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Jürgen Klopps Finanzoffensive

Im Anschluss an seine WM-Übertragungen bie RTL hat sich Jürgen Klopp, der Trainer von Borussia Dortmund, entschieden, eine Bühne zu betreten, die zu klein geraten scheint. Denn es wirkt sehr bemüht, wenn er auf der Website des Hamburger Finanzvertriebs HMI die Besucher mit einem „Schön, dass sie da sind" begrüßt, um dann „erstklassige Hinweise zum Thema Altersvorsorge" anzukündigen, oder gar „Jobs mit echten Aufstiegschancen" - nämlich bei der HMI.

Jürgen Klopp ist ein beliebter Mensch. Das gilt erst recht, wenn man ein Anhänger von Borussia Dortmund ist. Denn in seinem Hauptberuf, also als Trainer dieses Traditionsvereins, der sich im zweiten Anlauf unter Klopps Regie endlich wieder für einen europäischen Fußballwettbewerb qualifiziert hat, macht Klopp nach Ansicht der Dortmunder Fans, aber auch des Fachpublikums, einen wirklich guten Job. An alter Wirkungsstätte in Mainz ist Klopp ebenfalls immer noch hoch angesehen, was für ehemalige Trainer nicht selbstverständlich ist.

Umstrittener ist, ob Klopp auch seine Rolle als Taktik-Fachmann für die WM-Fußballübertragungen des Privatsenders RTL an der Seite von Günther Jauch so glänzend erledigt hat, wie es sein strahlendes Lachen suggeriert. Ja, er kann gut lästern, ohne dabei zu sehr zu verletzen. Er kann Spielszenen mit virtuellen Markierungen auf taktische Fehler hin analysieren, was ihm im Jahr 2006 den Deutschen Fernsehpreis eingebracht hat. In diesem Jahr aber war die von RTL für die Freiluftübertragungen aus verschiedenen Städten ausgewählte Bühne für das Gebotene etwas zu groß geraten.

Und jetzt für den Finanzvertrieb HMI

Im Anschluss hat sich Klopp wohl zum Ausgleich entschieden, eine Bühne zu betreten, die nun zu klein geraten scheint. Denn es wirkt sehr bemüht, wenn er auf der Website des Hamburger Finanzvertriebs HMI die Besucher mit einem „Schön, dass sie da sind“ begrüßt, um dann „erstklassige Hinweise zum Thema Altersvorsorge“ anzukündigen, oder gar „Jobs mit echten Aufstiegschancen“ – nämlich bei der HMI. Genau darum geht es in erster Linie: Der Finanzvertrieb, der zur Ergo-Versicherungsgruppe und damit zur Munich Re gehört, braucht Nachwuchs. Der 43 Jahre alte Klopp soll zum Einstieg das tun, was er am besten kann: motivieren. Was oder besser wie viel Geld Klopp selbst zu diesem Engagement motiviert, lässt sich nicht herausfinden. Sein Klub hat zwar nichts dagegen, aber weiter bringt der Auftritt auch niemanden: Klopps Ruf nicht, und die HMI vielleicht auch nicht. Das Ausfüllen des Kontaktformulars im Pressebereich des HMI-Internetauftritts wird jedenfalls sogleich als Interesse an einem Job missverstanden. Man werde sich in dieser Hinsicht melden. Bei aller Liebe zum Offensivfußball: Das geht zu weit.

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