Ad hoc

Twitter im globalen Dorf

Die meisten Menschen haben noch nie getwittert. Doch die Berichterstattung über die Proteste in Iran sorgt jetzt für eine noch größere Aufmerksamkeit für den Internet-Kurzmitteilungsdienst Twitter, aus dessen Name das neudeutsche Verb „twittern” abgeleitet wurde. Was für die Demonstranten ein nützliches Werkzeug ist, um die Zensur zu umgehen, stellt im Alltag nicht zuletzt Unternehmen und ihre Öffentlichkeitsarbeiter vor viele Fragen: Wofür lässt sich Twitter nutzen, wenn nicht gerade Wahlen gefälscht worden sind? Was passiert, wenn Mitarbeiter über interne Vorgänge in einem Betrieb twittern? Welches Bild soll das Unternehmen selbst von sich vermitteln, um auf Twitter Aufmerksamkeit zu erregen? Dabei liegen die Antworten näher als viele denken: Man kann Twitter nutzen, um sich einfach über seine Hobbys und sonstigen Interessen zu informieren. Man muss keine einzige Nachricht lesen, die irrelevant ist, da man die „Tweets” des entsprechenden „Twitterers” nicht abonnieren muss. Und Unternehmen werden sich – wie Regierungen – daran gewöhnen müssen, dass die Welt immer transparenter wird. Stoppen lässt sich die neue Offenheit nicht mehr; Verbote sind kontraproduktiv. Alles, was man für gute Tweets (über sich selbst) braucht, sind Ideen und eine gute (Staats- oder Unternehmens-)Führung. Ob sich das bisher umsatzlose Unternehmen Twitter selbst tatsächlich durchsetzt, ist in dieser Hinsicht sogar zweitrangig: Die Entwicklung der Welt zu einem geschwätzigen globalen Dorf lässt sich nicht mehr aufhalten.

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