Ad hoc

Die Vorsicht von RTL

Die größten privaten Fernsehsender haben ein richtig gutes erstes Quartal hinter sich. Die zum Bertelsmann-Konzern gehörende europäische Sendergruppe RTL hat ihren operativen Gewinn mehr als verdoppelt, der Marktanteil ist gestiegen, und auch beim Umsatz steht ein Plus von nicht weniger als 10 Prozent zu Buche. Der Wettbewerber Pro Sieben Sat.1 berichtet ebenfalls von einem Umsatzplus und einem Gewinn. Selbst der Sender Sat.1, der zuletzt ein Sorgenkind war, zieht wieder mehr Zuschauer an. Und in beiden Sendergruppen steigt der Gewinn überproportional zum Umsatz, denn zuvor ist kräftig gespart worden. Damit stehen RTL und Pro Sieben Sat.1 spiegelbildlich für die gesamte deutsche Wirtschaft: Die ersten drei Monate 2010 sind viel besser gelaufen als das Geschäft vor Jahresfrist, und selbst im Inland ist die Erholung inzwischen deutlich spürbar. Investieren will man deshalb aber nicht unbedingt: Die Kosten sollen im Gegenteil möglichst so niedrig bleiben, wie sie sind – oder gar weiter sinken. Und auch der Ausblick bleibt vorsichtig, weiß man doch nicht, welche Unbilden die Finanzmärkte doch wieder über die Wirtschaft bringen könnten. So denken derzeit beinahe alle, die unternehmerisch tätig sind.

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