Ad hoc

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Unternehmen bestimmen unser tägliches Leben. Aber was bewegt die Unternehmer? Über Trends, Technologien und Menschen, die sie bestimmen.

Nicht nur im Fußball: Über die Nähe von Sieg und Niederlage

Sieg und Niederlage liegen eng beieinander. Das werden viele Fußballfans auf der Welt bald wieder erleben: Schön, dass die erste WM in Afrika nun begonnen hat. Gratulation an die Südafrikaner, dass alle Stadien fertig geworden sind. Und uns allen viel Spaß mit möglichst vielen guten Spielen der Deutschen. Dass Sieg und Niederlage häufig nur einen Wimpernschlag voneinander entfernt sind, konnte man in der Woche vor Beginn der WM aber schon erfahren, ohne Klose (nachträglich herzlichen Geburtstagsglückwunsch!), Podolski oder Cacau zu heißen. Man musste nur Politiker oder Unternehmer sein.

Sieg und Niederlage liegen eng beieinander. Das werden viele Fußballfans auf der Welt bald wieder erleben: Schön, dass die erste WM in Afrika nun begonnen hat. Gratulation an die Südafrikaner, dass alle Stadien fertig geworden sind. Und uns allen viel Spaß mit möglichst vielen guten Spielen der Deutschen. Dass Sieg und Niederlage häufig nur einen Wimpernschlag voneinander entfernt sind, konnte man in der Woche vor Beginn der WM aber schon erfahren, ohne Klose (nachträglich herzlichen Geburtstagsglückwunsch!), Podolski oder Cacau zu heißen. Man musste nur Politiker oder Unternehmer sein.

Andere haben noch viel mehr A 380-Flieger

Fangen wir mit dem Unternehmen an, das Jogis Elf und ein paar Leute mehr zu Beginn der Woche nach Südafrika gebracht hat. Das war das Team um Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber. Der Flug von Frankfurt in den tiefen Süden war ein voller PR-Erfolg, bis hin zu der Tatsache, dass die Sängerin Shakira alle Mann eine gute halbe Stunde aufgehalten hat, weil ihr Flug aus Madrid verspätet in Frankfurt gelandet war. (In Spanien läuft es außerhalb des Fußballplatzes eben zur Zeit nicht rund.) Wie auch immer: Es gab genügend Anlässe, abermals viel und positiv über das neue Flugzeug zu berichten. Das war ein Sieg für die Lufthansa.

Die Maschine hatte dann allerdings noch einen anderen Termin. Im Wortsinne ging es flugs nach Berlin zur Luftfahrtshow ILA. Dort aber hielt sich die Bundeskanzlerin nicht lange vor dem Lufthansa-Flaggschiff mit dem wirklich schönen Namen „Frankfurt am Main“ auf. Viel länger wohnte sie einer Kampfansage an die Lufthansa bei: Airbus-Chef Tom Enders und Scheich Achmed bin Said al Maktum, der Verwaltungsratsvorsitzende der staatlichen Fluggesellschaft Emirates aus Dubai, unterzeichneten einen Auftrag über weitere 32 (!) A380. Dies ist der größte jemals getätigte Auftrag in der Geschichte der zivilen Luftfahrt. Emirates hat nun insgesamt neunzig A380-Maschinen fest bestellt. Lufthansa hat bislang 15 Riesenairbusse gekauft. So bekommt man eine Ahnung davon, wo im Luftverkehr künftig die Musik spielen soll. Das klingt nach einer Niederlage für die Lufthansa.

Schwarze Tage für die Kanzlerin

Den einen oder anderen schwarzen Tag erlebte in der vergangenen Woche aber auch unsere fußballinteressierte Kanzlerin. Da tritt mir nichts, dir nichts der Bundespräsident zurück, und die Opposition zieht einen Nachfolgekandidaten aus dem Hut, der ihr mehr als nur Kopfzerbrechen bereitet. Kurz darauf müssen bis zum Jahr 2014 irgendwie 80 Milliarden Euro zusammengekratzt werden. Und dann sagt auch noch ihr Wirtschaftsminister, dass Opel ihn mal könne – oder so ähnlich. Das wiederum gefiel der Kanzlerin nicht, worauf sie meinte, das letzte aller Worte rund um Opel sei noch nicht gesprochen, nur um am Tag danach zu spüren, dass die Dinge so einfach nicht sind – und damit dann wieder die Opel-Mitarbeiter zu enttäuschen. So viel steht fest: Mit Opel wird sich nach Brüderle kein Politiker mehr profilieren können.

Immerhin klingt es eindrucksvoll, dass die schwarz-gelbe Koalition en passant mit einem Volumen von insgesamt 80 Milliarden Euro bis zum Jahr 2014 das größte Konsolidierungspaket in der Geschichte der Bundesrepublik geschnürt hat. Aber ob das Paket so, wie es von den Koalitionsspitzen beschlossen wurde, erhalten bleibt, ist mehr als fraglich. Denn die Regierungsparteien CDU, CSU und FDP streiten sich wie die Kesselflicker. An einem Tag landet dabei die eine Seite einen Punktsieg, am nächsten Tag eine andere. Der Eindruck, den die Politiker dabei hinterlassen, ist desolat. Denn die drei genannten Parteien spielen ja in einem Team miteinander und nicht gegeneinander. Eigentlich. Das haben sie nur noch nicht kapiert, seitdem sie der Wähler auf den Platz geschickt hat.

Daumen drücken für Karstadt

Zum Streiten braucht man andererseits die Politik nicht. So wird die Auseinandersetzung um die Sanierung von Karstadt und die künftigen Mieten für die Warenhäuser in diesen Tagen zur Existenzfrage für die Kaufhauskette. Den Karstadt-Mitarbeitern muss man in den nächsten fünf Wochen also noch viel stärker die Daumen drücken als unseren Jungs in Südafrika.

 

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