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"Dr. Lü": Hochtiefs Protokollant

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Da wird sich der spanische Großaktionär, der Baukonzern ACS, sehr freuen: Sein deutsches Beteiligungsunternehmen Hochtief hat im vergangenen Jahr mehr verdient als ursprünglich geplant. Mit diesen Zahlen im Rücken will der Hochtief-Vorstandsvorsitzende Herbert Lütkestratkötter („Dr. Lü") nun in Verhandlungen mit ACS treten, an deren Ende der Abschluss einer Investorenvereinbarung stehen soll. In dieser Vereinbarung will er die Zusagen von ACS aus dem Übernahmekampf verbindlich festgeschrieben sehen.

Da wird sich der spanische Großaktionär, der Baukonzern ACS, sehr freuen: Sein deutsches Beteiligungsunternehmen Hochtief hat im vergangenen Jahr mehr verdient als ursprünglich geplant. Mit diesen Zahlen im Rücken will der Hochtief-Vorstandsvorsitzende Herbert Lütkestratkötter („Dr. Lü“) nun in Verhandlungen mit ACS treten, an deren Ende der Abschluss einer Investorenvereinbarung stehen soll. In dieser Vereinbarung will er die Zusagen von ACS aus dem Übernahmekampf verbindlich festgeschrieben sehen. Das ist schön und gut. Aber Lütkestratkötter muss sich die Frage gefallen lassen, warum er diese Verhandlungen erst beginnt, nachdem ACS seine Beteiligung auf mehr als 33 Prozent aufgestockt und nun freie Bahn für weitere Aktienzukäufe hat. Schlechter kann eine Verhandlungsposition gar nicht mehr sein. Vor Wochen hätte der Hochtief-Vorstandsvorsitzende vielleicht noch mehr herausholen können als das, was die Spanier zuvor ohnehin versprochen hatten. Jetzt, nachdem seine gesamte Abwehrtaktik grandios gescheitert ist, darf er sich als Protokollant an den Tisch setzen. Vermutlich geht es in den Gesprächen ohnehin um etwas anderes: die Konditionen für Lütkestratkötters Abschied.

 

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5 Lesermeinungen

  1. <p>Nachtrag für die Kritiker...
    Nachtrag für die Kritiker dieses Textes:
    Hochtief-Vorstandschef Lütkestratkötter tritt zur Hauptversammlung zurück
    Der Vorstandsvorsitzende der Hochtief AG, Herbert Lütkestratkötter, tritt zur Hauptversammlung des Unternehmens im Mai von seinem Amt zurück. Der Schritt erfolge „im besten beiderseitigen Einvernehmen“, teilte der Essener Baudienstleister in der Nacht zum Montag mit. Sein Nachfolger wird am 12. Mai Vorstandsmitglied Frank Stieler, seit März 2009 Mitglied des Gremiums und verantwortlich für die neu geschaffene Sparte Hochtief Europe. Lütkestratkötter werde Hochtief weiter als Berater zur Verfügung stehen.
    Der Rückzug Lütkestratkötters, der seit April 2007 an der Spitze des Unternehmens steht, kommt nicht überraschend. Er hatte sich lange gegen die Übernahme von Hochtief durch den spanischen Großaktionär ACS gewehrt. ACS hält nach letzten Informationen mehr als 41 Prozent des Hochtief-Kapitals und will weiter zukaufen, um die Mehrheit zu erreichen. (Dow Jones)

  2. <p>Och Herr Knop, das ist doch...
    Och Herr Knop, das ist doch völlig Wurscht ob Kommentar oder Nachricht… es geht um den Inhalt! Wenn dies der Kommentar ist, wo ist denn die zugehörige Nachricht, worauf beziehen Sie sich in Ihrem Kommentar?
    Kleie Hausaufgabe: informieren Sie mich doch einmal bitte über den (parallel zur Übernahmeschlacht gelaufenen) Umstrukturierungsprozess der bei HT AG. Dieser wurde in der Rege von Herrn Lü im November angekündigt. Was ist da nun gelaufen, welche Strategie steckte dahinter und welche Folgen hat die Neuausrichtung für die ACS-„Übernahme“ …

  3. Das ist ein Kommentar, der...
    Das ist ein Kommentar, der einem Journalismus verleiden kann. Ein Vorstand ist bei der Abwehr einer feindlichen Übernahme gescheitert – ich zumindest kann nicht beurteilen, ob man es besser hätte machen können. Mit guten Betriebsergebniszahlen im Rücken geht der Vorstandsvorsitzende nun in öffentlich angekündigte Gespräche mit dem wahrscheinlichen Übernehmer, um das Wahrscheinliche zu verhindern oder zumindest abzumildern – dass Hochtief geplündert wird, um die hohen Schulden des unsoliden Übernehmers zu finanzieren. Und was tut der eindeutig hochmütige Journalist? Macht dem vorstandsvorsitzenden den Vorwurf, nicht schon 6 Wochen vorher kapituliert zu haben. Garniert mit der Unterstellung, bei den gesprächen ginge es eh nur um seine Abfindung. Belege? 0! Verzeihung Herr Knop – das kann ich auch 8und besser). Nur Journalismus ist das nicht, sondern schlichtes Schlammschmeissen.

  4. Nur zum ersten Vorwurf. Das...
    Nur zum ersten Vorwurf. Das hier ist ein Kommentar. Nicht die Nachricht. So etwas wird in der F.A.Z. getrennt.

  5. Was soll uns dieser Beitrag...
    Was soll uns dieser Beitrag vermitteln????
    Nach diesem Beitrag streiche ich nun nach der Sueddeutschen auch die faz aus meinen Lesezeichen. Zum Glueck gibts die Tagesschau-App, da wird so ein Kaese wie dieser inhaltslose einseitige und unreflektierte Beitrag nicht fabriziert! Sie sollten die Leser informieren anstatt sie mit ihrer subjektiven Meinung zu konfrontieren und zu beeinflussen (es besteht eine zu hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich jemand auf dieses Niveau einlässt!)
    Zum Beitrag:
    – ja richtig analysiert… ACS freut sich bestimmt ueber die tollen Nachrichten… die vielversprechenden Zahlen haben der Hochtief-Aktie Aufwind verschafft, dies wird dem verschuldeten ACS den weiteren Zukauf von Aktien bestimmt deutlich erleichtern und ihn schneller ans Ziel bingen… Freie Bahn oder wie haben sie es umschrieben?
    – Ist die Hochtief-Abwehrstrategie grandios gescheitert, oder ist da nicht ein Großaktionär dem Dr. Lü in den Rücken gefallen als Katar einstieg und die ACS-Chancen schlecht aussahen… ich lache mich schlapp wenn die HT- Aktie jetzt noch weiter zulegt und in Kürze ueber 70 € geht
    – wer spricht denn hier vom Abschied… Dr. Lü scheint nicht gehen zu wollen… weshalb auch? wer soll ihn denn nach Hause schicken? der Minderheitsaktionär ACS???
    – falls es irgendwann dazu kommen sollte, dass ACS den Vorstand der HT AG entlassen lassen koennte, dann entsprechend der intern verhandelten Konditionen… hier wird nur unnoetig Hass auf Manager und Abfindungen provoziert (stinkt nach BILD-Zeitung-Niveau)
    – die fruehzeitige Aufnahme von Gespraechen zwischen Vorstand und ACS haetten den Aktionaeren doch sofort die Kapitulation des Vorstands signalisiert und es waeren noch mehr von ihnen auf das unsinnige Angebot eingegangen… danach haettet ihr ja noch brutaler ueber etwaige Abfindungen und Verrat geschrieben

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