Ad hoc

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Unternehmen bestimmen unser tägliches Leben. Aber was bewegt die Unternehmer? Über Trends, Technologien und Menschen, die sie bestimmen.

Ein Hoch auf die Ingenieure

| 3 Lesermeinungen

Die Zukunft wird dank unserer Ingenieure schön, und eine Woche mit guten Nachrichten geht zu Ende: Umweltfreundliche Minikraftwerke, angetrieben von Volkswagen-Gasmotoren, sollen künftig in Wohnhäusern Wärme für Heizung und Wasser liefern und zugleich Ökostrom ins Netz einspeisen. VW will so das Geschäft abseits des Autos ausbauen, unabhängiger von der stets schwankenden Automobilkonjunktur werden und Arbeitsplätze sichern. Der erfreuliche Nebeneffekt: Würden Tausende solcher Anlagen zu einem virtuellen Großkraftwerk zusammengeschaltet, könnten sie angeblich bis zu zwei Atom- oder Kohlekraftwerke ersetzen. Und damit nicht genug.

Die Zukunft wird dank unserer Ingenieure schön, und eine Woche mit guten Nachrichten geht zu Ende: Umweltfreundliche Minikraftwerke, angetrieben von Volkswagen-Gasmotoren, sollen künftig in Wohnhäusern Wärme für Heizung und Wasser liefern und zugleich Ökostrom ins Netz einspeisen. VW will so das Geschäft abseits des Autos ausbauen, unabhängiger von der stets schwankenden Automobilkonjunktur werden und Arbeitsplätze sichern. Der erfreuliche Nebeneffekt: Würden Tausende solcher Anlagen zu einem virtuellen Großkraftwerk zusammengeschaltet, könnten sie angeblich bis zu zwei Atom- oder Kohlekraftwerke ersetzen.

Damit nicht genug. In Deutschland soll bis zum Jahr 2015 ein flächendeckendes Netz von Tankstellen existieren, an denen Wasserstoff getankt werden kann. Auf diese Weise soll die Brennstoffzelle als Antrieb für Personenwagen marktfähig gemacht werden. Partner der Initiative mit dem Namen „H2 Mobility“ sind keine Geringeren als Daimler, der Gasespezialist Linde, die Energieversorger ENBW und Vattenfall, die Mineralölkonzerne OMV, Shell und Total sowie die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. In einem ersten Schritt verpflichten sich die Konzerne, bis zum Jahr 2011 das Netz der derzeit 30 Wasserstoff-Tankstellen immerhin zu verdoppeln.

Deutsche Hybridautos kommen 

Und: Lange haben deutsche Autohersteller, darunter auch Mercedes, den Trend zum Hybrid-Auto ignoriert. Doch soeben hat Mercedes die S-Klasse als erstes deutsches Hybridauto auf die Straße gebracht. Und jetzt legt der Hersteller zur Automesse IAA, die in der kommenden Woche in Frankfurt beginnt, noch einmal nach und rüstet sein Schiff zum Dreiliter-Auto auf. Endlich! Möglich macht das ein „Plug-In-Hybrid“, dessen Batterie nicht nur beim Bremsen, sondern auch daheim an der Steckdose geladen werden kann. Weil zudem ein dreimal stärkerer E-Motor integriert ist als beim schon jetzt erhältlichen S 400 Hybrid, fährt der Wagen bis zu 30 Kilometer weit nur mit Strom. Danach springt der ebenfalls neue Verbrennungsmotor mit 3,5 Litern Hubraum an.

Was aber braucht man für die dezentrale Stromerzeugung mit VW-Motor aus dem Keller einerseits und diverse Stromtankstellen (ob daheim oder unterwegs) zum Beispiel für die Elektro-S-Klasse andererseits? Die Antwort: „Intelligente Stromnetze“, sogenannte „Smart Grids“. Auch hier sieht sich ein deutsches Unternehmen vorn. Siemens rechnet für die kommenden fünf Geschäftsjahre mit Aufträgen für Smart Grids in Höhe von mehr als 6 Milliarden Euro.

Doch das Desinteresse ist groß

Schade nur, dass solche Entwicklungen nur so wenige Menschen in Deutschland wirklich mitbekommen. Diese Feststellung gilt für die Wirtschaft wie für die Politik gleichermaßen. Ein Beispiel: Vor der vergangenen Bundestagswahl war die Wahl für 70 Prozent der Bevölkerung Gesprächsthema, für zwei Drittel auch die Spitzenkandidaten. Dieses Mal hingegen ist die Politikparodie von Hape Kerkeling in Gestalt von Horst Schlämmer der Bevölkerung genauso viel Gespräche wert wie die Spitzenkandidaten, hat soeben das Institut für Demoskopie Allensbach festgestellt. Schlimm.

Und das Interesse an Informationen sinkt in der Gesellschaft schon lange stetig. Allein in den vergangenen drei Jahren hat sich der Anteil der Bevölkerung, der großen Wert auf gründliche Informationen legt, um Hintergründe und Zusammenhänge besser zu verstehen, von zuvor 52 auf nur noch 44 Prozent verringert. Der Anteil der Bevölkerung, der sich täglich informiert, geht seit Beginn dieses Jahrzehnts zurück.

Vor diesem Hintergrund kommt vielleicht doch noch irgendwann einmal der Zeitpunkt, zu dem die Mehrheit der ahnungslosen Deutschen die sogenannte „Rettung“ des Autoherstellers Opel gut findet. Denn der steuerfinanzierte Zuschlag für den „Käufer“ Magna war dann leider doch die schlechte Nachricht der Woche. Innovationen kommen von anderen, nicht selten ohne staatliche Stütze, dafür mit mehr Chancen auf dem Weltmarkt. Siehe oben.

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3 Lesermeinungen

  1. <p>Was die gasbetriebenen...
    Was die gasbetriebenen Miniblockheizkraftwerke betrifft, kann ich Vandala6906 nur zustimmen. Lustig immer wieder, wie so mancher mini oder dezentral mit ökologisch gleichsetzt. Auch beim Thema Wasserstoff wurde, wie meistens, zu kurz gedacht. Vor den Tankstellen bräuchte man mal ein Konzept, wo der Wasserstoff herkommen soll. Wer fragt danach? Nächster Schuss in den Ofen Hybrid-Autos. Allein durch Hybridantriebe mag man Emissionen lokal senken, global nicht. Schade, dass nur so wenige Menschen in Deutschland weiter als von der Tapete bis zur Wand denken.

  2. "Gruendliche Information"

    Die...
    „Gruendliche Information“
    Die Gesellschaft hat sich in den vergangenen Jahrzehnten, insbesondere durch die 68er Bewegung, sehr veraendert. Die Technik hat Deutschland bis in die 70er Jahre einen enormen Wohlsstand gebracht. So genannte Sekundaertugenden wurden sehr geschaetzt.
    Mittlerweile befindet sich Deutschland in einem Verfallsprozess. Eine geschickte Kommunikation gilt mehr als die Plausibilitaet, oder sachliche Tiefe der Argumentation. Schwindeleien von Politikern und Wirtschaftsfuehrern werden nicht sanktioniert und hingenommen. Der Wert von Wissenschaftlern hat sehr abgenommen. So hat man z.B. Seitens der Oekos sog. Oekoinstitute gegruendet, wo seit den 70er Jahren sog. „Wissenschaftler“ vollkommen gegensaetzliche Erkenntnisse verbreiten. Das die Oekowissenschaft extrem flach ist und die Erkenntnisse regelmaessig ziemlich kreativ erzielt werden erschliesst sich fuer den Aussenstehende nicht. Der Unbedarfte hat den Eindruck das Wissenschaftliche Erkenntnisse beliebig sind.
    Vandale

  3. <p>Es sind bedauerlicherweise...
    Es sind bedauerlicherweise nicht die Ingenieure die die oeffentliche Meinung beeinflussen, sondern eher linke, oekologisch gepraegte Geister.
    Das Konzept der Miniblockheizkraftwerke wurde von, von der Wirklichkeit abgehobenen Professoren erdacht.
    Mini Blockheizkraftwerke nutzen in der Regel Erdgas, oder Diesel/Heizoel als Brennstoff. Dieser ist etwa 5 mal teurer als Kraftwerkskohle, oder 10 mal teurer als Kernbrennstoff wie er in Grosskraftwerken genutzt wird.
    Die Investitions- und die Betriebskosten sinken relativ mit zunehmender Anlagengroesse.
    Die theoretisch hohen Wirkungsgrade lassen sich nicht realisieren da der Strom- und Waermebedarf zeitlich nicht deckungsgleich sind. Entweder wird eine derartige Anlage Waermegefuehrt und produziert nutzlosen Zufallsstrom analog Wind und Solar, oder Stromgefuehrt und die Abwaerme wird nicht genutzt.
    Wenn man derartige Kleinkraftwerke mit grossen Kernkraftwerken hinsichtlich der Umweltauswirkung vergleicht, so werden die Kleinkraftwerke warscheinlich in allen Kategorien wie: Emissionen, Toxische Abfaelle, Bauaufwand das Nachsehen haben.
    Sofern Sie gerne Artikel zum Thema Energie von einem Ingenieur lesen moegen, so klicken Sie meine Homepage an.
    Vandale

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