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Zu Daimler und Ferrostaal: Korruption bringt nichts

| 4 Lesermeinungen

Die Umstellung von der Zeit, in der man Schmiergeldzahlungen von der Steuer absetzen konnte, in die Neuzeit, in der das eine verwerfliche Geschäftspraxis ist, haben manche deutschen Unternehmen schlecht gemeistert. Jetzt ist Daimler dran.

Die Umstellung von der Zeit, in der man Schmiergeldzahlungen von der Steuer absetzen konnte, in die Neuzeit, in der das eine verwerfliche Geschäftspraxis ist, haben manche deutschen Unternehmen schlecht gemeistert. Im Fall Siemens haben die schwarzen Kassen für einen Umsturz an der Konzernspitze geführt, der mit tiefen Erschütterungen der gesamten Organisation verbunden war. Der Führung des Lastwagenherstellers MAN ist nicht besser ergangen, die einstige Tochtergesellschaft Ferrostaal hat ihre eigenen Sorgen. Jetzt ist Daimler dran: Dort fällt zwar kein Vorstandsvorsitzender über das in den Vereinigten Staaten anhängige Bestechungsverfahren, aber die Vergleichszahlung von vermutlich 185 Millionen Dollar erreicht eine Höhe, die bisher nur Siemens übertroffen hat. Doch die Vorgänge eröffnen eine Chance. Denn durchsetzen kann man sich auf dem Weltmarkt auch ohne Schmiergeld, wenn die Qualität des Angebotenen überzeugt. Das bewiesen die Auftragseingänge von Siemens nach der Aufarbeitung der Affäre. Korruption macht schlapp: die Empfänger des Geldes – und die zahlenden Unternehmen. Diese Überzeugung muss in den Unternehmenskulturen verankert werden. Erst dann kann man sich sicher sein, solchen Skandalen zu entgehen.

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4 Lesermeinungen

  1. Denn Leistungsdruck und...
    Denn Leistungsdruck und Erfolgserwartung steigen- nicht aber die Qualität der angebotenen Produkte am Markt- wächst der Konkurrenzdruck,

  2. Es lachen die Auerhähne....
    Es lachen die Auerhähne. Leider in moll.

  3. <p>Ich halte den Artikel für...
    Ich halte den Artikel für sehr blauäugig- wesentlich ist doch bei Geschäften, dass die Partner miteinander übereinkommen. Berater und Außendienstler sprechen Empfehlungen halt eben nicht nur anhand der Geschäftszahlen aus- auch das Gefühl muss stimmen. Und der gefühlte Bereich ist es, der Korruption sprießen lässt – insbesondere in Krisenzeiten. Denn Leistungsdruck und Erfolgserwartung steigen- nicht aber die Qualität der angebotenen Produkte am Markt- wächst der Konkurrenzdruck, ist die Verführung umso größer einem Geschäftsabschluss „nachzuhelfen“, indem einzelnen beteiligten Entscheidern ein gutes Gefühl durch eine Thailandurlaub , Finca auf Mallorca etc. bereitet wird.
    Fragen Sie doch mal bei der deutschen Waffenindustrie nach, wie die ihre Geschäfte im Nahen und mittleren Osten so erfolgreich umsetzen konnten:)
    Im Übrigen hat der Mensch sich im Grundsatz in seinen Bedürfnissen in den letzten 4000 Jahren nicht geändert – und kleine Geschenk erhalten die Freundschaft- insbesondere wenn Armut und Gier um sich greifen-

  4. <p>"Das bewiesen die...
    „Das bewiesen die Auftragseingänge von Siemens nach der Aufarbeitung der Affäre. Korruption macht schlapp“
    Carsten, Du glaubst also allenernstes, daß Siemens sich nun dran hält? Oder wurde einfach die Methode geändert?

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