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Container ahoi!

Was für eine Wende für den dänischen Konzern Møller-Mærsk: Im vergangenen Jahr fiel der erste Verlust seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1904 an - jetzt werden die Gewinnprognosen der größten Containerschiffsreederei der Welt wieder und wieder nach oben korrigiert. Der Welthandel hat in atemraubendem Tempo Schwung aufgenommen.

Was für eine Wende für den dänischen Konzern Møller-Mærsk: Im vergangenen Jahr fiel der erste Verlust seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1904 an – jetzt werden die Gewinnprognosen der größten Containerschiffsreederei der Welt wieder und wieder nach oben korrigiert. Der Welthandel hat in atemraubendem Tempo Schwung aufgenommen; Unternehmen in den Vereinigten Staaten sollen sich schon darüber beklagt haben, sie bekämen von den Reedereien nicht genügend Container zugeteilt. Doch die Containerschifffahrt hat im vergangenen Jahr in der Branche einen Verlust von 20 Milliarden Dollar eingefahren. Schiffe wurden stillgelegt, Hersteller stoppten ihre Produktion. Denn zog die Weltkonjunktur in einer Geschwindigkeit an, die alle überrascht hat. Und diese Nachfrage ist auf ein Angebot gestoßen, das sich notgedrungen der Krise angepasst hatte. Das musste die Frachtraten wieder nach oben treiben. Preisabsprachen sind hier wohl nicht im Spiel. Und weiterhin gilt: Es sind weniger Schiffe im Einsatz als 2008 – und die Schiffe, die fahren, fahren aus Kostengründen langsamer. Noch waltet Vorsicht. Das Konsumentenverhalten scheint den Reedern nicht stabil genug zu sein.

Hier die zugehörige Nachricht:

Der Mischkonzern A.P. Møller-Mærsk, das größte dänische Unternehmen, hat in der ersten Jahreshälfte eine erstaunliche Ergebniswende vollzogen. Die Gruppe mit Sitz in Kopenhagen, zu der mit der Mærsk Line die größte Container-Reederei der Welt gehört, hat in den ersten sechs Monaten 2010 einen Nettogewinn von 13,4 Milliarden Kronen (umgerechnet rund 2,39 Milliarden Dollar) erwirtschaftet und damit deutlich die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten übertroffen, die mit 9,12 Milliarden Kronen gerechnet hatten. Im Jahr zuvor stand zum Halbjahr noch ein Minus von 3,67 Milliarden Kronen in den Büchern, umgerechnet rund 655 Millionen Dollar. Auch der Umsatz ist um 20 Prozent auf nun 27,36 Milliarden Dollar gestiegen.

Mærsk, ein Unternehmen, das noch überwiegend in Familienbesitz ist, betreibt neben der Reederei auch Hafenanlagen, ist in der Gas- und Ölgewinnung aktiv und unterhält Supermarktketten. Der Schlüssel zur Ergebniswende liegt aber in der Stilllegung von Schiffen und weiteren Sparbemühungen – wie zum Beispiel einer geringeren Fahrgeschwindigkeit der Schiffe einerseits und der schnell anziehenden Nachfrage andererseits. Das hat die Frachtraten wieder deutlich nach oben getrieben. Im Mai – dem jüngsten Monat, für den entsprechenden Zahlen zur Verfügung stehen – hatte die durchschnittliche Frachtrate für einen Container mit einer Länge von 40 Fuß (gut 12 Meter), der zwischen Kontinenten transportiert wird, 43 Prozent über dem vergleichbaren Wert des Vorjahres gelegen.

2009 zum ersten Mal in der Unternehmensgeschichte ein Verlust

Im vergangenen Jahr hatte MøllerMærsk zum ersten Mal seit der Gründung des Unternehmens im Jahr 1904 Verlust gemacht. Jetzt sieht die Lage wieder ganz anders aus: Für 2010 erwartet der Konzern nun einen Gewinn von mehr als 4 Milliarden Dollar, wie Møller-Mærsk am Mittwoch zur Vorlage der Halbjahreszahlen mitteilte. Bisher waren die Dänen zwar auch schon von einem Gewinn ausgegangen, der aber lediglich „über“ dem Niveau von 2008 in Höhe von 3,5 Milliarden Dollar liegen sollte. Die Einschätzung fällt damit nun deutlich optimistischer aus als bisher. Zu Jahresbeginn hatte man sogar nur einen Gewinn in bescheidenem Umfang und „alles andere als zufriedenstellend“ prognostiziert. Die Ergebnisdynamik ist also bemerkenswert.

Durch die höheren Gewinne habe die Gruppe nun auch genug Mittel für Investitionen, um alle Geschäftsbereiche zu erhalten, sagte der Vorstandsvorsitzende Nils Smedegaard Andersen. Größere Investitionen würden weiterhin im Öl- und Frachthafengeschäft angestrebt. Zudem erwäge die Gruppe Investitionen in moderne Bohranlagen auf offener See. Andersen ist auch zuversichtlich, dass Møller-Mærsk wegen seiner sicheren Ausstattung als einer der Ersten wieder Bohrungen im Golf von Mexiko aufnehmen dürfe.

Container-Tarife wieder auf Vor-Krisenniveau

Die Container-Tarife seien zurück auf dem Niveau des Jahres 2008, bestätigte auch Andersen. Auch die Volumina näherten sich allmählich dem Niveau von vor zwei Jahren. Allerdings wartet er noch auf die Belebung der Konsumnachfrage in den Vereinigten Staaten und Europa. Und Møller-Mærsk rechnet im vierten Quartal, mit dem Ende der Hauptsaison, auch wieder mit niedrigeren Frachttarifen.

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