Ad hoc

Banken im Stress (II)

Die amerikanischen Banken haben sie schon erfahren; der Rest der Welt wird am Donnerstag von den Ergebnissen des Stresstests unterrichtet, dem sich die großen Finanzinstitute stellen mussten. Wie es heißt, werden rund die Hälfte der 19 getesteten Banken Geld auftreiben müssen, um für einen weiteren wirtschaftlichen Abschwung und einen fortgesetzten Verfall der Häuserpreise gerüstet zu sein. Die Börse hat bis einschließlich Dienstag unterstellt, dass die Banken in der Lage sein werden, die Auflagen zu erfüllen. Und der amerikanische Bankenverband mahnt pflichtgemäß, dass das gerade wieder neu aufkeimende Vertrauen in die Solidität der Banken nicht wieder zerstört werden dürfe. Tatsächlich ist genau das der Punkt, nur anders, als es der Verband sieht. Wenn der Stresstest so harmlose Ergebnisse bringen sollte wie erwartet, würde sich die Welt verwundert die Augen reiben. Schon jetzt heißt es, die Annahmen des Tests seien zu optimistisch. Auch die jüngste Quartalsberichterstattung der Banken weckt Zweifel an der Qualität der Zahlen, wurden hier doch manche Bewertungsspielräume angewandt.

Dabei wäre es eine schön, wenn über den Stresstest neues Vertrauen gebildet würde. Aber danach sieht es bisher nicht aus. Und sollte die Nachricht stimmen, dass die Bank of America überraschend mehr als 30 Milliarden Dollar Kapital beschaffen muss, wäre das – so gesehen – schon weider erfreulich. Denn mit weiterem Schönreden der Lage wäre niemandem geholfen.

https://faz-community.faz.net/adhoc/2009/02/26/amerikas-banken-im-stresstest.aspx

 

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