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Porsche und die Staatsbank

Der Autohersteller Porsche wendet sich offiziell mit der Bitte um einen Milliardenkredit an die Staatsbank KfW. Porsche werde einen Kreditantrag über 1,75 Milliarden Euro stellen, hieß es. Durch die Übernahme der Aktienmehrheit an Volkswagen drücken das Unternehmen Schulden von 9 Milliarden Euro. Porsche wolle den marktüblich verzinsten Kredit vollständig zurückzahlen, versicherte der Konzern: „Wir wollen kein Geld auf Kosten der Steuerzahler." Es gehe allein darum, die Zurückhaltung der großen Geschäftsbanken bei der Kreditvergabe zu umschiffen.

Die Nachricht: Der Autohersteller Porsche wendet sich offiziell mit der Bitte um einen Milliardenkredit an die Staatsbank KfW. Porsche werde einen Kreditantrag über 1,75 Milliarden Euro stellen, hieß es. Durch die Übernahme der Aktienmehrheit an Volkswagen drücken das Unternehmen Schulden von 9 Milliarden Euro. Porsche wolle den marktüblich verzinsten Kredit vollständig zurückzahlen, versicherte der Konzern: „Wir wollen kein Geld auf Kosten der Steuerzahler.“ Es gehe allein darum, die Zurückhaltung der großen Geschäftsbanken bei der Kreditvergabe zu umschiffen.

Man wisse nicht, wann die KfW über den Darlehensantrag, der nach Meinung von Porsche nicht aus dem sogenannten Deutschlandfonds gespeist werden soll, entscheide, hieß es in Stuttgart. Doch sind für eine Entscheidung nur wenige Wochen Zeit. Parallel zum KfW-Antrag verhandelt Porsche mit anderen Banken weiter. Ende Mai bekam das Unternehmen von der Bank of Tokyo die Zusage für 750 Millionen Euro.

Längst ein Fall für die Politik

Die Analyse: Die Verhandlungen mit anderen Banken sind in der Tat ein Gebot der Vorsicht, denn Porsche schlägt mit seinem Ansinnen politischer Gegenwind entgegen: Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hatte schon unmittelbar nach Bekanntwerden der ersten Überlegungen von Porsche für einen KfW-Kredit gesagt: „Es ist abwegig, dass ein Unternehmen, das im vergangenen Jahr dank seiner Optionsgeschäfte mehr Gewinn als Umsatz gemacht hat, nun den Steuerzahler um eine Finanzierung anpumpt.“ Unterstützung bekommt Porsche hingegen von der baden-württembergischen SPD-Landtagsfraktion. In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fordert Fraktionschef Claus Schmiedel, die KfW solle dem Unternehmen unter die Arme greifen. Zu den Erfolgsaussichten des Porsche-Antrags äußerte sich Schmiedel zuversichtlich – die SPD hilft in diesen Tagen eben gern. In der Politik wird sogar offen darüber geredet, dass Porsche auch schon wegen einer staatlichen Bürgschaft vorgesprochen habe. Aus dem Umfeld von Porsche heißt es dazu nur, es gebe keinen Antrag und erst recht keine Bürgschaft.

Schon länger ist bekannt, dass Porsche den jetzt angestrebten KfW-Kredit für Leasing-Finanzierungen bei Autoverkäufen sowie für die finanzielle Unterstützung von Händlern und Zulieferern benötigt, also für das laufende Geschäft. Parallel dazu führt Porsche Gespräche mit potentiellen Investoren, die unter anderem aus Qatar stammen sollen, um die langfristige Liquidität zu sichern. Die Investorengespräche werden nicht näher kommentiert, finden nach Angaben aus Unternehmenskreisen aber in einer „sehr guten Atmosphäre“ statt. Das gelte ebenso für die Gespräche über eine mögliche Kapitalerhöhung durch die Eigentümerfamilien von Porsche. Das kann man nun glauben oder nicht. Anfang Mai hatten sich die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch jedenfalls darauf verständigt, dass Porsche und VW in einem „integrierten Autokonzern“ zusammengeführt werden sollen. Angaben zum Stand der Gespräche machte der Porsche-Sprecher nicht, doch ist klar, dass die Art und Weise dieser Fusion stark davon abhängt, wie Porsche seine Finanzprobleme in den Griff bekommen kann.

Keine Angaben zur Laufzeit

Zur Laufzeit des von der KfW erwünschten Darlehens werden zwar keine Details genannt. Porsche hatte im Frühjahr aber mit Banken über Kredite von 12,5 Milliarden Euro verhandelt. Ende März sicherte sich das Unternehmen nach in der Schlussphase turbulenten Verhandlungen einen Kredit in Höhe von zunächst 10 Milliarden Euro, der einen früheren Kredit in gleicher Höhe ablöste. Diesen hatte Porsche auch zur Aufstockung seiner VW-Anteile auf mehr als 50 Prozent genutzt, die derzeit einen Wert von rund 40 Milliarden Euro haben. Die Kreditlinie bei einem Konsortium aus 15 Banken besteht aus zwei Tranchen. Der größere Teil von 6,7 Milliarden Euro läuft zunächst bis März 2010 und kann um ein Jahr verlängert werden. Die restlichen 3,3 Milliarden Euro laufen im März 2010 aus. Im Rahmen dieser Laufzeiten dürfte sich der von der KfW erwünschte Kredit bewegen, da ihm vergleichbare Konditionen wie dem durch die privaten Banken gewährten Kredit zugrunde liegen sollen. Gemeinsam mit dem Kredit aus Japan und dem der KfW hätte Porsche dann die noch fehlenden 2,5 Milliarden Euro zusammen.

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