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Opel, GM und die Chinesen

Fiat, der Auto-Zulieferer und -Auftragsfertiger Magna, der Finanzinvestor RHJ International - sie alle wollen mit umfassender staatlicher Hilfe Opel übernehmen. Und nun ist ein vierter Bieter für Opel auf den Plan getreten: Wie zu hören ist, hat die Beijing Automotive Industry Holding Corp. (BAIC) schon vor einiger Zeit ein Angebot für Opel und GM Europe vorgelegt. Aber die Chinesen sind spät dran - mal wieder. Erinnern Sie sich noch an die Dresdner Bank-Übernahme?

Fiat, der Auto-Zulieferer und -Auftragsfertiger Magna, der Finanzinvestor RHJ International – sie alle wollen mit umfassender staatlicher Hilfe Opel übernehmen. Und nun ist ein vierter Bieter für Opel auf den Plan getreten: Wie zu hören ist, hat die Beijing Automotive Industry Holding Corp. (BAIC) schon vor einiger Zeit ein Angebot für Opel und GM Europe vorgelegt, das den Erhalt der deutschen Opel-Standorte, Arbeitsplatzgarantien für „mindestens zwei Jahre“ und einen finanziellen Eigenbeitrag der Chinesen beinhaltet. Dieses Gebot sei bisher aber nicht berücksichtigt worden. Zur Begründung wird angeführt, dass GM keinerlei Interesse an einem Zuschlag für die Chinesen habe – denn die Marktposition von GM sei in China so gut. Da wolle man sich keine einheimische Konkurrenz aus dem eigenen Haus heranzüchten.

Die Chinesen stört das. Deshalb hat BAIC inzwischen wohl auch eine große deutsche Bank mit der Wahrung ihrer Interessen beauftragt, um – trotz des Ablaufs bisheriger Bieterfristen – noch berücksichtigt zu werden. BAIC ist in Deutschland nicht völlig unbekannt, sondern schon heute ein Partner des Autokonzerns Daimler. Der Plan der Chinesen: Unter ihrer Führung soll Opel zu einer global auftretenden Marke werden; es gebe – anders als zum Beispiel bei Fiat – keine Produktüberschneidungen. BAIC wünscht sich nach Informationen dieser Zeitung 4 Milliarden Euro an Kreditgarantien, was unter den Wünschen läge, die von Fiat und Magna in dieser Hinsicht bekannt sind. Das Gebot finde die Unterstützung des alleinigen BAIC-Aktionärs, der Stadt Peking, wird versichert.

Erinnerungen an die Dresdner-Übernahme

Und doch wird man das Gefühl nicht los, dass die Chinesen möglicherweise zu spät zur Party gekommen sind. Ein wenig erinnert das Ganze an die Endphase des Verkaufs der Dresdner Bank. Dort hieß es aus dem Umfeld der Allianz auch immer wieder, es gebe neben der Commerzbank, die ja letztlich den Zuschlag erhielt, noch einen zweiten Bieter aus China. Doch auch da kamen die Chinesen zu spät und zu halbherzig. Zudem, so war damals zu hören, fehlte die Genehmigung des Übernahmenangebots von allerhöchster Stelle.

Angeblich will man daraus nun gelernt haben – und nicht zuletzt in Deutschland in allerletzter Minute Werbung bei deutschen Politikern für das eigene Anliegen machen. Man habe auch mehr Zeit als derzeit unterstellt werde; ganz so schnell werde über die Zukunft von Opel vielleicht doch nicht entschieden, hoffen die Berater der Chinesen. Es bleibt also spannend. Der Kampf um das Staatsgeld für Opel ist letztlich doch attraktiver als gedacht.

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