Wostkinder

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Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen Ost und West.

Über die Freude am Menschsein

| 6 Lesermeinungen

Ein Gespräch mit Lena Gorelik über die Einreise nach und das Einfinden in Deutschland. Wie ist es, wenn die Gesellschaft plötzlich zwischen guten und schlechten Menschen unterscheidet?

Heute ist wieder einmal alles anders. Es gibt einen Podcast zu hören. Das Gespräch dauert rund 54 Minuten.

Ich muss gestehen, dass ich anfänglich etwas skeptisch war, als Katrin Rönicke mir begeistert vorschlug einen Podcast mit Lena Gorelik aufzunehmen. „Wer ist denn das? Was soll das denn?“, dachte ich bei mir und tat dann, was ich in diesen Fällen immer tue. Ich habe mich durch ihr gesamtes Werk gelesen. Es hat mich, kurzum, überzeugt.

Lena Gorelik geht es[1] um die großen Themen wie die Einwanderung nach Deutschland, das nicht immer leichte aber oftmals schöne Familienleben und das Mensch sein als solches. Sie will niemanden bekehren, ist nicht dogmatisch und vielleicht wirkt ihre große Forderung gerade deshalb so ungewohnt klein in den Debatten dieser Art: „Lasst die Dinge doch einfach mal so stehen.“ (frei zitiert)

Lasst den Menschen ihr Menschsein und drückt ihnen nicht eure Lebensweise auf. Es klingt sehr banal, scheint aber die größte aller Schwierigkeiten zu sein, etwas, das einem Fremd ist, nicht gleich als Zeichen der Überfremdung unserer Gesellschaft, sondern als andere Lebensart anzusehen, die einfach ist. Die sein kann und nicht ausgetrieben werden muss.

Am Beispiel der persönlichen Geschichte und Erfahrungen von Lena Gorelik besprechen wir all diese Themen und machen auch vor Russland nicht halt. Doch hierzu gibt es nichts zu verraten, das muss man gehört haben:

Für mobile Hörer und Podcatcher/Podcast Clients stellen wir folgende Feeds zur Verfügung:

mp3

mp4

iTunes

Youtube

Hintergründe und Links

Kontingentflüchtlinge

„§ 23 AufenthG eröffnet den obersten Landesbehörden bzw. dem Bundesministerium des Innern die Möglichkeit anzuordnen, dass für bestimmte Ausländergruppen aus völkerrechtlichen oder humanitären Gründen oder zur Wahrung politischer Interessen der Bundesrepublik Deutschland eine Aufenthaltserlaubnis erteilt wird.“

Antisemitismus in Sowjetrußland

Ein Text aus der Zeit des Jahres 1958: „Am augenfälligsten aber tritt die gewandelte Haltung der Sowjetunion gegenüber den Juden in der „Großen Sowjet-Enzyklopädie“ zutage. In der Ausgabe von 1932 werden den Juden noch 160 Spalten gewidmet; 1952 ist die Rubrik auf vier Spalten zusammengeschrumpft. Unter den gestrichenen Passagen findet sich auch der Hinweis auf die jüdische Abstammung jenes Mannes, dem die Sowjetunion ihr Dogma verdankt: Karl Marx.“

Frank Schirrmacher im Gespräch mit Thilo Sarrazin

Frank Schirrmacher: „Ich glaube, Sie haben sich an diesem Punkt verrannt. Und mich beunruhigt, ob das, bei einem demokratischen Staatsdiener, wie Sie es ein Leben lang waren, nicht ein Symptom ist für die tatsächliche oder gefühlte Unlösbarkeit der Probleme.“

Thilo Sarrazin und die ökonomische Annexion der DDR

Alles arbeitet währenddessen auf die kommende Währungsunion hin: Sarrazin fasst diese Phase später für sich selbst zusammen: „Ich war kein Getriebener, ich war Treibender. Und zwar deshalb, weil ich mit dem mir angeborenen Maß an Zynismus und Kälte plus Sachverstand plus intensiver Sachbeschäftigung ganz klar und ohne Wunschdenken gesagt habe, wie es weitergehen würde.“

 

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[1] Zum Ende des Podcasts gibt es hierzu eine Enthüllung ganz spannender Natur!




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6 Lesermeinungen

  1. ...
    Ungewöhnlicher Text. „Die Freude am Menschsein.“ Und: „Liebe zur Welt und zur Viefalt“, die durch Freude am Menschsein möglich sei.
    Anfangs wollte ich widersprechen und schreiben, das ist mir zu einfach gedacht. Die Botschaft gefällt mir jedoch zu gut und ich habe nichts Gegenteiliges gefunden.

  2. Über die Freude am Menschsein
    Hallo Frau Rönicke und Herr Herack,
    ist der Titel ironisch oder ernst? Ich frage, weil ich „Freude am Mensch sein“, entweder
    verpaßt oder gar nicht hören konnte, weil es sie nicht gibt, in dem Gespräch.

    Wenn Sie „kongruent“ als deckungsgleiche Aufgabe des Lebens, der Evolution zulassen
    und die unumgänglichen kommunikativen „Dreieckverhältnisse“ als Migrationsweg des Individuum
    Menschperson in Menschgesellschaft(en), dann war, ist mein Leben kongruent mit dem von
    Frau Gorelik.

    Bleibt noch die Frage nach dem Ziel. Der Weg ist das Ziel, aber mit welchem möglichen Inhalt?
    Ich habe für mich erkannt „Seelenfrieden“, „Geistreife“. Das bedeutet auch gesunde Psyche.
    Auf diesem persönlichen Weg, der persönlich und auch gesellschaftsbestimmt, eine reifende
    Integration per Synthese von Intelligenz und Emotion bedeutet, das „Not-wendende“
    Gleichgewicht zu erlangen und zu behalten, in Form von Gesundheit,
    „Geist-Psyche-Seelen-Achsen-Frieden“, „Freude am Menschsein“.
    Dies alles habe ich auch bei Frau Gorelik „gehört“, mehr unbewußt als bewußt,
    aber das ist nur meine persönliche Wahrnehmung.
    So „kongruent“ die Aufgabe auch ist, so einzigartig ist jeder persönliche „Reifeweg“ in seiner
    „Aufgabenbeschaffung“, „Aufgabenbeschaffenheit“, um der Evolutionsaufgabe
    „Frieden trotz Vielfalt“ gerecht zu werden.
    Anspruchsvolle Evolutionsaufgabe und Menschaufgabe zugleich. Mit
    seinen persönlichen „Begabungen“, möglichst „geistreifend“ und „seelenlastfrei“(freudig) durch’s
    Leben gehen, mit dem Evolutionszielweg, „Menschen-friedlich-freundlich-sein“.

    MfG,
    W.H.

    P.S. …Integration von Intelligenz und Emotion = Vernunft?!:=)

    • ja doch
      .. der titel ist sehr ernst gemeint. er egibt sich aus der liebe zu den menschen, die das werk von lena gorelik durchzieht. man könnte vielleicht auch sagen „trotzdem durchzieht“. ich bin der festen überzeugung, dass diese schlussendliche liebe zur welt und vielfalt nur eine durch eine freude am menschsein möglich ist.

      mfg
      mh

    • Aha, danke...
      mein „Werkdefizit“:=)

    • aber
      das ist doch auch im podcast selbst zu finden. da haben sie den lehrer, gleich zu beginn, der dem kind eine welt eröffnet und allein durch menschsein getrieben ist. und auch das „einfach mal so stehen lassen“ ist ein sehr starker hinweis. ich habe in den einleitenden worten versucht diesen einwand bereits vorweg zu nehmen. gleichwohl ist mir klar, da vielleicht zu viel gewollt, also das bild zu groß gesehen zu haben.

      ich hadere, aber ich sehe und bitte um nachsicht.

      mfg
      mh

    • kein Problem...
      es liegt nicht bei Ihnen, es besteht für Sie kein Grund mich um Nachsicht zu bitten:=),
      aber danke, daß Sie es trotzdem tun.
      In meinem weiteren Text habe ich die „Freude am Menschein“ von Frau Gorelik
      ja auch bestätigt, im Rahmen meiner persönlichen Wahrnehmung.
      Meine Eingangsfrage ist zu hart formuliert. Stören Sie sich bitte nicht weiter daran.
      Ihr Beitrag, das Thema und das Gespräch, hat mir sehr wertvolle Gedanken und Erinnerungen
      beschert. Danke dafür.

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