Wostkinder

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Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen Ost und West.

Quo vadis, Ukraine?

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Zum zweiten Mal trafen sich, organisiert durch das Korrespondenten-Netzwerk n-ost, Journalisten aus mehreren Ländern um die Lage in der Ukraine zu beleuchten und eigene Recherchen zu vertiefen.

Immer noch ist es fast unmöglich, die Krise in der Ukraine und die angespannte Situation zwischen Moskau und dem Westen zu verstehen. In Kiew trafen sich am vergangenen Wochenende Journalisten aus verschiedenen Ländern, um sich erneut auszutauschen. Um dem Verstehen noch ein bisschen näher zu kommen. Die Konferenz „Stereoscope Ukraine“ fand zum zweiten Mal statt. Ein erstes Treffen gab es Ende Juli in Schwanenwerder bei Berlin. Auf diesem Treffen wurden vor allem Fragen der Propaganda, der verantwortungsvollen Berichterstattung und der vielfältigen Probleme bei der Recherche debattiert (die Wostkinder berichteten).

stereoscope from ostpol on Vimeo.

Im Juli ging es noch sehr viel um Selbstkritik, Selbstreflexion und die Unterscheidbarkeit von Propaganda und Fakten.  Der Schwerpunkt dieser zweiten Konferenz, die das Korrespondenten-Netzwerk n-ost organisierte, lag auf Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnissen. Im Vordergrund standen Gespräche mit Politikwissenschaftlern, Historikern, Soziologen, Künstlern und Journalisten, die in die Politik gehen wollen und für das Parlament kandidieren. Auch wenn Vitali Klitschko sein Kommen kurzfristig absagte, versammelte sich in den Konferenzräumen des Hotel Rus in Kiew eine große Expertise: 38 Journalisten, die regelmäßig in der Region zur Berichterstattung unterwegs sind und einen großen Schatz an Erfahrungen und Erlebnissen miteinander teilen können. Dazu externe Gäste, die durch ihre Inputs verschiedene Einblicke in die Geschichte, die sozialen Umstände, die internationale Politik und mögliche Zukunftsszenarien gaben.

© Katrin RönickeIn diesem Domizil hielt Victor Janukowitsch in seiner Zeit als Präsident der Ukraine Partys und Banketts für Journalisten ab.

Die Konferenz war angetreten, wenigstens einen kleinen Teil der vielen offenen Fragen zur Lage in der Ukraine zu beantworten. Denn das ist der Job der Anwesenden: Licht in das Dunkel bringen, berichten, was passiert, dazu beitragen, dass die Menschen in der Ukraine, in Russland und in der Welt sich eine Meinung bilden können. Angesichts des Dickichts der unterschiedlichen Probleme, Konfliktherde und widersprüchlicher Informationen, eine sehr schwierige Aufgabe. Dusan Reljic, der Büroleiter des Brüsseler Büros der Stiftung Wissenschaft und Politik, hatte auf der Zusammenkunft im Juli betont, wie schwierig es in Kriegssituationen sei, Tatsachen in all dem Dickicht von politisch platzierten Berichten zu finden. Die Medien würden in Konflikten eine Fortführung des Krieges mit anderen Mitteln betreiben. Was tun? Hintergrundinformationen und Fakten-Futter können helfen, die noch anstehenden Investigativen Recherchen der Anwesenden zu beflügeln und zu untermauern.

Zuerst will die Frage “Wo stehen wir” beantwortet werden. Ein Podium mit dem politischen Analysten Dmitry Oreshkin aus Moskau, Balasz Jarabik vom Carnagie Endowment in Warschau und Iryna Solonenko von der Viadrina in Frankfurt (Oder) geht ihr auf den Grund. Hier wird klar, dass die Lage in der Ostukraine höchst komplex ist. Die hier Anwesenden sind zwar als Experten geladen, haben aber auch mehr offene Fragen als Antworten und können in Teilen nur vage Vermutungen äußern. Zumindest, was die Zukunft angeht. Fakt ist:  Mariupoldie Stadt in der Südostukraine, ist ein Beispiel von vielen. Zur Erinnerung: Am 18. März 2014 wurde der Stadtrat von mehreren Tausend Teilnehmern einer prorussischen Demonstration gestürmt, die ein Referendum erzwingen wollten, wie es auch auf der Krim stattgefunden hatte. Sie forderten außerdem politische Maßnahmen für mehr soziale und wirtschaftliche Stabilität in der Stadt. Heute ist die Stadt weitestgehend ohne Strom und teilweise ohne Wasser.* Iryna Solonenko denkt, das momentane Szenario für Ukraines Osten sei vermutlich, ein zweites Transnistrien zu werden, mit einem ständig schwelenden Konflikt.

© Katrin RönickeDer Ukrainische Außenminister Klimkin

Am nächsten Tag stellte sich der ukrainische Außenminister Pavlo Klimkin den Fragen der Journalisten. Im Vorfeld hatte es einige Unklarheit gegeben, ob es möglich wäre, eine offenere Runde “Off The Record” zu machen und erst danach autorisierte Gespräche zu führen. Aber in der momentanen Lage scheint so ein Verfahren unsinnig: Klimkin könne es sich kaum leisten, offen zu reden. Alles, was er sagt, wird offiziell. Lucian Kim, einer der Teilnehmer, wird darüber twittern: “Ukraines Außenminister Pavlo Klimkin hat einen schweren Job: ein leeres Glas als halbvoll erklären.” Und tatsächlich wirkt Klimkin selbst nicht so sicher, ob das, was er da erzählt, nun Realität ist, oder Wunschdenken: Die bevorstehenden Wahlen seien eine große Chance, sagt er. Wahlen seien dazu da, von den Leuten zu erfahren, was für Visionen sie für die Zukunft hätten und sollte nicht jeder Mensch eine Chance erhalten, über die Zukunft mit zu entscheiden? Wie Menschen sich eine Zukunft ausmalen, die in einer Stadt wie Mariupol leben und deren Alltag von Militär, Kampfgetöse, fehlendem Strom, fehlendem Wasser und einer brach liegenden Wirtschaft gekennzeichnet ist – das würde mich interessieren. Wenn um einen herum alles destabilisiert ist, nichts richtig funktioniert und die sozialen Beziehungen zerbrechen, weil ein Großteil der Bewohner die Stadt verlässt, was für eine Vision von der Zukunft hat man dann?

Klimkin betont die Wichtigkeit dreier Schritte für mehr Frieden: 1. Deeskalation, 2. humanitäre Hilfe und 3. eine politische Bewegung hin zu mehr Dezentralisierung. Hierbei könnten seiner Meinung nach die Wahlen helfen: Die Regionen Donezk und Luhansk sollten eigene föderale Strukturen wählen, damit die Zentralregierung in Kiew wenigstens Ansprechpartner habe, mit denen sie verhandeln könne. Was der Außenminister um jeden Preis vermeiden will sind gegenseitige Anschuldigungen. Es nütze nichts, andere anzuklagen und weiterhin in den Menschen in den östlichen Regionen Feinde zu sehen, die man bekämpfen müsse. Politische Lösungen und Deeskalation stünden an erster Stelle. Die beiden Regionen, die in seiner Beschreibung die seltsame Doppelrolle einnehmen, von der Kiewer Regierung keinesfalls aufgegeben werden zu wollen und doch schon so verloren daherkommen, sind und bleiben unerschöpfliche Quellen der Ratlosigkeit. Ebenso die Krim. Sie sei weiterhin Teil der Ukraine, beharrt Klimkin, sie sei nur eben durch das russische Militär besetzt. Am Ende gibt er zu, dass er sich verlassen fühlt. Die Ukraine habe mit mehreren Länder darüber verhandelt, Waffen zur Verteidigung zu bekommen. Die nun von Deutschland zugesagten vier Drohnen seien ein Anfang, aber er kann kaum verhehlen, dass sie ein Tropfen auf den heißen Stein sind.
An Klimkin zeigt sich das ganze Dilemma der Ukraine. Sie braucht Hilfe, um sich selbst zu verteidigen. Sie braucht Unterstützung vom Westen, doch der hat nur ein Mittel: Sanktionen. Bislang hat keine der Sanktionen die Grenze im Osten der Ukraine sichern können. Keine Sanktion hat der Ukraine verholfen, sich selbst besser zu verteidigen. Sanktionen sind Symbolpolitik, kein Handeln.

© Katrin RönickeAuf dem Maidan und um den Maidain herum gibt es unzählige Stellen, an denen die Pflastersteine fehlen. So auch hier.

Handeln – genau das wollen drei engagierte Journalisten, die nun bei den kommenden Parlamentswahlen in die Politik streben. Sergij Leschenko, der davor bei der Ukrainischen Pravda schrieb, ebenso wie Mustafa Nayem und Zurab Alasania, der Generaldirektor vom Nationalen Fernsehen der Ukraine. Sie betonen, dass sie einen komplett anderen Politikansatz verfolgen und vertreten wollen, als es die vorangegangenen Parlamentarier üblicherweise taten. Sicher: Sie kennen natürlich deren sämtliche Fehler und Eskapaden, sie haben als Journalisten über die Korruption und die Probleme berichtet. Nayem betont, dass es ihnen vor allem darum geht, eben nicht “Part of the team” zu sein. Sie wollen also gar nicht erst in die Fänge der typischen politischen Hintertürabsprachen und Deals zu geraten, sondern eine neue politische Aufrichtigkeit vertreten. Er spricht von zehn bis zwölf Leuten, die genauso denken wie er und seine Kollegen. Sergij Leschenko bringt es auf einen knackigen Ausspruch: “Politik muss von einem anderen Planeten zurück zu den normalen Leuten kommen.”

Am Ende der Konferenz ziehen alle ihrer Wege, sie nehmen viele neue Informationen und Hintergründe mit, die Recherchen können weitergehen. Ich selbst habe noch einen Tag in Kiew und mache mich auf zum Maidan. Die große mehrspurige Straße, die an ihm vorbeiführt, ist am Wochenende gesperrt, ein riesiges blaues Plakat mit einer Friedenstaube prangt auf einer Straßenseite. Menschen laufen mit Inline-Skates, Clowns Jonglieren für kleine Kinder, eine Art Demo zieht vorüber, mit Trommeln und Frauen, die in bunten traditionellen Kleidern stecken. Auf dem Maidan erinnert vieles an die Kämpfe, die Anfang des Jahres dort stattfanden. Tafeln mit Vermissten, Gedenksteine für die Toten und überall gibt es Stellen, an denen die Pflastersteine fehlen, an denen der blanke Boden aufscheint. Kiew wirkt entspannt und friedlich und doch: Überall sind die Farben gelb und blau zu sehen: An den Zäunen Kiews, an den vielen Flaggen, die an Autos hängen, an Werbung und um die Schultern der Menschen, die einer Tanzperformance auf dem Maidan lauschen, auf dem Klavier, das immer noch auf dem Maidan bespielt wird. Ist das Nationalismus? Oder der notwendige Zusammenhalt in einer so fragilen Zeit?

© Katrin RönickeErinnern auf dem Maidan

Was ich auf dem Maidan spüre ist ein Verlangen, das bei aller Entspannung hier nicht verschwunden ist: Ein Verlangen nach Aufrichtigkeit, Frieden und Freiheit. Dieses Verlangen wird nicht weggehen, selbst die Taxifahrer sind hier hochpolitisch und am Ende wird weniger die geopolitische Lage der Ukraine entscheidend für die zukünftige Politik des Landes sein, als eine Politik der Aufrichtigkeit, des Friedens und der Freiheit.

* Ich danke Moritz Gathmann für die Korrektur in dieser Sache. Es gibt kein Problem mit Strom und Wasser in Mariupol, auch finden dort derzeit keine Kämpfe statt, diese Beschreibung trifft hingegen auf Luhansk zu. Ich bitte um Entschuldigung für die Widergabe falscher Informationen.

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7 Lesermeinungen

  1. Quo vadis?
    Geschichte entwickelt sich aus dem Zeitgeist. Die Raepresentanten des Zeitgeistes sind kein Zufallsprodukt. Kaiser Wilhelm II war Raepresentant der deutschen Gesellschaft um die Jahrhundertwende. Repraesentant der rasanten wirtschaftlichen, technischen, politischen, militaerischen und kulturellen Entwicklung. Repraesentant des Nationalismus und des Nationalstolzes und der daraus entstandenen Illusion, also einer falschen Wahrnehmung der Wirklichkeit. Unsere Wirklichkeit ist immer relativ, dennoch unterliegt sie letztendlich einem Gesetz. Es ist das Gesetz des Geistes in der Natur. Es ist das Gesetz einer universellen „Wahrheit“. Da die Wahrheit nur „Eine“ ist kann sie fuer uns Menschen nicht beschrieben werden, sonst waere sie relativ. Jeder Mensch traegt die Wahrheit in sich, da er selbst ein Geschoepf der Natur ist. Wir koennen die Wahrheit fuehlen und die Wahrheit kann sich dem Individuum offenbaren, sie kann aber nicht beschrieben und somit nicht „erlernt“ werden. Die Illusion ist das Produkt eines von dem Naturgesetz abweichendem Geistes und somit blasphemisch. Es ist Gotteslaesterung. Stolz ist die subtielste, aber dennoch die schwerste aller Suenden. Der stolze Mensch will sich Gott gleichstellen, ihn herausfordern. Der Stolz ist auch eine kollektive Suende, keiner fuehlt sich verantwortlich, man findet es soger schoen, gut und gerechtfertigt, stolz zu sein. Um im Kollektiv mitzuhalten muss man praktisch stolz sein, sonst ist man ein Niemand. Dass Stolz seinen Preis hat wissen wir. Die Weimarer Republik konnte sich nicht durchsetzen, weil der verletzte Nationalstolz es nicht zulies. Der Volksgeist hat sich einen Retter, einen Heiler, einen Heiland seines verletzten Stolzes herbeigesehnt und ihn gefunden. Es war der Meldegaenger aus dem ersten Weltkrieg Adolf Hitler. Ein Soziophat, unfaehig einer geregelten Arbeit nachzugehen, ein vollkommen beziehungsloser Egoist mit absurden Phantasievorstellungen. Es waren die Phantasievorstellungen der Wiedererlangung deutscher Groesse, deutschen Stolzes, die das „zivilisierte Deutsche Volk“ ueber Jahre blind gemacht und in den Abgrund gefuehrt hat.
    So wie der Kaiser und Hitler, ist auch Putin ein Produkt der Volksseele. Das russische Volk konnte den Zusammenbruch der Sowjetunion und den damit verbundenen Stolz, die nationale Groesse einer Supermacht nicht ueberwinden und sehnte sich einen Repraesentanten herbei, der ihren Hoffnungen am besten gerecht wird. Das ist Vladimir Putin. Die Volkseele fuehlt sich selbstverstaendlich auch hier fuer nichts verantwortlich. Was sie sich aber herbeisehnt ist eine Phantasiewelt und wer raepresentiert die besser als ein Phantast. Den haben sie jetzt in Form eines Diktators, der wie Hitler die Macht auf sich vereint hat. Putin ist ein Psychopath in dem Sinne, dass er, mangels harmonischer Familienverhaeltnisse keine Identitaet in den Jahren seiner Kindheit finden konnte, genauso wie Hitler. Findet ein Mensch Geborgenheit in seiner Kindheit wird er sein Leben annehmen, sich mit ihm identifizieren. Er wird lieben und geliebt werden koennen. Fehlt die Geborgenheit, wird er auf sich selbst zurueckgeworfen und nimmt sich selbst zum Vorbild, er wird ein Narzist. Da er keine Vorbilder hat bleibt nur die Phantsiewelt. Bei Putin ist es die nationale Groesse. Das Problem ist jetzt, dass keiner Putin demoktatisch abloesen wird, weil Putin das nicht zulassen kann. Er kann es nicht zulassen, weil seine Phantasiewelt fuer ihn alles ist. Wuerde er es zulassen, wuerde er sich selbst opfern. Narzisten machen das aber in der Regel nicht. Die Krim zu nehmen, war lange vorbereitet und die groesste Befriedigung seiner Phantasie. Es gab keine Toten und irgendwie haette die Weltgemeinschaft es dulden koennen. Die Delikatesse war aber so reizvoll, dass er sein Vabanquespiel in der Ostukraine fortsetzte. Damit hatte er den Rubikon ueberschritten, die Weltgemeinschaft kann das nicht dulden. Dem Phantasten ist das egal, nur wird er jetzt in die Enge getrieben werden, innenpolitisch und aussenpolitisch. Den Deutschen ist Hitlers Vabanquespiel schon vor dem Krieg ungeheuerlich geworden, doch da war es schon zu spaet. quo vadis?

  2. Und die heutige Realitaet in Kiew und Kharkiv
    faengt an, einiges zu ueberrollen.
    Wie wird die Wahl ausgehen?

    Warum wird in den Medien ziwenig darueber berichtet?

    Heute….SO sieht´s aus:
    https://www.youtube.com/watch?v=LcTHHuqAf10
    https://www.youtube.com/watch?v=mOgWVfj5GxY&list=UUdnB82ob_V7EXwwcCtB1vUg

  3. Quo vadis?
    „Am Morgen hatten sich Tausende Anhänger der nationalistischen Swoboda-Partei versammelt, um die Ukrainische Aufständische Armee zu feiern, die während des Zweiten Weltkrieges für die Unabhängigkeit des Landes gekämpft und dabei auch mit Nazideutschland zusammengearbeitet hatte. Swoboda versicherte, ihre Parteimitglieder seien nicht für die Zusammenstöße verantwortlich.“
    http://www.zeit.de/politik/2014-10/ukraine-parlament-krawalle-kiew

  4. Zbigniew Brezinski´s Rat an westliche Journalisten.
    Das Netzwerk STEREOSCOPE UKRAINE besteht aus 40 Journalisten der Ukraine, Russia und der EU.

    Die Daemonen, gegen die gekaempft wird, sind die Kalten Krieger:
    „For the faction controlling the Pentagon, the military complex and the oil industry, the Cold War never ended. They went on ‚below the radar,‘ creating a global network of bases and conflicts to advance their long-term goal of Full Spectrum Dominance, the total control of the planet: land, sea, air, space, outer space and cyberspace. Their methods include control of propaganda, use of NGOs for regime change, Color Revolutions to advance NATO eastward, and a vast array of psychological and economic warfare techniques, a „Revolution in Military Affairs“ — aimed not only at independent nations, but at our own citizenry. “ (http://www.progressivepress.com/book-listing/full-spectrum-dominance)

    Zeitleiste:

    Es war einmal…
    – Zbigniew Brezinski´s Idee der Dreiteilung Russlands
    – Wendepunkt in der NATO-Osterweiterung…Georgien

    November 2013:
    Victoria Nuland aus dem US-Außenministerium und Republikaner John McCain nehmen an regierungsfeindlichen Demonstrationen teil.

    April 2014:
    US-Vizepraesident Joseph Biden beim Treffen mit ukrainischen Abgeordneten:
    „Dies ist die zweite Gelegenheit, das von der Orangenen Revolution gegebene Versprechen einzulösen.“

    Resultate:
    – Hohe Regierungsmitglieder in Kiew sind als Neofaschisten zu bezeichnen.
    – Alexander Sachartschenko will die Donezter Republik endgueltig befreien.

    Wir duerfen den Wahlausgang angstvoll erwarten und schluessendlich froh sein, dass andere Katastrophen weltweit Synergien des Westens und des Ostens binden werden.
    Oder anders ausgedruckt: Eine ZUSAMMENARBEIT und eine Konzentrierung auf den ISIS-, Ebola- und Weltwirtschaftkomplex ist opportun; desgleichen also auch das Herunterfahren kontraproduktiver Sanktionen.

    Und hier tat sich Zbigniew Brezinski wieder einmal hervor: „DerWesten braucht Russland.“ https://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2012/juli/warum-der-westen-russland-braucht
    Zitat:
    „In den westlichen Medien würden sich heutzutage jedoch fast immer die Kriegstreiber durchsetzen und gemäßigte Stimmen kaum Gehör finden. Brzezinskis Kritik bezieht sich dabei keineswegs nur auf die Öffentlichkeit der USA, sondern auf die aller westlichen Länder. Denn auch in Europa wird die öffentliche Diskussion zunehmend von Feindbildern bestimmt, während die außenpolitischen Perspektiven anderer Staaten oft nur verzerrt oder gar nicht wiedergegeben werden. Dieses systematische Ausklammern argumentativer Zusammenhänge in unserer Presse gefährdet aus der Sicht Brzezinskis die nationale Sicherheit in mehrfacher Hinsicht.
    Zum einen kämen dadurch strategisch falsche Entscheidungen zustande. Und zum anderen werde die Einseitigkeit der westlichen Presse in anderen Ländern durchaus registriert. Die westliche Berichterstattung untergrabe auf diese Weise die Ausstrahlungskraft unserer Demokratie und würde so die sich bereits abzeichnende Isolation des Westens weiter verstärken.“

  5. Was ich auf dem Maidan spüre ist ein Verlangen...Ein Verlangen nach Aufrichtigkeit, Frieden, Freihe
    Die Sehnsucht und der Schrei der Seele, die der Mensch erst wahrnimmt und den er erst hört,
    wenn er sich „Seelen-Höllenschmerz-erlebend“ traumatisiert hat?
    Warum tut er sich das an?…von Generation zu Generation und hört die Seele(n) nicht vorher?

    Die Schreie der Seelen nach Human-Bildung…wer hört sie, im „Gegenwartslärm“ des
    Alltagslebens, im Lärm des Erfolgsstrebens, im Lärm der Eitelkeiten…im „Dauerlärm-Leben“?
    Ein Leben, daß der rein auf „Intelligenz(ausbeutung)-Lärm“ ausgerichtete Mensch sich selber so…
    „sozial-, bildungs-und machtdifferent“, „kriegsfördernd“…eingerichtet hat?

  6. Es fing alles erst richtig mit den belegten Broetchen an,
    die die EU-Begeisterte und Lichtgestalt Mrs. Nuland – „Fuck the EU“ – auf dem Maidan verteilte, verstaerkte sich mit Sprechtueten-Klitschko und ging nach einigen Unappetitlichkeiten wie in Maripol weiter mit dem Sanktions-Fuellhorn, das ueber Russland ausgeschuettet wurde.

    Jetzt liegt nicht nur die Ukraine am Boden, der Euro faellt und die deutsche Witrschaft sinkt, waehrend es der USA angeblich wieder gut geht.
    Es geht nicht nur um rote Linien, die dreist ueberschritten wurden, sondern auch um rote Faeden, einem Spinnennetz gleich, das die Ukraine immer weiter einwickelt.

    Intelligenzia statt Oligarchie, Bewusstsein statt Schokolade und Brownies, kritische Buerger statt brauner Gesinnungsgenossen, Ur-Maidaner statt Timoschenko-Hexen.

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