völker befeuert wird, sonst nirgends auf der Welt. Angesichts Deutschlands verlorener Souveränität (militärisch unter US Aufsicht), ist dies verständlicherweise eine Lieblingsidee breiter intellektueller Kreise in diesem Land. Was man selbst verloren hat, soll auch anderen genommen werden. Die EU als Metamorphose Großdeutschlands, „a non-imperial empire“. In Wirklichkeit wird ganz Europa (Ausnahme Russland) zu einem US Protektorat, mit Hilfe der EU Institutionen (Kissingers erwünschte Telefonnummer). Europa war nach 1945 noch nie in einem so miserablen Zustand wie jetzt.

      Mit einem politisch und militärisch von den USA bestimmten Deutschland kann aus Europa auch nichts werden. Im Grunde gibt es nur zwei Möglichkeiten: a) Deutschland holt sich die volle Souveränität zurück (materiell gilt das teilweise auch für F und GB) oder b) Deutschland integriert sich voll in den US Staatenverband. Mit anderen Europäern zusammen könnte das eine Transatlantische Union werden.

      Die gegenwärtige Politik führt hingegen direkt in den Abgrund, denn nur voll souveräne Staaten können erfolgreich Föderationen etc. bilden. Mit einem souveränitätsmäßig eingeschränkten Staat wie Deutschland an der Spitze, ist die EU historisch zu vergessen.

    • Jeder glaubt seins
      Als ich in den Westen kam, war hier die “Soziale Verteidigung” einer der letzten Seminarhits, um die Sowjets abzuschrecken und die Besetzung von fremden Territorien für Besatzer unatraktiv zu machen. Ich hielt dieses Konzept nicht für praxistauglich, schon gar nicht bei roten “Befreiungsarmeen”. Aber es ergriff, wie die “Friedensbewegung”, bewegungsaktive Teile der Bevölkerung. Für Ihre Hoffnung auf einen “europäischen Traum” sehe ich im Gegensatz zu damals, nicht einmal den Ansatz von einem echten gruppendynamischen Prozeß diesseits des Elitenprojekts “Europa”. Die regulative Idee “Nationalstaat“ nimmt im Zuge der “Moderation” der Euro-Krise zu und nicht ab. Ungerechterweise und bar jeder deutschen Realität als Retro-Show antideutscher Vorurteile. Sie unterschätzen auch den Sog des Warenfetischismus und den Vorsprung durch Technik und überschätzen “Kultur”, diese Sonderform der Unterhaltung, die noch vom Image des 19. Jahrhunderts zehrt. Kurz, für Ihren Glauben sehe ich keine theologischen Ansatzpunkte bei radikaler Unterschätzung von USA-Möglichkeiten. Meine Gewißheiten sind Ihnen nicht relevant; so glaubt jeder seins.

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      eine transatlantische union als verfestigung und anerkenntnis der momentanen zustände ist kein vermittelbarer weg. wir stellen doch gerade fest, dass wir vollkommen verschiedene wertesysteme haben. man sieht das schon länger am eingangsbereich der u-bahnen, wie morozov aufdröselte. in ny kommt selbst die polizei ohne ticket nicht in die u-bahn rein, dafür braucht es keiner kontrolleure und keiner geforderten moral und gesellschaftlichen verantwortung… in berlin hingegen kommt jeder in die u-bahn, dafür wird ab und an mal kontrolliert ob die nutzer ein ticket haben und die u-bahnfahrt selbst ist eine gewissensfrage.

      oder anders gesagt: der eine kerkert sich selbst ein und überwacht alle anderen per technik. der andere ist weltoffen und kontrolliert gelegentlich die einhaltung der gesetze. daraus lässt sich keine transatlantische union basteln. die ließe sich bestenfalls auf eu-ebene verhandeln.. wenn gleichgroße partner gemeinsakeiten schaffen wollen.

  7. Hallo Herr Herack,
    falls Sie mögen, können Sie mir folgendes beantworten.
    Wieviel Tages-Monats-Jahres-Lebensenergie-Zeit, vor allem geistige, verwenden
    Sie für „Gesellschaft-Leben“-Auseinandersetzung und wieviel Energie,
    vor allem geistige, nur für sich persönlich, persönliches Lebensglück?
    Wie stark ist Ihr persönliches Lebensglück von dem „Außerpersönlichen“,
    damit meine ich Gesellschaft, abhängig?…außer der „Gesellschaftskatastrophenangst“.
    Was ist überhaupt Ihre „Öffentlichkeitsmotivation“?…vor allem, wenn Sie ohne
    engen Gesellschaftskontakt glücklich leben können; denn dann stellt sich die Frage,
    warum machen Sie sich mittels engem Gesellschaftskontakt unglücklich oder
    weniger glücklich.

    Diesen „Fragenkatalog“ könnte ich jedem stellen und das Ergebnis wäre noch
    interressanter, aber ich frage jetzt Sie.

    Mit freundlichem Gruß,
    Wolfgang Hennig

    • Titel eingeben
      wie soll man diese fragen denn seriös beantworten?

      viel von dem, das ich als persönliches glück bezeichnen würde, steht in unmittelbarer abhängigkeit von der rahmengebenden gesellschaft. es ist oftmals nicht zu trennen unf zwar spätestens dann, wenn des darum geht den ggf. positiven rahmen zu erhalten.

      ich sehe ein trennung daher nur in sehr wenigen fällen als sinnvoll an. die dann zu quantifizieren… es würde mir schwer fallen.

    • Viele Dank für Ihre Antwort...
      ich habe sie so ähnlich erwartet. Ich frage mich, warum fällt es den
      Menschen so schwer, bewußt, mit so wenig Gesellschaftskontakt wie möglich,
      glücklich zu werden. Denn Kontakt bedeutet ja auch Einflußnahme auf andere.
      Die Gefahr andere „negativ“ zu beeinflussen, unglücklich zu machen ist
      sehr groß, wenn man nicht in der Lage ist allein Glück zu finden, Herzfrieden.
      In der Gesellschaft gehen also Millionen Menschen aufeinander los, machen
      sich gegenseitig unglücklich, weil sie vermeintlich nicht allein genügend
      Herzfrieden finden können, oder Ihre Antwort haben, Klarheitsmangel.
      Ist das klug oder weniger klug?…entscheiden Sie für sich.
      Gesellschaftsglück ist die Summe aller „Einzelglücke“, so einfach ist das.
      Der „Status Quo“ einer Gesellschaft spiegelt genau das.
      Geistreife, Vernunft, als Ergebnis von Selbsterkenntnis und Einsicht bieten
      genau die Klarheit, die Ihnen und allen anderen fehlt.
      In Griechenland steht der Satz, Erkenne Dich… schon lange.
      Aber es macht keiner. Alle denken, ich verändere jetzt, im Rahmen meiner Möglichkeiten,
      die Gesellschaft und das Glück kommt. Welche Fehldiagnose.
      Die Reifedifferenz auf Grund mangelnder Selbsterkenntnis und Einsicht
      ist dann die Gesellschaftsrealität. Und hier machen wir immer weiter und weiter
      und das auch noch Generationenübergreifend und Generationenparallel.
      das ist keine Wertung für Sie persönlich, vielleicht ein bischen „Augenöffnen?“.
      Ich würde mich freuen. Eigentlich könnte ich zu jedem Beitrag, in jedem Forum,
      schreiben, Reifemangel auf Grund mangelnder Selbsterkenntnis und Einsicht,
      unabhängig vom Beitragsthema, denn es ist immer stimmig.

      Mit freundlichem Gruß
      Wolfgang hennig

    • Titel eingeben
      aber wenn jeder nur für sich glücklich ist, braucht es das konzept gesellschaft nicht. wir sind ja für uns selbst auch nicht glücklich, sondern wollen im austausch mit anderen stehen, auch sie.. wie sie hier ja beweisen. trotz aller gefahren, mir weh zu tun.

      es geht um alte die frage nach der gerechtigkeit, die momentan neu gestellt wird. die nsa ist da nur ein teil.. die verteilung des einkommens ein anderer. runtergebrochen geht es immer um macht und di fabio hat das zwar alles gesagt, aber zu wenig klar formuliert. ebenso wenig wie ich immer sehr unklar formuliere, dass es darum gehen muss die alten ressentiments fallen zu lassen.

    • nicht "nur für sich" glücklich...
      sondern „erst wenn“ jeder für sich glücklich sein kann, dann ist eine Gesellschaft
      mit all ihren jetztigen Problemen gar nicht mehr existent.
      Vorraussetzung für die Gesellschaft die Sie und viele wollen.
      Sie wollen mittels Gesellschaftsproblemlösung, ihrer Wunschgesellschaft näher
      kommen. Das geht nicht. Allein schon wegen der „Menschenalternierung“…
      auch Tod, Geburt.
      Andersherum, Einzelglück ist eliminiertes „Unglück“. Gesellschaft, bestehend aus
      „Einzelglücken“ ist eine „Unglückeliminierte“ Gesellschaft.
      Allein zum Glück finden, allein glücklich leben können, heißt doch nicht,
      keine Gesellschaft haben. Es wird genau die Gesellschaft sein, die alle anstreben.
      Weniger eng, mehr Freiheit, weniger beeinflußbar, kein unglücklich gemacht werden,
      reifer Geist, Vernunftbasierende Gesellschaft. Sie wird ruhiger sein, aber das
      bedeutet doch Gesellschaftsfrieden, Tempo raus, Krach raus, …
      eine „Herzfrieden-Gesellschaft“ idealisiert formuliert, aber zielgerichteter Gang.
      Gesellschaft heute ist nicht Herzfrieden zielgerichtet. Sehen Sie die Gegenwart?
      Wahrnehmung…die Wahrheit sehen, hören,…fühlen…geistig erkennen, erleben.
      Wahrheit ist erleben….zufrieden mit allem?…wohl eher nicht.
      Nicht der Gesellschaftswunsch ist falsch oder schlecht, der Lösungsweg ist es..:-)

    • Titel eingeben
      achje…. diese schreckliche gesellschaft die sie da beschreiben existiert doch bereits. facebook wie auch twitter basieren bspw. auf genau diesem glauben. nur nichts schlechtes, immer viel lob und zuspruch verbreiten. da kann dann jeder einsam und kaputt vor sich hin darben und verzweifelt vollkommen daran, wenn dann doch mal ein kritiker dahertrabt.

      man muss auch dinge aushalten können. ebenso wie man politischen streit nicht persönlich nehmen darf.

    • Vielen Dank...
      für Ihr „schiefes Interpretationsurteil“ meines, wohl vollkommen unverstandenen,
      Kommentars, schade.

      Gedanken sind zollfrei, aber man hat doch Scherereien.
      Karl Kraus

      Mit freundlichem Gruß
      Wolfgang Hennig

    • Titel eingeben
      wenn sie sich damit beschäftigen, was die ideologische grundlage dieses von mir benannten „positivismus“ ist, werden sie auf sehr ähnliche grundgedanken wie die ihren stoßen.. und können dann die umsetzung in der heutigen realität betrachten.

      und das ist ja auch irgendwie das problem. so schön man es sich auch denkt, es endet doch immer anders. deswegen will ich auch ein stetes aushandeln, ein wiederkehrender faktor der schmerz durchaus beinhaltet. eine gesellschaft darf sich nicht in ruhe lassen. auch wenn es entspannter klingt.

    • Ich spreche von reifende(r)m "Vernunft-imismus":-)
      meine Erkenntnis war noch nie Gesellschaftsidee und ist auch nicht vergleichbar…
      mit was auch immer. Außerdem denke ich lieber selbst, bevor ich mich auf anderes
      gelesenes oder gehörtes, gewesenes,
      umgesetztes irgendwann von irgendwem berufe, oder vergleiche.
      Dann herrscht Klarheit…zumindest für mich und mein Glück.
      Souveränität, ganz ohne Einfluß, nur der eigene reife Geist, das reicht mir.

      Der Evolutionsgeist wird der Gesellschaft helfen, er führt zur Transparenz, Klarheit…
      das ist was die Menschen brauchen…aber Therapie-Erfahrung
      ist schmerzhafter als nachdenken :-)

      Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: durch Nachdenken ist der edelste, durch Nachahmen der einfachste, durch Erfahrung der bitterste.
      Konfuzius

      Vielen Dank für den friedlichen Dialog

  8. Sie haben neben Dosen hoffentlich auch ein MG und Handgranaten, genügend Munition und einen
    Bunker zur Hand? In dem Scenario, in dem Sie auf die Dosen angewiesen sein werden, brauchen Sie nämlich auch die Waffen samt des Wissens und der Bereitschaft, diese anzuwenden.

    Und für den Schluss von „Die Deutschen werden auch gegen ihren Willen von den USA überwacht“ zu „Die Deutschen werden auch gegen ihren Willen regiert“, den Sie vor dem fettgedruckten Teil ziehen, fehlen leider alle Elemente eines gültigen Schlusses – Prämisse, Mittelsatz und Conclusio. Mir wäre bisher neu, dass sich die Deutschen etwa NICHT freiwillig für facebook Nacktheit oder amazon Bequemlichkeit entschieden hätten. Oder dass eine Bundesregierung NICHT US-Kasernen einfach schliessen bzw. die ihnen zugrundeliegenden Abkommen kündigen könnte.

    Nur hätte das halt einen Preis. Und es ist Sache der deutschen Regierung und des deutschen Parlamentes, diesen Preis für zahlungswürdig zu halten.

    Ich habe prinzipiell überhaupt nichts dagegen, ohne Hegemon zu leben. In dem genauen Wissen, dass man das erträgliche weil wenig sichtbare Unterordnen, durch öffentliche Buckeln und Krazzfüsseln bei weit unangenehmeren Staaten ablösen müsste. Der einsam und selbstgenügsam lebende Eremit ist für funktionierende Staaten leider, leider kein Rollenvorbild.

    Insgesamt lässt mich der Beitrag seltsam ratlos zurück. Und mit dem Verdacht, der Autor verwechsle seine ganz persönlichen Irritationen zu Wendezeiten mit einer politischen Position.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

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