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Wostkinder

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Die Wahrheit liegt irgendwo zwischen Ost und West.

Zwischen Katzenbildern und Buchenwald

| 22 Lesermeinungen

Wer sind die Menschen, die am Montag in Dresden mit PEGIDA beim gemeinsamen Weihnachtslieder-Singen Weihnachten feiern? Wer teilt so etwas mit seinen Freunden auf Facebook? Es sind Menschen wie René, Henry, Alxander, Christoph und Kevin.

Kevin spielt Fußball und interessiert sich sehr für Wissenschaft. In seiner Facebook-Historie finden sich viele interessante Artikel: Über den Sound eines Atoms, den Wissenschaftler gefunden haben; über die erste direkte Gehirn-zu-Gehirn-Kommunikation zwischen zwei Menschen! „wow“ sagt er dazu und man kann sich regelrecht vorstellen, wie der Junge, der ein bisschen aussieht wie Justin Bieber und sicherlich der Schwarm vieler Mädchen an seiner Schule ist, im Netz aufblüht, wenn seine Lieblingsmedien „Science Alert“ und „Science Channel“ Wundersames und Erstaunliches berichten. Seine Freunde heißen Ryan, John, James, Nathaniel und Dante und leben überall auf der Welt verstreut, manche in Harrington, manche in Boston – keiner von ihnen lebt in Dresden, keiner wird zum Weihnachtslieder-Singen kommen. Kevin, der in seinem Profil angibt, in Hogwarts zur Schule gegangen zu sein, hat die Einladung dafür mit dem Kommentar: „join to save Europe from destroying“ geteilt.
Christoph gibt der Marke Thor Steinar ein „gefällt mir“, die gerade eine Weihnachtssonderverramschung haben, alles ist bis zu 60 Prozent reduziert und er hat ein Faible für die Seite „Heiliges Reich“, eine Band, die auf einem Plakat ihr „Konzert in Mitteldeutschland“ ankündigt.

Alexander ist Mitglied der AFD. Die Antifa findet er scheiße, Brüssel auch. René ist Truckfahrer. Er mag Videos von Hunden, lustige Bilder mit Traktoren und Katzenbilder, auf denen steht „Scheiße, morgen ist Montag!“ Als Günther Grass Ende November vorschlug, den Flüchtlingen in Deutschland dadurch zu helfen, dass man sie privat unterbringe, notfalls mit Zwang, da machte René einen kleinen „Witz“: „nehme ich sofort auf muss nur noch schnell buchenwald ans netzt legen und bei basf sarin und senfgas bestellen dann nehme ich gern mal so ein zwei millonen auf !!!!!“ Kevin und René sind nur einen Klick voneinander entfernt, ihre Verbindung heißt „PEGIDA“.

Henry hingegen ist ein skeptischer Mensch, das sieht man auf den ersten Blick. Weil er den deutschen Massenmedien nicht vertraut, verlässt er sich auf „Russia Today“ und „Radio Stimme Russlands“. Mit „Systemmedien“ will er nichts mehr zu tun haben, über die Medienlandschaft in Russland hingegen macht er sich wohl keine Sorgen. In seiner Facebook-Timeline findet sich das, was viele immer nur einfordern aber nur sehr wenige Menschen auch wirklich leben: Er hat eine Gegenöffentlichkeit geschaffen, wie es sie nur dank des Internets geben kann. Diese Gegenöffentlichkeit ist das Mittel der Wahl aller Anhänger der PEGIDA, MÜGIDA und wie sie alle heißen. Man teilt seine eigenen Wahrheiten mit Freunden auf Facebook. Auf Youtube kann jeder zum eigenen Video-Sender werden und Henry hat einige solcher Sender abonniert: Er beschäftigt sich mit „Inneren Welten, Äußeren Welten“, er warnt vor Chemtrails und er warnt vor Israels geheimen Plänen, ein „Zweites Israel“ in der Ukraine zu errichten. Bei Henry kann man all jene Nachrichten lesen, die in unseren „Systemmedien“ offenbar „verheimlicht“ werden.

###© Katrin Rönicke 

Wir sehen: PEGIDA ist für alle da – für die ganz Rechten, die Gemäßigten, die international vernetzten Fußballjungs und sogar manche Linken finden sich hier ein. Meine Freundin K. kennt solche Linken: Im Frühjahr wurde sie auf Facebook plötzlich von ihnen zu den sogenannten „Montagsdemonstrationen“ eingeladen. Eine Art Vorgänger der PEGIDA, denn auch hier traf man alles an, was sich einerseits irgendwie missachtet und verarscht vorkam, sich andererseits aber endlich auch einmal erheben wollte. Man traf schon dort eine seltsame Melange aus Linken, Rechten, Esoterikern, Verschwörungstheoretikern und Antisemiten.

Nein: PEGIDA ist kein neues Phänomen. Es ist bloß ein neuer Name für eine Gesinnung in der Bevölkerung, die man in vielen westlichen Staaten seit Jahrzehnten antrifft. Wenn man dem Historiker Wolfgang Benz glaubt, der sich auf Vorurteilsforschung und Antisemitismusforschung spezialisiert hat, dann gibt es viele Parallelen und Schnittpunkte zwischen der diffusen Angst vor den Muslimen heute und der diffusen Angst vor den Juden damals wie heute. Als in der Schweiz die Minarette per Volksentscheid ein Bauverbot erhielten, stellte er fest: „Antisemiten des 19. Jahrhunderts und manche ‚Islamkritiker‘ des 21. Jahrhunderts arbeiten mit ähnlichen Mitteln an ihrem Feindbild.“ Und mit diesem Feindbild wird Politik gemacht. In Frankreich ist es Marine Le Pen, in Russland ist es Putin, in den USA war es Bush und wir hier haben die AfD und Teile der CDU/CSU, die sich bereit erklären, die Ängste und Sorgen der Bürger „ernst zu nehmen“, anstatt sie als den Bullshit zu bezeichnen, der sie sind. Thomas de Maizière etwa glaubt „unter denjenigen, die da teilnehmen, gibt es doch ganz schön viele, die bringen ihre Sorgen zum Ausdruck vor den Herausforderungen unserer Zeit.“

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Sehr sorgenvoll wirken die meisten PEGIDA-Anhänger auf Facebook auf mich nicht. Nein, das Wort, das am besten beschreibt was sie für mich ausstrahlen, ist „Triumph“. Das Bild des unterdrückten, armen, arbeitslosen und sozial abgehängten Opfers, das viele als Ursache für die Stärke dieser Bewegung annehmen, auf Facebook kann es keine Bestätigung finden. Was man hier findet sind Menschen, die ganz eigene Analysen über die Gesellschaft anstellen, die versuchen, sich ein eigenes Bild zu machen und die „Probleme“ zu identifizieren, die ihrer Überzeugung nach nur sie sehen, während die anderen von den Systemmedien im Schlummer gehalten werden. Sie wähnen sich als diejenigen, die wissen, die sehen.

Auch auf den Straßen ist es vor allem ein Gefühl der Stärke und des Triumphs, das die Gesichter der Menschen erhellt. Das berichtet ein Facebook-Freund, der sich die vermeintlichen „Schlammhirne“ in Dresden einmal in live angesehen hat. Er schreibt, über der PEGIDA-Demonstration am vergangenen Wochenende habe ein großes Wort in der Luft gehangen, das unausgesprochen in den Augen der Menschen gelegen habe: „Endlich!“.

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22 Lesermeinungen

  1. Titel eingeben
    Früher waren es die NPD und sonstige Deutsch-Nationalen. Heute Wiedergeburt in der PEGIDA? Denke mal es ist ein Sammelsurium von Menschen die geplagt sind von Unsicherheiten und Zukunftsängsten.
    Meine aber es ist eine kleine Minderheit von Leuten die sich ein Ventil suchen um ihren täglichen Frust abzulassen.

  2. Bevor man Pauschalurteile fällt…
    Dem Artikel stimme ich zum größten Teil zu. ABER:

    „… Und mit diesem Feindbild wird Politik gemacht. In Frankreich ist es Marine Le Pen, in Russland ist es Putin, in den USA war es Busch…“

    Bevor man einen amerikanischen Präsidenten mit einem russischen Diktator und einer französischen Neofaschistin in einen Topf wirft, sollte man vielleicht wissen, wie sich sein Name schreibt. Sonst wird schnell erkennbar, auf wie viel Wissen ein solches Urteil beruht.

  3. Titel eingeben
    Die von Frau Roenicke aufgetriebenen Zufallsstichproben entsprechen ebenso meinen Erwartungen wie das von ihr beschriebene „endlich“. Im uebrigen ist nichts leichter zu erklaeren als dieses von der Autorin wahrgenommene Gefuehl und es war immer meine Erklaerung fuer das „Phaenomen“ PEGIDA. Es ist nur nicht ganz so irrational, wie die Autorin suggeriert.

    Gruss,
    Thorsten Haupts

    • Titel eingeben
      Herr Haupts, die große Frage ist, wie es weitergeht. Bleibt das ein Sammelsurium von unzufriedenen Menschen, oder geht es weiter? Nach dem, was ich gelesen habe, scheint weniger die Islamisierung als vielmehr generell die „Überfremdung“ die Sorge der Menschen zu sein, wobei die Definition von „fremd“ recht weitläufig ist (ich dürfte auch dazu zählen, weil meine Vorfahren nicht ausschließlich aus echten Deutschen bestehen).

      Ich erlebe die Abneigung gegen Ausländer auch in England, insbesondere durch UKIP, allerdings geht es da eher gegen die unkontrollierte Einwanderung aus der EU und weniger um die Islamisierung oder Ausländer generell. Und es findet eine Diskussion statt, die zwar hart, aber doch einigermaßen fair ist und bei der es um ein Ergebnis geht. Im Gegensatz dazu scheint sich PEGIDA zu weigern, eine Diskussion zu beginnen und wirklich Forderungen zu stellen (und vielleicht sogar Lösungen anzubieten).

      Das in meinen Augen irrationale an PEGIDA – und das sehe ich vielleicht ähnlich wie Autorin – ist, daß sie eigentlich nichts bestimmtes möchten und, wie es aussieht, wohl auch kaum von der gegenwärtigen Situation betroffen sind. Es kommt mir eher so vor, als ob sich plötzlich alle zu kurz gekommenen Focus-Leser im wirklichen Leben verabredet haben.

  4. Titel eingeben
    Vielen Dank, Sie bestätigen sehr schön meine Beobachtungen (und was gibt es schöneres, als die eigenen Vorurteile bestätigt zu bekommen?) Die einzige Gemeinsamkeit, die die PEGIDA-Anhänger in meinen Augen zu haben scheinen, ist das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden. Daß das zum Teil auch an ihren etwas eigenwilligen Aussagen liegen könnte, die oft weder von Wissen noch von Logik zu sehr beeinflußt werden, sehen sie nicht. Ich weiß nicht, wie repräsentativ Facebook, Interviews und Kopp et al. sind – aber was ich dort lese und höre ist oft ein Sammelsurium von Behauptungen, die oft objektiv falsch sind und meistens auch auf sehr phantasievolle Art miteinander verknüpft sind.

    Andererseits weiß ich nicht, wie man damit umgehen kann – und wenn ich ehrlich bin macht mir das ein wenig Sorgen. Man scheint mit diesen Menschen nicht diskutieren zu können – Gegenargumente sind gelogen oder gefälscht, die Medien (außer Russia Today) gekauft etc. Und sie haben Erfolg damit. Die AfD scheint sie zu unterstützen, und auch die CDU scheint inzwischen die Berührungsängste abgelegt zu haben. Die heute in der FAZ veröffentlichte Umfrage, wonach eine Mehrheit der Deutschen für PEGIDA Verständnis haben oder sie unterstützen, macht die ganze Sache nicht viel angenehmer.

  5. Jetzt wird`s so langsam schwierig
    ….mit dem „Schubladendenken“ aus dem letzten Jahrhundert. Rechts Populismus, Linke Forderungen, rechtsextremistisch, fremdenfeindlich..usw. Vielleicht wäre es im 21 Jahrhundert endlich mal sinnvoller sich konkret, pragmatisch einzelnen Forderungen, Problemen zu zuwenden, zu hinterfragen was sind die URSACHEN für ein angesprochenes Problem, was sind die daraus folgenden AUSWIRKUNGEN und wie sehen die LÖSUNGEN aus. Mein Eindruck zu diesen bisher zum Glück friedlichen Demonstrationen bleibt: so langsam scheinen die Proteste regierungsfeindlich zu werden und wenn die Medien, die z.T. etwas holperigen Bemerkungen der Leute zusammenschneidet um die Ziele dieser Menschen zu diffamieren braucht man sich nicht wundert, wenn nur noch mit „Lügenpresse“ skandiert wird.

    • Gut beobachtet...
      Gerade bei den konservativen Kommentaren, wie bei Gux, kann man deutlich erkennen, dass er zu keinem Schluss kommt, weil er sich nicht von seinem Schubladendenken trennen kann und will.
      Sicher gibt es bei Pegida wohl auch unappetitliche Charaktere, ich kanns nicht beurteilen, ich bin weit weg. Aber sie alle scheinen eines gemeinsam zu haben, die Schnauze voll von einer Politilk die sich aus allem raushält, weil sie weiss, dass jede Form von aktiver Politik ein paar Wähler vergraulen würde.

      Mir persönlich scheint das die erste positive Entwicklung seit Amstantritt von Helmut Kohl zu sein.
      Ich freue mich halt auch schon mal über kleine Dinge….

  6. Medien und Politik tragen Mitverantwortung für das Aufkommen solcher Phänomene
    Ich habe zunächst mal tatsächlich Anlaß, die FAZ für die Berichterstattung über „PEGIDA“ fast über Gebühr zu loben. Von den großen Tageszeitungen ist sie die einzige, die die richtige Distanz wahrt und dabei konsequent nicht in den sonst üblichen Aktivismus-Sprech verfällt. Anscheinend ist es auch in Deutschland noch möglich, redaktionelle Leitlinien so aufzustellen, daß journalistische Standards eingehalten werden. Ich vermute, daß das nicht wenige, die bei der FAZ arbeiten, selbst so sehen würden.

    Bei anderen Redaktionen großer Tageszeitungen ist das häufig nicht so: Die Grenzen zwischen Nachricht und Kommentar verschwimmen ins Beliebige, Artikel werden an unangebrachter Stelle, häufig auch schon in der Überschrift, mit Wertungen überladen, überhaupt, und das ist momentan das weit schlimmste Übel im deutschen Journalismus,

    folgen viele Journalisten dem Diskurs und dessen gängigen (freilich fragwürdigen) Prämissen. Man hat den Eindruck, daß sich ganze Redaktionen nie von den gängigen Werteprämissen ihres häufig allzu bornierten Studentenmilieus emanzipiert haben. Man schreibt nicht über das, was man vor Ort vorfindet, man blubbert in dem ein und denselben verschimmelten Diskurssaft und merkt nicht, wie absolut deplatziert es ist, wenn halb- oder viertelgare Gestalten wie der NRW-Innenminister (mit einer lächerlichen Vita) diese Menschen pauschal als „Neonazis in Nadelstreifen beschimpft, man kritisiert Merkel nicht in angemessener Schärfe, wenn sie mal wieder einen in ihrem unschlagbaren Opportunismus aalglatten Kommentar (auch zu PEGIDA) vom Stapel läßt, man macht sich gemein mit Soziologen in stupend geförderten Instituten, die ihr Ressentiment in ansehnlicher Bezahlung zum Beruf gemacht haben, man verkauft Lebensgefühlplattitüden als „Satire“, etc.

    Weite Teile des Journalismus und der Politik müssen zurück zum Faktischen und müssen aus diesem Interpretationen der Wirklichkeit ableiten und nicht etwa aus vorgefertigten Diskurs-Schablonen (Versager, die nie selbst denken gelernt oder zu feige dazu waren, tun das) Schimpfkanonaden verfassen. Man sieht in unschöner Regelmäßigkeit Talkshows, wo angeblich über Probleme debattiert werden soll, die eingeladenen Gäste aber weder über konkrete Zahlen noch über konkrete Erfahrungen mit dem Geschehen vor Ort etwas sagen können. Was soll man von dieser regelmäßig mit breiter Brust zur Schau gestellten Inkompetenz sagen?

    Richtig: Nicht die, die da in Dresden und anderswo auf die Straße gehen (persönlich glaube ich nicht, daß sie irgendetwas Substanzielles zu sagen haben, aber das ist eine Nebensächlichkeit), müssen sich in erster Linie ändern, sondern unser Diskurs und die Leute, die an ihm teilnehmen. Gemeint sind damit die alltäglichen Unredlichkeiten, die verlogene Pathetik, all die zivilreligiösen Appelle, die mit Journalismus verwechselt werden, die grotesk dummen und viel wiederholten Floskeln vieler Politiker und vieles mehr.

    Wie wäre es mit einer neuen Frankfurter Sachlichkeit?

    • sachlich?
      Zeitungen sind seit 1848 nicht mehr sachlich: Bis dahin waren es
      trockene Mitteilungsblätter,dann wurden sie farbig, also emotional, also interessengeleitet – nicht immer, aber allzu oft! Medien müßten viel mehr professionell diskutiert werden.

  7. Der Artikel macht es sich etwas einfach
    Misstrauisch macht mich die behauptete Souveränität, mit der ein in seiner Art doch neues politisches Phänomen als etwas hingestellt wird, das angeblich perfekt in ein angeblich vertrautes Schema passt: eben irgendeine dumme Antihaltung von sozialen Verlierern. Manches rührt auch an Klischees, wenn etwa der letzte Auswahlkandidat just Kevin heißt. Meinen Sie nicht, Sie könnten aus Facebook-Profilen von Mitgliedern der Grünen Jugend ein ebenso herablassendes Potpourri von Einlassungen leicht verwirrt erscheinender Individuen erstellen?

    • Was ist denn mit dem Namen Kevin nicht in Ordnung? Der Junge heißt so. Ich habe mir weder die Namen ausgedacht, noch extra lange gesucht um die krassesten Beispiele zu finden. Die genannten Menschen sind alles echte Zufallsstichproben.

    • Wenn das so ist....
      Warum fehlt dann jeglicher Hinweis auf den RTL Reporter?

  8. Deutschland den Deutschen, Ausländer raus?
    Liebe Kultusministerien

    Wer soll eigentlich die Suppe auslöffeln, die Sie uns mit Ihrer Bildungsreform eingebrockt haben? Überall nur schlecht gebildete Menschen die sich einen Führer zurückwünschen, statt auf Ihre Freiheit stolz zu sein. Menschen, die nicht begreifen, wo wir landen, wenn Sie nach diesen einfach gestrickten Prinzipien im Staate die Macht übernähmen. Was bringen Sie den Leuten in Geschichte eigentlich bei?!

    • Lieber Herr Dressler,
      das ist eine prima Frage, wie ich finde. Und sie verdient eine Antwort: In Berlin soll Geschichte als Unterrichtsfach in der 5. und 6. Klasse abgeschafft werden zugunsten von „Gesellschaftswissenschaften“. Und dann habe ich noch eine Frage an Sie: Wen meinen Sie, wenn Sie schreiben „(…) wenn Sie nach diesen einfach gestrickten Prinzipien im Staate die Macht übernähmen“?

  9. Schlamköpfe und das eigene Bild von der Welt
    Es ist noch gar nicht so lange her, es war in diesem November, da meinte eine medial deutlich wahrnehmbare Menge von „Schlammköpfen“, der offiziellen Erzählung des Endes der DDR eine selbstgestrickte Gegenerzählung entgegensetzen zu müssen. Ohne Wertung von Pegida: Ist die plurale Gesellschaft vielleicht eine Herausforderung für uns alle?

    Viele Grüße
    Günther Werlau

    • Pluralismus ist die schwierigste aller gesellschaftlichen Künste, zweifelsohne.
      die „Schlammköpfe“ gehören natürlich in Anführungszeichen, sie sind nicht meine Wortschöpfung, danke für den Hinweis.
      mit bestem Gruß,
      KR

  10. Dualismus ist realitätsphobisch
    Hier wird scharf gegneinander
    der sozialistische Antifaschismus in der innerlichen westlichen Variante gegen die
    scharfe Rechte aufgestellt, so, als ob es sonst nichts gebe. Der Realität werde ich so nicht gerecht.

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