Ad hoc

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Unternehmen bestimmen unser tägliches Leben. Aber was bewegt die Unternehmer? Über Trends, Technologien und Menschen, die sie bestimmen.

Weihnachtsshopping oder: Die glücklichen Deutschen

Es hat sich daher noch nie so sehr wie in diesem Jahr gelohnt, den Weihnachtseinkauf am Computer vorzubereiten, und das kostet etwas Zeit. Wohlgemerkt: nicht unbedingt, um am Bildschirm dann auch gleich alles zu bestellen, wohl aber, um Preise zu recherchieren. Denn das Datennetz macht die Angebote transparent. Die Ergebnisse sind überraschend, und sie sprechen keineswegs in jedem Fall für das Onlineshopping, weshalb es sich zudem lohnt, die Prospekte der Einzelhändler aus der Zeitung zu studieren. Für die Karstadts und Kaufhofs in der Einkaufszone oder das benachbarte Vedes-Fachgeschäft ist die Entwicklung gleichwohl misslich. Denn sie drückt auf die ohnehin wenig auskömmlichen Preise.

Achtung, in weniger als drei Wochen ist die Bescherung schon gelaufen. Wer sich also daranmacht, für seine oder andere Kinder Weihnachtsgeschenke zu kaufen, macht dabei in diesem Jahr eine Erfahrung, die früher der Suche nach neuen Elektronikartikeln vorbehalten war: Die Preise liegen unter den einzelnen Anbietern, ob Fachgeschäft, Kaufhaus oder Internet, sehr weit auseinander. Für einzelne Artikel sind Preisspannen zwischen 49,90 Euro und 79,90 Euro keine Seltenheit.

Es hat sich daher noch nie so sehr wie in diesem Jahr gelohnt, den Weihnachtseinkauf am Computer vorzubereiten, und das kostet etwas Zeit. Wohlgemerkt: nicht unbedingt, um am Bildschirm dann auch gleich alles zu bestellen, wohl aber, um Preise zu recherchieren. Denn das Datennetz macht die Angebote transparent. Die Ergebnisse sind überraschend, und sie sprechen keineswegs in jedem Fall für das Onlineshopping, weshalb es sich zudem lohnt, die Prospekte der Einzelhändler aus der Zeitung zu studieren. Für die Karstadts und Kaufhofs in der Einkaufszone oder das benachbarte Vedes-Fachgeschäft ist die Entwicklung gleichwohl misslich. Denn sie drückt auf die ohnehin wenig auskömmlichen Preise.

Die Laune nicht von Journalisten verderben lassen

Aber gekauft wird noch. Die Menschen wollten sich von den Journalisten und ihren Berichten über miese Zukunftsaussichten schließlich die Laune nicht verderben lassen, sagte ein Bekannter zum Mittagessen. Das sei derzeit das Schöne an den Deutschen, sie hätten ihr eigenes Wachstumsbeschleunigungsprogramm. Im Übrigen hätten sie mit ihrer guten Laune ja auch recht behalten. Die Stimmung sei 2009 viel besser als die Lage gewesen, und dann habe sich auch die Lage als gar nicht so schlimm herausgestellt. Das ist wahr. Also bekenne ich: Wer an der Börse in diesem Jahr kein Geld verdient hat, dem bleibt dann eben auch nichts anderes übrig, als im Internet nach Geschenke-Schnäppchen zu suchen.

Doch wie geht es weiter? Darüber wurde vor ein paar Tagen auch auf der „Nordwestmesse“ in Emden diskutiert. Die Erkenntnis, dass sogenannte Experten mit der Deutung einer Krise wie dieser überfordert sind, lag nahe. Gut, so ist es wohl. Und die Unternehmer zeigten sich verhalten optimistisch: Ja, das Weihnachtsgeschäft laufe, bestätigte die Chefin des Elektronikversenders Reichelt aus Wilhelmshaven. Aber im Maschinenbau blieben die Aufträge weg, beklagten andere. Zwischen diesen Polen ist der Zustand der deutschen Wirtschaft gut umrissen. Welche Schlüsse man daraus für die Zukunft zieht, bleibt die Frage.

Die Banken seien zu knauserig mit ihrer Kreditvergabe, die Kreditklemme sei alles andere als eine Legende, das sei sicher, hieß es auch noch. Gut, dass es in der Angelegenheit in dieser Woche ein Treffen bei der Kanzlerin gegeben hat. Merke: Mit einem Fonds wird gewiss alles besser. Oder?

Die Rezepte von Heiner Geißler

Heiner Geißler, der ehemalige Generalsekretär der CDU, hatte in Emden noch einfachere Thesen für eine bessere Welt. „Ein gut ausgebildeter Arbeiter, der Produkte herstellt, die weltweit anerkannt sind, der muss sich sicher sein können, dass er dafür auch einen angemessenen Lohn bekommt“, forderte Geißler. In der Exportnation Deutschland sei das nicht mehr gewährleistet. Stimmt, mögen gerade in dieser Woche Arbeiter des Autoherstellers Daimler in Sindelfingen gedacht haben. Doch es ist der Fluch der deutschen Löhne, dass man sie immer wieder mit Produkten erarbeiten muss, die sich an anderer Stelle nicht ebenso gut, dafür aber billiger herstellen lassen. Andererseits: So dramatisch es klingt, wenn Produktion ins Ausland verlagert wird – bisher ist Deutschland eindeutig ein Gewinner der globalen Arbeitsteilung. Sonst hätten wir die Krise nicht so gut gemeistert. Siehe oben.

Andere haben mehr Schwierigkeiten. Zum Beispiel die Autohersteller in Amerika, allen voran General Motors. In der Führungsetage des Mutterkonzerns von Opel ist endgültig das Chaos ausgebrochen. Wieder ist ein Vorstandsvorsitzender weg. Und noch immer versuchen die Amerikaner glauben zu machen, sie hätten einen Plan für die Zukunft von Opel. Tatsächlich aber haben sie nur Powerpoint-Präsentationen mit schönen Versprechungen. Da steht „streng geheim“ drauf, sie sind aber nicht allzu schwer zu bekommen. Ist ja auch kein Wunder: Die Überraschung der Kinder ob des Inhalts der Geschenke unter dem Weihnachtsbaum fällt hoffentlich bald größer aus.

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