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BASF wartet auf Wind

Dass die Integration des krisenbedingt schlingernden Geschäfts des Schweizer Spezialchemieanbieters Ciba in den BASF-Konzern nicht ohne Blessuren abgehen würde, war schon länger klar. Jetzt ist die Katze aus dem Sack – und die Überraschung hält sich in Grenzen, jedenfalls an der Börse.

Dass die Integration des krisenbedingt schlingernden Geschäfts des Schweizer Spezialchemieanbieters Ciba in den BASF-Konzern nicht ohne Blessuren abgehen würde, war schon länger klar. Jetzt ist die Katze aus dem Sack – und die Überraschung hält sich in Grenzen, jedenfalls an der Börse. Dort reagierte die Aktie der BASF, die in den vergangenen zwölf Monaten rund ein Drittel ihres Wertes verloren hat, mit einem beinahe unveränderten Kurs auf die Ankündigung des konkreten Ciba-Restrukturierungsprogramms samt Fabrikschließungen. Das Programm muss der BASF-Vorstandsvorsitzende Jürgen Hambrecht nun zwar in einem konjunkturellen Umfeld umsetzen, das viel schlechter ist, als er es sich zum Zeitpunkt der Ciba-Übernahme ausgemalt haben dürfte. Am Abbau von 3700 Arbeitsplätzen hätte für eine gelungene Integration aber vermutlich ohnehin kein Weg vorbeigeführt. Für die Zukunft wichtiger ist es deshalb, wie schnell es der BASF gelingt, sich zum Beispiel mit ihren durch die Ciba-Übernahme abermals gestärkten Lack-Angeboten an eine irgendwann wieder steigende Autoproduktion und sich verbessernde Binnenkonjunktur in den Vereinigten Staaten anzukoppeln. Das könnte die zuletzt schlechtere Entwicklung der BASF-Aktie gegenüber der europäischen Chemiebranche beenden helfen. Hinzu kommt die noch immer ordentliche Dividendenrendite – und vielleicht bald ein abgehaktes Übernahmekapitel rund um Ciba. Möglicherweise ist die BASF-Aktie vor diesem Hintergrund attraktiv bewertet, aber erst mit Rückenwind aus Amerika.

 

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