Ad hoc

Der Henkel-Betrug

Davor ist das beste Compliance-System nicht gefeit: Wenn im Unternehmen Betrüger arbeiten, die Dokumente fälschen, die zugleich dem Arbeitgeber der Betrüger nicht bekannt werden, ist man machtlos. So sieht es im Fall des Konsumgüterherstellers Henkel und seines angeblichen Interesses an einem hochdotierten Sponsoring-Vertrag für den Formel-1-Rennstall Brawn aus, der inzwischen vom Autohersteller Daimler gekauft worden ist. Offenbar hat der Beschuldigte schon seit längerer Zeit Scheinforderungen gegenüber seinem Arbeitgeber Henkel produziert und diese Forderungen an Factoring-Unternehmen verkauft. Das war so grotesk wie ertragreich, von einigen Millionen Euro, die auf diesem Weg eingenommen worden sein sollen, fehlt jede Spur. Die 90-Millionen-Euro-Forderung durch den Sponsoring-Vertrag sollte wohl die Krönung des Betrugs werden – ihr Verkauf hätte vermutlich gereicht, um sich ins Ausland abzusetzen. Nur: Wie soll sich ein Konzern wie Henkel vor so etwas schützen? Zu leichtgläubig waren hingegen die Vertragspartner. Sie hätten angesichts des Rangs des Beschuldigten innerhalb der Henkel-Hierarchie und der in Frage stehenden Summen mehr als nur stutzig werden müssen.

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