Home
Wostkinder

Wostkinder

Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen Ost und West.

Dann schossen sie das Passagierflugzeug ab

| 18 Lesermeinungen

Wenn Wostkinder Bergferien machen, gibt es viele Reize zu verarbeiten: Die Grenze zwischen Tirol und Südtirol, der eigene Dünkel gegen den Kitsch und einen Austausch über russische Verhältnisse.

Heuer bin ich auf einer Grenze gewandert. Als Grenzgängerin auf einer Grenze, an der sich früher bekriegt wurde und heute weisen nur noch ein paar weiße Steine und verblichene Schilder auf eine Trennung von Nationen hin, man kann aber ohne Probleme zwischen ihnen hin und her hüpfen. Dieses witzige kleine Spiel, in dem sich zwei Menschen, die nur einen Meter voneinander weg stehen, zuwinken und rufen „Grüße nach Italien!“ und „Grüße zurück, nach Österreich!“ – ein schönes Gefühl.

Unsere Bergführerin aber findet es nur so halb lustig, wie wir da hopsen und von „Italien“ sprechen. Wir sollen doch bitte „Südtirol“ sagen, denn bis heute gibt es Leute, die mögen Italien nicht. Sie finden es nicht ok, dass Italien sich Südtirol einfach einverleibt hat.

Es ist immer wieder die gleiche Geschichte: Ein kleiner Teil eines Landes oder eine kleine Insel, wird von verschiedenen Seiten als Eigentum angesehen – als zukünftiges, oder vergangenes, das es zurück zu holen, zu retten gilt. Da ist es dann historisch gesehen auch irrelevant, zumindest gefühlt, dass beide Tirols nun zu Europa gehören und Schengen die Grenzen geöffnet hat. Theoretisch gibt es Frieden. Praktisch ist hier eine Region, die weder zum einen Land, Österreich, noch zum anderen, Italien, zu passen scheint. Gefangen zwischen Welten, Nationen, Kulturen – eigensinnig und schwierig – ein bisschen, wie wir, die wir aus der DDR übrig geblieben sind. Manche verhaften mehr in der Vergangenheit, andere blicken in die Zukunft, machen das eigene Fortkommen zur Maxime und lächeln über die altbackene Trennerei in verschiedene Nationen. Es stimmt schon: Da gibt es noch welche, die sehen im Vordergrund die Nation und orientieren sich vor allem daran; andere sehen, dass es keine echte Grenze gibt und man überall mit dem gleichen Geld bezahlen kann, dass der Austausch selbstverständlich geworden ist, nur Sprachbarrieren manchmal behindern.

Der fehlende „Bergsinn“ mancher DDR-Bürger

Es hat lange gedauert, bis die Liebe zu den Bergen in diesem Wostkind geweckt wurde. Das hängt auch mit einem gewissen Dünkel zusammen: Alpenverein klang für mich immer irgendwie nach Spießbürgertum, komische Heimatliebe, suspekte Kultur. Alpenveilchen und Edelweiß standen symbolisch für Dinge, die alte Leute lieben. Rundherum eben alles andere als cool. Typische Vorurteile von jemanden, der etwas schlicht nicht kannte.

Als ich klein war, da gab es für uns nicht die Option, in den Alpen Urlaub zu machen. Denn die Grenzen waren zu, wir waren in einem Land eingepfercht, das uns nicht in den Westen ließ. Bergurlaub war für DDR höchstens in der Hohen Tatra möglich, oder im Thüringer Wald.

So kam es, dass ich sehr lange nichts von den Bergen im südlichen Deutschland, Österreich und Italien wusste – nicht sehr viel zumindest. Meine Großtante und mein Großonkel väterlicherseits waren hingegen häufig in den Bergen wandern. Sie lebten in Travemünde, an der Ostsee und sie liebten diese Berge und erzählten oft von ihren Urlauben dort. Allerdings ist das mit den Bergen so eine Sache: Wenn man nur von ihnen erzählt bekommt und Fotos sieht, wird der Zauber den sie ausstrahlen eher selten mittransportiert. Im Gegenteil: Wenn man als Verwandte zu stundenlangen Dia-Abenden genötigt wird, inklusive Filmmaterial, bei dem mehrere Minuten lang auf einen seltenen blauen Enzian draufgehalten wurde – nun, dann kann man auch schnell eine genervte Abneigungshaltung zu den unbekannten Riesen entwickeln. Denn nur sehr wenigen erzählbegabten Geschichtenkünstlern gelingt es, einen Teil des Zaubers mitzugeben. So kam es, dass mir sehr lange das fehlte, was ich heute als „Bergsinn“ bezeichnen würde.

Im Alter von 17 Jahren bin ich dann einmal in den Genuss gekommen und ausgerechnet mit einem Wostkind zum ersten Mal in den Alpen gewesen. M. war meine Jugendliebe und mit elf Jahren mit seiner Mutter und seinem Bruder aus Magdeburg in das Taubertal gekommen. Hinter ihm lag eine sehr traurige Geschichte und wie ich war er irgendwie nicht so richtig heimisch geworden. Unsere Beziehung habe ich als sehr intensive Zeit in Erinnerung, im Nachhinein das Beste, was mir passieren konnte.

Seine Mutter schleppte uns in die Nähe von Garmisch und wir hatten uns nicht viel dabei gedacht, als wir zugesagt hatten, mitzukommen. Als DDR-Entkömmlinge fehlte uns jegliche Erfahrung mit den Bergen, hatten wir keinen „Bergsinn“. Wir ahnten nicht, was auf uns zukam. Wir hatten keinen Respekt, keine Liebe dafür.

Zunächst war auch alles prima: Wir hatten es schön, wir machten es uns schön und wir wanderten einfach drauf los: ich in zerrissenen Jeans, ohne Kopfbedeckung, mit Skater-Sportschuhen deren Profil ich heute, auf einem Berg sitzend, auslachen würde. Aber so war das damals, mir war nicht im Entferntesten bewusst, dass ich gerade irgendetwas falsch machte. Vermutlich dachte ich sogar, die ich ja nun schon seit 1989 im Taubertal und damit in einer bergigen Region lebte, so etwas Unsinniges wie „Berge sind Berge – ob nun ein bisschen höher oder niedriger, was macht das schon?“ und hielt mich gar für erfahren. Jugendlicher Narzissmus kennt ja bekanntlich keine Grenzen.

In meinem Photo-Album gibt es ein Bild, das mich mit ausgestreckten Armen auf einem Gipfel liegend zeigt. „Das muss Freiheit sein“, dachte ich schon manchmal, wenn ich wieder einmal durch die alten Tage und Erinnerungen blätterte. So ist das mit den Erinnerungen: Wenn es ein Foto gibt, ist die Wahrscheinlichkeit, es als einen der schönsten Momente im Leben einzuordnen, grösser – „ Pics or it didn’t happen“.

Der fehlende Bergsinn rächte sich: Die ganze Sache endete mit einem Hubschrauber-Einsatz wegen verstauchtem Knöchel. Es passierte ganz oben auf dem Ifen. Es war schon nach 16 Uhr, eher so fünf oder halb sechs, wir waren spät dran, weil wir Ausschlafen für ungemein wichtig hielten und Frühaufsteher für spießig. Da knickte ich in meinen Skater-Schuhen um, als ich einen kleinen Stein wegkicken wollte. Zuerst lachten wir noch, bis wir merkten, dass ich vor Schmerzen gar nicht mehr laufen konnte. M. lief los, den Berg runter ins Dorf, um Hilfe zu holen. Oben blieb allein ich zurück. Es ist gruselig auf einem Berg, ganz allein, wenn es langsam dunkler wird und Nebel um einen herum aufzieht, der einem die Sicht nimmt. Das laute Propellern des Hubschraubers war Musik in meinen Ohren. Bloß runter da.

Seitdem habe ich wenigstens Respekt vor diesen Riesen, die sich hier in Tirol aus dem Boden stampfen, aber der Dünkel war viele Jahre renitent. Die hiesigen Bergführer und Jugendleiter kennen ihn gut, er ist typisch für Teenager. Er ist sicher nicht angeboren, sondern eine Frage der eigenen Entwicklung. Kinder lieben die Berge schnell und von Herzen. Eine andere Form von Zufriedenheit tritt hier zutage, sie öffnen sich und typisch städtische Prägungen und Werte verlieren eine kurze Zeit ihre Wirkmächtigkeit. Das Smartphone bleibt aus, man lässt sich auf andere Menschen schneller ein – Effekte, die auch bei den großen Kindern greifen. Teenager sind hier währenddessen selten, sie verachten das Wandern oft. Eine Jugendfreizeit des Alpenvereins ist zeitgleich im Hause und alle betonen, dass diese jungen Leute die absolute Ausnahme seien. Ausnahmen in – wie ich bei genauerem Hinsehen erkenne – Skaterschuhen und flachen Sneakers. Wanderschuhe wie an den Füßen der Kinder sind eine Seltenheit.

Exklusivinformationen über Pelewin

S. aus Russland ist ebenfalls eine Ausnahme, angereist mit Frau und Kind, alle drei sprechen bestens deutsch, denn S. hat in Deutschland studiert und seine Frau dabei kennengelernt. Von S. erfahre ich, dass es Victor Pelewin in Russland noch gut geht. Bei all den Hiobsbotschaften aus Russland, die von Zensur sprechen und all den dortigen neuen Gesetzen, die eine regressive Kontrolle der Öffentlichkeit bezwecken, hatte ich mir Sorgen gemacht, und die Gelegenheit genutzt, einen zu löchern, der es wissen konnte. Die Auskunft war beruhigend: Pelewin habe sich auf einem Plakat gefunden, erzählt S., das radikale Nationalisten an einigen Standorten in Moskau aufgehängt hätten, das vor 40 Staatsfeinden gewarnt habe. Aber die Plakate hätten nicht lange gehangen. Pelewin schreibe und sei wohl auf. S. selbst war auch schon auf mehreren Protesten gewesen und dafür nicht gleich ins Gefängnis gekommen. S. sieht Putins Politik kritisch, bangt deswegen aber nicht gleich um seinen Job. Man mochte eigentlich beruhigt sein, an eine friedliche Zukunft glauben, an ein Miteinander in Respekt. Dann schossen sie das Passagierflugzeug über der Ukraine ab und plötzlich war es auch auf dem Berg sehr schwer, über russische Politik zu sprechen.

So eine Nachricht bricht die stärkste und massivste Ruhe – auch ganz oben, auf dem Berg. Sie macht ratlos. In welch eine Lage werden Leute wie S. durch einen Präsidenten gebracht, der nicht bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und aufzuhören, mit dem Feuer zu spielen?

0

18 Lesermeinungen

  1. Warum nicht mal Kaukasus?
    Ich war viele Male im aserbaidschanischen Teil des Kaukasus unterwegs. Und nach Bestechung mit einer Stange Zigaretten durften wir auch mal die Grenze nach Russland überschreiten. Wir fühlten uns wie tschetschenische Terroristen. Ziegen schlachten, белое мясо, Xinaliq, riesige Platanen und Eichen, Gələrsən-Görərsən qalası, etc. Wie langweilig sind doch im Vergleich dazu die Alpen. Warum gehen Sie nicht mal in diese Region. Ist das, was der realexistierende Sozialismus dort hinterlassen hat, für Wostkinder zu abschreckend?

    • Danke für den Tipp.
      Für mich klingt es spannend und eine Reise wert. Wie ich ohnehin starken Drang habe, Osteuropa, Kaukasus und das Baltikum – und natürlich Russland kennen zu lernen. Allerdings so manches Ziel ohne Kinder – das in Tirol waren Familienbergferien.

    • Mit Kindern
      Wir waren mehrmals mit unseren Kindern im Kaukasus, damals 2 bis 8 Jahre alt. Und später in Usbekistan und Kirgistan. Und wenn es irgendwo Tiere gab, was meist der Fall war, gab es auch keine Langweile.

    • interessant

  2. Und Wanderungen zum Gipfel - das konnte früher mit der Zeit auch schon einmal
    häufiger oder seltener das – eher beschwerliche – Verlassen der eigenen vier Wände und der – eigentlich kurze – Fußmarsch zur nächsten Straßenbahnhaltestelle sein.

    Zu einer Strassenbahnhaltestelle in Portugal zumindest. Um den mit Fernanda Pessoa den überaus weiten und wichtigen Weg vollkommen eben in Richtung der Vorstadt Benfica zurückzulegen – der Gipfel!

    „Und das Gefühl der Befreiung, das vom Reisen ausgeht? Das kann ich ebenso haben, wenn ich von Lissabon nach Benfica, in die Vorstadt fahre, und zwar sehr viel intensiver als einer, der von Lissabon nach China reist, denn ist die Befreiung nicht in mir, erlange ich sie nirgendwo.

    Hinter einem geschmackvollen Stoff erscheint ihm die zugehörige Textilfabrik samt den emsigen Näherinnen, dem Lohnbüro und den Hauptbüchern, in denen alle Geschäftsbewegungen verzeichnet sind. So gehe es ihm immer, klagt Bernardo Soares: Traum und Wachen flössen zu einer schwebenden Aufmerksamkeit zusammen, die alles aufnehme und Banales behandle wie ein Welträtsel. „So bin ich. Wenn ich denken will, sehe ich. Wenn ich in meine Seele hinabsteigen will, bleibe ich plötzlich an der Treppenspirale nach unten stehen und betrachte durch das Fenster des letzten Stockwerkes selbstvergessen die Sonne, die mit ihrem Abschiedsrot die weite Landschaft der Dächer tränkt. Denn wenn das Herz denken könnte, stünde es still.“

    „Inkonsequenz und Empfindsamkeit“ – mindestens zwei Maximalbausteine, unverzichtbare Ingredienzien jeder Perfektion. „Ich bin der“, so heißt es bei Pessoa, „der ich nicht zu sein vermochte.“

    http://www.lyrikwelt.de/rezensionen/dasbuchderunruhe-r.htm

    am rande also lediglich.

  3. Irgendwann, eines schoenen Tages
    werden alle Menschen Brueder.

    Armani-Jajenzuk tanzt dann beseelt mit betrunkenen Gorillas, Oleg Tjagnibok suhlt sich ausgiebig mit seinen Russensaeuen und Judenschweinen, Poroschenko macht auf Polka und Timoschenko tanzt den Putin-Tango in Stoeckelschuhen, waehrend sich weiter entfernt alle Journalisten Tontauben schiessen und das lustige Spiel „Den Vogel abschiessen“ nennen.

    Die Anstalt – ZDF, vom 11. März 2014….
    Zitat aus dieser Sendung: „Sie muessen den versteinerten Verhaeltnissen nur ihre eigene Melodie vorspielen, um sie zu tanzen zu bringen.“

  4. Was war denn das? Doch nicht etwa ein verstecktes oder offensichtliches "Bedeutungskonstrukt"?
    „Denn nur sehr wenigen erzählbegabten Geschichtenkünstlern gelingt es, einen Teil des Zaubers mitzugeben. So kam es, dass mir sehr lange das fehlte, was ich heute als „Bergsinn“ bezeichnen würde.“

    Einen gab es zumindest, erzählbegabt – und mit Bergsinn, so stehts geschrieben und wird es berichtet, es soll hier daher in der tat auch diesmal nicht verschwiegen sein. Und die Geschichte endete zufälligerweise auch damit, das von den international eigentlich Politikverantwortlichen mit dem Feuer gespielt und geschossen wurde. Und das Flugzeug war damals auch neu.

    Und war auch eine „Initiation“ damals, eine Ersttat und Horizonterweiterung, mit durchaus dauerhaften biographischen Folgen reflexiver Art wohl auch. Hochachtung vor dem Schriftstller, der, kaum Anfang 40, das alles schreiben konnte und auf sich vereinte, weil er es so wollte.

    „Es ist eine Schmalspurbahn, die man nach längerem Herumstehen in windiger und wenig reizvoller Gegend besteigt, und in dem Augenblick, wo die kleine, aber offenbar ungewöhnlich zugkräftige Maschine sich in Bewegung setzt, beginnt der eigentlich abenteuerliche Teil der Fahrt, ein jäher und zäher Aufstieg, der nicht enden zu wollen scheint. Denn Station Landquart liegt vergleichsweise noch in mäßiger Höhe; jetzt aber geht es auf wilder, drangvoller Felsenstraße allen Ernstes ins Hochgebirge.“

    Ja, so war das schon Anno 1907. Und zwar gar nicht überraschender Weise unter Benutzung der deutschen Sprache – genau, wie wir sie kennen – der Text wäre nicht zu bessern und eben vor allem auch heute noch top-aktuell, weil in top Qualität?

    In der DDR und überall unterwegs auch als Hörbuch schon mal erfolgreich.

  5. Grenz(en)-Erlebnis(se) ist meine "Leseart" Ihres Beitrages...oder einfach Grenzfälle.
    Persönlich erlebte Grenzfälle…sowohl Wegfallerlebnis von (Polit-System-)Gesellschaft-Strukturen,
    als auch Überschreitungserlebnisse von selbstgesetzten Dünkel-Grenzen und Grenzüberschreitung
    mit Todesfolge. Geographische, gesellschaftliche, geistige, humanitäre…“Grenz-Fälle“ als
    „Urlaub-Erlebnisse“. Von Befreiung über Gipfel-Freiheit zu Leben-(Freiheit-)Ende.
    Eine Palette von Menschen-und vom Selbst-gemachten Grenzen, Grenzüberschreitungen
    und ihre Folgen. Einem persönlichen Beteiligungserlebnis an all diesen „Grenzen“
    kann man kaum entkommen und muß dafür vielleicht sogar mit dem Leben
    bezahlen. Für eine geographische Grenzüberschreitung an der auch die humane
    Grenzüberschreitung stattfindet.
    „Grenzfälle“, philosophisch-real verknüpft betrachtet,
    sehr „Menschen-Geist-Reif-e/ung-Erkenntnis-Reich“.

    Vielleicht nicht von Ihnen gewollt, aber von mir „Zweck-entfremdet“ benutzt:=)
    Es dauert wohl noch, bis der Mensch sein Leben als „Urlaub ohne Grenzen“ und
    reinen „Gipfelerlebnissen“ lernen, verstehen, begreifen und leben kann.

    Gruß
    W.H.

  6. Südtirol
    In Südtirol gab es bis 1918 keine Italiener. Italien hat von Österreich nach dem ersten Weltkrieg Gebiete bekommen, die als Belohnung für den Kriegseintritt ausgelobt worden waren. Ein krasses Unrecht, das nie korrigiert wurde. Es gab keine Abstimmung, wie in Schleswig. Das wurde deshalb geteilt. Die Folgen der schwachsinnigen Regelungen nach dem ersten Weltkrieg plagen uns noch immer. Die Probleme im Nahen Osten sind auch eine direkte Folge. Zumindest in Europa könnte man endlich daran gehen, das zu ändern. Das Elsaß war übrigens auch fast rein deutschsprachig, es gab auch nie eine Abstimmung, nach 1945 wurde Deutsch einfach verboten. Es lebe die Deutsch-Französische Freundschaft.

  7. Haben Sie in der DDR möglicherweise auch (nicht) mitbekommen - Links sind ja hier verpönt,
    aber geben Sie bitte einfach mal „strait hormuz airplane shot down“ in das Textfeld einer Suchmaschine Ihrer Vertrauens ein…

    • Tatsächlich habe ich heute zum ersten Mal davon gelesen.
      Aber ich frage mich trotz einiger Parallelen, bzw. Ähnlichkeiten, was der Vergleich im aktuellen Fall nützt.
      Klar: die US of A haben viel Dreck am Stecken – sie sind keine Engel, werden so bald auch keine werden, denn man will weltweite Hegemonie und da stört korrektes Verhalten eben.
      Die Situation mit MH17 ist aber anders gelagert: keine staatliche Institution ist direkt verantwortlich – nur mittelbar.
      MfG

    • ...
      Sehr geehrte Frau Rönicke,
      sehen Sie, das passiert, wenn man sich unzureichend informiert und dann Dinge schreibt, die nur unzureichend belegt bzw. bewiesen sind. Haben Sie sich mal mit den Hintergründen des Zweiten Irakkriges vertraut gemacht? Mit den angeblichen Beweisen der USA für Weapons of mass destruction im Irak? Haben Sie sich mal belesen darüber, was der Zwischenfall von Tonking war? Haben Sie mal etwas darüber gehört, dass sich die USA für den Abschuss der iranischen Maschine entschuldigt haben?
      Und was die DDR-Vergangenheit angeht, so habe ich diese auch bis zur Wende erlebt. Was die Reiseziele angeht, so fehlen hier aber bspw. die Berge in Matra-Gebirge und die Karpaten. Aber das nur am Rande.

    • Guten Tag,

      Das eine Ereignis war 1988, als ich sechs Jahre alt war.

      Was den zweiten Irakkrieg (ich vermute, zu wissen, welchen Sie meinen, es gibt da ja verschiedene Zählungen) angeht und die weiteren Ereignisse, die Lüge mit den Massenvernichtungswaffen etc… bin ich bestens informiert.
      Vielleicht hätte ein Blick in die weiteren Artikel des Blogs zum Thema Ukraine und Russland geholfen, um einen Teil des Urteils und der Unterstellungen – besser informiert – zu lassen.

      MfG

    • ...
      Sehr geehrte Frau Rönicke,
      mag sein, dass ich etwas vorschnell war mit meinen Unterstellungen. Aber mich stört die Überschrift. Das klingt so nach bewiesen, eindeutig, verurteilend und keine Frage mehr offen lassend.
      Ist es denn bewiesen, dass „sie“, die Russen, die Maschine abgeschossen haben? Oder ist das nur eine Vermutung?
      In meinem Freundeskreis sind einige gebürtige Russen, oder hier auch Russlanddeutsche genannt. Mit denen zu reden, tut mir sehr gut, denn sie können mir die andere Seite der Medailie erzählen, erklären, anschaulich machen. Zu DDR-Zeiten gab es die „Aktuelle Kamera“ – verlogen bis sonstwo. Im „Westfernsehen“ gab es die „Tagesschau“, etwas weniger verlogen damals. Gegenüber heute ein Hort der Wahrheit. Aus diesen beiden Medien habe ich mir damals als DDR-Bürger meine Meinung gebildet und meine eigenen Rückschlüsse gezogen. Was heute in unseren Medien passiert, ist eine Kampagne gegen Russland ohne jedes Beispiel in den letzten 20 Jahren. Da wird auf allen Kanälen, bei jeder Gelegenheit gegen Russland gehetzt. Solche Artikel, wie der Ihre, setzten dann noch das i-Tüpfelchen auf in einer Reihe von Artikeln, Meinungen usw. Wo ist das objektive Blick auf die Hintergründe der heutigen Situation? Wo bleibt der Aufschrei unserer Medien über die Hintergründe der Majdan-Toten, der bei lebendigem Leibe verbrannten Menschen in Odessa? Wo wird über das Leid der Ulkrainer geschrieben, die jetzt in einem Bürgerkrieg sitzen, den sie a) nicht gewollt haben und b) der nicht der ihre ist? Darüber sollte man schreiben und dann findet man auch die Fakten dazu. Aber Aussagen, wie die Schlagzeile, sind eher kontraproduktiv. Meinen Sie nicht?

    • ich habe bewusst „sie“ geschrieben. nicht „die Russen“.
      und das am Ende: Ich denke schon, dass Putin jetzt sehr viel Verantwortung zu übernehmen hat – politische Verantwortung. Stellung beziehen muss, Dinge klar machen, Dinge beenden, über seinen Schatten springen gar. Es hängt jetzt viel an ihm – ich will schlichtweg keine Eskalation. Aber alles sieht danach aus – sah vor ein paar Tagen danach aus und der Westen scheint da fertige Urteile gefällt zu haben. Australien denkt sogar über Sühne-Aktionen nach, weil es die Sache als „Terrorangriff“ einstufen könnte.
      Nicht mehr, nicht weniger, wollte ich gesagt haben und auch möglichst wenig unterstellt oder geurteilt.
      ich hoffe, das konnte ich hiermit etwas verdeutlichen.
      MfG

    • Titel eingeben
      Ich möchte Sie gewiss nicht nerven! Das wird auch mein letzter Beitrag zu diesem Blog sein – versprochen. Aber wie genau stellen Sie sich das vor? Wie soll Putin Verantwortung übernehmen, wenn alles, was er sagt oder macht, sofort gegen ihn ausgelegt wird? Ich habe das Gefühl – und da teile ich Ihre Besorgnis – dass „man“ die Eskalation will. Mit man meine ich persönlich den „Westen“, allen voran die USA, die EU. Im Gegenzug staune ich über die Gelassenheit der Russen, die durch ständige Anfeindungen in eine Ecke gedrängt werden (sollen), aus der es kaum noch ein Entrinnen gibt. Oder?
      Denn klar ist auch eines für mich: Sollte es eskalieren, werden nicht die Kinder der verantwortlichen Politiker verheizt, sondern die kleinen Leute. Und für was?
      Wie gesagt, ich verabschiede mich mit diesen Zeilen…

    • ich verstehe Ihre Sorge gut.
      danke für Ihre Beiträge

Kommentare sind deaktiviert.