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Das konkrete BAIC-Angebot für Opel an GM

Der staatliche chinesische Autobauer BAIC hat sein Gebot für Opel inzwischen im Detail konkretisiert. Demnach bieten die Chinesen 660 Millionen Euro für einen Anteil an Opel in Höhe von 51 Prozent. Der insolvente Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) würde den Vorstellungen der Chinesen zufolge mit 49 Prozent beteiligt, wenn die Vereinbarungen über die Opel-Patente BAIC zufriedenstellen.

Der staatliche chinesische Autobauer BAIC hat sein Gebot für Opel inzwischen im Detail konkretisiert. Demnach bieten die Chinesen 660 Millionen Euro für einen Anteil an Opel in Höhe von 51 Prozent. Der insolvente Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) würde den Vorstellungen der Chinesen zufolge mit 49 Prozent beteiligt, wenn die Vereinbarungen über die Opel-Patente BAIC zufriedenstellen.

Das konkurrierende Angebot des kanadisch-österreichischen Magna-Konzerns, das derzeit von der deutschen Politik und dem Management von GM Europa noch favorisiert wird, sieht nur einen Anteil 35 Prozent für GM vor. 20 Prozent will Magna übernehmen, weitere 35 Prozent der russische Partner Sberbank, 10 Prozent gingen an die Opel-Mitarbeiter. BAIC will, wie es in einem Brief an GM heißt, gut 2 Milliarden Euro in den Bau eines Opel-Werks in China investieren. Die Belegschaft in Europa soll hingegen reduziert werden, wobei das Werk im belgischen Antwerpen geschlossen würde. In Deutschland würden Autos für den chinesischen Markt gebaut, zumindest bis das dortige Opel-Werk 2012 fertiggestellt wäre. BAIC verpflichtet sich, „bedeutendes zusätzliches Kapital“ nach der Transaktion in das Unternehmen Opel zu investieren, ohne diesen Betrag exakt zu beziffern. Die Chinesen wollen Staatsgarantien in Höhe von 2,64 Milliarden Euro in Anspruch nehmen. Das ist erheblich weniger als die von Magna erbetenen 4,5 Milliarden.

Noch Vorbehalte in China?

Das Gebot für Opel stößt einem chinesischen Magazinbericht zufolge allerdings auf Vorbehalte der eigenen Regierung. Peking sei weiterhin sehr reserviert, was den Erwerb ausländischer Autohersteller durch einheimische Betriebe angehe, schreibt die chinesische Zeitschrift „Caijing“ auf ihrer Internetseite. Das sei auch der Grund gewesen, warum der chinesische Hersteller Geely Automobile letztlich nicht für die von Ford zum Verkauf gestellte Marke Volvo geboten habe. BAIC werde nur dann einen Fuß in die Tür bekommen, wenn der geplante Zusammenschluss von Opel und Magna scheitern sollte, schreibt das Magazin.

Danach sieht es derzeit aber nicht aus. GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster hatte am Wochenende der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gesagt: „Nach dem Treffen der Spitzen von GM und Magna bin ich äußerst zuversichtlich, da wurde weitgehend Einverständnis erzielt.“ Die Gespräche mit anderen Investoren seien bei weitem nicht so weit fortgeschritten: „Magna hat einen ganz erheblichen Vorsprung.“

485 000 Opel-Fahrzeuge aus China für China

Die nach dem Wunsch der Chinesen entstehende „Opel China“ soll von GM Lizenzen für alle alternativen Technologien für den Antriebsstrang wie Brennstoffzellen und Hybridantriebe erhalten. BAIC will bis 2015 in China 485 000 Autos der Marke Opel bauen und über 400 Händler verkaufen.

Wie hoch die Bereitschaft von GM ist, Opel an BAIC abzugeben, ist offen. Bislang ist der chinesische Markt einer der wenigen hoffnungsvollen für den insolventen amerikanischen Autokonzern. Die geplante Opel-Fabrik würde die Wettbewerbssituation für GM deutlich verschlechtern. Die Chinesen hoffen, diese Bedenken mit dem höheren Anteil von GM an Opel zerstreuen zu können. Das „Wall Street Journal“ zitierte unterdessen eine Person aus dem GM-Umfeld mit den Worten, BAIC sei ein beeindruckender Bieter.

BAIC will exakt 7584 Opel-Arbeitsplätze in Europa streichen, davon 3018 in Deutschland, den Rest vor allem in Belgien und Spanien. Der Standort Eisenach soll in den Jahren 2010 und 2011 stillgelegt und von 2012 an wieder in Betrieb genommen werden. Das Werk in Bochum soll verkleinert werden, das Modell „Astra“ würde dort nicht weiter produziert, damit würden 1608 Stellen abgebaut. Der Standort Rüsselsheim würde ebenfalls verkleinert, dort fielen 1160 Arbeitsplätze weg.

Magna hat sich mit GM, der amerikanischen Regierung und der Bundesregierung schon grundsätzlich auf einen Einstieg bei Opel verständigt. Der Vertrag ist allerdings rechtlich nicht bindend. GM hatte auch dem Finanzinvestor RHJ International und BAIC Einblick in die Opel-Bücher gewährt. Opel gehört nach der Abspaltung von GM einem Treuhänder, der bis zum Verkauf an einen Investor eine Mehrheit von 65 Prozent der Anteile verwaltet. Die Verkaufsverhandlungen führt aber weiterhin GM.

Der IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber betonte während eines Treffens mit dem russischen Regierungschef Wladimir Putin das Interesse der IG Metall, dass transnationale Unternehmen mit Sitz in Deutschland in Russland investieren und dort Arbeitsplätze schaffen. Beim Thema Opel machte Putin nach Darstellung Hubers klar, dass mit dem Einstieg russischer Investoren mittelfristig auch Produktionslinien nach Russland kommen müssten.

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