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Menschen ziehen gegen den IBM-Supercomputer den Kürzeren

Der Supercomputer Watson hat seine menschlichen Gegner besiegt: Nach der dritten und letzten Runde der amerikanischen Quizshow „Jeopardy" errang Watson den deutlichen Gesamtsieg. Der Rechner des Computerkonzerns IBM konnte innerhalb von drei aufeinanderfolgenden Tagen 77 000 Dollar einfahren. Vier Jahre lang hatten Ingenieure an der Maschine gearbeitet, die nach dem IBM-Unternehmensgründer Thomas Watson benannt ist. Seine menschlichen Konkurrenten, die früheren „Jeopardy"-Gewinner Ken Jennings und Brad Rutter, schafften nur 24 000 beziehungsweise 21 600 Dollar. Durch den Spielmodus kam Watson am Ende sogar auf eine Siegesprämie von 1 Million - den Gewinn will IBM spenden.

Der Supercomputer Watson hat seine menschlichen Gegner besiegt: Nach der dritten und letzten Runde der amerikanischen Quizshow „Jeopardy“ errang Watson den deutlichen Gesamtsieg. Der Rechner des Computerkonzerns IBM konnte innerhalb von drei aufeinanderfolgenden Tagen 77 000 Dollar einfahren. Vier Jahre lang hatten Ingenieure an der Maschine gearbeitet, die nach dem IBM-Unternehmensgründer Thomas Watson benannt ist. Seine menschlichen Konkurrenten, die früheren „Jeopardy“-Gewinner Ken Jennings und Brad Rutter, schafften nur 24 000 beziehungsweise 21 600 Dollar. Durch den Spielmodus kam Watson am Ende sogar auf eine Siegesprämie von 1 Million – den Gewinn will IBM spenden.

Der Computer hat diesen Sieg ausgerechnet in einem Spiel errungen, in dem es nicht nur um Wissen, sondern auch um Wortwitz geht. „Jeopardy“ gibt es schon seit 1964, und die Rateshow ist eine der populärsten Sendungen im amerikanischen Fernsehen. Die Quizshow war auch lange in Deutschland erfolgreich. Das Duell erinnerte an die Schachpartie zwischen dem Computer „Deep Blue“, ebenfalls von IBM, und Garri Kasparow. Der Maschine war es 1996 gelungen, den damaligen Schachweltmeister zu schlagen. Ein Jahr später besiegte er Kasparow sogar in einem ganzen Match.

Ernster Wettbewerber

Auch Watson hatte es mit ernstzunehmenden Wettbewerbern zu tun: Kandidat Jennings hält den Rekord mit 74 „Jeopardy“-Siegen in Folge, Rutter den Preisgeldrekord mit einem Gewinn von 3,25 Millionen Dollar. Und Watson hat sich nicht als fehlerlos erwiesen: In der ersten Runde war nach einer Stadt in den Vereinigten Staaten gefragt worden, die ihre Flughäfen nach einem Veteran und einer Schlacht im Zweiten Weltkrieg benannte. Watson antwortete: „Was ist Toronto?“, und nannte damit eine Stadt in Kanada.

Watson besteht aus zehn großen Netzwerkrechner-(Server)Stapeln, bestückt mit den Power-7-Systemen von IBM. Insgesamt sind in dem Rechner 2880 Prozessorkerne eingebaut. Einen Zugang zum Internet hat Watson nicht. IBM hat ihn aber unter anderem mit den Inhalten des Internetlexikons Wikipedia und den vergangenen zehn Jahrgängen der „New York Times“ gefüttert. Mit einer komplizierten Algorithmus-Formel sucht Watson blitzschnell seine Datenbank ab und sortiert die Antworten nach ihrer wahrscheinlichen Stichhaltigkeit.

Schwach im Wissen über Europa

Schwach war Watson aber auch beim Themenkomplex Europäische Union. So wusste er nicht, dass die frühere jugoslawische Republik Slowenien zur EU gehört. Als gefragt wurde, was wegen des Schengener Abkommens nicht mehr kontrolliert wird, war er sich zu 33 Prozent sicher, dass „Reisepässe“ die richtige Antwort ist; die tatsächlich richtige Antwort  „Grenzen“ erwog er nur mit 14 Prozent. Gleichwohl hatte sich schon in der zweiten Runde Watsons Gesamtsieg abgezeichnet. Er beantwortete 24 der 30 Fragen richtig. Jennings konnte nur drei Fragen korrekt beantworten, Rutter lediglich zwei. Watson gewann dabei 35 734 Dollar, Rutter 10 400 und Jennings 4000 Dollar. Jennings schrieb nach Watsons Sieg auf dessen Bildschirm, er verneige sich vor dem neuen Meister.

„Watson ist schnell, weiß viele Dinge und kann ein Spiel wirklich beherrschen“, sagte der „Jeopardy“-Moderator Alex Trebek. Der Computer war im Fernsehstudio als Bildschirm vertreten, den bunte Grafiken schmückten. Die Fragen erhielt er in Form von Textnachrichten in dem Moment, in dem die Menschen sie lesen konnten. Mehr als 1000 Algorithmen konkurrieren in Watsons vielen Prozessoren um die richtige Antwort. Dabei handelt es sich um einen Rechenvorgang, den Fachleute mit dem Begriff Parallelisierung beschreiben. Anhand Zehntausender Fragen ermittelte Watson, welche Algorithmen welche Sorte von Frage am besten beantworten. Wer als erster den Klingelknopf betätigte, durfte seine Antwort sagen. Watson sprach dabei mit künstlicher Stimme und nutzte einen Roboterarm.

Zukünftig soll das System unter anderem bei der medizinischen Diagnose helfen. Ein Einsatz ist überall denkbar, wo nichtstrukturierte Daten verarbeitet werden müssen. Auf der Computermesse Cebit in Hannover, die Anfang März stattfindet, wird eine kleinere, deutschsprachige Version von Watson auf dem IBM-Stand Besuchern Rede und Antwort stehen.

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