Ad hoc

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Unternehmen bestimmen unser tägliches Leben. Aber was bewegt die Unternehmer? Über Trends, Technologien und Menschen, die sie bestimmen.

Cisco-Europachef Dedicoat und seine Davos-Bilanz: „Vernetzung steigert die Wettbewerbsfähigkeit“

Politische Stabilität und hohe Lebensqualität sind Europas Standortvorteile, sagt der Manager des amerikanischen Technologiekonzerns. Die digitale Infrastruktur aber könnte gerade in Deutschland besser sein.

Herr Dedicoat, ein wichtiges Thema für die Manager auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos waren wieder Fragen zur Innovationsfähigkeit ihrer Unternehmen. Wie innovativ ist Europa derzeit?

Die europäischen Staaten werden um ihre Ausbildungssysteme, ihre politische Stabilität, die soziale Absicherung und um ihre Lebensqualität beneidet. Außerdem werden in Europa neue Technologen vergleichsweise schnell akzeptiert und eingesetzt; die Europäer können mit der Technik zudem überdurchschnittlich häufig gut umgehen. Das wird auch künftig die Grundlage für den Wohlstand Europas sein. Und die meisten Unternehmen hier haben ja beste Voraussetzungen, auf solchen Stärken aufzubauen.

Was folgt daraus für Ihr Unternehmen?

Cisco betreibt einige Entwicklungszentren in Europa, die sich unter anderem mit intelligenten Netzen, den „Smart Grids“, befassen. Wir sind davon überzeugt, dass gerade unsere Technik Europa dabei helfen kann, stärker vernetzt und damit wettbewerbsfähiger zu werden.

Inwiefern verhilft das Managertreffen in Davos Ihnen dabei zu neuen Erkenntnissen?

Veranstaltungen wie das Weltwirtschaftsforum bieten eine einzigartige Möglichkeit, Politiker, führende Manager und Wissenschaftler aus der ganzen Welt an einem Ort zusammenzubringen. In einem solchen Umfeld entstehen aus vielen Gesprächen in der Tat neue Ideen. Zudem können sich neue Partnerschaften entwickeln. Ich war in diesem Jahr schon zum siebten Mal Gast in Davos – und Jahr für Jahr hilft mir das Forum dabei, mich besser auf die Herausforderungen eines sich schnell verändernden Geschäftsumfelds einzustellen.

Was können die Regierungen in Europa tun, um die Innovationskraft ihrer Länder zu steigern?

Voraussetzung dafür ist vor allem Wirtschaftswachstum als solches. Deshalb sollten die europäischen Regierungen ihre Sparprogramme stärker koordinieren und dabei besser mit Initiativen ausbalancieren, die die Produktivität steigern, den Wettbewerb nicht behindern, die Attraktivität für Investitionen in Europa verbessern – und dadurch Innovationen anregen und belohnen.

Welche Rolle muss Deutschland dabei übernehmen?

Deutschland hat ja ohnehin schon eine starke Stellung, sowohl in Europa als auch in der weltumspannenden Wissensgesellschaft. Der öffentliche wie der private Sektor der Wirtschaft sind besser aufgestellt als in vielen anderen Ländern. Außerdem ist die deutsche Wirtschaftsstruktur ausgeglichener, vor allem mit Blick auf die nach wie vor große Bedeutung produzierender Betriebe und ihre Fähigkeit, sehr hochwertige Produkte herzustellen, die man nirgendwo sonst bekommt.

Aber?

Gleichwohl ist die Zeit gekommen, um Unternehmen und dem öffentlichen Sektor durch neue Technologien wie etwa das sogenannte „Cloud Computing“ einen weiteren Produktivitätsschub zu versetzen. Die deutsche Regierung könnte diese Entwicklung durch Investitionen in eine moderne digitale Infrastruktur unterstützen und so zugleich die Qualität und Effizienz der öffentlichen Verwaltung stärken sowie neue Arbeitsplätze schaffen.

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