Wostkinder

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Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen Ost und West.

„Ich bin mit dem Leben in der DDR überhaupt nicht zurechtgekommen“

Wie lebte es sich als Diplomat und Mitarbeiter des Außengeheimdienstes in der DDR? Und wie lebt es sich heute mit dieser Vergangenheit? Ein Gespräch.

Wer sich heute mit der DDR beschäftigt, wird vor allem mit den Worten „Diktatur“ und „Unrechtsstaat“ konfrontiert. Wer einst in der DDR lebte, mag diese Bezeichnungen nicht ganz einsehen. Und so ziehen die einen aus Trotz ihre alten FDJ-Uniformen wieder an während die anderen genau das verbieten wollen. Mit diesem Blog, das mehr ein Projekt ist, versuchen wir immer wieder den Blick zwischen diese beiden Fronten zu werfen und die Paralleln zwischen dem Heute und dem Damals zu finden. Eine Zustandsbeschreibung unter Einbindung der Vergangenheit zu erschaffen.

Dabei stoßen wir oftmals an die Grenzen unserer eigenen Erfahrungswelt. So auch beim Thema DDR-Diplomatie- und Außengeheimdienst. Wir sind entsprechend froh, bei unseren Recherchen und Gesprächen Herrn Andreas kennengelernt zu haben. Er war Diplomat in der DDR (Naher Osten), arbeitete für den Außengeheimdienst (HVA) und war Gewerkschafter.

Und Heute? Heute lebt Herr Andreas im östlichen Westen und kämpft mit genau den Problemen, mit denen viele Menschen dieser DDR-Berufsgruppe(n) zu kämpfen haben. Er findet nur schwer eine Anstellung und wenn, dann nie für lange. Ihm wird vermittelt, nicht gebraucht zu werden. Viele würden Herrn Andreas wohl unter der Gruppe „Verlierer der Einheit“ subsumieren. Doch dieses Bild ist zu eindimensional. Sicher, Geld hat ihm die Einheit nicht gebracht. Sie hat ihn aber von der DDR erlöst, deren Realität er erst spät kennenlernte.

In unserem Podcast mit Herrn Andreas sprechen wir über all diese Dinge und ein paar mehr. Nachstehend finden Sie den Podcast begleitende Links und Verweise sowie die Verlinkung zu den „Feeds für ihren Podcatcher“ und iTunes.[1]

Hören Sie sich die aktuelle Folge des Wostkinder Podcasts hier an:

Für mobile Hörer und Podcatcher/Podcast Clients stellen wir folgende Feeds zur Verfügung:

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Hintergründe und Links

  • Horizont – Sozialistische Wochenzeitung für internationale Politik und Wirtschaft
  • Grenztruppen der DDR
  • Schießbefehl während der Weltfestspiele 1973: Die offizielle Sprachregelung des MFS steht im Widerspruch zum Augenzeugenbericht. Doch auch bei anderen Quellen finden sich Hinweise zum ausdrücklichen Aussetzen des Schießbefehls. Da wir unseren Gesprächspartner für integer halten, gilt diese Feststellung als Hinweis zur Ausdifferenzierung. Es wäre nicht verwunderlich, wenn das Zeigen von Stärke nach innen mit einem gegenteiligen Handeln nach außen kombiniert worden wäre. Diese Annahme wird gestützt durch den Hinweis seitens des MFS, dass die Entscheidungen vor Ort politisch gefällt werden sollten. Zu beachten wäre auch, dass die Verhaltensweisen zwischen den Grenzorten (Berlin, grüne Grenze) ebenfalls differieren konnten.
  • Heiner Müller (zum Leben: Wikipedia)
  • Bettina Wegner: „Mein Grunderlebnis war, mit 20 Jahren ins Gefängnis zu kommen und ein fünf Monate altes Kind zu haben, das ich noch gestillt habe und dann nicht mehr stillen konnte.“ (Quelle)
  • André Brie: Wikipedia-Link mit Verweisen zur angesprochenen Tätigkeit als „Inoffizieller Mitarbeiter der Staatssicherheit“. Ein Erklärungsversuch seinerseits findet sich im Buch „Die hauptamtlichen Mitarbeiter der Staatssicherheit“ von Jens Gieseke.
  • HVA – Hauptverwaltung Aufklärung
  • Markus Wolf: Der Lebensweg des Geheimdienstlers (Video, potenziell Propaganda)
  • Sturm auf die Stasi: Teil 1, 2, 3, 4 und 5 (Video)
  • working poor (Erwerbsarmut)

 

Liebe Leserinnen,
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[1] Dieser Podcast ist zudem unsere erste Außenaufnahme. Verschiedene Verbesserungsmöglichkeiten sind uns gewahr geworden.

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